Ur. M Erstes Blatt 182. Jahrgang Dienstag, 10. Mai 1932 Lr> cheinl täglich, außer Sonntags und Feiertags. Vellagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle ülonots Btjugsprtis: Mit 4 Beilagen 9tTL 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch btt Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Newalt. ZernsprechanschlSste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach. richten Anzeiger Siehe». Postschecks^^ granffurl am Blain 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vriitk und Verlag: vrühl'fche Universitäir-Vuch- und Stetnöniderei R. Lange in Sieben. Schristleitung und Seschästsftelle: Zchullttabe 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite artlich 8, auswärts 10 Neichspsenmg; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspsennig, Platzvorschrist 20*, mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Beranlwvrtlich für Dolittst Dr Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKnriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Die Wahlen zum Hessischen Landtag ungültigNeuwahl am 3. M Darmstadt, 9. Mai. (WTB.) Der Gtaatsgerichtshof für den Volksstaat Hessen gab heute der Anfechtungsklage der Wirtschaftspartei gegen die Gültigkeit der hessischen Landtagswahlen vom 'IS. November 1931 statt, weil der Wahlausschuß bei der Zurückweisung des wirtschastsparteilichen Wahlvorschlages wesentliche Bestimmungen außer acht gelassen hatte. Das hessische Gesamtministerium hat als Termin für die Neuwahlen zum Hessischen Landtag den frühesten Termin, nämlich Sonntag, den 3. Juli, bestimmt. Die Zusammensetzung des Staatsgerichtshofs. Fünf Dhrtftcr, acht Parlamentarier, von denen einer fehlt. Darmstadt. 9 Mai. (WHP.) Der Hessische Staatsgerichtshof irat heute im Saal des hiesigen Schwurgerichtes zulammen. um über die Anfechtungsklage der Wirtlchaflspartei gegen die Landtagswahl vom 15. November 1931 zu ent* scheiden. Neben dem Vorsitzenden. Oberlandes- gerichtsprä'identen Müller und den Ober- landesgcrichtsrälen Schade und Schneider, Landgerichtsprästdent Dr. Maurer und Land- gcrichtsd.rcltor Wctzffenbach sitzen die Abgeordneten Dr V e-st . Schwinn und Kloster mann (Nats ). Schul lZtr), Delp iSoz.). der sozialdemokratische Abgeordnete Kaul ist n.l ch t erschienen und ebenso nicht sein Stell- ntrlrckr, Zeiß (Äomm.) und Glaser ist der Auffassung, dast der Landeswahlausschuß sehr sorgfältig gearbeitet und sich an dic gesetzlichen Vestimmungen gehalten habe. Auf einige andere Zeugen wird verzichtet. Rach kurzer Pause nimmt der klägerische Vertreter kurz das Wort, um die Anfechtungsklage aufrechtzuerhalten. Aach seiner Meinung, die durch die Beweisaufnahme gestützt werde, seien zwingende Vorschriften der Reichs- vcrsafsung und des Landrechtes verletzt worden. Austerdem sei durch die Ausschaltung der Wirtschastspartei das Wahlergebnis wesentlich verändert worden. Wenn auch viel Zeit im Parlament nutzlos vergeudet werde, so fordere die Wirtschaftspartei doch die ihr zustehende Möglichkeit politischer Wirksamkeit. Als Vertreter der Regierung beantragte Ober- justizrat Thüre, Zurückweisung der Ansech- tungsklage. Die ganze Verhandlung habe die Mangelhaftigkeit der wirtschaftspartei- lichen Viftenaufftcllung und Einreichung bargetan. Dine Glaubhaftmachung von 500 Wählern sei nicht einmal versucht worden, als die vorgeschriebenen 500 ilnterfdjriftcn durch Vean- ftanbungen von Eintragungen nicht erreicht war. Belanglos seien die zudem verspätet vorgebrachten Einwendungen von dritter Seite im Wahl- ausschust. der vollkommen korrekt und im Rahmen des ihm gelassenen Spielraumes verfahren sei. Eine Verletzung der Reichsverfassung oder Das Llrieil. Nach kurzer Erwiderung des Rechtsanwalts Ludwig zieht sich der Staatsgerichtshot zur Beratung zurück. Der Staatsgerichtsho) gab bann bet Anfechtungsklage der Wirtschaftspartei statt, weil der Wahlausschuß bei der Zurückweisung bes wirtschaftsparteilichen Wahlvorschlages wesentliche B e st i m m u n - gen auftcr A ch t gelassen hatte. Die Kosten des Verfahrens trägt die Wirtschaftspartei. In der Begründung heißt es u. a.: Der Staatsgerichtshof weift einmütig die Behauptung zurück, der Landeswahlleitcr habe wesentliche Wahlvorfchriften verletzt. Der Landeswahlleiter hat vielmehr alles getan, was er im Rahmen feiner Zuständigkeit bat tun tön- n e n. Die vom Landeswahlausschust vorgenommene Ungültigkeitserklärung von 54 Unterschriften ist vollkommen zu recht erfolgt. Der Staots- gerichtshvf schließt sich aber nicht der Auffassung des Landcswahlausschusses an, daß die 500 Wähler für die Wirtschaftsparteilistc nicht glaubhaft gemacht seien. Der Wahlausschuß hätte bedenken müssen, daß die aus jur malen Gründen für ungültig erklärten Stimmen in Wirklichkeit emittierten. Er hätte von sich aus berücksichtigen^ müssen, dast die Wirtschastspartei bei den vorhergehenden Rcichstagswahlen 1 7 0 0 0 Stimmen auf s i ch vereinte Einer besonderen Glaubhaftmachung dieser bekannten Tatsache hat es nicht bedurft. Ein Festhalten an dem Wortlaut der 'Wahlbestimmungen war ein krasser Formalismus. Der Staatsgerichtshof lehnt die Auffassung des früheren anders zusammengesetzten ^hessischen Staatsgerichtshofes über „Wahlergebnis" ab, da diese Auflassung im W i d e r s p r u ch z u dem Urteil des Reichsgerichts steht. Bereits die Veränderung eines einzigen Mandats müsse als Beeinträchtigung des Wahlergebnisses aufgefaßt werden Theoretisch bestehe die Möglichkeit, daß durch ein einziges Mandats eine Verschiebung der politischen Situation i'intreicn könne. Der Beweis, daß durch die Nicht Heule Präsidentenwahl in Frankreich. der hessischen Vorschriften sei in keiner Weise erwiesen. Dagegen habe die Wirtschaftspartei die ihr nahegelegte Mängelbeseitigung nicht vorgenommen. Dem Landes- Wahlleiter könne nicht der geringste Vorwurf gemacht werben. Landeswah'.leitcr Min.-Rat D o r n e m a n n als zweiter Regierungsvertreter behandelte bann btc politische Seite im Falle einer Zulassung der wirt- schaftsparteilichen Wahlvorschläge. Rach Vorlage der letzten Wahlziffern habe die Wirtschaftspartei in Hessen-Nassau 79 Prozent verloren. Selbst bei Annahme eines durchschnittlichen Verlustes hätte die Partei höchstens 3600 Stimmen errungen unter Außerachtlassung der Spaltung der Wirtschaftspartei. 2m Falle der vorgesehenen Listenverbindung wäre der Volksportei ein Landtagssih zugefallen. Der Landeswahlausschuß müsse gegen die Angriffe der Klägerin in Schutz genommen werden, er habe mit Recht die Liste Ludwig als berechtigte Vertreterin der Wirtschaftspartei in Zweifel gezogen. Die Mangelhaftigkeit der wirtschastsparteilichen Listenoufstcllung dürfe nicht dem ganzen Lande zur Last gelegt werden, sie müsse von der Klägerin getragen werden. Zulassung der wirtschaftsparteilichen Liste eine Acn- berung des Wahlergebnisses nicht herbeigeführt werden konnte, ist nicht erbracht. Die Frage, ob die Notwendigkeit, in Hessen jetzt Neuwahlen vorzunehmen politisch oder finanziell bedauerlich sei, dürfe bei der Entscheidung des Staatsgerichtshofes nicht b t r ü rf | i d) t i g l werden. Dem Antrag der Wirtschastspartei, die K o st e n des Verfahrens der Staatskasse anszuerlegen. könne nach dem Gesetz nicht stattgegeben werden. Das Ende des alten Landtags. Tcr Etat vermutlich durch Notverordnung in Kraft gefetzt. WS'N. Darmstadt, 9. Mai. Der Beschluß des Staatsgerichtshoss hat in politischen Kreisen große Uebcrra|d)ung ausgelost, da man angenommen hatte, daß die Entscheidung des Landeswahlausschusses auch vorn Staatsgerichtshos bestätigt werden würde. Heule nachmittag befaßte sich bereits das Landtagsprasidium mit der geschossenen Situation. Es wurden die bereits für morgen an gesetzten A u s- schußberotungen abgelebt und den Lond- tagsmitgliedern gingen entsprechende Mitteilungen zu. Die bereits in Gong befindlichen Etotsberat u n g e n sind damit natürlich unterbrach e n , es ist als sicher anzunehmen, daß d e r E t o t zunächst durch Notverordnungin Kraft gesetzt wird, weil vor dem Zusammentritt des innerhalb acht Wochen neuzuwählenden Landtags das verlängerte Finanz gesetz a o läuft. Die Auflösung des Landtags ist durch die Urteilsverkündung des Staatsgerichtshoss rechtskräf t i g geworden. Ein Einspruch gegen das Urteil ist nicht möglich, da der Staatsgerichtshof für Hessen die höchste F n st a n z in dieser Streitsache dar- stellt. Der alte Landtag hot also keinerlei Vollmachten mehr. Der neue Landtag muß oersasfungsgemäß 18 Tage nach der Wohl,, also am 21. Juli, zusom mentreten. Senatspräsident Lebrun als einziger painlcve kandidiert nicht. Paris. 9. Mai. Wie Havas berichtet, hatte sich der Abgeordnete Painlcve auf Grund der Vorstellungen seiner politischen Freunde bete t- erklärt, sich für die Präsidentenwahl aufstellen zu lassen. Et hot jedoch seine Kandidatur für die Präsidentschaft zurückgezogen, nachdem er sich mit dem Vorstand der radikalen Ecnats- sroktion und mehreren seiner politischen Freunde besprochen hotte. Der Presse wurde solgende Erklärung abgegeben: Viele Abgeordnete, die den Wunsch hegen, jeden etwaigen Zwiespolj zwischen dem von der scheidenden Kammer zu wählenden Präsidenten und der neugewählten Kammer zu vermeiden, hatten Painlcve inständigst ersucht, seine Kandidatur für die Präsidentschaft der Republik zu ft eilen, um den Hebergang v o n einer Kammer zur anderen zu erleichtern. Kandidat vorerst die größten Chancen. Dick Erwägung scheint jedoch von zahlreichen Republikanern des Senats nicht geteilt zu werden, denen es vor allem darauf ankommt, eine Dov - pelkandidatur zu vermeiden. Painlcve teilte deshalb feinen Freunden mit, daß er nicht kandidieren werde. WirdLebrun gewähltwerden? schwierige Aufgabe des neuenPräfidcuten. Poris, 10.Tim. (WTB. Zunkjpruch.) Die Zurückziehung der Kandidatur Painlcve, die von der Mehrheit der radikalen Senatsfraktion veranlaßt wurde, erklärt sich einmal aus dem Wunsche, noch der Ermordung des Präsidenten Doomer dem Ausland eine Manifestation der nationalen Einigung in einem Augenblick der Landestrauer vorzufuhren und dann aus der Tatsache, daß nicht die ncugewähtte Kammer, sondern die alte Kammer, die ja politisch ganz anders zusammengesetzt ist, an der Wahl teilzunehmen hat. Traditionsgemäß muß nun die Person, um die sich der Kongreß heute schart, der Scnatsprofi d c n t lein, also Albert Lebrun, mit dessen Wahl gerechnet werden kann. Voraussetzung ist allerdings, daß es nicht doch noch Ilcbcrraschungcn gibt. Die Ausgabe des neu gewählten Präsidenten ist eine der schwierigsten, die je einem Präsidenten der dritten Republik zu- gefallcn ist. Das Kabinett Tordieu muß der Gepflogenheit entsprccheiid nach der Präsidentenwahl zurück trete n. Der Gepflogenheit entspricht es aber auch, daß mit Rücksicht auf die Tragik der Ereignisse, die sich am Freitag abgespielt haben, das Kabinett neuerlich betraut wird. Das Kabinett bat aber keine tragfäbige Parlamentsmehrheit. weshalb cs gestern beschlossen hol. nur zur Erledigung der laufcnöcn Geschälte im Amte zu bleiben Wird das unter den gegebenen Umständen gcnügeii? Die „GelchästS- führung" dauert nämlich bis zum 10. Juni: inzwischen sind aber Vorbereitungen zu treffen, da am 16. 2uni die Caufanner Konferenz beginnt und schon vorher in Genf schwerwiegende Entscheidungen in der Abrüstungsfrage fallen. Der neugewählte Präsident hat also heute abend oder spätestens morgen eine sehr ernste Entscheidung zu treffen Die „Rcpublique", das Blatt des Radikalen Daladicr verneint die Möglichkeit einer sofortigen Uebernohme der Regierungsmacht durch die Radikale Partei und meint, ein 6 c n a - toren-Kabinett wäre die Lösung, die am angebrachtesten sei. Allerdings steht diese Auffassung, die sachlich viel für sich hat uni) sich vielleicht auch durchführen lassen wird, vorläufig noch vereinzel! da ..Oeuvre" schreibt. Pain- leoe habe erklärt, feine Kandidatur habe die Bedeutung, den Ausgleich zwischen der jetzigen K a m m .? r m e h r h e i t und der der ko n, wenden Kammer hcrbcizusühren. Er habe also den Senatsmitgsiedern, die bei ihn, waren, zu viel z u g e m u t c t. Lebrun, der übrigens nichts von einem Mac Mahon oder einem Millerand an sich habe, trat dagegen aus und so habe Painlevi darauf verzichten müssen, ein Amt anzunehmen, das drei Wochen später ihm niemand mehr hätte streitig machen können. Man habe in verschiedenen Kreisen noch eine andere Lösung ins Auge gefaßt, nämlich, daß die Kandidaten für den Posten des Präsidenten der Republik sich verpflichten sollten, ihre Wohl nuralsProvisorium anzusehen und ihr Mandat am 1.3um wieder niederzulegen. um dem neuen Parlament Gelegenheit zu geben, nach eigenem Ermessen zu wählen. Aber auf diese .erfinderische" Lösung durste man jetzt kaum noch rechnen. Lebrun werde als einziger Kandidat gewählt werden. Tardieus Rücktrittsenischtuß. Vor Mitte Juni keine neue Negierung. Paris, 9. Mai. (Havas.) Der M i n i ft e r r a I beschloß, daß der Ministerpräsident morgen nach der Mahl den Präsidenten der Republik bitten wir, die zurucklrctenden Minister nicht aufs neue in ihren Aewlern zu be(tätigen, sobald der Ministerpräsident dem neuen Präsidenten der Republik die Demission der Regierung überreichen wird. Zu dem Entschluß des Ministerpräsidenten Tar- dieu, mit feinen Ministerkollegen zuruckzutre- f e n, erklärt die Agentur Havas, Tardieu fei der Ansicht, daß er wegen des Mehrheitswechfels in der Kammer nicht mehr die notwendige Autorität besitze, um die Verantwortung zu tragen. Denn der neue Präsident der Republik Tardieu bitten werde, im Amte zu bleiben, so werde Tardieu sich dazu nur bereit finden unter der Bedingung, daß feine weitere Tätigkeit lediglich auf die Erledigung laufender Angelegenheiten befchränkl bleibe. Die neue Kammer werde am 1. Juni lufammentrelen, aber d i e Regiervngskrife werde erst in der ersten Hälfte des Monats Juni gelost werden können. Es fei vorauszufehen. daß die Besprechungen über die Bildung des neuen Kabinetts ziemlich lange Zeil in Anspruch nehmen dürften. Bis dahin würden Ministerpräsident Tardieu und feine Ministerkollegen interimistisch die Leitung ihrer verschiedenen Ministerien behalten. Jedenfalls werde die neue Regierung vor dem 16. Juni ihr Amt übernehmen muffen, da zu diesem Zeitpunkt die Lausanner Konferenz zufammenlrete. Tardieus Sturz. Die französischen Stichwahlen haben — trotz der Ermordung des Präsidenten, von der vielleicht ein Rückfluten der Wähler nach rechts zu erwarten gewesen wäre — den Eindruck des ersten Wahlganges noch vertieft: die neue französische Kammer erhält einen st arten Ruck nach links, der nationalistische Block verläßt mit fchweren Wunden das Schlachtfeld. Am besten hat sich noch die Gruppe Marin gehalten. Aber T a r d i e u hat ein Fünftel seiner Fraktion verloren und die sog. l i n k e M i l t e isr fast halbiert. Insgesamt hat die ausgesprochene Rechte fast hundert Abgeordnete verloren, denen entsprechende Gewinne auf der Linken gegenüberstehen. Wenn also Tardicu, der Geschlagene dieses Wahlkampfes ist, dann ist H c r r i 0 t der eigentliche Sieger. Seine Fraktion stieg von 107 auf 159, gewann also beinahe die Hälfte. Aehnlich erfolgreich war auch die kleine Gruppe Painleoes und auch die Sozialisten dürfen mit dem Erfolge zufrieden sein. Der Sieg der Linken ist zahlenmäßig gesehen noch größer als bei den Kartellwahlen 1924, die damals zum Sturze Poincares führten. Fragt sich aber nur, ob er zur Auswirkung kommt. Die neue Kammer hat eine klare Linksmehrheit. Immerhin haben bisher die Sozial- . radikalen und die Sozialisten keine besondere Begeisterung für eine solche Koalition an den Tag gelegt. Wenn also nicht eine Minderheitsregic- rung der Radikalen, die sich im wesentlichen auf die Unterstützung der Sozialisten verlassen könnte, als Rotbehelf ans Ruder kommt, dann wäre zur Rot auch die Mehrheit für eine Regierung der Mitte gegeben, die auch Tar- dieu noch die Möglichkeit für einen bescheidenen Ministerposten retten würde. Der kommende Mann ist in jedem Fall, mag die Kombination gehen, wie sie will, Herriot, der nach den verschiedenen Seiten sich eine Mehrheit sichern kann und ohne den eine Regierungsbildung überhaupt nicht möglich ist. Das eine ist schon heute ziemlich wahrscheinlich, daß die französische Außenpolitik durch den Regierungswechsel kaum beeinflußt werden wird. Wir hoben schon vor den Wahlen nachdrücklich darauf hingewiesen, daß Deutschland an einer Verschiebung nach links nicht interessiert ist, wir hoben hinreichend Gelegenheit gehabt, Herrn Herriot kennen zu lernen, als einen Mann ohne jede Initiative, der immer nach rechts und links schielt und schon aus lauter Angst vor der nationalistischen Rechten einen Kurs- wechsel'nichtwagt. So paradox cs klingt, wäre vielleicht für die deutsch-französische Verständigung auf nahe Sicht von Tardieu mehr zu erwarten gewesen. Er ist energisch, er ist vor allem ehrgeizig und hätte, auch wenn er diesen neuen Weg beschritt, von der äußersten Rechten keine so starken Widerstände zu erwarten gehabt, wie sie Herriot unter allen Umständen erwarten muß. Und in welchem Maße sich Herriot schon von der Vorahnung solcher Widerstände einschüchtern läßt, das haben wir 1924 in London erlebt. Oie Ursachen des Linksrucks. Keine übertriebenen Hoffnungen auf einen autzenpolitifchen Kurswechsel! Paris, 9. Mai. (TU.) Es fällt auf, daß die Zeitungen der bisherigen Mehrheit und besonders der Rechten sehr kleinlaut geworden sind. Mit ganz wenigen Ausnahmen wird der starke Linksruck unumwunden zugeaeben. Die Gründe für diesen Linksruck erklären sich aus der Mentalität des französischen Volkes, das nichts so , fürchtet, wie Unruhe, Unsicherheit und finanzielle Gefahr. Der französische Sparer zittert um seine Spargroschen. Wenn man zunächst glaubte, daß der sinnlose Mord an dem Präsidenten der Republik die Stimmung nach rechts reißen würde, so hat man einen psychologischen Fehler begangen. Vielen Franzosen mag gerade dadurch klar geworden sein, daß die Welt in einen politischen und inoralischen Strudel geraten ist, der auch die „glückliche Insel" Frankreich mitzureißen droht. Es fragt sich natürlich, wieweit man bereit ist, praktische Schlußfolgerungen daraus zu ziehen. In dieser Hinsicht ist jeder übertriebene Optimismus unangeDeutsche Reiter siegen in Rom... Don Dr. Gustav W. Eberlein. Rom, im Mai. Das war ein harter Reiterkämpf — hol der Teufel den Schirokko! Da kann man Kopf und Zügel, Rerven und Sattel verlieren, sogar' die Richtung. Ist alles vorgekommen, bitte. Mann und Pferd schieden aus, Oberleutnant Hasse stürzte, liegt heute noch im Krankenhaus, es stürzt der Favorit „Derby", und bei der Coppa Mussolini jagt em Llnglücksrabe schneidig, aber falsch in der Arena herum. Als ihm deutlich ab- geläutet wird, lassen die deutschen Zuschauer die Köpfe hängen wie die beiden Grenadiere. Wie sollten wirs jetzt noch schaffen? Der große Tag sieht einen echt römischen Schwalbenhimmel. Das schießt mit aufreizenden Fistelstimmen zwischen den Pinienschirmen herum, tollt den Gäulen um die Ohren, hat keinen Respekt vor der Purpurloge, wo ich weih nicht wie viele Prinzessinnen sitzen, und ist ganz und gar Ausdruck der Erregung und Rervosität, die auch die Zuschauer befallen hat. Die Sonne mag nicht recht heraus und das macht schwül, dos drückt ganz unverschämt. Rur die Sommermode kümmert sich nicht darum. Tomatenfarbe ist heuer totschick, man kann eine gleichfarbige Mühe mit Hasenohren dazu auf- stülpen, lustig, luftig. Tausend Automobile parken mitten im blühenden Gras, niemand fehlt von der Aristokratie und Diplomatie, in blitzenden Griechenhelmen ziehen Reihen von Soldaten auf und während schwarzbefrackte Kellner herumschwirren genau wie die Schwalben, nur dah sie gelbes Eis servieren, treten fünf Rationen zum Kampf an. Deutschland, Frankreich, Irland, Schweiz und Italien. Flatternde Fahnen zwischen statuenhaft ruhigen Zypressen, schmetternde Rationalhymnen. Die Reiter schauen das alles von einem anderen Gesichtspunkt aus an, und die Pferde niesen aus den berauschenden Blumenschmuck der Hin» dernisse. Auf dem goldenen Riesenhumpen Mussolinis sind gefühlsharte Reliefs zu sehen, Männer in schwerem Ringen. Die Italiener sagen, es dürfe einfach nicht Vorkommen, dah die Trophäe ins Ausland wandert und sehen alles daran, den Deutschen, den Siegern vom vorigen Jahre das Kampffeld recht heih zu machen. Aber auch bracht. Gewiß kann der Franzose politisch denken, doch ist seine politische Erziehung so konservativ und in vieler Beziehung so engherzig, daß ihm jede Umstellung außerordentlich schwer fällt. Von den Nadikalsozialisten wissen wir, daß sie eine ausgesprochen kleinbürgerliche und nationale Partei darstellen. Dieser Partei wohnt ihrem ganzen Aufbau nach kein großer politischer Schwung inne. Dazu lebt in ihrer alten Generation in außenpolitischer Hinsicht der G e i st des Jakobinertums. Wohin die Weae Frankreichs gehen werden, wird sich erst deutlich zeigen, wenn die neue Kammer zusammengetretcn ist, die Gruppen sich gebildet haben und die zukünftige Mehrheit sich deutlicher abzeichnet. Berliner Blätterstimmen. Berlin. 9 Mai. (ERB.) Das „Berliner Tageblatt" spricht von einem Siege der Vernunft, warnt aber davor, die außenpolitische Bedeutung des Radikalen Wahlerfolges zu überschätzen. Herriot stehe in den Fragen der Reparationen und der Abrüstung Tardieu näher als manchem seiner eigenen Parteifreunde. — Die „V o s s i s ch e Zeitung" betont ebenfalls, dah die Wahlen keinen Kurswechsel bedeuteten. Man dürfe nicht deutsche Maßstäbe anlegen, wenn von einem „Linkssieg" und einer „Riederlage der Rechtsparteien" gesprochen werde. Vielfach seien es nur R u a n c e n, die den Kandidaten veranlaßten, sich zur Linken zu zählen, und cs wäre auch falsch, alle Vertreter der Rechten als Militaristen und Rationalisten anzusehen. — Die „D- A. Z." schreibt: An und für sich wünschen wir den Franzosen aus ganzem Herzen so viel Sozialisten und Demokraten, wie ihnen beliebt. Frankreich muß stärker links, Deutschland stärker rechts regiert werden, dann gibt es einen guten Klang. Aber leider stnd auch die französischen Linksparteien nationalistisch bis in die Knochen, und die Erfahrungen mit dem Staatsmann Herriot sind wenig erfreulich. - Die „B ö r s e n z e i t u n g" führt aus, Kartcllregierung der Radikalen und der Sozialisten oder Konzentrationsrcgierung der Radikalen und der rechten Mitte — darüber mag man sich in Paris den Kopf zerbrechen. Keine djcser beiden Lösungen könnte uns der Rotwendigkeit entheben, in Genf, in Lausanne zu kämpfen, anstatt Kompromisse zu suchen. Wir haben keine Zeit mehr, den Friedensphrasen französischer Linkspolitiker zu lauschen und gläubig auf das große Wunder zu warten. Frankreichs Linke ist jetzt vor die entscheidende Probe gestellt: Frieden, wahrer Frieden oder weiterer Unfrieden, weiterer Kampf aller gegen alle bis zur Vernichtung der abendländischen Kultur. Erste Reichsiagssißung nach der pause. Aeichsfinanzminister Dietrich bringt das Kreditermächtigungsgeseh ein. Berlin, 9. Mai. Der Reichstag zeigte das Bild, das die Vorbereitung eines großen Tages mit sich bringt. Gruppen von Reugierigen sammeln sich' vor dem Portal, durch das die Abgeordneten das Haus betreten. Photographen und Filmleute stehen bereit, um Aufnahmen von den Ministern zu machen. Von polizeilichen Schutzmaßnahmen ist wenig zu bemerken. Schon zeitig erschienen die Volksvertreter, da sämtliche Fraktionen am Vormittag Sitzungen abhalten. Auch Reichsfinanzminister Dietrich fand sich schon vormittags mit seinen Mitarbeitern im Hause ein, um die Rede vorzubereiten, mit der er die große politische Aussprache einleiten will. Reichskanzler Dr. Brüning und Reichsinnenminister Groener wollen erst den Verlauf der Debatte abwarten. Rach der Rede des Reichsfinanzministers kommen also zunächst die Parteien zu Worte. Auf der Tagesordnung steht die erste Beratung des Schuldentilgungsgesetzes in Verbindung mit der allgemeinen politischen Aussprache. Aeichssinanzmiliister Dietrich: Der Gesetzentwurf befaßt sich mit zwei grundverschiedenen Dingen. Auf der einen Seite mit den Kreditermächtigungen, die aus früheren Jahren aufrechterhalten werden müssen, mit Kreditermächtigungen der Rotverordnungen und mit einer Kreditermächtigung, die zur Lieberwindung des Jahres 1932, 33 notwendig ist (Detriebs- mittelkredit). Außerdem behandele er die Frage der Tilgung der schwebenden Schuld. Zum andern beschäftigt sich der Gesetzentwurf in seinem letzten Paragraphen mit der Ermächtigung an den Reichsfinanzminister, eine Prämienanleihe zur Förderung der Siedlung, der Meliorationen, der Beschäftigung Jugendlicher und für sonstige Arbeitsbeschaffung aufzulegen. Die schwebende Schuld des Reiches betrug am 31. März 1930 1938 Millionen, am 31. März 1932 1591 Millionen, also 3^7 Millionen weniger. Das Deutsche Reich ist also in den letzten zwei Rotjahren nicht tiefer in unfundierte Schulden geraten, sondern hat sich, wenn auch nur in einem bescheidenen Betrage, e n t l a st e t, auch die fundierte Schuld des Reiches ist in den letzten Jahren um etwa gleichfalls 300 Millionen zurückgegangen. Jedoch sind trotzdem die Bestimmungen, die zur Tilgung der schwebenden Schuld getroffen waren, nicht voll erfüllt worden, weil zunächst die Defizite im Jahre 1930 und 1931 abgedeckt werden müssen. die Franzosen, das letzte Mal bis zum Ausscheiden geschlagen, halten sich prächtig. Die Gerechtigkeit verlangt es sogar, einzugestchen, dah sie in Schwung und Schmiß den Hannoveranern überlegen sind, daß sic viel eleganter springen und ein unheimliches Tempo vorlcgen. Die Deutschen dagegen sind bedächtig, holen sich durch Zeitüberschreitung Strafpunkte, machen aber ihre Sache mit geradezu wissenschaftlicher Genauigkeit und Gründlichkeit. Lind nur so kann man des lähmenden Schirokkos Herr werden. Als nach der Halbzeit Irland und Schweiz aufgeben, nimmt die Spannung einen herzklopfenden ®raiP an. Die Entscheidung hängt an wenigen Punkten. Alles hält den Atem an. Jetzt ertönt die Faschistenhymne, der Duce tritt in die Arena, schreitet zu der Richtertribüne hinüber. Eine Minute später kann er tosenden Beifall für einen Italiener herausfordern. Aber auch die Franzosen jagen ohne Strafpunkte über die gefährlichsten Hürden. Run hängt alles von Wotan ab, dem Schimmel des Leutnants S a h l a. Lind es gelingt! Die deutsche Fahne geht hoch, das „Deutschland über alles" bricht sich an den Pinienschirmen. Mussolini läßt den Goldpokal bringen — in diesem Augenblick prescht noch einmal, außer Programm, ein französischer Offizier herein, in der Haltung eines Meldereiters, und die Rachricht springt von Mund zu Mund, der Präsident Frankreichs sei ermordet werden —. Mussolini beglückwünscht die deutschen Sieger. Der weihe Wotan in der Mitte, stehen die drei Reiter da wie ein Götterbild im Pinienhain. Magnolienbaum. Von Peter Bauer. Kaum fußhoch über dem grünen Rasenteppich gabelt er sich mit breit ausladendem Geäst nach allen Seiten auseinander. Er ist rund wie ein Karussell. Auf den weit und barock geschwungenen Armen dieses Riesenleuchters fitzen die großen weihen, rosä bis weinrot getönten Blüten, züngelnden Flammen gleich im Wind. Aber sie wirken nur auf die Ferne so lebendig. Als habe ein fremder exotischer Bogclschwarm von flamingofarbenem Gefieder das kahle, noch laublose Gezweig besetzt» so paradiesisch schön fo Der Redner gibt dann einen Lieberblick über die Verpflichtungen des Reiches aus Anlaß der Kreditkrise und die Garantien des Reiches, und abschliehend ein kurzes Bild des Etats 1 932. Der Entwurf ist schon lange aufgestellt, und nur eine einzige Frage ist nicht geklärt, nämlich die der Kosten der Arbeitslosen. Im -vorigen Jahre betrug der Aufwand für die Arbeitslosen in allen drei LlnterstühunMormen 3,3 Milliarden. Davon entfielen auf das Reich 900 Millionen für die Krisenunterstühung, und über 230 Millionen für Zuschüsse an die Gemeinden. Dieser Fonds ist heute noch offen, weil es ungeheuer schwer, vielleicht sogar unmöglich ist, für den nächsten Winter genaue Zahlen zu errechnen. Die Zahl der Arbeitslosen wird nicht nur beeinflußt von der Entwicklung der Wirtschaftskrise, von dem Gang der außenpolitischen Verhandlungen, sondern auch von den Mahn ahmen, die wir selbst zn treffen in der Lage sind. Zu diesen gehört der Versuch, einen Teil der Arbeitslosen zu beschäftigen oder anderweitig unterzubringen. Dieses Problem ist vordringlich, nicht nur wegen der Höhe der Arbeitslosigkeit, sondern auch deswegen, weil in den O st gebieten eine Menge Land demnächst den Besitzer wird wechseln müssen, andernfalls kommt es in Gefahr, zu veröden. Welche Sorgen für die Ernährung unserer Bevölkerung sich daraus ergeben könnten, bedarf keiner Lieberlegung. Es geht darum, dieses Land rechtzeitig auf * zuteilen und zu besiedeln oder aber einer geeigneten Llebergangswirtschaft zuzuführen. So besteht jetzt hier die Möglichkeit, das agrarische Fundament Deutschlands zu verstärken mit dem Gedanken der Unterbringung eines Teiles der Arbeitslosen. Im letzten Paragraphen des vorliegenden Gesetzes wird der Reichstag darüber abstimmen, daß wir eine sog. Prämienanleihe auflegen, um diesen Gedanken in die Tat umsetzen zu können. Daneben soll auch sonst noch der freiwillige Arbeitsdienst ausgebaut und Arbeit beschafft werden. Aus laufenden Mitteln Geld dafür aufzubringen, ist leider völlig unmöglich. Ich hoffe, daß Sie gerade für diese Aktion besonderes Verständnis haben werden. Im übrigen balanciert der Etat in Einnahme und Ausgabe mit etwa 8,3 Milliarden Mark. Er ist auf das Sparsamste aufgestellt. Die Ueberweisungen an die Länder einschließlich der Polizeikosten betragen 2,3 Milliarden, so daß der eigentliche Reichsauswand voll wimmelnden Geflatters leuchtet der Magnolienbaum aus der grünen Llmgebung der maijungen Hecken und Bäume. Die Bewegung ist hundertfach verschieden. Jede Blüte erlebt anders ihre Sonncnckstase. Keine wiederholt die Form der andern, die vielleicht einige Stunden, einen Tag älter ist. , Lind doch erlebten alle den gleichen Weg der Entwickelung und Wandlung. Aus den schmalen, olivgrünen Knospen, die klein wie Bleistiftspitzen aus der braunen Rinde stießen, brachen sie aus. Zuerst waren es winzige hellgrüne Raupen, die aus den schnabelartig sich öffnenden Gehäusen krochen. Sie wuchsen und schwollen rasch, von köstlichen Seimen, von Sonne und Regen gefüttert, und verpuppten sich unerwartet, indem sie ihre Hüllen sprengten, zu prallen Blütenkörpern, die sich rosigen Kinderfäusten gleich emporrcckten, bis die warmen Strahlen ihnen die ziegelförmig über« einanderliegendcn Blumenblätter aufbogen und auseinanderdrängten. Da gab jede Blüte anders nach. Oeffnete sich rascher diese, zaghafter jene, mit niedreren Blättern zugleich eine dritte, die leidenschaftlichste. Manche erlebte ihr Erwachen zu Liebe und Licht so ungestüm, dcch man ihr schon bis in das klce- blütenkleine Herz sehen kann und etliche ihrer Blätter bereits im grünen Rasen liegen. Diese ersten Anzeichen der Vergänglichkeit stören aber in keiner Weise den Eindruck des Lieberschwangs und der zügellosen Freude, den der Baum verbreitet. Im Gegenteil: es scheint, als hätten die vollen Zweige keinen Platz mehr gehabt für neue Blüten und als wären diese im Gras aus den Wurzeln heraus emporgeschossen. Dennoch bringt die unmittelbare Rähe eine kleine Enttäuschung: Es ist, als fei das frohe Getümmel plötzlich erstarrt. Als halte jede Blüte krampfhaft ihre Bewegung, ihre Geste fest wie bei einem sog. lebenden Bild. Lind kommt man in Versuchung, ein Blütenblatt mit den Fingern zu betasten und denkt dabei an Rosenzartheit und Seidenglätte, erschrickt man vor dem Steifleinenen, Stofflichen, das man fühlt. Wäre der liebliche Duft nicht, empfände man den Eindruck des Künstlichen noch stärker. Llnwillkürlich denke ich an die Heimat des lilienblütigen Magnolienbaums. Es tonnten die zarten Hände anmutiger Chinesinnen den einsamen, blätterlosen Baum mit diesen Blüten als Zeichen der Liebe besteckt haben, ihren heißen Herzen und dem Frühliyg Mr Seiet»,, mit genau 6 Milliarden Mark zu beziffern ist. 9it diesen 6 Milliarden Mark sind enthalten 1000 Millionen für die Arbeitslosen, 1200 Millionen für die Kriegsopfer, 477 Millionen für die Sozialversicherung und 420 Millionen für die außerordentliche Schuldentilgung. Die Tilgung und Verzinsung der fundierten und schwebenden Schulden sowie die Reparationsanleihen erfordern rund 700 Millionen Mark, bleiben also eigens für den eigentlichen Betriebsaufwand des Reiches rund 2,2 Milliarden Mk. Abg. Dr. Breitscheid (Soz.) erklärt, die Vorarbeiten des Kabinetts für den Etat sind leider nicht so beschleunigt worden, daß der Etat uns jetzt schon vorgclegt werden kann. Wir wissen aber, daß es wiederum der Etat einer schweren Notzeit sein wird. Wir erkennen die Notwendigkeit st a r k e r S p a r s a m k c i t art, wünschen aber, daß die Leidtragenden nicht in erster Linie die Volksschichten sind, die jetzt schon am schwersten unter der Wirtschaftskrise leiden. (Beifall links.) Das Defizit im neuen Etat muß a u f X Milliarden geschätzt werden. Die Balancierung des Etats ist an zwei Voraussetzungen geknüpft. Erstens darf der Etat durch keinerlei Reparationszahlungen belastet sein. Zweitens muß die Sanierung der Arbeitslosenunter st ützung und der durch fie' in die höchste Bedrängnis geratenen Gemeindefinanzexl^a ußer« halb des Reichshaushaltes gefunden werden. Daran knüpfen wir die Bedingung, daß kein weiterer Abbau der Unter st ützungs- dauer eintreten darf, und daß von einer Auf« Hebung ober Suspendierung der Arbeitslosenversicherung keine Rede sein darf. Wir haben die stärksten Bedenken gegen die angeblich von der Regierung geplante Notabgabe und könnten unter feinen Umständen damit einverstanden sein, daß die Abgabe nur von den Lohn- und Gehaltsempfängern getragen werden soll. (Beifall.) Die deutsche Wirtschaftsnot kann erst behoben werden, wenn wir aus der Bürgerkriegsatmosphäre herauskommen, die durch die Privatarmes Hitlers erzeugt worden ist. (Rufe bei den Rat.- Soz.: Lind das Reichsbanner?) Das Reichsbanner greift den Staat nicht an, sondern verteidigt ihn. (Beifall links.) Wir müssen endlich auch von den Richtern der Republik verlangen, daß sie den Staat besser gegen Angriffe von jener Seite schützen, als sie es bisher tun. (Lebhafte Zustimmung.) Wir leugnen gar nicht, daß die Rationalsozialisten nach den letzten Wahlen die stärkste Partei in Deutschland sind. Darum können Sie aber noch nicht den Anspruch auf die RegiFrungsmacht erheben- Die Sozialdemokraten waren sehr lange die stärkste Partei, ohne die Regierungsgewalt zu haben. Keiner wird den Rationalsozialisten den Anteil an der Regierung verwehren können, wenn sie sich mit anderen Parteien darüber in einer Koalition einigen. Es ist freilich schwer zu erkennen, wie sie mit dem Zentrum zusammen- gehcn könnten, das sie noch in diesem Wahlkampf als eine ontinationale Partei bezeichnet haben. Ein Wirtschaftsprogramm haben die Rational- sozialisten nicht, darum können sie jedem etwas anderes versprechen. Im Antisemitismus ist Hitler auch nicht mehr zuverlässig, denn er hat einem amerikanischen Pressevertreter erklärt: „Wir wollen die Rechte der Juden nicht aufheben, aber wir andern wollen nicht weniger Rechte haben als die Juden." In sozialer Beziehung hat Hitler die Schwer- industriellen mit den Worten beruhigt: „Sie brauchen vor unserem Sozialismus keine Angst zu haben!" (Hort! Hört!) In nationaler Beziehung haben wir Angst, baß eine nationalsozialistische Regierung bem Ausland viel weiter entgegenkommen wird als wir es je dulden können. Eine nationalsozialistische Regierung würde sich mit den feindlichen Regierungen zum Kampfe gegen die deutsche Arbeiterschaft verbinden. (Beifall links, Unruhe bei den Nationalsozialisten. Präsident L ö b e : Weitere Redner sind zur ersten Beratung nicht gemeldet. (Hört! Hört! und Heiterkeit.) Abg. Tor gl er (Komm.): Wir konnten nicht erwarten, daß die Nationalsozialisten ihre Bescheidenheit so weit treiben, baß sie überhaupt nicht reden. (Große Heiterkeit.) Unser Redner wird nun das Wort nehmen. Diebstahl vor des Richters Aase. Man sollte eigentlich nicht denken, dah der letzte Ort, den sich die Pariser Diebe zum Feld ihrer Tätigkeit ausersehen, das Gericht wäre, aber dem widerspricht die Tatsache, daß in den Räumen,. in denen die Göttin der Gerechtigkeit herrscht, fast täglich wertvolle Gegenstände entwendet werden. Die Diebe finden augenscheinlich ein besonderes Vergnügen daran, den Richtern und sonstigen Hütern des Rechtes unter ihren Augen ein Schnippchen zu schlagen. In einem Fall, der in einem Pariser Blatt erzählt wird, erreichte der Dieb den Gipfel kaltblütiger Llnverschämtheit. Während einer Sitzung des Zivilgerichts betrat ein Arbeiter mit einer Leiter den Saal, und der Richter unterbrach die Verhandlungen so lange, als der Mann die Llhr von der Wand abnahm. „Sie soll gereinigt werden", bemerkte er dabei beiläufig. Er verschwand mit dem Zeitmesser, der seitdem nicht wiedergesehen wurde. An der Tagesordnung sind die Verluste kleinerer Gegenstände. wie Llhren und Schirme. Richter und» Anwälte werden ebenso oft Opfer wie Zeugen oder Zuschauer. Erst dieser Tage mußte der Präsident der 10. Strafkammer, als er nach der Verurteilung von 30 Dieben in- sein Zimmer zurückkehrte, feststellen, daß unterdessen sein Mantel verschwunden war. Zeitschriften. — Mutter und Kind. Zeitschrift für Ernährung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck am Harz. Vierteljährlich (3 Hefte) 1,65 Mark. — Das Maiheft bringt u. a. eine Bilderserie „Mütter berühmter Männer". Ilse Meister erzählt über „Das Märchen vom Storch", Gertrud Riemann von Traute, die die Puppen verschmäht. Dr. Herm. Vollmer berichtet über „Ekzemkinder". Mcd.-Rat Dr. Weber über die „Hygiene des Taschentuchs", G. Barthels über „Vorbereitung auf Krankheitstage" und Magda Trott schreibt über „Rervöse Kinder, eine Schuld der Eltern". Für die größeren Buben bringt dieses Heft eine durch Zeichnungen erläuterte Anleitung über das Basteln eines Segelschiffes. Weitere Beiträge wie „Etwas vom Versprechen", „Der Spiegel im Kinderzimmer", „Das mag ich nicht essen" usw. enthalten viel Wissens- wertes für die jungen Mütter. Mbfl. Schneller (Komm ) bezeichnet bie sozialdemokratische Stellungnahme als schwächlich und ruft. „Dieser kapitalistische Staat muh zerstört werden!" Der Redner macht der Regierung den Vorwurf, dah sie sich mit den Westmächten zum Kamps gegen Sowjetrußland verbünden wolle und protestiert gegen das Verbot der kommunistischen Gottlosenbewegung. Abg Meinhardt (Jiaff.) bezeichnet die Art der Kreditaufnahme durch den Rcichssinanzminister als unzulässig Die Finanz- Politik der Rotoerordnungen hab« die deutsche Finanzlage nicht verbessert, aber die deutsche Wirtschaft in eine grauenhafte Unordnung gebracht. Jede neue Notverordnung habe die Kaufkraft der Massen neu vermindert, die Wirtschaft weiter geschwächt und die Arbeitslosigkeit weiter gesteigert. Dos Volkseinkommen sei in den legten sechs Jahren um ein Drittel vermindert und gleichzeitig die Zahl der Arbeit»- lysen versechsfacht worden. Das vorliegende Schuldentilgungsgesetz fei ein typisches Produkt der Regierung Brüning - Dietrich. Dem Reichsfinanz- minifter komme es offenbar nur darauf an, die Kredite, die er sich nach Meinung der Reichsschulden. Verwaltung verfassungswidrig oerschafsen wollte, nun mit offizieller Ermächtigung des Reichstags zu besorgen. Die Nationalsozialisten dächten nicht daran, die Regierung durch die Zustimmung zu dem Schul- dentilgungsgesetz aus ihrer peinlichen verfassungsrechtlichen Lage zu befreien. Sie würden vielmehr aus Grund des Artikels 59 der Reichsoerfassung Anklage gegen die Regierung vor dem Staatsgcrichtshof wegen bemühter Ser- faffungsvcrletzung erheben. (Händeklatschen bei den Nationalsozialisten) Der Entwurf des Schulden- tilgungsgefetz enthält das Eingeständnis, dah die für das Jahr 1931 vorgesehene Schuldentilgung auf dem Papier stehen geblieben ist. Mit den schwebenden Schulden sollte damals ein für allemal aufgeräumt werden. Ihr Stand ist aber von 1280 Millionen auf 1722 Millionen im März d. 2. gestiegen. Im Haushaltsjahr 1931 sollen nun 420 Millionen schwebende Schulden abgcdeckt worden fein. Selbst wenn 420 Millionen Schotzonweisungen eingelöst worden find, so kann man doch nicht von einer Schuldenobdcckung sprechen, wenn dafür 430 bi, 440 Millionen neue S ch a tz a n w e i s u n g c n ausgegeben worden find. Der Reichssinanz- minifter hat seinerzeit erklärt, die Unterschrift zu einem Ucberbrückungskredit gebe er ein zweites Mal nicht. Jetzt verlängert er den Ueber- brückungskredit und läht die Festsetzung der Summe frei. Der Minister bekommt auf Grund feiner Ermächtigung mit Artikel 48 kein Geld mehr. Jetzt soll der Reichstag ihm die Ermächtigung geben zu Krediten, die der Minister höchstwahrscheinlich unter der Hand schon besorgt hat. Der Reichspräsident kann, nach einem verfassungsrechtlichen Gutachten auf Grund der Reichsoerfassung eigentlich alles mit Artikel 48 verordnen, was ihm pofet. (Abg. Dr. Frick, Rats.: Das werden wir lins merken!) Der Reichspräsident hat sich dem Willen des Volkes anzupaffen oder er hat zurückzutreten. Weiterberatung Dienstag. Sitzung dernationalfoziallstischen ÄelchStagSsraltion. Berlin, 9. Mai. (VDZ.) Die nationalsozia- listifche Parteikorrelpondenz gibt über die Sitzung der nationalfozialisttfchen Fraktion einen Bericht au«, in dem es u. a. heißt: Die ReichstagSfraktion der RSDAP trat heute vollzählig zu einer Sitzung zusammen, nachdem vorher der Fraktion-Vorstand getagt hatte. Der Fraktionsführer, Staat-ministcr a. D. Dr. Frick, gab die Richtlinien bekannt, die f ü r d i e parlamentarische Arbeit der nationalsozialistischen ReichStagssraktion in Zukunft maßgebend sein werden. Gleichzeitig wurde die endgültige Zusammensetzung der nationalsozialistischen Mitglieder der einzelnen Ausschüsse festgelegt. , ,. Die Fraktion wird neben den bereits vorliegenden Mißtrauensanträgen, den Anträgen auf Auflösung des Reichstages und sofortige Aushebung des SA.-Verbots weiterhin beantragen, die Rvtverordnung vom 3. M a i über die sogenannte Entmilitarisierung politischer Verbände auf zu heben. Ferner beantragt die Fraktion eine Gesamt- a m n e ft i e für alle vor dem 6. Mai (Amtsantritt deS ReichsprSfidenten) aus politischen Beweggründen geschehenen Straftaten. Don der Reichsbahn wird die Abänderung der Bestimmungen über die Ermäßigung Der Tifenbahntarife dahin gefordert, daß für älrlaubsrcifende die Ermäßigung nur gewährt wird, wenn der Urlaub nachgewiesenermaßen innerhalb des Deutschen Reiches zugebracht wird. Der Fraktionsführer begrüßte namens der Fraktion an Stelle des in den Württembergischen Landtag gewählten Dr. Murr den neuen Abgeordneten v. 3 agow. Dem erkranktenGeschästs- führcr der Fraktion, Abgeordneten S t ö h r, wurden telegraphisch Wünsche zur baldigen Genesung übermittelt. Die Sicherung des selbständigen gewerblichen Mittelstands. Eine Eingabe des Hanfabundtz. Berlin, 7. Mai. (TU.) Der „H a nfabu n d" veröffentlicht eine Erklärung, in der ein Durchfüh- rungsgcfetz zu Art. 164 der Reichsverfassung zum wirksameren Schutz des Mittelstandes gefordert wird. Danach richtet der „Hansabund" an den Herrn Reichspräsidenten, den Reichstag, die Reichsregierung und den Reichsrat die Bitte, in An- ertennung der die individualistische Rechts- und Wirtschaftsordnung bejahenden Tendenz der Artikel 151 54 und 164 der Reichsoerfassung durch ein Durchführungsgesctz zu Artikel,164 (Schutz des Mittelstandes) eine Sichern n'g dafür zu schaffen, daß künftig nicht mehr wie im Rahmen der feit- herigen Wirtschaftsgesetzgebung und Notverordnungen Maßnahmen getroffen werden, die mit den in den vorgenannten Verfassungsartikeln fcstgelegten Richtlinien in offensichtlichem Wider- spruch stehen. Der Wiederaufbau von <-taat und Reue Erdrutschgefahr in Lyon. Erste Aufnahme der Unglücksstätte. Die Bergungsarbeiten an der Unglücksstätte mußten infolge strömenden Regens und neuer Crdrutschgefahr wieder unterbrochen werden. Dec Sachverständigenausschuß fetzte sich mit der Militärbehörde in Verbindung und bat um Abkommandierung einer Artillerieabteilung zu den Bergungsarbeiten. Durch das Feuer von drei Schnellseuergeschühen wurden dann mehrere tausend Kubikmeter über- hängender Erdmassen zum Ab stürz gebracht. Bei der Beschießung traf ein Geschoß die Häuser- Wirtschaft habe vor allem die Ueberwindung des unerträglichen Mifetrouens zur Voraussetzung, das seit langem das unternehmerische Wollen lähmt und breite Schichten des Unternehmertums in einen gegen den Staat gerichteten Radikalismus abgedrängt hat. Das Mife- trauen sei nur zu überwinden durch einen gesetzgeberischen Nachtrag, der den unternehmenden Menschen die Gewißheit gibt, daß die Durchführung feiner wirtschaftlichen Arbeit nicht dauernd durch die die Rechtssicherheit erschütternden Angriffe der Gesetzgebung a e- stört wird. Ein solches Durchführungsgesetz zu Ar- tikel 164 müsse vor allem eine Bestimmung enthalten, daß die steuerliche Belastung eines aewerblichen Unternehmers bei einem steuerpflichtigen Bruttojahresertrag bis zu 2400 Mark eineHöch st grenze von 1 5 v. H. nicht überschreite n dürfe. Auch sei die steuerliche Be- vorzuaung von öffentlichen Unternehmungen und Genossenschaften, Stonfumoereinen usw. auf zu- tz e b e n. Alle gesetzaeberischcn Maßnahmen, die die private und öffentliche Wirtschaftsbeteiligung zum Gegenstand haben, seien auch in Notzeit nur auf dem Wege der ordentlichen Reichsgesetzgebung b c i Zustimmung einer Z w e i d r i 11 e l m e h r - beit des Reichstages vorzunehmen. Der Hansabund weist schließlich noch auf den Weg des Volksentscheids hin, der zur Durchsetzung der erwähnten Forderungen zur Verfügung stehe. Oeuffchnationale Anträge imReichSiag Berlin. 9. Mai. (VDZ) Die deutfchnatio- nalc Reichstagsfraktion hat beantragt, die internationalen Schritte zu tun, um 1. Danzig Schuh gegen die Bedrohung durch Polen zu sichern: 2. das Memelland auf Grund des Selbstbestimmungsrechts zum Reiche zurückzuführen: 3. grundsätzlich die Revision der O st grenzen einzuleiten. — Ein weiterer Antrag der Deutschnationalen fordert, von der Herabsetzung der gesetzlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden und von dem Verbot jeder Mehrarbeit über 48 Stunden hinaus abzusehen. Aus dfler Welt Neuschnee in den Alpen. In den Bergen des Allgäu herrscht wieder Winterwetter. 21m Nebelhorn liegen 40 Zentimeter, stellenweise sogar bis zu 50 Zentimeter Neuschnee. Dienstag früh wurden dort etwa 8 Grad Kälte gc messen. 3m Traum den Tip erhalten. Das Rennpublikum in Budapest halte eine große Sensation. Die Frau eines Polizeiwacht meistcrs, die auf zwei Pferde zu'amm en 5 Pcngö gesetzt hatte, erhielt infolge eines außergewöhnlichen Umstandes den 2726fachen Betrag. nämlich 1 3 6 2 8 Pengö als Gewinn. Die Frau hatte nämlich als einzige auf die beiden A u ß e n s e i t e r p f e r d e gewettet. Sie erklärte Journalisten gegenüber, daß sie die beiden Nummern der Pferde 3 und 4 erträumt habe und bereits zweimal durch Träume die rich- krümmer und setzte diese in Brand. Die Feuerwehr mußte daraus erneut eingreifen. Zur Zeit liegen noch 32 Menschen unter den Trümmern. Am frühen Morgen wurde zunächst eine zum Glück nicht schwerverletzte Frau geborgen. Einige Stunden später konnte die stirchtbar zerstümmelte Leiche eines jungen Mannes freigelegt werden und kurz darauf die Leiche eines Arztes. Insgesamt find dreizehn Gebäude geräumt worden. tigen Nummern der ebenfalls siegenden Pferde gewettet hätte. Die Frau, die von ihrem Glück ganz verstört mar, wurde von Polizisten zu einem Auto geleitet, damit sie ihren Renngewinn vor dem An- drang der Leute in Sicherheit bringen konnte. 3rod Todesopfer eines Schisfszufammenstofees auf dem Rhein. Bei Düsseldorf stiefe auf dem Rhein in der Nähe des Umschlaghafens R e i s h o l z der Schlepp- kahn „Franz" auf der Talfahrt mit einem Dampfer zusammen. Der Zusammenstoß war so heftig, dafe der Schleppkahn mitten durchbrach und innerhalb einer Minute sank. Während es gelang, den Schiffer fowie den Matrosen und dessen Frau zu retten, wurde die im Wochenbett liegende Frau des Schiffers mit ihrem zwei Tage alten Kind in die Tiefe gerissen. 3m Kraftwagen verbrannt. In der Nähe von Grevenbroich bei Düsseldorf sttfß ein aus Richtung Jülich kommender Personenwagen beim Ueberholen von Radfahrern m i t einem Lastkraftwagen zusammen. Der Benzintank explodierte und der Wagen stand in Flammen. Von den drei Insassen konnte nur der Chauffeur mit schweren Brandwunden geborgen werden. Die beiden anderen Insassen, ein Herr und eine Dame, verbrannten vollständig. Ein englisches Verkehrsflugzeug vom Blife getroffen. Das Großflugzeug „Horatius", das zum Flug nach Paris aufgeftiegen war, wurde über Tun- bribge (Grafschaft Kent) vom Blitz getroffen. Die Fenster der Führerkabine gingen in Trümmer, zwei Propeller wurden beschädigt. Verletzt wurde niemand. Dem Führer gelang es, glücklich zu landen. Wettervoraussage. Die Nordwindströmung an der Rückseite des ob- ziehenben Finnlandticss befördert weiterhin kühle Ozeanluft südwärts, wodurch die Temperaturen zunächst noch ziemlich tief zu liegen kommen. Der W tierungscharakter bleibt dabei vorerst etwas un- beständig. Vorübergehend tritt wohl Aufheiterung ein und die Sonnenstrahlung greift etwas durch, aber die ozeanische Kaltluft wird dann wieder Bewölkung Hervorrufen und auch Anlaß zu Gewitter- ftörungen geben. Da nach dem Abzug der Finnlandstorung mit einem Vorgreifen des Biscayahochs zu rechnen ist, tritt eine kurze Wetterberuhigung ein. Jedoch zieht über dem Atlantischen Ozean bereits ein neuer kräftiger Wirbel heran, der beim Zurückdrehen der Winde nach Süden zu Erwarmung, aber später wieder Wetterverschlechterung bringen dürste. Aussichten für Mittwoch: Wechselnd bewölkt mit Aufheiterung, vorübergehend noch kühl, dann etwas milder, Neigung zu Gewitterstörungen. Lufttemperaturen: Am 9. Mai: mittags 10,2 Grad, abends 8,0 Grad: am 10. Mai: morgens 6,7 Grad Celsius Maximum 12,1 Grad, Minimum 4,6 Grad, Niederschläge 4,7 mm, Sonnenscheindauer 4% Stunden. — Erdtemperaturen in 10 cm liefe. Am 9. Mai: abends 11,6 Grad; am 10. Mai: morgens 8,4 Grad Celsius. Grundsteinlegung zum llScnGbrcnmal in Worms. Lpd. Worms 9 Mai. Als letzter Reginurnts- verein in Hegen haben nun die Angehörigen dealten gelben Regiments, der 118er. den Grundstein zum Ehrenmal ihrer Gefallenen gelegt. Infolge der langen Befatzungszeit war eine frühere Erfüllung dieser Ehrenpflicht nicht möglich. Am Sonntagvormittag sanden sich die Angehörigen des Vereins eheinaliger 118er am Denkmalsplatz in der Moltkeanlage ein, wo der Vorsitzende deS 118er-Verbandes. Hohmann (Offenbaertreter. der Regimentsvereine und deS Hassiapräsidiums Mit Chorvorträgen sand die Feier ihren Aus- klang. Kirche und Schule. Kirchengesangvereinsfest in Großen-Linden. • Grotzen-Linden, 9 Mai. Das Kir- chengesangvereinssest, das die vier Vereine von Allendors (Lahn). Klein-Linden. Leihgestern und Grohen-Linden am Sonntag hier feierten, stand unter dem Zeichen der Feier de« 25jährigen Bestehens des von Pf. i.R. Schulte dahier im Jahre 1907 in« Leben gerufenen Vereins. 3m Dormittagsgot- te«bien ft. in dem Pfarrer Schultheis in seiner Predigt von dem Grund sprach, auf dem alle Kirchengesangvereinsarbeit ruhen muß, sang der sestgebende Verein eine kurze Kantate von Leipold. Die Orchesterbegleitung hatten hiesige und auswärtige Freunde des Vereins in dankenswerter Weise übernommen. Die Denorsolopartie fang Lehrer Kruger aus Steinfurth bei Bad- Rau heim. Mit feinem klangvollen Organ verstand er es, in sehr ansprechender Weise den Chor zu führen. Dekan Gußmann (Kirchberg bei Lollar) grüßte die Gemeinde und den Verein im Rainen des Dekanats und des Landeskirchenamtes und sprach dann von der ernsten Ausgabe der Kirchengesangvereine in unserer Zeit 3m Rachmitiagsgottesdienst, der nach einer kurzen Probe der vier Vereine um 14 Uhr begann. predigte Pfarrer Reusch (Leihgestern). Die Möglichkeit und die Rotwendigkeit der rechten Bereitschast der Herzen zum Singen war das Thema, über daS er in eindringlich-ernsten Worten zur Festgemeinde sprach. Die Leitung der Chöre lag in der bewährten Hand von Lehrer Römer (Großen-Linden). der nunmehr 20 3ahre Dirigent des hiesigen Vereins ist. Rach der Kafseepause fand im Saalbau Faber eine Rach - Vers ammlung statt. Rach einer kurzen Begrüßung durch Pfarrer Schultheis und einem von den vier Chören gemeinsam gesungenen Lied trugen in der altgewohnten Weise die einzelnen Vereine je zwei Lieder vor. Dekan ©ufimann sprach das Schlußwort. Der Posaunenchor Klein- Linden war. wie immer, wenn man seine Dienste begehrt, auch diesmal gern zur Stelle. Die Festkollekte für die Kirchengesangvereinssache ergib den für unsere Zeit stattlichen Betrag von 75 Mk. Landkreis Gießen. )( L i ch. 9. Mai. Das alte Meilbachfest, daS schon seit Jahrzehnten zu Himmelfahrt als Mission«fest gefeiert wird, war auch diesmal wieder von vielen Besuchern aus Lich und der näheren Umgebung besucht. Der Posaunenchor leitete mit Chorälen die Feier ein. Missionar Müller von Wiesbaden, der früher in China tätig war, sprach von den Stürmen, die über die Mission in China dohinbrausten, den Siegeszug des Evangeliums aber nicht aushalten konnten. Stistsdechant Kahn hatte mit den Konfirmanden die liturgische Einleitung und Psacrer Drauth das Schlußwort übernommen. Die Gemeinde sang unter der Begleitung des Posaunen- chores verschiedene Lieder. Am Vormittag sand in Lich bereits ein Festgottesdienst statt, bei dem der Kirchengesangverein mitwirkte. Der Missionar hielt in diesem Gottesdienst, wie auch im Klndergottesdienst, die Predigt. Für die Basler Mission erbrachten die Kollekten den Betrog von 70 Mark. Taten für Mittwoch, 11. Mai. , 1916: der Komponist Max Reger in Leipzig gestorben. (Singefonöf. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Strafporlobereäjnung der Reichspost. Bei der Neugestaltung der Portosötze hat unsere Reichspost eine höchst unbequeme und ungeschickte Einrichtung getroffen. Früher kostete ein Bries, der mehr als 20 Gramm wog, das doppelte Porto des einfachen Briefes, heute kostet der einfache Brief 12 Pf., der doppelte aber 25 Pf. Hat man nach altem Stil zwei Zwölfer-Marken aufgcflebt, so muß der Empfänger 2 Pi. Strafporto zahlen. Fällt aber dem Absender der begangene Fehler noch rechtzeitig ein, so muß er die eine Marke wieder ablöfen und durch eine 8- und eine 5-Pfennigmarke ersetzen- denn l-Psennigmarken gibt es nicht. Es wäre doch zweckmäßig, hochverehrte Reichspost, wenn du den Doppelbrief, wie früher, auch nur mit dem doppelten Porto, also mit 24 Pf. belastetest. Oder sind die Strafgelder, die bei der neuen Einrichtung sicherlich recht reichlich eingehen, zu verlockend? K. kirchliche Nachrichten. Mittwoch, den 11. Mai. Hungen. 6.15 Uhr: Messe. Freitag, den 13. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Jin alle Hamburger ergeht die Aufforderung, mitzuarbeiten an der weiteren Einführung des IDEE-Kaffees Seine Hauptstärke ist der Preis von RM 3.05 für 1 Pfund oder RM 1.22 für das große 200 g Paket, und dann ist er veredelt und leichtbekömmlich, so daß auch Kaffeeempfindliche ihn ohne Beschwerden trinken können. IDEE-Kaffee ist überall erhältlich. 3682v J-J- Darboven, Hamburg 15 Durch besonders günstige Einkäufe außergewöhnlich niedrig gestellt! entsprechend den günstigen Einkäufen Die Preise sind 15- Mäntel Mäntel Mäntel J. Pfeffer • Marktplatz 6 3698 A Dr. Diehls Schuh im 83. Lebensjahre. Costarica 4.00 3696 D OberhessischeGesellschaft I für Natur- und Heilkunde • Im Namen der Hinterbliebenen: Philipp Schneider Enwitetaexpilißn Gießen, den 10. Mai 1932. 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Eo groß ist ja die 3at)l derer, die unfrei- willig, länger olS ihnen lieb ist, jum Feiern gezwungen sind, lind auch die anderen, die noch Brot und Derdienst haben, rechnen und rechnen und kommen zu keinem befriedigenden Ergebnis. Und dabei loden die wunderbarsten Reifen nach der Schweiz. in das Land des Nordlicht». an die Blaue Adria Run, solche Fiele braucht man sich in Notzeiten nicht zu steden. Das braucht abej auch nicht gleich völligen Bericht zu bedeuten. Wenn jemals, so haben alle in der gegenwärtigen Feit, die an die Arbeit»- und Nervenkraft täglich gesteigerte Anforderungen stellt, eine Atempause. eine Flucht aus dem niederdrüdenden Alltag nötig Und cs ist tröstlich, sagen zu können, dah sic für Diele noch möglich und erschwing- lich ist .Warum in die Ferne schweifen? Lern' die Nähe erst begreifen! Und erfreut wirst du verstehn: in der Heimat cs schön!' Mit gutem Gewissen ruft der Reicksverband Deutscher Gebirg«- und Wandervereine die Mahnung in unser Doll' .Wandere, reife, erhole dich in Deutschland!" Können wir Deutschen nicht ein Land unser Eigen nennen, das so unendliche Schönheiten in sich vereinigt? 3m Süden, wo unsere Alpen ihre Gipfel zum Himmel heben, in unseren Mittelgebirgen nut den herrlichen Wold- und Flustlandschaften, dort .wo am Rhein die Rebe blüht" und .wo am Belt die Möve zieht", überall sind mannigfache und einzigartige Schönheiten zu finden. Denkt an die reichen Äultur- schätze, an die köstlichen Baudenkmäler, die allenthalben von deutschem Kunstsinn, deutschem Ge- werbefleist und fester Derbundenheit mit heimischer Art künden. Und wie leicht «st das alles zu geniesten! Leit einem halben Jahrhundert arbeitet die deutschen Kebirgs- und Wandervereine an der Erschließung der verschiedenen Gebiete. Wege wurden an fli'lcgt, Zehntausende von Kilometern Wegebezeich- nungen ermöglichen sicheres Wandern von Ort zu Ort. Karten, Führer, cheiniatbucher geben Ausschluß über das Woher und Wohin, über Land und Leute. Und als Derkehrsmittcl wollen wir uns des treuen Dieners unserer Eltern und Großeltern erinnern: Schusters Rappen! Der bringt uns auch heute noch ordentlich durch das Land. lind der Wandersteden ist der Zauberstab, der die Herrlichkeiten der Welt herbeiholt. Wer es versteht, frohen Herzens zu gemeßen, was die Stunde beut, findet auch mit fchma leni Geldbeutel immer noch seine Rechnung. Und noch eine Mahnung: bleibt im Lande! Jede Mark, die in Deutschland umgcfehT wird, hilft zur Besserung unserer wirtschaftlichen Lage. Nicht immer die Ansicht nachbeten, man würfe nur dem Gastwirt das Geld in den Schoß! Der muß es wieder dem Bäder, dem Meßger gelten, wenn er für seine Gäste den Unterhalt beschaffen will. Da wird der Weißbinder bestellt, um das Haus freundlich herzurichten, der Gartenzaun wird ausgebessert, Möbel, Wasche müssen beschosst werden. Und zur Bedienung der Gaste muß Bedienungspersonal gedungen werden, der „Johann" oder das Zimmermädchen werden vom Arbeitsamt bezogen und kommen wieder zu Lohn und Brot. So sind gar Biele beteiligt an dem Erfolg des Fremdenverkehrs. Und fein ist es, daß JMoieMW" Roman von 0ert Rothderg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Hall« 11. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Eines Nachmittags, der Schnee fiel In dicken Floden und ein starker Sturm rih die Aeste krachend von den Bäumen, da klingelte eine kleine, etwas verwachsene Frau an dem hohen, gewölbten Dor. das zur DiUa AnSbrüd gehörte. Erich, der jüngere Diener, öffnete. ,.3ch möchte Herrn Doktor Ansbrüd sprechen", sagte die grau. Der Diener blickte mit spöttischem Lächeln auf die verwachsene Gestalt. Er dachte: Donnerwetter noch mal, mein Herr empfängt ziemlich viel 'Damenbefuch in letzter Zeit. Erst die schöne Blonde und nun die hier. Na, ob er aber für die hier zu sprechen sein wird, ist sehr fraglich! Die Frau sprach sehr entschieden: »Melden Sie Fräulein Ohlen." Verdutzt sagte Erich: „Gewiß, gnädiges Fräulein! Ditte sich etwas zu gedulden." Er schob ihr einen bequemen Sessel hin und ging dann, um die Sache seinem Herrn zu melden. Der schroffe Don, den dieses Fräulein Ohlen angeschlagen, hatte ihn vollständig gefügig gemacht. Doktor AnSbrück war vor einer halben Stunde erst nach Hause gekommen und hatte es sich noch nicht bequem gemacht. Er stand noch an seinem Schreibtisch und öffnete die Post, die Karl ihm wie gewöhnlich dorthin gelegt. Etwas erstaunt blickte er auf, als es klopfte. Dann ein kurzer Zuruf und Erich erschien. „Verzeihen gnädiger Herr die Störung, aber ein Fräulein Ohlen möchte den gnädigen Herrn sprechen." Der Brieföffner fiel auf den Schreibtisch zurück. Doktor Ansbrück sagte: „Führen Sie die Dame herein, Erich!" Kurz darauf stand Marga Ohlen vor dem Manne, der sie betroffen musterte. Der Diener Erich schloß mit einem neugierigen Blick die Dür. „WiNkommen! Darf ich bitten, Platz zu nehmen? Ich nehme an, dah Sie mich in einer wichtigen Angelegenheit sprechen wollen?" Marga setzte sich nicht, so blieb auch er höflich abwartend stehen, obwohl es in ihm stürmte. Denn es war doch gar nicht anders möglich, als daß dieses Mädchen hier eine Verwandte, höchstwahrscheinlich Aennes Schwester war und eine Nachricht brachte. ©enofientoaMtoedoerbanb Hesien-Mielrhcin. ZahreStagung in Limburg. WLN. Limburg, 9. Mai Dcr ® e n o f I c n • fchaftszmeckverband Hessen Mittel- r h e i n hielt hier seinen von etwa 500 Vertretern besuchten Berda ndstag ab. In seiner Begru- ßungsansprache teilte der Berbandsdirektor Dr. F r a n k e n b a ch (Wiesbadens mit, daß die Bemühungen um eine Verschmelzung der im Zwedver- band vereinigten drei Revisionsverbande Wiesbaden, Kastel und Darmstadt fortgesetzt wurden Begrüßungsansprachen hielten Bürgermeister Dr. Krüs- mann (Limburgs, Direktor Poppe. Direktor Dr. Bredenbreuker oon_ der Dresdner Bank in Frankfurt a. M, Bankrat Schramm als Vertreter der Preußenkasse, Professor K l a u s i n g von der Frankfurter Universität, Stadtrat Friton (Wiesbadens für die Handwerkskammer, Direktor Laux von der Limburger Bank. Alsdann erstattete der Berbandsdirektor den Rechenschaftsbericht, der erkennen läßt, daß die dem verband angehören Öen Genossenschaften die Krise im vergangenen Jahre, von wenigen Ausnahmen abgesehen, au» eigener Kraft und mit eigenen Mitteln gut überstanden haben. Dcr Zweckoerband weist folgenden Genossenichasts bestand auf: Wiesbadener Verband 91 Kredii und 52 Warengenossenlchasien, Kasseler Verband 22 Krc dit und 4 Warengenostenschasten, Darmstadter Verband 13 Kredit- und 21 Warengenostenschasten. Der Zweckverband legt Wert daraus, sich von ungesunden Genossenschaften zu reinigen und neue Genossenschaften fernzuhalten, wenn sic den Keim der Krank heit in sich tragen. Den Revisionsbericht erftatteic Verbandsrcoisor Richter (Wiesbadens. Durchschnittlich wird in jedem vierten Reoisionsbericht von Kredit und von jedem sechsten Bericht von Warengenossenschasten festgestellt, daß die Anregungen der letzten Revision nicht oder nur teilweise befolgt worden sind. In 55 Prozent der Berichte von Kreditgenossenschaften wurde die mangelhafte Bildung des Eigenvermögens beanstandet Bei rund 60 Prozent der Kredit, und 25 Prozent der Warengenossenschaften wurden Ucbcrschrcitungen der Höchstkreditgrenze, wenn auch viclfach nur in geringem Rahmen, festgcftellt. Besonders schwierige Ausgaben stellte den Genossen- schäften die fortschreitende Entwertung des Haus und Grundbesitzes. Nur selten gelang es, ausreichende Ersatzsicherheiten zu beschaffen. Liquiditäts- schwierigkeitcn traten vor allem bei den Genossenschaften auf, die dauernd Bankkredite als zusätzliches Betriebskapital benutzen. Der Rcviior fchloß mit der Mahnung an die Vorstände, mit Eifer an die Behebung der Anstande heranzugchen. Berbandsdirektor Letscher, (Kastell betonte im Anschluß an den Revisionsbericht, daß die Entwertung des Grundbesitzes in den Städten einen Um- fang erreicht habe, der ernstlich an den Grundlagen jeden Hypothekarkredits rüttele Die Versammlung nahm solgenoe Entschließung an: „Der verbandstag de» Zwedverbande» Hessen- Miltelrhein ist einstimmig der Ansicht, daß durch schnelleren Ab- und Umbau der Grundvermögens- und der Haurzinssteuer der Entwertung alle» Grundbesitze» entgegengewirkt werden muh, damit nicht die Grundlagen de» Hypothekarkredit» erschüttert werden. " "Noch der Mittagspause referierte der stellvertretende Verbandsanwall Dr. Lang (Berlin) über das Thema: „® i e kann dem Mittelstand g e halfen werde n"" Er forderte von der Reichs regierung eine Wirtschaftspolitik und von den Banken eine Kreditpolitik, die dem gewerblichen Mittelstand mehr gerecht wird, als bisher. Die Reichs- regierung habe in der Notverordnung vom Marz 1932 Ansätze zu einer mittelstandssreundlicheren Politik gemacht Aber das mehrjährige Verbot der Ncugrundung von Einheitspreisgeschäften in'Klein- und Mittelstädten, die Beschneidung des Zugabe wesens und die Sonderumsatzsteuer für Waren- Häuser seien keine Maßnahmen, welche die Lage des Mittelstandes nachhaltig verbefscrn könnten. Das wichtigste Mittel dazu bleibe die Selbsthilfe durch die genossenschaftliche Organisation lieber „Geld- und Währungsreform und die Frage des kleingewerblichen K r e b i t s“ sprach Pros. Dr Wehr le von der Technischen Hochschule Karlsruhe. Er erklärte, daß die Möglichkeiten, von der Gcldscite her die Wirtschaft wieder anzukurbeln, stark überschätzt würden. Der Redner beschäftigte sich dann im einzelnen mit den verschiedenen Vorschlägen zur Reform der Währung. Er kam zu dem Schluß, daß eine Kredit crrocilerung durch planlose Notenausgabe niemals eine Erleichterung darstellen könne. Im Anschluß an die Tagung des Zweckverbandes berieten noch die drei Revisionsverbände gesondert über ihre Iahresrechnung, die Beiträge und den Haushaltsplan. auch der Wanderer, der Reisende, der Sommerfrischler mit bescheidenen Mitteln das große Ge- famtergebnis günstig beeinflussen kann. Darum sei allen, die Ferienplane wälzen, ein- dringlich die alte Wahrheit zugerufen: „Erst die Erde, dann die Sterne! Erst die Heimat, dann die Ferne!" Rr. Haltet Disziplin auf Wanderungen! Da die Frühjahrs- und Sommerwandcrzcit begonnen hat und Pfingsten vor der Tür steht, ist wohl eine Mahnung erlaubt, auch draußen, wo nicht an jeder Ecke ein Schutzmann steht, die Ordnung einzuhalten. Wenn man zur Zeit, da die lieblichste Frühlingsblume blüht, das Maiglöckchen. hinausgeht oder heimkehrt, trifft man immer Wanderer, die die Blumen gleich pfund- weis heimschleppen. als ob der Wald ihnen allein gehörte, statt daß sie ein Sträußchen Heimbringen Wo vor wenig Jahrzehnten der Boden noch stellenweise mit Blumen überdeckt war. trifft man sie jetzt nur selten: Unvernunft hat sie ausge- „Ich möchte wissen. Herr Doktor, ob meine Schwester Aenne in der Nacht zum vierzehnten Dezember hier in diesem Hause war." „Ja! Das ist Ihnen aber doch sicherlich bereits von Ihrem Fräulein Schwester mitgeteilt worden?" „Wir wußten nur, daß Aenne von Madame Endiee gegen sieben Uhr vom Nordbahnhos aus hierhergeschickt worden ist. Sie hätte gegen elf Uhr wieder daheim sein müssen. Sic hat uns dann nur flüchtig mitgeteilt, daß sie einem Menschen einen großen Gefallen tun werde. Mir war das gleich nicht sympathisch, denn meine Schwester ist viel au schön, um derlei Abenteuer ohne Gefahren für sich selbst bestehen zu können. Es scheint auch alles gekommen zu fein, wie es kommen mußte. beim meine Schwester hat uns nichts über diese Nacht erzählt. Sie ist schmal und blaß und lacht nicht mehr. Dars ich nun fragen. Herr Doktor, mit wem Aenne in dieser Nacht zusammen war. Vielmehr, wem hat sie diesen Gefallen tun müssen?" „Mir!" Sie starrte ihn an. Ihr Gesicht wurde grau. In ihren Augen flackerte es. Vor seinem stolzen Eingeständnis wurde sie machtlos. »Ja, aber.. „Ich weiß, was Sie sagen wollen. Und Sie sind gewiß auch im Recht. Da Aenne es vorgezogen hat, über alles Weitere zu schweigen, werde ich ihren Willen ehren und es vorläufig auch tun. Ihrem Fräulein Schwester gehört meine Hochachtung heute und immer." Unschlüssig stand sie vor ihm. Er schien aber nicht gewillt, ihr weitere Zugeständnisse zu machen. Zom kam in die dunklen Mädchenaugen, die das einzig Schöne an Marga Ohlen waren. „Die Ausflüchte sind sehr billig, Herr Doktor Ansbrück. „Ich sehe da aber nicht länger tatenlos zu, wie meine Schwester feit jener Nacht sich grausam verändert. Es muß doch irgend etwas geschehen sein, was ihr jeden Lebensmut genommen hat." Doktor Ansbrück zuckte zusammen. Dann sagte er: „Ich will Ihnen noch anvertrauen, daß es mir auch lieber wäre, ich könnte mich Aenne jetzt schon nähern. Leider lassen die Umstände es vorläufig nicht zu. Ich werde aber eines Tages frei sein." Er reichte ihr seine Hand, und DDarga Ohlen legte wie betäubt ihre Hand hinein. Sie sagte leise: „Ich mußte wissen, wo die Kleine war. Ich will nun wieder gehen. Leben Sie wohl." „Aus Wiedersehen, mein gnädiges Fräulein." Er küßte ihr die Hand unb begleitete sie bis in die Halle. Doktor Ansbrück ging in fein Arbeitszimmer zurück. Sin weiches, sehnsüchtiges Gefühl war in rottet! Und so geht es leider mit mancher andern Pflanze auch. Wie oft findet man wcggcworfene große Büschel zwecklos, womöglich ausgerissener Blumen am Boden welken. Leider Hag'en auch die Wandervereine immer wieder, daß ihre mühevoll angebrachten Wegezeichen ausgekratzt sind, wie jetzt von Dubenhänden am Dünsberg Und wie oft klagen mir Forstbeamte, dah das Reh gehetzt wird, selbst wenn es einen wunden Lauf hat, oder auch, daß sinnlos Vogelnester auf gelt ort werden, so daß die Brut eingeht, oder daß Holzbeugen auseinandergerissen werden, dah der Käufer nicht mehr seine Nummer findet. All das paßt nicht in die Natur! Man kann es verstehen, daß ein Wanderer, der einmal solche Bübereien ant^fft, am liebsten ein kräftig Standgericht über den üblen Frevler abhalten möchte, und dah die Forstbehörden immer wieder davon sprechen. Teile des Waldes zu sperren. Alle guten Wanderer, vor allem aber alle Lehrer sollten immer wieder gegen solchen Frevel an unserer Heimat zu Felde ziehen. Die neue Preußische ihm. Doch er durfte sich Aenne jetzt nicht nähern, das war er ihr schuldig vor der Mitwelt. Er muhte seine Sehnsucht nach ihrer Liebe bezwingen und mußte warten, bis er frei war. Lisa war bei ihren Eltern. Vorläufig versuchte man von dort aus. die Ehe mit aller Ueberredungskunft zu halten Doch sie würden kein Glück damit haben. Er war dieser Ehe mit allen Kränkungen und Reibereien müde. Diese Gründe gab er immer wieder an. Von den beiden gewichtigsten Gründen schwieg er, um Lisa nicht unmöglich zu machen. Er konnte es sich ja denken, daß man die verwandtschaftlichen Beziehungen zu ihm nicht so ohne weiteres aufgeben wollte, denn Lisas Familie brauchte notwendig die Geldzuwendungen. Nun, die sollten ja mit einer kleinen Rente weitergehen. Freilich, so hoch wie jetzt konnte er sie nicht bemessen. Er hatte endlose Unterredungen mit ihrem Vater, der alten Exzellenz. Sie führten zu keinem Ergebnis und würden zu nichts führen. Er machte das dem alten Herrn auch immer wieder klar, doch der wollte davon nichts wissen. Er dachte eben, mit ein paar guten Worten müsse sich alles wieder einrcnken, und er zürnte seinem Schwiegersohn, dah der so unversöhnlich blieb. Wenn er alles wüßte! Wenn der alte, ehrenwerte Mann alles wühte! Er durfte es nicht erfahren! Man muhte in diesem Falle auf alles gefaßt sein. Also hieh es: Weiter schweigen! Der Vater würde die Tochter sofort aus dem Hause weisen. Daran war nicht zu zweifeln. Ernst von Polzenhogen war ein gemütlicher Kauz. In puncto Ehre verstand er aber feinen Spaß, und wenn er alles wüßte, würde auch er der Schwägerin da- Haus verschließen. Lisa mußte dann vollends auf die schiefe Bahn kommen, wenn alles sie verlieh. Das durfte nicht sein. Durfte trotz allem nicht fein! Aenne! Wie schwer sie an all dem Geschehenen trug, wußte er nun. Vertraute sie ihm denn nicht? Oder hatte fie schlecht von ihm gedacht, weil er ihr die zweitausend Mark in die Handtasche gesteckt hatte? Rudolf Ansbrück lächelte. Sie hatte ihm das Geld stolz bagelaffcn. hatte verzichtet darauf. Ob fie wußte, wie stolz und unantastbar sie ihm nun erschien? Wie er sich im geheimen über diese Tatsache gefreut hatte, trotzdem er ihr wiederum auf der anderen Seite gern etwas Geld in die Hände gespielt hätte? Er würde frei sein! Dann würde er sie holen! Dann sollte sie sorglos und glücklich sein, die schöne, blonde, stolze Aenne. Tier- und Pflanzenschutzverordnung vom 16. Dezember 1329 mit Ergänzungen und das Hessische Naturschutzgesetz vom 14. Oktober 1931 enthalten strenge Verbote und Strafen: die preußische Verordnung nennt 25 absolut geschützte.Pflanzen- arten. Beide Gelene sollten m der Hand jedes Lehrer» fein und dauernd in der Heimatkunde benützt werden. Alle gutgesinnten Wanderer aber sollten sich zur Berg- und Raturwacht zusammen- fchliehen! Prof. W. M i 11 e r m aier. Totschlag in Gießen. Eine schwere Bluttat, der ein Menschenleben zum Opfer fiel, ereignete sich gestern abend hier an der Öde Neustadt Bahnhofstraße. Heber den Vorfall erhalten wir den nad)nebenbei! Polizeibericht ..Gestern, kurz nach 22 Uhr. wurde an der Ede-Neustadt Bahnhofstraße der aus der Wan- derfchaft befindliche Schreiner Iofef Neuerburg. geboren am 28. Dezember 1897 in öu»- firdKii. von dem ebenfalls auf Wanderschaft befindlichen Bergmann Friedrich Röll, geboren am 31. Jul 1904 in Elberfeld, nach kurzem Wortwechsel mittels eines feststehenden Messers, eines sogenannten Knickers, durch einen Herzstich Io 'chwcr verletzt daß er auf dem Wege in die Klinik verstarb Die beiden hatten vorher mit zwei Schaustellern in einer hiesigen Wirtschaft gezecht, wobei der Verstorbene unsittliche Anträge an die Ehefrau des Schausteller- gestellt haben 'oll. Hierüber kam es in der Neustadt zu Tätlichkeiten, wobei Röll zu Boden geworfen und geschlagen wurde. Plötzlich sprang er jedoch auf und stach mit dem gezogenen Messer aus Neuerburg so heftig ein. daß dieser zusammenbrach. Röll, der auch den Schausteller noch mit Tot stechen bedrohte, wurde jedoch in Schach gehalten, bis er von der herbeigeeilten Polizei festgenommen wurde. Die Ermittelungen sind zur Zeit noch im Gange, der Täter wird nach Abschluß derselben dein hiesigen Amtsgericht vor- geführt. Die Tatsache, daß der Verstorbene die ganze Zeche bezahlte, ist ein Beweis dasür, wie es mit der ..Mittellosigkeit" eines großen Teiles der auf Wanderschaft Befindlichen bestellt ist." Wiedener *$od)cnmarftpvci|c. ' Gießen. 10. Mai Es kosteten aus dem heutigen Wochenmarlt Süßrahmbutter 130 Ps, Landbutter 130. Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing (gelb) 12 bis 15. Weißkraut 10, Rotkraut 12 bis 15, Spinat 10 bi» 15. gelbe Rüben 10 bis 12. rntc Rüben 10 bis 12. Spargel 60 bis 100. Unterkvhlrabi 5 bis 7, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60. Zwiebeln 18 bis 20. Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 dis 35. Rhabarber 15 dis 18, Kartosfeln 4.5 (pro Zentner 3.80 bis 4 Mk i. Aepsel 10 bis 15. Dörrobst 25 bi» 30. Nüsse 35 bis 40, Honig 40 bis 45. Suppenhühner 70 bis 80. junge Hähne 80 bis 90 Pfennig pro Pfund: Tauben 50 bis 70. Eier 7 (10 Stück 65 Pf ), Blumenkohl 30 bis 70. Salatgurken 40 bis 60, Salat 15 bis 25. Lauch 5 bis 10. Sellerie 10 bis 30. Oberkohlrabi 20 bis 25. Rettich (neue) 15 bis 20. Käse 5 bis 10 Pf. pro Stück: Radieschen 10 bis 15 Pfennig pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadtthcatcr, 19 bis 24 Uhr, „Faust" 1 Teil. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraß' „Zu Befehl, Herr Unteroffizier!" — Aus b e in Stabtthcaterburcau wird uns geschrieben. Heute, 19 Uhr, Wiederholung ber Neuinszenierung bes Intenbanten Dr. Rolf Pro sch „Faust, 1. Teil", eine Tragödie von Goethe. Die große Dichtung schasst einen Theaterabenb von ungewöhnlichem Format. In ben Hauptrollen Jochen Hauer (Faust), Beatrice Doering (Gretchen), Mephisto Karl Bruck. Die Aufführung gilt al? „Weshalb du so ohne weiteres in die Lösung der Ehe willigst, ist mir ein Rätsel. Ich frage dich heute: Bist du denn verrückt, daß du eine solche Position ohne weiteres aufgeben willst? Eine solche Heirat bietet sich dir nie wieder. Nie, sage ich dir. Keine Liebe mehr füreinander! Gegenseitige Abneigung! Lächerlich! Eine gute Position im Leben ist alles. Aber du wirst ihn so lange mit deinen Launen sekkiert haben, bis er grob geworden ist. Kann ich ihm nicht mal verdenken. Vielleicht wäre sogar eine Tracht Prügel am Platze gewesen, mein Täubchen Nun. das tut ein Kavalier nicht! Und der Ansbrück tut's gleich gar nicht! Fünfhundert Mark lebenslängliche Rente für dich und sicbenhundertfünszig für Mutter und mich. Sehr anständig von deinem Manne. Das täte kein anderer Bestimmt nicht Und deswegen ist es eine doppelte Schande, ihn dahin gebracht zu haben, dah er jetzt unerbittlich bleibt. Geh zu ihm und bitt ihn um Verzeihung! Das einzig Richtige ist's. sag ich dir Ich mache ihm keine Friedensvorschläge mehr! Ich nicht, daß du es weißt. Das ist mir zu dumm. Dabei muß ich ihm bei jedem Wort, das er sagt, recht geben. Das ist das Schlimmste, daß man ihm überhaupt nicht mit irgend etwas zu Leibe rücken kann, weil er stets anständig gehandelt hat dir. uns gegenüber. Renke cs ein. Lisa, denn mich machen die neugierigen, höhnischen Blicke und Fragen der lieben Freunde und Bekannten jetzt schon krank. Geschweige denn, wenn es wirklich so weit ist." Exzellenz von Massow-Friedingen war maßlos erregt. Seine Frau, zart und schonungsbedürftig, suchte ihn ängstlich zu beschwichtigen. Denn er sollte sich doch nicht aufregen. Doktor Hendel hatte es erst gestern gesagt. Run war abermals am Morgen diese elende Geschichte zur Sprache gekommen, und nun erregte er sich eben doch wieder. Er hatte ja recht. Lisa hätte unter allen Umständen bei ihrem Manne bfeiben müssen. Aber cs war ja nicht mit ihr zu reden. Was hatte fie schon hinter des Gatten Rücken alles versucht. Nichts! Immer nur schüttelte Lisa den Kopf und sagte: „Laßt mich doch nur in Ruhe! Es muß fein. Ich bin machtlos dagegen." Nun sah Lisa, schlank und sorgfältig frisiert, im Erker und sah gleichgültig dem Kanarienvogel zu. Nach außen hin war sie gleichgültig. In ihrem Innern sah es ganz anders aus. Sie konnte sich nicht mehr begreifen, wie sie auch nur eine Minute hatte ernstlich erwägen können. Rudolf um einen Baron Ilzenescu zu verlassen. Jetzt — liebte sie ihren Mann, sehnte sich nach ihm. wo es zu spät war! (Fortsetzung folgt.) 30. Vorstellung im Dicnstag-Abonnemcnt. Gewöhnliche Preise. Die Bühnenmusik komponierte Waller Moehl. Ende 24 Uhr. — Morgen, Mittwoch, 11. Mai, jüdwestdeutsche Erstaufführung des an anderen Bühnen bereits mit größten! Erfolg herausgebrachten nachgelassenen Werkes von Hermann Sudermann: „Die Entscheidung der Lissa Hart". Spielleitung Peter F a s s o t t. In der Titelrolle Edith Berger. Beginn 19.30 Uhr, Ende 22 Uhr. — Die Oberhessische Gesellschaft für Natur - und Heilkunde (Naturwissenschaftliche Abteilung) veranstaltet am Donnerstag, 12. Mai, 20.15 Uljr, im Hörsaal des Botanischen Instituts am Drandplah eine Sitzung, in deren Nahmen Prof. Dr. Küster über das Thema „Neue Forschungen über die Sexualität der Pflanzen" sprechen wird. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. * Der Gießener Besuch des Chefs derHeeresleitung, G:n?rals der Infanterie Frhr. v. Hammer st ein-Equord, ist von uns in sechs Bildern veranschaulicht worden, die in dem Bild-Aushängekastcn an unserem Geschäftslokal jedermann zur Besichtigung zugänglich sind. ” Dienstjubiläen Bei der Reichsbahn. Dieser Tage konnten Zugführer Wilhelm Jünger beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Gießen, auf eine 40jährige, Zugführer Ludwig Euler, Christian G ö r n e r t, Heinrich May und Oberzugschaffner August Weigel beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Klein-Linden, auf eine 35jäh- rige, Werkführer für Kraftwesen Ernst Mainzer beim Bahnbetriebswerk Gießen, wohnhaft in Gießen, Zugschaffner Wilhelm Weller dein: Bahnhof Gießen, wohnhaft in Wieseck, Betricbsassistent Hermann Hammel beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Wieseck, und Rangierer Friedrich Lotz beim Bahnhof Gießen, wohnhaft in Wieseck, auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Aus diesem Anlaß wurde Zugführer Jünger von dem Dienststellcnlciter, Amtmann Dörr, ein Glückwunschschreiben des Reichspräsidenten und der Reichsbahnhauptverwaltung, ollen übrigen Jubilaren von den Dienststellenleitcrn Amtmann Dörr und von der Heydt Glückwunschschreiben der Reichs- bahnverwaltung überreicht. Seitens der Mitarbeiter wurden den Jubilaren vielfache Ehrungen zuteil. ** Di e Pfin oft -Rüafohrkarten der Reichsbahn. Bei der gestrigen Mitteilung über die Gültigkeitsdauer der Pfingst-Rückfahr- karten der Reichsbahn ist unserer Informationsquelle leider ein Irrtum unterlaufen. Zur Berichtigung ist folgendes festzustellen: Die Fest- tags-Rücksahrkarten gelten für die Hinfahrt nur vom 11. bis 17. Mai einschließlich, die Hinfahrt muß am 17. Mai um24ülhrbeendet sein: für die Rückfahrt gelten die Karten nur vom 13. Mai 12 Uhr bis zum 23. Mai einschließlich 24 Uhr. ** Maienblasen. Bei dem am morgigen Mittwoch 19 Uhr vom Turm der Johanneskirche aus stattfindenden Maienblasen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht: 1. Allein Gott in der Höh fei Chr: 2. Anrufung Gottes von Ruh: 3. Goldne Abendsonne wie bist du so schön. ** Die Annahme von Postpaketen du r ch d i e P a k e tzu st e lle r. Vom Postamt wird mitgeteilt: Gewöhnliche Postpakete können durch die Paketzusteller gegen eine Gebühr von 20 Pf. angenommen werden. Die Abholung aus der Wohnung kann durch gebührenfreies Schreiben an das Postamt oder am Fernsprecher (Anschluß 2708, Packkammer) verlangt werden. ** E i n Autozusammenstoß ereignete sich heute gegen 7 Uhr an der Ecke Bahnhofstraße- Westanlage vor dem Hotel Schütz. Dort kam ein kleines Postauto, das dem Verkehr zwischen den Postämtern dient, die Bahnhofstraße herabgefahren und wollte in die Westanlage nach Oswaldsgarten zu einbiegen. 9m gleichen Augenblick kam von der Westanlage aus der Richtung Selterstor ein mit 17 Kühen beladenes Viehtransportauto herangefahren. 9m Handumdrehen kam es zwischen den beiden Fahrzeugen zur Karambolage, wobei dos Viehtransportauto nach rechts auf den Bürgersteig fuhr und in die Tür des Geschäftslokals der Barmer Erfatzkasie hineinsauste, während das Postauto von seinem Führer nach links herumgerissen wurde. Durch den Anprall des Diehtransportautos an das Gebäude wurde das Mauerwerk beschädigt und der Wagen selbst in seinem Vorderbau zertrümmert, zum Glück blieben aber der Lenker und das Vieh unversehrt. Das Postauto erlitt ebenfalls einigen Schoden und wurde im Verlaufe des Vormittags zwecks Reparatur aus dem Dienst gezogen. Auch der Führer des Postautos blieb glückiicherweise unverletzt. lieber die Ursache des Unglücksfalles kann erst durch die polizeiliche Untersuchung Klarheit geschaffen werden. ** Deutscher Abend des Stahlhelm. Die Ortsgruppe Gießen des Stahlhelm veranstaltete am Samstag im Ofe Leib einen gutbesuchten Deutschen Abend. Der Führer der Ortsgruppe, Kamerad Appel, begrüßte nach einigen einleitenden Musikstücken die Teilnehmer, insbesondere den Landesverbandsführer Kapitän a. D. Weiße (Frankfurt). Rach einem inhaltrcichen und eindrucksvoll von Herrn W e i n a n d y wiedergegebenem Vor- jpruch hielt der Landesoerbandsführer Kapitän a. D. Weiße eine kurze Ansprache in der er u. a. auch an die Führertagung in Magdeburg erinnerte, von der eine Anzahl Stahlhelmkameraden am gleichen Abend zurückkehrte. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, im Kreise der Gießener Kameraden weilen zu können und ging dann in seiner Rede auf die Röte der Gegenwart und auf die nationalen Nöte unseres Vaterlandes ein. Nach dieser Ansprache wurde ein dreiaktiges Schauspiel („Deutscher Osten in Ketten") von Mitgliedern des Stahlhelm geschickt aufgeführt. 9n diesem Schauspiel wurde die Not der deutschen Bauern im Osten in ergreifender Weise geschildert. Insbesondere waren die Methoden der Polen, deutsches Land den Deutschen zu enf- reißen, die deutschen Bauernkinder des Deutschtums zu entwöhnen, und die vielerlei Schikanen, denen die Bevölkerung des Ostens, im Korridor besonders, ausgesetzt ist, in dramatischer Handlung vor Augen geführt. Die Darsteller gaben sich um die Ausführung sehr viel Mühe und ernteten mit Recht dankbaren Beifall. Das Theaterstück war eine ernste Mahnung, die deutschen Volksgenossen im Osten nicht ^u vergessen, gleichzeitig aber auch ein Spiegel des Treuebekenntnisses des' Ostbauern zu Deutschland. Während einer Pause unterhielt der Leiter der Stohlhelmkapelle, Musikmeister Scheu fele, mit einem Violinsolo, das mit stürmischem Beifall ausgenommen wurde. Der Rest des Abends war der Militärmusik gewidmet. Die Kapelle wartete mit schneidigen Märschen auf, die den Abend in harmonischer Weise abschlossen. ** Gefundene Sachen. Das Polizeiamt teilt mit: Das Verzeichnis über die im Monat April gefundenen bzw. abgelicfcrten Gegenstände kann an dec Anschlagtafel im Flur des Polizeiamts, Landgraf- Philipp-Platz 1, eingesehen werden. Die Empfangsberechtigten werden aufgefordert, ihre etwaigen Rechte innerhalb zwei Monaten beim Fundbureau während der Dienststunden geltend zu machen. Wirtschaft. Weiterer Rückgang der Arbeitslosigkeit im Keich. WTB. Berlin. 9. Mai. Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis 30. April ist die Zahl der Arbeitslosen um rund 1 97 0 0 0 auf 5 7 3 7 0 0 0 zurück- g egangen. In der ersten Aprilhälfte war ein Rückgang um etwa 100 000 zu verzeichnen. Die Zahl der Hauptunterstützungscmpfänger in der Arbeitslosenversicherung beträgt nunmehr 1 232 000 (15. April 1932: 1 347 000), in der Krisenfürsorge 1 675 000 (1 721 000) und in der Wohlfahrtsfürsorge schätzungsweise 2 Millionen. Nur geringe Entlastung in Hcsfcn und Hciien-Nassau WSN. Frankfurt a. M, 9. Mai. Die Entlastung des Arbeitsmarktes in Hessen und Hessen-Nassau hat sich auch in der letzten Aprilhälfte nur in Verhältnis mäßig geringem Umfange fortgesetzt. Die Gesamtzahl der Arbeitsuchenden ist von 335 967 auf 328 901. also um 7066 oder 2.1 Prozent zurückge- gangen. Bon den 7066 Abgängen entfällt der größte Teil (4923) auf die Saison-Auhenberufe und nur etwa mehr als ein Drittel (2240) auf die übrigen Berufe. Bon den Saison-Außen- berusen hat die Zahl der Arbeitsuchenden im Baugewerbe um 2431, in der Industrie der Steine und Erden um 1221, in der Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gärtnerei um 634 und in der Gruppe Lohnarbeit wechselnder Art um 520 abgenommen. Bon den übrigen Berufen hat die Metallindustrie mit 981. das Bekleidungsgewerbe mit 335 und das Berkehrsgewerbe mit 307 Abgängen die größte Entlastung erfahren. während die Lederindustrie eine Zunahme um 377 Arbeitsuchende (3.4 Prozent) ver- ze'chnete Bon den 328 901 Arbeitsuchenden waren am 30. April Hauptunterstützungsempfänger in der Arbe tSlosenversicherung 62 912 oder 19'1 Pro- ften1, Haupt interstühuna^e npfänger in der Krisen- fürforge 91 888 oder 27,9 Prozent, 115 691 Personen oder 35.2 Prozent erhielten Wohlfahrts- unterstühung. und 58 410 oder 17,8 Prozent der Arbeitsuchenden bezogen keinerlei Unterstützung. Gegenüber dem leiten Stichtag vom 15. April hat die Zahl der HauptunterstühungsempfäBher in der Arbeitslosenversicherung um 9035 und in der Krisenfürsorge um 3186 abgenommen. Oer Reichsbankftaiuö Anfang Mai. Berlin. 10. Mai. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Mai hat sich in der verflossenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 187,2 Millionen auf 3628.3 Millionen Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 0,1 Millionen auf 3145,7 Mill. Mk. zugenommen, die Bestände an Rcicksschatzwechfeln um 16,3 Millionen auf 10,0 Millionen Mark und die Lombardbestände um 171 Millionen Mark auf 111,0 Mill. Mk. abgenommen. 2In Reichsbanknoten und Renten» bankscheinen zusammen sind 146,3 Mill.Mk. in die Kassen der Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 137,2 Millionen auf 3993,9 Mill. Mk., derjenige an Dentenbankscheinen um 9,1 Millionen auf 406,4 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 20,8 Millionen Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 362,8 Mill. Mk. eine Abnahme um 41,9 Millionen Mark. Die Bestände an Gold unddeckungs- fähigenDevisen haben sich um 5,1 Millionen auf 984,4 Mill. Mk. vermindert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 7,7 Mill, auf 851,1 Millionen Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 2,6 Mill, auf 133,3 Millionen Mark zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen beträgt 24,7 Proz., gegen 24 Prozent in der Borwoche. ' Mainkrastwerke-A. -G., Frankfurt a. M. - Höch st. Die GB. der Gesellschaft genehmigte einstimmig den Abschluß für das Geschäftsjahr 1931 und beschloß, aus dem erzielten Reingewinn von 908 321 Mark eine Dividende von 4 (6) Prozent zu verteilen. ' Henschel & Sohn, A G., Kassel. Die vor einigen Wochen angekündigte Wiederaufnahme der Arbei't in den Werkstätten der Henschel ^%Rumün.vereinh.Rentev.i913 4% Rumänische vereinh. Rente . 3,9 g'g 3,8 13,6 ey*% 1. Olnalclicr...... 13,65 — 13,7 Ataniiun u. M. Berlin Schluß, lurd 1-Uhr- Kurs Schluß. iun< Ansang. Kur« Dalum 9.5. 10.5 9.5 10.5. Hamvurg-Amerila Palei . . . u — — 12,25 12,4 Hamburg-Sudam. Tampsschis — -— Hansa Dampsjchiss ... . ( — — 20 — Norddeutscher tiloyb .... A.Ä. suc Verkehrswesen Akt. . 6 -__ — 13,25 13,4 -— — 33,25 33,5 Berliner HandclSgesellschast . 2 83 — 83.5 Gemmen« und Privat-Bank . 7 — 19 Darmstädter und Nationalbank $ 20,5 _ 20,5 __ Deutsche Bank und DiSconto.Aescllschast. . . 6 37,5 37,5 _ Dresdner Bank...... 6 20.5 — 20,5 _ Reichsbank........ 12 115,25 116 116 116,25 A.C.G........... . 7 25,5 26 25,75 26 Bergmann........ . 5 16,5 (Sicht. LieserungSgelellschast. Licht und Straft...... 10 10 71,5 72.5 55,5 71 56.5 72 Felten & Guilleaume.... K'/r 39,25 39,25 Grsellschast sur Llekirische Unternehmungen . . Rheinische Slekkaziiäl . . . 9 . 9 56 57 56,25 70.25 55,75 70 Schuckeri & (So....... 11 — 53 53,5 54 Siemens L Halske..... 14 107,75 108 108,5 108,25 Lohmener L Lo....... 12 83.5 84 85 Buderu»......... . 4 — 25 25.25 Deutsche CrtBöl...... . 6 — 59,75 59,5 59,65 Gelsenkirchener...... . 8 36 36 36,25 Harpcner......... . 0 — 40,4 40 39,65 Hoesch Eisen........ Ilse Bergbau....... . 6 10 — 27,9 122,5 27,75 123 Klocknerwerke....... . 6 — 24,9 25 Köln-Neucssen....... ey, __ _ ManneSmann-Rvhren . . . . 6 37,75 37,4 37,65 15 Mansselder Bergbau .... . 0 14 —— 15 cberschles. KokSroerke . . . . 8 — 35 35 P-bönir Bergbau...... 41/, — — 18,5 18 7.6 Rheinische Braunkohlen. . . 10 — — 153,5 155,5 Rhetnstahl........ . 6 —- 40,5 40,25 40,4 ;?ranffurt a. 2)1. Berlin Schluß-, 1-Uhr- Schluß» l Ansana- kurS 1 Ä"Hi lurS | Kurs Datum 9.5. 10.5. 9.5. 10.5. Riedeck Montan . . . ... l,t — — Bereinigte Stahlwerke . ... 4 15,9 15,75 15.9 15,9 Ltavi Minen .... . . 16’ , — 10,75 Kaliwerke Aschersleben . . . 10 87 — 87 86 Kaliwerke Westeregeln . , . 10 94 — 94.5 94,5 Kaliwerke Salzdetsurlb . . . 15 149 — 148,75 148,75 I. ®. Farben-Fnbusme . . . 12 97.75 97,25 97,25 97,25 Aercin. chem. Industrie Frank- surl a. 'i'f...... 62 Scheideanstalt.... . . . 10 125.75 126,25 _ _ Goldschmidt..... . . . . 0 18,75 19,13 RülgcrSwerke .... . ... 6 30,5 31.5 30,65 30,65 Metallgelellschasl. . . . . . . b 30,25 31,25 Philipp Holzmann . . . ... b 39 — 39,5 39,75 Zementwerk Heidelberg . ... 1 44 — — Lemcntwcrk Karlstad!. . ... 1 41,25 — Wahh & Freytag . ... 0 4,4 — 4,5 — Schultheis Pahenhoscr . . . 15 —- _ 60.4 58,75 Aku (Allgemeine Kunstsoide) 0 40 41 40.5 41,75 Lemberg...... . . . 0 41 — 40,5 42 Zellstoss Waldhos . . . . . 12 — 31.5 31,25 32,5 Zellstoss Aschasscnburg . . . 6 — 25 25 Dessauer GaS .... . . . . 9 — — 89 89,5 Daimler Motoren . . . . . . 0 —— — 11,75 11 75 Deutsche Linoleum . . . . . b 36.75 35,5 36.75 35.5 Orensiein & Koppel . . . . . 0 24,4 24.13 Leonhard Tietz . . . . . . . 8 — 55,9 54.7.6 SvenSka...... . . . 15 __ - — 200,75 201,9 Franksurter Maschinen . . . . 0 _ _ Gritzner...... - - . . 0 20 — 19,75 __ Mainkrastwerke Hdchsl a. M.. .6 48 _ Süddeutscher Zucker . . . . 10 — 97,5 96,75 — Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2N. 9. Mai 10.OTal «millche Meld lotitrung Aries Amtliche Geld Notierung 1 Brief Helsingsor» . 7,143 7,157 7,143 7,157 Wien.... 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . . — Sofia . . . 3,057 3.063 3,057 3,063 Holland . . 170,88 171,22 170,83 171,17 Cito .... 78,72 78.88 78,72 78,88 Kopenhagen. 84,67 84,83 84,67 84,83 Stockholm . 79,32 79,48 79,82 79.98 London. . . 15,47 15,51 15,47 15.51 Buenos Aires 1,018 1.022 1,018 1,022 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 59,14 59,26 59,14 59,26 Italien. . . 21,71 21,75 21.69 21,73 Pari» . . . 16,61 16,65 16.605 16.645 Schweiz . . 82,27 82,43 82.27 82,43 Spanien . . 33,67 33,73 33,87 33,93 Danzig. . . 82.67 82,83 82.62 82,78 Japan . . . 1,359 1,361 1,359 1,361 Rro ve Ian.. 0.304 fr) 306 0,304 0,306 Jugoslawien. 7,423 7.437 7.423 7.437 Lissabon . . 14,09 14,11 14,09 14,11 Banknoten. Berlin, 9.Mai Seid Ärlrj Amerikanische Raren . . . 4.20 4,22 Belgische Noten..... 58.98 59.22 Dänische Noten..... 84,48 84.82 Englische Noi.'n..... - - . 15.43 15,49 Französische Noten .... 16,57 16,63 Holländische Noien . . . . 170,51 171.19 Italienische Noten .... 21,76 21,84 Norwegische Noten.... 78,54 78,86 Deutsch-Leslerreich, ä 100 Schill km Rumänische Noten .... 2,49 2,51 Schwedische 9loien .... 79,14 79.46 Schweizer Noten. . . . . . 82,09 82.41 Cvanisckie Noten...... 33,53 33 fif Ungarische Noten . . . . . • e e $J.'fpor< Zur Zahnpflege und zur Erlangung schöner weißer und gesunder Zähne von mehr als 6 Millionen allein in Deutschland täglich im Gebrauch. Oie Lleberreichung des Mussolini-Pokals an die deutschen weiter. Pfingsten ist bestimmt guter Wetter! Wenn nicht braunen, bann sicher zu Haus, wo auf festlich gebocktem Tisch neben Kaiser's köstlich buftenbem Äaffee der frische, hausgebackene Kuchen prangt, dessen Zutaten sämtlich aus Kaiser's Kaffeegeschäft stammen. 3691A Der Duce beglückwünscht die siegreichen deutschen Offiziere, die den Mussolini-Pokal, die höchste Trophäe der Frühjahrsturniers in Rom, zum zweiten Male errangen. Links noch rechts: Oberleutnant van Na ft isi -Wallwitz. Brandt und 6 a b la. vereinHmäßig nicht binDen wollen. an«fchlo"en. She 3abrc*aufftellun^cn der zuruckgelegten Bootskilometer zeigen ein ständiges Wachstum. Heben der schönen Lahn betuchten die Mitglieder der Abteilung im Jahre 1031 auch Hbctn. Main. Mosel. Saar. Weser. Saale und Edersee und kamen stets lonnennerbrannt. mit blanken Augen und neuer SpHnnkraft zurück, also mit dem schönsten Gewinn, den em Paddler aus seinem freien Leben in Sonne und Waster und aus der Verbundenheit mit der Natur nach Hause bringen fantv Zur Förderung des Lagerlebens hat der Verein unterhalb der Badenburg für die Paddelabteilung einen Lagerplatz gemietet, welcher zur Zeit aus« beste hergerichtet wird. Für die nächste Zeit ist eine ganze Reihe von Wanderfahrten vorgesehen. Großes iHciferfrcffcn in Gedern. Der Pravinzialaerband der ländlich e n Leit' i* n b F >1 ii rverei ne Dber Hessen» veranstaltete nm Himmelsahrtstage in Kedern ein Reiterlressen. mit dem ein Tages- bima! verbunden war Am Vorabend sand ein Kommers statt, lieber 200 Reiterinnen und Reiter vereinigten sich am Donnerstagmorgen, um mit Stan- barten und Wimpeln durch die Straften Gederns den Weg nach dem „Großen See" cinzuschlagcn. Die grafte Waldwiese mar Biwakplatz und Tress punkt. Ein Feldgoltesdienst eröffnete die Feier. Dekan Widmann schilderte die Stellung der '.Hei- tervereinc in ihrem Zusammenhang mit 5)ennal, Volk und Vaterland. Etwa 3000 Zuschauer folgten sodann mit grofter Aufmerksamkeit den reitlport- lichen Darbietungen Die Leistungen der einheimi- |d)rn wie auch der auswärtigen Reiter erwecktes alle Snmpathie und fanden reiche Anerkennung. Beson- ders gefiel das Tandemreiten von Universitätsreitlehrer S ch ö m b s und Irl. Inge P o p p e r t (beide fflieftrn). Viel Freude löste eine vom Reiteroerein Nidda in historischen Uniformen gerittene Quadrille NUS. Zur Verschönerung der Veranstaltung halten sich der Gesangverein „Liederkranz", der Turnverein und der Arbeitergesangverein „Vorwärts" zur Ver fiigung gestellt. Im Bergwirtshaus sand später ein Reilerabcnd statt, bei der um die hessische Reiterei sehr verdiente Altmeister Oberstleutnant a. D. Schärte (Darmstadt, herzlichst begrüftt wurde.. Dekan Widmann, der 2. Vorsitzende des gast gebendeii Vereins, würdigte noch die besonderen Verdienste des Eheflehrers Freiherrn Roder von Diersburg, des Provinzialgeschästsführers Grafen von Bredow, des 2. Vorsitzenden des Pro vinzialverbandes Hofmann, des Vorsitzenden des Laubacher Reit- und Fahroereins Grafen zu Solms-ßaubad), des ältesten anwesenden aktiven Reiters Freiherrn von Schenck zu Schweinsberg, sodann aber auch diejenigen des 1. Vorsitzenden des gastgebenden Vereins Landwirtes Karl Müller IV. und des Reitlehrers Otto 9! o l l, die beide in wochenlanger unermüdlicher Arbeit mit ihrer Gruppe alle Vorbereitungen ge troffen hatten. Sein dreifaches Hoch galt dem Reitsport als Hort von Zucht, Ordnung und Disziplin. Oberstleutnant S ch Ü r k e zollte dem Verein vollste 'Anerkennung für seine Leistung. Oberhessische Volkstänze, Mundartgedichte und gemischte Chöre des VHC. sorgten für die nötige Abwechslung. Das gc samte fReitertrcffcn nahm einen prächtigen Verlauf. Spielvereinigung 1900 Gießen 1900 (Liga) — BfB. Weidenau (Liga) 3:1 (2:0). Das Spiel bedeutete — leider muß es gesagt sein — für die 200 Zuschauer, die erschienen waren, eine Enttäuschung. Zwar enttäuschten weniger die Ein heimischen, als die Gäste, die gar nichts von dem zeigten, das ihren bisher so guten Rus hätte recht- fertigen können. In ihrer Mannschaft fehlte jede Cinheit. Die Verteidigung gab sich wohl alle Mühe, konnte es aber alleine nicht schassen, so baß die Läuferreihe fast ständig hinter der Mittellinie be schäftigt war und so die Verbindung zum Sturm verlor. Der Sturm selbst zeigte verschiedentlich gute Ansätze zu einem Kombinationsspiel, das aber durch den Mangel an Entschlossenheit in keiner Weise ausgewertet werden konnte. Schlarb im Tor der Spiel- Vereinigung war infolgedessen nur wenig beschäftigt und erhielt mährend der ersten Halbzeit eigentlich nur zwei gefährliche Balle. In der zweiten Spielhälfte ergab sich kein anderes Bild. Obwohl (Heil- mann schied verletzt aus) die 1900er nur noch mit 10 Mann spielten, kamen die Gäste, außer dem Ehrentor, zu keinem weiteren Erfolg, blieben vielmehr weiter im Hintertreffen. Die 1900er waren den Gästen, insbesondere in der Ballbehandlung, im Kombinationsspiel wesentlich über, sie spielten ideenreicher, man sah verschiedene feine Einzelleistungen, vor allem aber einige prächtige Beispiele des Äer- ständnisses der Spieler untereinander. Die Mannschaft spielte auch mit großem Eifer und hatte so das Spiel stets in der Hand. Daß die Torausbeute trotzdem mager blieb, lag daran, daß die Stürmer im Torschuß reichlich ungenau waren und eine große Anzahl Bälle aus sicherster Position knapp über das Tor gaben, an die Latten ober an den Mann schossen. Zu Halbzeit mußte das Ergebnis bereits 5:0 für 1900 lauten. Die Mannschaft stand in stärkster Aufstellung (Schlarb: Lippert, Seiler; Glitsch, Langsdorf, Henrich: Wilhelm!, Arnold, Heilmann, Goebel und Schmidt» und wäre eigentlich zu einem klareren Spiele verpflichtet gewesen. Das Spiel begann mit einem scharfen Angriff auf bas Weibenauer Tor. Es gelang jedoch mit Ach und Krach, den Angriff abzuschlagen. Die 1900er blieben dauernd überlegen und erzielten durch einen scharfen Schuß von Heilmann, der eine saubere Kombination damit beschloß, in der 15. Minute das erste Tor, dem in kurzem Abstand der 2. Treffer (Arnold war der Schütze) folgte. Dabei blieb es bis Halbzeit. Nach der Pause artete das Spiel, nicht zuletzt durch das Verschulden des Schiedsrichters, aus, eine Zeitlang wurde übermäßig hart gespielt und Heil- mann fiel dem Kamps zum Opfer. Benachteiligt durch sein Fehlen spielte die Mannschaft weiter, behielt aber doch die Oberhand und war noch zweimal erfolgreich, ein Tor wurde jedoch vom Schiedsrichter wegen Abseitsstellung nicht gewertet. Die Gäste sicherten sich mit einem Ueberraschungstreffer aus nächster Nähe, das an sich verdiente Ehrentor. Die Bemühungen der 1900er, das Ergebnis zu steigern, biteben vergebens, da immer wieder sicher erscheinende Torgelegenheiten oft durch egoistisches Spiel, insbesondere aber durch zu langsames Abspiel, ausgelassen wurden. Das Spiel war wenig gut geleitet. Um die Deutsche Fußballmeisterschaft. Nach den Ergebnissen der Vorrunde qualifizierten sich die folgenden Mannschaften für bie Zwischen- runbe: Drei sübdcutsche Mannschaften: Ein- tracht Frankfurt, 1. FE. Nürnberg unb Sonern München: Zwei norddeutsche Vertreter: Hamburger SB. unb Holstein Kiel, sowie je eine Mannschaft von M i 11 e 1 d e u t s ch l a nb (Chemnitzer PolSD), Westbeutschland (Schalke 04) unb Berlin (Tennisborussia». Die am 22. Mai zum Austrag kommenbe Zwischenrunde wird schon weit härtere Kämpfe bringen. Leichtathletik der Sp.-Dg. 1900. Erfolgreicher Start bei dem GDA.-Sportsest in Frankfurt a. Ist. Sei den recht stark beschickten leichtathletischen Wettkämpfen des GDA. Frankfurt schlugen sich die Vertreter der Spielvercinigung 1900 ausLneskaften der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Lin Abonnent. Wir haben der ReichSbahn- direktion Frankfurt a M wiederholt nahegelegt, ihre Ankündigung übet den Verkehr von Sonbcr- zügen in der üblichen Weise auch im „Gießener Anzeiger" bekanntzugeben Die Reichsdahn- direktion hat sich aber allen Anregungen gegenüber leider ablehnend verhalten. X. 100. 1. Für einen Runbfunklautsprecher ist keine bestimmte Tages- ober Nachtzeit vorgefchrieden, innerhalb deren er in Tätigkeit gesetzt werben darf. Es darf deshalb jederzeit jede Sendung gehört werden. Selbstverständlich darf der Lautsprecher aber nur in einer Weise in Tätigkeit gesetzt werden, daß er die Mitbewohner eines Hauses nicht in unzu lässiger Weise belästigt. Ob eine solche Belästigung im Einzelfalle vorliegt, ist Tatfrage Ein Mieter kann gegen einen ihn durch das Radio belästigenden Mit mietet selbst nicht klagend vorgehen, sondern muh sich mit der Bitte um Schutz an den Hauseigentümer wenden. Letzterer ist verpflichtet, ihm beizusteben. Ein polizeiliches Einschreiten findet nur statt (Anzeige), wenn durch übermäßig lautes Radiospiel — insbesondere bei offenem Fenster — bie Allgemein beit belästigt wird, d h. eine unbestimmte Anzahl von Menschen. Hierunter fällt wohl auch bas lästige Spielenlassen von Grammophonen usw. in Gärten — 2. Der Eigentümer von Hochfrequenzapparaten kann diese wohl jederzeit benutzen, ist jedoch verpflichtet, für Störungsschutz zu sorgen. Wenden Sie sich, wenn Ihre Vorstellungen keinen Erfolg haben, sogleich an dos Postamt, das Sie schützen wird. Ein (Bcmeinberalsmifglicb. Die Gebaltsfestletzung durch das ftreisamt auf Grund der vom Ministerium erlassenen Richtlinien ist maßgebend. Daran kann auch durch Beschluß eines Gemeinderats nichts geändert werden. Wer mit der vom Kreisamt fest gesetzten Regelung nicht einverstanden ist, kann mit Zustimmung des Gemeinderats das Landesfchiebs- amt in Darmstadt anrufen. 3. R. (0. Auskünfte über Patentschriften unb (Ein- sichtnahme in derartige Dokumente sind in Gießen nicht möglich. Wir empfehlen Ihnen, sich an das Reichspatentamt in Berkin zu wenden. Oflo S. in Gießen. Die Ansprüche auf Hinter- bliebenenrentc sind nach § 1548 der Reichsverkiche- rungsorbnung verjährt. (Eine andere Möglichkeit, Ihnen jetzt noch zu einer Entschädigung aus jenem Unfall zu verschaffen, besteht nicht. (Schluß des tcbafHeneUen Teils.) Paddeln im Verein Rudersport Gießen 1913. Die Paddelabteilung des Vereins Rudersport hielt eine Versammlung ab,' in der sie sich eine straffere Organisation gab zur Durchführung ihrer Zwecke, der Förderung des Paddel- und Älein- segelfports. Bei dieser Gelegenheit wurde ein ilcbcrblid über die stetige starke Entwickelung der im Jahre 1928 gegründeten Abteilung gegeben. die heute mit ihrer rund 40 Boote fassenden Halle nebst ^Imkleideräumen, der eigenen großen Anlcgepritsche und dem geräumigen Bootsplatz zwischen dem Bootshaus des Vereins Rudersport und der Lahn wohl die günstigste Anlage für den Kanusport in Gießen besitzt. Daher haben sich ihr auch in den letzten Jahren eine ganze Anzahl Paddler, die sich im übrigen Oberhessen. Lanokrei- Gießen. • Großen-Linden, 9. Mai. Nachdem hier seit einigen Wochen bereits eine Kolonne 21 r b e i t s- freiwilliger eingesetzt ist, hat nunmehr eine weitere Arbeitskolonne ihren Dienst begonnen. Dem Iungbeutschen Orden ist es gelungen, im guten Einvernehmen unb Zusammenarbeiten mit Oberforst- meister Nicolaus vom Forstamt Schisfenberg unb Bürgermeister Lang unb dem Gemeinderat von Großen-Linden die Genehmigung für die Ausführung von Ehaufsierungsarbeiten an der Ranzen - schneise zu erhalten. D*fe Arbeit ist für 40 Mann auf 18 Wochen vom Landesarbeitsamt in Frankfurt genehmigt worben. Die Gemeinbe Großen-Linden unb bas Forstamt Schisfenberg sinb Träger der Arbeit, der Iungdeutsche Orden wird als Tröger des Dienstes die geistige unb seelische Betreuungsarbeit übernehmen. • Mainzlar, 9. Mai In unserer Gemeinde wird seit etwa 3 Wochen an der Herrichtung eines Sportplatzes im Wege des freiwilligen Arbeitsdienstes gearbeitet. Es finden habet 15 Mann auf 20 Wochen Beschäftigung Träger ber Arbeit ist bie Gemeinde Der Iungdeutsche Orden, ber die Anregung zu dieser Arbeit auch in hiesiger Gemeinde gegeben hat, wirkt als Träger des Dien stes und hat c» übernommen, wie bei allen von ihm eingesetzten Kolonnen, durch Einrichtung von Dortragen allgemein-bildender Art den Arbeitsfreiwilligen neben der Arbeit auch noch den Genuß geistiger unb seelischer Werte zu bieten. Zu erwähnen sinb bereits zwei in biesem t^innc gehaltene Vorträge durch »tud, forett. Weiß (Gießen) über „Sinn unb Bedeutung recht betriebenen Sports“ unb durch Lehrer ft rauf d) (Gießen) über „Wesen unb Wert bcs sreiwilligen Arbeitsdienstes" unb über „Sieb- lung". Daneben werben die Arbeitsfreiwilligen auch Zeit zur Ausübung des Sports selbst haben unb sich durch Lesen guter Bücher in gemeinsamer Arbeit unterrichten Vorträge über Geflügelzucht, Bienenzucht, Bauwesen unb anbcrc Stoffe werben folgen. _ # Saasen, 9. Mai. Dieser Tage hielt der Spar- unb Darlehenskassen • Verein seine Generalversammlung ab. Direktor Otto Kol - I c r gab einen Rückblick auf das Geschäftsjahr 1931, bas den Verein vor schwere Ausgaben stellte, benen man sich aber gewachsen zeigte. Die Zahl der Mitglieder beträgt 57. Der Bestand des Warenlagers wurde mit 8800 Mark in Rechnung gesetzt. 2111 Spareinlagen wurden 5576 Mark verzeichnet. Der Reingewinn beträgt 212 Mark. Nachträglich wurde eine 2projentige Nachdividende bewilligt. Die satzungs- gemäß ausscheidenden Aufsichtsratsmitglieder Heinrich Wirkenhöfer unb ftonrab Stark würben wiebergewahlt, an Stelle von Friebrich Weber wurde Hermann Wagner gewählt Kreis Friedberg. Friedberg, 9. Mai. (MSR.) In der 'Nacht zum Sonntag ereignete sich hier ein schwerer Motorradunfall. Ein Motorradiahrer aus Bündecken sturste auf der glatten strafte vor der Unterführung nach Oberwöllstadt In schwerverletztem Zustand wurde er ins hiesige Bürgerhospital gebracht, wo er nach einigen Stunden ft a r b. Der Soziusfahrer wurde leicht verletzt Mrcio ‘-büDiiigcn • Bergheim, 9. Mai. Seit einigen Tagen arbeitet auch in unserer Gemeinde eine Kolonne im freiwilligen Arbeitsdienst. Nachdem vor vier Wochen auf Anregung des Iungbeutschen Ordens der Gemeinderat einen entsprechenden Be- schluß gefaßt hatte unb ber Antrag beim Arbeits- amt Gießen gestellt worben war, konnte jetzt Lehrer K r a u s ch (Gießen) die Genehmigung ber Arbeit überbringen upb die Arbeitsfreiwilligen in einer Be- sprechung noch über einzelne Fragen aufklären. Es werben Wegebauten ausgeführt, bie für 20 Arbeiter auf 14 Wochen genehmigt waren. Da leit Stellung des Antrags eine Reihe von Leuten mittlerweile Beschäftigung im hiesigen Steinbruch gefunden hat, kommen nur noch 15 Mann für diese Arbeit in Betracht, so daß die Leute wohl auf etwa 20 Wochen Beschäftigung finden werden. Träger der 2Irbeit ist die Gemeinde, während der Iungdeutsche Orden als Träger des Dienstes die Betreuung der Kolonne durch Vorträge allgemein-bildender Art übernommen hat. Mrcio Alsfeld ll. Nieder-Ohmen, 9. Mai. Dieser Tage sprach hier im Auftrage des Arbeitsamtes Gießen Herr Schmidt über den freiwilligen A r - beitsdienst. Der Redner erörterte die Voraus- setzungen unb die Form der Organisation des frei- willigen Arbeitsdienstes unb schuf damit bei feinen Zuhörern bie nötige Aufklärung über diese Form des Hilfswerkes für bie Arbeitslosen. Preußen. Maingau. WSÄ. Frankfurt a. M.. 9. Mai Vor einigen Tagen ist in Frankfurt ein Betrüger auf- getaucht, ber eS auf Schreibmaschinen abgesehen hatte. Er erschien in einem hiesigen Geschäft, legitimierte sich mit einem Wiener Reisepaß alS Karl Bcranck, und es gelang ihm tatsächlich, eine Schreibmaschine herauszubekommen. Er hat, wie bie Polizei inzwischen fcftgeftcllt hat. den gleichen Trick auch in Wiesbaden in zwei Geschäften mit Erfolg verübt. 6r gab an, in Frankfurt in der Augsburger Straße zu wohnen. Seine Angaben treffen jedvch nicht zu. B. ist mit den erschwindelten Schreibmaschinen, die er wahrscheinlich inzwischen verkauft hat oder zu verkaufen sucht, verschwunden. — Der Führer eines Lastkraftwagen- aus Frankfurt a. W. - Rödelheim namens Müller ist am Sonntagfrüh in Der Rähe von Marburg tödlich verunglückt. An der scharfen Straften tu rtc zwischen Schönstadt und Schwarzenborn auf der Straße Marburg—Kassel geriet der Lastkraftwagen auf die Straßenböfchung und stürzte in den Graben, wobei ein Telcgraphenpfahl. sowie ein dicker Obstbaum glatt abgeknickt wurden. Der vordere Teil des Last- kraftwagens ging dabei total in $ nimmer. Mit schweren Schädelbrüchen wurde Müller in bie Marburger Klinik eingeliefert, wo er noch nachmittags verstarb. Der Beifahrer fam mit dem Schrecken davon. _____________ gezeichnet. 3n der Hauptklasse wurde das mit im Mittelpunkt der Veranstaltung stehende Viertel- stunden-Paarlaufen von Peters-Reitz und Mootz- Schneider bestritten Die erstgenannte Mannschaft zeigte sich sowohl läuferisch wie taktisch von der besten Seite und belegte hinter dem ausgezeichneten Paar Habich-Lindner von Sportv. 98 Darmstadt einen wertvollen zweiten Platz vor DIK. Frankfurt und Postsportverein Frankfurt. Peters- Reitz erliefen 8:158,30 Meter Einen sehr schönen Mannschaftssieg erfochten die 1900er auch in Der 4 100-Meter-Stassel Kl. 3. 3n der Ausstellung Linsemann. Schickedanz, Koch II., Felsing liefen sie das Rennen in 47 Sekunden sicher nach Hause vor FSV. Frankfurt, Shell Frankfurt und SE. 1880 Frankfurt. 13 Mannschaften lagen im Rennen. Die ersten in den Einzelrennen waren Franz Koch und Daumstiegcr. Kochs Sieg wurde im 200-Meler-Lauf Kl 2 mit 23,9 Sek. erfochten und war eine der größten Ueberraschungen überhaupt. Er gab bekannten Sprintern, wie Llnverzagt, Eintracht, Klünder, Eintracht und Weijigärtner, Darmstadt 98. das Rachsehen Daumstieger startete im 1000-Meter-Lauf für Jugend A. Er setzte sich sofort an die Spitze und gewann in 2:51 Minuten sicher Olympischer Sport-Club Gießen. Der OST. konnte bei seinem ersten Auftreten bet dem GDA.-Sportfest in Frankfurt a.M. schone (Erfolge erzielen Otto Luh, OSC., gewann, wie erwartet, bas Kugelstoßen mit ber guten Leistung von 12,40 Meter. Damit hat er bewiesen, baft er auch als Aktiver nicht zu unterschätzen ist. Im Weitsprung unb 100-Meter Laufen konnte er sich nicht durchsetzen. Hans Jäger würbe über 400 Meter in ber Zeit von 55,2 Dritter. Die 400 Meter waren sehr stark besetzt. Es nahmen bekannte Leichtathleten bar- an teil, so baß der Erfolg Jägers immerhin beachtenswert erscheint Allendorf (£umi>o) ist STV.-Berbandechandballmeister. Allenvorf (Lda.) — Petterweil 6:1. Am Sonntag standen sich jn Groß-Karben die Gaumeister des Turngaues Lahn-DünSberg, Allendorf (Lda ). und des Wetteraugaues. Petterweil, zum Endspiel um die Derbandsmcisterschast gegenüber. Das Spiel wurde von Allendorf überlegen durchgeführt. Eine sichere Verteidigung und taktisch sehr klug spielende Läuferreihe stoppte den feindlichen Ansturm meist schon an der Strafraumgrenze. Was doch aufs Tor ging, wurde sicher gehalten. Zur letzten Kraftentfaltung wurde der Tormann nie gezwungen. Das Ehrentor Petterweils fiel schon in der 1. Minute. Einen schwachen Hochball ließ Allen- dorfs Torwart, anscheinend durch die Sonne geblendet. über den Händen hinweg ins Tor rutschen. Allendorss kraftvoller Innensturm stellte aber schon in der 4 und 5. Minute das Resultat auf 2:1. Em unhaltbarer Strafwurf brachte das 3:1. Ein Hochwurf vor Petterweils Tor. vom Mittelstürmer sicher an sich gezogen, drei Gegenspieler geschickt umspielt, stellte das Ergebnis auf 4:1 und durch 2 weitere unhaltbare Strafwürfe auf 6:1 10 »GESCHÄFT Anwartkarte noch bis Samstag! INittwoch, den 11.2Hai 1932, nachmit-I tags 2 Uhr, versteigere ich dahier, Heuen-1 weg 28 „Zum Löwen", zwangsweise gegen Deshalb nur der Weg zu uns! 3686 A Gießen Größtes Spezialhaus Oberhessensfür Herren-, Knaben- und Sportkleidung die 100°,o Nußbutter! 3302 d gegen Barzahlung 3687 D Wiesecker Weg 16 Televbon 3383. Freie Fahrt von aus RG218 3690 A Soll Ihr Stoff recht preiswert sein, kaufen Sie bei Schmücker 2733 A ein y* P F U N D SCMM.GRABE KAFFEE-GROSSRÖSTEREI diesen Vorteil wahrzunehmen. Der enorme Zuspruch anläßlich unserer BIG-Aktion beweist, daß wir sowohl in Preisen als auch in Qualitäten richtig liegen Donnerstag, den 12. 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