Nr. 213 Erstes Blatt 182. Jahrgang Samstag, 10. September 1952 Lrlchttnt täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild - Die Scholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe enterSammelnummer2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Zranfturt am Main 11686. GietzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck «ttö Verlag: vrühl'sche Nniver^ütr-Vuch» und Zteindruckeret H. Lange in Gießen. Zchnftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Ro» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Nationale Sicherheit. Die Rüstungsdebatte beherrscht außenpolitisch das Feld. Das ist weiter nicht verwunderlich, wenn man sich daran erinnert, daß bereits am 12. September in Genf das Bureau der Abrüstungskonferenz zusammentreten soll, um die Wiederaufnahme der im Juli unterbrochenen Arbeiten vorzubereiten. Soll Deutschland weiter daran teilnehmen, muß die Frage der deutschen Gleichberechtigung, der man in der ersten Phase der Abrüstungskonferenz auf Betreiben Frankreichs geflissentlich ausgewichen war, vorher restlos geklärt werden. Deutschland hat damals darüber keinen Zweifel gelassen, daß es sich in dieser für seine nationale Existenz schlechthin entscheidenden Frage nicht auf den zweiten Abschnitt der Abrüstungskonferenz vertrösten lasse. Es hat die Bertagungscntschließung abgelehnt und seine weitere Teilnahme an der Abrüstungskonferenz von befriedigenden Erklärungen der anderen Mächte über die Anerkennung der deutschen Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage abhängig gemacht. Die Reichsregierung hat sich also in Genf Pflöcke gesteckt und Ziele gesetzt, hinter die es für sie ton Zurück mehr gibt. Die damals schon gepflogenen Verhandlungen hat nun die Reichs- regierung weiterzuspinnen versucht, zunächst durch eine vertrauliche Aussprache mit Frankreich als der Macht, die der deutschen Forderung auf Rüstungs- gleichheit bisher den schärfsten uD unbedingtesten Widerstand entgegengesetzt hatte. 216er die von Berlin gewünschte deutsch-französische Zwiesprache ist nicht zustande gekommen. Bereits die erste vertrauliche Besprechung, die der deutsche Reichsaußenminister Freiherr von Neurath mit dem französischen Botschafter Francois Poncet hatte und die mit der Uebergabe einer zusammenfassenden Denk- schrift endete, bot dem Quai d'Orsay willkommenen Anlaß, unter Mißachtung des vertraulichen Charakters der Aussprache, in der Pariser Presse einen heftigen Propagandafeldzug gegen die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung planmäßig zu entfesseln, um auf diese Weise dem höchst unerwünschten Zwang zu einer dem Druck der öffentlichen Meinung entzogenen Unterhaltung zu Zweien zu entgehen. Das mußte die deutsche Regierung in Kauf nehmen, als sie den Versuch machte, durch ihre Jni- tiatlve die Rüstuntzsdcbatte wieder in Gang zu bringen und rechtzeitig das Hindernis zu beseitigen, das ihrer weiteren Beteiligung an der Genfer Abrüstungskonferenz entgegensteht. Was sie jedoch nicht widerspruchslos hinzunehmen brauchte, war der Hetz- und Lügenfeldzug der französischen Presse, die auf das Stichwort des Quai d'Orsay unter völliger Verdrehung und maßloser Aufbauschung der in der deutschen Denkschrift tatsächlich gemachten Ausführungen von deutschen Rüstungsplänen fabelte, die nur der Vorbereitung des Revanchekrieges dienen konnten. Der gröbliche Dertrauensbruch gab den Franzosen genügenden Vorsprung, um die Sicherheitspsychose im eigenen Volke zu nähren unb die öffentliche Meinung in England und Amerika sowohl wie in den kleinen Ländern in französischem Sinne zu beeinflussen. Ungestört konnte sich tagelang diese einseitige Propaganda im Ausland auswirken und gänzlich falsche Meinungen über die Absichten Deutschlands konnten sich in den Hirnen festsetzen, bis sich die Reichsregierung durch Veröffentlichung der deutschen Rüstungsdenkschrift endlich zur Abwehraktion aufraffte. Die deutsche Presse, ein beispiellos wirkungsvolles Instrument der Außenpolitik in der geschickten Hand eines überlegenen Staatsmannes, war lahmgelegt, während die Gegenseite die öffentliche Meinung der Welt skrupellos vergiftete. Sie war so menia rechtzeitig unterrichtet worden, wie die Berliner Korrespondenten der großen ausländischen Zeitungen. Die französische Propaganda beherrschte ungestört das Feld und erst, nachdem sie alles hatte tun können, was in ihrer Macht stand, um namentlich in den Vereinigten Staaten eine für uns ungünstige Stimmung zu erzeugen Und alten Argwohn zu schüren, entschließt sich die Reichsregierung, die sich offenbar allzu ängstlich an die diplomatische Form klammert und sich durch die Zusage der vertraulichen Behandlung über Gebühr lange gebunden fühlte, die deutsche Denkschrift zu veröffentlichen und damit dem Spuk eines angeblichen deutschen Rüstungswahnsinns ein Ende zu machen. Diese unangebrachte Geheimniskrämerei ist um so verwunderlicher, als die deutsche Denkschrift wahrlich nicht das Licht der Oeffentlichkeit zu scheuen braucht. Verbindlich und maßvoll in Form wie Inhalt faßt die Denkschrift noch einmal die deutschen Rüstungsforderungen zusammen, ohne dabei in Details einzugehen. Die Reichsregierung erklärt wiederum ihre Bereitwilligkeit, die eigene, durch den Versailler Vertrag ihr aufgezwungene Entwaffnung oufrcchtzuerhalten, wenn auch die übrigen Staaten an ihre Rüstungsoerrninberung den gleichen Maßstab anlegen. Die Denkschrift trägt aber der in Genf zutage getretenen Abneigung gegen jede radikale Abrüstung im Stile der deutschen Entwaffnung insofern Rechnung, als sie im Falle sich diese Tendenz durchsetzen sollte, die Anpassung der deutschen Wehrverhältnisse an das Rüstungssystem der andern fordert. Das hat mit einer deutschen Aufrüstung ober gar mit Kriegsvorbereitungen, wie es bie französische Presse roiber besseres Wissen bie Welt glauben machen will, nicht das geringste zu tun. Deutschlands Sicherheit inmitten von bis an die Zähne bewaffneten und auf bas mobernste ausgerüsteten Militärmächten verlangt, daß ihm nicht länger die freie Bestimmung über bie Organisation unb Ausrüstung seiner Lanbesverteibigung verboten bleibt, währenb seine Nachbarn unbeschränkt unb unter voller Ausnutzung ihrer wirtschaftlichen Möglichkeiten ber beutschen Reichswehr an Zahl unb Bewaffnung weit überlegene Heere unterhalten, bie durch umfassende organisatorische Vorbereitungen im Kriegsfälle in kürzester Frist zu einem „Volk in Frankreichs Fühler in London. England nimmt den Entwurf der stanzösischen Antwortnote zur Kenntnis ohne sich zu binden. London, 9. Sept. (111.) Nachdem der englische Außenminister Six John Simon seine Amtstätigkeit am Areitagoormittag roicberaufgenommen hatte, rourbc vom Auhenarnt die folgenbe Mitteilung veröffentlicht: „Der französische Botschafter sprach am Freitagvormittag im Außenamt vor und wurde von Sir John Simon empfangen. Der Botschafter händigte dem Außenminister zu seiner Unterrichtung einen Entwurf ber Note aus, die die französische Regierung in Beantwortung der deutschen Note vom 29. August abzufenben im Begriff ist. 3m Hinblick auf gewisse anderslautende Erklärungen, bie in der Oeffentlidj- keii erschienen sind, ist die Klarstellung notwendig, daß das Dokument nicht für die Zwecke der „Konsultation", sondern nur jur Unterrichtung übermittelt wurde. Sir John Simon dankte Herrn be Jleuriau für seine Höflichkeit, wie erinnerlich, ist die deutsche Note bereits ber englischen Regierung zu ihrer Unterrichtung übermittelt worben. Die englische Regierung ist baher in vollem Besitz.der neuesten Tatsachen hinsichtlich der beutsch-ftanz'ösi- schen Besprechungen. Diese werben weiterhin sorgfältig verfolgt unb untersucht werben. “ • Das CommuniquL des Foreign Office, aus dem hervorgeht, daß die britische Regierung auf den französischen Wunsch, eine Art Mitverantwortung für die französische Antwort auf die deutsche Denkschrift zu Übernehmen, nicht ein- gegangen ist, sondern sich ihre endgültige Stellungnahme vorbehält, wird von den Blättern mit Zurückhaltung erörtert.-— „Daily H e r a l d" will wissen, daß der französische Botschafter im Foreign Office sehr deutlich zu verstehen gegeben habe, daß Frankreich keine Aende- rung des Wortlauts seiner Antwort beabsichtige. Er habe indessen gehofft, daß Sir John Simon den Entwurf billigen werde. Der britische Staatssekretär aber habe weder Billi - gung noch Mißbilligung geäußert. Der Beschluß, Sir John Simon wegen des Wortlauts nicht um Rat zu fragen, fei von Frankreich gefaßt worden, nachdem es klar geworden fei, baß Großbritannien nicht bereit ist, einer kurzen unb bünbigen Ablehnung der deutschen Forderung zuzustimmen. „Daily Telegraph" fuhrt u. a. aus: Die britische Regierung wird die Fortsetzung der direkten Besprechungen zwischen Berlin und Paris begrüßen. London legt anscheinend den „B e r t r a u e n s p a k t" nicht im gleichen Sinne aus wie Paris, sondern meint, daß er zwei oder mehr Signatarmächten durchaus die Freiheit zu gesonderten Verhandlungen läßt, vorausgesetzt, daß die übrigen S.gnatar- mächte angemessen über Ziel und Fortschritt der Berhandlungen unterrichtet werden. 3n der „Time s" heißt es: Die Entscheidung der britischen Regierung über ihre Politik könne nicht mehr lange aufgeschoben werden. Wenn ein vernünftiger Beweis dafür gegeben werden könne, daß Deutschland tatsächlich die *lb- sicht habe, das ©einige zur Förderung des Bolter- Waffen" ausgebaut werden können. Damit wiederholt bie beutsche Denkschrift bie alte beutsche Forderung nach grundsätzlicher Gleichberechtigung in der Wehrfrage, aber sie geht in ihrer maßvollen Haltung bis an die äußerste'Grenze des Entgegenkommen^ wenn sie Deutschlands Bereitwilligkeit erklärt, sich für die Dauer des ersten Abschnitts der allgemeinen Abrüstung noch weiteren, Deutschland allein bindenden Einschränkungen zu unterwerfen aßo die Angleichung des Rüstungsstandes nur stustnweise durchzuführen unter zwei Bedingungen ledoch: Ein- mal soll bie in Genf abzuschließenbe Abrustungskon- vention an bie Stelle ber Eniwaffnungsparagraphen des Versailler Diktats treten unb nach ihrem Ablauf jebes Sonberregime für Deutschlanb fortfallen• 3U anbern verlangt Deutschlanb bas Recht zum Umbau feiner Wehrmacht, ohne jeboch bannt an eine Erhöhung feiner Truppenstärke über d'e Bestimmun- gen von Versailles hinaus zu ,denken. Aber esJor- bert daß der Besitz von Waffen, die die anderen Mächte auch nach dem Inkrafttreten der Abruf unqs- konvention führen dürfen, auch ihm nicht langer verwehrt bleiben. Es beansprucht auch das für bie andern Mächte selbstverständliche Recht, sein Wehr-, fnftem nach den Bedürfnissen seiner nationa en Sicherheit unb ber wirtschaftlichen unb sozialen Struktur seines Volkes gemäß zu gestaltet. Reichs- wehrminister von Schleicher hat bereits mehrfach angebeutet, was barunter zu verstehen ist: zunächst eim Herabsetzung, ber zwölfjährigen Dienstzeit, eine zweckmäßigere Glieberung und Verteilung ber Waffengattungen unb bie kurzfristige llusbilbung einer wehrpflichtigen Miliz für b:e Aufrechterhaltung ber inneren Drbnung unb ben Oren.j- unb BÄ »S 8- ^DeutUanb hat also durch den Versuch einer Aiissorache mit ben Franzosen unb äußerstes Masthalten bei ber Ausstellung eines Wehr- . programms, bas aus ber grundsätzlichen For- berung nach Gleichberechtigung zunächst nur bie bunbsideals europäischer Solidarität zu tun, bann sollte eine Vereinbarung erreichbar sein, auf Grund deren Deutschland in begrenztem Maße alle Waffenarten zugestanden werden, die die voll bewaffneten Länder haben, während diese sich bereit erklären würden, in einer bestimmten Anzahl von Fahren ihre Rüstungen dem deutschen Stand anzunähern. — „Daily Expreß" sagt: Rach 13 Jahren ist es zu spät, ein Geschrei über „Vertragsbruch" durch Deutschland zu erheben. Der Versailler Vertrag ist von Frankreich und seinen Freunden gebrochen worden, und das einzige, was sie jetzt tun können, ist, sich so gut wie möglich aus der Affäre zu ziehen. Enttäuschung in Paris. französische preffestimmen zum englischen Kommunique. Paris, 10. Sept. (WTD. Funkspruch.) Das vorn Foreign Office ausgegebcne Kommunique über den Besuch des französischen Botschafters beim englischen Außenminister scheint hier etwas enttäuscht zu haben. „Echo de Paris" spricht von einem gekünstelten Kommunique, aus dem hervorgehe, daß die engl'sche Regierung den französischen und den deutschen Standpunkt parallel prüfen wolle, aber cs ablehne, sich irgendwie zu binden. — „Petit Parisien" folgert aus der Tatsache, daß der Beschluß, den französischen Ministerrat für heute vormittag einzuberufen, kurz nach dem Besuch des französischen Botschafters in Foreign Office getroffen wurde, daß der französische Antworttext keine A e n - berung erfahren werde. Die Reichsregierung werde eine unter alleiniger französischer Verantwortung gegebene Antwort erhalten. — „Petit Parisien" bezeichnet es so gut als sicher, daß die französische Antwort noch heute überreicht werden wirb, und zwar höchst wahrscheinlich dem deutschen Botschafter v. Hoesch. Die Veröffentlichung des Schriftstückes werde höchstwahrscheinlich erst nach Kenntnisnahme durch das deutsche Aus« wärtige Amt. d. h. wahrscheinlich erst am Montag, erfolgen können. Amerikaner bei Herriot. Paris, 9 . Sept. (WTB.) Wie Havas mitteilt, hat Ministerpräsident Herriot heute nachmittag im französischen Auhenarnt den amerikanischen Botschafter Edge empfangen, der ihm den amerikanischen Senator Davies E. R ee'd, sowie den neuen Dotschastsrat der amerikanischen Botschaft in Paris T. Marriner vorstellte. Die in Paris erscheinenden amerikanischen Blätter melden, daß die Unterredung dem Abrüstungsproblem galt. Das Schuldenproblem sei nicht angeschnitten worden. Herriot habe die französische Antwort auf die deutsche Denkschrift eingehend erläutert. 3m Anschluß daran habe eine allgemeine Aussprache über das Abrüstungsproblem stattgefunden. Obwohl Amerika den Versailler Vertrag nicht unterzeichnet und deshalb mit Deutschlands Antrag nichts zu tun habe, seien die Vereinigten Staaten doch insoweit daran interessiert, als dieser Schritt für den Erfolg derGenserAbrüstungskonferenzvon Bedeutung sei. Ein Ausruf ber dimdessiihrer des Siahlhelni. Nach dem 13. Reichsfronisoldaientag. Berlin, 9. Sept. (TU.) Die Bundesführer des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, haben an die Mitglieder des Stahlhelm folgenden Befehl erlassen: „Kameraden! Trotz ungeheurer wirtschaftlicher Rot, von der gerade die in unseren Reihen stehenden Frontsoldaten und jungen Freiheitskämpfer betroffen werden, ist der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, am 4. September in bisher unerreichter Stärke aufmarschiert. Die Opferbereitschaft und die bis in die sinkende Rächt hinein vorbildliche Haltung der fast 200 000 Kameraden haben die Kraft und den Geist unseres Bundes von neuem erwiesen. Der 13. RFST. des Stahlhelm hat der Welt vor Augen geführt, daß der Stahlhelm mächtig und in sich geschlossen marschiert. Cr hat gezeigt, daß der Stahlhelm berufen und befähigt ist, den Geist am bringenbften notwendigen praktischen Folgerungen zieht, erneut seinen entschiedenen Willen unter Beweis gestellt, für bas Gelingen ber Abrüstungskonferenz sich voll unb gvnz einzusetzen. Sache ber anbern, vor allem Frankreichs, wäre es nun gewesen, burch vorurteilslose Würbigung bes beutschen Stanbpunktes unb Anerkennung bes von Deutschlanb verlangten Grundsatzes der Gleichberechtigung Deutschland die weitere Teilnahme an der Abrüstungskonferenz zu ermöglichen. Die fran- sijche Antwortnote, seit langem angekündigt, wird erst zum Wochenende oder gar noch später in Berlin überreicht werden. Aber soviel ist aus den Versuchsballons der französischen Presse, die abgelaffen wurden, um zu erforschen, wie weit Frankreich gehen kann, ohne sich bie Sympathien ber öffentlichen Meinung zu verscherzen, soviel ist heute schon zu ersehen, baß Frankreich sich um eine präzise Antwort Herumbrücken wirb. Die Taktik Herriots läuft auf Verschleppung hinaus. Das in Lausanne geschlossene sog. Vertrauensabkommen muß bem französischen Ministerpräsibenten ba.ju bienen, hinter dem breiten Rücken seiner britischen Freunbe Deckung zu suchen. Aus ber von Berlin angeregten beutsch-französischen Zwiesprache soll -eine allgemeine Aussprache in Genf ober gar eine Konferenz aller Signatarmächte bes Versailler Vertrages werben, ein ganz unmöglicher Gebaute, aber gut erfunben, um Deutschland Forberungen bie Front der französischen Alliierten entgegenzustellen und Frankreich gleichzeitig der Verantwortung für das Scheitern der Verhandlungen und die katastrophalen Folgen aus dieser Intransigenz zu entheben. Wir dürfen uns auch darüber keiner Illusion hingeben, daß Herriot mit diesen Gedankengängen in maßgebenden Kreisen des britischen Auswärtigen Amtes volles Verständnis und vermutlich auch heimliche Unterstützung gefunden haben wird. Seit Lausanne ist es deutlich, daß die englische Politik unter Führung des liberalen Sir John Simon und der stillschweigenden Duldung Macdonalds wieder auf die frankophile Linie eingeschwenkt ist, die einst unter Sir Austen Chamberlain in einer für uns fo unerfreulichen Weise sich äußerte. Die konser- der Zersetzung zu überwinden -und die aus dem Frontgeist geborene Gemeinschaft der deutschen Ration zu schmieden. Der Erfolg des 13. RFST. in Berlin bedeutet für uns aber gleichzeitig eine neue eherne Verpflichtung. Von dem zähen Willen und der unbedingten Geschlossenheit unseres Bundes wird es abhängen, ob die lang ersehnte innere Wandlung unseres Vaterlandes, die jetzt eingesetzt hat, wirklich zur inneren und äußeren Befreiung des Reiches führt. Der hervorragende Eindruck, den der Stahlhelm beim 13. RFST. überall gemacht hat, gibt uns die stolze Gewißheit, daß dies seit nahezu 14 Jahren erkämpfte Ziel erreicht werden wird. Vorwärts Kameraden! Vor uns keuchtet die auf gehende Sonne der Freiheit!" vatioen Kreise, auf deren Unterstützung das Kabinett Macbonald mehr denn je angewiesen ist, verlangen Schonung ihrer nach Paris neigenden Sympathien, und das Kabinett selbst, dessen Interesse ausschließlich den großen wirtschastlichen Problemen des britischen Weltreichs zugewandt ist, nimmt an europäischen Dingen nur soweit Anteil, als es von hier aus Störungen und Unbequemlichkeiten für feirfe wirtschaftliche Sanierungsarbeit befürchtet. Für die engen Zusammenhänge zwischen dem durch bie Rüstungsungleichheit empfinblich gestörten politischen Vertrauen unb ber Wieberherstellung stabiler wirtschaftlicher Verhältnisse schließt man in Lonbon gerne bie Augen, man ist vielleicht sogar geneigt^ in Deutschlanb mit seinen Wehrforberungen ben Stö- renfrieb zu sehen. Leiber sieht es in dieser Beziehung in Amerika nicht viel anders aus. Trotz Hoovers Abrüstungsoffensive in Genf sahen wir damals schon in den wochenlangen Geheimverhandlungen zu dreien die starke Abhängigkeit der Amerikaner von Frankreich und England, und es ist kaum anzunehmen, daß im Zeichen ber vor ber Tür stehenben Präsibentschaftswahlen sich Amerikas Interesse für europäische Probleme heben sollte. Wenn auch bie elften Auswirkungen der französischen Propaganda, die in Washington zu unfreundlichen Kommentaren ber deutschen Denkschrift unb erstaunten Rückfragen geführt hatten, durch die Veröffentlichung der Denkschrift beseitigt sein dürften, so werden wir doch kaum auf energische Sekundantendienste Amerikas rechnen dürfen. Diese zweifellos wenig günstige außenpolitische Konstellation kann und darf die deutsche Regierung nicht hindern, auf dem mit der Erklärung vom 23. Juli beschrittenen Wege unbeirrt weiterzugehen. Die bedrohliche Lage im Osten, auf bie erst vor wenigen Tagen Reichswehrminister v. Schleicher bei ben Manövern in Ostpreußen mit unmißver- stänblichen Worten hingewiesen hat, gebietet ber deutschen Regierung, bie Welt nicht länger darüber im Zweifel zu lassen, baß sie gewillt ist, in je bem Falle das durchzuführen, was für" Deutschlands nationale Sicherheit und die Verteidigung (einer Grenzen bittere Notwendigkeit ist. Aus aller Welt. X. Internationaler Psychologenkongreh in Kopenhagen. Dieser Tage wurde in Kopenhagen in Anwesen- heit des dänischen Königs der X. Internationale Psychologenkongreh feierlich eröffnet, der mit etwa 150 Vorträgen und Symposien eine ganze Woche ausfüllte. Harald H ö f f d i n g, unter dessen Ehrenpräsidentschaft der Kongreß stehen sollte, hat diese Tagung nicht mehr erlebt. Das Programm 1 pieaelt deutlich die gegenwärtige Lage der wissen- chaftlichen Psychologie. Mit Befriedigung konnten ich die deutschen Vertreter bestätigen lassen, daß die deutsche Psychologie, wie einst zu den Zeiten eines Wilhelm W u n d t, dessen 100. Geburtstages der Präsident des Kongresses ehrend gedachte, die Führung zu übernehmen berufen fei. Von den deutschen Psychologen sprachen u. a. Katz (Rostock), Giese (Stuttgart), Köhler (Berlin), Sander (Gießen), Stern (Hamburg), V o l k e l t (Leipzig). Der nächste Kongreß wird 1936 in Madrid stattfinden. Die kindesmihhandlung in Waldenburg. lieber die scheußlichen Mißhandlungen, deren der 11jährige Sohn Werner des verhafteten früheren kommunistischen Landtagsabgeordneten Schulz ausgesetzt war, gibt die Waldenburger Polizei einen amtlichen Bericht, in dem es heißt: Schulz hat seinen Sohn mit einem starken Stock die Mittelknochen der rechten Hand und den Ellenknochen am rechten Unterarm zerschlagen. Mit diesen gebrochenen Knöcheln mußte der Junge ohne ärztliche Hilfe umherlaufen. Die Folge davon ist, daß die Hand dauernd e n t st e l l t und nicht voll gebrauchsfähig sein wird. Der ganze Körper des Kindes war mit Blutunterlaufen und zeigte an vielen Stellen mit Schorf bedeckte Wunden. Der Unterleib war durch die Mißhandlungen dunkel- blau angelaufen. Am Schädel befinden sich ebenfalls zwei Verletzungen.. Das Gesicht war von Schlägen stark geschwollen. Im linken Auge war ein Bluterguß. Die Ermittlungen nach dem zweiten Sohn Horst schweben noch. Lin Arzt In der Sprechstunde erschossen. 3n Halle wurde dieser Tage der Facharzt Dr. med. Boes in seinem Sprechzimmer von einem Patienten niedergeschossen. Der Arzt wurde noch lebend in die Klinik gebracht, wo er jedoch kurz daraus v e r st a r b. Die Mordtat, der der 66jährige Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten Dr. med. Heinrich Boes zum Opfer fiel, ist noch völlig ungeklärt. Dr. B, der vor sieben Äah ren von ferner Frau geschieden worden war, widmete sich fast nur seiner Praxis und hielt auch Sonntags regelmäßig Sprechstunden ab. Lieber den Hergang der Lat konnte bisher folgendes ermittelt werden: Ein junger Mann, der die Sprechstunde besuchte, traf im Wartezimmer zwei junge Mädchen an, von denen das «ine bereits vom Arzt abgefertigt war. Trotzdem blieben die beiden Mädchen noch im Wartezimmer. Nachdem der junge Mairn vom Arzt behandelt worden war, traf er am Ausgang des Wartezimmers einen etwa 42jährigen Marrn, der sofort in das Sprechzimmer ging. Wenig später hörte er mehrere Schüsse fallen und gleich darauf verließen die beiden jungen Mädchen und der ältere Mann fluchtartig das Haus. Don dem jungen Marrn wurde sofort die Polizei alarmiert, die Dr. D. sterbend auf dem Fußboden liegend fand. Der Lieberfallene war von drei Schüssen getroffen worden. Don dem Täter fehlt bisher jede Spur. Zu dem bisher rätselhaften Arztmord wird noch bekannt, daß Dr. Boes in großem Umfange in und außerhalb von Halle als Darlehensgeber auftrat. Einzelne Darlehensnehmer sollen Beträge bis zu 20 000 Mark von ihm erhalten haben. Dabei soll Dr. Boes bei der Eintreibung von Zinsen und Rückzahlungen in erbarmungsloser Weise vorgegangen sein. Es wird daher vermutet, daß es sich bei dem Mörder um einen durch Boes zur Verzweiflung getriebenen Schuld- n e r handelt. Die Polizei hat inzwischen die beiden jungen Mädchen ermittelt, die zur Zeit der Tat im Wartezimmer anwesend waren. Es wurde festgestellt, daß die Tat von dem Unbekannten allein ausgeführt wurde. Spinale Kinderlähmung auf Rügen. 3n Putbus auf Rügen wurde ein Fall von spinaler Kinderlähmung festgestellt. Lim ein weiteres Llmsichgreifen vieler Kinderkrankheit zu verhindern, wurden sämtliche Schulen auf Rügen bis zum 1. Oktober geschlossen. Lin Amerikaner ohne Beine durchschwimmt den Kanal. Der Amerikaner Z i b e l m a n n, ein Mann ohne Deine, hat bei St. Margaret in der Rähe von Dover die Durchschwimmung der Calais-Meerenge begönnern Dieser Mann hat die Eigentümlichkeit, beim Schwimmen una u f- hörlich zu rauchen. Er hat also einen guten Dorrat Zigarren mitgenommen. Er wird von einem Schlepper und einem Ruderboot begleitet. Die Lxplosion im Hafen von Reuyork. Rach den letzten Meldungen über das Unglück, von dem das Fährboot „Observation" im Hafen von Reu- york betroffen wurde, sind dabei 39 Menschen getötet worden. 58 Fahrtteilnehmer wurden schwer verletzt; viele von ihnen dürften kaum mit dem Leben davonkommen. Zahlreiche lieber» lebende sind der Meinung, daß die Explosion auf die Ueberalterung der Heizung s anlagen. Gießen, den 10. September 1932. Kommt der Bari wieder? Es ist interessant, einmal ein altes Photographie- album — die Ahnengalerie des kleinen Mannes — mit den vergilbten Lichtbildern längst verstorbener Großväter und Urgroßväter zu durchblättern. „An ihren Bärten könnt ihr sie erkennen", die Generationen nämlich. Da gibt es eine Reihe von Bildern mit völlig glattrasierten Gesichtern, dann wieder andere, bei denen das Antlitz fast unter der Fülle umrahmenden Backen- und Vollbartes verschwindet. Stets ist die Barttracht der Ausdruck einer gewissen Zeitepoche gewesen, oftmals beeinflußt durch hervorragende Persönlichkeiten. Wer erinnert sich nicht an den wallenden Bart des Turnvaters Jahn. Ihm, dem Vorkämpfer für Deutschlands Freiheit und Einheit, eiferten seine Anhänger nach, der Vollbart galt jahrzehntelang als „deutsche Mode", und bei den Demagogenoerfolgungen der Metternichschen Zeit galt schon das Tragen eines Bartes als „höchst verdächtig". Ein Schimmer der Romantik liegt über der Tracht des wallenden Männerbartes. Würde die Mode sich bei uns wieder durchsetzen: — und so manche Anzeichen sprechen dafür —, dann würde dies sicher auf unsere Lebensgewohnheiten einen einschneidenden Einfluß ausüben. Ein langer Bart zwingt unbewußt zu einem gesetzteren Benehmen. Kann man sich einen 100-Meter-Läufer, einen Wettschwimmer mit wallendem Dollbart vorstellen? Gerade in Sportkreisen dürfte der Bart voraussichtlich auf starken Widerstand stoßen. Roch iffs ja allerdings nicht so weit — noch erregt ein Mann mit einem „Fußsack" Aufsehen. Aber ähnlich wie starke Strömungen vorhanden sind, die die heutige Kleidung des Mannes von Grund aus reformieren wollen, so kann eines Tages ganz plötz- die bereits 24 Jahre lang in Gebrauch waren, zurück- ' zuführen ist. Der 24 Jahre alte Kapitän des Unglücksbootes ist so schwer verletzt, daß er bisher noch nicht verhört werden konnte; sein Vater, der als Steuermann auf dem Boote Dienst tat, befindet sich unter den Toten. Entschädigungslose Enteignung der spanischen Großgrundbesitzer. Madrid, 9.Sept. (TU.) Die Nationalversammlung nahm in der Nacht zum Freitag ein Er- gänzungsgesetz zur Agrarreform an, es bestimmt, daß sämtliche Landgüter der ehemaligen Granden von Spanien entschädigungslos enteig- n e t werden. Ministerpräsident Azana führte aus, daß es sich um eine revolutionäre Maßnahme handele, die zum Wohl der Republik nötig sei. Spanien müsse von Grund auf neu aufge ° baut werden, und so sei es nicht zu vermeiden, daß so und sooiele darunter leiden mühten. Doch sei auch zu bedenken, daß die gleichen Leute früher die Republikaner hätten leiden lassen. Die Opposition, die schärfsten Protest einlegte, ist zahlenmäßig viel zu schwach, um etwas ausrichten zu können. Die sich im allgemeinen in gemäßigten Grenzen bewegende Agrarreform hat somit urplötzlich einen scharf revolutionären Charak - t e r erhalten, um so mehr, als kürzlich erst beschlossen wurde, daß die Landgüter der Putschteilnehmer entschädigungslos enteignet werden. Jetzt werden auch die Güter solcher Personen vom Staate übernommen, denen keinerlei feindliche Haltung gegen die Republik nachgewiesen zu werden braucht. Man setzt nur voraus, daß sie selbstverständlich feindlich gesinnt seien. Veranlassung zu der neuen Gesetzesbestimmung ist der Putsch des General Sanjurjo. lich auch eine andere Barttracht auftauchen. Die ersten Ansätze hierzu sind schon vorhanden. Man sieht immer mehr Schnurrbärte auftauchen. Sa gewöhnt man sich allmählich wieder an die Tatsache, daß die Natur dem Manne als Zeichen seiner Würde einen Bart mitgegeben hat, den dieser — einer Madelaune folgend — in gegenwärtigen Zeiten nur gering achtet und einfach als lästige Beigabe dem Schermesser überantwortet. Jeder Mann tut daher gut, sich in Gedanken heute bereits einmal vorzustellen, wie er mit einem schön gekräuselten Vollbart aussehen würde. BornoNzcn. — Tageska lender für S ams tag: Obst- und Gartenbauverein, 16 bis 19 Llhr, Turnhalle am Oswaldsgarten, Gartenbau-Ausstellung. — Wandervogel „Höhenflug", 20 Llhr, Cafä Leiv, Konzert- und Theaterabend. — R. d. Z., 20.30 Llhr, „Aquarium", Monats-Dersammlung. — Kavallerie-Derein, 20.30 Llhr. Zusammenkunft, „Hessischer Hof". — Lichtspielhaus, Dahnhofstraße, „Peter Doh, der MiUionendieb". — Tageskalender für Sonntag: Obst- und Gartenbau-Derein, 9 bis 19 Llhr, Turnhalle am Oswaldsgarten, Gartenbau-Ausstellung. — Männer-Turnverein, ab 8 Llhr, DfD. - Waldsportplah, II. kreisoffene leichtathletische Wettkämpfe. — Dauerscher Gesangverein, ab 16 Llhr, „Liebigshöhe", Sommerfest. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Llhr, „3n 80 Minuten um die Welt"; ab 15 Llhr,„Emil und die Detektive" und „Der Schuß im Tonfilm- Atelier". — „Der Schuß im L i ch t s i l m - A t e l i e r." Im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, gelangt am Sonntag unter dem Titel „Der Schuh im Tonfilm-Atelier" ein Film zur Aufführung, der dem | Publikum Gelegenheit gibt, einen Einblick in Aus der Provinzialhauptstadt. toflies NmWs Vornan von Hertha Fricke LirheberrechtSschutz: Verlag OSkar Meister, Werdau 18. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Eva schrieb noch einen Brief an ihn, in dem Sie ihre Berliner Adresse angab, damit er ihr seine Rückkunft melden konnte, und sandte diesen mit der Ditte um Rachsendung an den Rorddeutschen Lloyd. Nachdem sie nun das Kästchen in die Bremer Bank gebracht und nur den schönen, kleinen Ring an sich genommen hatte, den Frau Renate ihr als Andenken hinterlassen hatte, machte sie sich auf den Weg in die alte Hansestadt. Sie besuchte den berühmten Roland, die Ufer der Weser, die Brücken und alten Straßen und war trotz ihres Mißerfolges ganz ruhig und zufrieden. Dom Meere her trieb salzige Luft und tat ihr wohl. So verging ihr der Tag. Nachdem sie sich die Stadt, ihre Besonderheiten und Baudenkmäler angesehen hatte, um die Reise nicht ganz umsonst gemacht zu haben, fuhr' sie zurück nach Berlin. Die alte Dame, bei der Eva- Marie in Berlin Wohnung genommen hatte, wußte von einer blinden, reichen Baronin Oertzen in 'Berlin W, die solch ein junges Mädchen aus guter Familie wünschte, die gut vorlesen und musizieren könnte. Sie hatte versprochen, inzwischen einmal zu hören, ob die Stellung noch zu haben sei. Früher hatte Eva noch Quft gehabt, als Dolontärin in einer Kunsthandlung einzutreten, aber nun hatte sie wohl andere Wünsche und Hoffnungen, Heinrich Andresen, der so liebe, treue Briefe schrieb, dieser prächtige Mensch mit dem sonnigen Wesen und klugen Verstand! Er würde doch ganz beftimmt kommen und ihr Herz und Hand bieten, sobald die äußeren Der- hältnisse sich für ihn entsprechend gestaltet hatten. „Die Zeiten sind zu schwer, Eva-Marie, und er ist zu gewissenhaft. Er wird dir nicht eher nähertteten, als er dir wirklich etwas zu bieten hat. Wie sollte er sonst bei Exzellenz-Mama um dich werben! Dann kommt er aber ganz gewiß mit dem goldenen Ringlein!" hatte Renate ge- Vinen Augenblick hatte Eva-Marie gedacht, Dr. Heinrich Andresen in Hamburg auf der Reise zu treffen. Dann aber ließ sie den Gedanken an ein Wiedersehen fallen. Entweder hätte sie ihm eine Unwahrheit sagen müssen, weshalb fie plötzlich hier war, ober sie hätte Renate daS Wort gebrochen und ihr Geheimnis verraten. Beides wollte sie nicht. Denn Renate hatte doch gebeten, daß ihr Schwager Heinrich nicht erfahren sollte, wie schlecht fein Bruder gehandelt hatte. Er liebte doch diesen Bruder, der fein einziger Verwandter war. Und Eva-Marie wollte ihm erst recht den Schmerz ersparen. Mit dem ruhigen Gefühl, alles nach Möglichkeit geordnet zu haben, und der Zuversicht, daß jener Klaus Behrens sich melten würde, sobald daS Schiff nach Bremen zurückgekehrt war, fuhr sie nach Berlin zurück. Sie freute sich darauf, Briefe vorzufinden von der Mama und von ihm, von Heinrich Andresen. Die waren so erfrischend, weil sie stets herzlich und voll froher Hoffnung waren. So fuhr Eva-Marie von Diemen ruhig und ohne Furcht vor der Zukunft wieder zurück. Denn hinter aller dieser Unsicherheit des jetzigen Lebens stand wie eine schöne Verheißung Dr. Heinrich Andresen mit seiner Treue. Sie wußte, wie lieb er sie hatte, und wie er sich darauf freute, so weit zu sein, daß er ein eigenes Nest bauen konnte. Was Eva-Marie nicht zwischen den Zeilen seiner Briefe las, das hatte Renate ihr erzählt. Spät am Abend kam Eva-Marie auf dem Bahnhof an. Sie nahm noch ein Brötchen und ein GlaS Tee in einem Aschinger und fuhr gleich mit der elektrischen Bahn in ihre kleine Pension. Die Dame öffnete ihr. „Guten Abend, Frau Amtsgerichtsrat! 3ch bin wieder da und herzlich müde!" begrüßte sie die Dame freundlich. Aber diese machte ein sehr reserviertes Gesicht. „So, Sie sind wieder da! Man hat Sie gesucht!" Die Dame war merkwürdig unruhig, schloß eilig Eva-Maries Zimmer auf und lief nach ihrem Mantel. „Wer hat mich gesucht?" fragte das junge Mädchen erstaunt. „Nun, nun — er wird wohl wiederkommen!" antwortete hastig die Frau Amtsgerichtsrat. „3ch komme gleich wieder. 3ch gehe nur mal zum Kaufmann!" Wie ein Pfeil schoß die lange, dünne Person aus der Tür. Eva-Marie hörte den Schlüssel umdrehen, sie griff an die Tür. Richtig, sie war eingeschlossen! Warum bloß? Die alte Dame schien konfus. Sie hatte auch Eva-Marie so merkwürdig angesehen, fast furchtsam. Nun, sie würde wohl wiederkommen. Eva-Marie kannte sie ja noch ganz wenig. Vielleicht hatte sie Sonderheiten. Ruhig ging Eva-Marie in ihr kleines Zimmer, wusch sich, zog sich um und packte dann ihren kleinen Koffer aus. Auf die kleine Kommode legte sie eine hübsche Weißstickereidecke, setzte die Bilder ihrer Eltern darauf, sowie eins von Renate, auS deren gesunden Tagen, und eine hübsche kleine Gelegenheitsphotographie, die auf einem Spaziergang mit Dr. Heinrich gemacht wurde in Sanssouci auf der Terrasse. Sie hatte sich einen wunderhübschen Rahmen gekauft und hatte ihre Freude daran. Sie hielt es in der Hand und betrachtete «S lächelnd, des. köstlichen Sommerta^eS gedenkend, den sie damals mit ihiy verlebte. Da horte sie Stimmen vom Flur. Die Korridortür wurde geöffnet, und es klopfte hart an ihre Tür. Sie rief verwundert: „Herein bitte!" 3hre Wirtin stand im Flur mit einem merkwürdigen, fast ttiumphierenden Blick. Dor ihr ein Mann in Uniform. Was in aller Welt bedeutet das? „Sind Sie Fräulein von Diemen?" fragte der Mann mit harter Stimme. Eva-Marie sah ihn ruhig an. „3awohl, Eva- Marie von Diemen!" „Sie sind verhaftet!" sagte der Mann und zeigte seinen Ausweis. „Folgen Sie mir! Die Sachen des Fräuleins werde ich nachher durchsuchen!" setzte er noch, zu der 'Betmieterin gewendet, hinzu. Das junge Mädchen stand starr vor Schreck. „Sie wollen mich verhaften?" fragte sie verständnislos. „Warum? — Was soll ich getan haben? — Das ist wohl ein 3rrtum?“ „Rein, es ist kein 3rrtum! Wenn Sie wirklich nicht wissen sollten warum, so wird es 3hnen bald klar genug werden. 3eht haben Sie ohne Weigerung zu folgen!" Der Mann wurde immer schärfet. Da zog Eva-Marie todblaß ihren Mantel an, setzte ihre einfache graue Tuch mühe auf und ging mit dem Beamten. „3a, man weiß manchmal nicht, wen man auf* nimmt, wenn man gezwungen ist, zu vermieten!" zeterte die Amtsgerichtsrätin zu dem Polizisten. Der nickte nur. Ein anderer Beamter kam ihnen auf der Treppe entgegen. „Sie wissen Bescheid!" sagte der erste. „Beschlagnahmen Sie alle Wertsachen und das Schriftliche, was irgend zur Klarstellung dienen kann." Unten vor dem Hause stand der bekannte grün« Wagen. Strahenjugend und neugierige Vorübergehende versammelten sich um ihn. Häßliche Bemerkungen wurden laut, als des jungen Mädchens vornehme Erscheinung neben dem Beamten aus der Tür trat. Der Wagen schloß sich. Eva-Marie atmete auf, als sie der gaffenden Menge entronnen war, und doch, dieser furchtbare Wagen! All dies Schreckliche! „Sagen Sie mir doch wenigsten-, wessen beschuldigt man mich?" bat sie den gleichmütig dreinschauenden Beamten. „Na, nu schlägt es dreizehn!" antwortet« der Mann und schüttelte den Kopf. „So dumm hat noch^ keine mich gefragt, die hier drin spazieren- „Machen Sie doch nicht solche Redensarten", sagte gequält Eva-Marie, „es ist doch keine Beranlaffung zum Scherzen! 3ch werde verhaftet und weiß nicht einmal toaruml" filmtechnisches und -künstlerisches Schaffen zu gewähren. 3n den Hauptrollen der fesselnden Handlung sieht man Gerda Maurus und Harry Frank. Außerdem wird ein lustiger Film „Emil und der Detektiv" gezeigt. Nähere- ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. * ** E i nb räch e. In der vergangenen Nacht wurde in der Gastwirtschaft Becker, im Wiesecker Weg, eimE inb rud) verübt. Den Dieben fiel eine Anzahl Zigarren und Zigaretten in die Hände. — Aus einem Garten auf dem Ludwigsplatz wurde aus einem Stall ein weißes Kaninchen und von einem im Fahrradunterstellraum der Gewerblichen Fortbildungsschule untergebrachtem Fahrrad eine Boschlampe entwendet. ** Der Alice-Schul verein wird auch in diesem Winter sein« wohlbekannten Kurse abhalten. Die Kurse gewähren eine gründliche Ausbildung in allen hauswirtschaftlichen Beschäftigungen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. •• Der Wanderverein „Bu nb bet Lahnfreunde" unternahm am Sonntag eine Wanderung nach Bersrod mit anschließendem Kartoffelbratfest. Etwa 80 Teilnehmer marschierten über den Philosophcnwald, die Fiedlersmühle in Richtung Bersrod nach dem 3agdhaus Weidmannsruh. Prachtvolle Ausblicke erfreuten an dem klaren Herbstmorgen das Auge. Herrlichster Sonnenschein lag über dem Land. Am Endziel begann auf der Waldwiese vor dem 3agdhaus Weidmannsruh ein lebhaftes Treiben. Der stets eifrig bemühte Wandermeister holte bei der Ankunft der hungrigen Wanderschar die letzten gebratenen Kartoffeln aus der Asche. Lustige Spiele und frohe Lieder des Frauenchors wechselten miteinander ab bis die sinkende Sonne zum Aufbruch mahnte. Befriedigt marschierten die Teilnehmer nach dem Bahnhof Reiskirchen. Die Heimreise wurde per Bahn angetreten. * Dom Deutschen Eigenheim-Der- band e. D. werden wir um die Aufnahme der folgenden Zeilen gebeten: Der Deutsche Cigenheim- bauverband e. D. mit dem Sih in Wernigerode, und der Geschäftsstelle für Hessen und Hessen- Nassau in Darmstadt, Neckarstrahe 3, steht im Begriffe, auch in Ober Hessen seine ersten Bauten durchzuführen. Cs kommen vor allem kleine Einfamilienhäuser in Frage, bereit Belastung auch für die bescheidensten Einnahmen tragbar sein sollen, da sie keinesfalls höher als der bisherige Mietaufwand in Altwohnungen liegen. Alle Bauausführungen werden als Reichsheimstätten auf Grund des Reichsheimstättengesetzes vorgenom- men. Die wesentlichsten Gesichtspunkte sind dabei, daß die RÄchsheimstätte von allen Gebühren, wie Dermessungskosten, Bau stempel- und Hypothekeneintragungskosten usw. befreit ist und daß niemals aus einem persönlichen Schuldverhältnis des Heimstättenbesitzers oder seiner Familie eine Zwangsversteigerung des Hauses stattfinden kann. Dagegen ist der Besitzer verpflichtet, im Der- äuherungsfalle leinen höheren Verkaufspreis zu fordern, als der derzeitige Herstellungwert beträgt. Für die Bauplätze ist durchweg städtisches Gelände, das im Erbbaurecht zur Verfügung gestellt wird, vorgesehen, «s können aber auch andere Plätze in Frage kommen, sofern die Lag« derselben nach den Bauordnungsvorschriften für jenes Stadtviertel die Errichtung derartiger Häuser zuläßt. Don ausschlaggebender Bedeutung ist die Finanzierung. Hier werden vom Derband erststellige und zweitstellige Hypotheken in Höhe bis zu 70 Prozent des Bauobjektwertes beschafft Don Bedeutung ist ferner die Möglichkeit einer Selbsthilfe am 'Bau, jeder, der selbst oder durch Angehörige, während der Bauzeit täglich ^Mitarbeiten kann, wird in die Lage verseht, durch seine Arbeitsleistung fehlendes Eigenkapital zum Bau beizutragen. Dadurch kann die Summe des erforderlichen Eigenkapitals, das an sich wenigstens 30 Prozent der Baukosten betragen soll, erheblich gesenkt werden. Ganz ohne Cigenkapital „Na, denn kann ich 3hn«n ja ein bißchen daran denken helfen! Sie waren doch Gesellschafterin bei der Frau Andresen in Dahlem!" „Gewiß, daS war ich!" sagte Eva-Marie. „Na, und da ist das ja «in bißchen komisch, daß die Dame mit einmal plötzlich tot ist, wo die Pflegeschwester mal einen einzigen Abend ausgeht. Lind dann findet fie die Flasche leer, wo ein paar Tropfen zuviel schon genug sind, und außerdem fehlt der Schmuckkasten mit Geld, Brillantringe und weih Gott was noch all!“ „Schwester Elisabeth hat das getan!" Eva- Marie sank todblaß in sich zusammen. „Na, sehen Sie! — Nu besinnen Sie sich! DaS ist immer so!" sagte gleichmütig der Mann, nahm sein Taschenmesser heraus und putzte sich die Nägel. „Na, wir sind gleich da! Heute abend müssen Sie schon mal bei Tanten schlafen gehen. Aber morgen früh werden Sie ja schon gleich vernommen. Dann können Sie ja ihre Llnschuld äußern!" Eva-Marie schwieg. Sie mochte mit dem Mann, bem das Derbrechen etwas Alltägliches war, das absolut zu seinem Beruf gehörte, nicht mehr sprechen. Er glaubte sie offenbar schuldig, weil er nichts anderes gewöhnt war, und jedes Wort, das er sprach, verletzte sie tief. Der Wagen hielt. Der Mann hieß fie kurz aussteigen und führte sie in das graue, schreckliche Haus, das sie selten in ihrem Leben und nur von ferne und von außen gesehen hatte — nie ohne Grauen vor all dem Bösen, was dort wohnte, und mit tiefem Mitleid für die, welche dort ein Leben ohne Licht und Freude führen muhten, unglücklich durch eigene Schuld. Nun wurde fie selbst dahinein gebracht, verwickelt und gefangen in «in Netz von Zufälligketten, die gegen sie sprachen, geschickt ausgenutzt durch den wahnsinnigen Haß dieser Schwester Elisabeth, vielleicht auch selbst von dieser geglaubt, weil in ihrer Seele soviel Mißtrauen, soviel Heimtücke wohnte, daß sie selbst solcher Dinge fähig war. Wie oft hatte Heinrich Andresen von der Gehässigkeit, der Armseligkeit dieser Frauenseele gesprochen, nun fiel Eva- Marie vielleicht zum Opfer, da sie ihr entronnen glaubte. Düster war die Gefängniszelle, in die der Mann Eva-Marie führte. Nur durch die schmalen, vergitterten Fenster blitzte ein kleiner Stern. Trostlos seht« sich das arme Mädchen auf den einzigen Stuhl an den rohen Holz tisch, legte den blonden Kopf auf di« Arme und weinte bitterlich. Mit dumpfem Geräusch fiel die Tür inS Schloß. Die Schritte des Beamten verhallten auf dem Flur. Eva-Marie von Diemen war allein für die erst« der langen schlaflosen Nächte unschuldiger Gefangenschaft. .(Fortsetzung folgt), . werden diese Häuser im allgemeinen nicht durchführbar sein. 3c mehr Eigenkapital vorhanden, desto geringer der Zinsen- und Tilgungsdicnst und desto reibungsloser die Dauvorbercitung. Wird ein Haus in der eben dargelegten Weise finanziert, so ist bu -Belastung, wie die Zahlen in den hiesigen Plan- und Modellausstellungen beweisen, sehr günstig und tragbar, sie liegt für daS kleinste ausgestellt« Haue von 6500 Mark bei 24 Mark monatlich, und für daS größte Haus von 15 000 Mark Baukosten bei 56 Mark monatlich. Dabei stehen Abschlüsse mit jeder vom Reichs- Autsichtsamt anerkannten Bausparkasse im Bereich des Möglichen. Die 1. Hypothek, welche anfänglich lediglich zu verzinsen ist, wird im Laufe der Jahre, auf Grund eineS besonderen Dauspar- kassen-Siedlungstcrrife-, in eine reine Tilgungs- Hypothek umgewandelt, durch welche das Haus im Verlaufe von etwa 22 Jahren entschuldet wird. Die übrigen Gelder werden gleich von Anfang an mit jährlichen Tilgungsquoten zurückbezahlt. Alle diese Beträge sind in der errechneten monatlichen Belastung enthalten. Es ist beabsichtigt, in allen etwas größeren Städten von Oberhessen und dem Lahngebiet noch in diesem Spätsommer und Herbst die ersten Baugruppen auSzuführen, das wird in allererster Linie einer Belebung des örtlichen Dauhandwerks zugute kommen. Der dargelegte Ausführung «plan sieht neben dieser hauptsächlichen 'Belebung deS Bauhandwerkes eine, wenn auch beschränkte, Einschaltung von Erwerbslosen vor. (Siehe heutige Anzeige.) "Der näch st «Rindvieh-(Ruhvieh-) Markt findet am DienStag, 13. September, und der nächste Schweincmarkt am Mittwoch, 14. September statt. ÄähcreS ist auS der Bekanntmachung im heutigen Anzeigenteil ersichtlich. Eine Hühnerfarm niedergebranni. i- Wieseck, 10. Sept. Heute nacht gegen 1 Uhr bemerkten Einwohner Feuer in der Richtung der Main-Weserbahn. DaS größere Gebäude der Hühnerfarm von Gustav Schmellenkamp stand in Hellen Flammen. Als der Rachttvach- mann und verschiedene Einwohner an die Farm kamen, muhten sie feststellen, daß an diesem Gebäude nicht« zu retten war. Etwa 300 Hühner kamen in den Flammen um. Das Gebäude brannte vollkommen nieder. Die Brutanloge war hier nicht untergebracht und konnte gerettet werden. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt. Die polizeilichen Ermittelungen sind im Gange. S.jlxfport Gpielvereinigung 1900 Gießen. Die Liga in Dallau ... Selten hat die Liga der Spielvereinigung 1900 eine so wandelbare Form gezeigt, wie in den letzten Spielen. Die Ergebnisse waren immer überraschend. Aach der guten und nach der schlechten Seite. Infolgedessen ist es nicht zu vertreten, sich für daS bevorstehende Verbandsspiel in Wallau auf eine Vorhersage festzulegen, denn die Mannschaft ist unberechenbar. Die Mannschaft ist, um es anders zu sagen, nicht zuverlässig. Wollte man 10:1 wetten, daß die Spielpercini- gung in Wallau verliert (zu dieser Annahme neigt man trotz allem mehr, als zur gegenteiligen), dann würde sicherlich der Zufall, oder auch Die Leistung den Dlauweihen einen Sieg bescheren. Fest steht nur, daß die Wallauer Der- bandSspielgegner (trotzdem sie am vergangenen Sonntag gegen Breidenbach verloren haben) eine Kampfmonnschast darstellt, die sich in der vergangenen Saison mit konsequenter Sicherheit an die Tabellenspitze setzte, die Position hielt und den Sieger in der Bunde stellte. Außerdem ist diese Mannschaft auf ihrem eigenen schönen Platz einer der stärksten Gegner, die neben der Mannschaft deS Sportvereins Wetzlar mit den Ligisten der Spielvereinigung im Wettbewerb stehen. Jedenfalls darf man schon jetzt behaupten, daß sich unter den Vereinen von Wetzlar, Wal- lau, 1900 und VfB. Gießen ein spannender Wettbewerb um die Tabellenführung entwickeln dürfte. Das Spiel des morgigen Sonntags wird die Ehancen der Spielvereinigung in dieser Der- bandsspielrundc schon einigermaßen beurteilen lassen. Die 1900er sind voraussichtlich etwas benachteiligt durch Ausfall von vier Spielern, die erseht werden müssen. Die Blauweißen haben eine Scharte auszuwehen, die Wallauer werden aber auch auf eigenem Platze nicht noch einmal verlieren wollen. Gin heftiger, hartnäckiger Kampf steht bevor. Die Ligareserve spielt gegen Butzbach (Liga). Die Ligareserve hat als Verbandsspielgegner eine der stärksten Mannschaften der zweiten De- zirkSklasse vor sich, der auch schon die Liga auf manche harte Probe stellte. Die 1900er sind gegenwärtig zwar in guter Form, es wird aber alleS Aufwandes an Kraft, Ausdauer, Technik und Geschicklichkeit in Verbindung mit einem Schuß Glück bedürfen, wenn sie den Sieger stellen wollen. Gin Vorteil ist für die 1900er der eigene Platz. Der AuSgang deS Kampfes ist völlig offen. Die 3. Mannschaft tritt auf eigenem Platze gegen die 1. von Großen-Duseck an, die 4. Mann- schaft fährt nach Dieber, um dort gegen die 1. de- PlahvereinS zu spielen. Jugendspiele. Die AI-3ugenb fährt nach Marburg und trägt dort ein Freundschaftsspiel gegen die A I-Iugend der Germanen aus. Diese stellen eine schnelle und kräftige Elf ins Feld. 1900 muß von vornherein auf Sieg spielen. Da die Mannschaft komplett antreten kann, hofft man auf einen Erfolg. Die AII-Jugend trägt ein Rückspiel in Klein-Linden auS und sollte daS Spiel gewinnen können. Die B-3ugenb erwartet die neu aufgestellte Jugend der Teutonen aus Steinberg. Wenn die Gäste auch keine einheitliche Elf barstellen, so verfügen sie über einen immensen Eifer und Siegeswillen, der die Blauweihen zur Hergabe ihres ganzen Könnens zwingen wird. Die Schüler! messen ihre Kräfte mit den Schülern aus Lich. Die Schüler II versuchen ihr Glück gegen die Steinberger Schüler. Der Gegner wird körperlich stärker sein als die Kleinsten von 1900, doch Mut und SiegeSwillen hat schon vieles fertig gebracht. VfB. Gießen. Sie Liga deS VfB. ist am morgigen Sonntag spielfrei. Die Ligareserve trägt ihr erste- Der- bandSspiel gegen einen bekannten Gegner, die 1. Mannschaft von Saubringen, auS, und wird dort zweifellos ein außerordentlich scharfes Spiel zu bestreiten haben. Ser AuSgang des Kampfes ist vollkommen offen. Sie 3. Mannschaft tritt, ebenfalls zuim Derbandsspiel, in Steinbach an. Sie DsD.-Mannschaft ist durch verschiedene jugendliche Kräfte ergänzt worden und wirb sich nur schwer gegen die routinierte 1. Els von Steinbach durchsehen. Sie 1. Jugend tritt zum Privatspiel gegen die 1. Jugend des Wetzlarer Sportvereins an und wird dort zweifellos, wie bisher immer in Wetzlar, einen harten Kampf zu bestreiten haben. Sie 1. Schüler tragen ein Rückspiel gegen die 1. Schüler von Wieseck auS. Wirtschaft. Wochenbericht vom Sranffurfcr Schlachtviebmartt. Sa« Geschäft war auch in dieser Woche nicht unbcfrtebigenb, die Preise zeigten auf einzelnen Märkten aber eine rückläufige Bewegung, wofür nur der verstärkte Zutrieb verantwortlich ist. Offenbar wurde er nur dadurch hervorgerufen, daß die Landwirtschaft weiteren Geldbedarf zeigte. Am Rinder markt standen 1818 Tiere zum Verkauf, das sind gegen die Vorwoche 389 Stück mehr. Rach ruhigem Handel verblieb Heber» stand. Sie Preise für Ochsen, Kühe und Färsen gaben je 1 bis 2 Mark, die für Bullen 2 biS 3 Mark nach, so daß die vorangegangenen Besserungen wieder glatt verloren gingen. Ochsen al) 31 bis 33, a2) 28 bis 30, bl) 23 bis 27; Dullen a) 26 bis 29, b) 21 bi« 25: Kühe a) 25 bi« 27, b) 20 bis 24, c) 14 bi« 19; Färsen a) 31 biS 34, b) 28 bis 30, c) 23 bi« 27. Obwohl der Schweinemark t mit seiner dieswöchigen Deschickung von 5483 Stück eine immerhin bemerkenswerte Entlastung von 416 Tieren zeigte, war der Geschäftsgang ziemlich ruhig und bei etwas nachlassenden Preisen verblieb anfangs der Woche etwas Heberstand. Später war die Rachfrage etwas besser, zumal der Auftrieb am Rebenmarkt auch merklich kleiner war, so daß der eingetretene Verlust von 1 Wk. wieder aufgeholt wurde und die Preise gegenüber der Vorwoche behauptet blieben. Schweine b) 45 bi« 48. c) 45 bis 48, d) 42 bi« 47, e) 37 bis 44. g) 34 bi« 40. Sie schon in der Vorwoche zu beobachtende Abschwächung für Schafe setzte sich auch in dieser Woche um 1 Mk. fort. Mit dem "Beginn de« Abtriebs von den Weiden werden die Zufuhren etwas größer, denen am hiesigen Platze nur wenig Rachfrage gegenübersteht. Ser Auftrieb von 361 gegen 235 Tieren konnte daher nur unter Preiskonzcssionen geräumt werden. Schafe a) 24 bis 27, b) 19 bis 23. Am Kälbermarkt führte der verringerte Auftrieb von 1585 gegen 1861 Stück zu einer Erhöhung der Preise um 2 Mk. für den Zentner. Das Geschäft war weiterhin recht gut. so daß der Markt ausvcrkauft wurde. Kälber b) 41 bi« 44. c) 35 bi« 40. d) 28 bi« 34. Sämtliche Rotierungcn verstehen sich in Mark pro Zentner Lebendgewicht. • 'Weinernte 1932 : Guter, aberklei- ner Jahrgang. Das Preußische Statistische Landesamt gibt nach seinen Ermittlungen bekannt, bah die Entwicklung der Trauben in den preußischen Weinbaugebieten infolge der hochsommerlichen, heißen Witterung während des August günstige Fortschritte machte. Es müsse jedoch hervorgehoben werden, daß infolge der Trockenheit die Beeren durchweg nur eine mittlere Große erreichten. Auf Grund der Meldungen der amtlichen Berichterstatter beständen Aussichten auf einen einigermaßen guten, allerdings kleinen Jahrgang. An Rebschädlingen werde da« Oluf treten de« Peronospora (besonders an den Trauben), des Oidiums und des Sauerwurms gemeldet. Sie Schädlinge hielten sich in normalen Grenzen. Die Weinpreise zögen ein wenig an. • 3 m Dergleichstermin der 3 u n » kerS-Flugzeugwerke 21®., Dessau, wurde der Dergleichsvorschlag der Verwaltung mit etwa 90 Prozent der abgegebenen Stimmen angenommen. * Der Gläubigerausschuh der Emel- ka-Theater AG., Berlin, ist zu dem Ergebnis gekommen, dah für die Durchführung de« Vergleiche« keine ausreichenden Mittel vorhanden bzw. zu beschaffen sind. Er hat daher sein Mandat zurückgelegt. Berlin behauptet. Berlin, 10. Sept. (WTB. Funkspruch.) Auch heute ging das Rätselraten über die innerpolitische Entwicklung weiter. Da außerdem noch schwächere Meldungen aus Reuyork und weiter rückgängige Rohstofspreise Vorlagen, konnte man zunächst in den Vormittagsstunden stärkere Zurückhaltung in den Bankbureaus beobachten. Erst zu Beginn des offiziellen Wochenendverkehrs stellte es sich heraus, daß seitens der Kundschaft keine größere Abgabeneigung bestand, und daß die Börse selbst auch eher zu Rückkäufen geneigt war. 3m allgemeinen hielten sich die Kurse daher auf gestrigem Niveau, verschiedentlich wurde es sogar noch überschritten. Nur einige Spe- zialwerte eröffneten schwach. So büßten AEG., auf die neuerdings in der Presse aufgeworfenen fragen einer notwendigen Bilanzbereinigung 1% Prozent ein, Schubert & Salzer verloren 3%, Daimler 1%, Eharlottenburg Wasser 1K, Goldschmidt 1%, Nie- derlausitzer Kohle 2 Prozent und Ehadeaktien im Zusammenhang mit den sich widersprechenden Nach- richten über die Vorgänge in Argentinien 5 Mark. Anderseits zeichneten firn Siemens mit plus 1%, (Eontigummi mit plus 2% und Hansadampf mit plus 2K Prozent durch Festigkeit aus. Reichsbankanteile eröffneten 1 Prozent höher, während Farben leicht unter gestern lagen. Tendenzstützend wirkten zweifellos Kaufe der Auslandarbitrage, die Pfandbriefe gegen Aktien zu tauschen scheint. Arn Rentenmarkt war es allerdings mit Ausnahme der Deutschen Anleihen weiter sehr ruhig. Reichsschuldbuchforderungen lagen etwa be- hauptet, Reichsbahnvorzugsaktien und Industrieobligationen neigten eher zur Schwäche. Von Aus- landrenten waren Ungarn und Mazedonier etwas rückgängig, Mexikaner dagegen eher fester. Im Börsenverlauf wurde die Allgemeintendenz trotz kleiner Kursabweichungen nach oben und unten als gut be- hauptet bezeichnet. Mehr Aufnahme einiger Spezialgebiete, Montanpapiere, Kunstseideaktien, (Eontigummi und Dessauer Gas blieb die Umsatztätigkeit sehr klein. AEG. setzten ihre Abwärtsbewegung unter Schwankungen eher weiter fort. Das Geschäft in der Neubesitzanleihe blieb ziemlich lebhaft, auch die Schutzgebietsanleihe konnte im Börsenverlauf bis auf 4,65 anziehen. Später wurde es, von Spezial- werten ausgehend, allgemein freundlicher. Am Geldmarkt wurden auch heute unveränderte Sätze genannt. Tagesgeld notierte in der unteren Grenze mit 5% Prozent und nur vereinzelt mit 5% Pro- zent, Monatsgeld mit 6 bis 8 Prozent nominell. Da das Geldangeoot heute zum Steuertermin weiter gering war, erhielt sich der Eindruck einer Versteifung. Auch die Umsätze am Diskontmarkt bewegten sich in engen Grenzen, Reichswechsel per 5. Dezember und Reicksschatzanweisungen per 16. Januar wurden zu 4%, bzw. 5% Prozent in mäßigen Beträgen untergebracht. Frankfurter- Börse zurückhaltend, doch fest. Frankfurt a. M., 10. Sept. (DTD. Draht» n\clbung.) 3m Hinblick auf die unsichere inner- politische Lage bekundete man an der Wochcn- schluhbörfe zwar große Zurückhaltung, doch war die Sttmmung nach den Rückschlägen in den letzten Tagen al« sehr widerstandsfähig zu bezeichnen. Don der Kundschaft lagen nur ganz vereinzelt Kauforders vor. doch genügten sic, um in Verbindung mit kleinen Rückkäufen der Spekulation leichte Erholungen gegenüber der Abcndbörse her- beizuführen. Sa« Geschäft war hierbei aber außerordentlich klein. Etwa« schwächer eröffneten noch AGG., Holzmann. Licht und Kraft, die bi« zu 1.5 Prozent nachgaben. Anderseits waren Montan-, Schiffahrt«-. Elektro- und Kunstscide- aktien bis zu 1 Prozent höher. 3G.-Farben lagen zu 101,1 Prozent gut behauptet. Metall- gefellschaft eröffneten 0,25 Prozent hoher, dagegen Scheideanstalt etwa« niedriger. Reichsbankanteile gewannen zunächst 1 Prozent, später weitere 0,5 Prozent Leicht gebessert waren noch Deutsche Linoleum, Zellstoff Waldhof und Eonti- gummi. Schwächer aber zunächst noch ohne Rotiz lagen Ehadcaktten, die etwa 4 Mk. einbühten. 3m Verlaufe ergaben sich bei weiterhin kleinen Hmsähen neue "Besserungen von 0,5 bi« 1 Prozent. Etwa« stärker befestigt waren am Kunstseidemarkt AKH. mit plus 2 Prozent und Dem- berg mit plus 2,5 Prozent. 3G. zogen auf 102,25 an. Am Rentenmarkt war nur in Deutschen Anleihen das Geschäft etwa« belebter, während im übrigen nur sehr kleine Hmsähe erfolgten. Die Reubefitzanleihe war schon anfangs ettoa« fester, im Verlaufe hatte sie bei lebhafteren Hmsähen eine weitere "Befestigung von 0,3 Prozent. Auch Altbesitz und Reichsschuldbuchforbe- rungen waren bi« zu 0,5 Prozent fester. Am Pfandbriefmarkt waren nur unwesentliche Veränderungen zu verzeichnen und auch sonst blieben die Kurse meist behauptet. Auf den Spuren von Falschmünzern. WSR. Wetzlar, 9. Sept. Die Wetzlarer Kriminalpolizei ist — wir berichteten bereit« kurz darüber — einer Falschgeld-Affäre auf die Spur geommen. die sich in ihren Ausmaßen noch nicht absehen läßt. Auf Grund zahlreicher Derdach«- gründc wurde am Mittwoch der Arbeiter Adolf Hofmann aus dem Stadtteil Riedergirme« verhaftet. 3n Stadt und Kreis Wetzlar find eine große Anzahl falscher Fünfmarkstücke in Umlauf, die die Annahme begründet erscheinen ließen, daß sich die Herstellungszentrale in Wetzlar selbst befinden mußte. Beobachtungen haben nun ergeben, daß immer nach dem Auf tauchen Hofmann« falsches Geld fest gestellt werden konnte. 3n einer Gastwirtschaft In Leun wechselte Hofmann vier Fünfmarkstücke in einen Zwanzigmarkschein um; die Geldstücke waren falsch. Dabei beging Hofmann eine Fahrlässigkeit, auf Grund deren er überführt werden konnte. Er ließ in der Wirtschaft feine Handtasche liegen, ein „umgebauter“ Schulranzen, und dieses Vehikel prägte sich den Leuten mehr ein als das wenig besagende Aeuhere des Falschgeldvertreibers selbst. Hofmann nahm die Gutmütigkeit eines Motorradfahrers in Anspruch und ließ sich wieder nach Leun bringen, um die Tasche zu holen. Bei seiner Rückkehr suchte er sich ein 2Nibi zu schaffen und fuhr rasch nach einem Sportplatz. Der Alibibeweis mißglückte, denn die Zeitdifferenz konnte ihm nachgewiesen werden. Die Kriminalpolizei kon- frontierte ihn weiter mit zahlreichen Geschäftsleuten und Gastwirten im Kreise Wetzlar, und in den meisten Fällen konnte Hofmann als der Falschgeldvertreiber wiedererkannt werden. Er leugnet nach wie vor, gilt aber al« überführt. Bei der Polizei gehen noch täglich falsche Geldstücke ein. Die Werkzeuge zur Falschgeldherstellung konnten trotz mehrerer überraschend und zu nächtlicher Stunde ausgeführter Haussuchungen an verschiedenen Stellen der Stadt nochnichtgefunden werden. (Schluß des redaktionellen Teils.) Vorbedingung für Wohlergehen sind gesunde Füße. — Boltina, das große Schuhhaus im Seltersweg, ist ständig bemüht, den Kunden mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. 6359A Wie aus dem heutigen Inserat zu ersehen ist, untersucht von Montag bis einschließlich Mittwoch, 14. d. 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Und wenn die amerikanische Ernte von 1932 im Großen und Ganzen auch eine Rekordernte sein wird, so wird sie aus den erwähnten Gründen glichzeitig mit den geringsten Gestehungskosten hereingebracht werden. Wie weit, im Gegensatz zu dieser natürlichen Entwicklung, die künstlichen Maßnahmen'wie landwirtschaftliche Streiks absichtliche Ernteoernichtung, Zurückhaltung der Ernte ulw. die Preisbildung und damit die Rentabilität der Betriebe beeinflussen, hängt von dem Ausmaß ab, das diese Bewegungen schließlich annehmen werden. Die Streikführer behaupten, daß sie die Unterstützung einzelner amtlicher Stellen, sowie einiger Handelskammern und Handelsorganisationen haben, und daß sich ihnen die landwirtschaftlichen Verbände von Nord- und Jedermann fährt mit der Kleinbahn. Plötzlich, mitten auf der Strecke, hält der Zug. Eine zweite Lokomotive wird vorgespannt, und dann geht es weiter. „Warum denn das?- fragt rzedermann. „Ist etwas passiert?" „Nein", schüttelt der Schaffner den Kopf, „d,e Strecke nach Krant hat eine,, starke Steigung, da 'genügt eine Lokomotive nicht." sernenhos bringen, zu dem auch die Zivilbevölkerung Zutritt hat. Um 11 Uhr wird sich eine I Sud-Dakota, Montana, Minnesota. Washington, Oregon, Kansas, Idaho, Texas, Oklahoma und Nebraska, also praktisch aller landwirtschaftlichen Staaten des mittleren Westens angeschlossen haben. Sie behaupten ferner, an einigen Orten bereits Preissteigerungen erzielt zu haben. Selbst wenn dem so ist, können diese künstlichen Beeinslussungen der Preisbildung nur örtlichen und vorübergehenden Charakter haben und werden früher oder später Reaktionen in irgendeiner Form auslösen. Ent- wicklungsmäßig stellen die tiesgreisenden Umwälzungen in der amerikanischen Landwirtschast nichts wei- ter dar als das Suchen nach einer lebensfähigen Mittellinie und den natürlichen Ausgleich zwischen Produktionsmöglichkeit und Ueberindustrialisierung. brachen?" „Ich soll gegen die Devisenbestimmungen stoßen haben , sagt Federmann. „Ja, und —?", fragt Mücke, „hast du es wirklich getan?" „Weiß ich —?" zuckt Jedermann die Achsel. Gerichtsverhandlung ist ja erst am Montag." Jedermann. Don Hans 2Riebau. Jedermann ist kurzsichtig. Jedermann geht zum Augenarzt. „Lesen Sie das, so weit sie körnten , sagt der Augenarzt und hält chm — in zwer Meter Entfernung — eine weiße Tafel vor, auf der. Zunächst in großen, dann in immer kleiner und schließlich winzig werdenden Buchstaben, ein paar Gedichtszeilen stehen. Jedermann liest: ,Dte Trommel gerühret — das Pfeifchen gespielt — mein Liebst er gewaffnet — dem Haufen befiehlt — die Lanze hoch führet — die Leute regieret. — Wie klopft mir das Herze — wie wallt mir das Blut — o hätt' ich „Halt", unterbricht der Augenarzt, „das ist ja phantastisch. So weit hat das Gedicht noch keiner meiner Patienten lesen können." „Kein Wunder", sagt Jedermann, „ich kann es auch auswendig." Gestern sind zwei Kriminalbeamte gekommen und haben Jedermann verhaftet. Mücke besucht ihn im Untersuchungsgefängnis. „Um Gottes Willen", ringt er die Hönde, „was ist denn los? Waft haft du ver- tiger Hecht mit bösem, dreieckigen Kopf wütend um sich schlägt, — sind alle Strapazen belohnt. Mit dem Netz fischen, wenn man selbst ins Wasser muh und fast ersäuft, ist doch etwas ganz anderes, als das harmlose Angeln! Streik der Landtvirtschast in USA Oie Ursachen der amerikanischen Agrarkrisis. Don unserem H. v. v.-Berichterstatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Neuyork, September 1932. Die heftigen Zusammenstöße, die in den letzten Tagen und Wochen wieder einmal in den landwirtschaftlichen Staaten des mittleren Westens statt- gesunden haben, lenken erneut die Aufmerksamkeit auf die augenblicklich trostlose Lage der amerikanl- schen Landwirtschaft. Diesmal sind es besonders die Staaten Iowa und Nord-Dakota, deren Farmer einen allgemeinen, vierwöchentlichen „Landwirtschafts - Streik" propagieren, um durch Zurückhalten der landwirtschaftlichen Produkte höhere Preise und dadurch lohnendere Bewirtschaftung zu erzielen. In den Bezirken um die größeren Städte wie Des Moines, Sioux City, Bismarck, Le Mars usw. haben sie zur Selb st Hilfe gegriffen und die in di^Städte führenden Land- ftragen mit Streikposten besetzt, die rücksichtslos jeden Getreide- oder Viehtransport entweder zur Umkehr zwingen oder gar vernichten. In kleineren Städten höben die Farmer den Getreide- und Produktenhändlern das Ultimatum gestellt, sich entweder 'freiwillig dem vierwöchigen Streik zu unter« wersen oder eine Sabotage ihrer Betriebe und Transporte zu gewärtigen. Obwohl die Behörden alle erdenklichen Schutzmaßnahmen zum Schutz „streikbrechender" Landwirte getroffen haben, ist die Beschickung der landwirtschaftlichen Märkte allein in der letzten Woche auf etwa die Hälfte zurück- gegangcn. Die Furcht der Produzenten vor der Streikbewegung ist somit beträchtlich größer als das Zutrauen zum staatlichen Schutz. Diese Verzweislungspolitik der Landwirte wird durch die ungeheuren Belastungen verständlich, ine der amerikanische Farmer teils verschuldet, teils unverschuldet zu tragen hat. Außer dem durch die Weltdepression verursachten Preissturz und den untragbaren Steuerlasten tragen in Amerika Uebermechanisierung mit daraus folgender Ueberproduktion und eine vernichtende Entwertung des Grundbesitzes die Hauptschuld an der katastrophalen landwirtschaftlichen Lage. Die in Amerika vielerwähnte „Ent- Wertung des Grundbesitzes" ist auch für die Landwirtschaft nur bedingt richtig, weil es sich weniger um die Entwertung eines Standardwertes, als vielmehr um die Rückentwicklung eines bisher übertrieben hohen Wertes auf ein normales Niveau handelt, denn noch immer ist der Amerikaner geneigt, die außergewöhnliche „Prosperitätsperiode" von 1928/29 als normal anzusehen und die äugen» blicklichen Verhältnisse an ihr zu messen. Amerika verfolgt bekanntlich nicht das Prinzip, das Preis- Niveau den Lohnverhältnissen und damit der Kaufkraft anzupassen, sondern umgekehrt durch Hebung des Preisniveaus größere Gewinne für den Unternehmer, erhöhte Beschäftigungsmöglichkeit und dadurch wiederum bessere Verdienstmöglichkeiten für den Arbeitnehmer und erhöhte Kaufkraft zu schaffen. Nun hat die Rückentwicklung der Produktenpreise und der Bodenwerte den amerikanischen Farmer „Aha", nickt Jedermann, „und von Krant aus genügt wieder eine Lokomotive?" „Jawohl", lagt der Schaffner. „Unb die Züge, die von Krant wieder zuruck- fahren —?" „ .Haben natürlich auch nur eine Lokomotive , wird der Schaffner ungeduldig. „Donnerwetter", sagt Jedermann, „und was machen die Leute in Krant mit oll den Lokomo- tiben?" * Jedermann geht mit Peter spazieren. Peter ist zehn Jahre alt und stark erkaltet. „Wenn doch nur endlich mein Schnupfen auf- ^Das^st tein Schnupfen", schüttest Jedermann den Kopf, „das was du hast, ift ein Katarrh „Katarrh?" fragt Peter. „Kenne ich nicht. W,e schreibt man denn das?" Jedermann überlegt einen Augenblick. „Du hast recht", sagt er dann, „es ist doch em Schnupfen. Angeln, Zischen, Krebsen. Don Siegfried von Vegesack. Bun bin ich wieder heimgekehrt zu dem Fluß, an dem meine Wiege stand und der merkwurd aerweisc auch die ..Wiege' heißt. Und ganz o still und beruhigend, wie sein Rame. 'st dies r dunkle, moorige in vielen ‘Biegungen zwischenCr- len- und Weidengebüsch. Schilf ustd weiten Wiesen langsam dahingleitende Fluß, m besten fthwar- »en kaum bewegten Duchten weiße Aasstrrosen blühen, und an dessen Ufern weiße Storche spn- wi-d-r wie lamatä ati 3unge. »«te die Angelschnur aus. halte die lange Aute mit beiden Händen und starre entrückt auf den Korken, ilnt» ganz wie damals habe ich die Regenwunner hinter dZ alten Holzscheune inder.schwarzen^Erde auSaegraben. sie in eine Schachtel getan m gebettet, und das Moos mit em we- nin MUch getränkt: dann werden die Würmer t^ife unb besonders schmackhaft für die Fische, ^natürlich habe ich nicht vergesstn, sie vor dein Einwurf ins Wasser nach alter Angler- noMPr Hicbtia zu bespucken: das bringt Gluck: Aber trotzdem: das Glück bleibt aus. und die Sa^ wUl mir nicht mehr recht behagen. Das Aufipießen der Würmer, d<» Gezappel und Ge- strampel der festgebissenen Fische geht mir doch etwasauf die Aerven. Wie unbedenklich, wie un> bekümmert war man als Kindl Man dachte sich Die Reichswehrgarnison in Hessen (I.Datl. 15. Ins.-Regt.) und die Bereinigung ehemaliger Hes- sischer Grenadiere veranstalten, mit Unterstützung des Verkehrs- und Derschönerungsvereins am 1 und 2. Oktober in Gießen den I.Hcs- si schen ©renaMertag. Die Veranstaltung dient dem Gedanken, unsere Reichswehr mit allen Vevölkerungskreisen in engster Weise zusammenzuführen und den Gedanken der Wehrhaftigkeit unseres Volkes noch mehr als bisher in den breitesten Be- völkerungsschichten ju vertiefen. Gleichzeitig soll bei diesem militärischen Feste das Zusammengehörigkeitsgefühl aller alten Soldaten mit der Reichswehr immer stärker wachgerufen werden. Der l.Hessische Grenadiertag wird als Auftakt am 3 0. September die Heberfüh- rungderaltenhessischenRegiments- sahnen von Darmstadt nach Gießen zur Verschönerung dieses Militärfestes bringen. Die ehrwürdigen Feldzeichen unserer alten Hessin schen Regimenter werden abends am Gießener Bahnhof mit militärischer Feierlichkeit von der Fahnenkompanie des l. Datl. 15. Inf.-Regt, abgeholt und nach der Kaserne übergeführt. Die Gießener Stadtverwaltung und die Bürgerschaft der oberhessischen Provinzialhauptstadt werden die ruhmreichen Fahnen unserer hessischen Truppenteile durch Flaggenschmuck der Stadt in gebührender, würdiger Weise empfangen. Am Samstag, 1. Oktober wird derGre- nadiertag vormittags mit einem Preisschie - ß en des I.Batl. 15. Inf.-Regt, und der Vereinigung ehemaliger Hessischer Grenadiere eröffnet werden. Weiter sind für diesen Tag vorgesehen eine Reitjagd des Bataillons und der ländlichen Reitervereine, ein Preisschießen von Interessenten aus der Zivilbevölkerung und am Abend ein großes Biwak des Bataillons mit anschließendem Großen Zapfenstreich. Das Diwak wird von allen Kompanien des Gießener Bataillons ausgeführt, der Große Zapfenstreich wird von den Musikkorps des Gießener Bataillons und des Ausbildungsbataillons Marburg gespielt werden. Mit dem Biwak wird ein Z e 11 - bauwettbewerb der Kompanien des Gieße- ner Bataillons verbunden, bei dem die siegende Kompanie durch einen Ehrenpreis des Gießener Verkehrs- und Derschönerungsvereins ausgezeichnet werden soll. Das Biwak und der Große Zapfenstreich werden sicherlich für weiteste Devölke- rungskreise in Stadt und Land eine besondere Sehenswürdigkeit und ein einzigartiges Erlebnis darstellen. . Der Sonntag, 2. Oktober, wird nach militärischem Wecken am frühen Vormittag zunächst einen Feldgottesdienst auf dem Ka- grohe Parade des Gießener Bataillon» auf dem Trieb, dicht bei der Kaserne, anschließen, die ebenso wie das Biwak für viele Volksgenossen ein seltenes Ereignis sein wird. Rachmittags sollen militärsportliche Vorführungen stattfinden, in deren Rahmen u. a. auch ein moderner Infanterie-Kam ps auf dem Trieb gezeigt werden wird. Den Ausklang des Festes wird am Sonntagabend ein großer F e st - ball in der Gießener Volkshalle bilden. Am 1. und 2. Oktober wird ferner in der Reuen Kaserne eine militärische Ausstellung veranstaltet, in der die Ausbildungsmittel und das Hnterrichtsmaterial der Reichswehr in vielfältiger Weise den Besuchern zugänglich gemacht werden. Für die alten Soldaten, aber auch für die übrigen Besucher wird das Gießener Bataillon außerdem Gelegenheit bieten, an der Feldküche einen „Zug" zu fassen, um dadurch alte Erinnerungen an die „Gulaschkanone der Kriegsjahre aufzusrischen und gleichzeitig die vortreffliche Qualität der Speisung aus der «Hungerabwehrkanone" selbst sestzustellen. Sämtliche Veranstaltungen werden den Besuchern gegen ein einmaliges Eintrittsgeld von 50 Pf. als Gesamtpreis sür beide Tage zugänglich sein. Das Gießener Bataillon und die übrigen Mitträger der Veranstaltung hoffen auf starken Besuch, insbesondere auf die Beteiligung der Militärvereine und aller alten Soldaten an diesem einzigartigen und militärsportlichen Ereignis in der einzigen hessischen Garnisonstadt Gießen. Verleger Werner Rudolf Wittich t- WER. Darmstadt, 9. Sept. Rach jahrelangem Leiden ist heute im Alter von nur 43 Jahren der Mitinhaber der L. C. Wittichschen Hofbuchdruckerei und Verleger des „Darmstädter Tagblatts". Werner Rudolf Wittich, gestorben. Wittich erfreute sich insbesondere als Autosportsmann eines ausgezeichneten Rufs. Die Beisetzung findet am Montag 11 Hhr Quf dem alten Friedhof in Darmstadt statt. Daten für Montag, 12. September. 1819: Feldmarschall Leberecht v. Blücher in Krieblowih gestorben. — 1829: der Maler Anselm Feuerbach in Speyer geboren. — 1836: der Dramatiker Christian Grabbe in Detmold gestorben. — 1852: der englische Staatsmann H. H. Asquith in Morley geboren. Frankfurter Theater. Irn Frankfurter Schauspielhaus gelangt täglich bis einschließlich 21. September, jeweils 20 Uhr, die große Operette „Frauen haben das gern!" zur Auf- führung. Das Opernhaus bleibt bis Sonntag, den 9. Oktober, geschlossen. QTber am schönsten ist doch das Krebsen! Rach Sonnenuntergang wandern wir mit Käscher und Stangen beladen, zur Wiege. Krebse speisen nämlich nur in der Rächt. Eine merkwürdige Leidenschaft: nachts Frösche zu verzehren. Wir befestigen die Tiere in der Witte der runden Käscher und versenken sie im Fluß. Dann machen wir am Ufer ein Feuer und lagern uns. Wie hell und grün die Rächte hier sind! Grüne Wiesen, grüne Haferfelder, grüner Flachs, grüne Dämmerung, grüner Himmel. Heber dem schwarzen Waldrande blutet der Horizont. Jahn hat sich die langen Riemen der „Pasteln", der lettischen Sandalen, abgewickelt, die Hosen bis zu den Knien ausgekrempelt und wärmt die nackten Füße am Feuer. Ich folge seinem Beispiel. So hocken wir nebeneinander, rauchen und legen dann und wann einen neuen Ast auf die Glut. Aber sprechen können wir nicht viel: zur Rot kann ich ihn wohl verstehen, aber mir sehlen fast alle lettischen Worte, ich muß mich mit einigen Brocken behelfen. Beim Krebsen soll man auch nicht viel reden. Run ist der große Augenblick gekommen: tmr waten durch das Schilf und ziehen den ersten Käscher aus dem Wasser: nein, kein Krebs. Aber im zweiten hängen gleich zwei schwarze Kerle. Wir bringen sie ans Feuer, fassen sich vorsichtig um die harte Taille, -- die Scheren können tüchtig kneifen, — und stopfen sie in den Sack. Dann werden die Käscher wieder im Fluß versenkt. Die kleinen Krebse legen wir aber ans Ufer, mit dem Schwanz ins Wasser: man darf sie nur nicht in Öen Fluß werfen, sie müssen selbst rückwärts hm- einkriechen. Sonst ertrinken sie. Das ist so ihre Eigenart. Jedenfalls behauptet das Jahn. Bald knistert es schon im Sack von den vielen Krebsen, — ein sonderbares, unheimliches Geräusch, und eine uralte Kindheits-Erinnerung taucht aus der Versenkung auf: ich hocke auf dem mit weißen Sand bestreuten Küchenboden, über einen Bastkorb gebeugt, in dem die schwarzen Hn- geheuer knistern und krabbeln... Vieles ist in diesen zwanzig Jahren anders geworden, aber die Wiege, der alte Indrik und Bte Krebse haben sich nicht verändert. wohl nichts dabei, man war noch selbst ein kleines Tier, naiv und grausam wie alle Kreatur. Hnd nun ist man alt und gefühlvoll geworden. Vielleicht hat man auch nicht mehr die richtige Geduld. Oder sind es nur die Stechbremsen, und man will die eigene Wehleidigkeit mit Mitleid für Wurm und Fisch beschönigen? Vielleicht — alles zusammen. Jedenfalls macht das Angeln nicht mehr den Spaß wie damals. Hnd so will ich es mit dem Fischen probieren. Das ist eine ernstere, viel großartigere, aber auch viel schwierigere Beschäftigung. Der alte (Sraben- stecher Indrik. der so alt ist, daß er sich in den letzten zwanzig Jahren kaum verändert hat, der noch den Großvater kannte und mir die erste Weidenflöte schnitzte, besitzt ein wunderbares Retz. Er selbst kann allerdings nur noch am Ufer mit dem Stock klopfen und die Fische ins Reh treiben, — aber sein Enkel, der Jahn, mit dem ich früher die Pferde von der Koppel heimritt, geht mit mir ins Wasser und hilft mir beim Fischen. Das ist nicht so einfach: der eine muh mit dein Strick ans andere,Hfer hinüberschwimmen, dann wird das Retz über den ganzen Fluß gespannt, und nun geht man gleichzeitig an beiden Hferfeiten so schnell wie möglich im moorigen Wasser vorwärts und zieht das schwere Retz. Oft versinkt man dabei bis zu den Hüften im moorigen Hintergrund. verliert völlig den Boden unter den Füßen und muß schwimmen, — darf aber das Retz natürlich nicht Ipslassen. Wenn aber der Strick abgetönt ist. das schwere Retz zu ziehen anfängt, man nicht vom Fleck kommt und nirgends Grund findet, wird die Sache schon recht ungemütlich. Am schlimmsten ist es aber, wenn man in das vom Hf er weit über das Wasser geneigte Buschwerk gerät: die Aeste geben nach, und man kann sich nicht an ihnen halten, aber sie sind doch so dicht und so stark, daß man nicht »um feften Hfer Vordringen kann. Hnd das Retz zieht, der Stnck wickelt sich einem um die Beine, man strampelt selbst verzweifelt wie ein gefangener Fisch Schlimm ist es auch, wenn das Retz sich irgendwo am Grunde an einem fauligen Baumstamm verfängt. und man es vorsichtig lösen muh. Aber bann kommt der aufregende Augenblick: ich schwimm über den Fluh, die beiden Retzende werden schnell vereinigt, und nun wird das Retz mit Schwung, so hurtig es geht, — auch der alte Indrik greift zu, — aufs Hser hinaufgezogen. Hnd wenn bann zwischen grünem Schlamm die silbernen Schuppen der Weißfische glänzen, ein fetter Barsch in den Maschen zappelt, oder ein rnäch- Während sich die Schuld der Ueberproduktion an der gegenwärtigen Notlage statistisch leicht erfassen läßt, ist dies mit der Uebermechanisierung schon schwieriger. Aber trotz der noch immer zunehmenden Mechanisierung unseres Zeitalters ist eine ihrer Reaktionserscheinungen, wenigstens soweit die amerikanische Landwirtschaft betroffen ist, die R ü ck k e h r d e s — P f e r d e s. Der Traktor ist nämlich nahezu von der Bildflache ver- scywunden. Während anhaltend guter Jahre hat er sich bezahlt gemacht: jetzt, während der mageren Jahre, stellt er eine beträchtliche und sehr vergängliche Investierung dar, die man nicht wieder zu Gelbe machen kann und deren Betrieb sich nicht lohnt. (Benzin muß man kaufen: das Pferd frißt vorhandenen Hafer und hilft konsumieren!) Wenn dies auch die Einstellung zusätzlicher Arbeitskräfte bedingt, so bedeutet das bei dem Ueberangebot billiger landwirtschaftlicher Kräfte noch immer eine Verbilligung der Produktionskosten. Farm- löhne sind für amerikanische Verhältnisse unglaublich tief gesunken. In Wisconsin werden 15 Dollar bei freier Wohnung und Verpflegung bezahlt: in Nord-Dakota 1,10 Dollar je Erntetag. Die Söhne und Töchter der Farmer, die dem Zug der Zeit gefolgt waren und ihr Glück in den Großstädten oer- suchten, kehren infolge der Erwerbslosigkeit reumütig ins Elternhaus und aufs Land zurück und stellen weitere billige Arbeitskräfte dar. Der Drang „zurück aufs Land" hat auf der ganzen Linie Hypothek belastet mar, so hat sie heute melleicht noch einen Derkaufswert von 3000 Dollar. Folglich hat in der Zwischenzeit die Hypothekenbank ihre Hypothek entweder ganz gekündigt oder doch wenig- tens wesentlich reduziert. Woher bei den aus ein Fünftel gesunkenen Produktenpreisen und erdrückenden Steuern das Kapital zur Rückzahlung der Hypothek nehmen? Trotz des Federal Farm Board, der verzweifelt versucht, die Produktenpreise einigermaßen über Wasser zu halten, und trotz der Finanze Reconstructions Corporation, die dem Farmer Mittel zur Abdeckung gekündigter Hypotheken zur Der- ügung stellen will, um Zwangsversteigerungen zu rerhiiten, sind nicht nur Tausende von Genossen- chafts- und Hypothekenlandbanken mit ungeheuren Werten zusammengebrochen, sondern be« inben sich Tausende unb aber Tausenbe von Farmern unter Zwangsverwaltung der noch bestehenden Landbanken, die natürlich unter den jetzigen Verhältnissen keine Käufer finden und sich in der Hoffnung auf die nach amerikanischer Ansicht unausbleibliche Rückkehr ihrer geliebten „Prosperität" scheuen, auch nur buchtechnisch die erforderlichen Abschreibungen vorzunehmen. Ein anderer Grund für die katastrophale Lage liegt'in der Einseitigkeit der amerikanischen Landwirtschaft. Ganze Staaten sind als „Weizen- Staaten" ober „Viehzucht-Staaten" bekannt. Nord- Dakoto z. B. war bisher „Getreide-Staat", Montana „Schaf-Staat", Minnesota ist ber „Butter-Staat", Iowa hat Weltruf durch seine Schweinezucht und Wisconsins Farmer leben zu 85 v. H. von Viehzucht und Milchproduktion (hauptsächlich Käse) usw. Erst in jüngster Zeit Ist man, dem Zwange der Zeit folgend, in verschiedenen Staaten zu einer ge- mischten Wirtschaft übergegangen, um sich dadurch gegen bas Risiko einer anhaltenb schlechten Konjunktur eines einzelnen Produktionszweiges zu schützen. Schon heute haben sich z. B. die beiben Dakotas den oeränberten Verhältnissen durch vermehrten Anbau von Futtermitteln (Alsalfa unb Mais) soweit angepaßt, daß sie einen lohnenden Verdienst gefunden haben und zwar burch bas Mästen bes auf bem Durchtransport befindlichen Montana-Viehs, das anschließend nach den großen Schlachthäusern des mittleren Westens roeitergeleitet wird. vor eine fast unüberwindliche Aufgabe gestellt. Ein Beispiel: während ein mittlerer Farmer mit einer 160-acre-Farm im Jahre 1928, als ein Bushel Weizen etwa 1,65 Dollar wert mar, seine bprozentige 5000-Dollar-Hypothek mit etwa 185 Bushels, d. h. dem Ertrag von 10 acres gleich 300 Dollar, jährlich bezahlen konnte, muß er heute bei einem Wei- zenpreis von nur 35 Cents den (Ertrag von 43 acres opfern, um seine hypothekarischen Veroflichtungen erfüllen zu können. Ein weiterer beträchtlicher Teil feines Bodens arbeitet wie in Deutschland fürs Finanzamt. Dazu kommt nun aber noch eine viel größere Sorge, nämlich die in den USA. ungleich größere Entwertung des Grundbesitzes. Wenn in dem genannten Beispiel die 160-acres-Farm 10 000 Dollar wert und mit einer 5000-Dollar- Oberheffen. Landkreis Gietzen. 00 Klein-Linden, 9. Sept. Dieser Tage erlegte ein hiesiger Einwohner ein Amselweibchen, das durch die Vogelwarte Helgoland beringt worden war und die Nummer 619630A trug. • Muschenheim. 10. Sept. Der 78jährige Johann Decker, wohnhaft auf der Derger-Mühle, wurde gestern gegen 19 Uhr bei der Tränke der Viehweide im Wasser liegend tot aufgefunden. Der alte Mann war, wie immer, zwischen 18 und 19 Uhr damit beschäftigt, Wasser aus der Wetter, die hinter der Berger-Mühle flieht, in einen Behälter auf der Viehweide zu schaffen. Cr hat hierbei einen Schwindelanfall erlitten und ist kopfüber in die an dieser Stelle 1,70 Meter tiefe Wet- ter gestürzt und ertrunken. Kreis Schotten. * Laubach, 9. Sept. Bei der diesjährigen M e i st e r p r ü f u n g für die Provinz Oberhessen in Gießen bestand Herr Bernhard Kompp als Spengler und Installateur die Meisterprüfung. 'Klein-Eichen, 9. September. Qlm morgigen Sonntag feiert die älteste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Anna Elise Hofmann, Witwe, ihren 86. Geburtstag. Kreis Alsfeld. • Alsfeld, 10. Sept. Im Laufe des gestrigen Tages erlag der seinerzeit bei den Unruhen von Homberg und Äieder-Ofleiden (Mitte Juli d. I.) von den Kommunisten schwer verletzte 22jährige SA.-Mann Willi Weber von Auslfeld den erlittenen Verletzungen nach langem Krankenlager im Krankenhaus zu Alsfeld. Gießener Wochenmarktpreise. * G i e h e n, 10. Sept. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 130, Matte 25 bis 30, Wirsing 8 bis 10, Weißkraut 6 bis 8, Rotkraut 8 bis 10, gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20, Römischkohl 8 bis 10, grüne und gelbe Dohnen 20 bis 25, Unterkohlrabi 5 bis 6, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln 3,5 (der Zentner 3 Mk.), Frühäpfel 15 bis 30, Falläpfel 5 bis 6, Birnen 15 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Zwetschen 15 bis 20, Mirabellen 25 bis 30, Reineklauden 20, Pfirsiche 30 bis 40, Brombeeren 20 bis 25, Preihelbeeren 30 bis 35, Honig 40 bis 45, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80; das Stück: Tauben 50 bis 70, Käse 5 bis 10, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25; das Bund: Radieschen 10 Pfennig. Rundfunkprogramm. Sonntag, 11. September. 6.15 (Von Hamburg): Hafenkonzert. 8.15 (Frie- denskirche Kassel): Morgenfeier, veranstaltet von der Evangelischen Freiheiter-Gemeinde in Kassel. 9.15: Stunde des Chorgesangs. 10 (Don Kufstein): Konzert auf der Heldenorgel. 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11.30 (Von Leipzig, Reichssendung): Kantate von Iohann Sebastian Dach. 12 (Don Koblenz): Deutsche Kundgebung für das abgetrennte Saar- und Pfalzgebiet am „Deutschen Eck". 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 16 bis 18 (Von Mannheim): Unterhaltungsmusik. 16.35 bis 17.15: Hockeh-Länderkampf Deutschland—Indien. 18: „Die Rembrandt-Ausstellung in Amsterdam", Vortrag von F. T. Gub- ler. 18.25: Dreißig bunte Minuten. 18.55: „Wilhelm Holzamer in seiner Heimat." Zum 25. Todestag des Dichters, Vortrag von Dir. Dr. Adolf Waas, Frankfurt a. M. 19.30: Chansons von Pamela Wedekind. 20: Altweibersommer, ein Spätsommerflug durch die deutsche Landschaft. 20.40: Deutsche Reden, Frank Thieß spricht. 21: Konzert. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Montag, 12. September. 7.05 (Dad Reuenahr): Frühkonzert. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert. 15.20: „Die Stellung der altgermanischen Frau", Vortrag von Frau Professor Deutschbein. 17: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Die Erforschung der Persönlichkeit beim Rechtsprechen im Strafverfahren", Vortrag von Oberstaatsanwalt Dr. Fritz Raasch. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30 (Von 'Berlin): Ministerialrat Dr. Karstedt spricht über die „Hin- denburgspende 1932". 19.50: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 21.20: Segelflieger Schulz, ein funkisches Denkmal von Walter Kleffel. 22.45 bis 24 (Von Leipzig): Nachtmusik. Dienstag, 13. September. 7.05 (Aus dem Kur- und Stadtgarten Heidelberg): Frühkonzert des Kurorchesters. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13.30: Mittagskonzert. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nach- mittag. 17: Konzert. 18.25: „Sommer 1932“, von Wolfgang Wehrauch. 18.50: „Ludwig Feuerbach", Vortrag von Dr. Ernst Müller. 19.30: Altitalienische Lieder und Arien. 20.30: Vom heiteren Mathias Claudius, erzählt von Otto Bernstein. 21: Symphoniekonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 22.45 bis 24: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 14. September. 7.05 (Dad Salzuflen): Militärkonzert der Kapelle des Ausb.-(Lipp.) Datl. 18. Jnf.-Regt. Detmold. 10.10: Schulfunk: Außereuropäische Nationalhymnen, von Kapellmeister Hans Rosbaud. 12.: Konzert. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17 (Von Schwäbisch Hall): Militärkonzert. 18.25: „Deutsche Dolkstumsarbeit des Vereins für das Deutschtum im Auslände", Vortrag von Kirchenrat Pfarrer Erich Meyer. 18.50 (Don Mannheim): „Rechenkniffe: Lustiges und vorteilhaftes Rechnen", Dortrag von Dr. Karl Menninger, Heppenheim a. d. Dergstrahe. 19.30 bis 20.15: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 21: Linoleum, ein heiteres Hörspiel von Dernh. Rehse. 22: Walter Riemann spielt aus eigenen Klavierwerken. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Donnerstag, 15. September. 7.05 (Don Dad Dertrich): Frühkonzert. 12: Mittagskonzert. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 15 bis 16: Stunde der Jugend. 17: Konzert. 18.25: Zeitfragen. 18.50: „Fragen der Arbeitsbeschaffung", Dortrag von Fritz Tarnow, ‘Berlin. 19.20: „Neues aus aller Welt", von Professor Dr. Walter Dehrmann. 19.30: Lieder zur Laute. 20: Herbstmanöver, Hörbericht von den Herbstübungen der Reichswehr, von Paul Laven und Ernst Nebhut. 21: Unterhaltungskonzert des Rundfunkorchesters. 22: Mondfinsternis, Dericht von der Sternwarte. 22.45 bis 24 (Deutschlandsender): Konzert des Rundfunkorchesters. Wettervoraussage Das neue Tief ist mit seinem Kern bis zum Nordmeer vorgerückt und hat über den britischen Inseln sowie auch über Skandinavien verbreitete Niederschläge bewirkt. Obwohl die Störung ihren Weg mehr in nordöstlicher Richtung fortzusetzen scheint, so werden sich doch Ausläufer an ihrer Südseite auch bei uns bemerkbar machen. Durch den Vorschub ozeanischer Luft tritt wechselhafte Bewölkung auf, die vorübergehend auch gewitterartige Regenschauer mit sich bringt. Aussichten für Sonntag: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, ziemlich warm, vereinzelte gewitterartige Regenschauer. Lufttemperaturen am 9. September: mittags 24,2 Grad Celsius, abends 17,4 Grad; am 10. September: morgens 17,1 Grad.'Maximum 25,5 Grad, Minimum 11 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. September: abends 20,6 Grad; am 10. September: morgens 17,4 Grad Celsius. — Niederschläge 1,1 mm. Sonnenscheindauer sechs Stunden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 11. September. 16. nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfarrer Becker; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Markus- gemeinde; 9.30: Pfarrer Mahr, feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Matthäusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde, Pfarrer Mahr. — Johanneskirche. 8: Pfarrer Bechtolshei- mer; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Lukasgemeinde; 9.30: Pfarrer Äusfeld, feierliche Eröffnung des Konfirmanüenunterrichts der Johannesgemei'nde; 11: Kinderkirche für die Johannes- und Luthergemeinde, Pfarrer Ausfeld; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal, Pfarrer Müller. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfarrer Lic. Waas. Kinderkirche siehe Iohanneskirche. — Llifabethkleinkinderfchule. 8.15: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Petrusgemeinde, Pfarrer Lic. Sßaas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde, Pfarrer Lic. Waas. — Heuchelheim. 10: Pfarrer Becker, Gießen. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; 10: Kindergottesdienst — Wieseck. 13: Gottesdienst. — Alten-Buseck. 10: Gottesdienst. — Oppenrod. 8.30: Gottesdienst mit Abendmahl. — Großen- Bufeck. 10.30: Gottesdienst; 11.30: Christenlehre. — Kirchberg. 10; 11: Christenlehre für die männliche Jugend. — Daubringen. 13.30. — Mainzlar. 13.30. — Haufen-Garbenteich. 10: Garbenteich; 13: Hausen. — Watzenborn-Steinberg. 13: Hauptgottesdienft mit Christenlehre. — Gröningen. 10: Hauptgottesdienst mit Christenlehre; Kollekte. — Lich. 9.30: Stiftsdechant Kahn; Gesangvereine „Liedertafel" Marburg und „Cäcilia" Lich; Christenlehre für die weibliche Jugend; 13: Kindergottesdienst. katholische Gemeinden. Samstag, den 10. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte (auch bei einem fremden Beichtvater). Sonntag, den 11. Sept. 17. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Bichte; 7: Messe, Kommunion der Jungfrauen der Pfarrei (Marian. Jungfrauen- Kongregation und Hausangestelltenverein); 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. — Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. . Montag, den 12. September. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 14. September. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Donnerstag, den 15. September. Gießen. 6 Uhr: Amt. Sonntagsdienst d. Aerzte u. Avotbeken am 11.9.32 Frau Dr. Rothenberger. Dr. Steinreich. Engel» Apotheke. Zahnarzt: Dr. Fischer. 4m?d Die Große Deutsche Funkausstellung ist vorüber. Unter den Spitzenleistungen tritt besonders die Firma MENDE hervor. Der Zweikreiser „Mende 138" ist ein Schlager, wie man sich ihn nur wünschen kann. Das Gerät ist mit allen Vorzügen ausgerüstet, die man von einem modernen und hochwertigen Empfänger verlangt. 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Zur Prämiierung werden Zuchtstuten sowie zwei- und dreijährige Fohlen des Arbeits- und Wagenschlages im Besitz von Landwirten, Gewerbetreibenden und Händlern aus Hessen und den anliegenden preußischen Kreisen zugelassen. Die Pferdeprämiierung, für welche wertvolle Preise zur Verfügung stehen, erfolgt unter Mitwirkung des Landwirtschastskammer-Aus- fchuffes für Oberhessen, des Landespferdezuchtoereins, des Verbandes der Warm- blutzüchter Hessens und des Wetterauer Reitervereins e. V. Prämiierungsplan und Anmeldeformulare find vom 15. September 1932 ab auf der Bürgermeisterei erhältlich. 6333D Anmeldungen zur Prämiierung ersuche ich bis zum 24. Oktober 1932 vorzunehmen. Anmeldungen zur Ausstellung von landwirtschaftlichen Geräten gelegentlich des Marktes haben währnd der gleichen Frist zu geschehen. Friedberg, den 2. September 1932. Der Bürgermeister. 2 D.: Dr. Leuchtgens, Beigeordneter. 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Svrechst.:9b 12V," 3—6 Uhr Heute Samstag letzer Tag Peter Voß der Millionendieb Ab Sonntag Das große Tonfilm-Doppelprogramm i. Emil und die Detektive nach dem vielgelesenen Roman von Erich Kästner, ein lustiger, sensationeller Ufa- Tonfilm, der lang und alt begeistert Ein Film für alle, deren Herzen in Erinnerung an goldene Jugendtage höher schlagen — Für alle die noch einmal jung sein wollen — die mit der Jugend fühlen, denn dieser Film führt ins goldene Jugendland zurück und man erlebt ein Film-Abenteuer, das an Schwung, Spannung und Tempo nichts zu wünschen übrig läßt. Hauptrollen: Fritz Basp, Käthe Haack, Roll Wenkhaus, Jnge Landgut, Hans Schaulnß. H. Der Schuß im Tonfilm-Atelier Ein Film aus dem Reich der Jupiterlampen und Mikrophone, ein Film, in dem jeder die Lieblinge des Publikums bei ihr er Filmarbeit sieht, und dabei ist es ein Sensationsfilm, der den spannendsten Kriminalroman in den Schatten stellt. Hauptrollen: Herda Maurus, Harry Frank. Ferner: Neue Ufa-Ton-Woche —------ 6377 C Ziegenhain 11. September 1932 II. hreisolt leichtathletische Wettkämpfe (offen für DT. und DSB.), Lauf-, Sprung-’und Wurf-Wettbewerbe, Mehrkämpfe und Staffeln für Männer und Frauen Kreis- und Landesmeister der DT.u.DSB. am Start Samstag, 10., ab 15 Uhr sämtliche Jugendkämpfe Sonntag, 11., ab 8 Uhr Mehrkämpfe und Vorentscheidungen, ab 14 Uhr Entscheidungskämpfe für Aktive (Damen und Herren) 6354 d Eintrittspreis einschließl. Programm 0.30-0.50 Mk. B Lichtspielhaus e Gießen I Nur morgen Sonntag, den 11. Sept. S 11.15 Uhr vormittags I. Kulturfi Im-Frühvorstellung IDer erste deutschsprachige Reise-und WM Tierfilm Douglas Fairbanks In 80 Minuten um die Welt I Douglas Fairbanks filmte oft unter phanta- I stisenen Schwierigkeiten all das Sensatio- nelle. Gewaltige, Einmalige, u. a. Tigerjagd, WW was ihm in den entlegenen Ländern Siam- G37sC Indochina,Indien.Hawaiu.Japanbegegnete Kleine Preise. 0.50,0.70,0.90,1.10,1.40. 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