Freitag, 9. September 1952 182. Jahrgang ßt.212 KvühauSgabe annahmt von Bnjeiacn für die Zagesnummer dis zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeicirn von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ns» klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Retchspfennig, Platzvorfchrift 20', mehr. Lhefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Ma; Filler, fämtlich in Gienen. Erscheint täglich, außer »■■■ Ä ▼ Glchener Anzeiger Auch bei Nichterscheinen N M DM von einzelnen Nummern ZWM General-Anzeiger für Oberhessen richten: Anzeiger Siehen. v ~ ’ $rant?u°rtamm°ain°i 1686. vnick und Verlag: vrühl'sche Univer^lätr-Vuch' und 51eindruckerei L Lange in Sietzen. Zchriftleitung und Geschäftzftelle^rchuiftratze^ I dem altruistischen Grundsatz der Dienstleistung I im privaten, geschäftlichen und öffentlichen Leben und im Berufsleben bekennen. Das ist derselbe 5U,XmnSabre 1905 gründete der Chikagoer Anwalt Palul Harris einen Rotarh-Klub. Wenige lurlage, das Wirtschaftsprogramm der Regierung von papen und die Sorge für den Winter. Die Sachverständigen beider Parteien äußerten ihre ernflen Bedenken, daß die Subventionierung der gesamten Betriebe durch Sleuernachlahscheine das gesteckte Ziel. Arbeiter in die Betriebe zurückzubringen, nicht erreichen, viel, mehr in eine schwere Enttäuschung münden werde. Der sozialpolitische Teil der Notverordnung, der den ganzen Bestand sozialer Rechte und Einrichtungen in das Ermessen einer Regierung stellt, die nur eine kleine Minderheit in der Volksvertretung und sicher keinen Rückhalt in Arbeitnehmerkreisen besitzt, fand überein- slimmendeAblehnung. Darüber hinaus klärten die Besprechungen hinsichtlich wirklicher Arbeits- beschassungsmöglichkeiten, für deren Durchführung auch ei nearbeitsfähigevom Vertrauen des Volkes getragene Mehrheit vor- ! Händen ist. fchen Abgeordneten der NSDAP, und der Zen- trumvportei am Donnerslagnachmittag stattfand, beschäftigte man sich mit wirtschastlichen Fragen. 3m Vordergrund standen das dringende Problem der A r beitslos igkeit, ferner die fto n j u n f - spräche im Reichstag wird voraussichtlich zwei ^age dauern, jo daß die Auflösung für M i t t e der kommenden Woche e r w a r t e t wird. Heute mittag rechnete man noch mit der Möglichkeit einer erneuten Vertagung um etwa eine Woche Bei den maßgebenden Parteien des Reichstags herrscht aber jetzt eine Stimmung vor, die die Möglichkeit einer solchen Pause wieder reduziert hat. Jahre später entstanden in anderen arnerikani- scheu Städten gleiche Klubs, die sich zu einer gemeinsamen Organisation zusammenfanden. Aach dem Kriege wurden auch in andern Ländern Rotary-Klubs gegründet- Sm Sahre 1910 umfaßten die Klubs 1500 Mitglieder, im Sahre 1932 wuchs ihre Zahl auf 152 000. 108 000 dieser Rotarier sind Amerikaner. Sn dieser Zahl kommt der amerikanische Llrsprung. aber auch ein gewisser Unterschied der amerikanischen Klubs gegenüber den europäischen zum Ausdruck. Sn Amerika hat man die Bewegung stark in die Breite getrieben, während in Europa nur führende Persönlichkeiten ausgenommen werden. Was sind und wollen die Rotarier? Shr Wahl- spruch heißt: Service above seif, zu deutsch: dienen geht über eigenen Do r t e i l. Harris ließ sich von dem Gefühl leiten, daß die moderne Großstadt den Menschen isoliere. So gründete er diesen Klub mit der Bestimmung, daß n u r ;€ ein Vertreter eines Berufszweiges ihm angehören könne^ Angehörige der verschiedensten Berufe, aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kunst sollten sich zu einem kleinen Freundeskreis zusammenfinden, in dem sie die Rote und Werte der anderen Berufe erfahren. Seder Rotarier soll sich entsprechend dem Wahlspruch zu Oer Standpunkt des Zentrums ““ Präsidialkabinett aber getragen von einer Mehrheit des Reichstags. Auf dem Gebiete des Kampfes gegen den Strahenlärm werden jetzt in Oesterreich und in Westfalen Straßenbahnwagen erprobt, die aus Gummi laufen. Zwischen der eifcrnen Bandage der Räder und dem Radstern wird ein Gummireifen eingefügt, der der eigentliche Drager^des Wagens ist. Dadurch wird der Lärm berm Fahren sehr stark gedämpft, die Erschütterung des Wagens fast völlig ausgeschaltet. Das Quietschen der Räder in den Kurven wird durch Einfuhren von Lenkachsen verhindert. Von Amerika aus ging die Bewegung der ^otarv-Klubs. die jetzt überall m der Welt gegründet werden. Die Oeffentlichkett hat sich in der letzten Zeit häufig mit dieser Bewe- aung beschäftigt und manche Legende darum gewonnen. Man vermutete hinter diesen Klubs mancherlei mystische Geheimnisse eine verkappte Freimaurerei, eine Bewegung, die sich absolute Herrschaft über die Wirtschaft sichern will, eine wirtschaftliche Selbstschuyorganisation usw. Mit Achm Dingen hat die Bewegung aber gar nichts Grundsatz, der von der christlichen Kirche im Gebot der Nächstenliebe vertreten wird. Dieser Grundsatz soll auch zwilchen den Völkern gelten und darum will Rotary an der gegenseitigen Verständigung zwischen den Völkern und so am Dölkerfrieden arbeiten. Verständigung ist nur unter Achtung der nationalen Eigenart möglich, denn nur wer ein guter Sohn seines Volkes ist, kann Verständnis für die Eigenart möglich jein muß, ist eine Mehrheit im Reichstag zu finden, die in Selbstdisziplin einer Regierung auch ihres Vertrauens die Möglichkeit zu starker politischer Führung und zu entscheidenden Entschlüssen gibt. Rach unserer Ueberzeugung stehen solche Möglichkeiten, wie ich sie hier andeute, auch heute noch offen. Wenn das Zentrum sich um die Sammlung einer solchen verantwortlichen Mehrheit in der Volksvertretung bemüht und seine Mitwirkung bereitstellt, so folge es damit dem Weg, der sich in den letzten Jahren als notwendig erwiesen hat und von ihm bejaht worden ist. Reine Parteiüberlegungen könnten uns den leichteren Weg der Opposition weisen. Der Gedanke der Mitverantwortung an den Geschicken der Nation zwingt uns indes aus den Weg, den wir beschritten haben und pflichtgemäß weiter verfolgen, unter der Autorität d e s Reichspräsidenten muß der Weg einer innerpolitischen staatlichen und wirtschaftlichen Gesundung gefunden werden. Noch ist das deutsche Schicksal im Sinne einer ruhigen Aufwärtsentwicklung zu meistern, wenn neben festem nationalen Willen auch der Mut zur politischen Verantwortung im Glauben an deutsche Zukunft vorhanden ist. Frakiioussitzung der Oeutschnationalen. Berlin, 8. Sept. (TL1.) Die deutschnationale Reichstagsfraktion hielt am Donnerstagnachmit- tag unter dem Vorsitz von Dr. Oberfohren und im Beisein des Parteiführers Dr. Hugen- berg eine Sitzung ab, über die von der Fraktion ein Bericht ausgegeben worden ist, in dem eS heißt: „Dr. B a tz g berichtete über das Wirtschafts- Programm der Regierung und unterzog die weiteren Maßnahmen einer eingehenden kritischen Würdigung. Anschließend sprachen die Abgeordneten von Restorff und Schulze-Staaken über die Auswirkung der Verordnungen auf die Landwirtschaft. Die Fraksion sprach dem Parteiführer und dem Fraktionsvorsihenden den Dank für ihre fortgesetzten Bemühungen zugunsten der deutschen Landwirtschaft aus. Sie begrüßte in diesem Zusammenhang die grundsätzliche Zusage Worunter hat der Mensch des 20. Sahrhunderts am meisten zu leiden? hinter bem 2a rm. Die Fortschritte auf allen Gebieten der Technik sind enorm. Sie sollen uns das Dasein erleichtern und sind doch a l l e mit Radauve rbun den Se weiter wir fortschreiten, desto mehr Ge räusche betrommeln unser Rervensystem. ie gro ßere Anstrengungen die Techniker machen, um ihre Mitmenschen in physischer De»'ehung den Lebens weg leichter zu machen, desto größere finstren aungen muten sie den Rerven zu. Kem Wunder wenn dem einen oder dem andern der Geduldsfaden reißt. Sn Amerika frat tme vor einigen Tagen zu lesen war, em Mann die sechs Kugeln feines Revolvers auf einen Sung- ling abgefeuert, der am geöffneten Fenster ferner Wohnung stand und mit Schwung und Lungen- niif der Trompete übte. Der Berlin, 8. Sept. (ENB) Der geschäftsführende Vorsitzende der Deutschen Zentrumspartei Abgeordneter Joos sprach vor der Zentrumspresfe zur politischen Lage. Das Zentrum teile, betonte der Redner, mit der Reichsregierung ine Auffassung, daß gewisse Anzeichen für eine begin« nende Besserung der Weltwirt s ch a s t s- l a g e vorhanden seien. In einem solchen Zeitpunkt sei es notwendig, daß von der Staatsführung Maßnahmen getroffen würden, die den wirtschaftlichen Antrieb förderten und beschleunigten. Gegen die generelle Ermächtigung der Reichsregierung auf dem Gebiet der sozialen Gesetzgebung äußerte Abgeordneter Joos jedoch Bedenken. Die jetzt geplanten Maßnahmen seien in erheblichem Maße verbesserungsbedürftig. Das Zentrum fei überzeugt, daß der Konjunkturantrieb nur dann anhalte und die staatlichen Eingriffe nur dann die beabsichtigte Wirkung haben könnten, wenn eine Beruhigung und F e st i» aung der politischen und staatlichen Verhältnisse auf längere Sicht gewährleistet sei. Ebenso sei das Zentrum davon überzeugt, daß in der augenblicklichen Regierungs- fonfteltation diese p o l i t i f d) e Stabilität nicht gegeben sei und durch sie auch nicht erreicht werden könne. Wenn die Regierung keine Mehrheit im Reichstag finde und trotzdein im Amt bleibe, sei sie gezwungen, denReichs- tag erneut aus.zulösen. Die jetzigen polnischen Verhältnisse boten folgende Perspektiven: Gefahr von Staatsstreich, Auslösung der Parlamente, Neuwahl, mehrfache Neuwahl. Unter solchen Umständen, meinte er weiter, werde auch beim schönsten Wirtschaftsprogramm die Unternehmungslust nicht geweckt. rav,. Mit einer solchen Regierung kann der Gedanke eines Dertrauenskabinetts (sog. Prastdial- fabinett) durchaus in E i n k l a n g g e d r ach t werden Der normale Zustand ist der, daß das Kabinett das Vertrauen des Herrn Reichspräsidenten besitzt und das der Volksvertretung findet. Dem Zentrum hat im keinen Zeitpunkt der Verhandlungen der Gedanke eines einseitigen „P a r t e i e n l a b i • netts" vorgeschwebt. Die volle Mitwirkung des Parlaments war in Krisenzeiten zwar schwierig wie sich aus den Erfahrungen der Jahre 1919, 1923 bis 1924 und 1930 dis 1932 ergeben hat. Was aber anderer Völker aufbringen. Rotary dient nicht der gegenseitigen geschäftlichen Förderung, sondern erklärt, daß wahre Freunde nicht nach gegenseitigem Vorteil trachten, daß jeder Versuch eines Rotariers, durch seine Beziehungen im eigenen oder in anderen Ro- tary-Klubs seinem Geschäfte Ruhen zu bringen, als Mißbrauch der Mitgliedschaft von Rotary angesehen wird. Sn politischer Hinsicht sind die Klubs neutral. Sn Deutschland gehören ihnen Personen an, die politisch weit rechts oder weit links stehen. Zu den Ehrenmitgliedern der Klubs zählt der König von Belgien und auch ein Angehöriger des italienischen Herrscherhauses. Sollte danach der Empfang Goerings beim Reichs- i Präsidenten die Aussichtslosigkeit der Bemühungen um einen Regierungswechsel bartun, so werden wahrscheinlich die Parteien keine Vertagung eintreten lassen. Das Schicksal des Reichstags wird sich also voraussichtlich am M i 11 w o ch o d e r Donnerstag der kommenden Woche besiegeln. Oas Koalitionsgespräch. Gemeinsamer Protest von NSDAP. uudZcntrumstcgenPapcnsWirlfchaftsplan. B e r l i n, 8. Sept. (BDZ.) 3m hause des Reichs- lagspräfidenten gegenüber dem Reichslagsgebäude sand am Donnerstagnachmittag eine gemeinsame Besprechung von nationalsozialistischen und Zentrumsabgeordneten stall, in der es sich um wirtschaftliche Fragen handelte. Reben dem Reichslagspräsidenlen (Doering nahmen an der Besprechung u. a. von den Nationalsozialisten der Abgeordnete Feder, vom Zentrum die Abgeordneten Dr. St eg et- rn alb unb Dr. Dessauer sowie Vizepräsident Esser teil Heber die Besprechung wurde fol- genbe gemeinfame Verlautbarung aus- gegeben: 3n einer gemeinsamen Besprechung, bie zwi- Hausreparaturen erhoben. Auf der Hamburger Tagung der Haus- und Grundbesiherver- eine wurde bekanntlich ein ausführliches Programm zur wirtschaftlichen Gesundung des Haus- besitzes ausgestellt. Einige der darin enthaltenen | Forderungen werden durch die letzte Rotverord- | nung verwirklicht. Cs verlautet, daß die Reichs- , regierung ursprünglich die Absicht hatte, einen stärkeren Abbau der Hauszinssteuer vorzunehmen. Der Plan sei jedock auf Einspruch der Länderregierungen hin fallen gelassen worden und an feine Stelle die Bereitstellung von 50 Millionen Mark zur Durchführung der Snstandsetzungs- arbeiten getreten. Die Hausbesitzer weisen darauf hin, daß sie sich bei Aufstellung ihrer Grundsätze nicht von rein egoistischen Beweggründen haben leiten lassen, sondern immer von der Lieberzeugung der inneren Verbundenheit der Grundstückswirtschaft mit der Gesamtwirtschaft, der Lieberzeugung, daß von einer im Kern gesunden Grundstückswirtschaft ein kräftiger Smpuls ausgeht auf alle Zweige der Allgemeinwirtschaft. Wenn jetzt die Regierung den Forderungen der Hausbesitzer zu einem Teil nachgegeben hat, so wird dies als ein Zeichen der wachsenden Einsicht für das zunächst Notwendige anerkannt. Die Hausbesitzer halten jedoch den Betrag von 50 Mil» lionen noch für zu gering, als daß damit schon durchgreifende Erfolge erzielt werden könnten. Die Beteiligung der Regierung mit einem Fünftel an den Kosten für Snstandsetzungsarbeiten wird aber schon einen starken Anreiz für die Hausbesitzer bilden, ihre Gebäude in Ordnung zu bringen Ein großer Teil der 200 Millionen Mark, die der Hausbesih selbst aufzubringen hat. wird durch den Steucrabbau wieder herein- kommen- Die Steuergutscheine, die bei der Entrichtung von Grundsteuern gewährt werden, sollen zum Zwecke der Finanzierung der 3nftanb- sehungsarbeiten möglichst schnell zu barem Geld Oie Auffassung in Kreisen des Reichskabineiis. Berlin, 8. Sept. (ERB.) Sn den Kreisen der Wilhelmstrahe sieht man mit Spannung dem Empfang des Rcichstagspräsidiums beim Reichspräsidenten entgegen. Er wird sich so abwickeln, daß der Reichspräsident zunächst die Vorstellung der Mitglieder des Prasl- 3Ran»nofen. i Nach der Rückkehr Hindenburgs. s"Oi< »»Wen B«!pr,ch°ng-» Cmpfong »e« Sei lange hat der Hausbesih die Forderung auf tldtßffer füllt Entscheidung über das Schicksal des ^ercystags. Steuerermäßigung unb eine Reichshilfe zur j IlUUf|lvl zvvvufv > r & _____ Durchführung der notwendigen l i ch machen. Dann wird am Montag der Reichstag zu - jammentreten, um bie Regierungserklärung entgegenzunehmen. Die Einzelheiten ber Tagung finb in einer Besprechung zwischen dem Reichstagspräsibenten unb bem Kanzler festgelegt worben. Die Unterhaltung bauerte etwa eine Stunbe. Man kann wohl annehmen, baß sie sich auf bie Formalien ber Reichstagstagung beschränkte, zumal bie gestrige Rebe Hitlers be- jonbers in bem Teil, ber sich g e g e n b e n Reich s- •.iDDDnunu Hu.tv — ..... ------ .,. - I Präsidenten richtete, in Streifen ber Wilhelm- traft Tonleitern auf der Trompete übte. Der ^ße [aurn dazu beigetragen haben bürste, eine Richter hat den Revolverschuhen freigesprochen s^unblichere Atmosphäre zu schaffen Die Aus- denn er hatte Verständnis dafür, daß die Geduld ! . ~ ---------------- des Menschen begrenzt ist Es war ,a kein körperlicher Schaden angerichtet worden, der Sünalinq wurde nur exemplarisch dazu ange- baltfn. sich der Grundregel für die Kunst der Musik zu erinnern, die als Leitwort in ^ettbrud auf ber ersten Seite eines jeben uiuflkcisischen | Lehrbuches stehen sollte: Treibst Musik du, ""^egen^usliches Lärmen gibt es nurdasge- s ch l o s f e n e F e n st e r als Dampfungsmittel. Sn ber Münchener Technischen Hochschule ^werden aber jetzt eingehende Lintersuchungen angestellt, welche Weae der Schall von einem Haushalt zum anderen nimmt und welche Maßnahmen getroffen werden müssen, um die Schallübertragung zu beseitigen. Es wurde eine Anlage gebaut, die den natürlich gegebenen Verhältnissen entsprich^ Ein Lautsprecher wurde in einen schalldichten Kasten eingebaut. Der Kasten mündet in ein Rohr, das in der Mitte des Mantels eine Oeffnung hat. Sn diese Nennung wurden Scheiben verschiedener Starke und aus verschiedenem Material eingespannt. Sn die Scheiben waren Oessnungen verschiedenster Große und Form eingeschnitten. Durch Auswechseln der Scheiben sollte ermittelt werden, woran es liegt, daß der SchaN durch Hauswände übertragen wird. Es wurde sestgestellt, daß nicht die großen, kreisrunden Oefsnungen die größten Schallubertrager sind, sondern daß schon durch schmale Spalten häufig mehr Schall hindurchgeht, als durch große Oessnungen. Hier glaubt man einen Weg gefunden zu haben, bie Wohnungen mit geringen Kostenaufwand gegen Rachbarwohnungen sch a I I - sicher abdichten zu können. Die Rotgemein- schajt der deutschen Wissenschaft wird auf Grund der Lintersuchungen eine Anzahl entsprechender Anweisungen herausgeben. gemacht werden. Reichspräsident von Hindenburg ,st Die Hausbesitzer-Organisationen werden sich be- . längerem Aufenthalt in Neubeck soeben nach mühen, das Snstandsehungsprogramm in das all- ch3"rütffletel)rt ro0 er heute bas Reichstagsgemeine Arbeitsbeschaffungsprogramm emzuglie- prä[jbiUm empfangen wirb. — Unjer Bilb zeigt von dem. Zu diesem Zweck werden ^ba^dlungen Ln’bcnburfl Begleitung feines Sohnes beim Ver- mit den m Frage kommenden.Handwe^s-Snnun » Bahnhofs Friedrichstraße. gen eingeleitet, um eine systematische Durch- lu,|CI u 1 ' 1 führung des Programms zu gewährleisten Sn biumg entgegennimmt, und im Anschluß daran allen Städten soll eine enge Zusammenarbeit d^n Präsident Goering seine Auffassung zwischen den Hausbesitzervereinen und den^Hand politische Lage entwickeln. Der Reichs- Werkskammern und Snnungen hergestellt weroen t,rQriI)ent mird diese Ausführungen entgegenneh- damit möglichst alle Zweige des ^?uhandwerks dürfte von den Llmständen abhängen, gleichmäßigen Anteil an dem Arbeitsprogramm er darauf erwidert. Sollte das der Fall leim, erhalten. I f0 wird er, wie man in amtlichen Kreisen vermutet, darauf Hinweisen, daß die Rotwendigkeit einer ungestörten Durchführung des Wirtschastspro- gramms und die überaus wichtigen Verhandlungen mit dem Ausland in der Abrüstungsfrage einen Wechsel in der Reichsregierung l m gegenwärtigen Augenblick unmög- bet Regierung für Kontingentierung der Einfuhr und sprach die Erwartung aus, daß daS Schulden- und Lastenproblem im Sinne der Hugenberg-Vorschläge von der Regierung möglichst bald in Angriff genommen werde. 2m Zusammenhang mit dem Wirtschaftsprogramm der Regierung wurden besondere Anträge vorbereitet, die insbesondere eine Berücksichtigung der mittel ständischen Wirtschaft und sozialpolitischer Forderungen bei den neuen Mahnahmen zum Ziele haben." 2n der anschließenden politischen Aussprache, die sich auch mit den in der Presse erörterten Bestrebungen zur Bildung neuer Mittelgruppen befaßte, brachte die Fraktion zum Ausdruck, daß diese Bestrebungen, die meist aus dem Betätigungsdrang ehemaliger inittelparteilicher Parlamentarier zurückzuführen sind, politisch nicht ernst genommen werden können, weil sie nach allen Erfahrungen zum Scheitern verurteilt sind. Die Fraktion hat außerdem folgende Entschließung gefaßt: „Die deutschnationale Reichstagsfraktion nimmt mit Empörung von den lügnerischen Veröffentlichungen Kenntnis, die besonders die nationalsozialistische Presse planmäßig im ganzen Lande — offenbar auf Anweisung von zentraler Stelle — über die Deutschnationale Volkspartei und ihren Führer verbreitet. 2n der DRVP. gibt es weder eine „Führerkrise", noch „Zerwürfnisse", noch „Unzufriedenheit". Auch Meldungen wie die, die Partei beabsichtige, Herrn Dr. Goerdeler, der ihr gar nicht angehört, zu ihrem Vorsitzenden zu macAn, liegen in der gleichen Linie. Diese unwahren und gehässigen Behauptungen haben nur den Zweck, von der in den Reihen der Rationalsozialisten herrschenden Unruhe abzulenken, die durch das parlamentarische Kuhhandeln der nationalsozialistischen Führer mit der „nationalen" Zentrumspartei entstanden ist. Diese Veröffentlichungen, die marxistischen Methoden entsprechen, sind im Urteil der Fraktion mir ein Beweis mehr dafür, wie sehr das Vertrauen der Deutschnationalen Volkspartei zu ihrem Führer gerechtfertigt ist." dieser Generalvollmacht geprüft werden und dann die Aussprache stattfinden. Abschluß her Wirtschasts- iagung her NSDAP. München, 8. Sept. (TU. Funkspruch.) Am Mittwoch, dem letzten Tage der programmatischen Beratungen in der Reichsleitung der RSDAP. im Braunen Hause in München, sprach Reichstagsabgeordneter Dr. R e n t e l n über die Unzulänglichkeiten kapitalistischer Methoden zur Ankurbelung der Wirtschaft. Insbesondere übte der Redner Kritik an dem Papenschen Wirtschaftsprogramm. Werner D a i z sprach über Zinssenkung, Lastensenkung und zusätzliche Arbeitsbeschaffung, während Reichstagsabgeordneter Reinhardt noch einmal in großen Zügen die nationalsozialistische Grundeinstellung zur Arbeitsbeschaffung umriß und ausführte: Die deutsche Wirtschaft sei durch das System Brünings ebenso wie durch Papen nicht angekurbelt, sondern abgekurbelt worden. Es dürfe keine weitere Kürzung der Löhne, Gehälter und Renten erfolgen. Ein grundsätzlicher Umbau des Steuersystems, eine Senkung der Zinssätze, eine Streichung überflüssiger Sachausgaben müsse eine Erhöhung der gesamten Kaufkraft er- zielen. Abgeordneter Feder hielt zum Schluß noch einen Vortrag über finantheoretische Grundlinien, wobei er die nationalsozialistischen Forderungen nach Verstaatlichung des Geld- und Kreditwesens in Erinnerung brachte und sagte, daß das Geld wieder Diener der Wirtschaft werden müsse, und daß die Arbeit das Geld schasse. Nationalsozialistischer Protest gegen den Wirtschastsplan. Berlin, 8. Sept. (TU.) Der Leiter der Hauptabteilung V (Landwirtschaft) der Reichsorganisationsleitung derRSDAP., Walter Darre, hat, wie die Reichspressestelle der RSDAP. mitteilt, an den Reichskanzler und an den ReichsernAh- rungsminister Protesttelegramme gegen die neuen Wirtschaftsmaßnahmen gerichtet. 2n dem Telegramm an den Kanzler wird erklärt, daß der deutsche Land st and aus vaterländischem Pflichtgefühl und der Aufforderung seines freiwillig erkorenen Führers Adolf Hitler folgend, die Ernährung der deutschen Bevölkerung rn diesem Winter sicherge- st e l l t habe. Die neuen Wirtschaftsmaßnahmen brächten nunmehr die sich in höchster Rot befindende deutsche Landwirtschaft endgültig aufs Schaffst und gefährdeten so in Zukunft die Ernährung des deutschen Volkes. 2n dem Telegramm wird dem Kanzler schließlich unverantwortliche Handlungsweise vorgeworfen. Das Drlegramm an den Reichsernährungsminister enthält die Bitte, durch Zurücktreten von seinem Amte eine klare Lage zu schaffen. Das Wirtschaftsprogramm komme nur der Börse undder internationalen Hochfinanz zugute.Das schaffende deutsche Volk und insbesondere das deutsche Bauerntum müsse an diesem Wirtschaftsprogramm sterben. Das deutsche Bauerntum sei sich z u gut, um in der Fron des internationalen Leihkapitals zu sterben. Es wolle jetzt eine grundsätzliche Lösung seiner Rot urch einen völkischen Staat. Aeuyorks neuer Oberbürgermeister räumt auf. Reuhork, 8. Sept. ($11.) Walkers Rachfolger als Oberbürgermeister von Reuhork, Mac K e e, hat in den acht Tagen, die er nunmehr im Amte ist, in der Stadtverwaltung bereits so gründliche Aufräumungsarbeit geleistet, daß die Reuyorker Bevölkerung aus dem Staunen nicht herauskommt und daß in Tam- manh Hall, dem Sitz der Reuyorker Demokratischen Parteiorganisation, äußer st e Be- stürzung herrscht. Mac Kee hat die Gehälter der von Tammanh Hall in die wichtigsten Reu- Yorker Verwaltungsstellen gesetzten Personen stark gekürzt, nachdem er sein eigenes Gehalt um 15 000 Dollar vermindert hatte. Mae Kee hat gleichzeitig denjenigen Beamten, übe« deren Gehälter er nicht bestimmen kann, dringend geraten, sich nach seinem Vorbild zu richten« Der neue Oberbürgermeister geht auch in anderer Hinsicht den Herren von der Reuyorker Stadtverwaltung mit gutem Beispiel voran, um sie zur Sparsamkeit zu erziehen. So verzichtet er beispielsweise darauf, für feine Dienstfahrten die städtischen Kraftwagen zu benutzen. Die Untergrundbahn ist sein Beförderungsmittel. Mac Kee hat die Abteilungsleiter angewiesen, ihre Limousinen aufzugeben. Nationalsozialistische Wehrforhernngen. München, 8. Sept. ($11. Funkspruch.) In der Rationalsozialistischen Parteikorrespondenz nimmt heute Ok^rst a. D. H a s e l m a y r zu der Erklärung des Reichsaußenministers in der Gleichberechtigungsfrage Stellung. Er schreibt u.a.: Deutschland brauche nur bei Wiederbeginn der Genfer Verhandlungen an Ort und Stelle zu erklären, daß die deutschen Vertreter sich als gleichberechtigteTeil- nehmer der Konferenz betrachteten und nur auf dieser Grundlage mitarbeiten würden. Roch beweiskräftiger für die deutsche Gleichberechtigung werde sein, daß Deutschland am 1. Rovernber, also nach Ablauf des bis dahin geltenden Rüstungsfeierjahres selbsttätigmit der Reuordnung seiner Wehr beginne. Dadurch mühten und würden die weiteren Abrüstungsverhandlungen in Genf nicht scheitern, denn Deutschland sei in seiner Sicherheit mit solchem Abstand zurück, daß es schon aus technischen Gründen auf 2ahre den Rüstungsstand der anderen nicht zu beeinflussen vermöge. Außerdem werde Deutschland bereit sein, alle Rüstungsbegrenzungen und Rüstungsverzichte mitzumachen, die auch die übrige Staatenwelt auf sich nehme. Handeln, nicht verhandeln, sei jetzt für Deutschland das Gebot der Stunde. Oer Bürgerkrieg in Brasilien. Due.nos Aires, 8. Sept. ($11. Funkspr.) Rach Meldungen aus Rio de 2aneiro haben d i e brasilianischen Dundestruppen den wichtigen Eisenbahnknotenpunkt Mogi Mi rin im Staat Sao Paulo eingenommen. Die Einnahme Mogi Mirins wird von der Regierung als ein großer Erfolg betrachtet, da es in nächster Rähe Campinas liegt, der zweitgrößten Stadt in Sao Paulo. 2n Porto Alegre, der Hauptstadt des Staates Rio Grande do Sul, wurde das Zeughaus von einer 1000köpfigen Menge erstürmt. Waffen- und Munitionsvorräte wurden geplündert unb an Aufständische verteilt. Gerüchtweise wird gemeldet, daß der frühere brasilianische Präsident Dr. D e r n a r d e s sich an der Spitze der durch den Staat Espirito Santo auf Rio be Janeiro marschierenden Aufständischen befinde. Oer Arbeitskonflikt in den Spinnereien von Manchester. Manchester, 8. Sept. (W$B.) Die vom Verband der Daumwollarbeiter veranstaltete Abstimmung über die von den Arbeitgebern vorgeschlagene Lohnkürzung ergab 30 991 Stimmen für die Arbeit und 1518 da- Svgen. Der Verband umfaßt 44 000 Mitglieder. Die Arbeitgeber hatten eine Lohnkürzung von 2 Schilling 9 Pence auf je ein Pfund Sterling Verdienst vovgeschlagen und eine Frist bis zum 17. d. M. zur Beantwortung ihres Vorschlags gestellt. Die Spinnereiarbeiter beabsichtigen nicht, einen Streik zu proklamieren und würden, wenn die Arbeitgeber auf ihrchn Vorschlag beharren sollten, die Arbeitseinstellung als Aussperrung und nicht als Streik ansehen. Die soziaWUche Seile derWirischastMrordming Der Protest der Gewerkschaffen. Besprechung beim Reichsarbeitsmimster. Berlin, 8. Sept. (DDZ.) Reichsarbeitsminister Dr. Schaeffer empfing am Donnerstag die Vertreter der Spitzenorganisationen der Gewerkschaften aller drei Richtungen. Wie das Rachrichtenbureau des VDZ. von gewerkschaftlicher Seite hört, ist es dem Reichsarbeitsminister nicht gelungen, die schweren Bedenken zu zerstreuen, die seitens der Gewerkschaften gegen den sozialpolitischen Teil der Rowcrordnung geäußert worden sind. Die Gewerkschaftsvertreter aller Richtungen legten gegen die Maßnahmen der Reichsregierung schärfste Verwahrung ein und erklärten, daß sie mit jedem nur zulässigen Mittel dagegen Widerstand leisten würden. Außerdem wurde von einzelnen Gewerkschaftsvertretern der Einbruch in das geltende Arbeits- und T a r i f r e ch t durch Rotverordnung als eine Verletzung der Reichsverfassung bezeichnet und in Aussicht gestellt, daß man auf öem Rechtswege dagegen vorgehen würde. Der Minister versicherte, daß die Rsichsregierung durchaus die Interessen der Arbeiter und Angestellten bei der Durchführung der Rotverord- nung im Rahmen des irgendwie Möglichen berücksichtigen werde, und daß schließlich alle diese Maßnahmen doch nur den Zweck verfolgten, die Arbeitslosigkeit zu mildern und die Institutionen der deutschen Sozialpolitik und Sozialversicherung über die Krise Hinwegzubringen. Die Gewerkschaftsvertreter führten demgegenüber aus, daß das eigentliche Ziel der Regierungsmah- nahmen, die Deflation zu beenden und die Wirtschaft durch Erweiterung des Konsums zu beleben, durch den sozialpolitischen Teil ihrer eigenen Maßnahmen zunichte gemacht werden müsse. Reichs arbeitsminister Dr. Schaeffer hat den Vertretern der Gewerkschaften den Vorschlag gemacht, eine Kommission der Gewerkschaften zu bilden, die bei der Durchführung der sozialpolitischen 'Bestimmungen der Rotverordnung m i t- wirken soll. Die Vertreter der Freien Gewerkschaften haben sich ihre Stellungnahme zu diesem Vorschlag noch Vorbehalten. Die übrigen Gewerkschaftsvertreter haben dem Vorschlag zugestimmt. Erläuterungen zur Wirtschastsverorhnung. Beschäftigungsprämie und Tarifuntcrschreitung. Berlin, 8. Sept. (TU.) Wie der DHD. mit- teilt, nab der Reichsarbeitsminister eine Erläuterung der wichtigsten Bestimmungen der Verordnung vom 5. September. Der Begriff des Betriebes nach dieser Verordnung werde im Sinne des Betriebsrätegesetzes Anwendung finden. Reue und stillgelegte Betriebe fielen nicht unter die Bestimmungen des ersten Teiles der Verordnung über die Vermehrung der Arbeitnehmerzahl. Voraussetzung sei auf jeden Fall, daß der Betrieb noch bestehe und auch produziere. Da diese Bestimmungen, wie auch schon die Verhandlungen mit den Arbeitgeberverbänden ergeben hätten, mannigfachen Ausdeutungen ausgesetzt seien, so sei anzunehmen, daß eine Durchführungsverordnung zum ersten Teil herauskom- men werde, die vor allem den Begriff der R e u e i n st e l l u n g interpretieren werde. Es fei selbstverständlich, daß bei der .zulässigen Unter- schreitung der tarifvertraglichen Lohnsätze nur bi e eigentlichen Lohnsätze und nicht die Leistungszulagen und aobere Zulagen gemeint seien, wie überhaupt diese einzelnen Bestimmungen der Verordnung nur auf solche Betriebe Anwendung finden könnten, für die ein Tarifvertrag bestehe. Wenn die Voraussetzungen des Paragraphen 1 der Verordnung über die Vermehrung der Arbeitnehmerzahl und die Bestimmungen des Paragraphen 7 über die Erhaltung gefährdeter Betriebe z u s a m - men fiel en, dann dürfe der Schlichter nicht über eine Gesamtlohnkürzung von 20 v- H. hinausgehen. Da nun in der Praxis wohl zuerst ein Betrieb von feiner Notlage Gebrauch wachen werde, und auf Grund dieser Notlage ihm dann die Unterschreitung der Tariflöhne bis 20 v. H. zugestanden werde, hierdurch aber eine Verschiebung seiner Konkurrenzfähigkeit insofern eintrete, daß er in die Lage versetzt werde, nunmehr eine Vermehrung ber Arbeitnehmerzahl vorzunehmen, sollen die Schlichter angewiesen werden, gleich in ihrer Entscheidung über die Erlaubnis der Unterschreitung bis zu 20 v- H. im Sinne der Erhaltung gefährdeter Betriebe fest zulegen, daß, wenn auf Grund des ersten Teiles der Verordnung über die Vermehrung der Arbeitnehmerzahl Neueinstellungen vorgenommen werden, die Vergünstigungen aus dem zweiten Teil über die Erhaltung gefährdeter Betriebe in Fortfall kommen. Die Finanzämter würden angewiesen werden, unter Umständen auch bie Buch- Prüfung dem Schlichter zur Verfügung zu stellen, wenn dies die Lage des Betriebes und des einzelnen Falles notwendig mache. Ueber die Anwendung der Generalvollmacht für bie Aenderung aller Zweige ber Sozialver- sichern ng gab der Minister die Erklärung ab, daß er eine solche Aenderung nur im engsten Einvernehmen mit den Verbänden der Arbeitgeber, der Arbeitnehmer, der einzelnen Länder und sonstigen irgendwie interessierten Gruppen vornehmen wolle. Vorerst sollen in Referenten- besprechungen die Möglichkeiten der Anwendung „Morgen wieher lustik!" Neues vom fröhlichen König Ströme. Das kurzlebige Königreich Westfalen, das des großen Napoleon jüngster Bruder Järome wie einen höfischen Karneoalsicherz behandelte, ist noch heute nicht vergessen: da saß einer auf dem Thron, der damals in Westfalen alles auf den Kops stellte. Aber selbst seine Gattin Katharina, die Tochter des Königs Friedrich von Württemberg, die bei diesem Frauenjäger allen Anlaß zur Klage hatte, verzieh ihm immer wieder und folgte ihm nach dem Sturze des großen Bruders in die Verbannung, wo sie mit bem immer noch zu Seitensprüngen Geneigten eine gut bürgerliche Ehe führte. Unter ben vielen Damen, bie der „liebe F i f i", wie Jsröme von seiner ijrau genannt würbe, mit seiner Gunst beglückte, befanb sich auch bie schöne Gräfin von Löwenstein, bie Gattin eines seiner Kammerherren, bie ihm einen Knaben Charles-Henri schenkte. Jsröme soll als Herrscher, ba ihm seine Gattin zunächst keine Nachkommen schenkte, daran gebacht haben wie sein Bruder sich von seiner-Gemahlin zu trennen unb die Gräfin Löwenstein zu heiraten. Aber ber kleine Charles-Henri würbe vor bem Schicksal eines Thronerben durch ben Verlust ber westfälischen Krone bewahrt, der seinen Vater ereilte. Er wurde bei einem einfachen Bureaubeamten in einer württemdergischen Gemeinde aufgezogen, und wenn er die Beziehung zu seinem erhabenen Papa nicht verlor, so lag dies weniger an diesem als an der guten Katharina, die auch, nachdem sie ihrem Manne zwei Söhne und eine Tochter geschenkt hatte, sich noch immer um ben Bastarb kümmerte. Als Sohn bieses Charles-Henri entpuppt sich nun ber bekannte französische Zeichner unb Schriftsteller Ferdinanb 58 ac in einem soeben erschienenen Buch, bas er über den „Prinzen Napoleon" veröffentlicht. Dieser „Prinz Napoleon", ber roäbrenb des zweiten Kaiserreichs eine bedeutende Rolle spielte, war ber zweite Sohn Jörömes, während der erste als württembergischer Offizier schon vor bem Sturze des Bürgerkönigs starb. Durch nahe Beziehungen zu dem Bruder unb zu ber Schwester, der Prinzessin Mathilde, hat dieser „wilde Sproß" vom Stamme des .Königs Immer-Lustik" viel von der intimen Familienüberlieferung des napoleoni» fdjen Hauses erfahren und erzählt in dem Buche eine Fülle unbekannter Züge und Geschichten. Er führt den Prinzen Napoleon redend ein und läßt ihn von seiner Großmutter, Madame Letizia, plaudern. Die Mutter Napoleons, die zu Rom im Palais Jtinuccim residierte, durch ein Unglück für die letzten >We ihres langen Lebens an die Chaiselongue ge- fcHelt, war der Mittelpunkt eines großen Gesellschaftskreises und wurde von ihren Kindern sehr verehrt. Wenn ber verbannte Fifi und seine Katharina die Erlaubnis erhielten nach Rom zu gehen, bann führten sie ihre Kinber ber ehrwürdigen Großmutter ZU. Sie war um 1830 80 Jahre unb trug feit bem Tobe Napoleons stets Trauer. Sie schnupfte stark, trank viel Kaffee und war von einer „unvergeßlichen Atmosphäre von Lorbeergeruch und Schnupf- tadak" umgeben. Verklärt durch den Ruhm ihres großen Sohnes, hielt sie auf strenge Feierlichkeit; man ging in ihrer Gegenwart auf Zehenspitzen und sprach leise. Sie selbst aber nahm kein Blatt vor ben 2)lunb unb setzte die Gesellschaft in Erstaunen durch Äußerungen wie die folgende: „Ich habe mit meinen Kindern viel Pech gehabt; aber ich habe wenigstens bie Genugtuung, sie ordentlich verhauen zu haben." Sie hatte ja den ungeheuren Aufstieg ihres Sohnes ebenso erlebt wie seinen Sti'-z und für sie blieb der Heros der Weltgeschichte stets der kleine Junge, dessen Wäsche sie selbst gewaschen, und dem sie etwas Gehöriges „hinten drauf" gegeben patte, wenn er ungezogen war. Von ihren anderen Kindern den entthronten Königen, sprach sie als von „ihren Affen" mit der Schlichtheit und Dem guten Humor einer Bauersfrau. Die Enkelkinder hatten vor der Großmama Angst und mochten besonders den Tabakgeruch nicht, der ihren großen " schen- uchern entströmte. Der Papa Jsrüme ber bie Seit feiner Verbannung dank ber Aufopferung feiner Ge- maMin reefjt vergnügt verbracht hatte, aber oft knapp bet Gelbe war^ würbe unversehens burch bie Kaiser- e,Je!"e5 NA?", mieber emporgehoben. Er nahm offiziell seinen Königstitel an, empfing von neuem ben Marschallstad unb ben gut bezahlten Posten eines „©ouDcrneurs ber Invaliden". Die arme Katharina war 1839 gestorben, unb ihr „lieber Fifi" war als Witwer dem Andenken feiner guten Frau nicht freuer, als er es bei ihren Lebzeiten gewesen war. Noch immer lief er hinter jeder Schürze her aber er war der Bruder des „andern", des großen Napoleon, den die Gloriole ber Unsterblichkeit umgab. Während des Krimkrieges mußte der alte König Jöröme an einem Staatsrat teilnehmen unb sollte auch seine Ansicht über bie Kriegführung abgeben. Es war eine reine Formsache, benn er kümmerte sich schon seit langem nicht mehr um Politik unb Kriege, — wenn er sich überhaupt je barum gekümmert hatte. „Sie wünschen, baß ich mich äußere", sagte der Alte. „Nun wohsi wenn mein Bruber noch lebte, bann würbe mein Bruder so gehandelt haben ..." Was er bann sagte, war sinnlos, aber die bloße Erwähnung dieses großen Bruders, der den Jüngsten noch auf feinen Knien geschaukelt, ihn verhätschelt und wegen seiner Nichtsnutzigkeiten ausgeschimpst hatte, machte einen gewaltigen Eindruck. „Niemand dachte daran", so berichtet einer ber Anwesenben, »daß ber Greis sich bamit lächerlich mackste, daß er angeben wollte, was fein Bruder in der Krim getan haben würde, sondern es schien, als ob ber Sieger von Austerlitz eingetreten wäre .. Oas Ehrenbegräbnis des Walfischs. Eine Sage in Anam erzählt, daß zur Zeit der Herrschaft des Königs Gia-Long, des Begründers der jetzigen Dynastie, dieser Herrscher in einem Kriege mit feinem Nachbarn Taison Schiffbruch er- litt unb aus ben Fluten durch einen Walfisch gerettet wurde, der ihn sicher ans Ufer trug. Aus Dankbarkeit für diese wundersame Errettung ordnete Gia-Long an, Pagoden zur Verehrung der Walfische zu errichten und pries in einem Erlaß bie Familie dieser großen Fische als „rettende Schutzgeister" feines Volkes. Der Kult ber Walfische ist seitdem in Anam lebendig geblieben, und wenn zufällig ein solcher Riese des Meeres an bie Küste des Landes getrieben wird, bann wird von der Regierung eine beträchtliche Summe unb ein Stück roter Seide für fein Ehrenbegräbnis ausge« gesetzt. Eine solche feierliche Bestattung eines Walfisches hat kürzlich wieder ftattgefunben, wie der Direktor der Schule von Degi, Ngo-le-To, in einem französischen Blatt berichtet. Ein Einwohner des Dorfes Vin-Loi bemerkte an ber Küste einen fter- benben Walfisch unb machte sofort ben Behörden davon Mitteilung. Sogleich erschienen hohe Beamte von einer großen Menge Volks begleitet, mit Fahnen, Trommeln, Musik, mit Tänzern und Tänzerinnen, in Festkleidung, und geleiteten den ehrwürdigen Toten, der als „Ong", d. h. Großvater ober erhabener Geist, angeredet wird nach dem Dorf. Der „erhabene Geist" war mehr als 6 Meter lang unb von schwarzer Farbe. Währenb der Woche, bie bis zu seinem Ehrenbegräbnis ba= bmging, ruhte alle Arbeit. Die ganze Bevölkerung, mit ber sich die Fischer ber angrenzenden Ortschaften verbanden, versammelte sich vor dem Kadaver des Fisches und erwies ihm bie Huldigung durch beständige Verbeugungen. Das Tier selbst, mit vergoldeten Körben und roten Seidenstoffen geschmückt, wurde in einen prächtigen Bambus-Sara gelegt und vor einem reich verzierten Altar aufgebahrt. Die Leidtragenden opferten dem dahingeschiedenen "Schutzgeist" Kerzen unb Geldmünzen, verbrannten vor ihm Gold- und Silberpapier und Weihrauch und warfen sich in Ehrfurcht vor bem Altar nieder. Nicht minder feierlich war das Ehrenbegräb- ms des Walfisches, bas ganz in ben Formen der Bestattung eines Groß-Mandarins vollzogen wurde. Trommeln und Musik waren unterbrochen zu hören, und dichte Weihrauchwolken fliegen über bem Grabe empor, benn „man liebt und ehrt den Walfisch in Anam, wie Sian feinen Vater liebt unb ehrt", bemerkte Ngo-le-To. Der, ber das Tier zuerst gesehen tyat, trug zum Zeichen der Trauer einen weißen Turban, ben er ein Jahr lang nicht ablegen darf. Nach Ablauf des Trauerjahres wird bet Walfisch ausgegraben und das Skelett in einen Holzsarg eingefchlossen, ber mit neuen Zeremonien m einer Pagode beigesetzt wird. Außerdem feiert man für alle Zeiten ben Jahrestag des Walftfch- Todes ... Peter Voß im Film. Eines ber hübschesten unb lustigsten Bücher von Ewald Gerhard Seeliger behandelt die abenteuerliche Geschichte vom Millionendieb Peter Voß. Bruno Frank und E. A. Dupont, der auch Regie führt, haben einen Film daraus gemacht. Das heißt, im Roman ist das Meiste ganz anders; geblieben ist nur die originelle unb witzige Lustspielidee: die Millionen, um bie es sich handelt, sind nämlich gar nicht vorhanden; der Diebstahl wird fingiert, um die infolge eines „schwarzen Freitags" an der Börse vom Zusammenbruch bedrohte Firma zu retten. Das kann geschehen, wenn die Flucht und die Jagd um Den Erdball fo lange ausgedehnt wird, bis die ms Bodenlose gefallenen Kurse (hier Electric, dort Kupfer) sich wieder erholt haben und zu klel- ern anfangen. Den Peter Voß spielt als einen v/l.-.^un9en “ obwohl etwas weicher Im R?nian: der Typus des smarten Deutschamerikaners ist ins Wienerisch-Elegante und liebenswürdig Hochstaplerische umgebogen — m ° ' der übrigens zur Zeit nach einem in Berlin in der Klinik liegt und einer «trafverhandlung entgegensieht. Polly, hier nicht, wie im Roman, Peters Frau, ist Alice Treff, ein neuer Emelka-Star; Bobby Dodd, der große •uetetuD, ist ber aus vielen Filmen bekannte Paul Hörbiger. Sonst: Ida Wüst; Otto Wernicke; H. H. Schaufuß. Eine nette Abendunterhaltung tm Lichtspielhaus. Leider läßt die Verständlichkeit des Textes stellenweise recht zu wünschen übrig. — Sochschulnachrichten. — Professor Dr. H. von Wartenberg in Danzig hat den Ruf auf den Lehrstuhl der anorganischen Chemie an der Universität Göttingen angenommen und bereits seine Ernennung zum o. Professor in Göttingen erhalten. Aus der Provinzialhauptstadt Buntes Allerlei V hoben? Nein, der Selterwasierholer steht vor der Tür und fordert treuherzig seinen „Flaschen ei nsatz" 1 zurück. Die edle Rücksicht kann auf der andern Seit« auch wohl zuweit gehen, das beweist eine kleine Geschichte aus der Zeit, da man an den Häusern noch die alten Zug-Glocken zum Läuten hatte. In einer schwarzen Nacht knarrt, kratzt und knirscht es leise und vorsichtig an der Klingel. Der Apotheker erwacht, weckt auch seine Ehehälfte, aber beide können sich das unheimliche Geräusch nicht erklären. Rühren Geisterhände am Glockenzug? Endlich erhebt sich der Apotheker, lugt zum Fenster heraus und sieht unten ein altes Mütterchen, das eine Arznei «für ihr Enkelkind verlangt. Befragt, warum sie denn nicht richtig gezogen habe, antwortet sie kleinlaut: „Ich wollte doch den Herrn Apotheker nicht gor so sehr stören!" Tanzbären gegen Rheumatismus. Das Verschwinden der Tanzbären von den Jahrmärkten und Landstraßen ist nach dem Kriegs beobachtet worden: selbst in Rußland, dem klassischen Lande des Tanzbären, sind solche Vorführungen nur noch vereinzelt. Wie ein Reisender aus Rumänien berichtet, trauert man dort in einigen abgelegenen Teilen des Landes den verschwundenen Bären aus besonderen Gründen nach. ,,Es ist ein tief eingewurzelter Glaube unter den rumänischen Bauern", berichtet dieser Reisende, „daß Bären die geheimnisvolle Wacht besitzen, rheumatische Leiden zu heilen. Wenn ein Wann mit einem Tanzbären in ein Dorf kommt, dann strömen alle Rheumatiker aus der stabt, Raunstabt unb Grävenwiesbach gelang cfl, die gefährdeten Rachbargebäude zu schützen. Großflugleistungen in Hirzenhain. WSN. Hirzenhain. 6. Sept. Reger Flug» betrieb herrschte dieser Tage in Hirzenhain, wo zahlreiche Flüge ausgesührt wurden, von denen der des Fluglehrers W i e g m e y c r besondere Beachtung verdient. Wiegmeycr gelang er, den bisherigen Hirzenhainer Rekord um drei Stunden zu überbieten und 8 Stunden 16 Minuten in der Lust zu bleiben. Die Fliegergruppe ist in den letzten 14 Tagen sehr | rührig gewesen. Rachbarschaft zusammen, legen sich auf die Erde und lassen den Bären über ihren Wagen stampfen. Das gilt als ein vorzügliches Heilmittel gegen jede Art rheumatischer Beschwerden^ Helft Hindenburg helfen! Annahmestellen der Hindenburg-Spende zum 85. Geburtslage des Reichspräsidenten sind bei allen durch Aushang gekennzeichneten Ranken, den Postämtern und Postscheckkonto Hindenburg-Spende Nr. 73800. umgeben gewesen, denn die Arbeit der „Pillendreher" im Laboratorium hatte gor manches mit den Geheimnissen der „schwarzen Kunst" gemein. Heut ist freilich von dieser Mystik des Apothekerberufs nicht viel übrig geblieben; aber noch immer erlebt der Apotheker mit seiner Kundschaft allerlei Abenteuer. Spaßhaftes aus dem Verkehr mit der Kundschaft wird von einem Angehörigen dieses Berufs in der Leipziger l l u st r i r t e n Zeitung" erzählt. Der Nachtdienst ist beispielsweise nicht dazu da, daß man stillvergnügt den armen Apotheker herausNingelt und dann keck und bieder Briefmarken verlangt oder Eis 3ur Bowle oder Geld gewechselt haben möchte. Eine solche Nachteule holt sich einmal um 2 Uhr nachts eine Flasche Selter- wasser. Sie wird ihm gegen Flaschenpfand aus- gehändigt. Nach einer Halden Stunde klingelt es wieder. Nanu, ist plötzlich die Wirtschaftskrise be- Oie Wiederbelebung der Börse. Das Wirtschastshoroskop der Burgstrahe. - Riesenbetrieb an der Berliner BSrse. Don unserer Berliner Redaktion. LU. Von der Landesuniversität. An Stelle deS nach Heidelberg berufenen ordentlichen Professors Dr. Walter D o t h e ist der Privat - dozent an der Universität Tübingen Dr. Ehri- tian Gerthsen mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 unter Berufung in das Deamtenverhältnis >um ordentlichen Professor der Physik an der hie- igen Landesuniversität ernannt worden. ** Warst d u schon in. Theater?" Dieser Spruch müßte jedem Gießener Bürger über dem Bett hängen. Mit diesem Anruf müßte jeder seine Frankfurt soll am 1. Oktober 30 Mill. Mark zurückzahlen. WSR. Frankfurt«. M.. 8. Sept. Der Magistrat der Stadt Frankfurt bemüht sich seit Monaten bei den zuständigen Reichs- und preußischen Ministerien um eine Lösung der Frage der Frankfurter Schatzanweisungen, die mit 30 Millionen Mark am 1. Oktober fällig wer- den Obwohl alle in Frage kommenden Stellen darüber unterrichtet sind, dah die Stadt aus eigenen Kräften die Einlösung nicht vornehmen kann, ist bis jetzt eine Entschei- düng bei den Zentralstellen nicht getroffen worden Es kann nicht im entferntesten gesagt wer- den' nach welcher Richtung hin eine Entscheidung aetroffen werden wird, ja nicht einmal, ob die »w ständigen Ministerien in dieser Frage Schritte unternehmen werden. Auch die heute im Reichs- Wministerium über die am 1 Oktober fäl- ig werdenden Schatzanweisungen der Städte Frankfurt und Köln führten Verhandlungen haben noch zu keinem Ergebnis Schwerer Verkehrsunfall. IX" aut M) auf dne'r Dienst. fcXnh non einem Per onenkraflwagen über- foh en Mer »er M Fahrrad an der Hand führte, nnr dem Unfall von einem anderen Rad- mürbe lurj| d r^' rte dabei über sein eigenes IglÄTS w”® Ueb-rhal-n- Gießen, den 9. September 1932. Astern blühen. Sie sind die Benjamine, die Spätlinge, die Letztgebvrenen der großen Mutter, die die Kinder Floras im Frühling und Sommer vor unseren immer neu entzückten Augen farbenbunte Reigen tanzen ließ. Run verklingt allmählich dieser Serpentintanz der Farben und Formen, dies« unerschöpflich wandlungsveiche Melodie, die in allen Tonlagen den Geist besang, dessen Ideen- fülle so unbegrenzt ist, daß keines Menschen Phantasie hinreicht, um sie auch nur im winzigsten Bruchteil nachzuahmen. Was uns bleibt, ist ein Stehen und Staunen und das Gefühl, Geschöpfe eines meisterlichen Schöpfers zu sein, der in dem Werden jeder Blume ein Wunderwerk seiner Urkraft und Unendlichkeit zur Entfaltung brachte. Wenn die Astern immer mehr die einzigen Blumen werden, die selbst noch aus dem fallenden Laub uns «in Grüßen des Sommers zu- winken, dann ebbt das Lied von der lachenden Schönheit der Erd« aus den vollen Registern und den tönenden Akkorden der Sommerzeit ab und geht in «ine getragene Mollstimmung über, in der «ine verhaltene Wehmut nachzittert. Der milde Glanz abgeklärter Reife und die Sehnsucht nach Ruhe, als natürliche Folge eines Wirkens mit allen Fasern des Seins, dieses Andante, das vom Spätsommer in den Herbst überleitet, hat in den Astern seinen farbigen Riederschlag gefunden. Ihr Leuchten ist kein sprühendes, hemmungsloses Gipfeljauchzen, sondern scheint mehr in Pastelltönen gehalten. Auch der Formenreichtum ist einfacher, schlichter und trotzdem noch von einem hohen Reiz, den di« verlöschende botanisch« Architektur der Umgebung als bescheidene Umrahmung noch steigert. Wenn der Herbst schon vorsichtig über die Flur fingert, um allem Lebenden die Augen zum Winterschlaf zu schließen, dann scheinen di« Astern seinem würgenden Griff mit einem spitzbübischen Lachen auS- zuweichen. Die Astern sind der Blumensteg, auf dem uns der groß« Weltenmagier aus dem Lande erfüllter Blütenträume hinübergeleitet in die dämmerigen Gefilde blumenleerer Oed« und erstarrten LebenS, das trotzdem kein Tod, sondern nur Ruhe zu neuem Erwachen ist. Dieser Blumensteg zeigt noch einmal in den Astern di« Grundfarben, mit denen di« Palette des genialsten Malers vom Frühling bis in den Herbst hinein ein Dlumen- stück nach dem andern schuf. Es ist, als ob «r noch einmal anschaulich machen wollte, welche unendliche Vielfalt in den einfachsten Mitteln liegen kann, wenn sie von einem höheren Zweck beseelt werden. Denn jede Blume war wohl ein mehr oder weniger kunstvolles und bezauberndes Ding an sich, aber der Reiz der Erscheinung war nut daS Mittel zu dem Zweck, über der Vergänglichkeit und Wandelbarkeit aller irdischen Schönheit den tiefsten Sinn jeglichen Gestalkens nicht zu vergessen. Ein Strauß Astern in seiner ungeschminkten Farben- und Formsprache redet von der Ratur nicht weitschweifig und prahlend, sondern unverbildet: „Rimm mich, so wie ich bin. Denn so wie ich bin, bin auch ich eine Strophe in dem Gedicht, das eine unsichtbare Hand mit den Buchstaben «ineS ewigen Alphabets schrieb!" Kig. Oer OHB. zur WirtschastSverordnung. Freunde unb Bekannten baran erinnern, burch flei- feigen Besuch unb reges Abonnement eine städtische Institution wie bas Theater zu unterstützen. Anmel- bungen für Abonnements werben schriftlich ober ab 25. September täalich in ber Zeit von 10 bis 13 Uhr an ber Tageskasse entgegengenommen. Durch eine erneute Senkung auch ber Abonnementspreise ist es jebem möglich, an ber Erhaltung des Stabttheaters mitzuhelfen, bas alle zu seinem 25. Jubiläum ein- läbt. Folge auch bu dieser Einladung unb bekenne bich zu beinern Theater! Konferenz des Weltstudenten- werks in Gießen. Vom 10. bis 17. September findet hier eine deutsch-englische Konferenz des Weltstudentenwerks statt, zu dieser werden sich etwa 60 Teilnehmer einfinden, darunter etwa 30 Engländer, Professoren und Studenten. Die Teilnehmer der Konferenz kamen bereits zum Teil am Mittwoch in Gießen an, fuhren nach Homberg a. d. Ohm, verbrachten dort den gestrigen Donnerstag, bleiben auch noch den heutigen Freitag und werden am morgigen Samstag nach Gießen zurückkehren. Um 20.30 Uhr findet dann die Eröffnung der Konferenz im neuen Studentenhaus in Gießen statt. Seine Magnifizenz der Rektor der Landesuniversität, sowie der Oberbürgermeister der Stadt Gießen werden Ansprachen halten. In den Tagen vom Sonntag, 11. September, bis zum Schluß der Konferenz am Freitag, 16. September, ist eine Reihe von Vorträgen vorgesehen, die sich mit dem deutschen und englischen Etudentenwesen, darüber hinaus aber auch über Probleme Großbritanniens und Deutschlands in der Gegenwart beschäftigen werden. Im Rahmen der Konferenz ist auch ein Ausflug nach Marburg vorgesehen. Höllenlärm und wenn um die Wittag-zeit btc Besucher die Börse verlassen, bleibt das Schlachtfeld übersät mit Papierschniheln zurück. Die Stände der vereidigten Makler, die allein die Kurse machen dürfen, sind dicht umlagert und besonders diejenigen vereidigten Makler, die die an der Börse beliebten Papiere handeln, sind einem Trommelfeuer von Zurufen auSgeseht. „5000 Farben, 8000 Siemens Dries", man versteht sein eigenes Wort nicht mehr in dem Durcheinander. Der Makler aber mit seinen Gehilfen bewältigt alles spielend, er ist ja so glücklich, dah nach Jahren ber Erstarrung wieder Leben in dieses Haus gekommen ist. Aus Angebot und Rachfrage bildet er die Kurse, an den großen schwarzen Tafeln erscheinen mit Kreide oder zumeist mit Lichtsignalen die Zeichen, deren Ziffern als Anhängsel -ft-ft-ft.Zeichen tragen, d. h. „weiter im Steigen begriffen". Der Beamte, der von Staats wegen als Aussangvorrich- tung für den Zusammenbruch von Kursen gilt und im Rotfall Zwangskurse einsetzen muß, hat seit langer Zeit wieder einmal nichts z u tun und freut sich darüber. In diesem Durcheinander der Zurufe bedeutet ein Wort, ein Handschlag in Sekundenschnelle stets den Geschäftsabschluß, oft werden in dieser Weise über Hunderttausend« verfügt und erst am Abend bekommt der eine Makler vom anderen den „Schluhschein" zuge- schickt, der das Geschäft schriftlich bestätigt. So seltsam es klingen mag: an der Börse gilt das Wort wie ein Heiligtum und nicht zuletzt deshalb wird die Desucherschar so gesiebt. Wer bildet die „Kulisse", wer sind die Hintermänner der großen Börsengeschäfte?" Es sind heute vor allem die Danken, die sich unten staatlicher Aufsicht befinden, zuweilen auch di« Industrie, die sich trotz des stolzen Wortes von Geheimrat Duisberg, „Wir spekulieren nicht, wir produzieren", immerhin sehr lebhaft für die Börse interessiert. Trotzdem hat diese Umstellung der Kulisse sehr günstig auf einen ruhigeren und sachlichen Ablauf deS Börsengeschäfts getoirft, um so mehr, als die Kulisse nur noch in sehr beschränktem Umfange eingreift. Gerade jetzt ist es zu beobachten, daß das Anziehen den Kurse auf die Käufe und die Einwirkung deS kleinen und mittleren Publikums zurückzuführen ist, das sich auf Grund der Beratung durch die Banken und andere Sachverständige zu einem Dertrauensvotum für 'die toirtr' scAftspolitische Entwicklung im Sinne eines Konjunkturaufschwungs entschieden hat. Immer noch hat die Börse ihre eigenen Gesetze, für Außenstehende oft unverständlich. Es ist das Wesen deS Börsianers, daß er die Ereignisse auf ihre letzte Wirkung, auf Monate voraus abzuschätzen sucht. Wenn zum Beispiel di« Aktien für Baustoffe besonders bevorzugt sind, weil man sich aus dem Arbeitsdienst eine besonn bete Belebung dieses Geschäftszweiges verspricht, ober wenn ber beutsche Wein günstiger beurteilt wirb, weil man nach der amerikanischen Präsi- bentschaftswahl bie Aufhebung ber Prohibition erwartet, so liegt darin irgendein Sinn. Unb die Börse hat in großen Zügen mit ihrem Finger- spihengesühl meist Recht behalten. Sie hat den Krisenbeginn praktisch sichtbar gemacht und will auch den Konjunkturaufschwung sichtbar einleiten. Es war von jeher die Ueberzeugung ber Börse, dah die Krise ihren Tiefpunkt überschritten hat, wenn die Preis«, vor allem die Rohstoffpreise, wieder steigen. Unb so ist die Beurteilung ber Börse, bie man durch scharfe Maßnahmen von dem Unwesen ber Gerüchtemacherei einigermaßen befreit hat, seht ernst zu nehmen. Im oereinseigenen Heim hielt gestern abend die Ortsgruppe Gießen des Deutjchnaiionalen Hand- lungsgehilsen-Derbandes (DchV.) ihre Monatsver- fammlung ab. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Dortrag des Dertrauensmannes der Ortsgruppe, Herrn Schwarz, der über die „Notverordnung der Regierung von Popen und die Forderungen des DHD. an den Reichstag" sprach. Die neue Notverordnung der Reichsregierung trage nach außen hin das Gepräge der sozialen Tat zur Schau. Die Arbeitnehmerschaft fei über die getroffenen Maßnahmen und ihre Durchführungsbestimmungen anderer Meinung. Die neue Verordnung treffe diejenigen, die unter der Not bereits am stärksten leiden. Die Vorteile aber kämen jenen zugute, die durch Fehlleitungen des Kapitals die gegenwärtige Not mit herbeigeführt hätten. Ein besonderes Kapitel in der neuen Wirtschaftsoerordnung bedeuteten bie Steuerverrechnungsscheine. Im voraus werde eine Steuerermäßigung verordnet, von ber man noch nicht wisse, ob sie für die kommenden Jahre tragbar sei. Dem Arbeitnehmer werde aber keinerlei Hilfe zuteil. Die Möglichkeit des börsenmaßigen Handels der Steuerverrechnungsscheine eröffne diesen Kreisen des Kapitals neue Gewinnchancen, jur den rücksichtslosen Unternehmer bedeuteten die 400= Mark-Prämien für die Arbeitereinstellung eine Belohnung, für den verantwortungsbewußten Unternehmer, der sein Personal gehalten habe, das Ge- genteil. Unter bestimmten Voraussetzungen sei den Arbeitgebern (für die 31. bis 40. Wochenstunde) die Möglichkeit gegeben, die Tarifsätze zu unterschreiten. Dadurch sei ein Anreiz für die Kurzarbeit gegeben, weil über 40 Wochenstunden voll bezahlt werden müssen. Für die Arbeitnehmer bedeute dieser Mo- dus eine eminente Verschlechterung. Die Kaufkraft des größten Teiles der Arbeitnehmerschaft werde weiter geschwächt. Durch die neue !l?erorbnung werde die Sozialversicherung zu beliebiger Einflußnahme der Reichsregierung anhsimgegeben. Dagegen müsse man sich mit aller Energie wenden. Die in der Notverordnung erwähnten Zinssenkungen seien im Grunde geeignet, Erleichterungen für bie Wirtschaft herbeizusühren, leider fehlten aber gerade hier noch fest umriffene Gedankengänge. Ein unbedingtes Erfordernis fei die Reform des Aktienrechtes, an Stelle des unpersönlichen Unternehmers müsse wieder bie verantwortungsbewußte und verantwortliche Einzelpersönlichkeit treten. Der DHD. habe gegenüber den geplanten Maßnahmen der Reichsregierung eine Reihe von Forderungen ausgestellt, die dem Reichstag und, im Falle seiner Auslösung, den zuständigen Regierungsstellen nachdrücklich unterbreitet werden sollen. In diesen Forderungen wende sich der DHD. u. a. gegen die Eingriffe in die Angestelltenversicherung, gegen die Verbindung der Angestelltenversicherung mit leistungsschwachen Dersicherungs- körpern gegen Mehrarbeit über die 48^tunden- Woche 'hinaus, und gegen die Doppelverdiener. Ferner gegen die ost unbegründeten Entlassungen älterer Angestellter, gegen die Aufhebung der Selbstverwaltung in der Sozialversicherung und in der Krankenversicherung, sowie auch gegen das ungerechte Verhältnis zwischen Leistung und Beitrag in der Arbei tslosenversicherung. Der DHD. sehe sich weiter für die Aufrechterhaltung der öffentlich-rechtlichen Schiedsgerichte ein, für die Entlastung des Arbeitsmarktes der Angestellten, Am User der Spree, gerade gegenüber dem Berliner Dom, erhebt sich, in der Mitte von Säulen getragen, jenes von vielfachen Geheimnissen umgebene Haus, das man in Deutschland kurz „D i c Durgstrah «" nennt. Wall-Street in Äeuhork und Fleet-Street in London sind die parallelen Begriffe. Abgesehen vielleicht vom DcichStags- gebäube gibt es fein Parlament in Deutschland, das heftiger umkänipst, aber auch stärker beachtet ist, als die B e r l i n e r B ö r s e. Die Börse ist in Wahrheit ein Parlament. Es werden zwar dort keine Reden gehalten, aber die Beschlüsse, Vertrauens- ober Mißtrauensvoten wiegen um so schwerer, als der Einsatz ja mit eigenem Gelbe bezahlt werden mutz. In der Lpandauer Straße stehen auf dem Fahrdamm die Automobile in drei- oder vierfacher Reihe, richtig in Paradestellung. Dom Hanomag bis zum Mercedes fehlt kein Wagen unb wer gestern noch im Kleinauto kam, fährt morgen im Luxuswagen vor oder umgekehrt, das ist der Reiz unb die Spannung dieses Spiels. Die große Mehrzahl der Dörsenbesucher aber kommt zu Fuß unb strömt bereits in den frühen Vormittagsstunden in bie weit geöffneten Börsenhal- len, durchbricht mit ber Dörsenkarte versehen, die Schranken der Kontrolle, die unerhört streng ist unb nur eine sorgfältig ausgesiebte Schar in die geheiligten Säle eintreten läßt. Ein „Platz an der Sonne", eine Karte zu der Reuhorker Börse wurde noch vor fünf Jahren mit Summen bis zu 200 000 Dollar bezahlt. Derartige Phantasiepreise wurden an den deutschen Börsen nicht erhoben, da- ür aber wurde auf bie einwandfreie Per- önlichkeit des Börsenbesuchers um so größerer Wert gelegt. Die Männer, die hier mit hoffnungsvollen und durch die Hausse belebten Gesichtern die Freitreppe zur Börse emporschreiten, sind zumeist kleinere Makler, bie auch in guten Börsenjahren nur in bürgerlichen Grenzen oerbienten unb denen es jetzt jahrelang, während des Scheintodes der Börse, so schlecht ging, daß von reichswegen Llnterstühungskassen für die Makler geschaffen wurden. (In dieser Zeit hat ich nichts als der Börsenwitz erhalten und auch >er wußte keinen besseren Vorschlag als das Haus in der Burgstrahe in ein Erwerbslvsenasyl zu verwandeln.) DerTyp desgroßenDörsen- s ch i e b e r s, den es in früheren Zeiten gab und ber währenb der Inflationszeit seine schlimmsten Sumpfblüten trieb, ist, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, verschwunden. Selbst ein Jakob Michael konnte nur noch vegetieren — bis zum endgültigen Zusammenbruch. Blickt man sich in den Börsensälen um, so vermißt man jedoch auch jenen anderen Typ des großen Börsianers, für den ber Ausbruck Börsenschieber nur als Grenzbegriff, wahrscheinlich aber überhaupt nicht paßt. Man denkt dabei an Männer, bie vor etwa zehn Jahren unbekannte Heine Maller waren und übet Rächt durch kühne Börsentransaktionen Industriekonzerne mit Milliar- bentoerten zusammenschweißten, die den Stinnes- Konzern ohne wesentliche Erschütterungen ber deutschen Wirtschaft liquidierten und gerade von der Börse her maßgebliche deutsche Industrie- konzeme aufbauten. Sie gehörten zu dieser Kate- girie des großen Börsenmenschen, der mit dem pekulieren produktive Wirtschaftszwecke verband. In diesen Tagen sieht man in den Sälen der 'Berliner Börse auch diese Leute. Aber kein Rym- bus umgibt sie mehr, niemand macht ihnen ehr- fürchttg Platz, die Zeit der Börsenkönige ist vorüber. Die Dörsensäle sind gerammelt voll. 3m Gegensatz zur Reuyorker Börse, wo nur im Flüsterton gesprochen werden darf, herrscht hier ein für einen Umbau des Wirtschaftsrechtes und damit für eine Verschärfung der persönlichen Haftung des einzelnen Unternehmers, wie auch des Aufsichtsrates in den Aktiengesellschaften. Mit der Reform des Aktienrechtes werde man sich — und damit schloß der Redner — in einer besonderen Versammlung beschäftigen Der Vortrag wurde von den zahlreichen Mitgliedern mit großer Aufmerksamkeit ausgenommen. KreiSgeschäfts- ührer Schröder nahm sodann grundsätzlich Stellung zur Politik der Reichsregierung. Im weiteren Verlauf der Versammlung beschäftigte er ich noch mit den Tarif-Verhandlungen zwischen >em Gießener Einzelhandel und der Angestellten- chaft. Zum Schluß der Versammlung nahm Herr Mohaupt noch die Verteilung der Preise für die in der Werbearbeit besonder- hervorgetre- tenen Mitglieder vor. Taten für Freitag, 9. September. 9 n. Ehr.: Schlacht im Teutoburger Wald: — 1737: der Raturforscher Luigi Galvani in Bologna geboren; — 1828: der russische Schriftsteller Graf Leo Tolstoi in Iasnaja Poljcma geboren; — 1855: der Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain in Portsmouth geboren; — 1928: ber Landschaftsmaler Karl E. Morgenstern in Krumm- !>üb«I im Riesengebirge gestorben; — 1928: der Industrielle Kurt Sorge in Berlin gestorben. Da die Tanzbären nun immer seltener werden, sehen sich die Bauern gezwungen, andere Heilmittel zu suchen, die hoffentlich nicht wenig«: wirksam fein werden. VezirkSschöffengmcht Gießen. Gießen 7. Sept. Ein Reisevertreter war an- geklagt, einen von einem Kunden bereits unterschriebenen Bestellschein entgegen dem erteilten Auftrag wahrheitswidrig ausgefüllt und sich dadurch einer Urkundenfälschung schuldig gemacht zu haben. Durch die Beweisaufnahme konnte keine Klarheit erzielt werden, in welcher Höhe die Bestellung in Wirklichkeit aufgegeben worden war. Das Gericht erachtete daher nicht für erwiesen, daß der Angellagte austragswidrig gehandelt hatte und sprach den Angeklagten frei. „AuSsteigen und schieben!" Eine eigenartige Protestkundgebung veranstaktete kürzlich die Ortsgruppe Torgau des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs, und zwar richtete sich der Protest gegen die Bestimmung der Torgauer Wasierbaubehörde, daß die Torgauer Elbstrafeen- brücke nur mit einer Stundengeschwindigkeit von zehn Kilometern befahren werden darf. Es wurde eine Autofahrt über die Brücke veranstaltet. Aus das Kommando „Alles ausfteigen und schieben" verließen die Führer ihre Fahrzeuge und schoben diese über die Brücke. Hunderte von Menschen waren Zeugen der eigenartigen Demonstration, die große Heiterkeit hervorrief. Apotheker-Humor. Der uralte Stand des Apothekers, der sich bei uns in Deutschland seit dem 12. Jahrhundert nachweisen läßt, ist stets von einer gewissen Romantik durch bas Personenauto direkt vor dieses hin, so daß der Wagen über ihn hinwegging. Er erlitt berart schwere Verletzungen am Stopfe, baß er gleich nach seiner Einlieferung ins Dillenburger Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Grohfeuer im Taunus. WSR. Ufingen, 8. Sept. In der DienStag- nacht brach in der Scheune der Witwe B e st in Hundstabt Feuer aus. das bi« Scheune mit der gesamten Ernte vernichtete. Der erst im Vorjahr erbaute Kuhstatt blieb erhalten. Der Schaben ist burch Besicherung gedeckt. Den vereinten Bemühungen der Feuerwehren aus Hund- SJlxfpont Bergfest des Lahn-Oünsberg- Gaues (AOT.) Sonntag, II.September, auf demDünsberg. Aach einem Beschluß des Gauvorstandes sah man als Festort für die letzte Veranstaltung auf leichtathletischem Gebiet, das Bergfest, in diesem Jahre den Dünsberg vor. Die Veranstaltung ist verbandsoffen. Die Ausrichtung zu dem Fest wurde der Turn- und Sport-Gemeinde R o d - Heim-Dieber übertragen, welche schon eine große Anzahl Wetturner am Samstagabend erwartet. Die Zahl der Meldungen reicht annähernd an die 300 Teilnehmer heran. Stark vertreten sind von den Bruder-Gauen im Südwestdeutschen Turn-Verband der Main-Rod-Gau, der erstklassige Kräfte entsendet. Gleichfalls vertreten ist der Gau Wetterau durch eine Anzahl Turner aus Watzenborn, Friedberg-Fauerbach, Roßbach und Bellersheim. Die Vertreter des Lahn-Düns- berg-Gaues werden einen schweren Stand haben. Aussichtsreiche Teilnehmer sind Grobhaus (Lollar), Dietz (Lollar), Winter und Schieferstein (Launsbach), Schardt (Hausen) u. a. Bei der Veranstaltung kommen folgende Hebungen zur Durchführung: Klasse A Männer: 50-Meterlauf, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen. Klasse B Jugend (Oberstufe): 50-Meterlauf, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen. Klasse C Jugend (Unterstufe): 50-Meterlauf, Hvchsprung, Weitsprung, Kugelstoßen. Klasse D (Altersturner): 50-Meterlauf, Hochsprung, Weitsprung, Kugelstoßen. Klasse E Turnerinnen (Oberstufe): 50-Meter- lauf, Hochsprung, Weitsprung, Dallweitwurf. Klasse F Turnerinnen (Unterstufe): 50-Meter- lauf, Hochsprung, Weitsprung, Ballweitwurf. Die Leitung des Festes liegt in Händen des Gausportwarts Winter (Launsbach) und beginnt 8.30 Uhr, mit dem Abmarsch der Turner in Rodheim. Dieselben werden mit Musik nach dem Dünsberg geleitet, wo alsdann das Turnen feinen Anfang nimmt. Das Bergfest dürfte zu einer großen Kundgebung unserer edlen Turnsache werden. Aus Anlaß des Bergfestes ruht am Sonntag der Spielbetrieb vollständig. Mitielrheinische Gerätemeister in Bad-Aanheim. Bei dem Samstagabend in Bad°Rauheim stattfindenden traditionellen Kurhausturne n im großen Dühnensaale des Kurhauses wirkt eine Riege bester Gerätemeister des Mittelrheinkreises der DT. mit, die von Ehren-Gauoberturn» wart Will (Gießen) geführt wird. In der Riege stehen Kräfte, die bei Deutschen Kampfspielen und Deutschen Turnfesten unter den ersten Siegern waren, so Kretz und G e n h (Mainz), Frey (Bad Kreuznach), die Gebrüder Haßler (Frankfurt-Bornheim), Reuter und S ch i ck (Gießen), Seth (Großen-Linden), Ahrens (Marburg). Eckhardt (Ridda), Sinnwell und Ries (Dad-Rauheim). Diese Besten werden nicht nur an Reck, Darren und Pferd, sondern erstmals auch an den Ringen turnen. Außer dem Kunstturnen bringt der Abend noch Tanz- und Gymnastik-Vorführungen des Turnvereins 1860 Dad-Rauheim, sowie Fechtvorführungen unter Leitung und Mitwirkung des bekannten mittelrheinischen Kreismeisters Wahl (Frankfurt/M.). Zechten im Turngau Hessen (OT). Wehlar siegt über Dad-Rauheim. Der Tv. 1847 Wetzlar hatte sich zu seinem 85. Stiftungsfest am Sonntag den Tv. 1860 Dad-Rauheim zu einem Dereinswettkampf im Fechten eingeladen. Jede Mannschaft setzte sich zusammen aus 3 Florettfechtern, 3 Säbelfechtern und drei Floret tf ech ter innen. Die Begegnung der 'Florettfechter sah Bad- Rauheim im Vorsprung. Es führte mit 2 Punkten (5 Siegen) vor Wetzlar mit 0 Punkten (vier Siegen). Im Treffen der Florettfechterinnen holte Wetzlar sich aber die Punkte und stellte damit den Gesamtkampf auf 2:2. Wetzlar blieb auch siegreich im Säbelkampf der Fechter und gewann so den Gesamtkampf mit 4:2 Punkten bei 16:11 Siegen. Ms beste Einzelfechter erwiesen sich: Florett- Männer: K. Mulch, Tv. Wetzlar; Florett-Frauen: Christel Gröninger, Tv. 1860 Bad-Rauheim: Säbel-Männer: H. Mulch, Tv. Wetzlar. Llm dieOeuischeWafferball-Meisterschast Die Endspiele um die Deutsche Wasserball-Meisterschaft werden am 8. und 9. Oktober im Leipziger Westbad nach einem neuen Modus ausgetragen. Der Titelverteidiger Hellas Magdeburg und die aus den Vor- und Zwischenrunden qualifizierten Mannschaften von Poseidon Köln, Weißensee 96 und München 99 stellen zum erstenmal den neuen Meister in einer Doppelrunde fest. Der Spielplan sieht je zwei Spiele am Samstagabend, am Sonntagvor- mittag und am Sonntagabend vor, jedoch werden die Paarungen erst später festgesetzt. Beginn des Baden-Badener Tennis- Turniers. Der erste Tag des Internationalen Baden-Badener Tennisturniers hatte bei schönstem Wetter eine überraschend zahlreiche Zuschauermenge angelockt. Auch der gebotene Sport befriedigte, es gab teilweise sehr harte Kämpfe. Im Herren-Einzel war B r u g n o n mit 2:6, 6:4, 6:4 über den Engländer Beckhouse und E llm er mit 2:6 6:3, 6:1 über Kai Lund erfolgreich. Im Damen-Einzel siegte Frau Friedleben 4:6, 6:3, 6:1 gegen die Engländerin Beckhouse und Miß Stammers 6:0, 6:0 gegen Frl. o. Ende-Pflügner. Im Gemischten Doppel um die Meisterschaft von Süddeutschland kam das Favoritenpaar Whit- tingstall-Hughes leicht 6:1, 6:0 über die Süddeutschen Oechsler-Hildebrandt in die zweite Runde. Tilden und Rüßlein nach Berlin unterwegs. William Tilden begibt sich mit seinem Landsmann Bruce Barnes und dem nach der Heimat zurückkehrenden deutschen Meister Hans R ü ß l e i n am 9. September an Bord der „Europa". Die beiden Amerikaner nehmen am 17. und 18. September noch an einem Turnier im holländischen Seebad Scheve- ningen teil, treffen aber rechtzeitig zu den Weltmeisterschaften der Tennislehrer, die vom 20. bis 25. September auf den Rot-Weiß-Plätzen ausgespielt werden, in Berlin ein. Oie Znder siegen weiter. Brandenburg unverdient hoch mit 4:1 geschlagen. Auch das dritte Spiel der Inder auf deutschem Boden brachte ihnen einen Sieg. Allzuleicht wurde Zur Lage am Kapitalmarkt. Berlin, 8. Sept. Im neuesten Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung wird zur Lage am Kapitalmarkt ausgeführt: Die Kurse der festverzinslichen Papiere sind seit ihrem Tiefstand (Ende Juni) durchschnittlich um etwa 10 o. H. gestiegen. Gehortete Roten, Depositen- und Stillhaltegelder sind auf dem Rentenmarkt angelegt worden, weil der Tiefstand der Kurse einen ungewöhnlich hohen Ertrag verspricht. Außerdem machen die Schuldner der Bodenkreditinstitute von der Möglichkeit, Hypotheken und unter bestimmten Voraussetzungen auch Kommunaldarlehen durch Einreichung von Pfandbriefen und Kommunalobligationen zu tilgen, immer mehr Gebrauch, und schließlich haben einige besonders liquide Schuldner den Tiefstand der Kurse zweifellos zu Rückkäufen ihrer Anleihen ausgenutzt. Di« größten Kursgewinne wurden feit April bei öffentlichen Anleihen erzielt, also bei Papieren, deren Kurse vorher besonders stark zurückgegangen waren. Auch die Kurse der Industrieobligationen haben sich seit April im allgemeinen stark erhöht. Dagegen find die Pfandbriefkurse trotz der jüngsten Steigerung noch austerordentlich niedrig. Die festverzinslichen Papiere werfen bei den gegenwärtigen Knicken immer noch eine s^hr hohe Rendite ab. Zusammengefastt stellt sich die Rendite der Geldanlagen in der Woche vom 29. 8. bis 3. 9. p. a. wie folgt: Goldpfandbriefe 8,83 Prozent, öffentliche Anleihen 10,08 Prozent, Kommunalobligationen 10,70 Prozent, Spareinlagen 4,00 Prozent, Industrieobligationen 10,04 Prozent, Privatdiskonte 4,50 Prozent, Dorsen-Tages- geld 5,50 bis 6.00 Prozent. Die Rentenhausse in den letzten Wochen war von verhältnismäßig geringen Umsätzen begleitet. Bon einer fühlbaren Erleichterung der Lage am Kapitalmarkt kann noch nicht gesprochen werden. Der Tiefstand der Kurse würde bei neuen Emissionen für den Schuldner immer noch unerträglich hohe Zinsen bedingen. Die Sparkassen können vorläufig keine neuen Kredite geben. Aach den neuen gesetzlichen Bestimmungen sollen die Sparkassen höchstens 40 Prozent ihres Bestands an Spareinlagen in Hypotheken und höchstens 12,5 Prozent des gesamten Einlagenbestandes in lang* ihnen aber die Sache diesmal nicht gemacht, denn die brandenburgische Auswahlmannschaft lieferte ein ganz ausgezeichnetes Spiel und zeigte sich den indischen „Wunderknaben" in vielem ebenbürtig. Die Niederlage mit 1:4 ist auch etwas zu hoch ausgefallen, bei etwas mehr Glück hätten die Berliner leicht noch einige Treffer erzielen können. 10 000 Zuschauer, eine bislang im Berliner Hockey noch nicht erreichte Zahl, hatten viel Freud« an dem hervorragenden Können der beiden Mannschaften. NSLl.beiderMotorrad-Sechsiagesahrt Die Internationale Motorrad-Sechstage-Fahrt vorn 29. August bis 3. September 1932 mit Start und Ziel in Meran brachte unter 128 Teilnehmern verschiedenster Aationalität auch der Würt- tembergischen Motorrad-Industrie einen sehr schönen Erfolg. Zwar wurde das um die „Internationale Trophäe" gestartete ASH-Fabriktearn in den ersten Etappen gesprengt, indem Rüttchen infolge mehrerer Reifenschäden ausscheiden und der zweite ASH-Fahrer Dunz durch Zusammen- stost mit einem Auto in verletztem Zustand ins Krankenhaus eingeliefert werden muhte. Trotz diesem Mistgeschick lieh sich aber der Dritte seines Teams, der RSH-Fahver P. Oettinger, Aeckarsulm, nicht entmutigen, sondern zog einsam und allein seine Strahe weiter. Mit groher Zuverlässigkeit trug ihn seine brave ASH-Maschine über die kurvenreichen Dolomitenstrahen und die tausende von Metern hohen Alpenpässe, so dah es ihm gelang, die Ehre der ASH-Mannschaft mit der „silbernen Medaille" zu retten. Einem vierten ASH-Fahrer, dem Italiener Fagnani, wurde unter besonderer Anerkennung seines bravourösen Fahrens die hohe Auszeichnung „Goldene Medaille" zuteil. — Sämtliche ASR-Fahrer benützten das ASH-Sportmodell 501 S, das seine erste Feuerprobe glänzend bestanden hat. Kurze Gporinotizeu. Weltmeister Richter fand am Mittwochabend in Köln durch den Bund Deutscher Radfahrer und durch die Bevölkerung einen großen und herzlichen Empfang. * H e n r i Co ch e t schlug bei den amerikanischen Tennismeisterschaften den Amerikaner van Ryn 7:5, 6:3, 8:6. Die drei Engländer Austin, Perry und Avory sind bereits ausgeschieden. triftigen Kommunalkrediten anlegen. Bei unverminderten Ausleihungen der Sparkassen wären die neuen Anlagevorschriften für Hypotheken erst bei einem Bestand an Spareinlagen von rund 16,5 Mrd. RM. (jetzt 9800), für Kommunaldarlehen bei einem Gesamt-Einlagenbestand von 15,8 Mrd. RM. (jetzt 11 000) RM. erfüllt. Reue Kredite waren in den letzten Monaten fast nur noch von den Lebensversicherungen zu bekommen. Amtliche Schätzungen der deutschen Getreideernte. Berlin, 8. Sept. Auf Grund der vorliegenden Meldungen ergeben sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den gesamten Reichsdurchschnitt (gegenüber den Schätzungen zu Anfang August d. I.) nunmehr folgende Erträge je Hektar: Winterroggen 18,9 (18,3) Doppelzentner, Sommerroggen 14,0 (13,7) Doppelzentner, Winterweizen 22,3 (22,6) Doppelzentner, Sommerweizen 21,5 (21,9) Doppelzentner, Spelz 14,7 (13,9) Doppelzentner, Wintergerste 25,2 (25,1) Doppelzentner, Sommergerste 19,7 (20,1) Doppelzentner, Hafer 20,4 (19,9) Doppelzentner. Unter Zugrundelegung der Anbauflächen wäre nach den amtlicherseits ermittelnden Durchschnittserträgen zu Anfang September mit folgenden Gesamterntemengen zu rechnen: Winterroggen 8,3 (endgültige Ernteermittlung 1931: 6,6) Millionen Tonnen, Sommerroggen 95 000 (88 000) Tonnen, Winterweizen 4,4 (3,7) Millionen Tonnen, Sommerweizen 656000 (564000) Tonnen, Spelz 167 000 (133 000) Tonnen, Wintergerste 621 000 (507 000) Tonnen, Sommergerste 2,6 (2,5) Millionen Tonnen, Hafer 6,7 (6,2) Millionen Tonnen. Bei Beurteilung obiger Zahlen ist zu berücksichtigen, dah es sich auch bei den Septemberergebnissen immer noch um vorläufige Schätzungen handelt, die durch die Anfang Ao* vember auf Grund von weiteren Druschproben vorgenommene endgültige Ernteermittlung Abänderungen erfahren können. * Gläubiger - A u s s ch u ß s i tz u n g der N o r d w o l l e. Die nächste Gläubiger-Ausschußsitzung der Nordwolle findet am 12. September statt. In dieser Sitzung dürften die noch für die Gründung von Delmenhorst und Leipzig notwendigen Wirtschaft. Formalitäten erledigt werden. Zu diesem Zweck ist vorgesehen, daß auch der gemeinsame AR. der beiden neu gegründeten Gesellschaften an der Gläubigerausschußsitzung teilnimmt. * Güterwagen st ellung bei der Reichsbahn. In der Woche vom 21. 8. bis 27. 8. 1932 (6 Arbeitstage) find bei der deutschen Reichsbahn- gesellschaft 580 303 Güterwagen gestellt worden gegen 678 822 in der entsprechenden Zeit des Dor- sahres (6 Arbeitstage) und 569 134 in der Vorwoche (6 Arbeitstage). Für den Arbeitstag im Durchschnitt berechnet lauten die Zahlen 96 718, 113137, 94 856. Nicht rechteitig gestellt wurden 7 (1) Güterwagen. * Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg. Wie wir erfahren, hat die Verwaltung des Göteborger Gaswerkes der Maschinenfabrik Augsburg-Aürnberg den Auftrag zur Erstellung eines großen Gastrockenbehälters erteilt. Die MAR. hat diesen Auftrag als Generalunternehmerin übernommen, nach den besonderen Bestimmungen des Auftrages sollen die Einzelteile hauptsächlich von schwedischen Firmen her- gestellt werden. Die MAR. selbst wird den Rest der Einzelteile anfertigen und die Montage durchführen bzw. überwachen. Mit den Arbeiten, die sich etwa sechs bis acht Monate hinziehen werden, ist in dem Werk Gustavsburg bei Mainz der MAR. begonnen worden. * Verordnung über Gerstebezugs- scheine. Im Reichsanzeiger vom 8. September wird die in der amtlichen Bekanntmachung über die neue Roggenstützungsaktion angekündigte Verordnung über die Ausstattung der Gerstebezugsscheine veröffentlicht. Sronffurfer Abendbörse ziemlich behauptet. Frankfurt a. M., 8. Sept. Bei wesentlich kleiner gewordenen Hmsätzen blieb die Abendbörse auf dem im Mittagsschlußverkehr eingetretenen befestigten Riveau bei Eröffnung ziemlich behauptet. Im Vergleich mit den Berliner Schluhkurfen war die Entwicklung der Kurse nicht ganz einheitlich, doch hielten sich die Veränderungen im Rahmen von Bruchteilen eines Prozentes. Von lokalen Werten waren Scheideanstalt mit plus 1,75 Proz. etwas mehr befestigt. Im Verlaufe herrschte ziemliche Geschäftsstille und infolge Ausbleibens von Kundenorders nannte die Spekulation die Anfangskurse meist Brief. Im späteren Verkehr ergaben sich dann auf Abgaben der Kulisse überwiegend Rückgänge von 0,50 bis 1 Prozent. Deutsche Anleihen waren bei kleinen Umsätzen auf dem erhöhten Mittagsstand gut behauptet, im übrigen lag der Rentenmarkt sehr ruhig. Von fremden Werten zogen Anatolier fast ein Prozent an. Im Freiverkehr waren Schutzgebietsanleihe weiter gesucht. Reubesihanleihe 7,15 bis 7,10, Altbesihanleihe 53,90, Schuhgebietsanleihe 4,75, Anatolier, Serie I u. II 19,40, Ungar. Goldrente 8,40, Reichs bank 132, Buderus 40, Gelsenkirchen 41,50 bis 42, Harpener 79,25, Mannesmann 54,50 bis 54, Phönix 27,50 bis 27, Rheinstahl 69 bis 68, Stahlverein 21,75, Aku 60, AEG. 46,75 bis 46,25, Dekula 108, Scheideanstalt 141,75, Deutsche Linoleum 51 bis 50,50, Licht L Kraft 87, IG.-Farben 105,50 bis 104,75, Holzmann 55,75, Metallgesellschaft 39,50, Rütgers- 350 Jahre Solmser Synode. 0 Weh lar, 7. Sept. Am heutigen Tage sind 350 Jahre verflossen, seitdem Graf Eonrad zu Solms 1582 die erste Solmser Synode zusammenberief. Im gleichen Jahre wurde auch die erste Solmser K irchenordnung von ihr herausgegeben. Die Kreisshnode Braunfels feierte deshalb ihre diesjährige Tagung am 6. und 7. September als eine Jubiläums- und Festtagung. In der festlich geschmückten Schloßkirche wurde gestern die 350. Synode des Solmser Landes eröffnet. Superintendent Lic. Heep, Wehlar-Rieder girmes, hielt die Festpredigt. An der denkwürdigen Tagung nahmen teil Generalsuperintendent D. Möllenhoff, Koblenz, Oberkon- sistorialrat D. Greeven, Koblenz, und Sup. D. Rold, Saarbrücken, von der Rheinischen Provinzialkirche. Den Reformierten Bund vertrat Pros. D. Lamp, Halle, und die Universität Bonn Prof. D. Goelers. Als Vertreter des Predigerseminars Herborn nahm Lizentiat 21 eufer an der Synode teil; ferner noch als Gäste die Mitglieder des fürstlichen Hauses: Fürst Georg zu Solms-Braunfels und Fürst Reinhardt zu Solms-Hohen- solms-Lich. Im Gemeindeabend im Saalbau Cornelius sprachen Generalsuperintendent D. Möllenhoff, Oberplarrer Himmelreich und Lic. Heep. Super-Lizentiat Gepp legte ein freimütiges Bekenntnis zur Rheinischen Landeskirche ab, bei der man auch in Zukunft bleiben wolle, wenn auch der Kreis Metzlar der Provinz Hessen-Rassau angegliedert werde. Die eigentliche Arbeitstagung der Synode füllte den Mittwoch aus. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zutetzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 0.5), Lombardztnsfuß 6 0.5). Frankfurt a. m. Berlin Schluß» fürs Schluß». Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. mittag» börse ■Datum 7.9. 8.9. 7-9- 8.9. 6% Deutsche Reichsanleihe d. 192". 67 — 67 65.65 6% et)cm.7%$t Reichsanl.v.lS29 74,5 75,5 — 75 t>Vi% Young-Anleihe von 1930 . 65.25 — — 64 Deutsche Anl.-Ablös^Schuld mit AuSlos.-Rechten...... 53,75 53,9 53,3 53,9 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . 6% ehem 8%£>r|f. Volksstaat 1929 6,2 7,1 6,2 7,2 (rückzahlb. 102%)...... — 60 61 61 Oberhegen Provinz-Anleihe mit Auslos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sammelabl. — — — — Anleihe Serie 1...... 49,75 50,5 50 50,25 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl Goldvle. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl 73,75 73,75 — — Goldpse 16 unkündbar bis 1936 6’/.% ehem. 4Vt% Franks.Hyp^ Bant Liqu. Psandbriese . . . 73 73,75 78,9 -- — 78 — 6/t% ehem. 4*4% Rheinische Hyv.-Bank-Liau.-Goldpse. . . 80 81,4 — — 6% ehem. 8% Pr. Landespsand. briesanstali Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- 71 71 71 — bricfanftalt Pfandbriefe R. 10 71,5 71,5 — — 4% Oefterretchiiche Goloreme . 10,5 10,5 11,5 10,75 4,20% Oesterretchische Silberrentc —— 1,35 1,4 4% Ungarische Goldrcnte .... 4% Ungarische SiaatSrcnte v. 1910 7,75 8.4 8,4 8,45 8 8,25 8 7,5 4'/,% desgl. von 1913..... _ 6,95 7.75 —— 5% abgesi. Goldmexikaner von 99 — 7,5 7,65 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe 4 4 4 3,9 Serie l . . . 4 4 4,15 4,4 4% besfil. Serie li . . 4 7,5 3,95 7,25 4,1 7,1 4,3 7 5% Rumän. vereinh. Rente V.1903 4^%Rumän.vereinh.Rentev.l91Z 12 11,75 12 11 4% Rumänische vereinh. Rente 5,65 6 5,75 5,75 2fc% ■ Anatolier . 18.25 18,5 18,13 19 Frankfurt a.m. Derlin Schluß» kurs Schlußk. Abend» börse Schluß» kurs Schlußk. mittag« börse Datum 7.9. 8.9. 7.9. 8.9. Hamburg-Amerita Pare. . . 0 18,5 13 18,4 19,75 Hamburg-Südam. Dampfschiss . 0 36 Hansa Dampsschisj . c — — 27 31 Norddeutscher Lloyd .... . ( 20 20,25 19,65 20,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. . 0 43,5 46 43 47 Berliner Handelsgesellschaft . 4 91 91,5 91 91 Commerz, und Privat-Bank . Darmstädter und Nationalbank 0 57 57 0 20 — Deutsche Bank unv Disconto-Gesellschast. . . 0 76,25 76,5 76,5 76,5 Dresdner Bank...... 0 20 65 64,75 ReickSbank ...... 1! 131 132 133 133,25 A.E.G. . ... . 0 45 46,25 45,4 46,75 Bergmann........ . C — —— 20 20,4 Elektr. Lieferungsgesellschaft. 6 70,5 75 71,5 73,65 Ltcht und Kraft...... 6 86 87 84,75 86,5 Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 0 56,5 74,25 58 57 58 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 4 76 74,65 76,65 SB 74 — 72,75 72,75 Schuckert & (So....... C 78,75 80 78,75 81 Siemens & Halske..... s 141,25 142 140,75 143,5 Lahmeyer & (So....... 10 96,5 98 97 99 iäuoetu« . ........ 4 36,75 40 37,5 40,5 Deutsche Erdöl...... 6 — 77 78,5 Gelsenkirchener...... 8 39 42 39,25 41,5 Harpener......... 0 78 79,25 78 80,5 Hoesch Eisen........ 6 34,75 36,65 Ilse Bergbau....... 10 - - 135,5 134,5 Ilse Bergbau Genüsse . . . _ — 98,5 103 Klöcknerwerle....... 6 33,5 36 32 36 ManneSmann-Röhren . . . 6 53,5 54 53,25 55,25 Mansselder Bergbau .... 0 22 27,5 22,65 27 Oberschlei. Kokswerke . . . 8 40.5 41,5 Phönix Bergbau...... 4’A 24,75 27 25,25 27,25 Rheinische Braunkohlen . . . 10 178 180 177 Rheinstahl ........ 6 62,5 68 62,9 68,75 Frankfurt a. m. Äerlin Schluß» kurs Schluß». Abend» börsc Schlußkurs Schlußk. mittag» börse Datum 7.9. 8-9- 7.9. 8.9. Riebeck Montan...... ?,< — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 20 21,75 20 21,5 Otavi Minen....... 0 18,5 20 18,25 19,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 107,25 111 110 110.5 114 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 — — 113 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 178 180 177 179,5 I. G. Farben-Indusirie. . . 7 104,75 104,75 104 106 Scheideanstalt....... 10 139 141,75 — — Goldschmidt........ . 0 26 30.5 26,5 30 Rülgcrswerke....... . 0 40 39 39,75 Metallgesellschast...... . 0 37.65 39,5 37,5 39,25 Philipp Holzmann..... . 0 51 55,75 51,5 56 Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . . 4 . 0 53,75 51 54,5 50 — — Wayh & Freytag..... . O 5,25 5,5 5,13 6 Schultheis Patzenhofer . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 0 56,75 60 58,25 57 58,65 60,75 Bcmberg........ 0 66,5 71.75 66,5 71,5 Zcllstoss Waldhof..... 0 — — 40,75 42,65 Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 26,75 27,5 27,5 27,5 Dessauer Gas....... . 7 —— 92,5 95,75 Daimler Motoren..... . 0 20,5 21,5 21,5 22 Deutsche Linoleum .... . 0 48 50,5 47,5 50 Orcnstcin & Koppel .... . 0 — — 35,25 38,9 Leonhard Tietz...... . 6 51 52 51,25 52,5 Svenska......... 0 — — — — Ehade.......... 12 —- — 179,5 184 Frankfurter Maschinen . . . Gritzner....... . 0 . 0 25,5 25 22,5 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 4 57,5 Süddeutscher Zucker . . . . . 8 122 124 133 125 Devifenmarkl Berlin — Frankfurt 0.2TL 7-September 8-September Amtliche Geld Notierung 3rlei Amtliche Geld Notierung »rief Hclstngfort 6,294 6,306 6,314 6,326 Wien. . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. — — Sofia . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . 169,53 169,87 169,23 169,57 Oslo. . . Kopenhagen 73,33 73.47 73,58 73.7? 75,77 75,93 75,92 76,08 Stockholm 75,07 75,23 75,27 75,43 London. . Buenos Air 14,65 0,922 14,69 0,932 14,69 0,922 14,73 0.932 Neuyork . 4,209 4,217 4.209 4,217 Brüssel. . 58,335 58,455 58,31 58,43 Italien. . 21,63 21,67 21,61 21,65 Paris . . 16,49 16,53 16.48 16,52 Schweiz . 81,37 81,53 81,24 81,40 Spanien . 33,83 33,89 33,83 33,89 Danzig. . 81.97 82,13 81.97 82,13 Japan . . 0,989 0,991 0,979 0,981 Rio de Jan 0,320 3,322 0,319 0,321 Jugoslawien Lissabon . 6,593 13,34 6,607 13,36 6,543 13,39 6,557 13,41 Banknoten. _______Berlin, 8-September Gelb Brief Amerikanische Noten....... 4,20 4 ?9 Belgische Noten......... 58,15 58,39 Dänische Noten......... 75,74 76,06 Englische Noten......... 14,65 14,71 Französische Noten........ 16,44 16,50 Holländische Noten........ 168,86 169,54 Italienische Noten....... 21,56 21,64 Norwegische Noten........ 73,40 73.70 Deutsch-Oesterretch. * ioo Schwing Rumänische Noten........ 2,49 ?,61 Schwedische Noten........ 75,10 75,40 Schweizer Noten......... 81,06 Spanische Noten......... 33.69 Ungarische Noten . .......