rnm 3B?r ’PirIi^n &* «in? QnbernftX ? bQS (ÄS ?en 6 A?*? ni|r j. ?Ob6rn« Son ft ftt «öffnJ ,k 'Woche ln^eöinfct| ■PWtien $erlreler aus ’feSs** 'äS Sentraloorftanb SW* 3">er lne Ne ccn Ford«, -ikningen einiger Lej. erunfl müßten als M, *• 3nfonberbeit dAnhatz -er Ar- ^Erhöhungen in der *e fommen. Gefordert in9 oller Neilslofen ouer in der Heils. Atzung der Leiiräge. mg der durch Notver- hnpolilifchen Mahnah. auch dagegen einac- .erlleuer nicht nur für indem darüber hinaus ! ichgelegl werden. Cs i Waden, die den Er> zerechligkeil nicht Rech- jten den Arbeitern und adurch eine immer grv- eijen der Arbeitnehmer. nationalen Wiederauf- i erwachst. möt ler unter dieser Rubrik nt die Redaktion dem erlei SBerantmortung.) ’m Süböicrkl! Dartweg in seiner cht eher russischen 2er- ahe nach unseren t z. L. derart, dch die en im Schlamm stellen, t Fahrrad, Motorrad, tagen fpielt /ich aus freiten Streifen, km los Md Merw-M durch'Mmmrn, mit Mzecheig" benutzen. Deüehr birgt der der- । die größten Gefahren nden Ztoischensälle be- am Dartweg 25 3a* ür 10 Familien Md em re Wohnhäuser sM tür mt. Der Anspruch auf aße mit hinreichender aher berechtigt sein, JJ eich das Südtvestviertel e-Autiveg mü einen zen ohne Hause- chtnurderAnvcki^ Xte, für die der Drt t mehr W8#‘fBltel,4 Stadtverwaltung und !SS&“ S?<» SeH. dürfte außer 5 Jnautmss- 8 V ur Arbeits- M sehr rur 4 * ß 5 2 1 1 ,0 3 il 3 1 16 16 'S jicn. 'M. ■^20 58-33 72,06 13-83 16-< 168'8* tA 8 3<-31 M- 53-53 72,34 13.« *6?'S 21.» 70,83 , IS 1'7. fS.Z 81, 35,»5 "c> 52,05 11,& 3,o5 10,91 72,57 73,63 13,95 0,9)2 4,217 56,61 21.68 16,555 61, 0 ß,l3 0 871 0,296 5,646 12,78 Seid__ —— TÖ64 51.95 12,465 3,057 169,« 70,78 72,3 73,53 13,91 0,908 4,209 58,49 21,56 16,515 81,08 34,45 1,97 0,869 0,Z 5,9*. 12-76 offtitl o- o.jloetmi’tt von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siehrn. 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Nach zwölfjähriger Herrschaft ist das republi« konische Regime in den Vereinigten Staaten gebrochen worden. Der neue Präsident Roosevelt hat mit einer überraschend großen Mehrheit von 10 Millionen Stimmen, Hoover, den Präsidenten der „prosperity“ ans dem Felde geschlagen. Zwar wird die eigentliche Wahl erst im Februar 1933 stattfinden, so will es das umständliche amerikanische Wahlsystem, das die Präsidenten nicht direkt vom Volk, sondern auf dem llmweg über ein Wahlmännerkollegium zu wählen vorschreibt. Wenn dieses Kollegium im Februar zusammentritt, so werden bei der eigentlichen Wahl mit Sicherheit 472 Stimmen auf den demokratischen Präsidenten Roosevelt, und nur 59 Stimmen auf Hoover entfallen. Rach der großen Enttäuschung über Wilsons Rachkriegspolitik, die einer zwölf Jahre langen republikanischen Reaktion Platz machte, herrscht jetzt wieder die demokratische Partei. Zwar bestehen zwischen Republikanern und Demokraten keine weltanschaulichen Gegensätze, sondern nur Meinungsverschiedenheiten über den einzuschlagenden taktischen Weg, dennoch wird der Regime-Wechsel in Amerika von weltpolitischer Bedeutung sein. Riemals hat es in Amerika eine Mehrheit gegeben, die über einen größeren Einfluß verfügt hätte, als jetzt die demokratische. Die Machtfülle eines amerikanischen Präsidenten ist größer als die eines konstitutionellen Monarchen im alten Europa. Aber auch beide Häuser des Kongresses der amerikanischen Dollsvertretung befinden sich in den nächsten Jahren im sicheren Besitz der Demokraten. Im Repräsentantenhaus dürfte die demokratische Mehrheit zu einer absoluten Mehrheit von 50 Sitzen werden. Im Senat, dem amerikanischen Oberhaus, wird die Mehrheit immer noch mehr als 20 Stimmen ausmachen und somit die Stellung des Präsidenten zu einer geradezu absoluten machen. Die Folge wird sein, daß alle Ausschüsse, die in Amerika ungefähr die Stelle der Ministerien vertreten, ebenfalls von Demokraten beseht werden. Tlnd schließlich hat die Riederlage der republikanischen Partei nach dem für deutsche Begriffe bedenklich nach Korruption riechenden sog. „Beute- shstem" einen volllommenen Umbau der gesamten Bundesverwaltung und die Ent'as'ung von mehr als einer halben Mlllion republikanischer Staatsbeamter zur Folge. Auch die Botschafterposten in Berlin, London, Paris, Rom und Tokio dürften neu beseht werden. Damit aber offenbart sich bereits die weltpolitische Bedeutung dieser amerikanischen Präsidentenwahl. Sie liegt nicht darin, daß eine Mehrheit der Prohibitionsgegner zustande gekommen ist, und daß es nun Riefenaufträge an das Münchener Hofbräuhaus und an die Rheinischen Win- zergenossenschasten regnet. Denn selbst die Erlaubnis zum Ausschank von Dünnbier und leichten Weinen hängt vom Spruch des Obersten Gerichtes ab. Die Richter dieses Gerichtes aber bilden noch eine „trockene" Mehrheit, und es ist der einzige Trost der „Rassen", daß das Durchschnittsalter dieses Obersten Gerichtes 70 Jahre beträgt und der entscheidende Richter bereits 77 Jahre alt ist. Man wird also mit dem amerikanischen Dier- geschäft noch eine Weile warten müssen. Geradezu eine deutsche Lebensfrage ist es jedoch, ob es gelingt, Roosevelt zu einem völligen Kurswechsel der amerikanischen Politik und zu einem unmittelbaren Eingreifen in europäische Verhältnisse zu bewegen. Aus der schweren Enttäuschung über das Versagen Wllsons in Versailles und die starre Haltung Frankreichs entstand in Amerika die europa- feindliche Stimmung, die zuerst unter Eoolidge, dann unter Hoover zu einer Politik der A b - schließung, des Schutzzolles und der Gleichgültigkeit gegenüber der europäischen Politik führte. Amerika hat mit dieser plötzlichen Abschnürung von der Weltpolitik die schlechtesten Erfahrungen gemacht. Die Weltwirtschaftskrise, Folge einer mangelnden welt- wirtschastlichen Zusammenarbeit der großen Verbraucher — Rohstoff — und Herstellerstaaten, brach mit verheerender Gewalt in die amerikanische Wirtschaft ein und machte mit rund 15 Millionen Arbeitslosen der „Prosperity" ein Ende. Riemals wäre es zu der Weltwirtschasts- katastrophe gekommen, wenn nicht die Tl e b e r- belastung Deutschlands mit Tributverpflichtungen Die gesamte wirtschaftliche Struktur zerstört hätte. Als Hoover im ver- gangenen Sommer durch sein berühmtes Moratorium das Steuer herumrih, war es für ihn, für Amerika und auch für Europa schon zu spät. Die französische Militärhegemonie hatte sich Europa unterworfen. Die Abrüstung ist gescheitert. England schuf sich in Ottawa ein System wirtschaftlicher Zusammenarbeit zwischen Mutterland und Kronländern, das Amerika mit den eigenen Mitteln der Schutzzölle und Einfuhrsperren schlug. Roosevelt findet keine leichte Aufgabe vor. Amerika erwartet von chm die Wiederherstellung der „Prosperity" und Europa erwartet, soweit es gewillt ist, aus der Isolierung der Staaten zu einer planvollen Zu- sgmmenarbeit zu gelangen, daß sich Amerika wieder mit dem vollen Rachdruck seiner politischen Stellung um die mit Amerika aufs Engste verbundenen europäischen Geschicke kümmert. Schon Hoover hatte sich auf der Abrüstungskonferenz vertreten lassen. Roosevelt wird erkennen müssen, daß es mit „Beobachterposten" auf europäischen Konferenzen nicht geht, fon- Das Echo der amerikanischen Präsidentenwahl. Oie Bedeutung für Europa. Ein Rundfunk-Vortrag aus Amerika. Berlin, 9. Rov. (ERB.) Der deutsche Rundfunk sendete heute einen aus Amerika aufgenommenen Rundfunkvortrag Kurt C. Sells über das Ergebnis der Präsidentschaftswahlen. Für Europa, so sagte der Redner u. a., sei schon die Beendigung der Unsicherheit von Wert. Roosevelts Mandat habe die Bedeutung eines Volksauftrags. Dazu komme, daß der neue Präsident in seinen Entscheidungen nicht so gelähmt sein werde, wie sein Vorgänger, denn sein demokratischer Kongreß werde ihn auch bei der Zusammenarbeit mit Europa unterstützen, und durch eine weitgehende Tlebereinstimmung in den Verwaltungszweigen würden die politischen Aufgaben sehr erleichtert werden. Die Probleme der neuen Staatsführung sah der Vortragende zunächst in der Erhaltung des Kredits der Vereinigten Staaten und in der Wahrung des Goldstandards, für den allerdings keine unmittelbare Gefahr bestehe. Die Zoll- t a r i f p o l i t i k werde sich im Sinne verständiger liberaler Ideen und eines Abbaues des absoluten Schuhzollgedankens ändern, so daß es den europäischen Schuldnern vermutlich eher möglich sein werde, Waren in Amerika abzusetzen. Roosevelt hoffe, zu einer Linderung der Rot der Landbevölkerung durch bessere Organisierung der Verkaufsorganisationen zu gelangen. In den Finanzen werde man weiter jedem Experimentieren abhold fein, man werde, um das Budget zu balancieren, sparsam, vorsichtig, ja konservativ bleiben. Wenn Europa sich über einen vernünftigen Entwaffnungsplan einige, so werde in Amerika Verständnis dafür bestehen, daß auch die Kriegsschulden heruntergesetzt werden müssen. Was sagt Berlin? Berlin, 9. .Rov. (ERD.) Die Abendblätter beschäftigen sich heute vor allem mit dem Ausgang der amerikanischen Präsidentenwahlen, vor allem werden die Persönlichkeit des kommenden Präsidenten Roosevelt und die des unterlegenen Hoover gewürdigt. Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" schreibt: Deutschland begrüßt in Roosevelt den gewählten ersten Repräsentanten eines Volkes, mit dem es die allerbesten freundschaftlichen Beziehungen weiter pflegen will. Es sei gerade an diesem Tage dem Besiegten nicht vergessen, daß fein mutiger Schritt, das sogenannte „Hoover-Moratorium", unser Vaterland und vielleicht viele andere Rattonen vor einem furchtbaren Schicksal bewahrt hat, und daß ihn der ehrliche Wille beseelte, das entsetzliche Chaos, das der Krieg geschaffen, und das noch immer nicht ganz beseitigt werden konnte, nach bestem Missen und Gewissen zu entwirren. Präsident Roosevelt möge es beschieden sein, eine glücklichere Rolle für unser Vaterland zu spielen, als fein Amtsvorgänger. Möge Roosevelt über seine Amtszeit das Motto „Hinein in den W e l t w i r t sch a f t s f r ie- d e n“ stellen und wirklich diesem Wahlspruch treu bleiben! Der „L o k a l a n ze i g e r" begrüßt ebenfalls das neue amerikanische Staatsoberhaupt herzlich und gibt der Hoffnung Ausdruck, daß sich seine Wahl segensreich nicht nur auf die darniederliegende Wirtschaft seines Landes, sondern auch auf die Wechselbeziehungen zu Deutschland auswirken werde. Das „Berliner Tageblatt" meint, Europa und besonders Deutschland können die Riederlage Hoovers nicht zur Kenntnis nehmen, ohne die nochmalige Bekundung der Dankbarkeit für die Einsicht des bisherigen amerikanischen Präsidenten in die unhaltbaren finanziellen Kriegsfolgen. Soweit die Repa- dem, daß die Vereinigten Staaten verantwortlich an der Gestattung der europäischen Politik mitzuarbeiten haben, soll die Verewigung der Weltkatastrophe verhindert werden. Roosevelt trägt die Verantwortung dafür, daß das von dem demokratischen Amerika aus dem Wunde Wilsons in den berühmten 14 Punkten gegebene Versprechen jetzt endlich erfüllt wird. Amerika gehört in den Völkerbund, der eine amerikanische Idee ist. Amerika gehört auf die Weltwirtschaftskonferenz, die im nächsten Frühjahr zusammentritt. Und Deutschlands Außenpolitik hat in den nächsten Monaten zur Hauptaufgabe, Roosevelt und seine Helfer für das Schicksal Deutschlands zu interessieren. Denn Amerika hat nicht nur Deutschland eine politische und moralische Genugtuung zu geben, sondern es ist auch seiner Zukunft schuldig, das Zusammenwirken mit Deutschland und dem aufbauwilligen Europa zu organisieren. Oie Kommunisten beantragen sofortige Reicheltagseinberufung. Berlin, 10. Nov. (DDZ.) Die kommun«- tische R e i ch s t a g s f ra 11 i o n hat an den Reichstagspräsidenten Göring ein Schreiben gerichtet, in welchem sie von ihm die sofortige Einberufung des neuen Reichstags verlangt. Nach Konstituierung des Reichstags sollen zahlreiche kornrnu- rationsfrage gelöst ist, soweit die Krise der öffentlichen und privaten Finanzen Europas und Deutschlands davor bewahrt wurde, eine Katastrophe zu werden: In beiden Fällen sei Rame und Tat Hoovers nicht aus den wirklichen Entscheidungen wegzudenken. Englands Gorgen nm die Gchuldenstreichnng. London, 9. Rov. ($11.) Der Sieg der Demokraten in Amerika wird sich nach der Auffassung englischerpolitischerKreise zunächst dahin auswirken, daß die jetzige republikanische Regierung keine grundlegenden Schritte in der Außenpolitik einleiten, sondern sich vielmehr sehr ^urückhalten wird. Man befürchtet daher, daß die gegenwärtige Lage in Amerika für die Eröffnung der Schuldenverhandlungen nicht günstig sein wird. Da aber zum 15. Dezember eine Zahlung fällig wird, so werden sich Verhandlungen nur auf diese eine Zahlung erstrecken können. Die Aussichten für eine völlige Streichung der Schulden werden jetzt angesichts des starken Einflusses der Hearstpresse auf die Demokraten noch c t - was pessimistischer als schon vorher beurteilt. Anderseits hat man in London die Hoffnung, daß die Demokraten nicht die Hochschutzzollpolitik der Hoover-Regierung fortsetzen werden. Ein Wechsel kann sich aber erst nach der Amtsübernahme Roosevelts im Frühjahr des nächsten Jahres bemerkbar machen. Oas Echo in Paris. Paris, 9. Nov. (TU.) Der Wahlsieg Roosevelts wird in der Pariser Presse mit besonderer Genugtuung unterstrichen. Die Blätter weisen zwar daraus hin, daß die demokratische Partei sich auf der Chikagoer Landestagung gegen die Streichung der interalliierten Schulden ausgesprochen habe, hoffen aber dennoch, daß die Tür zu einer zufriedenstellenden Lösung der Frage offen bleibt. „Der Temps" ist der Auffassung, daß Roosevelt die großen Richtlinien der Außenpolitik Hoovers beibehalten werde. „Paris S o i r" begrüßt es, daß an der Spitze der Bereinigten Staaten ein Deutschenfreund durch einen Franzosenfreund ersetzt werde. Die nationalistische „Liberifordert Hoover auf. das Weiße Haus sofort zu verlassen. Der „Paris Midi" erklärt u. a., wenn der neue amerikanische Staatspräsident in der Ab- rüstungssrage auch die Politik weiterführen werde, die von Hoover eingeleitet worden sei, so könne man* 1 * * von ihm doch eine wesentlich liberalere Einstellung erwarten. In der Zollfrage habe sich Roose- vell bereits als entschlossener Anhänger eines freieren Warenaustausches bekannt. Die Schuldenfrage, die Frankreich am meisten interessiere, dürfte durch die Wahl Roosevelts ebenfalls einer endgültigen Lösung näherkommen. Man rechnet damit, daß der neue amerikanische Staatspräsident im Interesse eines Ausgleichs des Haushaltsfehlbetrages von den amerikanischen Schuldnern eine Endsumme als Restzahlung ihrer Schulden an-- nehmen werde, vorausgesetzt, daß die Höhe dieser Summe so bemessen sei, daß sie das Loch im komme nden Haushall stopft. Auch das „Petit Journal" rechnet mit einer viel geschmeidigeren Politik der neuen Regierung und hofft, daß der neue Präsident sich auf dem Wege zum Frieden den europäischen Staatsmännern anschließen werde. Oie Meinung in Genf. Genf, 9. Rov. (TU.) Das Ergebnis der amerikanischen Präsidentenwahl wird in hiesigen ausländischen Kreisen übereinstimmend dahin beurteilt, daß eine Aenderung in der bisherigen amerikanischen AbrüstungS- und Schuldenpolitik nicht eintreten wird. Man weist daraus hin, daß Rorman DaviS, der für die amerikanische Regierung in London, Paris und Rom verhandelt, sett Jahren zu den führendsten Persönlichkeiten der demokratischen Partei gehört. Dagegen erwartet man, daß di« neue amerikanische Regierung unverzüglich auf dem Gebiet der Zolltarifpolitik eine neue Gesetzes- Vorlage in der Richtung des Abbaues der Schwere Unruhen in Genf. Militär wird von Demonstranten entwaffnet. - Mit Maschinengewehren gegen die Menge. - Zehn Todesopfer des Schießerei. Genf. 9. Rov. (MTV.) Die Union Rationale, eine bürgerliche Partei, die sich erst vor kurzem in Genf gebildet hat, veranstaltete am Mittwochabend in dem Gemeindesaal von Plainpalais eine Versammlung, um öffentliche Beschwerde 1» führen gegen die fozialistischen Ra- tionalräfe Ricol und Dicker. Unterdessen sprachen auf der Straße die Rationalräte Ricol und Trochet zu einer großen Menge. Gegen 21 Uhr wurden von der Menge die Absperrungen durchbrochen, so daß die Polizei eiuschreiten mußte. Die Demonstration artete zu einer Revolte aus. Als die Kompanie der Infanterie-Rekrutenschute auf Ersuchen der Polizei eintraf, wurden d i e Soldaten angegriffen. Zahlreiche Rekruten wurden in die Menge hineingerissen und geschlagen, die Gewehre wurden ihnen entrissen und auf dem Boden zerschlagen. Die Soldaten zogen sich nach dem Boulevard de Pont d Arve zurück und schossen mit Maschinengewehren, als sie sich umzingelt sahen. Die Erregung steigerte sich noch und Lastwagen mit Maschinengewehrabteitungen wurden herangeführt. Um 23 Uhr drängte sich die Menge noch immer in allen Straßen der Umgebung de» Gemeindesaales. Gendarmerie und Militär hielten die Menge in Schach. Ferner standen an verschiedenen Straßenecken La st wagen mit Maschinengewehren, jederzeit zum Eingreifen bereit. Die blutigen Zusammenstöße haben insgesamt 10 Tote und etwa 40 Verlehte gefordert. 3m Laufe der Rocht traf der Genfer Staatsrat zu einer außerordentlichen Sitzung zusammen. Um 1 Uhr wurden die Gendarmerie- und Militärabteilungen von der Straße zurückgezogen. Ein Führer der Genfer Demonstranten verhaftet. Gen f, 10. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der Sv- zialistenführer Nicol ist heute vormittag wegen seiner Beteiligung an den öffentlichen Unruhen und wegen Aufforderung zum Wider st and gegen die Staatsgewalt verhaftet worden. Nicol hat gegen seine Verhaftung keinen Widerspruch erhoben. Gegen Lebet und Trochet wurden Haftbefehle erlassen, die noch nicht ausgeführt werden konnten, weil die beiden Führer nicht aufgefunden werden konnten. nistische Anträge auf die Tagesordnung gesetzt werden, und zwar zunächst Mißtrauensanträge gegen das Kabinett Popen und gegen einzelne Minister, Anträge auf Aufhebung verschiedener Notverordnungen und der von Sondergerichten gefällten Urteile, Anträge gegen den Versailler Vertrag, gegen die Rüstungen usw. Krisenzeichen auf der australischen Flotte. Kommunistische Zersetzungsversuchc unter den Matrosen. Melbourne, 9. Nov. (Reuter.) 200 Seeleute von der königlich australischen Kriegsflotte verließen gestern abend ihre am Pier vertäuten Kriegsschiffe und hielten am Land eine Protestversamm- l u n g ab gegen die aus Sparsamkeitsgründen angeordnete Herabsetzung der Löhne. Nachdem ein Wohlfahrtsausschuß gebildet worden war, gingen sie wieder an Bord zurück. Die Offiziere hatten die Mannschaften gewarnt, etwas zu tun, was als Meuterei ausgelegt werden könne. Aber einige der Redner auf der Versammlung erklärten, wenn die Beschwerde nicht berücksichtigt werden würde, so würden die 3000 von der Lohn- Verminderung betroffenen Seeleute einen weitergehenden Schritt tun. Der Kriegsminister erhielt ein Schreiben, in dem erklärt wurde, daß die Mattosen den Dien st verweigern würden, wenn man ihren Forderungen nicht nachkomme. Die Mitteilung war von einem Bild begleitet, aus dem Matrosen mü Gewehren und Seitengewehren abgebildet waren. In der Beschriftung des Blldes war die Möglichkeit einer Meuterei angedeutet. Gleichzeitig wurden auf den Kriegsschiffen kommunistische Hetzschriften oerteilt, in denen die Meuterei in der englischen Marine im vergangenen Jahr geschildert und als Vorbild hingestellt wurde. Die Auf- rührer wurden von den Schiffen entfernt. Sie riefen telefonisch mehrfach den Admiral Hyde und die Schrislleitungen der Zeitungen an und erklärten, daß die Flotte am Mittwoch nicht i n See gehen werde. Als Nachforschungen angestellt wurden, weigerten sich die Telefonangestelllen, Namen zu nennen. Schließlich erklärten sich die Matrosen bereit, die Entscheidung über ihre Forderungen dem Manne-Schllchtungsausschuß -zu überlassen. Die ylotte ging am Montagmorgen ohne Zwischenfälle nach I e r v i s - B u ch t in See. Der Kriegsminifter tellt mit, daß diese Zersetzungsversuche nur einen xetl einer aroßangelegten und wohlvorbereiteten kommunistischen Propaganda seien. Es sei richtig, wenn das australische Volk über diesen „verab- scheuungswürdisten Anschlag", der die Sicherheit des Landes gefährde, aufgeklärt werde. Aus der provinzialhaupistadt Gießen, den 10. November 1932. OaS „Piom&ieren* der Zähne. Don Dr med. deut. Gonter, Gießen. Verfaffungsreform durch Volksentscheid Professor Iellinek macht Vorschläge zur Aenderung des Wahlrechts und zur Verbindung Preußen Reich. Briefkasten der Jktaftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Sch. in R. Das Gesetz kennt nur Vorschriften für eine gemeinschaftliche Mauer. Die Errichtung oder Ausbesserung eines Spaliers unterliegt der freien Vereinbarung. Wer ein neues Spalier errichtet, kann vom Nachbar nicht verlangen, daß er zu dessen Kosten etwas beiträgt. In vielen Süllen ist das jedoch geschehen, da das Spalier den beiderseitigen Interessen zu dienen pflegt. w. D. in Daubringen. Dekorationsfachschulen befinden sich in Frankfurt a. M. (angeschlossen der Höheren Gewerbeschule in Frankfurt), in Hamburg (Hamburger Dekorationssachschule, Hamburg 36, Kaiserstratze), in Berlin (Schule Reinemann) und in Köln. Es ist ferner Gelegenheit gegeben, an dem Fernkursus von Dr. Th. Friedländer, Berlin, Leipziger Strotze 117/118, teilzunehmen. In Gießen gibt es keine Dekorationsfachschule. „besten" Füllung einen neuen Krankheitsherd entstehen zu lassen. Wenn der Patient Glück hat, werden die Folgen einer nicht gewissenhaft durch, geführten Behandlung rechtzeitig entdeckt. Aber selbst in diesem für chn noch günstigen Falle hat er das zweifelhafte Vergnügen, seinen Zahn, für den er doch damals eine so gu^e P ombe „genom. men" hat, noch einmal beyanoeln zu lassem Oft aber entwickelt sich eine solche Zerstörung völlig unbemerkt, bis es zu einer Entzündung, oder auch zu einem schmerzlosen Zerfall der Zahnpulpa kommt. Bleiben solche Fälle dann entweder sich selbst überlassen (in dem falschen Glauben: „in meinen Zähnen halten keine Plomben"), oder wer- den m>ch einmal nach derselben ..Methode" be- handelt, so entstehen die oben geschilderten Kieser- vereiterungen mit ihren für den allgemeinen Ge- sundheitszustand so nachteiligen Folgen. Leider ist die Mehrzahl der Patienten zu leicht geneigt, eine Behandlung nach ihren subjektiven Empfindungen zu beurteilen. Gerade bei Zähnen mit lebendem „Nerv" ist das Entfernen der erkrankten Zahnsubstanz (Caries) manchmal nicht sehr angenehm. Aber stets wird sich eine zwar angenehm emvfundene „flotte", aber unwissenschaftlich durchgeführte Behandlung nur zum Nachteil des Patienten auswirken. Auch der gewissenhafteste Zahnarzt wird nicht eine Sekunde länger mit der so unbeliebten Bohrmaschine arbeiten, als es unbedingt erforderlich ist. Gerade d e r Zahnarzt ist der Helfer und Freund seiner Patienten, der jede Behandlung gewissenhaft durchführt, auch wenn er sich im Augenblick etwas unbeliebt macht. Im Rahmen dieser Abhandlung muß auch von der Behandlung der Zähne gesprochen werden, die zur Aufnahme von Kronen, oder zu Stühzäynen für Brückenersatz bestimmt sind. Der Patient begutachtet auch in diesen Fällen meist nur die tecb- nische Arbeit, die er vor Augen hat und glaubt beurteilen zu können. Der Wert einer Krone ober Brücke steht und fällt jedoch mit der Sorgfalt, mit der sowohl die Vorbehandlung der Stützzähne (Wurzelbehandlung, Wurzelfüllung usw.) durchgeführt, als auch das korrekte Beschleifen der Zahnkronen vorgenommen wird. Sind diese Vorbedingungen nicht erfüllt, ist jede technisch auch noch so schön gearbeitete Krone oder Brücke wertlos. Die nach verhältnismäßig kurzer Zeit auftretenden neuen Caries- Heide, Wurzelvereiterungen usw. bereiten ihr bald ein rühmloses Ende. Auch hier ist der Dauererfolg nicht nur von dem verwendeten Material abhängig, sondern in erster Linie von der Behandlung! Oer Konsum-Verein Gießen im Geschäftsjahr 1931/32. Vorstand und Aufsichtsrat des Konsumver- einsGiehen undLlmgegend erstatten jetzt Bericht über das am 30. Juni 1932 abgelaufene 31. Geschäftsjahr. Auch der Konsumverein Gießen wurde von den Folgen der Wirtschaftskrise stark in Mitleidenschaft gezogen und die zu Beginn des Geschäftsjahres gehegten Befürchtungen durch die Verhältnisse teilweise noch übertroffen. Der LI m s a tz bezifferte sich auf 2 525 842 Mk., gegen das Vorjahr 475 017 Mark weniger. Hierbei mutz neben der gesunkenen Kaufkraft der Mitglieder anderseits auch die beträchtliche Senkung der Preise in 'Betracht gezogen werden. Der Um* satz verteilt sich auf die einzelnen Betriebszweige wie folgt: Warengeschäft 1 964 684.02 Mk., Backwaren 322 989,03 Mk., Fleisch- und Wurstwaren 141 770,42 Mark. Kaf ceröftere' 96 3J8 85 Mark. Die Bäckerei wies ein Weniger von 36 353,51 Mark auf. Verbacken wurden 1585 Zentner Weizenmehl, 8973 Zentner Rogaenmehl, 450 Zentner Backhilfsmittel und daraus hergestellt 33 493 Laib Mischbrot I, 48 313 Laib Mischbrot U, 252 845 Laib Roggenbrot, 7629 Laib Schrotbrot und 5142 Krankenbrote (Gewicht je Laib 4 Pfund), 1 003 632 Stück Brötchen und Feingebäck, 4012 Kuchen. Der Rückgang des Umsatzes der Däckereiprodukbe ist mit der erhöhten Arbeitslosigkeit in Zusammenhang zu bringen. 3n der Kaffeerösterei wurden 40 720 Pfund Kaffee gebrannt. Die Derteilungsstellen wurden 'um eine in Friedberg vermehrt. Die Rot der Zeit kam auch bei der Vereins-Sparkasse zum Ausdruck. Die Spareinlagen sanken von 731 634,72 Mk. auf 524 381 Mk. am 30. Juni. Der Zinsendienst erforderte 31 538,36 Mk. 3n der Zeit der Danken- krise wurde die Vereins-Sparkasse allen an sie gestellten Anforderungen gerecht. An Steuern wurden im Berichtsjahr abgeführt . Aufbringungssteuer 1018,70 Mk., Gewerbesteuer 6661,68 Mk., Filialsteuer 184,16 Mk., Körperschaftssteuer 591 Mk., Vermögenssteuer 1116,85 Mark, Umsatzsteuer 36 477,66 Mk., Grundsteuer 2232.30 Mk.. Sondergebäudesteuer 13 827,88 Mk., Genf, 9 Noo (TU.) Der Wirtschaftliche Vor- bereitungsausschuß für die Londoner Weltwirt- fchaftskonferenz hat feine Tätigkeit mit der Ausarbeitung eines Geheimberichts abgeschlossen, der den Regierungen zugehen wird. Nach diesem Bericht können in Zukunft alle Maßnahmen zur Behebung der Weltwirtschaftskrise auf finanziellem und wirtschaftlichem Gebiet nur gleichzeitig in Gang gesetzt werden Notwendig sei ein allmählicher Abbau der ausgesprochenen Krisenmaßnahmen, wie der Kontingente. Auf dem Gebiet der Tarifpolitik müsse gleichzeitig ein Abbau der Hochschutzzollpolitik erfolgen. Die Aus- landschulden sollten in Zukunft nur mit Waren und sog. Dien st lei st ungen abgetragen werden Die unmittelbare und unbeschränkte Meistbegünstigung müsse weiter die den Handel beherrschende Regel bleiben. Für die o ft • europäischen Staaten feien Ausnahme- maßnahmen, insbesondere in Form von Vorzugszöllen notwendig und zulässig. Die Vergebung internationaler öffentlicher Arbeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit wird als nützlich erklärt. Die Finanzierung soll durch den Finanzaus- Berlin, 10. Rov. (ERB.) Der bekannte Staatsrechtslehrer Professor Dr. Walter Jelli- nek verössentncht in der Zeitschrift „Reich und Länder" einen Artikel „Verfassungsre- sorm im Rahmen des Möglichen", in dem er sich vor allem mit der Frage beschäftigt, aus dein Volksentscheid ein brauchbares 3nstrurnent zur Verfassungsreform zu machen. Professor Iellinek vertritt die Ansicht, daß der Reichspräsident auf Grund des Art. 48 das Dolksentscheidgesetz dahin ergänzen könne, datz bei Volksbegehr auf Verfassungsänderungen immer oder dann, wenn Regierung oder Reichsrat den Gesetzentwurf befürworten, Fernbleibenvon der Abstimmung als Zustimmung zum Entwurf gilt. Nimmt man an, so sagt Professor Iellinek weiter, daß der Reichspräsident das Reichstagswahlgesetz durch Diktaturverordnung ändern kann, und diese Annahme ist mangels innerer Gegengründe berechtigt, so kann er alles anordnen, was den Wahlgrundsätzen der Verfassung nicht widerspricht. Statt des automatischen Listenverfay- rens kann er die proportionale Einer- wähl einführen, also etwa das englische Wahlver- fahren, bei dem in jedem Wahlkreis ein einziger Abgeordneter nach der relativen Mehrheit gewählt wird, ober das Wahlverfahren des Kaiserreichs, bei dem die absolute Mehrheit, nötigenfalls Stichwahl entschied, das dem Derhältniswahlverfahren aber dadurch angepaßt wird, daß den durch Zahlenun- amerikanifchen Hochschutzzölle vorle- aen wird. Jedoch wird diese Gesetzesvorlage nach hiesiger Beurteilung erst nach 18 Monaten in Kraft treten können. Auf dem Gebiet der Völkerbundspolitik erwartet man keine grundlegende Aenderung, jedoch eine gewisse wohlwollende Beteiligung an den internationalen Arbeiten in Genf. Als neuer amerikanischer Staatssekretär werden hier Rorman Davis und Owen Boung genannt. Die Auffassung in Rom. Rom, 9. Rov. (Xil.) Die Rede des Reichskanzler von Papen vor den ausländischen Pressevertretern findet in der italienischen Presse starke Beachtung. Das halbamtliche „Giornale d'Italia" hält den Hinweis Papens auf ein eventuelles Kabinett der nationalen Konzentration und die Betonung, daß Personenfragen hierbei keine Rolle spielen dürften, für besonders be- zeichnend. Das Blatt glaubt hierin die Andeutung eines Reichskanzlerwechselszu sehen und nennt in diesem Zusammenhang den Ramen von Schleichers als wahrscheinlichen Rachfolger, während der Berichterstatter des „Lavoro Fa- scista" Gerüchte verzeichnet, wonach Detzler in gewissen Kreisen als besonders geeignet für diese Rachfolge gehalten werde. Die Vorbereitung der Wellwirtschaftskonferenz. Notwendige Feststellungen. gunft zu kurz gekommenen Parteien im Wahlkreis oder auf einer Reichslifte Ergänzung s f i tz e zugewiesen werden. Ferner ließe sich der Gedanke einer Mobilisierung derNicht- Wähler auch hier dadurch verwirklichen, daß der Reichsregierung anheimgegeben wird, im Einvernehmen mit gewissen Organisationen eine möglichst dem Parteigetriebe entrückte Liste von führenden Männern, etwa der Wissenschaft, der Kunst, des Beamtentums und der Wirtschaft, aufzustellen, auf die die Stimmen aller derer fallen, die von der Wahl fernbleiben. Die dauernde enge Verbindung Preußens mit dem Reich schreit zwar nach einem verfassungsändernden Gesetz, doch läßt sich auch hier manches im Rahmen der Reichsverfassung gestalten. Man ändere, sei es unter dem Druck des Reiches auf landesgesetzlichem Wege, sei es auf dem Wege über Artikel 48 der Reichsverfassung, die preußische Verfassung dahin. Daß Preußen einen über dem Staatsmini fterium stehenden Landespräsidenten erhä t, und daß der Reichspräsident immer zugleich preußischer Landespr äs ident sein muß. Einen solchen vom Vertrauen des Landtages unabhängigen Landespräsidenten verbietet Artikel 17 der Reichsverfassung nicht. Da die Landtagsauflösung zu den Befugnissen des neugeschaffenen Landespräsidenten gehören müßte, würde ein Sturz der preußischen Regierung nicht so leicht sein. Wettervoraussage Der hohe Druck im Osten hat sich keilförmig über Deutschland ausgebreitet und hält die Störungs- tätigtdt Im Westen noch von dem Festland zurück. Durch die in der Höhe oordringende Warmiuft kommt es zwar weiterhin zu verbreiteten Nebelbildungen, doch treten Niederschläge vorerst kaum auf, und zeitweise wird sich der Himmel aufklaren. Die Temperaturen schwanken nachts um den Gefrierpunkt. Ausfichten für Freitag: Weiterhin neblig-wolkig, zeitweise auch aufklarend, troden, Temperaturen wenig verändert. Aussichten für SamStag: Fortdauer der herrschenden Wetterlage. Lufttemperaturen am 9. November: mittags 7,8 Grad Celsius, abends 4,4 Grad: am 10. November: morgens 4,4 Grad. Mcximum 8 Grad, Minimum — 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. November: abends 5,8 Grad; am 10. November: morgens 4,5 Grad Celsius. — Sonnenschein^ dauer M Stunde. Kraftfahrzeugsteuer 3280 Mk., zusammen 65 390,23 Mark. Beschäftigt wurden 119 Personen (56 männlich, 63 weiblich); zeitweise wurden Aushilfskräfte eingestellt. An Lohn und Gehalt wurden 271 427 Mark bezahlt, für Sozialverflicherung 32 560,14 Mark, an Lohn- und Bürgersteuer 12 860,91 Mk. entrichtet. Die Sterbekasse stand in 73 Fällen mit 1939 Mk. den betroffenen Familien helfend zur Seite. Die Bilanz für 1931/32 verzeichnet auf der Aktivaseite: Betriebswerte: a) Vorräte 204103,99 Mk., b) Einrichtungen 201 100 Mk., Grundbesitz 634 700 Mk.,angelegte und flüssige Mittel 398 749.55 Mk.. Forderungen 6541,29 Mk. Summe der Aktiva 1 445 194,83 Mk. Die Passiva setzt sich zusammen aus: Eigene Mittel: a) Geschäftsguthaben 225 467.86 Mk. b) Reserven 273 846,46 Mk., Grundschulden (Hypotheken) 112 832 80 Mk., Laufende Verpflichtungen: Spareinlagen und Sparmarken 557 234.66 Mk., Lieferantenschulden 65 644,57 Mk., Wechselschulden 70 000 Mk., Umsatzsteuer 3815,80 Mk., Kohlen 10 444,34 Mk., Pensionsfonds 14 918,33 Mk., Rabattguthaben 95 566,07 Mk., Anteil ausgeschiedener Genossen 13 416,03 Mk., Erübrigung 2007,91 Mk. Summe der Passiva 1 445 194,83 Mk. Die äleberschuh- und Verlustrech- nung weist aus: Soll: An Allgemeine Unkosten 63 997,63 Mk., Steuern 48 342,09 Mk., Sterbekasse 1939 Mk., Zinsen 14 972,27 Mk., Lohn und Gehalt 167 108.41 Mk., Kraftfahrerlöhne 15 072 89 Mk., Kraftwagenunkosten 27 725,54 Mark, Abschreibungen 10 395,82 Mk., Erübrigung 2007,91 Mk. Haben: Per Warenroh- ertrag 339 188,31 Mk., Leergut 5045,29 Mk., Diskont 7327,96 Mk. Die Gewinn- und Verlustrechnung schließt auf der Soll- und Habenseite je mit: 351561,56 Mk. Die Zahl der Mitglieder betrug am l.Iuli 1931: 10 130, Zugang in 1931/32 694, Abgang 608, Bestand am 30. Juni 1932: 10 216 Mitglieder. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder betrugen am 1. Juli 1931: 228 818,41 Mk., am 30. Juni 1932: 225 467.86 Mk., also weniger 3350,55 Mk. Die Haftsumme stieg um 2580 Mk- auf 306 480 Mk. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e h e n, 10. Rov. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarlt: Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25—30 Pf. das Pfund, Käse 5—10, Eier, ausländische, 12—14, inländisch« 14 Pf. das Stück, Wirsing, grün, 6—8. Weißkraut 4—6, Rotkraut 7—8, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8—10, Spinat 15, Unter- Kohlrabi 5-6, Rosenkohl 20-25, Feldsalat 80 bi- 100, Tomaten 30—35, Zwiebeln 8—10, Meerrettich 30—60, Schwarzwurzeln 25—30, Kürbis 5—6, Kartoffeln 3, Pfirsiche 40-50, Aepfel 15—30, Dirnen 10—20, Dörrobst 30 -35, Honig 40—45, Rüsse 35, Junge Hähne 70-^80, Suppenhühner 60—80, Gänse 65-75, Enten 80—90 Pf. baS Psd., Blumenkohl 30—60, Endivien 10—15, Ober-Kohl- rrabi 5—8, Lauch 5—10, Rettich 8—10, Sellerie 10—35 Pf. das Stück, Radieschen 10 Pf. daO Bund. Kartoffeln 2,30-2,50, Weißkraut 2,20 biS 2,50, Rotkraut 5,00, Wirsing, grün, 4,00—4,50, Aepfel 12,00—15,00 Mk. per Zentner. BornoUzen. — Tageskalender für Donnerstag. Oberhessischer Kunstoerein Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Münchner Künstlerbund „Isar": „Einhorn", 10 bis 19 Uhr, große Kunstausstellung: ab 20.30 Uhr Kunftabend. — DHV.: Beginn verschiedener Lehrgänge; 20.30 Uhr, im Heim, Grenzlandabend. — Gießener Eis- verein: 20 Uhr, Stadtcafs, Mitgliederversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schuh im Morgengrauen". — Astoria-Lichtlpiele, Seltersweg: „Die Geheimnisse des Zirkus Jordan", 2. Teil: „Die Goldmine" und „Sein letztes Edelweiß". * ** Da s Verzeichnis der Fundsachen. Vom Polizeiamt wird uns mitgeteilt: Das Verzeichnis über die im Monat Oktober gefundenen bzw. abgelieferten Gegenstände kann an Der Anschlagtafel im Flur des Polizemmts, Landgraf-Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbüro während der Dienst stunden geltend zu machen. ♦* Evangelisch-kirchliche Personalie. Durch Entschließung der Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Dr. Lic. Franz Stumpf zu Merlau die evangelische Pfarrftelle zu Gernsheim (Dekanat Eberstadt) übertragen. Die von den Patienten so oft geäußerte Bitte: „Aber nehmen Sie bitte eine gute Plombe" ist bezeichnend für die falsche Auffassung, die ein großer Teil des Publikums von dem sogenannten „plombieren" der Zähne hat. Die Wenigsten gehen in dem Bewußtsein zu ihrem Zahnarzt, sich einen erkrankten Teil ihres Körpers, in diesem Falle eine oder mehrere Zähne, ausheilen zu lassen. Es muß deshalb einmal öffentlich ausgesprochen schuß geklärt werden. I werden, daß der „Plombe" längst nicht die Be- In deutschen Kreisen wird zu diesem Bericht bar- fcutung zukommt, die ihr zugemessen wird. Daß auf hingewiesen, daß die R e i d) 3 r e g i e r u n g Zahnarzt ein gutes, haltbares Füllungs- bereit fei, in der Richtung der vom Ausschuß material verwendet, ist eigentlich selbstverständ- ausgearbeiteten Richtlinien mitzuarbeit e n. fich. Hauptsache jedoch ist die Behänd- Als wichtigste deutsche Frage wird hierbei die Stär- lung des erkrankten Zahnes. Die Tatsache, daß tung der Kaufkraft durch Erhöhung der Ab- gerade die Zähne sich leichter als irgendein an- fafom ög[id)f eiten und damit die Steigerung derer Teil des Körpers aus diesem entfernen und des internationalen Warenumsatzes bezeichnet Mi- sich verhältnismäßig leicht durch eine Prothese nifterlalbireftor Posse hat an den Verhandlungen ersehen lassen, hat in den Kreisen dec Laien die zur Lösung der Weltwirtschaftskrise weitgehend teil- Vorstellung hervorgerusen, die Zähne seien vom genommen und die Bereitwilligkeit Deutschlands zur Körper völlig isolierte Gebilde. Selbst wenn aufweiteren Mitarbeit zum Ausdruck gebracht. tretende Schmerzen die enge Verbundenheit der Zuchthaus für Demonstranten im Berliner Verkehrsstrelk. I erschüttert werden. «Berlin a a?D0 (Ssi i Das Berliner der Patient von seinen Schmerzen befreit, lincr Verkehrs-AG. am 4.Rovember am 6tra- ^chung, m der Zahn gefüllt werden JuÄ RX °°n ibmol* S'ÖlTÄr6 °L' Vun tfÄ isis s DNLM2LT L" flötet jrerben mußte, 8«. «ÄS feÄÄÄÄ «ch°!t -mtfprLub ^-rchgesührt. Di- erste toortaefäbrbuna als aeaeben an und Ywr# I kommt er dann noch die gewünschte „gute Plombe , Sä-"5• "1Ä"" "«ää ' zeichneten Fachmannes geraten zu sein, besonders Aus aller Welt. wenn die Sache „preiswert" oder sogar „billig" I war. Vrandkalastrophe in einem Schweizer Kinderheim. seinem Unglück aber ist der Zahn trotz der Zn Waedenswil (Kanton Zürich) brannte ein allgemein verbreiteten Ansicht kein isoliertes Heim ab, das 80 schwer erziehbare Kin- Gebilde, sondern steht mit dem übrigen Organis- d e r beherbergte. Drei ber jungen Bewohner rour mus in engster Verbindung. Rach einer ober- den bisher als Leichen geborgen, neun siüchlichen Behandlung der Wurzelkanäle entwerten noch vermißt. Die Ursache des Brandes wickelt sich leider auch unter der „allerbesten" konnte noch nicht geklärt werden. Plombe mit absoluter Sicherheit ein Fäulnis- 16 Millionen Blumenzwiebeln sollen vernichtet I Prozeß. Die nächste Folge ist eine Infektion der werden die Zahnwurzel umschließenden Wurzelhaut bis Die holländischen Blumenzüchter haben ein Heben einer schweren Vereiterung be8 die Wurzel, einkommen getroffen, wonach je Hektar mit Blu° ,®cr. ,9U1V menzwiebeln bestellte« Land, rund 2000 Silo- 8"/ 'st noch wenn ter Patient durch gramm Blumenzwiebeln ° e r n i ch t e t M*'a« Schmerzen gezwungen wird. Wort e.nen werben fallen, um die Vorräte zu Derminbern. Z-dnarzt aufzusuchen Leider. ,um Nachteil be» Die Vorräte sollen in Gruben geworfen unb mit entwickelt ,ich nach dem -rst°0 Schmerz, ungelöschtem jkalk bedeckt werden Aus diese Weise «'N« meist unbeachtet.bleiben!» F stel oder werden etwa 1500 Tonnen Blumenzwiebeln ber- Ä(P±elJ&, nichtel werden Der Wert dieser Zwiebelmenge dürste l«*tiber "BcMltoet&en ein buri duftere ©rfiiiet. weit über 2 00000 holländische Gulden J1,'*1 sl1 ® L.J’' betragen Ihre Stückzahl wird auf mindesten« 16 5,8oWi ? «”W ® ALL £ *8342,09 M VS x L. MW ®l, Srübn- Darenn^ «gut 5045,29 M Slnr!\unb W < und Habenseite "eder betrug am y in 1931/32 694, 1932: 10216 /uWen der fflit* 1931:228818,41 Ml. ’ M, also weniger stieg um 2580 larktpreise. vsieten auf dem heu- butter 130, Landbut. Ute 25-30 Pf. dar Indische, 12-14, in. Mrsing, grün, 6-8, !-8, Gelbe Men 8 , Spinat 15, Unter* -25, ZeUM80bl- eln 8-10, Meerrettich 5-30, Äütbii 5-6, -50, Aepsel 15-30, 0-35, Honig 40-45, 0-80, Suppenhühner 180-90 Ps. das W. m 10-15, Ober-Kohl* tettich 8-10, Sellerie idieschcn 10 Ps. bai 0, Deihkraut 2,20 ding, grün, 4,00-4,50, er Zentner. zen. für Lonnerrtag. urmfjaus am !Brani> ’dunq. - fflündmer cn“, 10 dir 19 W, ,0.30 W Wobenb. ;n« Lchgünge: 20.30 end. - ©ic&cner Eis- Mitgliedervechminlung. trage: „Der Schuß int W» s Ebellveih'. der Fundsachen- geteilt: Dar Berzeich -tobet gefundenen bzw. nn an bet Anschlagtafel „bgrof.fiW*» ; pfangsbetechtigten Mk iro wahrend der Dtenfi gliche PersanaNe. r ^evakiion. M Lerbindltch'eit bet -W tei^f gnalter den \ ba । t!Ä^Ld« ff« ’Sfi»* Mander, -o g^hen .unepen. w Äfts? «SÄ ;awsl°u . nu>n b |n ** Zug-Zusammenstoß im Vchnhof Saasen. Ein Personenzug fährt gegen einen Güierzug. - Etwa 20 Verletzte. Im Bahnhof S a a s e n auf der Strecke Gießen— Grünberg ereignete sich heute morgen ein Eisenbahnunglück. das noch verhältnismäßig glimpflich verlief. Der Personenzug. der am frühen Morgen Fulda verließ und gegen 8 Uhr in Gießen eintreffen sollte, fuhr bei der Einfahrt in die Station Saasen auf einen Guterzug. der im Bahnhof kurzen Aufenthalt nehmen und dann nach Fulda weiterfahren sollte. Da« Unglück ist auf falsche Weichenstellung des im Bahnhof Saasen diensttuenden Beamten zurückzuführen. Der Personenzug. der nach rechts auf ein Ausweichgleis fahren sollte, fuhr durch die falsche weichenftellung geradeaus und dadurch direkt gegen den Güterzug. Der Zusammenprall erfolgte zwar nicht mit voller Wucht, denn der Lokomotivführer bemerkte die un- vorschriftsmäßige Fahrt des Zuges sofort, er zog die Schnellbremsen und konnte dadurch das Fahrttempo wesentlich verringern. Immerhin reichte der Raum zwischen Personenzug unfr Güterzug nicht mehr aus, um den Zusammen- stoß zu vermeiden. Die beiden Lokomotiven fuhren mit ziemlicher Wucht aufeinander, so daß Die Vorderteile beider Maschinen erheb ti da beschädigt wurden. Während an den Wagen des Personenzugs wesentlicher Sachschaden nicht entstanden ist, wurden vier Wagen des Güterzuges mit je einer Achse aus den Geleisen gehoben, ein Wagen, der mit Kies beladen war, völlig z e r st ö r t. Die Fahrgäste des Personenzugs wurden durch den plötzlichen Anprall heftig durcheinander- gerüttelt. stießen mit den köpfen gegen die wände und erlitten dabei Verletzungen. Der Verkehr auf der Strecke wurde für kurze » Zeit unterbrochen. Der Hilfszug vom Bahnhof Gießen erschien sehr schnell. Die dringendsten Auf- I räumungsarbeiten wurden sofort in Angriff genommen. Die Wagen des Personenzugs wurden nach Grünberg gebracht, die Lokomotiven, die trotz der schweren Beschädigungen noch mit eigener Kraft zu fahren vermochten, wurden ebenfalls nach Grünberg gefahren. Die Arbeiten wurden mit aller Beschleunigung durchgcführt, so daß die Strecke in verhältnismäßig kurzer Zeil wieder befahrbar war. Der Sachschaden ist nicht unbedeutend. Die Maschinen bedürfen einer gründlichen Reparatur. An den Gleisanlagen und am Bahnkörper ist ebenfalls kein wesentlicher Schaden entstanden. Oer Hilfsdienst für die Opfer. Der Hilfszug der Reichsbahn, der nach dem Alarm rasch von Gießen zur Unfallstelle eilte, brachte einen Arzt und 6 Mitglieder der Gießener Freiwilligen Sanitätskolonne vom Roten Rreuz mit. Außerdem fuhr das Gießener Sanitätsauto mit drei weiteren Sanitätern schleunigst nach. An der Unfallstelle fanden die Aerzte und Sanitäter reichlich Arbeit vor. Insgesamt handelte es sich um etwa 20 Verletzte. Von diesen wurden ein Reisender aus Homberg, der eine Gehirnerschütterung davontrug, und ein im Postwagen diensttuender Postbeamter aus Gießen mit einer schweren Fleischwunde am Halse am schlimmsten betroffen. Diese beiden Verunglückten wurden von der Sanitätskolonne mit dem Auto sofort nach der Klinik verbracht. Eine ganze Anzahl weiterer Personen trugen Kopfverletzungen und Prellungen am Körper infolge des heftigen Anschlagens an die Wände in den Personenwagen davon, ferner erlitten mehrere weibliche Fahrgäste infolge des Schrecks einen Nervenschock. Aerzte und Sanitäter nahmen sich aller Verunglückten mit anerkennenswerter Umsicht und großem Eifer an, so daß ihr Hilfswerk ziemlich rasch abgeschlossen werden konnte. Obechessen. Grünberger Gallusmarkt. + ©rünberg, 9. Noo. Der Gallusmarkt, der in diesem Jahre wegen des Auftretens der spinalen Kinderlähmung Drei Wochen später als sonst üblich abgehalten wurde, nahm am Sonntagabend mit einem sehr stark besuchten Heimatabend in Der Turnhalle seinen Ansana. Im Mittelpunkt dieser Veranstaltung stand ein Lichtbildervortrag von Berufsschullehrer H. Schmidt über das Thema „Ein Gang durchGrünbergshistorische Stätten". Umrahmt wurde der Vortrag, Der interessante Aufschlüsse über Gründeras reiche geschichtliche Vergangenheit bot, von Darbietungen des Musikvereins, Turnvereins und Männeraesangvereins. Am Dienstagabend fand auf Dem Marktplatz vor Dem Rathause die seit einigen Jahren übliche 6 r ö f f nungsfeier Jtatt. Nach einem Marsch der Feuerwehrkapelle Helt Bürgermeister Dr. Mildner eine kurze Ansprache, dabei betonend. daß Gründerg fest an seinem Gallusmarkt hänge, was Die stark zum Ausdruck gekommene Erregung der Einwohnerschaft bei dem Verbot des Marktes in sehr deutlicher Weise gezeigt habe. Dabei gab er Der Hoffnuna Ausdruck, daß der nun nach Ueberwindung mancherlei Schwierigkeiten doch noch stattfindende Markt alle auf ihn gesetzten Erwartungen erfüllen möge. Die His > ung der itädtischen M a r k t f a h n e (dlau-weiß-rot) war das offizielle Zeichen der Markteröffnung. 3um Schweine- und Rindviehmarkt Waren 464 Ferkel und 21 Stück Rindvieh auf getrieben. Folgende Preise wurden erzielt: 6 Wochen alte Ferkel 9—12 Mk., 6 bis 8 Wochen 12-16 Mk., 8-13 Wochen 18-23 Mk. Gegen den letzten Markt waren die Preise etwas angezogen. Die Rachfrage war stark, der Auftrieb verhältnismäßig gering. Der Handel ging gut, es wurde ausverkauft. Ruf dem Rindviehmarkt wurden fol- gende Preise genannt: Halbjährige Rinder 60 is 80 Mk.. jährige Rinder 80-120 Mk.. V/2 Jahre alte Rinder 120—150 Mk. Starke Beschickung wies der Krämer markt auf. 150 Stände waren aufgeschlagen. Der Juxplatz war gut beschickt. In den Vormittagsstunden herrschte noch geringer Verkehr, erst zur Mittagszeit nahm der Zustrom der Menschen stärkere Formen an, wenn- gleich er auch nicht die Zahl des vorjährigen Besuchs erreichte. Immerhin waren es mehrere Tauseiche, die zum Platz auf der Käswiese oder innerhalb Der Stadt, in Den Geschäften und Gasthäusern als Marktbesucher gekommen waren. Ueber das Geschäft läßt sich noch nichts Abschließendes sagen; auf Dem Markte waren die Verckäufsstände stets dicht belagert und es schien reger Verkauf zu herrschen. in der Stadt war das Geschäft nur mittelmäßig, jedenfalls war in Metzgereien und Gast- käusern nicht alles ausverkauft wie in manchen guten Jahren. Das Marktwetter war gut. 500 Prozent Bürgersteuer in Alsfeld. --^Alsfeld, 9. Rov. In der gestrigen Sitzung des Stadtvorstandes gab der Dorsitzende unter Bezugnahme auf den ablehnenden Beschluß in der letzten Sitzung d s Stadtvorstands bezüglich derBürgersteuer bekannt, daß das Kreisamt mit Genehmigung des Ministers des Innern auf Grund der Verordnung zur Sicherung der Haushalte der Gemeinden vom 25. September 1931 verfügt habe, daß in der Stadt Alsfeld für das Kalenderjahr 1933 die Bürger st euer mit 500 Prozent des Landessatzes zu erheben ist. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 9.Rov. Am Morgen des 31.3ult 1932 wurde ein landwirtschaftlicher Arbeiter eines Gutes in der Wetterau auf seinem Weg zur Arbeitsstätte von mehreren politischen Gegnern, die ihn verdächtigten, ihre Wahlplakate abgerissen zu haben, verfolgt, zu Boden geworfen und mißhandelt. Das Gericht hielt die Angeklagten trotz ihres Leugnens auf Grund der Beweisaufnahme für überführt und verurteilte sie wegen gemeinschaftlicher Körperverletzung aus politischen Beweggründen f§ 12 der Rotverordnung vom 14. Juni 1932) zu Gefängnisstrafen von drei Monaten und dreiMonatenzwei Wochen. (Wenn die Tat nach dem Inkrafttreten der Terror-Ver- ordnung vom 9. August 1932 begangen worden wäre, wäre die Mindeststrafe ein Jahr Zuchthaus gewesen.) Am 22. Juli 1932 äußerte ein Kaufmann in Dad-Rauheim äu den Insassen eines an der Kur» terrasse haltenden Autos etwa: „In Preußen sei ja ziemlich aufgeräumt worden. Am Donnerstag sei Ministerkonferenz. Da würden auch unsere Dagabunden zum Teufel gejagt, die schon seit 13 Jahren ununterbrochen am Ruder säßen." Wegen Beleidigung derhessischenMi- nister wurde er zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Am 13.'Mai 1932 wollte ein Reisender aus Friedberg mit seinem Auto drei Radfahrer auf der Straße Rieder-Wölistadt—Okarben überholen. Er gab vorher Signal und war nach seinen Angaben dicht bei ihnen, als einer von ihnen plötzlich nach links in seine Fahrtrichtung hinüberfuhr. Der Reisende steuerte seinen Wagen ganz nach links auf das Bankett und war nach seiner Behauptung auf diesem an den Radfahrern vor- beigckommen, ohne von einem Zusammenstoß etwas gemerkt zu haben. Jetzt erst durch das Schreien der Leute aufmerksam gemacht. wiU er gehalten und bemerkt haben, daß der eine Radfahrer in einer großen Blutlache links auf der Straße lag. Der Verletzte wurde alsbald in das Krankenhaus verbracht und verstarb dort nach einem Tage. In der heuttgen Hauptverhandlung bestritt der Reisende jegliches Verschulden. Die Begleiter des Verunglückten konnten bestimmte Angaben über den VorfaU nicht machen, insbesondere nicht angeben, ob der Autofahrer ihren Kameraden bzw. dessen Rad angefahren oder gestreift habe. Die verschiedenen medizinischen und fahrtechnischen Sachverständigen waren der Auffassung, daß nach der Art und Schwere der Verletzungen das Auto des Angeklagten das Rad des Toten gestreift haben müsse, wodurch dieser mit großer Wucht zu Boden geschleudert worden sei. Das Gericht war der Meinung, daß auf Grund der Beweisaufnahme nicht festgestellt werden könne, wie der Vorfall sich tatsächlich abgespielt habe, und sprach deshalb den Reisenden mangels Beweises frei. Wirtschaft. Berlin schwächer. Berlin, 10. Nov. (WTB. Funkspruch.) Hier stand man heute stark unter Dem Eindruck Des Verlaufes Der gestrigen Neuyorker Börse. In Europa hatte man allgemein damit gerechnet, daß Der überwältigende Sieg Roosevelts von der Stock Exchange mit einer Hausse beantwortet werden würde. Heute suchte man nach einer Begründung für die schwächere Tendenz Wallstreets und neigte verschiedentlich zu Der Annahme, daß die Tendenz von feiten der Republikaner künstlich beeinflußt worden fei. Tatsächlich dürfte der bevorstehende Systemwechsel in Den USA. allgemein zur Zurückhaltung gemahnt haben, so daß die durchaus natürlichen Glattstellungen nach den vorangegangenen Drei festen Börsen eben zu einem Rückgang führen mußten. Das gleiche technische Moment bewirkte auch in Berlin einen gewissen Rückschlag, Denn die Verkaufsorders des Publikums und der Spekulation waren keineswegs besonders umfangreich, und aus der deutschen Wirtschaft meldete man keine irgendwie ungünstigen Entwicklungen. Trotz Der unverkennbaren Enttäuschung und der im allgemeinen bis zu 2 v. H., vereinzelt bis zu 3 v. H. niedrigeren Anfangsnotierungen war die Gr u n ö ft i m m u n g nicht eigentlich schwach. Allerdings lösten auch Die Unruhen in Genf und Lausanne und die Damit zusammenhängende Schwächeneigung in Zürich, Die sich hier am Platze in einem Rückgang Der Chadeaktien um 6,50 Mark auswirkte, Verstimmung aus. Das Angebot in diesem Papier belief sich allerdings nur auf 5000 Peseten. Im Verlaufe traten bei sehr ruhigem Geschäft geringfügige Abweichungen nach oben oder unten ein, Deren Ausmaß nur bis zu 0,5 v. H. betrug. Auch am Anlagemarkt ist Die Kaufbewegung zum Stillstand gekommen. Altbesitzanleihe, ReichsschulDbuchforderungen, Jndustrieobligationen und Pfandbriefe verloren bis zu 1 v. H. Neubefitz- anleihe und Schutzgebiete waren etwas besser gehalten, für Kommunalabligationen und Reichsbahn- oonugsattien waren sogar anfangs noch kleine Besserungen festzustellen. Später wurde es auch hier etwas schwächer. Ausländer lagen weiter sehr ruhig und nicht ganz einheitlich. 4,5prozentige Rumänen waren um 0,90 v. H. gedrückt, während Anatolier 0,25 v. H. gewinnen konnten. Frankfurt abgeschwächt. Frankfurt a. M., 10. Rov. (WTB. Drahtmeldung.) Die bereits im gestrigen Abendbörsenverkehr eingetretenen Abschwächungen als Folge vpn Ermüdungserscheinungen nach den letztägigen Kurssteigerungen setzten sich zu Beginn der heutigen Börse fort, zumal tendenzstützende Momente, so vor allem Orders aus dem Publikum fehlten. Hinzu tarn noch die Abschwächung an der gestrigen Reuyorker Börse, was die Spekulation zu weiteren Glattstellungen und Positionslösungen veranlaßte. Bei wieder sehr klein gewordenen Umsätzen ergaben sich gegenüber gestern aoend durchschnittlich Kursrückgänge von 0,50 bis 1 Prozent. Eine Ausnahme machten nur Süddeutsche Zucker mit plus 1 Prozent und die Mehrzahl der Drauereiwerte, die erneut mit Plus-Plus-Zeichen an den Maklertafeln erschienen. Am Chemiemarkt eröffneten IG. und Deutsche Erdöl je 1 Prozent niedriger, Scheideanstalt blieben behauptet. Don Clektrowerten büßten Lahmeyer, Siemens und Schuckert bis au 1,50 Prozent ein, Rhein. Elektro Mannheim und Lechwerke konnten sich behaupten. Am Montanmarkt gaben Buderus und Rheinstahl je 1,50 Prozent, Mannesmann 1 Prozent nach, während Stahlverein zunächst 0,65 Prozent höher einsehten, aber später ebenfalls 1 Prozent nachgaben. Schwächer eröffneten u. a. vor allem Kunstseide-Aktien, die bis zu 2 Prozent verloren. Am Rentenmarkt konnten sich deutsche Anleihen nach dem Rückgang an der Abendbörfe zunächst leicht befestigen, doch bröckelten die Kurse später wieder ab. Relativ gehalten blieben Reichsschuldbuchforderungen. in denen auch noch etwas größere Umsätze zu verzeichnen waren. Stahlver- einbvnds verloren etwa 1 Prozent, Reichsbahnvorzugsaktien blieben behauptet. Don fremden Werten zogen Rumänen leicht an, Türken gaben geringfügig nach. In Reaktton auf die vorher- gegangenen Steigerungen lagen am festverzinslichen Markt Kommunalobligationen und ßtqui* dationspfandbriefe bis zu 1 Prozent niedriger, während Goldpfandbriefe verhältnismäßig behauptet blieben und nur um Bruchteile eines Prozentes zurückgingen. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Fr a n k f u r t a. M., 10. Noo. Auftrieb 105 Rinder, 1016 Kälber, 450 Schafe, 600 Schweine. Es notierten: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 38 bis 42 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 37, geringe Kälber 28 bis 33; S ch a f e Mast- lämmer und jüngere Mafthärnmel (Weidemast) 22 bis 25, mittlere Mastlärnmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18 bis 31 fleischiges Schafvieh 14 bis 17; Schweine: oollfleischige van etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 41 bis 44, von etwa 200 bis 240 Pfund 40 bis 44, van etwa 160 bis 200 Pfund 39 bis 43 Mark. — Tendenz: Kälber ruhig, Schafe rege, geräumt; Schweine schleppend, ausoertauft. S.J.-fpor/ Handball im Lahn - Oünsberg - Gau. Gauklasse: Allendorf I — Dorlar I 6:2 (1:0). Der Gast batte in Der ersten Hälfte etwas mehr vom Spiel, konnte aber nicht verhindern, daß Allendorf in Führung ging. Mit 1:0 für ine Platzbe- sitzer wurden die Seiten gewechselt. In Der zweiten Hälfte mußte ein Allendorfer Spieler Den Platz verlassen. Die Gäste spielten in dieser Zeit zerfahrener und ließen etwas nach. Allendorf konnte durch einige Durchbrüche und Verwandlung von drei Strafstößen seine Torzahl auf 6 erhöhen, während Dorlar nur 2 Tore erzielte. Die hohe Niederlage kam schließlich durch einige Deckungsfehler Der Gäste- Hintermannschaft zustande. wieseck I — Collar I 2:2 (1:1). Die in verstärkter Aufstellung antretende Platzmannschaft leistete Den ersatzgeschwächten Gästen heftigen Widerstand und vermochte ein Unentschieden zu erringen. In der 15. Minute erreichte Wieseck das Führungstor. Durch einen Strafstoß zog Lollar noch vor dem Wechsel gleich und erreichte sofort nach Wechsel wiederum durch Verwandlung eines Strafstoßes den Führungstreffer. Erst in den letzten Minuten vermochte Wieseck durch ein weiteres Tor Den Gleichstand zu erzwingen. Das Ergebnis ist gerecht. hausen I — Beuern I 5:6 (3:4). Das Spiel war trotz der Glätte des Bodens sehr schnell und ließ Hausen zunächst zu 4 Toren kommen, während der Gast 3 Tore erzielte. Nach dem Wechsel glich Beuern bald aus. Hausen ging zunächst noch einmal in Führung, Beuern glich wieder aus, und in einem aufregenden Endkampf behielt die Gästemannschaft knapp mit 6:5 Toren Die Oberhand. Burkhardsfelden 1 — To. Ahbach I 0:2 (0:1). Der Gast war in jeder Phase des Spiels die bessere Mannschaft und siegte verdient. Beide Mannschaften spielten eifrig und fair. Atzbach kam vor Der Halbzeit zu einem Tor und errang durch einen weiteren Erfolg nach_ dem Wechsel mit 2:0 einen mehr als verdienten Sieg. Rodheim I — Caunsbad) 5:4 (3:1). Der Ausgang des Spieles bedeutet, genau wie das vorherige, eine Ueberraschung. In der ersten Hälfte war der Plahbefiher etwas im Dorteil. Aach der Pause spielte der Gast stark überlegen und erreichte auch, nachdem Rodheim sein vierte- Tor erhielte, im weiteren Verlauf ein Unentschieden 4:4. Kurz vor Schluß vermochten die Platz- besitzer durch einen Strafstoß den Sieg sicherzustellen. Ein Unentschieden hätte dem Verlauf entsprochen. SOI 0 - fßit Marktstraße 23 Telephon 2417 "'wfl#» W7w//A K Aut ASTORIA.LICHTSPIEie 7919 C <<& B L MO yj Glauben Sie nicht MM MMWMM Nürnb.Peffern.-Miech. */*17 Pfd.45 M.schobst 7< 21 Kokosmakronen Mischobst,extra fein Pfd. 82 79(M)V 18 W Q Die Preise verstehen sich bei Abnahme von V» Pfund anl 48 •<< MW 29” Filialen In allen Stadtteilen I SCHMUCKER 7904 A Verlangen Sie Köhlers Hanna-Kleidung GIESSEN Besichtigen Sie bitte unser Spezlal-Maniel-Fensterl 7861 A Excel sior Ein Drama aus der herrlichen Alpenwelt Hauptr.: GrittaLey. 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Gönner unseres Klubs sind herzlichst einaeladen Gießener Ruderklub Hasste 1906 o.V. Oll. XI., 26/? ü.: ünterb. S' Donnerstag, 10. November 1952 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Ur. 265 Zweites Blatt Englands Kamps gegen den deuischen Sandel. Schwere Gefahren für den deutschen Export auf den Märkten Skandinaviens und Hollands. Die Doykottbewegung gegen deutsche Waren, die in Holland am schärfsten betrieben wird, aber auch in den drei skandinavischen Ländern planmäßig organisiert worden ist, hat der deutschen Exportwirtschaft schweren Schaden zugefügt. Ein großer Teil der praktischen Ergebnisse des Wirtschaftsbelebungsprogramms der Reichsregierung wird durch den Rückgang der deutschen Ausfuhr, der die Folge dieses Boykotts ist, wieder ausgeglichen. Man wird sich aber vor der rein äußerlichen Auffassung hüten müssen, als ob die Bewegung gegen die deutschen Waren, die einen Teil der deutschen Dezugsländer erfaßt hat, lediglich durch die deutschen Kontingentierungsmaßnahmen ausgelöst worden sei. Die LIrsachen dieser Entwicklung liegen vielmehr sehr viel tiefer, und man muh ihr ins Auge sehen, um ihren ganzen Ernst zu erkennen. Vielleicht ist ursprünglich sowohl in den nordischen Ländern, wie in Holland die Ankündigung der deutschen Kontingentierung der Ausgangspunkt der antideutschen Propagnada gewesen. Aber verbreitert und vertieft wurde sie erst dadurch, daß sie von England zu einer großzügigen und, wie man leider feststellen muh, sehr erfolgreichen Werbungsaktion aus Ko st en Deutschlands ausgenuht wurde. Erst dadurch hat sich die Lage für die deutsche Exportwirtschaft so verschlimmert, daß es heute in den genannten Ländern selbst alteingeführten deutschen Firmen nicht mehr möglich ist, Waren abzusetzen. Der englische Feldzug zur Steigerung des Exports britischer Waren ist ein Teil des Kampfes, den die englische Regierung gegen die Arbeitslosigkeit im eigenen Lande führt. Er gehört in das gleiche Gebiet wie die Abwertung des englischen Pfundes und die Vereinbarungen in Ottawa. England versucht mit allen Mitteln, die Lasten der Weltkrise und der Arbeitslosigkeit von sich auf andere Länder abzuwälzen, und hierunter muh in erster Linie der Hauptkonkurrent der englischen Waren auf den umstrittenen Märkten, d. h. Deutschland, leiden. Die auswärtigen Märkte, die sich die Engländer zu erobern vorgenommen haben, sind vor allem (natürlich neben denen des britischen Imperiums) die nordischen. Aber auch in Holland versuchen sie, unter Ausnutzung der durch die deutschen Einfuhrbeschränkungen hervorgerusenen allgemeinen Mißstimmung die deutschen Waren durch britische zu verdrängen. In Schweden. Dänemark und Rorwegen hat vor allem die englische Propaganda- Au s - stellung in Kopenhagen tiefgehende Wirkungen ausgeübt. Diese erstrecken sich nicht in erster Linie auf den Handel dieser Länder. Diele Geschäftsleute mö')ten vielmehr offensichtlich gern ihrem deutschen Lieferanten treu bleiben. Aber das durch die außerordentlich geschickten englischen Werbemethvden beeinflußte Käufer- Publikum verlangt überall ausdrücklich englische Waren und lehnt solche deutscher Herkunft ab. Dazu kommt freilich noch hinzu, daß auch die Behörden dieser Länder, namentlich die dänischen, die englische Wirtschaftswerbung in feder Hinsicht unterstützen und fördern. Das hängt, abgesehen von öen psychologischen Wirkungen der englischen Propaganda, auch damit zusammen, daß die Währung der nordischen Länder bekanntlich an das Pfund angehängt ist. Dadurch wird nicht nur der englischen Ausfuhrindustrie ein wertvoller» Vorsprung vor der deutschen verschafft, sonDern die dänischen und schwedischen Behörden sinh infolgedessen auch in vielen Fällen geneigt, die englische Einfuhr durch entgegenkom- niende Devisenzuteilung zu begünstigen. In Dänemark sowohl wie in Schweden sind jedenfalls die deutschen Waren in den letzten Monaten f a st völlig durch englische ersetzt worden. Die Auheirhandelsstatistik dieser Länder zeigt daher eine starke Zunayme der englischen und eine entsprechende Abnahme der deutschen Warenimporte. Richt sehr viel anders liegen die Dinge i n Holland', wo allerdings neben der englischen Absatzwerbirng die einheimische Doykottbe- w e g u n g , die sich unmittelbar gegen Deutschland richtetz, eine größere Rolle spielt. Ihr HauptträgeC ist die niederländsiche Landwirtschaft, die durch die deutsche Agrarpolitik schwer verärgert ist und namentlich den Bezug deutscher Maschinen und Werkzeuge zur Zeit grundsätzlich abletznt. Allerdings spielen hierbei auch holländische Autarkiebestrebungen eine wesentliche Rolle. Holland, das seine Ausfuhr landwirtschaftlicher Deredelungsprodukte bedroht sieht, will sich zum Ersah eigene Industrien neu aufziehen, soweLt diese noch fehlen oder nicht genü- Als vor iwei Jahren die Rot unserer jugendlichen Erwerbslosen, ihre geistige und seelische Rot, zu umfassenderen Maßnahmen drängte, wie sie eine mehr betreuende und unterstützende Hilfs- tätigkeit geben konnte, da kam von den Trägern der Volksbildung im Zusammenwirken mit den Organisationen der Jugendpflege und mit den Bünden und Verbänden der Jugend der großzügige und weitgespannte Plan, dem Tätigkeitsdrang der unter dem Druck erzwungener Arbeitslosigkeit seelisch und auch moralisch leidenden jungen Menschen eine neue Rich tun g zu geben Es verband sich volksbildnerisches Wollen mit den in, keimhaften Ansätzen und in programmatischen Forderungen der neuen Jugendbewegungen bereite vorhandenen Bestrebungen, Geist und LLrper zu ihrem Rechte kommen zu lassen. Richt nur sollte die unfreiwillige Muhezeit aus- gefüllt werden mit geistiger Schulung, mit Weiterbildung in Berufswillen, es sollte darüber hinaus dem ganzen Menschen ein Weg gewiesen werden, die Rotzeit zu nützen mit Werken, die über den Einzelnen hinauswiesen, die ihn an ein Werk stellten, das ihm sichtbar und augenfällig war. Diesem Plane sollte dienen und diente bar freiwillige Arbeitsdienst. * Diese Darlegungen waren der Kernpunkt der programmatischen Ansprache, die der Gründer und Vorsitzende des Hessischen Heimatwerks zur Betreuung der Arbeitsdienslwilligen, Oberschulrat Has- finger, am vorigen Samstag in der bereits gemeldeten MitarbejL«rtagung hielt. gend entwickelt sind. Aber hinter diesen Destre- bungem steht zweifellos auch in Holland die englische Propaganda, die sie systematisch ausnüht, um englischen Erzeugnissen an Stelle der deutschen Eingang zu verschaffen. Es ist heute noch nicht möglich, die Schädigungen, die die deutsche Wirtschaft durch diesen englischen Vorstoß auf bisher vorzugsweise von Deutschland belieferte Märkte erlitten hat, voll zu übersehen und ziffernmäßig zu veranschlagen. Sie gehen jedenfalls hoch in die Millionen. Was kann Deutschland, und was kann insbesondere die Reichsregierung hiergegen tun? Mit einer Abwehr der Boykottbestrebungen allein wird man wenig erreichen. Es wird vielmehr nötig fein, daß auch Deutschland für seine Waren eine s y - stematische Werbung im Ausland organisiert, also Ausstellungen deutscher Qualitätserzeugnisse veranstaltet, Messeschiffe aussendet, kurz in jeder Hinsicht die erfolgreichen englischen Werbungsmethoden nachahmt. Voraussetzung herfür ist allerdings, daß zunächst einmal die Stimmung der öffentlichen Meinung in den deutschen Absatz ländern gegenüber der deutschen Wirtschaftspolitik und Üyren Absichten besänftigt oder umgewandelt wird. Die Lösung dieser Aufgabe ist keineswegs so überaus schwierig, vorausgesetzt, daß man sich in Deutschland endlich dazu entschließt, unter Berücksichtigung der Psyche des Auslands systematisch deutsche Propaganda mit der gleichen Tatkraft und Rücksichtslosigkeit zu treiben, wie es England in den letzten Jahren mit so staunenswerten Erfolgen auf Kosten Deutschlands getan hat. Wenn ich an seine ersten Anfänge erinnere, dann deswegen, weil unser Ziel das gleiche auch für die Zukunft bleiben muß. Arbeitsdienst ist nicht so sehr ein Dienst, den die sich freiwillig zu ihm Meldenden nach dem Willen irgendwelcher außerhalb ihrer Gedankenwelt stehenden Stellen zu leisten haben, sondern es ist ein Dienst, den wir, die hinter dem Werk stehenden Kräfte und Helfer, an denArbeits- dien st willigen leisten müssen. Eine solche Grundeinstellung wird bei dem Anwachsen des Freiwilligen Arbeitsdienstes immer wieder hervorzuheben sein. Der Arbeitsdienst ist nach dem Willen seiner Schöpfer nicht ein Mittel zu irgendwelchen in er st er Linie wirtschaftlichen Zwecken, er ist nicht dazu da, um billige Arbeitskräfte zu stellen für Arbeiten, die durch den freien Arbeitsmarkt ausgeführt werden könnten, er ist auch nicht dazu ausersehen, um solche Werke durchzuführen, für die bestimmte Stellen nicht die Mittel aufwenden möchten, der Freiwillige Arbeitsdienst will sinnvolles Schassen fein im Dienste einer Idee und im Dienste eines neuen Begriffes der Arbeit. Wo diese Idee nicht hinter dem Werke steht, da wird er von seinen Gegnern als „Kuliarbeit" abgestempelt, wo nicht der neue Begriff der Arbeit ersteht, da ist der freiwillige Arbeitsdienst nur eine tote Ausfüllung der freien Zeit, wenn auch eine bessere Ausfüllung als nur ein Totschlägen der Muße. Aber dann ist der freitoülige Arbeitsdienst nur ein Schluß stein hinter den Röten der Zeit, ein Behelf, etwas durch Menschen Ausgeklügeltes, die aus den Schäden der Gegenwart und unseren wirtschaftlichen Verhält- FreiwittigerArbeiisdienstundHeimatwerk Don Oberschulrat Hassinger, Darmstadt*. Seiner Hände Werk Vornan von Klothilde von Stegmann-Elein. Copyright by Martin Feuchtwangrr, Halle (Saale) 12 itortiefiung Nachdruck verboten „Wie nett, daß ich dich hier treffe, Olaf“, meinte er und schob vertraulich seinen Arm unter den Olafs. „Ich bin hier in diesem Badeort noch ziemlich fremd: aber du kennst hier doch sicher die ganze Welt. Vielleicht führst du nach ein wenig ein? Dor allem würde es mich interessieren, die Gattin des berühmten Kommerzienrats Bremer von Bremerschloß kennenzulernen: sie ist mit ihrer Tochter hier. Dort drüben ist ihr Platz. Würdest du mich da wohl bekannt- machen?" .Bedaure!" Olaf, machte ein steifes Gesicht. »Ich kenne selbst die Damen nur sehr flüchtig." Ivarsens Lächeln schien etwas spöttisch. „Du hast wohl Angst, Olaf, daß sich jemand Fräulein von Stübben nähert? Ist ja auch eine verteufelt hübsche Kröte, die Kleine!" „Ich muß dich bitten", fiel Olaf scharf ein, und eine Blutwelle färbte sein helles Gesicht, „von Fräulein von Stübben nicht in diesem -rwn zu sprechen, in dem du vielleicht in. Christiania auf der Kongensgarde von deinen kleinen Mädchen redest." Axel Ivarsen biß die Lippen zusammen. Dieser hochnäsige Crikson, was unterfing er sich, ihn hier zu schulmeistern? Don jedem anderen hätte er sich das ganz energisch verbeten. Aber hier muhte er sich zusammennehmen, denn er wollte um jeden Preis durch ihn dje Bekanntschaft mit diesem kleinen Mädel vom Tremeiwerk erzwingen. So sagte er denn, wie entschuldigend: „Ra, beiß mich nicht gleich, Olaf! Ich habe doch nicht im geringsten etwas Llnehrerbietiges gegen Fräulein von Stübben sagen wollen. Ich habe mich, offen gestanden, im Augenblick geärgert, daß du so tatest, als wären die Damen vom Bremerwerk dir fremd. Dabei weiß ich doch, daß du im Frühjahr doch einige Zeit zu Gast auf Bremerschloß gewesen bist. Also komm, sei so nett, stelle mich den Damen vor, oder —", fügte er lauernd hinzu, als er Olafs Zögern bemerkte, „besteht vielleicht irgendein persönlicher Grund, thxr dich trotz der nahen Bekanntschaft hindert, dich den Damen zu nähern?" Hastig schüttelle Olaf den Kopf. Das fehlte noch, daß sein Zerwürfnis mit Hiltrud irgendwie bekannt würde. Er kannte-Ivarsen als einen Menschen, der skrupellos Schlechtes über andere verbreitete. Für seine Person wäre ihm das gleichgültig gewesen. Aber an Hiltrud durfte auch nicht der leiseste Verdacht herankriechen. „Also komm schon", entgegnete er ziemlich unfreundlich, „ich tue es nur, weil du sonst irgendwelche phantastische Kombinationen an meine I Weigerung knüpfen könntest. Ich habe keinerlei । Grund, mit den Damen vom Dremerwerk nicht zusammenzukommen. Es lag mir nur daran, hier nicht in einen großen Gesellschaftstrubel hereinzukommen, weil ich ziemlich erholungsbedürltig bin, auch außerdem, nur auf der Durchreise. Also komm schon." Er gfcng schroff vor Ivarsen quer durch den Saal auf die Balustrade zu. Zehntes Kapitel. Hiltrud sah schon von weitem die beiden jungen Männer auf sich zuLommen. Sie sah sehr bleich aus. Die Begegnung mit Olaf hatte sie in den tiefsten Tiefen ihres Herzens aufgewühlt. Einer ungeheuren Kraft hotte es bedurft, ihre Freude nicht zu zeigen, aber fie hatte sich und ihren Stolz fest in der Hand. Olaf sollte nur nicht glauben, daß sie ihm beim erstpn Wiedersehen gleich so entgegenkommen wurde, als wäre nichts gewesen. Hätte er nach jener Abreise einmal etwas von sich hören lassen, sich entschuldigt, sie um Verzeihung gebeten für fein überhebliches Benehmen — aber nichts als ein knapper Dankbrief an den Kommerzienrat, dann Schweigen. Das konnte nicht so ohne weiteres gutgemacht werden. Wenigstens wollte sie es ihm zeigen, daß sie nicht so leicht zu versöhnen war. Als sie ihn jetzt an der Seite jenes interessanten Fremden auf sich zukormnen sah, glaubte sie, ihre abweisende Kälte von vorhin hätte schon einen Erfolg gezeitigt. Aber sie hatte sich geirrt. Olaf zog die Hand der überraschten Frau Melanie artig an die Lippen und begrüßte Hlltrud mit einer sehr tiefen, sehr höflichen Verbeugung. Aber seine Stimme verlor nichts von ihrer konventionellen Kühle, als er jetzt sagte: „Gestatten Sie, gnädige Frau, daß ich mich nach Ihrem und Ihrer Fräulein Tochter Befinden erkundige? Zugleich erlaube ich mir. Ihnen einen Landsmann von mir, Baron Axel Ivarsen, vorzustellen, der lebhaft wünscht, Ihre Bekanntschaft zu machen." Frau Melanie hatte einen erschreckten Blick auf ihre Tochter geworfen: aber die unterhielt sich mit ihrem Rachbarn weiter, als wäre es die selbstverständlichste Sache von der Welt, daß Olaf Erikson hier aus tauchte. Keine Regung in dem zarten, wunderschönen Mädchengesicht zeigte, daß sie um diesen Mann Rächte um Rächte verweint hatte. Frau Melanie war wieder einmal sehr stolz auf ihr Kind — bas war die Haltung, die sie erwartete. So stellte sie denn Olaf Erikfon ihren Bekannten vor und winkte ihn an ihre Seite. Axel Ivarsen aber hatte es verstanden, seinen Platz neben Hlltrud zu finden. „Ich bin glücklich, mein gnädiges Fräulein", sagte er, „nun endlich Ihre persönliche Bekanntschaft zu machen. Schon lange hatte ich den sehnlichen Wunsch, aber ich wagte es nicht, mich Ihnen zu nähern. Da muh ich. dem Zufall doppelt | dankbar sein, daß er mir meinen alten Schulkameraden Crikson noch in den Weg geführt hat, denn morgen wäre es ja schon zu spät gewesen." „Wieso zu spät? Reisen Sie schon ab, Baron Ivarsen?" fragte Hiltrud gleichgültig. Wie fortgewischt war das flüchtige Interesse, das sie für den schönen, dunklen Ausländer zu spüren glaubte. Alles versank vor dem blonden, geliebten Antlitz, vor den stahlblauen Augen in dem fest gefügten klaren Männergesicht, die jetzt mit so brennendem Ausdruck zu ihr herüber» schauten. Rur um diesen Augen zu entgehen, um sich selbst zu entgehen, beugte sie sich lebhafter zu dem dunklen, geschmeidigen Ivarsen, der jetzt auf ihre Frage antwortete: „Ich hatte tatsächlich vor, in den nächsten Tagen abzureisen, mein gnädiges Fräulein: aber nun“ — er machte eine kleine, bedeutungsvolle Pause —, „nun habe ich meinen Entschluß selbstverständlich geändert. Ich werde doch nicht abreisen, nachdem ich das Ziel meiner Wünsche erreicht habe. Mit der Bemerkung, morgen togre es schon zu spät gewesen, meine ich unseren gemeinsamen Freund, Pardon, Bekannten", setzte er schnell hinzu, denn ein abweisender Ausdruck kam in Hiltruds Augen. „Olaf sagte nämlich, daß er bereits morgen abzufahren gedenke. Er scheint etwas menschenscheu geworden zu fein, denn er war durchaus nicht geneigt, mit mir zusammen an Ihren Tisch heranzukommen." Dies setzte er wie von einer geheimen Eingebung erfaßt hinzu. Er spürte, irgend etwas hatte sich zwischen dieser Hlltrud und Olaf ab» gcspielt. Es bestand da offensichtlich eine Spannung, die ihm für feine Zwecke nur nützlich schien. Vielleicht hatte es während Olaf Criksons Anwesenheit auf Bremerschloß eine Liebelei zwischen den beiden gegeben? Run, um so mehr lag es in seinem eigenen Interesse, diese Spannung zu verstärken. Das hätte ihm noch gefehlt, daß ihm Olaf Erikson auch hier dazwischengekommen wäre, wo von dem Erfolg seiner Bemühungen um dies blonde Gänschen viel, ja, alles abhing. Mit Befriedigung konstatierte er, daß Hiltruds schönes Gesicht um einen Schein blasser geworden, als er von Olafs Abneigung, mit hier an diesen Tisch zu kommen, sprach. Als er nun einen heißen, brennenden Blick auffing, den Olaf während des Gesprächs mit einer Dame herüberschickte, da sah er Hiltruds Augen mit einer so eisigen Gleichgültigkeit über Olafs Gesicht gleiten, daß Axel spürte, der Pfeil hatte gesessen. Auch Olaf fühlte diefen Blick wie ein eisiges Wehen über sein sehnsüchtiges Herz schauem. Unvermittelt erhob er sich. Frau Melanie, mit der er gerade plauderte, sah ihn erstaunt an. Was war denn das für eine Manier^ heute bei den jungen Leuten, mitten im Gespräch aufzuhören und nicht zu warten, bis die Dame das Zeichen zur Beendigung der Unterhaltung gab. Empört wandte sie sich an eine Rachbarin und nissen keinen anderen Ausweg mehr wissen. Wir aber wollen, daß er etwas Aufbauende« ist, etwas, was nicht am Ende steht, sondern einen neuen Anfang bedeutet. Daher betonen wir, daß uns der freiwillige Arbeitsdienst wirllich ein Dienst ist, ein Dienst an Jugend und Doll und an der werdenden neuen Gesellschaft. Zum Dienst an der Jugend gehört, dasz der freiwillige Arbeitsdienst die lebendige Fühlung nicht verliert, die er mit dem gesunden jugendlichen Wollen unserer Zeit hat. Deswegen ist das H e i m a t w e r k nicht als eine „Zentralbehörde" aufgebaut, deswegen will es keine Organisation, sondern einen Organismus darstel- kn. Ein Organismus verträgt keine schematische Reglementierung. Er bindet die einzelnen Organe, aber mit der Bindung gibt er den Teilen ihre Arbeitsfähigkeit. Er vergewaltigt nicht und verträgt keine Vergewaltigung. Deine Höchstleistung wird er dann vollbringen, wenn die einzelnen Teile im Miteinander und Füreinander ihre Aufgabe erfüllen können. So wie wir auf dem Gebiete der Jugendpflege und Volks- bildung in Hessen von unserer Mannigfaltigkeit leben, wie wir das Eigenleben der wertvollen Teile nicht zerstören, sondern zum Wohle des Ganzen fördern, so wollen wir es auch im Heimatwerk halten. Darum legen wir so großen Wert darauf, daß die Träger unseres Werkes jeder an seinem Platz wirken können. Jeder Schematismus würde hemmend wirken. Deswegen legen wir weiterhin so großen Wert auch daraus, daß die Träger des Dienstes jene Stellen sind, in denen lebendige Fühlung mit der Jugend besteht. Das Merk soll bleiben ein Merk für die Jugend, aber auch mit der Jugend und durch die Jugend. Wir wollen den Wetteifer zwischen den Bünden und Derbänden, wollen ihn im Interesse der Jugend selber. Jugendlichkeit soll aber auch herrschen in den einzelnen Lagern und den Arbeitsstellen selbst. Der "Begriff Autorität, der so wichtig ist zur erfolgreichen Durchführung unserer Aufgaben, soll etwas Gewachsenes und Gewordenes und nicht etwas Angeordnetes oder Befohlenes sein. Das scheint mir am besten gewährleistet bei dem jetzigen Aufbau des Heimatwerkes. Eine solche Freiheit im einzelnen verträgt sich sehr wohl mit der Bindung, die dem Gesamten auf erlegt ist. Der freiwillige Arbeitsdienst ist Dienst an der Jugend, aber er ist zum anderen und gleichzetig D i e n st am "Volke. Das eine schließt das andere in sich. Die volkserzieherische Bedeutung des freiwilligen Arbeitsdienstes wird heute kaum mehr geleugnet werden. Aber es erscheint mir der Begriff zu eng gefaßt, wenn man diese Bedeutung nur darin sähe, daß jugendliche Menschen für eine Zeitlang aus dem Richtstun herausgerissen werden, daß in ihnen das Gefühl des Rhythmus zwischen Arbeit und Freizeit wieder geweckt wird und alle die Tugenden der Ordnung und Einordnung. Richt Bewahrung allein will der Freiwillige Arbeitsdienst, sondern er will zur Bewährung führen. Deswegen liegt uns so viel daran, daß der Freiwillige Arbeitsdienst nicht eine Summe von Einzel arbeiten darstellt, sondern aus allem, was durch ihn getan wird, ein einheitlicher Geist spricht: Der Geist des Dienstes an einem Ganzen. Er ist im Grunde schon lebendig bei dem, der sich zum Freiwilligen Arbeitsdienst meldet. Gerade weil die Betätigung in ihm kein Zwang ist, können wir damit rechnen, daß der Arbeitsdienstfreiwillige mit einer positiven Einstellung sagte ziemlich laut, so daß es der ganze Kreis hören mußte: „Eigentümliche UmgangSformen haben heutzutage die jungen Leute."" Eine peinliche Stille folgte, in die hinein man nur ein lautes Lachen Hiltruds hörte, die sich seit der Mitteilung Axels in ein krampfhaft übermütiges Gespräch mit dem dunklen "Vorweger eingelassen hatte. Sollte doch Olaf sehen, daß sie sich auch nicht das geringste aus ihm machte, ilnb so kokettierte sie denn ganz gegen ihre Gewohnheit mit dem eleganten Manne, der ihr so deutlich sein Gefallen an ihr zu verstehen gab. Olaf wurde dunkelrot. „Gestatten Sie", sagte er und machte eine zeremonielle Verbeugung, die allen und jedem gelten konnte, „daß ich mich verabschiede, denn ich habe heute noch eine Verabredung." Er wartete ab, ob Frau Melanie ihm die Hand entgegenstrecken würde, aber sie sah mit einem starren und hochmütigen Gesicht geradeaus. Roch nie war ihm die Ähnlichkeit zwischen Mutter und Tochter so ausgefallen wie eben. Olaf hatte bereits den Saal durchquert. Un» willkürlich blieb er stehen und blickte noch einmal nach dem Tisch zurück. Hiltrud schritt gerade am Arme Axels lachend und plaudernd die Stufen zum Ballsaal hinunter. Hastig trat er hinter eine Säule — und bald glitt zum schmeichelnden Rhythmus eines englischen Walzers Hiltrud in dem Arme des Rorwegers vorüber. Sie hatte den Kops leicht zurückgelehnt: ein rätselhaftes Lächeln lag um ihren zartfarbigen Mund, aus dem die Reihe der Zähne wie eine Perlenschnur schimmerte. Am gleichen Abend noch kündigte Olaf fein Zimmer im Hotel und siedelte am nächsten Tage in ein kleines, nahe gelegenes Seebad über, das etwa eine Bahnstunde entfernt von dem eleganten Weltbade lag, in dem er Hlltrud mit ihrer Mutter wußte. Hier würde er sicher fein, niemand von dieser Badegesellschaft zu finöen. Der Ort hier sagte ihm auch mehr zu als das mondäne Bad mit feinen Reihen parkender Autos, seinen ewigen Tanztees, Reunions, Turnieren und Belustigungen, die auch am Strande keine rechte Ruhe auf» kommen ließen. Er nahm Wohnung in einem kleinen Hotel. Die Gäste hier waren gleich ihm Menschen, die toeniger die Vergnügungen der Großstadt suchten, als die wahre Einsamkeit der großen Ratur. Die einzigen Mitbewohner, die nicht hierher zu passen schienen, waren zwei sehr aufgeputzte laute Damen. Sie wurden wegen ihrer Art von der anderen Gesellschaft gemieden. Ihre übertriebene Eleganz, die geschminkten Gesichter dieser beiden Frauen stachen unerfreulich ab gegen die vornehme Zurückhaltung der anderen Gäste. (Fortsetzung folgt.) zu uns kommt. Er will heraus aus der Dumpfheit der Beschäftigungslosigkeit. Reichtümer win- ken ihm nicht. Gerade das jedoch birgt für uns besondere Verpflichtungen. Der junge Mensch soll nicht aus seiner Dienstzeit scheiden ohne das Gefühl mitzunehmen, einer Gemeinschaft angehört zu haben, die mit ihm in Kameradschaft verbunden war. Er soll etwas davon empfinden, was es bedeutet, Schicksalsgenosse unter Schicksalsgenossen gewesen zu sein. Deswegen gilt es, unser Werk von C i g e n s ü ch t e l e i e n und Eifersüchteleien frei zu halten, deswegen gilt es, die Kameradschaft auch unter all denen zu pflegen, die an dem Gesamtwerke als Führer und Leiter beteiligt sind. Das ist der tiefere Sinn, weswegen wir es ablehnen, die Ausbildung von Lagerleitern in Weltanschauungs- oder Berbands- schulen vornehmen zu lassen. Bei aller Freiheit, die den einzelnen Bünden und Verbänden sonst gewahrt bleibt, darf es nie soweit kommen, daß das Werk als Ganzes kn ein Rebeneinander zerfällt. Die freiwilligen Arbeitslager sind keine Re- krulendepots für die Organisationen, sondern sie sollen zu einem Reservoir für eine neue Volksgesinnung werden. Sie sollen nicht der Zerrissenheit und der Zersplitterung, sondern der Zusammenfügung, dem Miteinander und dem Brückenbau von Mensch zu Mensch dienen. Das wird ihr Dienst am Volke sein. Zum dritten aber ist uns der Freiwillige Arbeitsdienst ein Dienst an der werdenden neuen Gesellschaft. Dah er junge Menschen für eine Zeitlang bindet an einen gemeinsamen Gedanken und auf ein gemeinsames Ziel, das bedeutet zuerst nicht viel mehr, als ein Stück Disziplin. Aber die Bindung will ja weitergreifen. Sie will sein eine Bindung an dem Volksgedanken. Auch das ist nichts grundsätzlich Reues. Das Reue ersteht erst aus der Besonderheit der Arbeit und des Gemeinschaftslebens. Wir haben die jungen Menscher» teilweise zusammengefatzt in Sagern, die mit der Heimat in Verbindung stehen. Wir wollen ja ein Heimat w e r k sein. Wir wollen die M-rnschen in Verbindung bringen mit ihrem Boden. Daraus erhalten auch Arbeiten einen tieferen Sinn, deren Volks wirtschaftliche Bedeutung nicht unmittelbar in die Augen springt. Wenn irgendwo ein Bachbett reguliert wird, ein Wcckd aufgeforstet, brachliegendes Land melioriert, dann ist das gewiß von Wert. Höher aber als der wirtschaftliche Effekt ist das Bewußtsein Lerer, die daran teilhatten, hier an einem Stück Heimat- d i e n st mitgewirkt zu haben. Der Freiwillige Arbeiisdiensk kann Schrittmacher einer neuen Gesellschaft roerbitn, wenn er seine erzieherischen Aufgaben erfaßt Lr will die Menschen in einem neuen Gemcinschofts- willen zusammenbringen. Er ist kein Rotbehelf. Es soll von ihm heiFekt daß alle, die durch seine Schule gingen, zugleich eine Willensschulung durchgemacht haben, eine Schulung, in der das Einordnen am Anfang stand und an dessen Ende die R e u o r d n u n g stehen wird. Mit der auflösenden Tendenz unserer Zeit ist der Freiwillige Arbeitsdienst geworden, er soll führen zu neuer Bindung. Zu einer Bindung an Arbeit und Boden, an VolkundHeimat, aber auch an dem werdenden neuen Volk, dem werdenden neuen Staat, der werdenden neuen Gesellschaft. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 12. November. Vorabend 4.45 Uhr; morgens 9; Predigt; abends 4.55 und 5.35 Uhr. Zur Bereitung vorzüglicher Fleischbrühe nimmt man MAGGI® Fleisehbrüh - Würfel ein klein.Ofen billig abzugeben. 08615 Wieseck.61eB.Str.128 7917V Küchentische. 7906 0 Aelteres überzählig. Msrro Arbeitspferd ist neuHür Lcmd- Opel-Wagen i der- s. 180 Mk.z. verkauf. 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A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher, Ludwig harlmeh Auktionator und Taxator Neuenweg 28. ______Verkauf zu jeder Tageszeit.______ Zwangsversteigerung 69/32 Am Donnerstag, dem 17. November 1932, vormittags 9 Uhr. wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen der Margarete klotz Witwe, geb. Dorfeld, in Gießen zugeschricchene Anwesen Wehsteingasse 18 7207V jlur 1, Nr. 1271 - 170 qm hofreite, geschätzt 5950 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausg,ehöngt. Gießen, den 10. Oktober 1932. 3. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortvgerichtsvorsteher. Nach kurzem schweren Leiden wurde heute morgen 9% Uhr unsere liebe Tante und Großtante Frau MinnaVoigt, geb. Stohr im 81. Lebensjahr durch einen sanften Tod erlöst. Im Namen der trauernd Hinterbliebenen: Familie Grünig, Frankfurt a. M. z. Z. Gießen (Löberstraße 1, II.), den 9. November 1932. Die Trauerfeier findet Freitag, den 11. November, nachmittags 2y2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt Danksagung. Für die wohltuenden Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen danken wir auch im Namen aller Hinterbliebenen herzlichst Frau Liesel Hellwig Frau Geh. Justizrat Hellwig. Gießen, den 10. November 1932. 1 Post. Scheuertücher für Händler u. Hausierer spottbillig ab- zustoßen. 06621 Horn Seltersweg 83, II. 1. Dr.Thomosons EchwlmvutM selbst, geschätzt 4966 RM.; 4. Flur 9, Nr. 85 = 262 qm Acker Schlangenzahl, auf dem Aulweg, schätzt 524 RM.; 5. Flur 9, Nr. 86 - 4863 qm Acker selbst, geschätzt 9726 RM.; 6 Flur 9, Nr. 132 - 2075 qm Acker GIESSENER KONZERTVEREIN ERSTES KONZERT Donnerstag, den 17. November 1932, 191/? Uhr, im Stadttheater, Symphonie-Konzert DasDarmftädterLandestheater-Orchefter Leitung: Dr. St. Temesvary. Arnold Mendelssohn, Ouvertüre zu einem Rittennärchen — Joseph Haydn, Konzertante Symphonie in B-Dur — Brahms Erste Symphonie in C-Moll. 78ssv Eintrittskarten Mk. 2.—, 3.— und 4.— bei Ernst Challier und abends an der Kasse. Studentenkarten Mk. 1.— bei Herrn Sekretär Ritter und im neuen Studentenhaus gegen Ausweis. | Kaufgesuche | 4 PS Bekanntmachung. Betr.: Durchführung der Obstbaumzählung 1932 in der Gemarkung Gießen und Schiffenberg. 7910C 3m 3nteresse einer besseren Organisierung des Obstabsatzes soll die Zahl der Obstbäume ermittelt werden. 3n der Zeit vom 17. bis 19. November werden dazu bestimmte Zähler jeden Haushaltungsvorstand fragen, wieviel tragfähige und noch nicht tragsähige Apfel-, Birn-, Süß- und Sauerkirsch-, Zwetschen-, Mirabellen-, Rei- neklauden-, Aprikosen-, Pfirsich- und Wal- nußbäume er bewirtschaftet. Die Haushaltungsvorstände werden gebeten, sich unverzüglich über die Zahl der von ihnen bewirtschafteten Obstbäume der einzelnen Arten Gewißheit zu verschaffen, damit sie den Zählern sogleich bei ihrem ersten Erscheinen sachgemäße Auskunft erteilen können. Diejenigen Obstbaumbesitzer, denen die Hessische Landwirtschaftliche Zeitschrift zugeht, werden auf den dort kürzlich erschienenen Artikel über die Obstbaumzählung verwiesen. Es wird ihnen empfohlen, die dort abgedruckte Tabelle für ihre Obstbäume auszufüllen und diese Angaben den Obstbaumzählern bei ihrem Erscheinen zu übergeben. Die Ermittelungen dienen nur statistischen Zwecken. Auf Grund der Bekanntmachung des Hessischen Finanzministeriums, Abteilung für Landwirtschaft, vom 30. September 1932, betreffend die Durchführung einer Obstbaumzählung im Dolksstaat Hessen, sind die Obstbaumbesitzer zur Auskunfterteilung verpflichtet. Verweigerung der Angaben oder Erteilen falscher Auskunft wird mit Strafe bedroht. Gießen, den 9. November 1932. Bürgermeisterei Gießen. 3.23.: Dr. Rosenberg Ml Lichtspielhaus Gießen Nur Sonntag, 13. November m vormittags 11.15 Uhr: I Matinee bei kleinen Preisen! 8, Schulstraße 4 und Jeanette Mac Donald, deren Grazie alles bezaubert, in dem neuen Lustspiel des großen Meister - Regisseurs ERNST LUBITSCH Eine Stunde mit Dir Musik: Oskar Strauß. Der scharmanteste Schauspieler und die schönste Frau, der genialste Regisseur und geistreichste Komponist unterhalten Sie in einer noch nie gekannten Weise in „Eine Stunde mit Dir“. 7»uc Im Beiprogramm u. a.: Spanische Romanze. Neue Ufa-Ton-Woche Lichtspielhaus ♦Gießen Heute letzter Tag der sensationelle Erfolg, der spann.Ufa-Kriminalfilm Der Schuß im Morgengrauen Morgen Freitag Premiere: z neuen Anzug Freilag, den 11. November, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28: 2 Ladentheken, 1 Regal, 1 Eisschrank, 1 Marktwaage, 2 zweitürige Kleiderschränke, 3 Küchenbüfetts, 1 Tafelkla- oier, 2 Weinschränke, 1 kleinen Kassenschrank, 2 Sofas, Grammophone mit Platten, 1 Kredenz, Waschtische, Betten mit und ohne Federn, 3 Damenräder, 2 Korbsessel, 2 Schreibpulte, 1 Schreibmaschine (Koffer-Schreibmaschine, Klein- Torpedo), 1 Sendung Wein und Konfitüren. — Versteigerung bestimmt. Aus freier Hand: ein- und zweitürige Kleider- und Wäscheschränke, Wasch- und Nachttische und eine Sendung Arbeitsvergebung. Unter Hinweis auf die Reichsverdin- gungsordnung sollen nachstehende Arbeiten bei dem Neubau des üaffee-Reslau- rants Johannisberg zu Bad-Rauheim vergeben werden: 7916V 1- Weißbinderarbeiten: zirka 440 qm Deckenputz, zirka 1600 qm Wandputz usw.; 2. 3nstallationen: a) elektrische Beleuch- tungsanlage, zirka 150 Brennstellen usw.; b) Wasser-Zu- und -Ableitung, sanitäre Anlage. Die Angebotsunterlagen sind auf unserem Zweigbiiro, Zanderstrahe 9, erhält- lief), woselbst Zeichnungen und Bedingungen eingesehen werden können. Mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis Donnerstag, 17. November 1932, vormittags 11 Uhr, an unsere Zweigstelle zu Bad-Nauheim, Zan- derstraße 9, einzureichen, woselbst im Beisein der erschienenen Seroerber die Er- Öffnung der Angebote erfolgt. Zuschlagsfrist: 3 Wochen. Bad-Nauheim, den 9. November 1932. Hessisches Hochbauamt Friedberg, Zweigstelle Bad-Nauheim. Metzger. Elisabeth Bergner mit Konrad Veith in dem st. Ufa-Film Der Geiger von Florenz Musik wird ausgeführt von der früheren Zwangsversteigerung 82/32 Am Donnerstag, dem 1. Dezember 1932, vormittags 9 Uhr, werden im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, die nachstehenden, im Grundbuche von Gießen der Marie Appel, geb. Moll, Witwe des Georg Appel III. in Gießen, zugeschriebenen Grundstücke versteigert: 1. Flur 7, Nr. 91 -- 1244 qm Bauplatz am untersten Weiher, geschätzt 3732 Reichsmark; 2. Flur 7, Nr. 179 = 137 qm Acker auf dem Aulweg, hinter dem Weiher, geschätzt 274 RM.; 3. Flur 7, Nr. 180 - 2483 qm Acker da- 2 Tonnen Moell-LaslwageD neu überholt/ günst. xn verkanten, oesiv Bad-Nauheim Usinger Straße 9 Ruf 2159. Pianos neu u. gehr., gegen Nat.vreisw. z.verk. Planobans Förster Bahnhofstraße 71 Begründet 1876. Aus Privathand wegen Umzug Waschtische Kommode Bettstellen Federbetten Schrank usw. preisw.abzug.Schr. Sing ,u. 06613 0.6.05.21. Gelegcnheiiokauf! Kompl.72teil.Silb.- Besteck, lOOgSilbcr- auflage, mass., roft- fr. Klingen lMarf.» Besteck) mit Garantieschein von 30J. f. 100 Mk. in Raten ab- zug. Schr.2lng.unt. 06547a.d.Gieß.Anz. | Verschiedenes | MöbeliraDsporte komplette Umzöge Fahrten jegl.Artm. 2- und Z'/r-Tonnen- Schnell -Lastwagen. Auto-Transvorte Karl Bender *eW. Bleichstr.3,Tel.3350 Winterapfel! !Ztr.,4edleSorten, inkl.Packung 15RM. empfiehlt p. Nachn. 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