nr.2Qi Svübarrssabe 182. Jahrgang Samstag, 10. vezember 1952 Erlcheini täglich, außer Sonntags und Feiertag». Vetlagen: The Illustriert« Gießener Familienblätler Heimat im Bild Die Scholl« Monats-Vezugrpreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. §ernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Sieben. poslscherttonto: >ranlfurt am Alain 11686. Gietzener Anzeiger General- Dnid und Verlag: vrühl'sche Umveifttütr Such- und Steindruckerei L Lange in Stehen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme oon Anzeige i für die Tagesnummer bts zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 nun Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für ‘Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriol; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für denAn. zeigenteil i. D. Th.Kümmel sämtlich in Giegen. DieAnlausssristsmSchMek Nach der ungewöhnlich langen und sorgfältigen Fühlungnahme, die der Betrauung des Herrn oon Schleicher mit dem Kanzleramt voranging, ist die Bildung des neuen Kabinetts verhalt- nismätzig rasch erfolgt. Es weist allerdings auch mit zwei Ausnahmen die gleiche Besetzung auf wie seinerzeit der Mitarbeiterstab Papens. Nur der Freiherr von Gayl und der Neichsarbeits- minifter S chaeffer sind ausgeschifft. Papens Adlalus im preußischen Rcichslornmissariat, Dr. Bracht, ehemals Oberbürgermeister oon Essen, hat das Innenministerium übernommen. Der Reichs- arbeitsminister Schaeffer, der vermutlich wieder das Amt des Präsidenten der Reichsversicherungsanstalt übernehinen wird, das er vor seiner Berufung in das Kabinett Popen bekleidet hatte, ist durch einen, anderen hohen Sozialbeamten, den Präsidenten der Reichsanslolt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung S i) r u p, ersetzt worden. Mit dieser Wahl ist der Gedanke weiter verfolgt worden, das schwierige und stets besonders heftiger Kritik ausgesetzte Ministerium von jedem einseitigen Einfluß dieser oder jener Interessentengruppe frei- zuhalten. Der neue Minister hat in seinem bisherigen Amt an der Spitze der Selbstverwaltung der Arbeitslosenversicherung starke Fähigkeiten gezeigt, Gegensätze ouszugleichen und soziale Wünsche mir wirtschaftlichen Notwendigkeiten in Einklang zu bringen. Das wird ihm bei der Bewältigung der vor ihm liegenden Aufgabe zu statten kommen. Denn es bedarf kluger Voraussicht und gegebenenfalls zäher Energie, soll nicht bei der geplanten und in vielen Punkten gewiß begrüßenswerten Abschwächung der sozialpolitischen Notverordnungen das Kind mit dem Bade ausgeschüttet werden. Zwei andere Minister, deren Rcssorlkampf |d)on die Existenz des Kabinetts Popen mehrfach erschüttert halte, haben, wenn nicht Frieden so doch Waffenstillstand geschlossen und sind infolgedessen auch b:m Kabinett Schleicher erhalten geblieben. Auf die Mitarbeit des Reichsernährungsministers Freihcrrn von Braun legte der neue Reichskanzler besonderen Wert, um die Verbindung zu den Deutschnationalen und zur Landwirtschaft aufrechtzuerhalten, als deren besonderer Vertrauensmann Braun seinerzeit zum Nachfolger Schieles berufen worden war. Warmbolds Verbleiben als Wirtschaftsminister Im Kabinett mußte dem Reichskanzler um deswillen besonders lieb fein, weil man die Mitarbeit dieses Mairnes in Kreisen des Unternehmertums, das durch planmirtschoftliche Gedankengänge aus der Umgebung des Reichskanzlers beunruhigt war, als ein Bekenntnis zur grundsätzlichen Beibehaltung des bisherigen Kurses der Förderung der privaten Initiative als des wirksamsten Mittels zue Ankurbelung der Wirtschaft nehmen wird. Wie weit dies berechtigt ist, muß sich erst noch Herausstellen. Schon das Programm des neuen Kabinetts könnte hierüber wesentliche Aufschlüsse bringen, ober es ist der geschickten Taktik des Reichskanzlers gelungen, die Regierungserklärung vor dem Reichstag bis in das neue Jahr hinauszuschieben und damit für sein Kabinett eine gewisse Anlaufzeit zu gewinnen, in der ihn parlamentarische Zwischenfälle nicht stören können. Der Reichstag Hot, abgesehen natürlich von ben, Kommunisten, diesmal offenbar ganz gleichlaufende Interessen. Man war allerseits — wiederum natürlich m t Ausnahme der Kommunisten — geradezu ängstlich bemüht, jede Panire zu vermeiden und in fast reibungsloser Zusammenarbeit, wie sie der Wallotbau feit langem nicht gesehen bot, die Gesetzesvorlagen und Anträge zu erledigen, die man vor der Weihnachtspause im eigenen In- t-reffe noch unter Dach und Fach bringen wollte. Die Eröffnungssitzung des neugewählten Reichstags brachte eine Ansprache des Alterspräsidenten, beg nationalsozialistischen Abg. General L i tz m a n n , der entgegen seiner Aufgabe, lediglich die geschäftsordnungsmäßige Einleitung der Tagung zu geben, dem erst in diesem Sommer eingeführten Brauch kreu blieb und eine parteipolitische Rede hielt, bei der er es sich nicht glaubte versagen zu dürfen, auch die Person des Reichspräsidenten, seines alten Oberbefehlshabers an der Ostfront, in befremdender ißeife in die Debatte zu ziehen. Auch der schon im ersten Wahlgang mit absoluter Mehrheit wieder- gewählte Reichstagspräsident Göring kam auf eie Verhandlungen mit Hitler, die der Bildung des Kabinetts Schleicher oerausgegangen waren, zurück und unterstr ch mit besonderer Betonung das Recht der Volksvertretung, eine Regierung durch ein Miß- lrauensvoturn zu stürzen, ein Recht, das auch durch die Anwendung des Artikels 48 nicht beseitigt werden könne, wiederholte Auflösungen des Reichstags unter wechselnden Begründungen widersprächen dem Geist der Verfassung. Aber trotz diesem frühen Wet- lerleuchten ist das Gewitter selber vorerst noch aus- ßeblieben. Der neue Reichstag hat aus dem Schicksal seines Vorgängers gelernt, er hat keine Sehn- lucht, ebenso 'chnell wieder im Orkus zu verschwinden wie dieser Trotz der Taktik der Kommunisten, die durch ihre Anträge gerne einen schnellen Zusammenstoß zwischen der NSDAP, und dem neuen Jtabmett provozieren möchten, verzichtet die Mehrheit des Reichstags darauf, schon jetzt eine Regie- rung5erf(ärung zu hören. Die nationalsozialistische Parteileitung wehrt sich entschieden gegen die Unterstellung, als ob diese Politik der Mäßigung irgendwie eine Tolerierung des Kabinetts Schleicher bedeuten solle, dem man vielmehr schärfsten Kampf angesagt habe. Es gelte lediglich, verschiedene Vorlagen zu verabschieden, deren schnelles Jnkraft- rrekn der Partei am Herzen läge. 3«t denn auch der Reichstag in einer fast vorbildlich zu nennenden Zusammenarbeit der maßgebenden Parteien im Laufe einer kurzen Woche eine Reihe wichtiger Beratungsgegenstände erledigt. Zuerst das Gesetz über di« Stellvertretung Oer Reichstag vertagt sich. Letzte Parlamentssitzung vor dem Fest. — Zusammentritt erst Mitte Januar wahrscheinlich. Oas Gtelivertretungsgefktz. Berlin, 9. Dez. (VDZ.) Im Reichstag wurden vor Eintritt in die Tagesordnung in üblicher Weise die Urlaubsbewilligungen an Abgeordnete bekanntgegeben. Abg. Torgler (Som.) rief: „Wie ist cs mit dem Nationalsozialisten Straßer?" Vizepräsident Esser erwiderte: „Ein Urlaubsgesuch des Abg. Straßer ist noch nicht eingegangen." Dann wurde in dritter Lesung ohne Aussprache über das von den Nationalsozialisten beantragte Vertret ii ngsge setz für den Reichsprä- si denken namentlich abgestimmt. Das Gesetz besagt: „Der Reichspräsident wird im Falle seiner Verhinderung durch den Präsidenten des Reichsgerichts vertreten. Das Gleiche gilt für den Fall einer vorzeitigen Erledigung der Präsidentschaft bis zur Durchführung der Wahl." Die namentliche Abstimmung ergab die A n - nah m c des Gesetzes mit 404 gegen 127 kommunistische und deukschnationale Stimmen. Die für oerfassungsändernde Gesetze erforderliche qualifizierte Mehrheit, in diesem Falke 354 Stimmen, ist damit überschritten. Sozialpolitische Aussprache. Hierauf wurde die am Mittwoch abgebrochene sozialpolitische Aussprache fortgesetzt. Abg. Reißner (Soz.) begründete den von den Sozialdemokraten eingebrachten Gesetzentwurf über planmäßige Arbeitsbeschaffung. Darin werden Reichszuschüsse für öffentliche Arbeiten und Klein- wohnungÄiau sowie Gemeindearbeiten, kollektive Selbsthilfe der Arbeitslosen, Schulung jugendlicher Erwerbsloser und Hausreparaturen gefordert. Abg. Rädel (Kom.) warf den Sozialdemokraten und dem ADGB. vor, sie hätten tm Berkehrsstreik die kämpfenden Arbeiter verraten. Die Papen- NotverordnunA vom 4. September (et eine Gipfelleistung der Sozialreaktion. Abg. Tremmel (Z.fi Die Arbeiter denken heute schon darüber nach, wie es kommt, daß es ihnen am schlechtesten geht gerade in der Zeit, in der die Kommunisten und die RSDAP. zusammen die Mehrheit im Reichstage Haven. Die Generalvollmacht zum Aufbau der Sozialpolitik muh aufgehoben werden. Das Wirtschafts- Programm des Papen-Kabinetts kann die Wirtschaftskrise nicht beheben; denn wir leiden ja nicht an mangelnder Produktion, sondern an mangelndem Absatz. Rach Anträgen des Zentrums soll die für Lohnprämien vorgesehene und durch Streichung der Einstellungsprämie frei gewordene Summe für Arbeitszwecke verwendet werden. Die Kürzung der Sozialrenten soll aufgehoben und die sozialen Einrichtungen sollen ohne Gefährdung der Ansprüche und Rechte vereinfacht und verbilligt werden. Die Finanzämter sollen angewiesen werden, bei Ausgabe von Steuergutschei- des Reichspräsidenten, das mit der für Verfassungsänderungen qualifizierten Mehrheit angenommen wurde. Das Gesetz soll dem vorbeugen, daß nach dem Hinscheiden des Reichspräsidenten während seiner Amtsperiode oder bei einer längeren Verhinderung durch Krankheit und äl)nliches, alle Macht in einer Hand konzentriert wäre, wenn auch nur während der kurzen Zeit bis zur Neuwahl des Reichspräsidenten oder einer vom Reichstag bestellten Stellvertretung. Nach dem Tode des Reichspräsidenten Ebert hat der damalige Reichskanzler Dr. Luther tatsächlich solange auch die Funktionen des Reichspräsidenten ausgeübt, bis der Reichstag den damaligen Reichsgerichtspräsidenten Dr. Simons zum stellvertretenden Reichspräsidenten bestellte. Diese Vertretung des Staatsoberhauptes durch den Präsidenten des höchsten deutschen Gerichtshofs fall nun nach dem auf nationalsozialistischen Antrag hin vom Reichstag beschlossenen Gesetz unmittelbar also ohne eine Zwischenregierung des Reichskanzlers Platz greifen. Daß der Anstoß für diese verfassungsändernde Neuregelung oon den Nationalsozialisten ausgeht, hat wohl verschiedene Gründe. Einmal muß daran erinnert werden, daß die bislang durch die Verfassung vorgesehene Stellvertretung des Reichspräsidenten durch den Reichskanzler, dem damit ja auch der wenn auch nur zeitweilige Oberbefehl über die Wehrmacht zufiel, eins der stärksten Bedenken Hindenburgs gegen eine Betrauung des nationalsozialistischen Parteiführers mit dem Kanzleramt mar. Dieses Hindernis für eine künftige Kanzler- fchast Hitlers ist nun also durch die auf nationalsozialistischen Antrag beschlossene Neuregelung aus dem Wege geräumt. Zum andern haben die Antragsteller wohl befürchtet, daß im Falle einer vorzeitigen Erledigung der Präsidentschaft — die ja das hohe Verantwortungsgefühl des großen Alten Vdannes, dessen ragende Gestalt uns Gott noch viele Jahre an der Spitze des Reichs erhalten möge, selbst in den Kreis politischer Erwägungen einbezogen hat —, vielleicht ein Mann wie Schleicher als stellvertretender Reichspräsident, Kanzler, Wehrminister und Reichskommissar in Preußen geradezu diktatorische Gewalt, wenn auch nur vorübergehend, in seinen Händen vereinigte. Schließlich soll "für die Neuregelung auch ein Plan bestimmend gewesen sein, der angeblich den Reichspräsidenten für die Ernennung seines Stellvertreters oder gar feines neu für Mehrbefchäftigung Mißbräuche zu verhindern. 3n einem weiter vom Zentrum beantragten Gesetzentwurf wird die Streichung des sozialpolitischenTeilesderRotver- ordnung vom 4. September gefordert. Abg. Rausch (Chr.-Soz.) erklärte, seine Partei habe ursprünglich dem Kabinett Papen sym- pathisch gegenübergestanden, aber das Papen-Ka» binett, das den Kampf gegen den Bolschewismus predigte, habe auf der anderen Seite die zuverlässigste Kampstruppe gegen den Bolschewismus, die verfassungstreuen Gewerkschaften, verfolgt. Der Christlich-Soziale Bolksdienst könne eine solche Politik nicht mitmachen. Er stimme den gegen die Papen-Rotverordnungen gerichteten Anträgen zu. Abg. Dr Hugo (DVP.): Die Verantwortung, in das System der Notverordnungen einzugreiscn und grundsätzliche Aenderungen vorzunehmen, ist außerordentlich groß. Meine Freunde haben auch ihrerseits den Wunsch, manche Korrekturen vorzu- nchmen, sie lehnen es aber ab, daß nun i m Bausch und Bogen etwas vernichtet wird, was vorläufig als Arbeitsgrundlage für unser Volk dient. Der sozialdemokratische Entwurf zur Arbeitsbeschaffung geht an der Tatsache vorbei, daß in der jetzigen Zeit der Kapitalnot nicht das Kapital in eine derartig zentrale Arbeitsbeschaffung gesteckt und der Wirtschaft entzogen werden kann. Mit der dafür aufgewendeten einen Milliarde kann man hunderttausend Menschen für einige Zeit in Arbeit bringen. Aber dann ist der alte Z u st and wiederhergestellt und die Milliarde ist weg. Der richtige Weg ist der, daß man der Privat- industrie die Mittel gibt, damit sie aus ihrer Nachfolgers gewinnen wollte — genannt wurde dafür der ehemalige Kronprinz. Uns erscheint eine solche Unterstellung so gänzlich außerhalb ernsthafter politischer Berechnungen, daß sich jede Debatte dar- über erübrigt. Die weiteren Vorlagen, mit denen der Reichstag sich vor seiner Vertagung beschäftigte, dienten in gewissem Sinne einer Liquidation des Papen- Kurses nach der psychologischen Seite hin. Die A m • n e st i e politischer Verbrechen, für die Kommunisten, Nationalsozialisten und Sozialdemokraten Anträge eingebracht hatten, soll in erster Linie den auf Grund der Terror-Notverordnung durch die im Sommer eingesetzten Sondergerichte Verurteilten zugute kommen, soweit sie sich nicht eines Verbrechens gegen das Leben, gemeingefährlicher Verbrechen mit Todesfolge, des schweren Raubes, des Landesverrats oder des Verrats militärischer Geheimnisse aus Eigennutz, des sog. Zersetzungshochverrats innerhalb der Reichswehr und Polizei, und schließlich eines Sprengstoffoergehens schuldig ge- macht Haden. Diese Einschränkungen, so begrenzt sie auch fein mögen, haben doch der einen oder anderen großen Partei, je nachdem sie Angehörige der eigenen Partei unter den oon der Amnestie Ausgenommenen wußte, die Zustimmung zu dem unter Vermittlung des Reichsjustizministers zustande gekommenen Gesetzentwurf naturgemäß erschwert. Aber die Verantwortung für ein Scheitern der Amnestie wollte doch niemand auf sich nehmen. Bestehen doch ohnehin beim Reichskanzler ernste Bedenken gegen die Ausdehnung der Amnestie so daß ein Einspruch des Reichsrats, der eine Wiederholung des Reichs» tagsbeschlusses mit Zweidrittelmehrheit notwendig machen würde, nicht völlig ausgeschlossen ist. Schließlich hat der Reichstag in seiner letzten Sitzung vor der Weihnachtspause die Aushebung der Notverordnung vom 4. September, soweit sie die sog. sozialpolitische Ermächtigung für den Reichsarbeitsminister betraf, beschloßen, mit gewißen Einschränkungen, die die Erhöhung der Unterstützungssätze während der Wintermonate betreffen oder die des Ersatzes durch eine andere Regelung bedürfen, bevor sie in Wegfall kommen können, ohne in der Praxis eine Lücke zu hinterlassen. Damit hat der Reichstag im großen und ganzen seine Beratungen beendet und ist ohrre einen Konflikt mit dem neuen Kabinett nach nur drei Arbeitstagen in dir reichlich bemessenen Wechnachts- eigenen L e i st u n g heraus Arbeit schaffe n kann. Die Leistung des Unternehmers wird vom Sozialismus unterschätzt, aber sie ist zur Arbeite bddjaffung nicht zu entbehren. Durch die Pape» scheu Notverordnungen ist eine Stärkung des Vertrauens in der Wirtschaft cingetreten, es ist traurig, daß die Keime einer wirtschaftlich-n Besserung durch politische Momente w > c der vernichtet werden Es sei zu wünschen, daß bei der heutigen Vertagung des Reichstages das deutsche Volk in eine Periode ruhiger Arbeit hineingeführt werde, die uns allein anb wärtsbringen könne. Abg. Dr., Schmidt- Eichwalde (DntL) widerspricht der Behauptung, die Deutschnationalen hätten die Regierung Paven bedingungslos unterstützt. Gerade Hugenberg habe gegc-.i die Ium- Notverordnung wegen der Renten- rind Unter» stühungskürzung Einspruch erhoben. Diesem Einspruch seien spätere Berbcsserungen zu danken. Die Deut'chnationalen hätten auch sofort entschiedensten Einspruch gegen die Lohnkürzung^' bestimmungen der Verordnung vom 5. September eingelegt. Wenn man für etwa 700 Millionen Marl Slenergutscheine eine andere Verwendungsmöglichkeit suche, so fei dann zu fordern, daß die Hauszins st euer in die Erstattung durch Steuergutscheine einbezogcn werde, damit der Hausbesitz notwendige Ausbesserungen vornehmen könne. Anträge der Deutschnationaleir verlangten Beseitigung der Lohnkürzungsbestimmungen der Septemberverordnung, der sonstige r sozialen Ungerechtigkeiten und Gerechtigkeit auch für die Kleinrentner. ferien gegangen. Die Vertagung auf unbestimmte Zeit bedeutet tatsächlich eine Vollinacht für den Reichstagspräsidenten Goring, das Parlament wieder einzuberufen, wenn die politische Lage dies geboten erscheinen läßt. Dazu wird vermutlich der Wunsch des neuen Reichskabinetts, sich der Volksvertretung vorzustellen und ihr sein Programm bar zulegen, der erste Anlaß sein. Der Reichskanzler von Schleicher hat also für sein Kabinett bk gewünschte Anlaufsfrist erhalten. Aus wachen Gründen sie die Parteien ihm gewährt haben, kann ihm natürlich gleichgültig sein. Er hofft durch -inig.> Wochen ruhigen, ungestörten Arbeitens für sich und feine Mitarbeiter schon einen gewissen Fundus von Vertrauen im Volke erworben zu haben, daß er, wenn ihm nach Ablauf des Waffenstillstandes die Parteien den Kampf aufzwingen sollten, den er gewiß nicht suchen wird, einem Konflikt mit dem Reichstag und dem Ergebnis von dann sicher unvermeidlichen Neuwahlen mit Zuversicht entg-genjehen könnte. Beide, Parlament und Staatsführung, Hof fen auf die Zeit als Bundesgenossen. Der Reichskanzler ist der festen Meinung, durch Leistungen überzeugen zu können, sobald ihm erst einmal eine längere Atempause die Möglichkeit gibt, zu zeigen, was er kann. Die Parteien dagegen, wweit sie den Sturz des Kabinetts Schleicher auf ihre Fahne geschrieben haben, spekulieren auf ein schnelles Scheitern der Bemühungen des Reichskanzlers. Im Augenblick liegt auch ihnen nichts an einer Erneuerung des Kampfes mit der Staatsführung, b;e leeren Kassen und die letzten Wahlen schrecken. So kann also der Reichskanzler die Zeit vorerst f ü r s i ch arbeiten lassen, wenn er sie richtig zu nutzen weiß. Daß er inzwischen auch in ein besseres Verhältnis zum Parlament zu lammen hofft, beweist fein Angebot, mit dem Haushaltsausschuß zusammen über die Möglichkeiten einer Winterhilfe zu beraten. Vielleicht rechnet er auch noch auf d em Umweg über Preußen mit den Nationalsozialisten in Tuchfühlung zu kommen, wenn auch die Beurlauvung Gregor Straßers, des stärksten Exponenten eines sich für eine Regieru'ngs- betaligung einsetzenden Kurses innerhalb der NSDAP., viel Wasser in den Wein des optimistischen Kanzlers geschüttet haben mag. Aber sei dem, wie ihm wolle. Zeit gcroonnen, alles gewonnen' Herr oon Schleicher hat zunächst das Wort! Oie sozialpMische Ermächtigung wird aufgehoben. Alle weiteren Anträge den Ausschüssen überwiesen. Ein Antrag Torgler, zunächst den kommunistischen Antrag auf Aufhebung der ganzen Aotverordnung vom 4. September zur Abstimmung zu bringen, wurde gegen Kommunisten und Sozialdemokraten abgelebt. Der vom Zentrum eingebrachte Gesetzentwurf auf Aushebung des zweiten Teiles „Sozialpolitische Maßnahmen" der Rotverordnung vom 4. September (die Ermächtigung an die Regierung zu Aenderungen bei der Sozialversicherung) wurde dann in zweiter und Dritter Beratung gegen die Stimmen der Deutsch- nationalen und der Deutschen Volkspartei angenommen. Aus Grund dieser sozialpolitischen Ermächtigung sind bisher zwei Verordnungen erlassen worden. So stützt sich die Verordnung, die u. a. die Lohnkürzungsbe st immun- gen enthält, zum Teil auf diese Ermächtigung; ferner ist die Verordnung über die Erhöhung der Unter ft Übungen während der Winter monate auf Grund der Ermächtigung erlassen. Diese beiden Verordnungen werden von der Aushebung der Ermächtigung nicht betroffen. Dagegen ist damit zu rechnen, daß die Regierung selbst einen Teil dieser Bestimmungen namentlich über die Lohnkürzung demnächst aufheben wird, sobald die Ressort Verhandlungen über die Arbeitsbeschaffung abgeschlossen sind und diese Verordnung dann durch neue Vorschriften erseht werden kann. Nach dieser Abstimmung kam cs zu einer e r - regtenGeschäftsordnungsdebatte über die Forderung der Kommunisten und Sozialdemokraten, nunmehr die Anträge auf Aufhebung der ganzen Notverordnung vom 4. September vorzunehmen. Abg. Dr Frick (NS.) beantragt, alle weiteren Anträge und Entwürfe dem Sozialpoliti- s ch e n Ausschuß zu überweisen. Dieser Antrag wurde von der Linken mit großem Lärm beantwortet. Die Kommunisten riefen: „Die Schleicher- Koalition ist fert.g." Als Sozialdemokraten und Kommunisten gegen die Ausschußüberweisung protestierten, erwiderte Vizepräsident Esser, die Ausschußüberweisung sei von den Fraktionsführern vereinbart worden. Nun erklärten Abg. T o r g- ler (Som.) und Abg. Aufhäuser (Soz.), die kommunistische und sozialdemokratische Fraktion seien nicht gefragt worden. Vizepräsident Esser erklärte, nach der neuen Geschäftsordnung müsse dieser Antrag dem Haushaltsausschuß überwiesen werden, weil er finanzielle Mehraufwendungen bringe. Bei der Abstimmung über die Ausschußüberweisung des W.i n t e r - Hilfeantrages stimmten die Sozialdemokraten und Kommunisten gegen die Ueberweisung, die Deutschnationalen und die Deutsche Volkspartei gaben Stimmenthaltungskarten ab, und die übrigen Parteien stimmten für die Ueberweisung an den Haushaltungsausschuß, die mit 295 gegen 206 Stimmen beschlossen wurde. Auf sozialdemokratischen Antrag wurde gegen die Stimmen der Nationalsozialisten und Deutschnationalen die Ausschußüberweisung auch für den nationalsozialistischen Winterhilfeantrag beschlossen. Die kommunistischen Winterhilfeanträge wurden durch namentliche Abstimmung mit 296 gegen 206 kommunistische und sozialdemokratische Stimmen bei 49 Enthaltungen gleichfalls dem Haushalts- und Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen, ebenso wurden dann Anträge auf Aufhebung der Notverordnungen vom 14. Juni, 4. und 5 November mit 296 gegen 203 -stimmen der Sozialdemokraten und Kommunisten bei 48 Enthaltungen dem Haushaltsund Sozialpolitischen Ausschuß überwiesen. Das Explosionsunglück von Rathenow. Es folgte die Beratung des kommunistischen Antrages, der Maßnahmen für die beim Explosionsunglück im IG. - Farbenwerk Premnitz Betroffenen fordert. Abg. Herrn (Korn.) fordert die Schließung des Betriebes bis zum Abschluß der Untersuchung, Weiterzahlung des Lohnes und eine strenge Bestrafung aller Schuldigen an dieser Katastrophe. Äbg. E b e t t (Soz.) wendet sich gegen die kommunistische Behauptung, das Unglück sei durch Rationalisierungsmahnahmen entstanden. Vielmehr habe sich das Unglück in der Produktion chemischer Stoffe ergeben. Mit einer politischen Ausnutzung dieses bedauerlichen Unglückes werde den Betroffenen nicht gedient. Abg. Wagner- Westfcrlen (AS.) erhebt Einspruch dagegen, wie hier die Kommunisten das Sterben von zehn Soldaten der Arbeit mißbrauchen, um parteipolitiiche Geschäfte zu machen. Die kommunistilche Forderung, den Betrieb bis zum Abschluß der Untersuchung zu schließen, würde eine schwere Schädigung der noch beschäftigten Arbeiter bedeuten. Die RationaHozialisten würden den übrigen Forderungen des kommunistischen Antrages zustimmen. Der kommunistische Antrag wurde mit den Stimmen der Nationalsozialisten,' Sozialdemokraten und Kommunisten angenommen unter Ablehnung der Forderung, daß der Betrieb bis zum Abschluß der Untersuchung geschlossen werden solle. Die Amnestie beschloffen. Als letzter Punkt stand auf der Tagesordnung die zweite und dritte Beratung der A m n e st i e entwürfe. Nach einem Zentrumsantrag soll die Höchstgrenze der vollkommen zu erlassenden Strafen von fünf auf zwei Fahre herabgesetzt werden. Von der Amnestie sollen ausgenommen werden Hochverrat, der bei der Reichswehr oder Polizei begangen wird. d. h. die „Zersetzungs-Tätigkeit", Meineid und alle Taten, die von Roheit, niedriger Gesinnung oder Gewinnsucht zeugen. Abg. (H o k (DNVP.) erklärte, im Interesse der Berufsfreudigkeit der deutschen Richter sollte man Amnestien vermeiden und nur mit Einzelbegnadigungen vorgehen. Abg. Dr. M a r u m (Soz.) äußerte Bedenken dagegen, daß die Amnestie auch auf diejenigen Anwendung finden solle, die durch gemeine Lüge undVerleumdung den Kamps gegen politische Gegner geführt baberu Den Zentrumsantrag lehnen wir ab, nicht weil wir etwa Hochverräter schützen wollen, sondern weil wir wissen, in wie einseitiger Weise Hochverratsurteile gegen links gefällt werden. Wir verlangen weiter die Aufhebung der Sondergerichte und der Terror-Notverordnung. Abg. F r a n f ' II. (AS.): Wir betrachten die Ausschußvorlage nur als erste Etappe der Amnestierung, die bald in größerem Umfange kommen muß. Wir verlangen, daß die Zusage auf Einstellung der Sondergerichtsverfahren gegen unsere 856 SS- und SA-Leute binnen kurzem toabra'ma-'bt wird. Bor der Echlußabstimmung muß klargestellt werden, daß der Zentrumsantrag soweit Gesetzeskraft erhält, als er den Z erseh u n g s h o ch v e r r a t bei Reichswehr und Polizei von der Amnestie a u s n i m m t. Sollten auch diese Verbrechen amnestiert werden, dann würden wir eher das Opfer bringen, die Vorlage abzulehnen und unsere Gefangenen warten zu lassen, bis in wenigen Wochen durch unseren Machtantritt ihnen die Freiheit gegeben wird. Die Sondergerichtsurteile aus Anlaß des Verkehrs st reiks sind so ungeheuerlich, daß sie schleunigst durch eine Amnestie korrigiert werden müssen. Der Zersetzungs- Hochverrat darf unter keinen Umständen amnestiert werden. Wir sagen der Regierung, daß wir uns nicht mehr lange den autoritären Standgerichten unterwerfen wollen, sondern gesinnt sind, in Deutschland selbst das Gericht über die Volksverderber aufzunehmen. (Stürmischer Beifall bei den Rationalsozialisten. Rufe: Heil.Hitler!) Abg. l). Strathmann (Chr.-Soz.): Da die Amnestievorlagen bestimmten politischen Bedürfnissen dienstbar gemacht werden, führen sie im Volke immer zu einer Minderung der Autorität der Justiz. Die Auswirkung der Terrornotverordnung rechtfertigt es, im Wege einer Amnestie eine Korrektur der Rechtsprechung vorzunehmen und so den Uebergangzu ruhigeren Verhältnissen zu finden. Wir müssen aber eine Aenderung des Ausschußentwurfes dahin verlangen, daß Zersetzungshöch- verrat und jeder Landesverrat von der Amnestie ausgeschlossen wird. Bei der Abstimmung über den Aenderungs- antrag des Zentrums wurde die H e r a b s e t - jung der Höchstgrenze für die vollständig zu erlassenden Strafen von fünf auf zwei Jahre mit den Stimmen der Aationalsozialisten, Sozialdemokraten und Kommunisten abgelehnt. Auch die übrigen Aenderungsanträge wurden mit der gleichen Mehrheit a b g e l e h n t mit Ausnahme der in dem Zentrumsantrag gestellten Forderung, daß Zersetzungs-Hochverrat bei Polizei und Reichswehr nicht unter die Amnestie fallen soll. Mit dieser Aenderung wurde der Ausschußentwurf angenommen mit 395 gegen 144 Stimmen bei 4 Enthaltungen. Damit war die für oer- fassungsändernde Gesetze erforderliche qualifizierte Mehrheit erreicht, und die Amnestie ist besch.offen. Die Tagesordnung war damit erledigt. Der Staatssekretär der Reichskanzlei, Dr. Plank, gab zu den Winterhilfeanträge, die den Ausschüssen überwiesen worden sind, folgende Erklärung ab: Die Reichsregierung ist entschlossen, Maßnahmen für eine besondere Winterhilfe zu treffen soweit die Kassenlage es erlaubt. (Unruhe links.) Sie wird sich bemühen, im A u s s ch u ß zu einer Derständiguna mit den Parteien über das Ausmaß dieser Aktion, zu gelangen. Vizepräsident Esser: Ich schlage vor, daß der Präsident ermächtigt wird, im Einverständnis mit dem Aeltestenrat den Termin der nächsten Sitzung zu bestimmen. Bei der Abstimmung wurden sozialdemokratische und kommunistische Anträge auf Abhaltung einer Montagssitzung abgelehnt und der Vorschlag des Präsidenten angenommen. Momenibilder aus Genf. »3m Vertrauen gesagt, Herr Simon, — habe ich nicht Reäü?^ , z\ ** Zwei lustige Bilder von einer Unterhaltung zwischen dem französischen Ministerpräsidenten H e r r i o t und dem englischen Außenminister Sir John Simon bei der Völkerbundssitzung in Genf. Der Beschauer dieses Bildes weiß zwar ebensowenig, um was sich das Gespräch dreht wie der französische Kriegsminister Paul-Boncour (rechts), der im Augenblick einen interessanteren Gegenstand zu beobachten scheint. Aber die romanische Gestikulation Herriots gestattet, die obigen Worte zu erraten. 81110 aller Welt vierfaches Todesurteil im Görliher Giftmordprozeß. 3m Görliher Giftmordprozeh wurde nach fünftägiger Verhandlung das Urteil gefällt. Der Angeklagte Eduard 3 u st aus Klein- Partwitz wird wegen Mordes in hier Fällen, begangen an seiner zweiten Frau, an seinem Schwager Christian G r o b a , an Frau Groba und dem Kinde Groba viermal zum Tode verurteilt. Die bürgerlichen. Ehrenrechte werden ihm viermal auf Lebenszeit aberkannt. Wegen einer weiteren Vergiftung (Türke) wird der Angeklagte wegen Totschlags zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt. Die Kosten des Verfahrens fallen dem Angeklagten zur Last. Der Verurteilte nahm das Urteil ziemlich gefaßt auf. 3n der Urteilsbegründung wird betont, daß der Angeklagte auf Grund seines Geständnisses in vier Fällen des Mordes schuldig sei. Auf Grund der Beweisaufnahme sei das Gericht gleichfalls zu der äleberzeugung gekommen, daß der Angeklagte die Taten mit voller Heber» legung ausgeführt hat Der kciegsverratsprozeß Jäger vor dem Reichsgericht. Wad) achttägiger Unterbrechung wurde unter starker Teilnahme ehemaliger Kriegsteilnehmer der am 2. Dezember unterbrochene Prozeß'gegen den Kraftfahrer August Jäger aus Erfurt, der den ersten deutschen Gasangriff bei Langemarck am 14. April 1915 als Ueberläufer den Franzosen verraten haben soll, vor dem Vierten Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig fortgesetzt. Aus einem an den Reichsanwalt gelangten Schreiben der Zentral- nachweisstclle Spandau geht hervor, daß Jäger nach seiner Rückkehr aus der Gefangenchaft den ihm oor- gelegten Fragebogen mit falschem Dienstgrad und Truppenteil ausgefüllt hat. Ein neuer Verhandlungstermin wurde auf den 16. Dezember angesetzt. Schloß ZUarloffffein bei (Erlangen eingeäschert. Im Ostflügel des Schlosses Marloffste-in bei Erlangen entstand ein Brand, der das gesamte Schloß in kurzer Zeit bis auf die Umfassungsmauern einäscherte. Die Flammen schlugen zuerst aus dem Dachstuhl und verbreiteten sich von dort aus über das ganze Schloß. Alsbald stürzte der ganze Dachstuhl ein, der erft vor etwa zwei Jahren vollständig neu aufgebaut worden war. Die Feuerwehren arbeiteten fieberhaft. Das Schloß war früher von den Bischöfen von Bamberg als Jagdschloß benutzt worden. Später ging es auf den Staat über, der es seinerzeit wieder in Privatbesitz veräußerte. In dem Schloß wurde von dem neuen Besitzer eine (Saft» ft ä 11 e errichtet. In einem der Flügel befand sich eine Tischlerei, in der das Feuer wahrscheinlich zum Ausbruch gekommen war. Heimkehr des Australienfliegers klausmann. Der Auftralienflieger Klausmann trifft in diesen Tagen mit dem Dampfer „Neckar" des Norddeutschen Lloyds in Bremen ein. Bekanntlich Hal das Geschick Klausmann furchtbar mitgespielt. Während Bertram sich erstaunlich schnell von den unmenschlichen Strapazen erholt hat, hat Klausmann erst sehr viel später die Heimreise antreten könne, da sein Zustand einen langen Krankenhausaufenthall in Australien erforderlich machte. Nachdem der Bord- monteur nunmehr körperlich fast wiederhergeftellt ist, haben sich jedoch bedauerlicherweise Erscheinungen ,oon geistiger Umnachtung eingestellt, die Klausmann noch heute zeitweilig unter Anwandlung von Verfolgungswahn leiden lassen. Von einem größeren Empfang hat man deshalb not- wendigerweise ab sehen müssen. Die Untersuchung des Premnitzer Unglücks. Auf Veranlassung der mit der Untersuchung des Explosionsunglückes in Premnitz beauftragten Staatsanwaltschaft Potsdam wurden die Sachverständigen Professor Brüning und Dr. Witt von der Berufsgenossenschaft der Chemischen Industrie herangezogen, die auf Grund der Brandwirkungen nachprüfen sollen, welche Gase die Erplosion verursacht haben können. Die Untersuchungen sind noch nicht abgeschlossen, jedvch darf es nach den bisherigen Untersuchungen als ausgeschlossen gelten, daß die Explosion auf das Zerplatzen der zum Schweißen benutzten Gasflächen zurückzuführen ist, wie auch nach Ansicht der Sachverständigen das Explodieren der Zentrifuge selbst, wenn sich in ihr Gase gebildet haben sollten, nicht diese Wirkungen gehabt haben könnte. Daß sich in der Zentrifuge noch Schießbaumwolle befand, sei unwahrscheinlich, da in den übrigen Zentrifugen keine Schießbaumwolle gefunden wurde. Dr. h. c. Gräfin v. d. Groeben 70 Jahre alt Am 12. d. M. bgeht die langjährige Vorsitzende des Vaterländischen Frauenoereins vom Roten Kreuz und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Roten Kreuzes, Frau Dr. med. h. c. Agnes Gräfin von der Groeben, geb. von Kleist, ihren 7 0. Geburtstag. Die Entwicklung des Vaterländischen Frauenvereins zu der umfassenden Organisation mit heute über 760 000 Mitgliedern ist mit dem Namen und der Wirksamkeit der Gräsm Groeben untrennbar verbunden. Seit nahezu einem halben Jahrhundert ist sie, zuerst in Ostpreuhen, im Vaterländischen Frauenverein vorn Roten Kreuz ununterbrochen tätig. Beim 60jährigen Bestehen des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz ehrte die Universität Königsberg ihre Verdienste um die Gesundheitsfürsorge durch die Verleihung des medizinischen Ehrendoktors. Ihr vorbildliches soziales Wirken bekam seinen vollen Wert durch die Herzensgüte und Harmonie ihrer Persönlichkeit. Gießener Gtadtcheaier. Lignmnd Graff und Carl Ernst Hintze: „Die endlose Straße". Dieses Schauspiel, das vor zwei 3ahren in Aachen uraufgeführt wurde und seitdem — immer mit dem gleichen Erfolg — über viele deutsche Bühnen gegangen ist, erinnert zunächst, rem stofflich und auch sonst in manchen Zügen, an das englische Kriegsstück „Die andere Seite" von Sheriff, das wir früher hier gesehen haben. Es unterscheidet sich aber auch, wie man bald gewahr wird, sehr wesentlich davon. Einmal dadurch, daß es (im ästhetischen Sinne) keinen „Helden" hat. Das ist natürlich kein Einwand gegen das Stück. Genau /so wenig, wie es — vor langen 3ahren — kein stichhaltiger Einwand gegen die „Weber" von Hauptmann sein konnte. Man ist erst später dahinter gekommen, daß es auch Stücke ohne „Helden" im alten Sinne geben könne. Oder daß alle Mitwirkenden zusammen sich in dieser „Rolle" vereinigen könnten. Das nannte man dann mit einem literarischen Begriff ein Kollektiv. Auch „Die endlose Straße" fällt unter diesen Begriff. „Die andere Seite" war — das ist ein wichtiger Unterschied — ein reines Offiziersstück. Es war ferner ein außerordentlich dramatisches Stück. Und es war endlich ein Stück mit scharf profilierten Charakteren. „Die endlose Straße" legt weniger Wert auf die Herausarbeitung von Charakteren und von Einzelschicksalen. Sondern sie schildert, was zu sch.tdem ist, in typischen Gestalten. Sie beschränkt sich auch nicht auf Offiziere, sondern sie zeigt den deutschen Soldaten in vielerlei Gestalt: Offizier und Unteroffizier und gemeinen Mann, älnd „Die endlose Straße" ist endlich auch (wieder im literarischen Sinne) ein ganz undramatisches Stück. Sie gibt nur Zustands,childerung. Dieser Zustand ist aber der Krieg in seiner wahren Gestalt: und der Krieg ist elementarste Dramatik — in einem allerdings höchst unliterarischen Sinne. Das Stück führt seinen Ramen zu Recht: es ist eigentlich ohne Anfang und ohne Ende. Denn es hat längst vor dem ersten Bild begonnen und es geht nach dem letzten noch lange weiter. Der »Held" also dieses endlosen Stückes ist die Kompanie. Eine von den Tausenden von deutschen panien, die damals draußen standen. Die elfte: aber es formte auch die erste oder die sechste fein. Oder irgend eine andere. Diese eine, zufällige, elfte Kompanie liegt 1917 in Frankreich vorne in Stellung. Wird abgelöst. Kommt nach hinten. („Hinten" ist zwölf Kilometer hinter der vorderen Linie.) Bleibt zwei Tage in Ruhe. Kommt in Alarmbereitschaft, älnd marschiert, als der Engländer durchgebrochen ist, wieder nach vorne, wieder in Stellung — auf der endlosen Straße des großen Krieges. Das ist alles. Aber in den paar Tagen und Rächten, auf den durch zwölf armselige Kilometer von einander getrennten Schauplätzen, Graben und Barackenlager, vollzieht sich das Schicksal der Kompanie. And weil es eben nicht nur bei dieser Kompanie so aussah, sondern bei tausend andern Kompanien genau ebenso, und weil die Menschen, welche diese Kompanie bilden, den vielen tausend andern im Leben und Sterben zum Verwechseln ähnlich sehen, — deshalb ist das Schauspiel von so starker und unmittelbarer Wirkung. Deshalb geht es uns alle an. Weil wir es alle, von weitem oder aus nächster Rähe, miterlebt haben. Weil es nichts Einzelnes und Zufälliges und Privates hier gibt, sondern nur das Allgemeine. And weil die vier Bilder nur ein winziger Ausschnitt sind aus dem tagtäglichen Erlebnis des Krieges an der Front durch vier endlose 3ahre hindurch. Aber dieser winzige Ausschnitt seht sich aus zahllosen Einzelheiten zusammen, die, aneinandergereiht, eben das gültige Bild des Krieges ergeben, so wie ihn eine Kompanie draußen erlebte. Das stundenlange dumpfe Warten im Unterstand im pausenlos dröhnenden Gewitter des schweren Feuers. Die zerschossene Leitung. Das Sammern der Verwundeten. Der Anruf vom Bataillon. Das monotone Kartenspiel. Das abgerissene Gespräch. Die ruhige, klare Stimme des Kompanieführers dazwischen Wieder Verluste. Endlich die Rachricht vom Bataillon, die alle im Unterstand elektrisiert: Ablösung ist unterwegs. Wir kommen nach hinten, in Ruhe und — letztes Ziel des armen Frontsoldaten — nach LilleI Schon machen sie sich fertig, da gehen die roten Leuchtkugeln hoch: Sperrfeuer. Alarm. Angriff. Sie kommen! Raus, raus! le Tann sind sie glücklich abgelost. And „in Ruhe": aber nicht in Lille, sondern bloß zwölf Kilometer hinter der Front. Essen, Schlafen. Wieder die bekannten und vertrauten Gestalten. Die alten Frontsoldaten und der junge Ersatz. Tie Leichtverwundeten auf der Suche nach Sammelstelle, Lazarettzug und Druckposten. Der Feldwebel. Das Etappenschwein. Der Musketier, der ewig stänkert und am liebsten zum „Schangel" rüber will. Ein blutjunger Fähnrich, der im entscheidenden Augenblick die Rerven verliert und von dem prachtvollen alten Kompanieführer wieder hochgerichtet wird. Die jungen Kerlchen vom Ersatz aus Beverloo, die noch keine Ahnung haben, was eigentlich los ist. Der Gefreite, seit 1912 bei der Kompanie, der „wieder ganz gesund" ist und zu früh aus dem Urlaub „heim" kommt, wie er sich ausdrückt. Die völlig verstörten, zitternden Beripundeten, die sich aus der Hölle des englischen Tankangriffs zurückgeflüchtet haben und den Kameraden, die längst die Hoffnung auf Ruhe oder gar auf die Wunderstadt Lille haben fahren lassen, zu schildern versuchen, was ihnen vorne bevorsteht, älnd endlich wird aus dem qualvollen Warten, aus der Ungewißheit, aus der Bereitschaft — der Alarm, auf den sie ja doch alle gefaßt waren. Da tritt die Kompanie wieder an mit Helm und Gewehr und Gasmaske und Gepäck, und dann marschieren sie, ohne Tritt, wieder nach vom, in die Stellung zurück, und schon ist der Marschrhythmus der Kompanie nicht mehr zu unterscheiden von dem der unzähligen anderen Kompanien, Batterien und Kolonnen auf der endlosen Straße des großen Krieges. Tie Ausführung, vom 3ntent>anten Dr. Prasch inszeniert, war darauf angelegt, den klaren und unpathetischen Realismus der vier großen Bildgruppen festzuhalten und wiederzugeben. Bei aller Zuständlichkeit des Stückes war reichlich Gelegenheit zur Ausmalung der Stimmung oder besser: der Atmosphäre im Unterstand, vor der Ablösung, vor dem Eingriff, im Lager und vor dem abermaligen Abmarsch. Bei Einsatz des gesamten männlichen Ensembles hoben sich die 3n° dividualitäten aus der Masse gerade soweit heraus, daß die Zusammengehörigkeit und schicksal- hafte Gemeinschaft immer gewahrt blieb. Auch der szenische Ablauf war war trotz aller Zu- ständlichkcit wir.sam und wirklichkeitsgetreu gegliedert und gesteigert. Bon größter Eindringlichkeit vor allem die an die „Andere Seite" erinnernde erste Grabenszene, deren konzentrierte Geschlossenheit sich dem Zuschauerraum unmittelbar mitteilie. Clark auch der Ausklang des zweiten und die letzte Szene des vierten Bildes, das die wieder in Stellung gehende Kompanie im Hintergrund schemenhaft vorüberziehen läßt. Ausgezeichnet gesehene Entwürfe von Löffler, der sowohl den Unterstand w'e die Ruhequartiere mit beklemmender Echtheit aufgebaut hatte. Ein großer technischer Apparat verwirklichte die vieltomge klangliche Untermalung des visuellen Eindrucks. Die Besetzung erforderte das Aufgebot sämtlicher Darsteller. Sie hatten begriffen, daß hier im Kollektiv zu spielen war, ohne falschen Ehrgeiz und Glanzpartien und Extratouren: daß der entscheidende Eindruck diesmal nicht so sehr vom Einzelnen wie von der Gesamtheit, vom Hni- sono der Stimmen auszugehen habe; jeder einzelne war mit Hingabe bei der Sache. 3m Vordergründe. Fasso11s vrächtiger Kompanieführer, voller Ruhe, Pslichtbewußtsein, Erfahrung und Güte: ein Offizier, der an seinen Os- bome von der „anderen Seite", im englischen Graben, lebhaft erinnerte. Dann Kühne als Leutnant Schröder: ausgezeichnet erfaßter Typ: energisch, zuverlässig, schimpfend, aber nicht ohne grimmigen Humor: nicht nur das Mundwerk, sondern auch das Herz auf dem rechten Fleck. Aus dem Zahlmeister machte Herr Hub ein sehenswertes Musterexemplar von Etappenkrieger. Aus der Gruppe der alten Musketiere hoben sich Hauer, Heyser, Michel und Cggemann mit markantem älrnrih heraus. Die Herren Druck und Bechstein, als Leichtverwundete, sollten darauf achten, daß ihre Szene nicht in die derbe und billige Drastik gewisser populärer Mil t rftüde ab- gleitet: das ist hier bestimmt nicht beabsichtigt. Herr Hamel dürfte den Fähnrich noch verhaltener und sparsamer geben; jede theatralische Geste sollte vermieden werden. Gut, knapp und treffend: F i e r m e n t (Gefreiter), Geiger (Hn- terofsizier) und Dolck als Feldwebel. — • Das Haus war stark beseht. Zuletzt gab eS lebhaften Beifall, der den 3ntenbanten mit den Hauptdarstellern auf die Bühne rief. hth. i K?« en e r r i o t «I. Ser Be. ^/anzösische "stand zu bt. «u ettattn. ^uusmann. J"" MfU in Ja des Nord, bekanntlich m 'Welt. Wh, ' Don den un. Klausmann feten könne, bi chausaufenthalf Mm der Bord, dechergestellt st, ' Erscheinungen «Wstellt, die unter Anwond. n lassen. Bon deriM not- er Lnglülks. ■ -Untersuchung in Prem- Mst Pcr.sdam Mar Drü- der Derussge- lltie hnangezv- oirkungrn nach- losion verursacht n sind noch nicht den bissigen gelten, daß die zum Schweißen en ist, wie auch i das EkplgOie- ich in iyr Gase Wirkungen gebet Zentrifuge anwahrscheinlich, ine Schießbaum- 70 Jahre all trage Vorsitzende s Dom Voten e des Beulten a. c. Agnes ged. von AW, Snitoidlung des der umfassenden 0 Mitgliedern ist nteit der ®rä|.n eit nahezu einem in Ostpreußen, om Roten Kreuz hrigen Bestehen n«' vom Roten isberg ihre Ber- > durch die Ber- oktors. W vor- inen vollen Wert iie ihrer Person- ri allem die an erste Vraben- senheit sich dem k Stark auch die letzte SM dir in Stellung md schemenhaft fe von Löss' wie die W\ H aufgebaui »parat verw^ atermalung de» Aufgebot lam' [ if-en, daß S-er i - falschen^ miren; daß 0(1 hTi*s iit, vom um . v jeder einzelne ■fs? ^Ä-aucr' en l'H moP ^"jrudun dieKab- cht nerym ich ■ )e und $ut ®ei9e ebeL" Zuletzt 9^ de» : bauten Aus der proviuzialhaupisiadi. GeihnachtS reudedurchdeutscheWaren! Frieden, menschliche Güte. Nächstenliebe und Gemeinschaftsgefühl sind Begriffe, die dem Menschen unserer Lage bei feiner hetzenden Jahresarbeit nur selten begegnen. Ein Tag jagt den anderen, hinter erfüllten Aufgaben harren größere, Arbeit und Sorge türmen sich in fast endloser Folge. Wir finden in diesem grauen Alltag kaum Ruhe zu innerer Selbstbesinnung. Die anderen, die als Opfer der Zeit von der Arbeit verdrängt sind, quält die Sorge und Not Stunde um Stunde, Tag für Tag. Nur einmal im Jahr kehrt Frieden in die Herzen ein: wenn die Tannenbäume aus der Stille des Waldes zur Stadt gefahren werben, wenn ihr ewiges Grün die winterlichen Märkte und Straßen schmückt. Weihnachtslieder rufen Kindheitserinnerungen wach und lassen mit ihren Melodien eine glückliche Jugend kurz wieder auf- leuchten. Da stehen wir Aelteren rückschauend noch einmal klopfenden Herzens vor dem verschlossenen Zimmer der Weihuachtsüberraschungen, sehen mit staunenden Augen den strahlenden Lichterbaum und all das Spielzeug, das im Kerzenlicht unter den Zweigen schimmert. Eltern und Geschwister sind wieder um uns. Wir fühlen die Geborgenheit des Vaterhauses einer fernen Vergangenheit. Wir haben den stillen Wunsch, das alles mit uns hinüber zu ziehen in eine nüchterne Gegenwart, die sonst nur Arbeit und Sorge kennt. Weihnachten ist ein deutsches Fest. Es ist das Fest der Nächstenliebe. Aber die Nächstenliebe darf sich gerade in diesem Notwinter nicht nur auf die Nächsten und Liebsten beschränken, unsere Nächsten sind auch all die Volksgenossen, die das harte Schicksal am grausamsten ersaht hat. Ihnen allen zu helfen und ein Stück Weihnachtsfreude zu schaffen, ist Pflicht aller derer, die über den Materialismus unserer Zeit hinweg das Gefühl der Volksverbundenheit in sich erhalten haben. Nicht nur durch Gaben der Liebe an Notleidende. Wie froh werden viele Menschen sein, wenn sie in diesen Wochen endlich einmal wieder arbeiten dürfen! Da ist z. D. die Spielwaren- Heimindustrie im sächsischen Erzgebirge, deren 6este Arbeitszeit immer vor dem Weihnachtsfest lag. Diele von den Heimarbeitern sind brotlos geworden, weil ihre Erzeugnisse nicht zu den „lebensnotwendigen" Dingen gehören. Oder die Süßwarenindustrie, die den Kindern zum Weihnachtsfest die Pfefferkuchen, Marzipan. Schokolade und Zuckerwaren lieferte. Die Not hat vielfach auch unsere Kleinen auf diese Genüsse lange Zeit verzichten gelehrt. Aber nicht nur diese, nahezu alle Fabriken haben weite Hallen schließen müssen, weil der Absatz ihrer Erzeugnisse fehlte. Trotzdem rollen noch Millionen unseres Geldes über die Grenzen für Waren, die ebenso gut von deutschen Arbeitern auf deutschem Boden hergestellt werden könnten. Schuhe, Kleider, Anzüge, Spielwaren, Glaswaren. Lederwaren, Pap erwaren und vieles andere mehr sind Dinge, mit denen wir die Herzen unserer Lieben erfreuen wollen. Wir können noch mehr Freude geben, wenn wir das Dewußtsein haben, daß alle diese Geschenke Erzeugnisse deutscher Arbeit sind. Zeige jeder, daß er vor dem Weihnachtsfest auch an die denkt, denen Arbeit schon eine große Weihnachtsfreude bedeutet. Vornotizen. — Dom Konzertverein wird uns geschrieben: Am 15. Dezember findet als 3. Abonnementskonzert der mit Spannung erwartete Duo-Abend der Geschwister K o l e s s a statt. Frau Lubka Kolessa, wohl die anmutigste Erscheinung im Kranz der Pianistinnen, ist h er so gut bekannt und ha^ sich durch ihre große Künstlerschaft so die Herzen der musi.liebenden Kreise erobert, daß es sich erübrigt, hinzuzufügen, wie sehr man sich allgemein auf ihr Wiedererscheinen bei uns freut. Ihre jüngere Schwester Christja hat sich, erst löjährig. schon in vielen Großstädten als ausgezeichnete Cellistin einen Namen erworben. Frau Kolessa selbst wird sie beglei- ten und will es sich angelegen sein lassen sie auch bei uns einzuführen. Das Programm fiept folgendes vor: Lubka Kolessa spielt die Orgeltoccata und Fuge in O-Moll in der Bearbeitung von läufig, ferner später das hier noch nicht gehörte Allegro de Concert von Chopin Christja Kolessa spielt die V-Moll-Suite von Bach für Cellosolo, ferner, von ihrer Schwester begleitet, eine Sonate von Locatelli in D-Dur und Werke von Mendelssohn und Popper. Man darf auch diesem reichhaltigen und langen Programm große Erwartungen entgegenbringen. Es sei besonders darauf aufmerksam gemacht, daß dieses Konzert ausnahmsweise am Donnerstagabend ftattfinbet (in der Neuen Aula) und nicht am Sonntag. Die Konzertreisen der beiden Geschwister machten einen anderen Termin unmöglich. Gleichzeitig kann einem oft geäußerten Wunsch des Publikums entsprochen werden, versuchsweise auch einmal am Donnerstagabend ein Sol stenkonzert zu veranstalten. Der Konzertverein hofft, daß reger Besuch die schweren Ausfälle der beiden ersten Konzerte wieder ausgleichen wird. Alles Nähere in den Anzeigen und bei Ernst Challier, Neuen Weg 10. Spenden für die Gießener Winterhilfe. Bon der Geschäftsstelle der Gießener Winter n o t h i l f e werden uns nachstehende weitere Spenden für das Hilfswerk mitgeteilt: Firma Herbert Katz, Schillerstraße 19, 10 Ztr. Union-Brikests. Kaufhaus Karzentra, Seltersweg, speist an drei Tagen in der Woche je zwölf Kinder. ♦ ** Aufgehobene Straßensperre. Bom Oberhessischen Autornobil-Clrw E. V. (21. o. D.) Gießen wird uns mitgeteilt: Die Sperrung der Provin- zialstraße Ortenberg — Lißberg bis zum Abzweig nach Eckartsborn wird ab 12. Dezember aufgehoben. ** Besuchszeiten in den Museen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß, bas Völkermuseum sowie die Städtische Gemäldesammlung und das Kriegsmuseum im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr geöffnet. Schützt die Wasser - und Gasleitungen. Dem Schutz von Wasser- und Gasleitungen und -Einrichtungen gegen Beschädigungen durch Frost ist jetzt besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Alle Näume, in denen sich Gas- und Wasserleitungen, Gas- und WassermeTer, Kanalisationseinrichtungen, Aborte mit Wasserspülungen befinden, sind gegen das Eindringen der Kälte durch sorgfältiges Schließen der Türen und Fenster zu schützen. Gefährdete Leitungen und Einrichtungen, besonders Wassermes'er, sind durch Umhüllung mit Sirch, Holzwo.le oder Zeitungspapier zu verwahren. Bei anhaltendem starken Frost ist nach jeder Wasserentnahme die Absperrung des Wasferzusjlus'es und die Entleerung der Leitungen geboten. Hl'1- Vm Austauen von Leitungen, welche trotz cller Vorsicht eingefroren sind, und mit der Instar.. tzung beschädigter Einrichtungen sollten nur zuverlässige Personen beauftragt werden. Für alle Schäden, die an Meßeinrichtungen und" Leitungen durch Rundfunkprogramm. Sonntag, 11. Dezember. 6.35 Uhr von Bremen: Hafenkonzert. 8.15: 'Choralblasen. 8.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Eo. Landeskirche Frankfurt a. M. 9.30: Stunde des Chorgesangs. 11: Von der Armut und vom Geben: Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern von Hans Christian Andersen. 11.15: Gedichte von Friedrich-Karl Noederneyer, oorgeträgen vom Autor. 11.30 von Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.10: Kaiserslautern: Mittagston- zert I des Konzertorchesters Kaiserslautern. 13: Mittagskonzert 11. 14 10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorch sters. 18: Weihnachtslegende vom Peitschchen von Rudolf G. Binding. 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel. 18 55: Zeitfunk. 19.15: Heitere Koloratur-Arien, gesungen von Martha Schulz-Körner. 20: Karlsruhe: Aus unserer Musik- ftube, erlauschte Heimatklänge. 21: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: Das klagende Lied von Gustav Mahler. 22: ..Abschied vom Lederstrumpf" von Paul Laven. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Montag, 12. Dezember. 7.20 llßr; Frühkonzert auf SHallplatten. 12: Mittagskonzert I des Württ. Tonkünstler-Or.Hefters. 13.30: Mittagskonzert ll auf Schallplatten. 15.20: „Ein rheinischer Webcrsunge erzählt", Improvisationen von Paul Laven. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: „Technik, Kultur, Nation und Recht im Rundfunk", Vortrag von Pros. Dr. Friedrich List, Darmstadt. 18.50: Englischer Sprachunterricht, erteilt von Oberstudienrat Paul Olbrich. 19.30: Volksmusik. 21.05: Großer Saal des Saalbaues. Frankfurt a. M.: V. Montagskonzert des Frankfurter Orchestervereins. 21: Tallgeslüster: Heitere Schallplattenplauderei von Carl Struve. 22: „Elli Beinhorn über den Kontinenten". 22.45 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 13. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert I auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert II. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmit- tag. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Die Form des deutschem Geistes", Vortrag von Dr. Fritz älsinger. 18.50: Vortrag von Gouverneur a. D. Dr. Seih. 19.20: „Weihnachtsratgcbcr für den Büchermarkt" — Don der Literarischen Abteilung. 19.30: Unterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 21: Maria Tudor. Don Victor Hugo. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Mittwoch, 14. Dezember. 7:20: Frühkonzert arf Schallplatten. 10.10 bis 10.40: Derkehrsunfall Enzler vor der Ortspolizei. Hörbild von Actua^s. 12: Mittagskonzert I. 13.30: Mittagskonzert II auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert. 18.25: Stunde der Arbeit: „Der freiwillige Arbeitsdienst", Vortrag von Dr. Fritz Pap- pcnheim. 18.50: „Was versteht man unter be° rufsständischer Wirtschaftsordnung?", Gespräch zwischen Handwerkskammershndikus Dr. Heinz Spitz, Wiesbaden, und Schreinermeister Jakob Schladt, St. Goarshausen a. Rh. 19.20: Von der Armut und vom Geben. Ein Brief Rainer Maria Rilkes. 19.30: „Wirtschaft und Aufbau: Arbeitslager", Hörbericht — Leitung: Dr. Paul Laven. 20.15: Aus dem Dolksbildungsheim, Frankfurt am Main: Orchesterkonzert. 20.50: Unterhaltungskonzert. 21.20: Die Jagd nach dem Gold des Kapitäns Kid. Eine abenteuerliche Geschichte. 22.45 bis 24: Nachtkonzert. Zugunsten der Bescherung der Kinder des Altstadtbundes im Römer. Donnerstag, 15. Dezember. 7.20: Frühkonzert. 12: Mittagskonzert 1 des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert II. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: Stunde des Films: „Die Entstehung und Urzeit des Films", von Dr. Karl Hagemann. 18.50: „Aus der ländlichen Siedlungsgeschichie des deutschen Ostens", Vortrag von Dr. Niels von Holst, Frankfurt a. M. 19.20: „Weihnachtsratgeber für den Büchermarkt". — Von der Literarischen Abteilung. 19.35: Opernhaus, Frankfurt a. M.: Don Carlos. Freitag, 16. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert. 13.30: Freiburg: Neue Unterhaltungsmusik. 17: . O^ern-Gestalten". 18.25: „Wirtschaftskrise und Währungsform", Vortrag. 18.50: Aerzte-Vcrtrag. — „Don gesunden Kindern, die nicht essen wollen." 19.30: Lichtstuben. Ein Kapitel vom Spinnen und Weben. 23:15: Dariete für Orchester. Te?t und Musik von Siegfried Scheffler. 21.10: Sensenleute ziehen durch Deutschland. Ein Hörbild von Wolfgang Weyrauch. 22.45 bis 24: Nachtmusik des Rundfunk-Orchesters. Samstag, 17. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10: Schulfunk. Die große Wunderschau. 12: Mittagskonzert I auf Schallvlatten. 13.33 bis 14.40: Mittagskonzert II des Rundfunk-Orchesters. 15.33 bis 16.33: Stunde der Jugend. 17: Nachmittagskonzert d:sR ndfunk-Orchesters. 18 25: „Rcichsreform und Kirchenvereinigungsbestrebungen", Dortrag des Präsidenten Dr. Bähr, Kassel. 18.50: „Zum musikalischen Winterprogramm''. Don Hans Rosbaud. 19.20: Die große Wunderschau. (Szenen aus der Theatergeschichte.) 23: Don Berlin: Großes Funk-Potpourri. Berlin singt. 1. Teil: Oper. 22.30: Don Berlin: Tanzmusik der Kapelle Ring- Gathe. 23: Don Berlin: Großes Funk-Potpourri. Berlin singt. ungenügenden Schuh gegen Frostgefahr, entstehen, haftet der Abnehmer. Die Erfahrung hat gelehrt, daß bei Frost Dohrbrüche an Gasleitungen häufiger auf relen, als in den Ecmmermonaten. Werden Gasausströmungen wahrgenommen, so öffne man Türen und Fenster, halte jedoch jedes offene Licht fern und benachrichtige umgehend das Gaswerk. Schöffengericht Giehen. e Giehen, 9. Dez. Ein Schlosser eines Nach- bavdorfes fing im Jahre 1929 einen Handel mit Oesen und ähnlichen Sachen an und suchte deshalb auch Geschäftsverbindung mit einer auswärtigen Firma. Da diese die Lieferung von Waren von der Bestellung einer Bürgschaft abhängig machte, fä.schte et eine solche Urkunde mit der Unterschrift seines Schwiegervaters und schickte sie der Firma. Als die nunmehr gelieferten Waren nicht bezahlt und der Schwiegervater deshalb als Bürge in Anspruch genommen wurde, kam die Fälschung heraus. Der Schlosser erhielt heute drei Monate Gefängnis. Ein früher in Grünberg wohnhaftes Ehepaar schuldete der Stadtkasse aus Holzlieserung den Betrag von etwa 19 Mark, der sich anfangs September 1932 durch entsprechende Abzüge von dem Lohn des Mannes auf 7,60 Mark ermäßigt hatte. Zu dieser Zeit erschien die Ehefrau auf der Stadtkaffe, erklärte dem Rechner, sie hätten soviel Holzgeld nicht mehr zu zahlen, und legte zum Beweise dafür eine Reihe von Quittungen vor, von denen der Stadtrechner einige sofort als Fälschungen erkannte. Während er noch diese Quittungen mit seinen Büchern verglich, riß ihm die Frau die Quittungen aus der Hand, steckte sie in den Mund, zerkaute und verschluckte sie. Wegen Urkundenfälschung und vursuchte» Betrugs erhielt sie drei Monate Gefängnis: der mitangekk.agt e Ehemann wurde mangels Beweises freigesprochen. Im Oktober 1931 hatten einige Mitglieder XPD. in Lauterbach die Straßen mit Wahl« propagandaschristen beschmiert. Ein jugendliches Mitglied dieser Partei war von der Polizei hi'tbei erwischt worden und hatte die Namen der anderen angegeben. Als diese nunmehr Strafbefehle erhielten, legte einer Einspruch ein. In der Hauptverhandlung erklärte der Jugendliche, im Gegensatz zu seinen früheren Angaben, der Angeklagte habe nicht geschmiert, so daß dieser freigesprochen wurde. Alsbald hiernach zur Rede gestellt, gab der Jugendliche zu, einen Meineid geleistet zu haben, und zwar auf die Drohungen des Angeklagten und eines anderen Genossen hin. Diese hatten sich heute wegen versuchter Anstiftung zum Meineid (der Jugendliche war aus § 52 RGB., d. h. Nötigung durch Drohung mit Gefahr für Leib und Leben freigesprochen worden) und Nötigung zu verantworten. Nach eingehender Beweisaufnahme sprach sie das Gericht mangels ausreichenden Beweises frei, da es in Uebcreinstimmung mit der Staatsanwaltschaft die Angaben des Jugendlichen in Verbindung mit dem anderen Deweis- ergebnis zwar als die Angeklagten sehr belastend, aber nicht zweifelsfrei überführend erachtete. Sprechstunden der Reduktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Geschichten aus aller Welt. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Das unsichtbare Testament. (r) Amfterda m. Am Heiligen Wend dieses Jahres werden sich in einem Amsterdamer Hotel vierzehn Personen um einen brennenden Weihnackstsaum versammeln, um in seinem Lichterschein, ober vielmehr durch seinen Lichterschein zu erfahren, ob ihr persönliches Vermögen eine fühlbare Aufbesserung erfährt ober nicht. Diese vierzehn Personen sind Neffen und Nichten des im Frühjahr d. I. auf Sumatra verstorbenen holländischen Truppenarztes Grominghe, der im Laufe seines langen Junggesellendafeins angeblich ein schönes Vermögen angesammelt hat. Auf dem Totenbett hat er ein Testament verfaßt, das aus zwei Dokumenten besteht. Das eine davon ist mit einer sympathetischen Tinte geschrieben und daher vorläufig unsichtbar. Das andere fordert leine Erben — unter deinen sich auch die Gattin eines Kölner höheren Beamten befindet —, auf, sich am Heiligen Wend 1932 in einem bestimmten Amsterdamer Hotel unter dem Weihnachtsbaum zu versammeln, an dessen Kerzenlicht der zum Testamentsvollstrecker bestimmte Amsterdamer Notar das unsichtbare Testament, de>ssen Schrift erst bei Erwärmung hervortritt, sichtbar machen und befannt- geben wird. Wie Dr. Grominghe in dem ersten Dokument angibt, will er aus diese Weise noch aus dem Grabe heraus seinen vierzehn Neffen und Nichten eine kleine Weihnachtsfreude machen, — und das Weihnachtsfest hat er deshalb dazu erwählt, weil es für ihn immer bas höchste Fest im Jahre gewesen sei, bas er nun schon seit einem Menschenalter nicht mehr in der alten heimischen Traulichkeit und Gemütlichkeit unterm Christbaum gefeiert habe. Napoleon wird billiger. — Paris. Wenn die Zeiten so sind, daß jeder sich mit seiner Gegenwart intensiv beschäftigen muß, kaum Zeit hat, im Kampf um das Dasein an die Zukunft zu denken, dann zählt die Vergangenheit immer weniger. Sie wird billiger, bescheidener im Preis, oft wertlos. Da haben sie jetzt in Paris Briefe versteigert von Johann II. bis ju Napoleon. Nie kaufte man solche Briese billiger als heute„ 5000 Franken gab man für ein Originalbrieflein, bas in der Zeit zwilchen 1350 und 1364 Johann der Gute an seinen Sohn Karl schrieb. Und den gleichen Preis erlegte man auch für einen echten Brief der Lätitia Bonaparte an ihren Sohn Napoleon. Vor ein paar Jahre hätte man für diese Briefe eif kleines Vermögen auf beh Tisch gelegt und die Museen hätten sich darum gerissen. 39000 Kilometer im Rollstuhl. (A. D.) Rom. Der 45jährige Neapolitaner Giuseppe Listahat diesen eigenartigen Rekord gewonnen. Nachdem er als Matrose die ganze Welt befahren hatte, wurde er im Jahre 1923 das Opfer eines älnglücksfalles: beim Fischen mit Dynamitpatronen wurde ihm durch eine unerwartet explodierende Patrone das Rückgrat so schwer verletzt, daß er den Gebrauch seiner Beine für immer einbüßte. Da aber feine Arme kräftig waren, und feine Wanderlust nicht erloschen war, machte er sich nach dreijährigem Krankenlager daran, sich eigenhändig ein einfaches Dreirad zu bauen, das er mit der rechten Hand durch einen Hebel in Bewegung sehen konnte. Mit diesem Gefährt begann er im Jahre 1925 feine erste Rundreise durch Italien. Er berührte Rom, Florenz, Bologna, Genua und viele andere Städte, und kehrte, nachdem er 4900 Kilometer zurückgelegt hatte, glücklich nach feiner Vaterstadt Neapel zurück. Aehnllche Rundreisen hat Lista seitdem achtmal wiederholt: er legt täglich 55 bis 70 Kilometer zurück und verdient sich dabei seinen Lebensunter- yalt durch Spielen auf der Mandoline. Die Bevölkerung gibt ihm so viel Almosen, daß er sie mit den Bedürftigen teilen kann, denen er unterwegs begegnet. Wenn es Nacht wird, sucht er den Schuh eines Baumes oder einer Mauer auf und schläft fitzend, in eine Decke gewickelt. Er erkältet sich nie. denn, wie er sagt, ist er ein, Anhänger der Theorie des Schlafens bei offenen Fenstern. Mehrere Male ist er unterwegs fast verunglückt, doch noch immer mit einem blauen Auge davongekommen. Nun hofft er, daß der Erbprinz Umberto ihm einen richtigen Rollstuhl schenken wird, in dem er die Rundreise durch ganz Europa antreten farm. Musik und Margarine. (je) Wien. Man sollte meinen: Margarine und Musik hät- ten nichts anderes gemeinsam, als baß bas eine Kunst und bas andere Kunstbutter sei. Es gibt aber in der Tat doch noch andere Berührungspunkte zwischen beiden, wenn auch negative — wie folgender kleiner Vorfall beweist: In Wien leben bekanntlich die meisten Operettenkomponisten. So auch Maestro St. — seinen wahren Namen werden Sie niemals erfahren —, der die Welt schon um zahlreiche populäre und nachempfundene Weisen bereichert hatte. Was diesen Maestro trieb, eines Tages in ein Kino zu gehen, wissen wir nicht. Es ist auch nicht wesentlich für den Gang dieser Geschichte. Denn: Da er zeitig gekommen war, lief weder der Hauptfilm, noch die Wochenschau, dagegen aber einige kleine Reklamefilme, wie man sie in jedem Kino jratis und franko bewundern kann. Der Meister treckte sich in seinem Fauteuil aus und beschloß, ich diese kleinen Zugaben nicht weiter anzusehen. Auf einmal jedoch spitzten sich seine Ohren — er horchte einmal — er horchte zweimal . . . war diese Musik, die man da spielte, nicht von ihm? War bas nicht ein kleines Stück, das er'vor Jahren, als er noch nicht so bekannt war, einmal komponiert hatte? Dem mußte er doch auf den Grund aehen! Er blickte also auf die Leinwand. Und was sahen feine Augen? Da lief gerade ein kleiner Trickfilm, der in den höchsten Tönen den Wert einer gewissen Margarinesorte anpries. Und diese „höchsten Töne" waren von ihm! Die Begleitmusik war sein Werk. Er, der Altmeister des besten, solidesten Schmalzes, mußte entdecken, daß sein Stück zur Reklame von Margarine diente! Noch am gleichen Abend schrieb er der Firma einen sacksiedegroben Brief. Die Margarine in (Eljrtn — aber man möchte ihn aus dem Spiel lassen. Die Firma erwiderte sehr kühl. Und nun wird es vermutlich zum Prozeß kommen. Vielleicht zahlt inan aber dem Autor auch ein Honorar für die schmalzige Begleitung des Margarine-Films; dann wäre ja alles „in Butter". Der nördlichste Deutsche. (n) Moskau. Von einer langen Polarfahrt ist vor kurzem ein sowjetrussischer Eisbrecher zurückgekehrt. Aus No- waja Semi ja hat er eine Erpedition ausgesetzt und eine andere zurückgeholt. „Wachtablösung am Nordpol" könnte man bas nennen. Und unter den neuen Wachtmenschen auf Nowaja Semlja, die dort nun ein Jahr lang mit der übrigen Welt nur durch Radio verbunden fein und im übrigen allerlei Forschungen betreiben werden, unter den Erpedi- tionsmitgliebern befindet sich der deutsche Wissenschaftler Welken, also sage und schreibe der nördlichste Deutsche. Ueberhaupt sind Deutsche schon immer rege beteiligt gewesen an der Erschließung Rußlands und seiner Wege. Der Philosoph Leibniz beispielsweise hat Peter dem Großen den Wolga-Don-Kanal vorgefchlagen. der jetzt gebaut wird, ebenso die Umschvffung Sibiriens und den Durchstoß durch die Beringstraße. Und nicht uninteressant ist auch, daß die Verzweigung des Unterlaufes der Wolga in der nordkaspifchen Steppe, wie man sie jetzt durch Kanäle und Staudämme beginnt, ursprünglich von den deutschen Wolga- toioniften geplant und vorgefchlagen worden ist, und zwar schon vor 80 Jahren. Durch eine solche Verzweigung des Stromes wird die Dürrezeit für den Getreidebau erträglicher gemacht. Und hat nicht auch Dr. Eckener als Erster im Luftschiff Sibirien überflogen und Nowaja Semlja? Der Beispiele gibt es viele. Wer wir wollten nur vom nördlichsten Deutschen berichten. Der Stcinzeit-Clnb. (a) Neuyork. Die Amerikaner haben aus dem „camping", dem Kampieren im Freien am Wochenende, eine wahre Wissenschaft gemacht. Das beweist der sogenannte „Steinzeit-Club". Er ist in Denver (Colorado» gegründet worden und zählt etwa sechzig Mitglieder beiderlei Geschlechts. Geschäftsleute, Beamte uiw., die während des Wochenendes in Gebirgshöhlen des Massivs am Mount Rosalie Haufen und dabei, wie der Name ihres Clubs verrät, die Gewandung der Steinzeitmenschen tragen, nämlich Felle. In allem, was sie während des Wochenendes tun, benehmen sie sich wie die echten Steinzeitmenschen, d. h. sie kochen auf Steinplatten, die ihren Herd darstellen, sind mit steinernen Beilen, Speeren mit steinernen Pfeilspitzen rvsw. ausgerüstet (mit denen sie allerdings keiner Fliege etwas zuleide tun), und unterstehen einem Häuptling, der im Zi- oilberuf Prokurist einer Knopsfabrik ist, und der Gewalt über Leben und Tod hat. Der „Tod" besteht darin, daß der Delinquent viermal hirtereinander zu Hause bleiben muß und der Wocheff- endposse nicht beiwohnen darf. Bet der Wiederaufnahme muß er der Gesellschaft zur Sühne ein ganzes Rinderviertel für den wochenendlichen Lebensunterhalt stiften usw. ufw. Daß die Mitglieder dieses leicht verrückten Clubs mit Autos zu ihren vorgeschichtlichen Höhlen fahren und dort durch die modernsten Lautsprecher mit der Außenwelt verbunden sind, dürste selbstverständlich sein. ö.J.-fporf Skilauf als Ergänzungssport. Zeder Ruderer ein LkilLufer. Man ist in allen Lagern der Leibesübungen zu der Erkenntnis gekommen, daß sich ein Sport, dauernd und allein betrieben, in seiner Wirkung aus den Menschen körperlich und seelisch leer läuft. Es wurde der Begriff des Grgänzungssports geprägt. Schon die klimatischen Bedingungen zwingen ja zu einem gewissen Wechsel in der Prak- tischen Ausübung gerade der Ruderei. Wenn Eis die Seen und Fllisse deckt, wird das Rudern aus freiem Wasser umnöglich. Dann tritt das Kastenrudern als Rotbehelf ein. Gymnastik und Waldlauf werden betrieben. Die Mannschaften bleiben so in Form, und kameradschaftliche Bindungen werden erhalten. Aber diesen Dingen fehlt immer noch etwas, das wir besonders stark vermissen: die Verbundenheit mit der Vatur, das Abwerfen des Alltagsmenschen, der seelische Ausgleich. Hier kann für den Ruderer ein Sport eintreten, der das gleiche Element, nur in anderer, fester Form zur Grundlage hat, — der Skilauf. Haben wir doch, — in Durchschnittswerten betrachtet — auch bei den Skiläufern grobe Menschen mit sehr gut entwickelten Brustorganen vor uns, einen Typ. der in seiner Entwicklung dem des Ruderers sich an» gleicht. Im Gegensatz zum Minuten dauernden höchsten Krasteinsatz beim Rudern, verlangt der Skilauf dagegen, daß man mit den Kräften über Stunden haushalt. 3n beiden Fällen sind es also Dauerkraftleistrcngen, nur mit verschiedenen, gerade in diesem Wechsel sich günstig für die Organe auswirkenden Krästebeanspruchungen. Die Ruderarbeit, mit ihrem rein frontalen Schwingen in einer Ebene, vernachlässigt Körperteile, die beim guten Skilauf ganz wesentlich beansprucht und damit gefördert werden. Reuel im Skilauf und Dr. Weinert als Arzt sind unabhängig voneinander zu der heute viel bemerkten Ver- wringungsmcthode beim Ablauf vieler sportlicher Bewegungsvorgänge gekommen. Diese Drehung um die Körperachse bewirkt ein Geschmeidigwerden der Wirbelsäule, das einen fast notwendigen Ausgleich gegenüber der nur in einer Ebene wirkenden Rudcrarbeit geben kann und dieser auf der andern Seite wieder zugute kommt. Abfahrtsläufe erhöhen die Geschicklichkeit bei vollem Krasteeinsah. 3m Sprung erreicht man allerdings nur durch älebung von 3ugend auf gute Leistungen. Bei alledem beherrscht Freude den Sport auf den Brettern. Der Skiläufer erlebt Kampf gegen Raturgewalten, Kamps im Rennen, Kampf gegen die eigene Schwäche. Selige Stunden am Gipfel, die Reize stäubender Talfahrt hasten unauslöschlich in der Erinnerung. Daher ist es kein Wunder, daß der winterliche Schneeschuhsport unter den Sommersport treibenden Ruderern in den letzten 3ahren eine gewaltige, sich immer noch steigernde Anhängerschaft gefunden hat. Kleiner Fußbattsporibeirieb in Gießen. Das Fußballprogramm der Gießener Mannschaften für den morgigen Sonntag ist reichlich klein ausgefallen. Die Spielvereinigung 1900 hat ihre sämtlichen Mannschaften für diesen Tag dispensiert, da am Vorabend die Weihnachtsfeier stattfindet. Der Verein für Bewegungsspiele hat nur zwei Mannschaften auf dem Plan, deren eine noch auswärts fährt. Die erste Mannschaft empfängt die 1. Elf des VsR. Butzbach, eine Mannschaft, die nicht zu unrecht gefürchtet ist und den Gießenern schon manchen harten Kampf geliefert hat. Morgen treten die Butzbacher nun auf dem Waldsportplah an, stoßen dabei aber auf eine Mannschaft des VfB., die durch Ersmzeinstellung geschwächt sein wird. Wie unter diesen Umständen der Kampf aus- gchen wird, ist nicht vorauszusagen. Die dritte Mannschaft spielt auf dem Platz des VsR. Lich, tritt gegen die dortige 1. Elf an und sollte im« stände fein, den Gastgebern den Sieg streitig zu machen. Tischtennis der Gp.-Dg. 1900. 1900 II — DIS. Gießen 11:4. 19008 zweite Mannschaft zeigte sich wieder von der besten Seite und gewann die Turniers gegen die Vertretung der Deutschen 3ugendkraft sicher. Die Gäste spielten durchaus nicht schlecht und leisteten ene-:g'scheu Widerstand. Rachstehend die Ergebni-se (D3K. jeweils zuerst genannt): Einzel: Pflicht -Petsch 18:21, 21:23, 22:20, 14:21; Blanck - Reichel 7:21, 8:21; 11.21; Schick — Gros 11:21, 11:21, 14:21; Rodriguez—Rosenbach 21:15, 15:21, 21:17, 16:21, 15:21; Schmittdiel — Kurt Schmidt 21:14, 215. 19:21, 21:14; Frey — Götz 11.-21, 17:21, 16:21; Krauskopf — Frau Hauser 1051, 551. 19:21; Schäfer — Gustav Koch 1351, 13:21, 18:21; Pflicht - Frz. Koch 21:8, 21:11, 21:10; Seibert — Enders 21:9, 21:12, 21:12. Doppel: Pslicht/Blanck— Pe -ch Reichel 20:22, 1751, 21:17, 9:21; SeiberySchmittdiel — Gros Ro'enbach 1151, 21:12, 14:21, 22:20, 12:21; Schick. Rodrigue; — Frau Hauser Gust. Koch 14:21, 8:21, 1451; Krauskopf Frey — Götz Kurt Schmidt 12:21, 1551, 21:15, 16:21; Schäfer Rodriguez — Enders Frz. Koch 1451, 21:17, 21:6, 21:16. Handball im Gau Hessen (O.T.) Tv. Pohlgöns I — To. GroHen-Linden I. Nach mehrwöchiger Pause tritt die 1. Mannschaft des Tv. Grohen-Linden wieder einmal auf den Plan, und zwar trägt sie ein Freundschaftsspiel gegen die 1. Elf des To. Pohlgöns auf dem Platze des Gegners aus. Beide Mannschaften lieferten sich stets spannende Spiele, welche die Elf von Pohlgöns immer knapp gewinnen konnte. Auch am Sonntag werden die Großen-Lindener um eine Niederlage nicht herumkommen, zumal sie noch mit Ersatz antreten müssen. Sportverein 1920 Heuchelheim. Die 1. Mannschaft des Sportvereins Heuchelheim erwartet am Sonntag die Reserve des VfR. Butzbach zum fälligen Derbandsfpiel. Die Gaste, die einen achtbaren Gegner barstellen, werden sich den Sieg nicht ohne weiteres nehmen lassen. 3edoch sollte man annehmen, daß es den Ein- heimi'chen, durch den Vorteil des eigenen Platzes gelingen mühte, den Sieger zu stellen, sofern bessere Leistungen wie am vergangenen Sonntag auf dem Waldsportplah gezeigt werden. Vorher spielen die Schüler gegen die Kleinsten von Klein-Linden. Llrbeiter'Turn- und Svortbunö. Auf dem Trieb stehen sich am Sonntag Gießen I und Altenstadt I im fälligen Kreis klaffens piel gegenüber. Sollte Gießen aus dem Spiele vom Dorsonn- tage nicht die Lehre ,pehen und mehr Siegeswillen aufbringen, so wird schwerlich gegen die flinken Gäste auf einen Sieg zu hoffen fein. Vorher: Alten- Duseck Jugend — Wieseck Jugend im Entscheidungsspiel um die Gruppenmeisterschaft der 1. Gruppe. Am Sonntagvormittag kämpfen Gießen II und Wieseck II auf dem Trieb im Freundschaftsspiel. Ausgang des Äpiels ist nicht vorher,zusagen. In der Kreisklasse der 1. Gruppe spielen Dorheim I — Erbstadt I. Die Platzbesitzer sollten Sieger werden; Nieder-Wöllstadt I und Nieder-Florstadt I stehen sich tn strieder-Wöllstadt gegenüber. In diesem Spiele dürsten die Gäste den Sieger stellen. In den Bezirksmeisterschaftsfpielen der 1. Klasse, die zwischen den Gruppenmeister Naunheim II und Alsfeld I und Lollar I im Rundensystem ausgetragen werden, treffen sich im ersten Spiele Alsfeld I — Lollar I 9-12. 8.12. 9.12- 6% Teunche Sieizheanietbc v. i#2i — 76,65 76,25 76,9 6% rijem.7% Di. Reichdonl. v. 1929 90,5 90,5 90,5 90,25 6Vi% Young-Anlelhe non 1930 .. — 75 /75,1 74,75 Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld rni Nuslos.-Rechten ............ 57,5 58,4 57,4 58 Desgl. ohne Äuslos.-Rechte..... 6,4 6,55 6,4 6,4 6% ehern. 8% Heii. IBolteftaal IVA 'rück,ahlb. 102%)....... 68,5 68,5 68.5 68,5 Lberhellev Provinz - Anleihe SluSlos.-Rechlen ............ 57 57 Deutsche komm. Sammelnd l.An leihe Seriel mit Aurios.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl 53,5 53,65 53,5 53,9 tzoldpse. 15 unkundbar bb 1935 80 80,25 — — 6% ehem. 7% Rranll. Hnv.-Banl Wolbcfe. 16 unkündbar bis 1936 79,75 80 — _ 5,/1% ebern. 4>/t% svranks. Hyp. Bank>Llau..Psandbriese ..... 84 84,25 — 5’/,% ehem. 4>/,% Rhelnilche Hnv.-Bank-Liau.-Goldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. Landorpsand -84 84,4 — _ brlesonktalt, Psandbriese R. 19 78,5 77,75 78 78 6% ehem. 7% Pr. Lande4psand briefaxflaJt, Psandbriese R. io 78,5 78,5 — — <% L österreichische «oldrente... 8,75 8,5 8,4 8,4 4,20% Lriterreichijche Silberrenle 1 1,05 1.05 4 ’n Unnarildje Goldrenie....... 5,8 5,85 5,85 5,9 4% Ungarische Stoatoreute v. 1910 5.75 5,6 5,6 4'/z% vesgl. von 1913.......... - 5,65 5,9 6% obgcfl. Äoldmerikaner von 99 6,65 6,65 6,5 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 3,65 3,7 3,7 4% Tückische Bagdadbahn-Anleihe Serie l..................... 4 4 4,15 4,15 «% desgl. Serie II ............. 4 4 4.15 4,1 6% Ruman. veretnh. Rente v. 1903 5,65 4>/r%Ruman.veceinh.Renkev.l»13 9,5 9,5 9,5 4% Rumänische veretnh. Rente .. 1,65 4,65 4,65 4,5 3%% Anatolier .............. 22 22,25 21,9 22,13 .TianriUr. U. Art. ätnu\ Schluß« kure Schluß!. Abend« bSrft Schluß« kurs Schlußk. Mittag» börse 'Datum 8-12. 9-12. 8-12. 9.12. pamburg-Ämercka-Pakel ..... 1 18.5 18.4 18,75 18,65 Ham bürg. Tüdam. Dampfschiff. 0 — - — Hansa Tampfschiss........... c - 25,5 Norddeutscher Lloyd ......... A.G. für Verkehrswesen MU. .. 0 19,65 19.5 19,75 19,5 0 45 45 45 46,25 Berliner Handelsgesellschaft.... 4 89 89 89,5 89.5 Commerz- und Privat-Baak... 0 53,5 53,5 53,5 53,5 Deutsche Bank und DtSconto» Gesellschaft................ 0 75 75 75 75 Dresdner Bank.............. 0 61,75 61.75 61,75 61,75 SteichSbank ................. 1 129 130 129,13 129,9 «e.G...................... 0 33,25 33,75 33,13 33,9 Elektr. LieferungSgesellschast ... 5 74 73,75 74 73.75 Lickt und Kraft ............. 6 99,4 93 99.5 93.5 sielten & Guilleaume ........ O 54,5 54.5 55 54.75 Gesellschaft für Elektrische ttititt. 72,13 nehmungen............... 4 —- 71,75 71,9 Rheinische Elektrizität ........ 5 79,5 81 79,5 81 Schubert & Eo.............. O 76,75 75 75,5 74,65 Giemen« & QaUrte.......... v 122 121 121,5 122 Lahme her KL»............. 10 113,25 112 114 113 Andern! ................... 0 44,75 45 44,65 45,25 Deutsche Erdöl ............. 4 81 81 80,75 81,25 Gelsenkirchener.............. 0 46,65 46,5 46,25 46,65 Harpener................... 0 83,25 83,5 82.75 83,75 Hoefch Eilen—Köln-Neuesten.. 0 — 47 47,75 tzlse Bergbau ............... 7 — — 127,25 127 Mse Bergbau Genüsse........ 7 101 101 100 107.25 Klocknerwerke ............... O 45 44,75 45 44,4 Mannesmann-Röhren........ 0 59.5 60,75 59,4 60,5 Mo ns selber Bergbau......... 0 21.5 24,5 22 23,25 Lberschlef. 8ok«werkc......... 0 42 41,75 Pbönir Bergbau............ 0 33 33.4 33,4 33,13 Rheinische Braunkohlen ...... Rhelusra»................. 0 178,5 178 179 178 c 72,25 74,25 71,9 74 Frankfurt a.M. Aerlin Schlußkurs Schluß^ Äbtnb» börs- Sch uß« kur4 Schlußk. Ml tag« bSr e Oatum 8.12- 9.12. 8.12. 9.12. Aerenngte Siaülwerke..... ... 0 30,25 30,5 30.25 30,25 Ltavi Minen ............ ... 0 16 16 16 16 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 109 107,5 109 107,25 Kaliwerke Westeregeln..... Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 6 114 112,5 113,5 113,5 ... k 171 172 171,5 171 3 G- FarLen-Industrie .... ... 7 • 96 93 96 97,9 schetdeanstall............ . . .10 145.5 146,25 Goldschmidt ............. ... 0 27,75 28,5 28,5 — RütgerSwerke ............ Metällgesellschaft.......... ... 0 41,5 42,13 41,5 42,4 ... c 33,75 34,5 33,9 — Philipp Holrmann........ Zementwerk Heidelberg ... ... 0 57 57 57 57 ... 4 36,5 46 Lementwerk Karlstadt...... ... 0 — — Eayß & Freytag......... ... 0 4,5 — — — Schultheis Patzenhoker..... ... 0 99,4 98,65 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... 0 54,25 54,5 54,25 55 vemberg................ ... 0 62,5 62,75 62,25 62,5 Zellstosi Waldhof ......... ... 0 45,25 45 45 44,25 Zellstoss Aschassenburg .... ... 0 28,13 28 ?8,25 28 Dessauer Gas............ ... 7 97 98 Daimler Motoren......... ... 0 19 18.75 19,5 19 Deutsche Linoleum ...... . .. 0 45,4 45,9 45,13 45 Lrenstetn L Koppel ....... ... 0 36,5 37 Leonhard Tietz........... ... 6 42,5 41,5 43 41,5 Lhode................... ...12 147 149 147 149 Gritzner................. ... 0 29,51 30,65 30,25 Mainkrastwerke Höchst a.M- ... 4 54 55 Süddeutscher Zucker ..... ... 8 142 143 - 146 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M Banknoten 8.Dezember 9-Dezember Amillche Noiieruna Amtliche Näherung <*f1* »rie Seid Brie Helsingfor». 5,984 5,996 5,964 5.976 Wien...... 51.95 52,05 51,95 52,05 Prag...... 12.465 12.485 12,465 12,485 Budapest ... Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169.23 169,57 169,23 169,57 Oslo....... 70,18 70,32 70.97 69,93 70,43 70,07 70,57 Kopenhagen. 70,83 Stockholm... 74,53 74,67 74,03 74,17 Lonoon ..... 13,67 13,71 13,56 13.60 Buenos Aires 0,858 0,862 0.858 0,862 Neu York .... 4.209 4,217 4,209 4.217 Brussel .... 58.29 58,41 58,29 58.41 Italien----- 21.48 21,52 21,52 21,56 Paris..... 16.43 16.47 16,43 16.47 Schweiz... 80 92 81,08 80,92 81,08 Spanien.... 34,37 34,43 34,37 34,43 Danzig .... 81,69 81,75 81,67 81,83 Japan ..... 0,859 0,861 0.869 0,871 Rio de Jan. 0,279 0.281 0,274 0,276 Jugoslawien Lifsabon ... 5,634 12,76 5,646 12,78 5,634 12,76 5,646 12,78 Äerlin, 9-Oezember Seid Ärsri Amerikanische Noten.............. 4,20 4,22 Belgische Noten.................. 58,13 58,37 Dänische Roten ................. 70,06 70,34 Englische Noten ................. 13,52 13,58 französische Roten............... 16,39 16 45 Holländische Noten............... 168,86 169,54 Italienische Noten................ 21,46 21,54 Norwegische Noten .............. 69,76 70,04 Deutsch Oesterreich, i 1OO Schilling Rumänische Noten............... 2,47 2,4$ Schwedische Noten............... Schweizer Noten................. 8% 74 8L06 Spanische Noten................. 34,23 34,37 Ungarische Noten..... .......