Nr. 58 Erst« Blatt (82. Jahrgang Mittwoch, 9. März 1932 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen Ünn! wnö Verla-: vrShlfche vUtversitLlr-vich- iiö Steiiöniderd R. tauge tu SietzeR. 5chnflleit««g hwö Keschästrfteve: 5ch«lRra^e 7. Der Reichskanzler im Wahlkampf Hindenburg spricht Hand aus ihr M und fo werde ich gibt es nur e i n wahrhaft nationales JicL Düsterberg spricht in Frankfurt H o e s ch bei. v. enl »ider ndersbg ihe« von zwei Generationen geht, da brauchen wir innen und außenpolitisch einen Mann als Oberhaupt, der nicht parteigebunden ist, sondern der das deutsche Volk als Ganzes sieht. Reichspräsident von Hindenburg hat dem deutschen Bolte viel mehr Ansehen und Autorität wieder oerschasft als die meisten ahnen tonnen. Weil er siegen muß im Interesse der Arbeiter, der Erwerbslosen, im Interesse unserer Lreditwirtschuft, aller Schichten der Bevölkerung, im Interesse von Ordnung und Buhe und des Kampfes um die nationale Freiheit und Gleichberechtigung, darum wird er auch siegen. — Der Kanzler, der bei seinem Erscheinen stürmisch begrüßt wurde, sand am Schluß und während seiner Bede den lebhaften Beifall der vieltausendköpfigen Menge. würde und zu schützen, sein. Jür So habe ich es bis seht gehalten auch weiter handeln. Die deutsche zu wahren und gegen Angriffe stets meine vornehmste Ausgabe Parteiengruppe. Nur (Bott, dein Vaterlande und meinem Gewissen will ich verantwortlich sein. Ehre wird mich Zu- Behauptung des Stahshelmführers Stephani, die NSDAP, sei r o m h 8 r t g. könne man nur lächeln. Wenn der Innenminister nach den Zielen der Nationalsozialisten frage, so möge er sich an die Wähler HitlerS wenden, um deren Antwort au hören Nach deut 13- März werde man in der Bendlerstraße wissen, waS die Nationalsozialisten zu tun gedächten Berlin, 9. März. (OB.) Die vereinigten Hindenburg-Ausschüsse haben den Reichspräsidenten o. Hindenburg gebeten, sich zu einer Schallplattenaufnahme zur Verfügung zu stellen. 3n Erweiterung seiner Annahmeerklärung vom 15. Februar hat Reichspräsident v. Hindenburg ausgeführt: „Alte Soldatenpflicht verlangt von mir in unserer schweren Zeit, aus meinem Po st en zu verharren, um das Vaterland vor Erschütterungen zu bewahren. Nur au f der Grundlage voll st er Unparteilichkeit und Unabhängigkeit habe ich die Kandidatur übernommen. Ich habe es abgelehnt, irgendwelche Bindungen nach der einen ober nach der anderen Seite einzugehen. Ich will wie bisher auch im Falle meiner Wiederwahl der Treuhänder des ganzen deutschen Volkes sein und nicht der Beauftragte einer Partei oder wäre es nicht besser für das Geschick Deutschlands gewesen, wenn der greife König Wilhelm noch einige Jahre länger gelebt hätte und Deutschland hätte regieren können, oder wenn Bismarck trotz mancher Gegensätzlichkeiten noch ein Jahrzehnt länger deutscher Reichskanzler gewesen wäre, vieles kann man Aicht als Beauftragter einer Partei, sondern als Treuhänder des ganzen deutschen Volkes will der Reichspräsident auch weiter in vollster Unabhängigkeit dem einen nationalen Ziel dienen: Zusammenschluß des Volkes im Gingen um die Erhaltung der Nation. *»d"" ersehen, nur eins wächst, je länger das Ceben dauert, die große Erfahrung in der Beurteilung von Menschen und Persönlichkeiten. Das kann keiner wie der jetzige Reichspräsident, der die Geschichte von über sechs Jahrzehnten bewußt erlebt hat. 3d) habe noch keine politische Persönlichkeit irgendwo kennengelernt, die so in der Lage war, wie der Herr Reichspräsident, eine politische Situation in klassischem Deutsch in weniger als fünf Sähen wiederzugeben. Wo die Krise in her Welt vielleicht auf ihrem Höhepunkt ist, mo es außenpolitisch um Entjchci düngen von größter Tragweite für die Geschicke ein S)au$ getonuxtn t freudig und hm- hm bewußt, daß bie feinem Hause voll- ür ihn waren. Sic gkeit - von seinem n die Stirn, alj tr Ile. folgt) Annahme »an Anzeigen für die Tagesnummer ms zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 ram 'Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig: für Ne- hlameanjeigcn von 70 mm 'Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20*, mehr. Chefredakteur: Dr. Friede. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange; für Feuilleton Dr.h.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filler, sämtlich in Gießen. sarnmenschluh des Volkes In seinem Existenzkamps, volle Hingabe jedes einzelnen in dem harten Ringen um die Erhaltung der Nation. Dazu verhelfe uns (Bott!“ Donnerstag Aundsunkansprache des Herrn Reichspräsidenten. Berlin, 8. März. (OB. Funkfpruch.) Nach den bisherigen Dispositionen dürfte es sich bestätigen, daß der Herr Reichspräsident am Donnerstag um 19.30 Uhr im Rundfunk spricht. Briands letzte Tage. Tic Aufbahrung int Traucrhausc. Paris, 8 März. (TU.) Wie jetzt erst auS dem Freundeskreise Briands bekannt wird, waren sich die Aerzte während der letzten Woche der Hoffnungslosigkeit des Falles klar bewußt und rechneten täglich mit dem Tode des Ministers. ES bestand jedoch strenge Norschrift, nichts über den Ernst deS Gesundheitszustandes in die Oessentlichkeit bringen zu lassen, da Briand bis zum letzten Tage persönlich die Zeitungen laS und nicht auf diesem Wege erfahren sollte, wie schlimm cS um ihn stand. Nur so erklärt es sich also, daß sein Hinscheiden für die Öffentlichkeit völlig überraschend kam. Ergänzend wird berichtet, daß Driand bei seiner Ankunft in Paris am Abend des 20. Februar die Treppe seiner im zweiten Stock gelegenen Wohnung allein hcrausgcgangen fei. 3n den letzten Tagen habe der Kranke unter dem Rauchverbot gelitten. Am Montagvor- mittag sei daS Bewußtsein geschwunden und nur für kürzere Zeit zurückgekehrt. Die Leiche Briands ist heute abend in den Sarg gelegt und aujgebaljrt worden hierbei waren anwesend die Schwester Briands mit ihren beiden Kindern, die ehemaligen Mitarbeiter Briands, sowie leine Bediensteten in Eocherel und in Paris. Der eiserne Sarg trägt eine silberne Platte mit der In schrist: Aristide Briand, geboren am M. März 1892, gestorben am 7. März 1932. Im Trauerhaus herrscht ie-t heute irüh em endloses Kommen und Gehen. Unübersehbare Mengen von Würdenträgern, Staatsmännern, Militärs, hohen Bcrwaltungsbeamtcn, Delegationen aller möglichen Berbände uiro. statten ihre Beileidsbesuche ab. Die aus aller Well eingehenden Becleidstelegrammi. sind unübersehbar. Nach der nationalen Trauerscier am Samstag findet die provisorische Beisetzung Brionds auf einem Pariser Friedhof statt. Die endgültige Beisetzung, die mit einer religiösen Feier verbunden sein wird, erfolgt in Cocherel. Ehe die sterbliche,. Beste Briands das Außenministerium verlasse», werden sie von dem Kardinalerzbischos von Paris eingesegnet werden. Trauerfeier für Briand. r.ndicuo Nachruf in der französischen Maimiicr. Paris, 8. März. (WTB.) 3n Kammer und Senat wurden heute zu Beginn der Sitzungen Trauerkundgebungen für Briand veranstaltet. 2m Senat hicii Senatspräfident Sebtun einen Nachruf. 2n der Kammer hielt Kammerpräsident Bouisson einen Nachruf, in dem er vor allem die politifche Laufbahn des Derstorbenen schilderte. Er bezeichnete den Tod Briands als einen Verlust für das französische Parlament, für Frankreich und für Europa. Nach dem Kammerpräsidenten erklärte Ministerpräsident Tardieu, daß er am SamStag vor den diplomatischen Vertretern deS Auslands und vor dem Volke von Paris bei dem nationalen Leichenbegängnis. daS die Negierung Briand zu bereiten beschlossen habe, in seiner Eigenfchast als Ministerpräsident und auf Grund der dreißigjährigen Freundschaft, die ihn mit dem Verstorbenen verband, ein Bild von dessen Persönlichkeit und Wirken entwersen werde. Heute könne er nur an die Lücke denken, die Briand hinterlasse. Tardieu nannte Briand einen der größten Parlamentarier der französischen Geschichte. Aus dem Gebiete der inneren und auswärtigen Politik hat Briand als Regierungsmitglied und als Regierungschef ständig feinen Glauben an die Tugenden der freien Aussprache und Der reislich überlegten Abkommen bewahrt. Die großen Verhandlungen. an Denen er während eines Vierlel- jahrhunderls so aktiv beteiligt war, konnten nicht mit Leidenschaft und Voreingenommenheit gelöst werden. Briand hat stets versucht, nur dieVernunft und das humane Verstehen dabei walten zu lassen. Dadurch war er und wird er bleiben ein Beispiel für Die, Die Die Nation zur Leitung und Kontrolle ihrer Geschicke sich frei gewählt hat. Möge Briands Ideal unseren notwendigen Kämpfen als beschwichtigendes Element, das den Frieden bringt, Dienen. Die Trauer deS französischen Parlaments, an der die gesamte Welt teilnimmt, wird so für einen jeden von uns Anlaß zwn Nachdenken und für unseren berühmten Kollegen die Anerkennung sein, die er sich im Dienste Frankreichs und der Republik gewünscht hätte. — Der Trauer- feier in der Kammer wohnte d a S diplomatische Korps, darunter auch Botschafter verinnerlichten lebendigen Christentum der Tat, zu den ewig gültigen sittlichen Grundsätzen der Pflicht, ber Selbstlosigkeit, der Einfachheit, des Fleißes, der selbstverständlichen Hingabe an die vom Leben gestellten Ausgaben wird Die Voraussetzung zur gemeinsamen Liebe zum deutschen Da- terlanD und somit zur deutschen Einigkeit schassen. Ich bin mir aller Widerwärtigkeiten meines Auftrages bewußt und mit meiner Kandidatur in die Bresche gesprungen. Es ist für mich keine Zähl- son d e r n eine Heberzeugungskanoida- tur. Die Zahl meiner Gegner und Feinde hat mich nie abgehalten, meine Ueberzeuguag zu vertreten und für sie 3u streiten. (Es gehl um DcufidjIanD, das endlich eine feste und entschlossene Führung braucht, wenn es nicht zugrunde gehen soll." Hitler in Stuttgart. Stuttgart, 8. März. (Täl.) Am Dienstagabend sprach Adolf Hitler in Der Stadthalle. Vor 13 3obren habe das jetzige System das alte Reich zerschlagen und Die Macht an sich gerissen. Das alte Reich fci geachtet, vielleicht gefürchtet gewesen, aber es habe eine relative Größe und eine relative Macht besessen. 13 Jahre seien eine lange Zeit für die Bewährungsfrist eines Systems. Das deutsche Volk hat 13 Jahre lang verglichen und geprüft und nun zieht eS die Folgerungen. SS kann keine gesunde Wirtschaft geben, wenn ein Volk keine Nation mehr fein will. Herr Groener. unser positives Programm ist unsere positive Bewegung. Heute sind wir die öffentlichen Ankläger geworden und fordern am 13. März dieses System in Die Schranken des Gerichts. Ihr. Zentrum und Sozialdemokratie, ihr sollt uns nicht mehr um Die Zukunft bringen. Wir sink» entlchlofsen, Deutschland von Dem Parteiverbrechen sreizu- machen. Am 13. März möge jeder nach seinem Gewissen handeln. Er. Adolf Hitler, bettle nicht um Die Stimme Der Wähler. Diele Wahl fei nur ein Mittel zum Zweck Aus Den Leichen Der Parteien solle sich DaS deutsche Dolk. erheben. Am 13. fei die Wahl und am 14. gehe der Kamps weiter. Goebbelszurpräsidenienwahl Berlin, 8. März. ($11.) Die Nationalsozialisten veranstalteten am Dienstagabend im Zirkus Dusch und in den Tennishallen in Wilmersdorf Mastenkundgebungen, auf denen Der Berliner Gauleiter Dr. Goebbels zu dem Thema ..Schluß jetzt — Hitler wird doch gewählt.'- sprach. Er erklärte u. a. Die Nationalsozialisten hätten Hitler als Kandidaten ausgestellt, weil man w ife. daß am 13. März die letzte Schlacht geschlagen werde. Aus die nationalen Parteien lege man keinen Wert, daS Dolk werde entscheiden über Die Berechtigung Der Sonderkandidatur lieber Die tugrel,en IMS» Frankfurt a. M., 8. März. (LPD.) Der Kampfblock ..Schwarz-Weih-Rot" veranstaltete am Dienstagabend im Hippodrom eine Wahlkundgebung, bet Der Düsterberg sprach. Er führte u. a. aus: 3n einer politischen Hochspannung von nie Dagetoefener Stärke stellt das Schicksal Deutschland vor eine innenpolitische Entscheidung. Die jcDen Deutschen zwingt, in sich Klarheit zu schassen unD Danach seine Entscheidung zu treffen. Die Fortsetzung des Krieges mit wirtschaftlichen und finanziellen Mitteln, gefördert durch die kurzsichtige Innenpolitik des abgewirtschafteten Marxismus, zerstörte unsere Finanzwirtschaft, unsere Landwirtschaft und Industrie, Handwerk und Mittelstand, und heute sind sechs Millionen Arbeitslose das Ende einer Politik, Die uns im November 1918 ein Leben in Schönheit, Freiheit und Würde versprach. Das ungeheuere Novemberverbrechen rächt sich bis auf den heutigen Tag. Diese trostlosen Zustände haben sich unter der siebenjährigen Präsidentschaft des Herrn Generalfeldmarschalls weiter entwickeln können, weil die Kräfte die politische Oberhand gewannen, die seine Wahl im Jahre 1925 auf das heftigste bekämpft haben. Dom Standpunkt deS amtierenden Reichskanzlers aus. aber auch vc> dem der politischen Nutznießer des heutigen Sy stems aus, war es an und für sich begreiflich, daß man in dem Herrn Reichspräsidenten die Auffassung zu erzeugen und zu stärken versuchte, sein weiteres Verbleiben im Amte, womöglich durch einen parlamentarischen Akt. sei das Beste für Deutschland. Wir in Der Bundesführung des Stahlhelms hätten Dem greifen Herrn Reichspräsidenten Diese widerlichen Wochen gern erspart. Wir haben um Hindenburg gerungen, um ihn wieder freizu- machen von all jenen Einflüßen, die ihm in feinem langen militärischen Leben fremd waren. Vergeblich! Die Reichspräsidenten wähl ist und bleibt ein p o • litis cher Akt und ist fein militärischer Vorgang. Daß aber jene Streife jetzt den Gcneralfeldmar'chall zu Partei zwecken mißbrauchen und sich hinter seinen großen Warnen verstecken können, diese Kräfte, die den November 1918 verursachten, ist das Schmerzliche und Unbegreifliche. Als Hindenburg 1925 in eine Machtstellung kam, wie sie Der Deutsche Kaiser nicht gehabt hat, da Hostien wir auf eine Wandlung. Nach kurzer Zeit mußten wir erleben, wie fein (Eintreten gegen Die Kriegsichuld- lüge verwässert und abgebrochen wurde. Ich halte dieheuligeEtaatSfom so erklärte der Redner weiter, die für die sprichwörtliche deutsche Uneinigkeit geradezu den politischen Nährboden bereitet, nicht für Der Weisheit letzten Schluß. In unserer lOOOjäbrigcn wechselvollcn Geschichte war es stets Der KaisergeDanke. Der Die deutschen Stämme nach schweren Brüder- kämpfen wieder zur Einigung führte. Bewußte Rückkehr der gesamten Nation zu Gott, zu einem n 6tin ein Uta? * "** N. "tuch.hr * ÖM. Düsseldorf 8. März. (WTB) Reichskanzler Dr. Brüning hielt vor überfülltem Hause eine Rede. Der Kanzler erklärte, daß die Opposition, wenn sie sich hinter den Feld- marschall gestellt hätte, sich ohne Schwierigkeit den Weg zur Macht selbst freigemacht hätte. Der Kanzler wies mit Entschiedenheit die (Dorwürfe zurück, daß seine Person das Hemmnis für eine parlamentarische Derlängc- < rung der Amtszeit des Reichspräsidenten gebildet habe: denn schon früher und jetzt im Januar und , Februar habe er dem Reichspräsidenten seine Demission angeboten, um die Bahn freizumachen. Der Reichspräsident habe abgelehnt, weil er es mit dem DersassungSmäßigen seines Amtes nicht vereinbaren konnte, aus politische Bedingungen einzugehen. Es hat sich gezeigt, fuhr Dr Brüning fort, daß Die Parteien Der Harzburger Front s i ch nicht einmal über Die Ministersessel einigen konnten wen sie die Regierung übernehmen würden. Es ist enbgültig erwiesen. Daß es keine geeinte Opposition Der Rechten gibt und daß alle beiben Parteien nicht in Der Lage finD, eine Mehrheit zu bilden: Einig in der Negation und in der Aaitation, uneinig in allem, was nach p o | i t i o e r Arbeit schmeckt. Sie sind sich nur einig in dem Schlagwort vom S y st e m , mit dem manchmal das System Brüning, manchmal Der 9. November, manchmal bie vergangenen 14 Jahre gemeint finD. Schamlos ist es, daß man den Feld m*a rfcha11 mit Den Vorgängen vom 9. November in 'Verbindung bringt, einen Mann, der, um das deutsche Volk nicht zu zerreißen, über Die Vorgänge vor und nach dem Kriege immer geschwiegen hat, der Die schwersten Vorwürfe auf sich genommen hat, aus einem Gefübl Der Treue für Vaterland und Volk. Der Kanzler wies darauf hin, daß man Hindenburg immer gerufen habe, wenn bie N o t am größten war. Dieser Mann, Dessen Name und Gestalt in der ganzen Welt Deutschland verkörpert, wird in einer Form kritisiert und beleidigt, die Die größte moralische Erniedrigung ist, die sich Das deutsche Volk bisher selbst zugcmulet hat. Für den Reichspräsidenten ist Die Unterzeichnung Der Notverordnung über Die Kürzung der Renten der Kriegsbeschädigten, Löhne, Gehälter und sozialen Renten einer der schwersten Entschlüsse in seinem ganzen Leben gewesen. Hüten sollten sich vor allem die Deutsch nationalen davor, ihm hieraus einen Vorwurf zu machen Hätte man 1927 etwas sparsamer gewirtschaftet, und wäre man langsamer oorgegangen, dann wäre der Rückschlag von heute auch gekommen, aber die Notmaßnahmen wären bei weitem nicht so hart geworden. 3ede einzelne Phase der Nowerordnungen, Die in sich ein bewußtes System zur Sicherung unserer Außenpolitik darstellen, ist immer wieder überlegt worden, wenn wir diesen uns aufgezwungenen Kampf um Reparationen und Gleichstellung in der well überhaupt Durchhalten wollen, bann muh eine nationale Opposition in diesem Punkte für eine einheitliche Meinung des ganzen deutschen Volkes sorgen. Die Vorwürfe, die gegen den Herrn Reichspräsidenten gerichtet werden, daß er nicht mit der Mehrheit regiert habe, sind vollkommen unhaltbar. Was an Dem Herrn Reichspräsidenten gelegen hat, ist geschehen, um der Rechten den weg in die Regierung frei zu machen. IltiMH 10. Bin, 28.15 Uhr ul der üiiMnim KaromerorchWder ■ hschule. g II (Sopran) M (Baß) ter |r. jart und Job, StamH? g ikantate: neue Oberkeef eh. Bach. 0.80 RM. heiß. Chain* | r Abendkasse. I^WWWWM ö lr«w- 9nig,“ (nWegtn fei;. JMmet)er _ : ’ d-mi fommt $au«. auf. ’ie »er utte, nicht ausrvhen' U^W?lni 3fr 1 toltö besser sein ast mcht, das ß Mädchen. VNd afiet gef Wenn wir nicht am Abgrunde gestanden | hätten, wo ein einziger falscher Tritt die Erholung des Deutschen Dolles für immer vereiteln I konnte, Dann wäre ich Dafür gewesen, Die Rechte doch ruhig einmal regieren zu lassen. Nach den . vorangegangenen Versprechungen würden die ent- I täuschten Massen keine zwei Monate hinter einer solchen Regierung bleiben, aber ich habe die Sorge, sie werden nicht in die alten 'Parteien zurückströmen, sondern gleich durchrutschen bis zur äußersten Linken. Ist es nicht schändlich, wenn in Ostpreußen die Agitation von Mund zu Mund mit der Behauptung geführt wird: »Wenn Hindenburg gewählt wird, 4ft Ostpreußen für das Reich verloren". wenn behauptet wird, daß die Tochter Des Reichspräsidenten und feine Anverwandten antireligiösen Gemeinschaften angehören, wenn man erzählt, der Reichspräsident würde eine Notverordnung machen, Damit Die Preuhenwahlen nicht stattfinden können, und hierdurch Die Der- fassung verletzen, obwohl der Termin längst fest gelegt ist und die Dahl unter allen Almständen spätestens am 8. Mai ftattfmDeL Ist es nicht empörend, daß von Dem Herrn Reichspräsidenten gesagt wird: Dieser alte Mann ist überhaupt nicht mehr in der Lage, seine Re- gierungsgeschäste zu fuhren. Wer wie ich das Glück gehabt hat, den Herrn Reichspräsidenten in den vergangenen zwei Jahren oftmals Dor- trag zu halten und mit ihm zu sprechen, der ist berechtigt, ein paar Worte voll innerster Empörung über diese Vorwürfe auszusprechen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monatsBeiegsprets: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. 5ernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto. $ranffun am Main 1168«. DiskontsenkiingderReichsbankvon7aus6prozeni. Weiterer Rückgang von Kapitalanlage und Banknotenumlauf/ aber immer noch unbefriedigende Oevisenlage. Berlin, 8. März. Die Rcichsbank hat mit Wirkung ab Mittwoch, den 9. März, den Diskontsatz von 7 auf 6 Prozent und den Lombardsatz von 8 auf 7 Prozent herabgesetzt. Im Zentralausschuß der Reichsbank begründete Reichsbankpräsident Dr. Luther die Diskontsenkung. Seit Jahresbeginn hat der Status der Reichsbank eine weitgehende Entlastung erfahren, die zwar zum Teil saisonbedingt ist, aber doch nach der besonderen Krediterschütterung des zweiten Halbjahres 1931 in gewissem Umfang auch als Ausdruck einer Wiederkehr geordneterer Kreditverhältnisse aufgefaßt werden darf. Die gesamte Kapitalanlage der Reichsbank in Wechseln und Schecks, Lombards und Reichsschatzwechseln ist von 4487 Millionen RM. Ende Dezember 1931 auf 3671 Mill. RM. Ende Februar d. I., d. h. u m 8 16 Millionen R M. zurückgegangen und hat sich nach dem letzten Ultimo weiter um 15 1 Millionen RM. vermindert. Auch der Banknotenumlauf zeigt eine rückläufige Bewegung; er hat in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres um 508 Millionen von 4776 Millionen auf 4268 Millionen RM. abgenommen und ist seit Anfang März noch um etwa 90 Millionen RM. zurückgegangen. Die Devisenlage istfreilich werter wenig befriedigend. Nachdem in den letzten Wochen ein Nachlassen und zeitweiliges Ab- stoppen der Devisenabflüsse eingetreten war, bringt die erste Märzwoche neue Abgänge, die zum weitaus größten Teil mit der bereits bekannten lOprozentigen Rückzahlung des 100-Millionen-Dollar-Kredi- t e s Zusammenhängen. Dennoch glaubt das Reichsbankdirektorium, sich den in der letzten Zeit an wichtigen Plätzen des Auslandes vorgenommenen Ermäßigungen der offiziellen Diskontrate anschließen zu können, ohne dadurch den Gleichgewichtszustand am Devisenmarkt in gefährlicher Weise zu beeinträchtigen. Den Ausschlag gibt für das Reichsbankdirektorium wieder der Gesichtspunkt, daß angesichts der ungewöhnlichen Schwere und Dauer der Wirtschaftskrise der darniederliegenden Wirtschaft je de nur mögliche Erleichterung auch von der Seite der Zinslasten zugewandt werden muß. Die Reichsbank hält eine Diskontsenkung zugleich aus dem Grunde für vertretbar, weil durch die inzwischen durchgeführte große Bankenreorganisation der deutsche Kreditapparat selbst wieder auf eine gesunde Basis gestellt worden ist, welche verbesserte kreditmäßige Voraussetzungen für die Hereinnahme von geeigneten Wechseln schafft. Das Mlandseschäst der deutschen Industrie. Förderung der Ausfuhr. - Rußlands passive Handelsbilanz. — Gefahren für die deutsche Oel-, Holz- und Landwirtschaft. Berlin, 8. März (ERB.) Im Interesse der Förderung des deutsch-russischen Wirtschaftsverkehrs und insbesondere der deutschen Ausfuhr nach Rußland hat die Reichsregierung der Industrie weitere Garantiehilfe für neue russische Aufträge zur Verfügung zu stellen sich bereiterklärt. Diese Garantiehilfe soll in der Form erfolgen, daß die zur Finanzierung der im vergangenen Jahre erteilten und teilweise bereits durchgeführten Aufträge ausgestellten Wechsel, die bisher noch nicht rediskontiert waren, jetzt von der Reichsbank rediskontiert werden. Es handelt sich dabei um 120 Millionen Reichsmark aus dem vergangenen Jahre und einen weiteren kleineren Betrag aus dem Anfang dieses Jahres. Wenn auch darüber hinausgehende Wünsche angesichts der Höchstgrenze des Garantiefonds von insgesamt einer Milliarde Reichsmark nicht berücksichtigt werden können, so kann doch angenommen werden, daß auf Grund der in Form von Rediskonk- krediten an eine Reihe von Firmen zurückfließenden Mittel diese auf eigenes R i s.i k o russische Aufträge hereinnehmen können. Im laufenden Jahre ist damit zu rechnen, daß durch Rückzahlung etwa 400 Millionen RM. für Rediskontkredite frei werden. Die russischen Zahlungsverpflichtungen sehen folgende Rückzahlungen vor: Im ersten Vierteljahr 50 Millionen, im zweiten Vierteljahr 78 Millionen, im dritten Vierteljahr 82 Millionen und im vierten Vierteljahr 165 Millionen Mark. In unterrichteten Kreisen ist man der Auffassung, daß eine wesentliche Voraussetzung für die ordnungsmäßige Durchführung der russischen Zah- lungen eine Steigerung des russischen Exports nach Deutschland ist. Man verhehlt sich keineswegs die Schwierigkeiten, die diese Exportsteigerung für wesentliche Teile der deutschen Wirtschaft, insbesondere fürdieWald - und For st wirtschaft, die Oel-Jndustrie und Landwirtschaft bedeutet, anderseits, darf aber die Tatsache nicht außer acht gelassen werden, daß eine ganze Reihe deutscher Industriezweige zum Erliegen kommen müßte, wenn die russischen Aufträge auffjören. Rußland hat im Dor- jähre bis z u 300 Millionen R M. eingeführt, was immer noch eine Passivität der russischen Handelsbilanz im Hinblick auf den deutsch- russischen Geschäftsverkehr bedeutet. Diese Passivität hat Rußland durch Ausfuhrüberschüsse nach England und Italien und zum Teil auch durch Edelmetalle ausgeglichen. Was England angeht, so wird zweifellos das Guarantee- Departement weitere Kredite bis zur Höchstgrenze von zwölf Monaten bewilligen. Die englische Regierung drückt aber darauf, daß die Russen d i e Pfunderlöse aus dem Geschäft mit England auch wieder in russische Bestellungen umwandeln. England hat vorerst etwa 15 Millionen Pfund Kredite für das Ruffengeschäft geschaffen, schon um der eigenen Arbeitslosigkeit abzuhelfen. Der Zwang für Rußland, seine Handelsbilanz im Warenverkehr mit Deutschland auszuglei - chen, wird daher immer dringlicher. Ein Tag mit dem Reichspräsidenten. Das Leben im Hause Wilhelmstraße 73. Auf dem Schreibtisch des Reichspräsidenten in der Wilhelmstr. 73 befindet sich in schlichtem Holzrahmen unter Glas ein vergilbtes Papier, auf dem in großen lateinischen Buchstaben die drei Worte stehen: „Ora et labora!“ Das ist ein Andenken aus dem persönlichen Besitz Herrn von Hindenburgs, er hat es von seinem Vater gs- erbt und aus der Villa in Hannover im Mai 1925 mit nach Berlin gebracht. Ein bezeichnendes Andenken, das auf den Charakter des Feldmarschalls seine Beziehung hat: Beteundorbeite! Das ist der Wahlspruch des Reichspräsidenten, der uns an treuer Pflichterfüllung ein hohes Vorbild gibt. Jedem von uns, denn kaum einer findet sich in der Menge des deutschen Volkes, der mit vierj- undachtzig Jahren noch so unermüdlich seinen Aufgaben nachgeht, die zudem so umfangreich und anstrengend sind wie die des ersten Beamten des Deutschen Reiches. Soldaten sind — in der Jugend allerdings meist zu ihrem Leidwesen — Frühaufsteher. Allmählich geht das in Fleisch und Blut über, und die Zeit kommt, in der man sich so an das rechtzeitige Aufstehen gewöhnt hat, daß es auch nicht anders geht, selbst wenn man es »besser" haben könnte. Das Tagewerk des Reichspräsidenten beginnt früh, zwischen sechs und sieben steht er bereits auf. Spätestens bis acht Ahr ist das Frühstück eingenommen, und dann ist gerade noch Zeit, um einen Spaziergang durch den sehr schönen Park hinter dem Palais zu machen, der von der Wilhelmstrahe bis zur Friedrich-Ebert-Strahe reicht und dazu von einem kleinen Hügel einen hübschen Blick auf die Straße zuläßt, ohne daß Herr von Hindenburg von den Passanten gesehen werden kann. Wie das so ist bei den Berlinern: Würden die hier ihr Reichsoberhaupt erwischen, sie blieben stehen, versperrten den Verkehr und kämen zu spät zu ihrer Arbeitsstelle. Hindenburg bevorzugt es, diesen morgendlichen Spaziergang ohne Begleiter durchzuführen.Doch nein — das ist nicht ganz richtig: sein treuer; Schäferhund „Rolf" ist auf alle Fälle dabei. Ist das Wetter allzu schlecht, so muh es freilich bei einer kurzen Promenade auf der Veranda sein Bewenden haben. Dann erst kommt der Reichspräsident wieder in die Zimmer des Palais zurück. Am Schreibtisch erwartet er seinen Staatssekretär, der pünktlich um 9.30 Ahr zum Vortrag erscheint. Es gibt sehr viel durchzusprechen, und da sich der Reichspräsident durchaus nicht mit der Kenntnisnahme der vielen schriftlichen Eingänge begnügt, sondern sehr genau prüft und erwägt, dauert der Vortrag des Staatssekretärs recht lange Zeit. Im Vorzimmer wartet derweile schon der Ministerialrat Döhle, einer der beiden Hauptreferenten, im Bureau des Reichspräsidenten, der die innerpolitischen Angelegenheiten bearbeitet und täglich vvrträgt. ihm folgt der ständige Vertreter des Auswärtigen Amtes beim Reichspräsidenten, gegenwärtig der LegativnSrat Huene. Der Verbindungsoffizier des Reichswehrministeriums ist gleichfalls ein täglicher Besucher im Palais und wird stets zum Vortrag vorgelassen. Auch er muh sich sputen, rasch und gründlich berichten, Anregungen entgegennehmen und auszeichnen — draußen wartet bereits wieder der Chef der Presseabteilung der Reichsregierung; er will den Reichspräsidenten über die wichtigsten Nachrichten der in- und ausländischen Presse unterrichten. Darüber ist es dann ungefähr 12 ilfjr geworden. And das ist eine Zeit, in der mit Vorliebe der Reichskanzler oder einer der Reichsminister zum Vortrag erscheint, ost ist auch um diese Stunde eine Ministerbesprechung angeseht. Fast täglich sind irgendwelche Deputationen angemeldet und zum Empfang zugelassen, in aufgeregten Zeiten häufen sich diese Anmeldungen derartig, daß es oft unmöglich ist, die Besucher alle beim Reichspräsidenten vorzulassen. Alle paar Wochen meldet sich auch ganz sicher ein Botschafter oder Gesandter beim Reichspräsidenten ab und ein neuer will fein Beglaubigungsschreiben überreichen: ein Vorgang, der mit einem feierlichen Akt nach strengem Zeremoniell durchgesührt werden muh. Wenn es irgend einzurichten geht, dann wird im Hause des Reichspräsidenten um 13.30 Ahr gegessen. Dara nnehmen teil der Sohn des Reichspräsidenten, der bei seinem Vater Adjutantendienste versieht, die Schwiegertochter Frau von Hindenburg, geborene Freiin von Maren- Holtz, die dem Reichspräsidenten den Haushalt führt, und, da der Reichspräsident seit 1922 Witwer ist, gleichzeitig als Dame des Hauses repräsentiert. Zu diesem Mittagessen ist häufig der eine oder andere prominente Gast gebeten; durchreisende Verwandte oder alte Freunde haben hier Gelegenheit, den Reichspräsidenten zu sehen. Eine kurze Zeit der Ruhe folgt dem Essen, das, wenn nicht gerade Gäste anwesend sind, recht einfach, „gut bürgerlich" ist. And schon seht der Dienst wieder ein. Der Staatssekretär Dr. Meißner erscheint erneut zum Vortrag, vom Bureau aus werden Mappen mit Driesen zur persönlichen Anterschrift vorgelegt, und ruhig vollzieht der Reichspräsident ein Schriftstück nach dem anderen, nicht ohne genauen Einblick in ba8 vorgelegte Material gehalten zu haben. Ob Sommer, ob Winter — gegen Abend, auch noch nach Eintritt der Dunkelheit wird wieder ein Spaziergang durchdenGarten gemacht. Bei diesem Gange begleitet der Adjutant den Reichspräsidenten, unterhält ihn mit allerlei Neuigkeiten aus der Hauptstadt und aus dem Lande. Oft ist auch die Schwiegertochter bei diesem Spaziergang, und im Sommer trifft der Großvater Hindenburg ganz gewiß auf seine Enkelkinder, die sich irgendeine Ecke des Parkes nach ihrem sehr persönlichen Geschmack zurecht gemacht haben. Dann geht eszum Abendessen, das pünktlich um 19.30 Ahr eingenommen wird. Gesellschaftliche Verpflichtungen werden anschließend erfüllt, und ist wirklich einmal ein Abend frei, bann liegen sicher wichtige Akten für den Reichspräsidenten bereit, die studiert werden müssen. Ge- §en 23 Ahr begibt sich der Reichspräsident zur tuhe, und nur selten ist diese Stunde einmal überschritten worden. SlarkesAnziehendeSpfmidkurseS -vertrauen des Auslandes in die englische Währung. De r I i n, 8. März. (END.) D reits in den letzten Tagen zeigte vas englische Pfund eine bemerkenswert feste Haltung und konnte fast täglich an Doden gewinnen. Diese langsam ansteigende Bewegung des Pfundes ging aber heute in eine ausgesprochene Haussebewegung über. Als Gründe hierfür werden zunächst die starken Rückflüsse englischer Kapitalien aus dem Ausland angeführt, aber auch ausländische Kapitalien suchen in verstärktem Maße Anlage am englischen Markt. Man führt ferner an, daß die vorzeitige Rückzahlung des gröhtenTeils des 80 - Millionen - Pfund - Kredites, der erst im September fällig war, die Stärke der englischen Finanzlage zeigt, und daß hierdurch das Vertrauen des Auslandes in Englands Währung erneut gefestigt wurde. Die heutige außerordentlich starke Aufwärtsbewegung des Pfundes soll aber, wie aus London berichtet wird, auch darauf zurückzuführen sein, daß die Banik von England heute keine Inte r v en t i o n s käu s e in Dollars und französischen Franken borgenommen hat. Die Schwäche des französischen Franken dem Pfund gegenüber ist jedenfalls ein Zeichen dafür, daß umfangreiche englische Kapitalien heute aus Paris abgezogen worden sind. Das englische Pfund hat seinen Stand vom Ende November wieder erreicht und stellte sich heute auf 3,61 gegen den Dollar, nachdem es gestern noch 3,53 notiert hatte; es hat also in einem Tage acht Dollarcents aufholen tonnen. Gegen die Reichsmark notierte das Pfund 15,15, also auf 27 Reichspfennig höher als gestern, gegen den französischen Franken zog es aus 92,56 nach gestern 90,15 an. Oie französisch-italienische Annäherung. Tardieu in der Kammer. Paris, 8. März. (WTB.) Die Kammer begann die Beratung des Budgets für auswärtige Angelegenheiten. Die Abg. Falcoz und Pbarnägaray forderten eine französisch - italienische Aussprache zur Beseitigung der zwischen beiden Ländern vorhandenen Mißverständnisse. Der Abgeordnete Marnägaray zählte die Punkte auf, in denen Meinungsverschiedenheiten zwischen Italien und Frankreich bestehen: adriatische Frage, lydische Grenze, Flottenparität, Statut der Italiener in Tunis, Mandatsfrage und namentlich italienische Expansion. Er vertrat die Ansicht, daß alle diese Fragen, sobald man sie einmal in Angriff nehme, auch eine Lösung erhalten könnten. Wenn das Deutschland Hitlers oder Hindenburgs bedrohlich werden sollte, meinte der Redner, würde Italien zweifellos wieder an Frankreichs Seite stehen. 12 Jahre lang habe Frankreich eine Versöhnungspolitik mit Deutschland betrieben. Wenn man nur einen geringen Teil der Deutschland bewilligten Opfer Italien gebracht hätte, würde man heute anders dastehen. Tardieu müsse erklären, daß Frankreich die Freundschaftsbande zu Italien wieder herzustellen suche. Dieser Appell an den Ministerpräsidenten wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Wenig Erholung gibt es in dem arbeitsreichen Leben des Reichspräsidenten: Mal ein Abstecher zu Verwandten nach Groh-Schwülper, die jährliche Reise nach Dietramszell in Oberbayern oder das gelegentliche Wochenende im Blockhaus am Werbellinsee in der Schors- Heide. And hier ist dem Reichspräsidenten b i e Jagd bie schönste Ausspannung. Gießener StadWeater. Edward Childs Carpenter: „ ... Bater sein dagegen sehr!" Es handelt sich hier nicht, wie nach dem Titel vermutet werden könnte, um eine vorzeitige angelsächsische Huldigung an den Humoristen, Zeichner und Maler Wilhelm Dusch aus Wiedensahl, dessen 100. Geburtstag man am 15. April b. 3. begehen wirb; sondern um ein heiteres englisches Stück in drei Akten (sechs Bildern) von Carpenter, für bie deutsche Bühne bearbeitet von S i l - D a r a, worin bie merkwürbige Geschichte von Sir Basil Winterton und seiner (illegitimen) Nachkommenschaft berichtet wird. Dieser Winterton, ein älterer, aber gut fonfer- vierter lustspielmähig reicher und von keiner Krise des Pfundes angekränkelter Herr war in seinen jüngeren 3ahren ein für englische Verhältnisse bemerkenswerter Casanova. Er hatte Liebschaften in aller Welt, seine schnöde verlassenen Frauen hat er mit einer Rente abgefunden. Er hat sich im übrigen weder um sie noch um seine Kinder gekümmert; seine zahlreiche und weitläufige Familie, wenn man so sagen darf, existiert für ihn nur in der Erinnerung an schöne Zeiten und in den so diskret wie fachmännisch geführten Kontobüchern seines Anwalts, der für die Versorgung der nebelhaften Verwandtschaft verantwortlich ist. Ein delikates Thema, das muh man sagen. Hausarzt und Anwalt bringen den angejahrten und von der Gicht gezwickten Sonderling eines Tages auf die scharmante 3dee, spät aber immerhin ein trautes Familienleben zu entfalten und seine Kinder mit Hilfe stattlicher Schecks um sich zu versammeln. Der Rechtsanwalt wird mit der Mission betraut, reift durch Europa und bringt drei Spröhlinge auf8 Schloß: zwei junge Mädels und einen jungen Herrn. (Don den drei Müttern ist eine inzwischen verstorben, bie beiben andern tauchen nur an der Peripherie der Ereignisse auf.) Die erste Begegnung im Schloß ist alles andere als, frei nach Dusch, eine schöne, rührende Familienszene. Die drei Kinder sind schon reichlich selbständig und erwachsen, sie übersehen schnell die ungewöhnliche Situation, halten zusammen wie die Kletten, stellen dem verblüfften Papa De- bingungen, und es gibt erst mal einen ausgewachsenen Krach. Aber das kommt noch besser. Der gar nicht angelsächsische Witz dieses Stückes wirb mit einer wirksamen Dosis originalenglischer Sentimentalität durchschossen: die Vatergeschichte wird ganz ruh- Ministerpräfident Tardieu erklärte darauf: Ich schließe mich den Rednern, die von unseren Beziehungen zu Italien gesprochen haben, an, nichts wäre nichtiger, als über die Vergangenheit diskutieren zu wollen. Ich bin mit der gesamten Kammer der Ansicht, daß ein allgemeines internationales Abkommen zwischen Frankreich und Italien m ö g - l i ch ist. Seit acht Tagen werden nicht nur zwischen Frankreich und Italien, sondern auch mit anderen Mächten Verhandlungen über d i e Wirtschaftslage Mitteleuropas geführt." Die Herstellung des Gleichgewichts der Dinge und der Geister in Mitteleuropa ist wichtig genug, damit ein jeder Opfer seiner persönlichen Wünsche bringe. Das au erreichende Ziel ist hoch genug, damit alle Welt seine Zustimmung gibt. Aus aller Welt. MillionendiebstahlauseinemGöttinger Llniverfitätsinstitut. Aus dem Ethnographischen Institut der Aniversität Göttingen wurde ein Feder- mantel aus Hawai gestöhlen. Ferner wurde ein ebenfalls aus Federn angefertigter Feberhelm gestohlen. Als Wert bet beiden Gegenstände werben 2 MillionenJIR art angegeben. Der Febermantel sowie ber Federhelm stammen aus dem Nachlaß des Welt- umseglers Cook, ber 1779 auf Hawai von Eingeborenen erschlagen wurde. Ehe der Nachlaß Cooks nach London kam, gelang es Hofrat Dlumenbach aus Göttingen, bie beiben für bie Aniversität Göttingen zu erwerben. Bevor Cook bas Prunkgewand erwarb, war das Volk, dessen König Mantel und Helm getragen hatte, läng st ausgestorben. Der Königsmantel besteht aus einem Dast- gesiecht, das so hervorragend gearbeitet ist, daß es fast einem feinen Seidengespinst gleichkommt. In diesem Gewebe sind tausende kleiner Dogelfedern bineingearbeitet. Bei dem gestohlenen Mantel handelt es sich um Federn von roter und gelber Farbe des Baumläufers, eines ausgestorbenen Vogels, wasdaS Stück besonders wertvoll macht. Von besonders hohem Wert ist ber Mantelkragen. Zu bem Mantel gehört noch ein Feberhelm, der aus demselben Material gearbeitet ist und gleichfalls gestohlen wurde. Gleiche Stücke können heute nicht mehr hergestellt werden, *ba die Volksstämme, die derartige Mäntel früher herstellten, ausgestorben sind. Der Dieb des kostbaren Königsmantels ist nach den bisherigen Feststellungen der Kriminalpolizei der 1907 in ßöfüngen bei Ulm geborene S lud ent der Völkerkunde, Arthur Pfleghar, der feit Montag verschwunden ist. Er war im Besitz eines Auslandspasses. Falls er nicht schon vor Ausführung der Tat mit Interessenten in Verbindung gestanden hat, ist anzunehmen, daß er sich i n 5 Ausland begeben hat, um dort das Diebesgut zu veräußern. Bei dem Einbruch scheint Pfleghar Verletzungen an den Händen davongetragen zu haben. In Profesforenkreisen ist man der Meinung, daß es angesichts des außerordentlichen Wertes der geraubten Gegenstände schwer halten dürfte, sie in Europa au verkaufen. Es könnte höchstens Amerika für den Erwerb in Betracht kommen. renb. Papa, ber anfangs grollte, entsetzt und fassungslos war, entdeckt sein Herz für bie brei, wirb wieder vergnügt und jung mit ihnen, und sie sind ein Herz und eine Seele. Die heitere Binsenweisheit des Dusch-Verses bekommt indessen einen bitteren Beigeschmack, als das späte Vaterglück durch einen abermaligen Verlust der Kinder bedroht scheint: bie eine Tochter, junge Sängerin, kriegt eine Rolle an ber Großen Oper und reist eilends ab. Die andere macht sich als Fliegerin selbständig, hat einen Zusammenstoß in ber Luft unb stürzt ab. And obendrein stellt sich heraus, daß der Junge gar nicht Wintertons Sohn ist. Aber es geht alles gut: die Fliegerin ist unverletzt geblieben, sie bekommt den tüchtigen Anwalt, unb ber Junge, ber sich gleich in die Sängerin verliebt hat, kann sie auch unbedenklich heiraten, da sie ja nicht Geschwister sind. Happy end auf der ganzen Linie. Cs wird unter der Regie von Karl Hehser sehr sauber und angeregt gespielt, bie Leitung milderte bie etwas handgreifliche Drastik ber Situation durch gut dosierte Heiterkeit und erzielte in kräftiger Steigerung mit dem gleichzeitig auf die Lachlust und aufs Gemüt zielenden Schlußakt einen einmütigen Publikumserfolg. Herr Löffler unterstützte die gelungene Aufführung mit gefälligen Dekorationen. * Sir Basil Winterton. den Vater, spielte Jochen Hauer als einen weißhaarigen älteren Kavalier von gesunder Rotweinfarbe, grob, tmtrrig und polternd mit versteckter Rührung und unwirscher Zärtlichkeit; übrigens erschien er in einer wohl- gelungenen Lloyd George-Maske. Von den drei Kindern darf die von Elisabeth W l e l a n d e r sehr lustig und frisch gegebene Tony Kratochwill an erster Stelle genannt werden: die Rolle liegt ihr entschieden sehr, ihr Angeborenes wienerisches Temperament unb ihre heimatliche Munbart kommen ber überdies mit den besten Pointen audgeftatteten Figur vortrefflich zustatten; sie gibt hier eine ihrer besten und persönlichsten Stiftungen. Den Sohn George, der sich als der falsche erweist, gab Schelcher mit viel Natürlichkeit und jungenshaften Allüren, bie ihm nicht übel stehen; auch brachte er ein prächtiges Klaviersolo im Stile des berühmten Virtuosen von Busch als Einlage. — Maria Sachse als bie hoffnungsvolle Sängerin Maria Credaro spielte ihre Partie, vor allem im italienischen Dalkonduett, sehr niedlich. * Albert Ianscheck als diplomatisch vermittelnder, beflissener Rechtsanwalt, Kühne ols gallig moralisierender Onkel Doktor, Druck in einer hübschen wienerischen Episode, Maria Koch, Diel damenhafter, als man unter so betoanbten Am- ständen erwarten konnte. Frau Schubert- Jüngling als trillernde Sängerin-Mutter,Gert Geiger als distinguierter Kammerdiener und Gertrud Donau rundeten das Ensemble angenehm ab. * DaS amüsierte Publikum spendete ausdauernd Beifall» hth» ■vteJ'i Jini„»k f» PS kN *sS tlt. h3n’ii«t U"s'b»> °SI”' frrnn r.rrr 6 •'• Seit. fl“f Hawai Don ®&e der Loch, ^"g es Mal d" beiden fa Serben. Bevor toat dos ■ WwS«n hatte, a elnm BaH. 'd gearbeitet iß, .ldengespinsr ? lind lautende bellet. Bei dem sch um Federn es Damläusers, vgelS, was das *■ ^vn besonders "gen. Zudem :Im. der aus dem« ,nd gletchsalls ge« önnen heute nicht die Dolksstämme, »erstellten, ausge. igsmantelr ist nach er Kriminalpolizei borene Student ur Psleghar, e n ist. Er war im 5 er nicht schon vor ’lfenten in Serbin- hmen, daß er sich ■ ot, um dort das in Einbruch scheint landen baoongelra- reifen ist man der aufjwrbfntllfrn ibc ld)nxr galten i. Es könnte Höch- werd in Beirach Ute, entsetzt und Herz für die drei, ng mit ihnen, und eele. des Busch-Derses t Migcschmacl, als n abermaligen1^' :: die eine Tochter, >lle an der Groben e andere macht sich einen Zusammen- ;b Unb obendrein M gar nicht Din- eht alles gut: die m, sie bekommt d« inge, der sich M kann sie auch unbe- ht Geschwister sind, nie. ,on «arl S Dielt; die Leitung fei?» M-Z 7er in ein« E snsHfLn- d» rtzL K-s ÄS MgnÄs Auhne Varia Der Rtldfrpräflbtiil empfängt den Segelflieger Groenhoff. Reichspräsident von Hindenburg empfing den Segelflieger Groenhoff, dem al» dem erfolgreichsten Piloten für motorlosen Mug für da» Jahr 1931 vom Preisgericht der Hin- denburgpokal und Geldpreis für motvr- losen Flug Auerfannl wurde. Dre Leistungen, denen Groenhoff besonder- dj.es e Auszeichnung verdankt, find einmal ein von München nach der Tschechoslowakei bis zum Rande de» Erzgebirges mit motorlosem Flugzeug wobei eine Strecke von 280 Kilometer durchflogen wurde, zweiten- ein 220 Kilometer langer Flug von der Wasserkuppe im Rhöngebirge bi- nach Magdeburg. Der Reichspräsident überreichte Groenhoff mit herzlichen Glückwünschen den Pokal und lieh sich sodann über die Einzelheiten seiner Flugleistungen unterrichten. Die SdyrolegermuHer entführt. Bei einem Bäckermeister in Dederstedt (Mans- selber Seekreis) erschienen vier Derwondte. zwei Männer und zwei Frauen zusammen mit einem Unbekannten unb verlangten in großer Erregung Die 83fährige Schwiegermutter de» Backer- meisters zu sprechen. Als dieser ihnen dies wegen früherer Familienstreitigkeiten nur unter der Be- Jfire .Anzeigen werden durch sorgfältige, wirksame Satzausstattung werben wenn Sie sie frühzeitig genug aufgeben dingung gestattete, daß sie von der Straße au» durch ein Fen st er mit seiner Schwiegermutter sprachen, sprangen plötzlich die zwei TI (inner über den Ladentisch und gingen gegen den Bäckermeister tätlich vor. Die beiden Frauen begaben sich schnell in das Schlafzimmer, wo die Greisin zu Bett lag und schleppten sie in einen bereit st ehenden Kraftwagen. Der Bäckermeister, der seiner Schwiegermutter zu Hilfe eilen wollte, wurde von den drei Männern gewaltsam zurückgehalten und bedroht. Die Greisin wurde entführt. Der Grund zur Tat soll darin liegen, daß sie den Bäckermeister in ihrem Testa- ment bevorzugt haben soll. 19 Jahre eingefperrt Auf Grund der Anzeige eine- Leichenbesckauer» kam man in dem Gifelort Gerolstein einer schrecklichen Dreueltat auf die Spur. Bor einigen Tagen starb eine 64 Jahre alte Frau namenS Anna Mörsch, die von ihren Angehörigen, einem Schwager, dessen Frau und deren Schwester, 19 Jahre lang gefangen gehalten worden war. Die Tote war bi» zum Skelett abgemagert. AnnaM., die nicht verhelratet war, war geistig anor- m a l. 3n den ersten Jahren ihre- Verschwinden« wurde sie noch ab und zu an dem Fenster de- Zimmers, in dem sie gesangengehalten wurde, und da- nach der Gartenseite de- von ihren Angehörigen betriebenen kleinen Restaurant- hinauSläust, gesehen. Schließlich geriet sie ganz in Vergessenheit. Sie geben an, Anna Mörsch habe in den ersten Jahren ihrer Zurückgezogenheit noch im gemeinschaftlichen Haushalt gelebt, nur wenn Gäste kamen, sei sie In das Dartenzimmer gebracht worden. Jeder Besuch wurde von rhr fern gehalten. Man nimmt an, daß die Angehörigen die Kosten ber Unterbringung in einer Heil- und Pflegeanstalt scheuten. Ein Jorfler ermordet. 3n der Rahe seines Dienstgehöftes wurde der 68jährige Förster Saupe in Milmersdorf (KreiS Lebus) ermordet aufgefunden. Der Beamte, der im Dienst der Gräflich Finkensteinschen Forstverwaltung stand, ist offenbar mit Wilderern zusammengestoßen, die ihn überwältigt und erwürgt haben. Aus ber prvvinualhauviüabi. Gießen. den 9.März 1932. Oie Reichspräsidenienrvahl. wichtige Informationen für die wahlberechtigten. Die Bürgermeisterei verdf entlichl im heutigen Anzeigenteil die Bekanntmachung über die W a h l de- Reich-Präsidenten am Sonntag. 13. März. Alle Stimmberechtigten werden auf diese wichtige Bekanntmachung, au- der die E i n- teilung der Stadt Gießen in Abstim- mung-be-irke, die W a hl l o k a l e, die Ab- stimmungSzeit usw. ersichtlich sind, hingewiesen. Stimmberechtigte, die einen Stimmschein benötigen, z. D. wenn sie am Wahltage dringend verreisen müssen, können diesen beim städtischen Wahlamt (Stadthau- Bergstraße 20, Zimmer 13) nur bi- einschl. SamStag. 12. März. 1 7 Uhr, erhalten. Nationalsozialistische Versammlung. 3n einer sehr gut besuchten Versammlung der Ortsgruppe Gießen der RSDAP. sprach am Tlontagabenb im 6af6 Leib Herr BareiS über das Thema: .RotionalsozialismuS, Handwerk. Handel und Gewerbe". Der bevorstehende Wahltag sei, so führte er na. au-, für das deutsche Volk ein Tag von entscheidender Bedeutung; entscheidend dafür, ob daS gegenwärtig vorherrschende System weiter bestehen oder abtreten solle. Leider sei der Mittelstand an der gegenwärtigen Situation nicht ganz unschuldig. Man habe eS geduldet, daß sich verschiedene Organisationen, ja daß sich der Staat selbst in der Schaffung von Regiebetrieben zur Konkurrenz de« Handwerk- und de« selbständigen Geschäftsmannes entwickelt habe. Die fortschreitende Industrialisierung habe sich al» der Todfeind de» Handwerks erwiesen. Gegenwärtig spiele man schon wieder mit dem Gedanken einer Umfatj- steuererHöhung ; während allenthalben der Preisabbau propagiert werde, bewegen sich die Zinssätze in unveränderter Höhe. Der Handwerker habe heute nicht mehr um den Schuh seine- Vermögen» zu kämpfen, denn er habe längst keine» meyr. vielmehr gelte sein Kampf nur noch der Erhaltung feiner Existenz. Der Kampf um die Erhaltung des Mittelstände» werde durch die Rotionalsozialistische Partei geführt, die mit allen Mitteln einer Kollektivwirtschaft entgegenwirken wolle. Es müsse endlich mit den Splitterparteien aufgeräumt werden, die den 3ntereffen der Handwerkerschaft kaum gerecht werden könnten. Die RSDAP. werde nicht versäumen, auch der Sied- lung-frage breiten Raum zu geben. Es gehe nicht an, auf eine Weise zu siedeln, daß wieder nur die 3nbuftrie Gewinne daraus erziele und der Handwerker mit leeren Händen danebenstehe. SS gehe auch nicht an, daß man den SiedlungStoilli- f,en auf ein Land verweise, daS gar keine Mög- ichkeit offen lasse, sich den Lebensunterhalt zu verschaffen. 3n Deutschland gebe es noch genug Raum, der Brot zu geben vermöge, in Deutschland sei noch viel Raum ohne Volk. Die RSDAP. werde sich energisch dem Warenhauskonzern- und dem Einheitspreisgeschäftewesen entgegenstellen und für diese eine höhere steuerliche Belastung in die Wege leiten, damit diesen Einrichtungen der Kamvs gegen daS Handwerk nicht so leicht werde, tote er es zur Zeit sei. Man werde auch die Schwarzarbeit bekämpfen, die Sondergebäude- fteuer insbesondere für den Gctoerberaum ablösen, die Gebäude hinsichtlich der steuerlichen Belastung ihrem augenblicklichen Wert entsprechend einschätzen und die ungerechte Einheitsbewertung abschafsen. Eine Zwangsversteigerung auf Grund von nicht eintreibbaren Steuer- ober ZinSschulden könne nicht mehr in Frage kommen. Die Rationalsozialisten würden sich für die Schaffung einer Grund- und Dodenmark einsehen, damit das deutsche Volk endlich von der durch die Goldmark bedingten internationalen Zinsknechtschaft befreit werde. DaS deutsche Volk müsse sich hüten vor der Gefahr der Vermassung, vor der Gefahr der Willenlosigkeit, es müsse trotz aller Röte bereit sein, das Geschick in die eigene Hand zu nehmen und zum Besseren zu lenken an der Seite derer, die guten Willens seien. Der Vortrag wurde mit starkem Beifall ausgenommen. Eine hnye Aussprache und daS Schlußwort beendeten die Versammlung. ^orwtfiiaL — Tageskalender für Mittwoch Stadttheater Der Hauptmann von Köpenick'. 19 bi» gegen 23 Uhr — Oberhess ischer Kunst- verein: Turmhau» am Brandplatz. 15 bhB 17 Uhr Frühjahr» - Kunst - 3u»Stellung. — Kampsblock Lchwarz-Weiß-Rot: 20.30 Uhr. EasL Leib. Versammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Viktoria und ihr Husar " — Au» dem Stadttheaterbureau wird un» geschrieben: Heute. 19 Uhr, Sondervorstellung außer Abonnement deS deutschen Märchen- von Earl Zuckrneycr ..Der Hauptmann von Köpenick' unter der Spielleitung des 3ntcnbanten. 3m Gegensatz zu anderen Bühnen ist in ber Gießener Inszenierung technischer Rotwendigkeiten wegen nicht- gestrichen. ES wirb sogar ein Bild gezeigt, da- noch über keine Bühne gegangen ist. So vermittelt die Gießener Aufsüyrung einen großen unb ungebrochenen Eindruck von diesem erfolgreichsten Stück der letzten Spielzeit. Die T'telrolle spielt Peter F a s s o 11. im übrigen ist da» gesamte Ensemble de» Stadttheater» unter Hinzuziehung vieler Statisten beschäftigt. Gewöhnliche Schauspielpreise. Auswärtige Besucher erhalten gegen Vorzeigung ihrer Sonntagsrückfahrkarten. Die speziell für Theaterbesucher auch am Mittwoch ausgestellt werden, ermäßigte Preise. Ende der Aufführung gegen 23 ilbr. Die Besucher brauchen sich wegen der Rückfahrt keine Sorgen zu machen, da die in Frage kommenden Züge der Reichsbahn, sowie die Wagen ber Krastpost auf das Eintreffen beS Theater- omni buffe« am Bahnhof warten. Gutscheine haben Gültigkeit. — Freitag, 11. März, al« i 22. Vorstellung im Freitag-Abonnement zu gewöhnlichen Preisen. 20 Uhr, unwiderruflich letzte I Vorstellung be« Lustspiels von Earl Rößler ..Die fünf Frankfurter". Frau Auguste Prasch- G r e v e n b e r g hat sich entschlossen, eine Wiederholung ihres AbschiebSgastspiclS in der Rolle ber Frau Gudula zu geben. Ende ber Ausführung: 22.30 Uhr. Spielleitung: Karl 03 o Id. — Eine Versammlung ber RSDAP. findet morgen, Donnerstag, abend im Eafö Leib statt. Redner ist der ReichStagSabg. Triebel. (Siehe heutige Anzeige.) •• Anhaltender Schneefall brachte un» heute vormittag in Erinnerung, daß deS Winter- Herrschaft noch nicht vorüber ist. Zeitweise war der Schneefall fogar sehr dicht, immerhin darf man aber annehmen, daß die weiße Herrlichkeit nicht lange dauern wird. Eine Fünfundachtzigjährige. Frau Fohannette O ck e 1, wohnhaft In Löbers Hof 5, feiert am moraigen Donnerstag jn geistiger und körperlicher Frische ihren 85. Geburtstag. •* BündischerSinge-Abend. Der Singe- Abend des Horstes Gießen des Deutschen Psab- finderbundes in der Neuen Aula der Universität gestaltete sich für die außerordentlich zahlreichen Zuhörer zu einem besonderen Erlebnis. Eine Schar von etwa zwei Dutzend jungen Pfadfindern bot eine Fülle der Lieder, nachdem der Führer der Sänger zuvor darauf hingewiesen hatte, daß ber Bündische Singe-Abend nicht etwa ein Konzert fein wolle, sondern lediglich die Form des allen deutschen Liedes einem breiteren Kreis der Bevölkerung näherbringen möchte, um so zu den Quellen deutscher Kraft hinzuweisen, die in der Gegenwart leider so sehr verschüttet erscheinen. Lieder des Lebens und der Freude solle der Abend bringen, unb zwar so, wie sie bei jeber Gelegenheit gesungen werben konnten unb im Kreise der Pfabfinber auch immer roieber gesungen werben. Altbautsche Lieber aus fünf Zahrhunberten würben in zwei-, brei- unb vierstimmigen Sätzen bargeboten unb von ben Zu- Hörern bantbar aufgenommen. Drei Lieber unter dem Titel „Dom Tob unb ben Heiligen" bilbeten einen stimmunysoollen Auftakt, Ballaben unb einige ölte Lieber erzählenden Charakters, Lieder zu fröh- licher Stunde im Kanon gesungen, kraftvolle, ur- wüchsige unb berbe Lanbsknechtsgesänge, bie nicht fehlen durften, Sonnenwendlieder und einige Siebte völkischer Grundstimmung, voll des Glaubens an Bolk, Heimat und Vaterland, voll ber Lebens- bejahung und des Bewußtseins eigener Kraft, brachte das Programm, das den Zuhörern einen Einblick in die Geisteswelt unserer deutschen Vergangenheit tun liefe. Die Darbietungen, die in technischer Hinsicht an die Singschar bedeutende An- fütbmingrn stellten, wurden außerordentlich b* Lültg ausgenommen. Die Gänger gaben sich viel Mühe. Der Horst Gießen darf mit dem ideellen Er» folg des Abends zufrieden fein. weitere cotalnawrichten in zweiten Blatt. Ote Wetterlage .BzaJSszZ M w. 9' 2 Cv» 0 "jfe ©woltenios Ohener »«em btdtclt ® woiwia. e eedecit «Reoe^ * Sehnet ttlreupfin ■ Netti X^ewU'/f.©WindjlUlc -O-» JtM •eichte' on £ «Swgt> SOdsudwesi q 'tülmvthf Rwdwert Oie »reue fliegen nn dem winde. Die Bo den Stationen dienenden !»► len gegen die Temperatur an Die timen verbinden Orte ein gleiche* »ur •'trrrsnietau umgcrecheeiee Luitdruct ttkttcruorniieiaftc. Die Rordseestörung ist im Laufe de» gestrigen Tage» über Deutschland hinweggezogen unb liegt heute morgen über Estland und Litauen. An ihrer Rückseite dringt in Gemeinschaft mit dem nördlichen Hoch Kaltluft nach Deutschland vor, die außer Temperaturrückgang zu verbreiteten Schneefällen führte. 3n Ostdeutschland lagen die heutigen Morgentemperaturen schon 4—7 D ab unter Rull. Auch bei un» gehen zunächst die Demperaturen bis unter den Gefrierpunkt zurück, wobei außerdem noch zeitweise Schneefälle auftreten. Au-fichten für Donner-tag: Kälter bis zu Frost, zeitweise stärker bewölkt mit Schnee. Lufttemperaturen. Am 8. März, mittag«: 4- 5,0 Grad Eelf., abend-: 4- 2,1 Grab (Self. Am 9. März, morgens: + 1,1 Grad (Self. Maximum: -s- 5,4 Grad Eels-, Minimum: — 0,2 Grad Eels. Riederschläge: 0,8 Millimeter. Sonnenscheindauer: s/< Stunde. Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 8. März, abend-: s— 0,0 Grad (Self. Am 9. März, morgens: — 0,4 Grad Eels. Amtliche Dintersporlnachrichten. Vogelsberg, Hohcrodskops: Schneefall, — 5 Grad, 50 Zentimeter Pulverschnee, stellenweise bi- zu 1 Meter verweht, Sportmöglichkeit sehr gut. Rhön, Wasserkuppe: Schneefall, —5 Grad, 15 Zentimeter Pulverschnee. Sportmöglichkeit gut. Schwarzwald, Feldberg: Schneefall, — 2 Grad. 80 Zentimeter Schnee, verweht« Sportmöglichkeit gut. Alpen, Garmisch - Partenkirchen: Schneefall, — 1 Grad, 30 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit sehr gut. Der Zagenleurschule Weimar, die vor 3ahre-- frlft nach etwa 40jährigem Bestehen in Altenburg ßur Landeshauptstadt Weimar übersiedelte, wurde infolge vorbildlicher Ausgestaltung der Konstruktionssäle und Laboratorien und chre bewährte Unterrichtsmethode ein besonderer Erfolg durch starkes Anwachsen der Studierendenzahl beschieden. Prospekte werden Interessenten auf Anforderung zugestellt 695V Dann also nur ein Opel, weil allein schon der niedrige Anschaffungspreis (Opel senkte bekanntlich die Preise für 1932) ein bedeutender wirtschaftlicher Vorteil ist; das umso mehr, als Opel dank der Größe und finanziellen Stärke des Werks zu so niedrigen Preisen Qualitätswagen liefert, weil Opel-Konstruktionen erprobt sind, und die Wogen sich im Dienste täglicher Gebrauchskilometer praktisch bewährt haben, weil die laufenden Kosten — wie Steuer, Versicherung und Betrieb — für einen Opelwagen ausgesprochen niedrig sind. Die Wagen wurden bewußt für eine Zeit gebaut, in der der Unterhalt eines Automobils kein Luxus sein darf, well überall ein vorbildlich geschulter Opel-Kundendienst für Opelwagen sorgt. Was das für die Wirtschaftlichkeit eines Wagens bedeutet, weiß derjenige am besten zu beurteilen, der einen Wagen ohne Kundendienst-Schutz fährt. 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V, Pfund 14 4 Kokosnuß, geraspelt........................r/4 Pfund 10 -) Kokosfett „GEG‘r.................Tafel 38 -i, neutral 33 °) * Margarine.....................1 Pfund 80, 72, 40 und 34 4 Margarine..........................Pfund 32 und 28 Schmalz, amerikanisches.....................IPfund 45 Weib weine; in 1-Liter-Flaschen (ohne Glas)..........100, 90, 80 und 75 ->) Wieder eingetrofien; Erdnuß-Schokolade.............2 Tafeln ä 100 Gramm 35 eWarenabßabe nur an Mitglieder! Konsumverein Biegen n.Umg. e. G. m. b. H. 1876A I Bekanntmachung. Die Bullen- und Eberhaltung für die Stadt Gießen ist vom 1. April 1932 ab dem Landwirt Wilhelm Höchst zu Gießen, Marburger Straße 66, übertragen worden. Gießen, den 3. März 1932. Bürgermeisterei Gießen, ________I. V. Dr. Rosenberg, iseec Nutz- und Brennholzversteigerung Am Donnerstag, dem 10. März ds. Js. kommen aus den Waldungen der Stadt Allendorf a. d. Lda., Försterei Climbach, Forstort Kinnwald, Abtlg. 3a, Köpfchen Abtlg. 7a und Nabenauer Straße Abtlg. 14 nachstehende Holzsortimente an Ort und Stelle zur Ve^teigerung: Nutzschcit: i868v Eiche 2,50 m lang ---- 8 rm. Scheit: Buche = 164.5 rm, Eiche = 11.5 rm, Kiefer rund = 11 rm, Fichte rund 46.5 rm. Knüppel: Buche 209.5 rm, Eiche 25.5 rm, Fichte 10.5 rm. Reisig HI. Kl. Buche 172 rm, Kiefer 10 rm, Fichte = 35 rm. Die Zusammenkunft ist vormittags um 9 Uhr am Forstort Kinnwald Abtlg. 3a unterhalb des Schießstandes. Allendorf a. d. Lda., den 8. März 1932. Hess. Bürgermeisterei Schneider, Bürgermeister. Donnerstag, den 10. d. 2K., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 2 Kleiderschränke, 1 Standuhr, 1 Korbmöbelgarnitur, 1 Wanduhr, 1 Sprungfedermatratze, 1 Schondecke, 3 Kapock» keile, 1 Bücherschrank, 1 Kredenz, 1 Ständerlampe, 15 Rollen Dachpappe, 20 verz. Dachfenster, 1 Tisch, 1 Schreibtisch, 8 Sofas, 3 Chaiselongues, 1 Diwan, 1 Rechenmaschine, 1 Registrierkasse, 3 Schreibmaschinen, 1 elektr. Haarschneidemaschine, 4 Vertikos, 5 Nähmaschinen, 1 Gläserschrank, 1 Wirtschastsbüfett, 2 Glasscyränkchen, 1 Badeofen m. Wanne, 3 Büfetts, 2 Sessel, 1 Trumeauspiegel 1 Zimmerteppich, 1 Grammophon, 1 Kommode. 1886D Ferner an Ort und Stelle, Bekanntgabe im versteigerungslokal: 3 Kühlschränke, 1 Kassenschrank, 1 Eis- schrank, 1 Radioapparat mit Lautsprecher, 2 Hobelbänke, 1 Pferd, 2 Schweine. 2Tt ölt, Gerichtsvollzieher in Gießen, Ludwigstraße 331, Telephon 3239, Fran Dr. Pilzen verreist bis 29. März >871 D ZUM DAXIPIP Zugvogel steuer- und führerscheinfrei, 170 ccm, 4,5 Ps., 2-Gang-Blpckgetriebe, Kickstarter, Leerlauf-Kupplung mit elektrischer Beleuchtung und Ballhupe, RM. 450,— ab Werk jetzt lieferbar. Vorführung: '<1469 Ä mm a I Kaiserallee Nr. 49 riippCl Telephon Nr. 4067 Die neue BMW. 400 ccm, ab Lager lieferbar. 01500 Ed. 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Für die Wahl des Reichspräsidenten ist die Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrnwald in folgende Abstimmungsbezirke eingeteilt: Alicenstraße (Abstimmungsbezirk Nr. 18,) Alter Rödger Weg (15), Alter Schiffen- berger Weg (13), Am Kugelberg (14), Am Nahrungsberg (11), Am Pfarrgarten (5), Am Riegelpfad (10), Am Rodtberg (4), Am Steg (8), Am Weiher (8), Am Wingert (4), Am Zollstock (7), An den Bahnhöfen (6), Au der Hardt (3), An der Johanneskirche (18), An der Kaserne (14), An der Kläranlage (6), An der Margaretenhütte (6), Anneröder Weg (14), Arndtstraße (8), Asterweg (2), Auf der Bach (1), Auf der Weißerde (9), Aulweg (9), Bahnhofstraße (6), Beethovenstraße (8), Bergstraße (11), Bismarckstraße (13), Bleichftraße (12), Böck- linstraße (4), Boothausstraße (3), Brandgasse (16), Brandplatz (16), Braugasse (16), Bruchstrabe (11), Buchnerstraße (8), Buddestraße (7), Bückingstraße (4), Burggraben (1), Cranachstraße (4), Crednerstraße (8), Dammstraße (2), Diezstraße (16), Doering- straße (14), Dreihäusergafse (16), Dürer- straße (4), Ebelstraße (9), Ederstraße (2), Eichweg (13), Erdkauterweg (9), Erlengasse (16), Feuerbachstraße (4), Fichtestraße (8), Flugplatz (14), Frankfurter Straße (7), Freiligrathstraße (8), Friedensstraße (14), Friedhossallee (4), Friedrichstraße (7), Gabelsbergerstraße (5), Gaffkystraße (8), Gartenstraße (11), Georg-Philipp-Gail- Straße (11), Glaubrechtstraße (8), Glei- berger Weg (3), Gnauthstraße (12),Goethe- straße (12), Grabenstraße (6), Großer Steinweg (13), Grünberger Straße (14), Gün- thersgrabcn (10), Gutenbergstraße (13), Gutsleischstraße (15), Händelstraße (8), Hammstraße (5), Haydnstraße (8), Heegstrauchsweg (13), Henselstraße (12), Herrnwald (Gemarkung) (13), Hessenstraße (13), Heyexweg (14), Hillebrandstraße (8), Hinter den Schießgärtcn (3), Hinter der Westanlage (6), Hochweg (8), Hofmannstraße (8), Holbeinstraße (4), Hollerweg (7), Hundsgasse (1), Jheringstraße (9), Im Gartfeld (2), In den Eichgärten (13), In der Schwarzlach (4), Johannesstraße (18), Kaiserallee (15), Kanzleiberg (16), Kapla- neigasse (16), Kaplansgasse (18), Katha- rinengasfe (18), Keplerstraße (13), Kirchen- Platz (1), Kirchstraße (1), Kleine Mühlgasse (5), Klinikstraße (8), Köruerstraße (8), Kornblumengasse (5), Kreuzplatz (17), Krof- dorfer Straße (3), Lahnstraße (5), Landgrafenstraße (16), Landgraf-Philipp-Platz (16), Landmannstraße (11), Leihgesterner Weg mit Bergwerk (7), Lessingstraße (12), Licher Straße (14), Liebigstraße (9), Lindengasse (1), Lindenplah (1), In Löbers Hof (5), Löberstraße (11), Löwengasse (17), Lonystraße (12), Ludwigsplatz (10), Lud- wigstraße (10), Mäusburg (17), Maigasse (17), Marburger Straße (4), Marktlaubenstraß e (16), Marktplatz (1), Marktstraße (1), Menzelstraße (4), Mittelweg (8), Moltke- straße (15), Mühlstraße (5), Neuen Bäue (16), Neuenweg (18), Neustadt (5), Nordanlage (3), Ostanlage (15), Plockstraße (18), Fritz-Reuter-Straße (8), Rittergasse (17), Rodheimer Straße (3), Rodhohl (7), Röd- gener Straße mit Flughafen (14), Röntgenstraße (10), Roonstraße (13), Sandgasse (5), Sandkauterweg (9), Schanzenstraße (5), Schiffenberg (Gemarkung) (13), Schiffen- berger Weg (13), Schillerstraße (2), Schlachthofstraße (3), Schloßgasse (16), Schottstraße (3), Schubertstraße (8), Schützenstraße (3), Schulstraße (16), Seltersweg (17), Senckenbergstraße (16), Sonnenstraße (16), Spitzwegstraße (4), Steinstraße (4), Stephanstraße (11), Studentensteg (9), Südanlage (18), Teuselslustgärtchen (17), Thaerstraße (8), Thomasstraße (4), Tiefenweg (5), Trillergasse (16), Uhlandstraße (8), Karl-Vogt-Straße (11), Wagengasse (16), Richard-Wagner-Straße (8), Walltorstraße (1), Wartweg (10), Weidcngasse (16), Welckerstraße (9), Weserstraße (2), Westanlage (6), Wettergasse (17), Wetzlarer Weg (8), Wetzsteingasfe (1), Wetzsteinstraße (1), Wiesecker Weg (4), Wiesenstraßc (15), Wllhelmstraße (10), Wilsonstraße (9), Wiß- marer Weg (4), Wolfstraße (11), Wolkengasse (17), Zeppclinstraße (15), Zozels- gasse (1), Zu den Mühlen (3). Für den Abstimmungsbezirk 1 befindet sich der Wahlraum im Alten Rathaus, Marktplatz 14, Trauungssaal; Wahlvorsteher: Gewerkschastsan- gestellter Wilhelm Mundt; Stellvertreter: Kaufmann Hugo Rausch; 2 in der Studienanstalt, Nordanlage 28, Schulsaal Nr. 48; Wahlvorsteher: Fabrikant Carl Müller, Stellvertreter: Prokurist Richard Hünig; 3 im Schulhaus Kirchstraße 16 (früher Gewerbehaus), Saal 3, Erdgeschoß; Wahlvorsteher: Neichsbahnobersekretär Hans Althaus; Stellvertreter: Kauf- mann Hans Happel; 4 in der Schillerschule, Schillerstraße 8, Saal 8, Erdgeschoß (Eingang von der Rückseite); Wahlvorsteher: Berufsschullehrer August Wchrheim; Stellvertreter Kaufmann Eduard Gondner; 5 in der Pestalozzischule (Stadtknabenschule) Nordanlage 18 (Lehrerzimmer); Wahlvorsteher: Kaufmann Andreas Rei- ning; Stellvertreter: Sparkasseninspektor Hermann Weigel; 6 in der Goetheschule (Bezirksschule), Westanlage 43 (Turnhalle); Wahlvorsteher: Hausverwalter Johann Loh; Stellvertreter: VerwaltungssekretärAr- thur Meirich; 7 in der Alten Klinik, Liebigstraße 16, Saal 20 (1. Stock), Eingang Hauptportal; Wahlvorsteher: Schreinermstr. Friedrich Lenz; Stellvertreter: Reichs- bankrat Karl Bender; 8 in der Alten Klinik, Liebigstraße 16, Saal 7 (Erdgeschoß), Eingang rechter Flügel; Wahlvorsteher: Bankbeamter Theo Weber; Stellvertreter: Kaufmann Friedrich Hirsch; 9 in der Alten Klinik, Liebigstraße 16, Saal 8 (Erdgeschoß), Eingang Hauptportal; Wahlvorsteher: Oberreallehre» Ludwig Hebermehl; Stellvertreteri Kaufmann Hermann Welcker; 10 im Realgymnasium, Ludwigstraße 11 (Turnhalle); Wahlvorsteher: Kaufmann Ludwig Lembke; Stellvertreter: Lehrer Wilhelm Ulmer; 11 im Stadthaus, Bergstraße 20 (frühen Steins Garten), Zimmer Nr. 6; Wahlvorsteher: Studienrat Dr. Phil. Rudolf Blank; Stellvertreter; Vertreter Emil Reuter; 12 im Gymnasium, Südanlage 6 (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Verwaltungsobersekretär Heinrich-Winnen; Stellvertreter: Geschäftsführer Paul Guren- koff; 13 in der Oberrealschule, Stephanstraße 12» Schulsaal Nr. 8 (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Turnlehrer Rudolf Paul; Stellvertreter: Oberreallehrcr Richard Appel; 14 int Verwaltungsgebäude der Provin-« zialpflegeanstalt, Licher Straße 74, (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Arbeitsvermittler Joseph Maier; Stellvertr.i Eisenbahnobersekretär i.R. Max Detree; 15 im Justizgebäude, Ostanlage 15, Saal Nr. 18 (Strafkammersaal, im Erdgeschoß), Eingang Südseite; Wahlvorsteher: Bankbeamter Alois Hofmann; Stellvertreter: Schneidermeister Heinrich Wagenbach; 16 im Regierungsgebäude, Landgraf-Philipp-Platz 3, Sitzungssaal; Wahlvorsteher: Geschäftsführer Heinrich Rau; Stellvertreter: Verwaltungsobersekr. Hans Seibel> 17 im Stadthaus Gartenstraße 2 (Altes Bürgermeistereigebäude), Zimmer 16 (1. Stock); Wahlvorsteher: Kaufmann Otto Georg; Stellvertreter: Kaufmann Karl Marth; 18 im Stadthaus Gartenstraße 2 (Altes Bürgermeistereigebäude), Zimmer 7 (Erdgeschoß); Wahlvorsteher: Rechtsanwalt Paul Hornberger; Stellvertr.: Kaufmann Bernhard Blümig. Für die in den Kliniken, Kranken» und Pflegcanstalten usw. untcrgebrachlen Wahlberechtigten, die keinen Wahlraum außerhalb der Anstalt aufsuchen können, ist ein besonderer Wahlbezirk (der 19.) gebildet. Der Wahlvorstand wird in den Anstalten die Stimmen (gegen Abgabe eines Stimmscheines)entgegennehmen. Wahlvorsteher : Kaufmann Heinrich Wagener; Stellvertreter: Kaufmann Hermann Müller. Die Wahlhandlung (Abstimmung) findet am Sonntag, dem 13. März 1932 ununterbrochen von 9 bis 18 Uhr statt. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich hergestellte Stimmzettel, die alle zugelassenen Wahlvorschläge enthalten und ausschließlich im Wahllokal zur Ausgabe kommen, verwendet werden. Die Stimmabgabe geschieht in der Weise, daß der Wahlberechtigte durch ein Kreuz, das er in den aus dem Stimmzettel aufgedruckten kleinen Kreis setzt, oder durch Unterstreichen oder in sonst erkennbarer Weise kenntlich macht, welchem Anwärter er seine Stimme geben will. Die amtlichen Stimmzettel enthalten ferner ein freies Feld, in das der Stimm-' berechtigte einen anderen Anwärter eintragen kann, wenn er keinem der Vorye- fchlagenen seine Stimme geben will. Stimmzettel, die mit sonstigen Vermerken oder mit Vorbehalten versehen sind, sowie nicht amtlich hergestellte Stimmzettel sind ungültig. Wenn auch der Wahlberechtigts in der Art der Kennzeichnung des Wahlvorschlags freie Wahl hat, so empfiehlt es sich doch zur Vermeidung einer Ungültig- erklärung, die Kennzeichnung nur durch ein Kreuz in den Kreis des Wahlvorfchlags, dem man seine Stimme geben will, vorzunehmen. Die Ausgabe der amtlichen Stimmzettel erfolgt am Wahltage im Wahlraum unter gleichzeitiger Aushändigung eines amtlichen Wahlumschlags. Stimmscheine, die nach § 9 der Reichsstimmordnung für besondere Anlässe ausgestellt werden (z. B. wenn sich ein Wähler, der in die Wahlkartei eingetragen ist, am Wahltage während der Wahlzeit aus zwingenden Gründen außerhalb seines Wahlbezirks aufhält), können nur noch bis einschließlich Samstag, den 12. März 1932, 17 Uhr, beim städtischen Wahlamt — Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer Nr.13— beantragt werden. Die Entgegennahme der Stimmscheine hat durch die Wahlberechtigten selbst zu geschehen. Sind dritte Personen mit der Entgegennahme eines Stimmscheins beauftragt, so haben sich diese durch Vorlage einer Vollmacht des Wahlberechtigten auszuweisen. Bei der Wahlhandlung selbst hilft der Wähler das Wahlgeschäst erleichtern, wenn er beim Aufsuchen seines Namens in der Wahlkartei zuerst Straße und Hausnummer seiner Wohnung und dann Familien- und Vorname nennt. Es ist untersagt, im. Wahlraum oder in dessen Zu- oder Eingängen Plakate irgendwelcher Art (Wahlaufrufe usw.) aufzuhängen. Das Wahlergebnis für den 19. Wahlbezirk (Kliniken, Kranken- und Pflegeanstalten) wird nach beendeter Wahlhandlung im Stadthaus Bergstraße 20, Zimmer 8 und 9, festgestellt werden. Gießen, den 9. März 1932. Bürgermeisterei Gießen I. B.: Dr. Seid. IE« «6. ÄS*« t’He SO (tey J.’ä* 1*’*! '• Sttl«ta ftni v^Ne 6 ^^nen; r^. fc?Oul0Ultn4 ^tephanstrch,. ^geschoßj; gflfJ ccr Rudolf Paul, «hrer R,y SS kr Prodm- 74, ”1 Stell»ettt.i ^stanlage 15, eflflf Echal, im Eidge« Südseite; Lohlvov ler Alois Hofmami; hneideimcifler hrin- äude, Landgiai.Phj. lungijaol; Wahlvor- W Heinrich Nau, Lerwaltungiobeyck. artensttaßc 2 fUes bäude>, Zimmer 16 "rstcher: Saufmana Vertreter: Saufmanu artenstraßc 2 öS’*) * io Sw' 112##• >MX Ur. 58 Zweiter Blatt Giehener Anzeiger lGeneral-Anzeiger für Gderhessen) Mittwoch, 9. März 1952 Aus Der Provinzioldauptstadr Gießen, den 9. Mär- 1932. Zusammenschluß der Entomologen von Gießen und Wehlar. Die Beschäftigung mit Insekten, vor allem mit Käfern und Schmetterlingen, galt früher in weiten Streifen nur als eine Liebhaberei-, heute aber sehen wir in den Insekten einerseits die großen Gefährder der Cebensmittcleneuflung, die besonders der Land- und Forstwirtschaft Katastrophen bereiten, anderseits wichtige Bestandteile der heimatlichen Natur, die unseres Schutzes gegen die fortschreitende Mechanisierung und damit Verkümmerung ihres Lebensraumes bedürfen. Die Aufgaben der „Entomologie* — das ist der Fachausdruck für „Insektenkunde* — bestehen also nicht zuletzt in einem Werte- bewahren nach zwei Seiten hin: hier treibt sie Naturschutz, dort Pflanzen- und Lorratsschutz. Diese Wissenschaft umfaßt ein weites Reich: kennt man doch heute bereits etwa 750000 verschiedene Insektenarten auf der Erde, mehrere Zehntausende allein in Deutschland! Es laßt sich also vorstellen, wie vieles hier noch zu erforschen bleibt. Darum ist jeder willkommen, der als Sammler, Züchter oder Beobachter einen Baustein zu dem großen Ge bäube beiträgt. Die Entomologie hat diesen Stab von Liebhabern nötiger, als irgendein anderer Wissenschaftszweig. In Gießen hat die wissenschaftliche Insektenkunde eine Heimstätte gefunden, als 1926 im Rahmen des Forstinstituts der Landesuniversität die „Abteilung für Forstzoologie und Schädlingsbekämpsung* errichtet wurde. Im Mai 1929 tagte hier unter dem Vorsitz von Professor Dr. D i n g l e r, dem Leiter der genannten Abteilung, die 3. Wanderversamm- lung Deutscher (Entomologen, der zahlenmäßig größte Entomologenkongreß, der bis dahin auf deutschem Boden stattgefunden hotte. Und seit etwa drei Jahren haben sich die Gießener Entomologen zu monatlichen „Entomologenobenden* (Vorträgen und Demonstrationen aus der wissenschaftlichen In- ektenkunde) und neuerdings mit den Wetzlarer In- eftenfreunben zu einer zwanglosen Vereinigung zu ommengeschlossen, bie sich ebenfalls an einem Abend m Monat — meist in Gießen, doch einmal im Vierteljahr in Wetzlar — trifft, um eammlungs- material vorzuzeigen, zu tauschen, über Erfahrungen in der Insektenzucht zu berichten usw. Wer in Gießen, Wetzlar und anderen Orten des Gebietes zu den genannten Veranstaltungen ein- geladen zu sein wünscht, ist gebeten, seine Anschrift ber Zoologischen Abteilung des Forstinstituts, Gießen, Braugasse 7, mitzuteilen. Irgendwelche Beiträge werben nicht erhoben. Als Auftakt zu bem neuen Zusammenschluß wirb die „Entomologenvereinigung Gießen-Wetzlor* gemeinsam mit ber ,^)berhessischen Gesellschaft für Na- tur- und Heilkunde' am Donnerstag, 10. Marz, 20.15 Uhr, im Hörsaol des Forstinstituts, Braugasse 7, einen Vortragsabenb veranstalten. Es werben sprechen: Herr Dr. F. Klein (Gießen) über „Beiträge zur Biologie ber Staubwanze", unb Prof. M. D i n g l e r (Gießen) über „Brutpflege bei ben Insekten*. Gäste finb willkommen. (Siehe gestrige Anzeige.) Oeffentliche Mieterversammlung. Am Freitagabend fand im „Postkeller" eine öffentliche Mieterversammlung statt. Der sitzende des Mieter-Dereins, Oberreallehrer H c - bermehl. wies zunächst auf das 25jährige belieben des Mieteroereins hin, dessen Bestehen gekennzeichnet sei durch den ständigen Kamps um die Mieterschutzgesetzgebung. Die Mieterschutzgesetze müßten erhalten bleiben, bas Mietrecht müsse eine gesetzliche Verankerung erfahren. Die Arbeit des Äieteroereins trage sozialen Charakter. Der Vorsitzende gedachte sodann des verstorbenen Mitgliedes Telegraphen-Oberinspektor Waas. Hierauf hielt Kalkulator Prümer einen Vortrag über bas Thema „Die Notlage unb Gefahren durch bie 4. Notverordnung für die Altbau-, Neu- bau- unb Gewerderaum-Mieter, sowie für bie Bezieher von Mietbeihilfen". Der «ebner behandelte Alfred Bock. Als wir am letzten Sonntagabend, beim Ordnen von Photographien, auch fein Bild, mit den seit langem vertrauten Schriftzügen darunter, in Händen hielten, wußten wir nicht, daß er eine Stunde zuvor für immer eingefchlafen war, still und leicht, baff Ohr noch erfüllt vom Klang der Musik, der sein ganze« Leben hindurch lerne leidenschaftliche Liebe gegolten hat, und bie ihn bis in seine letzten Stunben hinein freundlich begleitet hat. , , . . _ . . Unb wenige Tage vorher, bei einem Besuch auf der Redaktion, haben wir ein langes, ernstes und heiteres, viele Gegenstände berührendes Gespräch mit Alfred Bock gehabt. Wir sprachen von Deutschland, von der Rot unserer trüben Gegenwart, und sein Blick war voll Sorge in die nächste Zukunft unseres Dolles gerichtet ... Wir sprachen auch von seiner Arbeit, feinen Gedanken und Plänen. Er war in Frankfurt gewesen, hatte im Rundfunk gelesen und er- zählte uns voll herzlicher Freude unb Besrte- biaung von ben mancherlei Stimmen des Dankes unb Grußes, welche ihn als Echo auf fern in den Archer hinaus getragenes Wort inzwischen erreicht hatten ... Die ihm geschrieben haben, ahnten so wenig wie wir daß ihr Dank dem Dichter eine letzte Freude bereiten sollte. Wenn diese Zeilen, mit denen wir in stiller Trauer Abschied nehmen von Alfred Bock, erst heute erscheinen, so wissen wir, daß es tm Sinne des Entschlafenen geschieht. Mit Alfred Bock verliert die Stadt Gießen einen ihrer besten und getreuesten Sohne, die Landesuniversität einen verdienten Ehrendoktor, das hessische Volk aber ben Mann, bem eff durch die Verleihung des Georg-Büchner-Preises feine dankbare Anerkennung für ein großes unb reiches Dichterisches Lebenswerk abgeplattet hat: ein Werk, welches fest und unveräußerlich im Boden, m Geist unb Lebensraum ber hessischen Heimat Der- touret ist. Mr-d D°<- ift =Mc»eJ=": Hessen mit ßanb und Leuten recht eigentlich tn bie deutsche Literatur eingeführt und sich damit in Die Reihe ber Diebig unb Karrillon. ber Zahn unb Stegemann unb mancher anderen gestellt hat deren Werk von ihrer heimatlichen Landschaft nicht zu lösen ist. an Hand eines umfangreichen Zahlenmaterials das Thema, sprach von ben grundlegenden Henberungen des Reichsmietengefestcs auf Grund der letzten Notverordnung, umriß die Auswirkungen der für das Jahr 1933 unter gewißen Voraussetzungen vorgesehenen Aushebung aller Schulgesetze, befaßte sich kritisch mit der Bewertung des Hausbesitzes vor und nach dem Kriege und mit der Form ber Ab- (Ölung der eonbergebäubefieucr. Zum Schluß ging ber Redner auf die durch die Notverordnung und ihre verschiedenen Bestimmungen sich ergebenden Folgen für die Mieterschaft ein unb forderte zum Zusammenschluß und zu energischer Mitarbeit im eigenen Interesse auf. 3n einer Entschließung wurde die grundsätzliche Stellungnahme der Versammlung zu ben Bestimmungen bet jüngsten Rotverordnung, soweit sie die Mieter betreffen, gufammengefaf)t. Die Entschließung hat folgenden Wortlaut ..Die Gießener Mieterschaft erbebt schärfsten Protest gegen bie in der vierten Notverordnung mit sofortiger Wirkung ausgesprochene teilweise Aushebung der Mieterschutzgeletze unb besonders gegen die völlige Außerkraftsetzung derselben zum 1. April 1933. BiS zu diesem Zeitpunkt ist eS unmöglich, wie Dorbebingt, ein umfassendes soziales Wohn- unb Miet recht im Bürgerlichen Gesetzbuch zu verankern. Die Gießener Mieterschaft protestiert weiter entschieben gegen bas ungerechtfertigte Herabfetzen der Hauszinssteuer. Das Gewähren erheblicher Steuemachlässe für ben Hausbesitz im Gegensatz zu ber unzureichen- ben Mietsenkung für bie Mieterschaft kann durch nichts gerechtfertigt werden. Durch ben gestaffelten Abbau ber Conbcrfteuer wirb ben Städten die Möglichkeit genommen, weiterhin Minderbemittelte unb Arbeitslose durch Wietbeihilfen auS biefer Steuer zu unterstützen. Ferner werden besonders ben hessischen Städten die Mittel entzogen, ben Zinsendienst für bie im Wohnungsbau angelegten Anleihen zu leisten. Gin Ersatz ber Sondersteuer. bie Weber Mieter noch Vermieter befonbers belastet, ist unmöglich, weil für die Mieten keine fortlaufende Senkung, wie bei der Sondersteuer. vorgesehen wurde. Auch würde die Ersatzsteuer neben der jetzigen Miete eine neue Belastung, bis zu 40 Prozent ber heutigen Miete fteigenb, erfordern. Gin solcher Ausgleich ist undenkbar. Der Ausfall muß die Städte wegen der steigenden Belastung für Wohlfahrtsfürsorge unb Anleihezinsendienst wirtschaftlich ruinieren unb baburch unvorstellbares Llnheil ber Bevölkerung bringen. Die Gießener Mieterschaft erwartet von der Regierung bie Aenberung ber 4. Rotverord- nung. um diese Katastrophe zu verhüten, unb sie fordert mit dem Bund deutscher Mietervereine (Sih Dresden): 1. Weitere Senkung ber Mieten. Beseitigung aller Sonderzufchläge zur Miete: 2. Mieterschutz für alle Wohn- und Gewerberäume in einem sozialen Mietrecht: 3. gerechte Erfassung der Installationsgewinne des 2111- hausbesiyes in ber HauszinSsteuer: 4 Verwen- bung ber HauszinSsteuer für bie Arbeitsbeschaffung zur Förderung einer gefunden Wohnungswirtschaft." Taten für Mittwoch, 9. März 1850: der Generaloberst Iosias v- Heeringen in Kassel geboren. — 1888: Kaiser Wilhelm 1. in Berlin gestorben — 1918: ber Dramatiker Frank Webekind in München gestorben. Die Maul - und Klauenseuche in Oberhefsen. Wie im neuesten Amtsverkün- digungsblatt bekanntgegeben wird, ist in Leihgestern bie Maul- unb Klauenseuche amtlich festgestellt worben: Sperrgebiet ist das Gehöft von Kaspar Langsbors •V., Deobachtungsgebiet die Gemarkung Leihgestern. — Rachbem in Burkhardsfelden bie Maul- unb Klauenseuche in einem weiteren Gehöst ausgebrochen ist. wurde ber ganze Ort zum Sperrgebiet unb bie Gemarkung Burkharbsselben zum Beobachtungsgebiet erklärt. - Weiterhin ist bie Seuche in Gambach unb in 21 i eb er-WöII ft ab t (Kr. Friedberg) ausgebrochen. — In Eberstadt (Kr. Gießen) ist bie Seuche erloschen. Wer ben letzten Runbfunk-Dortrag von QUfrcb Dock gehört hat, bem wirb ber — an anberen Stellen auch jederzeit nachzulesende — kurze, autobiographische Abriß des Dichters noch in Erinnerung fein, unb man wirb empsunben haben ober beim Lesen spüren, worauf es ihm ankam: ohne bie unwesentlichen unb äußerlichen Daten bes Lebenslaufes die Wesenskräfte zu beschwören, die seinen Weg bestimmt, seine Persönlichkeit geformt und feinem Werk Gesetz unb Richtung gegeben haben: die Tradition einer feit mehr als 150 Jahren in Gießen anfäffigen Familie, die alte unb ge pflegte Kultur bes elterlichen Patrizierhauses, dessen über Generationen hin wirkender unb spürbarer Atmosphäre sich wohl kaum jemand hat entziehen können, der es einmal betrat. Dieser überkommenen unb früh nach selbständiger Formung drängenden geistigen Haltung verbanden sich tiefe Liebe und Begabung für bie Musik als beglückende Ergänzung metaphysische Schwesterkunst seiner Dichtung. ..Mein Vater war Klavierkünstler von bedeutender Meisterschaft. Daß bas Musikalische mir im Geblüt liegt, verdanke ich ihm." Zu den schönsten unter vielen reichen Erinnerungen an Alfred Dock geboren bie festlichen Abendstunden in kleinem Kreise, wo er phantasierend an seinem Flügel saß: unvergeßlich noch immer der überirdische Klang ber Appassionata Unb bann stehl über bem Alfreb-Bock-Duch wie ein Motto sein Wort: ..Tausend Glocken sollen es in unsere Herzen läuten: die Heimat fei unter Halt unb Hort. Heiliger Gebauten Gleichklang wecke Gefühl fürs Daterland. daß nach trostloser Dunkelheit unseres Dolkstums bewölkter Weg- ftern wieder zu neuer Leuchte gelange.“ So fdjrieb er. der auf weiten Reifen — nach Italien, nach Griechenland, nach Frankreich. anS Goldene Horn — die große 2SeIt in ihrer Weite und Fülle und Schönheit gesehen unb erlebt halle, he Entehrend immer wieder mit tieferer Liebe ins Land seiner ‘Bätet. So gilt und hat von ieher für feine Dichtung das Wort gegolten, in dem sich der Sinn feines Lobenswertes begründet und fammelt: Alle echte Kunst ist bodenstänb:g. Soll sie der Dolksgesamcheit bienen, muh Weltgefuhl in ihr lebendig fein“ Unb jenes Metaphvfifche auch, die Ahnung der geheimsten Ge'ehe unb ber ewigen Wunder der Welt die Alfred Bock immer wieder (toicDiete ©.jt.-lport (SpielDereinigung 1900 Gießen. 1900 bewies auch im letzten Lerbandsspiel zu Hause, daß sich die erste Elf zur Zeit in ausgc zeichneter Form befindet. An diesen Bombensieg über Frohnhausen, das sich seither immer an ber Spitze ber Tabelle hielt, Hai wohl niemand gedacht Die komplett antretenden Blauweißen befanden sich in bester Spiellaune. Der Sieg der Gießener war nie gefährdet Schon gleich mit Beginn setzten sich die Einheimischen in des Gegners Halste fest. Der Ball wanderte tn flacher Kombination von Mann zu Mann. Trotzdem sich fortgesetzt glänzende Chan ccn für die Hiesigen boten, wurde der Torreigen erst in ber 17. Minute eröffnet. Bis zum Wechsel erhöhte 1900 bann auf 3:0, ließ aber zahlreiche beste Gelegenheiten au». Frohnhausen würbe nur selten gefährlich, da 19<)Us Schlußlcute die meisten Angriffe schon an der Miltellinie wehrten. Der dritte Treffer resultierte aus einem Foulelsmetcr. Auch noch bem Seitenwechsel waren bie Gießener ständig feldbeherrschend. Bald hieß es 4:0 für den Gastgeber. Einige schwache Minuten der Einheimi scheu ergaben den Ehrentrcfser für die Gaste aus einem Fernschuß, der überdies haltbar war. Durch Verwandeln eines weiteren Foulclfmeters und zwei weitere schöne Erfolge dokumentierte 1900 aber auch weiterhin seine überlegene Spielweise.- Die Blauweißen boten wieder ein vorzügliches Spiel, während der Gegner auf dem großen Spielfelbe ganz den Kontakt verlor. Frohnhausen versuchte mangelndes Können durch hartes und oft unerlaubtes Spiel zu ersetzen sand aber dafür beim Schiedsrichter Schneider (Marbach) keine Gegenliebe. Endresultat 7:1 für 1900. Die Ligareserve erzielte gegen Den Tabellenersten Hermannsteins 1 Elf ein Unentschieden 1:1 (0:0). 1900, nicht in stärkster Aufstellung, war in der Ge samtleistung besser als die Gegner. Die Lehrmannschaft errang in einem überlegen durchgesührten Spiel einen sicheren 4:1 (1:1) Sieg gegen Großen-Busecks 1. Elf. Das Spiel an sich konnte nicht erwärmen, da es beiderseits Entgleisungen gab, die besser unterblieben wären. Die 5. Mannschaft konnte Großen-Busecks 2. Els sicher mit 5:1 (3:0) Toren abfertigen. 1900 stellte auch hier die bestere Einheit. Der Sieg war deshalb verdient. BfB.-Gießen. Sportverein Wetzlar (Liga) — DfD. Gießen (Liga) 3:2 (2:1). Die Ligamannschaft des DsB. trug am Sonntag ein Prwatspiel gegen einen alten Gegner aus. Aus Wetzlarer Boden hatten bie Gießener noch nie leichtes Spiel gehabt, unb so überrascht bad knappe Ergebnis für Wetzlar nicht allzusehr. Die DfB.er zeigten keine überzeugende Leistung, jedoch hätte bie Mannschaft bei einigermaßen befferem Durchhalten unbebingt einen Sieg herausholen müssen Falls nicht einige Reueinstel- lungcn ober glücklichere llmftellungen in der Mannschaft getroffen werben, wirb mit einer Formverbefserung bet Grün-Weißen nicht zu rechnen sein. Wöhrenb ber ersten 20 Minuten zeigten bie Gießener ein schöne« Kombinationsspiel. Unter ber Führung von Seipel, ber sich gut anließ, kamen bie Grün-Weißen immer toieber vor bas Wetzlarer Tor. In ber 10. Minute konnte Mattern eine Flanke von Lehrmunb zum Führungstreffer verwanbeln. Die forschen Wetzlarer ließen aber nicht nach unb stellten bald ben Ausgleich her Bei beiderseitsmäßigen Leistungen unb stets reichlich hohem Spiel kam Wetzlar kurz vor Halbzeit durch einen Strafstoß, ben ein DfB.er in bas eigene Tor lenkte, zum Führungstreffer. Rach ber Pause waren bie DfB.er immer leicht im Vorteil Ein Hanbelfmeter, von Mattern getreten, brachte ben Ausgleich. Dem Spielverlauf nach wäre dieses Ergebnis gerecht gewesen, bie Wetzlarer legten jeboch gegen Schluß noch einmal mächtig los. und tatsächlich gelang ihnen kurz vor dem Schlußpfiff ber Siegestreffer Iugcndfpiete. Die 2 Iugendmannschaft konnte gegen Klein- Linden 1. ihre derzeit gute Form beweisen, indem sie mit 3:0 Sieger blieb. Die Gäste waren körperlich überlegen, ber Sturm vergaß jedoch da« Schießen. Die VfB.er arbeiteten gut zusammen Die 1. Schüler mußten sich von ben 1. Schülern WieseckS mit 0:5 Toren schlagen lasten. BeremSwaldlaufmeisterschast her Gpielvereinigung 1900. Die am vergangenen Sonntag erstmalig durch geführten rtereinswoldlausmeisterschasten brachten schonen Sport. Es war erfreulich sestzusleUen, über welch großen Stamm guter Lang, und Mittel strcckler die 1900er zur Zeit verfugen Die Rund strecke durch den Philosophenwald erwies sich durch ihr wechselndes Terrain als sehr schwierig und ttickisch und war ber Anlaß zu lleberraschungen. In der Hauptklasse, in der die Beteiligten 1014 Kilometer zu durchlaufen hatten, wechselte die Füh rung zwischen Gerhardt und Schaaf, schließ lich konnte der Erstgenannte in der ausgezeichneten Zeit von 37:02 Minuten durchs Ziel gehen, cxbaaf, der etwas indisponiert war, brauchte 37:24 Min. Sehr flott lief auch Reitz. Zeit: 38:17,5 Min. An 4. Stelle kam Gust. Koch ein (40:59 Min s. In der 5 . Kilometer - Klasse zeigte sich der Nachwuchs von der besten Seite: Wären famp e r, der schon beim Frankfurter Hallensport fest eine gute Figur gemacht hatte, ließ sich den Sieg nicht nehmen. Im Abstand von jeweils 4>> Meter folgten fiinte mann und M o o tz. Vierter wurde K u n e r t, Fünfter B e p p e r l i n g. In der Iugendklosfe A lief Baum st leger sein Rennen überlegen von Wittich I. nach Haufe. In ber Jugendklasse B endete Koch, Willi, ganz knapp vor Goß. Dritter wurde Jacob, Vierter Wittich II. Tisch-Tennis ber Sp.-Dg. 1900. 1900 I — Rot-weiß Friedberg I 12:4. Die Spielvereinigungsleute konnten am Sonntag ihren Siegeszug fortsetzen unb den erstmals in Gießen gastierenden Tischtennisklub Rot-Weiß Fried berg sicher schlagen. In den Einzelspielen — non eis gewannen die Gießener zehn — wurde her Sieg schon sichcrgestellt. Die Kampfe verliefen sehr span nend und standen spielerisch auf hoher Stufe. Nach stehend die Ergebnisse (Friedberg ist jeweils zuerst genannt): Einzel: Rothschild — Dietrich 21:13; 13:21. 18:21; 5:21. Meier — Oft 20:22; 12:21; 21:19. 9:21. Thiry — Jung 21:10; 21:17; 18:21; 21:15. Scharmann — Günther 9:21; 10:21; 21:11; 15:21. Thisimann — Gebhardt 28:20; 14:21; 21 16; 8:21; 19:21. Stumpfig — Gros 21:17; 14:21; 13:21; 21:6; 23:25. Drehes, Th. - Gros 11:21; 15:21; 14:21. Drehes, Gottfr — Topp 21:10; 18:21; 18:21; 8:21. Gundrum — Meyerhofs 21:18; 21:8; 11 21; 20.22, 15:21. Sprengel — Bepperling 16:21; 14:21; 14:21. Gundrum —Auer 20:22 ; 21:17; 21:15; 15:21; 13.21. Doppel: Meier-Thiry — Ost-Jung 21:23; 11:21; 15:21. Stumpfig Rothschild — Dietrich-Günther 17:21; 10:21; 14:21. Thylmann Scharmann — Gebhardt Auer 21:12; 21:13; 23:21. Gottfr. Drehe«- Sprengel — Gros-Meyerhoff 14:21; 17:21; 22:20; 21:5; 21 17. Theo Drehes Gundrum — Topp- Bepperling 14:21; 21:16; 17:21; 21:11; 21:12. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Hot. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschlossen Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne jdgefügle» Rückporto wird feine GewShr übernommen. Anzei^enaiflräge sind lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Gespräche mündeten schließlich in so ein Bekenntnis!) im Innersten erregt unb betroffen gemacht haben. ..Die Worte William IameS': ..Die Welt unseres gegenwärtigen Bewußtseins ist nur eine von vielen ejifticrenben DewußtteinS- welten. Jene anberen Welten müssen Erfahrungen enthalten, bie auch für unter Leben von Be- beutung finb“, biete Worte sind die Orgeltöne meines Glanbensregisters". 11 nb wenn ber Roman zur Vollenbung gereift wäre, an bem er bis zuletzt gearbeitet hat, unb ber nun ein Fragment geblieben ist wie manches anbere, was ihn noch bewegte. — bann hätte sich hier vielleicht ein in solchen Glaubenssätzen angebeutete« Weltgefühl noch entschiebener ausgeprägt alS je zuvor. Aber wenben wir vom Unvollenbeten und noch Ungcbrudten (wir benken auch an bie Tagebücher, bie in ihrer Unmittelbarkeit unb persönlichen Fülle später einmal bas Bilb vom Wesen unb Wirken bes Menschen unb des Künstlers bereichern und runden werden) — den Blick zurück auf Alfred Bocks dichterisches Werk, wie es lich darbietet als dauerndes Vermächtnis: dann erhebt sich hinter der großen Schar derer, die um den Heimgegangenen trauern — in seinem Haufe, in feiner Vaterstadt, in ganz Hessen, in Deutschland und über Deutschland hinaus — unsichtbar und stumm, dennoch nah und lebendig der lange Zug bet Gestalten aus mehr als zwanzig Büchern ... von der „Pflastermeisterin" bis zu den „Hausierern". Seine Geschöpfe, seine schlichten und oft unscheinbaren Helden und Heldinnen, die hessischen Bauern und Kleinbürger, wie sie im Buche stehen und im Leden stehen in den Dörfern im hohen Vogelsberg und in den lleinen Städten, auf den Landstraßen und auf den Aeckern, im Wirtshaus und auf der Hofreite, Iunge und Alte, Mann unb Weib unb Kinb. bie Pariser unb bie Oberwälber, bie Grete Fillunger unb die Grill unb bie Svechtsmarie. ber ßlfenbeiner unb bet Schllbköler. der Napoleon und der Ole- motz, der Flut^chüh und das Gewittermännchen, der Hannpeter unb bet Etolzenberger — Kinder des Volks aTIefamt. Kinder seines Dolles und seines Geistes. Geschöpfe aus feiner Hand und feinem Herzen, bereit unb berufen, für ihn zu zeugen unb seinen Damen zu tragen übers Grab hinaus. DaS ist ein großmächtigcr, langer Zug mit vielen Gestalten unb Gesichtern, wie sie baherkommen mit Kind unb Kegel, mit ihrem „Brast" unb ihrer ..Erwet'. mit ihrem Päckchen auf bem Buckel unb mit ihrem Schalk im Racken, mit ihrem „Gebabbel' und ihrem ..Deschneubel", mit ihrem Glauben unb ihrem Aberglauben, mit ihren Liedern und ihren Redensarten, mit ihren Flüchen unb ihrem Gebet, mit ihren Tränen unb ihrem Gelächter.. Unb so bunt und mannigfaltig und verschiedenartig der Zug der Gestalten auf den ersten Blick erhbeinen mag — zweierlei ist ihnen allen gemeinsam: das Hessische ... zunächst, und das Menschliche ... im tiefsten Grunde. Und noch ein Drittes: die gemeinsame Bestimmung über allem Geschöpf au« Phantasie und Wirklichkeit: weiterzuleben, weiterzuwirken, da zu sein und lebendig zu bleiben als DermächtniS und wesenhafte Rachlommenschast dessen, der nun von unS gegangen ist. Roch manchen der letzten Abende, die ihm be- schieden waren, hat er mit der Lektüre der Goetheschen Farbenlehre zugebracht; bei Goethe, in bem sich für Alfreb Bock allezeit bas un- toanbelbare unb wegweisenbe Gesetz feineff Lebens verkörperte, finben sich auch, im „Diwan", jene unvergänglichen Derfe, an bie wir benken müssen, wenn wir so bas Lebenffwerk deff Heimgegangenen in seiner Destaltenfülle überblickt haben: „Unb solang du das nicht hast, DieseS: 6tirb und werde? Bist du nur ein trüber Gast Auf der dunklen Erde." Die tiefe und unverbrüchliche Weisheit dieser Berte mag allen, die Alfred Bock nahegestanden und ihn liebgewonnen haben, bie schmerzliche Stunbe des Abschieds ein wenig leichter und ein wenig tröstlich machen; es ist eine große Gemeinde. die in diesen Tagen trauernd seiner gedenkt als des immer h Ifffbereiten und gütigen Menschen, ber sich bis in sein Alter hinein ein kinbliches Herz bewahrte ... unb alS deS Dichters. bem ein reiches, gesegnetes Leben sich nun vollendet hat. hth. Deutsche Erzähler. — Josef Ponten, Rhein und Wolga. (Volk auf dem Wege. Roman der deutschen Unruhe, Zweites Buch.) Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. In Leinen gebunden 4,80 Mark. — (592) — Schicksalsstunden deutscher Geschichte werden in Pontens Erzählung von neuem lebendig. Eines Stammes sind die Deutschen am Rhein und an der Wolga, deren Voreltern die brennende Pfalz zur Wegfackel wurde auf der Suche nach neuem Lebensraum. Rhein und Wolga haben in diesem Buche ein gemeinsames Ziel: den Ozean des Deutschtums in der Heimat und in der Welt. Schon zu vielen Malen hat der deutsche Wandertrieb zwar seine romantische Verklärung gefunden: hier aber wird der deutschen Unruhe ihre geschichtliche Erklärung gegeben. Der deutsche Schullehrer Christian Heinsberg von der Wolga ist am Rhein ein gelehriger Schüler der Schicksale, die seine Vorfahren vor drei Jahrhunderten und länger aus den Städten und Dörfern der Pfalz vertrieben haben. Wandernd in der Reben-, Fluß- und Waldlandschaft am Rhein und Neckar, von den Lauten der Heimatsprache um- klungen, durchströmt von Heimatluft, beseelt von Blut und Geist der eigenen alten unverlierbaren Herkunft, wird ihm die Vergangenheit in großen Gesichten lebendig. Die Zerstörung der Pfalz im Jahre 1689 — der Brand von Speyer, die Aus- trcibung aus Schwetzingen, die Verwüstung Heidelbergs und im Hintergründe dieser Geschehnisse der Kriegsrat zu Versailles und die Gestalt der Liselotte von der Pfalz —: es ist eine Strophe des deutschen Schicksalliedes, das hier gesagt und gesungen wird. — Die Hochzeit von Quedlinburg. Roman von Enrica von Handel-Magzetti. Verlag Josef Kösel & Friedrich Pustet, München. Gcbd. 9 Mark. — (568) — Mit diesem Buch, in dem sich das Schicksal der Quedlinburger Kanonissin Maria von Bronnen in dramatischer und tiefergreifender Weise vollendet, steht die Dichterin auf der Höhe ihres Schaffens. Auf Befehl der Aebtiffin wird der verbrecherische Schubarth an das Krankenlager der jungen Kanonissin geführt; der Anblick des Mörders soll die Verwundete von ihrem Vorhaben abschrecken, das verwirkte Leben des Unholds durch die Heirat mit ihm zu retten. Allen Widerständen zum Trotz erklärt sich Maria dennoch für ihn; in der Nacht vor ihrem Tode schließt sie mit dem Landläufer die Ehe, in Gegenwart des Jesuiten Harras, der als Gesandter August des Starken nach Quedlinburg gekommen ist, um für seinen Souverän um die Hand der Todgeweihten anzuhal- ten. Noch ehe sich die Gruft über Maria von Bronnen schließt, erscheint der Polenkönig im Stift, wo er die Auslieferung Schubarths verlangt. In dem Kampf zwischen der Aebtissin und der Majestät um das Leben des Attentäters offenbart die Dichterin die Kraft, das wirkende Charisma zu gestalten. Maria vermählte sich dem Mörder aus Liebe zu seiner Seele. In ihrer Hand war sein Herz weich wie Wachs; die vermeintlichen Wohltaten der Aebtissin dageaen verhärten es erneut. Obwohl Schubarth in ihre Macht gegeben ist, vermag sie nichts über ihn; nur Maria, die im Tod durch Liebe Triumphierende, führt den Verwilderten zu seelischer Läuterung und einem neuen Leben. Als Meisterin des historischen Romans, dessen Stoff sich naturnotwen- dig in einer Welt entfaltet, die längst vergangen ist, offenbart Enrica von Handel-Mazzetti wie lebensnah und ewiggültig ihr Thema von der erlösenden Liebe ist. — Die Mädchen vom Marienhof. Roman von Auguste Supper. Gebd. 5,75 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, Stuttgart. — (594) — Es handelt sich bei diesem Roman aus dem Schwarzwald, wie meist bei Auguste Supper,, um eine Lösung schwerer menschlicher Konflikte. Da ist ein einsamer Bauernhof zwei durch die Inflation verarmten Geschwistern, Bruder und Schwester, den Kindern eines Architekten, als letztes Stück des zerronnenen väterlichen Besitzes verblieben: der Marienhof. An dem Hofe hängt noch die Tochter des letzten Pächters, äußerlich betrachtet nur eine arme Magd und das Kind eines Lumpen und Nichtsteuers, mit großer Liebe. Das Ringen um die Erhaltung des Hofes ist nichts anderes, als auf einem kleinen Raum, die Geschichte eines Neuaufbaus aller sittlichen Kräfte, aus dem Zerfall der alten Welt. Mit wundervoller Zartheit führt die Fabel heraus aus der allgemeinen Verwirrung des Gefühls, die irrenden und leidenden Menschen des Romans schaffen sich festen Boden unterm Fuß und nehmen am Ende gemeinsam ihr Geschick in die Hände. Es ist ein Buch von erzieherischer Kraft, eine Erzählung für ringende Menschen, fest auf dem Grund der Wirklichkeit stehend und umströmt von Lebenslust. — Osternothafen. Roman von Heinrich Zerkaulen. Dolksverband der Bücherfreunde, Wegweiser-Verlag G. m. b. H., Berlin-Charlottenburg. Gebd. 2,90 OHL — (578.) — Das uralte und doch ewig-junge Problem der Liebs eines Mannes, zu zwei Frauen, von denen er gleichstark wiedergeliebt wird, entwickelt sich in diesem modernen Roman aus innerster Aufrichtigkeit, tiefstem Verantwortungsgefühl, Versuchen aufopfernder Ausgleiche und seelischer Selbsterhaltung. Hier zeichnet die Hand eines Künstlers Schicksale von Menschen, die nach außen hin in glänzenden wirtschaftlichen Verhältnissen und scheinbarer Harmonie leben, denen jedoch infolge innerlich unlösbarer Verstrickungen Seelenkämpfe erschütterndster Tragik durchzuleben bestimmt ist. Ein wertvolles Buch, das aufs beste zu empfehlen ist. — Gina Kaus: Die Lieberfahrt. Roman. 320 Seiten. Geh. 4,50 Mk., Leinen 5,50 Mk. Verlag Knorr und Hirth, München. — (6.) — Der Roman der Wienerin Gina Kaus ist im kleinen die Geschichte eines Mannes, dem seine Frau davonlief und der ihr über den Ozean folgt, uinl sie aufs neue zu gewinnen; im großen: der Roman eines neuen Ozeanschiffes, das beladen ist mit tausend lebendigen Herzen, mit Glück und Trauer, mit Gelächter und Tränen. 2m Vordergründe, immer (tarier verbunden mit anderen Schicksalen, die sich auch auf dieser Lleber- fahrt erfüllen, das Schicksal des Arztes. Thomas Wohlmut, der heimlich der Frau und ihrem Geliebten auf dieses Schis* gefolgt ist und für den die Lieberfahrt von Kontinent zu Kontinent schließlich zur großen Wandlung seines 2chs, zur Wende seines Lebens wird. — Geschickte Technik und flüssiger Stil machen den Roman zu einer angenehm lesbaren, fesselnden Anterhaltungs- lektüre. — Robert Allmers: Kamps um Th u - rant. Ein Roman aus dem 13. Jahrhundert. 271 Seiten. Seinen 5 Mark. Deutsche Verlags-Anstalt, «Stuttgart, Berlin. — (30) — Wilde Fehde zerriß Für den Büchertisch. im Jahre 1246 das Deutsche Reich. Weltliche und geistliche Mächte — Kaiser und Erzbischöfe — rangen um die Herrschaft, uneins auch untereinander. Pfalzgraf Otto von Wittelsbach, der treu zu dem vom Bannfluch betroffenen Hohenstaufenkaiser Friedrich hält, hat zum Schutz des Landes und der kaiserlichen Ansprüche den Ritter Zorno von Bulach auf seiner mächtigen Burg Thurant an der Mosel als Statthalter eingesetzt. Gegen diesen versucht die Geistlichkeit vergeblich einzuschreiten. Er hat die Burg zu einer gewaltigen Festung ausgebaut, von der aus er plündert und gefangennimmt, was des Weges zieht. So hat er die Nichte des Trierer Herrn als Geisel zurückgehalten, auch gelingt ihm ein UeberfaU auf den Gesandten des gleichen Erz- bischofs, den Prälaten Gottfried von Schönborn, den er ebenfalls auf die Feste schleppt. Ursache genug für offenen Krieg. Dieser und sein Verlauf bilden den dramatisch bewegten Stoff des Romans. — Fedor v. Zobeltitz: Llnruhige Mädchen. Roman. Ganzleinen 1,85 Mk. Ullstein Verlag, Berlin. (22.) — Der frische lebensbejahende Roman des siebzehnjährigen Zobeltih führt in das in vielen Farben schillernde Milieu russischer Cmigrantenkreise in Berlin. Vier unternehmungslustige Schwestern, die als Studentin, Tänzerin, Fliegerin und Buchhändlerin ihren Mann stehen, landen trotz oft abenteuerlicher Lebensführung als rechte deutsche Backfische nach mancherlei spannenden Verwicklungen in den Armen der dazugehörigen Männer. Ein heiteres und liebenswürdiges Buch für Ferientage. Goethe-Literatur im Zubiläumsjahr. — Goethe und feine Welt. Unter Mit- | Wirkung von Ernst Beutler herausgegeben von Hans Wahl und Anton Kippenberg. | 580 Abbildungen. Leinen 4,50 Mk. 2m 2nsel- Derlag, Leipzig 1932. (61.) — Die Strecke, die Goethe in einem langen, unvergleichlichen Leben durchmaß, begleitet das Buch „Goethe und seine Welt" in Bildern. Don Lukas Cranach, dem Urahn, bis zum letzten Goethe-Enkel, von der Geburtsanzeige bis zur letzten Unterschrift des mit dem Tode Ringenden, vom Vaterhaus bis zum Sterbezimmer, vom Schulheft des Knaben bis zum „Chorus mysticus“, von den Jugendfreunden bis zu den Getreuen, die den Greis umgaben, und den letzten Besuchern, vom alten Frankfurt über Leipzig, Straßburg, Wetzlar Weimar, 2ena, die Schweiz, Rhein, Main und Neckar, 2talien, die böhmischen Bäder und viele andere Stätten, in denen Goethe geweilt oder die sein Auge gesehen hat, bis zu den häuslichen Stätten, in denen sein Leben sich voUendete, führt der Weg. Die bedeutendsten Porträts Goethes und derer, die ihm durch das Blut, durch Liebe und Freundschaft verbunden waren oder mit denen er in geistigem Austausch stand, erscheinen im Bilde nach Oelbildern, Stichen, Zeichnungen, Lithographieen, Silhouetten, Plastiken; Handschriften aus den größten Dichtungen Goethes, Handzeichnungen von ihm, Titel seiner Werke nebst zeitgenössischen 2llustrationen werden wiedergegeben, — aus vielen Steinen wird hier ein leuchtendes Mosaik gestaltet der Goetheschen Welt und zugleich einer Epoche, die, wie Goethe gewußt und vorausgesagt hat, mit ihm zu Ende ging und so bald nicht wiederkehren wird. — Georg Witkowski: Das Leben Goethes. Mit 10 Bildnistafeln in Kupfertiefdruck. Umfang 500 Seiten. Ganzleinen 2,85, Halbleder 3,75, Ganzleder 4,80 Mk. Th. Knaur Nachf. Verlag. Berlin W50. (20.) — Als willkommene Ergänzung zu ihrer zweibändigen Goethe-Ausgabe bringt die Firma Th. Knaur Nachf. die nach den neuesten Forschungen veränderte und erweiterte Reuausgabe der berühmten Biographie des namhaften Leipziger Literarhistorikers zu populären Preisen heraus. 2n allgemein verständlicher Sprache läßt der Biograph das lange Leben seines Dichters am Leser vorbeiziehen, erschließt in eingehenden Analysen tieferem Verstehen und Genießen die Werke und leuchtet hinein in die großen Probleme von Goethes Stellung zu Religion und Deutschtum. Besondere Beachtung schenkt er auch dem naturwissenschaftlichen Denken Goethes, das gerade heute wieder als die geniale Prophetie später erst bewiesener Erkenntnisse angesehen wird. Der kundige Führer läßt zugleich die Umwelt, die Zeit und die große Zahl wertvoUer Menschen, die den Weg des Dichters kreuzten, lebendig werden. — Klara Hofer: Frühling eines deutschen Menschen. Die Geschichte des jungen Goethe. 376 Seiten. Kart. 5,00, Leinen 7,50 Mk. Leipzig. Hesse & Becker Verlag. (47.) — Der junge Goethe war — namentlich seit der Straßburger Zeit — nach dem einstimmigen Zeugnis der Mitlebenden von einem hinreißenden Zauber der Persönlichkeit: begeistert und begeisternd, allem Schönen aufgeschlossen, ein treuer, hilfsbereiter Freund seiner Freunde, ein leidenschaftlicher Verächter des Standesdünkels und alter Vorurteile. Liebebedürftig wie selten ein Ausnahmemensch, h mgt er sein Herz an Mädchen, denen er, zur Einsamkeit vorherbestimmt, die Treue nicht halten kann. Feinfühlig und von zartem Gewissen, leidet er selber am meisten Darunter und gestaltet in seinen Dichtungen immer wieder den Mann, der sich in Reue über seine Treulosigkeit verzehrt. Zum Dichter und Schriftsteller geboren, bringt er doch nur zu Papier, was ihm das Herz bedrängt und die Ruhe raubt. Diese Zeit des Werdens und Reifens hat Klara Hofer in dem vorliegenden Roman mit einer erstaunlichen Gabe der Einfühlung dem Leser nahegebracht. Aus diesem Buche kann man den jungen Goethe besser kennenlernen als aus mancher Biographie. Auch die Verwandten und Freunde des Dichters weih Klara Hofer meisterhaft hinzusteUen. Das Buch ist eine schöne Gabe zum Goethe-2ahr. Schriften zur Politik. türme der Küstenfestungen, aufgelöst ist der große Generalstab, aus den Kasernen sind Finanzämter geworden. Verboten sind Tanks, Flugzeuge, schwere Artillerie, Flammenwerfer und Maschinenpistolen, — Ernst Robert Curtius: Deutscher Geist in Gefahr. Deutsche Verlags-Anstalt Stuttgart. Preis broschiert 2,25 Mk. (43.) — Der bekannte Bonner Romanist, dessen Buch über Barres und die geistigen Grundlagen des französischen Rationalismus zum Verständnis des modernen Frankreich wesentlich beigetragen hat, untersucht in dieser temperamentvollen, glänzend geschriebenen Schrift unsere kulturpolitische Situation. Seine scharfe Kritik gilt dem Abbau der bürgerlichen Bildungsschicht, dem er die Forderung nach einer innigen Verschmelzung der nationalen und humanistischen 2dee als Grundlage einer neuen Volksbildung entgegenstellt. Curtius untersucht bann die geistige Situation der nationalen Bewegung und wendet sich entschieden gegen einen geistigen Protektionismus, der die Verbindung mit der klassischen und christlichen Substanz des abendländischen Geisteserbes lösen würde. Ein wichtiger Abschnitt des Buches gilt der Krisis der deutschen Universität. Der Verfasser bespricht die Gefahr der Verschulung als Folge der preußischen Kulturpolitik und die Förderung des Aufstiegs der Unbegabten als Folge der Parteienwirtschaft und politischen Aemter- besehung. Er fordert als dringlichste Universitätsreform, um Uebersüllung und Niveausenkung zu unterbinden, die Zulassung zur Universität zu erschweren und Elitenbildung statt Massenbildung zu treiben. Das Buch, dessen vielfache Anregungen und Betrachtungen in einem kurzen Referat nur lückenhaft aufgezeigt werden konnten, kämpft für einen lebensvollen Humanismus als Bewahrer der kulturellen Tradition und als schöpferische Triebkraft künftiger Entwicklung. — Männer und Mächte. 1. Band: Brüning von Dr. Alphons Nobel. Kartoniert 1,50 Mark, Seinen 2,50 Mark. R. Kittler Verlag, Leipzig. — (14) — Dr. Alphons Nobel steht als Chefredakteur des „Deutschen" — des Organs des Deutschen Gewerkschaftsbundes — Brüning politisch nahe. Das schließt aber nicht aus, daß Nobel Brünings Wirken und Wollen mit Distanz beurteilt. Er bleibt immer objektiv. Nobel redet um nichts herum, er vermeidet Worte der Kritik nicht, wenn auch in dem ganzen Buch der warme Unterton eines politischen Freundes mitschwingt. Da Nobel dis zahlreichen politischen Artikel, die Brüning im „Deutschen" anonym veröffentlicht hat, kennt, erhalten wir durch das Buch zum erstenmal bedeutungsvolle Ausschlüsse über die Entwicklung der politischen und wirtschaftlichen Ideen des Kanzlers. Mit Ueberraschung sehen wir, daß Brüning das, was er feit 1924 als richtig erkannt hat, allmählich konsequent zu realisieren versucht. Indem uns dieses Buch die Kenntnis von der geistigen Vergangenheit Brünings vermittelt, bietet es uns den Schlüssel zu seinen Zukunftsplänen. So ist es ein Buch von großer Aktualität. — Der Kampf um die Abrüstung. Von Albert B e n a r y. 3,80 Mark. Verlag Tradition, Wilhelm Kolk, Berlin SW 68, Wilhelmstraße 9. Mit 80 Bildern. — (21) — Deutschland hat abgerüftet! Auseinandergeschweißt sind die schweren Geschütze, gesprengt und zerstört sind die Waffenwerkstätten, geschleift sind die Festungen, abgewrackt und versenkt ist die Flotte, zerschnitten sind die Panzer- gebheben ist ein Hunderttausendmannheer, dessen Bewaffnung nicht über diejenige einer Polizeitruppe hinauskommt. Tankatrappen werden bei den deut- schen Manövern hin- und hergeschoben, Holzkanonen ersetzen die verbotenen Tankabwehrgeschütze. Heber- all auf der Welt marschieren ungeheure Kriegsheere auf. UeberaU sind die Generalstäbe am Werk. Es stehen die Tankregimenter bereit, startfertig sind die Bombengeschwader, einbetoniert liegen die Giftgasbehälter, morgen schon können sie einen tödlichen Schleier über die großen Städte ziehen. Es häufen sich in den Mobilmachungszentralen die Stammrollen. Bewaffnet sind auch Frauen und Kinder. Ungeheuerliche Ausmaße nimmt die militärische Jugendausbildung an. Die Festungsgürtel ziehen sich rings um die Grenzen. In den Saboratorien rüstet man zum chemischen Krieg. Man führt die Worte vom Völkerfrieden im Munde und ist zum Kriege bereit, mehr als jemals zuvor. Dieses große Unrecht zeigt dies Buch, herausgegeben vom Ar- beitsausschuß deutscher Verbände, auf. Es wird an Hand dokumentarischen Bildmaterials gezeigt, wie weit die Dinge schon geraten sind. Pflicht jedes Deutschen ist es, dieses Buch auch außerhalb unseres Vaterlandes, nicht nur in deutschfreundlichen Kreisen, sondern gerade beim Andersdenkenden, verbreiten zu helfen. — Kampf um Preußenland. Volk und Reich-Bücherei Bd. I. Herausgegeben von Friedrich Heiß und A. Hillen Ziegfeld. Kart. 3,00, Leinen 4,C0 Mk. Verlag Volk und Reich G. m. b. H., Berlin W 30. (608 ) — Es ist dies die erste politische Landschaftsmonographie des Preußenlandes, die in der Verbindung von Einzelauf- sätzen hervorragender Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft mit einem geschlossenen Kartenwerk einen vollkommen neuen Tvv eines modernen Heimatbuches darstellt. Angesichts d:s schweren Kampfes unserer Ostgebiete uno namentlich Danzigs und Ostpreußens um Selbstbehauptung und Sicherung der deutschen Stellung im Rordosten wird gerade ein solches Buch sich als ein Kampfmittel bewähren, denn es gibt dem Laien wie auch dem Wissenschaftler ganz neue Einblicke in die geschichtlichen und politischen Zusammenhänge, faßt verstreutes Wissen zusammen und gibt vielleicht erstmalig eine durch eine eindrucksvolle neue kartographische Methode bildhaft gemachte Zusammenschau der Entwicklung, der Kämpfe und der Leistung des Preuhen- landes. — Hans Grimm: Von der bürgerlichen Ehre und bürgerlichen Nvt - wendigkeit- Verlag Albcrt Langen, München. Preis geb. 1 Mkk. (46.) — Der Verfasser von „Volk ohne Raum", der in diesem Winter auch in Gießen gesprochen hat, hat kürzlich in Berlin einen viel erörterten Vortrag gehalten, in dem er sich mit dem Aationalsozialismus auseinandersetzte. Die vorliegende Schrift enthält den Wortlaut dieses Vortrags und die Antworten, die Hans Grimm feinen Kritikern erteilt hat. Neue Geschichtsbücher. — Professor Dr. Gustav Krüger: Das Papsttum, seine 2dee und ihre Träger. 2. Auflage. Verlag 2. C. B. Mohr-, Tübingen. Preis geb. 5,70 Mk. (25 ) — Das Buch, das hier in neuem schmucken Gewand erscheint, hat als Bestandteil der „Religionsgeschichtlichen Volksbücher" während eines Vierteljahrhunderts bei der für geschichtliche Darstellungen empfänglichen Leserwelt dauernde Beachtung gefunden. Da die Vorräte einer ungewöhnlich starken Auflage zu Ende gingen, benutzte der Verfasser die Gelegenheit, daran zu bessern, was zu bessern war, vor allem aber den letzten Abschnitt zu ergänzen und so das Bild abzurunden, wozu sich angesichts der Fülle der Ereignisse, die die letzten 2ahrzehnte brachten, die Notwendigkeit immer stärker aufgedrängt hatte. Die Zeit, in der wir leben, bedeutet einen Einschnitt in der Geschichte des Papsttums, der auf lange hinaus feine Bedeutung behalten wird. — Hans Gmelin: Politische Abhängigkeit von Staaten. Verlag^T. L. Hirschfeld, Leipzig CI. (40.) — Der Staatsrechtslehrer der UniDcrfität Gießen untersucht in diesem für die Festgabe zum 70. Geburtstag Rich. Schmidts, Leipzig, bestimmten Aufsatz alle Möglichkeiten des gegenseitigen Verhältnisses von Staaten, wobei besonderer Wert darauf gelegt wird, neben der rechtlichen Abhängigkeit auch die tatsächliche Abhängigkeit als Auswirkung politischer, geopolitischer und wirtschaftlicher Verhältnisse in Betracht zu ziehen. Der klar gegliederte, durch zahlreich herausgezogene Beispiele auch dem Laien leicht verständliche Aufsatz gibt interessante und durchaus treffende Hinweise auf die staatsrechtliche Lage Deutschlands und im Zusammenhang mit der Konstruktion und politischen Wirksamkeit des Völkerbundes auch eine Erläuterung des Souveränitätsbegriffs unter dem Einfluß bet tatsächlichen Abhängigkeiten. — Veit V alentin: Geschichte der deutschen Revolution von 1 8 48 bis 1 8 49. Band II. Preis broschiert 19 Mark, Ganzleinen 22 Mark. Verlag UHftein, Berlin. (599) — Professor Veit Valentin schließt mit diesem Bande von fast 800 Seiten feine umfassende und auf die Wurzeln zurückführende Darstellung einer der interessantesten deutschen politischen Geistesgeschichte ab. Ohne eine Auseinandersetzung mit den 2deen der Revolution von 1848 bleibt das Begreifen unserer staatlichen Cntwicktung ein Torso. Deshalb darf dieses Buch nicht in der Bibliothek des Fachgelehrten bleiben, sondern gehört in die Hand eines jeden, der für das politische Geschehen der Gegenwart eine historische Grundlage sucht. Die lebendig und fesselnd geschriebene Darstellung Valentins ist dafür besonders geeignet, weil sie auf Grund eines ungeheuer zeitgenössischen Quellenmaterials zwar auch kleinste Details der Wiedergabe für wert erachtet, aber aus der Fülle dieser einzelnen Striche ein sinnvoll gegliedertes Gesamtgemälde gestaltet, das die großen Linien der Entwicklung klar heraustreten läßt. Der vorliegende zweite Band schildert die Revolution von den Anfängen des Frankfurter Parlaments, dessen markante Köpfe uns in liebevoller Nachzeichnung nähergebracht werden, bis zum Ende der Volksbewegung mit dem Zusammenbruch des badischen Aufstandes im Sommer 1849. Dazwischen liegt die Gegenrevolution von oben, der Versuch der Regierungen, der revolutionären Bewegung Herr zu werden. Auch hier sind die führenden Persönlichkeiten, so z. B. Schwarzenberg, Brandenburg, Manteuffel eindrucksvolle Portraits. Das Werk enthält zum «Schluß eine wertvolle Bibliographie, genaue Belege und Zeittafeln, damit alles notwendige Rüstzeug zur weiteren Vertiefung in diese vielleicht interessanteste Epoche moderner deutscher Geschichte. — E. Czech-2ochberg: Paris oder Doorn. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg in Oldenburg. Preis geb. 4,80 Mk. (7.) — Der Verfasser sucht die Wegscheide im Weltkrieg. 2n welchen Stunden der Entscheidung neigte sich die Waagschale tief herab zugunsten der Sieger, wann verloren wir endgültig dies gigantische Völkerringen? 2n packenden Skizzen greift der Verfasser einige wichtige Fragen heraus, die ihm für den Fortgang und Ausgang des Krieges entscheidend dünken: den von uns mit ungenügender Rüstung begonnenen Ubootfricg, die nicht durchgekämpfte Marneschlacht, chie mit unzulänglichen Mitteln ausgeführten Zeppelinangriffe auf England, die ungenützt gelassene Chance der Nivelle-Revolte im französischen Heer Frühjahr 1917, schließlich die Verkennung der Bedeutung der Tankwaffe und den Nichteinsah der Schlachtflotte, alles Unterlassungssünden, die, jede einzelne für sich folgenschwer genug, zusammengenommen mit dafür gesorgt haben, daß nicht Paris, sondern Doorn für uns das Symbol deS Kriegsausgangs wurde. Ningelnah. — 2oachim Ringelnatz: Gedichte dreier 2ahre. 134 Seiten. Kart. 3,00 Mk., Leinen 4,50. Rowohlt, Berlin 1932. — (51.) — 2n diesem, vom unübertrefflichen Olaf Gul- bransson mit einer witzigen Llmschlagzeichnung geschmückten Bändchen findet der Leser das unverfälschte Bild des Autors der „Tumgedichte" und des „Kuttel-Daddeldu", des skurrilen Seefahrers 2oachim Ringelnatz, welcher eigentlich Hans Bötticher heißt und neuerdings auch mit einem «Schauspiel „Die Flasche" auf die Bühne gekommen ist. Die leidenschaftlichen Bewunderer Rin- Öens werden die Sammlung vermutlich in _> und Bogen begrüßen; andere werden eine gewisse, von Selbstkritik geleitete Auswahl vermissen und finden, daß hier, wie so oft, weniger erheblich mehr gewesen wäre. Einen Gesamteindruck zu formulieren, ist angesichts der Fülle und der inneren Lingleichwertigkeit dieser Gedichte sehr schwierig; sie sind bald nachdenllich, bald ausgelassen, bald von barockem und verspieltem Humor, der gelegentlich aus den geistigen Bezirken Morgensterns herzukommen scheint, obwohl eine eigene oder doch eigenartige Haltung nirgends zu verkennen ist. Lyrik im strengen (vielleicht altmodischen, aber am Ende doch für alle Wertung entscheidenden) Sinne findet man — im Verhältnis zum Gesamtumfang — nicht sehr viel: „Troff an eine Mutter" und einige Strophen zum Gedächtnis toter Freunde haben uns den stärksten Eindruck hinterlassen, — y — Wirtschaft Drei cnmartl Berlin — Jranffut! a. M. um Veich»dankbi»konl 6 Pro;. — Lombardsah 7 Pro;. Etillftan- der Arbeiislosenzahl B6131 87910 83940 102301 104658 116127 18 79443 84855 86771 98099 60296 79069 109701 113137 115748 138301 26609 27992 38967 68927 60663 61994 62469 63215 65605 76169 77600 98006 98284 32 ftortleRung JiadjDrud oerooten Ohne Gewähr 24. Ziehungs'lag 294019 276283 144197 117623 157535 192336 242683 289969 349966 149211 216820 261228 277971 323329 367068 121996 168373 197223 270132 293821 371341 164851 226986 266239 288661 342229 367798 130520 167594 197194 226668 238610 268772 306897 336640 356138 367831 390420 173983 231098 266319 203448 362009 388866 148693 185624 197610 273201 300386 379224 107047 130639 155064 183524 199218 248167 289121 318233 336935 363419 180632 246317 266838 295529 365829 397093 103233 138646 165303 220261 230576 244274 287589 325080 338501 356957 378441 396759 180957 250357 267783 295785 361346 13321 116730 156692 188009 226077 286347 113943 390972 22235 141709 212692 266160 271824 366379 16701 73317 105366 121106 146395 176477 191820 216604 266905 308707 321600 349499 376293 107733 160585 171776 222690 231782 264829 294078 331342 340252 363781 381923 123113 153467 172637 224417 237105 267826 304134 335364 341448 300601 385771 141827 167955 197490 272705 297764 371603 131338 160254 198613 229972 239029 278188 311347 337578 356402 368372 391092 107168 131764 166337 186020 199619 255784 291539 318628 345047 374600 106275 140870 167031 220451 231774 262428 292946 325681 338737 357862 379730 113131 143343 174129 191785 203269 266382 304523 318687 347492 374695 Nachdruck verboten 7. März 1932 75867 77i 106443 121613 147401 176638 191832 222154 282211 310328 324236 351924 393441 123711 149114 182597 196402 223769 264670 310765 334373 362557 393579 haben! Ein merkwürdiger Glückwunsch, gnädige Frau! Dieser Dank sollte sich von selbst verstehen: aber es ist leider nicht immer so." Seine Augen hatten plötzlich einen sehr ernsten Ausdruck. Er dachte an den Dries, den er von Rose erhalten hatte. Darin klagte sie, daß sie krank im Sanatorium liege, daß sie ständig große Schmerzen habe, und daß die Aerzte meinten, sie müsse noch mehrere Wochen liegen. Sie jammerte, daß sie so sterbensunglücklich sei und daß es besser gewesen, sie wäre nicht geboren. Dem Briefe lag ein Schreiben des Oberarztes bei, in dem der Arzt auSeinandersehte, er halte es für seine Pflicht, die Angehörigen der Patientin von dem hoffnungslosen Zustand der Kranken zu unterrichten. Wan könnte höchstens noch mit einem Ccben von drei Monaten rechnen... Gewinnauszug 5. tUafie 28. Preußifch-Läddeulsche (264. Treufe.) Staat»-Lotterie Kurt Laube hatte die Münchrneyersche Dilla gekauft. Ottilie Tönnies hatte das vermittelt und auch das noch zustande gebracht, daß er eine große Summe in die Münchrneyersche Dank ein- legte. Aun war Laube Teilhaber der Dank, und diese war wieder fest fundiert. Münchmeyer ging in die Grohbeerenstraße. um Ottilie zu besuchen. Die kleine Vier-Zimmer- Wohnung. die Ottilie für ihn in feinem Hause eingerichtet hatte, war ja recht behaglich — aber seine Einsamkeit fühlte er auch in i&r. Seit Hans-Ach im wieder bei der Mutter wohnte, wärest die Abende unerträglich. Er muhte wieder einmal au ihr. Hans-Ach im war nicht dayeim. Sr war gleich nach Schluß der Dank in die Freisingerstroße gegangen, wo Eva ihn zum Abendessen erwartete Da konnte Münchmeyer wieder einmal seiner alten Freundin sein Herz ausschütten. Unb vor allen Singen mußte er ihr danken für alle-, waS sie für ibn getan hatte. Ottilie führte ihn in ihr Wohnzimmer, in dessen geöffnete Fenster der Duft des Spätsommer- abend- floh. 46 »roinn. n 2000 1nne >■ 3000 ®L 37229 129857 241139 322960 355022 ,Frankfurter (tVctrciDcbvr.e. Frankfurt a. M., 9. März. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs 256: Roggen 225 bis 227,50, Sommergerste für Drauzwecke 192,50 bis 200; bröckelten die Kurse zwar langsam,aber sicher ab. Die Kulisse Avg sich san vollkommen vom Geschäft zurück, so daß die Umfahtätigkeit auf ein Minimum beschränkt war. ZG.-Farben lagen zunächst 1 Proz, dann weiterhin bis 0,5 Prozent niedriger Dagegen erhielt sich auch heute weiter Rachfrage für Lcheid-eanstalt. die etwa 1.5 Prozent höher notierten Deutsche Srdöl und We- tallgesellschaft blieben behauptet. Für Liektro- werte ergaben sich anfänglich überwiegend 1- bis l.bprozentige Tcrlufte. Am Montanmarkt konnten sich die erzielten 0,5- bis Iprozentigen Gewinne ziemlich behaupten. Kaliwerte zogen um etwa 1 bis 1.5 Proz. an. Dagegen schwächten sich Dank» und Kunstseidewerte etwa um 0.5 Proz ab Zellstoff- und Echiffahrtspapiere hatten unveränderte Kurse. beschichte der von 1848 bi« Wert 19 Marl 5 Ullstein, Berlin, lmt'n schlicht mit Leiten seine um« Sein zurückführende ssantesten deutschen )• Ohne eine Auren der Revolution i unserer staatlichen lb darf dieses Ruch »chgelehrten bleiben, -ines jeden, der für r Gegenwart eine ie lebendig und ses« ; Valentin- ist da« sie aus Grund eines. eUcranatttiate zwar Wiedergabe für wert Ile dieser einzelnen rtes GesamtgMäldt :en der Entwicklung tmlitgenbe jtoeitc von den Anfängen , bellen matlant vhMnung nähll- ibe bet Mfsbelv:' ) des badischen 2uf« Dazwischen liegt die ter versuch der Aren Rewegung §:rr die führenden Per- irzenberg, Rrandcn- olle Portraits. $ai ne wertvolle Riblio- d Zeittafeln, dann! zur weiteren Mr- nteressanteste Epoche e. .q' Paris oder Kalling, Oldenburg 80 Ak. (7.) - D« icibe im OSklthieg. tscheidung neigte sich ugunsten der Sieger, iig dies giMsch n öyzen greif der wen heraus, die Ul® isgang des Änegd uns mit ungenugen Iboottrieg. die «J ttie mit unzu an Zeppelinangrisse J ' Mn VA. das 6t>nM » Hafer, inländischer 160 bis 167.50; Weizenmehl, südd. Spezial 0, mit AuStaulchware 38.25 bis 39,45; Sondermahlung 36,50 bist 37,70; Roggenmehl 29,75 bist 31; Weizenmehl, niederrh. mit Austauschweizen 38.25 bist M.20; Sondermahlung 36.50 bist 37,45. Roagenrnehl 29.75 bis 31; Weizenkleie 9,60 bist 9,75. Roggenkleie 10L0. Tendenz: stetig, Futtermittel fest. lyranfhirtcr Lchlachtvichmarkt. Wegen des Ofterfeftest wird der auf Montag, 28. Marz, fallende Hauptmarkt am Frankfurter Schlachtviehmarkt am Diensttckg, 29. März, abge- halten. 168 »ttomnt iu 600 QK. 357 1736 3n der heutigen Dormil tagszitbung wurden Gewinne übet 400 M. gezogen 4 »«elnnt gu 10000 «. 192484 231297 10 i» 5000 «L 81437 187976 234672 353858 367441 18 »»Inne i« 3000 OT. 23200 39974 69380 100593 119943 122134 129836 136551 315141 48 »<®inne n 2000 W. 9563 12476 24387 32106 68706 69096 70822 101206 107570 114414 114948 122124 168380 173253 182190 211428 229240 241664 255957 270238 270394 283108 340940 381522 110 1000 : I 4 ■ Äv ’S Freiw.GMe Feuerwehr Samstag, den 19. März, abends 8'/2 Uhr: Ordentliche Hauptversammlung bei Kamerad Arnold, Schipkapaß. Tagesordnung: 1. Jahresbericht, 2. Kassenbericht, 3. Rechnungsprüfung, 4. Auszeichnung von Kameraden seitens der Wehr, 5. Etwaige Anträge gemäß Satz 20 der Satzung. 6. Verschied. Etwaige Anträge sind bis zum 11. März beim 1. Hauptmann einzureichen. 18i4D Uniform: Arbeitsausrüstung, Helm. Der Vorstand. Männer-ßesanOverein Cacilia, lich / Geür. 18381 Mitglied des Lahntal-, Hessischen u. Deutschen Sängerbundes I Am Sonntag, dem 13. Hin 1932, nachmittags 3.39 übr, in der Turnhalle au Lich: Großes Chor-u.Ordiester-Konzert Chorleitung: Chonneister Herr Emst Hge-Butzbach Die Musik wird ausgeführt, vom Musikkorps des 1. Hess. Grenadier-Batls. 15. Inf.-Regts. zu Gießen, unter persönlicher Leitung des Herrn Obermusikmeisters Ernst Krause Zum Vorfrag kommen Chöre von Lendvai, Heinrichs, Othegraven, K. M. v. Weber, Grieg, Kempter, Geiß und Schauß Eintrittskarten: Mk. 1.00 (numeriert). 0.80 und 0.50 im Vorverkauf bei Herrn Friseur W. Lotz, Schloßplatz; Kaufmann E. Buß, Unterstadt; Kaufmann H. Pies; Konsum und Buchhandlung H. Volkmann, Oberstadt 1862D Familien-Drucksachen venobungsanZe.gen Vermählungsanzeigen bei Brühl. Schulstraße Geburtsanzeigen 1788 V nwwten WnMMl I SHiehlomn ßonotoagtn GrWäöet ■ Küferei wd Gommerkorn Bleichstr. 12. SÄfietten »AJSchlatrim.,Kinderbetten, Polat. S'nhlmatr^ChalseL.an jeden, Teilzahlz- KataL fr. El Nonmö bolfabrik Suhl (ThJ 5°/e RQcKverqütung JETZT BILLIGE Frische Eier........w stück 65 Aprikosen- und Erdbeer-Konfitüre fein, mit ganzen Früchten.......Glas 70 Blonde Orangen süß, saftig........................3 Pfd. 58 Doppelblut-Orangen Pfd. 40 Nur bis Samstag, den 12. März Tafelreis fein, glasiert.....2 Pfd. 35 Hühner jung, zart............Pfd. 75 Apfelmus fein .. 2-Pfd.-Dose 54, 44 MMMMW Filialen In allen Stadtteilen ■ 1873 ä| WURSTundKASE noch billiger! Schweizer Käse saftig, vollfett......................Pfd. 98 Limburger ohne Rinde. . . pfd. 52 Zervelatwurst =chmttf..ptd.1.2O Speck fett, geräuchert.....Pfd. 72, 58 Mettwurst grobe...........Pfd 95 NSDAP., Ortsgruppe Gießen 01495 Eintritt 50 Pf., Erwerbslose und Kriegsbeschädigte 20 Pf» Kartenvorverkauf: Restaurant Sold an und Buchladen, Seltersweg 50 Donnerstag, den 10. März 1932, abends 8% Uhr, im Cafe Leib Redner: Pg. Triebel, M. d. R. Thema: Alle wählen Hitler! 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