Nr. 7 Erstes Matt Pn,d SleiMt>nier Person des Feldmarschalls Kritik üben zu toollen. Brüning habe nur deshalb bis auf den heutigen Tag regieren können, weil er Hindenburg für seine D i k t a t u r - P o li t i k gewonnen habe. Wenn die Deutschnationale Volkspartei nach siebetzjähriger Amtsperiode Hindenburgs ihm nicht mehr mit den gleichen Gefühlen gegenüber st ehe wie bei feiner Wahl, so fei das die Schuld des Reichskanzlers, der auch für die Rot* Verordnung-- und Erfüllungspolitik verantwortlich sei. Oas Zentrum. Berlin, 8. Ian. (ERB.) Unter der ilcbcr- schrist „Einmal einig fein!“ behandelt die „® ernt a n i a“ den Plan einer Amtsverlängerung des Reichspräsidenten. Sie sagt, die darauf gerich- tetenJBemü&ungen der Reichsregierung, die selbstverständlich im Einvernehmen mit dem Reichspräsidenten unternommen würden, gingen zunächst dahin, im Reichstag eine Einheitsfront der Parteien für ein diesbezügliches Gesetz, das verfassungsändernden Charakter trage, zu gewinnen. Es sei eine aus sachlichen und persönlichen Gründen unverzichtbare Forderung, daß — abgesehen von den Kommunisten — alle deutschen Parteien sich in diese Einheitsfront eingliederten und dem Gesetz chre Zustimmung gäben. Das Blatt nennt die Hoffnung nicht unberechtigt, daß a n g e s i ch t s der ungeheuren Entscheidungen, die das deutsche Volk einmütig in diesen Monaten von der Welt zu fordern habe, alle auf der parteipolitischen Ebene liegenden Rebensächlich- feiten wenigstens hinsichtlich dieser einen staatspolitischen Handlung einmal entschlossen zurück- g e stellt würden. Die Verantwortung derer, die sich diesem Ziele etwa entgegenstellen sollten, sei nicht gering. Die Entscheidung, die von den Parteien gefordert wird, verträgt keine Bedingung und keine Verzögerung. Es wäre eine Entwürdigung des solidarischen Aktes, wenn dieser mit politischen Gegenforderungen belastet würde, die gerade das Beste zerschlagen mühten. Die Rationalsozialisten und die Deutschnationalen. Herr Hitler und Herr Hugenberg, werden sich noch heute entscheiden müssen." Oas Reichsbanner. B c r I i n , 8. Jan. (CNB.) Das Reichsbanner veranstaltete eine öffentliche Kundgebung, in der Re» gicrungsrat Dr. Muhle u. a. ausführte, der Reichspräsident fei von der politischen Rechten gewählt worden. Wenn die Republikaner heute dic Mög - lichkeit freier Bestimmung in Deutschland hätten, dann wäre Herr von Hindenburg nicht mehr ihr Kandidat, aber im Interesse der Republik sei Hindenburg besser als Hit» l e r. Deshalb würden die Republikaner für die Präsidentschaft Hindenburgs eintreten. Der Bundesvorstand des Reichsbanners fei sich darüber schlüssig geworden, daß durch die Präsidentschaft Hindenburgs derBürgerkrieg verhindert werden könne. Daß Reichskanzler und Reichs» innenminifter Hitler empfingen, sei den Republikanern unverständlich, zumal der Reichskanzler noch vor wenigen Wochen die Legalität der Nationalsozialisten bezweifelt habe. Das Beste wäre, öcm „Landesfremdling" Hitler je eher je besser aus Deutschland a u s z u w e i s e n. „Wenn Hitler", so sagte der Redner, „illegal oder legal — ich betone das — in Deutschland zur Macht kommt, dann bedeutet das für Deutschland den Bürgerkrie g." Briand kündigt seinen Rücktritt an. Geringe Aussichten für ein JJ a t i 6 , 9. Ian. (TU. Funkspruch.) Br ianb hat dem Ministerpräsidenten von feiner Rückte ills- a b f i ch t in Kenntnis gefetzt. Den ersten Anstoß zu diesem Schritt gab der Tod des Kriegsmini- fters Maginot. Schon am Donnerstagvormittag hotte sich der Außenminister mit Laval telephonisch in Verbindung gesetzt und ihm erklärt, daß er d i e Stunde seine» Rücktritt» nunmehr für gekommen halle. Lr sei krank, und es müsse daher Vorsorge für eine in jeder Hinsicht leistungsfähige Vertretung Frankreichs auf den Konferenzen getroffen werden. Lr könne gegenwärtig nicht die mit den großen internationalen Konferenzen verbundenen Mühen auf sich nehmen, da er gezwungen sei, sich auszuruhen, und deshalb seinen Posten aufgeben müsse. Laval habe, nachdem er Briand vergeblich umzuslimmen versucht habe, sich dessen Entschluß gebeugt. Die Demission Briand» wird am Sonntag nach der Beisetzung Maginots effektiv werden. Aus die Frage des Ministerpräsidenten, ob Briand ein Ministerium ohne Portefeuille anzunehmen bereit wäre, habe Briand sichdieAntwortvorbehalten. Rach dem „Lxcelsior" soll die Demissionsschrisl bereits abgegangen sein. In einer Erwägung der Schwierigkeiten, die einer KonzenirationSkabinett Laval. Regierungsneubildung enlgegenstehen, gibt „Malin" der Ansicht Ausdruck, daß es Laval kaum gelingen dürste, eine Konzentration sregierung zustande zu bringen; so wünschenswert unter den gegenwärtigen Umständen die Schaffung einer nationalen Einheitsfront auch sei, scheine der Gedanke bei der Opposition doch wenig Gegenliebe zu finden. Roch vor sechs Monaten wäre eine solche Konzentration unter dem Druck ähnlicher Verhältnisse möglich geroefen, heute aber nicht mehr. Wenigstens hätten sich gestern die berufensten Vertreter der radikalen Parlamentsfraktion in diesem Sinne geäußert unter Hinweis auf den letzten Beschluß ihres Parteitages, b i s 3 u den Kammerwahlen keine Regierungskombination einzugehen. Die radikalen Parlamentarier hätten ferner erklärt, der Dahlfeldzug habe schon in zahlreichen Wahlbezirken begonnen, und es sei j e h t z u s p ä t, ihren Standpunkt zu ändern. „Motin" hält es daher nicht für ausgeschlossen, daß Laval sich darauf beschränkt, lediglich Maginot und Briand zu ersehen. — Der sozialistische „Popuiaire" glaubt, Laval werde dasAußenministerium mit- übernehmen, während Tardieu da» Kriegsmini st erium übernimmt. Die Basler Sachverständigen wollten eine Endlösung. Bankier Rydbeck betont die Gefahr eines Provisoriums. Stockholm, 8. Jan. (ERD.) Bankdirektor R y d b e ck, der als schwedischer Sachverständiger an den Baseler Verhandlungen teilgenommen hat, hat sich im „Svcnska Dagbladet“ über den Sinn des Baseler Berichtes wie folgt geäußert: Der Bericht hat den unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem deutschen Problem und der allgemeinen Depression in der Welt festgestellt. Er spricht sich für eine endgültige und dauerhafte Lösung der hierher gehörenden Fragen aus. Ein verlängertes Moratorium stellt also keine Lösung dar. Rach meinet Ansicht würden ein oder mehrere Hoover-Jahre nur die Lage verwirren und das Wirtschaftsleben der Welt lähmen. Deutschlands Gläubiger würden während des Moratoriums versuchen, ihre kurzfristigen Forderungen hereinzubeko m * men, anstatt dem Lande die langfristige Anleihe zu geben, die es unbedingt braucht. Es hat sich gezeigt, daß es für Deutschland nicht möglich ist, die Ausgaben des Staates weiter herabzusehen, und daß es ebenso unmöglich ist, die Steuern zu erhöhen. Eine Folge hiervon wird fein, daß Deutschland überhaupt nichts zahlen kann. Hierdurch kam man indirekt auf das, womit sich das Komitee eigentlich nicht befassen sollte, nämlich auf die ungeschützten Zahlungen. Es wurde indessen hervorgehoben, daß die Frage der Wiederaufnahme der Zahlungen aktuell werden würde, wenn eine Erleichterung der Lage eingetreten, die Steuern erhöht und die Budgetlage verbessert sein würden- Aber zur Erreichung dieses Zieles müssen die im Endabschnitt des Berichtes genannten Maßnahmenerst ergriffen werden. Man muh nun hoffen, dah die interessierten Regierungen die Rotwendigkeit schnellen Handelns einsehen. Rüstung für Lausanne. Der große Kampf um die Kriegstribute, der seit dem Diktat von Versailles Europa, ja die ganze Welt, in Unruhe gehalten hat. tritt in eine neue, vielleicht die entscheidende Phase. Die Aktion, die im vergangenen Sommer mit dem Hindenburgbrief an den Präsidenten der Vereinigten Staaten und der Erklärung deS Hooverfeierjahres für die zwischenstaatlichen Schuldenzahlungen begann, konnte damals in ihrer Wirkung von Frankreich so abgeschwächt werden, dah die Zulikrisis in Deutschland und der Pfundsturz in England mit ihren katastrophalen Folgen für die Weltwirtschaft, ja sogar schwere Erschütterungen auf dem amerikanischen Geldmarkt nicht vermieden werden konnten. Frankreichs Spiel mit den goldenen Kugeln schien gewonnen. Die zähe und unnachgiebige Hartnäckigkeit, der rücksichtslose Einsatz aller finanziellen Kräfte, das starre Beharren auf dem Buchstaben der Verträge schienen ihre Früchte zu tragen. Die Konferenzen von Paris und London, der Berliner Ministerbesuch und Lavals Amerikareise konnten Frankreichs Standpunkt nicht ändern, es fühlte sich stark genug, sich der Solidarität der Rationen zu versagen. Laval konnte aus Washington die Versicherung Hoovers heim- bringen, dah Frankreich nicht zum zweitenmal wie im vergangenen Sommer von einer amerikanischen Initiative in der Schuldenfrage peinlich überrascht werde. Der französische Ministerpräsident konnte die unveränderte Aufrechterhaltung des Voungplans durchsetzen und Hoover zär Anerkennung des Grundsatzes zwingen, dah Deutschland, wenn es sich nach Ablauf des Feierjahrs zur Wiederaufnahme der Tributzablungen außerstande sehe, formell den Apparat des Voungplans in Bewegung sehen müsse. Das ist geschehen, die deutsche Regierung hat ihre Zahlungsunfähigkeit erklärt und die Einberufung des für diesen Fall im Voungplan vorgesehenen begutachtenden Sachverständigenausschusses durch die Bank für internationale Zahlungen in Basel gefordert. Heber Zuständigkeit und Aufgabe dieses Ausschusses gab es zwischen Berlin und Paris einen harten Kampf. Deutschland verlangte, dah die Sachverständigen Deutschlands Gesamtlage prüfen sollten, wobei neben den Tributzahlungen auch die Belastung durch die privaten Schulden berücksichtigt werden müsse, die Deutschland ja im wesentlichen nur habe aufnehmen müssen, um eben die Reparationen leisten zu können Deutschland erwartete auch irgendwie formulierte Vorschläge für die endgültige Lösung des Gesamtproblems, wobei es schon im Interesse seine- Kredits der privaten kurzfristigen Verschuldung den Vorrang vor den Tributzahlungen eingeräumt wissen wollte, ein Standpunkt, dem auch England, Amerika und die neutralen Geldgeber im eigenen Interesse eifrig sekundierten, ohne indessen damit sich in Basel gegen die französische These durchsetzen zu können, dah der Ausschuh sich im engen Rahmen des Boung- plans zu halten habe und lediglich Deutschlands älnfähigkeit, die geschützten Jahresleistungen «Annuitäten) zu zahlen, feststellen solle. Der Bericht der Basler Sachver st än- d i 0 e n, der erst in diesen Tagen im Wortlaut vorliegt, ist für uns Deutsche insofern eine Enttäuschung, als seine Schluhfolgerungen unter dem Einfluh des vom Ouay d'Orsay instruierten französischen Delegierten Rist den Pariser Wünschen weitgehend Rechnung tragen. Im Bericht selber haben allerdings der deutsche und der englische Sachverständige vermutlich unter Mitwirkung des sich besonders energisch für eine radikale Beseitigung des Tributsystems einsetzenden Holländers C o l i j n eine eingehende Darstellung der wirtschaftlichen Gesamtlage Deutschland« durchdrücken können, die vieles enthält -- wenn auch oft in gewundener und verschleierter Form —, was die Regierungen nicht werden umgehen können. Der Bericht zeigt, daß Deutschland infolge ferner kurzfristigen Verschuldung besonders ftifen- empfindl.ch geworden ist. Es wird anerkannt, dah die Reichsregierung eine zielbewuhte Politik der Senkung des Preis- und Lohnniveaus betreibe, öie jedoch nicht habe verhindern können, daß ein Drittel des industriellen Lebens in Deutschland stillgelegt und die Zahl der Arbeitslosen out 5 M'.llionen gestiegen sei. Auch der energische Versuch, den Reichshaushalt in Ordnung öu bringen, wird hervorgehoben und dabei besonders betont, daß die Last der Besteuerung die Grenze des Möglichen erreicht habe und ferne weitere Erhöhung zulasse. Einen gefährlichen Giftzahn enthält der Bericht in seiner Darstellung der Lage der Reichsbahn. Hier wird offenbar unter französischem Einfluh festgestellt, dah d:e Reichsbahn bei Rückkehr zu normalen wirtschaftlichen Verhältnissen als ein im Kern gesundes Unternehmen einen reinen Betriebsüberschuß herauswirtschaften werde, der dem großer ausländischer Dahnen gleichzusetzen sei. Hieran könnten sich von Frankreich wiederholt schon früher geäußerte Wünsche knüpfen, die Re-.chsbahn durch Verpfändung oder eine andere Art der Sonderbelastung erneut für Reparationszwecke einzuspannen. Man wird in diesem $Junft sehr auf der Hut sein müssen besonders nach den schlimmen Erfahrungen, die wir mit den unter dem Druck der politischen Belastungen künstlich hoch gehaltenen und geradezu toirt- schaftsfeindl'.ch wirkenden Bahntarifen gemacht haben. Die Ursache der deutschen Krisis sieht der Bericht einmal in dem durch das Sinken der Preise auf dem Weltmarkt entstandenen Sinken der Kaufkraft. Das internationale Kreditsystem setze einen Warenaustausch voraus, der durch die Schutzzollpolitik lcchmgelegt fei. Dadurch in Mayen Jk Oslo Aberdeen- Häml Derlln Tours, Freitag"' d. <5 Janmr *93£, ^9 *±L fei Deutschland in dem Augenblick in Schwierig-- keiten geraten, als es seine Zahlungsverpflich- tungen an das Ausland nicht mehr durch Anleihen abgelten konnte. 3c näher der Bericht an den Kern des Verschuldungsproblems kommt, um so vorsichtiger wird er in seinen Formulierungen. Bon den 18 Milliarden Ausland- schulden seien 10,3 Milliarden von den Reparationen in Anspruch genommen, von denen nur ein Bruchteil langfristig ausgenommen werden konnte, weil die Gläubiger vor stärkeren langfristigen Engagements in Deutschland zurückschreckten. Hier liegt der Hund begraben! Weil es uns unmöglich gemacht wurde, die Reparationen aus dem Ausfuhrüberschuß zu zahlen, entstand die katastrophale kurzfristige Auslandverschuldung und damit der unechte Transfer. Der Bericht hält sich dann in seinen Schlußfolgerungen eng im Rahmen des Voung- plans und folgt damit ganz den französischen Wünschen, wenn er feststellt, daß Deutschland zu der Erklärung berechtigt sei, den geschützten Teil der Annuitäten des Jahres 1932 nicht transferieren zu können. Darüber hinaus wird noch gesagt, daß der Voungplan ein wachsendes Handelsvolumen vorausgesetzt habe, die Entwicklung sei aber entgegengesetzt und das Sinken des Goldpreises bedeute eine Erhöhung der Schulden. Kein Wort von dem volkswirtschaftlichen llnfinn der Tributzahlungen, kein Wort davon, daß das System einseitiger Milliardenzahlungen ohne Gegenleistung der Angelpunkt der deutschen Krisis überhaupt und die Lähmung Deutschlands eine der wichtigsten Ursachen für die Störung der Weltwirtschaft ist, die nur durch die Beseitigung der Reparationen behoben werden kann. Man überläßt es hen Regierungen, alles dies und die praktischen Folgerungen zwischen den Zellen zu lesen und vorsichtig eingestreuten Andeutungen die wahre Auffassung der Mehrzahl der Baseler Sachverständigen zu entnehmen. Man ist also diesmal in Basel hinter dem Gutachten des Wiggins-Aus^ schusses beträchtlich zurückgeblieben und Frankreich hat mit dem Rückgreifen auf den Boungplan sein erstes Ziel, eine Verschleppung der Reparationskonferenz um mehrere Monate erreicht. Sie soll nun auf englische Anregung hin am 18. Januar in Lausanne zusammentreten, aber Frankreich hat den Versuch noch nicht aufgegeben, mit Hinweis auf die Tagung seines Parlaments eine weitere Verzögerung zu erreichen, um dann vermutlich unter dem Zwang zur Beschickung der auf den 2. Februar nach Genf einberufenen Abrüstungskonferenz mit irgendwelchen provisorischen Vereinbarungen sich wiederum um eine endgültige Lösung, auf der es der deutschen Regierung mit Recht allein ankommt, herumdrücken zu können. Frankreich steht überhaupt grundsätzlich auf dem Standpunkt und glaubt auch aus dem Basler Gutachten eine Begründung seiner Ansicht heraus» lesen zu können, daß Deutschlands Zahlungsunfähigkeit lediglich eine vorübergehende Erscheinung sei, der man mit einer bloßen Ber- länge rung des Moratoriums für die geschützten Annuitäten unter grundsätzlicher Aufrechterhaltung des Poungplans und der dort fest- gelegten Zahlungspflicht Deutschlands hinlänglich beikommen könne. Wenn man noch ein übriges tun wolle, so könnten die ungeschützten Annuitäten, die Deutschland weiter aufbringen müsse, ihm in Form einer Anleihe an die Reichsbahn wieder zur Verfügung gestellt werden. 3m schärfsten Gegensatz zu dieser Auffassung hält Deutschland strikt daran fest, daß der Zusammenbruch der deutschen Wirtschaft ein vollkommener ist und die Katastrophe unausbleiblich wird, wenn nicht unverzüglich in Lausanne durch Beseitigung des bei dem Versuch zur Verwirklichung des Voungplans ad absurdum geführten Tributsystems freie Dahn geschaffen wird. Deutschland steuert also auf eine Endlösung des Reparationsproblems hin, während Frankreich sich wiederum mit einem Provisorium begnügen will und alle Minen springen läßt, auch England zu dieser Meinung zu bekehren. Lind fast scheint es so, daß die englische Regierung wider ihre bessere Llebcrzeugung und entgegen der in der großen Presse überwiegenden Auffassung, dem französischen Druck weichen wolle, obwohl man erkennt, daß ein bloßes Moratorium die Wiederherstellung des Vertrauens und damit eine baldige Stabilisierung des englischen Pfundes unmöglich macht, daß jedes Provisorium in unübersehbare Verwicklungen hineintreiben muß. Auf die Politik Frankreichs sowohl wie Englands ist natürlich die scharf ablehnende Haltung von Einfluß gewesen, die der amerikanische Kongreß in der Frage einer Streichung der alliierten Kriegsschulden angenommen hat. Damit tritt in Verbindung mit der deutschen Zahlungsunfähigkeit an England und Frankreich als Schuldner Amerikas die Frage heran, ob sie nicht in dieser Situation ihrerseits eine Zahlungserleichterung in Washington durchsetzen solle, oder gar im Falle Deutschland sich weigern sollte, Tribute zu leisten, ihre eigenen Zahlungen an Amerika einstellen sollen. Also eine Front der europäischen Schuldner gegen den Gläubiger Amerika, ein Gedanke, der in den französisch-englischen Vorbesprechungen für Lausanne gewiß eine Rolle gespielt tyaben wird. Deutschlands Linie ist klar. Es gibt keine, wie auch immer geartete Regierung, Die einem Provisorium zustimmen könnte, es gibt keine Partei von der äußersten Rechten bis zur äußersten Linken, die einer Wiederaufnahme der Tributzahlungen das Wort reden könnte. Der Christlich-Soziale Volksdienst hat angeregt, in einer kurzen Reichstagssitzung vor dem Zusammentritt der Reparationskonferenz diese Einheitsfront des deutschen Volkes gegen die Fortsetzung der Tributleistungen durch das Parlament noch einmal ausdrücklich vor aller Welt festzustellen. Die Reichsregierung scheint diesen Gedanken anfangs, — nach beschämenden Erfahrungen bei früheren ähnlichen Gelegenheiten muß man leider sagen, nicht ohne Grund — mit einiger Skepsis ausgenommen zu haben. Aber in Zusammenhang mit dem Plan einer Verlängerung der Amtsdauer des Reichspräsidenten könnte die Anregung der Christlich-Sozialen verwirklicht werden. Wir haben hier gestern schon ausgeführt, daß es in dieser Schicksalsstunde deutscher Geschichte nicht schwer fallen dürfte, den Mann, dessen Rame in der Welt schlechthin Deutschland gleichgesetzt wird, dessen Silvesterbotfchaft eben erst wieder im deutschen Volke die Gefühle stolzer Dankbarkeit und Zuversicht und draußen in der Welt Ehrfurcht und Bewunderung erneuerte, durch einmütigen Parlamentsbeschluh zu bitten, die Bürde seines hohen und schweren Amtes noch solange zu tragen, bis die großen Entscheidungen für unser Volk gefallen sind. Schon diese Willenskundgebung würde ihren starken Eindruck auf das Ausland nicht verfehlen und den Wortführern unserer Sache in Lausanne eine moralische Rückendeckung ohnegleichen geben, zumal da ja Hinden- schnittspreis 47 Pf. beträgt. Der Krafttarif ist im Durchschnitt von 23 auf 21,3 Pf. ermäßigt worden, der Haushaltstarif von 23,2 auf 21,85 Pf. Die Minimalabnahme entfällt künftig. — Das Haushaltsgas wurde von 17 auf 16 Pf., das Raumheizgas von 11 auf 9 Pf. und das Gas für gewerbliche und inbuftrIdle Zwecke um 0,5 Pf. je Kubikmeter verbilligt. — Bei dem Gas- und Elektrizitätswerk zusammen betrügt die Gesamtsumme der Preisermäßigungen 1568900 Mark, der eine Ersparnis auf Grund der Notverordnung von 1 161000 Mark gegenübersteht. Bei beiden Werken wurde ein ganz neues larifge- bäude aufgestellt. Aus aller Well. Spionenjagd und Deulfchenhehe in der Tschechoslowakei. Die tschechischen Behörden haben einen 19jäh- rigen reichsdeutschen Staatsangehörigen, den Primaner Hans Werner 3aensch aus Berlin, der sich mit seiner Großmutter auf einem Weihnachtsbesuch in Mordb öhinen befand, unter Spionageverdacht verha s t e t, weil er auf dem Bahnhof in Schluckenau rn.it einer i h m zum Christfest geschenkten Karn e r a am Heiligen Abend p h o t o g r a p h-i s ch e Aufnahmen gemacht hat. Er photographierte in Gegenwart zahlreicher Personen Perron und Lokomotive. 3aensch, der übrigens ein Waisenkind ist, wurde in die Hast des Kreisgerichts von Böhmisch-Laipa eingeliefert, wo er sich gegenwärtig noch befindet, obwohl der Spionageverdacht inzwischen fallengelassen tverden mußte. Man erhebt jetzt gegen ihn die Beschuldigung der ilebertretung des §24 des Republikschuhgesehes, der das Photographieren staatswichtiger Objekte verbietet. Die Verhaftung erregt wegen ihrer besonderen Rücksichtslosigkeit und Sinnlosigkeit Aussehen, umsomehr als genaue Wiedergaben sämtlicher tschechischer Lokomotiven regelmäßig in dem auch im Ausland« verbreiteten Fachblatt der 3ngenieure erscheinen. Die deutsche Gesandtschaft in Prag ist um die sofortige Freilassung des Verhafteten bemüht. Gegen die Warenautomaten. Der Gewerkschaftsbund der Angestellten wendet sich in einer Eingabe an das Reichsarbeitsministerium gegen Sie vermehrte Aufstellung von Automaten und die Förderung ihrer Benutzung durch Zulassung der Warenabgabe auch während der allgemeinen Ladenschlußzeiten. Eine Erlaubnis würde zu einer weiteren Einschränkung des Personalbedarfs im Einzelhandel führen und die Zahl der beschäftigungslosen Angestellten, die nach einer amtlichen Meldung bereits über 500 000 beträgt, steigern. Eine von großen Unternehmun- gen betriebene stärkere Automatisierung dürfte sich auch zum Schaden der mittleren Cinzelunternehmungen auswirken. Die Wetterlage. 0«#of*en!osO neuer <>naro oedecxL ewoixtaeoedccti «Ream * Schnee & traupem w Nebel K Oewillp ©windstille.«O seW leichter Ost £■> massioer Südsüdwest Q stürmische» *o»dwesi Bie Pfeile fliegen mit dem winde Oie oeinen Stationen stehenden ZaNf len geben die Temperatur an. Oie Linien verbinden Orte mit gleiches auf Meeresniveau umoereennrten Luftdruck Wettervoraussage. Der flache Hochdruck, der im Laufe des gestriaenl Tages von der Biscaya her bis nach England hin abgebaut hat, wird durch die neue Störung zwischen Island und Irland ostwärts verdrängt. Infolge- dessen gelangen wir zunächst unter den Einfluß hohen Druckes, wodurch trockenes und nur leicht wolkiges Wetter mit Nachtfrost aufkommt. Mit dem weiteren Vorschreiten des neuen Tiefs dürfte die Besserung nur von kurzer Dauer sein, so daß mit Beginn der nächsten Woche wieder milderes Wetter und Niederschläge zu erwarten sind. Aussichte n für Sonntag: Leichter Nachtfrost, morgens dunstig, sonst leicht wolkig mit 'Aufheiterung, meist trocken. Aussichten für Montaa: Eintrübung und meist bedeckt, milder und Niederschläge. Amtliche Dintersportnachrichten. Vogelsberg, Hoherodskopf: Klar, — 4 Grad, 5 Zentimeter Schnee, 2 Zentimeter Reuschnee, keine Sportmöglichkeit. — Herchen- hainer Höhe: Bewölkt, — 1 Grad, geringer Schnee, keine Sportmöglichkeit. Rhön, Wasserkuppe: Schneefall, — 2 Grad, 7 Zentimeter Pulverschnee, Sportmöglichkeit für Ski und Rodel gut. Schwarzwald, Feldbera: Dewö'kt, — 3 Grad, 45 Zentimeter Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut. Alpen, Garmisch-Partenkirchen: Bewölk, — 0 Grad, 5 Zentimeter Schnee, verharscht. Sportmöglichkeit mäßig. Witterungsaussichten f. b. Berg« für Sonntag: Keine nennenswerten Reu- schneefälle, Anhalten des Frostes. > bürg selber eben erst in seiner Reujahrsansprache an das Diplomatische Korps Deutschlands unabänderliche Forderungen für Lausanne sowohl tote für die Genfer Abrüstungskonferenz erneut ausgesprochen hat. , o . . Wie notwendig die Bekundung eines einigen Dolkswillens in den großen außenpolitischen Fragen ist, lehrt uns ein Blick nach Fr an kr e t ch, wo der Ministerpräsident Laval den -^-od seines Kriegsministers Maginot und das wirkliche oder unterstellte Ruhebedürfnis des Außenmtnt» sters Br i and dazu benutzen möchte, unter dem Gindruck der bevorstehenden Konferenzen und gewiß auch der kontmenden Kammerwahlen, Die Basis seines Kabinetts für eine Art nationaler Konzentrationsregierung im Stile Poincares zu verbreitern. Die öffentliche Meinung Frankreichs ist ja in der Reparationsfrage keineswegs mehr so selbstsicher wie noch vor wenigen Monaten. Die innerpolitischen Ereignisse in Deutschland, die auch für Frankreich spürbaren wirtschaftlichen Folgen des Pfundsturzes und der englischen Schutzzollpolitik, die schroffe Haltung Amerikas in der Schuldenfrage und schließlich die schwere Verstimmung, die sich überall in der Welt über die intransigente Haltung Frankreichs äußert die man für die katastrophale Zuspitzung der Krisis verantwortlich macht, alles das ist aus die frfln* zosische öffentliche Meinung nicht ohne Eindruck geblieben. Ein Beweis dafür, daß ein so angesehenes und verbreitetes Blatt wie die .^Depeche de Toulouse", das führende Organ der Radikal- sozialen in der Provinz, mit ihrem vielbesprochenen Vorschlag einer gänzlichen Streichung der Reparationen in der Pariser Presse keiN^wegs aus einhellige brüske Ablehnung stieß. Gewiß, eine Schwalbe macht noch keinen Sommer und es wird noch viel Zeit vergehen, bis sich alle Franzosen an den unbequemen Gedanken gewohnt haben werden, von Deutschland keineReParatlvns- zahlungen mehr zu erhalten. Aber sehr siegesbe- wußt scheint die Stimmung diesmal weder m Regierungskreisen, noch in der Öffentlichkeit zu sein. Ob es Laval gelingen wird, sein Kabinett auf eine breitere Grundlage zu stellen, erscheint gerade im Hinblick auf die Wahlen doch sehr fraglich. Die Radikalsozialen, die stärkste Partei der Opposition, haben natürlich wenig Steigung, sich mit der Verantwortung für den Zusammenbruch des bisherigen Tributsystems zu belasten, sie gedenken vielmehr, gegen die mit diesem Odium behafteten Gruppen der Rechten bei den Wahlen das Rennen zu machen. So werden Leute wie Painlevs und der Rüstungsfanatiker Paul- Bo ncour, die als Rachfolger für Maginot und Briand ausersehen sein sollen, dem Kabinett Laval kaum die starke innere Geschlossenheit und äußere Autorität geben können, die der Ministerpräsident für die großen außenpolitischen Entscheidungen für notwendig erachtet. Das kann für Deutschland ein Vorteil sein, wenn es auf seiner festen Linie mit ruhiger Entschlossenheit beharrt und sich nicht auf Provisorien abdrängen läßt, die uns die Rechtsgründe für die Richtigkeit des . Voungplans aus der Hand schlagen würden und das Vertrauen nicht wieder Herstellen könnten, ohne das es keinen Wiederaufbau gibt. 9er mißMie Anschlag ans den Kaiser von Japan. Das Attentat. Der vierte Angriff auf das Leven des dreißigjährigen Kaisers. Tokio, 8. Ian. (TU.) Der Bombenanschlag auf den Kaiser von Japan bei seiner Rückkehr von einer Neujahrsparade wurde verübt, als er gerade in das berühmte Kirchentor Sakuragamon seines Palastes einfahren wollte. Durch die Explosion der Bombe wurde nur ein Pferd der Ulanenabteilung, die unmittel- Kaiser Hirohito von Japan. bar der kaiserlichen Staatskarosse folgte, getötet. Der Attentäter ist ein 32jähriger Koreaner T i h o s e h o. Die Polizei fand in seinem Besitz eine zweite Bombe und brachte ihn in ein in der Nähe gelegenes Polizeigebäude. Er hatte in Japan unter falschem japanischen Namen gelebt. Die ausländischen Diplomaten hatten an der Parade teilgenommen, befanden sich aber nicht an der Stelle, wo das Attentat verübt würde. Der K a i s e r hat während des Attentats feine Ruhe nicht verloren. Die Bombe war mit Metallstucken geladen. Der Platz des Attentats wurde abgesperrt, so daß man die Einzelheiten genau untersuchen kann. Dieses ist d e r o i e r t e A n g r i f f a u f d a s Leben des Kaisers Hi r o h i t o , der ein ,un- ger Mann von 30 Jahren ist und seinem Vater, dem Kaiser Joshihito 1926 aus den Thron gefolgt ift. In Japan hat der Anschlag großes Aufsehen erregt. Die diplomatischen Vertretungen haben sofort der Regierung ihre Glückwünsche über den glücklichen Ausgang ausgesprochen. Auch von der Bevölkerung laufen bei der Regierung und im Schloß des Kaisers Glückwünsche und Anfragen nach dem Befinden des Kaisers ein. Die Auftraggeber des Attentäters. Die Fäden laufen zu Koreanern in Schanghai Tokio, 8. 3an. (TU.) Die japanische politische Polizei hat festgestellt, daß der Attentäter mit der fo genannten koreanischen Regierung, die ihren Sih in Schanghai hat, in Verbindung gestanden und in deren Auftrag gehandelt hat. Weiter soll festgestellt worden sein, daß der Attentäter und seine Auftraggeber Beziehungen zu kommunistischen Verbänden unterhalten haben und daß weitere Attentate gegen j a - panische Regierungsführer geplant waren. Der Verhaftete hat bisher nur ein Teilgeständnis abgelegt. Er weigerte sich, weitere Einzelheiten bekanntzugeben und Ramen seiner Gesinnungsgenossen in Tokio zu nennen. Bisher sind sechs weitere Verhaftungen erfolgt. Wie verlautet, soll die Untersuchung ergeben haben, daß der Urheber von der provisorischen koreanischen Regierung in Schanghai zwei Bomben und 3 0 0 V e n erhalten habe. Die amerikanische Rote an Japan. Tokio lehnt jede Einmischung ab, ist aber zur Einhaltung der Verträge bereit. Washington, 8.3an. (WTD.) Eine Meldung der Associated Preß aus Tokio von heute 10 Uhr japanischer Zeit besagt, die amerikanische Rote sei in Tokio noch nicht veröffentlicht worden. 3apan stehe aber dem Vernehmen nach auf dem Standpunkt, daß die Mandschure: nur3apan und China angehe und daß daher kein Dritter Anlaß zur Einmischung habe. Das japanische Außenministerium kündigt inoffiziell die Absendung einer versöhnlich gehaltenen Antwort- n o t e an die Washingtoner Regierung an, in der die Einhaltung des Kellogg-Dertrages und des Reun-Mächte-Abkommens zugesagt und der Wunsch nach direkten Verhandlungen mit China wiederholt wird. 3apan betrachte die Unabhängigen Regierungen in der Mandschurei als Erleichterung des Grundsatzes gleicher Vorteile für Alle. Reuter meldet aus Washington, die amen- kanische Rote an 3apcm und China beabsichtige anscheinend, die Entrüstung der Welt gegen irgendwelchen Zusammenbruch des Vertragssystems zu lenken, durch das China geschützt ist. Künftige Schritte werden offenbar entsprechend der Entwicklung der Lage erfolgen. Das Gerücht von einer sofortigen drastischen Maßnahme einschließlich des Abbruchs der diplomatischen Beziehungen fand in amtlichen Kreisen keine Bestätigung. Die Rote stellt eine neue Wendung in der bisherigen Politik von Pro- teften dar, die den jcchanischen Vormarsch in der Mandschurei begleitet haben. Die amerikanische Regierung erhebt keine Vorstellungen mehr, sondern sie weist mit Entschiedenheit auf die Rechte der Bürger hin. Ob England sich dem amerikanischen Schritt anschließt, steht noch nicht fest. „Cvening Standard" erfährt, daß die englische Regierung nach wie vor an ihrer Politik „der offenen Tür" in bezug auf die'Mandschurei feft- halte. Maßgebende Stellen seien der Ansicht, daß die amerikanische Rote die Arbeit des Untersuchungsausschusses für die Mandschurei in keiner Weise berühre. Keine Verschiebung der Preußenwahlen. Der Landtag wird vor dem 20. Mai neugewählt werden. Berlin, 8.3an. (WTD.) Dem Wolfsschen Bureau hat der Staatssekretär des preußischen Staatsministeriums Dr. W e i s m a n n auf die Frage, wie die preußische Staatsregierung zu den immer wieder auftauchenden Gerüchten stehe, es werde mit dem Gedanken einer Verschiebung derPreußenwahlen gespielt, folgende Antwort gegeben: Artikel 13 der preußischen Verfassung lautet: „Der Landtag wird auf vier 3ahre gewählt. Die Reuwahl muß vor dem Ablauf dieser Zeit erfolgen." Da der derzeitige preußische Landtag am 20. Mai 1928 gewählt worden ist, so steht fest, daß der neueLand- t a g vor dem 20. M a i 1 932 gewählt werden muß. Die preußische Staatsregierung als Regierung eines demokratischen Staates hat niemals daran gedacht und denkt auch jetzt nicht daran, gegen diese klare Bestimmung der preußischen Verfassung zu verstoßen. Die Wahlen werden zum verfassungsmäßigen Termin stattfinden. Der Einzelhandel beim preiskommiffar. Berlin, 8.Jan. (WTB.) Amtlich. In einer Besprechung des Reichskommissars für Preisüberwachung mit Vertretern der Hauptgemeinschaft. des deutschen Einzelhandels über die unbedingt notwendigen Preissenkungsmaß. nahmen erklärte sich der Einzelhandel bereit, den Reichskommissar auch weiterhin zu unterstützen durch Aufklärung der Verbraucher über die Bedeu- tung der Preissenkungsaktion und durch Preis- auszeichnung der Waren, soweit nicht im einzelnen durch Anordnung vorgeschrieben. In der Frage der Preissenkung bei den Werktarifen, Steuern und Jnseratenprei- s e n wies der Reichskommissar darauf hin, daß sich das Ausmaß der Senkung erst nach dem 10.Januar genauer werde übersehen lassen. Der Reichskommissar betonte, daß er eine Zusammenarbeit mit den Vertretungen des Einzelhandels im Interesse der schnellen Lösung der Preisprobleme begrüße. Wie wir erfahren, wird eine neue Verordnung des Reichskommissars veröffentlicht werden, in der die Ausdehnung der Preisauszeichnungspflicht auf alle lebens, wichtigen Waren, insbesondere auf alle L e - b e n s m i t t e l, bestimmt wird. * In Stuttgart hat der Gemeinderat mit sofortiger Wirkung den Lichttarif für das Gewerbe von 55 auf 45 Pf. pro kWh herabgesetzt. Dazu kommt noch eine monatliche Hebegebühr von 30 Pf., so daß der künftige Durch. Aus der Provinzialhauptstadt. Dießen, den 9. Januar 1932. Segen der Lebensfreude. Unter Lebensfreude versteht man zumeist die Auswirkung des Glücksempfindens, und dies ist wieder ganz und gar individuell. Glücklich ist nicht, wer sich ins Unermeßliche planlos verliert, wer Unmögliches sich zum Ziele gesteckt hat. Wer die Gedanken nicht zu straffen vermag und sich nicht in den Alltag finden kann, der schönen Seifenblasen seiner Phantasie wegen, die nicht zerplatzen dürfen, weil sich ihm sonst aus der schönsten Unwirklichkeit das wahre Gesicht des Lebens enthüllen würde. Glücklich ist, wer die rechten Freuden des Lebens erkannt hat und sie zu halten versteht. Die erste dieser Freuden ist die Tätigkeit. Nur daß man nicht meinen soll, dog jede Tätigkeit Freude wäre. Eine Tätigkeit, die unter dem Zwange des „du sollst" steht, die nicht unter dem frohen freien Antriebe inneren Bedürfnisses geschieht, bringt keine Freude. Freud-, so hat bereits Aristoteles gelehrt, ist nichts anderes als die höchstmögliche Kraftentwick- lung gemäß unserer Wesensart. Ze tätiger und wirksamer nach seiner Eigenart ein Wesen ist, desto Mehr Freude kann es empfinden. Man kann sagen: „Die Tätigkeit aber erfordert Kampf, und Kampf macht keine Freude". Ist das nicht ein großer Irrtum — ist es nicht gerade um- gelehrt? Gibt cs doch kein höheres Glücksempfinden, keine größere Freude als großer Schwierigkeiten Herr geworden zu fein. Glück ist das Bewußtsein, feindliche Berhältntsse und Mächte bezwungen zu hoben, innerhalb der gesetzten Grenzen ein Ziel zu stecken und zu erreichen. Das macht den Menschen froh und frei und wird zum Quell aller Freude. Auch in einer harmonischen Häuslichkeit ist die Freude verankert. Wer ein Heim hat, ja, wer nur ein Zimmer hat, von dem Wärme und Behaglichkeit ausstrahlen, einen Menschen, mit dem er nach des Tages Muhen Gedanken austauschen, sein Innenleben bereichern kann im Geben und Nehmen seelischer Werte, oder sei es auch nur ein Aussprechen und Sichbefrcien von Widerwärtigkeiten, die der Beruf mit sich brachte, der ist nicht arm, der hat Ursache zur Freude. Sehr wahr schreibt Goethe aus der Erfahrung seines reichen Lebens heraus an Rauch: „Es scheint, daß die menschliche Natur eine völlige Resignation nicht allzu lange ertragen kann. Die Hoffnung muß wieder eintreten, und dann kommt auch sogleich die Tätigkeit wieder, durch welche, wenn man es genau besieht, die Hoffnung in jedem Augenblick realisiert wird". M. Gr. Vorsicht bei der Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten. Das Polizeiamt Gießen teilt mit: Vielfach werden sowohl im Haushalt, als im Gewerbebetrieb Gesäße, die zur Aufnahme vonVah- rungs- und Genußmitteln bestimmt sind, wie Wein-, Vier- und Mineralwasserflaschen, zur Aufbewahrung giftiger Flüssigkeiten benutzt, die im Haushalt oder im Gewerbebetrieb Verwendung sinden sollen (z. D. Salzsäure, Salpetersäure, Karbolsäure, Lysol, Salmiakgeist, Sublimatlösung u. dgl.), ohne daß Vorkehrungen getrosfcn werden, durch die der Gc- sahr einer Verwechselung des giftigen Inhaltes der Gefäße mit einem Vahrungs- oder Genuß- mittel vorgebcugt wird. Infolge dieses auf Unkenntnis und Unachtsamkeit, auf Gleichgültigkeit oder Rücksichtslosigkeit zurückzuführenden Verfahrens sind schon häufig Personen, die aus Versehen aus solchen Flaschen getrunken haben, schwer erkrankt oder gestorben. Ebenso wie es Gifthändlern verboten ist, Gifte in Trink- oder Kochgesätzen oder In solchen Flaschen oder Krügen % zugeben, deren Form oder Bezeichnung die Desayr einer Verwechselung deS Inhalt- mit Vahrungs- oder Genuhmitteln herbeizuführcn geeignet ist, muß anch demjenigen, der giftige Flüssig- kectm im Vesitz hat. um sie im Haushalt oder Ge- werbe zu verwenden, schon im Hinblick auf seine zwu- und strafrechtliche Verantwortlichkeit dringend empfohlen werden, die gleiche Vorsicht bei chrer Aufbewahrung obwalten zu lassen. Taten für Samstag, S. Januar. 1873: Napoleon III. gestorben; — 1908: der Maler und Dichter Wilhelm Busch in Mechtshausen am Harz gestorben; — 1927: der Schriftsteller Houston Stewart Chamberlain in Bayreuth gestorben. Taten für Sonntag, tv. Januar. 1797: die Dichterin Annette von Droste-Hülshofs auf HülShoff bei Münster in Westfalen geboren; 1858: der Zeichner Heinrich Zille in Radeberg in Sachsen geboren; 1920: Inkrafttreten des Versailler Vertrage-. Vornotizen. ~ TageSkalender für Samstag. : 20.15 Uhr, Kaufmännisches Dereinshaus, Hauptversammlung. — R. d. Z.: 20.30 Uhr. „Aquarium", Iahres-Hauptversammlung. — Pa- last-Lichtspiele: Edel»Pelztier - Ausstellung. — Reichskurzschrift-Gesellfchaf t: 20 30 Uhr, „Stadt Lich". Gene al. ersamm uag. — Vc e n ehern. Le.b- gardisten: 20.30 Uhr, „Stadt Mainz". Hauptversammlung. — Kavallerie-Verein: 20 Uhr. „Hessischer Hof. Monatsversammlung. — Kriegerverein: 20.15 Uhr. „Cafe Leib". Familienabend mit Lichtbilder-Dortrag. - Kurzschrift- Verein von 1851: 20.30 Uhr, Vereinsabend auf der Hardt- — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Re- serve hat Ruh". — Astoria-Lichtspiele: „Die Himmelhunde", „Der Detektiv aus Liebe" und „In die Falle gelockt". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater Gießen: „Lumpacivagabundus". 18.30 bis 21 Uhr. — Gießener Konzertverein: 17 Uhr, UniversitätS-Aula, Konzert, Edith Lorand. — „Cafö Leib": 20.15 Uhr. Militärkonzert. — Deutscher Verband für psychische Hygiene: 11.15 Uhr, Hörsaal der Vervenklinik, öffentliche Vorträge. — Männer-Turnverein: 15 Uhr, Sportplatz am Schiffenberger Weg. Meisterschaftsspiel um die Gaumeisterschaft. — Odenwälder Heimat- vereinigung: 17 Uhr. Hotel Köhler. — Palast- Lichtspiele: Edcl-Pelztier-Ausstellung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: 11.15 Uhr, „Winter in Bayern" und „Skischule Arlberg"; ab 15 Uhr in beiden Lichtspielhäusern Programm wie am Samstag. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns.geschrieben: Die Posse „Lumpacivagabundus" von Johann Nestroy. dieses unverwüstliche Volks- stück von dem lustig-frohen Kleeblatt, wird am Sonntag, 10. Januar, als Fremdenoorstellung zu ermäßigten Preisen zur Aufführung gelangen. Die Aufführung wird in der Gesamtausstattung des Silvesterabends mit all den stimmungsvollen Einlagen stattfinden und einen abwechslungsreichen Abend bieten. Beginn 18.30 Uhr, Ende 21 Uhr. — „Winter in Bayern." Am morgigen Sonntag, 11.15 Uhr, läuft nn Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, der Film „Winter in Bayern", der den Besucher im Geiste in die schönsten Wintersportgebiete Bayerns und insbesondere in die bayerischen Alpen führt. Ein zweiter Film, „Die Arlbergschule" wird wohl jedermann, besonders aber den Skiläufer interessieren, denn eS werden unter der Leitung der Skilehrer Hört- nagel, Walter, Rzipa und Zengerle Freiübungen und Skiübungen im Stand, daneben Einzel- M^rpPen auf der Skiwiefe, Schneeballschlachten, Boxkämpfe im Schnee und noch manches andere S«-r'.gt. Wan beachte di« heutige Anzeige. — Psychische Hygiene. In dem Dor- tragszvklus deS Deutschen Verbände- für psy- ch-sche Hygiene sprechen am Sonntag. 10. Ianuar, 11.15 Uhr in der Verventlinik Obermcdizinalrat Dr. Roemer über den „1. Internationalen Kongreß für psychische Hygiene in Washington 1930" und Prof. Dr. Weygandt über „Irrenfürsorge in Vordamerika, Iapan und im nahen Orient". (Siehe heutige Anzeige.) — Militärkonzert i m Casä Leib. Arn morgigen Sonntag, 20.15 Uhr, findet im Cafö Leib wieder ein Militärkonzert statt, das unter der Lei Jung von Obermusikmeister Krauße von der Kapelle der hiesigen Reichswehrkapelle ausaeführt wird. Märsche, gute Salonmusik, klassische Darbietungen u. a. m. werden den Besuchern einige unterhaltsame Stunden bereiten. Näheres in der heutigen Anzeige. — „Volk-tum und Kirche im Va- tionalitätenkampf.“ Vom Verein für das Deutschtum im Au-land wird uns geschrieben: Bei der engen Verbundenheit von Volkstum und Kirche hängt die Erhaltung unserer außen- deutschen Volksgruppen in hohem Maße von der das Volkstum erhaltenden Arbeit der Kirchen ab. Deshalb ist die Frage: „Volkstum und Kirche im Vationalitätenkampf" von ganz besonderer Bedeutung. Ueber dieses Thema wird am Freitag, 15. Ianuar, Dr. theol. Clemens Scherer, Berlin, der Generalsekretär des ReichsvcrbandeS für die katholischen Ausländsdeutschen, im Studcntenhaus sprechen. Der Redner ist Elsässer, war bis zusti Kriegsende katholischer Geistlicher im Elsaß und kann aus eigener Erfahrung sprechen. • •• Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Preisen geöffnet. ** E i n Vierundachtzigjähriger. Der Wagnermeister und Pensionär Ludwig Damm, wohnhaft Licher Straße 74, konnte am gestrigen r^eitag in geistiger und körperlicher Frische seinen 84. Geburtstag feiern. •• Jubiläum im O b e r h essisch c n Mu - feum. In diesem Monat kann man im Ober- hessischen Museum ein seltenes Iubiläum feiern. Dor nunmehr vierzig Jahren ist Adam Ohr in den Dienst deS Museums getreten, zuerst als zweite Hilfe, dann, als Wilhelm Schmoll gestorben war, als Museumsdiener. Letzterer, im Hauptberuf Diener im Männerbad. hatte unter Buchner die Sammlungen betreuen Helsen. Ohr. am 20. Dezember 1864 geboren, besuchte in Gießen, wo sein Vater Schuhmacher und Laternenanzünder war, die Schule in der Schulstraße, erlernte dann ein Handwerk und war von 1891 bis 1929 in den Gailschen Ziegeleien tätig. Schon im Jahre 1892 war er unter Buchner und nach dessen Tode (1896) unter Kramer für das Oberhessische Museum und die Gailschen Sammlungen eifrig beschäftigt; er hat den Umbau im alten Rathaus am Markt mitgemacht, er hat daS Museum ins Alte Schloß am Brandplatz überführen helfen und wirkt hier als Diener und als Aufseher; diese Aufgaben erfüllt er noch heute in stets geübter Gewissenhaftigkeit, und jeder, der Sonntags das Museum und die Gailschen Sammlungen- besucht, freut sich über die zuvorkommende Art. mit der Herr Ohr die Gäste empfängt und zurechtweist, allerdings erst, nachdem er ihnen den Eintrittspreis abgenommen hat. Denn er ist überall und jederzeit auf die Interessen des Museums bedacht, und sein größter Stolz ist es. ein „volles Haus" zu haben. Auch die Mitglieder des Oberhessischen Geschichtsvereins kennen chn als den eifrigen Verteiler der Mitteilungen und den gewissenhaften Erheber der Beiträge. Di« Museumsdirektion schätzt ihn wegen seines ehrlichen und lauteren Wesens, wegen seiner Dienstwilligkeit und Treue und hofft, ihn noch manche« Jadr in alter Frische tätig zu sehen. Die Gießener Schweinemärkte im Jahre 1931. Zu den zwölf Gießener Schweinemärkten, die im Jahre 1931 abgebalten wurden, waren insgesamt 2150 Fvrkel und 32 Schweine aufgetrieben. Im Vorjahre betrug die Gesamtzahl 2359 Tiere. •• Falsche Zweimarkstücke. In den letzten Tagen sind in Frankfurt und Umgebung neue falsche Zweimarkstücke in den Verkehr gebracht worden. Die Falschstücke fallen besonders dadurch auf, daß her Perlenkranz auf der Rückseite kaum erkennbar und der Rand adgeslacht ist. •• Fahrpreisermäßigung für Ar. beitslose im freiwilligen Arbeit«- bienft. Die Reichsbahn gewährt Arbeitslosen, die sich dem Freiwilligen Arbeitsdienst zur Verfügung stellen, für die Fahrt zwischen ihrem Wohnort und der Arbeitsstätte ab 11. Januar eine 50prozentige Fahrpreisermäßigung. •• Die Arbeiter-Samariterkolonne Gießen hat sich trotz der schwierigen wirtschaftlichen Verhältnisse dazu entschlossen, einen Kranken- transport Kraftwagen anzuschaffen, der in diesen lagen seinem Zwecke übergeben werden konnte Der Wagen ist für alle Transporte, insbesondere auch für Ueberlandfahrten, gut eingerichtet und ein Mittel wehr, die Hilfsbereitschaft der Kolonne zu erhöhen. Erwähnenswert ift, daß alle in dem Kraftwagen transportierten Personen und auch das Begleitpersonal gegen Unfall versichert sind. Man beachte die heutige Anzeige. •• OBintcrfcft berOafttoitte. Die Freie Innung der Gastwirte von Gießen und Umgebung vereinigte am Donnerstagabend im C-ass Leib ihre Mitglieder, deren Angehörige und eine Anzahl Gäste zu einer einfachen, den wirtschaftlichen Verhältnissen der Gegenwart angepaßten, gesellschaftlichen Veranstaltung. Der Abend war in der Hauptsache ausgefüllt durch musikalische Darbietungen, die von Mitgliedern der hiesigen Reichswehrkapelle bestritten wurden. Das Programm war sorgfältig ausgewählt und man hörte neben verschiedenen schneidigen Märschen gute Salonmusik, Charakterstücke, Fantasien, Ouvertüren usw., die von der Kapelle sehr gut interpretiert wurden. Die Darbietungen fanden lebhaften Beifall. Im Laufe des Abends hielt der 1. Vorsitzende der Gastwirteinnung, Herr König, eine kurze Ansprache, er begrüßte Mitglieder und Gäste und ging in wenigen Worten auf die Gründe ein, die die Gastwirteinnung und den Vorstand bewogen haben, trotz aller gegenwärtigen Röte das Winterfest zu veranstalten. De« weiteren streifte er kurz die mannigfachen wirtschaftlichen Schwierigkeiten, gegen die heute do- Gastwirtsgewerbe anzukämpfen habe. Er gab -um Schluß der Hoffnung Ausdruck, daß da« Jahr 1932 Vesserungen bringen möge, die man sich vorn verflossenen Jahre vergeblich erhofft habe. Jrn weiteren Verlauf des Abends stand eine Verlosung im Mittelpunkt des Interesse«. Für die Tombola waren zahlreiche wertvolle Gewinne gespendet worden, die lebhaften Anreiz zum Kauf der Lose boten. Der Rest des Abend« war dem Tanz gewidmet. Bei gichtischen Schmerzen, Nm--n- unb Kopfschmerzen sowie bei Schlaflosigkeit haben sich Togal-Tabletten hervorragend bewäbtt. Togal löst die schädlichen Bestandteile im Blut! Fragen Sie Ihren Arzt. In allen Apotheken. V 12,6 % Lith., 0,46 % Chln., 74,3 % Acid. acet. ullc. KOSTÜME MANTEL KLEIDER BLUSEN Das gibt’s nur einmal, Das kommt nicht wieder! Preise wie im Total-Ausverkauf »„FRÄNKEL Seltersweg 52 Vorteile wie noch nie! 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Don Adolf Znednch, Herzog zu Mecklenburg, ehem. Gouverneur von Togo. Das eben anhebende Jahr 1932 wird menschlicher Boraussicht nach für Deutschland noch ein Jahr der Not sein. Es ist zugleich aber auch ein Jahr der Erinnerung an die Zett, in der das deutsche Volk im damals noch so jungen Reich erstmals d i e allzu große Enge des deutschen Le- bensraumes erkannte. Obwohl der 7Oer Krieg siegreich verlaufen war, machte sich doch infolge wirtschaftlicher Umwälzungen nach einiaen Jahren in Deutschland ein empfindlicher wirtschaftlicher Notstand bemerkbar, der seinen stärksten Ausdruck sand in einem ungeheuren Anschwellen der Auswandererzahlen. Die Hunderttausende Deutscher, die damals das Vaterland verließen, wurden jenseits- der Meere zum „Völkerdünger", und als dann 1881 die Auswanderung ihren Höhepunkt erreicht hatte, ging durch Deutschland dasSehnen nach eigener überseeischer Ergänzung des deutschen Bodens. Die deutsche Kolo- nialbewegung kam in Fluh. Im Jahre 1932 vollendet sich ein halbes Jahrhundert seit der Gründung des Deutschen Kolonial-Vereins. Freilich hatte sich dieser Verein zunächst nur recht theoretisch das Ziel gesteckt, die Geister in Deutschland für die Bedeutung des kolonialen Gedankens zu wecken, ohne jedoch gewillt zu fein, praktisch schon in naher Zeit die Erwerbung von Kolonien zu fördern. Sehr rasch aber fanden sich tatkräftige deutsche Führerpersönlichkeiten mit wesentlich größerer Entschlußkraft und schon zwei Jahre nach Gründung des Deutschen Kolonialoereins, der dann in die Deutsche Kolonial-Ge- sellschaft entschlossenerer Richtung übergeführt wurde, setzte die positive deutsche Kolonialpolilik ein. Die Not unserer Zeit ist ungleich größer als jene, in der dieser Ausweg aus wirtschaftlicher Beengtheit gesucht und gefunden wurde. In unserer düsteren Gegenwart werden wir gut tun, daran zurückzudenken, daß schon vor 300 Jahren in den Zeiten allerschwerster deutscher Zerrissenheit in dem genialen Kopf Friedrich Wilhelms, des späteren Großen K u r f ü r ft e n, geschult durch die Beobachtung blühenden Lebens der kleinen Niederlande, der Ge danke heranzureifen begann, dereinst seinem durch die Kriegsnöte verwüsteten Lande einen neuen und starken wirtschaftlichen Auftrieb zu geben durch koloniale Betätigung auf zentralafrikanischem Boden. Jenes afrikanische Gebiet, das Kurfürst Friedrich Wilhelm, zur Herrschast gelangt; für die Verwirklichung seiner Ziele ausersah, ist heute eine der blühendsten Kolonien in ganz Afrika, die britische G 0 l d k ü ft e, der stärkste Versorger der Welt mit Kakao. Wenn wir in unserer Gegenwart inmitten der furchtbarsten wirtschaftlichen Bedrängnisse eine gerade in dieser Zeit um so schwerer tragbare innere Zerrissenheit des deutschen Volkes beobachten müssen, so haben wir sie im tiefsten Grunde zurück- zuführen auf den Kampf zwischen Materialismus und Idealismus. Nun sollte sich aber bei auch nur etwas gutem Willen in unserer Notzeit ein Feld finden lassen, auf dem sich alle Kräfte vereinigen können, ein deutsches Hochziel, für das ebenso gut aus materiellen wie -aus ideellen Kräften gestritten werden muß. Und dieses Ziel ist das der W i e b e r e r I a n gung deutschen Kolonialbesitzes. Es ist bei der heutigen Bevölkerungszahl und dem heutigen Kulturstand Deutschlands schwer, an die deutsche Autarkie auf unserem fo furchtbar eingeengten mitteleuropäischen Raum glauben zu können. Auch wenn es gelingt, diesen Lebensraum in Mitteleuropa durch Sühnung begangenen Unrechts zu erweitern, wird es unmöglich (ein, alle Lebensbedürfnisse aus dem Boden eines gemäßigten ober gar harten Klimas zu becken. Ein großenteils schon Indu- ftrielanb geworbenes Gebiet unserer Zonen b c darf tropischer Ergänzung. Die einfachste volkswirtschaftliche Erwägung zeigt, daß ein stark zusammengedrängtes Volk dieser Zonen angewiesen ist auf zusätzliche innere und äußere Erwärmung, und die hierfür benötigten RohstoffefürKlei. düng und Nahrung wachsen in reicher Fülle unter der Sonne der Tropen. Es sind die pflanz- llchen Spinnstoffe und die Pflanzenfette, deren wir nicht entraten können. Zugleich bedarf die deutsche Industrie dringend erweiterter und ge- sicherter A b s a tz m ä r k t e, wie der koloniale Boden sie bei seiner heutigen starken Vorwärtsentwicklung zu bieten vermag, aber wohlverstanden nur für das Land, dessen Flagge über diesem kolonialen Boden schwebt: denn nirgends bewahrheitet sich der alte Satz: „Der Handel folgt der Flagge" so offensichtlich wie in den eigenen Kolonialgebieten. An solchen Gründen für die Notwendigkeit deutschen Kolonialbesitzes unter eigener Flagge ist nicht zu deuteln. Sie sollten allen Volkskreisen offenbar fein. Aber in nicht geringerem Grade ist aus ideellen Beweggründen jene Weitung des deutschen Horizonts zu fordern, die verbunden ist mit volkseigenen überseeischen Ausweitungsmöglichteiten. Wenn der Blick des Volkes sich weitet über die Enge Sei einer amtlichen Sitzung, die unlängst einen KreiS von Fachleuten aus verschiedenen Lagern und aus verschiedenen Arbeitsgebieten zu einer Aussprache über jene Maßnahmen zusammenführte, die in diesem Winter noch finanziell möglich sind, um die erwerbslose Jugend zu betreuen, wurde von einer Seite das charakteristische Wort „B e d e n ke n h a f t i g ke i t" in die Debatte geworfen. Es galt jenen übervorsichtigen Leuten, die gegenüber jedem Vorhaben, mit dem irgendeiner irgendwo einen Versuch machen will, um der Aot zu steuern, nureinen Wallvon Schwierigkeiten sehen, und die alle praktischen Vorschläge von vornherein als undurchführbar bezeichnen. Der lähmende Einfluß dieser Mißmutigen und Miesmacher hemmt heute in der Tat an vielen Orten die frische Initiative. Und diese geistige Sabotage, wie man die in unserer Situation höchst gefährliche Haltung fast nennen könnte, trägt viel dazu bei, daß das Eis des erstarrten Wirtschaftslebens einstweilen nur an sehr wenigen Stellen die ersten schwachen Aisse zeigt. Es würde gewiß an viel mehr Orten schon krachend bersten, wenn nicht überall diese trüben Sitter von der Dedenkenhaftigkeit die aktiven Menschen zu hindern suchten. Zum Glück ist der Optimismus in einigen deutschen Herzen noch immer ein dauerhaftes und widerstandsfähiges Gewächs. Auch der Lebensmut der besten Clemente unter den Erwerbslosen geht so leicht nicht zugrunde. Und daher sieht man denn an verschiedenen Plätzen des Vaterlandes allerlei Siedlungen in so primitiver Form, wie die Aot unserer Tage sie gebietet. wie unscheinbare Pflänzchen aus der Mutter Erde hervorwachsen. Solch eine schlichte Selbsthilfe-Siedlung ist im Laufe dieses Sommers in Brandenburg a. H. entstanden. Die aufgewandten Kosten sind so gering und ihre Verteilung auf öffentliche Stellen und Siedler erscheint so glücklich, daß das Vorbild Nachahmung verdient. Außerhalb von Brandenburg sind auf städtischem Grund und Boden in zwei Siedlungen insgesamt 96 kleine Anwesen erstellt worden. Etwa 80 Prozent der Bä ter der hier angesetzten Fader Heimat hinaus, wenn Raum geschaffen wird zu überseeischer Betätigung, bann wirb bes Deutschen Auge wieber heller glänzen, wirb er auch sceujch wieber genesen. Gewiß, wir können, wenn wir in ben Wieberbesitz eigener Kolonien gelangen, nicht mit einem Schlage bie Arbeitslosigkeit beseitigen, können nicht bas ganze Riefenheer bes atabe- mischen Proletariats braußen auf kolonialem Boben unterbringen; aber es werben sich immerhin beträchtliche Möglichkeiten bieten, Kolonialbeamte jeber Art, vor allen Dingen Kulturbeamte, Aerzte, Techniker ufw. braußen günstig zu beschäftigen. Der deutsche Siebter unb ber deutsche Kaufmann werben neue Betätigungsfelder finben. Es wirb eine Bresche gelegt in bie Mauer ber heute zur Untätigkeit Gezwungenen. Es kommt Licht unb Luft herein in bas bumpfc beutfche Dasein. Die ideellen Wirkungen einer starken deutschen Verbundenheit mit überseeischen Gebieten, bie weit außerhalb unseres heute viel zu beengten Horizonts liegen bie auf allen Gebieten förbernbe unb fruchtbare Anregung, bie aus freier Betätigung eines Teils ber Söhne unseres Volkes auf überseeischem 'Boben unter beutscher Flagge zurückströmen in bie Heimat, werden noch wertvoller unb wichtiger sein als bie für sich allein schon hinlänglich zwingenben wirtschaftlichen Gründe, die uns bas Verlangen nach Rückgewinnung beut- fchen Kolonialbesitzes bittieren. mUien sind zur Zeit arbeitslos. Die Siedlungsstellen, die je 600 Quadratmeter umfassen, bedecken in dem einen Komplex einen ungefähr rechteckigen Saum, der von mehreren kurzen Straßen durchzogen ist. Die später entstandenen Häuschen und Gärten der zweiten Anlage sind zu beiden Seiten einer langen Straße aufgereiht. Häuser, Straßen, Zäune, Gärten sind fast gänzlich von den Siedlern selbst mit ihrer eigenen Hände Arbeit geschossen worden. Aus diese Methode ist die Stadt nicht von sich aus verfallen. Die Anregung ist dem zuständigen Stadtbaurat Erbs vielmehr aus den Seihen solcher Kleinstsiedler am Stadtrande gekommen, die sich eigenhändig und aus eigenen Geldmitteln auf geräumigem Laubenland ihre Häuschen erstellten, und denen der Baurat gelegentlich bei dieser Arbeit als Fachmann seinen guten Sat zuteil werden ließ. Aus den Seihen der Erwerbslosen hat man unter Hinzunahme einiger noch in Arbeit stehender Familienväter geeignete und siedlungsluftige Leute ausgewählt und zu genossenschaftlichem Tun für die beiden neuen Siedlungen vereinigt. Die Grenzen der einzelnen Grundstücke und die Straßenanlagen sind von der Stadt nach einheitlichem Plan feftgelegt, für die kleinen Häuser ist ein im großen und ganzen einheitlicher Nor- mal-Grundriß entworfen worden. In dem bescheidenen Nahmen, der mit der Wirtschaftlichkeit des Ganzen gegeben ist. läßt man dem einzelnen Siedler als Bauherrn die Freiheit, die Innenlage des Hauses seinen besonderen Wünschen gemäß abzuwandeln. Das Normalhaus, das teilweise unterkellert ist, beherbergt in seinem Kern außer einem Vorraum und Küche zwei Stuben von je 3.4 Meter. Ein auf der Nückseite des Hauses eingebauter Flügel enthält die Waschküche. einen Schuppen oder Stall und den Abort. Der Bauplan sieht für die Zukunft weitere Anbauten zur Erweiterung des Wohnraumes vor. Aus Sparsamkeitsrücksichten hat man auf Wasserleitung, Kanalisation und Gas verzichtet. Die Wasserversorgung geschieht durch Brunnen und zwar hat jedes Grundstück einen eigenen. Elektrisches Licht können die Siedler auf Wunsch von dem Elektrizitätswerk (Privatbetrieb) für Selbsthilfe von Erwerbslosen. Bilder von einer Stadtrandsiedlung bei Brandenburg a. H. Don Dr. Hertha (3i:mering. Gießener Stadtthearer. (Herhari Hauptmann: „Hannelcs Himmelfahrt". 1893, ein Jahr nach dem „Biberpelz", zwei Jahre vor dem „Florian Geyer", erschien bie Traumdich- tung „Hanneles Himmelfahrt" im Berliner Königlichen Schauspielhaus zuerst auf der Bühne. Hauptmanns Biograph Paul Schlenther hat seinerzeit darauf aufmertfam gemacht, daß der Dichter hier bas Motiv eines älteren, jetzt längst vergessenen Wertes, ber „Monbbraul" aus bem „Bunten Buch" von 1885, wieder aufgenommen unb zu breiter unb volkstümlicher Wirkung geführt hat; ber heute kaum noch begreifliche, erbitterte Streit der Meinungen und Weltanschauungen, der um saft alle frühen Stücke Hauptmanns getobt hat unb auch bem „Hannele" nicht erspart blieb, schon ebenso verschollen wie jenes Gedicht vom traurigen Schicksal des Bettelmädchens Bergliese * „Die Kinder pflücken roten Klee, rupfen die Blütenkrönchen behutsam aus unb saugen an ben blassen feinen Schäften. Eine schwache Süßigkeit kommt auf ihre Zunge. Wenn Du nur fo viel Süße aus meinem Gebicht ziehst, so will ich mich meiner Gabe nicht schämen" —: mit bieten Worten hat Hauptmann seiner Frau bas Stück in bie Hänbe gelegt. Zum ersten Male — in biefer entschiebenen unb künstlerisch bewältigten Form — vollzog sich mit bem „Hannele" ber Schritt vom unbedingten Naturalismus zu einer auf ben ersten Blick überraschen- ben Romantik — so zwar, daß ber ursprüngliche, meisterlich beherrschte Stil nicht etwa aufgegeben unb verleugnet wurde, sondern indem er eine überaus markante unb schon äußerlich höchst wirksame Kontrapunktierung erfuhr in einer Kunstweise, deren epigonisch blasse Nachläufer man erst in der de- rüP.nten literarischen Revolution ber achtziger Jahre mit unerhörtem Elan über ben Hausen geworfen hatte. * So verschwistern sich Naturalismus unb Romantik in der überbrückenden, schwebenden, verschleiernden Bühnenform des Traumspiels; so wirb das irdische Jammertal des winterlichen Armenhauses von einem mit aller Glückseligkeit erfüllten Märchenhimmel überwölbt; so wechselt der aus ben „Webern" unb „Dor Sonnenaufgang" schon oer- traute schlesische Dialekt mit ben sehr zarten Versen von der wunderschönen Stadt, mit welchen ber „Fremde" dem Tode des Mädchens präludiert —: sie gehören zum Reifsten, was Hauptmann je in gebundener Rede geschaffen hat. Wie alles, was vom großen Werk des nun bald Siebzigjährigen Bestand und Dauer haben wird, ist auch die Traumdichtung aus jenen beiden starken und unoersieglich strömenden Quellen gespeist, die bem Geschaffenen inneren Halt unb Würbe geben: aus ber bobenftänbigen Fülle heimatlich-vertrauten Volkstums und aus tiefem Mitleiben mit ber gequälten Menschenkreatur. Hauptmann ist zu sehr Realist, um den dürftigen und traurigen Tatbestand seiner episodischen Fabel zu fälschen: die letzten Worte des Arztes und der Schwester bestätigen karg, daß der Leidensweg des armen Kindes mit einem frühen Tode geendet hat; der sachliche Dramatiker ist auch vor der Elends- schilderung nicht zurückgeschreckt, wie bie mutterlose Vierzehnjährige von einem viehisch rohen, versoffenen Vater gequält wirb, bis sie verängstigt unb verzwei feit in ben Dorftcich rennt. — Aber ber Dichter Hauptmann versöhnt mit der Unerbittlichkeit des kleinen Proletarierschicksals, indem er der Sterbenden in letztem Traum und visionären Fiederphantasien bie Glückserfüllung zuteil werben läßt, bie ihr auf Erben versagt geblieben ist. Die Spielleitung von Peter Fassott schuf eine abgewogene Inszenierung mit sicherem Gefühl für bie wesensfremden unb sehr verschiedenartigen Stilelemente, bie durcheinanderflutend bie Szenenfolge bes Traumspiels bilben. Aus der realistisch lärmenden Zustandsschilderung im Halbdunkel der Armenhäuslerstube entwickelten sich in gedämpften lieber- gängen die gespenstigen Erscheinungen und Bilder des Fiebertraumes mit Eindringlichkeit und starker Stimmung Zumal die Szene am gläsernen Sarg im zweiten Teil war vortrefflich aufgebaut; das ;u- fammengerüefte Menschenhäufchen der dörflichen Leidtragenden wirkte wie eine Gruppe aus den Holzschnitten der Käthe Kollwitz. Das Bühnenbild von Löffler traf die winterlich-düstere Aermlichkeit und Trostlosigkeit des Schauplatzes mit kennzeichnender Schärfe; ebenso war die Beleuchtung (Keim) ben wechselnben Stimmungen bes Spiel schmiegsam angepaßt. Die Gestalt ber kleinen Hannele Mattern gab Elisabeth Wielanber mit Hingabe unb feiner Einfühlung in bas rührenb-traurige Schicksal, bas aus Traum unb Wirklichkeit, aus kinblicher Frömmigkeit unb schlesisch-pietistischer Himmelssehnsucht wunder- lich unb märchenhaft-übersinnlich Gestatt gewinnt. Die Rolle kommt chrer barstellerischen Eigenart unb ihren Fähigkeiten besonders entgegen; sie wußte die hilflose Angst und Verstörtheit des armen Kindes wie seine Entrücktheit in bie lichte unb beglürfenbe Welt seines Himmelstraumes überzeugenb zum Aus- bruck zu bringen. ♦ Jochen Hauer gab sehr schlicht, einfach unb mit warmem Gefühl den Lehrer Gottwald und sprach später, in der Verwandlung des zweiten Teils, mit wirksamer Steigerung die berühmt gewordenen Verse vom Paradies. — Sehr fein unb still, eine fürforgenbe, beruhigenbe und tröstende Frauenge- stalt war bie von Edith Berger gespielte Schwester Martha, die bas Hannele auf seinem Krankenlager mütterlich betreut. ♦ Eine sorgsam ausgearbeitete Chargenleistung bot Hub mit ber bobenftänbig-bieberen Figur bes Waldarbeiters Seidel. Kühne charakterisierte knapp und scharf den Amtsvorsteher, der hier viel einfacher und minder satirisch angelegt ist als sein hochnäsiger Kollege im „Biberpelz". V 0 lcks Dr. Wachler war eine mit sparsamen Mitteln bargebotene tüchtige Leistung; ganz realistisch bie unterschiedlichen Nacht asyltypen aus bem 'Armenhaus: Agathe Walther Lederer (Hedwig); Gert Geiger (Pleschke); Luise Schubert-Jüngling 1 Tulpe); Hans Paeksch (Hanke). — Auch bie irdischen unb überirdischen Erscheinungen und Stimmen in Hanneles Fiebertraum (das Programm führt bie Darsteller nicht namentlich auf) waren insgesamt sehr treffenb unb stilsicher roiebergegeben. ♦ Die Aufführung fanb wohloerbienten Beifall, hth. Arbeiter verbessern den Betrieb. Da ber 21rbeitenbe bie kleinsten Kleinigkeiten seiner Tätigkeit genau kennt und viele Erfahrungen sammelt, so ist er nicht selten in der Lage, Verbesserungen im Betriebe vorzuschlagen. Diese Fähigkeiten sucht man nun durch die Aussetzung von Prämien zu wecken unb hat bamit recht gute Erfolge gemacht, über bie Dr. W. Ruffer an Hanb von Statistiken in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" berichtet. Das Vorschlagwesen ist am meisten verbreitet in der amerikanischen Industrie. Hier bewegt sich nach einer neueren Zusammenstellung der Prozentsatz ber angenommenen Vorschläge burchschnittlich zwischen 23 unb 25 Prozent; bie Höhe der dafür gezahlten Prämien schwankt zwischen 5 unb 100 Dollars. Bei einer kürzlich abaehaltenen „Sparwirtschaftswoche" einer Werftgesellschaft würbe 160 Mark, die langfristig zu tilgen sind, erhalten. Der Ausbau der Siedlung bat sich unter der ständigen Beratung des städtischen Bauamtes vollzogen. Die Arbeiten sind unter Leitung eines der Siedler durchgesührt worden. Bei ben Ausschachtungen unb beim Zuführen deS Baumaterials sind die ungeeigneten Clemente von selbst abgefprungen. Die Maurer» und Zimmererarbeiten an den massiven Häusern haben die Siedler selbst ausgeführt, die Facharbeiter unter ihnen haben dabei wie auch bei den sonstigen Handwerkerarbe ten die Anweisungen der städiiichen 5aul*eamten unterstützt. Nur wenige Arbeiten, die der Laie nicht auszuführen vermag, wie beispielsweise die des Bau- klempners. des Dachdeckers und Glasers, sind aus Zweckmähigkettsgründen an Brandenburger Firmen in Lohn vergeben worden. So sind die kleinen Häuser nach und nach fertig geworden, als letztes — ein Zeichen für den Geist bet Gemeinschaftsarbeit — das des Führers. Jetzt, da schon alles bewohnt ist und nur hier und da noch einige Derschönerungsarbeiten ausgeführt werden und die ersten Obstbäumchen bereits im kahlen Gartenland stehen, wird die Straße — wieder auf dem Dege der Selbsthilfe — befestigt. Das Land hat die Stadt den neuen Hauseigentümern in Erbpacht gegeben. Die einzelnen Häuser, bei deren Erstellung der Posten Arbeitslohn saft gänzlich fortfällt, haben je einen Aufwand von 2500 bis 2800 Mark erfordert. Dieses Geld ist int wesentlichen für Baumaterialien, die wiederum die Stadt im großen beschafft unb zu günstigen Preisen abgegeben hat, aufgetoanbt worben. Einzelne Familien, auch von ben Erwerbslosen, haben ein bescheibenes Kapital, das sie noch besaßen, einige Hundert Mark, in einzelnen Fällen sogar erheblich mehr, für ben Hausbau verwandt. Soweit es erforderlich war, hat bie Städtische Sparkasse je Haus ein Darlehn von 1000 Mark gegeben, weitere 1000 Mark sind aus Hauszinssteuermitteln hinzugekommen Die Leistungen ber Siedler, bie wenig ober gar kein eigenes Geld auszubringen vermochten, belaufen sich auf 11 bis 16 Mark monatlich. Die Pacht für das Land, auf dem das Häuschen steht unb für ben Garten, der es umgibt, ist außer den Zinsen für das Baukapital in diesen Betrag einbegriffen. Die für das Wohnen in ber Siedlung erforderliche Geldleistung liegt also weit unter dem Preis einer Wohnung von Stube unb Küche, somit auch unter ber Summe, die ber Erwerbslose mit seiner Familie für Wohnzwecke in ber Stabt minbestens auftoenben müßte. Nun wirb man fragen: was soll künftig aus diesen Siedlern werden? Soll ihr Wohnen unb womöglich ihre ganze Existenz für Zeit und Ewigkeit auf dem Genuß einer öffentlichen Unterstützung aufgebaut fein? Das ist nicht der Fall. Die geistigen Väter dieser Stadtrandsiedlung haben die Hossnunq, daß deren Insassen allmählich wieder in der Brandenburger Industrie Arbeit finben werben. Können sie künftig nur als Kurzarbeiter beschäftigt werden, so rechnet man damit, daß ihre außerdem aus die Erträgnisse des Gartens gegründete Existenz in der Weise gesichert sein wird, wie das Adolf Wilbrandt in dem bekannten Plan vorsieht, ben er im Herbst 1930 auf ber Königsberger Tagung des Verein- für Sozialpolitik entwickelt hat. Der Siedler, ber besonderes Geschick im Gartenbau, vielleicht auch in ber Kleintierzucht entfaltet, soll späterhin Gelegenheit haben, weiteres Land für einen billigen Zins von ber Stadt hinzuzupachten. Vielleicht kann der eine ober andere unter ben Siebtem burch den Verkauf der überschüssigen Produkte aus Garten und Stall feinen vollen Lebensunterhalt dem kleinen Stück Erde abringen. Unb schließlich, das meint man, wenn die Familien, die heute da dranßen wohnen, nicht für alle Zeit bleiben können, dann werden sich in Brandenburg andere finden, die mit ihrem Arbeitsleben und dessen Bedürfnissen in di"se ein Vorschlagswettbewerb durchgesührt, der von «41 Urhebern 2770 Anregungen bei einer Gesamtarbsi terzahl von 5300 brachte. 677 Vorschläge wurden genehmigt und 73 Preise verteilt; die dadurch erzielten Ersparnisse im Betrieb werden auf über 260 000 Dollar geschätzt. In Deutschland hat zuerst die AEG- Prämien für Verbesserungsvorschläge ausgesetzt. und zwar schon vor 30 Jahren Wie sehr sich diese Einrichtung eingebürgert hat, zeigen die Zahlen für 1927 28- Von 1382 Vorschlägen wurden 732 prämiiert und dafür 29 600 Mk gezahlt. Die meisten Verbesserungsvorschläge gehen von Arbeitern ein. In Frankreich wurden bei einer großen Elektrizitätsgesellschaft von Ende 1926 bis April 1928 547 Vorschläge gemacht, unb 306 bavon prämiiert, wobei eine Summe von 25 000 Franc in Prämien zwischen 25 und 100 Franc ausgegeben wurde. Interessant sind die Versuche der Osram-Gesellschast, bie in den letzten drei Jahren sich die Ideen ihrer Angestellten unb Arbeiter nutzbar machte Nachbem ein Ausruf erlassen und Geld-Prämien ausgesetzt waren, zeigte sich zunächst nur geringe Beteiligung, nämlich 40 Vorschläge im ersten Jahr, von denen acht prämiiert wurden. Im zweiten Jahre aber waren es 233 und im dritten 149 Vorschläge. Von den sämtlichen 422 Vorschlägen wurden 56 als brauchbar erkannt also etwa 13 Prozent, und 1320 Mk. wurden in Prämien zwischen 10 und 100 Mk. verteilt. Jedesmal nach der Veröffentlichung btt prämiierten Vorschläge stieg die Zahl der neueingehenden stark an, ein Zeichen dafür, daß die Verteilung der Prämien einen Hauptanreiz bildet Unter den prämiierten Vorschlägen befanden sich 66 Prozent von Männern und 34 Prozent von Frauen; der Wert der männlichen Vorschläge war größer als der der weiblichen. Dabei ist aber zu berücksichtigen, daß die weiblichen Arbeitskräfte an weniger wichtigen Posten stehen unb daher auch weniger Gelegenheit haben, Beobachtungen zu machen. Lochschulnackrichten. Der Privatdozent für forstliche Betriebs- unb Produktionslehre in der Staatswirtfchaftlichen Fakultät der Universität München, Forstmeister Dr. oec. publ. Anton Röhrl ist auf sein Ansuchen aus dem bayerischen Hochschuldienst entlassen worden; er folgt zum 1. April 1932 einem Rufe nach Dresden als Ordinarius der Forstwissenschaft in der Abteilung Forstliche Hochschule Tharandt der dorttgen Technischen Hochschule und wird zugleich Mitglied der Sächsischen Forstlichen Versuchsanstalt Tharandt. (Stellung wirtschaftlich hineinpassen. Mit Sicherheit vermag heute niemand die Zukunft deutscher Menschen vorauszusagen. Viel wesentlicher ist im Augenblick, daß hier mit Aufwendungen, die selbst in >der bitteren Gegenwart tragbar sind, neue Lebens Möglichkeiten, wenn auch zunächst nur für einen beschränkten Kreis von Familien geschaffen worden sind. Für di« nächste Reihe von Siedlungslustigen, für die Männer mit ihren Frauen, die sich im kommenden Sommer ihre Stellen aufbauen wollen, findet im Laufe dieses Winters ein Lehrgang statt. Da werden sie u. a. im Gartenbau und in der Kleintierzucht eingeführt. Das Modell eines Hauses wird im Rahmen des Unterrichts in „Einzelheiten des Hausbaues und der Bauausführung" hergestellt. Das Wichtigste aber an dem Brandenburger Versuch uni) an allen ähnlichen, die sonstwo gemacht werden, ist die psychologische Seite der Sache. Man muß gesehen haben, mit welcher Freude und Liebe die seit langer Zeit unbeschäftigten Männer an ihren Häusern und Gärten arbeiten. Man muß mit den Frauen gesprochen haben, die dem Besucher bereitwillig die Türen zu ihren neuen Küchen und Stuben öffnen und ihm ihre ganze Herrlichkeit voll Stolz vorführen. Jeder Arbeitslose, dem die Möglichkeit gegeben wird, Zeit und Kraft wieder an eine sinnv olle Tätigkeit zu setzen, dem das entsetzliche Gefühl abgenommen wird, daß er überflüssig ist und ausgeschlossen aus dem Kreise nützlicher Staatsbürger, ist eine Eroberung für das Vaterland. Unberechtigte Einkommensteuer- Vorauszahlungen. Die letzte Rotverordnung hat durch die Vorverlegung der Einkommen st euer- vorauszahlungen um einen Monat im Jahre 1932 praktisch ein fünftes Steuer- q u a r t a I geschaffen. Ist damit schon eine erhebliche neue Steuerbelastung für alle diejenigen, die Steuervorauszahlungen zu leisten haben, eingetreten, so wird sie wesentlich dadurch verschärft, daß die fälligen Einkommensteuervorauszahlungen läng st nicht mehr dem tatsächlichen Einkommen entsprechen. Rach den Bestimmungen des Reichseinkommen- steuergesehes hat jeder Veranlagte bis zum Empfang eines neuen Steuerbescheides vier, im Jahre 1932 nach der letzten Rotverordnung fünfmal im Jahr jeweils ein Viertel des veranlagten Steuerbetrages zu entrichten. Rach § 100 des Einkommensteuergesetzes dürfen diese Vorauszahlungen nur dann ermäßigt werden, wenn sich d a s Einkommen des Steuerpflichtigen um mehr als ein Fünftel ermäßigt. Bekanntlich sind im Jahre 1931 die Einkommen aller Veranlagten stark zurückgegangen. Man sollte also annehmen, daß dieser Tatsache auch steuertechnisch Rechnung getragen würde, um so mehr, als ja überhöhte Steuerabzüge später wieder zurückgezahlt werden müssen. Das ist jedoch bei den eben angeführten Bestimmungen des Einkommensteuergesetzes nicht möglich. Vielmehr tragt diese Regelung, die für die Vergangenheit ausreichend sein mochte, den Verhältnissen der Gegenwart und den Verschiebungen der Einkommensverhältnisse, wie sie im Lause des letzten Jahres eingetreten sind, keine Rechnung. Der Einkommensrückgang im letzten Jahr ist nicht auf einmal, sondern allmählich eingetreten. Selbst wenn er aber Ende 1931 20 Prozent, wahrscheinlich noch mehr, beträgt, so ist damit ein Fünftel des im ganzen Jahre bezogenen Einkommens noch nicht erreicht. Infolgedessen sind die Steuervorauszahlungen am 10. Januar, im Rlärz und für den Fall, daß die Veranlagung später folgt, vielleicht sogar noch Zch hab dir verzieh»! Vornan von Elotilde von Slegmann« Stein. Copyright by Marfin Feuchtwange r, Halle. 12. Fortsetzung. Nachdruck verdaten. Sie goß ihm Tee ein und strich ihm forgfättig die goldgelb gerösteten, knusperigen Weißbrot- schnittchen, die sie mit Mamsell Stülpnagels köstlichem Quittengelee belegte. Der Konsul sah mit liebevollen Blicken den fürsorglichen Hantierungen seiner Tochter zu. Als aber Birgit aufstand, um noch ein Rückenkissen für den Vater zu holen, wehrte er ab, drückte fein Kind sanft in den Korbsessel neben sich und sagte, sie bedeutungsvoll ansehend: „Rein, meine Birgit, es ist jetzt an uns, dich zu bedienen." Birgit errötete und drückte In scheuem Glück die Hand des Vaters. „Du weiht es also, Väterchen? Hat Siewert doch geplaudert?" „Rur weil er meine Besorgnis verscheuchen wollte, als ich ihn wegen deines veränderten Aussehens befragte. Es geht dir doch sonst gut, mein Liebling — du hast doch keinen Kummer?" Birgit fand nicht sogleich eine Antwort. „Da kommt der Postbote", rief sie erleichtert: konnte sie doch auf diese Weise dem forschenden Blick des Vaterauges entgehen. Sie wandte sich nach dem Eingang, von wo der Diener auf einer Schale die eingelaufenen Briefschaften herbeibrachte. Birgit sah die Post flüchttg durch, indes der Konsul behaglich seinen Tee trank und in den frühlingsgrünen Tag hinausblickte, der Park und Himmel in sanftem ©[am der Sonne erstrahlen ließ. So merkte er nicht, daß Birgit mit befremdetem Ausdruck einen Brief hin- und herwandt«, um ihn schließlich zu öffnen. Kaum hatte sie die ersten Zeilen gelesen, als tödliche Blässe über ihr Gesicht zog. „Was ist dir?" rief der Vater erschreckt. Birgit winkte mühsam ab, stand wankend auf, den Brief in der Hand haltend, machte einige Schritte zur Tür und sank mit einem leisen Wehlaut ohnmächtig auf die buntgeflochtene Matte der Veranda nieder. „Kind", schrie der Konsul auf und sprang hinzu. Mit bebender Hand griff er nach der Klingel und läutete. Aber noch ehe jemand kam, nahm er rasch das Papier aus der schlaffen Hand seiner Tochter und überflog es. Sein Gesicht verzerrte sich. Er stöhnte auf, als er den auf schlechtes Papier geschriebenen Brief gelesen hatte. Als das erschreckte Mädchen herbeigestürzt kam, hatte er das Blatt bereits in seiner Tasche ver- im Juni, nachwievorinderaltenHöhe zu zahlen. Daß dieser Zustand für den Steuerzahler unerträglich ist, braucht nicht besonders betont zu werden. Es wäre deshalb richtiger gewesen, man hätte rechtzeitig dieser Entwicklung in der letzten Rotverordnung Rechnung getragen und durch Aenderungen des Reichs- einkommensteuergesehes den heutigen Zeitverhältnissen angepahte Vorschriften geschaffen. Das hätte auch im Interesse des Reiches gelegen, das doch verhindern muh, daß der Steuereingang in den nächsten Monaten ein völlig falsches Bild über die zukünftigen Reichseinnahmen herbeiführt. Diese Aenderung wäre um so notwendiger, als auch die Bürger st euer infolge der durch die Staffelung vorgenommenen Verfälschung des ursprünglichen Gedankens praktisch zu einer neuenEinkommensteuergewordenist. Wenn in den meisten Städten jetzt die dreifache Bürgersteuer erhoben wird, wobei nebenbei bemerkt, der Verheiratete, der auch für die Frau die Staffelbeträge mit zu entrichten hat, steuerlich ungünstiger dasteht als der Ledige, so entspricht das schon den Sätzen der Kirchensteuer. Dabei wird die Bürgersteuer sogar noch nach dem Einkommen des Jahres 1 930 berechnet. Das hat eine weitere überhöhte Steuerleistung zur Folge. Während aber bei zuviel gezahlten Vorauszahlungen zur Einkommensteuer noch eine Anrechnung erfolgt, handelt es sich bei der Dürger- fteuer um endgültige Zahlungen. schwinden lassen. Auch die gleichfalls herbeigeeilte Mamsell bemühte sich jetzt um die bewußtlose Birgit. Der Konsul rief den Grafen Friedrich in der Mühle an und bat ihn, so schnell wie möglich herüberzukommen. Dann jagte er feinen Chauffeur in die Stadt zurück, um den alten Sanitätsrat herbeizurufen. In furchtbarer Erregung hatte Graf Friedrich durch den Konsul von Birgits Unfall erfahren. Cr war sofort herbeigeeilt. Run warteten die beiden Männer in dem heiteren Raum ängstlich auf die Ankunft des Arztes. Rach den Berichten oer Mamsell Stülpnagel lag Birgit immer noch in dieser tiefen Ohnmacht befangen. Fast schien es der erfahrenen Frau, als wollte die junge Gräfin nicht wach werden — als wäre diese Ohnmacht eine wohltätige Flucht vor irgend etwas Schrecklichem. Aber was es war, konnte sie nicht ahnen. Der Konsul hingegen wußte es — und streckte mit einem Gesicht, in dem Zorn und Verzweiflung sich mischten, dem Grafen Friedrich jenen Brief entgegen, den er aus Birgits Hand genommen hatte. „Lesen Sie", sagte er rauh. „Es ist zwar Ihr Bruder, um den es sich handelt, aber ich kann es Ihnen nicht ersparen, seine verdammenswerte Handlung kennenzulernen." Mit bebenden Händen nahm Gras Friedrich das Schreiben, dessen unsichere, schlechte Handschrift schon die Niedrigkeit seines Absenders verriet. Er las, und sein Gesicht wurde fahl wie das des Konsuls, folgende Worte: „Frau Gräfin sollten sich einmal darum kümmern, was Ihr sauberer Herr Gemahl, der Graf Rauenstein, alle Tage in der Stadt zu tun hat. Es ist eine Schande, wie er Sie betrügt. Wissen Sie auch, mit wem? Mit der gemeinen Person, der spanischen Tänzerin Dolores. Das Geld von Frau Gräfin war ihm gut genug, nun vertut er es mit diesem Frauenzimmer. Frau Gräfin tun mir leid, sonst würde ich schweigen. Aber Vergeltung muß sein. Eine, die der feine Herr auch schon ins Hnglüd gebracht hat." Die beiden Männer sahen sich stumm an. »2ch schäme mich", sagte in die Stille hinein Graf Friedrich tonlos, „ich schäme mich, daß ein Träger des Ramens Rauenstein sich so weit vergessen kann. Denn, leider, Herr Konsul, ich muß Ihnen gestehen, ich fürchte nur zu sehr, daß diese Denunzianttn die Wahrheit spricht." 2lechzend sank der Konsul in einen Sessel und schlug die Hände vor das Gesicht. „Mein armes, armes Kind! Wäre ich doch meinem ersten Gefühl gefolgt und hätte mein And wegaeführt, weit fort von diesem Manne. ßiebe zu Birgit habe ich diesem ersten Gefühl nicht nachgeben wollen; ich törichter Rotwendig wäre auch eine Aenderung der Bestimmungen bei der Krisen st euer der Veranlagten. Rach den Vorschriften der Rotverordnung ist für die Bemessung der Steuer das endgültige Einkommen 1930 bzw. 1931 zu Grunde zu legen. Auch hier erfolgt, da die Vorauszahlungen am 10. März und 10. Oktober 1932 fällig find, die erste Vorauszahlung nach dem Einkommen 19 30, die zweite nach dem Einkommen 1931. Auch hier gilt das oben Angeführte. Bei der Krisensteuer ist im allgemeinen eine Stundung ebenfalls nur dann möglich, wenn wie bei der Einkommensteuer, das Einkommen im ganzen Jahre um mehr als 20 Prozent gesunken ist. Rur »bei den Arbeitnehmern, deren Einkommen 16 000 Mk. übersteigt, ist auf Grund des § 14 der Durchführungsverordnung zur Krisensteuer eine Ausnahme möglich. Diese De- ftimmung gestattet dem Steuerpflichtigen, bei dem feststeht, daß sein Bruttogehalt im laufenden Steuerabschnitt den Betrag von 16 000 Mk. nicht übersteigen wird, Stundung für die Krisensteuer- vorauszahlung zu verlangen. In diesen Fällen wird sich jedesmal ein Antrag auf Stundung empfehlen. Für alle übrigen selbständigen oder im Arbeitsverhältnis stehenden Steuerpflichtigen, soweit sie für die Krifensteuer Vorauszahlung zu leisten haben, ist aber die Stundungsmöglichkeit an die bereits mehrfach angeführte Bestimmung gebunden. Auch hier gilt deshalb das bereits bei der Einkommensteuer angeführte. 2n beiden Fällen ist deshalb im Interesse der Steuerzahler baldige Abhilfe erforderlich. alter Mann habe geglaubt, daß die Kraft eines so reinen Herzens imstande ist, aus einem leichtsinnigen Knaben einen ernsten Mann zu machen. Was gäbe ich darum, dieses letzte halbe Jahr aus dem Leben meiner Birgit streichen zu können!" „Und was gäbe ich darum", dachte auch Graf Friedrich voll Schmerz: aber er sprach feine Gedanken nicht aus, mußte er doch fürchten, allzuviel zu betraten von seinen verborgenen Gefühlen. Lind verborgen mußten sie bleiben, wollte er nicht auch ehrlos werden wie fein Bruder. So senkte er nur stumm das Haupt, gebeugt von der Schuld eines anderen, der feinen 21 amen in den Schmutz zog. Da — der Konsul stand hastig auf — ertönte wie ein erlösendes Signal die Hupe des Autos und zeigte das Gintressen des Arztes an. Eine bange Stunde verging, in der die beiden Männer, in stummem Schmerz versunken, sich gegenübersaßen. Endlich öffnete sich die Tür. Mit ernstem Gesicht erschien der alte Sanitätsrat. „Es ist mir gelungen, die Ohnmacht zu beheben. Ein körperlicher Schaden scheint, soweit ich bis jetzt sagen kann, nicht eingetreten zu sein. Es scheint vielmehr eine seelische Verletzung vorzu- liegen, deren Ursache zu ergründen ich noch nicht imstande war. Vorderhand sind äußerste Ruhe und Fernhaltung jeglicher Aufregung geboten. Eines nur scheint mir bisher festzustehen: es muh sich um irgendeinen ehelichen Konflikt handeln, der die Gräfin in ihrem augenblicklichen empfindlichen Seelenzustand äußerst schwer getroffen hat. Als ich den Ramen des Grafen Hans Egon erwähnte, ging ein solches Entsetzen über ihre Züge, daß ich es für richtig halte, ihn vorläufig vom Krankenlager fernzuhalten." Die beiden Männer sahen sich an. Ihre Seelen waren bewegt von dem gleichen Gedanken. Plötzlich streckte der Konsul dem Grafen Friedrich die Hand entgegen. Cs war wie eine geheime Abmachung. Auch wortlos verstanden sie sich, und in dem Herzen des Grasen Friedrich wuchs das Gelöbnis empor, Birgit zu schützen, mochte es dabei auch gegen den eigenen Bruder gehen. • Es war einige Stunden später. Der Frühlingsabend legte seine lila Schatten über Park und Schloß. Die Vogelstimmen tönten leise vom Fluß her, der unter den ersten Frühlingsnebeln dahin- floß. Ein letzter Lichtstrahl streifte Birgits blasses Gesicht, das im leichten Schlummer lag und den Ausdruck eines tiefen Wehs trug. Die Pflegerin, die der alte Sanitätsrat sofort aus dem Johan- nisstift herbeigerufen hatte, saß still und aufmerksam am Bett. Hin und wieder beugte sie sich über die Schlafende und prüfte aufmerksam Atem und Puls. Jetzt wandte fie sich an den Konsul, der leise eingetreten war und mit sorgenvollem Antlitz das Gesicht seiner Tochter betrachtete. Berufswahl nur die Aussichten entscheidend sein zu lassen. Von der vielgerühmten Berufsneigung wird immer noch geglaubt, sie spiele bei der Berufswahl die erheblichste Rolle. Die Praxis der öffentlichen Berufsberatung bestätigt das nicht. Gut 20 Prozent aller Ratsuchenden, auch höhere Schüler, wissen überhaupt nicht, was sie werden sollen, und noch viel mehr haben einen so labilen Derusswunsch, daß von einer echten Berufsnei-- gung kaum gesprochen werden kann. Wieder andere haben zwar einen festen Derusswunsch, aber ganz falsche Berufsvorstellungen, so daß sie nicht selten nach Aufklärung von ihrer ursprünglichen De- russneiaung gar nichts mehr wissen wollen. Die mangelhaften Berufswünsche sind nichts weiter als ein getreues Spiegelbild unserer unübersichtlichen, trostlosen Wirtschaftsverhältnisse und zugleich der Ausdruck fehlender Beruf sauf klärung; denn zu ungenügend bekannten Berufen kann kaum eine rechte Berufsneigung entstehen. V elleicht ist der Zeitpunkt nicht mehr fern, wo eine systematische Derufsaufklärung schon in der Schule allgemein als notwendig erachtet wird. Cs wäre zu wünschen, daß jeder Schulabgänger eine echte, ernstzunehmende Derufsneigung hätte und den Beruf ergreifen könnte, für den cr am weiften Lust und Liebe empfindet. Aber zur Reigung muh sich natürlich auch die Eignung gefeiten? wenn sie nicht wieder verloren gehen soll. Der intensivste Derusswunsch zerschellt sehr häufig an der Berufseignung. Man wird bald feinen mit größter Lust und Liebe ergriffenen Beruf verwünschen, wenn man infolge schlechter Leistungen immer nur Tadel erntet, wenig verdient und allzuleicht arbeitslos wird. Die oft gemachte Erfahrung, daß mit der besonderen Eignung für einen anfangs nichtgewünschten Beruf sich später auch die Neigung dafür einstellen kann, läßt es nicht so schlimm erscheinen, auf einen vielleicht nur angeflogenen Derusswunsch verzichten zu müssen. Resümieren wir kurz: Neigung und Aussichten sollen und dürfen bei der Berufswahl nicht vernachlässig t werden, aber die Eignung hat in erster Linie ausschlaggebend zu sein. Die chronische Massenarbeitslosigkeit hat das Leistungsprinzip überspitzt: es gibt schon Arbeitgeber, auch behördliche, die nicht mehr mit Durchschn ttskräfien zufrieden sind, sondern durchweg Spitzenarbeiter verlangen. Man hat ja die Auswahl auch unter den Akademikern. Je größer die Konkurrenz in allen Berufen, um so wichtiger wird es, den Beruf zu ergreifen, für den man voraussichtlich am geeignetsten ist. Eine andere wichtige Frage; Soll der Abiturient auf die Hoch sckule gehen? Diese Frage ist sehr aktuell geworden, da die Zahl der Hochschulstudierenden seit 1913 von rund 72 000 auf 138 000 gestiegen ist und sehr viele Akademiker bekanntlich überhaupt keine, bzw. keine ihrer Vorbildung entsprechende Anstellung finden. Pessimisten prophezeien, daß, wenn sich die Wirt- schaftsverhältmsse nicht wesentlich bessern sollten, wir in einigen Jahren mehr als 100 000 arbeitslose, prcletarisierte Akademiker haben werden. Aber lassen wir die Richtigkeit solcher Schätzung ganz dahingestellt sein, es genügt schon zu wissen, daß heute die Lage sehr vieler Akademiker trostlos ist und auf den Hochschulen Lieberfüllung herrscht. Diese Lieberfüllung hat verschiedene Ursachen: Zunahme des Frauenstu- diums, Erhöhung der Semesterzahl bei vielen Studiengebieten, Erschwerung der Examina, was ebenfalls gewöhnlich das Studium verlängert. Eine der Hauptursachen aber dürfte die starke Zunahme der Schülerzahl an den höheren Lehranstalten fein. Während diese feit einer langen Reihe von Jahren an den Volksschulen relativ und absolut sich verminderten, haben sie an den höheren Lehranstalten (erst 1931 trat eine gewisse Wendung ein) ständig zugenommen. 1913 gab es in Deutschland rund 14 000 männliche Abiturienten, 1931 dagegen über 32 000; in ähnlichem Verhältnis stieg auch die Zahl der weiblichen Abiturienten. Die wachsende Zahl dieser „Sie können unbesorgt zurückfahren, Herr Konsul", flüsterte Schwester Helene, „ich kenne Frau Gräfin und ihre Natur ja genau von der Zeit her, in der ich sie als Kind am Scharlach pflegte; es liegt wirklich keine Gefahr mehr vor. Die Anordnungen des Herrn Sanitätsrats gingen nur auf völlige Ruhe, und für die werde ich sorgen. Ich gebe Ihnen abends genauen Bescheid." Der Konsul verabschiedete sich mit einem dankbaren Händedruck; er wußte sein Kind in bester Hut. Als er in den Korridor trat, stand vor ihm die treue Mamsell Stülpnagel mit einem Tablett, auf dem in einer Silberkasserolle ein zartes Geflügelragout dampfte. „Es ist die Zeit, zu der Frau Gräfin jetzt immer etwas zu essen pflegen", sagte sie gedämpft. „Darf ich wohl zu ihr?" Der Konsul sah mit freundlichem Lächeln auf die besorgte treue Wirtschafterin des Hauses: „Meine Tochter schläft jetzt, Mamsell; aber Schwester Helene wird Ihnen Bescheid sagen, wann Sie wiederkommen können. Ich weih, wie gut Sie es mit meiner Tochter meinen.“ Mamsell Stülpnagel schluckte ein paar Tränen hinunter, wobei das Tablett in etwas schwankende Bewegung geriet. „Wer sollte es wohl mit der gnädigen Frau Gräfin anders meinen, Herr Konsul? Herr Konsul glauben nicht, wie alle, vom Stallknecht bis zum Inspektor, an ihr hängen. Ich möchte meine Hand dafür ins Feuer legen, daß keiner auf dem Schlosse ist, der nicht alles für sie tun würde." Der Konsul seufzte unwillkürlich auf. Alle — bis auf einen, dachte er, und gerade auf diesen einen kommt es an. Laut aber sagte er: „Wir müssen den Kopf hochhalten, Mamsell Stülpnagel, und alles Gott anheim stellen." Damit ging er den Korridor entlang, indem Mamsell Stülpnagel vorsichtig mit dem Geflügelragout in die Küche zurückwanderte. Im Herrenzimmer wartete noch immer Graf Friedrich in schmerzlicher Linruhe auf die Rückkehr des Konsuls. „Wie haben Sie Birgit gefunden?“ fragte er hastig. Der Konsul machte eine Handbewegung, die Ungewißheit, aber keine Verzweiflung ausdrückte. „Sie schläft augenblicklich ganz friedlich! Schwester Helene, die seit Birgits Kindertagen bei allen Krankheitsfällen in unserem Hause aus- unb eingegangen war, hält Wache. Wenn nicht noch große Aufregungen kommen, wenn Birgits Seele die notwendige Ruhe zurückgewinnen kann, so dürfen wir hoffen, daß dieser Unfall ohne dauernden Schaden für ihre Gesundheit vorübergehen wird." (Fortsetzung folgt.) Vewsswchl uni> Zerussnol Der Abiturienten. Don Dr. Bottenbacher, Äerufsberater beim Arbeitsamt Gießen. Die Berufswahl, eine der wichtigsten LebenS- entscheidungen, ist heute auch für Abiturienten außerordentlich schwer. Es ist nicht mehr leicht, von der trostlosen Wirtschaft ganz abgesehen, sich in dem großen Irrgarten einer Unzahl, noch dazu meist unbekannter Berufe zurechtzufinden. Und die früher in der Familie übliche, mit der wirtschaftlichen Entwicklung fast völlig verloren gegangene Derufstradition hat die kaum mehr auf eigene Berufserfahrungen sich stützende Berufsentscheidung noch im besonderen Maße erschwert. Wie mangelhafte Derufsvorstellungen gerade auch bei Abiturienten vorherrschen, dürfte allein schon daraus hervorgehen, daß über 20 Prozent aller Studenten in den ersten drei Semestern die Fakultät wechseln und ungefähr ebensoviele (gewiß auch aus andern Gründen) die Hochschulen ohne Abschluhexamen verlassen. In diesem nutzlosen Herumlaborieren auf den Hochschulen, bis man seinen Beruf gefunden hat oder schließlich einsieht, daß man überhaupt nicht hätte studieren sollen, liegt eine Verschwendung von geistiger Arbeitskraft und Crziehungs- kapital. Es steht schon längst zur öffentlichen Diskussion, wie sich der Staat, dem jeder Student jährlich an 1700 Mk. kostet, und der verarmte Mittelstand, aus dem sich die meisten Studierenden rekrutieren, diesen enormen Luxus verkehrter Berufswahl überhaupt noch leisten können. Drei verschiedene Beweggründe bestimmen gewöhnlich die Berufswahl, und zwar die Berufsaussichten, die Neigung und Eignung. Wir wollen einmal sehen, was es eigentlich damit auf sich hat. Del unseren schlechten Wirtschaftsverhältnissen find natürlich die Aussichten als ausschlaggebender Gesichtspunkt bei der Berufswahl in den Vordergrund gerückt. Man will nicht sound- soviel« Jahre lang lernen ober studieren und nachher erwerbslos sein. Cs gibt auf der Welt weit über 20 Millionen Arbeitslose, darunter Zehntausend« von Akademikern, die meisten in Deutschland. Und sehr viele Akademiker üben einen Beruf aus, wozu wirklich kein Hochschulstudium nötig gewesen wäre. So hat z. B. kürzlich eine Berliner Grohkraftverkehrsgesellschaft, die Hundert« von Taxifahrern beschäftigt, durch eine Personalaufnahme festgestellt, daß über 50 Prozent aller ihrer Chauffeure Akademiker und Adelige sind. Arbeitsfähig und arbeitswillig zu sein, viel Geld und Zeit für höhere Bildung auszugeben und doch nicht die passende, bzw. überhaupt keine Anstellung zu finden, das ist ein gar schlimmes Los. Und doch wäre es grundfalsch, die Aussichten bei der Berufswahl allzu sehr in den Vordergrund zu stellen. Denn wer kann heute im Zeitalter beschleunigter Rationalisierung noch wissen, wie in einigen Jahren die Wirtschaft aussieht, um bestimmte Berufe als völlig aussichtsreich empfehlen zu können. Und welche akademische Berufe gelten heute noch als aussichtsreich? Im Jahre 1934 sollen nach ziemlich vorsichtiger Schätzung in Deutschland über 6000 Studienassessoren, auch für neuere Sprachen, Mathematik und Naturwissenschaften, ohne ausreichende Beschäftigung oder stellenlos sein. Chemiker, Ingenieure, Juristen, Aerzte und Volkswirt« gibt es mehr als genug. Fortwährend wird die Oessentlich- keit von den zuständigen Berufsorganisationen mit Notrufen überschwemmt, damit ja keiner mehr einen ihrer Berufe ergreife. An Zahnärzten war bisher in kleineren und mittleren Städten noch ein gewisser Mangel. Der Andrang zum zahnärztlichen Studium ist aber so stark geworden, daß die zahnärztlichen Institute vom preußischen Minister zur Einführung des numerus clausus ermächtigt worden find. Auch die Zahl der Theologiestudenten nimmt in auffallender Weise zu. Theologieprofessoren behaupten, daß heute viel zu viele Unberufene Pfarrer werden wollen. Fast in allen akademischen Berufen ileberfüllung, oder drohende ileberfüllung. Man kann sich auch nicht gut durch die Flucht in nichtakademische Berufe retten, weil diese genau so überfüllt sind. Wie falsch wäre es also, bei der Hochschulberechttgten führte natürlicherweise auch immer mehr zur Hochschule. Zum Hochschulstudium drängende Motive sind gewöhnlich: Echter, wirklicher Bllbungs- drang, sozialer Ausstiegswille und wirtschaftliches Sicherungsbedürfnis. Kegen keines dieser kann an und für sich etwas erngcwcndet werden. Denn trotz Hvchschulüberfüllung haben wir noch lange nicht zu viele, von tiefem Wissensdrang beseelte, bildung-hungrige Leute, und der Wunsch nach sozialem Aufstieg, der häufig nur über das Hochschulstudium führt, kann niemand übel genommen werden, ganz besonders nicht, wenn für die erstrebte höhere Derufslaufbahn auch die Eignung vorhanden ist. WaS gegenwärtig jedoch mehr als bei normalen Wirtschaftsverhältnissen zum Abitur und Hochschulstudium treibt, ist die Hoffnung, sich durch höhere Bildung eine breitere Basis von Gristenzmöglichkeiten zu schaffen. Diese Hoffnung beruht zumeist auf falschen Voraussetzungen, weil mit der höheren Bildung auch die Ansprüche in der Auswahl der Berufe steigen. Abiturienten wollen nun einmal nicht mehr gern ein Handwerk erlernen und Akademiker ziehen den Kreis der für sie in Frage kommenden Berufe noch viel enger. Es gibt etwa 160 akademische Berufe, dagegen einige Laufend nichtakademische. Die Zahl der Berechtigungen wächst zwar mit steigender Vorbildung. nicht aber zugleich auch die Zahl passender, der höheren Bildung entsprechender Tcrufsmöglichkeiten. Wer also nur aus wirtschaftlichem Sichcrungsbedürfnts auf die Hochschule geht, ist schlecht beraten: die austergewöhnlich starke Ueberfüllung in den akademischen Berufen ist Beweis genug dafür. Es versteht sich, daß die Frage, ob der Abiturient auf die Hochschule gehen soll, nicht all- gemein mit ja oder nein beantwortet werden kann, sondern von Fall zu Fall entschieden werden must. Es kommt eben darauf an, wer studieren will. Lieber 40 Prozent der Abiturienten gehen nicht auf die Hochschule, teils aus finanziellen Gründen, teils weil die erstrebte Berufslausbahn kein Studium erfordert. Zu sagen, wer das Abitur hat, sollte auch studieren, wäre nicht richtig. Denn die bis zum Abitur vermittelte höhere Allgemeinbildung ist und bleibt ein wertvolles, geistiges Gut für das ganze Leben. Nur sollte man schon lange vor dem Abitur über seine künftige DerusSlausbahn einigermasten im Klaren sein, da sehr viele nachher in einem Beruf Unterkommen, in den sie besser schon mit Obersekundareise eingetreten wären. Da« Abitur, daS heute unter dem Druck der Berufsangst viel m e h r Schüler erreichen, als in der Borkriegs- -eit, gibt wohl Hochschulberechtigung. diese bedeutet aber noch lange nicht auch Hochschulei g n u n g. Man denke nur an die vielen Studenten, die auf den Hochschulen versagen. Bei der ungeheuerlichen Konkurrenz unter den Akademikern ist daS Hochschulstudium nur noch Hochbegabten mit reinem Gewissen zu empfehlen. Pseudoakademiker werden bei dem verschärften Äuslefeprozeh der Wirtschaft unbarmherzig aus- gemerzt. Run wird allerdings mit dem Aufhören unserer Wirtschaftsnot, die das Berechtigungsunwesen begünstigt und nicht wenige veranlastt, länger als wünschenswert auf die höhere Lehranstalt zu gehen, auch die Hochfchulübersüllung, wenn nicht aufhören, so doch bedeutend nach- lassen. Für viele ist der Hochschulbesuch nur ein Notbehelf gegen Arbeitslosigkeit. Genug Studierende gehen blost so lange auf die Univer- sität, bis sie irgendwo ein passendes Unter- kommen gefunden haben. Man sagt auch, dast Stipendien und Studienbeihilfen gegenwärtig vielfach indirekt den Charakter der Erwerbslosenfürsorge tragen. Mit besseren Wirtschafts- Verhältnissen wären also leichtere Anstellungsmöglichkeiten auch für Durchschnittsakademiker zu erwarten. Ein gewisser Trost, der aber leider etwas an Gewicht verliert angesichts eines aus viele Jahre hinaus gedeckten Akademikerbedarfs. Die Derufsnot der Abiturienten ist grost, aber es wäre verkehrt, die Hoffnung aufzugeben, den Mut sinken zu lassen. Pessimist sein, heißt da« Leben schon halb verloren geben, wl^u wir trotz aller Wirtschaftskrise keinen An- last haben. Leben heistt nun einmal kämpsen, und niemand hat einen Anspruch darauf, dast ihm für seine künftige Berufslaufbahn goldene Drücken gebaut werden. Gewih, nicht jeder kann seine« Glücke« Schmied fein. Die Berhältnisse, in die die Menschen hineingeboren werden, haben schon manche Anlagen und Fähigkeiten, manches Genie verkümmern lassen. Aber zu einem groben Teil kann der Mensch doch sein Schicksal mit- beftunmen, gerade bei der Berufswahl. Erst nach gewissenhaftester Selbstprüfung und möglicherweise fachmännischem Dal über die voraussichtliche Eignung in dem gewünschten Berus sollte die lebenswichtige Frage des BerusS entschieden werden. Wer sich zu einer bestimmten Lebensaufgabe berufen fühlt, bet er in jeder Weise gewachsen zu sein scheint, der möge ruhig studieren, für den gibt e« keine Fragen der De- rufSaussichten. Zwar haben wir viel zu viele Hochfchulstudierende, aber noch lange nicht genug hervorragende Akademiker. Zum Schluß noch eine«: Manche höhere und akademische Berufe erfordern eine gewisse prak- t i s ch e T ä t i g k e i t. Es ist zu raten, diese recht ernst zu nehmen, und wo e« möglich ist, sogar eine regelrechte Lehrzeit durchzumachen. Denn an der Praxi« hängt heute mehr al« je. Unter sonst gleichen Bedingungen werden am Cteilen- markt immer diejenigen mit der längeren und besseren Praxis bevorzugt. Und wenn so viele Akademiker keine passende, bzw. überhaupt keine Anstellung finden, so nicht zuletzt auch deshalb, weil sie gewöhnlich zu wenig praktische Erfahrungen haben. Geschichten aus aller Welt. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Auszug der Wachszieher. (g) Madrid. Dem französischen Botschafter in Madrid liegt eine eigenartige schriftliche Anfrage vor, wie er sie in seiner diplomatischen Lausbahn wohl noch nie vor Augen bekommen hat. Es ist das Schreiben der Innung der Wachszieher von Sevilla, in dem um bindende Auskunft darüber gebeten wird, ob einem Gesamtauszug von 19 Mitgliedern dieser Innung mit ihre.'. Familien nach einer südsranzö- fischen Stadt irgend etwas im Wege stehen und ob Seine Exzellenz, der Herr Botschafter, die Zusicherung machen könne, dast diese nach Frankreich ausgewanderten Wachszieher dort mit einiger Aussicht auf geschäftlichen Erfolg wieder ihrem Berufe nachgehen könnten. Diese merkwürdige Anfrage, die dem Botschafter sicherlich einige Kopfschmerzen bereitet, steht in engem Zusammenhang mit den letzten Unruhen in Spanien, die gegen die kirchlichen Einrichtungen gerichtet waren, und der neuen Kirchcmgesetz- gebung. In vielen spanischen Städten nämlich hat sich der Mob nicht damit begnügt, Kirchen zu plündern und Klöster in Brand zu sehen, sondern hat auch die Läden und Werkstätten aller derjenigen geplündert, die irgendwelche Lieferungen an die Kirche tätigten oder Gottesdienst-Utensilien fabrizierten. Dazu gehören auch die Wachszieher, kleine Handwerker, die die im Gottesdienst verwandten Kerzen mit ihrer Hände Arbeit herstellten und sowieso schon mit den erdenklichsten wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen hatten, da die Industrie auch ihren Markt langsam, aber sicher zu erobern begonnen hatte. Die kirchenfeindliche Entwicklung in Spanien droht, sie nunmehr ihres kargen Brotes gänzlich zu berauben, und darum haben einige von ihnen beschlossen, auszuwandem. Ob Südfrankreich das geeignete Absatzgebiet für ihre Arbeit fein wird, ist eine andere Frage, die auch dem Botschafter zweifellos zu schaffen machen wird. Im übrigen hat sich sofort nach Bekanntwerden dieses Schrittes die Handelskammer in Sevilla an den Vorstand der kleinen Innung mit der Mitteilung gewandt, dast sie alles aufbieten werde, um die jetzige spanische Negierung zu einer Verhinderung dieser geplanten Abwanderung zu bestimmen. Wenn tatsächlich — was ja noch gar nicht seststeht, das Handwerk der Lichtzieher in Spanien sein Hauptbetätigungsseld verlieren sollte, könnten sich die Handwerker mit der ihrem Berufe verwandten Herstellung von Seifen beschäftigen und ernähren, für die Spanien heute soundsoviel Millionen ins Ausland trage. Streit um den „Parvenü". (—) Paris. Die französische Akademie ist bekanntlich seit geraumer Zeit mit der Zusammenstellung des neuen Wörterbuches der französischen Sprache beschäftigt. Dieser Tage war sie bei der Vokabel „parvenu" angelangt. Sie hat Anlast zu einem heftigen Kampfe der Meinungen gegeben. Schließlich jedoch haben sich die »Unsterblichen" auf folgende Formel geeinigt: „Parvenu" ist eine Person niederen Ursprung«, der es gelungen ist, sich eine höhere soziale Stellung zu erobern, die aber nicht vermocht hat, die in dieser erhöhten Lebenslage notwendigen Manieren zu erwerben. Diese Definition hat in Kreisen der französischen Philologie erhebliche Widerspräche gefunden. U. a. wird auf die Dede hingewiesen, die Napoleon III. 1853 in der französischen Kammer hielt und in der er seine bevorstehende Verheiratung mit Eugenie von Montijo ankündigte. Er bezeichnete darin selbst als Rechtfertigung dafür, dast er sich nicht mit einer Dame königlichen Geblüts verbinde, seine Braut als „parvenue" und fügte hinzu, dies sei ein Ehrentitel, dem die Nation sicherlich aus ganzem Herzen zustimmen werde. Ein bekannter französischer Kritiker hat darum der Akademie folgende Erläuterung des Wortes „parvenu" vorgeschlagen: Parvenü ist derjenige, der, nachdem er durch eigene Verdienste aus bescheidenem Herkommen sich eine hohe gesellschaftliche Stellung erobert hat,, In dieser seine früheren Lebensbedingungen und sogar seine Geburt vergessen läßt. Ihr habt die Wahl, die ihr die« Wort gebraucht. .. Erinnerung an Nelson. (g) London. Auf eine wenig alltägliche Weise hat die Londoner „Seeversicherungsgesellschaft Lloyds" für sich Propaganda gemacht. Sie zeigte der groben Oeffentlichkeit am 126.' Jahrestage der Schlacht von Trafalgar ihre berühmte Nelson-Sammlung. Diese besteht aus überaus wertvollen Gold- und Eilbergegenständen, die der Admiral anlählich seiner Siege erhielt, sowie auS Handschriften aller Art. Die Briefe des Admirals find zum Teil mit der rechten Hand geschrieben: andere wiederum mit der Linken, nachdem Nelson seine Rechte eingebüht hatte. Der Unterschied zwischen der normalen und später erlernten, eckigen, aber trotzdem charakteristischen linkshändigen Schrift ist natürlich sehr grost. Zu den Prunkstücken des Nelson-Museums gehört das Tagebuch des Signal- schisfe« »Eurialus". Ursprünglich begann der die Schlacht von Trafalgar einleitende Tagesbefehl mit dem Satze: »Nelson erwartet von Euch, dast jeder Mann seine Pflicht tun wird", und nur auf Anraten seiner Offiziere hatte der Admiral diesen Anfang in: »England erwartet..abgeändert. — Zum erstenmal wurde jetzt die Nelson- Sammlung der Bevölkerung zugänglich gemacht und die braven Londoner pilgerten in Hellen Scharen zu „Lloyds", die so vorbildlich die „Tradition zur See" pflegt... Das Aieselfrühstnck der Pinguine. (a) Neuhvrk. Ueberraschende Entdeckungen, die bei langjährigem unermüdlichen Studium der Vogelwelt an den Küsten Feuerlands gemacht wurden, veröffentlicht der amerikanische Zoologe W. Sy Keartore in einer amerikanischen wissenschaftlichen Zeitschrift. Keartore fiel nämlich bei der Beobachtung von Pinguinen ein seltsames Phänomen auf: die Vögel pflegen zu gewissen Zeiten systematisch Kiesel zu verschlucken. Es gelang ihm bald, festzustellen, dast dies stets in der Zeit ihrer Mauser zu geschehen pflegt, und bald kam er auch hinter da« Geheimnis dieses Kieselfrühstücks: in der Mauser, in der der Vogel sein ziemlich gewichtiges Federkleid verliert, nimmt durch diesen Verlust sein Körpergewicht derart ab, dast er nicht mehr in der Lage ist, tief genug nach seiner Nahrung, den Fischen, tauchen zu können. Er ist dazu zu leicht geworden. Um nicht in Gefahr des Verhungerns zu kommen, verschluckt der Vogel daher Kieselsteine, die seinem Körper wieder das notwendige Tauchgewicht verleihen. Dabei dosiert er sein steinernes Frühstück je nach Wellengang des Meeres: ist es ruhig, so braucht er weniger, als wenn es bewegt ist. — Aehnlich macht es Übrigens auch das Krokodil, woher die Sage der Eingeborenen am Nil stammen mag, dast das Krokodil jährlich am Tage seiner Geburt einen Stein verschlucke, so dast man von seinem Mageninhalte sein Alter ablesen könne. Auch in den Ueberresten von vorsündflutlichen Riesentieren hat man in den Mägen große Kieselsteine gefunden. Teures Geigenkonzert. (v) Dudapest. Ort der Handlung: Grohwardein. Anno dazumal Ungarn, zur Zeit Groh-Rumänien. Leidende Heldin: Albertina gerrart, die berühmte, auch in Deutschland geschätzte italienische Geigenvir- tuosin. Leidender Held: Der Inhaber des Grand Hotel zu Grohwardein. Verbrecher: Ein Stück Stuck. Ein gefühlloses, morsches Stück Stuck. Leider zu morsch. Benn es löste sich ausgerechnet in dem Augenblick von der Decke des Hotelzimmers los, in dem die Ferrari für ihr Abendkonzert übte. Das wildgewordene Stück Stuck fiel unglücklicherweise auf die Geige der Künstlerin. Und unglücklicherweise war das Instrument eine überaus wertvolle Amati-Meistergeige. Meister» geigen sind bekanntlich zarte Instrumente. Woraus hervorgeht, daß die Dioline daran glauben mußte. Auch die Meisterviolinistin brach prompt zusammen und erlitt einen kleinen Nervenzusammenbruch. Sie selbst behauptete zwar vor Gericht, einen großen Nervenschock bekommen zu haben Die Herren Richter waren aber wenig chevaleresk und glaubten der schönen Frau nur einen »kleinen". Mit einem ausgewachsenen Nervenklap« hätte sie sich nämlich nach dem — im übrigen sehr erfolgreich verlaufenen — Konzert nicht in einer Dar amüsieren können. Sagten die Nach- eifercr von Salomo. Sie muhte sich in der Dar erholen, sagte die Ferrari. Der Streit endete damit, dah Albertina, die Zusammengebrvchene. keinen moralischen Schadenersatz zugesprochen bekam. Immerhin aber einen materiellen. Der morsche Hotelinhaber wurde jetzt in letzter Instanz zur Zahlung von 100 000 Leu an Frau Ferrari verurteilt. Und so kostete dem armen Mann ein einziges Geigenkoiuert ein kleines Vermögen. Wo er daS Konzert noch nicht einmal besucht hatte... Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten Jinb ohne Verbindlichkeit der Schriftlcitung.) G. in C. Um Kühe ober Pferbe aus Ungarn bzw. aus Polen etnfuhren zu können, bedarf cs der besonderen Genehmigung des hessischen Ministeriums. Wenden Sie sich mit einem dementsprechenden Antrag an das Innenministerium zu Darmstadt. — Die Zollsätze sind sehr verschieden. Für Pferde müssen bei der Einfuhr aus Ländern, mit denen Deutsch- land nicht in handelsvertraglicher Beziehung steht, 500 Mark pro Tier Zoll bezahlt werden. Bei ber Einfuhr aus Ländern, mit denen Handelsverträge bestehen, beträgt der Zollsatz für Pferde im Werte bis zu 2500 Mark 140 Mark, bei einem Werte non über 2500 Mark 360 Mark. Pferde für Zuchtzwecke können mit besonderer staatlicher Genehmigung zu einem Zollsatz von nur 20 Mark eingeführt werden. Die Zollsätze für Kühe werden nach Doppelzentnern berechnet. Bei der Einfuhr aus Ländern, mit denen keine Handelsverträge bestehen, müssen 27 Mark pro Doppelzentner bezahlt werden, im anderen Falle 24,50 Mark. Höhenvieh zu Zuchtzwecken kann mit staatlicher Genehmigung zum Zollsatz von 9 Mark eingesührt werden. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 10. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanias. Landes-Missionssest. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Psr.Mohr; 11: Kinderkirche für die Matthäusgemelnde; Pfr. Mahr: 17: Pfr. Becker. — Johonneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld: H: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld: 17 Uhr: Psarrassistent Sin dl; 20: Missions- stunde: Pfr. Groh. — Kapelle de. Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde: Pfr. Lenz. — Llisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Pfr. I-ic. Waas: 11: Kmderkirche für die Pc- trusaemeinbe; Pfr.I-ic. Waas: 18: Pfr. l.ic. Waas. — Reue Aula der Universität. 11.15: Universitäts- Gottesdienst: Predigt: Professor D. Bertram. —. wieseck. 10; 17.30; 19.30; Opfer für die Heiden- Mission. — Alten-Luseck. 10 und 13: Gottesdienst; Kollekte für äußere Mission. — Kirchberg. 10: Kirch- berg; 13.30: Daubringen; 13.30: Lollar. — Hausen- Garbenteich. 10: Garbenteich: 13: Hausen. — Maßen- bom-Steinberg. 13.15: Hauptgottesdienst. — Grü- ningen. 10: Hauptaottesdienst; 11: Kinderkirche. — tich. 10: Stiftsdechant Kahn; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftspfarrer Draudt. Dienstag, den 12. Januar. Kirchberg. 20.30 Uhr: Lollar; Bibelstunde. Donnerstag, den 14. Januar. Kirchberg. 20.30 Uhr: Daubringen. Katholische Gemeinden. Samstag, den 9. Januar. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 10. Januar. 1. Sonntag nach Epiphanie. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 16.30: Versammlung der Iungfrauen-Kongre- gation; 17.30: Andacht. — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt. — Hungen. 9.30: Hochamt mit Predigt und Christenlehre. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt. 20: Christenlehre und Andacht. — Lollar. 8.45: Messe mit Predigt. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 11. Januar. Laubach. 7.30 Uhr: Messe. Mittwoch, den 13. Januar. Hungen. 7.15 Uhr: Messe. Zonntnarnirnit h. vfewte ti. "ttothp^n am 10 1.32 Frau vr.Rothenberger. Dr Ofener. Engelavvthcke. Zahnarzt: Dr. Wertheim. 9D Gültig ab 1. Januar 1932 Neue Ladenverkaufspreise für Henkel-Erzeugnisse Persil das selbsttätige Waschmittel Persil das selbsttätige Waschmittel Henko Henkel's Wasch- und Bleich-Soda -.................. Henkel's Aufwasch-, Spül- und Reinigungsmittel Sil Henkel's Bleichmittel Ata Henkefs Scheuerpulver (fein) Ata Henkel's Scheuerpulver (grob) Dixin Henkel's Seifenpulver Cutso Henkel's Schnitzelseifenpulver 68 Pfennig das Doppelpaket 36 Pfennig das Normalpakei 13 Pfennig das Paket 80 Pfennig das Paket 17 Pfennig das Paket 18 Pfennig die Streuflasche 13 Pfennig das Paket 83 Pfennig das Paket 17 Pfennig das Paket Die vorstehenden Preise gelten auch für Packungen, die nodi mit dem früheren Preisaufdruck im Handel sind. Sämtliche Henkel-Erzeugnisse nach wie vor in unveränderter Güte und Vollkommenheit! p « Henkel h Cie. 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Selbst bei Waren mit scharfer Konkurrenz, die in den letzten Monaten schon eine rückläufige Bewegung der Preise aufzuweisen hatten, ist der jüngste Preisabbau zum Teil noch in Erscheinung getreten. ®c- Hölter und Löhne wurden mit Wirkung vom 1. Januar ab weiter reduziert. Der Geschäftsmann und der Handwerksmeister werden sich künftighin ebenfalls mit geringerem Verdienst begnügen müssen. In anerkennenswerter Weise hat die Reichsbahn einen Teil der Frachttarife ermäßigt, leider aber die Personentarife bis jetzt noch von dem Abstrich ausgenommen. Zu begrüßen ist ferner, daß auch die Reichspost unter der Einwirkung der Rcichsregie- rung gewisse Tarifsenkungen vorgenommen und da- mit vom Reiche her die Breissenkungswelle verstärkt hat. Eine Anzahl Kommunaloerwaltungen im Reiche ist den gleichen Weg gegangen, aber die große Mehr- heit der Kommunen und der Länderregierungen fehlt bis heute noch in dieser Neugruppierung der wirtschaftlichen Front. 2n Hessen hat bisher die Staatsregierung noch nichts verlauten lassen, daß sie ebenfalls gewillt sei, dem allgemeinen Preisabbau Rechnung zu tragen. Ebenso zurückhaltend ist das Vorgehen der Kommunalverwaltungen, auf deren Maßnahmen sich nun, in gleicher Weise wie beim Staate, die Blicke aller in ihrer Existenzgrundlage geschmälerten Bürger richten. Daß die öffentlichen Verwaltungen bei dem Preisabbau vor einer schwierigen Aufgabe stehen, ist ohne weiteres klar, wenn man bedenkt, daß die Erträge aus staatlichen und kommunalen Einrichtungen im Laufe des letzten Jahrzehnts vielfach den Charakter indirekter Steuern angenommen haben, deren Minderung natürlich nicht ohne Einfluß auf den Haushaltsplan bleibt. Es wird denn auch von den Verwaltungen der Einwand erhoben, daß eine Senkung der Werktarife und der Gebühren das Defizit im Haushalt errhöhe. Biele Behörden sehen anscheinend in der Preissenkungsaltion der Reichsregierung nur die materielle Seite, während sie die psychologischen Gesichtspunkte außer acht lassen. Mit welchem Recht und mit welcher Begründung wollen die Behörden von der Privatwirtschaft, von den Beamten, Angestellten und Arbeitern Abbau der Preise und der Einkommen verlangen, wenn sie selbst auf ihrem eigenen Gebiet nicht oder nur unzulänglich gewillt sind, den gleichen Weg zu gehen? Der Sinn des allgemeinen Preisabbaues ist doch der. für die deutsche Gesamtwirtschaft ein niedrigeres Preisniveau zu gewinnen, um von dort aus auf allen Wirtschaftsgebieten neue Auftriebskraft und bessere Konkurrenzmöglichkeiten mit dem Auslande zu entfalten. Dagegen soll die Preisabbauaktion nicht ein Hilfsmittel für die öffentliche Haushaltswirtschaft zur Herstellung des Etatsausgleiches sein, ganz abgesehen davon, daß stärkste Substanzschmälerung einerseits und unverminderte Höhe der öffentlichen Lasten anderseits die bisher schon bestehende große Disharmonie zwischen Leistungsfähigkeit und Belastungsstärke zur glatten iln- erträglichkeit steigern würde. Die staatlichen und kommunalen Behörden, aber auch die gewählten Körperschaften sollten sich nicht der Möglichkeit aussehen, daß ihnen durch mehr oder minder große Passivität beim Preisabbau von der Bevölkerung der Vorwurf gemacht werden könnte, die wirtschaftlich bedeutsamen Ziele der Vierten Rotverordnung verkannt und von oben her sabotiert zu haben. Man sollte die Reufestsehung der öffentlichen Abgaben auf niedrigerer Basis auch nicht Wochen- oder monatelang hinauszögern, weil dadurch in den ohnehin schon schwer ringenden breiten Bevölkerungsschichten eine Stimmung entstehen könnte, die man vom Standpunkte einer aufbauwilligen Staatsregierung aus nur bedauern müßte. Von der hessischen Regierung erwarten weite Tevölkerungskreise z. B. eine zeitgemäße Senkung des Schulgeldes, das sich jetzt in vielen Fällen sehr unsozial auswirkt. Weiterhin ist vom kommunalpolitischen Standpunkt aus die Forderung an die Staatsregierung zu richten, auch die P o l i z e i k o st e n z u s ch ü s s e der Gemeinden herabzusehen und dadurch den kommunalen Sinan- Aen die durch die veränderte Sachlage gebotene Entlastung zu verschaffen. Hierher gehört ferner die Forderung an das Finanzministerium, den Gemeinden die^Anteile an den Reichs st eu- e r n und an der Sondergebäude st euer wesentlich schneller als bisher zu überweifen und endlich mit dem bisher beliebten Modus zu brechen, die Steuergelder der Gemeinden erst monatelang zur Bestreitung staatlicher Ausgaben zu verwenden, während die Gemeinden ihre Fi- uanzschwierigkeiten durch die Ausnahme teurer kurzfristiger Kredite beheben müssen, wodurch natürlich der Betrieb der Kommunalverwaltungen unnötig verteuert und die Senkung der Derwal- tungskosten erschwert wird. Die Kommunen sollten baldmöglichst den verringerten Cinkom- mensverhältnissen der Bevölkerung durch entspre- chende Reugestaltung der W e r k t a r i f e und der Geb ührensätze Rechnung tragen. Bri der Gießener Stadtverwaltung sind zur Zeit Vorarbeiten nach dieser Richtung hin im Gange, toaim iie zu bestimmten Vorschlägen an den Stadtrat bzw. unter den derzeitigen Verwaltungsverhält- mssen zu Anordnungen der Stadtverwaltung auf Grund der Rotverordnungsdiktatur führen wo den, steht heute noch nicht fest. Weite Kreise der Bürgerschaft werden sicherlich den verständlichen Wunsch haben, daß die Ermäßigung der Werktarife und der städtischen Gebühren zu einem nicht zu fernen Zeitpunkt in Kraft gesetzt werden möchte, damit die Minderung der Preise und des Arbeitsverdienstes den gebotenen Ausgleich auch von der Stadt her findet. Die Stadtverwaltung kann natürlich nicht so rasch wie ein Gewerbebetrieb einen beöeutfamcn Teil der Grundlagen ihrer ganzen üinanzwirtschaft verändern, da für sie vielerlei Vorfragen erst zu klären sind, die sich aus den Beziehungen zu den Anleihegläubigern, den Darlehensgebern, den Gestehungskosten der Werke usw. ergeben. Aber auf der andern Seite steht die nicht minder wichtige Rotwendigkeit, auch die Kosten der Stadtverwaltung möglichst bald den verringerten Leistungsmöglichkeiten der Steuerzahler anzupassen. Dabei wird natürlich auch weiterhin ein Defizit im kommunalen Haushalt bestehen bleiben, für das aber nicht die Senkung der Tarife und der Gebühren als Ursache in De- Wer Weihnachts-Märchenräisel. Die post hat viel zu tun gehabt: 760 Einsendungen aus Stadt und Land. - Der Rätselonkel bei der Preisverteilung. - 14 Märchennamen unO drei Kmdergedichte. Wer hätte das gedacht!? Richt weniger als 7 60 Lösungen sind für unser Weih- n ach ts-Märchenrätset eingegangen. 760 Briefe flatterten uns in die Redaktion, und fast alle enthielten richtige Lösungen, liniere kühnsten Hoffnungen find übertroffen worden. So viele Einsendungen haben wir überhaupt noch nie auf ein Preisausschreiben erhalten. Es beweist uns aber, daß wir mit dem Weihnachts- Märchenrätsel das Richtige getroffen haben, und es zeigt überdies, daß die Kinder nicht immer nur Fußball und Auto, Film, Radio und Technik überhaupt im Kopf haben, sondern auch in der Märchenwelt sehr gut bewandert sind. Und das ist bestimmt kein Schade! Die Ausgabe war diesmal aber auch wirklich nicht sehr schwer. Viele von den jungen Märchenlesern waren da mit dem Rätselonkel einer Meinung und haben das auch in ihren Briefen mitgeteilt. Die meisten der kleinen Einsender haben die Märchen schon beim ersten Durchlesen erraten. Das weitere war dann nicht mehr schwer. Eine ganze Anzahl von Buben und Mädels haben sich Mühe und Kopfzerbrechen nicht verdrießen lassen und haben ihre Lösung in Reimen ausgeschrieben. Sehr niedliche und lustige Gedichte waren darunter. (Manchmal reimte es sich aber nicht, und ein kleiner Schlauberger meinte, daß es auch Gedichte gäbe, die sich nicht reimten, und es seien deshalb doch Gedichte!) Daß so viele Lösungen in Dersform eingingen, freute den Rätselonkel ganz besonders. Es war diesmal, wie 2hr Euch denken könnt, eine riesige Arbeit, alle die Lösungen zu prüfen. Außerdem mußten die Einsendungen sortiert werden: falsche und richtige, gereimte und ungereimte, Stadt und Land. Viel Zeit nahm die Prüfung der Gedichte in Anspruch: sie mußten alle vorgelesen werden, und der Rätselonkel und die Mitglieder der Redaktion gaben dann gemeinsam ihr Urteil ab. Wohl waren die meisten Lösungen sachlich richtig: eine ganze Reihe von Einsendungen gaben aber die Märchentitel recht unvollständig wieder, andere wiesen schwere orthographifche Fehler aus und mußten auch für die Preisverteilung ausscheiden: einige Einsender haben sich nicht viel Mühe gegeben, gar nicht säuberlich geschrieben — auch diese mußten von den mit mehr Liebe und Fleiß ausgezeichneten Lösungen geschieden werden. Verschiedentlich hatten wir übrigens den einen oder anderen unserer jungen „Dichter" und „Dichterinnen" im Verdacht, daß Papa oder Mama ihnen allzu nachdrücklich beim Schreiben und Dersemachcn über die Schulter geguckt haben mag. Gedichte, die mehr von Erwachsenen als von Kindern stammten, durften bei der Preisverteilung auch nicht berücksichtigt werden, denn das wäre ja ungerecht gewesen gegen alle, die ihre Gedichte selbst gemacht haben. Als die kritische Arbeit getan war, lagen uns -von den Knaben aus der Stadt 103, von den Mädchen aus der Stadt 114, von den Knaben auf dem Lande 160 und von den Mädchen aus der Provinz 149 Lösungen mit den Bezeichnungen „Gut" und „Richtig" vor. Die meisten Einsendungen stammten von Kindern im Alter von 10, 11 und 12 Jahren. Auch einige 6- und 7jährige waren dabei, aber nur wenige 14- und über 14- jährige haben sich beteiligt. Bei der Fülle der Einsendungen, die unserem Weihnachts-Märchenrätsel beschieden waren, kann natürlich nicht jeder mit einem Preis bedacht werden. Alle, die diesmal leer ausgegangen sind, seien auf das nächste Weihnachtsfest und das nächste Preisrätsel vertröstet. Die Lösungen: 1. Die Bremer Stadtmusikanten. 2. Dornröschen. 3. Sneewittchen. 4. Die sieben Schwaben. 5. Schneeweißchen und Rosenrot. 6. Rumpelstilzchen. 7. Hans im Glück. 8. Der Froschkönig oder der eiserne Heinrich. 9. Der Wolf und die sieben jungen Geißlein. 10. Hänsel und Gretel. 11. Das tapfere Schneiderlein. 12. Rotkäppchen. 13. Tischlein deck dich, Goldesel und Knüppel aus dem Sack. 14. Aschenputtel. tracht kommt, sondern die Belastung der Kommune durch die vom Reiche und der Arbeitslosenversicherung abgeschobenen Kosten für die Wohlfahrtserwerbslosen den Anlaß gibt. Aus dieser Sachlage ist die Verpflichtung des Reiches zur Bereitstellung vonMit- teln für die Deckung des Fehlbetrages herzu- leiten. Kein Staatskommissar und kein Dürger- meisterdiktator sollte für den untauglichen Versuch. etwa auf dem Wege einer exorbitanten Erhöhung der Dürgersteuer, oder der Bier- und Getränkesteuer weitere Geldmittel aus der Bevölkerung hcnmuszuholen, in Bewegung gesetzt werden. Die Steuerschraube ist auch in den Kommunen schon um ein Dielfaches überdreht, so daß eine weitere Anspannung nur das Gegenteil desfen zur Folge haben wird, das man von einer etwaigen Steuererhöhung erwarten möchte. Rotwendig ist vielmehr strengste Kostenersparnis in der gesamten öffentlichen Verwaltung, insbesondere durch eine zweckmäßige Reichsreform, und die Durchführung der schon längst fälligen Neuregelung des Finanzausgleichs zwischen Reich, Ländern und Gemeinden mit dem Ziele, die kommunalen Finanzen zu sanieren und sie vor allem von der Belastung durch Wohlfahrtszwecke, deren Erfüllung anderen Stellen obliegt, freizumachen. Es sind uns so viele richtige Lösungen in Gedicht- form zugegangen, daß wir sie unmöglich alle ab- drucken rönnen; einige der hübschesten Verse teilen wir im folgenden mit: Di e Musikanten zogen nach Bremen hin, «ie sahen an Dornen das Roschen blühn. Es kehrte ein über den Bergen Das schöne Sneewittchen bei den Zwergen. D i e sieben Schwaben der Gefahr entronnen. Denn frisch gewagt ist halb gewonnen. Schneeweiß ift's oft zur Weihnachtszeit, Doch bringen auch Rosen — rot viel Freud. Bei Rumpelstilzchen stellt Unglück sich ein, Aber Hans im Glück darf mehr sich freu'n. Der Froschkönig sitzt im Brunnen tief. Der Wolf mit den sieben Geißlein — _ „ , schlief. Hanse! und Gretel sind im Walde allein. Mit dem Riesen kämpft tapferdasSchncider. lein. Rotkäppchen geht mit Geburtstagsgaben, Der Wirt wollt' ein Tischlein d e ck' dich haben. Das Aschenputtel hat als schönsten Lohn An seiner Seite den Äönigssohn. Den Brüdern Grimm danken nicht minder Für ihre Märchen recht viele Kinder, Erzählen sie weiter und immerfort. So mache auch ich's, der Gottfried N o r t h (Gießen). * L Die Bremer Stadtmusikanten, einst im Wald 'ne feine Herberg fanden. 2. Dornröschen schlief grab 100 Jahr, eh' der rechte Prinz gekommen war. 8. S ch n e e w i t t ch e n bei den sieben Zwergen, wohnte über den Bergen. 4. Die sieben Schwaben den Hasen wollten fangen. Sie faßten an den Spieß, den langen. 5. Sch neeweißchen, Rosenrot, schlägst dir den Freier tot. 6. Rumpelstilzchen, der arme Mann, dacht', mein Nam' niemand erraten kann. 7. Hans im Glück, von den Steinen befreit, läuft heim zur Mutter in heller Freud. 8. Froschkönig rief: Königstochter, geschwinde mach' auf, daß ich dich finde. 9. Der Wolf die kleinen G e i ß 1 e i n fraß, Das jüngste in dem Kasten saß. 10. Hänsel und Gretel im tiefen Wald, kamen zum Hexenhäuschen bald. 11. Das tapfre Schneiderlein auf einen Streich, traf sieden auf ein'n Schlag zugleich. 12. Rotkäppchen, nimm dich nur in acht, Der Wolf dir nach dem Leben tracht't. 13. Tischleindeckdich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack, fest auf den Wirt, den Lumpenpack. 14. Aschenputtel ging zu Mutters Grab, Der Vogel warf schön Kleid herab. Helmut K l e n k. Götzen bei Schotten. * 1. Jüngst hatf ich einen schönen Traum. Ich träumte, unterm Weihnachtsbaum Da lägen tausend schöne Sachen, Das Herz im Leibe tat mir lachen. 2. Und als ich noch verwundert stand, Gab mir das Christkind ein Buch in die Hand Und sprach mit feiner silbernen Stimm': „j)ier liegen auch Märchen von Gebrüder Grimm. 3. lieber die Bremer Stadtmusiker lachst du dich schief. Kannst lesen, wie lange Dornröschen schlief. Und was Schneewittchen bei den sieben . Zwergen tut Und bewundern dersiebenSchwaben Heldenmut, 4. Schneeweißchens und Rosenrots Erleben Und Rumpelstilzchens Zornesbeben, Das Märchen von dem Hans im Glück, Froschkönigs und deseisernenHein- r i d) s Geschick. 5. Es steht auch was drin von den sieben kleinen Geißen. Und wie Hänsel und Gretel zur Hexe reisen, Wie das tapfere Schneiderlein eine Prinzessin erringt, Und was Rotkäppchen der Oma im Körbchen bringt. Landesmissionsfestamio Januar Don Dekan Widmann-Gedern. Dennoch bleibe ich stets an dir. Psalm 73,25. Der Leitgedanke und die Lebenskraft aller evangelischen Missionsarbeit ist von jeher das tapfere und getroste Dennoch des Glaubens gewesen, der kühn und stark alle Hindernisse und Röte überwindet und sich in allen Krisen als der unerschütterliche Fels erweist. Aus dem Grunde dieses Glaubens stehend, hat das Werk der H e i d e n m i s s i o n im Lau e feiner jahrhundertelangen Geschichte sich behauptet und wird niemals müde, das Evangelium als ewige Lichtes- kraft hinauszutragen in die Dunkelheit der heidnischen Welt und sich dort mit selbstloser Liebe der Röte aller Art zu erbarmen, unbekümmert darum, ob diese Arbeit Anfeindung oder Unverstand begegnet. Die Mission weiß sich gebunden an den klaren Befehl Christi lEvan- gelium Matthäi 28,18—20) und kennt keine andere Pflicht, als den Gehorsam dieser Weisung gegenüber. Ihre Rotwendigkeit und ihre ökumenische Bedeutung anzuzweifeln, oder sie sogar zu bekritteln, hieße ihren sichtbaren Segen und ihren tatsächlichen Erfolg verkennen. Missionsarbeit ist schwere Arbeit, zumal in der Gegenwart, wo sich die Weltspan- nungen an ihr auswirken und wo sie unerbittlich 6. Wie bas Tischlein s i ch selber deckte. Und Golbesclchen sich streckte Was das Aschenputtel madjt —", — Ach, hier bin ich aufgewacht. 7. War nun alles auch verschwunden. Halt' ich doch etwas gefunden. Die Märchen merkt' ich mir mit Fleiß. Nun, lieber G. 21., schick mir einen Preis. Gretel Wetterhahn, Gießen. Die Preisträger: 1. Sigrid Gebhardt, Gießen, Welckerstraße 14: „Bei Tante Gruh". 2. Ewald Zimmer, Alsfeld, Hersfelder Str. 54: „Der treue Teddy". 3. Wilfried K r ö ck, Gießen, Lahnstraße 19; „Grimms Märchen". 4. Walter M ü 11 e r, Hausen, Obcrgasse 10: „Grimms Märchen". 5. Walter H e r g c t, Gießen, Riegelpfad 70: „Vater Knopp und seine 40 Jungen". 6. Margot und Lieselotte R o d i g e r, Garbenteich, Watzenborner Straße 12: „Grimms Märchen". 7. Hans Georg Drescher, Krosdors, Hauptstraße Nr. 233: „Grimms Märchen". 8. Gisela Hohmeyer, Gießen, Bleichstraße 27: „Die kunterbunte Spielkiste". 9. Ottilie Volk, Großen-Buseck, Angerstraße 5: „Grimms Märchen". 10. Gisela Roese, Gießen, Südanlage 22: „Das Haus im Walde". 11. Werner Emmel, Staufenberg, Vorstadt 12: „Grimms Märchen". 12. Annemarie Petri Wiefeck, Am Eichelbaum Nr. 12: „Grimms Märchen". 13. Horst Münch, Gießen, Walltorstraße 17: „Grimms Njärchen". 14. Helga Almendinger, Grünberg, Bahnhofstraße 26: „Grimms Märchen". 15. Reinhard Karl Frank, Bieber, Hauptstraße 14t „Grimms Märchen". 16. Hildegard Siebert, Gießen, Marburger Straße 40: „Flips und Flitsch". 17. Helmut Stern, Gießen, Marktplatz 11: „Deut, scher Kalender 1932". 18. Doralotte und Miep Barnas, Laubach: „Friedel und die vier Spatzen". 19. Otto Haas, Steinbach bei Gießen, Oberdorf Nr. 58: „Grimms Märchen". 20. Trude Rathenow, Klein-Linden, Frankfurter Straße 79: „Grimms Märchen". 21. Gerda Rätter, Watzenborn-Steinberg, Schul- straße 6: „Grimms Märchen". 22. Helmut Klenk, Götzen bei Schotten: „Preußen-Kalender 1932". 23. Margot Adler, Gießen, Nordanlage 49: „Der Märchenbaum". 24. Gottfried North, Gießen, Ebclstraße 17: „Seeteufel erobert Amerika". 25. Elisabeth Blaß, Großen-Linden, Bahnhofstraße 107: „Grimms Märchen". 26. Karl Paul Geilfus, Gießen, Äalferallee 61: „Durch die technische Welt". 27. Renate Gärg, Stangenrod, Post Grünberg: „Grimms Märchen". 28. Karl Döring, Beuern bei Gießen: „Kronprinz Wilhelm, der Luxusdampfer als Kaper- schiff". 29. Erika Ludwig, Gießen, Bleichstraße 20II: „Grimms Märchen". 30. Hugo Bork, Hörnsheim, Kreis Wetzlar, Hauptstraße 116 A: „Graf Zeppelin". 31. Irmgard Ullrich, Gießen, Buddestraße 7: „Die Arche Noah". 32. Richard Martini, Leihgestern, Rathausstraße 45: „York". 33. Elli Sommer, Trais-Münzenberg, Mühlgasse 37: ,,Jakobs Abenteuer". 34. Adolf Hofmann, Heuchelheim, Wilhelmstraße Nr. 72: „Was die Welt den Deutschen verdankt". 35. Liesel Herrmann, Bottenhorn, Kreis Biedenkopf, Perfstraße 162: „Der klingende Garten". 36. Walter Faatz, Wieseck, Jungfernstraße 10: „Der Weg voran". 37. Gretel Wetterhahn, Gießen, Liebigstraße Nr. 31: „Annke". 38. Heinrich Hock, Wettsaasen, Post Mücke: „Schiller". 39. Ilse R o m p f, Lang-Göns, Schmittgraben 8: „Ein Schwarzwaldkind". 40. Hein; Berg, Gießen, Riegelpfad 60p: „Bio- digs Alpenkalender". Die Preise können von den Gießener Preisträgern vom nächsten Montag ab zwischen 16 und 17 Uhr auf der Redaktion, Schulstraße 7, in Empfang genommen werden; auswärtigen Gewinnern werden die Preise zugestellt. mit hineingerifsen wird in den Krisenstrudel der Zeit. Richt allein die gewaltigen Wirtschaftskrisen erschweren außerordentlich das Missionieren und bedrohen das Leben der Heidenchristlichei' Gemeinden. Diel ernster ist die Geistes- krise, die die ganze Welt durchzittert und eine fortschreitende Entwertung aller bisherigen Werte gebracht hat. Man sieht das deutlich bei einer kurzen Schau auf die Arbeitsgebiete z. B. der Basler Mission. Für Indien ist kennzeichnend der immer machtvoller anfchwellende Rationalismus, der auch dem Missionswerk bedrohlich wird, zumal dort von vielen der einzige Crlösungsanspruch durch Christus und damit das Recht auf Mission ab- gelehnt wird. • Richt wenige stellen Gandhi höher als Jesus. 3n China tobt heftiger Kampf gegen allen Aberglauben; Tempel und Göhen- ilder werden zerstört. Dabei wird aber häufig auch das Christentum als Aberglaube bezeichnet, so daß die Mission einen schweren Kampf um ihre Selbstbehauptung zu kämpfen hat. Afrika zeigt eine fast hemmungslose Ausdehnung des Emanzipationsgeistes; die schwarze Rasse will weder Führung, noch Beeinflussung durch die weihe Rasse. Kein Wunder, daß die Mission in allen diesen Krisen einen sehr schweren Stand hat! Lind doch erglänzen auf dem dunklen Hinter- gründ dieser Perspektive gar manche Helle Lichte» Rundfunkprogramm Wirtschaft biS Banfnolen. gtrlln, 8. Januar Lombardzinsfuh 8 v. h. bis 3m bis 22 Ahr: Dienst am Kunden. Opernhaus. Sonntag, 10. 3anuar, 15 18 Ahr: 3m weißen Röhl. 20 bis 23 Ahr: weißen Röhl. Montag, 11. 3anuar, 19.30 22.45 Ahr: Boris Godunow. Dienstag, 12. 3a- nuar, 19 bis nach 22.45 Ahr: Der Rosenkavalier. Mittwoch, 13. 3anuar, 20 bis 23 Ahr: 3m weißen Rößl. Donnerstag, 14. 3anuar, 20 bis gegen 23 Ahr: Hoffmanns Erzählungen. Freitag. 15. 3anuar, 20 bis 23 Ahr: 3m weißen Rößl. Samstag, 16. 3anuar, 20 bis nach 22.30 Ahr: Madame Butterfly. * Der Großhandelsindex. Die vom Statistischen Neichsamt für den 30. Dezember berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 102,9 gegenüber der Vorwoche um 0,3 d. 5). zurückgegangen. Für den Monatsdurchschnitt Dezember stellte sich die Großhandelsindexziffer auf 103,7 (—2,7 v. H). * Deutsche Gold- und S i l b e r s ch e i d e - an st alt AG. vorm. Roeßler, Frankfurt am Main. Die gestern abgehaltene Generalversammlung der Gesellschaft genehmigte einstimmig den Abschluß für das Geschäftsjahr 1930/31 und beschloß die Verteilung von wiederum 10 v. S). Dividende aus dem Reingewinn von 3 996 551 RM. Auf oerschie- dene Anfragen eines Aktionärs wurde von der Verwaltung mitgeteilt, daß das Ergebnis des vergangenen Geschäftsjahres verhältnismäßig gut gewesen ist, wenn auch ohne Zweifel ein Abstieg gegenüber dem Vorjahre zu bemerken gewesen ist. Die rückläufige Entwicklung mache sich weiter bemerkbar. Amerttamfche Note»....... Belgifche Noten . ....... Dänftche Noten . ........ Cnglildie Noten . ........ ,rrangbfif(he Note«........ Holländifche Note«........ Italienifche Noten ........ Norwegifche Noten ....... Deuftch. Lelterrelch, • 100 LchMbm Rumanifche Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten. ........ Svaniiche Noten. ........ Ungarische Note« ....... Relchsbankdivkonk 7 v. h., Lpi-'lptml der Frankfurter Theater. Schauspielhaus. Sonntag, 10. 3anuar, 15 bis nach 18 Ahr: Der Hauptmann von Köpenick. 20 bis 23 Ahr: 3im und 3ill. Montag, 11. 3anuar, 20 bis 23 Ahr: 3im und Iill. Dienstag, 12. 3anuar, 20 bis nach 22.30 Ahr: Fuhrmann Henschel. Mittwoch, 13. 3anuat, 20 bis 22 Ahr: Dienst am Kunden. Donnerstag, 14. 3a- Lonntag, 10. Januar. 7.00 Ahr: Bon Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Friedenskirche Kassel: Morgenfeier, veranstaltet von der evang. Landeskirche. 10.30: Stunde des Chorgesangs. 11.30: Don Leipzig: Reichssendung: Kantate von 3ohann Sebastian Bach. 12.05: Bon Königsberg: Mittagskonzert Des Orchesters des Königsberger Opernhauses. 14.10: Stunde des Landes. 15.00: Stunde der 3ugend. 15.50: Ober- schreiberhau: Hörbericht von der Deutschen Die- rer-Bobmeisterschaft. 16.15: Wiesbaden: Konzert des städtischen Kurorchesters. 18.00: Dor- trag. 18.35: Bon München: Der Löwe und die Maus. Verfaßt von den Kindern der Hohen- zollernschule, München. 18.55: Die Dämmerstunde. 19.30: Karlsruhe: Nikolai Lopatnikoff spielt eigene Klavierwerke. 20.00: Anterhaltungs- konzert auf Schaltplatten. 20.15: Aus dem Metropoltheater Berlin: Das Lied der Liebe. Operette von Ludwig Herzer. 23.35 bis 24.00: Tanzmusik. Das Mehlgeschäft verzeichnete etwas Belebung, da der Konsum nach seiner langen Zurückhaltung wieder etwas mehr ins Geschäft kam. Besonders Weizenmehl erfreute sich besserer Nachfrage und notierte 0,25 Mark höher, während in Roggenmehl nur Käufe zur Deckung des laufenden Tagesbedarfes erfolgten und die Notiz unverändert blieb. Weizenmehl, südd., Spez. 0 mit Aus- tauschweizen notierte mit 35 bis 36, dasselbe, Sondermahlung mit 33,25 bis 34,25 Mk.; Weizenmehl, Niederrhein., Spez. 0 mit Austauschweizen 35 bis 35.75 und Sondermahlung mit 33 25 bis 34 Mark. Roggenmehl 0- bis 60proz. Ausmahlung kostete 30 bis 31 Mark je 100 Kilo ab Frankfurt. Am Kartoffelmarkt blieb die Stimmung zwar ruhig, doch hielt die etwas gebesserte Nachfrage an. Äe Notiz blieb gegenüber der Vorwoche unverändert und stellte sich auf 2,70 Mark Per 50 Kilo 3ndustriekartoffeln hiesiger Gegend. Gießener Wochenmar!tpreise. * Gießen, 9.3an. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter von 80 Pfennig an pro Pfund, Butter 100 bis 110, Matte 25 bis 30, Käse (10 Stück) 50 bis 120, Wirsing 8 bis 12, Weißkraut 7 bis 8, Rotkraut 8 bis 12, Gelbe Rüben 8 bis 10, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 20 bis 25, Anter-Kohlrabi 5 bis 6, Grünkohl 8 bis 10, Rosenkohl 20 bis 25. Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 bis 60, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 35, Kartoffeln 4, Aepfel 8 bis 10, Birnen 8 bis 10, Dörrobst 30 bis 35, Honig 40 bis 50, Nüsse 35 bis 40, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 80 bis 90, Enten 80 bis 100, Gänse 90 bis 100; Tauben 50 bis 60 Pfennig das Stück, Eier 11 bis 13, Blumenkohl 20 bis 60, Endivien 8 bis 10, Ober-Kohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15, Sellerie 10 bis 40; Kartoffeln 3,00 bis 3,50 Mark der Zentner, Weißkraut 4,00 bis 5,00, Wirsing und Rotkraut je 7,00 bis 8,00 Mark der Zentner. Oderheffen. Landkreis Gießen. -s: Lich, 8.Jan. Der Männergesangverein „E ä c i I i a" hat in Anbetracht der schlechten Wirtschaftsoerhältnisse sein diesjähriges Wintervcr- gnügen ausfallen lassen. Um aber den Musikfreunden der Stadt und der Umgegend doch von der künstlerischen Betätigung des Vereins Rechenschaft zu geben, beschloß der Verein, am 21. Februar ein Konzert unter Mitwirkung der Gießener Reichs- wehrkaoelle zu veranstalten. )( Lich, 8. San. Der K i r ch e n g e s a n g v e r- e i n hielt im Gemeindesaal seine Generalversamm- nuar, 20 bis gegen 23 Ahr: Der Kaufmann von Venedig. Freitag, 15. Januar, 20 bis 23 Ahr: Iim und Jill. Samstag, 16. Januar, 20 bis Dienstag, 12. Januar. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Von Berlin: Konzert. 13.00: Von Köln: Konzert. 15.15: Hausfrauen- Rachmittag. 15.45 bis 16.00: „Hausfrauen, gebt keine Aufträge an Schwarzarbeiter", Vortrag von Dr. Hans Knöpp. 17.05: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.40: Verwaltungsvereinfachung und Verwaltungsreform in Hessen-Nassau", Vortrag von Regierungspräsident Dr. Friedensburg. 19.05: „Strenge und Goethe in der Erziehung", Vortrag von Stadtschulrat Gerweck. 19.45: Alte Tanzmusik. 20.30: (Nach Köln und Königsberg): Romantische Improvisationen. Eine Hörfolge aus deutscher Romantik. 22.50 bis 23.30: Anterhal- tungskonzert. Mittwoch, 13. Januar. 7.20: Frühkonzert. 10.10 bis 10.40: Schulfunk: Die Gerichts!zenen aus „Kaufmann von Venedig", Montag, 11. Januar. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Von Berlin: Konzert. 13.05: Von Köln: Konzert. 17.05: Cafe Wilhelms- bau: Konzert der Kapelle Rose. 18.35: „Der Beruf des Dolmetschers", Vortrag von Dr. Curt Gutkind, Mannheim. 19.00: Von der Deutschen Welle: „Die Landwirtschaft an der Iahres- wende", Vortrag von Reichsminister Dr. h. c. Schiele, Berlin. 19.25: Englischer Sprachunterricht. 20.00: Opern-Konzert des Rundfunkorchesters. 21.00: Aus dem Kleinen Saal des Saalbaus, Frankfurt a. M.: Stunde der Kammermusik. 21.30: Mundarten II. Westfalen. 22.20 bis 23.30: Tanzmusik. lung ab. Stiftsdechant Kahn als Leiter des Vereins gab der Freude darüber Ausdruck, daß sich der Qterein innerhalb kurzer Zeit wieder so erfreulich entwickelt habe und bereits über einen Mitgliederbestand von 90 aktiven Sängern und Sängerinnen verfüge. Bei der Vorstandswahl wuroen außer den beiden Geistlichen und dem Leiter, die nach den Satzungen ständige Mitglieder des Vorstandes sind, folgende Herren und Damen in den Vorstand gewählt: Kaufmann Hillemann, Schreinermeister K a m b e i tz, Lehrer Kuhn, FabrikantP appe, Frl. Derk, FrauDchmid t, Frau Dr. S t o tz und Frl. S ch w e n k. Kreis Schotten. wg. Gedern. 8. Ian. Dor einigen Tagen starb hier nach kurzer Krankheit der ä l t e st e Einwohner unserer Stadt, der weithin bekannte Altbürger m ei st erKarlNispel im Alter von fast 84 Iahren. Mit außerordentlicher Tatkraft und Pflichttreue und mit unermüdlicher Arbeitsfreudigkeit hatte er 30 Iahre lang (1889 bis 1919) die Geschicke unserer Gemeinde geleitet. Er erfreute sich allgemeiner Achtung und Beliebtheit. Ein« Reihe von Ehrenämtern bekleidete er viele Iahre hindurch. Lange Zeit war er Präsident des hiesigen Kriegervereins und Mitglied des Kreisausschusses des Kreises Schotten. 42 Iahre lang gehörte er dem Kirchenvorstand der hiesigen Gemeinde an, und er hat sich um das kirchliche Leben sehr verdient gemacht. Bei der Beerdigung, die sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung der Dankbarkeit gestaltete, würdigte der Ortsgeistliche die mannigfachen Derdienste des Toten. Dem Derstorbenen wurden zahlreiche Kränze und Nachrufe gewidmet. O Groh - Eichen, 8. Ian. Gestern starb die alte ste Einwohnerin unseres Ortes, Frau Christine Momberger geb. Erbes, die noch vor kurzem ihren 89. Geburtstag feiern konnte. — Am ll.Ianuar feiert Ioh. Sann seinen 83., und Christian Schlosser seinen 81. Geburtstag. Beide Iubilare sind noch recht rüstig. Sie leuchten, weil das Dennoch de« Glaubens als Panier aufgeworfen wird. So wird aus Kudroli in Indien berichtet, daß die arbeitslos gewordenen Ziegeleiarbeiter den Lockrufen kommunistischer Agenten nicht folgen und festhalten am Evangelium. And wenn die indische Missionsgemeinde Mangalur im letzten Iahre 112 000 Mk. für kirchliche und Missionsbedürfnisse aufgebracht hat, wenn in Pamu auf der Goldküste die Heidenchristen mehr als. die Hälfte ihres Einkommens für Kirche und Mission freiwillig opfern, so sind das erhebende Zeugnisse des Lebens, nicht minder die Tatsache, daß die farbigen Gehilfen der Missionare zusammen mit den Missionsarbeitern auf allen Feldern sich bereit erklärt haben, ihre an sich schon geringen Gehälter empfindlich kürzen zu lassen. Ist solcher Idealismus und solche Opferfrcudigkeit nicht beschämend für die heimatliche Christenheit? Des Glaubens Dennoch siegt, es siegt trotz aller Krisen auf wirtschaftlichem, politischem und religiösem Gebiet. Das zeigt kein Werk deutlicher, als das Werk der Mission. Daran wollen wir denken am Landesmissionssonntag und daraus Kraft schöpfen, nie zu verzagen und nie müde zu werden im Wollen und Bekennen: Dennoch bleibe ich stets an d ir! von Shakespeare. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.00: Don Köln: Konzert. 15.15 bis 16.00: Stunde der Iugend. 17.05: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.40: „Das Aussterben von Tier- und Menschenrassen", 1. Dortrag von Prof. Dr. Fritz Drevermarm. 19.05: Dortrag von Oberregierungsrat Dr. Kümmerlen. 19.45: Eine halbe Stunde Chinesisch, mit Schallplattenbeispielen. 20.15: Dinorah, oder „Die Wallfahrt nach Ploer- mel". Komische Oper in 3 Akten. 21.45: Moderne Wiener Komponisten. Gespielt von Paul Pisk (Klavier). Donnerstag, 14. Januar. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.05: Don Köln' Konzert. 15.30: Stunde der Iugend. 17.05: Karlsruhe: Das Kornett-Quartett des Landestheaterorchesters spielt. 17.30: Freiburg: Konzert des Freiburger Konzertorchesters. 18.40: Zeitfragen. „Mißtrauen — Eine Frage der Zeit", Dortrag von Dr. Ludwig Marcuse. 19.05: „Erwerbslosensiedlung", Gespräch zwischen Dr. Karl Busemann und Stadtrat Niemey-r. 19.45: Begegnungen. Erika Mann und Klaus Mann. 20.15: Das Spitzentuch der Königin. Oper»Ue in 3 Aufzügen. 23.00 bis 24.00: Tanzmusik. Freitag, 15. Januar. 7.20: Frühkonzert. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.00: Von Köln: Konzert. 17.05: Konzert des ©täbt. Kurorchesters Wiesbaden. 18.40: „Wirtschaftlicher Rückblick und AuMick zur Iahres- wende" — Vortrag von Dr. Köhner, Syndikus der Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. 19.05: Aerztevortrag: „Moderne Heillehre des chronischen Magengeschwürs." 19.30: Mannheim: In tyrannos (Schillers Räuber). Hörfolge von Friedrich Walter. 20.45: Russische Volkslieder. Gesungen von Max v. Wistinghausen. 21.15: IV. Symphonie in Es-®ur von Anton Bruckner. 22.40 bis 24.00: Mannheim: Tanzmusik. Samstag, 16. Januar. 7.20: Frühkonzert. 10.20 bis 10.50: Schulfunk. „Don meiner Arbeit". Der Schauspieler Paul Wegener erzählt. 12.05: Don Berlin: Konzert. 13.00: Don Köln: Konzert. 15.15: Stunde der Iugend. 16.20: Nachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.35: „Die Aufgaben der Arbeiterbildung in der Gegenwart", Dortrag von Dr. Fritz Pappenheim. 19.05: Spanischer Sprachunterricht. 19.35: Dom Feldberg: Anter ^„Zünftigen". Skiläufer spinnen ein Garn. 20.15: Heilbronn: Bunter Abend, zugunsten der Württem- bergischen Nothilfe. 22.40 bis 24.00: Tanzmusik. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 8. Ian. Das anhaltende Interesse für deutsche Werte an den Auslandbörsen und die weiterhin zuversichtlichere Stimmung bezüglich der bevorstehenden Reparationskonferenz bildeten die Hauptmotive für die weiter freundliche Haltung im tele- phoni.chrn Freiverkehr von Bureau zu Bureau. Die gestern nachmcktag eingetretme Abschwächung um etwa 1 bis 1,5 Prozent, die vornehmlich auf Gewinnmitnahmen der Spekulation zurückzuführen war, wurde heute durch neue Kauforders der Kundschaft wieder ausgeglichen, wenngleich die Geschäftstätigkeit eine gewisse Einschränkung erfahren hat. An den Aktienmärkten blieben die Mehrzahl der Kurse auf dem gestern er- I höhten Niveau gut behauptet, teilweise stellten sich weitere Besserungen um etwa 1 Prozent ein. So bestand für Schiffahrts- und einige Montanpapiere weiteres Interesse, desgleichen am Clek- trornarkt für Schuckert. Oie gestrigen Devisenmärkte. Berlin, 8. Ian. (WTB.) An' den internationalen Devisenmärkten setzte sich heute die Befestigung des englischen Pfundes weiter fort, doch war das Geschäft nicht sehr umfangreich. Die Tendenz des Pfundes wird in der Hauptsache durch eine etwas günstigere Beurteilung der Lage in Dritisch-Indien beeinflußt, außerdem sind erhebliche Goldbeträge in der letzten Woche aus Britisch-Indien der Bank von England zugeflossen. Eine weitere Anregung ging von der Nachricht aus, daß keine französischen Kredite aus England zurückgezogen werden. Gegen den Dollar befestigte sich das Pfund auf 3,4272, später schwächte es sich leicht, nämlich auf 3,413/i ab. Gegen den Gulden stellte es sich auf 8,53, gegen Paris auf 87,21, gegen Zürich auf 17,527» und gegen die Reichsmark auf 14,41 (heute morgen 14,3272)- Der Dollar tendierte ebenfalls etwas fester. Die Reichsmark war gut behauptet, in Amsterdam notierte sie 59,1772, in Zürich 121,75 und in Paris 605. Die Norddevisen waren ziemlich gut gehalten, ebenfalls die Südamerikaner, der französische Frank war knapp behauptet. Am Nachmittag war der Dollar wieder fester, während sich das englische Pfund auf seinen Mittagsstand ziemlich behaupten konnte; es notierte gegen den Dollar 3,4078. gegen Amsterdam 8,5072, gegen Paris 87,00, gegen Zürich 17,4672 und gegen die Reichsmark 14,36. Der französische Frank tendierte wieder fester. Die Reichsmark behauptete sich gut, in Amsterdam stellte sie sich auf 59,2072, in Zürich auf 121,65 und in Neuhork auf 23,78. Die Norddevisen lagen etwas fester. Wochenbericht vom Frankfurter produktenmarkt. An der Frankfurter Getreidebörse ist mit Beginn des neuen Iahres etwas Belebung in das Geschäft gekommen. Man hofft auch für die nächste Zeit mit einer weiteren Gesundung des Marktes. Eine spürbare Anregung erhielt der Markt durch das in den letzten Tagen eingetretene bes/ere Mehl- aeschäft und durch das anhaltend knappe Angebot in Brotgetreide. Am Drotgetreidemarkt konnte man zunächst noch größere Zurückhaltung beobachten; dann zeigte sich für Weizen, als Auswirkung einer Besserung im Mehlgeschäft, stärkere Nachfrage. Der Weizenpreis stieg gegenüber der Dorwoche um 4,50 Mark auf 232,50 Mark per Tonne. Roggen stellte sich um 2,50 Mark höher. Amtlich notierte man für 72-lcg-bl-Gewicht 217,50 Mark per Tonne. Auch amGerstenmarkt trat eine leichte Belebung ein, doch blieb die Notiz für Braugerste mit 175 Mk. per Tonne unverändert. Futtergerste wurde zu etwa gleichen Preisen gekauft. Sehr ruhig war dagegen das Geschäft am H a s e r m a r k t. Der Preis ging erneut um 2,50 Mark auf 147,50 1 bis 155 Mark per Tonne zurück. Der Reichsbanlfiatus am Jahresanfang. Berlin. 9. Jan. (WTB. Funkspruch.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 7. Januar hat sich in der verflossenen Bankwöche die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 516,4 Millionen auf 4130,8 Millionen Reichsmark verringert. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und -schecks um 289,9 Millionen auf 3854,1 Millionen Reichsmark, die Bestände an Reichsfchatzwechfeln um 80,9 Millionen auf 17 Millionen Reichsmark und die Lombardbestände um 145,6 Millionen auf 99 Millionen Reichsmark abgenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zu- sammen sind 208,9 Millionen Reichsmark in die Kassen der Reichsbank zurückgeslossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 200,2 Millionen auf 4575,6 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankfcheinen um 8,7 Millionen auf 413,3 Millionen Reichsmark verringert. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 14,1 Millionen Reichsmark erhöht. Die fremden Gelder zeigen mit 417,2 Millionen Reichsmark eine Abnahme um 337,7 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Geld und deckungsfähigen Devisen haben sich um 14,9 Millionen auf 1141,3 Millionen verringert. Im einzelnen haben die Goldbestände um 4,9 Millionen auf 979 Millionen Reichsmark und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 10 Millionen auf 162,3 Millionen Reichsmark abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und dcckungsfähige Devisen beträgt 24,99 v. H., gegen 24,2 v. H. in der Vorwoche. Oie Arbeiismarkilage in Hessen und Hessen-Nassau. Sprunghaftes Ansteigen der Arbeitslosenzahl. WSN. Frankfurt a. M., 8. Ian. Aeber die Arbeitsmarktlage in Hessen und Hessen-Nassau berichtet das Landesarbeitsamt Hessen in Frankfurt a. M.: Während der letzten Dezemberhälfte ist die Zahl der Arbeitsuchenden sprunghaft angest legen. Das ist zum Teil auf den üblichen saisonbedingten Rückgang der Beschäftigung in Landwirtschaft. Steinindustrie, Baugewerbe und Der- kehrsgewerbe zurückzuführen. Aber auch durch das Frostwetter muhte eine größere Anzahl Arbeitskräfte freigesetzt werden. Die Forstwirtschaft hat den Holzeinschlag zum größten Teil schon beendet, sie entlieh ebenfalls zahlreiche Arbeiter. Ferner ist die in diesem Iahre sehr schwach in Erscheinung getretene konjunkturelle Belebung in den meisten Berufszweigen, beispielsweise in der Tabakindustrie, im Bekleidungsgewerbe und in der Lederwarenindustrie, schon wieder abgeflaut, so daß auch bei diesen Gruppen umfangreiche Zugänge zu verzeichnen waren. In der Metallindustrie ist die Arbeitslosigkeit stärker gestiegen als zuvor (Zunahme 3722 oder 6,9 Prozent); in Öen Angrstelttenberu- fcn ist es gleichfalls zu zahlreichen Entlassungen gekommen. Die Zunahme an Arbeitsuchenden betrug in dieser Derichtszeit 18 556 oder 6 Prozent (in der Dorberichtszeit 9360 = 3,1 Prozent). Insgesamt wurden am Iahresschluh 3 29 8 47 Arbeitsuchende, darunter 52073 Frauen, gezählt. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger in der Arbeitslosenversicherung stieg um 9481 oder 11,7 Prozent auf 90 514. In Krisenfürsorge befanden sich 84185 Hauptunterstützungsempfänger, also 4762 oder 6 Prozent mehr als am 15. Dezember. * Süddeutsche Zucker AG., Mannheim. Die gestrige Generalversammlung der Süddeutschen Zucker AG., Mannheim, genehmigte die Anträge der Verwaltung und setzte die Dividende für die Stammaktien auf 8 (10) Prozent und für die Borzugsaktien auf wieder 7 Prozent fest. Internationale Haussespekulation? Berlin, 9. Jan. (WTB. Funkspruch.) Heute zum Wochenfchluß entwickelte sich das Geschäft im hiesigen telephonischen Freioerkehr bemerkenswert ruhig. Die Umfafotätigteit war besonders für einen Samstag z iemlich rege und erstreckte sich auf fast alle Marktgebiete. Es scheint sich jetzt international eine Haussespekulation zu bilden, die immer wieder an den einzelnen Plätzen einschlagende Bewegungen neu anfacht. Auch in .Neuyork konnte man gestern diese Beobachtung 'machen. Nach schwächerer Eröffnung war der Schluß wieder außerordentlich f e ft. Politische Momente blieben eindruckslos. Die Kriegsstimmung im Osten, die Vorgänge in Indien, die Schwierigkeiten des französischen Kabinetts, die Unsicherheit um Hindenburg ufw. konnten das Publikum nicht von neuen Anlagekäufen abhalten, wobei vielleicht die etwas hoffnunasvolleren Wirtfchastsansichten des bekannten englischen Nationalökonoms Keynes für das Jahr 1932, die er gestern in Hamburg aussprach, mit eine Anregung gaben. Das Hauptinteresse erstreckte sich heute auf den Aktienmarkt.« Während Pfandbriefe kursmäßig wenig verändert, eher angeboten waren, wurden Liquidationspfandbriefe teilweise bis zu 1 Prozent höher gesucht. Auch Kommunalanleihen besserten sich abermals um V» bis 1 Prozent. Es befriedigte an diesem Markt besonders, daß die Stadt Berlin die zum 1. Januar fälligen Koupons prompt eingelöst hat, was ja auch in den starken Kurssteigerungen der Berliner Anleihen in den letzten Tagen zum Ausdruck kam. Farbenbonds lagen ziemlich fest. Reichsbahnvorzüge waren da- acgen im Zusammenhang mit dem ungünstigen Abschluß etwa 1 Prozent niedriger angeboten. Am Anleihemarkt fand die Neubesitzanleihe weiter Nachfrage, während Altbesitz etwas unter gestern umging. Von den einzelnen Marktgebieten der Aktienwerte läßt sich folgendes sagen: Banken waren mit Ausnahme der festeren Reichsbank unverändert. Schiffahrtswerte zogen gegen gestern erneut um etwa 1 Prozent an. Auch am Elektromarkt waren meist Besserungen von 1 Prozent zu verzeichnen. Farben lagen gut behauptet, Kaliwerte mit Ausnahme von Salzdetfurth fest und bis zu 3 Prozent höher, Kunstseideaktien waren bis zu 3,5 Prozent gebessert. Weitaus an erster Stelle stand aber heute der Montanmarkt, an dem in ziemlich erheblichem Umfange Käufe des Rheinlandes getätigt fein sollen. Die Führung des Marktes hatten wieder Mannesmannaktien: aber auch Hoefch, Gelsenkirchen, Oberkoks, Phönix, Rheinstahl ufw. lagen bis zu zwei Prozent gebessert. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M Letzte Nachrichten. Am 25. Januar Beginn der Konferenz von Lausanne. Berlin, 9. Jan. (WTB. Drahtmeldung.) Wie wir erfahren, ist nun eine (Einigung über das Konferenzdatum der Lausanner Konferenz erzielt worden. Die Konferenz beginnt am 2 5. Januar. Diese Verschiebung geht auf den Wunsch Frankreichs zurück. (England und Deutschland haben sich damit einverstanden erklärt. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uyr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. 8. Jan ar 9 Januar Amtliche Roiieninq Amtliche Dotierung l»el" Arie Geld 3rlei Helfingsor» . Bien . . 6,044 6,056 6,044 6,056 50,05 49,95 12,47 50,05 49,95 Prag . . 12,49 12,47 12,49 Budapest . . 63.94 64,06 62,94 63,06 Sofia 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 168,93 169,27 168,83 169,17 C410 . . . Kopenhagen. 78 52 78,68 78,17 78,33 79,42 79.58 79,07 79,23 Gtodbolm 80,22 80,38 79,97 80,13 London . . Buenos Aire« 14.40 14,44 14,33 14.37 1.058 1,062 1,038 1,042 Neuhorl 4.209 4,217 4,209 4,217 B rüffel. . 58.44 58,56 58,44 58,56 Italien. . . 21,41 21,45 21,33 21,37 Paris . . . 16,50 16,54 16,49 16,53 Schweiz 82,02 82,18 81,87 82,03 Spanien 35,71 35,79 35,66 35,74 Danzig . . 81,92 82,08 81,87 82,03 Japan Rio de Ian.. 1,479 1.481 1,499 1,501 0,254 0,256 0,249 0,251 Iuaoslawien. Llllaboa 7,433 7,447 7,433 7,447 13,04 13.06 13,04 13,06 «eld SFÜT 4.20 4,22 58 28 58.52 79,24 79,56 14.36 14,42 16.46 16,52 168,56 169,24 21,34 78,34 21,42 78,66 2,48 2,50 80,04 80,36 81.84 82,16 35,58 35,72 9J.*fport der L. Treff & Cie 84 rm Buchenscheiter ^35D WFPRFdrucksachen ■ Brühl'sche Druckerei der führenden Rollen übernommen. 239 C a 3 C C Mül Ihlberg. 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Kleinfleisch 2.60_a 30Pfd.Klelnf e.echl.SIL/f Kleine Preiset Mk. 0.60-1.50, Jugendliche unter 14 Jahren und Schüler zahlen halbe Preise i%c Vorverkauf: Tageskasse und Hapag-Reisebüro. Kulturfilmveranstaltung Sonntag, den 10. Januar, 11.15 Uhr vormittags logen hmnehmen. Auch morgen sollte ihnen kaum ein Sieg gestattet sein. Die 3. Mannschaft empfängt Sieber Die 1. Mannschaft der Gäste hat in letzter Zeit eine bessere Form an den Tag gelegt und ruckte zu einem ernsteren Gegner auf, als " sie bisher betrachtet wurde. ABER NICHT Alle Bruchleidenden ”,v werden auf daS heutige Inserat deS Svezial- Bandagiften Ruffing aufmerksam gemacht. vetr.: Konkurs Ludwig Krieger IL, wiefeck. Beschluß. Das Konkursverfahren über das Vermögen des Gastwirts Ludwig Krieger II, Miefeck, wird eingestellt, da eine den Soften des Verfahrens entsprechende Konkursmasse nicht vorhanden ist. 200D Gießen, den 14. November 1931. Hessisches Amtsgericht. Zu haben In allen einschlägigen Geschäften. Bezugsquellen weist nach: Muskator-Verkaufskontor, Frankfurt a. M, Gutleutstrabe 8'12. 8759v Lichtspielhaus • Gießen rm Buchenscheiter rm Buchen, und Eichenknüppel rm Fichtenknüppel rm Buchenreiser Elchenknüsipel Fichtenknüppel Hainbuchen-Reiserknüppel Buchen-Stammreisig Astreisig und Schlagraum. 85 rm Buchen- und Hainbuchen-Stamm- knüpoel 32 rm Buchen-Astknüppel 27 Holzversteigerungen. 1. Am Mittwoch, dem 13. d. M, im Forstteoier Hungen, Distrikt Fuchs- strauch. Zusammenkunft 10k Uhr vormittags am Bahnwärterhaus Fuchsstrauch. Zum Verkauf kommen: 242D Die nächsten Holzversteigerungen: Montag, 18. Januar: Haler (Südseite): Dienstag, 19. Januar: Riedwald: Mittwoch, 20. Januar: Winter in Bayern 2. Die Skischule Arlberg von Professor ERNST JÄNNER St. Fichtenderbstangen 1. bis 3. Kl. 2. Am Donnerstag, dem 14. b. 211, im Forstrevier Hungen, Distrikt Klafterschlag bei Langsdorf. Zusammenkunft 10 Uhr vormittags auf dem Langsdorf—Nonnen- röther Weg am Eingang zum Fürstlichen Wall). Zum Verkauf kommen: Lichtspielhaus Gießen Heute und morgen Sonntag letzte Vorstellungen Der größte Lachcrfolg, den unser Theater je erlebte! Reserve hat Ruh Das beste Militär-Lustspiel mit der Bombenbesetzung Hörbiger, Kani per*,L.Englisch, C.Rommer A. Pauilg, S. Söneland 8onntag Anfang 3 Ehr! Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (Ciga) - VfL. Friedberg (Liga). Die Blauweißen haben sich für den Sonntag einen schweren Gegner verpflichtet, gegen den sie kaum ge- winnen werden. Die Friedberger spielen seit langer Zeit nicht nur einen ausgezeichneten, sondern auch einen konstant guten Fußball. Der VfB. Friedberg i|t cs bisher gewesen, der den Frankfurter Groß- vereinen einige tüchtige Spieler geliefert hat (es sei vU5- an. Gd)Ii), Mobs, Achart erinnert), ein Zeichen dafür, daß man es in Friedberg versiebt, vorhandene Talente auszubilden, zu fördern, so, daß sie oberligareif sind und in die besten Mannschaften passen. Dieser Umstand dürfte nicht nur für die genannten Spieler Geltung haben, sondern auch für die Leute, die am Sonntag auf dem Platz an der Liebigshöhe den 1900ern gegenübertreten werden. Außerdem ist die Mannschaft des VfB. Friedberg Taunus tret smeister der laufenden Sai- son und es hat den Anschein, daß sich die Gäste zur Zeit m guter Form befinden. Mit acht Punkten Vorsprung halten sie vor dem Zwesten ihrer Ta- belle die Spitze. Die Gießener Mannschaften kassierten m den bisherigen Begegnungen mit einer Ausnahme (VfB.) stets Niedersagen. Den Gästen treten die Hiesigen in stärkster Auf- Heilung entgegen. Schmidt (evtl. Brambach im Tor): Zciler, Jäckel: Henrich, Langsdorf, Glitsch: Lippert Arnold, Wilhelm!, Heilmann, Schmidt K. werden Eine Fußballmannschaft aus Brasilien hat in Berlin eine Offerte abgegeben. Die Südamerikaner verlangten jedoch für jedes Spiel die nette Summe von 2 0 0 0 Dollar (fast 9000 Mark), woraufhin man bedeutete, daß man auf nähere Bekanntschaft keinen Wert legt. Tennis Borussia feiert in diesem Jahre sein 30jäh. riges Bestehen und veranstaltet aus diesem festlichen Anlaß zu Ostern ein Fußballturnier. Als Teilnehmer stehen bereits der deutsche Meister Hertha BSE., 1860 München und der süddeutsche Meiller Eintracht Frankfurt fest. Gespielt wird am Karfreitag und Ostersamstag. Ein Jugendlicher springt 40 Meter. Mit einer fabelhaften Leistung wartete der erst 13jährige Rudi Groß bei einem Trainingsspringen auf der Freudenbergschanze bei Bad Reinerz auf. Obwohl die Schneeverhaltnisse nicht die besten waren, stand der kleine Schlesier die erstaunliche Weite von 40 Meter glatt durch. Oer Wintersport am Wochenende. Da sich in Oberbayern und im Riesengebiroe die Wetteroerhältnilse wesentlich gebcHert haben, finden die deutschen Meisterschaften im Eishockey auf dem Rießersee bei Garmisch und die deutschen Bob- Meisterschaften in Schreiberhau bestimmt am Sams- tag und Sonntag statt. Dagegen wurden die Bayern- Meisterschaften im Kunstlaufen in Berchtesgaden um eine Woche verlegt. Jagd-Verpachtung. Die Nutzung der Jagd in dem gemeinschaftlichen Jagdbezirk der Gemeinde Waldgirmes, bestehend aus einem Bezirk, insgesamt 966 Hektar, darunter 502 Hektar Wald, soll am 22. Januar 1932, nachmittags 2 Uhr, im oberen Echulsaale der neuen Schule öffentlich meistbietend auf sechs Jahre, beginnend mit dem 1. Februar d. I., verpachtet werden. Bedingun- gen liegen auf meinem Geschäftszimmer 14 Tage lang vor der Verpachtung offen. Waldgirmes, den 8. Januar 1932. Der Jagdoorsteher. 229D Schmidt, Bürgermeister. DfB. Gießen. VfL. (Liga) — Germania Fulda (Liga). Eine Begegnung, die das Interesse vieler Sportanhänger finden wird. Germania Fulda stellt eine Mannschaft, die sich bisher in den Derbandsspielen tapfer gehalten hat. In der Tabelle stehen die Gäste an 5. Stelle, die VfBer an drittletzter. Zur allge- meinen Uebcrrafdjung ließen sich die Germanen am letzten Svielsonntag auf eigenem Platz von Horas mit 3:4 schlagen, nachdem sie im Vorspiel auf dem Platz des Gegners mit 0:4 gewinnen konnten, lieber die Zusammenhänge und über die Ursachen dieser beiden so gegensätzlichen Ergebnisse kann man sich nur schwer ein Urteil bilden. Wenn aber die Gäste gegen die am Ende der Tabelle stehende Mannschaft von Horas verlor, jo wird das noch lange kein Grund fein dürfen, die Gegner des morgigen Tages auf die leichte Schulter zu laden. Es bleibt immer zu berücksichtigen, daß die Bilanz des VfB. in der letzten Zeit reichlich passiv war. Der Sieg gegen Ockershausen genügt nicht, um an dieser Tatsache etwas zu ändern. Das enttäuschende und bedauerliche ist nur, daß die Mannschaft der Grünweißen mit guten Leistungen, die im Feldspiel immer wieder angenehm in Erscheinung treten, aufwartet, daß ab£r vor dem Tor ei.ie Unentschlossenheit Platz greift, die die Hiesigen um jeden Erfolg bringt und bisher auch stets um jeden Erfolg brachte. Ein Handicap bedeutet es für die Gießener Elf, daß Wlodareck nicht ganz intakt ist und auch Bingel ausfallen wird, da er an einer nicht unwesentlichen Verletzung am Fuße laboriert. Es bedarf also des Einsatzes aller Kräfte. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Die Liaareseroe empfangt die 1. Mannschaft von Hermannstein. Obwohl die Gäste gut Fußball spie- len, mußten sie gegen die VfBer doch meist NiederAb Montag: Oouaumont Die Hölle von Verdun hergestellt unter Verwendung von deutschen und französischen Originalaufnahmen. — Die im Heeresbericht erwähnten Offiziere Hauptmann Haupt und Leutnant Radtke haben die Darstellung _ Mittwoch, 13. Januar, im Lange- © berg, 10 Uhr, Straße Nieder-Bel- T* singen—Langsdorf: rm Scheitholz e Buche 3, Knüppel Buche 30, Eiche 3*- । u. Hartholz 22, Fichte 10, Knüp- • pelreiser Eiche 70; Reishol; (Wei- X len) Buche 710, Eiche 110: Nutz- *-• hol;: 2 Lindestämmchen 2., 37 9? Flchtederbstangen III., 25 rm — £ Ficyte-Schichthaufen. Brennholzversteigerung im Gemeindewald Langsdorf. Im Vorderwald in den Distrikten Hege- rich, Höllenfritz Hainköopel, Weckmanns- scheuer und Alten-Landen werden nach vorheriger Zusammenkunft am Waldeingang des Nonnenröther Weges am Dienstag, dem 12. Januar 1932, vormittags 9% Uhr, versteigert: 139D Scheiter rm; Luche 1.81 783,8; Buche 2. Kl. 11; Fichte 1. Kl. (rund) 6,3; Fichte 1. Kl. (gefp.) 3,5; Hainbuche 1. Knüppel rm; Buchs l.Kl. 209,2; Eiche 1. Kl. 13,6; Fichte 2. Kl. 1. Reisig rm: Buche 1. Kl. 35,5; Buche 3. SM. 501. Aeuherst gute Abfuhrlage. Günstige Zahlungsbedingungen. Langsdorf, den 5. Januar 1932. Hessische Bürgermeisterei Langsdorf. ___________Kneipp.__________ Holzversteigerung aus Forstort Eichwald des Schutzforst Rabenau, Montag, den 18. Januar 1932, 10 Uhr vormittag». Zusammenkunft am Jagdhaus. Es werden versteigert: Stamme: Siche: 1,84 km Kl. 1, 5,24 km Kl 2 0,30 km Kl. 3, 0,79 km Kl. 5; 7 Eichen- derbstangen 1. Kl.; Nuhscheiker: 7,7 rm Eiche 2. Kl., 1,5 rm Fichte 2. RI; Nuhknüp. pet: 10 rm Eiche (Weidepfähle). rm Scheiter: Buche 75, Eiche 5, Fichte 6; Knüppel: Buche 196, Hainbuche 80, Eiche 85, Alpe 7, Fichte 6; Knüppelreisig: Eiche 40; Reisig: Buche 300, Hainbuche 230, Fichte (Schichthaufen) 200; Stöcke: Buche 10. 213D Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berück- sichttgt werden. Londorf, den 7. Januar 1932. Hessisches Forstamt Rabenau. Arno 1 di. 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Januar, im Münchwald, 10 Uhr, neue Straße Burk- hardsfelden—Meilbach: rm Scheit- J- Holz Buche 40, Kiefer 4; Knüppel w Buche 42, Eiche 14, Kiefer 12, q X Fichte 25; Reisholz (Wellen) Buche K 3 990, Eiche 1500 (gute Forftwel- er- a. len!) 25D Z Nutzholz: km Stammholz Eiche 3 S" I. u. 2. 1,33, Derbstangen Fichte .o I-—HI. 15,48 (lange schleunige SJ 3 Ware); rm Schichthaufen Fichte ** 9 46, Nutzscheitholz Kiefer 2,50 m ä lang (zu Pfosten u. z. Aufschnei- x» den geeignet) 44. A Holzversteigerung aus den Forstorten Sicklergeheg 9 Hund- fiegstanne 11, Kirchgeheg 28, Fräuleins- lust 29 und Steinberg 51 und 54 des Schutzforst Rabenau, Dienstag, den 19. Januar 1932, 10 Uhr vormittags, im Saale des L. Lid; in Londorf. Es werden versteigert: 1 Eichenstamm, Kl. 5 = 0,90 km, 1 Eichen-Hauklotz, 6 Fichtenderbstangen 3. Kl., 1 rm Eichennutzknüppel; rm Scheller: Buche 112, Eiche 6, Fichte 45; Knüppel: Buche 568, Eiche 31, Esche 5, Fichte 70, Kiefer 12, Lärche 10; Reisig: Buche 580, Eiche 18, Esche 5; Sköcke: Buche 2. Vorherige Besichtigung wird empfohlen, da spätere Beanstandungen nicht berücksich- tigt werden. 214D Londorf den 7. Januar 1932. Hessisches Forstamt Rabenau. Kataloge und Prospekte ndertdi» Brühl'sche Druckerei in Ama A»,.ns..o^q S W L u Dam.-Spangenschuh mit Lackgarnitur, bequem. Absatz Braun Rindbox-Spangen schuh, flotte Form Schwan Wildleder- Unser Inventur-Ausverkauf zerschneidet die Preisfessel aber gründlich..... Nur Praktischer schwarzer Damenschuh, schöne Form, Lederfutter, erstaunlich billigt 4.60 Eine Sensation, beige, echt Chevreau mit L.-XV -Abs., erstklassiges Fabrikat. Feinfarbige Damen - Pumps, schicke Mod., echt L. XV. Dam.-Lack-Spangenschuh, mit Haifisch-Oarnit., bequemer Abs., Vacheled.- Brandsohk, hell. 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