tirorf »ni» Verla«: vrühl'sch« llniverfi,äls-v«ch, und Sleindruckerri «. Lange in Sietzen. Schritt,-itung uni» S-schätt-ttelle: Schn,«ratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Plahvorschrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den An. zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich m Biegen. Erlcheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gieyener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernforechanschlüffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: fironlfvrtom Main 11686. Nr. 264 Erstes Blatt toi labrnnnr» m.u . _ „ ——- • japrgang Mittwoch, y. November 1932 GietzenerAn;eiger General-Anzeiger für Oberhessen Der Eindruck der Kanzlerrede daß man sich nun- Roosevelts Präsidentenwahl nicht fallenzulassen. ,M a t i n“ dagegen Roosevelt im Kreise seiner Familie, die nunmehr als „Erste Familie des Landes" in das Weiße Haus in Washington einziehen wird. Der Eutiner Bürgermeister Dr. Stoffregen wieder im Amt. C u t i n, 8. OloD. (WTD.) Unter Führung des Staatsministers Pauly traf am Dienstagabend e'?eold?"burgischeRegierungskorn° m t H t on in Eutin ein, die längere Zeit mit dem feines Amtes enthobenen Bürgermeister Dr etof fregen verhandelte. Zum Schluß der Besprechung wurde dem Bürgermeister mitgeteilt, daß die Verfügung der Amtsenthebung vom oldenburgischen Ministerium aufgehoben sei. Bürgermeister Dr. Stoffregen bleibt also im Amt. Der Sieger. Franklin Delano Roosevelt wurde am 30. Januar 1882 in Hyde Park, D. Reuyork geboren; er ist ein Reffe des ehemali- gen Präsidenten Roosevelt. Rachdem er auf der Harvard-Universität studiert hatte, besuchte er noch drei Jahre lang die Columbia Law School und wurde 1907 an der Reuyorker Dar als Rechtsanwalt zugelassen. Im Jahre 1910 wurde er in den Reuyorker Distrikts-Senat gewählt; er trat aus diesem aus, als er 1913 Assistant Secretary im Marineamt wurde. In dieser Stellung verblieb er während des Krieges und gehörte von Juli bis September 1918 der Inspektion der 08^.-Streitkräfte in den europäischen Gewässern an. Von Januar bis Februar 1919 leitete er dann die amerikanische Demobilisierung in Europa. Ein Jahr später wurde er von den Demokraten als Vizepräsident der Vereinigten Staaten nominiert. Im Jahre 1928 wurde er sodann zum Gouverneur des Staates Reuhork gewählt. Im Rovember 1930 stellte ihn die demokratische Partei als Kandidaten für die Präsidentschaftswahlen 1932 auf, aus denen er nunmehr vor dem Republikaner Herbert Hoover als Sieger hervorgegangen ist, seit Woodrow Wilson der erste demokratische Präsident. Vor 20 Jahren wurde Roosevelt von einer Krankheit befallen, die Lähmungen an beiden Füßen im Gefolge hatten. Seine Füße sind noch heute geschient, so daß er sich nur mit Mühe fortbewegen kann. Trotz dieser körperlichen Behinderung ist er aber auf dem Gebiete des Sports außerordentlich aktiv. Er ist noch heute ein beachtlicher Schwimmer und betreibt mit Hingebung den Segelsport. Daß er die außerordentlichen Strapazen des Wahlkampfes trotz feiner ungünstigen Gesundheitsverhältnisse so glatt durchgehalten hat, kann als ein Beweis für außerordentliche Energie gelten. Deutschfeindliche Kundgebungen in Brünn. 33 r ü n n, 8. Roo. (TU.) In Brünn kam es am Uiontag abend zu deutschfeindlichenÄund- gedungen. Vor dem Deutschen Haus, in dem per deutsche nationalsozialistische Abgeordnete K reb s in einer Versammlung sprach, sammelten sich einige hundert t^che chische Faschisten und versuche ten, den eaal zu stürmen. Die Polizei, die mit einem großen Aufgebot erschienen war, hinderte die Tschechen nicht am Eintritt in das Deutsche Haus, da sie den Standpunkt vertrat, daß zu einer öffentlichen Versammlung jedermann Zutritt haben müsse. Bei Zusammenstößen im Inneren des Hauses, wo starke Ordnerketten die Angreifer am Vordringen in den Saal hinderten, wurden zahlreiche deutsche Versammlungsteilnehmer verletzt. Die Polizei nahm mehrere Personen fest, behielt jedoch nur einen deutschen Versammlungsteilnehmer in Haft. Einschränkung der Schinkeneinfuhr nach England. London, 8. Rov. (TU.) Der englische Land- wivtschaftsminister E l l i o t empfing am Dienstag im Rahmen der Bemühungen zum Schutze der englischen Fleischindustrie die Handels- und Landwirtschafts-Attaches der Botschaften und Gesandtschaften Amerikas, Dänemarks, Schwedens, Rußlands. Lettlands, Hollands, Polens, Finnlands und Estlands. Elliot machte den Vorschlag, daß die betreffenden Staaten ihre Speck- und Schinkeneinfuhren nach England ab sofort um 20 v. H. herabsetzen sollten. Er wies dabei auf die bereits erzielten Abmachungen mit anderen Staaten wie mit Argentinien, Neuseeland usw. bsn. die sich bereits zu einer Herabsetzung ihrer Fleischernfuhren bis zu 20 v. H. bereiterklärt hätten. — Die Aufforderung hat in Kopenhagen wie ein Schlag ins Gesicht gewirkt. Bei Dänemark handelt es sich bei einer 20prozentigen Herabsetzung um über 60 Mil- fragt, ob das etwa die ganze Antwort auf den Appell sei, den Herriot an Deutschland erlassen habe, dessen Anregungen Frankreich erbitte. Die NSDAP, und Papen. München, 8. Rov. (TU.) Die Rationalsozialistische Parteikorrespondenz nimmt zu dem Derhandlungsangebot Stellung, das die Regierung v. Papen allen denen gemacht habe, die ^bereit sind, mit ihr zu arbeiten", und schreibt D>e,es Angebot gleiche der Aufforderung von Parlamentären, die mit der weihen Fahne kommen, um den erfolgreichen Gegner einzuladen, sich der Führung des geschlagenen Feldherrn zu unterstellen. Riit geschlagenen Feldherren verhandele man nicht, so lern bleibe ihnen auf den (Serien, bis fic kapitulierten. Dieser eigentlich selbstverständlichen unb einzig möglichen Folgerung aus der politischen Lage nach dem 6. Ro- vember habe Hitler bereits klar und unmihver- standl.ch Ausdruck gegeben. Die Regierung von Papen sei der nationalsozialistischen Bewegung gegenüber überhaupt nicht mehr Der- handlungsfähig. Das einzige, was man von ihr noch erwarte, fei, zu verschwinden. Der Artikel besaht sich dann mit den Ergebnissen der Politik Papens und stellt fest, niemals fei der Zusammenbruch eines angeblich neuartigen politischen Systems schneller erfolgt, als hier. 90 Prozent des Volkes stünden im Kampf gegen diese Regierung, der jede Daseinsberechtigung fehle und die in allem und jedem Schiffbruch erlitten habe, und nun fordere Herr v. Papen die Rationalsozialisten mit offenen Armen auf in seine Pleite einzutreten und seine „fachliche Arbeit" mit fortzuführen. Bedürfe es da noch einer Erklärung über die Haltung, die die nativ- nalsozialistische Bewegung dieser Regierung und ihren „Angeboten" gegenüber einnehme? Berlin, 9. Rov. (ERB.) Nachdem bereits gestern ab ent) die „V o s s. Z t g." aus der Rede des Reichskanzlers vor den ausländischen Journalisten die Schlußfolgerung hinsichtlich einer möglichen Konzentrationsregierung gezogen bat, unterstreicht heute früh auch die „G e r m a n t a" diese Aeußerungen des Kanzlers. Man müsse daraus schließen, so sagt das Blatt, mehr auch in der Wilhelmstraß, Oer Wahlverlauf. Roosevelt sichert sich schnell die Führung. Reu York, 9. Rov. (TU.) Rach den bisher vorliegenden Meldungen ist die Wahl überall überraschend ruhig verlaufen. Die ersten Teilergebnisse aus den bisher immer republikanischen Reu-England - Staaten zeigen zwar eine beträchtliche Zunahme der de- mokratischen Stimmen, aber trotzdem eine Mehrheit für Hoover. Der ganze Süden und Mittelwesten ist aber überwiegend demokratisch. Roosevelt hat aber auch mit großer Mehrheit jn dem bisher republikanischen Staate Rhode Island gesiegt. Auch in Ohio (Kalifornien) und in Maine hat er die Mehrheit erlangt. In Denver (Colorado) erhielt Roosevelt 3181 and Hoover 2754 Stimmen. In der Stadt R e u y o r k hat Roosevelt 1 437 231 Stimmen, Hoover 575 031, Rorman Thomas (Sozialist) 120 486 Stimmen auf sich vereinigt. Roosevelts Vorsprung in den Staaten, die im Jahre 1928 mit großer Stimmenmehrheit für Hoover stimmten, nahm dann weiter zu. Kurz nach 20 Uhr sühne Roosevelt bereits in 25 Staaten mit insgesamt 234 Wahlmännerstimmen. Hoover führte nur in Heben Staaten, die 88 Wahlmänner stellen. Hoover gab um Mitternacht zu, daß er geschlagen worden fei, und bereitete ein Glückwunschtelegramm an Roosevelt vor. Demokratische Mehrheit auch im Kongreß. Reuhork, 9. Rov. (WTD. Funkspruch.) Die Demokraten haben von den zur Wahl stehenden 34 Senats sitzen bisher 21 erhalten, damit verfugen sie im Senat bereits jetzt über 52 Sitze und haben 3 Stimmen mehr, als zur einfachen Mehrheit erforderlich ist. Die Republikaner haben bisher 2 Sitze gewonnen. Ihre Stimmenzahl im Senat beträgt 32. Aus 11 Bezirken fehlen die Ergebnisse noch. Don den 435 des Repräsentantenhauses gewannen die Demokraten nach den bisher eingelaufenen Berichten 165 und die Republikaner nur 43. Rur 20 unentwegte Freunde der Trockenheit wurden wiedergewählt. Mit den Ergebnissen der Kongrehwahlen zusammen verstärken diese Resultate den Eindruck, daß im zukünftigen Amerika Präsident und Parlament ausgesprochen „naß" sein werden. Zum Vizepräsidenten der vereinigten Staaten ist 3 o t) n Garner gewählt worden. Hoovers Glückwunsch. Reuyo r k. 9. Roo. (MTV. Funkspruch.) präsi- dent Hoover hat dem neuen Präsidenten folgendes Telegramm gesandt: „3ch beglückwünsche Sie zu der Gelegenheit, die Ihnen geboten wird, dem Lande dienen zu können". Zeststimmuug in Aeuyork. Neuyork, 9. 9100. (WTB. Funkspruch.) Roosevelt nahm die. Glückwünsche der Pressevertreter und seiner Freunde in den frühen Vormittagsstunden im Hotel Baltimore entgegen. Als er das Hotel oer- ließ, um nach Hause zurückzukehren, wurde ihm von einer ungeheuren Menge begeistert zugejubelt. Alle Sirenen in seinem Geburtsort Hyde-Park begrüßten das Wahlergebnis. Neuyork zeigt einen Anblick wie sonst an dem großen Nationalfeiertage. Die oldenburgische Regierung soll aus den ihr erstatteten Rechtsgutachten ersehen haben, daß die Amtsenthebung Dr. Stoffregens durch den Regierungspräsidenten nicht hätte erfolgen dürfen und daß die von dem Regierungspräsidenten angeführten Gründe n i d> t einmal f ü r ein Disziplinarverfahren ausreichen würden. Dr. Stoffregen hat erklärt, er werde trotzdem gegen sich die Einleitung eines Disziplinarverfahrens beantragen und bis zum Abschluß dieses Verfahrens um seine Beurlaubung nachsuchen. Diese neue Kanzlerrede habe sich auch noch in anderen Punkten sehr vorteilhaft von dem unterschieden, was man in den letzten Wochen von der gleichen Stelle zu hören gewohnt gewesen sei. Der Kanzler habe diesmal sehr deutlich darauf hingewiesen, daß unsere heutige politische Lage in Deutschland nur aus der unablässigen Verflechtung von Innen- und Außen- Politik in den letzten 20 Jahren oerst ä n d l i ch fei. Man glaube plötzlich an eine Brü- ning'sche Diktion erinnert zu werden, wenn es in der Rede heiße, daß die letzten Gründe für die Wirtschaft, für ihr Auf und Ab, ihr Gedeihen, Schrumpfen schließlich nicht im Wirtschaftlichen liegen sondern im Politischen, und daß die europäische Wirtschaft daher niemals zur Ruhe kommen und niemals die für ihr Gedeihen sicheren Grundlagen erhalten würde, wenn nicht jene Konzeption einer einigen und friedlichen Völkergemeinschaft Wirklichkeit werde Hierin könne dem Kanzler nur zugestimmt werden. Der „$ a g" geht vor allem auf die außenpolitischen Ausführungen des Kanzlers ein, von denen besonders die Revisionsforderung im Sinne einer Rückkehr zu den Grundsätzen des Dorsriedens (Lansing-Rote) bemerkenswert sei. Die bisherige Erörterung über den Herriot-Plan scheine nicht die Annahme zu gestatten, daß hier eine wirkliche Gleichberechtigung zugestanden werden solle. Ter Kanzler habe sehr zutreffend auf die Rückwirkungen hingewiefen, die durch den Auhendruck auf die innerpolitische W i Ilensbildung in Deutschland aus- geübt worden sei. Tas Blatt glaubt den Kanzler richtig zu verstehen, wenn es annehme, daß er nach außen hin den Abstand deutscher Staatsausfassung von der formalen westlichen bemerkbar machen wolle, von der sich Deutschland zu feinem Heil fortbewege und sich auch weiterhin tn jedem Falle nach eigenen Gesetzen entfe» 1 nen müsse. Französische Stimmen zur Kanzlerrede. I Paris, 9. Rov. (WTB.-Funkspruch.) Das Organ Herriots, die „@re Rouvell e", bezeichnete die gestrige Reichskanzlerrede als einen »fühlbaren Fortschri11". Seit Monaten sei man nicht an eine derartige Sprache gewöhnt. Man sei aufrichtig glücklich über die Geste des Reichskanzlers, sehe davon ab, zu unterstreichen, was veruneinige und wolle nur das in Betracht ziehen, was einige. — Auch »P e t i tP a r i s i e n" gibt seiner Genugtuung Ausdruck. Die Stelle der Rede, die vorn französischen Plan handele, fei in besonders maßvollen Wendungen abgefaht und lasse den Wunsch erkennen, die Aussprache über diese französische Anregung I mehr auch in der Wilhelmstrage die Unmöglichkeit einer „autoritären" Staatsführung gegen 90 Prozent der Bevölkerung einzugestehen und den klaren Sinn des Wahlergebnisses 'nicht länger zu ignorieren bereit fei. Wenn die Reichsregierung den Mut finden sollte, den Weg zu einer N e u f u n « bierung der Staatsführung in der not- wendigen Weife freizugeben, dann könnte man die Hoffnung haben, daß es einen Ausweg aus der Sackgasse gebe, in die sie sich verrannt habe. *•< Die Arbeitslosigkeit Ende Oktober. Günstige Beurteilung in politischen B e r l i n, 8. Nov. (MTB.) Wie es im Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis einschlietz- lich 31. Oktober heißt, ergeben die Meldungen der Arbeitsämter für Ende Oktober eine Gesamtzahl von rund 5 10 9 0 0 0 Arbeitslosen. Lamit ist die Steigerung der Arbeitslosigkeit, die der Bericht über die erste Hälfte dieses Monats aufwies, fast völlig ausgeglichen. Gegenüber Ende September mit einer Ar- beitslofenzahl von 5 103 000 ergibt sich nur eine ganz geringfügige Zunahme. 2m B o r j a h r war die Zahl der Arbeitslosen zwischen den Leiden Stichtagen vom Ende September und Ende Oktober im ganzen um rund 269 00 0 gestiegen. Die arbeitsmarktpolitische Bedeutung der Zahlen wird durch die Gegenüberstellung der Entwicklung in den Saisonaußenberufen und derjenigen in den übrigen Berussgruppen etwas ausgehellt. Während nämlich in den Saison-Auhen- berufen die Zahl der Arbeitslosen in der zweiten Hälfte des Oktober weiter, und zwar um rund 25 000, zugenommen hat, ist sie in den überwiegend von der Konjunktur abhängigen Berussgruppen um rund 66 000 gefallen. In der Vergleichszeit des Vorjahres dagegen stieg die Arbeitslosigkeit in allen Berussgruppen, da sich mit einer wesentlich stärkeren saisonmähigen Verschlechterung noch ein konjunkturelles Absinken verband. und wirtschaftlichen Kreisen. 3m Freiwilligen Arbeitsdienst waren Ende Oktober etwa 250 000 junge Menschen beschäftigt. also noch um etwa 40 000 mehr als Ende September. Ihre Zahl ist in der angegebenen Gesamtzahl der Arbeitslosen enthalten. In der Arbeitslosenversicherung wurden am 31. Oktober rund 582 000, in der Krisenfürsorge rund 1 139 000 Arbeitslose betreut. Die Zahl Der krisenunterstühten Personen ist um rund 36 000 zurückgegangen. In der öffentlichen Für- iorge wurden rund 2141 000 Wohlfahrtserwerbslose unterstützt, die von den Arbeitsämtern als solche bis zum Stichtage anerkannt waren, d. h. rund 94 000 mehr als bei der letzten, Ende September durchgeführten Zählung. In politischen und wirtschaftlichen Kreisen finden die Zahlen über den Stand des Arbeitsmarktes sehr starke Beachtung, weil die Beschäftigung, die sich daraus ergibt, ungefähr ebenso stark ist, wie Ende September, im Oktober insgesamt also keine wesentliche Verschlechterung eingetreten ist. Derücksicht'gt man ferner, daß die Durchschnittszahl des Jahres 1931 = 4 623 000 betrug und hält man dagegen die ernsten Befürchtungen, die Ausgang des Sommers für den Herbst und Winter laut wurden, so ergibt sich, daß die Entwicklung während dieses ersten Teiles des Winters ein erfreulich günstiges Bild bietet. —,30 —,15 —,90 1,— 7,80 1,50 1,80 RM —,20 Alle chen. Einstimmige Annahme findet auch ein nationalsozialistischer Antrag, die Regierung möge die gewerbliche Arbeit in den Strafanstalten möglichst einschränken, damit nach Möglichkeit jede Schädigung des freien Gewerbes vermieden werde. Der Ausschuß erledigte dann noch zahlreiche Eingaben. Kinanzausschuß des Hessischen Landtags. Darmstadt, 8. Rov. (WHP.) Der Finanz- ausschuh des H ss.schen Landtages bejahte sch zunächst mit der Rachweisung Über die Staats- ausgaben und -einnahmen für das Rechnungsjahr 1 9 27, die gegen die Stimmen der Kommun.sten angenommen wurde. Der Antrag der Deutschnationalen und des Zentrums, den Kirchen wieder wie in früheren Jahren Darlehen bis zum Betrage von 600000 Mark zu gewähren, wurde mit den Stimmen der Rationalsozialisten und des Zentrums gegen die Sozialdemokraten und die Kommunisten angenommen. Der kommun.stische Protest gegen die Bürgersteuer wurde, da er gegen die Reichsgesehe verstößt, vom Ausschuß nicht zur Beratung zugelassen. r „r E.ne längere Aussprache entspann sich über zahlreiche Eingaben von Staatsbaudarlehensempfängern und einen sozialdemokratischen und einen nationalsozialistischen Antrag, in denen Stundung für die Zinsen und die Tilgung von Staatsbaudarlehen gewünscht wird. Die Regierung teilte mit, Latz sie bereit sei, in wohlwollender Weise alle Darlehensverträge zu prüfen, eine generelle Stundung der Zinsen und des Kapitals könne sie jedoch nicht durchführen. Auch der Forderung, daß eingeleitete Zwangsvollstreckungen. auch für Beträge, die im Jahre 1931 fällig gewesen sind, eingestellt werden sollen, könne sie nicht zu st im men; wegen rückständiger staatlicher Baudarlehen allein seien in keinem Fall Zwangsvollstreckungen eingeleitet worden. Wenn dies jedoch von anderer Seite geschehe, so müsse sich der Staat zur Wahrung seiner Interessen anschliehen. Die Anträge und die zahlreichen Eingaben werden durch die Antwort der Regierung für erledigt erklärt. Durch die zusagende Regierungsantwort, daß wie im vergangenen Jahre auch im neuen Rech- nungsjahre ein Rach laß bei Fischpachtverträgen im Einzelfall erfolgen werde, wird ein nationalsozialistischer Antrag für erledigt erklärt. Don der Regierung wurde noch mitgeteilt, daß nur in ganz wenigen Fällen von den Pächtern das Pachteinigungsamt angerufen worden sei. . Gegen die kommunistischen Stimmen wird dann ein Zentrumsantrag angenommen, der die Reichsregierung ersucht, eine der Osthilfeaktion ähnliche Hilfe auch für den Westen des Reiches zu schaffen unter Erstreckung dieser Hilfe auch auf das Handwerk und das Gewerbe. Ein nationalsozialistifches Verlangen, der Reichsernährungsmini st er möge Hessen besuchen und sich mit den landwirtschaftlichen Kreisen aussprechen, wird einstimmig gebilligt. onen Kronen, da Dänemark an England über 300 Millionen Kronen Bacon und Schinken jährlich bisher ausgeführt hat. Im Allensteiner Bombenlegerprozeh wurden die Angeklagten Dethke, Franz Weih, Qnassek und Klimmek zu je fünf Jahren Zuchthaus, Dembkowski zu einem Jahr Gefängnis, Wilhelm Weih zu einem Jahr Zuchthaus, Hellwig zu einem Jahr Zuchthaus, Pernack zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus und Iuschka zu neun Monaten Gefängnis verurteilt. übrigen Angeklagten wurden freigespro- Aus oller Welt. Ehrlich wahrt am längsten. Der Warschauer Lln.ersuchungshäftling Szer- necki, der wegen Fälschung von Lottert e l o s e n der polnischen Klassenlotterie in einem zugigen Gefängnis sitzt, gewann jetzt mit einem echten Los, das er besah 15 000 Zloty. Sz. wurde, von Gefängniswärtern bewacht, in die Lotteriestelle gebracht, wo er seinen Gewinn abhob. den er dann bei der Gesängnisleitung deponierte. Ein Sowjetdampfer in Seenot. Der Sowjetdampfer „Tovoritsch Stalin", der sich auf der Fahrt von Tromsö nach den neurussischen Kohlenbergwerken auf Spitzbergen befand, ist am Eingang zu dem Eisfjord auf der Höhe der Westküste von Spitzbergen gestrandet. Der Bergungsdampfer „Jason" ist zur Hilfeleistung ausgelaufen, wird aber 84 Stunden brauchen, bis er das gefährdete Schiff erreicht. Die Direktion der BVG. hatte in ihrem Aufruf das Fahr- und Werkstättenperfonal aufge- sordcrt, die Arbeit bis 14 Uhr wieder aufzunehmen, widrigenfalls sich die betreffenden Angestellten als entlassen zu betrachten haben. Praktisch kamen dadurch rund 12 000 Personen in Frage. Die BVG. aber hatte nur 1 00 0 Mann entlassen, und zwar diejenigen, die sich besonders durch Terrorakte und Bedrohung von Arbeitswilligen strafbar gemacht hatten. Jetzt hat die BVG. weiteren 1000 Fahrern und Schaffnern, sowie 500 Arbeitern aus Den Werkstätten ihre Entlasjungspapiere zugestellt. Inhaber der unter 1, 2 und 4 bezeichneten Fahr- scheine sind berechtigt, je ein Kind unter sechs Jahren unentgeltlich mitzunehmen. Für die Beförderung von Hunden und Gepäckstücken gelten die Fahrscheine 1, 2 und 4. Der Ko st en zuschuß der Gemeinde Wie- s e ck zu dem Strahenbahnbau beträgt 25 000 Mk. Dieser Betrag ist unter günstigen Bedingungen für die Gemeinde Wieseck aufzubringen. Wenn auch die Gemeinde Wieseck, wie viele Industriegemeinden, zur Zeit sehr stark unter der Wirtschaftsnot zu leiden hat, so darf doch nicht verkannt werden, daß die Vorteile eines guten Der- kehrsmittels die Kosten der Anlage vollkommen aufwiegen. Durch Entgegenkommen der Gießener Stadtverwaltung wurde es ermöglicht, daß noch freiwerdende Arbeitskräfte der Postautolinie in den Dienst der Straßenbahn übernommen werden. Ferner dürfte die nun getroffene Abmachung die beiden Gemeinden einander noch enger verbunden haben. Ist doch nun W i e f e ck mit Wasser, Gas, Licht und Straßenbahn an Gießen angeschlossen. Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche. Gegenwärtig ist der Volksstaat Hessen frei von Maul- und Klauenseuchen, nicht zum mindesten dank der Tätigkeit der beamteten Tierärzte. Es müssen nunmehr alle zur Verfügung stehenden Maßnahmen ergriffen werden, da- mit die Seuche inöglichst lange dem Lande fern gehalten wird oder doch auf ihre Anfänge beschränkt bleibt. Hierzu gehört neben den veterinärpolizeilichen Vorschriften, wie sie im Reichsviehseuchengesetz und in den erlassenen Ausführungsbestimmungen enthalten sind, auch die Durchführung von Schutzimpfungen. Es ist behördlicherseits daher angeordnet worden, daß bis auf weiteres alsbald nach Feststellung eines jeden Seuchen-Reuausbruchs um den Seuchenherd herum möglichst ausgedehnte Ringimpfungen mit Riemserserum vorgenommen werden; Oer Berliner Derkehrssireik beendet. Auch die Nationalsozialisten brechen den Streik ab. Berlin, 8.Rov. (TU.) Auch die Ratio- nalsozialisten haben nunmehr den Berliner Verkehrs streik abgebroch en. Die RSDO. erläßt dazu einen im „Angriff" veröffentlichten Aufruf, in dem es u. a. heißt: „In den ersten vier Tagen wurde der Streik so exait durchgeführt, daß alle Gegenmaßnahmen ohne jeden Erfolg bl'.eben. Am vierten Streiktage gelang es den Führern der frei* gewerkschaftlichen Richtung, einen Teil ihrer Anhänger zur Arbeitsaufnahme zu bewegen. Ihnen folgten im Laufe des Sonntags und des Montags die ihnen hörigen frei- gewerkschaftlich Organisierten. Am fünften Streiktage führten auch die Kommunisten unter allerlei Vorwände ihre Anhänger in die Betriebe. Am Montagabend er- klärten die Kommunisten unter allerlei Ausreden den Streik für beendet. Der Abschluß der Reichstagswahl bedeutete für die Marxisten den Aus- tr.tt aus der Arbe.terkampsfront. Die Rational- sozialsten hielten das Danner des Kampfes bis zum Dienstagmittag hoch und nur unter der Feststellung der Tatsache, daß die Führung der RGO. und der Freien Gewerkschaften die Ar- be.terfront verraten hatten, den ehrlich gemeinten Wir.schastskampf der Arbeiterschaft sabotierten, veranlaßten die Nationalsozialisten auch ihrerseits, den nunmehr aussichtslos gewordenen Kampf abzubrechen. Wenn die Rationalso^ia- listen am heut gen Tage d i e Arbeit wieder aufnehmen, dann nehmen sie auch außerdienstlich den scharfen Kampf gegen die nunmehr am Pranger stehenden m a r x i st i - scheu Verräter auf. Kleine politische Nachrichten. Man darf damit rechnen, daß der Hessische Landtag Ende Rovember zu einer Tagung zu- sammentreten wird. Der „Völkische Beobachter" ist laut Beschluß der Polizeidirektion München mit sofortiger Wirkung bis zum 14. Rovember d. I. verboten worden. Die Rationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt, das Verbot sei erfolgt wegen eines Artikels in der Ausgabe vom 6. bis 7. November, dessen Lieberschrift lautete: „Herr von Popen hält eine von Verunglimpfungen gegen Adolf Hitler strotzende Rundfunkrede." Die Fahrpreise stellen sich wie folgt: 1. Einzelfahrt zwischen Wieseck und Marktplatz Gießen 2. Einzelfahrt zwischen Wieseck und Bahnhof oder Volkshalle 3. Kinder - Fahrscheine (Einzelfahrt) für Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren von Wieseck bis Bahnhof oder Volkshalle Gießen 4. Heftchen mit 5 Fahrkarten von Wieseck bis Bahnhof oder Volkshalle 5. Schüler-Wochenkarte, gültig für je zwei Fahrten an den sechs Werktagen einer Woche 6. Arbeiter-Wochenkarten, gültig für zwölf Fahrten an den sieben Tagen einer Woche a) bis Marktplatz Gießen b) bis Bahnhof oder Volkshalle Gießen 7. Monatskarten, gültig für täglich zwei Fahrten im Kalendermonat, von Wieseck bis Bahnhof oder Dolkshalle Gießen Aus Der provinzialbauptstoDi. Gießen, den 9. November 1932. Oie Straßenbahn Gießen-Wieseck. Am vergangenen Freitag wurde von den Vertretern der Stadt Gießen und der Gemeinde Wieseck der Vertrag zur Errichtung der Straßenbahn von Gießen nacy Wieseck unterzeichnet. Die Linienführung geht durch die Gießener Straße, Grabenstraße, Korn- blumenstraße nach dem Lindenplatz in Wieseck. Durch diesen Vertrag ist für beide Gemeinden ein Verkehrsoerhältnis gescyaffen, das seit 21 Jahren von vielen Bürgern beider Orte gewünscht wurde. Darüber hinaus trug man besonders den derzeitigen wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung, indem die Fahrpreise so günstig wie möglich angesetzt wurden. Von der NSDAP, wurde dieser Tage im Saargebiet ein Flugblatt mit scharfen Angriffen auf die Regierungskommission verteilt. Die Regierungskommission hat auf die seit langem bestehende Verordnung, wonach im Saargebiet militärische und militärähnliche Organisationen verboten sind, zurück- gegriffen und am Dienstag die S A. und SS. der NSDAP, verboten. Eine Haussuchung bei der Geschäftsstelle der NSDAP, hat nach einer Mitteilung der Polizei keine besonderen Ergebnisse gehabt. Wie Der „Nationalsozialistische Zeitungsdienst" mitteilt, ist -der Präsident der Landwirtschaftskammer Ostpreußen, Freiherr von Buttlar, von seinem Amt im agrarpolitischen Apparat der NSDAP, und von seinem Amt als Kammerpräsident zurückgetreten. Der Rücktritt sei notwendig geworden wegen tiefergreifender Differenzen mit der nationalsozialistischen Kammerfraktion der Ost- preußischen Landwirtschaftskammer. Die Reichsleitung der NSDAP, habe ebenfalls den Rücktritt für notwendig gehalten und billige den Standpunkt der Kammerfraktion. * eine Heilimpfung der verseuchten Bestände ist Dom neben kein unbedingtes Erfordernis. Bornottzen. — Tageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 20 bis 22,30 Uhr, „Die Toni aus Wien". — Oberhofs. Kunstoerein, Turmhaus am Drandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Münchener Künstlerbund „3far", „Einhorn", 11 bis 19 Uhr, große Kunstausstellung. — Anthropos. Gesellschaft, Zweig Gießen, 20.15 Uhr, Hörsaal 33 Der Universität, Vortrag über „Wirtschaft und Währung in der Sozialwissenschaft Rr. Steiners". — R.-C. Germania, 20.30 Uhr, „Dayr. Hof", Haupt- Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Der Schuß im Morgengrauen". — Die ComedianHarmonists in Gießen. Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Diese 5 Sänger mit ihrem Pianisten geben ein einmaliges Gastspiel im Stadttheater Gießen am Samstag, 12. November, 20 Llhr. Die „Comedian Harmonists" fingen nicht nur ihre Lieder, sie füllen auch den kabarettischen Teil ihres Schlagerprogramms aus. Die Theaterkasse macht darauf aufmerksam, daß die von einheimischen Theaterbesuchern vorbestellten Karten bis spätestens Freitag abgeholt sein müssen, da sonst ab Samstagvormittag infolge Der zahlreichen Kartennachfrage and^weitig über die Karten verfügt werden muh. Dorbestellte Karten auswärtiger Theaterbesucher werden, wie üblich, bis ^Stunde vor Beginn der Vorstellung aufgehoben. — Kun st abend beimKünstlerbund „I s a r“. Die Ausstellungsleitung des Künstlerbundes „Isar" hat sich entschlossen, die Gemäldeausstellung im „Einhorn" am morgigen Donnerstag auch um 20 Llhr geöffnet zu halten, so daß jedermann, der tagsüber keine Gelegenheit hat, die Ausstellung zu besuchen, die Schau am Abend sehen kann, ilm 20.30 Llhr wird durch Direktor Dischoff-Korthaus eine etwa '/-.stündige Führung durch die Ausstellung stattfinden. Ferner wird im Verlaufe des Abends eine Steindruckzeichnung von Prof. Liebermann an die Teilnehmer des Kunstabends verlost. Auf vielseitigen Wunsch wird die Ausstellung ab heute, Mittwoch, von 10 bis 19 Ähr ununterbrochen geöffnet sein. Die Räume sind geheizt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Grenzland-Abend im DHV. Der Deutschnationale Handlungsgehilsen-Verband veranstaltet am morgigen Donnerstag, 20.30 Uhr, in seinem Heim in der Lonvstraße einen Grenzland- Abend. Studienrat Dr. König wird über das deutsche Südtirol sprechen. — Am Samstag, 12. November, 20.30 Uhr, und am Sonntag, 13. November, 11 Uhr sowie um 16.30 Uhr, gelangt der Kriegsfilm „Verdun" (ebenfalls im Vereinsheim) zur Aufführung. Näheres ist aus der heutigen Anzeige er- sichtlich. • ** Osterferien in den Jahren 1933 bis 1 9 3 7. Der hessische Minister für Kultus und Dildungswesen gibt in einer Bekanntmachung an die ihm unterstellten Behörden die Daten des Beginns der Osterferien während der Jahre 1933 bis 1937 bekannt. An den hessischen Schulen beginnen demnach die Osterferien im Jahre 1933 am Sonntag, 2. April; 1934 am Sonntag, 25. März; 1935 am Sonntag, 7. April, 1936 am Sonntag. 29. März; und im Jahre 1937 am Sonntag, 21. März. Vezirlsschöffengencht Gießen. • Gießen, 2. Nov. Im März 1931 hatte ein Holzhändler einen Zimmermeister — den Angeklagten — beauftragt, für ihn Bestellungen auf Brennholz aufzunehmen. Der Angeklagte hatte auch den Auftrag ausgeführt und das Geld zu einem großen Teile eingenommen, jedoch in einem gewissen Teilbetrag nicht an den Holzhändler abgeführt. Außerdem hatte er, um einen höheren Verdienst zu erlangen, Aenderungen an den von dem Holzhandler ausgestellten Rechnung vorgenommen. Er war deshalb wegen Betrugs, Unterschlagung und schwerer Urkundenfälschung angeklagt. Die heutige Beweisaufnahme ergab keine Klarheit darüber, welche Vereinbarung tatsächlich zwischen Holzhändler und Zimmermeister abgeschlossen worden war. Der Angeklagte behauptete, daß er zur Einziehung des Geldes und Aenderung der Rechnung berechtigt gewesen sei. Er gab lediglich zu, einen kleinen Teil des eingenommenen Geldes an den Holzhändler nicht abgeliefert zu haben. Auf Grund der Beweisaufnahme erachtete daher das Gericht den Angeklagten nur in letzterer Hinsicht der Unter» schlagung für überführt und verurteilte ihn mit Rücksicht auf den geringen Betrag zu einer Beamte und Büroangestellte sollten als Frühstücksgetränk stets Oyo- maltinenehmen. Ovomaltine schafft eine Kraftreserve für den ganzen T^ig und Sie überstehen den anstrengenden, nervenzermürbenden Dienst viel besser. Abends sind Sie dann noch frisch und leistungsfähig. Ovomaltine stählt Muskeln und Nerven, schmeckt ausgezeichnet und ist leichtverdaulich. Sie mögen sie schon bald gar nicht .mehr entbehren. Lieber an etwas Anderem sparen, aber Ovomaltine nehmen I Originaldosen zu RM. 1.25, RM. 2.15 und RM. 4,—in allen Apotheken u. Drogerien. Ein Gratismuster erhalten Sie von der Fabrik Dr. A. 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Annahmestelle der Spenden: Alte Klinik, parterre rechts, Montags, Mittwoch» und Freitags, von 9 bis 12 Uhr. 3n dieser Woche sind besonders Linsen erwünscht. reichend sind. Die Versammlung beschäftigte sich m längerer Aussprache mit dieser vordringlichen Frage und beschloß schließlich einstimmig, eine Straßen- und Haussammlung von Geldspenden unter der Bezeichnung „Gießener Winternothilfe 1932/33“ oorzunehmen. Die Sammlung soll in der Zeit vom 15. Ao- vember bi s 15. Dezember durchgeführt werden. Die Vertreterinnen der Frauen-Winter- Hilfe und die Mitglieder des Werbe- und Sam- melausschusses bitten dringend um möglichst weitgehende Spenden bei dieser Sammlung, und sie erhoffen, daß ihr Appell an den schon oft be- wLhrten Opfersinn unserer Bürgerschaft vollen Erfolg haben wird. Weiter wurde in längerer Aussprache an Hand von Berichten von Amtmann K e i h e r und Frau Bürgermeister Dr. Selb noch über Die Vertreterinnen der in der grauen- Winterhilfe zusammengeschlossenen Gießener Frauenvereine und die Mitglieder des Werbe- und Sammelausschusses der Gießener Winternothilfe 1932/33 hielten gestern nachmittag im städtischen Wohlfahrtsamt eine gemeinsame Sitzung ab, um über die drängendsten Fragen des Gießener Winterhilfswerks zu beraten. Der Vorsitzende der Gießener Wintemothilfe, Verwaltungsamtmann Keitzer. gab zunächst einen äleberblick über die von den Ausschüssen der Winternothilfe in den letzten Wochen geleistete Arbeit. Mit größter Anerkennung hob er dabei die außerordentliche Hilfsbereitschaft der Frauenvereine hervor, die fich, wie im Vorjahre, wieder zu einer Frauen winterhilfe zusammenschlossen und mit vorbildlichem Eifer an das Hilfswerk gingen. Sn dankenswerter Weise erklärte sich die Frauen- Wintcrhilfe wiederum zu namhaften monatlichen Geldspenden bereit, die auS OBERST die 3/s Pf.-Zigarette Helft der Gießener Winiernothilfe! Die Sroucn in vorderster Krönt des Hilfswerks. Schwerer Llngiircksfall auf dem Bahnhof Wehlar. * Wetzlar, 9. Nov. Auf dem hiesigen Personenbahnhof ereignete sich heute gegen 7.30 Uhr ein schwerer Unglücksfall. Der Oberbahnhofs. Vorsteher Oppermann geriet beim Ueberschrei« ten von Gleisen unter eine anrollende Lokorno- t i o e. Dem unalücklichen Manne wurden beide Beine abgefahren. Er wurde sofort in das hiesige Krankenhaus gebracht, wo er schwer dar- niederliegt. sehen mit Stempel und Tlnterschrift — vor von dem sie wußte, daß es gefälscht war und dessen Snhalt dahin ging, daß sie taubstumm und ganz besonders bemitleidenswert sei. Das Schreiben entsprach jedoch in verschiedener Hinsicht nicht den Tatsachen insbesondere war die Angeklagte nicht taubstumm. Außerdem legte die Angeklagte bei ihrm Verkäufen ein Aotizbuch vor, in dem die vorherigen Verkäufe eingetragen waren. Diese Einträge waren aber von der Angeklagten dahin abgeandert worden, daß sie mehr als in Wirk- lichkeit verkauft habe, um die nachfolgenden Käu- fer rwvch die scheinbar hohen Käufe der vorherigen Käufer zu möglichst großer Abnahme von Waren zu verleiten. Die Beschuldigte, die in großem Umfang geständig war, erhielt eine Gefängnisstrafe vonsechsMonaten. Bezüglich des zwei Monate übersteigenden Betrags oer Strafe wurde ihr Bewährungsfrist bewilligt. Bei der Strafzumessung berücksichtigte das Gericht, daß die Angeklagte bereits wegen zweier gleichen Fälle vorbestraft war. Ql OBERSTBeidernaty tearerWarfynflrt Sich Müde mit ARO MApaaj-f. i schatzanweisungen nur in ganz geringem Maße Umsätze zustandekamen. Frankfurt fest. Frankfurt a. M., 9. Nov. (WTB. Drahtmeldung.) Der Ausgang der amerikanischen Präsidentschaftswahl, die relativ günstige Entwicklung am Arbeitsmarkt sowie die feste Verfassung des Kupfermarktes ließen auch die heutige Börse in recht Je ft er Tendenz eröffnen, doch hielten sich die Kurssteigerungen in engen Grenzen. Die hohen Dorbörsenkurse wurden nicht mehr erreicht, da die Kulisse infolge des Ausbleibens von Kundenorders am Aktienmarkt gewisse Zurückhaltung an den Tag legte und verschiedentlich kleine Realisationen vor- nahm. Bei fester Grundtendenz überwogen gegen die Abendbörse immerhin noch Besserungen von 0,5 bis 1 d. S). Etwas Anregung schöpfte die Börse auch von den Ausführungen des Reichskanzlers auf dem gestrigen Frühstück des Vereins der ausländischen Presse. Mehr bevorzugt waren heute einige OerReichsbankstatusAnfangNovember BerNn, 9. Aov. (WTB.-Funkspruch.) Aach dem Ausweis der Reichsbank vom ^November hat sich in der verflossenen Woche die gesamte Kapitalanlage der Reichsbank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 200,3 Millionen auf 3256,4 Millionen Mark verringert. Sm einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und-Schecks । um 73,7 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschahwechseln um 28,0 Millionen auf 11,5 Millionen Mark und die Lombardbestände um 98,6 Millionen auf 99,1 Millionen Mark abgenommen. An Reichsbankno4en und Rentenbankscheinen zusammen sind 131,1 Millionen Mark in die Kassen der Reichsbank zuruckgeflof- sen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 117,8 Millionen auf 3502.2 Mil- lionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 13,3 Millionen auf 394,1 Millionen Mark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 32,9 Millionen Mark erhöht. Di« fremden Gelder zeigen mit 366,2 Millionen Mark eine Abnahme um 23,3 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- mäßigen Devisen haben sich um 1,2 Mrl- lionen auf 939,1 Millionen Mark vermindert. Sm einzelnen haben die Goldbestände um 31 000 Mark und die Bestände an deckungsfähigen Dessen um 1,2 Millionen auf 121,8 Millionen Mark abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am 7. November 26,8 Prozent, gegen 26,0 Prozent am Ultimo Oktober. Berlin nach festem Beginn ruhiger. 9- ^Dtx (WTB. Funkspruch., Die Wahl R o o s e v e l t s zum Präsidenten der USA. brachte für die Börse zwar keine Ueberraschung, dafür aber die Bestätigung, daß die Voraussetzungen für die von diesem Shstemwechsel in Amerika erwartete internationale Wirtschaf t s b e l e b u n g nunmehr tatsächlich geschaf- fen sind. Die Tatsache, daß die saisonmäßig zu erwartende Vergrößerung der Arbeitslosenzahl im Oktober f a st ganz ausgeblieben ist. wurde als Anzeichen steigender Konjunktur gewertet. Sm gleichen Sinne wirkten Arbeitereinstellungen in der Kaliindustrie. Verlautbarungen, daß die Regierung von der ursprünglich beabsichtigten Kontingent- Politik abgehen werde und Gleitzölle einzuführen gedenke, fanden in der Burgstraße ein freundliches Echo. Obwohl verschiedentlich kleine Derkaussorders auf dem höheren Niveau Vorlagen, genügte die Nachfrage vollkommen, um weitere Gewinne bis zu 2 Prozent eintreten zu lassen. Darüber hinaus gewannen Spezialpapiere bis zu 6 Prozent. Mansfelder und Otavi profitierten von den Preissteigerungen für Kupfer. Erst im Ber.'.use kam es hier und da zu Glattstellungen und Gewinnmitnahmen, die bei nachlassendem Geschäft Abbröckelungen zur Folge hatten, die jedoch in keinem Verhältnis zu den Steigerungen der letzten beiden Tage standen. Der Reichsbankausweis für die erste Äovemberwoche mit einer Entlastung um 200 Millionen Mark hinterließ einen guten Eindruck. Renten lagen wieder s e h r s e ft, doch wurden die Kurse später nicht ganz so hoch, wie man angenommen hatte, da doch schon etwas Ware herauskam. Sn Führung lagen Altbesitzanleihe Reichsschuldbuchforderungen, Pfandbriefe und Kommunalobligationen. Lebhaftes Geschäft hatten variable Sndustrieobligationen, bei denen die Gewinne bis 2,5 v. H. betrugen. Dies war etwa die obere Grenze der Besserungen bei den per Kasse gehandelten festverzinslichen Werten. Ausländer lagen vielfach 10 bis 20 Pf. fester. Bosnier bröckelten leicht ab. Am Geldmarkt blieb die Situation unverändert leicht. Tagesgeld stellte sich auf 4,13 Prozent, vereinzelt wohl auch schon auf 4 Proz. Der herauskommenden Ware am Privatdiskontmarkt stand im gleichen Umfang Nachfrage gegenüber. während in Reichswechseln und Reichs- Geldstrafe von 10 Mark. Sm übrigen sprach es den Angeklagten frei. Ein weiterer Angeklagter wurde beschuldigt, an Orten, an denen er nicht zur Sag?) berechtigt war, hie Saab gewerbsmäßig ausgeübt zu haben. Er war in der Frühe ?>es 1. August d. S. ange- trosfen worden, als er einen Rehbock ausnahm und in seinem Rucksack verpackte. Ob er auch den Rehbock geschossen, außerdem ob er gewerbsmäßig gehandelt hatte, konnte bem Angeklagten nicht nachgewiesen werden. Sedoch stellt auch schon die Aneignung von fremdem Wild ein Sagdvergehen tmr. Mit Rücksicht darauf, daß der Angeklagte bereits wiederholt wegen Sagd- vergehens vorbestraft war. verurteilte das Gericht ihn zu der höchst zulässigen Strafe von drei Monaten Gefängnis unter Anrechnung von sechs Wochen ?>er erlittenen Untersuchungshaft. Anfang März d. S. hausierte die B. in verschie- denen Gemeinden Oberhessens mit Wäschestücken. Sie legte dabei ein von einem Dritten gefälschtes Empfehlungsschreiben einer Gemeinde — ver- Nebenwerte, während in den Standardpapieren da- Geschäft wesentlich schwächer als gestern war. Fest waren vor allem am Kunstseidemarkt Bemberg mit plus 3,5 d. H., ferner Lahrneyer mit plus 2,5 o. H., Allgemeine Lokal & Kraft mit plus 2 o. H., Mansfelder Bergbau mit plus 2,25 v. H. und Scheide- anftalt sowie Lechwerke mit je plus 1,5 o. Sj. Nach- bem IG. vorbörslich fast wieder die Parigrenze erreicht hatten lagen sie amtlich mit 99 v. H. nur mäfjig höher. Metallgesellschaft gewannen 0,75 o. 3). Rutgerswerke blieben aut behauptet. Arn Montan- markt ergaben sich Besserungen von 0,25 bis 0,75 d. $)., ebenso konnten sich Schifsahrts- und Zellstoff, werte im gleichen Ausmaß bessern. Non Elektro, werten gaben AEG. 0,5 v. H. nach, ebenso lagen Deutsche Linoleum nach der starken Befestigung im Abendborsenverkehr gehalten. Höher eröffneten noch Zement Heidelberg (plus 1 v. H.) und Daimler (plus 0,75 o. H.). " die Sleiderverforgung der hilfsbedürftigen Familien gesprochen. Dabei kam zunächst zur Sprache, daß die kürzliche Kleidersammlung, die mit dankenswerter Unterstützung durch unser Bataillon den Stahlhelm und den Sungk>eutschen Orden durchaus ührt wurde, ein zufriedenstellendes Ergebnis gebracht hat. Das Kleidermaterial wird in einer Nähstube in der Alten Klinik unter der Leitung von Damen des Allgemeinen Deutschen Frauenvereins zur Abgabe an die Hilfsbedürftigen hergerichtet. Sn dieser Nähstube sind lunge Mädchen im freiwilligen Ar- beitsdienst tätig. Aus der Mitte der Versammlung heraus wurde angeregt, diesen freiwilligen Arbeitsdienst auch auf junge Schnei der- gesellen auszudehnen, damit auch Kleidungsstücke für männliche Hilfsbedürftige von sachkundiger Hand gebrauchsfertig gemacht werden. Sm weiteren Verlaufe der Sitzung beschäfttgte man sich noch eingehend mit Veranstaltungen und Spenden. Es ist ins Auge gefaßt, mit Hilfe des Theaters, ber Reichswehrkapelle, des Lichtspielhauses und der Vereine unserer Stadt eine Reihe von Veranstaltungen zum Besten der Winternothilfe zu organisieren. Die Vorarbeiten hierzu wurk>en einem Unterausschuß übertragen. Ferner tourt)« als besonders dringlich die Werbung um Spenden für das Hilsstoerk auf dem Wege der Propa» ganba von Mensch zu Mensch bezeichnet. Schließ» lich wurde noch von einer Reihe von Spenden Kenntnis gegeben, über die wir im Verlaufe der letzten Tage schon mehrfach berichtet haben. Alle Hilfsbereitschaft und alle Gebefreudigkeit wurden von der Versammlung mit herzlicher Dankbarkeit anerkannt. Uebereinstimmung herrschte aber auch darüber, daß es nach wie vor dringend notwendig ist, dem Winterhilfswerk weitgehendste Unterstützung durch Geld» und Sachspenden angedeihen zu lassen, um wenigstens der größten Not in unserer Stadt entgegenwirken zu können. Daher ergab sich der dringliche Appell an die Bürgerschaft: Helft alle der Winiernothilfe! bem Miltgliederkreise der Frauenvereine beschafft wer!)en. Aber auch in tätiger Mitarbeit stehen ine Mitglieder der Frauenhilfe in vorbildlicher Weise dem Hilfswerk zur Verfügung. Als Beispiel dafür ist die Pf und spende der Frauen-Winterhilf« anzusehen, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, aus allen Kreisen der Bürgerschaft Lebensmittelpäckchen im Gewicht von 1 Pfund zu sammeln und den hilfsbedürftigen Familien zuzuführen. Diese Le» bensmilttelspenden können von mancher Familie, die in diesem Winter keine Kinder zur Mittagsspeisung annehmen kann, gewissermaßen als Ablösung des Kinder -Mittagstisches ' betrachtet werden und den Hilfsbedürftigen ebenfalls in reicher Weise von Nutzen sein. Mi-t Recht hob Amtmann Keitzer hervor, daß durch die freiwillige Liebestätigkeit der Frauen- winterhilse Brücken von Mensch zu Mensch und von Bürgerschicht zu Bürgerschicht geschlagen werden. Des herzlichsten Dankes der Stadtverwaltung, des Wohlfahrtsamtes und des Winterhilfswerks könnten^ die Mitglieder der Frauenvereine als Träger der Frauen-Winterhilfe allezeit gewiß sein. Sn gleicher Weise wurde aus ber Matte des Werbe- und Sammelausschufses k)en Vertreterinnen ber Frauenvereine Dank ausgesprochen. Devwaltungsamtmann Keitzer berichtete weiter. daß die Ausschüsse des Winterhilfswerks es als bring 11^« Aufgabe angesehen hätten, zunächst die karlofseloersorgung der hilfsbedürftigen Familien in Gang zu bringen. Es sind etwa 2500 Zentner Kartoffeln für weit über 3000 Mark beschafit worden. Der Einkaufspreis beziffert sich auf 1,70 Mk. Scntner, die Abgabe ber Kartoffeln an die Hilfsbedürftigen erfolgt zum Preise von 1 Mark gro Zentner so daß also aus den Mitteln ber Wintemothilfe 70 Pfennig pro Zentner gebedt ; muffen. Sen $ ufpreis entrichten die un- terstutzten Familien in kleinen Ratenzahlungen, die ie nach Lage der Verhältnisse im Einzelfalle von ben Un ter stutz ungsbo trä gen abgezogen werden. Die n9 S?1 die Geldmittel des Winterhilfswerks außerordentlich stark in Anspruch genommen, fobafj es jetzt unbedingt erforderlich ist, eine Geldsammlung in der Bürger- lch^?^Ebmem verstärktem Maße werden Geldmittel zur Versorgung von etwa 200 bis 300 Kindern mit Schuhwerk gebraucht da die Wintemothilfe in diesem Sahre ihr besonderes Augenmerk darauf richten soll, den dringenden Erfordernissen der Versorgung bet Kinder zu entsprechen. Weiterhin ist an die v e r s ch ä m - ten Armen der Stadt zu denken, ebenso ist ins Auge zu fassen, daß den Hilfsbedürfttgen auch zu Weihnachten wenigstens eine tle’ine Feiertagsspende gemacht werden muß. Für alle diese Zwecke ist dringend Geld zu beschaffen da die sehr dankenswerten und namhaften monatlichen Beihilfen ber Frauenh l e des Arb it= geberverbandes, der Bankenvereinigung und einer Reihe privater Spender allein noch nicht aus- Am Rentenmarkt standen Reichsschuldbuch, forberungen im Mittelpunkt bes Interesses Bei leb- haften Umsätzen zogen alle Fälligkeiten bis zu 1 v. H. an. Deutsche Anleihen waren nur wenig verändert, und später eher etwas leichter. Von vorn- herein schwächer lagen Schutzgebiete, die etwa 0,25 v. H. verloren. Von Industrieobligationen lagen Stahloerein-Bonds 1,40 o. H. sowie Reichsbahnvorzugsaktien um 1 v. H. gebessert. Von Auslandrenten lagen Anatolier um 10 Pf. höher. Für festoerzins- . liche Werte hielt das Publikumsinteresse unvermin- bert an. Kommunalobligationen und Liquibations- Pfandbriefe tendierten weiter fest Schweineniarki in Gießen. Auf dem heutigen Schweinemarkt in Gießen ftan- den 247 Ferkel und 3 Läufer zum Verkauf. Es kosteten: Ferkel, bis sechs Wochen alt 10 bis 11 RM., sechs bis acht Wochen alt 11 bis 14 RM. acht bis dreizehn Woche alt 14 bis 18 RM., Läufer 32 RNt. Tendenz: mäßig, Heberftanb. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 9. Nov. (WTB. Drahtmel- bung.) An ber Getreidebörse war das Geschäft sehr ruhig. Das Angebot von Weizen und Roggen war für die geringe Nachfrage ausreichend. Die Preise bewegten sich auf ber Basis ber letzten Notierung. Weizen- unb Roggenmehl lagen bei ziemlich un- oeränberten Mühlenofferten ruhig. Am Futtermittelmarkt beftanb für ölhaltige Artikel etwas Nachfrage, währenb Hafer unb Gerste äußerst stille Haltung zu verzeichnen hatten. Es würben notiert: Weizen 212 bis 212,50 Mark, Roggen 165, Som- mergerfte für Brauzwecke 180 bis 187,50, Hafer (in- limbischer) 140 bis 145, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0) 29,75 bis 30,50, Weizenmehl (niederrheinisches) 29,75 bis 30, Roggenmehl 23,50 bis 25, Weizenkleie 7,75, Roggenkleie 7,75 bis 8 Mark — Tendenz: stetig. — (Die Preise verstehen sich für (Betreibe je Tonne, für die übrigen Waren je 100kg. Frachtoerrechnung Frankfurt a. M. für alsbaldige Lieferung. Getreide ohne Sack, Weizenmehl, Roggen- mehl, Kleie unb Treber mit Sack bei Waggonbezug.) Deiner Hände Werk Roman von Klothilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 11 Fortletzung. Nachdruck verboten. Der andere lieh einen leisen Pfiff ertönen. „Das ist allerdings ein Zufall —" und ein glücklicher dazu! Du weißt, was ich dir bei der Konkurrenz der Motorjachten gesagt höbe: Wenn man nicht hinter die Geheimnisse der Tremerwerksmotoren kommt, kann man nichts machen. Jetzt erst sind wieder die großen Bestellungen aus England an die Bremerwerke gekommen: der Earl of Aldrige hat den Anfang damit gemacht — und seine Jacht hat tatsächlich in Cowes wieder den ersten Preis ^holt. Die ganze Hocharistokratie wird nun nichts Eiligeres zu tun haben, als ihre Bestellungen an das Bremerwerk zu geben — wir oben in Rorwegen haben das Äachsehen, denn wenn England anfängt, folgt Amerika auch nach — das ist so sicher wie das Amen in der Kirche." „Und was willst du dagegen tun?“ „Sehen, mich an das Bremerwerk heranzupirschen, und zwar auf dem Umweg über die Frauen. Cs mühte doch mit dem Teufel zugehen, wenn man da keine Möglichkeiten hätte." Der Untersetzte sah den dunklen, schlanken Jvarsen kritisch an und nickte dann: „Axel Jvar- sen, der Unwiderstehliche! Ra, dir ist ja bisher noch jede Frau ins Garn gegangen. Warum sollte es bei diesen Deutschen anders sein." „Man muh nur eine gute Methode der Einführung finden", meinte der mit Jvarsen Angeredete nachdenklich. „Je vorsichtiger man ist, desto sicherer wird man vorankommen. Ra, mir wird schon was einfallen! Wollen mal in die Bar 'rübergehen — einen darauf heben!" Als sie an der Schranke vorüberkamen, hinter der die Hotelbediensteten arbeiteten, hörten sie, wie gerade der Geschäftsführer sagte: „Also, Zimmer fünfunddreißig mit Bad wird ab morgen für Herrn Baron Erikson aus Christiana reserviert — er kommt mit dem Mittagszug. — Rotieren Sie!" Und er legte dem Hotelportier «in Telegramm neben das Dormerkungsbuch. Tie beiden Aorweger sahen sich bedeutungsvoll an: dann schlenderte Jvarsen gleichmütig an die Schranke. „Sagen Sie, Portier, ist das Baron Olaf Erikson, der Sohn von der großen Schiffswerft?" „Jawohl, mein Herr!" antwortete der Portier höflich. „So — danke! Cs ist nämlich ein guter Bekannter von mir — nett, daß der kommt!" Er grüßte lässig. Die beiden Männer sprachen kein Wort, während! Tie hinuntergingen. Erst als sie allein an einem kleinen, etwas abseits liegenden Tisch in der Ecke der Bar saßen, sagte Jvarsen: „Las nenne ich Glück haben. Dieser Erikson ist doch dick befreundet mit der Familie Bremer — der inuh mich einführen..." „Du, ich glaube, der Erikson liebt dich nicht besonders." Jvarsen grinste hämisch, sein schönes, glattes Gesicht sah plötzlich wie verwüstet aus. „Er braucht mich ja auch nicht zu lieben — ich will ihn ja auch nicht heiraten: aber vielleicht —“ Er starrte vor sich hin und vollendete nicht. „Was vielleicht?" „Vielleicht heirate ich die Kleine vom Bremer- Werk." „Lu bist wahnsinnig, Axel — größenwahnsinnig!" • In den Wellen tummelten sich die Scharen der Badegäste. Hiltrud kam etwas später vom Hotel herunter. Ausschauend stand sie einen Augenblick am Strande. Ihr blondes, seidiges Haar flimmerte in der Morgensonne — ihr zartes Gesicht, dem der Seewind und die Sonne eine leichte, gesunde Bräune gegeben, hob sich reizvoll ab gegen das leuchtende Grün des eleganten Bademantels. Jetzt warf sie ihn ab und ging schmal, schön und gereckt hinein in die blauen Fluten, den großen, bunten Wasserball unter dem Arm. Sie bemerkte es nicht, daß ein großer, dunkler und eleganter Herr mit glattem, schönem Gesicht ihr vom Hotel aus nachgegangen war. Als er sah, wie sie ins Wasser ging, warf auch er schnell seinen Bademantel ab. Er trug darunter einen buntgestreiften Anzug, der die geschmeidige Kraft seiner Figur betonte. Mit ein paar langen Sprüngen lief er ins Wasser und schwamm unauffällig immer in der Rähe der heiteren Gesellschaft, in deren Mitte jetzt Hiltrud war. — Jetzt flog der Wasserball, den einer der jungen Leute Hiltrud zugeworfen, zu weit fort aus dem Kreise und landete jenseits der Badeanstalt, nahe dem Strande. Ehe noch einer der Teilnehmer nachschwimmen konnte, war der junge, dunkle Mann mit ein paar kräftigen Stößen an Ort und Stelle, ergriff den Ball, schwamm zurück und überreichte ihn Hiltrud mit einer höflichen Verbeugung. Darm schwamm er wieder weiter, hielt sich aber immer in der Bähe von Hiltrud und ihren Freunden. Hiltruds Augen folgten verstohlen dem eie* Zanten, jungen Manne: sein dunkles, schönes Gesicht hatte ihr gefallen. Und als sie ein wenig später ihn vom Sprungbrett des Schwimmbades mit einem e'cganten Kopfsprung ins Wasser hineinschießen sah, mußte sie sich zugestehen, daß dieser Unbekannte eine der interessantesten Erscheinungen am Badestrand war. Unwillkürlich sah sie in den nächsten Tagen nach ihm aus — und wirklich, er erschien ungefähr immer zur gleichen Zeit am Strande und ging mit einem höflich-ehrerbietigen Gruß an ihr vorüber. Zum ersten Male seit ihrem Erlebnis mit Olaf interessierte sie ein Mann. Mitunter sah sie den Fremden an der Seite eines anderen jungen Mannes in einem schnittigen, lichtgrünen Wagen vorüberfahren. Lind dann bedauerte sie, daß der Stiefvater ihnen diesmal nicht ihren Wagen nebst Chauffeur mitgegeben hatte. So war man darauf angewiesen, in einem der Wagen mitgenommen zu werden, die einigen ihrer Bekannten gehörten. Es sah doch viel vornehmer aus, im eigenen Wagen zu fahren. • Für den heutigen Abend war im Kurhaussaal die große Reunion angesagt. Die Zofe vom Bremerschtoß hatte alle Hände voll zu tun, um es ihren Herrinnen recht zu machen. Heute war Hiltrud durchaus nicht zufriedenzustellen, und Lene mußte die Ondulationswellen immer wieder anders in das blonde, seidige Haar legen. Endlich aber sah die Frisur gut — und das Mädchen zog ihrer jungen Herrin vorsichtig das neue Kleid über, das eigens für diesen Zweck bisher im Garderobeschrank aufbewahrt worden war. Als Hiltrud sich im Spiegel sah, war sie mit sich zufrieden. Die Toilette aus nilgrünem Chiffon legte sich eng um die zarte Büste, nur ein paar Silberbänder hielten das Kleid über den Achseln, das hinten in einem tiefen Rückenausschnitt endete: der Rock fiel an den Hüften eng und zeigte die ganze mädchenhafte Zartheit des Wuchses — dann, von den Hüften abwärts, fiel er in vielen kleinen Rüschen und Fallwellen weit und glockig Kleider in großer Auswahl Backflsch-Kleld aus la reiner Wolle, in reizender Verarbeitung.. nur 50 Backflsch-Kleid aus la K'seid.-Marocaine mit mod. Garnierung.. nur 13™ größter Leistungsfähigkeit geben.—Versäumen Sie daher nicht diese Vorteile für sich wahrzunehmen I J. Pfeffer-Marktplatz 6 Damen-Kleid aus dem mod. Hammerschlag in flo.ter Machart und in mod. Farben ... nur Frauen-Kleld aus la Afghalaine mit apart. Streifen - Garnierung, bis Größo 54.............nur Damen-Kleid aus reinwoll. Mooscrepe, erstkl.Verarbeitung... nur Damen-Kleid aus la Hammerschlag, mit mod. Keulen-Aermel... nur 19“ 2950 25“ 28“ X Die G. B. 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Das Vorkaufsrecht an Grundstücken. 23 on Franz Gros. Wie ein Vorkaufsrecht an Gegenständen (504 Bürgerlichen Gesetzbuchs) — siehe hierzu „Gießener Anzeiger" Är. 234 von 1932 — vertraglich begründet werden kann, ebenso kann auch ein dingliches Vorkaufsrecht an einem Grundstück bestellt werden. Mieter, Pächter, Rach- barn und wirtschaftliche Unternehmungen haben in der Regel in erster Linie an ihm ein besonderes Interesse, um den Wettbewerb anderer Kaufliebhaber nach Möglichkeit auszuschalten. Die Art und Weise dieser Bestellung ergibt sich aus 8 1094 DDB., der besagt, daß ein Grundstück durch ein Rvchtsgeschäft in der Weise belastet werden famt, daß der, zu dessen Gunsten die Belastung erfolgt, dem Eigentümer gegenüber zum Vorkauf berechtigt ist, und daß das Recht auch zugunsten des jeweiligen Eigentümers eines andern Grundstücks bestellt werden kaum Das Vorkaufsrecht kann aber nicht durch Ersitzung begründet werden, und es gibt auch kein gesetzliches dingliches Vorkaufsrecht. Allerdings besagt § 2:34 DGB., daß, wenn ein Miterbe seinen Anteil an einen Tritten verkauft, die übrigen Miterben zum Vorkauf berechtigt sind, daß die Frist für die Ausübung des Rechts zwei Monate beträgt und daß das Vorkaufsrecht vererblich ist. Rach § 873 DGB. kann ein dingliches Vorkaufsrecht nur durch eine gerichtlich oder notariell beurkundete Erklärung oder vor dem Grundbuchamt vereinbart werden. Die Vereinbarung bedarf auch der grundbuchmäßigen Eintragung. Dies ist besonders zu beachten. Auch eine juristische Person kann zum Vorkauf berechtigt sein. Gemein» Tmtzigen Siedlungsunternehmungen steht auf Grund des Rcichssiedlungsgesetzes vom 11. August 1929 ein Msehliches Vorkaufsrecht bei al en landwirtschaftlichen Grundstücken über 25 Hektar in ihrem Bezirke zu. Ein Bruchteil (Viertel, Reuntel usw.) eines Grundstücks kann mit dem Vorkaufsrecht nur belaßet werden, wenn er in dem Anteil eines Miteigentümers steht. Die Belastung des bloßen Anteils — nicht Bruchteils — eines Miterben oder eines Gesellschafters ist nicht zulässig. Steht das Eigentum an einem Grundstück mehreren nach Bruchteilen zu, so kann es zugunsten eines Miteigentümers mit dem Vorkaufsrecht belastet werden (§ 1009 BGB.). Tas Vorkaufsrecht kann auf das Zubehör erstreckt werden, das mit dem Grundstück verkauft wird, und im Zweifel erstreckt sich das Recht auf das Zubehör. Letzteres besteht nach gesetzlicher Definition aus beweglichen Sachen, die, ohne Bestandteil der Hauptsache zu fein, dem wirtschaftlichen Zwecke der Hauptsache zu dienen bestimmt sind und zu ihr in einem dieser Bestimmung entsprechenden räumlichen Verhältnis stehen. Eine Sache ist nicht Zubehör, wenn sie im Verkehr nicht als Zubehör angesehen wird. Eine vorübergehende Benutzung begründet nicht die Zu- behöreigenschaft: ebensowenig hebt eine nur vor- übergehende Trennung die Zubehörcigenschaft auf. (Siehe §§ 97 ff. DGB.) Das Vorkaufsrecht erstreckt sich nicht auf das Zubehör, das nicht zusammen mit dem Grundstück verkauft wird. Das Vorkaufsrecht beschränkt sich (§ 1097 TGB.s auf den Fall des Verkaufs aus freier Hand — das Gleiche gilt für die Zwangsversteigerung auf Qln- trag des Erben, oder zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft — durch den Eigentümer, dem das Grundstück zur Zeit der Bestellung des Dor» kaufsrechts gehörte, oder durch dessen Erben. Diese letztere Verpflichtung kann ausgeschlossen werden. Das Vorkaufsrecht kann jedoch auch für mehrere oder für alle Verkaufsfälle bestellt werden, also auch für den Fall, daß es in einem Falle nicht ausgeübt wird. Rach dem Kommentar der Reichsgerichtsräte kann das Recht im Falle des Verkaufs im Wege der Zwangsvollstreckung, oder durch den Konkursverwalter gemäß §§ 172 ff. des Zwangsversteige rungsgesetzcs zwar gegenüber dem Ersteher nicht ausgeübt werden: wenn es jedoch dem betreibenden Gläubiger im Range» vorgeht, und daher in das geringste Gebot auszunehmen ist, bleibt es für künftige Derkaussfälle bestehen, während andernfalls es gemäß § 91 des genannten Gesetzes erlischt und nur Ersatz des Wertes, falls sich ein solcher feststellen läßt, aus dem Erlös verlangt werden farm. Das Rechtsverhältnis zwischen dem Berechtigten und dem Verpflichteten bestimmt sich nach den Vorschriften der Paragraphen 504 bis 514 DDB, das heißt nach den Grundsätzen, die für die Ausübung des persönlichen Vorkaufsrechtes gelten. Das Vorkaufsrecht farm auch dann ausgeübt werden, wenn etwa der Konkursverwalter ein Grundstück aus freier Hand verkaufen will. Dritten gegenüber hat das Vorkaufsrecht die Wirkung einer Vormerkung zur Sicherung des durch die Ausübung des Restes entstehenden Anspruchs auf älebertragung des Eigentums. Gelangt das Grundstück in das Eigentum eines Dritten, so kann dieser in gleicher Weise wie der Verpflichtete dem Berechtigten den Inhalt des Kaufvertrags mitteiler. Die Mitteilung des Verpflichteten wird also durch die Mitteilung des Dritten ersetzt. Das Vorkaufsrecht kann bei Grundstücken nur bis zum Ablauf von zwei Monaten ausgeübt werden. Ist aber für die Ausübung eine Frist bestimmt, so tritt diese vereinbarte Frist an die Stelle der gesetzlichen zweimonatigen Frist. Im übrigen hat der Verpflichtete den neuen Eigentümer zu benachrichtigen, sobald die Ausübung des Vorkaufsrechts erfolgt, oder ausgeschlossen ist (8 1099 DGB.), andernfalls er zum Schadenersatz verpflichtet wird. Der neue Eigentümer kann, wenn er der Käufer oder ein Rechtsnachfolger des Käufers ist, die Zustimmung zur Eintragung des Berechtigten als Eigentümer und die Herausgabe des Grundstücks verweigern, bis ihm der zwischen dem Verpflichteten und dem Käufer vereinbarte Kaufpreis, soweit er bezahlt ist, erstattet wird. Erlangt 'der Berechtigte die Eintragung als Eigentümer, so kann der bisherige Eigentümer von ihm die Erstattung des berichtigten Kaufpreises gegen Herausgabe des Grundstückes fordern, § 1100 BGB. Soweit der Berechtigte hiernach dem Käufer oder dessen Rechtsnachfolger den Kaufpreis zu erstatten hat, wird er von der Verpflichtung zur Zahlung des aus dem Vorkaufe geschuldeten Kaufpreises frei. Verliert der Käufer oder sein Rechtsnachfolger, die das Eigentum erlangt hatten, infolge der Geltendmachung des Vorkaufsrechts das Eigentum, so wird der Käufer, nachdem er das Eigentum Übertragen erhalten hatte, soweit der von ihm' geschuldete Kaufpreis noch nicht berichtigt, d. h. bezahlt ist, von seiner Verpflichtung frei: den berichtigten Kaufpreis kann er nicht zurückfordern. Dem Käufer, der demnach von seinem Verkäufer (dem Dorkaufsberechtigten) den bezahlten Kaufpreis nicht zurückfordern kann, steht lediglich ein Crstattungsanspruch gegen den Dorkaufsberechtigten nach Maßgabe des oben zitierten Paragraphen 1100 DGB. zu. (Kommentar der RGR.) Grund st ückseigentum und Vorkaufsrecht gehören untrennbar zusammen. Ein zugunsten des jeweiligen Eigentümers bestehendes Vorkaufsrecht kann nicht von dem Eigentum an diesem Grundstücke getrennt Die Frage, was wesentlicher Bestandteil eines Gebäudes ist, spielt im täglichen Rechtsleben in mannigfacher Hinsicht eine nicht unerhebliche Rolle, da hier die verschiedensten Rechtswirkungen entstehen, insbesondere bei Verkäufen und Zwangsversteigerungen von Häusern. Die Entscheidung der Frage ist namentlich bei Zwangsversteigerungen um deswillen von Bedeutung, weil nach der Vorschrift des § 93 BGB. wesentliche Bestandteile nicht Gegenstand besonderer Rechte sein können, d. h. alle Verfügungen über die Hauptsache ergreifen ohne weiteres die wesentlichen Bestandteile mit, letztere teilen alle Schicksale der Hauptsache. Was ist wesentlicher Bestandteil eines Gebäudes? Was die Raturwissenschaft unter einer einheitlichen Sache versteht, interessiert hier nicht. Das Recht folgt lediglich der Verkehrsanschauung. Rach §94, Absatz 2 des BGB. gehören zu den wesentlichen Bestand- teilen eines Gebäudes die zu dessen Herstellung eingefügten Sachen.Dies sind nicht nur solche, die zur Errichtung des Baues benötigt werden, d. h. di« eigentlichen Baumittel, wie Dalken, Steine usw., sondern auch solche Teile, die zur Herstellung eines gebrauchs- fäh'.gen Gebäudes dieser Art benötigt werden, sofern fi«_ in eine entsprechende Verbindung mit dem Gebäude gebracht werden. Letzteres ist für die Zentralheizung eines Mietshauses zu bejahen. (Entscheidung des preußischen Kammergerichts, s. Iuristische Wochenschrift 61. Iahrg. S. 3006.) Für di« Frage, ob eine in einem Gebäude ein- gefügte Anlage als *ur Herstellung des Gebäudes eingefügt anzusehen ist und demgemäß einen wesentlichen Bestandteil dieses Gebäudes bildet, kommt es, wie di« reichsgerichtliche Rechtsprechung ausführt, darauf an, ob dem Gebäude durch die eingefügte Anlage nach den Anschauungen des Verkehrs bei natürlicher, die Bedürfnisse der Wtrtschaft berücksichtigender Auffassung über Wesen, Zweck und Beschaffenheit des Gebäudes ein bestimmtes Gepräge, seine besondere Eigenart gegeben worden ist. Diese Grundsätze ergeben, daß z. D. ein« Zentralhcizungsanlage in einem Mietshause als wesentlicher Bestandteil des Gebäudes anzusehen ist. Hm di« allgemeinen rechtlichen Folgen hieraus beispielsweise abzuleiten, Die Frage des Dorfahrtsrechts im Straßenverkehr, insbeiondere soweit Kraftfahrzeuge in Frag« kommen, hat zu vielfachen Schwierigkeiten Anlaß gegeben, so daß die neue Kraftfahrzeugoerkehrs- ordnung auch darüber eine neue Regelung getroffen hat. Grundsätzlich gilt die Regel, daß das Fahrzeug, das auf einem Hauptverkehrsweg fährt, vor den von Nebenstraßen kommenden Fahrzeugen das Dorfahrtsrecht Hot. Hauptverkehrsstraßen find dabei in erster Linie die sogenannten Fernverkehrsstraßen, die in neuerer Zeit mit besonderen Nummernschildern versehen werden. Weiter Hot an Kreuzungen gleichwertiger Wege das Fahrzeug die Dorfahrt, das von rechts kommt. Die Regelung beseitigt leider nicht alle bestehenden Unklarheiten, bleibt doch in jedem Einzelfalle die Frage zu beantworten, wann und wo nun eine Kreuzung gleichwertiger Wege gegeben ist. Diese Frage wird wohl der ortsansässige Fahrer verhältnismäßig leicht beantworten können, nicht dagegen der Ortsfremde. Deshalb Ift die Regelung, die die Rechtsprechung schon bisc.r bezüglich des Vorfahrtsrechts eingenommen hat, von außerordentlicher und grundsätzlicher Bedeutung. Wichtig ist dabei insbesondere die Auffassung der Gerichte, daß auch der Dorfahrteberechtigte sich nicht ohne weiteres und unbedingt auf sein Vorfahrtsrecht verlassen darf, sondern daß er trotz des Dorfahrtsrechts auf das Verhalten der ihm entgegenkommenden, oder seine Fahrbahn kreuzenden Wegebenutzer zu achten hat. So hat das Reichsgericht einem Kraftfahrer einen Vorwurf darüber gemacht, daß er an einer Kreuzung nahezu angehalten hatte, wieder anfuhr und die Kreuzung in langsamer Fahrt zu überqueren versuchte, trotzdem sich auf der zu kreuzenden Straße ein Kraftwagen in erheblicher Geschwindigkeit näherte. Das Reichsgericht sagt, daß in einem solchen Verhalten eine Verletzung der Sorgfaltspflicht des Kraftfahrers gefunden werden könne, gleichgültig wer von den beiden Kraftwagen vorfahrtsberechtcgt sei. In einer anderen Entscheidung (513 31 6. Sen.) führt das Reichsgericht aus, daß eine Verletzung des Dorsahrtsrechts nicht nur dann vorliegt, wenn dem vorfahrlsberechtigten Fahrzeug das Ueberfahren der Kreuzungsstelle von dem verpflichteten Fahrzeug unmöglich gemacht oder werden, d. h. das Vorkaufsrecht kann nicht selbständig für sich allein verkauft, belastet oder gepfändet werden. Ein zugunsten einer bestimmten Person bestehendes Vorkaufsrecht kann nicht mit dem Eigentum an einem Grundstücke verbunden werden. Vertragliche Rechtsänderung ist natür- ltch zulässig. Ist der Dorkaufsberechtigte unbekannt, ein etwa unbekannter Erbe, so kann er im Wege des in der Zivilprozeßordnung geregelten Aufgebotsverfahrens mit feinem Rechte ausgeschlossen werden, wenn die für die Ausschließung eines Hypothekengläubigers bestimmten Voraussetzungen vorliegen, d. h. es müssen 10 Iahre seit der Eintragung des subjektiv persönlichen Vorkaufsrechtes, oder feit einer später etwa erfolgten, oder auf das Vorkaufsrecht bezüglichen Eintragung verstrichen und es darf die Berechtigung nicht innerhalb dieser Frist anerkannt sein. Mit der Erlassung des Aus- schlußurteils erlischt das Vorkaufsrecht. Das Grundbuch ist hiernach auf Grund des Hrteils auf Antrag des Berechtigten dem Inhalt des Urteils entsprechend zu berichtigen. ergibt sich, daß di« Heizkörper und Heizkessel nicht Gegenstand besonderer Rechte sein könne», daß also auch ein Eigentumsvorbehalt daran wirkungslos bleibt. Di« genannten Gegenstände sind vielmehr vom rechtlichen Schicksal der Hauptsache erfaßt und unterliegen nicht nur der hypothekarischen Haftung, sondern sie sind auch von der Zwangsversteigerung ergriffen und gehen durch den Zuschlag auf den bisherigen Hypothe- kargläubiger, falls er Ersteher des Hauses ist, als Eigentümer über. Oefen und Herde sind regelmäßig zur Herstellung des Gebäudes eingesiigt und daher wesentliche Bestandteile des Hauses, ausgenommen, wo di« in einzelnen Gegenden Deutschlands verbreitete Anschauung herrscht, daß die Mieter den eigenen Ofen in di« Wohnung m'.tbringen und das Eigentum daran behalten. Bei der Frag«, ob Maschinen in Fabrikgebäuden als wesentlich« Destandtell derselben anzusehen sind, genügt es nicht, daß di« Maschine Bestandteil der Fabrikanlage ist und daß die Anlage ohne die Maschine wirtschaftlich nicht betrieben werden kann: denn di« Fabrikanlage besteht aus einer Mehrzahl körperlich selbständiger Sachen. Dagegen ist die Maschine wesentlicher Bestandteil des Fabrikgebäudes und damit des Fabrikgrundstücks, wenn sie zur Herstellung des Gebäudes in dieses eingefügt ist. Dies trifft zu, wenn die Maschine eigens für das Gebäude angefertigt ist, in dieses hineinpaßt, oder umgekehrt das Gebäude mit Rücksicht auf die Maschine und für sie gebaut ist, so daß beide zusammen als ein einheitliches Ganzes, die Maschine als Gebäudeteil erscheint. Ist die Maschine mit dem Grund und Boden fest verbunden, so ist sie wesentlicher Bestandteil des Grundstückes unmittelbar, nicht bloß mittelbar als Bestandtell des Gebäudes. (Dergl. Lindemann-Soergel Kommentar zum BGB. zu § 94 BGB.) Dagegen sind Maschinen keine wesentlichen Bestandteil eines Gebäudes, die Katalogware d. h. landläufiger Art sind und nach Preisliste gehandelt werden, verschiedenen Zwecken dienen und an beliebigen Orten ausgestellt werden können, z. D. angeschraubte Drehbänke in einer Werkstatt, Lokomobile ' und Dynamos, Benzinmotor«, gewöhnlich« Holzbearbeitungsmaschinen in einer länö- "chen Schremerwerkstatt, eine Mahlmühleneinrichtung usw. in unzulässiger Weife erschwert wird. Das Vor- fahrtsrecht kann vielmehr auch dadurch verletzt werden, daß das zur Gewährung der Dorfahrt verpflichtete Fahrzeug ein Verhalten zeigt, welches das vorfahrtsberechtigte Fahrzeug zu einer Ausweichbewegung zwingt, die es bei einem sachae- maßen Verhalten des kreuzenden Fahrzeuges nicht hatte auszufuhren brauchen. Das zur Gewährung der Vorfahrt verpflichtete Fahrzeug darf nicht le- oiguch deshalb mit unverminderter Geschwindigkeit * P- ds e Kreuzungsstelle hineinfahren, weil stin Führer glaubt, hinter dem vorfahrtsberechtigten Fahrzeug gerade noch ohne einen Zusammenstoß vorbeikommen zu können,- es muß sein Verhalten vielmehr so einrichten, daß der zur Vorfahrt berechtigte Fahrer die Kreuzungsstell« ohne die Be- sorgms eines Zusammenstoßes überfahren kann. Bezüglich des An haltens von Kraftwagen die aus einer Nebenstraße kommen und einen auf dem Hauptoerkehrsweg fahrenden Kraftwagen auf Grund des Dorfahrtsrechts oorzulassen haben, sagt das Reichsgericht in einer anderen Entscheidung (1 D. 83 31), daß ein allgemeiner Orunb- lag des Inhalts, daß an der Kreuzung eines Haupt- oerkehrswegs mit einer Nebenstraße ein aus der Nebenstraße kommender Kraftwagenführer unter ollen Umständen völlig anhalten müsse, wenn auf dem Hauptoerkehrsweg ein oorfahrtberechtigtes Fahrzeug naht, nicht anerkannt werden kann. Er würde an verkehrsreichen Kreuzungen geradezu zur Stillegung des Verkehrs aus Nebenstraßen führen. Eine besondere Frage ist die, wie weit ein Vor- fahrtsrecht in Betracht kommt, wenn sich zwei Fahrzeuge auf dem gleichen Verkehrsweg entgegenkommen, von denen das eine durch Ein- biegen in eine andere Straße den Weg des entgegenkommenden Kraftfahrzeuges kreuzen muß. Auch hier gilt der Grundsatz, daß dem von rechts kommenden Fahrzeug das Dorfahrtsrecht zufteht. Will also ein Kraftfahrer links in eine Straße einbiegen, so muß er die Fahrbahn des entgegenkommenden Wagens kreuzen. Durch die halbe Drehung in der Richtung der Straße, in die er einbiegen will, entsteht eine Situation, nach der der entgegenkommende Wagen rechts von dem (Ein- biegenden sich befindet. Daraus folgt, daß das entgegenkommende Fahrzeug die Dorfahrt hat. Oie bestrittene Lohnforderung im Konkurs. Son Iustizmspettor Schröder, Darmstadt. In einem vor einigen Wochen im „Gießener Anzeiger" veröffentlichten Aussatz „Die bevorrechtigte Lohnforderung" habe ich näher ausgeführt, wie man seine Lohn- oder Gehaltsforderung zum Konkursverfahren anmeldet. Wie verhält sich nun der Gläubiger, falls feine Forderung im Prüfungstermin bestritten wird? Er muh die Feststellung gegen den Bestreitenden betreiben. Mit dem ihm zu diesem Zweck vom Konkursgericht erteilten Tabellenauszug begibt sich der Arbeiter oder Angestellte an das zuständige Arbeitsgericht und erhebt Klage mit dem Antrag, festzustellen, daß ihm gegen die Konkursmasse eine nach § 61 Ziffer 1 der Konkursordnung bevorrechtigte Lohn- (Gehalts-)forderung in der in der Tabelle bezeichneten Höhe zusteht. Das Unterlassen der Klage hat den Verlust des Anspruchs zur Folge. Auf Grund des ergehenden älrteils, oder des etwa zwischen dem Gläubiger und dem Konkursverwalter abgeschlossenen Vergleichs muh dann der Arbeiter oder Angestellte die Berichtigung der Tabelle beim Konkursgericht beantragen. Hatte der Gläubiger bereits v o r der Konkurseröffnung seine Lohn- oder Gehaltsforderung beim Arbeitsgericht eingef lagt und der Rechtsstreit war noch nicht entschieden, so muh er seine Forderung zunächst beim Konkursgericht a n m e l d e n und, falls sie bestritten wird, den durch das Konkursverfahren unterbrochenen Rechtsstreit a u f n e h m e n mit dem Anträge auf Feststellung, dah ihm die eingeklagte Forderung als bevorrechtigte im Sinne des § 61 Ziffer 1 K0- gegen die Konkursmasse zustehe. Rach llrteils- erleh muh er die Berichtigung der Tabelle herbeiführen. Besitzt der Gläubiger bereits b e i Konkursausbruch einen mit der Vollstreckungsklausel versehenen Schuldtitel, ein Endurteil oder emen Vollst reckungs befehl, so muh er feine Forderung dennoch zum Konkurs an* melden, aber sein Urteil oder sonstigen Schuldete! auch v o r l e g e n. Wird die Forderung trotzdem im Prüfungstermin bestritten, so ist der Widerspruch von dem Widersprechenden (Konkursverwalter oder einem Konkurs- gläubiger) zu verfolgen. Der Widersprechende kann s-ch aber gegen ein solches Urteil nur der Recht b.'helfe bedienen, die auch dem in Konkurs geratenen Schuldner zuständen, wenn kein Konkursverfahren schwebte. Das heißt: Ist das Urteil noch nicht rechtskräftig, läuft also zur Zeit der Konkurseröffnung noch Derufungs- oder Einspruchsfrist, oder ist das Berufungsverfahren schon anhängig, so muh der Widersprechende ein 'vlches Verfahren aufnehmen. Ist z. B. das Derufungsverfahren noch anhängig, so kann auch der Gläubiger dieses aufnehmen. Ist das Urteil bei Konkurseröffnung bereits rechtskräftig, so wird in der Regel ein Widersprach des Konkursverwalters oder Konkursgläubigers ausgeschlossen fein, da ihm gegen em solches Urteil nur die Rechtsbehelfe, wie sie dem Gemeinschuldner zuständen, zur Verfügung stehen (wie etwa die Vollstreckungsgegenklage). Zu beachten hat in allen Fällen der Arbeitnehmer, dah er ein nach der Bestreitung seiner Forderung zu seinen Gunsten ergehendes Fest- stellungsurteil zwecks Berichtigung der Tabelle dem Konkursgericht e i n r e i ch t, und zwar mit einem entsprechenden Antrag. Besonders fei noch darauf hingewiesen dah die Feststellungsklage hinsichtlich bestrittener For- derungen, für die bei der Anmeldung zum Konkurs ein Schuldtitel (Urteil usw.) noch nicht bestand, nicht verzögert erhoben, oder ausgenommen werden darf, da sonst der Konkurs- Verwalter oder der widersprechende Konkurs- gläubiger mit Erfolg den Einwand der Ver- wirkung des Anspruchs erheben könnte: ist die -Klage gegen einen widersprechenden Konkurs g I a u b ig e r angestrengt, so ist dringend anzuraten, dies dem Konkursverwalter nachzu- Ze'sen da er sonst die Verteilung der Masse ohne Rücksicht auf die bestrittene Forderung vornehmen kann. Aus alle Fälle ist der Anspruch verloren wenn nicht innerhalb zweier Wochen seit Bekanntmachung der bevorstehenden Verteilung der Ma,fe die Erhebung der Feststellungsklage, oder die Aufnahme des Verfahrens in dem früher anhängigen Prozesse dem Konkursverwalter nach- gewiesen wird. Schmiergelder. Nach einer neuerlichen Entscheidung des Reichs- zerichts, die sich in der „Deutschen Richterzeitung" indet, hat nicht der Geschäftsherr, an dessen An- geftente Schmiergelder bezahlt worden sind, um die Unsittlichkeit eines von diesen für ihn getätigten Dertragsschlufses darzutun, den Nachweis zu führen, daß er, der Gefchäftcherr, bei diesem Dertrags- chluß benachteiligt worden ist, sondern der Ver- tragsgegner hat darzutun, daß feine Zuwendungen ohne nachteiligen Einfluß auf den Inhalt des Vertrags gewesen find. In der reichsgerichtlichen Rechtsprechung ist anerkannt, daß Vereinbarungen, die von Angeftellten, Bevollmächtigten oder fonftigen Vertretern einer Partei im Einverständnisse mit dem Dertragsgegner zu„ eigenem Vorteil hinter dem Rücken des 'Geschäftsherrn und zu dessen Schaden getroffen mürben, nicht nur selbst als gegen die guten Sitten verstoßend nichtig sind, sondern daß sie auch das Hauptgeschäft, weil sittenwidrig erwirkt, nach § 138 2Ibf. 1 des Bürger!. Gesetzbuches nichtig machen können. Denn ein Rechtsgeschäft, das gegen die guten Sitten verstößt, ist nichtig. Das Sittenwidrige liegt darin, daß der Angestellte sich in der ihm möglichen Einwirkung auf den Vertragsschluß oder, wenn es sich um einen Willensvertreter handelt dieser Vertreter in seiner Willensentschließung für ven Vertretenen, wofür nach dem bestehenden Vertrauensverhältnis ausschließlich dessen Vorteil bestimmend sein darf, durch eine zu diesem Zwecke gemachte Zuwendung der Gegenseite geg«n den Willen und zum Schaden des Geschäftsherrn be- einfluffen laßt. Der eigennützige Vertrauensmiß- Wesentlicher Bestandteil eines Gebäudes. Don Äürgermeister Or. Völsing. Das VorsahrtSrecht im Straßenverkehr. Don Or. Walter Krefft brauch auf der einen Seite, dessen Ausnutzung zum Nachteile des Vertragsgegners von der andern Seite, begründen die Nichtigkeit des so herbeige- sührten Vertragsabschlusses nach § 138 Abs. 1 BGB. Da es ferner nach der Lebenserfahrung die Regel, der typische Geschehensablauf ist, daß heimliche Zuwendungen an Angestellte der Gegenseite, namentlich deren Willensoertreter, die Vertragsbedingungen zu Ungunsten des Geschäftsherrn beeinflussen, so wird es durch die Anwendung der Grundsätze vom Beweise des ersten Anscheins berechtfer- tigt, daß regelmäßig nicht der getäuschte Geschäftsherr seine Benachteiligung zu beweisen hat, daß vielmehr dem Vertragsgegner der Nachweis obliegt, seine Schmiergelder oder sonstigen Zuwendungen an Angestellte oder Vertreter der Gegenseite seien ohne dem Geschäftsherrn nachteilige Einwirkung auf den Inhalt des abgeschlossenen Vertrages geblieben. Dabei wird regelmäßig ein allgemeiner Beweis der Ueblichkeit des Vertragsinhalts, namentlich der Angemessenheit vereinbarter Preise, nicht genügen, sondern der Nachweis zu erfordern fein, daß nach den besonderen Umständen des Fairs auch ohne das „Schmieren" der Vertragsabschluß überhauvt und unter denselben Bedingungen, wie gescheyen, zustande gekommen sein würde. Auch dafür, daß das „Schmieren" ohne sein Wissen und gegen seinen Willen erfolgte, wird aus demselben Grunde nicht vom Geschäftsherrn besonderer Beweis zu erfordern, vielmehr wird vom Gegner die Ausnahme zu erweisen sein, wofür jedoch nicht der Nachweis bestimmter Kenntnis des Geschäftsherren von solchen Zuwendungen im Einzelfalle zu erfordern ist, vielmehr nach den Umständen des Falles schon die Feststellung genügen wird, daß er mit einem Schmieren seiner Angestellten oder Vertreter rechnete und zu- treffendenfalles damit einverstanden war. G.A.-Gport. Handball der Sp.-Dg. 1900. VfL. wehlar I — 1900 I 4:1. Das Spiel nahm den Verlauf, wie es bereits in der Vorschau angedeutet wurde: die 1900er im Feldspiel ebenbürtig, zeitweise sogar überlegen. unterliegen infolge schwachen Stürmer- spiels. Der gegen den OST. schon enttäuschende Mittelstürmer schien in Wetzlar von allen guten Geistern verlassen zu sein. Das Fehlen des rechten Verbindungsstürmers kann nicht als alleiniger Entschuldigungsgrund gelten. Zur Halbzeit führten die recht entschlossen, wenn auch nicht überragend spielenden DfL.-Leute 1:0. Die Gießener hätten zu dieser Zeit einen Vorsprung von min- öestens zwei Toren herausholen müssen, wenn die gebotenen Chancen nur einigermaßen ausgenützt worden wären. Vach der Pause stellten die Wetzlarer im Anschluß an verschiedene geschickt vorgetragene Angriffe den Sieg sicher. Spielvereinigung 1900 Gießen. Heuchelheim I — 1900 III 2:0 (0:0). Die Gießener Vorstädter haben sich in letzter Zeit sehr zu ihrem Vorteil verbessert. Auch dieses- mal blieben sie erwartungsgemäß sichere Sieger. Dis zur Pause wehrten sich die Gießener Dlau- weißen noch einigermaßen und hielten ihr Tor rein. Als aber Drambachs Drille zerbrach, konnte dieser den ersten Treffer nicht mehr verhindern und muhte später noch einen zweiten folgen lassen. Wohl hatte 1900 auch Chancen, der Sturm verwertete sie aber nicht. Mit dem Spielleiter war man nicht immer zufrieden. 1900 IV — Lollar III 2:0 (2:0). Dieses Treffen fand vormittags auf dem Sportplatz an der Liebigshöhe statt und sah die Einheimischen als verdiente Sieger. Das Vorspiel verlor bekanntlich 1900 in Lollar nach Verlust des Torhüters mit 7:0 sehr hoch. Allerdings hatte Lollar damals die Mannschaft durch Spieler der oberen Klassen wesentlich verstärkt. 1900 wählte diesmal eine stärkere Vertretung und konnte auch dementsprechend dieses Spiel ständig überlegen gestalten. Wettervoraussage Kaltluft hat sich weiter über dem Festland behauptet, so daß in der letzten Nacht vielerorts Tem- peraturrückgang bis unter den Gefrierpunkt stattgefunden hat. Da sich allerdings wärmere Luft darüberschichtet, hat sich nach kurzem Aufklaren wieder eine dichte Nebelschicht gebildet. Das Wetterkartenbild zeigt im ganzen keine wesentlichen Verschiebungen, es wird also der gegenwärtige Witterungscharakter zunächst fortdauern. Bei meist bedecktem Himmel bleibt es, abgesehen von leichterem Nebelregen, trocken, und die Temperaturen kommen nachts noch unter den Gefrierpunkt zu liegen. Aussichten für Donnerstag: Neblig und bewölkt, nachts Temperaturen um den Gefrierpunkt und auch darunter, meist trocken. Aussichten für Freitag: Keine wesentliche Aenderufig. Lufttemperaturen am 8. November: mittags 5,4 Grad Celsius, abends 1,3 Grad: am 9. November, morgens 0,7 Grad. Maximum 6,5 Grad, Minimum — 0,1 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 8. November: abends 5,5 Grad: am 9. November: morgens 2,9 Grad Celsius. Reste in Wolle / Seide / Samt und Abschnitte gut und billig - wie immer! Meyerhof! & Goslar 7876 A GOETHE~BUND Montag, den 14. November 1932, abends 8 Uhr. Neue Aula: 2. Dichterabend 7884D Albrecht Schaeffer liest aus eigenen Werken. Eintrittskarten (numeriert) für Bundesmitglieder bis zn 2 Plätzen frei, für Verbandsmitglieder zu 90 Pf. gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 8 aus dem blauen bzw. violetten Gutscheinheft, für Mitglieder des Kauhn. Vereins nnd Gewerbevereins gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 6 zu 90 Pf. bei Challier, für Nicbtmitglieder zu 2 Mk. bei Challier und an der Abendkasse. Stndentenkarten: Vergünstigungskarten zu 40 Pf. auf dem Geschäftszimmer des Allg. Studentenausschusses gegen Ausweis. 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CQan ha»ö n o 0 wann man will. Immer ist es schön warm in der Stube. Das dachte Onkel Mollig so bei sich, als er längst nach Mitternacht seine Wohnungstür aufmachte. Sogar das Abendessen war noch warm. Konnte man es denn noch besser haben? Ja, so ein Ha— Ha- Häuser« ofen war doch eine fabelhafte Sache. . Finden Sie nicht auch, daß so etwas angenehm ist? Nun sehen Sie sich einmal den Ofen, den sich Onkel Mollig zugelegt hat, richtig an. Es Ist nämlich nicht nur ein Ofen, der 8ut warm gibt, sondern ein guter Brat- und Backofen noch dazu. Das wird auch der Ofen ir Sie sein. Da Sie ohnehin einen Ofen brauchen, um dem kommenden Winter beruhigt entgegen zu sehen, so würde ich Ihnen raten, kommen Sie einmal zu mir. Sie finden außer diesem Idealen Ofen auch noch andere führende Modelle. 6783 A J. B. HÄUSER, GIESSEN AM OSWALDSGARTEN nr.26 üllt""1 $onnW95 Btil09tn: Mgener Heiina^ Hionats Vit 4 IM ^Wx Auch be von ei") infolge fiertl'P flnl «Sam rich'en: 21 zr-Mr" Die meis' §en Deichs neuen yflI schon Stan aebügel und haken mal etwa- den W dem Parlc mehrmals 1 müssen. die ton P hört haben fommum Wonnen hat dige Mm gen von an daß sie zui sind und n karte sm zung beizu Mgeocdne Feststellun des alten noch bis z der Zeit v des neuen t e n. Die ziehen Di für die 0 der Tezu Zusamme der Tori Qlbgeori) tag angt Dah d ringer ti aber den im Deich war imm Abgeordi bringe parlamcn Abgeordn die kchreit bersten X Srattionofi ^f’eortnci Wunden ht Nah. A die $ulte' die Tiotfit Auditorin Zugänge kann die' werden. 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