Sr.34 Erster Via« 182. Jahrgang Mittwoch, 10. zedruar 1952 Erschein! täglich,anher Sonntags und feiertags. Beilagen: Vie Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Hlonati Beyigsprets: Mit 4 Beilagen RM.1.9S Ohne DDultriertc , 1 80 von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $erwfpred?anfd)lüfie nnter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten: Anzeiger »ieheR. poRscheckkonto: $ranffnrt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Ürwrf tmö Verlag: vrühl'sche Untoerfilät$ Bud) und Steiiiöniderei R. Lange in Sieben. Sdfriftleiting und Geschäftsstelle: 5ch«!stralze 7. Annahme von Nnjeiaen fttr die lagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis iiir l mm höhe für Anzeigen von 27 min Brette önlich 8, auswärts 10 Neichspfennig.' für Ne» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Dlayvorfchrifl 20*. mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. öilh. Lange. Verantwortlich für 'Politik Dr. Jrr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr J^.lbnriot; für den ädrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Tlaf Filler, sämtlich in Gieße > Brüning vor der Abrüstungskonferenz. Der deutsche Reichskanzler fordert in Genf gleiche Sicherheit für alle Völker und die Einlösung des feierlichen Abrüsiungsverfprechens der anderen. Die amerikanischen Forderungen. Genf, 9. Febr. (WTB.) Der stellvertretende Führer der amerikanischen Delegation Botschafter Gibfon führte auf der heutigen Versammlung der Abrüstungskonferenz aus, Amerika werde nichts unversucht lasten, um tatsächlich einen Fortschritt in der Begrenzung und Herabsetzung der Rüstungen zu erzielen. Amerika halte die gegenwärtigen Ausgaben der Welt für Rü- ftungszwecke für unnötig und unentschuldbar. Niemand könne bestreiten, daß diese Rüstungen nicht nur die Folge, sondern auch d i e Ursache der gegenwärtigen politischen Unsicherheit sind. Niemand könne bezweifeln, dah sie nicht nur zum wirtschaftlichen Niedergang beitragen, sondern den Weltfrieden ernstlich be- drohen. Das amerikanische Volk betrachte die Fortdauer dieser Zustände alS ein Versagen der Staatsmänner. Die Zeit sei vorbei, wo die Weltvölker diese- Versagen lange ruhig mit ansähen. Das Wettrüsten und die Milttärbünd- nisse, seit Jahrhunderten in Europa üblich, feien nicht imstande gewesen, den Frieden zu erhalten, sondern hätten im Gegenteil Kriege hervor- gerufen, unter deren Folge Sieger und Besiegte leiden. 'Das Sy st em der Antikriegsverträge reduziere die Notwendigkeit nationaler Rüstungen auf die Wahrung der Ruhe und Ordnung im Innern und die Verteidigung der Lan- d«-grenzen. Die amerikanische Regierung habe keinen neuen allumfassenden Plan. Aber tue amerikanische Regierung befürworte folgende Punkte: 1. Zugrundelegung de- Konventionsentwurfes als praktische Diskussionsbasis unter völliger Bereitschaft, zusätzlich eVorschläge zu diskutieren. 2. Verlängerung der Lebensdauer der bestehenden Flottenabkommen unter möglichstem Beitritt Frankreichs und Italiens. 3. Proportionale Herabsetzung derD o n- nagezifsern in den Flottenabkommen, sobald alle Unterzeichner de« Washingtoner Abkommens dem Londoner Flottenverlrag beigetreten sind. 4. Abschaffung des Unterseebootes 5. Möglichst wirksameMaßnahmen zum Schutz der Zivilbevölkerung vor Fliegerangriffen. 6. Abschaffung von tödlichen Gasen und bakteriologischer Kriegssührung. 7. Beschränkung der Landheere auf die notwendige Zahl für die Ordnung im Innern und den Grenzschutz. 8. Beschränkung der Verwendung von Tanks und schweren fahrbaren Geschützen. 9. Begrenzung der Ausgaben für Material. damit nicht in der Qualität um die Wette gerüstet werde, wenn in der Quantität Begrenzung vereinbart ist. Der Reichskanzler spricht. Nach dem amerikanifchcn Vertreter nahm Reichs kanzler Dr. Brüning zu feiner großen Abrüstungs» rede das Wort. Der stanzler führte dabei aus: Wenn ich in dieser feierlichen Stunde das Wort ergreife, so bin ich mir bewußt, daß diese Zusammenkunft, zu der sich die Regierungen der ganzen Welt vereinigt haben, einen Vorgang non einzigartiger und welthistorischer Bedeutung darstellt. Seit langem hat das deutsche Volk diese Stunde ersehnt. Was bisher als Wunschbild die Geister beschäftigte, soll sich auf dieser Konferenz zum verpflicht e n d c n Gebot des Völkerrechts verdichten. Es soll nicht mehr jedes Land allein über feine Rüstungen bestimmen, sondern die '21 rt ti n d der 11 in fang der Nüstungen sollen durch gemeinsame Verhandlungen aller Staaten vereinbarlich fe st gelegt werden. Die oercinbarliche freiwillige Abrüstung aller Staaten ist neben der großzügigen und entschlossenen Liquidation der wirtschaftlichen und finanziellen Restdeslände des Krieges, die den Diederausbau der Welt stören, der wichtigste und dringendste Schrill, um die von der Katastrophe des Weltkrieges in ihrem Lebensmark getroffene Menschheit zu neuer Gesundung und neuem Aufstieg emporzuführen. Unseren Frontkämpfern von ehedem steht das Bild de« Weltkrieges in feiner ganzen Furchtbarkeit unvcrwifcht und unverlierbar vor Augen. Wenn es unserer Generation, der Generation der alten Kombattanten nickt gelingt, ein Bollwerk gegen die Wiederkehr solcher Katastrophen wieder aufzurichlcn. wie soll es dann den N a ch s a h r e n gelingen, die die Verhinderung des Krieges wohl als Ideal, aber nicht ko lebendig wie wir a I s unbedingte Pflicht und Notwendigkeit empfinden werden? Der Wille a u m wahren Frieden, ein Gebot der christlichen Gesinnung, daß ist daL erste und wesentlichste Erfordernis, das jeder der an dieser Konferenz beteiligten Staaten mitbringen muß. wenn sie einen Erfolg haben soll. Nicht einzelne Personen, nicht Gruppen pazifistischer Träumer, sondern die organisierten Millionen der Kirchen, der Arbeiterschaft und, immer bedeutungsvoll, der Frauen, haben ihren Willen, ihr Verlangen klar zum Ausdruck gebracht. Ich bin überzeugt, daß auch jede der hier vertretenen Regierungen wünfcht, daß es ihr gelingen möchte, die Lebensziele ihres Landes aus friedlichem Wege zu erreichen. Jeder muß mit ehrlichem Öeroiffen prüfen, wie weit er unter der Voraussetzung einer allgemein glichen Abrüstung aller Staaten feine Rüstungen nuf das im Völkerbundspakt vorgesehene Minimum nur irgendwie f en - k c n kann. Daher begrüßen wir die Gesinnung, die vor einiger Zeil der leitende Staatsmann einer an deren Großmacht drastisch zum Ausdruck gebracht hat, indem er sich bereiterklärt, fein Land bis auf 10 000 Gewehre a b 3 u r ü ft e n, vorausgesetzt. daß keine andere Nation mehr behält. Daher fort mit dem Streben, die eigenen militärischen Kräfte f 0 hoch ro i e möglich tu halten und die des Nachbarn so viel wie möglich herabzudrücken. Jort mit dem Bestreben sich selbst mit dieser oder jener 3n- krpretation der Bestimmungen die Möglichkeit mi l i l ä r i f ch e r K r a f t e n l s a l l u n g zu sichern und sie anderen zu nehmen. Das ist der weg, um die Konferenz 3 u m Scheitern zu bringen und den bestehenden unseligen Zu st and des bewaffneten, auf ungleichen Rechten aufgebauten Friedens aufrecht zu erhalten. Denn die Abrüstung ist unbedingt notwendig. um neben anderen bedeutsamen Schritten die unerträgliche Spannung zu beseitigen, die heute lähmend auf der ganzen weit lastet und die Weltwirtschaft von lag zu Tag mehr zum Stillstand bringt. Bei allen internationalen Bemühungen um Beseitigung der Not der Gegenwart ist immer und immer wieder in elementarster Form die Erkennt- nis zum Ausdruck gekommen, daß die erste Voraussetzung für das Gelingen solcher Bemühungen die Wiederher st ellung des Vertrauens ist. 'Nun, hier haben wir die Gelegenheit, diese Voraus fetzung ganz zu erfüllen. Die Abrüstung kann eine Realität schassen, die wie nichts anderes das Vertrauen der Völker zu stärken vermag. Die wirt schaftUche Not der Welt beruht im gegenwärtigen Zeitpunkt zweifellos in erster Linie auf den politischen Zahlungen und den übertriebenen ungleichen Rüstungen. Die Welt darf nicht daran zugrunde gehen, daß die Staats männer den M u t nicht finden können, die Erkenntnis, die sie in ihrem Innern tragen, entschlossen und einmütig zu verwirklichen. Die Staatsmänner, die hier versammelt sind, tragen zudem eine besondere Verantwortung auf Grund einer der wett gegebenen feierlichen Zusage. Ich erinnere daran, dah die Sieger de» Weltkriege» bei Vorlegung ihrer Friedensbedingungen ausdrücklich als ihr gemeinsames und feierliches Bekenntnis niedergelegt haben, daß die allgemeine Herabsetzung und allseitige Beschränkung der Rüstungen eines der besten Mittel zur Kriegsverhütung sei und daher als eine der ersten Aufgaben des Völkerbundes betrachtet werden müffe. Die deutsche Reichsregierung und das deutsche Volk fordern nach der eigenen Entwaffnung d i e allgemeine Abrüstung. Deutschland Hot daraus einen rechtlichen und moralischen Anspruch, der von niemand in Zweifel gezogen werden kann. Dos deutsche Volk erroartel von dieser Konseren; die Lösung des Problems der allgemeinen Abrüstung auf dem Boden der Gleichb-e- redjtigung und auf der Grundlage gleicher Sicherheit für alle Völker. Unsere Delegierten sind beauftragt, mit aller Energie die Verwirklichung diese» Zieles zu betreiben. Die deutsche Delegation kann aber 3um Ausgangspunkt der praktischen Arbeiten nicht allein den Konventionsentwurf nehmen. den die Vorbereitende Kommission ausgearbeitet hat. Dieser Entwurf entspricht nicht den Erfordernissen des Tages. Er ist lückenhaft und schweigt überwesentlichePunkte. Die deutsche Delegation behält sich vor, zu gegebener Zeit der Konferenz Vorschläge zu unterbreiten. die diesem Mangel abhelfen Ziel dieser Vorschläge wird fein, der allgemeinen und wirksamen Herabsetzung der Rüstungen praktische Wege zu öffnen und dem in neuen Vertragswerken, insbesondere dem Kellogg-Pakt, erfolgten Verzicht auf den Krieg durch Verbot und besondere Beschränkung aller der Walten Rechnung zu tragen, die vorzugsweise dem Angriff dienen. Nur solche Maßnahmen, die K e r n und Wesen der Rüstungen treffen, können die letzten Ziele dieser Konferenz verwirklichen: allen Staaten ihr Recht auf gleiche Sicherheit zu gewährleisten. Vorschläge, die eher einer Umgebung a l s einer Verwirklichung des von den Völkern erwarteten Konferenzzieles dienen könnten, würden auf die fachliche Kritik und den pflichtmäßigen Widerstand aller derer gefaßt fein müssen, die sich für ein gerechtes und lebensfähiges Ergebnis dieser Beratungen verantwortlich fühlen. DaS deutsche Volk ist sich klar darüber, daß nur durch eine allgemeine, nachhaltige, gleichzeitige, ohne Vorbehalte und Hintergedanken beschlossene und durchgeführte Abrüstung die lähmende Spannung in der Welt beseitigt und die Menschheit wieder mit Vertrauen und Unternehmungslust erfüllt werden kann. Ich erkläre hiermit, daß Deutschland als ein vollberechtigte» und vollverpflichtetes Mitglied des Völkerbundes und dieser Hohen Versammlung m 11 allem Nachdruck eintreten wird für eine allgemeine Abrüstung, für eine Abrüstung unmißverständlicher Art. wie sie im Völkerbundspakt f ü r alle Mitglieder in gleicher Weise vorgesehen ist, eine allgemeine Abrüstung, die für alle Völker ein gleiches Maß von Sicherheit schafft. Deutschland wird im Geiste weitgehender Solidarität und Verständigungsbereitschaft. aber auch mit unbeirrbarer Energie diesem Ziele zustreben Starter Ginbrud der Kanzlerrebe in Gens. Brüning mit lebhaften Ovationen begrüßt. — Starke Aufmerksamkeit. — Anhaltender Beifall. Gens, 9.5ebr. (XU.) Die Abrüstungskonferenz I erlebte heute einen großen Tag. Die Sitzung l stand völlig im Zeichen der großen Rede des Reichskanzlers, in der zum erstenmal Deutschland vor den Vertretern der ganzen Welt offen feinen feierlichen Rechtsanspruch auf Erfüllung der Deutschland im Versailler Vertrag zugesicherten Verpflichtungen zur allgemeinen Abrüstung darlegte. Der Andrang zu den Tribünen ist heule ungewöhnlich groß. Die Diplomatenloge ist schon lange vor Eröffnung der Sitzung bis auf den letzten Platz besetzt. Die Abordnungen sind vollzählig vertreten. Dos Bewußtsein ist allgemein, daß Deutschland im Mittelpunkt dieser Konferenz steht. Die Spannung ivächst im Saale, als der sranzösiichc Dolmetscher die lieber fesmng der Rede des amerikanischen Botschafters Gibfon zu Ende führt. Die Reihen der Delegierten, die sich während der Uebersetzung der Rede Gibsons etwas gelichtet hatten, füllten sich rasch, als in den Wandelgängen Glockenzeichen ankündigten, daß der deutsche Vertreter das Wort ergreifen werde, stur; vor 11 Uhr flammten an der Stirnseite des Saales die Lichter auf, und der Präsident d c 1 F ü n : detc unter lautloser Stille der ganzen Versamm lung: Das Wort h a t Dr. Brüning, stanz- ler des Deutschen Reiches. Als Brüning, der in der ersten Reihe seinen Platz hat, der Rednertribüne zueilte, wurde er von der Versammlung durch Händeklatschen stürmisch begrüßt. Es dauerte einige Minuten, bis der Kanzler dos Wort ergreifen konnte. Allgemein wurde bemerkt, daß bis jetzt keinem Redner von der Versammlung eine solche Ovation dargebracht wurde. Der Kanzler spricht ungewöhnlich ruhig und gehalten. Schon bei seinen ersten Worten herrscht atemlose Stille im ganzen Saal. Jedes Wort ist deutlich vernehmbar. Die Konferenz spürt, dah hinter den Worten des Kanzlers der g e s ch l 0 s s e n eW i l le des ganzen deutschen Volkes steht. Die Rede des Reichskanzlers, deren Verlesung eine halbe Stunde in Anspruch nahm, wurde fortgesetzt von starkem Beifall unterbrochen und sand auch zum Schluß langanhaltenden Beisall. Besonders auffällig war der Beifall an der Stelle, an der der Kanzler betonte, daß er nicht anzuerkennen vermöge, daß zwischen den richtig verstandenen eigenen Interessen und den Gemeinfchaflsinter- essen aller Staaten ein unlesbarer Gegensatz bestehe und daß Deutschland von dieser Konferenz die Lösung der Probleme der Abrüstung auf dem Boden der Gleichberechtigung und der Grundlage gleicher Sicherheiten für alle Völker verlange Nur die französische und polnische Abordnung nahmen an dem allgemeinen Beifall nicht teil. Die politische Wirkung. Ter gcntätzigkc Charakter der Rede wirk» nnkerstrichcn. G c n f, 9. Febr. (XU.) In internationalen streifen wird übereinstimmend dcr gemäßigte Cho rokter der stanzler-Röde hcrimigU-oben. Auf französischer Seite erklärt man, weil schärfere Ausführungen erwartet ZU haben. In englischen streifen wird die Rede Brünings inhost lich begrüßt und die Uebereinftimmung mit den gestrigen Erklärungen des englifchen Außen Ministers in wesentlichen Punkten feftgcftcUt. Es wird jedoch ein grundlegender Unterschied darin erblickt, daß der Reichskanzler in feiner Rede aus d r ü ck l i ch den A b k 0 m m e n s e n 1 w u r f des Völkerbundes in der gegenwärtigen Fasiung als Ausgangspunkt der praktischen Arbeiten a b gelehnt Hot. In neutralen Streifen wird darauf hin- gewiesen, daß der Reichskanzler einer Auseinandersetzung mit der gestrigen Rede T a r bieus aus dem Wege gegangen ist und sich auf die allgemeine Feststellung beschränkt hat, daß Vor schlüge, die einer Umgehung des stonferenzzieles dienten, auf pflichtgemäßen Widerstand stoßen würden. Die Rede hat im allgemeinen in ausländischen Kreisen zweifellos einen guten Eindruck gemacht. Der große persönliche Ernst, mit dem der Reichskanzler seine Rede ver- las, blieb in der Versammlung nicht ohne nachhaltigen Eindruck. Man nimmt an, daß der gemäßigte Charakter der Rede auf die inlcrnalio aale Lage und die bevorstehenden Tributverhandlungen zurückzuführen ist, und daß die deutsche Reichsregierung sich ihre endgültige Stet lungnahme und ihre Vorschläge für den zweiten entscheidenden Abschnitt der Abrüstungskonferenz im Laufe dieses Sommers Vorbehalten will. Das Echo in Deutschland. Berlin. 9. Febr. ($11.) Sämtliche Berliner Blätter unterstreichen die politische Bedeutung der Rede des Reichskanzlers in Genf. Der .Angriff" (nat.-foz.) kritisiert, dah der Kanter nicht ein einzigesmal Frankreich als die ewige Bedrohung des Weltfriedens genannt habe und voller Optimismus von der Völkerbundsarbeit gesprochen habe. Brüning habe eine große, wohl feine letzte außenpolitische Chance verpaßt. Der .Lokalanzeiger" ideutfchnatl.» hebt hervor, daß Brüning vieles von dem gesagt habe, 'vas zu fagen gewesen fei. Der Eindruck bet rutschen Auftretens sei zum Schluß jedoch gewesen, daß Brüning eine große Gelegenheit nicht genug benutzt habe. Selbst die Neutralen hätten die Rede zu akademisch gesunden. Die Börfenzeitung (konserv.) äußert Deutschland habe mit der heutigen Rede des Reichskanzlers nicht versucht, den Angriff Frankreichs unmittelbar abzuwehren und mit einem ebenso stürmischen G e g e n a n g r i s s zu beantworten. Brüning habe zwar auch eine Art von Offensive getätigt, aber in der Arena, in der um Theorien und Ideale gerungen wird Die Deutsche Zeitung (btfdjnatL) spricht sogar -von einer verpaßten Gelegenheit". — Die Kreuzzeitung idtschnatl.) nennt die Rede einen .Versager" und bezeichnet sie als .verhängnisvolle Weichheit". Die .TAZ." (DVP.) unterstreicht, daß der Grundsatz der Gleichheit und Gleichberechtigung durch alle Absätze der Rede hindurchgehe. Wenn es so an Andeutungen nicht fehle, so hätte man Präzisionen vorgczogen Die Rede fei so geschickt abgefaßt, daß der Verfasser immer wieder sagen könne Was wollt Ihr? Ist nicht jedes Problem hier im Keime enthalten? Aber man werde zurückfragen dürfen Warum nur die Anspielung? Waruiu sovfiel Nachdruck in der Verkündung der Grundsätze und soviel Vorsicht in den taktischen Forderungen und Anwendungen? Das ..Berliner Tageblatt" idem.) rügt, daß der Kanzler eine polemische Bemerkung gegen die französischen Vorschläge eingeschlossen habe. Don diesem Schönheitsfehler abgesehen, habe der Kanzler ein zutreffendes Bild von dem Willen des deutschen Volkes, eine .Abrüstung unmißverständlicher Art" und gleiche Sicherheit für alle Völler zu schaffen, entworfen. Es bleibe zu betonen, daß er mit keiner Silbe von einer Alternative der Wehrfreiheit gesprochen habe. Es sei anzunehmen, daß es dem Kanzler gelungen fei, durch seine Rede wenigstens zur psychologischen Vorbereitung der notwendigen Atmosphäre des Vertrauens beizutragen. — Die ..Dörfische Zeitung" (Hllftein) erklärt, daß ein Zweifel darüber nicht aufkommen könne, daß Deutschland auchvorernsten Konseauen- zen nicht zurückschrecken würde, wenn dec Gang der Konferenz von der deutschen Grund« forberung einer wirklichen Abrüstung fortführe Aus dem Echo der nächsten Tage werde man schließen können, ob taktische und allgemeine Erwägungen bei den verschiedenen Mächten ent- Hitler vor -en Berliner SA. schieden, oder ob der französische Einfluß sich so stark geltend machen werde, um dem großen moralischen und sachlichen Erfolg Brünings irgendwelchen Abbruch zu tun. — Der „Berliner Börsen-Courier" (liberal) nennt es bemerkenswert, daß der Kanzler auch diesmal auf die Notwendigkeit der Abschaffung der Reparationen und auf die Notwendigkeit großzügiger und entschlossener Liquidation der wirtschaftlichen und finanziellen Restbestände des Krieges hingewiesen hat. Die auf dem äußersten rechten Flügel der Volkspartei stehenden LeipzigerNeuestenNach- richten schreiben u. a.: Nicht nur die Erwartungen Deutschlands, ersichtlich auch die aller Teilnehmer an der Konferenz, waren äußerst gespannt auf den vierten Hauptredner, den deutschen Reichskanzler Brüning. Das drückte sich unverkennbar in dem Empfang aus, den die Versamm- Paris, 10. Febr. (WTB. Funkspruch.) Die Rede des Reichskanzlers vor der Abrüstungskonferenz wird von der gesamten Presse in zurückhaltendem Ton besprochen. Im allgemeinen wird jedoch die Tendenz für Gleichheit der Rechte und Gleichheit der Pflichten a b g e l e h n t, im übrigen aber wird festgestellt, daß der Reichskanzler, wenn auch verschleiert, den alten deutschen Standpunkt in der Abrüstungsfrage insgesamt a u f- rechterhalten habe. „Petit Journal" schreibt: Dr. Brüning hat, indem er fortwährend die Ungleichheit der Rechte betonte, nur feierlich Gedankengänge proklamiert, die bereits wiederholt zum Ausdruck gebracht worden find, aber er hat das verdienst gehabt, dies freimütig in einer geschickten und absichtlich gemäßigten Form zu tun. Der offiziöse „Petit P a r i s i e n" hält die Rede Dr. Brünings für völlig negativ, spricht ihr jede konstruktive Anregung ab und bezeichnet sie als eine Bekräftigung des moralischen und juristischen Rechtes, dos das bewaffnete Deutschland angeblich habe, jetzt das Abrüstungsproblem auf der Grundlage gleicher Rechte und einer für alle Völker gleichen Sicherheit gelöst zu sehen. Der „Charme" (der nach Ansicht des „Petit Pa- risien" durch den französischen Plan und die Rede Tardieus in Genf geschaffen worden sei) sei bereits durchbrochen; man habe dem Beweis einer Zusammenarbeit eine Bresche geschlagen. — Der „Matin" weist auf die besonders freundliche Aufnahme hin, die Dr. Brünings Rede in Genf gefunden hat. Er schreibt, man dürfe die Augen nicht vor der Tatsache verschließen, daß Deutschland in Genf Sympathien genieße. Zweifellos bestehe in Gens eine prodeutsche M y st i k, die der Kanzler bewunderungswürdig fördere. w3ourna l* erklärt: Brünings Rede ist ebenso gemäßigt in der Form, wie radikal in ihrem Inhalt. Der Reichskanzler hat sich diesmal gehütet, auf die Verleugnung der Verträge anzuspiclen. Vielmehr hat er im Namen des Versailler Vertrages die Abrüstung und im Namen des Völkerbundes Gleichheit gefordert, aber Dr. Brüning hat die gleichfalls durch die Verträge geschaffene Ordnung ver- Igessen, die die erste Bedingung für die Abrüstung ist. Genf, 9.Febr. (TU.) Staatssekretär von Bülow hat am Dienstagabend bei Eröffnung der Völkerbundsratssißung anstelle der inündlichen Erklärung dem Generalsekretär des Völ- kerbundes ein Schreiben übermittelt, das telegraphisch der litauischen Regierung übermittelt wurde. Das Schreiben hat folgenden Wortlaut: „Herr Generalsekretär! Den Mitgliedern des Rates ist bekannt, daß der Herr Reichskanzler Brüning im Namen der deutschen Regierung eine ernste un d äußer st dringliche Angelegenheit des Memelgebietes vor dem Rate anhängig gemacht und um eine sofortige Sitzung des Rates zu diesem Zwecke gebeten hat. Zu meinem großen Bedauern kann die Angelegenheit nicht in der heutigen Ratssitzung behandelt werden, weil kein bevollmächtigter Vertreter der litauischen Regierung in Genf anwesend ist. Ich möchte heute zum Ausdruck bringen, daß meine Regierung die Angelegenheit für so wichtig und dringlich hält, daß diese keinerlei Aufschub mehr zu läßt. Sollte daher die Frage der Teilnahme eines bevollmächtigten Vertreters der litauischen Regierung nicht unverzüglich geklärt werden, so muß ich mir Vorbehalten, wegen der weiteren Behandlung der Angelegenheit die notwendigen A n - träge zu stellen. Ich darf Sie bitten, diesen Brief sogleich zur .Kenntnis des Rates zu bringen." Der neue deutsche Schritt in der Memelsrage ist darauf ^urückzuführen, daß die litauische Regierung auf die am Montag telegraphisch an sie gerichtete Aufforderung, unverzüglich einen Vertreter für die Verhandlungen im Dölker- bundsrat wegen Bruches der Memelkonvention zu ernennen, geantwortet hat, der Außenminister Zaunius sei erkrankt. Die litauische Regierung hat entgegen der Aufforderung des Generalsekretärs des Völkerbundes keinen Vertreter für die Ratsverhandlungen ernannt. Es liegt somit ein offensichtlicher Versuch der litauischen Regierung vor, die Ratsverhandlung zu sabotieren. Das Schreiben des Staatssekretärs von Bülow an den Generalsekretär des Völkerbundes wird nun dahin ausgelegt, daß die deutsche Regierung entschloßen ist, vom Völkerbundsrat die Eröffnung der Verhandlungen gegen die litauische Regierung auch in dem Fall zu verlangen, daß diese keinen Vertreter dazu entsendet. Der Führer der litauischen Abordnung auf der Abrüstungskonferenz, Klimas, erklärte, er sei nicht bevollmächtigt, seine Regierung im Dölkerbundsrat zu vertreten. Unter diesen Umständen scheint es burdjaus möglich, daß der Dölkerbundsrat in Abwesenheit eines litauischen Vertreters die Verhandlungen beginnt. Zuspitzung der Lage. Kowno, 9. Febr. ($11.) Aus Memel wird bestätigt, daß der widerrechtlich ernannte Landeshmg ihm bereitete. Llnd die hochgespannten Erwartungen wurden nicht enttäuscht. Für uns Deutsche ganz gewiß nicht. Wir find mit Brünings innerer Politik, wie unsere Leser wissen, in manchen Punkten nicht einverstanden. Das wird uns nicht obhalten, dem Vertreter des Deutschen Reiches vor dem Genfer versammelten Forum die Gerechtigkeit widerfahren zu lassen, die wir ihm schuldig zu sein glauben. Und die sich dahin zusammenfassen läßt: Besser, als «s an diesem ersten entscheidenden Tag vertreten war, hätteDeutschland gar nicht vertreten sein können. Brünings außenpolitische Art, diese ehrenfeste Sachlichkeit, der die Worte nicht dazu gegeben sind, um die Gedanken zu verbergen, sondern um ihnen zu möglichst klarem Ausdruck zu verhelfen, scheint uns hier mehr am Platze zu sein, als jede s o n st i g e denkbare Art des Auftretens. „Echo de Paris" will in Dr. Brünings Rede nichts anderes erblicken als das Revancheziel. Die Anspielung auf die Reparationen und die angebliche Ungleichheit der Rüstungen als Ursache der Wirtschaftskrise sei grotesk. Das nationalistische „Journal des Debets“ erklärt, wenn Dr. Brüning einen Appell an das Vertrauen richte, so habe dieses für Frankreich k e l n en wert. Die deutschen Wortführer glaubten nicht an den Frieden, sondern an die Vernichtung der F r i edensveriräge und die Wiederherstellung des Reiches von 1914. Deshalb dürfe sich die öffentliche Meinung nicht durch den gemäßigten Ton der Rede Brünings beirren lassen. Der Reichskanzler habe die bekannte deutsche Forderung auf Gleichheit in seiner Rede klar zum Ausdruck gebracht. Guter Eindruck in England. London, 10. Febr. (WTD. Funkspruch.) Der Genfer Reuter-Korrespondent sagt: „Abgesehen von einigen ironischen Bemerkungen, die in französischen Kreisen geäußert wurde, hat die Rede des deutschen Reichskanzlers allgemein Billigung gefunden. Sie war eine klare, offene und feste Darstellung des deutschen Standpunktes, vermied aber jede llebertreibung und zeigte Zurückhaltung und Maß. Die Aufnahme der Rede unter der Zuhörerschaft war sehr günst ig. Die ganze Versammlung war auf Dr. Brünings Seite und bezeugte dies durch häufigen Beifall. — „Morning Post" sagt, die Kundgebungen, die Dr. Brüning zuteil wurden, seien zum Teil auf den Glauben zurückzuführen, daß Deutschland heute der Hauptvorkämpfer für Abrüstung sei, sie seien aber auch eine Huldigung für die Versöhnlichkeit desReichskanzlers gewesen. „Daily H e r a l d" erklärt: Dr. Brüning habe der Konferenz gestern in höflicher Form den Fehdehandschuh hingeworfen, der in der Forderung nach Gleichberechtigung bestehe. Er habe zwar die natürliche Schlußfolgerung nicht ausgesprochen, daß Deutschland bei Nichterfüllung seiner Forderung das Recht zum Aufrüsten beanspruchen werde, aber diese Schlußfolgerung ergebe sich von selbst. Während andere Redner vorsichtige Worte wie „Beschränkung" oder „Verminderung" der Rüstungen brauchen, habe Dr. Brüning an dem unzweideutigen Wort „Abrüstung" festgehalten. Präsident Tolischus ein Landesdirektorium gebildet hat. Als Landesdirektoren hat er den Landessteuerrat T a l e i k i s und den Landesrat V o n g e h r ernannt. Don weiteren Persönlichkeiten spielten die Großlitauer T o l e i k i s als Landespolizeidirektor eine führende Rolle im Direktorium. In Kowno sieht man in der Neubildung des Direktoriums eine erhebliche Verschärfung der Lage. Als nächsten Schritt erwartet man in amtlichen Kownoer Kreisen die Auflösung des Landtages, da man sich darüber klar ist, daß das gewaltsam gebildete Direktorium unter keinen Ilmständen die Mehrheit im Parlament erhalten kann. Wie weiter verlautet, wird Landespräsident Böttcher nach Kowno gebracht werden, wo die Untersuchung wegen Landesverrats vor einem militärischen Untersuchungsrichter zu Ende geführt werden wird. Ein solches Verfahren kann in Litauen auf Grund des Kriegszustandes nur vor einem Kriegsgericht verhandelt werden. Der Reichskanzler verläßt Gens. Empfang der internationalen Preise. ® cnf, 9. Febr. (WTD.) Reichskanzler Dr. Brüning empfing heute nachmittag vor seiner Abreise mehr als 200 Vertreter der intet« nationalen Presse. Der Kanzler teilte mit, daß er die Absicht habe, im Laufe der Verhandlungen der Abrüstungskonferenz noch einmal nach Genf zurückzukommen. Es sei ein Gebot des Rechtes, wenn Deutschland die Forderung erhebe, daß nach so vielen Jahren nunmehr auch die übrigen Länder dem deutschen Beispiel der Ab - rustungfolgen. „Ich bitte nicht zu glauben", erklärte der Kanzler, „daß in dieser Beziehung im deutschen Volke verschiedene Auffassungen bestehen könnten. Ich bin der festen ileberzeugung, daß die Konferenz zu positiven Resultaten führen wird, vorausgesetzt, daß der gute Wille besteht und der Druck der öffentlichen Meinung ebenso stark bleibt, wie er sich in den Abrustungskundgebungen gezeigt hat. Ich halte den Zeitpunkt für gekommen, daß jetzt auf den Gebieten, auf denen die ganze Menschheit letzten Endes die gleichen Forderungen erhebt, ich meine die Abrüstung und die politischen Zahlungen, die verantwortlichen Staatsmänner mutig die Konsequenzen oug den jetzt gewonnenen Erkenntnissen ziehen müssen. Ich trage die Verantwortung für die Politik eines Volkes, das nach der Infla- t i o n seine Wirtschaft wieder aufgebaut hatte und das jetzt durch Vorgänge von außen her in eine fürchterliche L-age gekommen ist. Ich kann Ihnen nur das eine sagen: Wenn die Dinge so weitergehen, wie seit zwei Jahren, so kann man für die ganze Berlin, 9. Febr. (CNB.) Zu einem Appell der Berliner und der Brandenburger SA., den der Oberste SA.-Führer Hitler heute abend im Sportpalast abhielt, waren etwa 14 000 SA.« Leute zur Stelle. Im Jnnenraum und auf den Rängen waren die Stürme aufmarschiert, an ihrer Spitze die sechs Standarten der Gruppe Berlin- Brandenburg. Außer den SA. wurden nur die Presse und geladene Gäste zugelassen. Anwesend waren u. a. Vertreter der Botschaften bzw. Gesandtschaften von Amerika, Italien, Ungarn, Bulgarien, Türkei, Bolivien, Schweden, Lettland, Finnland und Norwegen. Kurz nach 9 Uhr erschien Hitler, begleitet von Stabschef Röhm, Gruppenführer Graf Helldorf usw. Auch Prinz August Wilhelm war anwesend. Graf Helldorf meldete die SA., worauf Hitler eine längere Ansprache an die SA. richtete, in der er u. a. erklärte: „Die SA. steht und wird durch nichts erschüttert und durch nichts gebrochen. Es bestehen keine Meinungsverschiedenheiten zwischen dem Führer und den Gauleitern, zwischen dem Führer und dem Stabe, zwischen der SA. und ihren Führern. Es gibt keine inneren Kämpfe in der nationalsozialistischen Bewegung. Unsere Grundsätze sind: Nationalismus bis zum äußersten, Hingabe des Persönlichkeitswertes im Sinne einer unerhörten Autorität des Führergedankens und Kampfbereitschaft bis zur Selbstopferung. Wir sind heute die größte politische Bewegung, die es in Deutschland je gegeben hat. Wir haben heute nahezu 900 000 Mitglieder und werden Ende näch- st en Monats die erste Million erreicyt haben. Jeder Nationalsozialist aber zieht 20 andere zu unseren Ideen hin. Ob wir heute oder morgen die Mehrheit der deutschen Nation umfassen, spielt keine Rolle. Der Tag kommt, an dem das deutsche Volk in unseren Reihen stehen wird. Daß unsere Gegner die Bedeutung unserer Bewegung erkennen, sehen wir an dem erbitterten Kampf, den Menschheit nur trübe in die Zukunft blicken. Ich bitte Sie deshalb, sich mutig dafür einzusehen, daß endlich klare Bahn geschaffen wird." Die Ausführungen des Reichskanzlers machten auf die Zuhörerschaft einen nachhaltigen Eindruck und lösten spontane '-oeifallsbezeugungen aus. — Der Reichskanzler verließ heute um 17.37 Uhr Genf in Begleitung von Ministerialdirektor Dr. Zechlin und Oberregierungsrat Planck. Staatssekretär v.Bülow bleibt wegen der Ratsverhandlungen noch einige Tage in Genf. 3m 3uni Trrbuikonfrrenz. Grundsätzliche Nebercinkunft in Genf? Genf, 9. Febr. (TU.) Von gut unterrichteter englischer Seite wird dem Vertreter der Tele- graphen-Union mitgeteilt, daß in den Unterredungen Dr. Brünings mit Simon, Tardieu und Grandi am Montag eingehend die Frage der Einberufung der Reparativ n s k o n f e r e n z für Mitte oder Ende Juni erörtert worden fei. Es soll eine grundsätzliche Uebereinftlmmung über diesen Zeitpunkt erzielt worden fein. Ferner fei erwogen worden, bafj während der A n - Wesenheit Macdonalds in Genf (in einigen Wochen) eine Vorbesprechung zur Vorbereitung der Konferenz stattsinden solle, an der außer Brüning und Macdonald möglicherweise auch Laval und Grandi teilnehmen würden. In der Unterredung ist übereinstimmend der Wunsch zum Ausdruck gekommen, in einer Vorbesprechung der vier hauptsächlich an der Reparationsfrage interessierten Mächte eine Klärung aller in Frage kommenden Probleme zu erreichen. — Diese englische Mitteilung erscheint glaubhaft, da Dr. Brüning in seiner Erklärung vor der internationalen Presse seine Rückkehr nach Genf in einigen Wochen in Aussicht gestellt hat. Die eng- lische Mitteilung wird übrigens auch von französischer Seite bestätigt. Kleine politische Nachrichten. Die dem Hindenburg - Ausschuß bisher mitgeteilten Einzeichnungen beliefen sich bis Dienstagabend auf insgesamt 1160 000. * Die Einladungen zu der Tagung des Plenums des Hessischen Landtages für Dienstag, den 16. Februar, sind jetzt herausgegangen. Auf der Tagesordnung stehen fast nur Große Anfragen der Nationalsozialisten und der Sozialdemokraten. Außerdem die Anträge der Deutschnationalen und die kommunistischen Anträge auf Auflösung des Landtags. * In der Zeit vom 2. bis 8. Februar sind insgesamt 967 Kleinsiedlerstellen und 2355 Kleingarten st eilen bewilligt worden. Bei den bewilligten Kleinsiedlerstellen steht das Land Sachsen an der Spitze. Auch in Württemberg und Baden sind die Arbeiten für die vorstädtische Kleinsiedlung gut vorangeschritten. In der nächsten Zeit ist für das Ruhrgebiet mit einer größeren Zahl von Bewilligungsbescheiden für Kleingärten zu rechnen. * Die Strafkammer des Berliner Landgerichtes III sprach GrafHelldorf, den Führer der Berliner SA., den Stabschef E r n ft und weitere 20 Angeklagte im Prozeß wegen der Vorfälle am Kurfürstendamm von der Anklage des Landfriedensbruches frei. Graf Helldorf sowie Ernst wurden wegen öffentlicher Beleidigung zu je 100 Mark Geldstrafe verurteilt. 18 Angeklagte wurden wegen einfachen Landfriedensbruches außer dem Jungstahlhelmführer Brandt, der zu vier Monaten Gefängnis verurteilt wurde, zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte Meede wurde wegen schweren Landfriedensbruches zu zehn Monaten Gefängnis verurteilt. Aus aller Welt. Ein Rathaus in Ostpreußen niedergebrannt. Das erst vor wenigen Jahren, gelegentlich der 600-Jahr-Feier der Stadt renovierte, im Jahre 1731 erbaute Rathaus in Guttstadt (Reg.-Bez. Allenstein) ist bis auf das Erdgeschoß niedergebrannt. Die alten Akten sind mit vernich- t e t. Der strenge Frost (18 bis 20 Grad) erschwerte sie gegen uns führen. Wir haben die ersten drei Stadien dieses Kampfes: Verschweigen, Lächerlich» machen und Verleumdung überwunden und werden auch das vierte Stadium, den Terror, überwinden. Der sogenannten .eisernen Front* stellen wir eine lebendige Front entgegen." Die Reichspräsidentenwahl erwähnte Hitler mit folgenden Worten: „Der Entschluß,' der getroffen wird, wird zur richtigen Seit ge» troffen und zur richtigen Zeit bekanntgegeben werden. Ich weiß, daß in ganz Deutschland eine Millianenpartei aufscyreien wird über unseren Entschluß und zwar aufschreien in B e - geisterung. Wenn irgendeine Bewegung mit eiserner Ruhe der Entscheidung entgegensehen kann, dann ist es die unsrige aUeirt." Gregor Straffer zur Präsidentenwahl. München, 9. Febr. (TA ) Im „Völkischen Beobachter" beschäftigt sich Gregor Straf- s e r mit der Frage der Reichspräsidentenwahl, die er eine eminent politische Angelegenheit nesnnt. Er schreibt, daß der Reichspräsident von Hindenburg in diesen vielen Jahren die Politik der Gegner der Nationalsozialisten und damit auch siriner Gegner bei der Wahl im Jahre 1925 gemacht "Habe. Die Nationalsozialisten seien schuldlos, daß eine Verlängerung der Präsidentschaft des Feldmarschalls gleichbedeutend geworden sei mit einer Galvanisierung des von der Mehrheit deS deutschen Volkes als unheilvoll eingesehenen Regimes Brüning. Strasser wendet sich dann gegen die unparteiischen Ausschüsse, denen er das Recht abspricht, politische Aktionen anzukurbeln und erklärt schließlich über den neuen Präsidenten entscheide das deutsche werktätige aus dem Kriege heimgekehrte Volk selbst am Wahltag. die Löscharbeiten außerordentlich. Die Motorspritze mußte aus getaut werden, fror aber immer wieder ein. Die Schläuche platzten fortgesetzt. Die Alarmeinrichtungen versagten. Drei benachbarte Gebäude wurden mit eingeäschert. Das Feuer ist auf seinen Herd beschränkt. Erfolge der Berliner Philharmoniker in Holland. Das Berliner Philharmonische Orchester errang im Haag und Amsterdam unter Leitung Furtwünglers einen außervrdentlichen Erfolg. Trotz der Wirtschaftskrise waren beide Konzerte von einem erlesenen Publikum, unter dem sich die Spitzen der Gesellschaft, Mitglieder des Diplomatischen und des Konsularkorps, sowie namhafte Vertreter des politischen und wirtschaftlichen Lebens und der Kunst befanden, besucht. Eine besondere Ehrung wurde den Berliner Künstlern durch das Erscheinen der gesamten königlichen Familie zuteil, wobei die Königi n dem deutschen Dirigenten in ihrer Loge persönlich ihre Bewunderung für seine hohe Kunst zum Ausdruck brachte. Ein Aulo fährt ins Meer. In C a d i x (Südspanien) fuhr ein geschlossenes Personenauto, das mit vier Personen besetzt war, gegen ein Geländer, das eine am Strand entlangführende Straße vorn Meeresufer trennt. Das Auto stürzte in das an dieser Stelle 20 Meter tiefe Meer. Nur einer der Insassen konnte sich retten; die anderen drei Insassen ertranken. Oie IBefferloae K vai) rwg. -fr SB '6° Dienst a y den § /r&rtzar —— —yZC- Q Gainv. -ZT/ -1(L SWK Er? A1 / W’Äfct Je Tour/y eanj Ty p O J Cl teils wolkig, teils aufheiternd. Lufttemperaturen am 9. Februar: mittags 0,6 Grad Celsius, abends —6,1 Grad; am 10. Februar: morgens —11,7 Grad. Maximum 2,2 Grad, Minimum —12,3 Grad. Niederschläge 0,1 Millimeter^ — Grdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe am 9. Februar: abends 0,5 Grad; am 10. Februar, morgens — 0,4 Grad Celsius. Was sagt Pans zur Rede Brünings? Litauen brüskiert den Völkerbundsrat. Kein litauischer Vertreter in Genf zur Besprechung des Memelkonflikts. Der ’2Un- (hinter dem Orchester) bee in tracht iat. Der Mai nerchor mit Orchesterbegleitung, .Die Mühle i im weiter nicht au1 ZU einer terlaae. n rn M ’j etwa 1 000 Mark Bargeld in die Hände sielen, sand schnell feine Aufklärung. Beamte der nach Bekanntwerden des Einbruch- mit dem Po- ivest war CLUB auf dem Zigarettenmarkt noch eine belang lose Rarität. Heute ist jede vierte in Deutschlan gerauchte 31 Pfg. Zigarette (mit Gold) eine CLUB C I T R OVANILLE dann geben Sie sie bitte spätestens im Laufe des Mittwochs beziehungsweise Donnerstags in der beschäftsstelle auf. Wer am Sonntagabend der Einladung der Männer- und Fraucnverctniaung der Matthäus-Gemeinde geistlichen Abendmusik in der Stadtkirch« und Glanz gegen frühere Jahre bedeutend flcroon- hat. und Frau Woelke mit ihrer seingeschllf- fchaftlichen. sondern auch einen lehr bedeutenden prakrifchen Wert. 31t doch dieses Gebiet sicher von dauerndem Einfluß aus die Wetterlage von und Dr. Lowe beobachteten. Die Kenntnis des WetterS, besonders der Luftdruckverhältnisse in Grönland hat nicht nur einen theoretilch-wifsen- haltvvll und mit gutem Ausdruck. Die Wirkung wurde leider durch di« Stellung der Solistin lizc und Carmen am Tatort die Ermittelungen aus. Bei Ankunft der Beamten in Romrod wurde noch der Diebstahl eines Motorrades zum Aachteil des Landwirts Konrad Wald gemeldet. Der an der Cinsteigestelle angefehte Polizeihund nahm sofort eine Spur auf. die nach der etwa 400 Meter entfernt liegenden Scheune führte, auS der daS Motorrad entwendet Wenn Ihre Empfehlungsanzeige In der Freitags- oder in dei Samstagsnummer des Gießener Anzeigers durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben soll ■ Firn -l "*S Die molorlpriß, : 'i 11 flber immer wie. J enJorW Die 8.1" Drei benachbo^e lcascherl. Das Feuer ist hannooiltt in Holland, fische Orchester er- -sterdam unter Leiluna ^w^ntlichen Srsolg , waren beide Konnte Dlinim, unter dem sich -st. Mitglieder des Ä- lsularkorps, sowie nam« Aschen und toirtschast- W befanden, besucht, wurde den Ttdina richeinen der ge* Familie zuteil, wv- \ deutschen Dirigenten ihre Bewunderung für ilsdruck brachte. rt ins Meer. n) fuhr ein geschlossenes :r Personen belegt war, dos eint am Strand om Meeresuser trennt. dieser Stelle 20 Meter Insassen tonnt« sich »ssen ertranttn. 5* ÄÄ «tnt u«ntu - auf die arktischen Probleme aufmerksam und hat alS Leiter der Expedition alle-, zuletzt sein Leben. für ihr Gelingen eingesetzt. Beben der Tragik von Wegener- Schicksal erfüllt unS der Stolz auf seine Leistungen. Erfreulich ist e» daher, einen Mann seiner Gefolgschaft in Gießen begrüben zu können. tat w"9?' mlbloä ast -es N''"e, Der, liier Ae. '. non 2lltftimme wurden sowohl in den Solopartien, nut auch als Partnerinnen im Zwiegejang dem Ge- ' ige dieser musikalischen Zeichnung glanzvolle und nichtige Stützen. Frau Elfriede Fischer (Cembalo) begleitete, wie immer, in vollendeter Meister- .hast, die man stets mit Freude anerkennen muß, die Darbietungen des Orchesters. Als Soloflötistcn von guter künstlerischer Qualität waren Fräulein Mätljc Kehrmann und Herr Helmut Eger dem Orchester wertvolle Förderer am Werk, lieblichem Brauch gemäfo am Schlüsse, den Leistungen nach oster doch mit in vorderster Linie ist mit unein- qr'chrankter Anerkennung des Stadtorganisten Heinz Simon zu gedenken, der mit seinem fein nüancier- len und künstlerisch hochkultivierten Orgelfpiel zu einem bedeutsamen Faktor dieser Weihestunden nsurbe. voll Dankbarkeit für die Künstler und für die 'Hanner. und Frauen-Dercinigung der Matthäus- >Gemeinde als Veranstalter kann man auf diesen nrertvollen Sonntagabend zurückblicken. Konzert des Arbeiter-Gesangvereins „Eintracht". Zugunsten der Gießener Winternothilfe heran- faltete der Arbeiter-Gesangverein .Eintracht- am Sonntagnachmittag in der Reuen Aula ein Äon- A* .«La-nlO-U -6,1 ’ ÄfÄ * Europa, und die wenigsten- über ein Sohr durch- geführten Beobachtungen lassen schon Schlüsse zu, in welcher Weise da- Kältegebiet ron Grönland in unsere Witterung-Verhältnisse eingreift. Beben diesen Wetterbeobachtungen wurde eine grobe Reihe anderer Beobachtungen angestellt, die sich aus die Entstehung. Erhaltung und Bewegung der grönländischen Ei-masie beziehen, die etwa die vierfache Fläche Deutschlands einnimmt und bis zu 3000 Meter auf ragt Es soll hier den Ergebnissen der Expedition nicht vorgearissen werden, da sie im Dorttag selbst xur Behandlung kommen, auch soll is die Schwierigkeiten der Bevbach- Schwarzwald", wurde korrekt vvrgetragen. ebenso die Ehöre au» .Rosamunde" und zum Schluß der Walzer .An der schönen blauen Donau". Auch in der Romanze aus .Rosamunde- hinterlieb Frau Iensen-SchreiderS Gesang einen erfreulichen Eindruck Die Leitung der Ehöre lag in Händen des Ehor- meisterS Heinrich Meyer (Wieseck). Das Salonorchester W. K r e n g e l trug unter seinem Dirigenten ein Potpourri aus Opern Albert Lortzin^ und eine grobe Phantasie aus der Oper . Freischütz" von Weber vor und erntete reichen Beifall. Den Ehordarbietungen gegenüber verhielt sich das Publikum ebenfalls sehr beifallsfreudig. so dah die .Mühle im Schwarzwald" wiederholt werden muhte. Verein für Lustfahrt in Gießen. Am Montagabend fand im Saale des Gasthauses .Hindenburg" die diesjährige Hauptversamm- luna des Vereins für Luftfahrt in G i e & e n unter der Leitung des Vorsitzenden, Bankdirektor Griehbauer, statt. Wie stark das Interesse an dem Aufgabengebiet des Vereins in unserer Stadt im verlause des letzten Jahres gewor- den ist, bekundete eindrucksvoll der ouherordentlich starke Besuch der Versammlung, der weit über den Besuch früherer Tagungen hinausgina; nicht minder überzeugend kam da» lebhafte Interesse an der Vereinsarbeit auch in der starken Beteiligung des Flie- fer-Nachwuchscs an der Sitzung und an der Aus- prache zur Geltung. Bankdirektor Griehbauer erstattete zunächst einen eingehenden Jahresbericht über die Der- einsorbeit im Jahre 1931. Der Bericht, auf besten wichtigste Teile wir noch zurückkommen werden, behandelte eine Fülle von Aufgaben und Fragen, die der Dereinslcitung und den Fliegergruppen des Verein» im verflossenen Jahre gestellt waren und die «ine gedeihliche Lösung bzw. Wegbereitung für die Zukunft fanden. Der Bericht wurde von der Skrfammlung mit grober Befriedigung zur Kenntnis genommen, ebenso der Bericht des Schatzmeisters, Bankbeoollmächtigten Schmidt, der über einen günstigen Stand der Dereinsfinanzen Mitteilung machen konnte. Beide Berichte sanden die Zu- ftimmung der Versammlung, die damit dem Borland und dem Schatzmeister Entlastung erteilte. Bei der Borstand-wahl gab es an der Spitze des Vereins eine wichtige Aenderung. Dankdirektvr Griehbauer teilte zum lebhaften Bedauern der Versammlung mit, dah er wegen starker äleberlastung durch seine Dienstgeschäste und andere ehrenamtliche Tätigkeit nicht mehr in der Lage sei, den Vorsitz deS Verein- so au versehen, wie die Sache und ihre gedeihliche Führung es erforderten. Sein Entschluß, von dem Vorsitz deS Verein- zurückzu treten, fei unwiderruflich, jedoch werde er dem Verein auch weiterhin gerne feinen Rat und feine Erfahrungen zur Verfügung stellen. Ilm die enge Verbindung deS Verein- mit dem scheidenden Vorsitzenden weiterhin zu erhalten, wurde Herr G r i e si b a u e r auf Antrag auS der Versammlung einstimmig zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt, ferner wurde ihm als äußere- Zeichen der Dankbarkeit und der Anerkennung für seine langjährige, aufopferungsvolle Arbeit im Interesse des Verein- und seiner Ausgaben ein wertvolle- Buch über die deutschen Luftstreitkräfte im Weltkrieg überreicht. An Stelle des Herrn Dank- direktor- Grießbauer wurde Herr Generalmajor a. D. Fritz (Gießen) einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Die übrigen bisherigen Vorstandsmitglieder wurden erneut in ihren Aemtern bestätigt und einige weitere Herren als Vertreter der Fliegergruppen des Vereins in den Vorstand entsandt. Dankdirektor Grieß- bauer sprach der Versammlung seinen herzlichen Dank für die Ehrung und die schöne Erinnerungsgabe auS, Generalmajor Fritz gab seinem Danke für die einstimmige Wahl in daS Führeramt des Vereins Ausdruck und versicherte, dah er, ebenso wie fein Amtsvorgänger, allezeit dem Verein feine ganze Kraft zur Verfügung stellen werde. Anfchliehend befchäftigie man sich in derAu s- spräche noch mit einigen aktuellen Fragen der Vereinsarbeit und beschlob in diesem Zusammenhang il a„ zur weiteren Ausbildung der Sung- flieget Sprechabende einzurichten, die der Vertiesung der flugtechnischen Äcnntniffc des Flieger-RachwuchseS dienen sollen. Wegeners Grönland-Expedition. Lin Teilnehmer spricht In Gießen. Am morgigen Donnerstag spricht Dr. Ernst Sorge auS Berlin über daS Thema .M i t d e r Wegenerschen Expedition auf d em Inlandeise Grönlands". Der Vortrag wird von der Gesellschaft für Erd- und Völker- Bornotizen. — lagesfalcnbcr für Mittwoch: Stadt- theater Glchen: „Verstehen wir uns?", 20 bis 22 Uhr. — Oberhess. ftunftocrcin, Turmhaus am Brand- platz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Drei von der Tankstelle". — AuS dem Stadttheaterbureau wird unS geschrieben: Heute, 20 Uhr, zum letzten Male .Verstehen wir uns?", Zeitstück von Peter v. Preradovic unter der Spielleitung P. Fassotts. Sn der Rolle der Großmutter gastiert Frau Auguste Prasch-Grevenberg, Ehrenmitglied deS Meininger LandestheaterS. Frau Auguste Prosch- Grevenberg hat sich bereit erklärt, wegen der Er- krankung von Frau Walther-Lederer bet der Frci- tag-Premiere .Erna Sarasin" die Rolle der Frau Sarasin zu spielen. — Dr. Rittelmeyer spricht In Marburg. Der Führer der Christenacmeinschaft, Lia Dr. Friedrich Rittelmeyer, spricht am Donnerstag, Freitag und Samstag dieser Woche in Marburg über die Themen: „Der Deutsche zwischen Rußland und Amerika", „Selbsterziehung und Schicksalsmeisterung", „Die Menschweihehandlung als Mittelpuntt des Lebens". Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. •• Der PreiSkommisfar warnt. Der Deaustragte des ReichSkommissarS für Preisüberwachung für Hessen und Hessen-Rassau teilt mit: Die Verordnung des ReichskommissarS für Preisüberwachung über den AuShang von Preisverzeichnissen wird von vielen Geschäften der Rahrungsmittelbranche. aber auch von Friseuren und Schuhreparaturanstalten noch nicht beachtet. Den VeschästSinhabern kann zur Vermeidung von Angelegenheiten nur dringend geraten werden, die Preisverzeichnisse umgehend anzubringen. •• Gin Fünfundsiebzigjähriger. Der Bauunternehmer Johann Georg Müller, wohnhaft in Gießen (früher in Wetzlar), begeht am heutigen Mittwoch bei geistiger und körperlicher Gesundheit seinen 75. Geburtstag. " Ein Geld- und Motorraddieb rasch gefaßt. Der heutige Polizeibericht teilt mit: Der in der Vacht zum 8. Februar in Romrod ausgeführte Einbruch-diebstahl zum Rachteil deS Kaufmanns Karl Werner, wobei dem Täter Aus der provinzialhauptstadl. Gießen, den 10. Februar 1932. Fastnacht in Giehen. Der Rummel am gestrigen Fastnachtdienstag lieb In unserer Stadt hinter dem närrischen Betrieb im Vorjahre Aurüd. Die schlechteren Zeiten und vor allem wohl die plötzlich hereingebrvchene strenge Kälte dürften die KamevalSsreude bici- rial etwa» gedämpft haben. Der Menfcherrbetrieb i» Seltersweg, in der MäuSburg und auf dem Akarktplatz, Aum Teil auch bis Aum Walltor hin, war zwar stark, er reichte aber nach unseren Beobachtungen doch nicht an da- Geschiebe am vorjährigen FastnachtsdienStag heran. Auch das Maskentreiben hatte gestern nicht ganz den Umfang srüherer Jahre aufzuweisen: vor allem fehlten die früher üblichen mehrfachen Kollektionen von Wufikbanden und Fastnachtswagen, die gestern eigentlich nur in je einer Auslage zu bemerken touren. Auch hier dürften die gleichen Hemmungen wie beim gesamten Fastnachtsbetrieb kss bestimmende Element gewesen sein. An originellen Kostümierungen fielen uns gestern nur Alpei auf: ein richtiggehender deutscher Michel, der an einem Bindfaden ein Geschütz aus dem 2fcfenal einer hiesigen Spielwarenfirma hinter süh Herzog und damit, laut Plakat auf dem Rücken, nach Genf zur Abrüstungskonferenz Aie- ben wollte, anscheinend um dort dem französischen Jauptdelegierten Tardieu diese deutsche Kanone a>AuIiefern, damit nur ja die von uns unheimlich bedrohte .Sicherheit" de» .abgerüsteten" und schwachen Frankreich gewährleistet werde: ferner begegneten wir gestern abend in der Wäusburg ' dem Inder Gandhi, der in stilgerechter AuS- ' Itafflerung (nur die Brille hatte er vergessen und ! das Gesicht war etwas zu wohlgenährt) nach Sieben gekommen war. 3n den Gaststätten herrschte reger Betrieb. Erfreulich ist übrigens, keß die Polizei keinen Anlaß hatte, in den närrischen Trubel einzugreifen, da die öffentliche Ord- rvng trotz allen Rummels gewahrt wurde. Geistliche Abendmusik in derGiadtkirche wurde. Es stand nun mit grober Wahrscheinlich- kit fest, daß beide Diebstähle bzgb der Tätev- schalt miteinander in Verbindung standen. Da aus Grund der gesicherten Motorradspur bis Fluchtrichtung des Täters feststand, außerdem der Besitzer des Motorrades erklärte, dah nur wenig Detriebstosf im Tank vorhanden war, wurden Ermittelungen bei den in der Fluchtrichtung liegenden Tankstellen angcftellL Sie führten zum Criolg. denn ein in Mücke wohnhafter Xunfi» fiellentnbabcr gab an, daß ein tunger Mann mit Motorrad in der Frühe der T-atnacht bei ihm Ktantt habe. Da den, Besitzer die Sache verdächtig vorkam. sah er sich nicht nur da- Motorrad mit Rümmer, sondern auch den Fahrer genau an. Die Rümmer stimmte mit der des ge* * tohlenen Rades überein. Da sich bei der Bilder» ammlung der Oandeskrimlnalpolizeistelle ein aus Romrod stammender bekannter Einbrecher bc» and, wurde daS Lichtbild twrsorgllch mitgenommen, um es bei den Ermittelungen als Htlfs- mittel zu gebrauchen. Der Tankstellenbesitzer erkannte auf den ersten Blick die auf dem Lichtbild bargeftclltc Person alS diejenige wieder, die in der Frühe bei ihm getankt hatte. Run stand einwandfrei fest, dah als Täter der 21jährige Spengler Heinrich Peter Dickel aus 'Romrod in Frage kam Die sofort auf dem Funkwege getroffenen Fahndungsmahnahmen führten noch in der Frühe des 9. Februar ^ur Festnahme des Täters durch die Gendarmene in A r h c i l g e n bei Darmstadt. Dickel verfügte bereit- über ein neues Motorrad, das er im Laufe des 8. Februar in Darmstadt mit dem aestohlenen Gelde gekauft hat. Einen kleinen Teil de- entwendeten Betrages hatte er noch im Besitz. •• Fleischverbilliaung für Hilfsbedürftige. Das Wohlsabrl amt fordert durch eine Bekanntmachung Im heutigen Anzeigenteil sämtliche Fleischverkäuser in Gießen auf, die von ihnen für abgegebenes Frischfleisch in Zablung genommenen Abschnitte 3 und 4 der Reithsbezugsscheine, und zwar für 25.1. bis 6. II., bis spätestens 12. Februar mit zweifacher Rechnung einzureichen, da bei späterer Vorlage eine Vergütung nicht mehr erfolgen kann. Interessenten seien hieraus besonders hingcwiesen. •• .St. Elisabeth in unseren Tagen". Die Kulturfilm.Vorstellung am vergangenen Sonntag im Lichtspielhaus Bahnhosstraße ge- Jtaktete sich für die außerordentlich »ablrcidxn Be- ucher zu einem bedeutsamen Erlebnis. Dankbar empsano man, daß sich die Reichswehrkapelle (in Streichrnusilbesehung) zur Verfügung gestellt hatte und zunächst mit einer vorzüglichen Darbietung die vorbereitende Stimmung schuf. Hieraus folgte der kurze, aber um so eindruck-vollere Vorttaa von Studienrat Dr. König. Er wies hin nach Ungarn, sprach von Elisabethen- traditionserfüllter Herkunft alS Tochter de- Königs der Magyaren und feiner Gattin, einer Fürstin auS dem Hause AndechS. Er führte die Gedanken feiner Zuhörer mit dem Kinde Elisabeth nach Eisenach, nach der Wartburg, er eröffnete mit wenigen Worten den Blick für die geistige Situation der damaligen Zeit, deS beginnenden 13. Jahrhundert-, und schilderte die Wartburg als den Kristallifationspunlt des abendländischen Geistes. 3n großer Linie skizzierte der Redner sodann den Lebensweg der heiligen Elisabeth, ihre Jugend, ihr Frauentum als Gattin deS Landgrafen und schließlich ihr Wirken im Dienste dex^kächsten- licbe, dem sie sich widmete im Bewußtsein de« Erfüllung einer göttlichen Mission. Mit einigen Worten über die Art und die Fonn der Wohltat, gleit und der Fürsorge in der Gegenwart beschloß der Vortragende feine Ansprache. Wa- der g m Worten gab, vermittelte dann der Film im Bild. Sn knapper Darstellung, mit wenigen schauspielerischen Krüsten, in sicherer künstlerischer Form, durch die musikalische Untermalung der Kapelle der Reich-Wehr in der Gesamtwirkung unterstützt, gestaltete sich auch her Film zu einer gehaltvollen SonntagSsreude, die die Besucher so bald nicht vergessen dürsten. Der Reinertrag der Veranstaltung kam der Gießener Winterhilfe zugute. •• DezirkS-Lehrerverein Gießen- Land. Sn der ersten diesjährigen Versammlung deS Lehrervereins Gießen-Land, die am SarnS- tag im Hotel Kobel unter dem Vorsitz von Lehrer Hofmann, Lang-Göns, stattfand, hielt nach geschäftlichen Mitteilungen, Rechnungsablage ufto. Lehrer Schäfer, Heuchelheim, einen Vortrag über die neue Lehrerbildung in Helfen. Der Redner führte u. a. aus: Helfen hat im Sabre 1925 die Lehrerbildung als erster deutscher Staat geregelt. Sn Darmstadt und Mainz wurden pädagogische Snftitute eingerichtet, die zur Technischen Hoä)schule gehören. Wie betannt, schließt in diesem Sabre da- pädagogische Institut in Darmstadt seine Pforten. Für Hessen bleibt also nur noch Mainz. Der Redner ging in seinen Cinjel* aussührungen bann näher auf die theoretische Ausbildung in Pädagogik und ihren Hils-wissen- fchaften ein, ebenso aus die praktische Ausbildung in Unterrichtslehre und Methodik. Der Vortrag wurde beifällig ausgenommen. Sn einer längeren Aussprache wurde u. a. betont, daß die Lehrer immer wieder betonen müßten, daß der einzig gegebene Ort für da- pädagogische Institut in Hessen die Universität Gießen sei. Uberrafdiend fehnelle Jdimerxbefalflgunfl -xQ bei Kopfschmerzen jeglicher Art. Migräne, * !) Neuralgien und rheumatuchen Beschwer- /. *• '< den durch das ärztlich bestens empfohlene Citrovamlle. Unschädlich für Herzu Magen. L 0 Pulver- od 12 Oblaten-Peckung RM. 1.10 gefolgt war, kannte sich an einer künstlerisch hoch- siehenden musikalischen Andacht erbauen. 3n der ausgezeichnet zusamniengestellten Dortragsfolge kamen Meister der Bachzeit von der Mitte des 17. bis vir Mitte des 18. Jahrhunderts — Ioh.Seb. Bach, Iktrid) Buxtehude, Gg. PH. Telemann, Jost David helnichen und ®. F. Händel — zu Gehör. Mit den ii'itnderoollen Kompositionen dieser Meister der Kirchenmusik wurde den Besuchern eine weihevolle ülnsühruna in die hohe Passionszeit bereitet. Altbewährte, von großer Musisierbegeisterung und hlner Musikkultur durchdrungene Kräfte hatten sich i den Dienst dieser guten Sache gestellt. Dazu ka- nttn cif »mal einige neue Persönlichkeiten von gutem f insllerischem Format, die sich dem Rahmen des rprobttn Musikerkreises vortrefflich einfügten. An h»r Spitze stand Musiklehrer Rranj Bauer jr., der als Leiter des Kammerorchesters der Gießener Volkshochschule und als Diolinbegleiter der Solo- gelänge das künstlerische Schwergewicht des Abends jii tragen hatte. Als fein empfindender Kammer- miififer von erlesenem musikalischem Geschmack wurde er seiner Ausgabe in hervorragender Weise brecht. 3n diesem Zusammenhang fei sogleich des ausgezeichnet musizierenden Kammerorck-efters der vvlksyochschule mit voller Anerkennung gedacht. S:on den Solistinnen waren Frau Ilse Schmidt- Missendors und Frau Gretel Woelke neu in diesem Streife; Frau Schmidt-Wissendorf mit ihrem wundervollen Sopran, der an Wohllaut hing eingegangen, stoch soll auf die traurig« Tatsache hingewiesen werden, daß Alfred Wegener bet dieser Expedition seinen Tod fanb. Ein Mann von idealem Sinn, ein Wissenschaftler von hoher Bedeutung und originellen Ideen, der eine Freude darin sah, auch unter objektiven Schwierigkeiten die Beobachtungen zusammenzutragen, die zur Lösung seiner wissenichasilichen Theorien und Probleme nötig waren. Schon einmal hatte er auS diesem Grunde mit dem Dänen I. P. Koch vor dem Kriege Grönland durchchiert. Rach dem Kriege machte er die deutsch« Wissenschaft wieder künde zu Gießen und den Sektionen Gießen und Oberhefsen des Deutfch-Oesterreichischen Alpenvereins in der Aula veranstaltet. Die unter Leitung Alfred WegenerS stehende Erpedition...... hatte — so schreibt man uns - den Zweck, durch । Landeskriminalpolizeistelle-Giehen nahmen sofort drei meteorologische Stationen über ein Jahr De-.......**' " obacbhingen zu sammeln, die unS den Witterungsverlauf in Grönland kennen lehren. Die Stationen waren so gelegt, daß je eine im östlichen und westlichen Küstengebiet stationiert war und eine auf EiSmitte, in der Dr. Sorge, Dr. Georgi UM -11 Leihgestern, Oppenrod, den 9. Februar 1932. 1120 D 1131 D 3563 v Winterkur für SfWeWe und wieder Neue Ausnahme-Preise 30 Johannes Ludwig Lotz, Rektor Dr. Christoph Crößmann, Lehrer und Frau Margret, geb, Lotz. Herzlichen Dank für alle Liebe und Teilnahme. die uns in den letzten Wochen bewiesen wurde. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme beim Heimgang unserer lieben Schwester sagen wir allen herzlichsten Dank. Im Namen der Hinterbliebenen: Heinrich Volz, Polizeiwachtmeister Gießen, den 10. Februar 1932. ^Kernseife weiß, ca"50C^^Riegel Fleischsalat................ Heringsalat................ Bismarckheringe aroße Rollmops Fische Salatöl............... SCHADE & FÜLLGRABE Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spezialkuranstalt Eofheim im Taunus bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch San-Rat Dr. M. SdiPlze-KaWeyss. Pflaumen kalifornische ..Pfd. 24 Tomatenmark 2» Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unsere liebe, gute Mutter, Schwiegei-mutter, Großmutter und Urgroßmutter Frau Marie Winterstein Wwe. geb. Koch heute morgen 5 Uhr nach kurzem schweren, mit Geduld ertragenem Leiden im 87. Lebensjahr in die Ewigkeit abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Karl Heller nebst allen Angehörigen. Gießen (Goethestraße 57), den 9. Februar 1932. Die Beerdigung findet Freitag, den 12. Fcbr., nachm. 21/* Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. 0830 Von Mittwoch, den 10., bis Montag, den 15. Febr. verabreichen wir bei Einkauf von Mk.2.50 (darunter % Pfd. S & F-Kafiee od.*/10 Pfd. S&F-Tee) 1 Tafel 1OO g leine Milch-Schokolade Feines Qalnfnl Literflasche ohne Gl. q/x uJd.lCfi.LOJL mit Schraubverschluß ... O\J Sdiweinesdimalz garant. rein ..Pfund 45 Frische gr. 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Schäden noch vorhanden waren und evtl, besonderen Auftrag zur "Beteiligung dieser den erwirken, falte der Rachsehende selbst die Reparatur durchführen konnte, den Auftrag der Prüfung einer Anlage geriet jetzt geklärt Di« Klägerin, eine 21. Mai 1927 ein ..Firma Martha St.“ Grund vollstreckbaren nimmt, ist nicht nur dafür verantwortlich, bah er die in den Rahmen seiner fachmännischen Kenntnis fallenden Arbeiten selbst auefübrt. sondern er muh. weil er selbst die Ausführung nicht vornehmen kann, dann den erforderlichen weiteren Fachmann dazu heranziehen. einen Lchä- nicht Wer über- 33. Mai 1927 den ObergerichtSvollzicher T. in Sprottau mit der Vornahme der Zwangsvollstreckung Der Gerichtsvollzieher lehnte den Auftrag, der ihm am 1. Juni zugegangen war, am hat. Berliner Firma, hatte am Zahlungsurteil gegen die in Sprottau erwirkt. Auf Titels beauftragte iic am dieser Mist stände dienenden Auftrag an eine sachverständig: Firma so zu fasten und ihm einen so weit g jenen Rahmen zu geben, bah der Träufln. alles zu tun hat. was jur Beseitigung der Mihstände erforderlich ist. 3m vorliegenden Falle ist der Auftrag gegeben worden. den Badeofen „nachzusehen" Rach der Ver- kehrsaufsassung konnte ein solcher Auftrag nur dahin aufgefagt werden, bah die Tctiagte leibst fest zustellen habe, was an der Badeeinrichtung geschehen müsse, um ste in einen für den Benutzer der Einrichtung brauchbaren, nicht mit Lebensgel ahr verbundenen Zustand zu versetzen. Damit gehörte es zu den vertraglichen Pflichten des Beauftragten, darauf hinzuweisen, welche handelt worden, bei der es sich darum handelte, bah «inc Rauchrohrklappe eines Ofens schadhaft war und durch Ausströmen der Gale der Tod eines Menschen verursacht wurde. Per Wob- nungsinhaber hatte, da er auf den Schaden aufmerksam geworden war. die Dasgefellfchast ange- rufen und jemand bestellt der den Gasbadenlcn nachtehen sollte tf» war dann em Angestellter der Gasgeteltlchaft gekommen, der den Ofen nach- gefehen halte und dem Hauswirt mitteilte. dost eine Reparatur notwendig lei. Diele war geschehen. aber ohne Erfolg >o bah auf nochmalige Reklamation bei der Gasgelelllchaft wiederum ein Angestellter kam. der Ichliestlich dem Wohnungsinhaber den Ofen wieder übergab nut dem Bemerken, er lei nunmehr in Ordnung. Das war tatsächlich nicht der Fall, wie sich später durch den Tod eines Menschen herausstellte. der auf ausströmende Gale junidjufübren war Das Reichsgericht hat die Dasgefelllchaft zum Schadenersatz verurteilt Ss fuhrt in feinen @nt- fcheidungsgründen aus. das; derjenige, der Mih- ftände an feiner Babeeinrichtung beobachtet, ohne die zur örleiuitnte der Fehlerquelle erforderliche Sachkenntnis zu besitzen, sich naturgemäh darauf beschränken wird, den der Beteiligung Oer Staat hastet für verspätete Pfändung. Gewih müssen die Ger chtevollzieher sehr sorgsam zu Werte gehen, ehe sie einen Pfändungsbefehl durchlühren. Aber wenn fie bei der Vornahme der Prüfung, ob der im Dollstreckungsurteil Genannt: wirklich derjenige ist. der die Pfändung rechtlich dulden soll, wegen geringfügiger Formmängel die Vollstreckung bis zur peinlich genau erfüllten Berichtigung verzögern, können sie dem Gläubiger damit so groben Schaden verursachen, bafj der Staat dafür aufkommen mutz. Das lehrt ein Vorfall, den do- ReichS- punkt der Sefchadigung des Hauses nicht m Frage, da eine solche durch die ordnungsgemäste Anlage derartiger Antennen liicht erfolgt Von besonderer Wichtigkeit ist es. bah der Vermieter die einmal erteilte Genehmigung zur Anlage der Antenne nicht ohne weiteres zuruckzieheii darf Dieses Recht bat er nur. soweit wichtige Gründe für die Zurückziehung der Erlaubnis vvr- liegen. 3u beachten ist. da st die Rechtsprechung auf dem Standpunkt steht, bah gegen die Hochantennen, die über die Strafte gezogen werden, feiten» der Gemeinden, denen die clrahen gehören. Einspruch erhoben werden darf. wegen der nicht bevorrechtigten Forderungen Zwangsvollstreckungen nach Eröffnung deS Vergleichsverfahrens gegen den Schuldner vorzu- nehmen (§ 32 der DergleichSordnung). Trotzdem vorgenommene Pfändungen sind nichtig logt. Kiesow, Kommentar zur Dergleichsordnung, 3. Auflage». Auch die Ladung zum Offenbarungs- eid gehört zu den VollftreckungShandlungen im Sinne diefer Vorschrift. Roch weiter gehen die Bestimmungen des § 33 der Vergleichsordnung, wonach Zwangsvollstreckungen, die zur Zett der Vergleichseröffnung zugunsten eines an ihm beteiligten Gläubigers gegen den Schuldner anhängig sind, für die Dauer des Verfahrens einstweilen einzuftellen sind ober gar die endgültige Einstellung und Aushebung der Vollstreckungsmatznahmen durch da« Vergleichsgericht aus Antrag der Vertrauens- Person angeorbnet wird, wenn dies im Interesse der an dem Vergleichsverfahren beteiligten Gläubiger geboten ist. Es bleibt also dem sozialen Derficherungsträger nichts weiter übrig, als seine nicht bevorrechtigten Forderungen, soweit dies noch nicht geschehen. in das Gläubigerverzeichnis ausnehmen zu lassen, damit er über den Dergleichsvorschlag mit abstimmen kann und dadurch einen vollstreckbaren Titel erlangt. Rach H 75 der Dergleichsordnung ist nämlich der Auszug auS der Stimmliste in Verbindung mit dem Zwangsvergleich ein Dollstreckungstitel Zweckmätzig wäre eS ja überhaupt, um dem Vergleichsgerichl. der Dertrauenspcrson und den Gläubigern eine genaue ileberfidjt über die gesamten Schulden des im Vergleichsverfahren befindlichen Schuldners zu geben, neben den nicht bevorrechtigten auch die bevorrechtigten und die Massefchulden anzumelden Oie sozialen Versicherungsbeiträge im Vergleichsverfahren. Don Walther Buffe. Gießen. ordentlichen Gerichten erzwingen. Eine solche Klage wird immer dann Erfolg haben, wenn durch die Anlage berechtigte Interessen deS Dermielers nicht verletzt werden. Dielfach werden auf dem Dach des MiethauseS bereits von anderen Mietern Hochantennen angebracht worden sein. Ein solcher Fall spricht einmal für, unter Umständen aber auch gegen den Erfolg einer derartigen Klage. Für daS Recht des Mieters, der seinerfeils nun auch noch eine Hochantenne anbringen toiII, sprechen die dort schon befindlichen Hochantennen deshalb, weil ja dadurch ein Präzedenzfall geschaffen ist. WaS dem einen Mieter recht und gestattet ist. gilt auch für den anderen und muh auch diesem gestattet werden. Allerdings kommt es darauf an, ob nicht durch die neue Antenne das Dach überlastet wird und durch die vielen Antennendrähte Störungen u Empfang eintreten. Liegt die Gefahr gegenteiliger Störungen vor. so kann der Mieter feigen Anspruch nicht durchsetzen. Austerdem darf durch die Qlntennenanlagc die Inanspruchnahme des Daches und der Schornsteine nicht übermäfjig werden. Es darf also keine Uebcrlaftung des Daches ein treten, durch die dieses in seiner Baufestigkell leiden könnte. Dor allen Dingen darf aber durch die kreuz und quer lausenden 3räble der Hochantennenanlage keine Störung für üc Reinigung der Herdanlagen durch den Schorn- teinfeger in Frage kommen. Die früher vielfach ufgetoorfene Frage, wie weil durch die Dach- itcnncn Blitzgefahr und damit Feuersgefahr für as Haus entsteht, ist inzwischen durch die Fvrt- chritte der Technik erledigt worden, so bah man i allgemein sagen fann: eine ordnungsgemäh an- I gelegte Dachantenne setzt baä Gebäude, an dem i fie sich befindet, einer erhöhten Blitzgefahr nicht aus. Vielfach sind Hochantennen nicht derart angelegt, datz fie auf dem Dach befestigt werden, sondern zwei Mieter einigen sich darüber, datz sie die Tntennenardagc über den Hofraum von Fenster zu Fenster spannen wollen, oder ein Mieter zieht die Antenne von einem Fenster feiner Wohnung zu einem anderen Fenster. Der Hauseigentümer kann zwar nach allgemeiner Rechtsprechung Einspruch gegen die Benutzung des Luftraumes über seinem Eigentum, also übet seinem Hofraum, geltend machen, das gilt jedoch nur insoweit, als er nach Lage der Sache an der Ausschließung der Einw.rkung ein Interesse hat. Ein solches Interesse wird im allgemeinen bei Antenncnanlagcn von Fenster zu Fenster nicht vorliegen. Insbesondere kommt auch der Gerichte- stand. Bei der allgemeinen Gütergemeinschaft steht das Vcsamlgut im Gesamlhandseigenlum beider Ehegatten. Die Gütergemeinschaft endigt hier eben- falls mit der Rechtskraft eines d.e Scheidung aussprechenden Urteils. Für die Auseinandersetzung bei einer derartigen Gütergemeinschaft gelten auch hier zunächst die allgemeinen Vorschriften über die Aufhebung einer Gemeinschaft. Daneben enthält aber das Reichsgesetz über die freiwillige Gerichtsbarkeit Sondervorfchriften. Danach kann jeder Ehegatte das Gericht zur Vermittlung über die Auseinandersetzung anrufen, wenn auftergericht- liche Einigungsversuche nicht zum Ziele führen. Zuständig für einen solchen Antrag ist dasjenige Amtsgericht, in dessen Bezirk der Ehemann zur Zeit der Beendigung der Gütergemeinschaft seinen Wohnsitz halte. 3m übrigen ist das Verfahren dasselbe tote bei der Rachlatzauseinandersehung. Dem Anträge ist daher ein Verzeichnis der zum Gesamlgut gehörenden Gegenstände beizufügen. Das Gericht beraumt dann einen Verhandlungstermin an, zu dem beide Eheleute geladen werden, und es versucht, eine Einigung herbeizuführen. Erscheint nur ein Ehegatte, so entstehen gewisse Dersäumnisfolgen zuungunsten des nicht erschienenen Teils. Das Gericht stellt dann nämlich einen Teilungsplan au;, der dem nicht erschienenen Ehe- gatten unter Fristsetzung zur Stellungnahme über- fanbt wird. Ist er nicht damit einverstanden, so mutz er die Anberaumung eines neuen Termins beantragen und zu diesem Termin auch erscheinen. Andernfalls wird angenommen, datz er mit dem gerichtlich aufgestellten Teilungsplan einverstanden ist und den Teilungsplan bestätigt. Ein solcher bestätigter Auseinanderset-ungsplan ist für beide Eheleute in gleicher Weife verbindlich, wie eine vertragsmäßige Auseinandersetzung. Aus ihm kann sogar die Zwangsvollstreckung betrieben werden , ,, ... Was für die allgemeine Gütergemeinschaft gilt, trifft in derselben Weise für das Gesamtgut bei den anderen Arten der Gütergemeinschaft zu Außer feinem eigenen Vermögen kann ein Ehegatte von dem im Scheidungsurteil für allein, chuldig erklärten anderen Lbcgat ea auch a Tu t- jabe der diesem gemachten Gesäxmke verlangen, otoeit sie noch vorhanden sind. Sind beide Ehe- gatten für mitschuldig erklärt worden, so besteht hinsichtlich gemachter Schenkungen ein derartiges Widerrufsrecht nicht. Gefährliche Ausbefferungsarbeiten. Vielfach find die Hausschäden mit erheblichen Gefahren für die Wohnungsinhaber und Haus- genossen verbunden. Man denke nur an Ausbesserungen von Schäden der Licht- und Gasleitungen. evil. auch Zentralheizung und Oesen. Werden solche Ausbesserungen von dem damit Beauftragten nicht ordnungsgemäh ausgefuhrt, fo besteht die dringende Gefahr, daß für Die Hauseinwohner Schäden entstehen können. Es ist deshalb von Bedeutung, zu wissen, wie weit der Auftraggeber, der einen Fachmann mit der Beseitigung von Schäden betraut, feine Verantwortung an diesen abgibt. Dieses Fragengebiet ist in einer Entscheidung des Reichsgerichts (Jur. Wochenschrift 13 30) bc- Die Haftpflicht des Tierhalters. Don Or. jur. Karl Breil Wird durch ein -Tier ein Mensch getötet ober verletzt, oder eine Sache beschädigt, fo ist der Tierhalter zum Schadensersatz verpflichtet Diese Ersatzpslicht tritt nicht ein. wenn der Schade', durch ein Haustier verursacht wird. daS dem 2x- rufe, der ErwerbSiäiigkeit oder dem Unterhalt de» Tierhalters zu dienen bestimmt ist und entweder der Tierhalter bei der Beausfichtigung de» Tieres die im Derkehr erforderliche Sorgfalt beobachtet, ober auch der Schaden bei Anwendung dieser Sorgfalt entstanden fein würde Tiefe gesetzliche Vorschrift mußte vorn Reichsgericht aus einen Fall angewendet werden, bei dem es sich darum handelte, bah ein an sich frommes Pserb von einem erfahrenen Pfcrbe- psleger burch eine belebte Strafte zum Schmied geführt wurde und dabei infolge der Beunruhigung durch den Straßenverkehr einen Straften- Passanten durch Hufschlag iK’tlctjtc. Der Verletzte verlangte Schadensersatz mit der Begründung, bah infolge ber Tatsache, bah baS Pferd nicht, wie gewohnt, im Geschirr gegangen war, sondern frei geführt wurde, eine besondere Gefahr entstanden fei und bah deshalb ber Eigentümer des Pferdes sich damit nicht hätte begnügen dürfen, vieles einfach durch Betrauung eines zuverläs igen Fuhrmanns zum Schmied führen zu laffen. Der Anspruch war in erster Instanz anerkannt worden. Da» Gericht hatte dabei verlangt, der Fuhrherr hätte besondere Anweisungen erteilen müssen beispielsweise den Befehl, das Pferd emgelpann, in ein Fuhrwerk zur Schmiede zu bringen, um die Möglichkeit des Ausschlagen» auszufchalten. Das Reichsgericht (Jur Wochenfchr. Heft 22 31» hat sich dieser Ansicht nicht angefchloffen und er klärt, daß sie eine Heberspannung der an die Sorgfalt bc» Pferbehalters bei ber Beaufsichtigung des Pserdes zu stellenden Ansorderungen bedeute. Bei der Prüfung, ob die im Verkehr er- »orderliche Sorgfalt beobachtet worben ist, dürfen die Erfahrungen eines gesunden Verkehrs als Grundlage für die Beurteilung der Gefährlichkeit eines Verfahren» benutzt werben, unb e» ist diejenige Sorgfalt zu verlangen, die ein normaler, ordentlicher und gewissenhafter Mensch in ber betreffenden Lage im Verkehr anzuwenden pflegt. Eine völlige Gefahrenfreiheit im öffentlichen Verkehr, insbesondere in belebten Straften einer Stabt gibt es nicht, und es kann von einem Pferdehalter nicht verlangt werden, dast er feine Tiere nur in einer Weife, die jede Gefährdung für einen Dritten unmöglich macht, in den Verkehr hinein- brinqt. Dah Pferde auch durch lebhafte DerkehrS- gegenben der Stabt geführt werben, ist nicht zu Derrn ei ben. Man benfe nur an bie Benutzung von Vorspann oder daran, dast ein Wagen in eine VerkehrSstraste gefahren und später nach Be- unb Antennenanlage in Mietwohnungen Bon Or. jur. Gerhardt Berndt. Eine für den Wohnungsmieter, wie den Hauswirt gleich wichtige Frage ist die des Rechts der Qlntennenanlagc. Zu vielfachen Reibungen ist es z. B. schon deshalb gekommen, weil ber Hausbesitzer gegen bie von seinem Mieter angelegte Hochantenne Einspruch erhoben hat. Zimmeran- tennen haben zu solchen Beanstanbungen kaum geführt. Grundsätzlich ist dabei auch zu sagen, bah die Anlage einer Zimmerantenne, wenn die postalische Genehmigung zum Rund unkempsang erteilt worden ist, durch den Hauswirt nicht beanstandet werden kann. Der Mieter hat nur bie Verpflichtung, auf Grund des Mietvertrages, beim Auszug aus ber Wohnung diese in dem Zustande zurückzulassen, in dem er sie erhalten hat. Abgesehen von den Schäden, die durch bie normale Benutzung entstehen, ist also ber Mieter beim AuSzug aus seiner Wohnung verpflichtet, die Antenne, bie er innerhalb ber Wohnräume errichtet hat. wieder abzunehmen und etwa baburch entstandene Schäden zu beseitigen. Anders bei der Hochantenne. Selbstver- stündliche Voraussetzung für die Anlage e.ner Hochantenne ist es. daß diese einwandfrei angebracht wird. d. h also, die Anlage muh mit ber genügenden Sachkenntnis ausgcführt sein. Es ist dabei nicht erforderlich. daß bie Anlage von einem Fachmann, beispielsweise einem Radiomonteur, hergestellt wurde. Gegen die Anlage durch einen Laien werden dann keine Einwendungen zu machen sein, wenn die Anlage der fachmännischen Rach- prüsung standhält. Allerdings wird man in sol- chem Fakte dem Vermieter das Recht zugestehen müssen, dah er für den Fall, bah er Bedenken an der Fachkunde seines Mieters oder des von diesem "Beauftragten hat. verlangen kann, bah bie Hochantenne durch fachmännisch vorgebildete Kräfte gelegt wird Auf der anderen Seite darf dieses Verlangen aber nicht zu einer Schikane führen, bie von dem Mieter unberechtigte Gelb-unb Materialaufwendungen verlangt. 3m übrigen bars ber Mieter in teinem Falle eine Hochantenne etwa auf dem Dach des Haukes anbringen, ohne den Vermieter vorher gefragt zu Hadem Gegen derartige Eigenmächtigkeiten kann der "Vermieter Einspruch erheben. Dem steht die Frage gegenüber, wie weit überhaupt der Vermieter ein Recht hat, sich gegen bie Errichtung einer Hochantenne auf dem Dach feines Hauses zu wenden. Grundsätzlich kann er gegen die Anlage Einspruch erheben. Will der Mieter demgegenüber seinen Willen durchdrücken, Io kann er trotz der feiner Ansicht nach klaren Sachlage die Bewilligung nur durch Klage vor den Entladung wieder abgeholt wird. Die Strafte ist nicht etwa nur für Fahr,rüge, sondern auch für gerittene und geführte Pferde der orönung»- mästige Verkehrsweg. Allerdings find bei der Benutzung einer lebhaften DerkehrSstrafte besondere VorsichtSmahrcgeln geboten, wenn ein Pferd eine gefährliche Untugend hat. DaS traf aber im vorliegenden Falle nicht zu. Ebenso lehnte das "Reichsgericht die Annahme einer Fahrlässigkeit des Führers des Pferdes ab. die vom Kläger darin erblickt wurde, dast er daS Pferd nur wenig entfernt von dem Rande des Bürgersteigs geführt hatte, obwohl eine Rot- Wendigkeit, es fo nahe am Bürgersteig entlang zu führen, nicht bestand unb weiter bann, bah er feine ganze Aufmerksamkeit nur bem vor ihm licgcnbcn Wege geschenkt, bie Umgebung be» Pferdes hinter unb neben sich unb dessen Standort aber nicht beobachtet hätte Diese Ansicht lehnt das Reichsgericht mit ber Begrünbung ab, bah zwar an bie Sorgfalt helfen, ber ein Pferd burch lebhaften Stadtverkehr führt, strenge Anforderungen zu stellen sind, biete finb aber in ben obengenannten beiben Anforderungen überspannt. Der Führer eine« Pserdes hat sich ebenso wie Fuhrwerke auf der rechten Seite ber Strabe (in feiner Gangrichtung gesehen) zu halten. Bei bem Schrittcmvo. in dem er sich bewegte, muhte er bei bem starken Fu' rwe.kSve> kehr stärk) g über- holcnde Fuhrwerke links an sich vor beifahren lassen. Da kann es nicht als Auherachtlassung der im "Verkehr erforderlichen Sorgfalt angesehen werden, wenn er sich mit bem ihm als ruhig und fromm bekannten, feit Jahren im Stadtverkehr bewährten Pferde rechts am Rande der Fahrbahn nahe dem "Bürgersteig gehalten hat. Vermögensauseinandersetzung nach der Eyescheidung. Bon Dr. jur. Hanns Wandrey. Beim gesetzlichen ©üterftanb, ber immer bann zwischen den Eheleuten besteht, toenn sie einen notariellen Ehe vertrag nicht eingegangen sind, wirb ber Mann nicht Eigentümer der von seiner Frau in die Ehe eingebrachten ober von ihr währenb ber Ehe erworbenen Lachen. Er hat aber an ihnen Ein Verwaltung», unb Ruhniehungsrccht. Das hat zur Folge, ban bie Frau währenb be» Beste Herr» Der Ehe von ihm nicht bie Herausgabe ihres Vermögens unb insbesonbere ihrer Möbel verlangen fann. DaS gilt selbst bann, wenn bie Eheleute getrennt leben. In bietem Falle hat jeboch ber Mann, solange er ober seine Frau bie Herstellung deS ehelichen Lebens infolge deS VorlicgenS eines ScheibungSgrunbes verweigern können, feiner Frau die zur Führung eine» abgefonberten Haushalt» erforcerlichen Lachen berauszu e>en. fptocit fie nicht für ibn felbst unentbehrlich find. An den SigentumSverhältnifsen ändert sich dadurch nichts. ES ist für diele HerauSgabeverpflichtung auch un- erheblich, welchem von den Eheleuten bie Lachen geboren Mit der Scheidung ber Ehe erlifcht jeboch baS Berwaltungs- unb "RuhniesjungSrecht be» Mannes. Jetzt kann bie Frau baher von ihm Herausgabe aller ihr gehörenben Gegenstände verlangen und nötigenfalls im Wege der Klage erzwingen. Sic muh dabei natürlich ihr Eigentum beweisen, wie jeder, der Ansprüche gegen einen andern geltend macht, wenn der Mann eS bc ft reitet. Die ge- sehliche Vermutung, bah alle im Drsih eines der Ehegatten befindlichen Gegenstände dem Manne gehören, gilt ihr gegenüber jeboch nicht. Denn biete Vermutung gilt nur nach auhen zugunsten ber Gläubiger bcs ManneS, nicht auch im Verhältnis der Ehegatten zueinander. Herausverlangen kann die Frau auch solche HauShaltSgegcnstänbe, bie ber Mann währenb der Ehe an Stelle der von ihr eingebrachten, nicht mehr vorhandenen oder wertlos gewordenen Stücke an- gefchasst hat, selbst wenn der Mann dazu eigene Mittel angewandt hat. Denn solche Gegenstände werden ohne weiteres Eigentum der Frau. Haben ffibclcute, wie dies gerade heute vielsach geschieht, sich Linrichtungsgegenstände aus gemeinschaftlichem Verdienst angeschafft, fo find fie an ihnen Miteigentümer geworden. Die zwifchen ihnen bestehende Gemeinschaft kann dann nach den allgemeinen gesetzlichen Vorschriften dadurch aufgehoben werden, dast bie im gemeinschaftlichen Eigentum ftchenben Sachen unteremanber verteilt ober, falle bies nicht möglich ist, öffentlich txr- fteigert werden unb ber Erlös geteilt wirb, wenn sich bie Gheleute nicht anderweitig einigen. DaS gilt auch für Grundstücke. Hier besteht noch ein er- le-chtertes Zwangsversteigerungsverfahrcn zur Aushebung solckxr Gemcinschasisvcrhältniste. Bei der Gütertrennung gibt cs ein Verwaltung»- und Rutznics'ungsrecht des Mannes an den Veimögensstäckeii seiner Fr '.u überhaupt nicht. Im übrigen erfolgt hier bie Auscinandcrfehung nach ber Scheidung genau wie beim gefehlichen Güter- BiSher war man in intcrefficrtcn Kreisen zum grohen Teil der Auffassung, dast die gesamten Beitragsrückstände zu den sozialen Versicherungen als bevorrechtigte Forderungen an dem Dergleichsversahren nicht beteiligt unb von bem Vergleich nicht betroffen werben. Diese Ansicht läfjt sich nicht ausrechterhalten. Rach § 2 bcs Gesetzes über ben Vergleich zur Abwcnbung bc» Konkurse- lVergleichsorbnung) vom 5. Juli 1927 werben an bem Vcrgleichsver- sahren beteiligt unb von bem Vergleich betroffen bie Gläubiger, bie nicht bevorrechtigte Konkiirsgläubigcr wären, toenn statt bc» Vergleichsverfahrens bas Konkursverfahren eröffnet toorben wäre. Die Gläubiger, beten Forbcrungen im Falle bc« Konkurses bevorrechtigte Forbcrungen ober Massesorbcrun- gen wären, werben also an dem Vergteichs- versahren nicht beteiligt unb von bem Vergleich nicht betroffen. Dcmgemäh ist bas Vergleichsverfahren auf Beitragsforbcrungen ber sozialen Derfichcrungsträger. lotocit sie innerhalb eines Jahres vor ber Eröffnung beS Vergleichsverfahrens liegen, ober soweit sie währenb des Verfahren« entstanden find, ohne ©influh- Wegen dieser Beitragsforderungen ist also trotz des Ver- gleichrversahrcnS die Zwangsvollstreckung zuläsfig. Anders ist cs mit den Deitragssorderungen, bie mehr als ein Jahr vor der Eröffnung des Dcrgleichsverfahtens zurückliegen Diese Rückstände haben im Konkursfalle nicht da« Vorzugsrecht des § 61 Rr. 1 der Konkursordnung und find somit als nicht bevorrechtigte Forderungen an dem Vergleichsverfahren beteiligt und dem Vergleich unterworfen. Der foziale Versicherungsträger wird also in diesem Falle beteiligter Gläubiger und ist nicht befugt, 18. Juni mit der Begründung ab, daß die Firma in dem Vollstreckungstitel nicht richtig mit „M. K." (handelsgerichtliche Eintragung», sondern mit Martha K. bezeichnet sei. Erst auf Erinnerung der Klägerin wurde der Gerichtsvollzieher zur Pfändung angewiesen, die er am 6. Süll vor- nahm. Die Klägerin, die trotz zahlreicher Versteigerungen mit einem Teil ihrer Forderungen ausgefallen ist, wirft dem Gerichtsvollzieher T. vor, daß er trotz Identität der Firma „M. K." mit der im Vollstreckungstitel genannten Firma „Martha K." die Vollstreckung schuldhaft verzögert habe. Dadurch sei ihm, dem Inhaber, möglich gewesen, in der -Zwischenzeit wertvolle Dermögensstücke beiseite zu schaffen. Für den Ausfall nimmt die Klägerin den Preußischen Staat auf Grund der Vorschriften über die Veamtenhaftung in Anspruch. Interessant ist hierzu noch die Mitteilung, daß der gleiche Gerichtsvollzieher Waren im Schätzungswerte von 9000 Mark pfändete, die einen Versteigerungserlös von 1300 Mark brachten. Der beklagte Staat ist in allen Instanzen — Landgericht Glogau, Oberlandesgericht Breslau und Reichsgericht — zur Schadloshaltung der Klägerin verurteilt worden. Die reichsgerichtlichen Cntschcidungsgründe charakterisieren das Verschulden des Gerichtsvollziehers in den folgenden Ausführungen: Zweifellos ist es Sache der Auftraggeberin, Rainen, Beruf, Wohnort der Schuldnerin genau zu bezeichnen. Andererseits aber ist es Pflicht des Gerichtsvollziehers, von sich aus zu prüfen, ob bei nicht genauer Bezeichnung der Schuldnerin Personengleichheit mit einer anderen Person vorliegt. Im gegenwärtigen Falle brauchte der Gerichtsvollzieher nur den Schuldner selbst zu fragen, ob es in Sprottau noch eine Firma gleichen Rarnens gebe. Er hätte dann eine verneinende Antwort erhalten. Er hätte auch den Vollstreckungs- oder Registerrichter fragen können, ob überhaupt die Möglichkeit einer Schuldnerverschiedenheit vorliege. Außerdem hätte ein Blick ins Handelsregister gezeigt, daß die Mutter des Schuldners, Martha K., früher Inhaberin der schuldnerischen Firma gewesen war und daß sie die Firma M. K. auf ihren Sohn übertragen hatte. Es ist eine Verletzung der Amtspflicht, wenn der Gerichtsvollzieher derartige, bei Verhältnissen der Kleinstadt und seinen eigenen örtlichen Kenntnissen denkbar einfache Feststellungen unterläßt. L. K. Frankreich und die Frage -er Reparationen. Von V ni. Das große Rätselraten. Es ist schon vor der Basler Sachverständigenkonferenz den Franzosen klar gewesen, daß Deutschland in absehbarer Zeit keine Reparationen zahlen könne. Es hat auch nicht an Leuten gefehlt, welche ganz offen die Frage aufwarfen, ob überhaupt noch mit einer Wiederaufnahme der Zahlungen zu rechnen sei. Der Boden für eine Reparationskonferenz war also fruchtbar, und die Stimmung war Deutschland keineswegs ungünstig, zumal England und Italien — und im Hintergründe auch Amerika — auf der Seite Deutschlands zu finden waren. Da schlug wie ein Blitz aus heiterem Himmel die Brüningsche Erklärung ein, daß Deutschland überhaupt keine Reparationen mehr zahlen könne und der Voungplan also außer Kraft treten müsse. Wenn auch zwar sofort von deutscher Seite aus eine Aeuhe» rung Brünings in so kategorischer Form dementiert wurde, wenn man sie einer (polnischen?) Indiskretion zuschrieb: ihre Wirkung blieb. Die Konferenz von Lausanne wurde unter so veränderten Amstanden für überflüssig erklärt und verschoben. Die Rotwendigkeit, sich mit den früheren Verbündeten, vor allem mit England, angesichts der neugefchaffenen Situation Winnetou geht zum Sechstagerennen. Von Harry Schreck. „Zounds", bemerkte Winneton plötzlich, als er mit Old Shatterhand von der Savanne des Rollendorfplatzes zu den Settlements der Potsdamer Straße hinüberpirschte, „wenn das Bleichgesicht, das diese Botschaft auf die Plakatsäule geklebt hat, nicht mit der doppelten Zunge der Hinterlist spricht, so gibt es in diesem Talkessel ein Wigwam, in dem man ein Sechstagerennen reitet!" . hvb seinen Kopf und lauschte aufmerksam in die Rächt. „Thunderstorm!“, äußerte Old Shatterhand, indem er seinen Bärentöter fester packte, „all devils, mein Bruder Winnetou hat die Wahrheit geredet —!" Winnetou nickte ernsthaft und sah grübelnd vor sich hin. „Die fremden Jäger, die hier vorbeigezogen sind", sagte er endlich, „haben sich so beeilt, daß sie nicht einmal ihre Fußspuren ausgelöscht haben!" Old Shatterhand bückte sich und prüfte die Fährten nach. „Caramba“, bestätigte er überrascht, „diese Spuren sind noch nicht einmal eine Stunde alt. Es sind die Sohlenabdrücke von einigen lausend Männern!" Deistimmend, aber nachdenklich neigte Winnetou das Haupt. „Weiß mein Bruder Scharlie, was ein Sechstagerennen ist?", fragte er zögernd, „das Bleichgesicht auf der Säule behauptet, daß es eine Jagd sei .. Der Befragte brummte etwas Unverständliches in den Bart. .„Wenn nicht einmal Old Shatterhand weiß, was seine eigenen Brüder unter einem Sechstagerennen verstehen", brach Winnetou das Schwei» gen, „dann wird es gut sein, in dieses Wigwam einzutreten und zu erfahren, was dort so viel Lärm erregt, daß es sogar den Kriegsruf eines ganzen Stamms tapferer Apachen ersticken könnte. Winnetou wird das betrachten. Er hat gesprochen. Howgh —" „Hallo, old boys! Laßt die Macheten im Gürtel und greift nicht nach der Büchse!", lächelte Old Shatterhand beruhigend, als er sich mit Winne» zu verständigen, wurde als die erste Pflicht der französischen Staatsmänner proklamiert und eine Zusammenkunft Macdonald-Laval unverzüglich ins Auge gefaßt. In den politisch besonders interessierten Kreisen aber ging das große Rätselraten um die Brüningsche Erklärung los. Was konnte, fragte man sich, den Kanzler bewegen, diesen kategorischen Ausspruch zu tun? Warum dem englischen Botschafter gegenüber? Ist der Kanzler das Opfer einer bewußten Indiskretion geworden? Hat der englische Botschafter die Kanzleräußerung mit Absicht einem polnischen Journalisten mitgeteilt, hat er sie unter dem Siegel der Verschwiegenheit weitergegeben, und hat der Journalist einen Vertrauensbruch begangen? Ist das Ganze nur ein diplomatischer Schachzug, und ist der englische Botschafter unter einer Decke mit dem Kanzler? Wollte man durch die Dorausnahme eines eventuellen Resultates der Reparationskonferenz von Lausanne diese selbst sabotieren, da sie England im Augenblick ungelegen kam? Wollte man, um der nationalsozialistischen Bewegung in Deutschland gerecht zu werden und einer im Augenblick gefährlichen Opposition keine neue Rahrung zu geben, um jeden Preis eine unzweideutige Geste gemacht haben und außerdem eine unwiderrufliche? Wie dachte man sich die Wirkung des Ausspruchs auf die französische Regierung und die französische Öffentlichkeit? Erwartete man, daß Frankreich die Erklärung einfach hinnehmen und nicht durch ernsthafte Aktion auf sie reagieren werde? Ja, handelt es sich womöglich — fragten sich Leute, die sich für ganz schlau halten — nicht um eine geheime, ganz geheime Abmachung zwischen Laval und Brüning? Ist der Brüningsche Coup eine abgekartete Sache über die öffentliche Meinung in Frankreich hinweg — und sind alle Gegenerklärungen Lavals nur Spiegelfechterei vor dem Parlament, vor dem man sich keine Blöße geben darf? Wird es sich jetzt erst darum handeln, ganz allmählich die öffentliche Meinung Frankreichs und das Parlament für die Annahme der neuen Gegebenheit zu gewinnen? Hat sich die offiziöse französische Presse deshalb verhältnismäßig so ruhig verhalten, weil ihr bedeutet worden ist, daß ein allzugroßes Lärmschlagen keinen Sinn habe vor Tatsachen, an denen nichts zu ändern ist? Oder — werfen andere, gcriebenere Diskutierer ein — ist dies nur die Ruhe vor dem Sturm, der losbrechen wird gegen die deutsche Erklärung, sobald man sich erst mit England geeinigt haben wird? Welche Trümpfe wird man ausspielen? Welche Trümpfe sind überhaupt im Spiel, und wer hält sie in Händen? Wird man die Sanktionsklauseln des V.oungplanes in Wirkung treten lassen? Also: wird man an das Haager Schiedsgericht appellieren, und wird dieses die einseitige Verletzung des (durch die deutsche Unterschrift feierlich besiegelten) Poungplanes feststellen? Wird der Schi ds^erichtshof das „Vertragsbrüchige" Deutschland den Sanktionen der Vertragspartner ausliefern? And welches werden diese Sanktionen sein? Reue Besetzung, wie sie die Militärs wünschen? Wirtschaftliche Maßnahmen, wie sie manche Politiker fordern? Etwa Kündigung des französischen Anteils der Stillhaltekredite? Straf- taxe von 26 Prozent auf die deutsche Einfuhr? Kündigung des Handelsvertrages, der für Deutschland günstig ist? Kampf gegen die deutsche Reichsmark, welche den Franzosen gleichgültig sein kann, wenn nichts mehr gezahlt wird? Womöglich sogar Beschlagnahme der deutschen Guthaben? Dies — und andere, nebensächlichere mehr — sind die Fragen, die hier gestellt werden und dem Deutschen Tag für Tag um die Ohren schwirren. Ganz gewiß keine sehr angenehmen Fragen. And ganz bestimmt solche, welche zu beantworten einfach unmöglich ist. Rur eines ist sicher: daß die Erfahrungen, die wir mit der deutsch-österreichischen Zollunionspolitik gemacht haben, uns vor jedem übertriebenen Optimismus bewahren und die vielbeschworene Isolierung Frankreichs nicht als unumstößliche Tatsache hinneh- men sollten. Alles wird zunächst davon ab» hängen, was jetzt bei der Besprechung von Mac- tou durch den schwankenden Menschengürtel drängte, der den Zugang des Sportpalasts umsäumte, „denn die zwei Männer, die hier zu euch kommen, wollen nichts Böses an diesem Lagerfeuer. Sie wollen die Friedenspfeife mit euch rauchen und ...“ „Die Karte kostet zwanzig Mark", sagte eine fette Stimme. „Die weißen Männer kennen die Gesetze der Gastlichkeit nicht", murmelte Winnetou verächtlich, „mein Bruder mag ihnen ein paar Ruggets zuwerfen ...!" Er schob sich gewandt durch die aufgestaute Menge voran. „Aff, uff", sagte er verwundert, indem er seine doppelläufige Silberbüchse auf den Rand der Kurvenbrüstung legte,, „das dort ist ein Sechstagerennen?" „Schätze, daß es eins sein wird", meinte Old Shatterhand. „Es sind Männer, die auf stählernen Rossen reiten“, teilte Winnetou kopfschüttelnd mit, „find es Greenhorns, die keinen Mustang bändigen können — ?" „Es sind Greenhorns", vermutete Old Shatterhand verlegen. „And sie werden wirtlich sechs Tage auf diesen Stahlrossen reiten?", erkundigte sich Winnetou stirnrunzelnd, „und sogar noch sechs Rächte da- zu?l" „By Jove, sie werden es tun", versicherte Old Shatterhand. „Dann muß es ein großes und edles Ziel fein, bas diese Männer dort unten erreichen wollen", erklärte Winnetou gedankenvoll, ohne den Blick voii der Bohlenbahn zu wenden, auf der die Reifen knirschend und summend vorüberhehten, „bemn obwohl diese Reiter bereits bis zur Erschöpfung ermüdet sind, denken sie nicht daran eine Rast zu machen. Wir werden hierbleiben! Howgh —“ ♦ „Kann mir mein Bruder Old Shatterhand sagen, warum diese Jäger stets die gleichen Kreise ziehn?", forschte Winnetou, nachdem er eine halbe Stunde auf die Fahrerschlange gestarrt hatte, die gefräßig eine Runde nach der anderen verspeiste, „hoffen sie etwa, daß sich ein Büffel in dieses Wigwam verläuft, den sie mit dem Lasso fangen oder mit der Flinte niederstrecken könnten?" „Well", murmelte Old Shatterhand, „dann wären sie Starren!“ „Ober denken sie", fuhr Winnetou befremdet donald und Laval herauskommt, und wie sich England, dessen Handlungsfreiheit bedingt ist, dann zu der Brüningschen Erklärung stellen wird. Auch dann erst wird ein Streiflicht auf die Rolle fallen, welche der englische Botschafter in Berlin in der Weitergabe der Brüningschen Aeutzerung gespielt hat und inwieweit sich Deutschland in seinem Verlangen nach Streichung des Voungplanes überhaupt auf England verlassen kann. Daß es ohne absolut unzweideutige Stützung durch England ein rasches und definitives Resultat erreichen könne, erscheint unmöglich. And das Schlimmste, was ihm geschehen könnte, wäre eine auf der Basis des französischen Standpunktes erfolgende neue Einigung zwischen Paris und London, Deren Kosten es bestreiten müßte. Es ergibt sich aus allem bisher Gesagten, wie ungewöhnlich ernst auch die außenpolitische Lage geworden ist. Man soll sich darüber keiner Täuschung hingeben und keine Vogelstraußpolitik treiben. Es dreht sich ganz und gar nicht in erster Linie um eine Rechtsfrage: es dreht sich in allem, was augenblicklich in den Kulissen der Außenämter gespielt wird, um eine Macht- frage. And — notabene — es dreht sich, vom deutschen Standpunkt aus gesprochen, um eine Methoden frage. Alle Deutschen sind sich unbedingt darin einig, I. daß die außerordentliche Anzulänglichkeit des Versailler Vertrages die Hauptschuld an der heutigen Weltverwirrung trägt, die primäre Schuld (nicht die alleinige), und 2. daß die Vorbedingungen — die wirtschaftlichen —, auf denen der Poungplan aufgebaut ist, nicht mehr zu Recht bestehen, also auch die in ihm vorgesehenen Zahlungen nicht mehr geleistet werden können noch geleistet zu werden brauchen. Die Kardinalfrage nun, die sich für jeden politisch denkenden, von kühlen DernunftsgrÜnden geleiteten deutschen Menschen ecgiebt, ist diese: Sind England und Italien als Partner Deutschlands stark und zuverlässig genug, um gemeinsam mit Deutschland die von diesem geforderte definitive Lösung des Reparationsproblems durch endgültige Streichung aller Reparationen zu erzwingen — oder sind sie es nicht? Also, anders formuliert, läßt sich in der Reparationsfrage eine offene antifranzösische Politik mit Erfolg betreiben ober nicht? Wird man — auf die allereinfachste Formel gebracht — in biefem biplomatifchen unb wirtschaftlichen Krieg ben Sieg über Frankreich, d. h. den französischen Standpunkt davontragen? Auf einer ganz anderen Ebene aber liegt die Tatsache — und dies sei hier ausdrücklich betont —, daß eine Volksbewegung, wie die nationalsozialistische, daraus hinzielt, mit gefühlsmäßigen Gründen gegen den Vertrag von Versailles anzustürmen, unb verlangt, daß bei Entscheidun- gen über Völkerschicksale mit gleichen Maßen gemessen werde. Es ist nicht nur gut, sondern diplomatisch notwendig, das auf solcher Basis ruhende allgemeine und ethisch berechtigte Revisionsverlangen völlig zu trennen von der Frage der Streichung der Reparationen. Je kühler, je sachlicher, je ziffernmäßiger hier die Argumentation ist, desto sicherer wird ein günstiges Ergebnis erzielt werden. Offen bleibt Die Frage, ob das Beschreiten -eines anderen Weges, nämlich die unmittelbare Verhandlung mit Frankreich wirklich außerhalb des Bereiches der Möglichkeiten lag. Die Meinungen schwanken, in Paris wie in Berlin. Es ist müßig, bei dem augenblicklichen Stand der Dinge, diejenige, welche man selbst hat, zu äußern. In der Politik zählt die Gegebenheit. Zählt und wiegt. 9JL£ Wit 9efüttnQl’®> *>-M' iSJa-Ä 4ung der V“ kennen •McSS 1-^55 Äbiti'Ä Um* 8 H emen äuherst |miu &??“*“*« Sdiet 1« Swi®^ unb Durch, ® dessen endete Unmt- l im VsL. ^rdrseldrn I VA (2:3). traten mit Ersah fln. « w «n sehr lebhaste« jjjß ^eil seldüberlegen 'l* durch die vorgelegten entmutigen und konnten eichelhafte Anentschieden gten schöne- Zusammen- >er Sturm. Die Tießener M Pech, auch mangelte r6p.»g.l900. ihcim 14:2 geschlagen! gegründete Tischtennis, einigung 1900 trug am ubkamps aus. Als Gegner plub.GrüN'Deih" Lad- §s wurden 11 Herren- chPel^Spiele auigetragen. ischung waren die 1900er legen. Dennoch gab ei spannende ^änchse hn äs blieben die 1902er mit ie dnisse. n/Ost 17:21, 2220, 1721, 3:21, 21:17, 1721, 2224; 1:21, 1621; 'M Menet ischer/Jung 20:22. 23 21. al Günther 19:21, 21:18, H 18:21,1321,13:21; N* 23:21.21:15; Reichard!- 21:12,1721.24:22: Franz. 1:10,1621; Daldschmidt« 1, 16:21. Arieger. LrUnpst nicht > sch ernsthast grübelnd rlie billigt * ien Marterpsahl haben, er sich erhob und seine :4 | .ata«* &fon :n. Ulf, ein Apache Wv. bl martert - d>e ic Sechstagerennen für ein griffen- Sk-Ks wleri cher. V' gingen. 1 werden unU^Sunh Li- >r Kunst. Ml" gesell, der Häusls "zrbruar« Atlaskarte bei. IM**? äd>dlW Ä« ÄSSS SOvZ sL-Är Ä «ZKftK Doppel: 3ef»(er 'Hammann gegen Jung Oft 16:21, 12:21. 13:21; 'IHolj ^eftler gegen Dietrich. Buhl 21.19, 18:21. 13.21. 17 21 Grass Heß gegen Günther Meyer 15:21. 23:22, 13:21; Reichardt- Mischer gegen Droh Meyerhofs 12:21, 16:21. 1721; Franz Daldschmidt gegen Petfch Topp 12:21. 14:21, 1021. kDad-Rauheim ist jetveil- zuerst genannt) Arbeiter-Turn- und (^portbund Naunheim I. — Egelsbach l. 5:2. ®twa 3000 Zuschauer harten sich zu dielen: Spiel eingefunden. Trotz lehr schlechter Dodcn- Verhältnisse entwickelte sich ein Hotter Xanwf Naunheim lieferte ein rationelles Spiel und ging auch bald in Führung. Aber Egelsbach lieh nicht nach und erzielte d-n Ausgleich Bis Halbzeit kam Naunheim abermals in Führung Halbzeit 2:1. Nach dem Wechsel lag Naun- peim wieder im Angriff und nach wenigen M.- nuten stand die Partie 4:1. Sgelebach, überrascht fam kurz aufoer Fassung, raffte sich jedoch bald auf, schloß Naunheim einige Zeit em. konnte jedoch bei der sicheren Abwehr der Platzbesiher nichts erreichen. Dann machte sich Naunheim wieder frei. Der Halbrechte schoß bald daraui rn feiner Manier das fünfte Tor. Wenige Minuten vor Schluß erst kam Egelsbach zum zweiten Treffer. Naunheiin siegte verdient und steht nun mit Egelsbach wieder punktgleich an der Spitze der Tabelle. "Vorher: Naunheim II. — Alein-Cin- den I. 7:1. Marburg I. — (Rieften I. 5:2. Diehen I. war -u einem Freundschaftsspiel in Marburg zu Gast. QlTatburg erwies sich (durch Spielerzuwachs) als beachtlicher Gegner. Die eichener muhten alles bergeben, um dem Gastgeber einigermaßen die Waage zu halten Bei Halb- zeit führte Gießen 1:2. Nach der Pause ließen die Gäste merklich nach und Marburg erzielte den Ausgleich und die Führung; bald darauf da- vierte Tor. Marburg lag weiter im Angriff und erzielte bis Schluß ein fünftes Tor. dem die (Siebener trotz aller Anstrengungen nichts mehr ent- gegenzusetzen vermochten. Anschließend hatte Marburg II. die I. Jugend von Wieseck zum Gegner. Die Jugendlichen Die- secks blieben mit 2:3 Toren Sieger. ttcrätoWctttampf Weibenhausen — Wieseck. 3n Weidenhausen fand am Sonntag ein Gerätewettkamps statt. Jeder der beiden Qkrcinc stellte fünf Turner, die an den drei Hauptgeräten je eine Kürübung zu zeigen hatten. Wieseck war dem Gastgeber bei weitem überlegen und errang schon am ersten Gerät einen merklichen Dorsprung. Dis zum Schluß konnte Wieseck mit 37 Punkten Dorsprung als Sieger aus dem Kampfe hervorgehen. Anschließend wurde von beiden Gegnern noch Flachturnen gezeigt, das lebhaften Deisall sand. Die Ergebnisse: Neck: Weidenhausen 165 P.; Wieseck 181 P.; Darren: 170:181 P.; Pferd: 163:173 P.; Gesamt; Weidenhausen 498 P., Wieseck 535 P. Kurze Sportnotizen. 2 71 Teilnehmer, darunter auch 15 Vertreter der Tscheche!, haben sich in die Meldeliste der am Freitag beginnenden deutschen Skimeister- fchaften in Dchrciberhau eingeschrieben. 25 OOOQRart wurden aus den Nothilfespielen tnx Bezirk Württemberg Baden an die örtlichen Dinterhilf--Organisationen abgeführt. • Oesterreichifcher Ski-Staffel meist e r wurde der Skiclub Innsbruck in 2,59,36 Stunden vor der Mannschaft dcS HeereSsportver- dandes. Wirischaff. Lieber 6 Millionen Arbeitslose. Berlin, S. Febr IDTB) Nach dem Berichi der Reichsanstalt für die Zeit oom 16. bis 31. Ja nuar hat die Arbeitslosigkeit in der zwei len Hälfte des Monats Januar erkcblichlang- ferner als im vorigen Derichtsabschnut zugenommen, sie überschritt jedoch erstmals die 6 Mil- lionen-Grenze. Die 3abl der bei den Arbeitsämtern gemeldeten 'flrbcitslolcn beite» sich am 31 Ja nuar auf r u n b 60 4 100 u cic ist gegenüber dem 15.Januar um runb 76000 gestiegen, mäb- renb die Zunahme in der ersten Januar-Hälfte runb 298 0U0 betragen batte. Nach den Meldungen der Arbeitsämter wurden Ende Januar in der Arbeitslosenversicherung rund 1 885 (HX), in der Rrticnfür- sorge runb 15% 000 Hauptunterstutzungsempsänger gezahlt. Die Zahl der W o h I s a h r t s erwerbslosen betrug runb 1,7 Millionen Bon einer Zunahme um insgesamt 153U00 entfielen runb 1-6 000 auf die Arbeitslosenversicherung, runb 49 000 auf die Änienfürforge. Ende Januar standen somit runb 8,5 Millionen Hauptunterstüszungsemp- fängem runb 1,7 Millionen Wohlfahrts erwerbslose gegenüber. OerReichsbanlstotus Anfang Februar. Berlin, 9. Febr. (DTB.) Nach bem Aus weis ber Neichsbank vom 6. Februar hat sich in ber verfloßenen Bankwoche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 210,2 Mill- auf 3 773,4 Mill. Mark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 170,1 Mill auf 3461,7 Mill. Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 10,6 Mill auf 22,1 Mill Mark und die ßombarbbeftänbe um 29,3 Mill, auf 129,0 Mill. Mark abgenommen. An Reichsbanknoten und R e n I e n b a n t scheinen .zusammen sind 138,8 Mill. Mark in die Kassen ber Reichsbank zurückgeflossen, und zwar hat sich ber Umlauf an Reichsbanknoten um 131,0 Mill, auf 4276,1 Mill. Mark, derjenige an Renten- bankscheinen um 7,8 Mill, auf 412,0 Mill, verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 15,3 Mill. Mark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 332,9 Millionen Mark eine Abnahme um 60,7 Mill. Mk. Die Bestände an Gold und bedünge- fähigen Devisen haben sich um 17,8 Mill, auf 1075,1 Millionen Mark vermindert. Jm einzelnen haben die Goldbestände um 19,5 Mill, auf 928,3 Mill. Mark abgenommen, die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 1,7 Mill, auf 146,8 Mill. Mark zugenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckunasfähige Deoifen beträgt 25,1 Prozent, gegen 24,8 Prozent in ber Borwoche. OasZinSsenkungsabkommen indessen. 3n Hessen hat sich der im ZinSsen - kungsabkommen vorgesehene Kredit- ausschuß konstituiert. Folgende Gruppen sind darin vertreten: der Deutsche Sparkassen- und Giroverband, der Neichsverband der Gruppe der deutschen landwirtschaftlichen Denos.enschaklen Raiffeisen, die Freie Bereinigung der Arbeitnehmerbanken Deutschlands, der Verband deutscher öffentlich - rechtlicher Kreditanstalten, der Deutsche Deamten - Genossenschaftsverband, der Centralverband des Deutschen Bank- und Bankiergewerbes (e. V), der Deutsche Genossenschaftsverband. Zum Borfitzenden wurde Justizrat Dr. h. c. Reh in Darmstadt (Hessischer Sparkassen- und Diroverband) gewählt. Die von diesem Kreditausschuß gefaßten Beschlüsse sind, wie man uns mitteilt, nicht nur für die Mitglieder der vorgenannten Berbände, sondern auch für alle anderen außenstehenden Geldinstitute, ferner auch für alle Werksparkassen und Konsumvereine, bindend Heber den Inhalt dieser Defchlusie gibt auf Anfrage der Borfmcnde des Kredit- ausschusse- i Darmstadt, Hügelstrahe 39) Auskunft. HolzversteigenmgS - Termine. Donnerstag. 11. Februar. Bürgermeisterei Beuern: Zusammenkunft an ber Kreisst raße Beuern Allertshausen, am Wald- cingang. 9.30 Uhr Bürgermeisterei L.e.nbach Holzsubmission Angebote muffen bis Donnerstag. 11. Februar, 14 Uhr, bei der Bürgermeisterei eingereicht sein. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. 9 $. ,:n. •9 92 60.08 79 62 79 78 et.'dßclm 81.52 61.68 kl.37 81.43 tonsow 14.48 14.52 14.43 14.47 Fumo« 3tre# 1.038 1.042 1.043 1.047 Kruoort 4 209 4 217 4.209 4 217 ibruhrl . 53.66 58.78 53 69 58.H Htcltrn . . . 21.65 21.89 21.13 21.87 Tart« . . 16.56 16.60 16 57 16.61 Gd>nrt| 82.11 82.27 e? ii 82.27 •rl' arten 32.47 32.53 32 5 7 32.63 Tant-g . . 81.97 62.13 81.97 82 13 .lapan 1.489 1.491 1 .489 1 491 .lau.. 0.252 0.'54 0.252 0.254 rUnoi'.ar.'ifli. 7.463 7.477 7.463 7.477 L-ülaDae 13.24 13.26 13.19 1 13.21 Belchsbankbiskonl 7 o. H. combardzinsfuh 8 o H. Berlin, 9 Icbr ar Brief eme Noten ....... 78. £9 79.01 Irurid> LfftrrTcl.lt, 1 1OO 6*Gltng Rumanlldtr Noten........ 2,49 2.51 Gdirocot|d)f Noien........ 81.34 81.66 LLwctterNoien......... 81.94 82.26 Gpanltd’f Noien......... 32 34 32.46 UngartidM Note» ...... Sronffurf weiter schwächer. Frankfurt a. TL, 9. Febr. Der heutige telephonische Effektenfreiverkehr von Bureau zu Bureau zeigte weiterhin eine lustlose und e j c r schwächere Tendenz. Es machte sich bei Spekulation namentlich wegen der innerpolitischen Lage starke Zurückhaltung bemerkbar, doch schenkte man auch den außenpolitischen Dorgängen, besonders der Abrüstungskonferenz, mehr Beach- tuna. Die erneut schwächere Tendenz der Ausland- btiefen führte bei dem Publikum zu Abgaben, die ziemlich großes Ausmaß gehabt haben sollen, denen nur sehr kleine Siauforbers gegenüberstanden. Die Kursoeränderungen gegenüber gestern waren jedoch nicht aroh, da das herauskommende Material glatt aufgenommen wurde. Stärkeres Angebot bestand vor allem für einige Elektrowerte, wobei man auf den Abschluß des «iemens-Äonzerns verwies, der nicht ganz befriedigte. Besonders Gcsfürel standen unter Druck und büßten 2 Prozent ein, während die übrigen Papiere dieses Marktes ungefähr 1 bis 1,5 Prozent verloren. Auch die sog. Tarifwerte, wie Dessauer Gas und Charlottenburger Wasser, lagen etwas schwächer, ferner IG.» Farben und Reichsbank. Montanwerte bröckelten um Bruchteile eines Prozentes ab, während private Bankaktien, Kunstseiden- und Kalipapiere nur wenig verändert waren. Als recht widerstandsfähig erwiesen sich Reichsbahn-Vorzugsaktien und von internationalen Werten Chade Berlin: schwache Grundftimmung. Berlin. 10 Febr (DTB FunNpruch ' Sb« wohl die gestrige Kanzlerrede im Auslände einen verhältnismäßig guten Eindruck gemacht hat. und obwohl nadi neu vorliegenden Informationen bis tfnbc Juni nut der Neparatwnokonferenz zu rechnen ist. konnte sich im heutigen telepdoni- d):n Festverkehr an der schwachen Grund- s: i m m u n g der letzten Tage nichts ändern. cd)pn in den gestrigen Abendstunden batten die führenden Werte abermals mehrproientige Kurs- einbuhen erlitten, wobei Insolvenz-Gerüchte eine Nolle spielten, tue lieb aber inzwischen als stark aufgebauscht herausgeftellt haben. Es handelt sich lediglich um die Zahlungseinstellung einer mittleren Berliner Mehlfirma. die früher auch an der Effeklenbörle zugelalfen war. Der tiefere Grund für die Abfchwachung war wohl auch nicht diele Insolvenz, sondern Befürchtungen hin- sichtlich des AEG -Berlustabfchlusseo. der demnächst zur Veröffentlichung kommen wird- Heute kam dann noch das Ansteigen der Ar» bettslosenziffern hinzu, weiter verstimmten der wieder matte Derlaus der gestrigen Neunorker Börse und die schwächeren Meldungen für die deut ch.n Werte im Auslände Ferner bestanden wobt auch noch einige Befürchtungen wegen der Unterzeichnung des Stillhalteabkommens durch Frankreich Nein technisch ist zu lagen, daß der Markt al* solcher sehr übersättigt ist. so daß die Spekulation auch auf gestriger Basis wenig Neigung zeigte, herauskommende Ware aufzunehmen Während allo die meisten Werte erneut Kursrückgänge aufwiesen, machten nur einige Spezia Iwerte eine Ausnahme. So erhielt sich für Rheinifche Braunkohlen Interesse, man sprach von Mengenkäufen und günstigen Dividendeauslichten. ferner waren Pdönir, wahrscheinlich im Zusammenhang mit der geplanten Äktieneinkasfie- rung, recht widerstandsfähig. und schließlich waren noch Kaliwerte ziemlich gut behauptet. Am meisten litt der Slcftromarlt, aber auch die in den letzten Tagen savorisierten Balutapapiere waren heute stärker abgeschwächt. Am Danken-. Schissahrts- und Kunstseidemarkt hielten sich die Rückgänge dagegen in erträglicheren Grenzen (etwa 1 p. H). Der Anlagemarkt blieb auch heute vernachlässigt. Deutsche Anleihen und Reich»- fchuldbücher waren weiter rückgängig. Reichs- bahnvorzugsaktien waren relativ gut gehalten. Farbcn-Bonds neigten dagegen eher zur Schwäche. »Frankfurter (WctiTiDcbun'e. Frankfurt a. M. 10. Febr. Es wurden notiert: Weizen 245—244, Roggen 223,50, Sommergerste für Brauzwecke 180 185. Hafer, inländischer. 150 155, Weizenmehl, süddeutsche- Spezial 0 mit AuStauschweizen 36.75 37,90, Sonder- mahlung 35 -36.15. Roggenmehl 31—32. Wci^en- flcic 8,60, Roggenkleie 9.00. Weizenmehl, nieder» rhcin mit AuStauschweizen 36,75 35,65, Sonder- mahlung 35—35.90. Tendenz: ruhig. Letzte Nachrichten. Attentat auf Or. Schäfer, Offenbach. Zwickau, 10. Febr. lWTB. Funkspruch.) Die Polizeidirektion Zwickau teilt mit. In der Nacht zum 10. Februar hat ein Unbekannter auf den aus den Vorgängen in Hessen bekannten früheren natianalsozialistifkhcn Abgeordneten Dr. Schäfer einen Mordanlchlag begangen. Dr. Schäfer befand sich auf dem Wege nach seinem Hotel, als auf dem Rathenauplatz plötzlich cm Schuß fiel, der ihn am rechten Oberarm verletzte Schäfer konnte nicht angeben, wer den «chuß abgegeben hat Er hat auch niemand in seiner '.»lohe gesehen 2hs bei -schuß siel, fuhr ein Krasl« wagen, der nickt erkannt worden ist, an ihm vorbei. Kurz darauf haben einige Personen einen jungen Mann im blauen Anzug ohne Kopfbedeckung davonrenen sehen. Dr. Schäfer mußte in das Zwickauer Krankenhaus übergesührt werden. Bon Geld und Liebe. Vornan von Greie von Saß. Copyright by Markin Feuchtwanger, Halle 8 Fortsetzung Nachdruck verboten. „Ich habe die Karte mitgebracht. — Wenn Herr Geheimrat sic lesen will?" Er streckte unwillkürlich die Hand nach ihr aus. Nahm die Karte und ging mit ihr in« Wohnzimmer. „Wir verleben hier eine herrliche Zeit", schrieb Ida. „jeden Tag ist irgend etwas loS. Morgeir ist Fastnacht. Herr Kommerzienrat hat mir_ erlaubt daß ich mitmachcn kann. Heute ist er mit Frau Geheimrat im Auto nach Drcslau gcsahren. um Kostüme zu holen. Frau Geheimrat war glückselig!" Er las nicht weiter, legte die Karte auf den 5ifch und setzte sich wieder in seinen Sessel. — .Frau Geheimrat war glückselig!" Die Worte hallten in ihm nach. Ein Gefühl von D'.tterkeit und quälender Eifcrfucht stieg in ihm aus. £t ilie un crnahm Ausfahrten mitMü.ichmeher! Sr schüttelte den Kops, als könnte er es nicht lassen. Er wühlte sich in Vorstellungen hinein, '*ie ihm Unruhe schufen und elend machten. Huf einmal stand eS fest bei ihm, daß er Ottilie verloren batte. Ach, daß er sie doch nicht fortgelafsen hätte! Kein Tag war seit seinem Alleinsein vergangen. an dem er sich das nicht mit "Bebauern acsagt hatte. Nun empfand er anderes als "Bedauern darüber: Haß — glühenden Haß! Er war betrogen worden um fein Bestes. Sein Haß brachte ihn zu der Lieberzeugung, daß Ottilie lange vor der Reise mit Münchmeycr eins gc- toefen war. Da stockten seine Gedanken: „Nein, dafür hab ich keinen Beweis", sagte er sich. Er ging in seinem Zimmer auf und ab. Nahm noch einmal die Karte zur Hand, die auf dem Tische lag, und las Wort für Wort. Din Besinnen kam über ihn. — War cs nicht ein Wahnsinn, aus diesen paar armseligen Worten etwas "Besonderes herauszulelen? ^Daß ein Dienstmädchen dem anderen schreibt: „Frau Geheimrat war glückselig!" — Natürlich war es Wahnsinn. Er zwang sich ein Lächeln ab. Warf die Karte auf Den Tifch zurück. Sagte sich aber gleich danach: Daß Ottilie mit Münchmeycr nach Breslau gefahren ist. bleibt bestehen. Lind nun hetzten seine Gedanken darum herum. Bis nichts in seinem überhitzten Hirn war als eine große, verzweifelte Hoffnungslosigkeit. — Die Sprechstunde war nun vorüber. Danach mußte er wie jeden Tag seine Krankenvisitcn machen. Er hoffte, daß ihn diese ablenken würden. Degen Mittag kam er heim. Lina Knorpe hatte während seiner Abwesenheit ein paar Telephon- gcspräche entgegengenommen. Sie übermittelte sie ihm. Es handelte sich um Krankenbesuche, um die er anderntags gebeten wurde. Morgen, dachte er, und ein müde- Lächeln zuckte um seinen Mund. Lina Knorpe. bereits im Begriff, zu gehen, fiel noch etwas ein: „Herr Doktor Fahrenkrug hat auch angeläutet. Er läßt Herrn Geheimrat für heute abend zum Tee bitten. Zwischen sieben und acht Llhr." .Gut — gut.“ .Wünscht Herr Geheimrat noch etwa-?" „Nein - nein!" Er konnte es nicht erwarten, allein zu sein. Sein Kops schmerzte zum Zerspringen. „Dann komm" ich also zur Nachmittagssprechstunde wieder", sagte Lina, und dann war er wieder allein. Er ging zu seinem Gessel, ließ sich darin nieder, barg den Kops in seine ausgestützten Hände. Die Gedanken quälten ihn. Ottilie statte sich lange nach Glück gesehnt — er wußte eS. hatte eS lange gespürt und er konnte ihr keine- bieten. Er stöhnte tief auf. Herrgott, sie ist noch so jung: Lind so schön! Sie kann noch glücklich machen und selbst noch glücklich sein. 3a, wenn ich nicht wäre — dann —. dieser Gedanke brach mit einem Stöhnen ab. Sein Kopf fchrnerzte. Er hob nun die Hände hoch, preßte sie fest um die Schläfe. Es war. als ob der Kopf ihm auScinanderfprin» gen wollte. Ich muh etwas dagegen tun, tagte er sich und stand auf. Aber er rührte fid) lange nicht vom Fleck. Starrte ins Leere. Wiederholte seinen Dorsatz: Ich muß etwas dagegen tun. Dabei zogen sich seine Mundwinkel wie in Bitterkeit herab. Nun aber war er entschlossen, in fein Schlafzimmer zu gehen. Dine Schwere war in feinen Deinen und in feinem Herzen ein Flackern. — ilm vier Llhr klingelte Lina Knorpe an des Geheimrats Wohnung-tür. ES wurde nicht geöffnet. Sie hörte draußen das Schritten der Klingel. Es klang merkwürdig unheimlich durch die Stille. Der erste Patient kam und nach diesem bald der zweite und dritte Alle standen hinter Lina Knorpe erwartungsvoll vor der Tür. „Herr Dchcimrat wird auf einem Krankenbesuch sein", sagte Lina. „Wer weih, wann 'er zurückkommt?" Aber sic drückte wieder auf den Klingelknopf, lauschte auf da- Schritten der Klingel. AIS auch das vergeblich war, sagte eine von den Wartenden — eine blasse Arbeiterfrau — ungeduldig: „DaS vasteh' ich nich — ich bin herbestettt, das kann er doch nich verjessen haben, 'n Arzt muh doch wissen, waS er zu tun hat." Lina maß sie mit verweisendem Dlick. Dann fiel ihr plötzlich ein: Herr Geheimrat hat, seit Hedwig verreist ist, einen zweiten Wohnungsschlüssel bei seinem Kollegen Fahrenkrug deponiert. Lind ihr, der Lina, gesagt: „Wenn sich einmal während meiner Abwesenheit die Notwendigkeit ergeben sollte, dah Sie in die Wohnung hinein müssen, so holen Die sich den Schlüssel von Doktor Fahrenkrug." „Na, warten Sie mal noch 'n paar Minuten, ich werde mal bei Doktor Fahrenkrug antcle- pstvnleren — vielleicht, daß der Rat weiß." Sic lief die Treppe hinunter. Kam nach etwa zehn Minuten mit dem "Bescheid zurück: „Herr Doktor Fahrenkrug wird gleich hier sein." Es war am Spätnachmittag. Eva, die während des ganzen Tages das Haus nicht verlassen hatte, stand am Fenster ihres Zimmers und sah aus das bunte Fastnachttreiben, das am Hause vorüberslutelc. Sie war ganz allein im Hause, seit früh um neun Llhr waren alle draußen. Nur sie trug lein Verlangen danach. Von ihrem Fenster aus bitte sie den Einzug des Prinzen Karneval gesehen, dessen Erscheinen der Austait zu ausgelassenster Fröhlichkeit war. Bald darau» war Rose und Hans-Achim erschienen, um sie zu holen; aber sie hatte abge- ircbrt „Laßt mich, bitte, ich mag diesen Trubel nicht." Rose, als Skihaserl, hatte allerhand Mätzchen vor ihr gemacht, um sie in Stimmung zu versetzen, und als daS erfolglos blieb, auf HanS- Achim gewiesen und gesagt: „Aman-Llllah wird dir befehlen, mitzukommcn. Lind wenn du seinem Beschl nicht Folge leistest, schick ich dir August den Starten über den Hals. Der wird dein Kommen erzwingen August der Starke war RoseS Vater. Er hatte sich glücklicherweise nicht bemüht. Lind auch die anderen versuchten cs nicht mehr, sie in den Trubel hineinzuziehen. Es begann bereits dunkel zu werden. Eva wandte sich vom Fenster ab, lieh sich am Kamin nieder. Dos Holz- seuer prasselte. Las Zimmer versank allmählich in Dunkelheit. Draußen wurde es stiller. Nun ist dieser Tag auch bald überstanden, dachte Dva. Lind dieser Gedanke hatte etwas Dcsreiendcs für sie. Ihr war heute so merkwürdig schwer ums Herz. Din schon in Aschermittwochsstimmung, sagte sie sich, und ein müdes Lächeln zuckte um ihre Lippen... Go oft sie Gchadow sah, war ein Ausruhr in ihr, der wohl imstande war, legte Dedenken zu vernichten. Es war ihr schon geschehen, dah alle Krast sie verlieh, wenn sie nur seine Stimme hörte. Die Liebe war über sie gekommen wie eine Krankheit und muhte auch tote eine solche bekämpft toerden. Muhte fie das wirklich? Diese Frage stand plötzlich in ihr auf. Sie fand keine rechte Antwort. Der Derstand sagte: ja, und das Herz schrie dagegen - warum — warum? Habe ich nicht auch ein Recht auf Gluck? Eva sah in die lodernden Flammen. Linken ging die Haustür. Sie hörte eS nicht. Dald danach wurde an ihre Tür geklopft. Auch das überhörte fie. Erst als die Tür vorsichtig geöffnet wurde, wandte fie erschreckt den Dlick nach dorthin. „"Betreibung, gnädige- Fräulein — ich klopstc, aber sie haben es wohl überhört." „Ach, Die sind eS!" sagte sie verwirrt. Sie konnte nur die Llmrisse von DchadvwS hoher Gestalt erkennen. „Bitte, treten Die doch näher." Er schloh erst jetzt die Tür. „Gnädiges Fräulein, Herr Kommerzienrat fchickt mich zu Ihnen, um Ihnen zu sagen, dah die Herrschaften Sie zum Abendessen in der ,Heu- suderbaude' erwarten." „Ach nein, ich mag nicht! Lim welche Zeit sollte ich denn dort sein?" „Lim acht Llhr." „Lind wie spät ist es eben?" Er trat zum Kamin, um beim Feuerschein auf seine Armbanduhr zu sehen. „Halb sieben Llhr ist es!" Eva siel erst jetzt auf. daß im Zimmer schon völlige Dunkelheit herrschte Sie streckte den Arm nach der Stehlampe aus, die in ihrer Nähe fich betäub. Dchadoto kam ihr zu Hilse, dabei berührten sich zusällig ihre Hände. DaS Licht wurde nicht eingeschaltet. Denn plötzlich lag Evas Hand in der seinen. Sekundenlang hielt er fie in heißem Druck Dann neigte er sich über fie und prehte seine Lippen auf ihren Mund. Eva hielt ganz still. Ihre Augen waren geschloffen, ihr Gesicht, vom Feuerschein erhellt, war ohne einen Tropfen Blut. Friedrich SchadowS Dlick ruhte auf ihrem Gesicht: er fühlte ein Würgen in feinem Halse — das Atmen wurde ihm schwer. Sine unerträgliche Qual war in ihm. Eva fühlte, waS in ihm vorging - bis In ihre Fingerspitzen hinein fühlte sie feine Qual und war erschüttert von ihr. Leise drückte sie seine Hand, zog sie zurück und erhob sich. Das Licht slarnmte auf. Hilflos verwirrt standen fie fich gegenüber. Don dec Diele her kam das leifc Anfchrillen des Telephons. Einen Moment lang laufchten beide darauf. Es wiederholte sich. Lind Friedrich ging, um zu hören, was los war. (Fvrtfehung folgt.) Oberhessen. Landkreis Gießen. Bg. Großen - Buseck. 9. Febr. Bei den hiesigen Holzver st eigerungen wurden bisher als Durchschnittspreise erzielt für Buchenscheit je zwei Raummeter 17 Mark, für Buchen knüppel je zwei Raummeter 13 Mark, für fünf Raummeter Buchenreisig 6 Mark. — infolge der Feldbereinigung wird ein Teil des Gemeindewaldes abgetrieben, um als Wiesen angelegt zu werden. 3n der Rähe der „Ganseburg" wird durch Reuairpflanzung Ersatz geschaffen werden. s. Inheiden, 8. Febr. Dieser Tage fand in dem benachbarten Feldheimer Wald die Der« steigerung einer großen Menge Brennholz statt. Buchenscheitholz kam auf 10 bis 11 Mart, Buchenastknüppel auf 6 bis 8 Mark, Buchenstockholz auf 4 bis 5 Mark )e Raummeter. Für Rstreiser wurde 1,00 bis 1,25 Mark je Raummeter bezahlt. Cichenscheitholz stellte sich auf 5 bis 6 Mark, Knüppel auf 4 bis 5 Mark. Kreis Schotten. ♦ Schotten, 8. Febr. Der Heuhandel, der früher gegen Frühjahr unsere Rebenbahn stark beschäftigte, setzt nur zögernd ein. Die Dlm- sätze sind trotz starken Angebotes äußerst gering. Es werden 1,70 Mark für saures und 2 Mk. für süßes Heu bezahlt. — 'Die zahlreichen Hecken pnd Feldgehölze der Vogelsberger Gemarkungen müssen in d.esem Winter großcBrenn- holzmengen liefern, da Geldknappheit und steigende Arbeitslosigkeit zu teilweiser Selbstbeschaffung des Holzbedorfes zwingen. Die Beseitigung vieler Ristgelegenheit bedeutet eine große Gefahr für die heimische Bogelwelt. Der Raturfreund sollte es bei einer Durchforstung seines Heckenwaldes bewenden lassen und das Abholzen vermeiden. □ Laubach, 9. Febr. Am Sonntagabend fand im „Schützenhof" die Iahreshauptversamm- lung des hiesigen Ländlichen Reit- und Fahrvereins statt. Der Vorsitzende, Se. Erlaucht GrafGeorg FriedrichzuSolms- L a u b a ch, gab zunächst einen Aeberblick über das abgelaufene erste Vereinsjahr, wobei er den Fortschritten und Leistungen der Reiter Anerkennung zollte. Die Mitgliederzahl hat sich im Laufe des Jahres wesentlich vergrößert. Die Rechnungsablage zeigte ein günstiges Ergebnis. Rach Erledigung des geschäftlichen Teils berichtete Graf Georg Friedrich eingehend über den Ritt der Oberhessischen Reitervereine nach Darmstadt, der zu Ehren des 70jährigen Landesstallmeisters a. D. S ch ö r t e (Vorsitzender des Landesverbandes Hessen) stattfand. Der interessante Vortrag wurde durch eine Anzahl guter Lichtbilder, die anläßlich des „Schörkerittes" während der Festlichkeiten in Darmstadt ausgenommen worden waren, verschönert. Der Redner erntete reichen Beifall. — Das Mitglied des hiesigen Geflügelzuchkverekns Fritz Wotf konnte im Laufe dieses Winters auf vielen Ausstellungen recht gute Erfolge erringen. So erhielt er auf der am vorigen Sonntag in Berlin abgehaltenen Cypria-Schau auf eine gehämmerte Ma - tesertaube einen Ehrenpreis und auf einen blauen Florentinertäuber einen 1. Preis. V Gedern, 8. Febr. Die hiesige Ortsgruppe der Deutschen Bau- undSiedlungs- gemeinschaft hielt dieser Tage ihre Hauptversammlung ab. Der Vorsitzende, Architekt Schröder, wies eingangs darauf hin, daß die Kasse in ihrer Gesamtheit eine günstige Aufwärtsentwicklung zu verzeichnen habe. Die Mitgliederzahl der hiesigen Ortsgruppe erhöhte sich von 18 auf 22. Von den Verteilungen fielen der Ortsgruppe drei im Werte von insgesamt 30 000 Mark zu. Abgeführt wurden von hier aus 15 000 Mark. Die Gesamtauszahlungen seit dem Bestehen der hiesigen Gruppe betragen insgesamt 112 000 Mk., die der Einzahlungen 95 000 Mk. Die Rechnungen wurden geprüft und in Ordnung befunden, dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Der bisherige Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt. Im weiteren Verlauf der Versammlung wurde beschlossen, daß die Mitglieder ihre Zahlungen selbständig an die Zentrale abführen sollen. — Der Gesangverein „Lieder- frans“ kann in diesem Jahre auf sein 9 0 j ä h - riges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlaß soll eine einfache, würdige Feier stattfinden, mit der ein Preis-Wertungs- singen verbunden sein wird. Als Festtag wurde der 12. Juni bestimmt. Die Vorbereitungen sind im Gange. Kirche und Schule. Landkreis Gießen. Reiskirchen, 8. Febr. Die kirchliche Statistik des Kirchspiels Reiskirchen enthält für das Jahr 1931 folgende Zahlen: Reiskirchen: Taufen 12, Beerdigungen 10, Konfirmanden 19, Trauungen 12; Besuch des Gottesdienstes: 3865 männliche und 4746 weibliche Personen (ohne Kinder) — 24,55 Prozent, Teilnahme am hl. Abendmahl 1248 (129,05 Proz.), an Gaben christlicher Rächstenliebe gingen ein 534 'Mark. Burkhardsfelden: Taufen 10, Beerdigungen 3, Konfirmanden 7. Trauungen 6; Besuch des Gottesdienstes 3743 männliche und 3635 weibliche Personen (ohne Kinder) = 28,82 Prozent, Abendmahlsteilnahme 1028 (156, 45 Proz.), Kollekten 651 Mark. Lindenstruth : Laufen 5, Beerdigungen 4, Konfirmanden 2, Trauungen 2; Besuch des Gottesdienstes 647 männliche und 719 weibliche Personen (ohne Kinder); Abendmahlsteilnahme 361, Kollekten 170 Mark. Zn den beiden ersteren Gemeinden fanden je 61 Gottesdienste statt. s. Trais-Horloff, 8. Febr. Aus der kirchlichen Statistik unseres Kir ch - sPiels, einschließlich der beiden Filialen Inheiden und Utphe, ist bemerkenswert: Getraut wurden im abgelaufenen Jahre von hier 2, von Inheiden 4 und von Utphe 2 Paare, getauft insgesamt 24 Kinder, darunter 15 Knaben und 9 Mädchen. Davon entfallen auf Trais 5, auf Inheiden 8, auf Utphe 11 Kinder. Die Zahl der Konfirmanden betrug insgesamt 11, und zwar in Trais 3, Inheiden 3, Utphe 5. Auffallend niedrig war die Sterblichkeit in allen drei Gemeinden. Es wurden von hier 5, von Inheiden 3 und von Utphe 5 Gemeindeglieder beerdigt, insgesamt 13, darunter 5 männliche und 8 weibliche. Es fanden 59 Haupt- und 16 Rebengottesdienste statt, am heiligen Abendmahl nahmen 945 Personen teil. Die Summe aller im Laufe des Jahres gespendeten Gaben betrug 503 Mark. Kreis Friedberg. * Dortelweil. 6. Febr. Die Dorfkirchenvereinigung veranstaltete hier einen Kirchenvorstehertag. Die Festpredigt hielt Pfarrer Freundlieb (Vilbel), am Abend fand bei stärkster Beteiligung ein Gemeindeabend statt. Der Vorsitzende der Dorfkirchenvereinigung, Dekan S c r i b a (Ridda), sprach über Ziele und Aufgaben der Dorfkirche, Pfarrer Rühl (Reichelsheim) über die Frage: „Was verlangt die Rot der Zeit von uns?" Gesanchrerein. Mädchenchor und Musikverein stellten ihre Kunst in den Dienst der Sache. Der eigentliche Festtag wurde durch einen Festgottesdienst eingeleitet, in dem der Prälat der hessischen Landeskirche D. Dr. Diehl eine eindrucksvolle Predigt hielt. Die Tagung der Kirchenvorsteher und Gemeindevertreter war trotz der Rot der Zeit von rund 250 auswärtigen Teilnehmern aus 32 Ortschaften besucht; sie stand unter der Leitung des Vorsitzenden der Dorfkjrchenvereinigung, Dekan S c r i b a. Rach Degrühungsworten des Mitgliedes oes Kirchenvorstandes, Oekonomierat Hensel, hielt auch hier Pfarrer Rühl (Reichelsheim) seinen Vortrag über die Frage: „Was verlangt die Rot der Zeit von den Kirchenvorstehern?" Der Vortrag hinterließ bei den Zuhörern einen tiefen Eindruck. Eine Aussprache schloß sich an. Kreis Alsfeld. ll. Rieder-Ohmen, 2. Febr. In der Statistik des Kirchspiels Rieder- Ohmen für 19 31 sind insgesamt 22 Taufen, 21 Trauungen und 29 Beerdigungen verzeichnet. Auf die einzelnen Kirchspiel-Ortschaften entfallen in der gleichen Reihenfolge (Taufen, Trauungen, Beerdigungen) folgende Zahlen: Rieder-Ohmen 9:16:11; Atzenhain: 7:4:7; Bernsfeld: 2:1:10; Weltsaasen 4:0:1. Die Gottesdienste waren durchschnittlich besucht in Rieder-Ohmen von 145, in Atzenhain von 130. in Bernsfeld von 82 und in Wettsaasen von 34 Personen. An Gaben christlicher Rächstenliebe gingen insgesamt 1532 Mark ein. Kleine Strafkammer Gießen. Gießen, 5. Febr. Ein auswärtiger Kaufmann war des Vergehens gegen das Branntweinmonopolgesetz beschuldigt; er foll tote derholt Trinkbranntwein mit einem Weingeistgehalt von weniger als 32 Raumhundertteilen in den Der« kehr gebracht haben. Er wurde in erster Instanz mangels Beweises freigesprochen. Die Staatsan- waltschaft verfolgte gegen dieses Urteil Berufung. In der heutigen Verhandlung benannte der Angeklagte weitere Zeugen. Das Gericht beschloß Aussetzung der Verhandlung und weitere Aufklärung; auch soll der Sachverständige sein früheres Gutachten ergänzen. Ein Kaufmann in Frankfurt a. M. war von einem auswärtigen Amtsgericht wegen. Nichtzahlung der Krankenkassenbeiträge für seine Arbeiter — Vergehen gegen § 533 Reichsversicherungs ordnung — zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt worden, und zwar unter Gewährung bedingten Strafaufschubs auf 5 Jahre bei guter Führung und Zahlung von 2000 Mark an die Ortskrankenkasse binnen 3 Jahren. Nach Vernehmung des Angeklagten zog er mit Zustimmung des Staatsanwalts seine Berufung zurück, so daß das frühere Urteil rechtskräftig wurde. Ein Fuhrmann war beschuldigt, einem Nachbarn mehrere Fensterscheiben eingeworfen zu haben. In erster Instanz wurde eine Strafe von 20 Mark trotz seines Leugnens ausgesprochen. Auch in der heutigen Berufu'ngsverhandlung stellte er seine Täterschaft entschieden in Abrede. Nach Vernehmung einer größeren Anzahl von Zeugen wurde seine Berufung dem Antrag des Staatsanwalts ge- i mäß verworfen. Als besonders Mlastend erachtete : das Berufungsgericht, daß der Angeklagte selbst : mehreren Zeugen gegenüber die Tat zugegeben und daß er versucht habe, sich ein Alibi zu verschaffen. Briefkasten öcr Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) Nr. 34. Bei Mietverhältnissen über Gebäude oder Gebäudeteile,- die nach dem 1. Juli 1918 bezugsfertig geworden sind, ermäßigt sich vom 1. Januar 1932 an der Mietzins anteilig um den Betrag, um den die laufende Belastung des Grundstücks nach den Vorschriften über die Zinssenkung gesenkt wird. Wird ein Einvernehmen über die Ermäßigung des Mietzinses hiernach nicht erzielt, so entscheidet auf Antrag eines Vertragsteiles in den Landgemeinden das Kreisamt über den Betrag der Mietsenkung. 2. Der Hausbesitzer ist berechtigt, den bereits von ihm nachgelassenen Betrag bei der Mietsenkung in Anrechnung zu bringen, da ihm ein gesteigerter Verlust nicht zugemutet werden kann. Wir können Ihnen nur empfehlen, den ungefähren Betrag der neuen Miete alsbald zu bezahlen und unverzüglich das Kreisamt^anzurufen, d. h. Antrag auf Miethöhefestsetzung zu stellen, wenn zwischen Ihnen und dem Vermieter eine Einigung nicht zustande kommt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Mijr, 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Arterienverkalkung Ihre Vorboten und Begleiterscheinungen, wie hoher Blutdruck. Atemnot. Schwindelanfälle,Herzbeschwerden, Schlaflosigkeit, Gicht, Rheuma bekämpfen Sie durch „ Radiosc/erin“ (Wz. Nr. 313 844) die seit Jahren bewahrten radiumhaltigen Brunnen-Tabletten (mit kontrolt. Radiumgehalt). Nach Gutachten erster med. Autoritäten bewirkt reines Radiumsalz Entkalkung der Gefäße und damit eine bessere Blutzirkulation, sowie normale Funktion der lebenswichtigen Organe, besonders des Drüsenstjstems und Wiederherstellung geistiger und körperlicher Frische. Achtung! Ermäßigte Preise! 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Fischereiverpachtung. Dienstag, den 16. Februar 1932, vor- mittags 11 Uhr, werden auf unserem Amtszimmer die Fischereipachtbezirke I u. IV öffentlich auf 12 Jahre (vom 1. Januar 1932 bis 31. Dezember 1943) verpachtet. Nr. I. Gemarkung Ehringshausen „Die Mehlbach" beginnend am Mehlbacherteich. 1119D Nr. IV. Gemarkung Groß-Felda und Ermenrod „Die Felda" beginnend bei der Molkerei Groß-Felda. Nähere Auskunft über Bedingungen und Grenzen durch das unterzeichnete Amt. Romrod, den 8. Februar 1932. Hessisches Forstamt Göringen. Wir haben unsere Preise ermäßigte DKW-VIERZYLINDER 1000 ccm Cabriolet, 2sitzi$,mit2 Reservesitzen RM 2795." Cabriolet, 4sitzig (4 Innensitze) . . . RM 2795.* Limousine. 4sitzig (4 Innensitze) . . RM 2795." DKW-FRONTANTRIEBeoOccm Roadster. 2sitzig. 500 ccm RM 1685.• Roadster. 2 sitziß, 600 ccm . «. . . RM 1750." Cabriolet. 2sitziß,mit2Reservesitzen RM 1985.» Cabriolet. 4sitzig (4 Innensitze) . . . RM 2195.» Limousine. 4sitzig (4 Innensitze) . . RM 2)9) » Vertreter. DKW-Zweitakter: DoppelteLeistung Krahn & Comp., Gießen, Marburger Straße 7 Ab 15. Februar Frankfurter Straße 82 11IZV Schnett- i Lastwagen kommt aml3.ii. M. leer o.Frankfurt a.lH. zurück. Günst. Mitnahme von Gütern. SiltranSvorte Kari Bender, Gießen, Bleiehstr.3. Tel.3358. 1. Hypothek von 17000 Mk. nach Aufwertungshnvo- thek von 15000 Mk. auf prima Objekt, Südanlage, m.Ein- l)ei1Swerkoon78000 Mk.,sof. od.svät.m. 20% Nachlaß, weg. Bankablösung z.ver- kauf.Schr.Ang.unt. 0827 an d. Gß.An;. Am Samstag, d. 6., abends eine dunkle Hornbrille im Cai6 Leib liegen gelassen. Bitte dort abzugeben. 0823 Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der Bröhl’schen Druckerei Bekanntmachung. Betr.: Fleischverbilligung für Hilfsbedürf. tige. 1118V Alle Fleischverkäufer in Gießen werden aufgefordert, die für Frischfleisch in Zahlung genommenen Abschnitte 3 und 4 (für 25. Januar bis 6. Februar 1932) von Reichsbezugsscheinen bis spätestens 12. Februar 1932 mit zweifacher Rechnung beim Wohlfahrtsamt, Gartenstraße 2, einzureichen. Verspätet eingehende Rechnungen bzw. Bezugsschein-Abschnitte dürfen nicht mehr vergütet werden. Gießen, den 10. Februar 1932. Bürgermeisterei Gießen. (Wohlfahrtsamt.) Lagd -Verpachtung. Mittwoch, den 18. Februar 1932, nachmittags 3% Uhr, wird in dem Rathaus- saale die Wald- und Feldiagd der Gemeinde Lang-Göns ab 1. Februar 1932 auf weitere 6 Jahre verpachtet. 1109V Der gesamte Jagdbezirk umfaßt eine fläche von zirka 400 Hektar Wald und zirka 1150 Hektar Feld, und wird in drei Bezirken ausgeboten. Die Bedingungen werden vorher bekanntgegeben. Lang-Göns, den 6. Februar 1932. Hessische Bürgermeisterei. R o m p f WFS?RFdr°cksachen P »»Brühl'ache Druckerei Holzverkauf aus Revier Lumda. Samstag, den 13. Februar, 9 Uhr, bei Gastwirt Schultheiß-Lumda, aus den Forstorten Bornberg, Dingerwald, Heg- busch, Steinberg, Tränkkopf und verschiedenen: Stämme: 7 Stück Kiefer 2a bis 3a Klasse — 5 fm; Dcrbstangcn: 70 Stück Fichte; Nutzreiser: 18 rm Fichte (Schicht- Haufen). Ferner Brennholz, rm,Scheitholz: Buche 567, Hainbuche 6, Eiche 29, Kiefer 23, Fichte 7: Knüppelholz: Buche 51, Hainbuche 46, Eiche 28, Kirschbaum 3, Aspe 17, Kiefer 16, Fichte 15; Reiserholz: Saub470, Nadel 14: Ltockholz: Buche 12. In den Losholzschlägen ist das Versteigerungsholz mit „Vg." geschlagen. U07D Hessisches Forstamt iSrünberg. Lagt»-Verpachtung. Mittwoch, den 17. d. M., nachmittags um 2 Uhr, kommt die der Gemeinde Rod^ heim zustehende Jagd, bestehend in 305 ha Feld und 97 ha Wald im Rathaus zur Verpachtung. 1122V Rodheim, den 9. Februar 1932. Bürgermeisterei Rodheim a. d. Horloff.