Hr.258 KvühanSsave 182. Zahrgmg Montag, 10. Oktober 1952 Erscheint täglich,nutzer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gietzencr Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugrprelr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte H 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gemalt. 5ernsprechanschIUsie unter Srtmnicbutmmcr 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger »letzen. Postscheckkonto: Zrantfurt am Main 11686. SietzenerAnjeiger General-Anzeiger für Oberhessen vruck und Verlag: vrühl'sche UnlversttütS'Yllch- und Steindruckerei R. Lange in Gießen. Schrkftieitunq und GeschäftrsteNe: Schniftraße 7. .'Innahme von Anzeigen für die layesnummer bi« zum Nachmittag vorhoi Preis für \ mm tfähe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, ausmört« 10 Neichvpsennig: sür Ne» ülameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfenutg, 'Platzvorschrift 20 mehr. Chesredaliteur: Dr. Friede. Will). Lange. Bernntmartltch für 'Politik Dr. Fr. 'N Hl). Lange: für Feuilleton Dr. tz.Thyriot; für den übrigen 7 eil Ernst Blumschein und sür den An > zeigenteil i. B.TH.Nümmel sämtlich tn (Biegen. Vorkonferenz Herriois mit Macdonald. Deutschlands Zustimmung zur Fünfer-Konferenz ist Herriot unbequem. Paris macht noch Schwierigkeiten. Herriot will vorher mit Macdonald sprechen. Paris, 9. Oft. (IM.) Der Präsident der Genfer Abrüstungskonferenz, Henderso n. hatte am Samstagabend eine fast einstündige Unterredung mit Herriot. 3m Anfchlntz an diefe Besprechung wurde eine amtliche Verlautbarung herausgegeben, in der daranf hingewiefen wird, das; im verlaus der Unterredung diejenigen Jrogen erörtert worden seien, die auf der Tagesordnung der nächsten Zusammenkunft des Abrüstungsbureaus standen und zum Ziele haben, die Fortsetzung der Arbeiten zu erleichteru. Herriot empfing autzerdem im Laufe des Tage» zweimal den englischen Botschafter Lord I n t r e 11, mit dem er sich über die von der englischen Regierung geplante Londoner Konferenz unterhielt. Pressevertretern gegenüber erklärte herriot auf Befragen, das; im Augenblick noch keine Rede von einer etwaigen Reife nach London fein könne. von den Unterredungen misst man in gut unterrichteten französischen Kreisen derjenigen mit Tyrrell die größere Bedeutung bei. Tyrrell unter- richtele herriot von der Antwort der Reichs- regierung auf die englische Einladung. Angesichts der französischen Uniiachgiebig- k e i t scheint man englischerseits nicht mehr auf London als Verhandlungsort zu bestehen, herriot, der infolge der Annahme der engllschen Einladung durch die Reichsregierung in eine heikle Lage gekommen ist, hat in der Unterredung den Gedanken einer Aussprache mit Macho n a l d aufgcgrlffen und sich bereit erklärt, zu diesem Zweck nach London zu reifen. Man begründet in der Regierung nahestehenden Kreisen diesen Lnt- schlutz damit, datz auch Macdonald vor der Lausanner Konferenz in Paris mit Herriot Rücksprache genommen habe, und datz daher ein Meinungsaustausch zivischen Herriot und Macdonald der bevorstehenden Abrüstungsverhandlung nur dienlich fein könne. Die Londoner Reife Herriot» soll bereits in der kommenden Woche stattfinden. Herriot wartet anscheinend nur noch auf eine offizielle Einladung feines englischen Kollegen. Am Mittwoch in London? London, 9. Oft. (TU.) In unterrichteten Sirei fen nimmt man an, datz Herriot am Mittwoch in London eintreffen und noch am Mittwoch abend und am Donnerstag mit Macdonald Fragen der Abrüstung besprechen wird. „Sunday Times" meint, diese Zusammenkunft werde die Möglichkeit geben, den französischen A b ° r ü st u n g s p l a n im einzelnen zu erörtern. Dein ' diplomatischen Korrespondenten des „■Daili) Telegraph" zufolge habe Macdonald Herriot nach London eingeladen, um die Abrüstungslagc zu erörtern. Tiefe Zusammen- lunft werde Im Lause der Woche erwartet. Die versöhnliche Antwort Berlins und Londons, deren Inhalt der britische Botschafter in Paris am Samstag Herriot mitteilte, habe Her- riots entschiedenen Wider st and gegen eine Erörterung des deutschen Anspruches außer in Genf und unter Teilnahme aller Interessierten nicht überwunden. Infolgedessen habe Macdonald zu einem schon oft angewandten Verfahren gegriffen. Gr habe den französischen Ministerpräsidenten sondieren lassen, ob er bereit wäre, demnächst zu einer bertrau» lichenDesprech ung nach London zu fotnmen. Herriot habe allerdings diese Anregung nicht gerade mit Begeisterung a u f genommen. Hai Herriot angenommen? London, 10. Ott. (WTB. Funkspruch.) Bisher liegt noch keine amtliche Mitteilung bar- über vor, ob Herriot die Einladung zu einem persönlichen (stedankenaustoulch mit Macdonald an- nehmen wird. Der politische Korrespondent der „Daily Mail" glaubt allerdings zu wissen, datz Herriot die Einladung bereits angenommen habe. Der Pariser Korrespondent des „Daily Ehro- nicke" nennt sogar den Mittwoch als wahrscheinliches Datum der Abreise Herriots. Durcheinander um die französische Antwort. p a r i » , S. Oft. (TU.) Zu der Londoner, auch von havas weitergegebenen Rcutcrmeldung, wonach die französische Regierung mitgeteilt habe, datz sie der von England geplanten Konferenz wohlwollend gegenüber ft ehe, wird an zuständiger pariser Stelle versichert, datz Frankreich keinerlei „Antwort" erteilt habe. Es scheint demnach, datz die englischen Amtsstellen in bewutztem Z w e ck o p t i m l v m u s einen Schriftsatz der skanzöslsckn'n Regierung, der offenbar Frankreich» guten IDillen darlegen sollte, bereits in einer endgültigen und positiven „Antwort" Frankreich» auf die englische Einladung zu einer Konferenz in London umgedeutet haben. Der Quai d'Orsay aber kann nickst umhin, zuzugestehen, datz die Dinge noch lange nicht soweit sind» und beeilt sich, zu versichern, datz die Verhandlungen fortgesetzt würden, da Frankreich bekanntlich bisher den Gedanken der Konferenz als solchen ke in es weg» abgelehnt habe. Lin Ergebnis sei aber zur Zeit noch nicht erzielt worden. Ls stellt sich also mit einem Mort heraus, datz die a n g e b I i d) e sranzosIsche Z n- s a g e ein englischer Versuchsballon gewesen ist, der in pari» zunächst einige Ueberrafchung hervorrief, ohne an der sachlich noch immer fortbestehenden ablehnenden Haltung der franzo- slschcn Regierung etwas ändern zu können. Guter Eindruck der deutschen Rote. London rechnet mit Schwierigkeiten von Parts her. London, 8. OtL (LAB.) In Besprechung der deutschen Antwort auf die britische Einladung unterstreichen die Blätter den zu- st im in en den Charakter der Bote und den Wunsch Deutschlands, die Abrüstung«- konferenz erfolgreich zu sehen. In den Zeitungen und auch in der amtlichen Stellungnahme wird betont, datz die deutsche Regierung dem von der britischen Regierung vorgeschlagenen Meinungsaustausch g ü n st i g gesinnt ist. Zwischen den Zeilen der inspirierten Verlautbarungen ist zu lesen, datz vonsranzbsischer S e i t e S ch w i e r i g k e i t e n bezüglich des 3 u - s a m ine n k u n ftso rte S gemacht werden und datz England möglicherweise nicht auf London als ZusammenknnstSort werde bestehen können. Es wird aber betont, datz der „beste Platz sür die Zusammenkunft weiterhin erörtert wird" und datz, „wenn ein allgemeiner Wunsch besteht, die Kluft leicht zu überbrücken, die Fragen des O r - t e s und des Zeitpunkte« leicht geregelt werden könnten". Mißvergnügen in der pariser presse. Paris, 8. Oki. (TU.) Die Anna h m e der englischen Einladung zur Londoner Fünf- Machte Konferenz durch die N e i chsregier u n g wird von den Pariser 'Morgenblättern v. Pslügl, monadj dieser die Ansicht vertreten habe, datz sich die Besprechung über die deutsche Gleichberechtigung unbedingt im Nahmen der Genfer Institutionen abspielen müsse) „Diese Meldung", o fährt die amtlid)c Wiener Mitteilung fort, „e n l« P r i d) t in feine r W elfe d e m I a 11| ä d> 11 • d) en S a d) v e r h a I t. Der ständige Vertreter Oesterreick)» beim 'Völkerbund, Gesandter P s I ü g >, hat gestern ohne jedweden Zusammenhang mit vollkommen andersgearteten Unterredungen von Vertretern anderer Staaten Pa'Ul Boncour, den zeaenwärtlgen Leiter der französischen Völkerbund'.-- Delegation, ausgesucht, um mit Ihm über die weitere Behandlung der o[lerreld)ifd)en 21 »leihe zu ipre- dien. Bei dieser Gelegenheit Hal Gesandter Pslügl Paul-Boncour lediglich daraus ausmerkisam aemachl, datz, wenn der ongevltch bevorstehenden F ün s - m a d) t e k o n f e r e n z andere als die lstrotz-Sioo» Len beigezogen werden sollten, 0 e st e r r e i d) darauf bestehen müsste, ebenfalls mH eingeladen zu werden. Aus dieser tatsächlichen Feststellung eralht sich sowohl die Unrichtigkeit der eingangs erwähn« len Meldung, als der an sie geknüpften Kommentaren." Der pelnlldie Eindruck des Verhaltens des Herrn v. Pf ügl wird durch diese amtliche Verlaulbarung leider nicht verwischt. 2( । B tx । 6ftern tchisch«n i■ iplomattz. ble hi Zusammenhang mit anderen Ereignissen nach Annahme des Lausanner Protokolls die deutsche Oeffentllchkcit auf borgen lassen musz. Gronau auf dem Indischen Ozean niedergegangen. Manila. 10.0kl. (MTB. Fnnkfpruch.) Die ble- flgc Funkstation hat Jl o t f i g n a I r des deutschen Flieger» von Gronau aufgefangen, die besagen, datz er wegen eine» Motordesektv gezwungen gewesen sei, auf den Indischen Ozean nordwestlich von Sioelkmhiim (Straits Settlements) niederzugehen. Nach einer späteren Mitteilung ist ans Angaben des Fliegers 14 Grad 20 Minuten nördlicher Breite und 97 Grad 10 Minuten öfllldjer Länge verstanden wbrden. Lin weiterer Funkfpruch von Gronau besagt, datz er mit seinem Wasserflugzeug etwa 200 Mellen südlich von Rangun bei hohem Seegang treibe. Sein Niedergang auf See sei durch Bruck» der Ivasserpumpe verursacht worden. Eine Botschaft an die deutsche Studentenschaft Danzig, 8. Ort (XU.) Auf bem 7. Deut« Id, en Ho ch f d) uItag in Danzig stand in der letzten Arbeitositzung die S t u d e n 1 e n f r a g e im Vordergrund. Die Versammlung befdiloh einmütig, sich mit solgender Botschaft an die Studenke n I ch a s t zu wenden: „Wir deutschen H o ch > ch u 11 e h r e r, ZUM 7. Deutschen Hochschullag Im deutschen Danzig vei - jamm eil, fenben unsere n (st r u tz an alle, deutschen Slud e n t e n. Wir sind uns bewutzl, datz ble unerhörte Not Deutschlands das ganze 'Roll', vor allem ble jungen Studenten vor Ausgaben stellt, die wett über die akademische Fachorbeit hin- auvgrelsen und naturgemötz das Herz der Fugend besonders belasten. Parteipolitische Verhetzung, un- verantwortliches Neben und Bruderzwist sind dem akademischen Leben nicht fcrngeblleben. Ausgabe der deutschen Hochschulen und damit gemeinsame Aufgabe von Lehrer und Student Ist ev, demgegenüber höchstes Verantwortungsgefühl zu bekunden, die Klarheit de» Denken» zu bewahren und einen Weg aufwärt» zu suchen. Wir hoffen zuversichtlich, datz ea gelingen wird, das Erbe der akademischen Krieg'.'- geiieration zu neuem Leben zu erwecken und wieder wie in der Frontkämpferzeit eine Z u s a m « in c n f a 11 u n g aller deut | ri) e n 61 üben- ten zu schaffen, die bereit Ist, gemeinsam mit uiiö ein e i n h e itIi dj e 0 N e I d) des (st e i st e v und der Tot zu bilden, unabhängig vom zersetzenden Porteigesst, aufaebaut auf festem nationalen Willen und oinnegiiebcrt In das (stanze der deutsd-en Volksgemeinschafl." Keine Aufhebung der ^stentenkürzung. B e ri I n. 8. Okt. (EAB.) Zu der in der Presfc aufgelaiichten Behauptung, datz eine 'Aushebung der Kürzung der Sazial- und Invalidenrenten kommen werde, erfahren wir von zuständiger Seite, mrgeslchts der durch eine derartige Aushebung bedingten sehr erheblickzen Mehrbelastung des Etats könne keine Rede davan fein. Lediglich zutreffend Ifl das, was der AetchSarbeilSminister in seiner ycflrl* gen Unterhaltung mit den Vertretern der deutsch- nationalen Reichstagsfraktion erklärt habe. Die Regierung werde alles zur Minderung der Arbeitslosigkeit tun und nach Möglichkeit die Unterstützungssätze un kommenden Winter erhöhen. Lieber 200000 Mann im Freiwilligen Arbeitsdienst. Halle, 9. Oft. (CAD.) Reichsorbeitsminister Schaeffer besichtigte am Samstag in Begleitung des Reichskommissars für den Freiwilligen Arbeitsdienst, Präsidenten Syrup, die sozialen Einrichtungen und die Maßnahmen des Freiwilligen Arbeitsdienstes des Stahlhelms in und bei Halle. 3m Anschluß daran führte der Reichsarbeitsminister in einer Ansprache aus, die Reichsregierung sei sich selbstverständuch llor darüber, daß der Freiwillige Arbeitsdienst, Rötstandsarbeiten und Kreditmaßnahmen nur PalliaHümittel seien. Die Hauptsache bleibe die Anregung des Unternehmergei st es. Es möge sein, daß die eine oder andere der verschiedenen, von der Regierung in diesem Sinne getroffenen Maßnahmen nicht den erhofften Erfolg habe: aber im ganzen lasse sich doch erkennen, daß das Programm sehr erfolgreich fei. Jedenfalls sei der saisonmäßrge Ruck- gang nach der Septemberstatistik unterblieben, vielmehr sei im Gegenteil eine kleine Belebung festzustellen. Er habe das Vertrauen zur deutschen Wirtschaft, daß sie nicht versage und nicht Präsident Syrup machte Ausführungen über den Stand des Freiwilligen Arbeitsdienstes, seine Kosten und Probleme. Der Gedanke des Freiwilligen Arbeitsdienstes, erklärte er u. a., hat sich durchgesetzt. Vor einem Jahr waren es 300 Arbeitswillige in Deutschland. im Juli diese- IahreS 40 000, und heute ist die Fahl 200 000 überschritten. Dies dürfte die Iahresdurchschnittszahl für den Frer- wllligen Arbeitsdienst bleiben. Die Beschäftigung dieser Zahl bedeutet einen Aufwand von 120 Millionen aus Reichsmitteln. Damit ist aber der Freiwillige Arbeitsdienst erst zu drei Fünfteln finanziert. Die zwei Fünftel Restkosten, 80 Millionen, sind von den Trägern der Arbeiten aufzubringen. Ein Arbeitsdienstwilliger kostet also im Jahre rund 1000 Mk. Ein Jahrgang Jugend- licher im Alter von 18 bis 25 Jahren umfaßt nach Abzug von 5 bis 10 Prozent Untauglicher etwa 500 000 Mann: seine Beschäftigung im Freiwilligen Arbeitsdienst würde einen jährlichen Aufwand von 500 Millionen bedeuten. Augenblicklich sind an Arbeiten in Ausführung: an Bodenverbesserungen und Wasserregulierung 1250 Maßnahmen, an Verkehrsverbesserungen. besonders Verbesserung landwirtschaftlicher Verkehrs- und Forstwege 1050 Arbeiten, Wald- und Forst- arbeiten über 500, Siedlungen etwa 300. DieMlelparteiemmWahlkamps Berlin, 8. Ott. (VDZ. Funkspruch.) Nachdem die Bemühungen, die bürgerlichen Mittelparteien für den kommenden Reichsta^roahlkampf auf einer gemeinsamen Liste zu vereinigen, schon vor längerer Zeit gescheitert sind, da die Deutsche Volks- p art ei ihr Wahlbündnis mit den T) e u t-f d) nationalen erneuert und der Chriftlich-So- ziale Volksdienst erklärt hat, daß er auch diesmal selbständig und ohne jede Bindung vorgehen will, können jetzt auch die Versuche, die rechtlichen Mittelparteien auf eine gemeinsame Grundlage zu bringen, als gescheitert angesehen werden. Trotzdem werden diese Parteien aber auf eine Beteiligung an den Wahlen nicht verzichten, sondern mehr oder weniger s e l b st ä n d i g in den Wahlkampf gehen. Die W i r t s ch a f t s p a r t e i hat ihr Wahlbündnis mit der B a y e r i s ch e n Volkspartei erneuert, so daß wie bei der letzten Reichs- tagswahl ihre Stimmen auf der Reichsliste der Bayerischen Volkspartei erneuert werden. Die endgültigen Beschlüsse der Landoolkpartei über ihr Vorgehen bei der Reichstagwahl werden in einer Parteiausschußsitzung fallen, die am Sonntag in Gießener Gtadttheater. August Hinrichs: „Freie Bahn dem Tüchtigen". Das ist die mit freundlicher Ironie und gefälliger Hand auf die Bühne gebrachte Geschichte von einem Mann, der sozusagen trotzdem das große Los ae- roinni. Trotzdem, das heißt: obgleich er von sich aus in seiner Ahnungslosigkeit geflissentlich alles tut, um den Gewinn zu hintertreiben. Ein Studienrat ist das, aus der alten und noch älteren Schule, vom ältesten Schrot und Korn, ein Pädagoge mit eisernen Grundsätzen, eiserner Pedan- terie und eiserner Weltfremdbeit. Womit zugleich Gelegenheit geboten war, die Fabel des dreiaktigen Lustspiels um das immer wieder beliebte und eigentlich unerschöpfliche Thema vom Gegensatz der Generationen zu bereichern. Dieser Mann aus einer schönen Zeit lange vor dem Stiege sitzt mit Frau und Kindern in einem kleinen Nest' und bewirbt sich um den Direktorvosten in einer größeren Stadt. Er hat seine Verdienste, aber er würde ihn nie bekommen, denn er Der traut dabei auf seine Persönlichkeit, seine Tüchtigkeit und seine Zeugnisse. * Das langt natürlich nicht, wenn man kein Glück hat und vor allem auf Beziehungen und Protektion aus Prinzip zu verzichten wünscht. Er muß, um ans Ziel zu kommen, mit sanfter Gewalt dahin geschoben werden, wohin er soll. Der Witz dabei ist erstens, daß er sich dagegen wehrt; zweitens, daß er gar nicht merkt was mit ihm geschieht: und drittens, daß er jede Gelegenheit, die ihm sozusagen auf dem Tablett serviert wird, mtt bewundernswerter Treffsicherheit verpaßt. ♦ Da, ist zum Glück ein einflußreicher Jugendfreund Der Frau des unseligen Kandidaten: der nimmt sich ber ^vache an. Ein Wunder, daß er es schafft, denn der otubienrat der sich gröblich mißverstanden glaubt, vermasselt jede sorgfältig eingcfädelte, per- (onlldjc Beziehung mit der Gründlichkeit, die ihm auch sonst eigen ist. * der neugebackene Direktor zum «chluh diesem Iugendfteund im Vollgefühl des eigenen Wertes auf die Schulter, um ihm zu demon- trieren, daß es ja Gott sei Dank auch so gegangen sei. Der lächelt nur und hält sich schadlos, denn er Publizist Mussolini. Don unserem römische.» L.-Korrespondent. Rom, September 1932. Zum Journalisten geboren, hat Mussolini seine Berufung niemals verleugnet, weder vorher noch nachher. Das heißt, er schrieb,schon für die Oeffent- ljchkeit bevor er einen Beruf daraus machte, und er blieb sich treu, als er ihn mit einem andern, dem des Staatsmannes und Führers, vertauscht zu haben glaubte. Es ist einem echten Publizisten eben nicht möglich, wider seine Bestimmung zu handeln. Als der Anführer der Schwarzhemden den Weg zum Kapitol zurückgelegt hatte und zum Führer einer Nation wurde, glaubte er die innere stimme zum Schweigen bringen zu sollen, nur in vertrauten Stunden sprach er von seiner nostalgia,. feinem Heimweh nach der kämpferischen Feder, im Umgang mit Journalisten nannte er sie nur und behau- beite sie als Kollegen, und wenn es gar zu unerträglich wurde, das selbstauferlegte ■etummjein, dann sündigte er heimlich: schrieb pi'eubongme Artikel, gab seine Zunge irgendeinem Minister, ließ etwas drucken, was man nur als „halboftizws ober höchstens anscheinend von Mussolini selber infpi- riert" bezeichnen durfte, wenn auch keinerlei Zweifel über die Vaterschaft bestehen konnte, denn die Geisteskinder Mussolinis sind unverkennttich, sie gleichen einander wie Zwillinge und gleichen alle dem Duce. Als er das selber merkte, fing er fachte, sachte an, sich wieder in die geliebte Presse hineinzuschmuggeln mit offenem Visier, die amerikanischen Zeitungen schrieben unter einen Artikel: Don Benito Mussolini, und allmählich wurde aus der Sensation eine Selbstverständlichkeit — die Zeitung hat ihn wieder. Damit ist ein neues Element in die internationale Politik, die amtliche, die offiziöse, die mit Manschetten und deutenden Zeigefingern ausgeputzte, hineingetragen worden, mögen die zünftigen Diplomaten auch die Hände ringen über ein so traditionswidriges Verhalten eines „verantwortlichen Staatsmannes". Es wäre schöner gewesen, wenn Bismarck keinen Harden gebraucht ober benützt hätte, man kann nur hoffen, daß sich die neue Sitte gegen die Stickluft der Kabinette und die öde Scholastik der Konferenzredner behauptet. Allerdings muß man eben ein Mussolini fein, hieb- und stichfest als Journalist, Zeitungsartikel von Staalslenkern zweiter Garnitur interessieren weniger. Dor allem muß man nicht Allerweltsjournalist, sondern Publizist sein, wie denn die italienische Bezeichnung pubbli- cista viel treffender ist als das unmögliche „Tagesschreiber". Ein Publizist schreibt nicht wie irgendein Lokalredakteur für den Tag, er schreibt für die Zeit, denn er vermag sie zu gestalten, indem er Zeuge schichte macht. Der Artikel eines Duce kann in das Dölkerschicksal rascher und kräftiger eingreifen als ein langwieriger Notenaustausch zwischen Regierungen. Es kommt auf diese Weise ein männlicher, ein persönlicher Zug in das internationale (Betriebe, das den großen Masten immer undurchsichtiger, immer verworrener und verdächtiger erscheinen muß. Es ist etwas anderes, wenn man weiß: Sv denkt der Führer der italienischen Großmacht, als wenn es heißt: Aus dem (Kommunique der Regierung wird man vielleicht schließen können, daß-- Als Staatsleiter ist der Duce der beste Garant seines Leitartiklers Mussolini, man hat nich^ zu befürchten, daß sein Verleger nicht mit ihm einver- standen sein könnte. Damit bekommen diese neuartigen Zeitungsartikel ein ungeahntes Gewicht und das Ansehen der Presse wird abermals gehoben, die siebente Großmacht, wie man früher zu sagen pflegte, stellt die als übermächtig angesehene Geheimdiplomatie in den Schatten. Was vermag die jorgfältigft gesponnene Intrige gegen das blanke Schwert eines solchen Artikels? Ein Siegfried hat es tief ins Gekröse des diplomatischen Lindwurms gebohrt, der sich unverwundbar glaubte. „Deutschland ist im Recht." Mussolini schreibt es so hin in einem Zeitungsartikel. Und aufheulend bricht das Reptil, besten giftiger Atem seit vierzehn Jahren Europa verheerte, zusammen. In Genf morgen sie nun noch nachstammeln, was sie wollen, es ist umsonst, es nützt keine Drohung und kein Einschüchterungsversuch mehr, ein Zeitungsartikel, die blanke Waffe des großen Publizisten, hat das Wunder geschafft. Berlin stattfindet. Die Staats pari ei, die ihre Hoffnungen auf eine Listenverbindung mit den Sozialdemo traten, die bei den letzten Wahlen angeboten worden war, gesetzt hatten, sind durch die Absage der Sozialdemokraten stark enttäuscht worden. Sie werden jetzt den Wahlkampf wahrscheinlich ebenfalls wieder allein bestreiten müssen. Zinanzministerkonferenz in Berlin? Schwerin, 8. Ott. (TU.) Der Mecklenburg - schwerinische Ministerpräsident G r a n z o w hat sich mit einem Schreiben an die Finanz- Minister der Länder gewandt, in dem es heißt, die Aussprache des vom Reichsfinanzminister einberufenen Sparausschusses habe zu keinerlei nennenswerten Ergebnissen geführt. Da die Haushalt- und Kassenlage aller Länder dringend alsbaldige Sparmaßnahmen erfordern, vom Reich aber einstweilen ein Entgegenkommen nicht zu erwarten sei. schlage er vor,"Daß die Finanzminister der Länder zu einer Besprechung zusammentreten, die am 15. Oktober in Berlin stattfinden soll. Aus öfter Welt. Einen Amlsgerichtsrat erschossen. Der 71jährige Landwirt Wölke aus Treppendorf bei Lübben in der Mark erschoß dieser Tage Den Amtsgerichtsrat Tilk in dessen Amtszimmer. Wölke hat mit dem Erschossenen ro e • gen Rückgängigmachung der Zwangs- versteigerung seiner Wirtschaft die im Januar erfolgen sollte, verhandelt. Im Saufe dieser Verhandlungen zog er einen Revolver und hat sich bei der Gelegenheit mit der Tochter des Hauses verlobt, worüber denn wiederum der Papa in seiner Ahnungslosigkeit sich schrecklich wundern muß. Das begibt sich alles mit einer harmlosen Geläufigkeit und Nettigkeit, mit einer lustfpielmäßiaen Ironie, die nie bis an die Grenze ernsthafter Problematik und sogenannter blutiger Satire her- anreicht, so daß die drei Akte locker und unbeschwert genug bleiben, um ihren Zweck einer freundlichen Abend- ober Sonntagnachmittagsunterhaltung treff- lich zu erfüllen. Es wurde sehr hübsch gespielt. Unter Herrn Hey- fers sauberer, von lebhaftem Tempo getragener Regie kam eine flüssige und abgerundete Aufsüh- rung zustande, bei der alle Mitwirkenden sichtlich mit Lust und Liebe und viel Vergnügen bei der Sache waren. Bühnenbildner Löffler hatte das Stück mit gefälligen Innendekorationen ausgestattet. * Im Mittelpunkt stand Karl D o l ck als Studien- rat Dr. Bröker: er hat sich in diesen verschollenen Typ versenkt und machte den ewig vor Aerger und Gereiztheit kollernden, aus einer Empörung und Aufregung in die andere stürzenden Pädagogen, der völlig ahnungslos und fremd in der ihn umgeben- den Welt steht, mit viel Humor. ♦ Man versteht gar nicht, wie dieser Mann zu einer so netten Frau kommt: Adele heißt sie und wunde von Maria Koch mit gleichbleibender, heiterer Ruhe und freundlich-weiblicher Ueberlegenheit gegeben. Fräulein Liesel '.geling, eine neuer Name rm alten Ensemble, stellte sich in der Rolle der jungen Ursula Bröker vor und darf mit diesem Debüt, Das einen recht vorteilhaften Eindruck hinterließ, wdhl zufrieden sein. Sie gab eine moderne junge Dame, Die ihren Eltern reichlich gewachsen ist. schlck, selbst- sicher, energisch unD geschäftstüchtig. * Die junge Generation war außerdem durch zwei Primaner vertreten. Rainer (Eggemann als Axel Butenkamp, ein schlaksiger blonder Junge und HansguckindieLuft mit Hamburger Dialekt, himmelstürmenden Projekten und erster Liebe; ferner Herr Hamel: ein von Problemen minder beschwerter, munterer und frecher Taugenichts, dessen Ehrgeiz un? ^°Lente fich wehr auf sportlichem Gebiet austoben. Beide sehr nett. schoß Dem Amtsgerichtsrat eine Kugel in Den Kopf, Die ihn sofort tötete. Der Täter floh, konnte aber in einem Lokal ba ID gefaxt merben. Er gehört Der Kommuni st ischen Partei an und war längere Zeit in seiner Anstaü zur Untersuchung seines GeisteszustanDes interniert. Ein Landjäger niedergeschossen. In einer der letzten Nächte wurde der Oberland jäger Ti em a n n in Jsselhorn bei Bielefeld davon verständigt, daß in einer Wirtschaft in Holtkampen ein Einbruch erfolgt sei. Der Oberlandjäger machte sich sofort auf Den Weg nach Holtkampen und traf unterwegs Drei Radfahrer, Die ohne Licht fuhren. Als er sie zu stellen versuchte, gaben sie mehrere Schüsse auf ihn ab. Er rief um Hilfe, und nun kehrte einer Der Täter zurück unD schoß nochmals auf ihn. Mit Drei Schüssen, einem Bauchschuß und zwei Oberschenkelschüssen wurde der Beamte auf- gefunden und ins Krankenhaus eingeliefert. Mord an einem Kaufmann. 3n Lvewen (Kreis Drieg) drangen dieser Tage zwei Wanner in die Kolonialwarengroßhandlung des Kaufmanns Adolf Ludwig ein, während zwei andere Männer auf der Straße Schmiere standen. Einer der Männer gab auf den Kaufmann Ludwig, der den Einbrechern entgegentrat, mehrere Schüsse ab, die den Ladenbesitzer tödlich verletzten. Die Täter konnten in der Dunkelheit unerkannt entkommen. Zusammenstoß im Kanal. — Norwegisches Motorschiff gesunken. Der Dampfer „Qlfric Star", der nach Buenos Aires unterwegs war, ist auf der Höhe von Dungeneß in einer der letzten Rächte mit dem norwegischen Motorschiff „Charente" zusam- Jochen Hauer war Der hilfreiche Iugendfteund, welcher Der gnädigen Frau zu Liebe alles (auch für sich selbst) zum Besten wendet: eleganter und liebens- mündiger Mann von Welt, mit sanfter Ironie Die Fäden Des Geschickes in Händen haltend. Herr Heys er gab schneidig und repräsentativ Den Bürgermeister, in steter Sorge um Die Balanzie- rung Des kommunalen Etats. Jyrn zur Seite Frau Schubert-Jüngling und Herr Dieten als ergötzliche Typen aus Dem Stadtverordnetenkolle- aium. Herr Hub als vierter in Diesem Bunde schoß jedoch mit frankfurterischer Beredsamkeit und trefflichen Pointen entschieden Den Vogel ab. ♦ Die Neuigkeit gefiel Dem Publikum ausnehmend. Es gab sogar bei offener Szene Beifall. hth. 3n Der Türkei. Don Knut Hamsun. Wir gleiten in den Bosporus hinein. Stadt auf Stadt zu beiden Seiten, je weiter wir fahren: es sind bloß ein paar Minuten zwischen jeder. Cs ist im Grunde eine einzige endlose Stadt. Wir sehen alles, was am Lande vor sich geht, so nah ist es: und alles, was wir sehen, ist anders, als wir es uns gedacht hatten. Sind wir denn nicht in der Türkei? Dreißig Jahre lang habe ich nun über ein gewisses Land am Bosporus gelesen, das ruchlose Sultane an den Rand des Abgrunds gebracht hätten. Diese kleinen Städte liegen mitten zwischen Weinbergen und 'Blumengärten; schwer und rot glüht es zu uns herüber von den Rosenbeeten; ein Märchen ist es, durch das wir fahren. Wo die Drei Wasser des Mannarameeres, des Goldenen Horns und des Bosporus zusammen- stoßen, liegt die Hauptstadt der Türkei. Solch eine Lage für eine Stadt hat in Der ganzen Welt nicht ihresgleichen — auf beiden Seiten die naturschönen Höhen unD unten Die Wasser! Die StaDt liegt in zwei Weltteilen. Konstantinopel hat nicht Den Farbenreichtum Moskaus, es hat rächt daS Grün, das Gold und Rot seiner Kuppeln, aber es hat etwas, waS Moskau nicht hat: die toet> ßen Minaretts gegen den blauen Himmel. Ich habe ja nicht Die ganze Welt gesehen, aber es gibt sicher nur einen Cyub. Cs ist Die heilige Stätte. Cyub ist eine Welt Der Gräber. jlnD eine Welt der Zypressen, Der Platanen, der Blumen. An vielen Orten find Moscheen, überall sind Tempel des Todes. UnD überall ist Friede. Die mengestoßen und dem Vernehmen nach schwer beschädigt worden. Er nahm Die Drei Passagiere und 18 Mann der Besatzung der „Cbarcnte“ an Bord und fuhr unter Rotsignalen nach Dover weiter. Das Motorschiff „S^arnte“, das von einem Schleppdampfer ins Schlepptau genommen worden war, ist ungefähr fieben Seemeilen nordöstlich von Dungeneß gesunken. Der Schlepper kehrte nach Dover zurück, wo er die Mannschaft Der „Charente" landete. Die er von dem Dampfer „Aftic Star" übernommen hatte. Verkehrsunglück. — Motorradfahrer getötet Aus Bad Schmalbach wird gemeldet: In den letzten Tagen ereignete sich auf der Aarstraße in der Nähe der Füllfchen Mühle ein Zusammen st oß zwischen einem Motorrad unD einem Auto. Der Kunstmaler Hans Backmeister, ein Sohn des Oberstaatsanwaltrats Backmeister in Limburg, war mit ziemlicher Geschwindigkeit aus der Richtung Bad Schmalbach gekommen und wollte einen andern Motorradfahrer, August C h r i st e von Bad Schwalbach, überholen. Ehriste seinerseits wollte einem alten an Krücken gehenden Mann aus Dem Wege fahren unD kam im Augenblick, als Back- meister an ihm vorbeifuhr, mit dem Motorrad zu Fall. Dackmeister war durch das Ueberholen stark auf die linke Seite gekommen. Infolge der feuchten Straße geriet er Dann ins Rutschen. Mit ungeheurer Wucht fuhr er auf einen vorschriftsmäßig auf der rechten Straßenseite fahrenden kleinen Opelmagen auf. Dabei zog er sich einen schrneren Schöbe l b ru ch zu, an dessen Folgen er kurz danach im Krankenhaus oerstarb. Großfeuer in einer Lodelschwinghschen Kolonie. 3n einer der letzten Rächte wurde die große Kolonie derDodelschwinghschenAnstal- t e n 2 e t h e l bei Bielefeld von einem verheerenden Großfeuer bcimgcrud)t, das vermutlich auf Brandstiftung zurückzuführen ist. Zwei riesigs Feldscheunen sowie die Hälfte eines Gebäudekom- plexes, in dem das Jungvieh untergebracht wird, fielen den Flammen mit Der gesamtenErntc von runD 2000 Morgen zum Opfer. Günstige WinDverhältnisse verhinderten eine Vernichtung der gesamten Kolonie. Große Ernte- und Viehbestände sind vernichtet, Der Schaden ist sehr groß. Der Dramaturg Des Deutschen Theaters gestorben. In einer Der letzten Nächte ist Der Dramaturg Des Deutschen Theaters unD langjährige Mitarbeiter Max ReinharDts, Arthur K a h a n e, in Berlin einem Herzleiden erlegen. Kahane mar 61 Jahre alt geworden. Die Stadl Rordheimfund größtenteils niebergebtannL Die Stabt Novbheimsunb, 90 Kilometer von Bergen am Hardanger-FjorD, ist zum großen Teil n i e» oergebrannt. Das Post- unb Telegraphen- gebäuDe sinb nur noch Branbruinen. Die meisten nieibergebrannten Gebäude waren, -wie in Norwegen üvlich, aus Holz gebaut und größtenteils Geschäftshäuser wie barübengelegene Etagenwohnungen. Alle Holzwarenfarbriken Des Städtchens sind ebenfalls ein Opfer Des Brandes geworden. Ein großer Teil Der Bevölkerung ist obDa chlos und wirb vorläufig in Bergen Wohnung nehmen müssen. Der Schaden geht in Die Millionen. Große Unterschlagungen bei der Kammereikasse Nordhorn. Vor einigen Tagen mürbe ein E i n b r u ch in Die Kämmereikasse Der Stadt Novbhorn begangen, bei Dem Dem Täter 2000 Mark in Die Hande fielen. Ein Kassenbeamter konnte der Tat überführt werben unb legte ein Geständnis ab. Hierbei kam zutage, daß weiterhin üer 40000 Mark u n - terfch 1 agen worden ^ind. Der Stadtkämmerer, der die Unterschlagung zugeben muhte, sowie Der Kassenbeamte wurden in Haft genommen. Räubminrocfen im griechischen Erdbebengebiet. Das Athener Morgenblatt „Proia" meldet, daß sich im griechischen Erdbebengebiet das Räuberunwesen in steigendem Maße bemerkbar macht. In den vergangenen Rächten haben die Banditen die Minendirektion Stratonion und das Hilfskomitee, das im Direktor-Garten übernachtete, plötzlich überfallen. Cs entwickelte sich eine Schießerei, wobei ein Soldat getötet wurde, während es den Räubern gelang, in der Dunkelheit zu entkommen. Zypressen stehen senkrecht und unbeweglich, sie finb starr wie Türme: in den Palmenhamen flattern die Blätter leise, wenn ein Lüftchen geht, sonst kein Laut. Auch wir fangen unwillkürlich an. behutsam aufzutreten, während wir unS weiter und weiter von Straße und Stadt entfernen. Unb wir sprechen leise im Lande deS Todes. Wir setzen unS. Zum Friedhof ziehts den Menschen auch im le- benbigen Leben, um zu ruhen. Er ist die Insel im brausenden Meer. Aber es gibt keine Stätte, wo das Leben so kämpfte und siegte wie hier. Die größten Bäume gibt eS hier und die zappeligsten Regenwürmer. Auf dem Kirchhof daheim wuchsen einige Himbeeren, die sich selber gepflanzt hatten und ohne Pflege gediehen. Jedes Jahr kamen sie wieder, und wir Kinder wußten so gut, wo sie ftanDcn! Jede Deere war ein Mundvoll Wein... Die Toten ruhen in einem reichen Lande. Sie selber sinds, die es reich machen: alleS wächst gut auf einem Friedhof. Die Toten sorgen selber dafür, daß sie sich eine gesunde und reinliche Umgebung schaffen, eine kräftige Vegetation, eine fruchtbare Erde, auf der alles wachsen kann. Weiter drinnen, hinter uns, rauscht ein Palmenhain: wir lehnen fast mit dem Rücken Daran. Mag das Wetter noch so still sein. Die Fächer- Palmen regen sich leise, weil sie so breite Blätter haben, und eS geht ein fast unhorbareS Raunen von solch einem Hain aus. DieS Raunen unb die breiten Blätter und diese ganze grüne Herrlichkeit machten uns still und stumm. Wir sitzen und lassen uns zurückführen zu einem Wohlbe- kannten, nach einem Lande, in dem wir einst gewesen sind, zu einem Erlebnis im Traum oder aus einem früheren Leben. Unsere Wiege war vielleicht einmal ein Lotos, der in einem Palmenlande stand und und schaukelte... Hochschulnacbncbten. Der Marburger Extraordinarius Ernst Nauck ist als Nachfolger von Professor Böker, der den anatomischen Lehrstuhl in Jena übernimmt, als erster Projektor nach Freiburg i. Br. berufen worden. Der außerordentliche Professor Dr. Siegfried Sdlbacher von der Universität Heidelberg ist als Nachfolger von Professor Spiro zum Ordinarius und Direktor der physiologisch- chemischen Anstalt Der Universität Basel ernannt worden. Aus der Provinzialhauptstadt. I t>er> Buntes Allerlei einer dann Stadt Frankfurt a. M. herzlichst willkommen geheißen. während Kinder eine Fülle von Blumen - fpenden überreichten. Do X wird voraussichtlich bis kommenden Freitag in Frankfurt a. M. bleiben. Oer Mädchenmord in Frankfurt. Frankfurt a.M., 7. Oki. (WSN.) Der durch einen Zufall aufgodeckte Mord an der 19jährigen Emma Busse ist insofern geklärt, als der Haupttäter ein T a t g e st ä nd n i s abgelegt hat. Es «bestehen aber insofern Unstimmigkeiten, als die beiden andern festgenommenen Verdächtigen andere Angaben machen als der Haupttäter Stubenrauch. Zwischen den drei Aussagen bestehen starke Widersprüche. Außerdem ist es bisher noch nicht gelungen, den Hergang der Tat selbst einwandfrei zu klaren, da jeder der drei Festgenommenen bemüht ist, sich zu entlasten. Die Polizei sucht dringend zwei Eisenbahner, die zur Zeit der Tat die Main- Neckar-Brücke passierten. Der eine von ihnen fragte das weinende Mädchen nach seinem Leid. gerade „Öberhessen'' diesen schönen Sieg errungen hätten. Sehr beachtlich sind auch die Siegestrophäen, die der Einerfahrer ' Friedel LZ ö d t für seinen Verein nach Hause brachte, und die Preise für die zweiten Achterrennen. Bemerkenswert ist sodann noch der Achilles-Wild-Gedächtnispreis (2. Vierer, Dad Ems), der nach den neuen Bestimmungen des Deutschen Ruderverbandes in einen Herausforderungspreis umgewandelt worden ist. Er war früher Wanderpreis. Die große Zahl der Siege gewinnt noch an Bedeutung, wenn man berücksichtigt, daß die Seniormannschaft der G. R.-G. in diesem Sommer in hoher sportlicher Auffassung darauf verzichtet hat, durch Starts in der niederen Seniorklasse und in den nur für Lahnvereine ausgeschriebenen Rennen „Zähl"- siege zu erringen. ** Evangelisch - kirchliche Pfarrpersonalien. Durch die Kirchenregierung wurde dem Pfarrer Rob. Wolf zu Wingershausen die erste evangelische Pfarrstelle an der Paulusgemeinde zu Darmstadt (Dekanat Darmstadt) und dein Pfarrer Hans Durst zu Groß- Felda die evangelische Psarrstelle zu Langenhain (Dekanat Friedberg) übertragen. ** Fahrplanänderung auf der StreckeGießen — Dillenburg. Ab Montag, 10. Oktober, wird der Personenzug 1649 Gießen—Dillenburg (Gießen ob 23.00 Uhr) werktags nach Sonntagen bis H a i g e r durchgeführt. ** Eine Siebzigjährige. 3n voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit kann am heu- tigen Montag Frau Wilhelmine Greb Witwe, wohnhaft Mühlstratze3, ihren 70. Geburtstag feiern. dieser Vorschrift gelten die im Tarifverträge vorgesehenen Sähe unter Abzug der in der Verordnung zur Erhaltung und Vermehrung der Arbeitsgelegenheit vom 5. September 1932 oder in anderen gesetzlichen Vorschriften zugelassenen Un- terschreitungen, 5. Angestellte, deren Jahresarbeitsverdienst 8400 Mk. übersteigt, 6. Lehrlinge und Volontäre, 7. Arbeitnehmer, die bei öffentlichen Rotstandsarbeiten beschäftigt werden. Schutz und Hilfe für das Kleinkind Was brachte der Kongreß für Kleinkind-Erziehung in Berlin? Don Henriette. Frankfurt genommen. Als der Riesenvogel über der Ankerstelle schwebte, scholl ihm ein gewaltiger Sturm der Begeisterung entgegen. Rach Schleifenfahrt über der Stadt kehrte Do X nach der Ankerstelle zurück und im eleganten Gleitfluge ging er unter dem ungeheuren Jubel der Menge und dem Sirenengeheul der Schiffe auf das Wasser nieder. Nachdem das Flugschiff verankert war, erfolgte die Ausbootung der etwa 40 Fahrgäste. Der Führer des Luftschiffes, Kapitän Christiansen und seine Mannschaft, wurden von Stadtrat Dr. L i n g n a u als Vertreter der Für das Saison- und Kampagnegewerbe werden Stcuergutscheine gewährt, wenn in der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis 30. September 1933 im Durchschnitt eines Kalendervierteljahres mehr Arbeitnehmer beschäftigt werden, also 90 Prozent der Arbeitnehmer, die im Durchschnitt des entsprechenden Kalendervierteljahres des Vorjahres beschäftigt waren. Zu diesem Gewerbe zählen u. a. die Land- und Forstwirtschaft, di« Gärtnerei, das Bau- und Baunebengewerbe, das Fremdenverkehrsgewerbe in Kur- und Badeorten, Einzel- Handelsbetriebe, die ausschließlich oder überwiegend Spielwaren oder Süßwaren vertreiben Der Steuergutscheinbetrag, der für die Wehr- beschastigung eines Arbeitnehmers im Kalendervierteljahr gewährt wird, beläuft «ich auf 100 Mk. Wird durch die Mehrbeschäftigung die Belegschaft mehr als verdoppelt, so mindert sich der Gutscheinbetrag für die Mehrbeschäftigung, die über die Verdoppelung hinausgeht, auf 50 Mk. Dies qilt nicht für Unternehmen, deren durchschnittliche Belegschaft im Dergleichszeitraum die Zahl 50 nicht übersteigt. Der Antrag auf Gewährung von Steuergutscheinen für Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern ist innerhalb eines Monates nach Ablauf des Kalendervierteljahres, in das die Mehrbeschäftigung der Arbeitnehmer fällt, bei dem zuständigen Finanzamt zu stellen. Sterbet sind die Tatsachen, auf di« der Antrag gestutzt wird, glaubhaft zu machen (z.B Beschelntgung der Krankenkasse über Zahl und Beschaftigungö- dauer der Arbeitnehmer). . Gegen Verfügungen des Finanzamts, m denen «In Antrag auf Ausgabe von Steuerautscheinen ganz oder teilweise abgelehnt wird, sowie bei Streitfällen darüber, ob Steuergutscheine für die Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern aus- aeaeben werden sollen, ist die Beschwerde an das Landesflnanzamt («inzureichen bei dem Finanzamt) zulässig. Das Finanzamt kann der Be- schwerd« abhelfen- will es ihr nicht abhelfen so bat das Finanzamt die Be.chwerde dem Lmides- sinanzamt zur Entscheidung vorzulegen. Gegen die Deschwerdeentscheidung des Landesfinanz- i amts ist eine weitere Beschwerde nicht zulässig. Schwerer Einbruch in eine Bürgermeisterei. Die Einbrecher erbeuten 1200 Mark in bar. WSR. Goddelau, 8. Okt. 3n der vergangenen Rächt wurde das Bürgermeisteramt in Goddelau von Einbrechern heim- gesucht, die den Gemeindegeldschrank mit einem Schweißapparat aufschweißten und 1200 Marr in bar erbeuteten. Der Schweihapparat, den die Diebe nur auf einem Wagen herangeschafft haben können, wurde am Tatort zurückgelassen. Er trägt als Fabrikätionsnummer die Zahl 6098 und die Jahreszahl 1928. Es ist nicht ausgeschlossen, daß die Diebe den Schweihapparat auch erst gestohlen haben, um mit ihm den Gemeindegeldschrank aufzuschweißen. Von der Landeskriminalpolizei sind sofort eingehende Ermittelungen in die Wege geleitet worden. Oo X in Frankfurt a. M. WER. Frankfurt a.M., 8.Olt. DasFlug- schiff Do X ist um 16.25 Uhr über Frankfurt erschienen. Auf ollen Straßen und Plätzen bildeten sich große Menschenansammlungen, die dem „Fliegenden Hotel" zujubelten und seinen Flug interessiert verfolgten. Das Flugschiff ging sodann auf dem Main nieder, wo es zwischen der Riederräder Eisenbahnbrücke und der neuen Staustufe Schwanheim ankerte. Zehntausende waren auf den beiden Ufern des Mains versammelt und weitere Tausende bevölkerten unzählige Dampfer und Boote. Das Luftschiff war um 15 Uhr in Koblenz aufgestiegen und hatte nach einem Fluge über das Mosel- | und Lahntal die Richtung über Wiesbaden auf Gießen, den 10. Oktober 1932. Gießener Märkte 1933. Di« Gießener Märkte im Jahre 1933 sind wie folgt anberaumt: Rindvi«h-(Zucht- und R u tz v i« h m a r k t) 10. und 24. Januar. 7 und 21. Februar, 7. und 21. März, 4. und 25. April, 9. und 23. Mai, 13. und 27. Sunt, 11. und 25. Juli, 8. und 22. August, 5. und 19. Septem^r, 3., 17. und 31. Oktober, 14. und 28. Rovember sowie 12 Dezember — Schweinemarkt: 25. Januar 22 Februar, 22. März, 26. April, 24. Mai, 14. Juni, 12. Iuli, 9. Auaust, 6. September, 4 Oktober, 1. Rovember und 13. Dezember. — Pferdemarkt: 29. März und 27. September. — Messe: Frühjahrsmesse vom 26. März bis 2. April, Herbstmesse vom 1. bis 8. Oktober, sowie «in Krämermarkt am 22. Rovember. Zahlen beweisen. Aus dem Stadttheaterbüro wird unS geschrieben: Der Besuch des Theaters ist allgemein geringer geworden gegen frühere Zeiten. War es immer schon schwer, ein Theater unter kultureller Verantwortung im Gleichgewicht zu halten, so ist dies unter dem Zwang der heutigen Verhältnisse fast zur Unmöglichkeit geworden, wenn nicht ein starker Stamm von Abonnenten dem Theater als wirtschaftliches Rückgrat dient. Aber auf diese Abonnenten muh das Theater zählen können, um der Aufgabe gerecht zu werden, die seiner im deutschen Kulturleben harrt. Das Theater im Reich — also das Theater in einer kleinen deutschen Stadt, ein Theater, das auf die Liebe, den Glauben und die Opferbereitschaft der Einwohner angewiesen ist — ist längst über die bequeme Aufgabe, der Hauptstadt nachzuspielen, hinausgewachsen und ermöglicht es den Autoren, daß ihre Werke aufgefühct werden. Allenthalben kann man feststellen, daß durchweg die Abvn- nentenziffern gestiegen sind. Das Theater von Münster i. W. kann berichten, daß die Zahl seiner Abonnenten gegenüber dem Vorjahr um 95 v.H. gestiegen ist: das Oldenburg erLan- destheater weiß von einer Abonnentenzunahme um 100 v. H. zu berichten. Diese zwei 'Beispiele sind herausgegriffen aus einer großen Zahl von Meldungen. Leider kann das Stadttheater Gießen, das das Jubiläum seiner 25jährigen Spielzeit feiert und dessen künstlerische Erfolge stark und eindeutig sind, nicht zu den Theatern zählen, deren Abonnentenziffern zugenommen haben. Gießen hat noch nicht die Zahl der vorjährigen Abonnenten erreicht. Abonnements für alle Tage und Plätze werden täglich während der Kassenstunden entgegengenommen. Bereits abgelaufene Vorstellungen werden verrechnet bzw. durch kostenlose Gutscheine vergütet. Ausstellung derSiegespreise der SNS. Di« Gießener Rudergesellschaft 1 8 7 7 hat in dem Ausstellungsraum der Firma Heinrich Hochstätter am Kreuzplatz für einige Tage di« von ihren Mannschaften in diesem Jahre errungene Siegespreise (19) ausgestellt. Ins Auge fallen vor allem die wertvollen Wanderpreise für die „Ersten Ach ter siege" in Trier, Kassel, Limburg und Gießen, ferner die Preise für den ersten Vierer in Kassel und den Großherzogsvierer in Mainz. Der letzte darf wohl als der wertvollste angesprochen werden. Dieser Sieg gegen beste deutsche Mannschaften ist in einer gut gelungenen Bildaufnahme festgehalten. Er erhielt noch eine besondere Rote dadurch, daß die ehemalige grohherzogliche Familie (die Stifter des Preises), nachdem sie das Rennen im Motorboot begleitet hatte, der sieg- Es gibt in Deutschland etwa sechs Millionen Kleinkinder, Kinder also, die noch unmittelbar auf die Sorge und Hilfe der Muttev angewiesen sind, die sich nicht selbst helfen können, die wehrlos jeder Gemeinheit und jeder Gefahr des Alltags ausgeliefert sind. Don diesen 6 Millionen aber werden nur ungefähr zehn bis höchstens zwanzig Prozent fürsorgerisch betreut oder ärztlich überwacht. Run ttnrb man vielleicht sagen: ist denn das so schlimm? Ist für das kleine Kind nicht die Mutter die beste Betreuerin, die aufmerksamst« Heberwacherin? Wenn man diese Frage in normalen Zeiten stellen würde, dann müßte man sie ohne weiteres mit Ja beantworten. Aber wir wissen ja alle, daß die Zeiten, in denen wir leben, nicht normal zu nennen sind, daß sie vielmehr eine Periode dauernden Kampfes darstellen, des Kampfes um alles, was man zum Leben braucht, und Brot und Arbeit und Zeit und Raum. Wenn wir uns vor Augen halten, wieviel« von diesen sechs Millionen ganz kleiner Kinder in furchtbar st en Wohnverhältnissen leben müssen, wieviele der Väter und Mütter dieser Kinder arbeitslos sind, wieviele von ihnen kein eigenes Bett haben, geschweige denn einen eigenen Raum zum Spielen, wieviele von ihnen auf das Mangelhafteste ernährt werden, dann werden wir verstehen, daß sich hervorragende Männer und Frauen darum bemühen, immer mehr und immer bessere Kinderhort«, Mütterberatungsstellen, Säuglingsheime, Kindergärten und Pflegestatio- nen «inzürichten. 11 nb wenn wir uns dann noch vor Augen halten, daß gerade die Jahr«, in denen wir ein Kind als Kleinkind bezeichnen, also die Jahre zwischen der Geburt und dem Einrücken in die höheren Schulklassen, die wahrhaft entscheidenden im Leben dieser kleinen Menschen sind, dann wird man es nicht nur ver- tehen, sondern auch sehr begrüßen, daß sich die Srzieher in Berlin zu einem Kongreß für Kleinkind - Erziehung zusammenfanden, und fünf Tage lang durch Dorträge und Aussprachen einander berieten und über die gegenseitigen Erfahrungen und Pläne unterrichteten. Man ist sich längst darüber klar geworden, tote wichtig gerade diese Jahre, in denen das Kind noch in einer unverstandenen, unverständlichen Welt, in einer Welt, die nur h a l b W i r k l i ch - keit und halb nochTraum ist, lebt, für das Kind sind. Daß gerade diese Jahre sein späteres Leben und damit die Rolle, die es einmal im Ganzen der Gemeinschaft und des Volkes spielen wird, entscheidend beeinflussen, ja, fast form man sagen: festlegen. Und gerade, weil man das erkannt hat, ist «s verwunderlich, daß. wie Anna Freud in ihrem interessanten Vortrag so richtig feststellte. man eigentlich den Erziehern des kleinen Kindes viel weniger Respekt entgegenbringt, daß man sie viel weniger wichtig nimmt als die Erzieher, die sich mit den großer gewordenen Menschen befassen. Tatsache bleibt es, daß man die Aufgabe der Erzieher der ganz Kleinen noch immer nicht gebührend wichtig nimmt. II. Die Ausgabe von Steuergutscheinen für Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmer n erfolgt ebenso wie die Ausgabe von Steuergutscheinen für bestimmte Steuerzahlungen durch die Finanzämter. Anspruch auf Ausgabe von Steuergutscheinen für Me h r be s ch a f t r- gung von Arbeitnehmern haben beim Dvrliegen der erforderlichen Voraussetzungen die Unternehmer sämtlicher gewerblichen Betriebe und sonstigen Betriebe mit wirtschaftlichen Zwecken, einschließlich der Unternehmer von land- und forstwirtschaftlichen oder gärtnerischen Betrieben, ferner Personen, die eine freie und ähiuiche Berufstätigkeit ausüben, jedoch mit Ausschluß der Personen, die einen der reinen Kunst, oder der reinen Wissenschaft gewidmeten freien Beruf oder Rebenberuf haben. Ein Anspruch besteht nur, soweit der Betrieb im Inland ausgeübt wird und die Arbeitnehmer ausschließlich oder überwiegend im Inland beschäftigt werden. Sämtliche betriebe desselben Unternehmens werden für die Berechnung der Mehrbeschäftigung zusammengefaßt. Keine Anwendung finden die Bestimmungen über die Steuergutschein« für Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern auf die Hauswirtschaft, Heimarbeit und das Hausgewerbe. Für di« Feststellung der Mehrbeschäftigung wird di« durchschnittliche Arbeitnehmerzahl eines Betriebs während der Monate Juni, Juli und August 1932 mit der durchschnittlichen Arbeitnehmerzahl während eines Kalendervierteljahres zwischen dem 1. Oktober 1932 und 30. September 1933 verglichen. Mehr- beschästigung, di« nicht auf «ine Vermehrung der Belegschaft, sondern auf eine andere Verteilung oder eine Verlängerung der Arbeitszeit zurück- zufübren ist, wird nicht berücksichtigt. Richt mitzuzählen sind bei der Verrechnung der durchschnittlichen Arbeitnehmerzahl 1. der Ehegatte des Arbeitgebers, sowie Personen, die mit dem Arbeitgeber im ersten oder zweiten Grade verwandt oder verschwägert sind, 2. Hausgewerbetreibende einschließlich der verborgen wurde, und diese Behauptung erfährt eine Unterstützung durch die neuaufgefundenen Dokument«. Unter allen Versuchen, in die Inka- Höhlen einzudringen, war der bedeutendste der des französischen Admirals Bougainville um die Mitte des 18. Jahrhunderts, der mit einer Flotte im Hafen von Arica vor Anker ging und die Matrosen zwang, mit Picken und Aerten an die Freilegung der Höhleneingänge zu gehen. Die Arbeit wurde aber nach einem Monat wieder auf- gegeben, und der Admiral muhte darauf vernichten, in den Jnka-Dunnel einzudringen und dort nach Schätzen zu suchen. Die nunmehr eingeleiteten Untersuchungen Walkers begegnen eben- falls großen Schwierigkeiten. Er wird unterstützt von Eingeborenen, die über di« Einzelheiten der Fels-Formationen genauer unterrichtet sind. Bisher ist man etwa 250 Meter in den Hauptgang eingedrungen und hat großartige unterirdische Anlagen gefunden. Riesige Grotten bilden wahre Tempell während an anderen Stellen der Tunnel so eng ist, daß kaum eine Person sich durchzwän- qen kann. Die Bevölkerung hat am Eingang der Höhle ein Mutter Gottes-Bild aufgestellt, das von zahlreichen Frommen besucht und mit Blumen sowie Kerzen geschmückt wird. Die brennen- 6en Kerzen werfen des Rachts einen phantastischen Schein in die Höhl«, die aber bisher ihr Ge- heimnis noch nicht verraten hat. Oas eitle Affenweibchen. Der Londoner Zoo erhielt kürzlich Zuwachs durch das iin französischen Kongo gefangene Gorilla-Paar Mok und Moina. Dieser Tag« erschien ein Filmoperateur vor ihrem Käfigs um sie für di« Wochenschau aufzunehmen. Das Weibchen, Moina, erschien sofort Dorne an den Gitterstäben, um ja recht gut sichtbar auf den Filmstreifen zu kommen, während Mok, das Männchen, phlegmatisch in einer Ecke hocken blieb. Schließlich aber wurde Mok neugierig und kam ebenfalls nach vorne. Ob in diesem Augenblick in Moina .,Star"-Jnstinkte erwachten? Jedenfalls trieb sie den aufdringlichen Herrn Gemahl mit empfindlichen Hieben wieder in feine Ecke zurück, um dann sichtlich befriedigt und ganz allein vorne wieder zu einer Großaufnahme Platz zu nehmen. Me technische Seite der Steuergutscheine Don Sieuerinspek or Frees, Gießen. Oie Statue des Ourchschniiis-AmenkanerS. Im Reuyorker naturgeschichtlichen Museum hat man die Statue eines Durchschnittsamerikaners ausgestellt. Di« Figur zeigt die durchschnittlichen Formen und Maße von 100 000 Amerikanern, die bei ihrer Rückkehr aus dem Kriege auf ihre Körperformen hin genau untersucht wor- den waren. Der Berichterstatter der „Evenlng- Post" hat sich die Figur angesehen und vom ästhetischen Standpunkt einer kritischen Beurteilung unterzogen. Sein Urteil lautet, daß Praxiteles den Hermes nicht hätte schaffen können, wenn ihm die heute lebenden Amerikaner als einzige Modelle zur Verfügung gestanden hätten. Der Durchschnittsamerikaner ist ein männliches Wesen mit flacher Brust, runden Schultern und einem deutlichen Ansatz zum Schmerbauch. Also ein Mensch von ausgesprochen schlechter Figur. Ein Glück für Amerika, daß einige der Männer mit den schlechten Figuren geschickte Schneider sind, die aus jedem Amerikaner mit flacher Brust, runden Schultern und Ansatz zum Schmerbauch einen Adonis machen. Oie Geheimnisse der Inka-Höhlen. Die ersten nachdrücklichen Versuche, die großen Höhlen der Inka, In denen sie ihr« Schätze verborgen haben sollen, wissenschaftlich zu erforschen, sind jetzt von Guillerme Walker unternommen worden. Wie aus Santiago In Chile berichtet wird, benutzte er dabei die Entdeckungen histon- scher Berichte Im Museum von Santiago. Seit dem ersten Eindringen der Weißen sind dle Inka- Höhlen, die durch die trockenen Abhänge des Morro-Felsens an der Küste in der Aahe des chilenischen Sa|«ie Arica 'n Tum-ln und Sälen sich durchziehen, von dem Schleier des Geheimnisses umgeben. Gin Durchgang soll sogar bis nach Cuzco der einstigen Hauptstadt des Inka-Reiches führen. Rach der Mcberlteferung benutzten die ®te- ner der alten Herrscher diesen Tunnel, um frische Fische die dadurch vor der Sonne geschuht wur- den, auf die königliche Tafel zu bringen. Die Sage berichtete weiter, daß dieser Durchgang als die Macht der Inkas im Sinken war, verschlossen und Die Ausstellung der verschiedenen großen Jugend-Erziehungsgefellschaften, die dem Kongreß angegliedert war, beweist, daß in Deutschland eine erfreulich große Zahl von Menschen sich mit wahrer Leidenschaft und großem Talent und hingebender Einfühlung dieser Aufgabe gewidmet hat. Und wie verschieden die Wege, die die verschiedenen Gesellschaften und ihre Systeme auch einschlagen, auch sein möaen, allen gemeinsam ist der Wunsch, das Kleinkind aus der oft drückenden Atmosphäre der häuslichen Rot, aus dem ganzen schweren Alltag, den es ja noch früh genug erfahren wird, herauszunehmen, und ihm, für ein paar Stunden, ein paar Tage in der Woche oder im Monat wenigstens das zu geben, was es braucht: das Spiel. „Aufgabe ,ber Erzieherin ist es, das Kind so lange es will und so ungestört wie möglich spielen zu lassen", ist einer der Leitsätze der Fröbelfchulen. Aber nicht nur zum Spiel, auch zum langsamen Uebergleiten in wirkliche nützliche Arbeit will di« Frödelschul« erziehen. Sie ist der Ansicht, daß zwei Stunden täglich auch im Leben des Kleinkindes (soweit «s dessen fähig ist, natürlich) mit richtiger wertvoller Tätigkeit ausgefüllt fein sollen, well auf solch« Meis« nie die spätere Unlust zur Arbeit entstehen könnte. Auch Maria Montessori, die große Ju- genderzieherin, will dem Kind in dieser schweren Zeit die Möglichkeit geben, feine schöpferische Phantasie frei zu entfalten, ungestört zu spielen, zu bauen, die Welt der Formen und der Farben allein und nur mit unmerklicher Ableitung zu entdecken. „Wir selber müssen alle Dinge vor Dem Kind ausbreiten und übersichtlich gestalten, damit das Kind dann selbst lange mit ihnen arbeiten kann." Auch sie glaubt an bi« früh ein- setzende Arbeit des Kindes, glaubt, daß das kindlich« Spiel gleichbedeutend mit der frühzeitigen Entwicklung zur Arbeit sein kann. Sie sagt: „Die Anzeichen der kindlichen Aktivität sind sehr fein. Man muß an das Gute im Kinde glauben und sich mit Liebe und Sorgfalt vorbereiten, um sie erEemten zu können." Man sieht, daß hier Menschen sind, die «s sich zur heiligsten Aufgabe gemacht haben, dem Kind in seinen Anfängen beizustehen, es zu verstehen und dem zarten Gewächs seiner Persönlichkeit die richtige Pflege zu geben. Welchem System auch immer di« Kindergärten und Heime angehören, es ist alles in ihnen nur allein eingestellt auf das Kind, das in ihnen Sonne und Licht und Spielplatz finden soll, wenn es zu Hause zu düster und ernst geworden ist, wenn die Eltern keine Zeit haben oder durch die Rot zu sehr vergrämt sind. Der Kongreß für die Erziehung des Kleinkindes in Berlin, der beendet worden ist, war außerordentlich gut besucht, und Hundert« von alten und jungen Besuchern hörten aufmerksam und hin- gegeben den Vorträgen der großen Jugendlehrer zu, erfüllt von dem Wunsch, noch mehr zu lernen, zu verstehen und helfen zu können. Heimarbeiter, 3. Arbeitnehmer, deren Beschäftigung auf weniger als eine Woche entweder nach der Ratur der Sache beschränkt zu fein pflegt, oder Im voraus durch den Arbeitsvertrag befchränkt ist, 4. Arbeitnehmer, di« ausschließlich ober überwiegend auf Provision, Dedienungsgeld ober ähnliche Bezüge angewiesen sind, wenn ihnen nicht ein Lohn oöer Gehalt al« Mindestverdienst zugesichert ist, der einem für gleichartige Arbeit im Betriebe geltenden Tarifsatz entspricht, oder mangels eines solchen Tarifsatzes mindestens dem i Ortslohn gleichkommt; als Tarifsätze im Sinne I reichen Mannschaft den prachtvollen Pokal . fönlich überreizte. Di« Großherzogin erklärte dabei, daß sie sich besonders darüber freue, daß SJl.-'fpott Fußball der Gießener Mannschaften. Sieg und Riederlage. Auf eigenem Platze trat am gestrigen Sonntag tic 1. Mannschaft der Spieloereinigung 19 0 0 gegen die 1. Mannschaft des Sportvereins Wetzlar an. Das Spiel endete mit einer Niederlage der Gäste, die sich mir 3:0 Toren geschlafen bekennen mußten. Die 1900er spielten wieder sehr gut zusammen, während Wetzlar leicht enttäuschte. Die 2. Mannschaft kehrte aus Laubach mit einem 5:3- Siege heim Die 3. Mannschaft spielte gegen Steinbachs 1. Elf unentschieden 3:3. Die 1. Jugend gewann auf eigenem Platze gegen die 1. Jugend von Biebrich mit 2:0 Toren. Die 2. Jugend erzielte gegen die 1. Jugend von Leihgestern einen achtbaren 4:0-Sieg. Die 1. Elf des VfB. weilte in Wallau zum fälligen Verbandsspiel und mußte eine knappe Niederlage hinnehmen. Bereits in den ersten 15 Sekunden, also unmittelbar nach Spielbeginn, fiel das siegbringendc Tor für Wallau. Trotzdem die Mannschaft aufopfernd und gut spielte, blieb ihr der Ausgleich versagt. Wallau mußte sich aber auch seinerseits mit dem glücklich errungenen knappen Sieg begnügen. Die 2. Mannschaft verlor gegen Lollars 1. Elf mit 0:3 Toren, während die dritte Mannschaft im Spiel gegen Heuchelheims 1. eine hohe Niederlage (0:9) hinnehmen mußte. Die Ju- gendmanni'chaften waren spielfrei. * Das Handballspiel der 1. Mannschaft der Spielvereinigung gegen die eigene 2. Elf endete mit einem 8:3-6;egc der 1. Mannschaft. Kußball in Hessen-Hannover. Borussia Fulda allein an der Spitze? Die Verbandsspiele des Sonntags brachten in Hessen-Hannover ihren Höhepunkt in der Vorrunde durch die Begegnung der bisher ungeschlagenen Tabellenführer .Kurhessen Kassel und Borussia Fulda. Mit einem auf Grund der besseren Gesamtleistung vollauf verdienten 2:0-Siege setzten sich die Borussen allein an die Spitze der Tabelle. Da auch SE. 03 Kassel in Marburg nur ein Unentschieden von 3:3 Treffern herausholen konnte, ist der Vor- sprung der Fuldaer klar, die Vorentscheidung ist eindeutig zu ihren Gunsten gefallen. Göttingen 05 und Kurhessen Marburg teilten sich nach einem 2:2 (1:1) gleichfalls in die Punkte, während Her- mannia Kassel zu einem knappen 2:1-Siege über die Hersfelder Hessen kam. Favonierisiege in der Gruppe Main. Die ersten Spiele der Rückrunde in der Gruppe Tilflin verliefen ohne Heberraschungen. Cs gab durchwegs die erwarteten Favoritensiege. Der Meister Eintracht mußte sich allerdings sehr viel Mühe geben, um Neu-Isenburg knapp mit 2:0 obzuhängen. Der Fußballsportverein fand beim Neuling Sportfreunde Frankfurt nicht ganz den erwarteten Widerstand und konnte einen sicheren und verdienten 4:1-Sieg erringen. Kickers Offenbach schlugen Germania Bieber mit 3:0 und Union Niederrod blieb mit 3:1 über VfB. Friedberg erfolgreich. Etwas schwerer hatte es Notweiß gegen Hanau 93. Der 3:2-Sieg der Frankfurter ist aber dem Spielverlauf nach als verdient anzusprechen. In der TabeUe ist die Lage in der oberen Hälfte unverändert geblieben. FSV. führt weiterhin mit einem Punkt Vorsprung vor Eintracht, der die Offenbacher Kickers auf dem dritten Platz folgen. Notweih hat sich durch seinen Sieg vor die Sportfreunde auf den fünften Platz geschoben. Oie Verbandsspiele in Hessen. In der Gruppe Hessen gab es am Sonntag keine Veränderungen an der Tabellenspitze. Wor- matia Worms fertigte die Urberacher Viktoria in einem einseitigen Spiele glatt 8:0 ab und bleibt weiterhin Erster. Auch Alemannia-Olympia Worms konnte ihren zweiten Platz durch einen 2:0^3ieg beim FC. Langen halten. Das Treffen zwischen Mainz 05 und Bürstadt fiel wegen starken Ncgens aus, so daß Mainz 05 vorübergehend den dritten Platz einnimmt. Die FVgg. Kastel büßte bei der FVgg. Mombach mit 2:2 unverdient einen Punkt ein, bleibt aber dennoch klarer Vierter vor Mombach. Am Tabellenende kam Olypia Lorsch durch ihren 2:0-Sieg über den SV. Wiesbaden vor Viktoria Urberach auf den vorletzten Platz. Dorrunde zum OKB.-pokal. Unerwartete Ergebnisse. Mit überraschenden Ergebnissen wartete die Vorrunde zum Pokal des Deutschen Fußball- bundes aus. Einzig und allein der Süden, der in Leipzig gegen Mitteldeutschland nur eine .zweite Garnitur" gestellt hatte, errang einen überzeugenden 4:2-Sieg. Westdeutschland, das diese Konkurrenz immer noch sehr ernst nimmt und beinahe seine beste Mannschaft in Gladbeck grgen Südostdeutschland aufgeboten hatte, mußte eine böse Enttäuschung erleben. Denn Südostdeutschland siegte, und zwar verdient mit 3:2 Toren. Berlin hatte ebenfalls nur eine sehr schwache Elf in Danzig gegen den Daltenverband ins Feld geschickt, der Sieg der Berliner ist denn auch mit 3:2 sehr knapp ausgefallen. Zur Teilnahme an der Zwischenrunde find also Süddeutschland, Brandenburg und Südostdeutfch- land berechtigt, ferner noch Norddeutschland, das diesmal spielfrei hatte. Die Zwischenrunde wtrd am 8. Januar auggetragen. Westdeutschland — Südostdeutschland 2:3 (1:3). In der Destischen Kampfbahn zu Gladbeck zeigte die westdeutsche Mannschaft vor 5000 Zuschauern im Felde wohl ein gutes Kombinationsspiel, vergaß aber vor dem Tore vollkommen das Schießen. Der Sieg der Südostdeutschen ist. wenn auch ziemlich glücklich zustandegekommen. als verdient anzusprechen. Sie reichten zwar im Punkte Technik nicht ganz an ihren Gegner heran, spielten aber sehr eifrig und vor allem zweckmäßiger. Bei den Westdeutschen versagten die beiden Außenläufer und der Verteidiger Zajons (Schalke), der zwei Tore auf dem Gewissen hat. Schon fünf Minuten nach Beginn erzielten die Schlesier ihr erstes Tor. Zajons verfehlte eine Flanke die Wenk dann freistehend verwandelte. Das zweite Tor der Südostdeutschen resultierte aus einem Elfmeter, den wieder Zajons verschuldet hatte. Ebenfalls durch einen Elfmeter kam der erste Treffer der Westdeutschen zustande. Kuzorra war der Schütze. Die Schlesier kamen bis zur Pause noch zu einem dritten Tor. Nach dem Wechsel drängte Westdeutschland mit aller Macht auf eine Verbesserung des Resultates. Sie hatten auch viele klare Chancen, konnten aber nur eine in der 15. Minute durch Kuzorra verwerten. Beim 3:2 für Südostdeutsch- land blieb es dann bis zum Schluß. Fink, Frankfurt, befriedigte als Schiedsrichter. Dei-legungdesHeffen-Kunstiumkampfes Der für den 16. Oktober in Worms vorgesehene Hessenkampf im Kun stgerä teturnen der DT.-Gaue Main/Rhein, Oberhessen und Rheinhessen wurde auf den 2 7. November verlegt. Hallensporifest in Offenburg. Ionath gewinnt den Sprinter-Dreikampf. — Ehrung von Olympia-Teilnehmern. Angespornt durch den guten Verlauf des ersten Badischen Hallenspartfestes in Offenburg im vergangenen Jahre unternahm der Süddeutsche Fußball- und Leichtathletik-Verband auch in diesem Jahre das Wagnis, ein Hallensportfest in -den landwirtschaftlichen Hallen in Offenburg zu veranstalten. Auch Olympiateilnehmer wie Fräulein Fleischer, Ionath, Eberle und Welscher waren am Start und bestrebt, -en Zuschauern Spitzenleistungen der -deutschen Leichtathletik zu zeigen. Neben diesen Olympioniken hatten etwa 200 Teilnehmer aus 49 Turn- und Sportvereinen zum Hallensport- fest gemeldet, das durch die Teilnahme von Leichtathleten aus Luxemburg und Straßburg intern-atio- nalen Charakter erhielt. Die Ausländer kamen über einige Plätze nicht hinaus, lediglich -er Jugendliche Walter (AS. Straßburg) konnte den 80-Meter-Lauf der Jugendklasse in der ausgezeichneten Zeit von 9,2 Sekunden an sich bringen. Ueberhaupt gab es bei der Jugend noch einige sehr beachtenswerte Ergebnisse, so der Sieg im Weitsprung mit 6.26 Meter durch Steuer-Karlsruhe und die Leistung im Kugelstoßen durch Starck-Pforzheim mit 14,63 Meter. Bei den Damen stellten die Frankfurter Eintrachtlerinnen Fleischer und L o- r e n z eine Klasse für sich dar, Fleischer gewann das Kugelstoßen mit 12,21 Meter, den Weitsprung mit 4,95 Meter und Lorenz -den 80-Metcr-Lauf mit 10,2 Sekunden. Das Hauptinteresse galt -em Sprin- terdreikampf, den Ionath in allen drei Läufer (60, 70 und 60 Meter) klar vor Welscher (Eintracht Frankfurt) und Stahl Pforzheim für sich entschied, der Straßburger Humann endete auf dem vierten Platz. Im 3000-Meter-Lauf der Stadtklasse spielte S ch i l g e n - Darmstadt, der in 9:06 Minuten siegte, eine überragende Figur. Den Abschluß bildete eine Olympische Staffel (800, 400, 200 und 100 Meter), bei der Eberle- SC. Charlottenburg, der für den Freiburger FC. startete, durch seinen guten La-uf über 400 Meter den Freiburgern zum Siege verhalf. Zu Beginn der Hauptkämpfe am Nachmittag wurden die vier Olympiateilnehmer durch den Verbandssportwart Klein- Kattsruhe gewürdigt und mit -Blumen- gebinben geehrt. Die Tilden-Tenms-Kompagme in Warschau. Die Gast'Pielrci'e Tildens durch Europa wird immer weiter ausgedehnt. Am 8. und 9. Oktober spielen Tilden, Barnes. Najuch und Nußlein in War'chau und am 12. Oktober in Krakau. Tilden soll hierbei gegen den polnischen Davispokal- spieler Tloczynski antreten. Kurze Sporinotizen. Die Deutsche Wasser-Ball meist er- schäft fiel erstmalig an Weißensee 96 vor dem Titelverteidiger Hellas Magdeburg, gegen den Weißensee 3:3 spielte. Entscheidend war die 3:1-Nieder- lage, die sich Hellas gegen Poseidon Köln holte. ♦ Hermannia Frankfurt gewann in Berlin nach seinen Siegen im Florett und Degen auch die Deutsche Mannschasts-Meisterschast im Säbelfechten. Beim Wiener Reitturnier, an dem die Vertreter von acht Nationen teilnahmen, gewannen die deutschen Reiter und Reiterinnen an den beiden letzten Tagen sämtliche Wettbewerbe. * Der Hockey-Stad tekarnps Berlin-Frankfurt in Berlin wurde von Berlin mit 3:0 (1:0) gewonnen. Die Frankfurter hielten sich ausgezeichnet. Weltmeister Scherens gewann am Freitagabend im Berliner Sportpalast das internationale Fliegertreffen vor dem Franzosen Gerardin. Der Berliner Dasch, der erstmals als Berufsfahrer startete, belegte hinter dem Dänen Falck-Hanfen den vierten Platz. Lpiclplan der Frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 9. Oktober: Geschlossen. Montag, 10. Oktober: Eröffnung der Winterspielzeit: ^Tannhäuser." Anfang 19.30 Llhr, Ende gegen 23 Ufjr. Dienstag, 11. Oktober: „Die Boheme " Anfang 20 ilbr, Ende nach 22.30 ilhr. Mittwoch. 12. Oktober: "Hostmanns Erzählungen." Anfang 20 Mr, Ende gegen 23 Ahr. Donnerstag. 13. Oktober: „Iphigenie auf Tauris." Anfang 20 llbr, Ende nach 22.30 ilbr. Freitag, 14. Oktober: Geschlossen. Samstag, 15. Oktober: »Margarethe." Anfang 19.30 ilhr, Ende nach 22.30 ilbr. Sonntag, 16. Oktober: »Ter Rosenkavalier." Anfang 19 ilhr, Ende nach 22.45 Uhr. Montag, 17. Oktober: Geschlossen. Schauspielhaus. Sonntag, 9. Oktober: Gastspiel der Berliner Rotterbühnen: „3ur gold'nen Liebe." Anfang 16 ilhr, Ende 18.15 ilbr. »Zur gold'nen Liebe." Anfang 20 ilbr, Ende 22.15 Ahr. Montag, 10. Oktober: Festaufführung der Volksbühne: „Fahnen." Anfang 20 ilbr. Ende 22.30 ilbr. Dienstag, 11. Oktober: Geschloffen. Mittwoch. 12. Oktober: Geschlossen. Donnerstag. 13. Oktober: Beginn der Spielzeit: „Florian Geyer." Anfang 20 ilhr, Ende gegen 23 ilhr. Freitag, 14. Oktober: „Des Esels Schatten." Anfang 20 ilhr, Ende 22.30 ilhr. Samstag. 15. Oktober: „ Florian Geyer." Anfang 20 ilhr. Ende gegen 23 ilhr. Sonntag, 16. Oktober: „Florian Geyer." Anfang 20 ilhr. Ende gegen 23 ilhr. Montag. 17. Oktober: „Florian Geyer." Anfang 20 ilhr, Ende gegen 23 ilhr. Wirtschaft. • Die Indexziffer der Großhandelspreise. Die vom Statistischen Reichsamt für den 5. Oktober berechnete Großhandelsindexziffer hat sich mit 94,8 gegenüber der Vorwoche (94,9) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruvpen lauten: Agrarstoste 88,5 (— 0,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 88.8 (unverändert), industrielle Fertigwaren 114,8 (— 0,2 v. H.), Kolonialwaren 84,2 (— 1,1 v. H ). Für den Monatsdurchschnitt September stellt sich die Großhandelsindexziffer auf 95,1 (— 0.3 v. H.). Hauptgruppen: Agrarstoffe 89,0 (— 2,2 v. H.), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 88,8 (-r 1.4 v. H.), industrielle Fertigwaren 115,2 (— 0,5 v. H.) und Kolonialwaren 84,7 (+ 1.6 v. H.). * Weitere Neueinstellungen von Arbeitskräften in Schlesien. Vom 6. bis 8. Oktober sind in Nieder- und Oberschlesien in 19 Betrieben 286 Arbeitskräfte neu eingestellt worden. Die Gesamtzahl der Neueinstellungen seit dem 15. September beträgt jetzt in 104 Betrieben 2641. • Arbeiter-Einstellungen bet Lu- mophon. Wie wir hören, sind bei Bri^kner & Stark, der Herstellerfirma der bekannten Lu- mophon-Erzeugnisse, in den letzten Wochen an 500 Arbeiter und Angestellte eingestellt worden. Mit Rücksicht auf die gute Entwicklung des Geschäftes hofft man zuversichtlich, schon in Kürze weitere umfangreiche Neueinstellungen vornehmen zu können. Frankfurter Buttermarkt. Frankfurt a. M., 8. Olt. Am Buttermartt verlief das Geschäft weiter schleppend. Die deutsche Produktion blieb zwar weiter klein, dagegen war das Angebot aus Holland sehr groß, so daß die Preise erneut bis zu 2 Mk. nachgabcy. Die Verkaufspreise des Großhandels lauten (in Ein-Zentner-Tonnen): holländische Butter 126 bis 128 Mk., deutsche Butter 123 bis 125 Mk. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 8. Okt. Infolge der gering gewordenen Produktion erfuhren die Preise weitere Erhöhungen von 0,5 bis 1 Pf. per Stück, daher übte der Konsum starke Zurückhaltung. Besonders deutsche Eier waren knapp angeboten und wurden um fast 2 Pf. per Stück heraufgeseht. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 8 bis 8,25, Jugoslawen 8 bis 8,25, Rumänen 7,25 bis 7,75, Russen 6,5 bis 7,5, Polen 6,5 bis 8, Holländer 8,25 bis 10,25, Flandern 9 bis 9,5, Badern 9,5 bis 10, deutsche Frischeier 10,5 bis 12,5, in- und ausländische Mittel- und Schmuheier 6,75 bis 7. Die Arbeiismarlliage in Hessen und Hessen-Aassau. 600 Personen während drei Tagen eingestellt. WER. Frankfurt a. M., 8. Okt. Lieber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen - Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Nach den vorläufigen Meldungen der Arbeitsämter betrug die Zahl der Arbeitsuchenden am 30. September rund 308 100 (gegen rund 271 600 im Vorjahr). Seit Monatsmitle hat sie also um rund 2800 abgenommen (Vorjahr 1200). Sowohl gebietlich als beruflich war die Tendenz des Arbeitsrnarttes nicht einheitlich. Die Zunahme, die sieben Arbeitsämter verzeichneten, beruht zum größten Teil (besonders in den Arbeitsamtsbezir-- len Darmstadt und Limburg) auf Neuzugängen von Arbeitslosen, die lange Zeit dem Arbeitsmarkt ferngeblieben waren, und nur in geringem Umfang auf einer weiteren Schrumpfung der Be- schäfttgung in den Autzenberufen, die besonders in den Bezirken Marburg und Treysa festzustellen war. ilrngekehrt war das Sinken der Arbeitslosenziffern in den übrigen Arbeitsamtsbezirken. z. B. in Hersfeld um über 1000, überwiegend durch das Fortbleiben ausgesteuerter Arbeitsloser und zum kleineren Teil durch bessere Aufnahmefähigkeit einzelner Wirffchaftszweige verursacht, wie durch Einstellungen, die die Portefeuille- und Schuhindustrie im Bezirk Offenbach und die Metallindustrie im Bezirk Dillenburg, Vornahmen. Die saisonmäßige Belebung im Bekleidungsgewerbe hielt allgemein an. Etwas zahlreicher war auch für Taufacharbeiter — besonders in den größeren Städten — Beschäftigung vorhanden, während in ländlichen Bezirken die Entlassungen übertragen. Durch das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung und die Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft kamen nach den Meldungen der Arbeitsämter während der letzten drei Tage der Berichtszeit schätzungsweise etwa 600 Personen in Arbeit. Bon den am 30. September gezählten 308 095 Arbeitsuchenden erhielten 32 492 gleich 10,5 Prozent Arbeitslosenunterstützung, 120 159 gleich 39 Prozent waren von den Arbeitsämtern anerkannte Wohlfahrtserwerbslose. Die Zahl der im freiwilligen Arbeitsdienst beschäftigten Personen betrug Ende September schätzungsweise rund 26 600. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 o. H. Frankfurt a. 271. Berlin Schlußkur« Schlußk. Abend- börie Schluß» hirt Schlußk. Mittag, börse Datum 7.10. 8-10. 7-10. 8.10. 6% $rutidie Relchsanteihe ö.102< 6% ehem.7A.Dt. Retcheanl. v.1929 71,9 71,9 71,75 72 83,75 84.9 85 84.5 6%% Doung-Anlcihe von 1930 . Deutsche Anl.-Ablöi.-Schuld mil 65,65 65.65 66 66 — - DeSgl. ohne AuLlos.-Rechte . . 6% fbem 8%Mi. «oHeftaat 1929 iruckzahld. 102%)...... 6,35 6,475 6,45 6,55 66,4 66 67 66 Oberhessen Provinz-Anleihe mil Audlos.-Rechten...... Deutsche Komm. Gammclabl 51 50 - — 49,5 49,5 49,25 49.25 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Bank Aoldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank 74,75 74,5 — — i'iplopfc 16 unkündbar bis 1936 6*A% ehern. % Rumän. derrinh. Rente v.1903 4H%9lumiin.6eretah.9icnleöJ913 9,75 9,45 9,75 <% SiumLnische vereinh. Rente 1. Anatolier...... 5 18,5 4.8 18,5 4.9 18,3 4.8 18,5 Frankfurt a.M. Berlin Schluß» kurö Schlußk. Abendbörse Schluß» hird Schlußk. Mittag» börie Datum 7.10. 8.10. 7.10. 8.10. vamburg-Amenta Pme. . . u 16,75 16,75 16,65 17 Hamburg. 2 uvam. Dampfschiss 0 30 Hansa Dampsschtss ... < — 27,5 26 Norddeutscher Lloyd .... A.G. sür Verkehrswesen Mt. t 17,75 17.13 17,65 17,4 0 40 39,25 40 Berliner Handcli-geselljchast . 4 91 91 91 90 (Sommer;. und Pnvat-Bank . 0 53.5 53,5 53,5 53,5 Darmstädter und Nationalbanl Deutsche Bank und 0 DtSronto-Sejellschast . . . 0 75 75 75 75 Dresdner Bant...... 0 61,75 61.75 61,75 61,75 Reichsbant........ i: 123 123 123 121,65 A.E.«........... . 0 31,75 31,5 31.9 31 Bergmann........ . 0 — — 20,75 20,75 Elektr. LieseningSgeselljchast. 6 64,5 n 65 65 65.25 Licht und Straft...... 6 85.75 85,25 85,5 84.5 Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 0 54 54 54 53 Unternehmungen .... 4 69,5 69 69,25 ,68,75 Rheinische Elektrizität . . . 5B 78 — 78 76 Lchuckert & (So....... 0 71 70,25 70,13 68.5 Siemens & Halske..... v 115,5 115 114.75 115,25 Lahmeyer & (So....... 10 117 117,5 116,75 118 Buderus......... 4 36,5 38 38,4 38,25 Deutsche Erdöl...... 5 71,5 71,25 71.65 71,13 Gelsenkirchener...... 8 36.5 35,5 35,9 36,25 Harpener....... 0 71,75 71,5 71,25 35,5 124 71 35,5 125 HoesckNsen........ Ille Bergbau....... 6 10 Ilse Bergbau Genüsse . . . 97,25 97 97,25 97.25 Rlodnerroede....... Mannesmann Röhren . . . ti 6 31,5 50,4 29,5 51 30,25 51 31,25 50.5 ManSsekder Bergbau .... 0 20 19 20 vberschlet. KoUwerke . . . Phönix Bergbau...... Rheinische Braunkohlen . . . Rheinftahl........ 8 4'r 10 ä 26 168.5 64 25,75 168 63,4 35,75 26 168.5 64,25 35,13 26 168 63,75 Frankfurt a. M. Serlin Schluß« kurö Schlußk. Abendbörse Schluß« kurs Schlußk. Mltlag- börsr -.Datum 7.10. 8-10- 7.10. 8-10- Riebeck Montan...... 7,2 — —- — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 21 21 20,9 20,65 Otavi Minen....... 0 — — 15,9 .1$'? Kaliwerke Aschersleben . . . 6 98 99 99,75 100,5 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 106 105.5 106 105,5 Kaliwerke Salzdetiurth . . . 9 166 162,5 164,5 162 I. ®. Farben-Jnvustrte . . . 7 93,9 92,75 93,4 92,65 Echeideanstalt....... 10 137 138 Goldschmidt........ . 0 26,75 26,5 26 25,5 RütgerSwerke....... . 0 39,5 39,5 39,5 39,75 Metällgeiellschast...... . 0 34,5 34,5 35 34,5 Philipp Holzmann..... . o 56,5 55,5 56,25 54,5 Zementwerk Heidelberg. . . (Sementwerk Karlstadt. . . . . . 0 51 53,5 51 52 — Waytz & Frey tag..... . 0 5,3 4,9 - — Schultheis Payenhofer . . . o — — 52,5 53,75 Aku (Allgemeine Kunstseide» 0 54.25 53,25 54,5 53 Bemberg......... 0 52 51 51 50 Zellstoff Waldhof..... 0 43,5 43,5 44 42,5 Äellstoss Aschaffenburg . . . 0 28,5 28,5 28,65 29,75 Dessauer Gas....... . 7 — — 39.4 87,75 Daimler Motoren..... . 0 19.5 19 19,5 19,13 Deutsche Linoleum .... . 0 45,5 44,25 45,5 45 Lrenstetn & Koppel .... . 0 — 33,25 33,25 Leonhard Tietz...... . 6 46 46 45,25 — coeiula......... . C — — Lhade.......... 12 169 — 169,5 — ivrankfurter Maschinen . . . . 0 _ — Griyner......... . 0 26,5 26 27 26,25 Mainkraitwerke Höchst a. M-. . 4 53.5 54 — -süddeutscher Zucker . . . . . 8 126 126 — 125,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2TI. 7-Oktober 8-ONaber Amtliche Rasterung Amtliche Notierung Selb Ziriti Meld Erle* Helsmgsorl . 6,264 51,95 6,276 52,05 6,264 51,95 6.276 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . — — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,38 169,72 169,63 169.97 Celo .... 73,18 73,32 73,18 73,32 Kopenhagen. 75,32 75,48 75,32 75,48 Stockholm 74,58 74,72 74,58 74.72 London. . . 14,525 14,565 14,525 14.565 Buenos Witei 0,890 0,894 0,890 0.894 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,41 58,53 58,44 58,56 Italien. . . 21,57 21,61 21,57 21,61 3-art? . . . 16,495 16.535 16.53 16,57 Schwei, . . 81,17 81,33 81.32 81,48 Spanien . . 34,39 34.45 34,42 34,48 Danzig. . . 81,82 81,98 81,87 82.03 Japan . . . 0.999 1,001 0,989 0.991 Rio de Ian.. 0,294 0,296 0.294 0,296 Jugoslawien. Lissabon . . 5,994 13,22 6,006 13,24 5,944 13,23 5.956 13,25 Banknoten. Berlin, 8-Oktober ®ti5 Amerikanische Noten........ 4,20 4,22 Belgische Noten . . . ,..... 58,28 58,52 Dänische Noten......... 74.90 75,20 Englische Noten......... 14,485 14,545 stfranzösische Noten........ 16.49 16,55 Holländische Noten........ 169,26 21,52 169,94 Italienische Noten....... 21,60 Norwegische Stolen........ 73,00 73,30 Deutsch- Oesterreich, i 100 Schilling — — Rumänische Noten........ 2,46 2,48 Schwedische Noten........ 74,40 74,70 81.4A- Schweizer Noten......... 81.14 Spann-he Noten......... 34.28 34,42 Ungarische Not« ........ —