nr.59 (Erftes Blaff 182. Jahrgang Donnerstag, 10. März 1952 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Dnirf und Verlag: vrShl'fche Univerfitütr-Vvch- uiö Steiiönidcrei L Lange in Sieben. Lchnftleitnng und Gefchästrftelle: ZchnlNrafze 7. Annahme von SnzeiaeR für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 9kid)»pfcnnig; für Nr- hlumeanjeigen von 70 mm Breite 35 Reich spfemng, Platzvorschrist 20*, mehr. (Ibefrcbakteur. Dr. Fnedr. Will). Lange. Derantwonlich für Politik Dr. Fr. Will,. Lange; für Feuilleton Or.H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Vie Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monate Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechaoschlüsse unter Sommelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger «ietzen. pdlscheckfonto: Kronffun am Main 11686. Landnöten. 3m ^Reichsan.zeiger" veröffentlicht der Reichs- wahlleiter, der Präsident des Statistischen Reichs- amtö TBagcmann. in alphabetischer Reihenfolge die zugelosfenen Wahlvorschläge für die Wahl deS Reichspräsidenten am 13. Mär» 1932. Rr. 1 ist der Oberstleutnant a. D. Theodor Duefterberg in Halle: Rr. 2 Paul von Hindenburg: Rr. 3 Adolf Hitler, AegierungSrat im braunschweigischen Staatsdienst, München; Rr. 4 Ernst Thälmann, Transportarbeiter, Hamburg und Rr. 5 Adolf Gustav Winter. BetriebSanwalt in Großjeno bei Raumburg a. d. Saale. Der Kandidat Rr. 5 verbüßt zur Zeit eine Gefängnis st rase von einem Jahr und drei Monaten wegen fortgesetzten DetrugS im Gefängnis zu Bautzen. 3ft - die Zusammenstellung dieser Romen nicht ein erschütterndes Zeichen unserer Zeit? Reben dem gcachtetsten Manne deS Vaterlandes als Bc- Werber um den Präfidentenpoften ein notorischer Betrüger. Wie ist es möglich, daß für die höchste Stelle deS Reichs, für welche der Beste gerade gut genug sein muß, ein solcher Bewerber z u g e l a s s e n werden kann? Welch« Empfindungen müssen im Herzen deS verehrung-würdigen Generalfeldmarschalls wach werden, wenn er sich alS Konkurrent mit einem solchen Kandidaten messen muh, wenn sein Rame in einem Atemzug mit einem Betrüger genannt, auf einem Blatt eine- amtlichen Dokument- geschrieben wird? And welchen Begriff müssen die Kultur- ftaaten der Welt von einem Volk bekommen, da- solche Bewerber für den höchsten Posten deS Reichs »u'läßt? Man kann sich nichts Beschämendere- denken. Wieviele Deutsche werden in diesen Tagen die Worte von 3bsenS „Rora" gesprochen haben: .Ich kenne die Gesetze nicht, die das gestatten, aber eS müssen schlechte Gesetze sein." And in der Tat. Roch den geltenden Bestimmungen hot keine Möglichkeit bestanden, die Bewerbung deS Kandidaten Rr. 5 zu verhindern. Für die Wählbarkeit zum Reich-Präsidenten bestimmt der Artikel 41 der ReichSvcrfassung lediglich, daß der Präsident Deutscher und 35 Jahre alt sein muß. Die Gesetze über die Wahl de- Reichspräsidenten geben keine Dorschrist über die persönlichen Voraussetzungen der Wählbarkeit. Rur die Reichsstimmordnung vom 14. Mär» 1924 und 17. März 1925 bestimmt, daß bei der Präsidentenwahl eine Bescheinigung der Gemeindebehörde mit dem Wahlvorschlag einzureichen sei. -ah der Anwärter vom Wahlrecht nicht an-geschlossen sei. Dom Wahlrecht ausgeschlossen ist ober nach dem ReickSwohlgesetz vom 6. Mär» 1924 nur wer entmündigt ist, wer unter vorläufiger Vormundschaft oder Pflegschaft steht, ferner, wer rechtskräftig durch Richterspruch die bürgerlichen Ehrenrechte verloren bat. Der Strafgefangene ist vom Wahlrecht nicht ausgeschlossen, nur an der Ausübung deS Wahlrechts behindert. And so kommt e-, daß der Reichswohlleiter neben den Ramen eine- Hindenburg den eines Strafgefangenen setzen mußte. Ein solche- Schauspiel darf Deutschland der Welt nicht mehr bieten. Rach geschehener Wahl muß «S die Ausgabe aller Parteien, die noch einen Funken von "Begriff für die Würde der Ration haben, fein, diesem Zustand ein Ende zu machen. Das Gesetz über die Wahl de- Reich-Präsidenten muh geändert werden 3n dem reich bebilderten großen Buch .Die Reise nach Gens", da- soeben im Verlag S. Fischer, Berlin, erschienen ist, schildert Mar Beer au- eigenen langiährigen Erlebnissen und Erfahrungen seine Eindrülle in Genf, die Atmosphäre des Dölkerbundspolastes, seine Verhandlungen, seine großen Ansprüche, seine lächerlich geringe Wirksamkeit, die Atmosphäre von Papier. Akten und schönen Worten, die keine Wirklichkeit haben. Aus diesem Buch eines Enttäuschten. einem überaus spannenden und kennenswerten Werk, geben wir aus der Fülle der darin gezeichneten Gestalten die AristideBriands wieder: .Frankreichs Bank in der Dölkerbundsversamm- lung ist vor allem die Bank Driands und wird, wer auch auf ihr sitzt, noch lange feine Bank bleiben. Dort kommt er langsam durch die Reihen mit schlürfenden Schriften und läßt sich müde aus feinem Platz nieder. Dort fitzt er mit dem berühmten runden Rücken, dem grauen, kaum gepflegten Haar, dem dichten, unordentlich herniederhängenden Schnurrbort, den meisten- halb ge- fchloffenen Augen in dem breiten, etwas verschwommenen Gesicht, dem schief verzogenen Mund, aus dem fast immer die Zigarette heraus- hängt, aus dem aber gleich der volle, schmeichelnde Violincelloklang herausströmen wird. Er kennt feine Pose, denn er kennt seinen Körper kaum, und das Wichtige an ihm sind allein seine Augen, sobald er fic öffnet, feine schmalen Hände und seine Stimme. 3st er so intelligent. wie seine Amgebung es behauptet? Er ist wahrscheinlich viel intelligenter noch, als feine Mitarbeiter ahnen, und noch viel geschickter, als seine Feinde glauben... Die Rationen versteht er kaum, viel weniger noch als andere Franzosew Aber die Menschen kennt er und deshalb kann er in einer Einrichtung, in der die Rationen Menschen sind, die gewaltigsten Erfolge erringen, um oft wieder zu Hause, wenn der Verkehr zwischen den wesenlosen Kabinetten sich abspielt, gefährlichen Irrtümern anheimzusallen.. Sein 3beal ist, auch wenn er von der Menschheit spricht, sein Vaterland. Sein Pazift£- inus. der allmählich so manches harte und rauhe Wort aus der Kriegszeit in Vergessenheit brachte, ist eine Methode der Auhenpolitik. Frankreich Hotoerorbnung zum Schutze des gewerblichen Mtlelsiands. Einschränkung des Zugabewesens und der Ausverkäufe. — Zweijährige Sperre für Einheiis- preisgeschäste in Siädien unter 100000 Einwohnern. — Reue Zollermächtigungen. Berlin, 9. Mär». (WTB. Amtlich.) Die umfassende Rofgesehgebung vom 18. Dezember 1931 Hot zusammen mit anderen Re» gierungSmoßnahmen und den internationalen Stillhaltevereinbarungen die im zweiten schweren Krisenwinter drohendeWirtschastSkolo- ftrophe verhindert. Der große Grundgedanke dieser Gesetzgebung, den Wert der deutschen Mark zu steigern, hat zwar allen Bevölkerung-fchichten schwere Opfer auferlegt, ihnen aber auch wichtige Entlastungen gebracht Dos Vertrauen in die Beständigkeit der Wirftchaft-fundamente und insbesondere der Währung erfuhr weitere Steigerung. Rur auf der so gewonnenen Grundlage konnte da- deutsche Bankwesen wieder aufgebaut und teilweise neu gestaltet werden. Die fortschreitende Entlastung der Reichsbank feit 3ahresbeginn ermöglichte eine weitere Herabsetzung des ReichSbonk- d i s k o n t s um 1 Prozent auf 6 Prozent. Die Geldbewegung bei den Danken und Sparkassen und der Rückfluß zurückgehaltener Rotenbestände find klare Beweise für die Erneuerung und das Wachsen de« Vertrauens. Diese von klaren Grundgedanken und fester Zielsetzung getragene Rotgesetzgebung bedarf jetzt der Ergänzung durch die heute vom Reichspräsidenten vollzogene Verordnung »um Schutze der Wirtschaft. Soll die Wirt- fchoft weiter gesunden, so darf der freie Wettbewerb im täglichen Geben nicht von übersteigerten oder unlauteren Machenschaften gefährdet werden in einer Zeit, wo die Erhaltung der lebensfähigen und schutzwürdigen Träger des Wirtschaftslebens unbedingt erforderlich ist. 3n dem schweren Ringen Deutschland- um seine handelspolitischen Interessen bedarf es weiteren Rüstzeuges gegen bie zunehmende Bedrohung von draußen. 3n diesem Sinne ist der am 29. Februar bekannt- gegebene Obertarif »um Zolltarif zu verstehen Gleicherweise sollen die Ermächtigun- gch an die Reichsregierung wirken, die erneut in Kraft gesetzt und durch eine weitere ergänzt werden. Zu den einzelnen Teilen der neuen Rotverordnung ist zu bemerken: 1. Die Reklame zeigt durch Gewährung von Zugaben Formen, die mit einer gesunden Dirt- schoslssührung nicht mehr vereinbar find, da d a r - unter bie preisbemeffung ober bie Qualität ber Hauptware leibet. Darum läßt bie Derorbnung neben geringwertigen Reklome- gegenftänben mit Reklameouffchrist und unbedeutende Kleinigkeiten Zugaben nur zu, wenn der Verkäufer auf Wunsch des Käufer» statt der Zugabe einen bestimmten Geldbetrag entrichtet, ber nicht geringer sein bars, al» ber Lin- ftanbepreie für den Zugobeartikel. verboten werden Zugaben, die als Geschenk bezeichnet ober von einer Verlosung ober einem sonstigen Zufall abhängig gemacht werden. Ilm eine Frist für die Umstellung auf den neuen Rechtszustand zu geben, treten diese Vorschriften erst am 10. Juni b. 3. in Kraft. Sinb bereit» vorher Zugaben zugefagt, fo bleiben bie Vereinbarungen in Kraft, bie über bie Zugabe getroffen sinb. 2. Auch auf dem Gebiete de« Ausverkaufs- Wesens machen Mißstände schleunige Gegenmaßnahmen notwendig. Die Rotverordnung sieht daher vor, daß Ausverkäufe nur noch unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sind. Die Befugnisse der Aufsichtsbehörde sind verstärkt. Außerdem ist die Schaffung von 6 t n i- gungsümtern vorgesehen Aus dem Gebiete der Wirtschastsspionage haben sich ebenfalls in hohem Grad bedenkliche Erscheinungen gezeigt. Die Rotverordnung trifft daher gesetzgeberische Maßnahmen, um die empfindlichsten Lücken de« bisherigen Rechts zu schließen 3. Die Bestimmungen im driften Teil über die Einheitspreisgeschäfte enthalten eine auf Zwei Jahre bemessene Sperre für bie Errichtung weiterer verknus» ft eilen von Einheit »Preisgeschäften in Stabten unter 1 00 000 Einwohnern. Den mittelstkindischen Einzelhanbelsbetr^eben in den mittleren und kleinen Städten soll dadurch ein gewisser Schuh ihres Bestandes gesichert werden. Jür bie Grohftäbte dagegen erschien eine solche elngreifenbe Maßnahme zur Zeit nicht erforderlich, da dort der Wettbewerb durch Einheitspreisgeschäfte für den einzelnen Händler verhältnismäßig leichter erträglich ist al» in kleineren Orten. Die weiteren Bestimmungen beziehen fich auf bie b e - stehenden Einheitspreisgeschäfte und bezwecken die Befestigung von Mißbräuchen. 4 Wirb die Reichsregierung erneut ermächtigt, im Falle eine» dringenden wirtschaftlichen Bedürfnisses 1. die Eingang »Zölle abweichend von den geltenden Borschriften zu andern; 2. die vor läufige Anwendung zweiseitiger Wirt f d) a f t s a b t o m in e n mit ausländisäzen Staaten Zu verordnen. Weiter wird die Reichsregiernng zur Einführung von Ausfuhrzöllen ermächtigt, um in dringenden Fällen schwere Schädigungen ber Wirtschaft ab wenden oder abschwächen zu können. 5. Durch die Vorschrift in Teil 5 werden zu gunften ber deutschen holzwir 1 schast Maßnahmen getroffen, die den Prcisdruck auf dem Holzmarkt abschwächeii. Dir neuen Bestimmungen bedeuten keine Abkehr vom Grundsatz der Wirtschaftsfreiheit und sind nur als Ausnahme für bie M r i f c n » e i t gedacht. Wie die gesamte Rotgesetzgebung sind sie au» ber Entwicklung ber Verhallnlsse zwangsläufig erwachsen. Sie bilden mit dieser Rotgesetzgebung eine organische Einheit und werden dem Winichastsleben an bedrohten Punkten Schutz und Hilfe fein. Reichsmimster Äemranus sprich! in Zranksnrl. Massenkundgebung für die Hindenburgwahl. Frankfurt a. M., 9. März. (WGR.s Auf einer Massenkundgebung des Frankfurter Hinden- burg-AusschusfeS im Saalbau sprach ReichS- minister Treviranus. Der Minister führte u. a. aus: Rur völlige Ankenntnis über die Verfassung-rechte des Reich-Präsidenten kann zu den Phantasien führen, die vom 13. März eine Schicksalswende erträumen. So leicht wird da- Schicksal unserem Volke den Wiederaufstieg nicht machen, daß es seine eigenste Verantwortung auf wechselnde Objekte von Zunei- gunfl oder Abneigung ablaben könnte. Hindenburg hat vor sieben Jahren nichts anderes versprochen, al- daß er nach den gegebenen Möglichkeiten und den Grenzen der Verfassung Treuhänder des ganzen Volkes auf seinem schweren Wege sein und für klare Wahrheit sorgen wolle. Das hat er wahrlich gehalten. Wenn Herr D ü • fterberg in Meseritz erklärt, daß der Stahl- helm die Forderung der Rational- sozialisten, die Wehrmacht zu einem Machtinstrument einer Partei herabdrücken zu lassen, habe a b l e h n e n müssen und deshalb zur Sonderkandidatur gekommen sei, so hat man die einfache Frage »u stellen, warum er denn nicht ebenso selbstverständlich wie andere Hindenburg-Wähler für den Reichspräsidenten. den Vater der Reichswehr, eintritt, statt in einer Arbeitsgemeinschaft mit den Korn- muniften eine hoffnungslose Zählkandidatur auf- zustellen, die yi Wirklichkeit höchstens dazu führen kann, dem Volke einen zweiten Wahlgang aufzunötigen. Der Stahlhelm ist das Opfer einer Überspitzten Parteilaktik geworden. Denn was soll das Gewicht der Zählkandidatur für künftige Verhandlungen bedeuten? Wer die Persönlichkeit des Feldmarschalls kennt, muß wissen, daß der Versuch, zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang einen Stimmenhandel zu treiben, auf gleich entschiedene Ablehnung stoßen wird wie bei den früheren Gelegenheiten „Hande weg von der Wehrmacht" war unsere Parole im letzten Jahrzehnt. Wer anders hat ihr (Rollung verschafft als der Feldmarschall, der dadurch, daß er in den Wochen des Umsturzes auf dem Posten Hieb, den Kern der ReichSweyr dem Vaterlande erhalten hat? Aber auf Hindenburg färbt kein Lob und Tadel ab. So wenig wir Hitler als Kandidaten des Bolschewismus bezeichnen, weil Mo-kau ihn als Bundesgenossen begrüßt, um so tausendmal weniger lassen wir die dreiste Schmähung zu, die Hindenburg als Kandidat von Deserteuren und Landesverräter» »u benennen wagt Was bleibt schon von dem Begriff der Ration, wenn man eine Gestalt wie Hindenburg von ihr abzutrennen sich erkühnt? Zu alt? Rur für Zwerge. Deutschlands Geschichte zeigt mehr 'Beweise reifer Altersweisheit als leichtfertige 3ugend zu wissen scheint, von Friedericus Rer, dem allen Kaiser, Moltke. Bismarck bis zu Wilamowih in jüngster Zeit V n n feinen Freunden verlaf sen? Auch Bismarck wurde von der „Kreuzzeitung" bekämpft Schützer des Sh st em s? Rein, Vater deS VaterlandeS, turmhochüber Partei st reit in der eigenen Welt des Ernste« und der Be- sonnenhell und der väterliche^ Güte, nicht be« eiserfüchtiaen HasseS und deS teutonischen Blmd- zorneS stehend, der Mann der Taten ohne Worte. Der 13. März hat nichts zu tun mit Preu ßenwahl. der Stellung für oder wider die Regierung. Wir find zu gleichem Tun vereint, Gegner wie Freunde der Reichsregierung, um Treue zu Hindenburg zu bekennen. soll dabei nichts aufgeben, alle Opfer sollen mög* lichst die anderen Rationen bringen, aber er will sie nicht mehr roh dazu zwingen, sondern durch Verführung gefügig machen ober überlisten. 3st er ein lyrischer Träumer? Wenn es feurig auS- ruft: .Zurück die Kanonen! Zurück die Maschinengewehre!". so denkt er nicht daran, seine Kanonen und Maschinengewehre abzufchassen. Er will die Mordwassen hinter feinen runden Rücken zurückschieben, damit man fic weniger sieht. 3st er unehrlich? Rein, er ist ein alter Politker und Bretone, bei dem der Realismus der Tagesarbeit fich mit der träumerischen Poesie des rauschenden Meeres vermählt. Seine große Kunst ist es. in jedem Augenblick das siegreiche Frankreich zu fein und bennod) dem Lande ein sympathisches Gesicht au geben. So fasziniert er in Genf, und nicht die Rationen, vor denen et Frankreich verkörpert und die er mit stillem W-ort im Rat. mit großem Schwung in der Versammlung versklavt, nur feine eigene Ration, die schließlich beunruhigt glaubt daß der kluge Spieler sich selbst in seinem Spiele verfangen werde, wird ihn eine-i Tages verkleinern, nicberringen und auS dem Be- ratungsfaal der Völker verbannen können." Eine Vorhersage, die sich bald nach dem Erscheinen des Buches erfüllt hat. Studenten beim Reichspräsidenten. Berlin, 9. März. «WTB.) Reichspräsident v. Hindenburg ernpsing heute, einem aus studentischen Kreisen an ihn herangetreteren Wunsche folgend, eine Anzahl Vertreter deutscher Universitäten und Hochschulen, Angehörige der verschiedensten studentischen Der- bände wiedes Freiftudententums.Die Wortführer der Studenten gaben dem Herrn Re ichsp räf identen einen Alcberblid über die deutsche Studentenschaft und jeden einzelnen Studenten zur Zeit besonders bewegenden Fragen, für die der Reich-Präsident lebhafte- Interesse bekundete. Am Schluß der älnterhaltung richtete Reich-Präsident p. Hindenburg die Mahnung an die anwesenden Studenten, an ihrem Teil daran mit»utoirfen, daß der Geist an den deut- schen Hochschulen von p a r t e i P o l i t i- schen Einflüssen freibleibt, damit die deutschen Universitäten und Hochschulen nach den bewährten akademischen Grundsätzen eine Jugend beranbilben können, die sich einig ist in ber Liebe zu Volk und Vaterland: nur fo können fic ihrer großen Ausgabe gerecht werden. Siersteuer- undSierpreissenkung. Beschlüsse des Netchsrates. DDZ. Dce Ausschüsse deS RcichsrateS befchäf- tigten sich auf Wunsch der Reichsregierung am Mlltwvch mit der geplanten Senkung der Dierfteuern und der Branntweinabgabr. Schon in den nächsten Tagen soll durch eine Rotverordnung diele Steuersenkung vorgenommen werden, die bann mit einer Preissenkung verknüpft wird. 3m Rcichsrat wurde aus Antrag des Landes Bayern der RetchSregierung empfohlen, die Reichsbierfteuer. so wie es die Regierung vorgesehen hatte, um 3 Mk. für den Hektoliter zu senken. Die Gemeindebiersteuer dagegen soll ge staffelt ermäßigt werden. In ®emeinben, bie bisher nur bis zu 2,50 Mk. Steuer auf den Hektoliter Bier erhoben, soll die Steuer unoeränbert bleiben. Bei einem Steuersatz von bisher bis zu 5 Mk. foll die Senkung 20 Pro^nt. bi- zu 7,50 Mark 30 Pro^nt und biS zu 12 Mk. 40 Prozent betragen. Die Branntweinabgabe soll von 6 Mk. auf 4 Mk., also um ein Drittel, ermäßigt werden Der Beichskommissar für Preisüberwachung hat Zu diesen Beschlüssen des Reichsrates noch nicht Stellung nehmen können. Es steht jedoch seine Ansicht sest, daß zum mindesten die Steuer- lenkung dem Nonsume n ten ooll yvt- gute kommen muß. Eine Entscheidung darüber, ob die Gastwirte darüber hinaus noch aus ihre .Hoffen eine Preissenkung vornehmen müssen, jft noch nicht gefallen. In den Kreisen des Gastwirts gewerbes ist die Stimmung aufs höchste gefpanni. Der Deutsche Gaftwirteverband hat seinen Großen Vorstand, dem auch die Landesoerbandsoorsitzenden angehören, für Dienstag nach Berlin cinbtrufen, um darüber ZU beschließen, ob die Steuer, und Preislenkung tragbar ist oder welche Maßnahmen ergriffen werden sollen. Gutes Zortschreiten des freiwilligen Arbeitsdienstes Halle. 9. März. (WTB.) Auf einer Kundgebung des Mitteldeutschen Bauverems führte der Präsident der ReichSanstalt für Arbeitsvermittlung. Geheimrat Dr. Syrup. u. a. auS: 3m Laufe der letzten fünf Jahre find von der Reichsanstalt und von Reich und Ländern f ü r die wertfchaffendc Arbei tslofen- fürforgerunbl MilliardeMarkauf- gebracht und damit Arbeiten mit einem Gc f am t koft en au f w and von rund 2 Milliarden Mark 'n Gang gesetzt worden. Für die Zukunst ist die Finanzierung der Rotftandsarbeiten jedoch zur Zeit noch un- gewiß Sehr erfreulich hat sich der freiwillige Arbeitsdienst entwickelt. 3m Laufe des hol- den IahreS seit seiner Einführung konnten von der Reichsanstalt etwa 1000 Arbeiten anerkannt werden, die etwa 25 — 30 000 Arbeits- dienstwtlltgen Beschäftigung geben. Di« Strukturveränderungen der deutschen Wirtschaft lassen es kaum möglich erscheinen, auch bei günstiger Konjunktur dasMilllonen- heer der Arbeitslosen wieder in den alten Arbeitsplätzen unterzubringen. Ein Teil der arbeitslosen Industriearbeiter muß auf das Land zurückgeführt oder auf landwirt- fchaftliche oder gärtnerische Arbeiten umgestellt werden. Oie Gründung des mandschurischen Staates. Mulden, 9. März. (TU.) Der neue Präsident des mandschurigen Staates, der ehemalige Kaiser Puji, traf am Dienstagabend in der neuen Hauptstadt Tschangtschun ein, wo am heutigen Mittwoch die Gründungsfeier des neuen Staates gefeiert wird. Puji, der in einem Son- derzug gereist war, wurde am Bahnhof vom japanischen Konsul, mandschurischen Generalen, darunter General Ma, sowie mongolischen Prin- zen und Ministern des neuen Staates empfangen. Unter den gekreuzten Flaggen Japans und der Mandschurei bestieg er seinen Wagen und fuhr durch ein langes Spalier Don japanischen und mandschurischen Truppen, hinter denen sich die Menge verbeugte. Die Schulkinder winkten mit den fünffarbigen mandschurischen Flaggen. Puji begab sich zur Stadthalle, die er zu seiner vorläufigen Residenz bestimmt hat und die vollkommen von mandschurischen Truppen umgeben ist. Rach einer Meldung der japanischen Rachrich- tenagentur wurde der Sonderzug, in dem der japanische Befehlshaber General Honscho nach der Teilnahme an den Feierlichkeiten aus Tschangtschun nach Mulden zurückkehrte, von etwa 300 berittenen Banditen angegrif- f c n. Einer herbeigeeilten Abteilung japanischer Truppen gelang es, die Angreifer zu vertreiben. Kein Slaaiszuschuß zur Sanierung der Hegemon. Darmstadt, 9. März. (WHP.) Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags führte die Bera- tung der Sanierung der Hegemag zu Ende. Von der Regierung wurde erklärt, da im Falle des völligen Zusammenbruches der Gesellschaft die Gefahr einer schweren Schädigung der hessischen Bauwirtschaft besteht, so glaubt die Regierung, es nicht verantworten zu können, jede Hilfe bei der Sanierung der Hegemag abzulehnen. Bare Aufwendungen des Staates könnten freilich leider nur aus den für den Wohnungsbau noch zur Verfügung stehenden Beträgen gemacht werden. Die Regierung ist ober der Auffassung, daß durch die Kürzung der Mittel zur Förderung der Neubautätigkeit um etwa 165 000 RM. die hessische Wohnungswirtschaft weniger benachteiligt würde, als wenn in zahlreichen Gemeinden des Landes die Bauwirtschaft und die Hypothc- kenkredite schwer notleiden würden. Die Regierung bittet daher um die Ermächtigung, für diesen Zweck 165 000 RM. den für den Wohnungsbau verfügbaren Mitteln zu entnehmen. Nach einer lebhaften Aussprache wurde zunächst die grundsätzliche Frage gestellt, ob die Zweckmäßigkeit mit der Sanierung der Hegemag überhaupt noch weiter ermöglicht werden soll. Mit den Stimmen der Rallonalsozia- listen und Kommunisten gegen Zentrum und Sozialdemokraten wurde die Frage verneint. Damit war das Ersuchen der Regierung erledigt, und eine Abstimmung darüber fand nicht mehr statt. Es bleibt also der Hegemag überlassen, ohne die von der Regierung gewünschten Zuschüsse eine Sanierung aus eigenen Mitteln zu versuchen. Oer Wahlkampf. Wahlkampf und Außenpolitik. Berlin, 9. März. (CNB.) Amtlich. Ein rechtsstehendes Berliner Blatt hat gesterir dem Reichskanzler Dr. Brüning vorgeworfen, daß er sich zu stack an b c m Präsidentschaftswahl- kamps aktiv beteilige und darum d i c außenpolitischen Interessen Deutsch, lands nicht mit der Gründlichkeit wahrnehme, die ihnen gerade jetzt zur Zeit der Abrüstungsverhandlungen in Genf zukomme. Zu diesen Angriffen wird darauf hingewiesen, daß die Reichsregierung im Januar d. I. den Versuch einer varlame ntarisch en Verlängerung der Präsidentschaft des derzeitigen Reichs- Präsidenten hauptsächlich aus außenpolitischen Gründen unternommen habe. Dieser Versuch sei bekanntlich an derIntransi- genz der nationalen Opposition ae- scheitert, die darum am wenigsten zu An- griffen auf die Haltung des Reichskanzlers berechtigt sei. Dies um so mehr, als auch d e r z w e i t e von führenden Persönlichkeiten des öffentlichen Le- bens in Deutschland übernommene Versuch, Herrn von Hindenburg als Kandidaten einer nationalen Einheitsfront zu nominieren, von pcn gleichen Kreisen zum Scheitern gebracht wurde. Daß Dr. Brüning, nach, dem der Wahlkampf u n u e r m e i b 11 d) geworden [ei, mit aller Entschiedenheit in i h n eingreife, sei angesichts der Wichtigkeit dieses .Kampfes zwischen Ordnung und Ehaos nur zu begrüßen. Im übrigen wertet man den Angriff, der auf den Reichskanzler gemacht wurde, als ein E i n- geftänbnis der nationalen Opposition, die nun — allerdings zu spät — erkenne, wie sehr es im gefamtpolitischen Interesse des Reiches gelegen habe, wenn man diesen Wahlkampf ia der von der Regierung seinerzeit beabsichtigten Form hätte umgehen können. Oie Hessische Landvolkpartei für Hindenburg. Die Hessische L a n b v a l k p a r t e i erläßt zur Präsidentenwahl einen Ausruf, in dem es u. a. heißt: Daß Hindenburg heute nicht wie 1925 der Kandidat einer einigen nationalen Rechten ist, ist nicht die Schuld der Landvolkpartei und auch nicht die Schuld Hindenburgs. Für die Landvolkpartei bleibt Hindenburg der beste Träger wahrhaft nationaler llcbcrllcfcrung in Staat und Wehrmacht! Die feste Burg germanischer und christlicher Tat und Pflichtgesinnung. Der Fels im Sturm um Deutsch- lands Macht und Einigkeit nach innen unb außen. Der getreue Eckeharb unb Führer im Kampf um Freiheit unb Gleichberechtigung Deutschlanbs in ber Welt. Die letzte Verkörperung ber uralten Gemeinschaft zwischen Schwert unb Pflug. Der beste Bürge für christliche, nationale, konservative, bobenständige Staatspolitik. Daß bic zerfallene Harzburger Front Hindenburg zum Vertreter des staatsfeindlichen unb volksfrem- den Systems stempeln will, empfinden wir als Schande unb Schmach für die Nation. Wir lassen uns deshalb nicht irre machen dadurch,' daß andere ihn wählen, die ihn früher bekämpft haben. „Es ist mehr Freude Im Himmelreich über einen Sünder, der Buße tut, beim über neununbneunzig Gerechte." Hindenburg bie Treue zu halten unb ihm bei ber Reichsprasibeiüenwahl unsere Stimme zu geben, ist unsere selbstverständliche Pflicht, worüber aufrechte deutsche Männer weiter fein Wort verlieren. Wenn alle untreu werben, so blei ben wir ihm treu! Oingeldey spricht für Hindenburg. Berlin, 9. März. (TU.) Rcichstagsabgeord- neter Dingeldey führte in einer Kundgebung der DDP. Berlin in den Wilmersdorser Tennishallen u. a. au8: Die Wahl des Staatsoberhaup. res wird Antwort geben muffen auf die Frage, ob das deutsche Volk in dieser Zeit tiefster Zerrissenheit und weitverbreiteter Hoffnungslosigkeit noch die Kraft hat, sicheinlehtes, einigendes Symbol des nationalen Lebenswillens zu erhalten. Die Regierung Brüning ist auf dem Wege zwischen Erkenntnis und Tat stets stecken geblieben. Steigende Erbitterung in den Massen deS Volkes, wachsende Krisen sind die Folgen. Deshalb unb weil bie DBP. bie klare Frage der Verantwortung an bie Führer b er Rechtsparteien gerichtet zu sehen wünsche, sind wir in Opposition zu Brüning getreten. Wir wollen nicht, baß mit einem Schein bes Rechts die Opposition behaupten kann, sie werde mit künstlichen Mitteln von ber Verantwortung ferngehalten. Wir benken selbstverständlich ebenso- wenig an eine Kapitulation vor bem Nationalsozialismus. Die Herren ber Opposition müssen sich darüber klar sein, daß eine Regierung nur möglich ist mit der bürgerlichen Mitte, daß ihnen bic Kraft zum gewaltsamen Niederhalten ber anderen Hälfte des Volkes Immer fehlt. Gerade wegen dieser scharfen Gegensätze in der Innenpolitik ist die Wahl des Feldmarschalls von um so größerer schicksalhafter Bedeutung. Der Heerführer des kaiserlichen Heeres, der Mann, dessen Leben sich in alt- preußischer Pflichterfüllung unb im kaiserlichen Dienst vollzogen hat, ist auch heute ber konservative Mann, beseelt von klarem nationalem Willen, ber er immer war. Er verkörpert Kraft unb Größe ber Vergangenheit unb ben Glauben an bie deutsche Zukunft. Was hat die Ha rzburger Front dem ent- gegenzuftellen? Mangelnde Einingkeit. innere Zersplitterung, den rücksichtslosen Machtwillen auf Kosten ber anderen, das Geltungsbedürfnis von Parteiführern. Hindenburgs historischer Qlamc kann auch durch die nicht aus innerem Glauben, sondern aus Rützlichkeitsgründen gegebenen Wahlhilfe der Eisernen Front nicht verdunkelt werden. Ich weiß aus eigener Anschauung und betrachte es als eines der stärksten Erlebnisse, daß dieser Mann mit absoluter geistiger Klarheit, m i t einer festen Linie politischen Wollens jenseits aller Parteipolitik bas Volk ber Freiheit cntgegenführen will. Massenkundgebungen der RGOAp. in Berlin. Goebbels lädt den Reichskanzler zum Rededuell ein. B e r l i n , 9. März. (211.) Die RSDAP. Berlin veranstaltete am Mittwochabend im Lustgarten einen Massenaufmarsch. Der Lustgarten war dicht beseht. Rach voraufgegangenem Spiel der Rationalhymne und anderer vaterländischer Lieder sprach Reichstagsabgeordneter Dr. Goebbels. Die Kundgebung schloß mit einem Heil auf Hitler. Einige Flieger kreisten über der Versammlung und warfen Flugblätter ab. Dem Aufmarsch ber RSDAP. im Lustgarten folgte am Abend eine nationalsozilistische Massenkundgebung im Berliner Sport- pa 1 ast. an der über 15000 Personen teilnahmen. Auch hier sprach der Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels. Harzburg sei für die Rationalsozialiften nur eine taktische Koalition gewesen. Die RSDAP. habe nie beabsichtigt. irgendwelche Zugeständnisse zu machen. Die deutschnationale Forderung auf Aufgabe des sozialistischen Programmpunktes könne von der RSDAP. kaum ernst genommen werden. Der Vorwurf, herrschsüchtig zu sein, ehre bie RSDAP. Die Rationalsozialisten stünden nämlich auf dem Standpunkt, daß nur einer Recht haben könne, und das wären sie. Goebbels forderte bann unter bem Beifall ber Versammlung ben Reichskanzler Dr. B r ü n i n g zu einem Rebekampf heraus. Er labe ihn zu ber letzten nationalsozialistischen Massenversammlung por ber Wahl nm fommenben Samstag in den Sport- p a l a st ein unb stelle ihm bie Hälfte ber Eintrittskarten zur Verfügung. Die Unkosten trage bie NSDAP. Goebbels schlug weiter vor, biese Kund- gebung, auf ber Brüning genügenb 'Jicbexeit unb auch bas Schlußwort erhalten solle, auf sämtliche Runbfunksenber zu übertragen. Dr. Goebbels fei auch bereit, ohne Anspruch auf Eintrittskarten zu erheben, auf ber am Freitag ftattfinbenben Sport- palaftoerlammlung, für bie Dr. Brüning als Rebner angekündigt sei, zu sprechen. Das deutsche Doll werbe bann erkennen, auf welcher Seite das Recht et. Die NSDAP, senke noch heute in Ehrfurcht ben Degen vor bem greifen Felbmarschall. Aber ber Kampf am 13. März richte sich nicht gegen ben Sieger von Tannenberg, fonbern gegen bas System ber etzten breizehn Jahre. Hitlers Frontdienst — Gerichtliches Verbot von Verleumdungen. Hamburg, 9. März, (CNB.) Gegen eine Veröffentlichung bes sozialdemokratischen Hamburger Echos, die sich mit ben Fronterlebnissen Hitlers befaßte, ist eine einstweilige Verfügung ergangen. Die Zivilkammer bes Land- Gerichtes hat nun heute biese Verfügung aufgeho- >en unb mit ber Einschränkung, baß es bem Blatt verboten wirb: 1. über ben Kläger zu verbreiten, er habe sich in Oe st erreich seiner Dienstpflicht entzogen unb sei, jim einer Bestrafung als Deserteur zu entgehen, freiwillig in bie beutscye Armee eingetreten; 2. bie Dienst- lei ft ungen bes Klägers im Felbe so barzustellen, als ob ber Kläger sich seiner Pflicht als Soldat zu entziehen versucht habe. — Von ben Kosten des Verfahrens hat ber Kläger, Abolf Hitler, ein Viertel, bic Beklagten brei Viertel zu tragen. Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Aus aller Welt. Eine späte Wiedergutmachung. Der Fall P a o l i Schwartz, der die deutsche Oeffentlichkeit wiederholt beschäftigt hat, ist nunmehr durch einen Gnadenakt des Pra- identen der französischen Republik beigelegt worden, so daß Schwartz endlich die Strafkolonie Cayenne als freier Mann verlassen kann. Dieser schwierige Fall, über dessen Regelung jahrelange Verhandlungen zwischen der deutschen Botschaft in Paris und >er französischen Regierung geschwebt, ist d u r ch äußerst verworrene Staatsangehörigkeitsverhältnisse entstanden. Paoli Schwartz, der als Sohn eines franzö- ischen Beamten elsässischer Abstam- mung auf Corsica geboren ist und später im deutschen Elsaß gelebt hat, wurde sowohl von deutscher wie von französischer Seite in Anspruch genommen. Tatsächlich hat er während des Krieges auf deutscherSeite Heeresdienst getan. Während des Waffenstillstandes ist er dann von der französischen Besatzung verhaftet und von einem Kriegsgericht zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und Deportierung verurteilt worden, weil er als Franzose gegen Frankreich Kriegsdienste geleistet hätte. Dem Gnadenakt vorangegangen war die Entlassung Schwartz' aus dem französischen Staatsverband. Die zuständigen deutschen Konsulatsbehörden sind vom Auswärtigen Amt angewiesen worden, Schwartz die Rückkehr nach Deutschland in jeder Weise zu erleichtern. Der Diebstahl an der Universität (Böttingen. In D rc s d c n ist der 25jährige Stubent ber Me- bizin Arthur Pfleghaar, ber angeblich ben Federmantelbiebstahl im Anthropologischen Institut ber Universität Göttingen begangen haben soll, von ber Kriminalpolizei ermittelt unb vorläufig f e ft g c n o m m c n worben. Scharfe Maßnahmen gegen das Erpresserunwefen in USA. Offenbar unter bem Einbruck ber Entfüh- rung des Linbberghbabys hat bas Repräsentantenhaus sich zu einem energischen Schritt gegen bas Ervresserunwescn in ben Vereinigten Staaten entschlossen. Es hat ein Gesetz angenommen, bas bie Absendung von Drohbriefen durch bic amerikanische Post zu einem Verbrechen gegen ben Bunb erklärt, welches mit20Jahren Gefäng- niö unb 5000 Dollar Gclbbußc zu bestrafen ist. Die beulschen Asienflieger' in Venedig. Die deutsche Bertram-Atlantis-Expedition, die am 29. Februar in Köln startete und zunächst nach Friedrichshafen flog, ist in Venedig eingetroffen und von der Militärbehörde ehrenvoll empfangen worden. Das Wasserflug- » Atlantis geführt von Kapitän Bertram, r einen sehr schwierigen Flug im Schnee- sturm über die Alpen zu bestehen. Auf diesem Wege verschlechterte sich das Wetter im weiteren Verlauf dermaßen, daß eine Zwischenlandung in derEtsch- Mündung notwendig wurde. Die nächste Etappe soll Athen sein, von wo aus der Flug planmäßig b i s n a ch China fortgesetzt werden wird. Das neue Vierpfennigstück kaum im Verkehr: unb schon gefälscht. Dienstag sind die ersten Vierpfennigstücke in den Verkehr gelangt, und schon haben sich Leute gefunden, bie sie zu Einmark- stücken u m g e f ä l s ch t haben. Auf der Berliner Kriminalpolizei erschienen Geschäftsleute und zeigten Dierpfennigstückc vor, die versilbert und als Einmarkstücke in Zahlung gegeben worden waren. Der Betrüger hat sich zunutze gemacht, daß die Vierpfennigstücke nur eine Kleinigkeit größer sind als die Markstücke und denselben Adler auf der Rückseite tragen. Die Polizei mahnt deshalbzurVorsicht und weist darauf hin, daß die Vierpfennigstücke zum Unterschied zu den Einmarkstücken keinenAra- beskenkranz haben und daß auch die Zähnung am Rande fehlt. Schweres Lxplofionsunglück in einer amerikanischen Gasanstalt. In Camden (Rcw Jersey) explodierte in einer Gasanstalt, in der etwa 20 Arbeiter beschäftigt find, ein großer Gasbehälter. Acht Personen wurden getötet, vier erlit- teii so schwere Verletzungen, daß sie in ein Krankenhaus gebracht werden mußten. Dazu kommen noch sechs Schwerverletzte. Man ter mutet, daß es sich um einen Betriebsunfall handelt, der dadurch entstanden ist, daß ein Funke von einem Werkzeug auf das mit Schwefelsäure getränkte ReinigungS material übersprang. Schwerer Schneesturm in den vereinigten Staaten. Ein schwerer Schneesturm tobte am Dienstag über den östlichen Staaten ber USA. Hunderte non Automobilen, darunter zwei große Autobusse, blieben in ben Schneemassen stecke n unb mußten burch Flugzeuge verproviantiert werben. Den Fahrgästen bes Autobusses gelang es nach zwölfstünbiger harter Arbeit sich noch Batavia bei Neuyork burch ben Schnee burchzuarbeiten, gefolgt von 50 weiteren Automobilen, bic ebenfalls die Nacht über ftctfcngeblieben waren. Der Wächter der Leuchllurm-Bake auf dem Ringberg bei Sunbury im Staate Pennsylvania war 25 Stunden von ber übrigen Welt abgeschnitten unb würbe von ben Flugzeugen ber United Ale Lines versorgt. Verschiedene Personen unb Güterzüge blieben in Pennsylvania im Schnee stecken. Die ßanbleute ber Umgeaenb arbeiteten sich mühevoll an bie Züge heran und versorgten bie Fahrgäste unb die Eisenbahner mit Lebensrnitteln. Hunde im Dienste des Schmuggel». Wiclun, im südwestlichen Kongreßpolen,, ungefähr 40 Kilometer vom oberschlefischen Kreuzburg, ist ein bekanntes Schmugglernest. Aus Deutschland werden dorthin über die grüne Grenze Tabak, Sakcharin, Apfelsinen geschmuggelt. Aber nicht nur die Menschen paschen dort, sondern auch bie Hunbe. Kürzlich wurde ein Schäferhund „f e ft g e n o m m e n", ber 4 Kilogramm beutschen Tabak über bie Grenze gebracht hatte. Dem Tier war offenbar von feinem Herrn eine zu große Strecke zugemutet worben; jebenfaUs fanben bie Grenzwäch. ter ben Hund im Schnee, frierenb, erschöpft, bem 23 e r e n b en nahe. Das Tier würbe in Pflege genommen, die Kontrebanbe beschlagnahmt. Aus ber Provinzialhauptstadt. Gießen, den 10. März 1932. Oer Osterhase im Schaufenster. Von Peter Bauer. Trotz Armut und Rot, die unsere Gegenwart überschatten, hat er sich auch in diesem Jahre mit der gleichen Selbstverständlichkeit eingestellt, mit der der Frühling wiederkehrü Er gehört mm einmal, seitdem er in die kindliche Welt als österliches Wundertier eingeschmuggelt ist, zu den unentbehrlichen Trabanten des Festes. Die Schaufenster der Konditoreien und Konfitürengeschäfte wimmeln von Hafen in allen Gröben und Stellungen. Allerdings überwiegt, mögen sie aus Schokolade, Marzipan oder Zucker sein, das kleine, unseren auch sonst bescheiden gewordenen Ansprüchen entsprechendere Format. Ob Meister Langohr auf allen Vieren, wie in eine Furche geduckt, kauert oder auf den Hinterläufen emporgereckt seine „Männchen mach?', sein Anblick entzückt jedes Kinderauge und stimmt jedes Kinderherz erwartungsvoll und osterfroh. Während die Hasenleute, die in Kieben Eier auf dem Rücken tragen, den Bauern gleichen, die ihre Erzeugnisse in Körben zum Wochenmarkt bringen, gibt es auch aufgeputzte Stutzer und Flirtdamen unter ihnen, als wehte ihnen Großstadtluft um die Löffel. Manche Osterhasen sitzen in halbkugeligen Restern, als wohnten sie auf Bäumen wie Eichhörnchen, um sich herum ein Gelege von kleinen bunten Eiern, wie wir sie von niedlichen Singvögeln kennen. Eier sind überhaupt in allen Größen da. Dom Forinat der Straußeneier bis zu dem der Tauben. Zu großen Ausgaben will der Osterhase dabei gar nicht verleiten. Riemand soll sich wehtun. Er ist in keiner anderen Absicht gekommen, als Osterfreude zu wecken, indem er an das Schenken erinnert. Der Osterhase ist geradezu das Symbol des Schenkens. Man braucht gar nicht am Konll- türengeschäft stehen bleiben, es muh keineswegs ein Schokoladen- oder Marzipantierchen sein, das man schenkt, das man besonders größeren Kindern und Erwachsenen schenkt. Man kann mit tausend anderen Dingen Freude bereiten. Die heimlichen Wünsche sind leicht zu erraten. Wie man an Weihnachten für den Winter schenkt, so kann man an Ostern für den Frühling schenken. Eine neue Krawatte, ein paar Strümpfe, einen Gürtel, eine Tasche, ein Buch, was wäre überhaupt nicht geeignet „als Osterhase" beglücken zu können! Es ist noch Zeit genug, sich's zu überdenken und die Wahl zu treffen. Der Osterhase im Schaufenster will nur an den schönen Brauch erinnern, daß man nicht am Feste überrascht wird und selber zu überraschen vergaß. Gestern sah ich zwei kleine Mädchen vor der bunten Hasenschau eines Konfitürengeschäftes stehen. Sie strahlten mit großen Augen den Reichtum an. Ihr Plaudermund stand nicht still. „Ich will den da!", „Ich will den großen»", „Den mit den vielen Eiern!" und ähnlich schnatterten sie vergnügt und tupften mit den winzigen Zeigefingern eifrig an die Scheibe. Ohne daß sie eS merkten, teilten sie auf diese Weise den ganzen Hasenbestand des Fensters samt Eiern und Küken unter sich auf. Aber sie kamen nicht ins Streiten. Sie mißgönnten einander nichts, selbst wenn einmal ein Hase bestimmt wurde, der bereits von dem Partner gewählt war. Der Lieberschwang ihrer Freude entrückte sie weit aller Sorge und Rot, an der die Vorübergehenden mit ernsten Gesichtern schwer trugen. War cs nur kindliches Spiel, das sie trieben, bewußtes Schwelgen in dem, was ihre Sehnsucht beschäftigte? Sie plauderten noch und lächelten, als sie weitergingen: Zwei Glückliche, an denen dis Passanten ihre Freude haben mußten. Der Osterhase im Schaufenster ist demnach doch ein Wundertier... Billige Osterreisen auf der Reichsbahn. Die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. teilt mit: Zu Ostern gibt die Reichsbahn verlängerte Sonntagsrückfahrkarten in allen Reichsbahnverbindungen aus, für die die Ausgabe von Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs möglich ist. Für Verbindungen, .für die keine Sonntagskarten fest aufliegen, werden sog. Blanko-Sonntagsrückfahrkarten neu geschaffen, bie nach Errechnung des Fahrpreises geschrieben werden müssen. Zwecks reibungsloser Abfertigung der Fahrgäste an den Fahrkarten- jchaltern und in den Reisebureaus ist vorgesehen, daß diese Karten spätestens zwei Tage vor Antritt der Reise bestellt, oder gelöst sein müssen. Wo es möglich ist, wird naturgemäß auf die Einhaltung der Frist nicht bestanden. Immerhin empfiehlt es sich, diese Karten rechtzeitig zu besorgen, damit keine Züge versäumt werden. Die Festtagsrückfahrkarten gelten vom2 3. März bis 3 um 4. April, und zwar zur Hinfahrt nur vorn 23. März (den ganzen Tag) ab an allen Tagen bis einschließlich 28. März, zur Rückfahrt nur vom 24. März 12 Llhr ab an allen Tagen bis einschließlich 4. April. Die Reise muß am 4. April um 24 Uhr beendet sein. Auch die am 2. oder 3. April gelösten Sonntagsrückfahrkarten gelten bis zum 4. April 24 Uhr. Mit Festtagsrückfahrkarten können auch bv-Züge gegen Zahlung des tarifmäßigen Zuschlags benutzt werden. Die Festtagskarten können auch bei allen Stellen des Mitteleuropäischen Reisebureaus gelöst werden. Die Arbeiterrückfahrkarten gelte» ebenfalls vom 23. März ab. Die ta ber ZM jÄ II Mill unk « Ab ^“UOdi, FLx »orl, Ä?k mS^s» «iAw* *i™w» lhauvtffad,. 11 ^-Därz 1932. chaOnffer. Utt. S-gend-rt diesem ^4keit eingestellt. HrfS ft.»-S !t,Rl w iUn. 1 tn Olim *96 ükrS •QiM ober 3u<£ L scheiden *h« 5«. Deren, wie in I er aus den Wer. mchen macht", sein -rauge und stimmt lwu und vsiersrod. in Rieben Sier auf lum gleichen, die jum DocheMM -Putzte Stutzer und dehte ihnen Trotz, che Osterhasen sitzen s wohnten sie aus M sich berum ein Siern, wie wir sj, nen. Eier sind über« Dom Format der Lauben. Zu groben se dabei gar nicht wehtun. Sr ist in nen, alS Ofterfreuh i Schenken erinnert. das Symbol bd r nicht am Ronsi« es muß kcineSvezi oantierchen sein, bai 4 größeren Rindern n kann mit taufen!) ten. Sie -eim/ich-n en. Die man a t fchenti, so tarn a schenten. Eine r, einen Türtcl, obre überhaupt nicht lüden zu können! sich's zu überdenken Der Osterhase im den schönen Drauch im Feste übenascht - hen vergaß. ic Mädchen vor der RonsitürengesWler ,en Augen denAelch- stand nicht still. .’N den großen,, .Den , ähnlich schnatterten den winzigen Zeige- be Ohne daß sie « -e Mise ben Qtn amt Siern unbRuM en nicht ins Streiten, chts, selbst wenn eln« rde der bereit UeberschwanS peil aller jebenben mit emM ^r es nur kindlich? vußtes Schwelgen ; Ä«“ Z W. » d°E> *" fbtrHticf!* „Hl.« $ia’" Ui»* sfe ch 'L^ÄüeflJ !fc r-un^rdbun^W . Fahrig c an o W* le s 3» Ä mn^ )er A QUf bic^ SW ten^LrS'jU und 3®aLn^^ ’ 4. April hlicsts^ ilhr JS ■ lUNzd« 4 ÄÄ-iV-EA des f * * u pom 23. bis 28. Mär, gelöften Bmxen zur Rück- M «tnschließlich 4 April benutzt werden. Di« Entfernungsgrenze von 250 Kilometer ist für JJ* ™ "Mn 23. bis 28. März gelbsten QfcbeiUttürffabr[arten ausgehoben. (Eintragung in die Hindenburg. Listen war noch keine Dahl? f.A?!? Wißmar, 9. März. Dieser Tage fand im Rahmen der Erwerbslosenbetreuung eine Filmvorführung statt, die zahlreich besucht war. Die Leitung hatte der Krelsjugendpsleger Lehrer A r m b r e ch t - Kiitzenbach übernommen. — Am Samstag sprach Sanitätsrat Dr. Se kpp- Krofdorf im Rahmen der Winterveranstaltungen des Volksbildungs-Ausschusses über „Kampf der KrebSkrankheit". Wirkung-volle Lichtbilder vom Reich-au-schuh für Volk-Hygiene unterstützten den aufllärenben Dorttag deS Arztes. — Die Gemeindevertretung beschloß. den Lollarer Weg durch Wohlfahrts» erwerbslose, deren Zahl zur Zeit 80 ist, aus» baucn au lassen. — Die im zu Ende gehenden Schuljahre angefertigten Handarbeiten wurden im Wolfschen Saale zur allgemeinen Besichtigung ausgestellt. Die Eltecnschast dankte der HandarbeitSlebrerin. Frau Wwe. M. Rein, daß sie die weibliche Jugend schon feit Jahren in so geschickter Weise leitet. Durch alle deutschen Sender klingt die Kunde Besser und billiger wirtschaften „Sanne und Ella“, die vorbildlichen Hausfrauen, geben Ihnen folgenden Wink zum Sparen: „Bereiten Sie aus den oft vom Mittag übrigbleibenden kleinen Fleischresten, die Sie mit kleingeschnittenen Kartoffeln vermengt inSanella abbacken, ein schmackhaftes Abendbrot!“ OwoOltfltos 9litfltr. oMf» MdCtll »wolll». e txdtclt «R«ec% * Stan« fttrtutem ■ Nt»ci teichir» osi £ Hfljuewtsi q uOrmixMe» tortf** Oie »ic.ic n>c«cs *n oem WiMc. Oie »esc* Siebenen weneen Z* len «eben fl.e Tempcratwr an. Pie lin.cn versmaee Orte mit «lexkc* auf neczcjn.veav umeereebnetc" LefldrucM •■tocUeruoraiieiaflc. Kaltluft hat im Lause de- gestrigen Tage« di« mildere maritime Lust weggeräumt, so daß über ganz Deutschland heute morgen wieder Frost herrschte, dejsen Temperaturen im Flachland zwi» schen 2 und 6 Grad, auf den Bergen zwisa-en 9 und 17 Grad schwankten. Da wir zunächst noch im Bereiche von Luftmassen au- nördllHeren Breiten verbleiben, dauert das Frostwetter an. Rächt« dürfte sich sogar bei Aufklarcn der Frost etwa« verschärfen. Weiterhin sind Schneeiälie, wenn auch jetzt mehr vereinzelt und leichterer Art, zu erwarten. Aussichten für Freitag: Teil« wolkig. teils ausheiternd, einzelne Schneefälle, noch Frost, der bet nächtlichem Aufklaren zunimmt. Aussichten für Samstag: Roch zu Frost neigendes Wetter, bewölkt und auch aufheiternd. Amtliche wiatersportnachrichten. Dogelsberg, Hoherodskopf: Schneefall, minu« 10 Grad, 50 Zentimeter Pulverschnee. 1 bi- 2 Zenttmeter Reuschnee. Sportmö--. lichkeit sehr gut. Rhön. W asser kuppe: Schneefall, minu« 11 Grad. 23 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Schwarzwald, Hornisgrinde: Klar, minus 5 Grad, 145 cm Pulverschnee, Eportmöglich- feit sehr gut. Ätrd>fid>e Aochrickten. x Evangelische Gemeinden. Freitag, den 11. März. Kapelle de« Alten Friedhofs. 18 Uhr: Passion«- andacht. Pfarrer Lenz. Ekisabeth-Kleinkinderschule. 20 Uhr. Passionsandacht. Pfarrer Lic. Waas. Israelitische Gemeinden. Israelitisch« Reiigiansgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag 12. März. Vorabend 6 Uhr, morgens 9 Uhr, abends 6.30 und 7.10 Uhr. Israelitische Religionsgesellschast. Sabbatseier den 12. März. Freitag abend 5.55 Uhr, Samstag vor- mittag 8.30 Uhr, nachmittag 3.30 Uhr. Sabbataus- gang 7.10 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.45 Uhr, abends 6 Uhr. ' W^oderabermit NIVEA-ÖL Schmerzloses Posieren ftvflurch vorheriges Einreiben mit 111 SN Von Millionen Hausfrauen l bevorzugt! „Sanne und Ella“ zeigen hier den doppelten Wert von Sanella: sie ist preiswert und sparsam — und gibt auch den billigsten Gerichten Nährwert und erhöht ihren Geschmack! Und wie gesund und bekömmlich ist sie für die Kinder aufs Brot! — „Sanne und Ella“ haben noch viele solcher Winke und auch sonst „Überraschungen“ für Sie! Also folgen Sie den Winken in diesem Blatte und im Radio! Nivea CREME Wer STOFFE braucht, kauft sie bei NOWACK Statt Karten. Z.u haben in allen Apotheken. 495 V Mitglied des Hessischen und des Deutschen Sängerbundes Nur Sonntag, den 13. März, 11.15 Uhr vorm.: KONZERT KuIturf IIm Veranstaltung Ein auBergewöhnl. Kulturwerk! und Instinkt und Verstand Bettenhausen, den 9. März 1932. handlung. Neuenweg 10 und abends an der Kasse 1908 D 1901 D Challier, Neuenweg. 4913 c | Stellenangebote| |Stellengesuche| Familie Fr, Gräf. MM-WMlkia M e.v Untere diesjährige 1889 U Mietgesuche V2 r r 1/a Pfund Costa-Rica .. .Mk. 1.60 Tee 01517 Wu betcL Zehn-Länder-Kanee-Haus, Seltersweg 71 1912 C Lose Lose R M. R M. Männerchöre von: Reichardt. Mendelssohn. Schubert anderen. Brahms: Rhapsodie für Altsolo, Männerchor F F E E und und Literatur mit ärztlichen Gutachten, klinischen Berichten und Probe-Tabletten kostenlos durch: Radioscler in-Gesellschaft m. b. H., BerlJ^ SW 68128. 6? Am Mittwoch entschlief sanft nach kurzer schwerer Krankheit meine liebe Frau, unsere gute Mutter, Schwiegermutter und Großmutter Orchester. Ferner: Haydn, Cello-Konzert mit Orchester sowie Solo-Lieder von Schubert. — Der Bechstein-Konzert- flügel ist von der Klavierniederlage Schönau. Gießen. gestellt. Preise der Plätze: 1. Platz RM. 2—, 2. Platz RM 1-50 und 3. Platz RM. 1. —. Mitglieder zahlen auf allen Plätzen gegen Vorzeigung eines Ausweises die Hälfte. Es wird empfohlen, die ermäßigten Karten alsbald in Empfang zu nehmen. — Kartenvorverkauf: Bei Herrn Ernst Challier, Musikalien- fb B SS S B aukfurtes 3 Akten Herr Ernst Schneider, Gießen (Cello) der Gießener Orchesterverein. Entgegen jedem anderen Mil Leitung: Universitäts-Musikdirektor Dr. Temesvary. Mitwirkend: Frau Lena Stülpnagel, Frankfurt a. M. (Alt), fD w ■i fb Beschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Qeschäftskarten bei Brühl. SchulstraDe 1 3 ld WM B 2! Ä' s 3 & Geneval Versammlung findet am Dienstag, dem 15. März d. I., abends 8 LIHr, im „Pfälzer Hof-, Schanzenstrahe, statt. Mir laden unsere ordentlichen Mitglieder hierzu freundlichst ein und bitten um zahlreichen Besuch. Tagesordnung wie üblich. Zu vermieten ver 1 .Avril in kl.Billa (Neubau i. Siidv.) Wobnküdie u. 2-3 Zimmer Zentralheng, für 1—2 ruh. Mieter, Preis 50—60 Mk. Tchr.Angeb.unter 01514 an d. G. A. Meininger Landes« tbeaters alSGudula. Die trauernden Hinterbliebenen: Heinrich Nickel und Familie Wilhelm Nickel und Familie Uargarete Leyerer, geb. Nickel Heinrich Leyerer Adam Nickel und Familie. Treis, Gießen, Climbach, den 9. März 1932. Die Beerdigung fin det Freitag, den 11. März, nachm. 3 Uhr statt. 1923 D Die Beerdigung findet Samstag, den 12. März, nachmittags 2 Vs Uhr, zu Bettenhausen statt. Am Samstag, dem 12. März 1932, abends um 8 Uhr, in der Neuen Aula der Universität monumentale Tierfilm bringt in-der eindringlichsten »nd verständlichsten Weise von der Welt Einzelheiten über das große Problem, ob Tiere nur Instinkt haben oder ob es auch solche mit echtem Verstand gibt. Einzigartige, seltene und kostbare Filmaufnahmen aus allen Reichen und Kreisen der tierischen Welt, die in jahrelanger Arbeit in allen Weltteilen her- gestellt worden sind, hat die Kulturabteilung der Ufa unter Leitung von Prof. Dr. Lampe zu einem groß angelegten Tierfllm von ganz neuem Charakter vereinigt. Instinkt und Bewegung — Selbsterhajtung und Arterhaltung — Pflegeinstinkte — Hygiene im Tierreich — Gemeinschaftsleben der Tiere. — Besond. Höhepunkte: Kampf zwischen einer giftigen Brillenschlange und einem indischen Mungo — Packende Bilder vom Menschenaffen. Frau Lina Steul.geb.Knorr im Alter von 67 Jahren. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Johann Georg Steul II. 50 Gramm feinst. Dayeling Mk. 0.48 50 Gramm feinst. Ceylon.. Mk 0.40 50 Gramm ist. Ostfrisisch, Mk. 0.36 Prima Kakao leicht verdaulich! Pfund nur Mk. 0.60 Vi Pfund nur Mk 0.75 KaUee-OroBabnehnier erhallen Sonder-Rabatt! 3-4-Zimmer-Wohnung ö Gesckäfts-Ehev., sehr ruh. Miet., ges. Schrift! .Angeb.unt. 01523 a. d. G. Anz. Kauft Gießener Pferdelose Danksagung. Für die uns bei dem Heimgange unserer lieben unvergeßlichen Entschlafenen erwiesene Teilnahme sagen wir unseren tiefgefühlten Dank. Stadtthealer Gießen 18OID Freitag, 11. März, 20—22.30 Uhr 22. Vorstellung im erklären wir hiermit, daß wir nach wie vor den von unserem verehrten Kundenkreis für prima befundenen Perl-Kafiee das % Pfund mit dem begehrten Gedeck zusammen für nur Buster Keaton rutscht ins Filmland 100°/0 deutscher Dialog! Buster Keaton — der Name genügt, um Ihnen den lustigsten Kinoabend zu garantieren Fernerdas lustige Beiprogramm Vereine Verein Rudersport Gießen 1913 undAkad.Ruder- abteilung e.V. Samstag,IL.März. abends 8.30 Uhr im Bootshaus Monats-taatnmlntis Tagesordnung: 1. Eingänge. 2. Vorstandscrsatz- wähl. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 192iD 4. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet der Vorstand. MO Mi. geg.erststell.Sicherheit v. Grundstücken ausPrivatband zum 1. Avril gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 1899D a.d G.Anz. Hrgarteo Imlwigslr. 44 nrit schönem sonnigen Sandspielplatz jetzt nur noch 5 Mk. monatl. [01505 Am Mittwoch, dem 9. März, mittags r2l/< Uhr, entschlief sanft nach mit großer Geduld ertragenem Leiden unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder und Onkel Job. Heinrich Nidel II., Gastwirt im Alter von 67 Jahren. | Vermietungen | Herrschaftl.geräum. 3-Zimnißr-Wolin. mit Wohnküche, Wintergart., Gart.- Anteil,Zentralheiz.. i.best.LagelMoltke- strahe) sof.zu verm. Näheres oiax A. Becker, Keplerstr. 9, Telephon 3804. 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Man richtete einen ^leberwachungSdienst ein, da die Gefahr der Ueberschroemmung bestand, aber durch da« Abbröckeln deS Dammes verlief da« Hoch- Wasser ziemlich harmlos. Seele, Herz, Verstand und Faust sich Bahn bricht, wo es ftidig für ihn ist. .lind wenn die T>eU voll Teuiel wär , ee muh unS doch gelingen!" Da« tR Duesterberg tr. rv Donnerstag, (0. Mär; 1952 ..... ■ . ' 14. September find radikal wie feine rierfilm verständlichsten über das große iben oder oh gibt. Filmaufnahmen tierischen Welt, Weltteilen hei* turabteilung der jampe zu einem anz neuem Cha- iltung Kulturwerk । - Jugendtichr. >n halbe Preise. üten gegen Ein- zuMk.f)50u.l.Öl , Seltersweg. und <913 c entflammt, es bemerken Der Skeptische ift fasziniert von der eigenen Begeisterung« ähigkeit deS AednerS, der im Hinblick auf die Satze die sich ihm mit ungewöhnlicher Leichtigke.t formen, ohne Zweifel nicht die geringsten intellektuellen Hemmungen besitzt. Sein Dersammlungeer o!g liegt in dem Linklang zwilchen feiner hochentwickelten ora- torifchen Technik und dem e S ng Oie größten Talsperren. Soloeit es auch der Mensch gebracht hat, er kann sich doch in seinen Leistungen nicht mit den Riesenkräften der Ratur vergleichen. DaS zeigt sich u. a. bei den künstlich angelegten Talsperreir, die trotz der riesigen Bauten der letzten Zeit niemals die Gröhe erreichen, die die Ratur in einer Rächt hervorzaubert. Don diesen gröhten Talsperren der Erde plaudert Dr. W. Rickmer Rick- merS in der Frankfurter Wochenschrift »Die Umschau". DaS mächtigste natürliche Staubecken ist derSaraser-See im westlichenTamir, der vor 21 Jahren in der Rächt vom 5. zum 6. Februar 1911 sich bildete, und das Dorschen älssoi an einem der oberen Rebenslüsse des OxuS dabei begrub. Die Bildung des Sees war die Folge eines Bergsturzes. der entweder die Folge oder die Ursache eines Erdbebens war, das zu gleicher Zeit in Russisch-Turkestan auftrat. Erst nach Wochen wurde der Untergang des einsamen Gebirgsdorfes bekannt: seitdem ift die Talsperre genau untersucht worden. Der Damm, der sich bildete, erhebt sich 500 Meter hoch und umfaßt etwa zwei Quadratkilometer: feine Gefteinsmaffe von sechs Milliarden Tonnen könnte den Baustoff liefern, um ganz London oder Reuyork aufzubauen. Der See, der sich hinter diesem Wall ansammelte, ist heute 800 Kilometer lang und stellenweise 400 Meter tief, faßt aber wegen seiner Schmalheit nur 15 Raumkilometer Wasser. In Tirol würde dieser Fclsrutsch Millionentverte an Wasserkraft bereit gestellt haben, aber im Hochgebirge Innerasiens wird man diesen Speicher wohl noch lange nicht auSnutzen. Der größte Erzeuger solcher Ta.sverren ist der InduS, dessen Ueberfchwemmungen immer wieder ungeheuren Schaden anrichten und zahllose Menschen dahtnrafsen D>e zw i größten die- fer Katastrophen von 1841 und 1858 entstanden durch Erdrutsche, die den wasserreichen Oberlauf des InduS stauten. Eo bildete sich durch den Bergsturz von 1841 ein 60 Kilometer langer und 300 Meter tiefer See. Dieser See trat im Mai 1841 über feine Ufer, und die brausenden Wasser- massen stürzten sich über den Damm auf das umliegende Land. Die weniger starken Ueberschwem- raungen deS Indus werden meist durch Sperr- gletscher verursacht, und ein Hauptsünder ist der Gletscher Tschong Kamdun. dessen Zunge au8 einem Tal des Sc e ok F us es hervor ’gt. Die er Gletscher, der inm tten der Z-0 M ter ho en Eisriesen des Himala a liegt, verlängert sich rasch, wenn mehrere schneereiche Winter auseinander folgen. Dor zwei Jahren hat sich dieser Scheiok- Gleischerdamm von neuem gebildet, und eine sofortige Untersuchung ergab, dah em 62 Meter dicker, viele hundert Meter breiter und 30 Meter Flugzeug München - Innsbruck. Mon Walter Mahr. Auf Obertoielenfelb. dem Münchener Flugplatz, liegen noch die Frühnebel- Das vierfitzige Jun- kersflugzeug wird gerade aus der Halle geholt, als wir im Auto dort ankommen — etwas außer Atem und unrasiert — denn eS ist eigenartig, daß man in München fo oft das Wecken überhört Also schnell hinein In die Kabine — wir haben es diesmal gerade noch geschafft. Während ich Betrachtungen darüber anstelle, wie auf demselben Gelände, dem berühmten Exerzierplatz Oberwtesenfeld. auf dem wir feinerzeit bei schmutzigem Rovemberwetler unter dem Kommando eines bayerischen WachtmersterS mit Maschinengewehren exerzierten, einer der modernsten Flughäfen Europa- entstanden ist. beginnt der Motor zu surren und reiht mich auS alten Erinnerungen Wir starten zur festgesetzten Minute. Die Ma- schme rollt langsam und dann immer schneller über den planierten Boden, man merkt kaum, wie sie sich erhebt, man sieht nur. dah die Erde sich entfernt. Rach einem grohen Boden lassen wir München weit links liegen, aber Ryrnphenburg ist zum Greifen nahe, man erkennt jeden ein»c'nen Weg im Park, jeden Flügel deS Schlosses Dann tauchen unter uns die kleinen bayerüchen Dörfer auf. verbunden durch unzählige Wege, die fich aus dem falten Grün der Wiefen hell abzeichnen. Es sieht aus wie ein Spinngewebe, in dem sich eine Menge Fliegen gefangen hat Die Maschine fliegt in 1800 Meter Höhe Das Wetter ist hell hier oben, während über dem morgendlichen Land noch eine Dunstschicht liegt. Wir nehmen Kurs der Isar entlang. Sic sieht sehr sittsam von hier aus. Wan ahnt mchlS von ihren brausenden Wassern und der wilden Romantik ihrer Ufer. Rechts wird jetzt der Starnberger See sichtbar, vollkommen unter unS auSgebreitet mit allen Städtchen und Dörfern am Rand, mit feinen Einbuchtungen wie auf eine Karte gezeichnet. Man sieht die Färbungen des WasserS und kann daran seine Tiefe erkennen. Das Isartal haben wir verlassen, wir folgen rechterhand dem Lauf der Loisach. Die Span- nung steigt Jetzt muh das Gebirge kommen, der Höhepunkt der Fahrt- Und bald erscheinen sie auch, die Dorboten der bayerischen Alpen, die bewaldeten Hügel und die grünen Almen. Die Dörfer werden unten spärlicher. Ich schaue nach dem Höhenmesser. Er zeigt 1900. Der Pilot frühstückt. Ich rechne nach: Die Dorberge sw*1“ ii ASS. GenH Auso'_________, Tie» Luilivl tjort -K cheatL schen Kornmundobehc rden, die den tüchliten Oft- zier halten wollen, ab Ihm hätte auch in dem Reichsheer deS neuen Staate- eine gute militärische Laufbahn os sengest anden. Aber Duesterberg will nicht. Mit Versailles ist dieser Teil seines Leben- abgeschlossen Er will Abstand von den Dingen bekommen Er will alS Lehrer und Erzieher seines Dofkes das geistige Gut deS Krieges kommenden Generationen vermitteln und friant ben Berus eines Privatdozenten der Geschichte. Alles ist in Trümmer. AuS der Diese heraus. auS dem Geistigen muh neu aufgebaut werden Duester- berg war niemals Soldat im Sinne eines Beruf stechnikerS Er war Dolkslehrer in der gröl en Rekrutenschulstube der allgemeinen Wehrpflicht, soldatischer Führer in einer webrwilligen und wehrverpilichteien Ration Richt das militärische Handwerk, das er wohl liebte und beherrschte, war für ihn das Entscheidende Dav war ihm nur Mittel zum Zweck, deutsche Menschen auf der sittlichen Höhe des Dienstes an Staat und Dolk zu halten und sie durch die Ausbildung an der Waffe zu opferbereiten Trägern der Idee D utsch- land zu formen. Der Fabrikant und Referveofsizier Seldie war vor dem Kriege auch ein folcher opferbereiter Träger der Idee Deutschland Darum nahm er den Soldatenberuf in der Referve ernst. Im Kriege erkannte er. dah in dem Soldatenstand die Idee der Ration sich am schlackenlosesten verkörpere. Da wurde er vom Bürger-Soldaten zum Soldaten- Bürger. Er kam zu der Gründung des Stahlhelm- bundes und seiner Organisation auS demselben inneren Gefühl. daS den Major Ducfterberg dazu trieb. Privatdozent der Geschichte zu werden: Wiederausbau auS der Tiese deS Geistigen und Erziehung deS einzelnen zur Idee. Sie gehen, Duesterberg und Seldte, nach dem Zusammenbruch beide auf die Weltanschauung als auf daS Primäre aller Politik zurück. Öclbte sah sofort die Organisation und wollte das Dccken schassen, daS die in den zurückkehrenden Frontkämpfern noch vorhandene weltanschauliche Kraft auf angen und sammeln sollte. Duesterberg wollte Seelsorger der Idee fein. Und wenn er auch nicht Privatdozent der Geschichte geworden ift-. fo wurde er dafür leidenschaftliche geistige Triebkraft in der politischen Kampsbewegung des RatidnaliSmuS... Im Mai 1924 geht Duesterberg mit dem Deutschen Tag in Halle zum Gegenangriff über, ater daS am 1. Januar 1923 von den Kommunisten gesprengte Moltkedenkmal durch einen Aufmarsch von über hunderttausend Angehörigen der vaterländischen Verbände weiht. Damit rückt fein Raine in den Vordergrund der nationalen Bewegung. Don hier biS zum zweiten Dundesführer, der die Derantwortung für die Bundesgefchästs.ührung mit dem ersten Bundesführer teilt, ist nur noch ein Schritt. Dah dieser Schritt überwunden ist in der vorbildlichen Form selbstlosen Dienste- an der Idee, wurde zum Segen und zum Impuls der Stahlhelmbewegung. Duesterberg- junger sieghafter Idealismus bringt nun in bie letzte Zelle der Bewegung in einer Zeit geistiger Verflachung und innerer Widerstandslosigkeit auch der nationalen Bewegung Sein Freiyeitswille reiht vorwärts. Es ist der Wille nicht nur zu außenpolitischer wehrhafter Freiheit. Duesterberg ist ein rastloser Vorkämpfer der deutschen Wehrfreiheit und sein Kopf denkt in dem Zusammenschluß aller unterdrückten Völker der Erde unter der geistigen Führung Deutschlands als dem letzten Mittel der Ration, die auhenpolitischen Fesseln zu sprengen. Es ist der Wille nicht nur zur innerpolitischen Freiheit der Idee und der Bewegung von dem Druck west- lerischer Demokratie und marxistischen Zwanges. Duesterberg ist ein rücksichtsloser, leidenschaftlicher, innenpolitischer Kämpfer in Wort und Tat. Es ist der Wille auch zur geistigen Freiheit der Seele des deutschen Lhristenmenschen im Ringen mit Gott. Dilesterberg ist gläubiger Protestant lutherischen Kampsgeistes. Er ist der Mann, der geistig nur in reiner deutscher Luft atmen kann, der mit ben an seine Ideen, Hörer überträgt. Seit dem Wahltag des Hitler- Reden ebensowenig _______ ___ ... _ auhenpolitischen Erklärungen an die fremde Presse. Im Leipizger Hochverrat-prozeh hat er bie Legalität beschworen. In ungezählten Artikeln und Reden dielen Eid seither öffentlich wiederholt. Der Konflikt mit StenneS ging im wesentlichen auf diesen Legalität-grui.bsah zurück. Hitler hofft, auf legalem Wege dieMehrheit zu erreichen. Er hofft weiter, bis dahin die Ungeduld der durch Der prechungen berauschten Anhänger zu zügeln und ihre Befriedigung auf ben Tag der legalen Machtergreifung verschieben zu können. .Den Weg zur'Macht . so lagt er. »schreibt unS baS Gesetz vor. WaS wir sodann mit der Macht beginnen werden, da- wird uns unser Gewissen und unsere Erinnerung vorschreiben.' Kein Zweifel, dah die Dlutopfer, bie bie nationalsozialistische Bewegung in Sirahenkämpfen fast täglich bringen muh, sie noch weiter zusammen- fchtveihen. Die Gegner sorgen für ihre Märtyrer. Ucber Macht und Organisation der Propaganda hat Hitler vortreffliche Leitsätze ausgestellt und zur Durchführung gebracht. Das Braune HauS in München und das neuangefaufte Rach- barpalais dienen im wesentlichen der Propaganda und der Heranbildung Hunderter von Unterführern. Die DerfammlungStätigkeit der Partei ist enorm Politische Menschen, die bisher wenig von dem RationalsozialismuS wuhten und fich nach dem 14. September in ihre Presse zu vertiefen begannen,, find erschüttert über daS AuSmah dieser DerfammlungStätigkeit, d.e keines- a ohne Erfolg ist, vor allem, weil sie dem rfniS der Massen nach Belehrung und Führung, nach politischer Aufklärung und Entladung ihrer ElendSinstinkte entspricht. Theodor Duesterberg. Don W Eberhard Freiherr von Medem. Der Verfasser, Ehelredaktcur des »Tag", hat in. der Reihe „Männer und Mächte" iVerlag R. Kittier, Leipzig), eine knappe Biographie der beiden S.ghlhelm-Führer Seldte und Duesterberg erscheinen lassen, der wir im folgenden eine Würdigung des Präsidentschaftskandidaten der Deutsch- nationalen und des Stahlhelm entnehmen. Theodor Duesterberg wurde 1875 in Darmstadt als Sohn eines Oberstabsarztes geboren. Rach dem Besuch des Gymnasiums und der Kadettey- anftalt wurde er 1894 Leutnant, nahm 1900 am Lhinaselbzug teil und wurde nach seiner Rückkehr zur Kriegsakademie, später zum Großen Geneval- stab kommandiert. Von 1908 ab war er Kompaniechef in der lothringischen Grenzgarnison Mör- chingen und 1913 14 zum preußischen Kriegsministerium kommandiert. Den Weltkrieg pachte er als Divisionskommandeur und später beim Stabe der 13. Infanteriedivision mit. Frühjahr 1918 war er Beauftragter des Kriegsministers bei ben Frie- densverhanblungen in Bukarest und im Herbste gleichen Jahres zur Waffenstillstandskommission kommandiert. Sein Biograph schreibt bann weiter: Als bie deutsche Unterschrift unter dem Versailler Vertrag vollzogen war, reicht Duesterberg feinen Abschied ein. Er lehnt alle Anerbieten bet militäri- 'Ung hier sind 1500 bis 1800 Meter hoch. Unb bann kommen Berge mit 2000 Meter und viel mehr. Der Pilot gibt sich über wenig Mühe, die Maschine höher zu bringen, er frühstückt mit einem Genuh, wie ich nie einen Menschen frühstücken fah. Das freut mich, aber ich bin doch gespannt, wie er das Flugzeug über die Gebirgskette, bie uns von Innsbruck unb dem Inntal trennt, hinüberbringt Da ist bereit- Walchensee und Kochelfee, tief in den Bergen schimmernd, die jetzt immer höher zu uns emporwachsen. Und richtig — da drüben glitzert der erste Schnee. Die Maschine fliegt jetzt in einer Höhe von 2200 Meter — sie fliegt nicht über die Gebirgswand, sie schlängelt sich den Tälern entlang oben zwischen den Gipfeln der schneebedeckten Berge hindurch. Man sieht jede Schlucht, jede- Tälchen, zum Greifen nahe ist alles von hier oben zu sehen. Vor un- breitet sich das Wettersteingebirge und link- da- Kar- wendel aus. Ein prächtiges Panorama auf die weihen Zacken und Hochplateaus. Am Kompaß sehe ich, dah wir nicht geraden Kur- nach Süden aus Innsbruck zu haben, wir fliegen im Zickzack dahin. Ganz unten laufen Landstraßen mit und manchmal grübt ein Dörfchen oder Städtchen herauf. Unenttocgt zieht der grobe Vogel feine Bahn durch die Berge. Rur manchmal schwankt er etwas, und es kommt auch vor. dah er einige Meter wie ein Stein absackt Man kann die Sache schon voraussehen, wenn Wälder unten erscheinen, über denen eine besondere Luftschicht liegt, die ein Flugzeug offenbar nicht vertragen kann Plötzlich — die Zeit vergeht leider zu schnell — sind wir über einem breiten Tal, durch daS sich klein, aber unverkennbar und in mannigfachen Windungen ein Fluh zieht: daS Inntal. Rach dem Gewühl der vielen Berge fieht man nun geordnete Wege den Flub entlang laufen. Dörfer liegen enger beieinander, wir sind durch die Gebirgskette hindurch Bald, sehr bald, fliegen wir strackS auf Innsbruck los, das mit einem Male vor uns liegt. Indem die Maschine sich langsam herabwindet, erkennt man bereits die Anlagen der Stadt, die Strahenzüge die Häufer. Das Gebirge ringsum steigt höher, wir schweben nicht mehr hoch über der Erde. Das Gefühl deS Fliegens hat aufgehört. man glaubt im Auto zu fitzen und nur der Ruck, der die Verbindung mit der Erde bedeutet, besagt, dab man tatsächlich wieder unten ist. Rach einem eleganten Sprung über daS WindrichtungSseuer steht die Maschine auf dem Innsbrucker Flugplatz gerade vor der Flugpolizei. die uns alle, auch die Dame, die sich seit München lehr zu ihrem Rach- teit verändert hat freundlich in Empfang nimmt Adolf Hitler. Don Arih Mein. Der nachfolgende Beitrag ist dem Buche »Aus die Barrikaden'?" Hanseatische Der. lagsanslalt. Hamburg 36) entnommen. De. Verfasser. der als Ehesredakteur der ,DAZ" stet- ein Heranziehen der Ra.io a * sozialistischen Partei zur praktischen Mit- arbeit un Staate befürwortet hat, bemüht sich, ein objektive- Bild von dem Führer der nationalsozialistischen Bewegung zu entwerfen. Adolf Hitler au- Braunau am Inn in Ober- Österreich, Kriegsteilnehmer de- Jahres 1914 im 16. Bayrischen Reserve-Regiment. 42 Jahre alt. alS politischer Agitator mächtig geworden. Alleiner Partei von sieben Kopsen entwickelte er eine Massenbewegung, für die am 14. September 1930 auS den verschiedensten Gründen sechs Millionen Wähler ihre Stimme abgaben. Bei jeder Rach- wähl seither steigerte sich seine äußere Macht. Die Füyrerkrise. die persönlichen Rivalitäten, .die unter der Oberfläche schwelen, haben ihr keinen Abbruch getan, und werden es auch, solange die Bewegung aufsteigt, in Zukunft nicht vermögen. Die Partei ist auf den Führergedanke n auf Unterordnung und Treue gestellt. Hitler ist bet einzige Politiker der Rechten, der es verstanden hat, Massen hinter sich zu bringen. Die bürgerlichen Parteien wurden — man kann auch die Sozialdemokratie dazu rechnen — zr^ Hono- rattorenklubs. Der RationalfozialiSmuS ging auf die Straße und schuf sich straff formierte militärische Schuhformationen. Mit feiner Forderung unbedingter Disziplin nahm er politische Grundgedanken deS 20. Jahrhunderts zum Leitmotiv. Seine Ideologie geht auf drei Wurzeln zurück: auf antipazifistischen Rationali-mu-, insbesondere aus dem Elend nationaler Instinktlosigkeit gewachsen, die wir nach dem Zusammenbruch beklagen mußten; auf einen problematischen S o • zia 1 iSmu - , der den Klassenkamps ablehnt, aber doch genötigt ist, Zugeständnisse an die anti- kapitalistische Vulgärpropaganda zu machen. Auf der anderen Seite bemüht sich bie oberste Führung bet Bewegung, Aufklärung über ihre wirtschaftlichen Ziele zu schaffen, unb erklärt sich bereit, bie Mitarbeit erfahrener Wirtschast-kenner ba"bei ju verwerten DaS dritte Grundelement ist der Antisemitismus, während wir die scharfe Kampfstellung gegen die katholische Kirche auf die politische Gegnerschaft gegen das Zentrum zurückführen, keinesfalls auf Kirchen- oder gar Religionsseindlichkeit. Die maßgebenden Führer de- Rationalsozialismus, vor al.em Hitler, Gregor Strasser und Goebbels, find Katholiken. Hitler a 1S Redner, und da« ist da« erste Geheimnis seines Erfosge«: ein volles, klingende« Organ, hervorragende Technik, außerordentlich gewandte Anpassung an da« theatralische Bedürfnis der Zuhörermassen. DaS Auftreten dauert selten weniger al« zwei Stunden. Ein unerhörter Mut zur Banalität ist für Hitler wie für alle großen Rhetoren kenn^ichnend. Die selbstver- ftändlichsten und unbestreitbarsten Dinge werden breit dargclcgt, in immer wiederholten neuen Wendungen begründet und erklärt. Der Zuhörer glaubt schließlich bie ausgestellte Behauptung schon deswegen, weil er nervöS und ungeduldig hofft, daß 5er Redner endlich zu einer anderen übergehen möge. Auch da« rednerische Pathos entspricht genau dem unterbewußten Wunsch der Zuhörer, die bisher nur mit allzu strenger Sachlichkeit und Schmucklosigkeit angewidert wurden. Hitler vermeidet in der 'Steide, praktische Losungen zu zeigen und Wege au weisen. Bewußt beschränkt er sich auf große älmriffc, freilich ohne daß Vereine Verein Rudersport Gießen 1913 undAkad-Ruder- Abteilung e.V. ramslag.l2.Mart. abends 8-30 W nn Bootsbaus Tagesordnung' isasb* 3 Annahme neuer 4.W?,e c& Zahlreichen W» Hindenburg oder Hitler? Der Hindenburg-2u-lchuß für Ober (k ff en und Gießen veranstaltete am Dienstagabend eine Versammlung im ftafv Leib, die sehr stark besucht war. der Saal war nahezu voll besetzt. Da» Tbema de« Abend- lautete »Hindenburg obere HrtlerV Oer erste Hauptredner, Ministerialrat von Keudell-Äerlin wandte sich nach einer kurzen Erinnerung an die militärischen Großtaten Hindenburg- einer Betrachtung der Reich-Präsidentschaft bc- Felbmar» schalls während der verflossenen sieben Jahre zu. wobei der Redner hervorhob. daß er al« Sohn eine« Mitarbeiter« Bi-marck- nicht al «Der» t re ter einer Partei oder.einer Interessen- tzengruppe spreche, sondern sich, wie Hindenburg, nur von dem Gemeinvohle de« deutschen Volke» leiten lasse In dieser schweren Rotzeit unsere» Vaterlandes, in der unser Volk trotz unerhörter außenpolitischer Gefahren in sich selbst immer mehr zerrissen werbe, habe bei der Reich-Präsidentenwahl jede Parteipolitik z u schweigen. Wie der Feldmarkchall von Hindenburg, so muffe auch jeder deutsche Volksgenosse bei seinem Handeln immer nur zuerst an da» Vaterland, nicht aber an bie Partei und ihren Egoi-mu- denken. In Deutschland« größter Rotzeit müsse da« deutsche Volk den besten Deutschen zum Reichspräsidenten wählen Dieser Mann sei der Generalfeldmarschall von Hindenburg. Der Redner tote« bann die Behauptungen, Hindenburgs Sohn sei Sozialdemokrat, die Enkelkinder Hindenburgs besuchten eine Gottlosenschule usw, nachdrücklich al« unwahr zurück. Hieraus kam er auf den Voung - Plan zu sprechen, wobei er hervorhob, daß Hindenburg nach hartem inneren Kampfe für sich ben schwersten Wegac- wählt habe. Er habe bamal« von feinem Amt zurück treten und au« der politischem Drecklinie geben können, er habe e« aber vorgezogen, in selbstverständlicher Pflichterfüllung auf dem Posten zu bleiben und selbst bie Verantwortung für diesen staatSpolitischen Akt zu übernehmen, nach- bem ihm burch einen parteipolitisch betriebenen unb mit parteipolitischen Zielen verbundenen Volksentscheid die Möglichkeit au« der Hand geschlagen worden sei, durch einen von jeglicher Parteipolitik unabhängigen Volksentscheid von sich au« da« Dolk entscheiden zu lassen. Der Beweggrund Hrnden- bürg« für »eine Unterschrift sei gewesen, den deutschen Boden von fremder Besatzung frei zu machen, um dann von diesem Ausgangspunkt her die nationale Befreiungspolitik einzuleiten, auch auf dem Gebiete der Reparationen Das deutsche Rein hinfichtlich der weiteren Reparationszahlungen, da« zuerst von Hindenburg ausgesprochen und vom Reich-kanz- ler Brüning im Einvernehmen mit Hindenburg erneut wieder erklärt wurde, bleibe unverrückbar bestehen. Der Brief Hindenburg« an den amerikanischen Präsidenten Hoover sei von Hindenburg selb st geschrieben worden und beruhe auf Hindenburgs eigenem Entschluß. Präsident Hoover habe selbst zu einem Freunde de« Redner« gesagt, Hindenburg allein habe Deutschland stabilisiert. Mit dem Briefe Hindenburgs an Hoover sei dem Reparation-Wahnsinn der Todesstoß versetzt toordert Auch von anderen hervorragenden Deutschen, die sich im Ausland umhören tonnten, - B. von Dr. Eckener, könne man immer wieder vernehmen, daß Hindenburg überall al« stärkster Faktor Lb sen- .UV Zeitschriften. — Die Zeitschrift D i e Kunst (Verlag F. Druckmann, München) bringt in ihrem März- hest einen Aufsatz über ben Berliner Maler Lesser älry. AIS Landschaftsmaler wird man ihm einen gebührenden Platz einräumen müssen. 3m Kunstgeschehen des Auslandes nimmt in der Folge der großen Londoner Ausstellungen da« französische Kunstschaffen von 1200 bi« 1900 das größte Interesse ein. Bilder von Renoir, Degas, E«zanne, IagueS L. David und Gauguin find im Rahmen der illustrierten Besprechung dieser Ausstellung zu sehen. In dem Heft ist auch die Kunst der Zeichnung stark vertreten. Peter Behren« fchus da« in Außen- und Innenansichten und vielen Einzelheiten gezeigte Hau« einer Dame In zahlreichen anderen Bildern werben Beispiele für bie Gartengestaltung, neue Stahlmöbel, ein Schlaf- unb Kinherzimnier, schließlich Hanbwebereien unb reizvolles rfCue« Kunstgewerbe gezeigt. - Wilhelm Stapel hat eben im Märzheft bet .Zeitwenbe" (L. H. Deck Verlag München) einen Alarm ruf gegen ben unorganischen Kulturabbau unserer Tage, bet nichts vom Geiste einer wirklichen organischen Reform verspüren läßt, veröffentlicht. — Die Betrachtung bc« hervorragen- ben Theologen Friedrich Gogarten über .Goethe« Frömmigkeit ' zeigt un«, baß die Selbstbewahrung eine« sich selbst genügsamen vollendeten Menschentums, al- dessen unerreichbare- Vorbild die Gestalt Goethes vor un- steht, auch diesem Großen nut möglich war um ben Pt ei« bet Entsagung. bes geflissentlichen Sich-Femhalten- von von den dunklen Machten des menschlichen Dasein«. Der Aufsatz dingt au- in tiefste Ehrfurcht »vor einem, der tief gelitten hat", zugleich aber auch in bie ernste Frage, ob feine Haltung auch noch die unsere sein könne. — Vorzüglich schließt sich diesen beiden Aufsätzen Johannes von Walters Del trag .Luther und Di-marck über da« politische Können" an. Die heute viel erörterten Fragen nach dem Verhältnis von religiöser und politischer Haltung, Christentum unb Politik. K rche und Staat, nach bet Derechtigung .christlicher" ober .evangelisches politischer Parteien — bilden den geistigen Hintergrund diese« Aufsatzes. er des Vertrauen- für Deutschland wirke. Der Redner betonte dann, die Präsidentenwahl fei eine rein innerdeutsche Angelegenheit, bei der da- Ausland nichts mrtzureden habe und in die man nicht, wie von einer Seite geschehen, daS Ausland hcreinziehen dürfe. Hinsichtlich der Behauptung, Hindenburg sei der Kandidat der Sozialdemokratie, da ja die sozialdemokratische Reichstagsfraktion die Regierung Brüning bisher gestützt habe, erinnerte der Redner daran, das) das Volksbegehren deS Stahlhelm auf Auslösung des preußischen Landtag- von den Ko mm uni st en unterstützt worden sei, es aber wohl keinem Menschen einfallen werde, deswegen den Stahlhelm als kommunistisch zu bezeichnen. Man dürfe ge- rcchterweise bei dieser Parallele verlangen, das) Hindenburg künftig nicht mehr zum Kandidaten einer Partei gestempelt werde. Weiter wolle er (Redner) daran erinnern, daß der deutschnationale Reichstagsabgeordncte von Oldenburg- Ja n u s ch a u einmal erklärt habe, Brüning sei derbe st eKanzlerseitDiSmarck, und Oberstleutnant Duesterberg habe gesagt, so lange Brüning in der Reparationsfrage an seinem Rein fcsthalte, habe das ganze deut- scheDolkhinterihmzu stehen. Dieses Rein Brüningö, so hob der Redner hervor, sei aber ebenso unverrückbar, wie das Rein Hindenburgs. Als 1931 Brüning seinen Leidensweg über Ehe- quers, Paris und Rom antreten mußte, um dort Vertrauen für Deutschland zu werben, habe sogar Hitler gesagt: „Es ist ganz selbstverständlich. daß wir die deutsche Außenpolitik dieses Kanzlers mit ganzem Herzen und allem Können zu u n t e r stü tz e n haben". Hindenburg habe Brüning ausdrücklich mit der Aufgabe betraut, mit der bisherigen Parteiherrschaft Schluß zu machen und seine Politik nur auf sein (Hindenburgs) Vertrauen zu stützen. Don diesem Zeitpunkt ab sei mit der Allmacht der Parteien Schluß gemacht worden. Sodann fragte der Redner, wo denn im vorigen Jahre während der schweren Bankenkrise und der größten Gefahr für Deutschland die Partei oder Bewegung gewesen sei. die mit der gleichen Energie wie heute nach der Macht gedrängt habe? Damals habe man sich sorgfältig zurückgehalten. Es stehe unbedingt fest, daß H i n- de >c bürg sich dem Willen keiner Partei beugen werde. Wer Treuhänder des ganzen Volke- zu sein habe, dürfe sich auch keiner Partei verschreiben, sei es welche es wolle. (Lebhafter Beifall.) Der Redner erinnerte dann an die Kriegsschuld I ü g e und erklärte, auf direkte Veranlassung Hindenburgs sei bereits im Herbst 1925, trotz mancherlei Bedenken der damaligen Reichsregierung und trotz Warnungen der Deutschen Botschaft in Paris, den früheren Feindmächten der Widerruf der Kriegsschuldlüge amtlich notifiziert worden. In einer sorgenvollen Sitzung des Reichskabinetts habe man damals schwer um diesen Schritt gerungen. Hindenburg habe aber auf seinem Entschluß, den Widerruf der Kriegsschuldlüge den ehemaligen Feindbundregierungen zur Kenntnis zu bringen, mit unbeugsamer Festigkeit beharrt und schließlich mit einem Faustfchlag auf den Tisch erklärt: „Ich befehle die Absendung dieser Rote." Daraufhin sei die Rote abgeschickt worden. Hm den Kampf der nationalen Befreiung unsere« Vaterland^ weiterhin mit Gewissenhaftigkeit und Sorgfalt führen zu können, habe sich Hindenburg für die koiumende Rcichspcäsidentenwahl wieder zur Verfügung gestellt. Er erstrebe den Zu - sammenschluf) des ganzen Volkes zur Durchführung dieser Ausgabe und fordere zu Diesem Zwecke volle Hingabe jedes Deutschen an die große vaterländische Aufgabe. (Langanhaltender stürmischer Beifall.) Oer zweite Hauptredner,pfarref Beith, Frankfurt a.M., wies besonders darauf hin, daß der Fcldmarschall auch in den trüben Zeiten Ende 1918 sein Bolk nicht im Stiche gelassen habe. Ludendorff sei damals nach Von Geld und Liebe. Vornan von Grete von Gaß. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Schluß.) lieber das Warten auf sie vergingen Herbst und Winter. Hans-Achim konnte dies vergebliche Warten kaum mehr ertragen. Ganz elend wurde er davon. „Fahre nach Parisi" riet ihm seine Mutter. „Hole sie dir!" „Ich würde cs tun, wenn die verdammten Millionen nicht wären. Es könnte leicht so auS- sehen alS machte ich Jagd auf sie." „Lene wird daS nicht glauben." „Lene nicht — vielleicht nicht!" fügte er mit Achselzucken hinzu. „Aber andere glauben dies gewiß, lind das Schlimmste ist: ich fühle selbst, cs geht nicht — ich kann jetzt nicht zu ihr. Es ist zum Verzweifeln! Einmal hat uns unsere Armut getrennt — und nun Lenes Reichtum." Die Mutter konnte ihm nichts zum Trost sagen, erst recht nichts zur Aufmunterung.. Es blieb weiter nichts übrig, als darauf zu warten, wie sich die Dinge entwickelten. Eigentümlich war es, daß Helene in ihren Briesen nie nach Hans- Achim fragte. Helenes Mutter brachte ihr stets die Briefe auS Paris, daß sie sie las. In jedem sprach sie von Doktor Hahn, mit dem sie innig bcsreundct war. Das gab Ottilie Tönnies zu denken. Eine alte Erfahrung: Gefühle wandeln fich oft sehr schnell I Es war im Frühjahr, als Hans-Achim eines Tages von seiner Mutter mit der Rachricht empfangen wurde, daß Helene heimgekommen sei. „Hast du sie gesprochen, Mama?" „Rein, ich sah sie kommen: sic war in Begleitung cineS Herrn. Ich denke mir, cs war Doktor Hahn." „Wahrscheinlich." „Wirst du nicht hinaufgehen, um fie zu begrüßen, Hans-Achim?" „Rein! Ja, wenn sie allein gekommen wäre, ober so — Rein, ich möchte nicht stören!" Er ging in sein Zimmer. Rach einiger Zeit folgte ihm die Mutter. „Was kann daS zu bedeuten haben, daß Lene mit Doktor Hahn zusammen ankam?" Hans-Achim zuckte mit den Achseln. »Weih man cs!" Schweden gegangen und viels andere, die sich heute in nationalen Reden nicht genug tun könnten, seien in jener Zeit unsichtbar gewesen. Die Hil.denburg. Wähler ließen sich von all diesen Leuten nicht darüber belehren, was national sei. (Stürmischer Beifall.) Bei der Stimmabgabe am nächsten Sonntag sei es notwendig, daß man sie auf Vertrauen aufbaue. Bcrtrauen könne man doch nur einem Manne cntgeyenbringen, der sich bisher schon durch seine Taten dieses Vertrauens wert gezeigt habe. Er (Redner) wolle gar nicht in Zweifel ziehen, daß Hitler vielleicht das Zeug zu staatsmännischem Können in sich habe, aber den Beweis dafür habe Hitler bisher noch nicht e r b r a d) t; diesen Beweis müsse er erst noch liefern. Es sei deshalb nicht richtig, jetzt gleich nach der obersten Stelle der Reichsgewalt zu greifen, in einem anderen Amt sei die Beweisführuna ebenso möglich. Eine Politik der Romantik sei für das deutsche Volk in hohem Maße gefährlich. Der Redner erinnerte daran, daß der frühere Reichsbankpräsi- dent Schacht schon vor Hindenburg den Young- plan unterschrieben habe. sJDlan dürfe gerechterweise Hindenburg keinen Borwurf aus dieser Unterschrift machen, nachdem schon ein Mann der anderen Seite dieses Dokument unterzeichnet hatte. Auf Hindenburgs ausdrückliches Verlangen feien auch Männer der Deutfchnationalen Partei in das Kabinett Brüning aufgenommen worden, die man früher auf der Rechten nicht genug gelobt habe, die aber jetzt auf einmal nichts mehr taugen sollten. Die beste Gewähr dafür, daß Deutschland ohne offenen Bürgerkrieg aus allen innerpolitischen Gefahren herauskornme, sei die weitere Führung unseres Volkes durch Hindenburg. Auf Hindenburg könne man sich unbedingt verlassen, mit ihm werde man keinen Sprung ins Dunkle erleben. Für Deutschland müsse es jetzt heißen: der Deutschen Zwietracht mitten ins Herz, darum für Hindenburg! (Stürmischer Beifall.) Wirtschaft. • Einschränkungen bei der Gute- hoffnungshütte. Wie die Verwaltung der Gutehofsnu..gshütte dem Regierungspräsidenten in Düsseldorf mittcilte, sieht sie sich infolge Verschlechterung des Absätze« und der in unerträglichem Maße gestiegenen Feierschichten gezwungen. eine Drosselung der Kohlenförderung vorzunehmen. Auf den Zechen Osterfeld und Jakobi sollen Detriebseinschränkungen stattfinden, wodurch insgesamt 720 Arbeiter und 20 Angestellte zur Entlassung kommen. GS wird aber noch die Frage geprüft, ob an Stelle der Entlassungen Kurzarbeit cingeführt werden kann. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. IN 9-Mär, 10. Mär, Amilichr Jlofltruna «millche Jlotierung (*oto TW cstld Brie ^ellinglotl . 6,993 49 95 7.007 50.05 7.043 49.95 7,057 50.05 Prag 12.465 12,485 12.465 12.485 Öubapcfi 56.94 57.06 56.94 57.06 Sofia 3.057 3.063 3,057 3,063 Holland 169.23 169,57 169.43 169,77 Delo 85,16 85,34 86.34 84.42 84,58 Ropcnlinflee. 86,16 85,56 85.74 Stockholm 86,21 86.39 85,61 85,79 London 15,63 15,67 1552 15.56 Buenos Airei 1.073 1,077 1.073 1,077 WeunotJ 4.209 4.217 4.209 4.217 «rüffel tziaiien 58,34 56 46 58.49 58,61 21,79 21.83 21.81 81,85 Pari, 16,51 16.55 16,54 16.58 Schweiz 81 20 81.36 81,42 81,58 Spanien 32.37 32.4C 32,37 32,43 Danzig 82.02 82.18 82.02 82,18 Japan Kto de Ian.. 1.309 1.311 1.319 1.321 0,254 0,256 0.252 0,254 flupoflarotee. Ulilafcoe 7,413 7,427 7.413 7,427 14.24 14.26 14.14 14.16 Banknoten I Kursgestaltung sehr uneinheitlich, doch ge* | genüber der Abendbörse überw'cgend c twcs schwächer. IG.-Farben, die zunächst auf dem lricht erholten Riveau von gestern abend behauptet waren, schwächten sich im Verlaufe um etwa 1 Proz. ab, da immer wieder einiges Material herauskam, dos bei der herrschenden Nervosität nur auf ermäßigter Basis placiert werden könnt?. Reichsbankanteile lagen ebenfalls noch eher freundlicher, bei Eröffnung später wieder um 1 bis 1,5 Prozent niedriger. Verhältnismäßig gut behauptet lagen Elektrowerlc und Montanpapiere. Schuckert konnten le-ttoa 1 Proz. anziehen. Am Kunstseidemarkt blieben Aku gut gehalten, Bcmberg gewannen etwa 1,5 Proz. Schiffahrtswerte bröckelten um 0,5 bis 1 Proz. ab. Durch schwache Haltung fielen von Auslandaktien Svenska auf, die auf das stärkere Anziehen der nordischen Devisen gegen gestern etwa 5 Mark einbüßten. Am Rentenmarkt waren Goldpfandbriefe weiter angeboten und erneut 0,25 bis 0,50 Proz. schwächer, während Liguidations- Pfandbriefe gut gehalten blieben. IG.-Farbenbonds hatten bei regerem Geschäft behaupteten Kursstand. Reicbs^chuldbnchforderungen zo"en 0,5 Prozent an Altbesihanle.he blieb ge ragt und un- veräiwect. Don fremden Werten lagen Mexikaner etwas freundlicher. In Erwartung einer Diskontsenkung der Bank von England konnten sich im Verlaufe die Kurse wieder leicht erholen, doch hielt sich das Geschäft weiterhin in engen Grenzen. IG.-Farben zogen etwa 0,75 Pro-, an. Späterhin verfiel die Börse wieder in stärkste Zurückhaltung. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 6 Prozent leicht. Berliner Börse flau. Rcichsbankdivkont 6 pro;. — Lombardsah 7 Proz. Berlin, 9. März »elb Mf . 'timetltanifdie Violen...... 4 20 4,22 Belgische Noten ........ Dänische Noten ........ 58,18 85 98 58-42 88.32 Englische Noten ........ 15.59 15.65 itraniiffifche Noten........ 16.47 16,53 Holländische Noten ....... 168,86 169,54 Italienische Noten .... 22.11 22,19 Norwegische Noten 84.98 85.32 Deutsch-Lekierreich. • 100 Gchilltog •— — Numänische Noten . . . 2.49 2.51 Schwedische Noten ..... 86,03 86,37 Schweizer Noten. ....... 81,02 81,34 Spanische Noten ....... 32,29 32,41 Ungarische Noten Frankfurt sehr uneinheitlich. Frankfurt a. M. 10. März. (WTB. Drahtmeldung.) Obwohl an der Avendbörse Absätze zu einer Besserung der Stimmung zu verzeichnen waren, eröffnete der heutige Bi>rsenireiveüehr in überwiegend schwächerer Grundstimmung. Das Rähcrruckcn des Wahlsonntags hat die älnsicher- heit sehr verschärft. Die feste Haltung der deutschen Werte an fast allen ausländischen Börsenplätzen fand zwar Beachtung, vermochten der Börse aber keine nennenswerte Stütze zu bieten. Bei wiederum sehr geringen Umsätzen war die Berlin, 10. März. (WTB. Funkspruch.) Zu Beginn der offiziellen Börse kam wieder an verschiedenen Märkten Ware heraus, da hinsichtlich der VÄ:steigerungsware Unsicherheit bestand. Ferner verstimmte, daß die Schwierigkeiten um Michael, die zwar schon seit längerer Zeit bekannt sind, jetzt öffentlich in der Presse behandelt! werden. Daß das Publikumsinteresse. je näher der Wahltag rückt, im Verhältnis immer kleiner wird, braucht wohl kaum besonders erwähnt zu werden. Gegen gestern mittag zeigten die Kurse meist nur geringe Veränderungen, gegen gestern abend waren sie 0,50 bis 1 Prozent niedriger. Auch Reichsbankanteile waren trotz'der Dividendenschähungen (8 Prozent plus 4 Prozent Bonus- etwas 7chwächer. Für Kunstseide- werte erhielt sich jedoch Interesse. Auch im Verlaufe war die älmsahtätigkeit sehr klein. Rach- dem sich die Kurse zunächst etwa auf Anfangsniveau behaupten konnten, bröckelten sie später eher etwas ab. Besonders Chadeaktien waren um 2 Mk. gedrückt. Reichsbankanteile erneut um 1 Prozent schwächer. Später ließ die Iprozcntige Diskontsenkung in London aber diese Verluste wieder ausgleichen, zumal auch hier der Geldmarkt relativ leichte Veranlagung hat und die Festig„Man wird es heute noch erfahren, denke ich mir." „Möglich!" antwortete er einsilbig und dachte: Erfreuliches wird es nicht fein. Gr zündete sich eine Zigarette an und blies Rauchwolken in die Luft. Die Mutter svrach; er hörte nicht darauf. Er wünschte, daß sie ihn nun endlich allein ließe. Die Wohnungsglocke schrillte. Ottilie ging, um zu sehen, wer da sei. „Vielleicht ist eS Lene!" sagte sic, sich von der Tür noch einmal zu ihm umwendend. Er erhob sich, zerdrückte den Rest seiner Zigarette in der Aschenschale. In seinen Händen war eine schmerzhafte Unruhe. Diese älnruhe nahm ganz unö gar von ihm Besitz. Ob das nun wirklich Helene war, die geklingelt hatte? Im Vorraum wurde gesprochen. Er lauschte mit angehaltenem Atem, konnte aber kein Wort verstehen, auch nicht die Stimmen erkennen. Dann kam die Mutter. „Es war Lene. Lene mit Doktor Hahn." „Was wollte der?" fragte er ungeduldig. „Er sollte mir präsentiert werden." „Als was denn? Etwa als Lenes Verlobter?" Seine dunklen Augen hatten einen grimmigen Ausdruck. Er spürte Mordlust in seinen Finger- sp'tzen. „Als Lenes Verlobter?" wiederholte Ottilie. „Rein, davon war nicht die Rede!" „Also das nicht! Ja, was denn?" „Als ihr Freund, als älrheber all ihres Glücks — was weiß ich!" „Aha - soso!" Gr wars sich wieder in seinen Sessel und brannte sich eine neue Zigarette an. Rach den ersten Zügen zerdrückte er sie wieder mit zitternden Fingern in der Aschenschale und überlegte: Ob ich nicht zu ihr hingehe, sie einfach frage: Wie stehst du zu diesen Menschen? Es wäre Der kürzeste Weg. Aber er konnte sich nicht zu ihm entschließen. „Warum ließest du mich eigentlich nicht rufen, Mama?" Gr sah sie an. In seinen Augen war verhaltener Zorn. „Ich wollte es. Lene hielt mich davon ab und sagte: .Ich sehe ihn später noch!'" Was das nun wieder heißen sollte?! „Was ist das für ein Kerl, dieser vielgerühmte Doktor Hahn?" „Das kann ich nach dieser Fünf-Minuten-Bc- kanntschaft nicht f agen. Er machte auf mich einen sehr angenehmen Eindruck. Er erzählte mir, daß er für einige Wochen nach Roscncck einge- laden fei.“ „Ranu!" Hans-Achim schüttelte mit dem Kopse. Er begrfff nicht — begriff nichts mehr. Warum nur die Helene ihn nicht sehen wollte? Das war merkwürdig — sehr merkwürdig! Das ließ darauf schließen, daß sie fertig mit ihm war, ganz fertig! Was einst zwischen ihnen gewesen, war wohl von ihr vergessen oder galt ihr nicht mehr als eine kleine lächerliche Episode. Verdammt noch mal! — Der verhaltene Zorn in ihm wollte heraus, preßte ihm fast die Luft ab. Er trat zum Fenster hin, riß es weit auf und atmete gierig die Luft ein. „Lene hat Friedrich Auftrag gegeben, ihr das Vorkaufsrecht an dem Besitz zu sichern, der sich in der Rähe von Roseneck befindet. Du erinnerst dich, daß von einem solchen vor einiger Zeit die Rede war?" Er antwortete nicht. Was ging ihn das alles an?! — Oder —? Herrgott, wenn er sich doch Gewißheit verschaffen könnte, was nun eigentlich war! Die Mutter verließ das Zimmer. Rach etwa einer Stunde ließ sie ihn zum Abendessen bitten. Die Mutter hatte eine Kanne mit Rotwein auf den Tisch gestellt. So, das war wenigstens gut! „Trink!" forderte die Mutter ihn auf unö füllte sein Glas. Er goß es in einem Zuge hinunter. Die Mutter füllte es von neuem. Sollte er nur trinken, dann schlief er wenigstens die Rächt — sonst würde doch nichts daraus. Sie sah, daß er erregt war. Er tat ihr leid. Sie glaubte nicht mehr daran, daß er zu seinem Glück kam. ES war ziemlich spät, als sie vom Tische aufstanden und Hans-Achim in sein Zimmer ging. Es war schon dunkel darin. Er dachte nicht daran, das Licht cinzuschalten, ließ sich in seinen Sessel fallen unö sann vor sich hin. Plötzlich horchte er auf. Der leichte, huschende Schritt war über ihm. Helene war in ihrem Zimmer! Er sprang auf, reckte sich. Sein Herz klopfte gewaltig. Mit gesammelten Sinnen lauschte er auf jeden Laut, Der aus Helenes Zimmer zu ihm drang. Rein, das war nicht zu ertragen — dieses Rah- und doch Getrenntsein! Er gab Klopfzeichen und wartete. Würde sie reagieren? Es blieb still, mäuschenstill. Er stürzte aus seinem Zimmer, nahm im (Bor- raum seinen Hut und verließ das Haus. feit der deutschen Bonds an Der gestrigen Reu- Yorker Börse eine gewisse Stühe bot. Letzteres war wohl auch der Grund für das Interesse, das man am Anleihemarkt für die Alt» und Reu- besihanleihe und für die Reichsschuldbuchfordc- rungen beobachten konnte. Auch Reichsbahnvorzugsaktien und Farbcnbonds waren um 0,50 Prozent zirka gebessert, während Liguidationspfand- briefe und Kommunalobligationen nur wenig verändert lagen und Goldpfandbriefe, in denen Auslandsangebot bestehen soll, um zirka 0,50 Prozent und vereinzelt sogar bis 1 Prozent nachgaben. Am Geldmarkt lag dec Satz für Tagesgeld an der unteren Grenze bei 6,75 Prozent, vereinzelt auch bei 6,50 Prozent, die übrigen Sähe blieben unverändert. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 10. März. Auftrieb: 115 Rinder, 1030 Kälber, 172 Schafe, 674 Schweine, darunter 90 Litauer. Es notierten: Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 39 bis 32; mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 38: geringe Kälber 30 bis 33. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 30 bis 32; mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 26 bis 29. Schweine. Doll- fleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 42 bis 43; vollfleischigc Schweine von etwa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 41 bis 43; vollfleischige Schweine von etwa 160 b:8 200 Pfund Lebendgewicht 39 bis 43; fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 36 bis 40. Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, geräumt, Schweine ruhig, ausverkauft. Rundfunkprogramm. Freitag, 11. März. 7.20 Uhr: Frühkonzert. 12.05: Don Berlin: Konzert 13.05: Don Köln: Mittagskonzert. 17.00: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Streitverfahren und Spruchpraxis II“. Dortrag von Oberregierungsrat Dr. Kümmerlen. 19.05: Aerztevortrag: „Die Bluterkrankheit“. 19.35: Goethe-Worte an unsere Zeit. 19-45: Verklungene und moderne Schlager, gesungen von Franz Baumann. 20.30: Die Dame plaudert (Plauderei historischer Damen), gesprochen von Theamaria Lenz. 21.00: Orchcsterkonzcrt des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 23.00 bis 24.00: Unter» Haltungsmusik. SamStag, 12. März. 7.20 Uhr: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Leben und Treiben auf dem Westerwald. Hörbild unter Leitung von Paul Laven. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.05: Don Köln: Mittagskonzert. 15.15: Stunde der Jugend, Liederstunde. 16.30: Wiesbaden: Konzert des Künstler-Ensembles des städtischen Kurorchesters. 18.15: Aus dem Weißen Saal des kurfürstlichen Schlosses in Mainz: Theater und Dichtung im Rheinland, Bericht. Von Paul Laven. 18.40: „England und Dominions", Vortrag von Wolf v. Dewall. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.35: Freiburg: Wiener Schrammelmusik. 20.00: Der junge Goethe, Rezitationen von Theamaria Lenz. 20.30: Die Dollarprinzessin. Operette in drei Akten, Musik von Leo Fall. 22.35: Stuttgarter Stadthalle: Übertragung vom Reit- und Springtumier. 23 bis 24: Tanzmusik. Daten für Freitag, 11. März. 1544: Der italienische Dichter Torquato Tasso in Sorrent geboren; — 1785: Eleonore Prohaska, als Jäger Renz im Lühowschen Freikorps, in Potsdam geboren; — 1917: Ausbruch der russischen Revolution; — 1923: Der deutsche Seeoffizier Karl v. Müller, Führer der „Emden", in Braunschweig gestorben. Briefkasten der fteftaftion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schristleitung.) 995 in fi. 1. Die Steuerpflicht bleibt ohne Rücksicht auf Rückzahlung des Darlehens bestehen. 2. Näheres ist bei dem zuständigen Finanzamt zu erfragen. Sekundenlang blieb er vor dem Hause abwartend stehen. Würde Helene vielleicht doch kommen? Rein, es schien wohl nicht so. Er ging langsam die Straße hinauf, den Weg, der zu den Anlagen führte. Er hatte ihn noch nicht ganz erreicht, al» ein eiliger Schritt hinter ihm erklang. „Hans-Achim!" Er blieb stehen, wandte sich um. Helene stand vor ihm und streckte ihm dir Hand hin. „Ach Gott, bin ich gelaufen! Warum wartetest du nicht auf mich?" Sein Blick ruhte auf ihrem Gesicht, in einem Ausdruck, der sie ergriff. „Wenn du wüßtest, wie ich auf dich gewartet habe — nicht nur jetzt, Lene — immer — immer — voll wühlender Verzweiflung — oft — fast um den Verstand hat mich diese» Warten gebracht." Sie streichelte seinen Arm. „Run bin ich gekommen." „Aber nicht allein!" „Rein, nicht allein — Doktor Hahn hat mich begleitet.“ Er sah sie fest an. „Warum das? Wie stehst du zu ihm?" „Freundschaftlich — ich verdanke ihm viel." „Ich weih, man sagt: die Millionen — die verdammten Millionen." Sie lachte. „Hans-Achim, bist du übergeschnappt?" „3 wo!" „ Freust du dich denn nicht über meinen Reichtum?" „Olein, vorläufig fürchte ich ihn noch!" „Wieso das?" „Ich fürchte, daß das gräßliche Geld trennend zwischen uns steht!" Sic sah ihn kopfschüttelnd an. „Das kann cs nicht! Daß wir kcins besaßen, das hat uns dummerweise einmal getrennt. Das Geld, das andere besaßen, hat unser und der ilnfrigen Geben eine Zeitlang unglücklich gemacht; aber das ist nun vorbei — wir wollen nie mehr daran denken!" Sie legte die Arme um seinen Hals. „Sage, daß alles, was zwischen Gestern und Heute lag, nichts als ein böser Traum gewesen war, Hans-Achim — unsere Trennung, unsere Qual, und" — sie drängte sich fester an ihn — „daß du einer anderen Frau gehört hast!" Er preßte seine Lippen auf ihren Mund. „Das war wirklich nichts als ein böser Traum — wir topllen ihn vergessen!" da» Ater,- Qlll.Syie. rK tKL «Ä'16 icbwatit. 115 y?fl{Ä bfl^2’ ^"lne Äe.^ S 5? &* 7Ä Ws ?Sa 1 ^hinb m2F **- «nb ’ "WH. auibtt. amm. \S» Mu DrWtti 18 iq. W. Ar L ummerlen. ig *■ cacheit". ««: 1945: 'Berflun, ungen bon Stan, lludrrt (^lauittti ■ don Xbeamaria des Philhamoni- 'bis 2100: Unter- irz. 1 W 10-50: Leben iw, ßvibild unter •05: 2vn Berlin: tagslvnzert. 15.15: lde. 16.30: Diel- rr-EnleinbleS bei 2uS bau Weißen Disei in QUainj: hrinland, Duichl. gland und Dvmi« b.Mall. 19.05: 19-35: Freiburg: : Der junge Tsethe, Lenz. 2030; Die drei Men, Mil jarter Stadthalle: Springturnier. 23 l.Siäri. 1 Torquatb Tasss Eleonore Pro« awschen Freüvrpt, 1: Qluibud) der : Der deutsche See« r der,S>nden", In leöoftion. ßerblnblldjkil der jl bleibt ohne W- darlehenr bestehen, ligen Finanzamt zu r dem Hause ab« ich kommen? Aein. ging longfom die r zu den Anlagen nz erreicht, als ein lang. ^streckt- N bit [I Warum vartetest n GesU in einem i-as-j vk MM r 4-h- du zu ihm^ .... - bit e Millionen «O-ap»''' »r meint"2“*4' ■a #«no4!" . «„"i, fein« b-itz •rfr*"* i«®Aa« Spiel "i beeinflussen. Es gab nun Strafstöße und Dpiclverwarnungen. in deren Folge «in Spieler *>« VfB. vom Feld« verwiesen werden mußte. Troy mehrfacher Aufforderung verließ dieler nicht das Spielfeld. Fast alle seine Spielkameraden stürmten nun mit recht unsportlichen Redensarten auf den Schiri ein und verließen dann unter Führung ihre« Begleiter« protestierend den Platz, so daß da- Spiel abgepsis- fen werden mußte. 1900 2. 3gd. -1900 3. 3gh. 4:1 (1:1). 3n der ersten Halbzeit zeigten beide Mannschaften ein fast gleichwertiges Spiel Rach der Pause erlahmte die 3. Jugend, auch ging dadurch der Zusammenhalt verloren, so daß die 2 Jugend noch 3 verdiente Tore erzielen konnte. 1900 Schuler - Sich 1:3 (1:0). Di« Schuler weilten zum 'Pflichtspiel in Lich und vermochten durch ihr eifrige« und gute« Dpi«! bi« zur Paule mit 1:0 in Führung zu gehen. 3n der 2. Halbzeit reichten aber die Kräfte nicht mehr, um dem körperlich stärkeren Gegner von Erfolgen abzuhalten. Durch Elfmeter. Eigentor und einen schönen Schuß stellte dieser da« Endresultat her. Sport im Gymnasium. 3n diesen Tagen trafen sich auf dem llni- versitätSsportplatz die Fußballmannschaften des Gymnasiums und Realgnmnasiums zu einem schönen und fairen Fußballspiel. Die Gymnasiasten blieben mit 2:0 verdienter Sieger. Sie waren im Spielaufbau bedeutend besser. Sportabteilung des Turnvereins Lollar Am Sonntag herrschte auf dem Sportplatz des Turnvereins Hochbetrieb Die l. Handballmannschaft trug das fällige Aufstiegsspiel gegen Caun«- bach au«. Die Gäste stellten einen nicht zu unterschätzenden Gegner dar. E« entwickelte sich ein abwechselungsreicher Kampf. Lollar war dabei stet- tonangebend. Launsbach mußte sich auf schnelle Durchbrüche verlegen, und batte damit auch einmal viel Glück. Au« einem solchen Durchbruch resultierte das FuyrungStor für die Gäste. Danach gingen aber die Lollarer sehr aus sich heraus. Launsbach mußte die Verteidigung verstärken. Der Sturm der Plahbesiher bombardierte da« Tor der Gäste, aber nur einmal blieben die Lollarer erfolgreich. Mit 1:1 ging es in die Pause. Lollar blieb auch nach dem Wechsel überlegen, Schußpech, Lattenschüsse usw. verhinderten aber jeden Erfolg. Anderseits waren die Torhüter in guter Laune und blieben für den Rest dieses Spieles unüberwindlich. Xie Fußballmannschaft hat mit der Mannschaft von Aßlar feinen gleichwertigen Gegner verpflichtet. Das Spiel wurde wenig schön aus- getragen. Die Plahbesitzer führten zur Halbzeit mit 4.0, nach der Pause hallen die Aßlarer in einem reichlich harten Kamps zwei Tore au». Beide Mannschaften spielten schlecht. Die 2 Mannschaften beider Vereine lieferten sich eine bessere Partie, die die Lollarer sicher mit 4:1 gewannen Handball m VfB. VfB. I.-Td Lich 2-2. Ein Irjnnenbe« Spiel, das die verstärkt ipie- lenden DfB.er zumeist überlegen sah. Die Gäste stellten eine gut eingespielte Elf deren Verteidigung hervorragende Arbeit leistete. Lich führte lang« Zeit 21. Erst gegen Schluß konnte der Halbrechte für VfB den Ausgleich erzielen. Geräte-Mannschastskampf Kinzenbach — Dorlar. Die Mannschaften der Turnvereine Kinzenbach und Dorlar trafen sich am Sonntaa zu einem De- rätemannschaftSkampf in Dorlar Die dritte verpflichtete Mannschaft, T.- u. Spv. Odenhausen an der Lahn konnte mit antreten. Den Sieger in diesem Kampf stellte Die erfahrene Mannschaft von Kinzenbach. Geturnt wurde je eine Kürübung am Pferd, an Reck und am Barren, sowie von je zwei Turnern eine Kürsreiübung. Der frühere Xumtoart Drück (Dorlar) eröffnete den Wettkampf. Am Pferd vermochten sich die Kinzenbacher sofort einen großen Vorsprung zu sichern (205:184 Punkte». Am Vieren vergrößerten die Turner von Kinzenbach ihren Vorsprung um weitere acht Punkte (203:195 Punkte). Am Reck zeigten sich aber die Gastgeber von der besten Seite und behielten mit einer Punktzahl von 194 gegenüber Kinzenbach mit 191 die Oberhand. Die Freiübungen erbrachten jeder Mannschaft je 72 Punkte, so daß der Kampf im Gesamtergebnis mit 671 645 Punkten für Kinzenbach ab» schloß. Die höchste Punktwertung erzielte (ohne Freiübung) W. D e p l e r (Kiv^enbach) mit 1 8 Punkten. Als nächstbeste Turner folgten die Brüder Bepler (Kinzenbach) mit je 104 Punkten. Der Kampf nahm einen schönen Verlauf. Ho1menkoll-»n-Rennen finden statt. Auch deutsche Skiläufer nchmen teil. Rachdem auch in Skandinavien neue Schneefälle eingetreten find, wurden die bereits endgültig abgesagten Holmenkollen-Rennen nun wieder neu angesetzt. Die Veranstaltung, an der auch einige deutsche Skiläufer teilnehmen, beginnt am Samstag mit dem 17-Kilometer-Langlaus. Am Sonntag wird der Sprunglauf, am Dienstag der Dauerlauf ausgetragen. Die deutschen Teilnehmer Gustl M ü l le r-Bayrisch-Zell, W. Bogner-Traunstein. W. W a r g - Aschberg und E. Marr- FriedrichSroda sind bereits abgereist. Sonja Henie zum ersten Male befieat. 3n Philadelphia trat die sechsfache Weltmeisterin im Eiskunstlauf, die Rorwegerin Sonja Henie, gegen die bekannte schwedische Kunstläuferin Vivian Hulthän an. Die Schwedin erledigte ihre Hebungen zuerst und führte sie in sosth großer Formvollendung vor, daß die Zuschauer in große Begeisterung gerieten. Sonja Henie war dann ziemlich aufgeregt und unsicher und schließlich erhielt die Schwedin einstimmig den Punktsieg zugesprochen. tender Film gezeigt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe, Landwirt Ludwig Zimmer, dankte dem Redner für seine Ausführungen. ' A 11 endors a. d. Lda., 9. März. 3n dem Bericht über das Konzert vom Sonntag („Gießener Anzeiger" Rr. 54 vom 4. März) muß es richtig heißen, daß Fräulein Dorothea Kunz von hier die Leiterin des gemischten EhoreS ist. als. Aliendorf (Lahn), 9. Würz. Am Samstagabend veranstaltete die Oberklasse der hiesigen Volksschule unter Leitung von Lehrer Kimmel ihre Schluhfeier. Eine Reihe von Aufführungen hielt die zahlreichen Zuhörer im Bann. Sämtlich« Kinder der Klasse gaben dabei ihr Bestes. Gedichte und mehrstimmig« Ehör« gelangten außerdem zum Vortrag. Zum Schluß fand die Verteilung von Ehren- urkunden für die Sieger bei den Reichsjugendwettkämpfen statt. I Haufen, 9. März. Am Samstag veranstaltete der Evangelische Frauenchor Hausen im Saale der Wirtschaft Fink einen Familienabend. Die gut vorgetragenen Chöre deS Vereins zeugten von feinem musikalischem Empfinden und machten der eifrigen Sängerschar und ihrem sachkundigen Dirigenten alle Ehre. Die Chöre waren umrahmt von Deklamationen tn Form von Zwiegesprächen und musikalischen Darbietungen, nämlich Duette, Terzette, Musikstücke mit Klavier, zwei Violinen und Trompete. Entsprechende Ansprachen ergänzten die Darbietun- gert Ein mit großem Beifall aufgenommene« Theaterstück bildete den Abschluß des Abends. 'Muschenheim, 9. März. 3n einer Versammlung des Klein - Kaliberschühen- verein« der dem,Hassia"-Derband angehört, sprach Major Pohl (Büdingen) über die Ziele der .Hassia"-Bewegung. Der Erfolg des Vortrags fand in 17 Neuaufnahmen seinen Ausdruck. Vorsitzender des Vereins ist Lehrer Lehr, 1. Schieß- lei ter Lehrer Laun, stellv. Schießleiter sind Karl Wagner, Hch. H e ck m a n n, Artur Roth und Wilhelm Weisel. Mreii Schotten. Laubach. 9. März. Am Sonntagabend gab bie hiesige Thcatervereiniguug tot gut besetzten Saale bc« »Solmser Hose« zum Besten der Winternothilfe eine Dohliäng- keitSveranftaltung ES gelangte ein Schwank in drei Auizügen zur Aufführung. Die Mitwirkenden zeigten ihr beste« Können und ernteten reichen Betfall Sodann wurden neben Musikstücken auch Couplet- vorgetragen. Mrciö Büdingen H 11 f c nb d r n 9. März. Der Arbeiter Heinr. Jüngling von hier verunglückte im Eisenwerk Hirzenhain bei seiner Arbeit an der Form einer Badewanne dadurch, daß sich der Kem beim Hochziehen plötzltch löste und im Herunterfallen den linken ö u h des bedauernswerten Mannes zermalmte Der Fuß mußte nach der Einlieferung in die Chtrurgtfche Klinik Gießen über dem Knöchel abgenommen werden. Ohne Gewähr 25. Ziehungstag Nachdruck verboten 8. Mörz 1932 Gewtnnauszug 5. Rlofic 38. Preutzisch-Suddeutjche (♦64. Preuß ) ©toats-üfticrie Du der heutigen Vormiltogoziedung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 182334 297196 135544 61592 33797 157460 86987 26 »«rtm.- »u 3000 £)L 25077 18765 33234 36070 44223 36 82491 80875 38050 145030 104675 119634 81946 821 365816 149 25 1378773 161950 192429 25825 366597 317618 347073 364770 394079 98083 173286 242789 286194 356261 201736 237733 259329 318803 347410 374151 397943 237929 286910 326471 354247 374395 122708 197922 271832 316469 146453 162492 211340 234434 127152 221896 273151 323012 227427 252698 305086 346753 362262 393321 141179 228479 279625 337006 123595 151471 184614 216175 135023 153212 189006 217600 238714 298142 31^220 367875 2000 M. 122392 182798 263374 312184 390315 162320 210209 150256 171444 211947 238445 104055 115615 102340 181609 257764 311049 373207 111571 130111 146949 172719 191552 224793 244347 297841 334697 361814 392647 09042 21339 8 ♦ttoinut iu ioooo an. 379664 1 4 ♦«Sinn. M 5000 ®. 107895 175318 337564 245927 265923.282925 371310 5700 15450 22713 32057 161059 189795 207387 307664 312989 367458 190 <*inn. m 500 1013 3947 7518 8635 23685 26594 29857 32467 36831 46306 51428 54604 58906 67057 72701 72786 75784 75812 87472 89146 91057 93398 95569 96211 98259 99182 102781 103023 1 28 ••»inne ,» 1000 TL -------------------- 45161 46419 47064 60676 53190 60239 60780 6t 527 226242 230177 251312 262532 301680 315382 346949 354399 386209 398214 114770 3n der heutigen 9lachmiltagbziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 e«lplmi« |U 75000 W. 94997 10 »«pinnt |U 10000 an. 127143 234444 292996 335646 372721 12 ' «w . .. 5000 M. 67773 74560 177334 250951 342557 370096 34 »ev.nn. -u 3000 M. 32407 76599 76886 64169 94797 129081 154839 198245 232212 245028 255938 263709 304458 326002 332928 336603 252890 277791 324011 353275 361514 363605 384065 390060 269942 312890 371340 200784 240660 290868 317468 385144 204975 248843 292062 330669 388036 124834 146990 175229 235293 262622 282778 306052 329222 368624 255582 272256 292416 318802 332100 394689 127201 150196 198967 240764 268690 291812 313844 331679 387152 109482 145699 162920 219660 257872 274448 299602 328394 364934 125444 149083 187448 240226 266130 289950 310653 330045 382869 251360 301823 335028 394966 396135 ) 11732 74 43902 153 92439 1 141981 161363 44 ••»Inne n '2000 M. 384 16576 46913 50871 62123 62514 84137 96878 105531 112Ö18 116712 182271 193622 224101 146 »tto.nne ,u 500 Q)'. 436 1 619 29 17323 23439 24056 26743 33872 427204. 46000 47923 49755 65406 69659 72468 7. 96 »ee-innt M 1000 DL 2062 16684 20303 21523 23836 57361 58479 61976 62876 73614 76141 68376 0492.3 96603 113807 138187 145703 159573 180001 21.3429 215046 216628 220835 Dom richtigen und falschen Sparen. Von den bösen Erfahrungen de« falschen Sparen- weih manche Hausfrau ein Lied zu fingen. Um wenige Pfennige zu sparen, hat sie irgendeine Seife genommen. Run ist die Wäsche frühzeitig fadenscheinig und von einem grauen Unterton, der sie niemals rein erscheinen läßt. Besonders böse wird e«, wenn die Hausfrau glaubt, den Schaden gut zu machen — indem sie eine größere Menge dieser Seife nimmt. Denn jetzt kommt zum falschen Sparen auf Kosten der Wäsche auch die größere Geldausgabe für Seife hin^u. Richtig spart, wer von Anfang an eine Seife benutzt, die, wie Sunlicht-Seife. Wäsche zart-schonend, reinweiß und duftig wäscht. 1733V Büfett 1.60 Meter, und Kredenz ä ä ■ echt Eic.be mit pol. Tür Anktionsaans G. Koos, Nenslaili 10 Bekanntmachung. Nächsten Samotag, 12. März, vormittag, 9H Uhr, im Diftr. Schabenberg (Gemeindewald Staufenberg) beginnend, sollen folgende Hoizmenaen oerfteigert werden: 1. 140 rm Buche Scheiter, 1903D 2. 37 „ Eiche edjeiter, 3. 0,8 „ Hainbuche Nutzschciter, 4. 35 „ Kiefer Scheiter, 5. 113 „ Fichte Scheiter, 6. 68 „ Buche Knüppel, 7. 47 „ Eiche Knüppel, 8. 18 „ Kiefer Knüppel, 9. 75 „ Fichte Knüppel, 10. 206 „ Buche Reisig, 11. 10 „ Eiche Stöcke, 12. 10 „ Eiche lose Reifer. 13'. 1 Eiche Stamm 2 Klaffe, 0,53 Im. 14. 1 Riefer Stamm 3s«Klafse, 0,45 Im, 15. Einige Derbstangen Fichte, 16. 10 rm Kiefer Rutzfcheiter, 17. 4 Hackklötze (Eiche). Gemeinde Staufenberg. Wäsche Nähen Kurbeln Sticken C. Röhr & Co. Energie und Ausdauer ermöglichen eS unseren Vertretern stets, sich bei und ohne üqjital eine gefnnöe ßünenj tu schaffen. Als Hauptabnehmer kommen Bebörden.Restaurationen, Äinoä usw. in Krage. Reben sehr hoher Provision, diesosvrtausgezabltwird.bietenwir einen SprM?nzu*chuß.- ■Km Zerren,welche im Berkaus langiäbr. Braris Nachweisen können,wollen sich unter E.DJttl (1915V) durch den Gießener Anzeiger bewerben. Wissenscnaftliche Werke donaergeoiet ju> BrOhPscnen Druckerei 1922 A RM. 180 RM. 70 RM. 30 80 RM. 15 Möbelfabrik Karl Bahn - Heften - Löbenfr.17 1 eichenes Büfett, 140 cm breit, gut erhalten............... 1 Waschkommode mitMarmor- vlatte ..................... 1 eichenerAnSzichtisch, 110X80 (gut erhalten).............. 1 Kredenz. Eichenhol;, gebeizt, 120 cm breit............... 2 Küchenaurichten (neu). Stück RM. 90 1 komvl. Herrenzimmer, Eiche, acLetjt mit Nußbaum, polierten Türen, Bücherschrank, 180cm breit, Schreibtisch,rundem Tisch, 2 Stiible und 1 Lesse! mit Leder- volster (neu)...............5R2R. 650 Za verkaufen: 1 komvl. Küche, 160 cm breit, 2 dir an! mit Anrichte,Tisch und 2 Stühlen (neu)............ 1 Püroschreidtifch (sehr gut erhalten) Eilyenbolz, 155x80 groß, mit Rolladen und Nittelschubkasten........RM. RM. ISO Rechnungen für die Winternoihilse bitten wir bis fDQteüenß 19. Mär, 1932 bei dem Wohlfahrtsamt < Zimmer 91, einzureichetr. jjud Gießener Mnternochilfe 1931/32 Prtoia MrmWz ofeilfertig,& Wagen 5—6 Ztr. 5.— SM. Anmachholz vro Wcmen 7.- RM. sowie •artoijlMtei ■■« Spallerholi liefert 734D Jul. Wellhöfer, Televbcn 2313 Leiden Sie? dann nur totipoth. khaeten im. Nieren- und Blasenlee das wirks.vollstfind. unschiidl. Natur- frodukt. Zu haben: n den Apotheken. Bestimmt; Pellkxi- Apotheke. 12ÖV tah* Itige i soweit Vorrat reicht dio Stuck 15 ML. Brandgasse 3, funoitt irisch ringetroffen: Vonbcicr,!') Std.78 Bananenkakao 1-Psd.-Paket 83 Natura Hafermark 1-Pfd.-Paket 55 Natura-Bollreis 1-Psd.-Paket 32 natura Bipneooonlo 1 Psd. 1.20—1.30 Hch. Haas, LiklBsnlttal. gegn tber der ItiMlrche. Verkäufe Achtung! Dresühgarnitnr (Brelfdreicli.,lMce) alsAntrieb inbrbarc Motorvandsage, ev. auch einzeln vreisw. abzugeben. 01520 Karl SchuMhelti Benern. lnlLteläüiiteitsüde Mehrere «A l-t-Lleferv*a