-n, die Zahlungen em« en Vergleich, der auf -sonders der Lpacgläu« artige Illiquidität der Schrumpfung des Spar« )icn. Die Tenofsenfchast :nbestand von 16,5 Wil« mals die Hälfte fluffig rkassenbestand heute noch ägt, sind unter ‘Berüd« 929 zugeschriebenen Zin« irf bar zur Auszahlung jen jur Einleitung des a^reni fint> im Sange, trieb wird wrnge» all. - Tv.Wainzlar LUI Dienst konnte während lar itzerrichtung eines llmannfchast aufstellen. Q9 der 1. Mannschaft cm Derbespiel gegen« M gezeigt, bei deitsdienst als Lieger M-r^e still. Aua. An der Abend« Geschäft fast volst aen nicht vorlagen und n Orders von außen her war eher zu weiteren ) dah die Tendenz als anzusprechen war. 3n* lt 6d)ifla»rt*rleloM ahlverern, dieewa°^ Sen. Auch ASG. lE ährend 3.-@.'8«bcn im Prozent angeboten wa« Ser GeschästsM ^ spricht, dah, 3 ^' avier nicht amtlich iw* -MKr W-S * .Ä tzprozent. :^anIeliCÄbel3 bis 2°^ ÄÄ Stahl' ' ÄS«»»«11 ! X x ^*1 =lb ä- ** ler r^/ 83 v. ) ’ 89 $•’ J ^hnemann. Td. H gerinnen: 1. gn. 2. tzanganer 3- ®- «,A. Dickel« L°re Decker, »v. unö I. tBoiJ 31 ®- Grützner. ?D.'§Mlasse2r te'U- 2,05 12-485 3.063 H°-g 73,27 78,H 75, 14.65 0,5« 4,217 58,45 21-5* 16,5 82,13 34.20 62.08 1,101 ,326 6,707 13,31 296 ' ,05 485 .063 ),92 2,92 8,38 4,92 4,59 ),882 1,217 58,46 21,5* 6,51 82,03 34,20 82-08 1,091 0,326 6,707 13-31 58,42 78-56 14-§ 16,50 ig-S $ 2,51 8 34,1* 58, 78,2* 14-g 16," 169,3 ",4b 72,95 2^49 74,85 loo 51.95 12.465 3,0g 169,68 73.13 78-42 75,K 14,61 0,878 4,2« 58,34 21-50 16.4 8L 34,1* 81-92 1,099 0.32 6.6« 13-29 Ur. 186 Erstes Blatt 182. Jahrgang Mittwoch. 10. August 1952 Er|cheinl lägltd), außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Giegener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchlüfst unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger Siehe». Postscheckkonto: Sranffnrt am Main 11686. Sichemr Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'fche Univerftlälr-Vuch' und Steindruckerei R. Lange in Gietzen. Schnftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rs» Klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“, mehr. Chefredakteure Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen Der Reichskanzler beim Reichspräsidenten. Heute nachmittag Kabinettssihung. — Hitler in Berlin. Berlin. 10.21ug. (ERB? Funkspruch.) Wie wir erfahren, empfing der Reichspräsident um 11 Hfjr den Reichskanzler von Papen zum Dortrag. Für heute um 17 Hhr ist eine Kabinettssitzung angescht, auf deren Tagesordnung die Besprechung der politischen Lage steht. Das Kabinett wird sich also über die Frage der Regierungsumbildung aussprechen, nachdem die Richtlinien für die weitere Gestaltung der Regierungsverhältnisse in dem Empfang beim Reichspräsidenten festgelegt worden find. Damit haben die Bemühungen um die Klärung der innerpolitischen Situation nunmehr voll eingesetzt. Man kann wohl annehmen, daß der nächste Schritt eine Einladung des Kanzlers an Adolf Hitler zu einer Besprechung sein wird. Es verlautet, dah der Führer der Rationalsozialisten sich bereits in Berlin aufhält. * Der Besuch des Reichskanzlers beim Reichspräsidenten hat annähernd eine Stunde gedauert. Rach der Kabinettsitzung am heutigen Rachmittag wird der Reichskanzler mit einer Reihe parteipolitischer Persönlichkeiten Besprechungen pflegen. Gegen Gerüchtemacher in Berlin Berlin, 10. Aug. (DDZ. Funkspruch.) Wie das Rachrichtenbureau des DDZ. zu Gerüchten über die Sammlung von SA.-Leuten in der Umgebung von Berlin und einen etwa geplanten Dor marsch der SA. auf Berlin hört, seien diese Gerüchte maßlos übertrieben. Wenn z. D. behauptet worden ist, daß an einem bestimmten Punkt in der näheren Umgebung Berlins 2 0 0 0 0 S A. - L e u t e bereit lägen, so hätten die amtlichen Rachprüfungen ergeben, daß an dieser Behauptung kein wahres Wort sei. 3m übrigen wird hervorgehoben, dah, selbst wenn vereinzelt derartige Bestrebungen in bestimmten SA.-Kreisen beständen, sie von vornherein zur absoluten Unfruchtbarkeit verurteilt wären, denn nicht nur die Schutzpolizei, sondern auch die Reichswehr habe alle Maßnahmen getroffen, um derartigen Beunruhigungen vorzubeugen. Gegenüber dieser organisierten Macht des Staates, die keinesfalls wanken werde, wenn ein Dormarsch auf Berlin ober ähnliches inszeniert würde, seien die. Kräfte machtlos und wirkungslos, die sich solchen Ideen etwa hingeben würden. Teilweiser Neuaufbau der SA.? Von unserer Berliner Redaktion. Die terroristischen Schreckenstaten, die vor einigen Tagen bereits überwunden zu fein schienen, sind plötzlich mit elementarer Wucht wieder aufgeflammt. Die Kommunisten haben Überall zu Gegenschlägen ausgeholt, und der Krieg zwischen SÄ. und kommunistischen Terrorgruppen hat bereits jetzt den Charakter illegaler Kampfhandlungen unterirdischer Mächte angenommen. Hitler, der jetzt die Kanzlerschaft für sich fordert, hat mit einem Gefühl der Unheimlichkeit erkannt, welch revolutionären und aktioistischen Desperados Teile feiner SA. ausgeliefert waren. Zweifellos besteht zwischen den Terroraktionen ein innerer Zusammenhang, und es ist anzunehmen, daß innerhalb der Partei und b e - mußt gegen die eigenen Parteibefehle handelnd, eine terroristische Zentralstelle bestanden hat, die Politik auf eigene Faust machte. Es schweben daher jetzt Erwägungen, vom „Braunen Hause" aus, die SA. in allen Gebieten, in denen sich Terrorakte ereignet haben, aufzulösen, die seitherigen Führer abzuberufen und neue F ü h r e r mit der Wiederaufstellung einer von allen zweifelhaften Elementen gereinigten SA. zu beauftragen. Es ist anzunehmen, daß auch das Reichswehrmini st e r i u m, das sich ja eindeutig für die Hineinnahme der Nationalsozialisten in die Regierung, wie für eine rücksichtslose Unterdrückung des Terrorismus eingesetzt hat, auf Paris, 10. August. (D3IB. Funkspruch.) havas meldet aus Madrid, daß heute früh 4 Uhr in der spanischen Hauptstadt ein Militär- au sstand ausgebrochen sei, um die Regierung ; u Hünen. Die Regierung beherrsche die Lage. Die Aufständischen hätten beabsichtigt, sich des Kriegs- u. des Postministeriums zu bemächtigen. Bisher wurden drei Tote gemeldet. Sämtliche Verbindungen mit Madrid feien unterbrochen. Man kenne noch nicht den Ursprung der Bewegung, der jedoch aus ausschließlich militärischen Kreisen zu stammen scheine. Um 8.15 Uhr habe sich die Aufstandsbewegung in fast alle Stadtviertel ausgedehnt. Man soll Kanonendonner hören. Zahlreiche Offiziere, die von den vom Ministerpräsidenten angeordneten Reformen betroffen worden waren, befinden sich unter den Aufständischen, Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen, unter ihnen befinden sich der Herzog von Infantado. 3m Innenministerium erklärt man, daß der Ausstand der Regierungsgewalt bekannt gewesen sei und daß man Vorkehrungen getroffen habe. heute früh ist das Gerücht verbreitet, daß die Aufstandsbewegung auch in der provin; Unter st ützung finden soll. Der Anfang des Aufstandes. Paris, 10. Aug. (WTD. Funkspruch.) Heber den Hergang der Aufstandsbewegung meldet Havas aus Madrid: Hm 4 Hhr betraten ein 3 n - fanterieoberstleutnant, ein Hauptmann und ein Marineleutnant das Berlin, 10. Aug. (ERD.) Die neuen Maßnahmen der Deichsregierung zur Bekämpfung der politischen Ausschreitungen werden von den meisten Morgenblättern eingehend kommentiert. Oie Rechte. Der „Lokalanzeiger" vermißt die Ankündigung der Todesstrafe für diejenigen Personen, die bei Attentaten mit der Waffe in der Hand ergriffen werden. Die verschiedenen Ankündigungen der jetzigen Rotverordnung hätten allgemein die Erwartung auskommen lassen, daß eine derartig scharfe Strafe in Aussicht stünde. Eine solche Verordnung werde nunmehr wohl erst dann zu erwarten sein, wenn es sich als notwendig erweisen würde, über die Rotverordnung hinaus zur Derhängung des militärischen Ausnahmezustandes zu schreiten. Der „2 a g" betont, daß die Staatsautorität angesichts der tiefgreifenden Hnruhe sinnfällig in einen solchen Schritt Hitlers hinarbeitet. Aus keinen Fall können der Reichspräsident ober der Reichskanzler den Eindruck auskommen lassen, als sei das Hineinnehmen führender Nationalsozialisten in die Regierung unter dem Drucke der SA. erfolgt. Kommt es dagegen zu einer teilweisen Auflösung und Neuaufstellung der SA., so können bereits jetzt alle diejenigen Sicherungen eingebaut werden, die das Reichsinnenministerium ohnehin für alle Verbände vorgesehen hat. Haupttelegraphenamt. Eie trugen Revolver und am Arm eine weiße Binde mit dem grünen St. Andreaskreuz. Der Oberstleutnant und seine Begleiter fragten zwei Posten stehende Zivilgardisten nach ihrem Dorgesehten. 3m gleichen Augenblick legten vierzig mit Revolvern bewaffnete Personen, teils in Zivil,teils in Uniform, von außen her an. Hierdurch mißtrauisch geworden, legten sie die Waffe auf die Offiziere an und hielt auch die neu angekommenen Aufständischen in Schach. 3n diesem Augenblick wurde vom Cibelezplatz her star.es Schießen vernommen. Hierdurch wurden die nächstgelegenen Polizeiwachen alarmiert, und cs setzte alsbald ein regelrechter Kamps mit Revolvern und Karabinern mit den Aufständischen ein; auch mehrere Maschinengewehre traten in Tätigkeit. Der Kampf dehnte sich dann aus und tobte längere Zeit um das Post Ministerium und das Kriegsmini st er ium. Es gelang der Polizei, die Aufständischen bald zurückzudrängen und die im 3nnem des Postministeriums befindlichen Personen zu verhasten. Man vermutet, daß die Führer der Bewegung General Calva - zanti, sowie mehrere Generale des alten Regimes sind. Hm 7.45 Hhr setzte plötzlich Geschützfeuer über Madrid ein, das starke Erregung unter der Bevölkerung auslöste. Der 3n- nenminifter ließ erklären, daß es sich .lediglich um Zielübungen" handele. Med r Ruhe. Madrid, 10. Aug. (WTB. Funkspruch.) DaS Straßenbild in Madrid ist wieder normal. Auch in den Provinzen herrscht völlige Ruhe. Der Polizeikommandeur von Madrid erklärte, die Aufstandsbewegung könne als völlig gescheitert betrachtet werden. Erscheinung treten und ein höheres regelndes Prinzip an die Stelle von Blutrache und „Rot- wehv' der Parteien gesetzt werden müsse. Es bleibe abzuwarten, ob der Ruf der Staatsmacht Überall als das empfunden werde, was er bedeute: Mahnung zur Selbstbesinnung, Einschaltung von Hemmungen, Hinweis auf die höchste Echlichtungsinstanz, die uns allen gesetzt fei. Die „D. A. Z." gibt der Hoffnung Ausdruck, daß der Begriff des „Burgfriedens" jetzt endlich in seine vollen Rechte trete, nachdem wir bisher nur ein Zerrbild davon erlebt hätten. Bei den neuen Maßregeln seien schließlich weniger die technischen Einzelheiten, als vielmehr der politische Wille entscheidend. Die Rotverordnung sei nicht so radikal, wie auf Grund der offiziösen 2In* fünöigungen zunächst angenommen werden konnte. Es fehle die Lösung der Kernfrage: die drakonische Hnterdrückung des Wafsenmißbrauchs. Die Bedenken, auch hierfür die Todesstrafe einzu- führen, seien bekannt. Wenn sie sich durchzu- Militäraufstand in Madrid. Die Terror-Bekämpfung. Was die Berliner presse sagt. Notwehr! Die Reichsregierung hat gestern die Hot« Verordnung gegen parteipolitische Ausschreitungen veröffentlicht, die zweckmäßiger schon unmittelbar nach den ersten Schreckenstaten in der Frühe des 1. August hätte herausgebracht werden müssen. Wenn die Reichsregierung noch ein Hebriges getan hätte, nämlich das deutsche Dolk darauf aufmerksam zu machen, daß die wirtschaftliche und finanzielle Krise nur zu meistern sei, wenn Ruhe und Ordnung im Reichsgebiet aufrechterhalten bleiben, so hätten uns die Ausbrüche entfesselter politischer Leidenschaften erspart werden können. Es ist ganz sicher, daß die Kommunisten im Trüben zu fischen suchen, es ist ebenso sicher, daß sie bei den Schreckenstaten die Hand im Spiele hatten und haben. Wenn die Kommunistische Parteileitung erklärt, daß sie den „individuellen Terror" ablehne, so wird sie widerlegt dadurch, daß sie bis zum 1. August ihre Anhänger in Wort und Schrift aufgefordert hat, zur Riederkämpfung des Faschismus auf die Straße zu gehen. Don außen gesehen scheint es so, als ob das deutsche Dolk auf einem Dul- k a n tanze, obschon die Reichsregierung tatsächlich noch über alle Machtmittel verfügt, um der Schreckenstaten Herr zu werden. Es ist noch kein Bürgerkrieg, aber die Schreckenstaten sind eine Verhöhnung und eine Auflehnung gegen d i c Staatsgewalt. die sie sich gerade im Gefühl ihrer unbedingten Sicherheit auch nicht einen Tag hätte gefallen lassen sollen. Es ist eine Frage auf Leden und Tod für das deutsche Volk, daß diese Staatsgewalt ungeschwächt aufrechtcrhalten bleibt. Jetzt handelt es sich allein darum, daß die Reichsregierung stark gemacht wird, um im Besitz unbedingter Gemalt das deutsche Volk aus der schwersten Krise ohne Erschütterung des staatlichen und sozialen Gefüges herauszuführen. Wer in dieser Krife mit dem Plan umgeht, die Reichsregierung, ganz einerlei, wie sie zusammengesetzt ist, deshalb parlamentarisch ,zu stürzen, weil ihm ihr politisches Gesicht nicht behagt, begeht Verrat am deutschen Volke. Parlamentarische Kämpfe um die Reichsregierung sind eigentlich üble Zeitvergeudung, denn es darf nicht übersehen werden, daß es das verfassungsmäßige Recht des Reichspräsidenten ist, den Reichs- kanzler, sowie den Auftrag zu bestimmen, in des- sen Rahmen eine neue Reichsregierung gebildet werden soll. Wenn also der Reichspräsident einem Parteiführer innerhalb oder außerhalb des Reichstags den Auftrag gibt, eine Regierung zu bilden, die von einer parlamentarischen Mehrheit getragen und gestützt wird, so muß dieser Auftrag ausgeführt werden. Gelingt die Durchführung nicht, scheitert also der Auftrag, so ist es Sache des Reichspräsidenten, eine andere Persönlichkeit zu bestimmen, die aber immer wieder den gleichen Auftrag erhalten kann. Es bedarf keiner Begründung, daß uns die Zeit fehlt, dieses parlamentarische Spiel abzuwandeln, denn Reich und Dolk brauchen nicht in zwei oder drei Monaten, sondern heute schon eine Reichsregierung, die M u t und E n t s ch l o s. f c n b c i t besitzt, zur Ueberwindung einer außer- gewöhnlichen Krise auch außergewöhnliche Mittel einzusetzen. Wir können nicht zwei oder drei Monate warten, denn es ist möglich, daß in zwei oder drei Monaten die Arbeitslosigkeit wieder mit sechs Millionen Krisenopfern zu rechnen hat, daß die Wirtschaft weiter einschrumpft, daß die öffentlichen Kassen aber so leer sind, daß es buchstäblich u m den Staat selb st geht. Im ersten Viertel des Haushaltsjahres 1932 sind die Reichseinnahmen um fast 400 Millionen Mark hinter dem Voranschlag zurückgeblieben, was sich sehr wahrscheinlich im zweiten Viertel wiederholen wird. Zugegeben, daß cs sich hier um schwerste Versäumnisse und Unterlassungen der früheren Regierung Brüning- Dietrich handelt. Aber das ändert nichts daran, daß wir heute über die Krise nur Hinwegkommen, wenn alle Energien zusammengerafft und eingesetzt werden. Der Reichskanzler ist vom Reichspräsidenten beauftragt worden, die Derhandlungen über eine Hmbildung der Reichsregierung zu führen. Diese Hmbildung kann sich nur darauf beziehen, daß die nicht nur zahlenmäßig stärkste Partei des Reichstags ihre Der trauensmänner in die Deichsregierung entsendet. Hier sind überhaupt keine Schwierigkeiten vorhanden, denn alles, was sich seit dem Sturz der Regierung Brüning ereignet hat, war doch nur eine Dorärreitung für den Eintritt der Rationalsozialisten in die Reichsregierung. Die Schwierigkeiten bestehen offenbar darin, daß die Rationalsozia- listen die Führung der Reichsregierung fordern, die ihnen auch, wenn nur das parlamentarische Kräftespiel in Frage käme, nicht vorenthalten werden kann. Die Entscheidung hierüber kann nur noch nach Stunden zählen, denn es ist wahrscheinlich, daß der Reichspräsident, der inzwischen in Berlin eingetroffen ist, H i t l e r nicht nur empfangen, sondern auch mit ihm verhandeln wird. Run ist aber zu beachten, daß es sich um die Reichsregierung nicht allein handelt, sondern auch um die Bildung einer Regierung in Preußen, was wieder nicht allein von dem parlamentarischen Kräfteverhältnis abhängig ist. Mit allem Ernst und mit allem Rachdruck ist darauf aufmerksam zu machen, daß der Reichsumbau etwa in Am Sinne einer engerenDerbindung von Deich und Preußen schon aus finanzpolitischen Gründen nicht mehr aufgcschoben werden kann. Die Aufgaben, die die neue Reichsregie- juug zu erledigen hat, nämlich die Einreihung Der Krisenopfer in den Wirtschaftsprozeß, sowie die Wiederherstellung des finanziellen Gleichgewichts im öffentlichen Haushalt, sind so schwer, dah schon aus diesem Grunde nur eine ungewöhnlich starke Regierung in Frage kommt. Wenn sich Sozialdemokraten und Kommunisten darauf einrichten, einer starken nationalen Regierung parlamentarische Schwierigkeiten zu bereiten, so werden sie sich darauf gefaßt machen müssen, daß es auch im Rahmen der Verfassung Mittel und Wege gibt, um Staat und Dolk vor dem Zusammenbruch zu sichern. Amnestie in Mecklenburg. Schwerin, 9. Aug. (WTB.) Der Landtag für Mecklenburg-Schwerin hat heute nachmittag in dritter Lesung die A m n e st i e o o r l a g e der Regierung mit den Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Nationalsozialisten angenommen. Damit hat die Regierung die Ermächtigung erhalten, Strafverfahren wegen Widerstandes gegen die Staatsgewalt, wegen Verbrechens oder Vergehens gegen die öffentliche Ordnung, Verstöße gegen das Gesetz über den Waffenmißbrauch bei Gerichten oder Staatsanwaltschaften niederzuschlagen, und zwar dann, wenn die betreffende Straftat vor dem 13. Juli und ausschließlich oder vorwiegend aus politischenBeweggründen oder aus wirffcyaft- licher Not begangen ist. Strafen, die vor dem 13. Juli 1932 von Behörden in Mecklenburg-Schwerin rechtskräftig verhängt wurden, werden, soweit sie noch nicht vollstreckt sind, erlassen, wenn die Tat ausschließlich oder vorwiegend aus politischen Gründen oder aus wirtschaftlicher Not begangen ist. Die Amnestiebestimmungen sollen auf Ausländer keine Anwendung finden. Zersehungöarbeii bei Reichswehr und Polizei. Flensburg, 9. Aug. (WTB.) Nachdem die Polizei bereits Anfang Juni vier Mitglieder der KPD. wegen Zersetzungsarbeit in Polizei und Reichswehr festgenommen hatte, hat sie am vergangenen Samstag zwei weitere Kommunisten, die derartige Zersetzungsarbeiten ausgeführt bzw. vorbereitet haben, ermittelt und verhaftet. In der Wohnung des einen Verhafteten wurde eine größere Menge von Zersetzungsschriften beschlagnahmt. Oie Streiklage in Belgien. B r ü s s e l, 9. Aug. (WTB.) 3m K a m p i n e - Revier wird wieder normal gearbeitet. 3nW a - terscheid, wo ein Teilstreik ausgebrochen ist, haben 200 Arbeiter die Arbeit wieder ausgenommen. 3m Lütticher Revier haben 3223 Arbeiter, an der unteren Sambre 450 und in Do - rinage 149 die Arbeit wieder ausgenommen. 3n Charleroi hat die Zahl der Streikenden um - etwa 1OOO zugenommen, ebenso im Zentrum. 3n den übrigen Industrien ist die Lage unverändert. Der Rationalausschuß der Gewerkschaftskommission der alle sozialistischen Gewerkschaften vertritt, hat einen Beschluß angenommen, der die Forderungen der Bergarbeiter auf einen Generalstreik ablehnt. Oer Konflikt in Südamerika. Washington. 9. Aug. (WTB.) Die Bereinigten Staaten, Mexiko, Columbien und Cuba haben Bolivien und Paraguay aufge- fordert, vom 10. August, morgens, ab alle m i - litärischen Operationen und Dorberei- tungen auf der Grundlage des Status quo vom 1. 3uni einzustellen. Paraguay soll dem Dorschlag zugestimmt haben. Buenos Aires, 10. Aug. (WTB. Funkspr.) Die bolivianische Regierung soll den neutralen Mächten geantwortet haben, dah sie zur Einstellung der Feindseligkeiten bereit sei, jedoch ihre gegenwärtigen militärischen Positionen nicht aufgeben werde. Asuncion, 9. Aug. (WTB.) Der Außenminister hat den neutralen Ländern zur Kenntnis gebracht, daß bolivianische Truppen das Fort Antonio Lopez beseht haben. sehen vermochten, so sei jetzt wenigstens zu fordern, dah die bestehenden Vorschriften gegen diesen blutigen Unfug schärfer angewendet würden, als bisher. Die neuen Mahregeln kämen spät, aber hoffentlich nicht zu spät. Sie stellten einen Ausgleich zwischen den verschiedenen Absichten dar, aber sie würden Wohl ausreichen. Das Zentrum. Die „Germania" kritisiert ebenfalls die zögernde Haltung der Regierung und meint, es sei schwer, sich zu vergegenwärtigen, wieviel Vertrauen in die Autorität des Rechtsschutzes, den ein Ordnungsstaat gewährleisten müsse, in dieser kurzen Spanne Zeit, in der der Terror wütete, verloren gegangen sei. Das sei für den Staat, seine Ordnung und Gemeinschaftsidee ein nie mehr voll einzuholender Verlust. Man werde den Gedanken nicht los, dah für die Verzögerung der jetzt unerläßlichen Maßnahmen politische Erwägungen mitbestimmend gewesen feien, die keine Rolle spielen durften, wo die Autorität des Staates und des Rechtes in Gefahr gewesen sei. Oie Linke. Das „Berliner Tageblatt" ist der Ansicht, daß es zunächst sehr viel darauf ankomme, dah das neue Recht mit voller Schärfe und Gerechtigkeit gegen diejenigen angewendet werde, die die Verantwortung für die Terrorakte der letzten Woche trügen. Die „Voss. Z tg." fordert, dah die Anwendung der neuen Bestimmungen wirklich unvoreingenommen gegen jeden Rechtsbrecher erfolgen müsse, welchen Symbolen er auch anhängen möge. Die bisherigen Gesetze seien keineswegs schlecht gewesen: worüber man sich beklagen müsse, sei ihre mangelhafte Anwendung gewesen. Das Blatt erinnert in diesem Zusammenhang an die Aufhebung des Uniformverbotes und macht der Reichsregierung Vorwürfe wegen ihres nur schrittweisen, zögernden Vorgehens. Der „Vorwärts" sagt: Wenn man die amtliche Erläuterung der noch nicht veröffentlichten Notverordnung ansieht, hat man den Eindruck, daß hier ein großer Aufwand schmählich vertan wird, ohne dah durch alle diese scharfen und schärfsten Maßnahmen irgendwie der normale Zustand wiederhergestellt würde, wie er vor der gewaltsamen Entfernung der verfassungsmäßigen Preuhenregierung bestand. Neue Attentate in Schlesien. Breslau, 10. Aug. (WTD. Funkspruch.) In Reuhendorf wurde heute früh das Gemeindebureau beschossen, desgleichen wurden einige Schüsse in die Wohnung der im Gemeindehaus wohnenden Witwe eines Rektors abgegeben. Auf bas Haus des Konsumvereins in Kuhnern bei Striegau wurden heute nacht mehrere Schüsse abgefeuert. In die Filiale des Konsumvereins in Görlitz wurde heute nacht eine Eierhandgranate geworfen. In mehreren Orten der Umgebung wurden die Schaufenster an Konsumvereinsniederlagen zertrümmert. In L a u b a n wurde vor dem Arbeitsamt eine Stielhandgranate zur Explosion gebracht. In Renzig wurde gegen Mitternacht in die Wohnung eines Reichsbannerführers ein Sprengkörper geworfen. Der Reichsbanner- sührer wurde leicht verletzt. In das Gewerk- schaftsburcau in Renzig wurde ein Sprengkörper geschleudert, der aber nicht explodierte. In R e i - chenbach wurden in das Schlafzimmer eines Mitgliedes der Eisernen Front heute früh drei Schüsse abgegeben, die jedoch niemand trafen. Auf die SÄ.-Schule in R e u d o r f bei Friedland wurden in der vergangenen Rächt 10 Pistolenschüsse abgegeben. Personen wurden nicht verletzt. In Friedland wurden ferner fünf Pistolenschüsse auf die Fensterscheibe eines Kaufyauses abgegeben. Norddeutschland. Der gestrige Polizeibericht in R o st o ck teilt mit: Der der NSDAP, angehörende landwirtschaftliche Arbeiter Willi Fröhling wurde, als er sich an seine Arbeitsstelle in Dummersdorf begeben wollte, von zahlreichen Reichsbannerleuten überfallen und io schwer verletzt, daß er in die Chirurgische Klinik in Rostock gebracht werden mußte. Die Gendarmerie Oie Bismarck-Zigarre. Don Gustav W. Eberlein, ^om. Wer in Rom einen Bleistift zu kaufen in die cartoleria geht, wird von der Signorina mit leicht belehrendem Augenaufschlag gefragt: „Ja, wollen Sie einen Bleistift oder einen Faber?" Das deutsche Fabrikat nimmt eine solche Vorzugsstellung ein, daß es zur Gattungsbezeichnung geworden ist. Zwischen Fischlaich und Kaviar oll ja auch ein Unterschied fein. Dem verschiedenen Geschmack Rechnung tragend, hat sich der pizzicagnolo auf ausländische Spezialitäten eingestellt. Die Deutschen zum Beispiel behaupten, wie ohne Dackel so auch nicht ohne Sauerkraut und Schwarzbrot auskommen zu können. Für den ersteren, dieses Fabelwesen mit den krummen Beinen, die jeweils zur HcUfte einen Heiterkeitsausbruch, zur Hälfte einen Sturm der Entrüstung erregen, weil man glaubt daß die Barbaren den jungen Tieren absichtlich die Glieder brechen, so wie die Chinesen die Frauenfüße und die Jaap'ner die Bäumchen verunstalten, gibt es im Italienischen nicht einmal eine richtige Bezeichnung. Man heißt den ausländischen Spleen einfach bassotto, das ist „ganz niedrig". Das „krauti“ wird aus dem Elsaß eingeführt, und das Schwarzbrot, von dem man an- nimmt, es fei eine medizinische Entgleisung oder aber ein Zeichen, daß es Deutschland jetzt wieder so schlecht gehe wie in den Hungerjahren des Krieges^ — müssen südtiroler Bäcker eigens für die paar Rom- deutschen Herstellen. Dazu kommt nun der saure Hering. „Gewiß, mein Herr, haben wir. Wünschen Sie einen Bismarck oder einen Rollmosch?" Mops, nein, daran würde jede romanische Zunge zerbrechen. 1 Bismarck, prego! Als der Radiokasten das politische deutsche Elend ausgespien hatte, im Ausland hört sich das besonders traurig an, und wir in der deutschen birreria saßen, an buntgedeckten Tischen mit Stalzstangen daraus, eine herzeinschmeichelnde Heimatangelegenheit, glauben Sie mir, und irgendeiner still vor sich hinsagte, einen großen Mann sollten wir halt hieder haben, be- stellte ich in mechanischer Gedankenverbindung: 1 Bismarck, prego! Sehr wohl, Signore, subito. Rach auffallend langer Zeit kam der Pikkolo und nahm die Reichsbannerleute G r i e f h a n und Langschwager aus Dummersdorf, die an dem Ueberfall beteiligt waren, fest. Aus einem fahrenden Auto wurde gestern früh in Stettin, wie die Polizei berichtet, kurz vor 3 Uhr auf das Verlagshaus des sozialdemokratischen „Dolksboten" eine Dynamitbombe geschleudert, durch die die großen Schaufensterscheiben, die Ein- gangstür und zahlreiche Einrichtungsgegenstände der Geschäftsstelle, sowie zahlreiche Schaufensterscheiben in den umliegenden Häusern zerstört wurden. Personen sind glücklicherweise nicht zu Schaden gekommen. Ueber die Täter läßt sich zurzeit noch nichts genaues sagen, da die politische Polizei noch mit der Aufklärung des Falles beschäftigt ist. In der Angelegenheit des Sprengstoffanschlags auf die Kieler Synagoge find, wie die Polizei mit« teilt, bisher vier Personen festgenommen worden. In der Wohnung eines Angeschuldigten wurde eine mit Sprengstoff gefüllte Stielhandgranate und eine Pistole mit zehn scharfen Patronen gefunden. Bombenanschlag in Elbing. Elbing, 10. Aug. (WTD. Funkspruch.) Auf das Verlagshaus der sozialdemokratischen „FreienPresse" wurde heute früh ein Bombenanschlag verübt. Es entstand Sachschaden. Westdeutschland. Die Kölner Polizei teilt mit: Am Montagnachmittag wurde durch die Landeskriminalpolizeistelle Köln mit Unterstützung der Schutzpolizei eine Waffensuche in den als Rotwohnungen eingerichteten Baracken auf dem ehemaligen Militärlager in W a h n vorgenommen. Gefunden wurden einige Stichwaffen. Am Dienstagfrüh wurden sechs Rationalsozialisten festgenommen, weil sie in der Iabachstraße in Köln Fußgänger nach Waffen durchsuchten. Einer der Fe st genommenen war im Besitze einer geladenen Pistole. Wie die Polizei in Dortmund mitteilt, wurden Dienstagnacht aus einem Kraftwagen, an dem die Lichter ausgelöscht waren, auf mehrere vor einer Wirtschaft in der Heiligegartenstraße stehende Personen vier bis fünf Schüsse abgegeben. Der 28jährige Arbeiter Engelbert Rentner wurde von einer dieser Kugeln lebensgefährlich verletzt. Der Angeschossene trug die Uniform des „Kampfbundes gegen den Faschismus" mit der dazu gehörigen roten Armbinde. München. Die Polizeidirektion in München berichtet: Am Montagabend hatten sich Angehörige der nationalsozialistischen SS. und SA. im Gasthof Weihen- ftcphan an der Fürstenrieder Straße versammelt. Angeblich auf die Nachricht, daß von dem sog. Obdachlosenblock an der Landsberger Straße aus ein Angriff von politischen Gegnern auf die Wirtschaft Weihenftephan vorbereitet werde, rückten die Nationalsozialisten in einer Stärke von 60 bis 70 Mann mit Zaunlatten bewaffnet gegen den Obdachlosenblock vor. Bei ihrer Annäherung wurden aus einem Fenster des Blocks mehrere Schüsse abgegeben. Herbeieilenden Polizeibeamten, sowie dem rasch erschienenen Ueberfallkommando gelang es, die Nationalsozialisten in ihr Parteilokal zurückzudrängen, bevor es zu Ausschreitungen kam. In der Wirtschaft wurden die Namen der Beteiligten festgestellt und einige Hieb- und Stichwaffen beschlagnahmt. Strafanzeige ist erstattet. Am Abend des Montag wurde in dem Parteilokal der SA. und SS. im Larnpl-Garten in Her Jägerstraße eine polizeiliche Durchsuchung nach Waffen vorgenommen. Es konnte eine Anzahl von Schuß- und Schlagwaffen beschlagnahmt werden. Die Eigentümer der Waffen hatten sich dieser bei dem polizeilichen Einschreiten bereits entledigt gehabt. Im Zusammenhang mit den in der Nacht vom 3. auf den 4. August in München verübten Terrorakten wurden von der Polizeidirektion München sechs Nationalsozialisten feftgenom- men und dem Ermittlungsrichter zur Haftfragelösung übergeben. WaSsagidasAuslands-euischium? Oie Vorgänge in Deutschland im Spiegel der Welt. Bon unserer Berliner Redaktion. Bei der Zentrale des Vereins für das Deutschtum im Ausland sowie bei den anderen großen auslandsdeutschen Verbänden laufen alle Fäden zusammen, die unsere Ausländsdeutschen mit dem Mutterlands verbinden. Und in diesem Mittelpunkte des Auslandsdeutschtums erlebt man in diesen Wochen und Monaten wieder einmal die Festigkeit dieser Verbindung, die in einem geradezu erschütternden Bekenntnis des Auslandsdeutschtums zu seinem mit letzter Kraft ringenden Heimatlande zum Ausdruck kommt. Ueber das Bekenntnis hinaus aber haben die zahllosen deutschen Stimmen, die über die Grenzen her, über den Ozean und die Wälle fremder Sprachen zu uns dringen, noch eine besondere Bedeutung: Sie zeigen uns ein wohlmeinendes aus der Ferne gesehenes Spiegelbild der deutschen Verhältnisse. Was 60 Millionen Reichsdeutsche denken, das wissen wir. Welche Stellung aber nehmen jene 40 Millionen Deutsche ein, die außerhalb der Reichsgrenzen leben und keine Stimme haben? „GMesdennbeiSuchnochdrot?" Bei einer allgemeinen Prüfung der Briefe, die an die Zentralstellen gelangen, fällt eines sofort auf- Die unerhörte Angst um Deutschland, die größer ist als im Inland. Manchmal beruht sie sichtlich auf falschen Rachrichten. „Habt Ihr denn überhaupt noch Brot im Lande?" oder: „Wird in Deutschland jeder politisch Mißliebige verhaftet?" Besonders merkwürdig berührt es, wenn eine Deutsche aus La Paz (Bolivien) schreibt: „Wir zittern hier sehr um Euer Schicksal. Bei uns gibt es zwar dauernd Revolution und Krieg, aber es ist doch noch ziemlich ruhig." Diese Briefe, die in ungeahnter Zahl wiederkehren, beruhen auf der Tatsache, daß ein großer Teil der Weltpresse diesseits und jenseits des Ozeans über Deutschland geradezu phantastische Vorstellungen erweckt. In Südamerika wurde von größeren Blättern tatsächlich von einer „Landsknechtsarmee" berichtet, „die mit ein paar Generälen an der Spitze Deutschland terrorisiere". Ein solch gefährlicher Unsinn zeigt, daß man in Deutschland immer noch eines versäumt: Die Aufklärung der Welt über die deutschen Zustände und das deutsche Wollen. Iene Millionen Deutschen, die von sich aus keine Verbindung mit dem Mutterlande Herstellen können, werden durch solche Phantasienachrichten schwer beunruhigt. Es kam so weit, daß in den kritischen Tagen des 3ult einige Deutsche aus Südslawien telegraphierten, ob es noch möglich wäre, zum Reichsheer durchzustohen, um an der Riederwerfung der Revolten teilzunehmen. „Deutschland braucht M'nner." Reben diesen Deutschen, die sich auf Grund tendenziöser und falscher Berichterstattung in schwerste Sorge und Unruhe befinden, gibt es jedoch Millionen Ausländsdeutsche, die die Dinge klarer sehen, als wir es vielleicht tun. Besonoers nachdenklich macht ein Brief mehrerer deutscher Siedler aus dem Staate Santa Catharina in Brasilien, die dort, ebenso wie die anderen 150 000 deutschen Siedler in Brasilien den Urwald gerodet und das Land urbar gemacht haben. Sie schreiben vom Ar - beitsdienst, zu dem jeder junge Deutsche jerangezogcn werden müßte und berichten, wie ie dort im Urwald aus kränklichen Städtern gesunde, kräftige Männer gemacht haben, die ich im Urwald duvchkämpfen und darüber Deutschland nicht vergessen haben. Die felsenfeste Ueberzeugung, daß Deutschland in sich genug eigene Kraft habe und nur geweckt präsentierte auf weißem Teller — eine Zigarre: Ecco il Bismarck! Wenn er schon Schwimmendes mit Rauchendem verwechsle, sagte ich, so wisse er doch, daß ich eine bestimmte Marke habe, Cavour. Das sei aber eine andere Sorte, die da. Mille scuse, ja, aber er habe geglaubt — ich sei ja immer für Besonderes — und heute sei doch zum erstenmal der Bismarck erschienen, il sigaro Bismarck! Und so war es. Männer, die rauchen müssen, haben es in Italien nicht leicht. Die Monopoloerwaltung ist nicht „für verwöhnte Gaumen". Noch vor wenigen Jahren wagte sich selten ein Fremder in die Höhlen, über denen zu lesen stand „sale e tabacchi“, was mit „Tabaksaal" zu übersetzen naheliegt, aber „Salz und Tabake" heißt. Darauf fallen die solchermaßen entgleisten Sprachkundigen in die zweite Ueberraschung: Wieso Salz? Nun, das ist auch ein Monopol und wird nach der Staatsverwaltung unersorschlichem Ratschluß zusammen mit Zigarren und Zigaretten gebandelt. Es gibt seltsame Dinge, die der Mensch zusammenfügt, man soll darüber nicht streiten. In Frankreich lieft man oft „Caf6 et Coiffeur“. Ueber Zigaretten und eigentümlichen Wurzeln mit einer Schere dazwischen, hängt ein wildromantischer Kessel, in dem aber nicht Polenta gekocht, sonder das Rohsalz abgewogen wird. Die Kundschaft braucht infolgedessen nicht die nämliche zu sein wie bei einem feinen Zigarrengeschäft Unter den Linden. Selbstverständlich kann man auch Briefmarken haben und gewöhnlich ist das Staatliche noch mit einer privaten Stehbar verbunden, wo der riesige Espressokessel wallet und siedet und brauset und zischt. Was damit Forstwirtschaft und sittsamer Haushalt zu tun haben. Wurzeln und Schere? Sehr einfach. Der Eingeborene raucht nur seine „Toskana", das sind wurzelhast und lebensgefährlich aussehende Gebilde, die man in der Mitte durchschneidet, Schere liegt auf, um sie in zwei Stücken zu rauchen. Mit rührender Liebe wird die Trennungsoperation von den Kennern vorgenommen und auch nach der Ueberzeugung eingewachsener Romdeutscher gibt es keine bessere Zigarre. Neulinge wirst sie allerdings um. Daher hat des Staates löbliche Fürsorge noch für ein anderes Fabrikat gesorgt, das zwar ungenießbar, aber billig und vor allem in Form einer richtiaen Zigarre gehalten ist. Drittens gibt es, für snobistische Raucher, die Virginia oder Ävana, und zwar in einer vornehm geglätteten und einer urwüchsigen Volksausgabe. Der Umschwung kam mit dem neuen Italien. Ob nun Mussolini bei seiner Reise nach Berlin die Läden gesehen hat, in denen nur Tabake verkauft werden, Zigarren und Zigaretten, nicht ein Kilo Salz, gleichviel, in Rom tauchte jedenfalls ein besonders konzessioniertes, ähnlich eingerichtetes Geschäft auf, das neben Rauchwaren nur noch Briefmarken und Stempelpapier führt. Damit nicht genug, es wurde für die Leute, die es haben, eine Zigarre mit Bauchbinde kreiert, muß man schon sagen, und zu 2,50 Lire angeboten. Mit zweifelnder Hochachtung schlägt der Toskanaraucher einen Bogen darum, aber die Fremden, die nun einmal mehr auf Aufmachung als auf Gehalt geben, sollen sie tatsächlich ab und zu erstanden haben. Cavour heißt sie. * Krisis. Fremdenschwund. Wer tätigt noch den Er- werb einer ausländischen, mit unheimlichen Zöllen auf schwindelnde Preishöhen hinaufgehobenen Henry Clay? Wer wagt sich noch an Cavour, der übrigens neben seinen geschichtsnotorifchen Vorzügen auch gewisse schlechte, in die Fabrikation übergegangene Eigenschaften hatte? Es mußte ein Mittelding geschaffen werden. Eine Zigarre, die nicht mehr kostet als 1,50 Lire, dabei etwas gleichsieht, eine hübsche Verpackung und einen guten Namen hat. So entstand Bismarck. Er ist natürlich nicht so groß wie Cavour, hat auch keinen Orden um die Brust geschlungen, über die Qualitäten der beiden Staatsmänner wollen wir nicht diskutieren. Genug, er ist da. Er lebt wie Goethe in Rom, neben Mussolini leuchtet sein markanter Schädel aus den Schaufenstern, nein, um nicht zu übertreiben: aus dem Schaufenster. Und ich fange an, ihn zu schätzen. Man kann sich in diesen honorarschwündigen Zeiten nicht immer gleich einen Cavour leisten. Ich finde sogar, er hat etwas Heimatliches an sich, das Deckblatt (der Schachtel) ziert eine Ansicht von Mannheim, es ist etwas so ehrlich Deutsches um ihn, und daher kann man ihm nicht böse sein, wenn man zuweilen auf eine gewisse Härte und Holzigkeit stößt. In diesem Augenblick zum Beispiel, wo ich gerade ein neues Blatt in die Schreibmaschine spannen will, wird er so zurückhaltend und bockbeinig, daß ich ihm keinen guten Zug mehr ab gewinnen kann und — Männer, die rauchen müssen, haben es nicht leicht — gezwungen bin, die diplomatischen Beziehungen und damit dieses Feuilleton abzubrechen. zu werden brauche, um stark zu werden, ist tm Auslandsdeutschtum überall zu finden. Und seit Iahren schon kommen die gleichen Briefe: „Iedes notleidende Land in Europa hat, zu seinem Segen, einen oder mehrere starke Männer gefunden, die es führten. Weshalb findet Deutschland keine starken Männer? Und so hat man auch die Maßnahmen des Kabinetts, die eine starke Geste und die Ueberzeugung eigener Kraft in sich trugen, im Ausland auf deutscher Seite vielleicht besser verstanden als im Inland. Und diejenigen, die eine feste klare Einstellung zu Deutschland haben, liehen sich auch durch Alarmnachrichten nicht verblüffen, sondern harren in Ruhe der Dinge, die da kommen sollen. Erstaunlich ist es, in welch kurzer Zeit sich der General von Schleicher eine Popularität bei zahlreichen Ausländsdeutschen erobert hat, die ihn zwar noch nicht neben Hindenburg, aber doch in seine Rähe stellen. Aber auch die Persönlichkeit Brünings findet gerade beim nationalen Auslandsdeutschtum stärkere Achtung als vielleicht in unseren nationalen Kreisen. Den Kabinettskampf zwischen Brüning und Schleicher wertet man als den Kampf zweier Männer um die Führung, die beide Persönlichkeiten find, aber das Ziel der Befreiung Deutschlands auf verschiedenen Wegen erstreben. In einem Briefe heißt es: „Brüning, Schleicher und Hitler, — Deutschland kann keinen von ihnen entbehren." Diese 40 Millionen Deutsche im Auslande empfinden unser Schicksal als ihr eigenes Schicksal. Sie wünschen und erstreben den ständigen Gedankenaustausch, einen viel stärkeren Zusammenhang mit dem Mutterlande, als er heute besteht. Die Reichsregierung und jeder einzelne hat eine heilige Pflicht, diesen größten Schatz deutscher Kultur und Gesinnung lebendig zu erhalten. Einspruch gegen das Lübecker Ealmette-Llrteil. Wegen angeblicher Geisteskrankheit des Prozeß-Vorsitzenden. Die Berliner „B. Z. am Mittag" meldet unter der Ueberschrift „Calmette-Dorsrhender schon während der Verhandlung geisteskrank?" folgendes: Mit einer ungeheuerlich anmutenden Begründung haben die Verteidiger der Hauptangeklagten des Calmette-Prozesses gegen die Verurteilung ihrer Mandanten Revision eingelegt. Rechtsanwalt Hoffmann, der Verteidiger A l t st a e d t s , von dem ein Teil der Revifionsbegründung stammt, bittet, das Cal- mette-Urteil deshalb aufzuheben, weil der Verdacht bestehe, daß Amtsgerichtsrat Wibel, der Vorsitzende des Calmette-Prozesses, schon während der Verhandlung geisteskran-k gewesen sei. Das Gericht sei wegen der anzunehmenden Geisteskrankheit des Vorsitzenden nicht ordnungsgemäß beseht gewesen, und aus diesem formalen Grund müsse der Prozeß noch einmal verhandelt werden. Die Revisionsbegründung Dr. Hoffmanns enthält für die behauptete Geisteskrankheit des Calmette-Vor- sihenden eine Anzahl von Einzelheiten, die noch genau nachgeprüft werden müssen. Auf diese ungeheuerliche Wendung des Calmette-Prozesses konnte niemand, der der Verhandlung gefolgt war, gefaßt sein. Für die These der Verteidigung scheint, wie die „D. Z." weiter berichtet, nach dem bekannt gewordenen Material zunächst nur der Umstand zu sprechen, daß sich Amtsgerichtsrat Wibel tatsächlich in einer Rervenheilanstalt befindet. Dieses Sanatorium hat Amtsgerichtsrat Wibel kurz nach der Beendigung des Calmette-Prozesses aufgesucht. Wie es hieß, ging er wegen der „tiefe n G e m ü t s d e p r e s s i o n" in die Heilanstalt, die ihn wegen des Schicksals von Professor D e h ck e befallen hatte. • Zu der Meldung über die Revisionsbegründung gegen das Calmette-Urteil durch Rechtsanwalt Hoffmann wird aus Lübeck gemeldet, dah sich Zeitschriften. — Mutter und Kind, Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Clwin Staude, Osterwieck a. H. Vierteljährlich (3 Hefte) 1,65 Mk. - Das Augustheft wird eingeleitet durch eine Plauderei „Was ich den Fürsorgearzt immer wieder sagen hörte". Frage und Antwort werden jede junge Mutter interessieren. Cs folgen lehrreiche Abhandlungen über: „Vorgeburtliche Erziehung" von Dr. Göllner und „Ist Keuchhusten abkürzbar?" von Dr. med. Erna Lublinsky. Auch die übrigen Beiträge — z. B. „Schöne und unschöne Kindermoden", „Vom Wert der Rohkost in der Kinderernährung", „Die Macht der Liebenswürdigkeit", „Mutter und Kind im Arbeitslosenhaushalt", „Kindersprache", „Wie unsere Dreijährige das Brüderchen erwartet" — werden dazu beitragen, der Zeitschrift neue Freunde zu gewinnen. Hochschulnachrichten. Die Deutsche Kommission für geistige Zusammenarbei t hat in Berlin ihren Vorstand neugewählt. Prof. Max Planck, der berühmte Physiker und Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, der die Geschäfte des Vorsitzenden schon seit dem Tode Adolf von Harnacks geführt hat, wurde zum Vorsitzenden gewählt. Ferner wurden in den Vorstand gewählt: Dr. Krüß, der Generaldirektor der Preußischen Staatsbibliothek: Professor Heinrich Konen, der Bonner Physiker: Professor Gerhard Roden- ? a L? * :,^er President des Archäologischen Instituts des Deutschen Reichs: Geheimrat W a e tz o l d t der Generaldirektor der Staatlichen Museen Preußens: r^r .frühere preußische Kultusminister Professor Dr. n. c. Becker; der Verleger Dr. Friedr. Olden- v "1.6' Vorsitzender des Buchhändler-Börsenvereins,' der Berliner Theologe Adolf Deißmann; Prälat Professor Schreiber in Münster. . Walter Wrede, Sekretär am Deutschen Ar- a)aologischen Institut in Athen, hat den an ihn ergangenen Rus auf den Lehrstuhl der Archäologie nn der Universität Königsberg als Nachfolger von Bernhard Schweitzer abgelehnt. Die durch den Tod von Professor Hehn frei geworbene ordentliche Professur für alttestamentliche Exe- ge|e und biblisch.orientalische Sprachen an der Universität Würzburg wurde Professor Friedrich stummer an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Freising angeboten. zu (Derbe S '»Mn!,1« SW'’l« [•"! d-» U ^°n 8 Un Jniev e?,te lare tzÄ^- And ”*> lolli ™ ln ™'®»MaXVb" A\Ä ?««rLL r gerade boi™ r ftättcK al"«- »-len Ü,«KS 7-?uLML tS'5 ««* und » ” d°n L ^ luitank emj. *Ä.6m flX.^Sen Ge. /ft: UnJ r9Än 6M lebendig jU^ das Mrckei- ilrteil. 'eistrslrankheit -sitzenden. Mittag" meldet unter ie-2orsttzenöer schon l geisteskrank?" |oL< anmutenden CBegrün« ger der Haupts eiie-Prozesses gegen Manien Äedision ffmann, der Cßct- i dem ein Teil der it, bittet, das Cal« leben, weil der Der« chtsrat Wibel, der vzesses, schon wäh« ng geisteskrank sei toegen der anzu« t des Vorsitzenden lt gewesen, und aus .fle der Prozeß noch werden. Die Acvi« lanns enM für die des §almette«Dor« tinnelfjeiten, bie noch iUlfen. liehe Tbexkbxxxvg ;e niemand, der der ^aßi fein. Für die link, wie die bekamt gewordenen Umstand zu sprechen, Wibel tatsächlich in stall befindet. Die« lerichtsral Wibel kurz alinelte-ProMs auf« , er wegen der „he- o n" in die Heilanstalt, ctsals von Pwfessor . Aevifionsbegründung I durch WisanM ed aemeldel, daß ffen. d.ELK' 'S«« Sw Stabern .»«'* K Ll»M pA* *D*$ 3-Dw». Möge > die ubnE ^ , '&nW betragen. Iga fletomnen. rid)ten. El ldi de Msni'A-lr Olde"' Ms 2)el6 gfr< •S'-rSs ifofint. h-f i aewol' AmtSgerichtsrat Wibel nicht in einer Nervenheilanstalt, sondern bereits seit längerer Zeit . wieder in Lübeck befinde, freilich seinen Dienst noch nicht wieder übernommen habe. 3n dem Einspruch sei übrigens neben anderen Begründungen nur davon die Rede, das; Amtsgerichtsrat Wibel am Schluß des Prozesses „ nich t m e hr im Dollbesitz der geistigen und Aerven- k r ä f t e" gewesen zu sein scheine. Aus aller Welt 30 Schwimmwesten der „Niobe" angetrieben. Beim Ostseebad Ribnitz wurden etwa zwanzig Schwimmwesten an den Strand gespült die sämlich den Stempel des gesunkenen Segelschiffes „01 i o b e“ tragen. 3m benachbarten Dierhagen fand ein Schüler zehn weitere Schwimmwesten von der »Riobe" am Strande auf. , Die Bergungsarbeiten am Wrack der „Riobe" haben in den lehjen Tagen keine Fortschritte gemacht. Wie der Leiter der Bergungsarbeiten mitteilt, war wegen der st ü r m i s ch e n Witterung eine älnterwafserarbeit in den letzten Tagen nicht möglich. 254 Leichen deutscher Krieger In Frankreich ausgegraben. Wie aus Arras gemeldet wird, sind im Lause des Monats 3uli auf den nordfranzösischen Schlachtfeldern 3 0 3 Leichen gefallener Soldaten ausgegraben worden. Darunter befinden sich nicht weniger als 254 Leichen deutscher Krieger. Die Personalien von 40 Deutschen konnten festgestellt werden. Piccards Start verschoben. In einer Pressekonferenz hat Professor P i c c a r b in Zürich mitgeteilt, es habe sich an einem wichtigen Instrument der Gondel ein Defekt gezeigt, dessen Behebung mindestens mehrere Tage dauern werde. Der Start müsse daher hinausgeschoben werden. Tödlicher Flugzeugabsturz bei Dachau. Der Pilot Poh, einer der Teilnehmer an den Europarundflügen, ist in der Gegend von Dachau mit seinem Apparat abgestürzt. Poß konnte sich durch Fallschirmabsprung retten Dagegen verunglückte der Dordmon- teur Starchinski tödlich. Das Flugzeug, das in Dichtung München flog, befand sich in 300 Meter Höhe, als plötzlich, nach einem Augenzeugenbericht, eine Tragfläche abbrach. Poß und der Monteur sprangen aus der Maschine, um mit Fallschirmen niederzugehen. Während sich der Pilot retten konnte, entfaltete sich der Schirm seines Begleiters nicht. Starchinski erlitt beim Aufschlagen auf die Erde einen Genickbruch und war sofort tot. Flug eines Sowjet-Riesenflugzeugs nach Berlin. 3n den kommenden Tagen wird ein Riesenflugzeug der Zivilflugflotte der Sowjetunion, das 40 Plätze fassende Flugzeug „AMT 14“ einen Flug von Moskau nach Berlin unternehmen. „ANT 14" ist das größte Landflugzeug Europas. Sklarz unauffindbar. Der vor einigen Tagen gegen Heinrich Sklarz erlassene Haftbefehl konnte noch nicht vollstreckt werden, da Sklarz unauffindbar ist. Westfälische Jugendherberge durch Feuer zerstört. Wie auS Schnallenberg (Kreis Meschede) jiemelbet wird, brach in der 3ugendherberge Kü- luöe ein Brand aus, der sich mit großer Ge° chwindigleit auZbreitete. Die Herberge war mit 60 jugendlichen Wanderern belegt. Das Feuer griff so rasch um sich, daß die 3ugendlichen nur das nackte Leben retten konnten. Einige der jungen Leute erlitten erhebliche Brandwunden, andere wurden beim Sprung aus den Fenstern verletzt. Die genaue Zahl der den Krankenhäusern zugcführten Verletzten steht noch nicht fest. Die Herberge ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Das gesamte Gepäck der Wanderer ist gleichfalls dem Feuer zum Opfer gefallen. Geständnis eines Raubmörders auf dem Sterbebett. Auf der Landstraße bei Rheindiebach (Rhein« Provinz) wurde ein Landstreicher schwer erkrankt aufgefunden: der im Jahre 1875 in Frankfurt (Oder) geborene Paul" 21 u g u ft i n. Man schaffte ihn ins Krankenhaus in Boppard, wo er einer Operation unterzogen werden sollte. Kurz vor der Operation bat er den Arzt und den Pfarrer zu sich und legte — in der Annahme, daß er doch sterben müsse — ein Geständnis ab, daß er mehrere Raubmorde auf dem Gewissen habe. Er gestand, zwei Raubmorde in der Nähe von Oppeln und einen in der Mark Brandenburg ausgeführt zu haben. Drei Personen sind diesen Verbrechen zum Opfer gefallen. Im ganzen will Augustin bei den Ueberfällen etwa 1000 Mark erbeutet habeß. Ein Hahn pickt einem Kind ein Auge aus. Einern dreijährigen Mädchen in Sulzbach bei Kirn a. d. Rahe wurde von einem Hahn ein Auge ausgepickt. Der Hahn überfiel das Kind im Hose des väterlichen Anwesens und richtete seine Schnabelhiebe gegen das Gesicht der Kleinern Ehe Hilfe zur Stelle war, war das eine Auge ausgelaufen. Das zweite Auge ist erheblich verletzt, kann jedoch erhalten bleiben. Kampf mit einem wütenden Rehbock. Einen heftigen Kampf mit einem wüten- d enRehbock hatte eine junge Frau aus Barmen zu bestehen, die im Soonwald ihre Ferien verbringt. ! In der Nähe des Forsthauses Tiergarten ging plötz- | lief) der erschreckte Bock auf die Frau los und rannte ihr sein Geweih in den Oberschenkel. Die Angegriffene fiel zu Boden. Das wütende Tier erneuerte noch einige Male seine Attacken und suchte dann das Weite. Die Frau wurde mit stark blutenden Wunden in einem Wagen zum nächsten Arzt geschafft. Drei Tote bei einem Grubenunglück. Dach einer Meldung aus Dortmund sind im unterirdischen Betrieb der Zeche Kaiserstuhl II drei Bergleute durch Zubruchgehen eines Kohlenpfeilers verschüttet worden. Die Ret- tungSarbeiten gestalteten sich sehr schwierig, da dauernd Gesteinsmassen nachstürzten. Der Bergmann Watermann, der Bergmann 'Saum* gardt und der Hauer Sander wurden t o t aufgefunden. Zusammenstoß auf der Königsseebahn. Wie die Reichsbahndirektion München mitteilt, stieß auf der Nebenbahn Berchtesgaden—Königssee ein Triebwagenzug mit einem Bedarfsgüterzug zusammen. Sechs Reisende und die beiden Wagenführer wurden leicht verletzt. Der Betrieb konnte nach einer Stunde wieder ausgenommen werden. Orkan über dem unteren Donaugebiet Nach einer Meldung der „Donaupost" aus Bukarest wütete am unteren Donauabschnitt sowohl auf rumänischem wie auf bulgarischem Gebiet ein furchtbarer Orkan. Bäume wurden entwurzelt und weit fortgeschleudert. Viele Menschen sind obdach - l o 5 geworden. Infolge Blitzschlages gerieten zahlreiche Häuser in Brand. Mehrere Personen wurden getötet. Der Schaden wird auf 20 Millionen Lei geschätzt. Feuersbrunst in einer rumänischen Stadt. — 13 Todesopfer. Nach einer Meldung der „Donaupost" aus Bukarest wurde die rumänifche Stadt B o t o f a n i durch eine Feuersbrunst zum Teil zerstört. Im Arbeiterviertel der Stadt entstanden aus bisher unbekannter Ursache an mehreren Stellen gleichzeitig Brände. Das Feuer griff mit rasender Schnelligkeit um sich. Eine halbe Stunde später standen 34 Straßenzüge in Flammen. I.i der allgemeinen Aufregung dachten viele Einwohner nur an ihre eigene Rettung und ließen vielfach ihre An- gehörigen im Stich. Bisher sind 13 Todesopfer feftgeftellt worden, darunter mehrere Kinder. Bei den Löschungsarbeiten explodierte in einem Fabrikhof ein Faß Benzin. Der Feuerwehrkommandant und drei Feuerwehrleute wurden erheblich verletzt. Ein Feuerwehrmann stürzte aus dem zweiten Stock des Fabrikgebäudes auf den Hof. er wurde getötet. Nur ein plötzlich einsetzender heftiger Regenschauer rettete die ganze Stadt vor der Vernichtung. IDalbbränbe in Griechenland. Dach einer Meldung aus Athen wüten seit mehreren Tagen riesige Waldbründe im Peloponnes bei Patras. Einige Dörfer mußten bereits geräumt werden. Andere sind stark gefährdet. Die Zugverbindung ist unterbrochen. Die Waldbrände haben mehrere Todesopfer gefordert. Militär ist zur Hilfeleistung in das Drandgebiet gesandt worden. Brand in der Reuyorker Untergrundbahn. 3nfolge eines durch Kurzschluß entstandenen Feuers in der sogenannten Ostseite der Deu- horker Untergrundbahn füllten sich die Gänge der Untergrundbahn strastenweit mit dichtem Rauch. Mehrere Fahrgäste und Feuerwehrleute erlitten Rauchvergiftungen. Es entstand jedoch keine Panik. Der Strom muhte eine Zeitlang ausgeschaltet werden, wodurch der Bahnbetrieb auf der Ost- und Westseite der Untergrundbahn unterbrochen wurde. Riesenbrand in Chikago. Eine Fleischkonservenfabrik im Südwestviertel von Ehikago ist durch ein Diesenfeuer zerstört worden. Richt weniger als 4 5 0 0 Stück Vieh sind lebendig verbrannt. Der Schaden wird auf 6 Millionen Dollars geschätzt. wieder zehn Todesurteile in Peru. Rach einem Funkspruch aus Lima (Peru) hat das Schiedsgericht zehn Revolutionäre zum Tode und fünfzehn zu Gefängnisstrafen verurteilt. Fünf der Verurteilten sind bereits hingerichtet worden. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. August 1932. Bornotizen. — Tageskalender für Mittw och: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Mutter der Kompagnie". “ Feiern unserer Garnison. Am 11. August wird auf Befehl des Reichswehrministeriums innerhalb der Kaserne eine eigene Verfassungsfeier in Form eines Appells mit Ansprache des Kommandeurs und anschließendem Vorbeimarsch abgehaltcn. — Anläßlich des evangelischen und des katholischen Gottesdienstes am 14. August wird der mit dem Segelschulschiff „Riobe" untergegangenen Kameraden der Reichsmarine gedacht werden. ** Das städtische Volksbad ist am morgigen Donnerstag aus Anlaß des Verfassungstages geschlossen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. ** Das Fest der Silbernen Hochzeit begehen heute Herr Bauoberinspektor Heinrich Höhn und Frau, Stephanstraße 21 wohnhaft. Der Jubilar ist durch seine Tätigkeit beim städtischen Bauamt und auf dem Gebiete des städtischen Wohnungsbaues in weiten Kreisen bekannt geworden und erfreut sich bei zahlreichen Mitbürgern großer Beliebtheit. ** Drei Einbrüche. Der Polizeibericht meldet: In der vergangenen Nacht wurde in eine Tankstelle in der Marburgerstraße eingebrochen und sechs Zwei-Literkannen Mobilöl entwendet. — Bei einem Einbruch in ein Anwesen „Hinter den Schießgärten" wurde ein Fahrrad, Marke „Cuxmann", eine größere Anzahl weiße und gestreifte Handtücher, wollene und leinene Bettücher, weißleinene Bett- und Kopfbezüge mit Einsätzen ■ und weiße Oberhemden gestohlen. — Aus zwei hinter dem Schlachthof gelegenen Gartenhäusern wurden ein Spirituskocher aus Messing, eine Heckenschere, eine Sichel und ver- chiedene kleine Trinkgläser entwendet. Personen, die ochdienliche Angaben machen können, werden er- ucht, der Kriminalabteilung Nachricht zu geben. ** Große Erle idjterung für bie hessischen Kinos. In langwierigen mündlichen Verhandlungen, unterstützt durch zahllose Denkschriften und Anträge, ist es dem in Frankfurt a. M. domizilierten Landesverband der Lichtspieltheaterbesitzer gelungen, beim hessischen Innenministerium eine 50prozentige Ermäßigung der Spielstempel- gebühr durchzufetzen. Im Einvernehmen mit dem Finanzminister wurden die Polizei- und Kreisämter ermächtigt, ab 1. August bei der Anforderung der Stempelabgabe bis auf die Hälfte der bisherigen Pauschsätze herunterzugehen. Ausdrücklich bezieht sich diese Ermächtigunb nur auf reguläre Lichtspieltheater, die ortsansässig sind und nicht auch auf Wander- und Vereins-Lichtspiele. *• Schuhmacher-Fachschule Gießen beteiligt sich an der vom Reichsverband des Schumi'..^cherhandwerks veranstalteten, vom 13. bis 15- August in Rürnberg stattfindenden Schuhmacher-Fachausstellung mit einer Kollektion orthopädischer Fußbekleidung, sowie mit einer Anzahl Arbeiter, und Luxusschuhe für Männer und Frauen. Die Fachschule wird außerdem mit dem im eigenen ilnterricht hergestellhen Leisten, Gipsabdrücken, geometrischen und anatomischen Zeichnungen vertreten sein. Darstellungen des Schuhmachergewerbes, hinsichtlich dessen Leistungsfähigkeit vom theoretischen, praktischen und künstlerischen Standpunkt aus? werden ebenfalls entsandt. — Die Schülerzahl der Musterlehranstalt für das Schuhmacherhandwerk beträgt durchschnittlich im Sommer wie im Winter 15 bis 16 Schüler, die sich meist aus Söhnen ober- hessischer Schuhmachermeister rekrutieren. Oberheffen. Einweihung der peier-Zuchs-Gedenkiafel. n. S ch o t t e n, 10. Aug. Die von dem Vogelsberger Höhenklub und Freunden des Vogelsberger Mundartdichters Peter Fuchs gestiftete Gedenktafel wird am kommenden Sonntag in Wohnfeld eingeweiht. Die Vorbereitung für die schlichte Feier hat der Zweigverein U l r i d) ft e i n übernommen. Der Entwurf der Tafel stammt von dem Studienrat M. Wolf, Lehrer an den Technischen Lehranstalten in Offenbach a. M. Ausgeführt wurde sie von dem Holzschnitzer Heinr. K n a f in Büdingen, von dem yuch die Gg.-Bender-Gedenktafel an dem Tückschen Hause in Büdingen stammt. Außer der Inschrift sind in die aus Eichenholz angefertigte Tafel ein Eichbörnchen und ein Huhn ein« geschnitzt, als Symbole für zwei der volkstümlichen Gedichte von Peter Fuchs. Die Gedenktafel wird an der Fuchsschen Wirtschaft in Wohnfeld angebracht, die dem Dahingeschiedenen zu seinen Lebzeiten allzeit eine Heimstätte gewesen ist. Fuchs war zuletzt als Oberpostinspektor an dem Postamt in Offenbach a. M. tätig, nachdem er früher in Friedberg und Gießen gewirkt hatte. Er starb in seinem Heimatorte Wohn seid, wohin er sich kurze Zeit nach seiner Versetzung in den Ruhestand zurückgezogen hatte. Landkreis Gretzen. * Lollar, 10. Aug. 3m Laufe des gestrigen Tages suchte ein hiesiger 52 3ahre alter Einwohner den Tod in der Lahn. Als Grund zur Tat vermutet man eine unheilbare Krankheit. Die Leiche konnte bereits geborgen werden. Kreis Alsfeld. * Alsfeld, 9. Aug. 3n dem Garten des Landwirts Höhler in Angenrod wurde der Kartoffelkrebs festgestellt. Damit tritt dieser Schädling innerhalb von 2 Jahren zum zweiten Male in unserer Gemarkung auf, denn vor zwei Jahren wurde er bereits auf einem Grundstück des Landwirts Johann Martin erkannt. Es empfiehlt sich, sofort Anzeige beim zuständigen Landwirtschaftsamt zu machen. OerMainzer Tunnel wird ausgeschnitten Fertigstellung Weihnachten 1933. WSR. Mainz, 9. Aug. Mit der schon längere Zeit geplanten Freilegung desMain- zer Tunnels zwischen dem Mainzer Hauptbahnhof und der Station Mainz-Süd auf ein« Strecke von rund 300 Metern zwischen dem Gautor und dem Windmüh'.enberg ist nach Riederlegung der Kasernenbauten an dieser Stelle nun mit einem Einschnitt auf ungefähr 3 Meter Tiefe begonnen worden. Die weiteren Einschnitte werden bis auf etwa 10 Meter über Tunnelscheitel durch Löffelbagger gleichmäßig vorgenommen. Lieber dem Tunnelgewölbe bleibt dann zunächst zur Erhaltung des Gleichgewichtszustandes eine Mittellast stehen. Der Abbruch des Tunnelgewölbes geschieht in Teilabschnitten unter Verwendung eines eisernen Schuhgerüstes, das vorher im Tunnel eingebaut und nach dem Stand der Abbrucharbeiten verschoben wird. Ein Teil des Schutzgerüstes wird am künftigen Westportal im Oktober aufgestcllt, mit dem Ostportal wird im Frühjahr begonnen werden. Der rund 24 Meter tiefe Einschnitt, dessen obere Breite 90 Meter betrugen wird, wird mit den beiderseitigen grünen Flächen an den Böschungen bis Weihnachten 1933 fertiggestellt sein. Der hier sehr starke Zugverkehr: (rund 230 Züge täglich) wird keinerlei Unterbrechung erleiden. Wettervoraussage. Weiterhin wirkt sich der hohe Druck aus, so daß vorerst noch keine Aenderung der Wetterlage statt- finden wird, wenn sich auch zeitweise etwas Bewölkung einmischt. Aussichten für Donnerstag: Bewölkt, stellenweise dunstig, sonst aufheiternd, warm und trocken. Aussichten für Freitag: Fortdauer des warmen Wetters mit aufkommender gewitterdrohender Bewölkung. Lufttemperaturen am 9. August: mittags 21,4 Grad Celsius, abends 17,2 Grad; am 10. Auaust: morgens 16,0 Grad. Maximum 25,0 Grad, Heini- mum 7,0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 9. August: abends 24,8 Grad: am 10. August: morgens 17,8 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 11& Stunden. Gewinnauszug 6. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie. Ohne Gewähr Nachdruck verboten Aus jede gezogene Nummer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und II 1. Ziehungstag 8. August 1932 In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 Oetolnne jn 10000 M. 370052 10 Gewinn« »U 5000 M. 39831 138682 201147 331625 354346 358134 33210 33297 33763 50032 84618 85095 91875 95548 21470 21968 26986 28072 50432 52466 76476 79457 1190 4423 25843 27915 44995 50951 64476 66181 210576 269003 321081 359737 388591 220480 290925 325216 361310 394007 95597 141427 257133 291893 330520 373014 394470 102579 133869 178645 208172 225228 250453 267975 298026 329474 351617 369895 104775 159319 266318 306322 345207 376183 395853 115896 136818 181245 208460 226004 250709 271770 302344 330726 358324 370422 106202 187024 268079 309254 345366 388344 119216 148803 194703 210469 239269 256671 278876 318700 340093 359626 386045 125047 177845 198534 214792 245183 265937 295391 322871 350144 360598 390048 131419 178341 205722 220398 246796 267826 297218 325341 351584 368351 100527 158945 265337 295111 345103 375029 117779 138964 187794 209352 232402 255536 273214 311111 339076 358560 378178 167334 178081 207056 298171 316508 321529 360684 368182 114 Gewinne ju 1000 M. 285191 381113 20 Gewinne zu 3000 M. 20793 46645 50008 87790 114091 183271 208718 258275 380163 368465 50 Gewinne »u 2000 M. 402 19056 22200 30206 67307 63765 81927 103681 123105 163763 165527 ------ ------ ------ 212171 267895 272510 394796 ------ 172 Gewinne xu 500 M. 491 4508 9959 9989 13573 36261 36289 39524 39851 ____ ____ 70017 79626 84190 86152 86972 92641 ------ ------ ------ 112497 133311 In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M, gezogen 2 Gewinne zu 25000 M. 58061 2 Gewinn« ju 10000 M. 347661 14 Gewinne ju 5000 M. 7085 46650 58143 104213 190224 210714 335981 18 Gewinne ju 3000 M. 3036 3125 24064 30457 37454 94546 119890 140837 186726 56 Gewinne >u 2000 W. 8158 17041 34636 40162 61934 90876 103458 112090 114346 121277 122430 131707 155968 165427 196715 222841 226335 243841 250269 263820 265153 272412 326301 337061 364177 395459 398672 399460 114 Gewinne ?u 1000 M. 4546 5792 6822 9243 9247 14702 27152 29376 47237 53648 54204 54377 72759 88862 96510 104466 105787 112870 115767 129150 129615 131879 139874 152833 154809 155889 167605 175063 188885 191928 205095 209163 210416 220766 227064 229614 231642 233441 234294 238272 241344 242317 243208 278083 278380 282077 293758 296450 325912 325975 327587 347613 392776 395193 399197 399718 200 Gewinne ju 500 M. 5198 5619 14046 16335 18582 27491 28067 30532 34040 36608 37394 41889 43240 45703 48030 49786 50868 63731 56889 66544 72621 80835 83657 90021 91167 93956 97009 101753 102207 103864 106198 106595 107209 107706 109987 116459 118932 120357 121534 124419 126818 132020 139735 139907 140487 146029 149232 158002 166587 167088 168349 169416 170749 171383 178156 178690 179662 180144 182536 188973 195415 197622 216811 217741 227581 237837 241131 241250 241992 244048 244416 245853 247676 254400 257639 259404 261504 265285 265642 270083 277195 278643 281620 289602 297153 303693 310151 324908 328075 336536 336632 341945 347194 348189 353008 354471 364603 358950 390281 394455 Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu je 600000, 2 Gewinne zu je 59 000, 2 zu je 300000, 2 zu je 200000, 4 zu je 100000, 6 zu je 75000, 12 zu je 60000, 28 zu je 25000, 19) zu je 10.00, 476 zu je 5000, 962 zu je 3000, 2894 zu je 2000, 5772 zu je 1000, 9628 zu je 500. 2S900 400 M. Verantwortlich für Politik: I. V.: Ernst Blumschein. Von Stunde zu Stunde wächst die Sachfrage nach der Oberst-Zigarette und ihren Soldaten-Bildern. Ans selbst über- c h ohne Mundstuck. raschend, wohl aber erklärlich/ denn so viel guter Tabak für so wenig Geld ist sonst nicht zu finden. WALDORF-ASTORIA G.M.B.H, W «Mk Wei. Original-Roman von Anny von panhuys. Copyright by Verlag A. Bechthold, Braunschweig. 30 Fortsetzung. Nachdruck verboten! Werner Ins: „Meine schöne Celia! Du bist und bleibst meine schöne Celia, auch wenn Du mich beiseite geworfen hast, als Du meiner Liebe überdrüssig geworden bist. Du hast mir Geld gegeben, aber es ist alle geworden, mein Geschäft, das ich mir davon eingerichtet, ist kaput gegangen, und ich habe noch Schulden. Die möchte ich bezahlen, nein, die mutz ich bezahlen. Ich bin von München hierher nach Frankfurt gefahren und wohne in einem Hotel hinter dem Bahnhof. 3d) habe mich nach Dir erkundigt und gehört, Du wärst verlobt. Du hast mir gesagt. Du würdest niemals wieder heiraten, sonst hätte ich Dich nicht so leichten Kaufes gehen lassen. O Du, ich beneide den Doktor. Ich brauche jetzt eine ziemlich grotze Summe, damit ich mir auf die Deine helfe. Gib mir Nachricht, wo wir uns treffen und ungestört aussprechen können. Am besten ist's, Du kommst in mein Hotel, es heitzt „Zum Jäger". Ich kämpfe mit mir, ob ich nicht zu Dir gehen soll, denn ich habe schon ein paar Tage verplempert, weil ich erst Deine Wohnung ouskundschaften mutzte. Vielleicht trinke ich mir Mut an und hole mir autzer einem Scheck von Dir noch ein paar Küsse. Habe ich nicht den Mut, Dich aufzusuchen, dann gib mir nach Erhalt des Briefes sofort Nachricht oder besser, komm' selbst zu mir. Ber- aih Dein Scheckbuch nicht und Deine Küsse. Ich brauche beides! Dein Stefan Brauner." Der Kommissar tat, als sähe er gar nicht hin, und doch beobachtete er Werner Sturm sehr genau. Werner war zumute, als hätte man ihm in einem ganz tollen Theaterstück eine tolle Nolle aufgezwungen. Der Briefbogen zitterte leicht in seinen Händen. Celia satz noch immer, die Hand über die Augen gelegt. Sie wunderte sich zwar über die Stille, die lange Minuten dauerte, aber für sie war ja die ganze Angelegenheit erledigt, sie wollte nichts mehr sehen und hören von der grätzlichen Geschichte. Werner Sturm sah den Kommissar an. „Glauben Sie, datz ein Verrückter, ein Unzu-- rechnungsfähiger diesen Bries geschrieben hat?" „Bewahre, der Mann war durchaus normal", gab der Gefragte zurück. Celias Nechte gab die Augen frei. Sie hatte das Wort Brief aufgefangen. Werner Sturm kam mit schnellen Schritten auf sie zu. „Ich bedaure, Ihnen in dieser Angelegenheit nicht mehr helfen zu können, Frau Gräfin, die Geliebte des Chauffeurs Stefan Brauner kann meine Frau nicht werden. Alles weitere, alles, was uns allein angeht, erledigen wir am besten schriftlich." Den Brief hatte er dem Kommissar zurück- gegeben, und ehe Celia, die ihn entgeistert anblickte, auch nur eine Frage tun konnte, hatte er mit knapper, aber höflicher Verneigung gegen den Veamten das Zimmer verlassen. Celia wollte dem Kommissar den Brief aus den Fingern ziehen, doch er wehrte sie ab. „Ich will Ihnen vorlesen, was für Sie bestimmt war, Frau Gräfin. Der Brief ist von Stefan Brauner an Sie gerichtet und lag bei feinen Papieren. Nachdem ich vorgelesen habe, werden Sie ruhig zugeben, Ihren früheren Chauffeur zurückgestotzen zu haben. Damit die Sache so klar wird, wie ich sie haben will." — Celia flog vor Erregung an allen Gliedern, sie stietz hervor: „So eilen Sie sich doch und lesen Sie." Der Kommissar nickte und begann: „Meine schöne Celia! Du bist und bleibst meine schöne Celia, auch wenn du mich beiseite geworfen hast, als Du meiner Liebe überdrüssig geworden bist—“ Sie schrie auf: „Wo haben Sie das her, der Kerl war wahnsinnig!" Der Kommissar schüttelte den Kopf und wiederholte, was er zu Werner Sturm geantwortet: „Bewahre, der Mann war durchaus normal!" Llnd dann las er weiter. Cs war eine Folter für Celia Kurzmann, es mitanhören zu müssen. Endlich war der Brief zu Ende, der Kommissar erhob sich. „Ich sage Ihnen zu Ihrer Beruhigung, Frau Gräfin, obwohl ich nach Ihrem Verhalten gegen mich keinen Grund habe, Ihnen besonders wohlzuwollen: Ihnen kann nichts geschehen, auch wenn Sie zugeben, Stefan Brauner zurückgestotzen zu haben. Aber alles hätte sich für Sie einfacher und glatter gestaltet, wenn Sie mir weniger schroff und beleidigend begegnet wären und den Baron Sturm nicht blind beauftragt hätten, mich mit allem, was ich von Ihnen wollte, an ihn zu wenden. Dann hätte er wahrscheinlich den Brief gar nicht von mir in die Finger bekommen." Celia war es, als stände sie in einem dichten, roten Nebel, der auf und ab wogte und sie reizte, laut zu schreien und um sich zu schlagen. Sie konnte nicht mehr widerstehen und tat es. Sie schrie das ganze Haus zusammen, ein Wein- trampf schüttelte sie. älnd sic wand sich noch immer im Weinkrampf, nachdem der Tote längst fortgeschafft worden war. Am nächsten Tage fuhr sie zur Polizei. Dort wünschte sie den Kommissar Fritz zu sprechen. Er empfing sie sofort. Sie war heute still und bescheiden, erklärte: „Ich fürchtete einen Skandal und log, Herr Kommissar. Stefan Brauner verlangte von mir, ich sollte ihn heiraten und belästigte mich. Er roch stark nach Alkohol, ich ekelte mich vor ihm und stietz ihn zurück." Der Kommissar nickte: „So ist's recht, die Wahrheit über alles, selbst wenn es vielleicht, wie in Ihrem Fall, ohne sie gegangen wäre." Still wurde der Tote begraben, Celia kam für das billige Begräbnis auf, dann reiste sie mit Frau von Welp und Meta fort. Man klatschte ein bitzchen über ihre zurück- qegangene Verlobung, tuschelte über einen geheimnisvollen Todesfall im Hause Frau von Welps und Erzählte sich, die Arbeiten in der Nödelheimer Villa der Gräfin wären jäh abgebrochen worden. Werner Sturm ging mit schwerem Kopf umher. Nun war sein Traum vom eigenen Krankenhaus wieder ausgeträumt. Nur um das Krankenhaus tat es ihm leid. An Celia verschwendete er nicht viele Gedanken. Er war froh, noch rechtzeitig erfahren zu haben, wie ihr Charakter war. An ihr hatte er nichts, aber auch gar nichts verloren. Er liebte sie ja auch nicht, wie ein Mann die Frau lieben soll, die er zur Lebensgefährtin wählt. Sein Herz hing immer noch an Lil, sein Herz hielt an ihr fest. 22. Kapitel. E i n vergessener Brief In dem kleinen Hof des Hauses der Linden- stratze wurde eifrigst geklopft und gebürstet. Das Frühjahrsgrotzreinemachen war vorüber und die kürzlich von Werner Sturm engagierte Haus- Halterin, Frau Erdberg, klopfte und bürstete zum Schlutz noch alles, was sich an Kleidungsstücken in den Schränken fand. Werner Sturm war mit Frau Suse Erdberg sehr zufrieden, alles im Haus ging wie am Schnürchen. Werner Sturm sah in seinem Studierzimmer und war zum erstenmal nach langer Zeit wieder froher Stimmung, die Frage seines Krankenhauses war überraschend plötzlich gelöst worden. Ein reicher Frankfurter, dessen Frau er geheilt, hatte ihm eine halbe Million zur Verfügung gestellt zur Ausführung seines Planes. Heute war alles beim Iustizrat Stoll rechtlich bindend festgelegt worden. Er lächelte vor sich. Endlich sah er wieder helles Licht auf seinem Weg. Es klopfte. Frau Erdberg trat auf sein „Herein" ins Zimmer. Sie hielt etwas Weitzes in der Hand. „Herr Doktor, ich klopfe eben mit dem Mädchen im Hof die Kleidungsstücke aus den verschiedenen Schränken, die Damenkleider und Mäntel aus dem gro- tzen Schrank oben sind auch dabei." Werner unterbrach sie: „Sie meinen die Garderobe meiner seligen Mutter?" Frau Erdberg, eine schlanke, gepflegte Vierzigerin, neigte den Kopf. „Jawohl, Herr Doktor." Sie hob das Papier, das sie in der Hand hielt. „In der Tasche eines Kleides raschelte beim Bürsten etwas, und als ich das Kleid daraufhin untersuchte, fand ich diesen Brief." . . t t L Sie reichte ihm das Papier und ging sofort, nachdem er es entgegengenommen. Er strich unwillkürlich den zusammengeknktterten Bogen glatt, obwohl das schon die Hand der Haushälterin getan, dann las er den Brief. Seine Stirn war jetzt von Schatten verdunkelt, die frohe Laune von vorhin war völlig geschwunden und er starrte fassungslos und erschreckt auf den Brief. . Er begriff mit einem Male, warum Lil damals heimlich dies Haus verlassen und mit einem kleinen Wanderzirkus mitgezogen war. Er verstand Lil mit einem Male voll und ganz. Der Brief, den er in Händen hielt, war Lils Abschiedsbrief, den seine Mutter angeblich vernichtet hatte. Aus dem sie ihm, wie er jetzt erkannte, nur einige Stellen mitgeteilt. Er empfand keinen Zorn gegen die Mutter, nur Trauer. Seine Mutter hatte Lil nicht leiden mögen, heute wutzte er das mit einem Male. Sie hatte eine reiche Frau für ihn gewollt, und Lil die Verluste des Vaters entgelten lassen. Arme Lil! dachte er, und daneben dachte er: Arme Mutter! Seine Mutter hatte ihm stets nur Liebe gegeben, aber sie hatte nicht begriffen, datz Reichtum allein nicht glücklich macht. Sie war sicher fest davon überzeugt gewesen, Lil bedeute für ihn nicht das Glück, das sie selbst für ihn wünschte. Lils Wesen war von dem der Mutter auch zu verschieden, zwischen beiden war ein gutes volles Verständnis nicht möglich gewesen. Er begriff das alles jetzt, nachdem er den Brief gelesen, der vor drei Jahren geschrieben wurde. Er las ihn bereits zum vierten Male, und seine Lippen bewegten sich dabei, formten lautlos die Sätze, die er bis in seines Herzens Tiefe spürte. Sah für Satz las er zum vierten Male, und es hämmerte sich ihm förmlich ein: Nun bin ich aus Deinem Haus und aus Deinem Leben gegangen, Tante Adele, nun wirst Du ja Deine Ruhe, die Du durch mich verlorst, wie Du mir vorwarfest, wiederfinden. Wohin ich mich wende, was ich zu tun beabsichtige, wirb Dich kaum interessieren, denn Du magst mich nicht leiden, das Weitz ich. älnd Werners Liebe ist zu jämmerlich klein, sie kann mich nicht zurückhalten. Er erzieht ja nur an mir herum und folgt ganz Deinem Beispiel. Schade! Ich habe Werner lieber als alles sonst auf der Welt! Kümmert Euch nicht um mich, ich habe bereits ein Unterkommen, das mir zusagt, wo ich mich hinbegebe. Vergeht auch nicht, ich bin mündig und kann hingehen, wohin ich will. Lil. (Fortsetzung folgt.) Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard L Schuhe Schuhe Schuhe | Qualitätsware preiswert und in großer Auswahl im Schuhhaus Konr. Weidemann Seltersweg 59 5747 A Familien-Drucksachen venobUngSanzeigen Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen Eine neue Küche Kut und billig aus dem Spezi al-Geschäft für Küchen - Möbel Küchen-Blum • Gießen • Bahnhofskolonnaden im Alter von 26 Jahren. billigst «°'d Einsicht offen. 5748D Klein-Linden, 9. August 1932. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 11. August, nachmittags 3y2 Uhr, vom Trauerhause, Kirchstraße 12, aus statt Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Wilh. Klein II Familie Heinr. Klein Frieda Hinterlang, Braut Einwendungen können während dieser Zeit dortselbst oorgebracht werden. Ettingshausen, den 10. August 1932. Hessische Bürgermeisterei Ettingshausen. L) p p e r. Am Montagabend verschied infolge eines Unglücksfalles unser lieber Sohn und Bruder, mein unvergeßlicher Bräutigam Wilhelm Klein Gestern morgen verschied plötzlich und unerwartet nach langem schweren Leiden mein lieber, herzensguter Mann, unser guter, treusorgender Vater, Schwiegervater und Großvater Herr Heinrich Henkelmann H, Schuhmacher im Alter von 52 Jahren. In tiefer Trauer: Karoline Henkelmann, geb. Kall Karola Bau, geb. Henkelmann Adolf Bau und 2 Enkelkinder. Lollar, den 10. August 1932. Die Beerdigung findet Donnerstag, 11. August, nachm. 3Vt Uhr, von der Leichenhalle aus statt. _________________________________________________________5755 0 Donnerstags von SVzllbr nachmittags Äwiebel- Mrrchen Bäckerei Lange Neustadt 37. ««o Wasserdichte Wagenplanen sowie Erntedecken UNd Erntesäcke in jed. Größe liefert M.Ch.Mühlsteln Sackfabrik Gießen An derMargareten- bütte 5, Televbon Nr. 2132. Gutschein! Ausschneid.! 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Die Gesellschaft kann die zu ihrem Geschäftsbetriebe erforderlichen Immobilien und Einrichtungen erwerben und sich in jeder zulässigen Form an anderen Unternehmungen gleicher oder ähnlicher Art im Jn- und Ausland beteiligen, solche Unternehmungen erwerben und errichten, sowie alle Geschäfte eingehen, die geeignet sind, den Geschäftszweig der Gesellschaft zu fördern. Sie ist berechtigt, Zweigniederlassungen im In- und Ausland zu errichten. Das Grundkapital beträgt 220 000 000 Reichsmark. Zu Vorstandsmitgliedern sind bestellt: Henry Nathan, Bankdirektor -, Wilhelm Kleemann, Bankdirektor: Dr. Walter Frisch, Geh. Legationsrat: Earl Goetz, Bankdirektor: Samuel Ritscher, Bankdirektor: Carl Bergmann, Staatssekretär a. 2).; Siegmund Badenheimer, Bankdirektor: alle in Berlin. Zu Prokuristen für die Hauptniederlassung und sämtliche Zweigniederlastungen sind bestellt: 1. Stellv. Direktor Artur Schumacher: 2. Stellv. Direktor Moritz Loewy: 3. Abteilungsdirektor Fritz Philips: 4. Stellv. Direktor Dr. Karl Wolfgang Wiet- haus; 5. Stellv. Direktor Alfred Hahn: 6. Rechtsanwalt Adolf Gaebelein; 7. Rechtsanwalt Ewald Raaz; 8. Abteilungsdirektor Hans Siemens: 9. Stellv. Direktor Hans Graf Henckel von Donnersmarck; 10. Rechtsanwalt Werner von Richter: 11. Stellv. Direktor Hugo Zinsser: alle in Berlin. Die Vertretung erfolgt entweder zusammen mit einem Vorstandsmitglied, einen stellvertretenden Vorstandsmitglied oder einem weiteren Prokuristen. Aktiengesellschaft. Der Gesellschaftsvertrag ist am 24. März 1932 neu gefaßt. Der Vorstand besteht aus zwei oder mehr Mitgliedern. Willenserklärungen des Vorstandes insbesondere Zeichnungen sind für die Gesellschaft verbindlich. wenn sie von zwei Mitgliedern des Vorstandes oder von einem Mitglied in Gemeinschaft mit einem Prokuristen abgegeben sind. Stellvertretende Vorstandsmitglieder stehen in dieser Beziehung den Vorstandsmitgliedern gleich. Oeffentlichs Bekanntmachungen der Gesellschaft erfolgen durch den Deutschen Reichsanzeiger, die Berliner Börsenzeitung, den Berliner Bör- sen-Courier. Zur Gültigkeit der Bekanntmachungen genügt deren Veröffentlichung im Deutschen Reichsanzeiger. 5758D Gießen, den 8. August 1932. I __________Hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Ettingshausen für 1932 liegt vom 10. L IN. ab eine ’ Woche lang auf der Bürgermeisterei zur Die Derlobunng ihrer Tochter ($Dd mit Herrn Dr. med. et phil. Thilo Johannes geben bekannt Professor Or. med. Ä. Henneberg und Frau Gießen, Friedrichstraße 6 Meine Verlobung mit Fräulein Eva Hennederg, Tochter des Herrn Uni- versitätsprofessors Or. med. Henneberg und seiner Frau Gemahlin Helene geb. Fritze, beehre ich mich anzuzeigen. Or. med. eiphil. Th. Johannes Assistenzarzt der Medizinischen und Nervenklinik der Universität Jena z. Z. Leipzig N 22, Menckestraße 30 August 1932 5753 D Donnerstag, den 11. August b. 3., nach-1 mittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen | Barzahlung: 5756D 4 Sessel, 6 Vertikos, 5 Nähmaschinen, 9 Chaiselongues, 15 Sofas, 1 Radioanlage, 3 Schreibmaschinen, 1 Eisschrank, 1 Papierstanze, 7 Büfetts, 5 Tische, 18 Stühle, 3 Glasschränke, 1 Wirtschaftsbüfett, 1 Badeofen mit Wanne, 1 Mille Zigarren, 2 Kredenzen, 1 Musikapparat, 1 Trumeauspiegel, 3 Grammophone, 1 Kommode, 3 Kleiderschränke, 1 Blumenkrippe, 1 Spiegelschrank, 100 Topfpflanzen, 1 Rauchtisch, 2 Schreibtische, 2 Vitrinen, 1 Spiegel, 1 Bücherschrank, 1 Klavier, 1 Schreiosekretär, 1 Ständerlampe, 1 Perserbrücke, 1 Schärfmaschine, 1 Harmonium, 1 Wanduhr, 2 Korbmöbelgarnituren, 35 Heugabeln, 3 Ridalspaten. Ferner an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal): 2 Horch-Personenwagen, 1 DKW=9Jlotor= rad, 1 Pferd, 2 Schweine, 1 Kuh. Bestimmt: 6 Eß-, 1 Suppen-, 12 Teelöffel, 12 Gabeln. 6 Messer. 2. Bestimmt um 3 Uhr, Zusammenkunft der Steigeret an der Vergschenke: 2 Acker Hafer, 1 Acker Korn. Müll Gerichtsvollzieher in Gießen Ludwigstraße 331 — Telephon 3239 Bekanntmachung. Das Direktorium der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte hat mich als Ueberwachungsbeamten an Stelle des nach Nürnberg versetzten Lerwaltungs- oberinspektors Busse hierher versetzt. Meine Aufgabe ist im wesentlichen, die örtliche Nachprüfung der Beitragsentrichtung zur Angestelltenversicherung und die Erteilung von Auskünften. 5749D Die regelmäßigen Sprechstunden werden nunmehr wieder am 1. und 3. Montag im Monat von 1 bis 2% Uhr im Städtischen Versicherungsamt, Lony- straße 2 I, abgehalten. Gießen, den 8. August 1932. Ueberwachungs- und Auskunftsstelle Gießen der Reichsoersicherungsanstalt für Angestellte. Höhle. Statt Karten! Herzlichen Dank allen, die uns anläßlich unserer goldenen Hochzeit mit Glückwünschen und Geschenken bedacht i,Qbm: Konrad Wenzel und Frau Marie, geb.Luh 04680 ...... Ingenieurschule Meckl.-Strel. Staatlich anerkannt Hochbau, Tiefbau, Stahlbau, Eisenbetonbau, Flugzeug-, Maschinen- u. Autobau, Elektro- u. Heizungstechnik. 8«. mesterbeglnn Oktober u. April Speise-Kasino. Progr. tret ZekaimwachMg. Das städtische Dolksbad bleibt am Donnerstag, 11. August ds. Zs. (Der- faffungstag) geschloffen. 5763 d Städtisches Dolksbad Gießen 3. D. Steckenmesser. 3» der privatttagesache des Otto Erb, Wiefeck, Obergarten 2, Privatkläger, vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Leopold Katz in Gießen, Bahnhofstraße 48/50, gegen die Frau Margarete Keller, Wiefeck, Angeschuldigte, vertreten durch August Keller, Wiefeck, wurde heute folgender vergleich abgeschlossen: 5757D Die Angeschuldigte nimmt die in bezug auf den Privatkläger gemachte Aeußerung mit dem Ausdruck des Bedauerns als unwahr zurück und zahlt sämtliche entstandenen Kosten. Gießen, den 5. August 1932. gez.: Unterschriften. Vorstehenden Vergleich bringe ich hler« mit auf Kosten der Angeschuldigten zur öffentlichen Kenntnis. Dr. L. Katz, Rechtsanwall. Mittwoch, 10. August 1952 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen) Nr. 186 Zweites Blatt Zeitfragen des Mittelstandes. Die Ginkommensteuerbilanz. Don Steuerinspektor FreeS, Gießen. Nach § 13 des Einkommensteuergesetzes ist bei Steuerpflichtigen, die Handelsbücher nach den Dor- Ichristen des Handelsgesetzbuches zu fuhren ver- pflichlel sind, oder ohne dazu verpflichtet zu jein, Handelsbücher nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches tatsächlich führen, der Gewinn der nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung unter Berücksichtigung der besonderen steuerlichen Vorschriften für den Schluß des Steuerabschnittes ermittelte Ueberschuß des Betriebsvermögens über das Betriebsvermögen, das am Schlüsse des vorangegangenen Steuerabschnitts der Veranlagung zu Grunde gelegen hat. Die ausgestellte Handelsbilanz bildet daher soweit die Grundlage der Steuerbilanz, als sie nicht gegen steuerrechtliche Grundsätze verstößt. Die Steuerbilanz ist im Verhältnis zur Handelsbilanz keine selbständige Bilanz sondern nur von der Handelsbilanz unter Berücksichtigung der besonderen steuerrechtlichen Borschriften abgeleitet. Eine volle Uebercinstimmung zwischen Handels- und Steuerbilanz besteht daher nicht. In der kausmänni- schenBilanz ist dem Ermessen des Geschäftsmannes ein weiterer Spielraum gelassen, er darf sich nur nicht zu hoch einschätzen. Da die Vorschristen des Einkommensteuergesetzes hinsichtlich der Bewertung ober nicht gegen die Vorschriften des Handelsgesetzbuches verstoßen, sondern nur den Spielraum des Ermessens einengen, stellen die meisten Unternehmungen, insbesondere die mittleren und kleineren Betriebe nur eine Bilanz, und zwar eine solche, die den Vorschriften der Steuergesetze gerecht wird, auf und behandeln diese Steuerbilanz gleichzeitig als Handelsbilanz. Die Einkommensteuerbilanz, die keine Bestands- sondern eine Ertragsbilanz ist, soll der Niederschlag der tatsächlichen Geschehnisse eines Steuerabschnittes sein. Daher müssen, abgesehen von der sachlichen Richtigkeit, die Werte in der Steuerbilanz zutreffend sein und eine Reihe von speziellen Steuervorschriften berücksichtigt werden. Diese Spezialvorschriften beziehen sich zum Teil auf die Bewertung. Sondervorschriften finden sich auch bei den abzugsfähigen Ausgaben. So dürfen z. B. Personal- steuern oder Aufwendungen, die sich als Verwendung des Einkommens (Privatentnahmen) darstellen, nicht abgesctzt werden. Die steuerliche Aktivierungspflicht von Ausgaben ist durch die Vorschrift des § 16 weitgehend, da nach dieser gesetzlichen Vorschrift Aufwendungen für die Anschaffung oder Herstellung von Gegenständen, deren Verwendung oder Nutzung durch den Steuerpflichtigen sich bestimmungsgemäß auf einen längeren Zeitraum erstreckt, nicht in dem Steuerabschnitt der Anschaffung oder Herstellung voll abgezogen werden dürfen. Sie können vielmehr für den Steuer- abschnitt höchstens mit dem Betrag berücksichtigt werden, der sich bei der Verteilung auf die Gesamtdauer der Verwendung oder Nutzung ergibt. Hierbei ist aber nicht nur der technische Verschleiß, sondern auch die wirtschaftliche Abnutzung zu berücksichtigen. Noch einem Urteil des Reichsfinanzhofs ist für die Frage, ob und inwieweit Aufwendungen auf vorhandene Anlagegegenstände zu aktivieren sind, der Gesichtspunkt einer Wertsteigerung nicht ausschlaggebend. Solche Aufwendungen brauchen insolange' nicht aktiviert zu werden, als sie im Rahmen des ganzen Betriebes betrachtet als laufende Ausgaben erscheinen. Seine Stellungnahme hierzu begründet der Reichsfinanzhof damit, daß die In- standhaltungskostcn den Anschaffungs- ober Herstellungspreis nicht beeinflussen. Daraus ergibt sich, daß die Aufwendungen auf Anlagegegenstände nicht ausnahmslos zu aktivieren sind. Es entspricht den Grundsätzen einer richtigen kaufmännischen Wirt- schastsfiihrung und einer daraus sich ergebenden ordnungsmäßigen Buchführung, daß die A n s ch a f - fungskostcn für einen Anlagegegenstand nicht ausschließlich dem Jahre der Inbetriebsetzung zur Last gelegt, sondern durch Vornahme regelmäßiger Abschreibungen auf die Zeit der Nutzungsdauer der Sache verteilt werden. Aus diesem Grundsätze der Lastenverteilung folgert der Reichsfinanzhof gewis- sennaßcn als Ausstrahlung eines bereits im Wesen der Abschreibung enthaltenen Gedankens, daß dann aber auch alle ein gewisses Maß überst eigen d e n nachmaligen Aufwendungen auf einen Änlagegegenstand aktiviert werden müssen, damit sie mit den Anschaffungskosten und den jährlichen Abschreibungen ergriffen und so von mehreren Jahren getragen werden. In einer für alle Fälle gültigen einheitlichen Zahl läßt sich der Betrag, bis zu zu dem Aufwendungen über Handlungsunkosten gebucht werden können und nicht aktiviert zu werden brauchen, nicht umgrenzen. In jedem Betriebe werden jedoch alljährlich gewisse Aufwendungen not- wendig, die in einer bestimmten Jahreshöhe regelmäßig wiederkehren und bei denen es daher für die Endergebnisse der Gewinnermittlung gleichgül- tig ist, ob sie alle im ei n 3 e I n e n jeweils nach der Zeitdauer des Nutzens der Verwendung auf mehrere Jahre verteilt werden und dann als Summe dieser Anteile das einzelne Jahr belasten, oder ob sie alsbald in voller Höhe des gesamten Iahresanfalls in diesem Jahr abgebucht werden. Nach einer in der amtlichen Sammlung Band 15, Seite 210, veröffentlichten Entscheidung dürfen beim buchführenden Kaufmann grundsätzlich alle Betriebsausgaben als Unkosten verbucht werden, die dem Vermögen für den hingegebenen Wert keinen unmittelbar greifbaren Ersatzwert zuführen. Dementsprechend wird auf der anderen Seite verlangt, daß grundsätzlich für alle Ausgaben/die eine bloße Werl- verschiebung im Vermögen bedeuten, der Gegenwert aktiviert wird. Es sind daher grundsätzlich z. B. auch Ausgaben für angeschaffte Werkzeuge zu aktivieren. Handelt es sich aber um kleinere Werkzeuge ober überhaupt um Gegenstände, die einer sehr schnellen Abnutzung unterliegen und daher fortlaufend das ganze Jahr hindurch ersetzt werden müssen, so ist selbstverständlich zulässig, die Ersatzbeschaffung lediglich als Unkosten zu buchen und statt dessen von Abschreibungen, Zu- und Abgangsbuchungen der einzelnen Gegenstände abzusehen. Im Falle der Aktivierung ist aber die außerordentlich verschiedene Lebenszeit der Anlagegegenstände zu berücksichtigen. Die Absetzung für Abnutzung muß um so größer sein, je kürzer die Lebensdauer des Gegenstandes ist und umgekehrt. Entscheidend für die Höhe der 'Abschreibung und damit.für die Wertbemessung ist, daß fein höherer und fein geringerer Bestand bewertet wird, als am Stichtag vorhanden ist. (Urteil vom 22. 4.1927.) Aktivierungspflichtig ist jedes entgeltlich erworbene wirtschaftliche Gut, dessen Nutzen sich über einen längeren Zeitraum erstreckt. So ist z.B. eine auf mehrere Jahre im voraus gezahlte Miete für ein Geschäftslokal zu aktivieren und auf die Jahre, für die die Miete gezahlt ist, zu verteilen. Dasselbe gilt für Zahlung einer Abstandssumme, durch die die Möglichkeit erworben wird, Geschäftsräume für eine Reihe von Jahren zu nutzen, da diese Möglichkeit der Nutzung ein wirtschaftliches Gut darstellt, ebenso wie der etwa erworbene Firmenwert eines Unternehmens. Ein so zulässigerweise aufgenommener Aktivposten für ein entgeltlich erworbenes Firmen- recht darf nach dem Urteil vom 19.10.1927 nicht in den folgenden Bilanzen so schnell wie möglich abgeschrieben werden. Der Steuerpflichtige darf es nur herabsetzen, wenn und insoweit der gemeine Wert des Firmenrechts gesunken ist. Bei den Wertansetzungen kann der Steuerpflichtige für den Schluß' des Steuerabschnittes anstelle des Anschaffungs- oder Herstellungspreises den niedrigeren gemeinen Wert und anstelle des gemeinen Werts den um die Absetzungen für Abnutzung oder Substanzverringerung verminderten Anschaffungs- oder Herstellungspreis ansetzen, wenn dieser niedriger ist. Der Grundsatz der Kontinuität der Bilanz verlangt aber, daß der Steuerpflichtige in den folgenden Steuerabschnitten zwischen Änschas- fungs- oder Herstellungspreis und gemeinem Wert nicht nach Belieben wechseln darf, sondern daß er nur die Möglichkeit hat, zu einem niedrigeren Wert überzugehen, wenn ein solcher für den Schluß des Steuerabschnittes gegeben ist. Bei der Bewertung mit dem gemeinen Wert ist davon auszugehen, daß der Gegenstand auch fernerhin der Fortführung des Betriebes dient, so daß der Preis anzusetzen ist, den bei Käufer des ganzen Betriebes, der das Unternehmen fortsetzen will, bei Berechnung des Kaufpreises für den ganzen Betrieb für diesen Gegenstand ansetzen würde. Kewbereinigungökosten im Grundstücks- Zwangsversteigerungsverfahren. Don Georg Lind, Rechtsanwalt in Grünberg. Zuweilen lasten auf einem Grundstück oder auf dem Grundvermögen Kostenbeiträge, Entschädigungen und Herauszahlungen oder Reste hiervon, die aus dem Feldbereinigungsverfahren herrühren und für welche nach den Vorschriften des Feldbereinigungsgesehes das Grundstück haftet. Welche Rechtstellung solche Ansprüche im Zwangsversteigerungsverfahren haben und welcher Rangordnung sie unterliegen, ist _ die Frage, die kurz erörtert werden soll, da hierüber noch Unklarheit in manchen Kreisen der Beteiligten herrscht. Es gibt eine ganze Reihe Ansprüche, welche ein Recht auf Befriedigung aus dem Grundstück gewähren, und zwar nach einer bestimmten Rangordnung. Für diejenigen Gläubiger, die das Zwangsversteigerungsverfahren betreiben oder sich ihm angeschlossen haben, ist es wichtig zu wissen, ob und welche Ansprüche im Zwangsversteigerungsverfahren geltend gemacht werden, für die eine Haftung des Grundstückes besteht. Dielfach wissen sie gar nicht, daß noch derartige Forderungen bestehen und noch rückständige Kosten oder Lasten auf dem zu versteigernden Grund und Boden ruhen. Sie sind dann durch das Auftauchen solcher Forderungen, für die das Grundstück mitzuhaften hat, oft unangenehm überrascht. Das Zwangsversteigerungsverfahren in Grundstücke nimmt — im Gegensatz 5um Konkursverfahren, das sich auf das Gesamtvermögen des Schuldners erstreckt — eine Sonderstellung ein, die in ihrem Wesenszwecke begründet ist und auf die Befriedigung der Gläubiger lediglich aus einem (oder mehreren) Grundstücken hinausläuft, während sie das übrige Dermögen des Schuldners ja nicht berührt. Die Ansprüche im einzelnen und ihr Rang sind durch § 10 des Zwangsversteigerungsgesetzes geregelt. Diese Vorschrift bildet die Grundlage für die Festsetzung des geringsten Gebots und für die Verteilung des Versteigerungserlöses und der Verwaltungsüberschüsse. Die Ansprüche zerfallen in acht Klassen, wobei die Ansprüche einer Klasse erst dann Berücksichtigung finden, wenn alle Ansprüche der vorgehenden Klassen, soweit solche vorhanden sind, Berücksichtigung gefunden haben. Zur Klasse 1 gehören die Ansprüche eines gleichzeitig die Zwangsverwaltung betreibenden Gläubigers auf Ersatz seiner Ausgaben zur Erhaltung oder Verbesserung des Grundstücks, das nun im Zwangsversteigerungsverfahren versteigert werden soll. Die 2. Klasse betrifft den sog. Liedlohn bei land- oder forstwirtschaftlich benutzten Grundstücken, und in die 3. Klasse fallen die Ansprüche auf Entrichtung der öffentlichen Lasten eines Grund st ücks. In die 3. Klasse sind auch rückständige Feld- bcreinigungskosten usw. cinzureihen. Rach dem Fcldbereinigungsgcseh steht wegen der von den Eigentümern geschuldeten Kostenbeiträge und der von ihnen zu leistenden besonderen Entschädigungen und Herauszahlungen den Berechtigten e i n Recht auf Befriedigung aus den den Schuldnern zugeteilten Grund- stücken zu. Die Verpflichtung, die besonderen Entschädigungen und Herauszahlungen zu leisten, soll auf Antrag des Vorsitzenden der Vollzugskommission im Feldbereinigungsverfahren im Grundbuch eingetragen werden. Rach Artikel 2 des Hessischen Ausführungsgesetzes im Zwangs- versteigerungsgeseh werden diese Feldbereinigungskosten usw. wie „öffentliche Lasten" iin Sinn des § 10 Rr. 3 Zwangsversteigerungsgesetzes angesehen. Die Vorschrift lautet folgendermaßen: „In Ansehung des Rechts auf Befriedigung aus dem Grundstücke stehen den öffentlichen Lasten gleich die Kostenbeiträge, Entschädigungen und Herauszahlungen, für welche nach dem Feldbereinigungsgeseh das Grundstück haftet." Wenn auch diese Lasten aus dem Feldbereini- gungsvcrfahren nicht als öffentliche Lasten bezeichnet werden können, so ist doch dem Gesetzgeber deren Gleichstellung mit den öffentlichen Lasten gerechtfertigt erschienen in Ansehung des Rechts auf Befriedigung aus dem Grundstück. Mit der vorerwähnten Gesehesvorschrist sind diese» Lasten so zu behandeln wie öffentliche Lasten und rangieren wie diese in der 3. Klasse der au » dem Grundbuch zu befriedigenden Ansprüche. <5ii erfahren also die gleiche Behandlung wie etwa rückständige Staats- und Gemeindesteuern und genießen das Vorrecht, das die öffentlichen Lasten im Zwangsversteigerungsverfahren in Klasse 3 haben. Anderseits sind sie aber auch den Beschränkungen unterworfen, die an die öffentlichen Lasten im Zwangsversteigerungsversahren durch die Dor- schrift des § 10 Rr. 3 geknüpft sind. Sie können des Vorrechts, schon in der Klasse 3 berücksichtigt zu werden, nur teilhaftig werden wegen der laufenden und der aus den letzten zwei Jahren rückständigen Beträgen. Alle älteren Rückstände können das Vorrecht, nach Klasse 3 zu rangieren, nicht für sich in Anspruch nehmen, sondern können erst in Klasse 7 Berücksichtigung finden, die Ansprüche der 3. Klasse wegen der älteren Rückstände umfaßt. Wenn also im Zwangsversteigerungsverfahren solche Feldbereinigungskosten geltend gemacht wer- den, so empfiehlt es sich für die Beteiligten, zu prüfen, ob die geltend gemachten Ansprüche nach Alter und Fälligkeit das Vorrecht der Klasse 3 genießen, oder ob sie nach Klasse 7 zu verweisen sind. Oer Nachwuchs im Handwerk. Don unserem volkswirtschaftlichen Mitarbeiter. Man hat das Handwerk vor dem Kriege gern als einen absterbenden Zweig der Wirtschaft bezeichnet. Erfreulicherweise hat es sich aber als sehr lebenskräftig erwiesen. Es ist immer ein Beweis für die Entwicklungsfähigkeit eines Berufs, wenn er sich veränderten wirtschaftlichen Bedingungen anzupassen weiß. Das Handwerk hat das ausgezeichnet verstanden. Cs bedient sich heute mit großem Geschick ebenso wie die Industrie der Maschine, wo sie die Arbeit erleichtert und damit verbilligt. Auch in der Herstellung von Massengebrauchsgegenständen haben sich manche Handwerkszweige mit Hilfe der Maschine durchaus gegenüber den Großbetrieben zu halten vermocht. Das eigentliche Betätigungsgebiet des Handwerks ist freilich die individualisierte Qualitätsarbeit, also die Herstellung solcher Waren, die nach individuellem Maß oder nach individuellem Geschmack angefertigt werden müssen. Gerade weil aber der Handwerksbetrieb weniger auf Spezialisierung und Massenproduktion, als auf Dielseitigkeit und Qualitätsleistung eingestellt ist. eignet er sich ganz besonders für die Ausbildung des Rachwuchses, der nicht einseitig werden, sondern möglichst alles lernen und kennen soll, was innerhalb des gewählten Berufs liegt. Die Großbetriebe haben oft versucht, sich den Rachwuchs an gelernten Handwerkern selbst auszubilden. Sie haben zahlreiche eigene Lehrlingsschulen und Lehrlingswerkstätten errichtet. Aber die Erfahrung hat gelehrt, daß alle diese nützlichen Einrichtungen die praktische Ausbildung durch den selbständigen, in allen Zweigen seines Handwerks geübten Handwerkmeister nicht ersetzen können. Diele Großbetriebe haben darum die Ausbildung von Lehrlingen aufgegeben oder stark eingeschränkt und überlassen das Anlernen des Rachwuchses an Qualitätsarbeitern wieder dem Handwerk, das den Lehrlingen eine weit vielseitigere Fertigkeit zu geben vermag. Es ist sicher kein Zufall, daß der Andrang der Schulentlassenen zum Handwerk heute größer denn je ist. Sogar zahlreiche Abiturienten höherer Schulen bemühen sich um eine Lehrstelle in einem Handwerksbetriebe, weil sie überzeugt sind, sich hier besser als auf Schulen oder in großen Fabriken die für ihre Ausbildung notwendigen Fertigkeiten ancignen zu können. Überhaupt ist es bemerkenswert, in wie großem 5.1m- fangc die ilcbcrfütlung der akademischen Berufe den;enigen Teil der Jugend, der bisher nur in diesen eine „standesgemäße" Tätigkeit finden zu können glaubte, zum Handwerk zurücktreibt. So sehr auch dieses unter der Wirtschaftskrise leidet, sein goldener Boden ist immer noch nicht ganz verschwunden, wenn auch freilich nur die Tüchtigsten und Fleißigsten ihn zu entdecken vermögen. Die Güte der Lehrlingsausbildung ist heute durch Bestimmungen aller Art dem Rachwuchs im Handwerk besonders gut gewährleistet. Die früher so berüchtigte Lehrlingszüchterei findet man in manchen Fabriken weit mehr, als beim Handwerksmeister. Schon durch die Dorschrift, daß ein Meister immer nur einen Lehrling einstellen darf, werden für dessen gründliche Ausbildung die besten Doraussehungen geschaffen. Man braucht nicht zu befürchten, daß der gegenwärtige Andrang der Jugendlichen zu den Handwerksberufen zu einer Lieberfüllung führen wird Gerade die in der Wirtschaftskrise gemachten Erfahrungen haben gezeigt, daß die auf individuelle Bedarfsbefriedigung eingestellten Handwerkszweige, wie Schneider, Schuhmacher, Fleischer. Bäcker, auch in schlechten Zeiten noch immer ihr Brot finden. Rach tüchtigen Leistungen ist hier stets genügend Rachsrage vorhanden, selbst in der Großstadt. Die in den technischen Berufen (Schlosser, Klempner usw.) Ausgelernten können nicht nur in den handwerklichen Betrieben, sondern auch in den ausgedehnten metallverarbeitenden Industrien Beschäftigung finden. Sie haben hier dank der Dielseitigkeit und Gründlichkeit der Ausbildung meist einen Dorsprung Willig, fleißig und anspruchslos freilich muß der Jugendliche sein, der sich dem Handwerksberuf zuwenden will, und leicht wird es ihm heute nirgends gemacht. Aber seine Zukunft ist, wenn er eine gute handwerkliche Ausbildung mit Erfolg durchgemacht und seine Meisterprüfung abgelegt hat, besser als in den meisten anderen, früher bevorzugten Berufen gesichert. Oeffeniliche Hand und Hauszinssteuerhypotheken. Von Arthur Zmarzly-Dofrei. Die vormalige preußische Staatsregierung hak kürzlich eine neue Kreditanstalt ins Leben gerufen: die Preußische Wohnungskreditanstalt. Sie soll sich mit der Pflege des nachstellig gesicherten Realkredits befassen, also mit Hilfe der staatlichen Hauszinssteuerhtzpotheken. die sich etwa auf 900 Millionen Mark belaufen, die „zweite Hypothek" organisieren. Die Derwaltung dieser aus dem staatlichen Ausgleichsfonds stammenden Kapitalien, die den Gemeinden und Kreisen bislang treuhänderisch oblag, ist damit nunmehr dem neugegründeten Realkreditinstitut übertragen worden. Der Gedanke, die Hauszinssteuerhypotheken der laufenden Dersorgung der Wohnungswirtschaft mit nachstelligem Realkredit dienstbar zu machen, läßt sich vertreten und ist auch von der privaten Bauwirtschaft in ihrer Denkschrift vom März dieses Jahres befürwortet worden. Die Hauszinssteuerhypotheken schweben aber, wie viele andere Dinge zwischen Reich, Staat und Kommunen, in einer reichlich unsicheren Rechtslage. Lieber die Eigentumsverhältnisse dieser seit 1924 aus dein Hauszinssteueraufkommen von Ländern und Gemeinden im Gesamtbeträge von etwa 5,2 Milliarden Reichsmark im Wohnungsbau investierten Kapitalien herrscht noch tiefes Dunkel. An der Höhe dieser Summe müssen freilich große Abstriche vorgenommen werden, und es läßt sich heute noch nicht übersehen, was von diesen Milliarden wirklich übrig bleiben wird. 'Der private, wie der genossenschaftliche oder sog. gemeinnützige Reuhaubesih befindet sich in recht schwieriger Lage, und die kostspielige Bauweise bis ins Jahr 1931 hinein zieht in erster Linie die Hauszinssteuerhypotheken in Mitleidenschaft. Es werden aber immerhin noch wertvolle und beträchtliche Kapitalien übrig bleiben, die als Grundlage für den Ausbau einer Organisation der zweiten Hypothek benutzt werden können. Die unsicheren Eigentumsverhältnisse verhindern einstweilen die notwendige wertmäßige Bereinigung, — die es erst ermöglicht, mit tatsächlich vorhandenen und nicht nur auf dem Papier stehenden Summen zu rechnen, — und die Derwendung der sicheren Hypotheken für den genannten Zweck. Solange der schon seit Jahren zwischen Reich, Ländern und Gemeinden schwebende Streit um das Eigentumsrecht an den Hauszinssteuerhypotheken durch reichsgerichtliche Entscheidung nicht endgültig beigelegt ist, ist es nicht möglich, die Kapitalien fruchtbar zu machen, ja es ist sinnlos, mit ihnen zu experimentieren. Die bisherige preußische Staatsregierung hat trotz dieser Sachlage eine neue Kreditorganisation geschaffen, die Hauszinssteuerhypotheken verwerten will, auf die Reich, Staat und Kommunen Anspruch erheben und die eigentlich noch keiner von diesen drei Körperschaften gehören. Bei der Gründung hat die ehemalige Staatsregierung diese Derhältnisse auch beachtet. Dem neuen Institut ist nur die Derwaltung der staatlichen Hauszinssteuerhypotheken übertragen worden. Die Abtretung dieser Kapitalien und die ihrer Zins- und Amortisationsbeträge auf das Institut ist nicht erfolgt. Die Preußische Wohnungskreditanstalt muß ebenso wie bislang die Gemeinden und Kreise die Hauszinssteuerrückflüsse an die Staatskasse abführen. Das Ver- fügungsrecht über diese Beträge, die sich jährlich auf etwa 18 Millionen Mark belaufen dürften, besitzt ausschließlich die Staatsregierung. Die Wohnungskreditanstalt entpuppt sich danach also als eine nicht gerade dringlich notwendige Gründung. da sie auch den anderen der ihr gestellten Ausgaben, wie Llebernahme von Bürgschaften und die Gewährung nachstelligen Realkredits, wenigstens in der Gegenwart, wo nicht einmal der Bedarf an erststelligen Beleihungen befriedigt werden kann, nicht nachkommen kann. Ob die einstige preußische Staatsregierung mit der Gründung des neuen Instituts einen Druck auf das Reich ausüben wollte, die Eigentumsverhältnisse nun endlich zu klären, darüber läßt sich noch nichts aussagen. Sollte es der Fall sein, so wäre das Betreten dieses Weges wahrhaftig nicht als glücklich zu bezeichnen. An überflüssigen Organisationen leiden wir wahrhaftig keinen Mangel: Die neue Wohnungskreditanstalt ist aber, wie die Dinge heute liegen, überflüssig. Zur Derwaltung der staatlichen Hauszinssteuerhypotheken brauchte kein neuer Lerwaltungs- avparat aufgezogen zu werden. Es hätte genügt, die Derwaltung einem Beamten Des Ministeriums für Volkswohlfahrt zu übertragen, oder die Preußische Landespfandbriefanstalt damit zu betrauen. Mit dieser Reugründung könnte man sich nur dann befreunden, wenn sie dazu führte, daß die Eigentumsverhältnisse an den Hauszinssteuerhypotheken endlich geklärt werden. Es handelt sich dabei um immerhin noch beträchtliche Kapitalien. die bewirtschaftet und nicht verwirtschaftet werden sollen. Das kann aber erst dann geschehen, wenn der alte Streit zwischen Reich. Staat und Kommunen durch eine endgültige Rechtsentscheidung beigelegt wird. Es ist auf die Dauer ein unhaltbarer Zustand, daß die öffentliche Hand über so große Kapitalien ohne klare Rechtsverhältnisse verfügt oder besser — nicht „verfügt". G.JL-fport Die schnellste Schwimmerin der Welt. —iä Helene Madison gewann das 100-Meter-Freistil- schwimmen in Los Angeles in neuer olympischer Rekordzeit. Deutsche Boxersiege in Los Angeles. Der Beginn der Olympischen Amateur-Boxkämpfe brachte gleich zwei deutsche Siege. Auch die Ruderregatta nahm am Dienstag ihren Anfang. Deutschlands Skuller D u h h ist leider an Grippe erkrankt und konnte daher den Einer nicht bestreiten, während sich der deutsche Vierer mit Steuermann f ü r den Endlauf qualifizierte. Deutschlands Wasserballmannschaft vermochte gegen Amerika nur unentschieden 4:4 zu spielen. Gegelflug auf dem Dörnberg bei Kassel. Hervorragende Leistungen. Ausgezeichnete Segelflugleistungen gab es am Sonntag auf dem Fliegerlager Dörnberg. Nachdem am Vormittag verschiedene Schulflüge stattgefunden hatten, begann man gegen 14 Ähr mit den eigentlichen Flügen. Gestartet wurde vom Hohen Dörnberg. Bei dem starken Nordwest- wind, der herrschte, gelang es den Fliegern leicht, größere Höhen zu erreichen und auch weit ins Land, bis kurz vor Zierenberg, hineinzu- fliegen. Eine glänzende Leistung vollbrachte der Student Hintz von der Akademischen Fliegerabteilung Deutscher Burschenschaftler, dem es auf seinem Segelflugzeug Typ Falke gelang, fünf Stunden und eine Minute in der Luft zu bleiben; Keitel vom Aiederhessischen Verein für Luftfahrt flog auf der „frommen Helene", Typ Gronau, 2 Stunden und 56 Minuten und Horlbog, ebenfalls vom Aiederhessischen Verein für Luftfahrt, vollführte einen Flug von zwei Stunden und 17 Minuten. Altmeister Max Kegel auf seiner „Kassel" brachte es zwar nur auf 24 Minuten, hatte aber die Genugtuung, die größte Höhe mit 280 Meter über dem Start erreichen zu können. Erwähnenswert sind noch die Flüge des Leiters der Akademischen Fliegerabteilung, Lüning, auf „Kassel 20“, der 1 Stunde und 10 Minuten flog, und des Studenten S ch w e y e r von der Deutschen Burschenschaft, der mit einem Fluge von über acht Minuten die L-Prüfung ablegte. Zuschauer waren bei dem nicht gerade freundlichen Wetter nicht sehr zahlreich erschienen; es mögen 100 Personen gewesen sein, die dann aber auch von den gebotenen Leistungen voll befriedigt waren. Kursrückgänge bis zu 1 v. H. eintraten. Darüber hinaus lagen IG., Deutsche Erdöl, Gelsenkirchen, Aku und Klöcknerwerke bis zu 1,50 o. H. abgeschwächt. Am Elektromarkt ergaben sich durchweg Einbußen bis zu 1 v. H. Siemens lagen 1,75 v. H. niedriger. Bis zu 0,50 v. $). abgeschwacht setzten ein Scheideanstalt, Metallgesellschaft, Holzmann, Daimler, Mannesmann und Phönix Bergbau. Etwas Interesse zeigte sich weiterhin für Schiffahrtspapiere, die ca. 0,25 o. H. höher eröffneten. Am Rentenmarkt war die Haltung meist etwas schwächer, Altbesitz und Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zu 0,75 v. H., Neubesitz gaben 0,13 v. H. nach. Gold- und Liquidationspfandbriefe, sowie Kommunalobligationen wiesen nur unwesentliche Veränderungen nach beiden Seiten auf, während einige Stadtanleihen noch etwas höher notierten und Jndustrieobligationen behauptet waren. Von fremden Werten neigten Rumänen zur Schwäche, Anatolier und Ungarn blieben gut gehalten. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 10. Aug. Es wurden notiert: Weizen (neue Ernte) 230 Mark, Roggen (mahlbar) 182,50, Wintergerste für Drauzwecke 170, Hafer (inländischer) 170—182,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen) 37,25—38,05, Weizenmehl (niederrhein., mit Austauschweizen) 37,25—37,80, Roggenmehl (60 Prozent) 27—28, Weizenkleie 8,90—9, Roggenkleie 9—8,90. Tendenz: abgeschwächt. Schottener Sommermarkt. a. Schotten, 9. Aug. Der Schottener Sommermarkt, der gestern begann, hat wieder feine alte Anziehungskraft bewiesen. Der Auftrieb betrug etwa 40 Fohlen, 70 Perde, 180 Stück Großvieh und 50 Stück Iungv'^b. Die Beschickung des Marlies entspricht n cht mehr ganz den Zahlen der Dorkriegsjahre, da die -vieijmärfte in den Städten den Märkten in den kleineren Orten starken Abtrag getan haben. Der Schottener Sommermarkt war aber sehr stark besucht, die Aachfrage nach Vieh war lebhaft, der Handel ging flott von- statten. Auf dem heutigen Schweinemarkt Ein Deutscher erhielt die goldene Olympia-Medaille für Literatur» Der Forscher Paul Bauer, der auf der gleichzeitig mit den Olympischen Spielen ausgetragenen Kunst-Olympia für sein Buck „I m Kampf um den Himalaja" mit der Goldenen Medaille für Dichtkunst ausgezeichnet wurde. Sein Werk schildert den Kampf der deutschen Himalaia-Expedition von 1929 um die Bezwingung des Gipfels des Kong» chendzönga. zu dem über 700 Schweine aufgetrieben waren, wurden für Ferkel bis zu sechs Wochen 12 bis 15 Mark, von sechs bis acht Wochen 15 bis 18 Mark, von acht bis dreizehn Wochen 18 bis 20 Mark bezahlt. Läufer kosteten 20 bis 25 Mark, Einleger 25 bis 40 Mark. Die Schweine wurden sämtlich abgeseht. Für den Krämermarkt sind viele Duden aufgeschlagen worden. Wirtschaft. Die Arbeitsmarktlage im Reich. Rund 5/4 Millionen Arbeitslose. Jung desUnter st ützungsanspruches auf die Nichtanerkennung der Hilfsbedürftigkeit zurückzuführen. Berlin zurückhaltend und schwach. Berlin, 10. August. (WTB. Funkspruch.) Trotz gut gehaltener gestriger Neuyorker Börse, trotz des verlängerten Burgfriedens und der Notverordnung gegen den Terror und trotz niedrigerer Arbeitslosen- zifsern eröffnete die heutige Börse infolge der anhaltenden innerpolitischen Unsicherheit in zurückhaltender und meist schwächerer Verfassung. Es verstimmte vor allem, daß sich das Publikum kaum noch am Geschäft beteiligt. Auch wirkte die Zahlungseinstellung des Berliner Beamtenwirtschaftsoereins nach, zumal im Zusammenhang hiermit von einer Krise bei den Konsumgenossenschaften gesprochen wurde, die aber bereits mit Hilfe der Preußenkaffe behoben sein dürfte. Die Spekulation hatte von gestern übrig und war zu Realisationen geneigt. Einem besonders starken Abgabedruck waren aber nur JG.-Farben ausgesetzt, die auf ein Angebot von über 100 Millionen 1 o. H. verloren. Allerdings wurde das Material von guter Bankseite ausgenommen. Aber auch sonst war die Tendenz weit schwächer und Kursverluste von 1,50 v. H. waren ziemlich häufig. Contigummi büßten 3,25 v. H. ein, Salzdetfurth 2,13 o. H., Westeregeln erschienen zunächst nur mit Minus-Minus- Zeichen, Chadeaktien waren auf die Nachrichten von einem Militärputsch in Spanien um 5,50 Mark gedrückt. Anderseits setzten die von gestern festen Engelhardt-Brauerei-Aktien ihre Aufwärtsbewegung um 3 v. H. fort, während Papiere wie Leonhard Tietz und Stolberger Zink je 1 o. H. gewannen. Auf die in Aussicht stehende Abwracksprämie lagen Schiffahrtaktien recht widerstandsfähig. Am Rentenmarkt war die Tendenz schwächer. Deutsche Anleihen gingen um 0,25 bis 0,50 v. H. zurück, Reichsbahnvorzugsaktien büßten ebenfalls etwa 0,50 o. H. ein, während Reichsschuldbuchforderungen bis zu 1 v. H. unter gestern umgingen. Auslandsrenten und Industrieobligationen waren dagegen besser gehalten. Auch im Verlaufe war die Stimmung an den Aktienmärkten, hauptsächlich infolge des sehr stillen Geschäftes, ziemlich gedrückt und die Kurse bröckelten meist weiter um 0,50 bis 1 v. H. ab. Westeregeln gelangten bei kleinstem Angebot verspätet 4,50 v. H. unter, gestern zur Notiz. Bemerkenswert ist noch ein ziemlich bedeutender Verlust für Mansfeld-Aktien, die mit 15,13 nach 16,25 festgesetzt wurden. Später wurden auf den Hauptmarktgebieten kleine Deckungen vorgenommen, das Anfangsniveau konnte aber. nur in wenigen Fällen wieder erreicht werden. Am Geldmarkt blieb die Situation heute ziemlich unverändert, doch war Tagesgeld unter 5,25 o. H. nicht mehr erhältlich. In gewisser Hinsicht machen sich die Anzeichen des Medios schon bemerkbar. Privatdiskonten waren auch heute eher gefragt. Die Umsätze blieben nach wie vor sehr gering. Auch Reichswechsel per 5. November waren unverändert gefragt. Reichsschatzanweisungen per 15. November wurden nach wie vor auf Wunsch den Interessenten zugeteilt. Frankfurt schwächer. Frankfurt, 10. August. (WTB. Drahtmeldung.) Infolge der sich mehr und mehr zuspitzenden innerpolitischen Situation hat sich die seit Tagen bestehende Zurückhaltung zu Beginn des heutigen Verkehrs sehr verstärkt, zumal wichtige Entscheidungen über die Regierungsumbildung in Kürze bevorstehen. Daß an der Neuyorker Börse und an den internationalen Warenmärkten ein gewisser Stillstand eingetreten ist, blieb ebenso wie die vorgehende Aufwärtsbewegung ohne jeden Einfluß. Auch die Zahlungseinstellung einer großen Berliner Konsumgenossenschaft fand nur wenig Beachtung, da alle Blicke auf die Weiterentwicklung der inneren Politik gerichtet sind. Wegen dieser Unsicherheit schritt auch die Spekulation zu Realisationen, so daß die Tendenz überwiegend schwächer war und durchschnittlich Berlin, 9. Aug. (WTB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis 31. Juli betrug Ende Juli die Zahl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen rund 53 93000. In der Arbeitslosenversicherung wurden rund 757 000, in der Kryenfürsorge 1354 000 Hauptunterstützungsempfänger gezählt. In beiden Unterstützungseinrichtungen zusammen wurden rund 2111000 Arbeitslose unterstützt. Die Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen betrug am gleichen Stichtage rund 2 224 000. Sie ist also seit Anfang Juli um rund 60 000 g e ft i e g e n. Doch ist zu berücksichtigen, daß die neuen Bestimmungen der Wohlfahrtshilfeoerordnung, die eine Einschränkung dieses Personenkreises bringen, in der Berichtszeit noch keine Anwendung gefunden haben. Seit Mitte Juli hat die Zahl der Arbeitslosen an den Arbeitsämtern um rund 99 000 abgenommen. Daraus könnte — rein zahlenmäßig gesehen — auf eine Besserung der Arbeitsmarktlage geschlossen werden. Tatsächlich ergaben zwar diese zahlenmäßigen Belebungserscheinungen verstärkte Vermittlungs- möglichkeiten, doch kann d-r Rückgang der Arbeitslosenziffern während der Derichtszeit nicht allein aus diesen arbeitsmarktlichen Gründen erklärt werden. Vielmehr ist zu beachten, daß infolge der Einführung der H i l f s b e b ü r f t i g f e i als Unter- stützungsvorausfetzung eine starke Senkung der Zahl der Unterstützungsempfänger erfolgt ist. Da erfahrungsgemäß ein Ausscheiden aus der Unterstützung in zahlreichen Fällen auch eine Nichterneuerung des Arbeitsgesuches zur Folge hat, wird hierauf ein großer Teil des zahlenmäßigen Rückganges zurückzuführen fein. Wenn sich die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung in der Berichtszeit um 117 000, in der Krisenfür- forge um 137 000 verringert hat, so ist diese Abnahme neben der Aussteuerung wegen E r s ch ö p - Falschgeld im Koffer. WSR. Frankfurt a. M., 9. Aug. Die „wilden Händler" sind für die Frankfurter Geschäftsleute eine große Plage geworden, aber sie lassen sich trotz der eifrigen Nachstellungen der Polizei nicht beseitigen. Gestern veranstaltete die Polizei in Verbindung mit der Kriminalpolizei wieder einmal eine ausgedehnte Razzia- n a ch d e n w i l d e n Händlern, wobei allerdings hinsichtlich der wilden Händler nicht viel herauskam, denn diese haben jetzt einen gut funktionierenden Benachrichtigungs- dienst eingerichtet, so daß sie meist verschwinden können, bevor die Polizei zur Stelle sein kann. Aber einen anderen wertvollen Fang machte die Polizei bei dieser Gelegenheit. Zwei verdächtige Personen, nach den bisherigen Ermittelungen scheinen es Tschechen zu sein, wurden mit einem Koffer festgenommen, in dem sich, wie sich bei der näheren Untersuchung ergab, falsches Geld befand. Sie wurden in das Polizeigefängnis eingeliefert. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) ID. Z. k. Nach dem Grundsatz, daß Kauf weder Miete noch Dacht bricht, fällt die Ernte demjenigen zu, der den Acker als Pächter ausgestellt hat. Liegt die Sache so, daß eine Grenzregulierung stattgefunden hat, so müssen Sie hierüber mit Ihrem Nachbarn sich in Güte verständigen. Ist das vor der Vermessung nicht geschehen, so gehört die Ernte aus Billigkeitsgründen dem Besteller. A. 111Illlllllllllll Idlllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll Geschwindigkeit ist keine Hexerei!! Photo-Winterhoff Kreuzplatz 9 Unser modern eingerichtetes Labor und die genau ausgeklügelte Arbeitsteilung ermöglichen uns die prompteste Erledigung Ihrer Arbeiten. Bis um 10 Uhr gebrachte Platten u. Filme sind bis 18 Uhr entwickelt und kopiert. Dabei wird aber alles tip-top, denn wir bearbeiten Ihre Photos nicht nebenbei. Waideslust Donnerstag, nachmittag 3 Uhr beginnend Großes Sinherfefl Konzert, Kinderbelustigungcn aller Art. (Kasperletheater, Aufstieg eines Riesen- Luftballons mit Fallschirm, Sallonpolo- »aise usw), wozu freundlichst eingeladen wird. 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