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Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20u , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und lür denAn- zeigenteil i. B. Th.Kümmel sämtlich in Giegen. ! Um das persische Oel. Don unserem ^.-Berichterstatter. (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, Anfang Deze>müer 1932. Der Mandschureikonfliktprüfstein für den Völkerbund England und Frankreich suchen auszuweichen. — Neurath fordert einen klaren Weg. Wie eine Bombe hat hier die Nachricht aus Teheran eingeschlagen, daß die persische R e - gierung Die Konzession der Anglo- Persian-Oil C o. gekündigt habe, da niemand darauf vorbereitet war, daß die persische Regierung so weitgehende Schritte ergreifen würde. Es hat daher sogar vorübergehend eine kurze Baisse on der Börse gegeben. Das englische Kabinett, das sich seit Jahren kaum noch um den Orient gekümmert hat, geschweige denn um Bersten, hat sich hochoffiziell mit der Angelegenheit befassen müssen und on die persische Regierung eine Ant- wortnole geschickt, die vom ganzen Kabinett gebilligt worden ist, die also nicht nur, wie für gewöhnlich in solchen Fällen, die Arbeit eines einzelnen Referenten ist. Die Beunruhigung der öffentlichen Meinung ist allerdings sehr bald wieder geichwunden; man glaubt den Versicherungen der Gesellschaft, daß die Kündigung nicht auf die Beseitigung der englischen Vertragsrechte überhaupt, sondern nur daraus abziele, daß ein günstigeres Abkommen für Persien über die von der Gesellschaft zu zahlende Abgabe an den persischen Staat abgeschlossen werden solle. Man muß sich nun klarmachen, daß die Gesellschaft eine der beiden einzigen grasten Machtpositionen darstellt, die England noch heute in Persien besitzt, und zwar die größere von den beiden. Denn bie Imperial Bank of Persia, d i e englische Bank in Persien, die etwa die Hälft« des persischen Außenhandels mit den nichtrussischen Ländern kontrolliert, kann sich an Bedeutung mit der Analo-Persian-Oil Co. (kurz APOC.) genannt, nicht meßen, da die erste ein Aktienkapital von nur rund 13 Mill io iren Mark hat, während das der APOC. sich immerhin auf 230 Millionen beläuft. Die englische Politik in Persien nach dem Kriege har unter allen möglichen Einflüssen geschwankt. In Lieser Politik der Erhaltung und Stärkung der Unabhängigkeit Persiens spielte auch die APOC. ihre bedeutsame, in Europa wenig bekannt« Rolle. Diese Gesellschaft, die ursprünglich von dem Australier D'Arey im Jahre 1001 gegründet wurde, gehört seit dem Jahre 1913 praktisch dem britischen Admirals st ab, da der englischen Regierung nicht weniger als rund zwei Drittel der Aktien gehören. Das hat aber nicht gehindert, daß sie doch nach kaufmännischen Gesichtspunkten geleitet wurde, da man ja immerhin ein so großes Unternehmen in einem fremden Lande nicht rein nach militärischen Gesichtspunkten verwalten tann. Gerade diese kaufmännische, und wie der Fachmann zugeben muß, überaus solide geschäftliche Leitung scheint sich nun aber zu einem Verhängnis zu entwickeln. Denn während in normalen Jahren, h. also in den letzten drei Jahren, der Reingewinn der Gesellschaft sich auf etwa 130 Millionen Mark stellte, so daß diese der persischen Regierung fine Abgabe von etwa 26 Millionen Mark (ein Fünftel bis ein Sechstel des gesamten persischen Staatshaushalts) zahlen konnte, sind nach den soliden kaufmännischen Methoden und infolge der Abschreibungen, die diese erfordern, im Jahre 1931 nur noch sechs Millionen an die persische Regierung gezahlt worden, so daß liefe sich um den Gewinn geprellt fühlt. Ein Gefühl, das um so verständlicher wird, wenn man lieft, laß die englische Regierung an Aktiensteuer allein non der Gesellschaft, da sie ja nach englischem Recht als englische Gesellschaft in London errichtet ist, fast 18 Millionen Mark bezogen hat. Wo bleibt da, so fragt man sich in Persien, das Recht des eigentlichen Besitzers? Der Streit um di« Höhe der Abgabe, die von ber APOC. zu zahlen ist, ist somit durchaus verständlich, und man hat den Eindruck, daß auch di« Gesellschaft selbst eingesehen hat, was für ein schwerer Fehler es war, daß man die persische Regierung mit der Abgabe für 1931 so schlecht stellte. Ne Gesellschaft hat sich daher schon seit einigen Monaten bereit erklärt, in eine Aenderung ihres Vertrages mit der persischen Regierung einzuwilligen. Aber die Kündigung des Vertrages in diesem Stadium, besonders nachdem bereits eine Erhöhung der Leistung für 1931 zu gestanden war, ist doch überraschend gekommen, da das zeigt, wie sehr die persische Regierung gewillt ist, aufs Ganze zu gehen. Man muß aus dem Vorgehen ler Regierung schließen, daß andere Leute hinter ihr stehen, und in London sagt man denn auch ganz effen, daß man hinter dem Vorgehen der Perser ben Ra t der Russen sehe. ... Daß Rußland nichts dagegen hat, daß die Engender aus Persien ganz und gar hinausgeworfen Derben, ist selbstverständlich. Daß sie daher auch mit jeder Schwächung der englischen Position einver- sianden sind, liegt auf der Hand —, daß sie aber £ud) Petroleuminterefsen haben, das weiß man eben nicht»immer. Und in dem Kampf zwischen dem englischen und dem russischen Petroleum spielen die persischen Oelfelder eine sehr bedeutsame Rolle. Seitdem im Jahre 1930 eine enge Verbindung zwischen 2 eterdi n g, dem großen Gegenspieler der Rus- ffn, und der APOC. besteht — die beiden Gesellschaften haben eine gemeinsame Verkaufsorganisation geschaffen —, hat die Propaganda gegen die APOC. in Persien nicht geruht. Seitdem der Versuch, eine Verständigung zwischen den Russen und 2etcrbing herbeizuführen, gescheitert ift, hat sich diese Propaganba verstärkt — unb bie Artikel ge- flen die letzte Bilanz ber APOC. in der persischen "resse verraten eine so sachkundige Hand, daß man | größere Interessenten dah'nter '»ermuten muß. End- jede Aenderung der Konzession, die zu höheren * Genf, 7. Rov. (TU.) Sn der außerordentlichen Dollversammlung des Völkerbundes kamen am Mittwochnachmittag nach den Erklärungen der kleinen Mächte nunmehr die Vertreter der Großmächte zu Wort. Paul-Boncour beschäftigte sich in einer fast einstündigen phrasenreichen Rede mit dem japanisch-chinesischen Streitfall, ging jedoch einer eindeutigen Stellungnahme mit großem Geschick aus dem Wege. Die Völkerbundsversammlung soll nach Paul-Doncour ein Vermittlung s° verfahren einleiten und aus den Feststellungen des Lyttonberichts zu den Ursachen des Konflikts zur Tatsachenlage und der Ausrufung des mandschurischen Staates bestimmte Regeln herausarbeiten, die die Grundlage eines feierlichen Appells der Völkerbundsversammlung an die beiden Mächte bilden soll. Jedoch sollen die praktischen Vorschläge des Lyttonberichts für die Regelung der gesamten mandschurischen Frage zunächst beiseitegelassen werden und das Vermittlungsverfahren sich nur auf allgemeine Feststellungen des Lyttonberichts beschränken. Der englische Außenminister Simon suchte in seiner Rede eine mittlere Linie zwischen den japanischen und chinesischen Interessen zu halten. Es liege nicht der gewöhnliche Kriegsfall oder Einbruch in ein fremdes Land vor. Zur Beilegung des Konflikts müßten jedoch die Methoden des Völkerbundspaktes angewendet werden. Die bloße Wiederher st ellung des früheren Zustandes fei vollständig ausgeschlossen, weil dadurch d i e Ursache des Streites wieder aufleben und eine Wiederholung der Unruhen eintreten würde. Simon schlug sodann vor. daß zum 19er Ausschuß der Dö^kerbundsversammlung, der mit der Beilegung des Streitfalles beauftragt werden soll, Vertreter der amerikanischen und der sowjetrussischen Regierung zugezogen werden sollten. Japan wolle auch weiterhin ein loyales Mitglied des Völkerbundes bleiben. Oer deutsche Standpunkt. Reichsauhenminister von Neurath gab bann in deutscher Sprache eine Erklärung über ben grundsätzlichen deutschen Standpunkt ab, in der er u. a. aus führte, welches ganz besondere Interesse gerade ei n entwaffneter Staat mie Deutschland daran habe, daß der Völkerbund sich als geeignet erweise, alle Konflikte auffriedlichem Wege zu einer gerechten Regelung zu führen. Deutschland habe im Völkerbund mit besonderem Nachdruck darauf hinzuwirken versucht, die friedliche Austragung von Streitigkeiten dadurch zu fördern, daß durch ganz genaue und im Konfliktsfalle sicher wirksame Verpflichtungen der Staaten der Möglichkeit des Einsatzes militärischer Mittel vorgebeugt werde. Der mandschurische Konflikt sei eine nur allzu handgreifliche Bestätigung der Richtigkeit dieser Bemühungen. Die Erfahrung der letzten Jahre habe aller Welt gezeigt, w i e schwierig bie Aufgabe des Völkerbundes fei, wenn es in einem Streit erft einmal zum Einsatz militärischer Machtmittel gekommen sei. Daraus müssen wenigstens für bie Zukunft die notwendigen Folgerungen gezogen werden. Der Lyttonbericht kennzeichne den mandschurischen Streitfall dahin, daß in der Mandschurei die Gegensätze der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Interessen und Kräfte ; u einem Zusammenprall geführt hätten, dem das verwickelte, die beiderseitigen Beziehungen als den bisherigen Abgaben an die persische Regierung zwingt, hat zur Folge, daß das persische Petroleum der APOC. nicht mehr f o billig verkauft werden kann wie bisher, bedeutet also ■Mjminiieft einen erhöhten Gewinn für bas Bakuer Oel —, unb da sollte man glauben, daß niemand anderes an ber Angelegenheit interessiert sein sollte? In Lonbon jebenfalls ift man skeptisch. — Wenn bie persische Regierung ihre Interessen energisch wahrt, so wird man also das vollste Der- itänbnis bafür haben — anderseits ist aber eben doch auch nicht zu bezweifeln, daß das ganze eine eminent politische Bedeutung hat, da von dem Ausgang dieses Streites zweifellos mit abhängt, ob der Delfrieben zwischen Engländern und Russen zustanbekommt, und damit eines der Haupthindernisse für eine englisch-russische Verständigung beseitigt wirb, ober nicht. Es riecht also zweifellos wieder einmal nach Oel in ber Weltpolitik unb es ift kein Zufall, daß ber neue Oelkrieg wieder in Persien beginnt, genau wie einst vor zehn Jahren ber Kampf um Mossul... Regierungskrisis in Finnland. H e Ising so r s, 7. Dez. (TU.) Die finnische Regierung ift zurückgetreten. Im Kronrat wurde von der Agrarmehrheit ber Regierung der Antrag gestellt, dem Reichstag einen 'Vorschlag zur Zinfenregelung vorzu legen, wonach für ausgeliehenes Gelb höchstens 7 v. H. Jahreszinsen genommen werden dürften. Der Staatspräsident hat den Vorschlag abgelehnt. Von den zehn Mitgliedern der Regierung gehört die Hälfte zur Agrarmehrheit. Die übrigen ^Mitglieder stehen auf feiten des Staatspräsidenten. regelnde Rechlssystem, in dem hoheilsrechte und Servituten einander überlagern und überschneiden, nicht habe standhallen können. Um der gestellten Aufgabe gerecht zu werden, müsse daher der Völkerbund einen konstruktiven plan finden, der den Streit wirklich endgültig aus der Mett schaffe und damit auch der Entstehung neuer Streitigkeiten in jenen Gebieten vorbeuge. Der Völkerbund dürfe f i ch lebendigen Entwicklungen, wie sie in der Mandschurei heroorgetreten seien, nicht verschließen. Dagegen habe er die Aufgabe, solche Entwicklungen in friedliche Bahnen zu leiten und damit das Ziel zu erreichen, daß der Einsatz militärischer Machtmittel als eine der Vergangenheit angehörige Methode endgültig überwunden werde. Dazu bedürfe es gar nicht neuer juristischer Systeme. Ls sei nur notwendig, daß die Regierungen den Grundsätzen der völkerbundssahung und des kelloggpaktes ihrem wahren Geiste nach Geltung verschafften. Alle Mitglieder des Völkerbundes hätten das gleiche Interesse und die gleiche Pflicht, dazu beizutragen, daß das gute Einvernehmen zwischen den beteiligten Staaten wiederhergestellt und damit die Gefährdung des Weltfriedens beseitigt werde. Es sei kein Zufall, daß der Völkerbund jetzt in doppelter Weise in ein kritisches Stadium seiner Entwicklung geraten sei. Reben dem mandschurischen Konflikt harre in Genf e i n anderes Problem der Lösung, das die ganze Welt bewege. Dieses andere Problem stehe hier nicht zur Diskussion. Es sollte jedoch eine wirklich sichere Gewähr dafür geschaffen werden, daß künftighin Konflikte nicht nach machtpolitischem Ausgleich drängten, sondern ohne Einsatz militärischer Machtmittel e'.i gerechte und billige Regelung fänden. Damit die Autorität des Völkerbundes für diesen seinen höchsten Zweck gestärkt werde, muhte für einen völligen Verhandlungspause in Genf. Man wartet HerriotS und Macdonalds Rückkehr ab. Genf, 7. Dez. (TU.) Die zu Mittwochabend unter dem Vorsitz des englischen Außenministers Simon einberufene neue Besprechung der fünf Großmächte ist angeblich infolge der ausgedehnten Aussprache der Vollversammlung über den japanisch-chinesischen Konflikt auf Freitag verschoben worden. Der wahre Grund ist jedoch der allgemeine Wunsch, die Verhandlungen möglichst bis zu der für Freitag oder Samstag erwarteten Rückkehr Her riots und Macdonalds hinauszuzögern. In den beteiligten Kreisen besteht der Wunsch, den deutschen Vorschlag und die Erklärung Her- riots zur Gleichberechtigungsfrage miteinander z u verbinden und damit einen Ausweg aus der völlig festgefahrenen Lage der Abrüstungskonferenz zu schaffen. Es soll die Absicht bestehen, den in dem deutschen Vorschlag vorgesehenen Sachverständigenausschuß der fünf Großmächte zu beauftragen, eine Lösung der materiellen und formellen Gleichberechtigungsfrage auf der Grundlage der g e st- rigen Erklärung Herriots zu finden. Rach der deutschen Anregung soll dieser Sach- verständigenausschuh späte st ens b i s Ende Januar einen Vorschlag ausgearbeitet haben, in dem die deutsche Gleichberechtigung anerkannt und unter Beseitigung des Teiles V des Versailler Vertrages das künftige Abrü - stungsabkommen als die allgemeine und damit auch für den deutschen Rüstungs- stand gültige Regelung festgesetzt werden. Die fünf Großmächte sollten dann Ende Januar zur endgültigen Entscheidung der Gleichberechtigungsfrage von neuem zusam- mentreten. Rach der sehr allgemein und vage gehaltenen französischen Gleichberechtigungsformel soll die deutsche Gleichberechtigung im Rahmen eines Systems anerkannt werden, das die gleiche Sicherheit allen Mächten gewährt. Man will nun erst die Stellungnahme der deutschen Regierung zur französischen Gleichberechtigungsformel abwarten, glaubt aber, daß sodann eine Verbindung zwischen dem deutschen Vorschlag und der französischen Formel eine Weiterführung der Verhandlungen ermöglichen wird, die die Gleich- berechtigungssrage im Sinne der deutschen Forderung beantworten und damit zur Rückkehr Deutschlands in die Abrüstungskonferenz führen könnte. Der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände an Aeurath. Berlin, 7. Dez. (ERD.) Der Arbeitsausschuß Deutscher Verbände hat an den Reichsminister des Aeußern Frhrn. v. Reurath in Genf ein Telegramm gerichtet, in dem gesagt wird, daß die öffentliche Meinung der ganzen Welt, die der zur Durchführung der allgemeinen Abrüstung zusammengetretenen Konferenz mit den größten Hoffnungen entgegengesehen habe, durch einen ergebnislosen Ausgang bet Verhandlungen auf das schwerste enttäuscht werden würde. Die Volker würden nicht verstehen, wenn das Versagen der Konserenz durch einen leinen Frieden und keine Sicherheit bringenden Beschluß vertuscht werden würde. Im deutschen Volke aber würde das bittere Empfinden zum Durchbruch kommen, daß es auch weiterhin wehrlos inmitten hoch gerüsteterStaaten stchm würde. Es habe gehofft, daß Recht und Gerechtigkeit es aus dem Zu st and der dauernden Unsicherheit herausbringen würden. Die deutsche Entwaffnung sei nicht bedingungslos, sondern nur a l s Einleitung der allgemeinen Abrüstung von Deutschland angenommen und durchgeführt worden. Dreizehn Jahre lang habe das deutsche Volk vergebens auf Erfüllung der Verpflichtung der Gegenseite gewartet. Es habe sich loyal an den Verhandlungen beteiligt. Eine Vertagung der Konferenz auf drei Jahre würde in den Augen des deutschen Volkes einem Scheitern der Konferenz gleichkommen und bedeuten, daß die anderen Staaten ihren Rechtsverpflichtungen nicht nachkommen. Regierungsjubiläum des Königs von Schweden. Stockholm, 7. Dez. (TU. / König GustavV. feiert am heutigen Donnerstag das 25jährige Regierungsjubiläum. Obwohl er sich alle Ehrungen verbeten hat, feiert das ganze Land mit seinem Königshause. Am 8. Dezember 1907 starb der greife König Oscar II. und sein ältester Sohn bestieg als Gustav V. den Thron. Die Regierung König Gustavs verzeichnet auf äffen Gebieten eine glückliche und ungestörte Aufwärtsentwicklung Schwedens, woran der König kraftvoll teilgenommen hat. Im besonderen hat er dank feiner persönlichen Beziehungen zu fremden Herrscherhäusern und dank der verwandtschaftlichen Bande der Königsfamilie zu den meisten europäischen Dynastien auhenpol itisch viel für sein Land tun können; u. a. ergriff er die Initiative zum ersten Zusammentreffen der drei nordischenKönigel 1914 in Malmö) und damit zur Ausgleichung der früher bestehenden Gegensätze zwischen den nordischen Reichen. Innenpolitisch fallen in der Regierungszeit Gustav V. die Einführung des allgemeinen Wahlrechts auch für Frauen und andere Verfassungsänderungen, durch die jedoch die Stellung der schwedischen Monarchie in keiner Weise berührt wurde. König Gustav, der trotz seiner 74 Jahre geistig und körperlich noch außerordentlich rüstig ist, nimmt eine patriarchalische Stellung ein, die auch dadurch zum Ausdruck kommt, daß er feine Landeskinder mit „Du" anredet. In allen Bevöttcrunngskreisen wird dem greifen König große Hochachtung und Liebe entgegengebracht. Oer neue Bundespräsident der Schwerz. Itztzprozentige Golddeckung des Franken. Bern, 7. Dez. (WTB.) Der Sweizerijche 9lationalrat hat mit 85 von 126 abgegebenen Stimmen Nationalrat Dollfus (katholisch-kom servativ) jum Präsidenten unb Nationalrat Huber (Soz.) zum Vi zepräsibenten mit 99 von 155 ab gegebenen Stimmen gewählt. Bei ber Beratung des Voranschlages für 1933 gab ber Vorsteher des Finanzdepartements, Bundesrat MuIy, ein längeres Exposch wobei er über bie Lage bes Schweizer Franken u. a. ausführte, baß die Golddeckung der Schweizerischen Nationalbank 166 Prozent des gesamten Papiergeldumlaufes erreiche, während bas Gesetz nur eine Deckung von 40 Prozent verlange. Die Schweizerische Nationalbank lei ip ber Lage, bie Gesamtheit ihrer umlaufenben Banknoten in Gold auszubezahlen. Auch bie Privatbanken seien reichlich mit Gold versehen. Die Schweiz fei nicht an das Ausland verschuldet. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten der Schweizer Banken würden ohne Schwierigkeit erfüllt werden. Die sofortige Rückzahlung einer Milliarde in Gold an bas Auslanb würbe ber Schweiz nicht bie geringsten Schwierigkeiten verursachen. Es wäre sogar von Vorteil für die Schweiz, wenn ein Teil dieses Goldes zurückge- rufen würde, das in der Schweiz untätig lieg« unb Gastfreundschaft genieße. Ausgleich der militärischen Machtmittel aller Staaten gesorgt werden. Dieser Ausgleich sei die erste und unbedingte Voraussetzung für eine friedliche Streitschlichtung, eine Voraussetzung, ohne deren Verwirklichung alle juristischen Mittel probleinatisch blieben. 5>ätte es dafür noch eines Beweises bedurft, so würde er durch die Vorgänge im Fernen Osten erbracht worden sein. Scharfer Vorstoß der kleinen Mächte gegen Japan. Die tschechoslowakische, die spanische und die irländische Regierung haben den Antrag eingebracht, die mandschurische Frage auf folgender Grundlage zu regeln: 1. Das militärische vorgehen Japans hat nicht den Charakter der Selb st Verteidigung. 2. Der mandschurische Staat ist nicht durch den freien willen der mandschurischen Bevölkerung gegründet worden. 3. Das vorgehen Japans bedeute eine Verletzung des Völkerbundspaktes und der internationalen Verträge. 4. Die amerikanische und die sowjetrussische Regierung werden zu den Arbeiten des ISer-Aus- schusses zugezogen. General Gupingwen den Japanern ausgeliefert? London, 8. Dez. (VTB. Funkspruch.) Rach einer Reutermeldung aus Tsitsikar haben die Sowjetbehörden den vor einigen Tagen auf sowjetrussisches Gebiet geflüchteten und internierten chinesischen General Supingwen zusammen mit 40 chinesischen Soldaten den japanischen Militärbehörden in Monds ch u r i a ausgeliefert. Unter den Ausgelieferten soll sich auch General Matschangtschen befinden. Die Kammer will Herriot stürzen. Eine Demonstration an die Adresse Washingtons. P a r i s, 7. Dez. (TU.) Herriot wird am Donnerstag oder Freitag den Kammerausschüssen m tteilen, ob Frankreich beabsichtigt, seiner Zahlungsverpflichtung am 15. Dezember nachzukommen ober nicht. Die Regierung würde es natürlich gern sehen, wenn bis zur Kammeraussprache eine amerika- uische Antwort auf die zweite französische Rote eingetroffen wäre. Man weih jedoch nicht, ob die Washingtoner Regierung überhaupt zu antworten beabsichtige. „Paris Soir" glaubt zu wissen, daß Herriot der Kammer vorschlagen wird, den fälligen Betrag b e i der Bank von Frankreich zu hinterlegen, damit die Regierung die Besprechungen mit Amerika und England fortsetzen könne. Die Kammer werde sich jedoch in ihrer großen Mehrheit gegen diesen Vorschlag, wie überhaupt gegen jede Zahlung aussprechen, die nicht durch eine gleich hohe Zahlung Deutschlands ausgeglichen sei. Ueber die Vertrauensfrage, die Herriot im Zusammenhang mit feinem Vorschlag stellen werde, werde die Regierung Hann gestürzt. Der gleichen Auffassung rst auch der „Intransigeant".Es soll sich dabei jedoch nicht um ein Mißtrauensvotum für die französische Regierung handeln, sondern ausschließlich um eine Kundgebung der Kammer an die Adresse des amerikanischen Kongresses. Man ist der festen Ueberzeugung, daß Herriot sofort wieder mit der Neubildung der Regierung beauftragt werde. mooni oiMiI Vornan von Margarete Ankelmann. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) Nachdruck verboten. Der Morgenwind pfiff durch die Straßen, kam um die Ecken gefegt und traf erbarmungslos die Menschen, die schon so früh ihrer Arbeit nachgehen mußten. Fröstelnd zogen sie die Lieberkleider enger um den Körper: dieser Wind ging einem durch und durch. Seit acht Tagen hatte man sich über die warme Witterung gefreut, hatte das Rahen des Frühlings geahnt, hatte ausatmend die ersten warmen Sonnenstrahlen begrüßt. Lind jetzt auf einmal, über Rächt, war es wieder bitter kalt geworden, war der schreckliche Winter zurückgekommen. Hastig liefen die frierenden Menschen dahin oder trippelten an den Haltestellen der Elektrischen ungeduldig hin und her. Die Tür eines Miethauses öffnete sich, ein junges Mädchen kam heraus. Die kleine Baskenmütze sah schief auf dem rechten Ohr und ließ einen tiesichwarzen, gutgeschnittenen Pagenkopf sichtbar werden. Erschauemd apgen zwei kleine, mit billigen Handschuhen bekleidete Hände den dunkelblauen Trenchcoat fest am Hals zusammen, um dann schnell wieder in den Manteltaschen zu verschwinden, wobei die mit Brotschnitten und Thermosflasche vollgestopfte Aktentasche unter dem Arm fest an den Körper gepreßt wurde. Mein Gott, was war das für eine Kälte! Die Tränen schossen dem jungen Ding in die Augen, die Rase war in den wenigen Augenblicken schon ganz rot geworden. Magdalene Winter schüttelte sich, als jetzt ein Windstoß daherfegte und den Rock hochwarf. Warum war auch gerade sie dazu verdammt, jeden Morgen um dreiviertel acht ins Büro wandern zu müssen, während so viele andere junge Mädchen weiß Gott wie lange in den Federn liegen und sich ausruhen konnten? Ein tiefer Seufzer entfloh den roten Lippen Magdalenes. Dabei trabten die Füße eilig über das Pflaster. Das Geschäft, in dem sie als Schreibmaschinenfräulein angestellt war, war ziemlich weit entfernt: der Weg streckte sich mächtig, besonders wenn man verschlafen hatte Frau Hahn, ihre Wirtin, hatte heute selbst ^rschlafen, und alles war heidi gegangen. Der Kaffee war so heiß gewesen, daß Magdalene ihn kaum hatte trinken können, und daß sie sich den Mund dran verbrannt hatte. Sie hatte heute auch nur flüchtig Toilette machen können. Das Waschwasser war eisig lalt Oer Görlitzer Gistmordprozeß. Lteberraschende Wendung: das Geständnis des Angeklagten Zust. Im einzelnen schildert der Angeklagte die Mordtaten wie folgt: Seiner zweiten Ehefrau habe er am Tage der Entbindung das Arsen in schwarzen Kaffee und auf Kuchen gestreut zugeführt. Auf die Frage des Vorsitzenden, ob er denn keine Reue gehabt habe, antwortet Just: ,Zch weiß nicht, wie ich dazu gekommen bin. Ich muß wohl von Sinnen gewesen sein." Die Frage nach dem Motiv der Tat beantwortet der Angeklagte: „Meine Frau sollte sterben, weil sie sich zu meiner Schwiegermutter zurückziehen wollte." Just schildert dann, wie er sich bei einem Drogisten das Gift zur Ermordung der Familie Grobas beschafft hat. Er behauptet aber nach wie vor, daß er ursprünglich sich selbst damit vergiften wollte. Er habe in seinem Leben so viel Bitteres kennen gelernt, daß er sich nicht wieder aus die Straße habe setzen lassen wollen. Die Frage des Vorsitzenden, ob er denn keine Bedenken gehabt habe, auch das kleine Kind der Grobas zu vergiften, beantwortet der Angeklagte dahin, daß es wohl auch für das Kind besser gewesen sei, wenn es tot war. Es werden dann noch die A n g e h ö r i g en des Angeklagten vernommen, die ihm ein gutes Zeugnis ausstellen und sich nicht denken können, wie Just auf die Idee gekommen ist, seine Verwandten zu vergiften. Die Ehefrau des Angeklagten, Frau Maria Just, bricht während ihrer Vernehmung in Tränen aus und stammelt zunächst unverständliche Worte. Sie will nichts davon gesehen haben, wie Just den anderen das Gift beibrachte. Einmal habe'sie auf schwarzem Kaffee Schimmel bemerkt, so daß sie den Kaffee fortgegossen habe. Der 71jährige Vater, der Schuhmachermeister Just, bekundet, daß er seine Kinder immer streng erzogen habe und meint, daß der Krieg der kritische Wendepunkt im Leben seines Sohnes gewesen sei. Die Zeugin Frl. Kleinert aus Köln, die den Just 1931 in Köln kennen lernte, gibt eine ausführliche Schilderung des Bekanntschaftsoerhältnisses mit dem Angeklagten Just, der ihr zunächst erklärt habe, daß er unverheiratet sei, später aber eingestanden habe, daß er eine Frau habe. Sie habe ihm geraten, nach Hause zurückzufahren, was Just auf ihre weiteren Vorhaltungen hin gemacht habe. Nach seiner Ankunft in Klein-Partwitz habe er ihr geschrieben, daß er seine Frau (es handelt sich um die dritte Frau des Just) schwer herzkrank angetroffen habe. Der Arzt zweifle an ihrem Aufkommen. Bei seinem zwecken Aufenthalt in Köln habe ihr Just einen Heiratsantrag gemacht mit den Worten: „Wenn meine Frau stirbt, heirate ich dich: ich erbe dann die Wirtschaft." Der Airgeklagte will nichts davon wissen, der Zeugin erklärt oder geschrieben zu haben, daß seine Frau schwer krank sei. Auch die übrigen Hauptfragen bestreitet der Angeklagte (Justs dritte Frau ist in Wirklichkeit nicht krank gewesen). Aus aller Well. Das Explosionsunglück bei Aaihenow. Die Bergungsarbeiten gestatten sich außerordentlich schwierig. Den Feuerwe-Hrmannischas- ten boten sich dabei erschütternde Bilder. Beim Weg- räumen einer großen Schutthalde fand man u. a. drei menschliche Beine, die mit verschiedenerlei Strümpfen bekleidet waren. Es muß angenommen werden, daß hier weitere drei Personen den Tod gefunden haben. Vermißt werden jetzt, nachdem sieben Tote geborgen worden sind, noch die Leichen des Schlosserrnersters T h i e -Rathenow und seiner drei Lehrjungen, sowie die Leiche des Meisters Winkens. Da kaum anzunehmen ist, daß diese fünf Personen noch lebend geborgen werden können, wurden die Bergungsarbeiten am Abend eingestellt. Dor allem soll' zunächst auch das Gebäude weiter abgeftützl werden, um einen neuen Einsturz zu verhüten. Das Befinden der im Rcckhe- nower Kreiskrankenhaus befindlichen sechs Schwerverletzten bat sich, bis auf einen, etwas gebessert. Es besteht bei fünf Verletzten keine unmittelbare Lebensgefahr mehr, während bei dem sechsten, dem Arbeiter Otto G a n tz e r, mit dem Ableben gerechnet werden muß. lieber die Ursache des schweren Unglücks besteht noch keine Klarheit. Es wird jetzt auch vermutet, daß nicht die Explosion einer Sauerstoff.asche, sondern eine Explosion in den Säureleitungen die Katastrophe verursacht hätte. Amerikanischer Schlepper im Sturm gesunken. Wie aus St. Johns (Reufundland) gemeldet wird, ist der Reuyorker Schlepper „Sandbeach", der in der Höhe von Labrador am Wrack des englischen Kreuzers „Raleigh" arbeitete, bei einem heftigen Sturm gesunken. Man befürchtet. daß die 19 Mann starke Besatzung ums Leben gekommen ist. 13 Mann der Besatzung sind bereits als Leichen an den Strand gespült wordern Folgenschwerer Jagdunfall. — Lin Toter, zwei verletzte. 3n der Rähe von Rordhausen ereignete sich während einer Jagd ein folgenschwerer Unfall Der aus Liebeleben stammende Sanitätsrat Dr. Klemm wurde durch einen Schuß aus dem Gewehr eines anderen Schützen tödlich getroffen. Der Schütze wurde ebenfalls schwer verletzt, während ein dritter Jäger leichte Verletzungen davontrug. Wie verlautet, soll der unglückliche Schütze gestürzt sein, wodurch sich der Schuß gelöst hatte. Verleihung der walter-Rathenau-Medaille an Dr. Melchior und Harry Graf Kehler. In der öffentlichen Hauptversammlung der Wal -- ter-Rathenau-Gesellschaft in Berlin überreichte Ministerialdirektor Dr. Brecht namens des Vorstandes der Walter-Rathenau-Gesellschaft Dr. Karl Melchior (Hamburg) und Harry Grafen Keßler die Walter-Rathenau-Me- d a i l [ e. Verkehrsunglück in Polen. — vier Tote. Ein Bauernwagen wurde beim Ueberqueren des Bahndamms bei der polnischen Kreisstadt Radom von einem Schnellzug erfaßt. Vier vom Markte heimkehrende Händler wurden zermalmt. Der Führer des Gespanns blieb unverletzt. Line Fliegerin tödlich abgestürzt. Auf dem Flugplatz Staaten bei Berlin stürzte eine Klemm-Sportmaschine aus bisher unbekannter Ursache ab. Die Führerin, ein Frl. von Löben, erlitt schwere Verletzungen, an denen sie bald darauf st a r b. Der preußische Staat zu Schadensersatz verurteilt. Nach dem schweren Brückenunglück vor zwei Jahren in Koblenz hatte sich die Mehrzahl der Hinterbliebenen der Verunglückten zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen, um gegen Reich und Staat Schade'n sersatzansprüche geltend zu machen. Vor der 2. Zivilkammer des Landgerichts in Koblenz fand dieser Tage eine solche Klagesache ihren Abschluß, indem der Staat Preußen wegen fehlender Beaufsichtigung durch Beamte zu Schadensersatz verurteilt wurde. gewesen. Sonst, wenn Hähnchen nicht verschlief, bekam sie immer ihren Bottich mit warmem Wasser: aber heute hatte es dazu natürlich nicht mehr gereicht. Ach, ein armer Mensch war wirklich beklagenswert. Lind dabei hatte sie gerade heute so schön geträumt, so daß sie Frau Hahn ganz entgeistert angestarrt hatte, als sie sie unsanft weckte. Also war das alles wieder einmal nur ein Traum gewesen: ein Traum, daß sie reich und glücklich war — nichts als ein Traum! .Lene, hallo! Willst du mich nicht mitnehmen?" Magdalene Winter rümpfte die hübsche Rase, als sie diesen Anruf hörte, und schnippisch sah sie dem jungen Mann entgegen, der gerade über die Straße herüber kam und auf sie zueilte. Es war Arnold Becker, der zusammen mit ihr als Kontorist bei der Firma Teutobert Fischer, Drahtgitter- und Eifenwarenfabrik, angestellt war. „Guten Morgen, reizende Kollegin!" „Red' nicht so viel Llnsinn am frühen Morgen", war Magdalenes unwirsche Antwort. „Ra, was ist los, Lene? Mit dem verkehrten Fuß aufgestanden heute?" „Ich heiße nicht Lene, sondern Magdalene, wie ich dir schon des öfteren gesagt habe." „Oh. Pardon, liebwerte Kollegin — ich vergaß ..." Er mußte ein Lächeln unterdrücken. Ja, das war so eine Schwäche von der Magdalene. Man fiel sofort in Ungnade, wenn man sie mit Lene anredete, wenn man ihren langen Ramen auf diese Weise abkürzen wollte. Sie wollte das nicht hören. Das sei albern und altmodisch, wie aus Großmutters Hondlörbchen. Man könne vielleicht Magda zu ihr fragen, das ließe sich noch hören. Lieberhaupt, daß sie so einen langweiligen Ramen mit auf den Lebensweg bekommen hatte — Magdalene Winter ausgerechnet —. damit war sie gar nicht einverstanden. 3m Büro lächelte man über diese Schwäche der Kleinen, die sonst ein lieber und vernünftiger Kerl war. Sie hatte ein hübsches Gesicht, große, graue, schwarzumwimperte Augen, die schon manchen Jüngling angelockt hatten. Diese Anbändeleien blieben indes immer nur von kurzer Dauer. Das kleine Fräulein stellte zu große Ansprüche an ihre Verehrer. Sie wollte nur in vornehme Lokale und Ver» miügungs'tätten geführt werden: gewöhnliche Kaffeehäuser oder einfache Bierlokale waren nicht nach ihrem Geschmack. Im Theater sah sie auch nicht gern aus einem billigen Platz: Stehparterre oder dritter Rang kamen schon gar nicht in Frage. Magdalene Winter war ganz auf Vornehmheit eingestellt, und deshalb waren ihr alle diese jungen Herren nicht recht, die sich um ihre Gunst bemühten. Meistens kam sie schon das zwettemal nicht mehr zum Rendezvous. Das alles hatte ja keinen Zweck! Dabei kam sie nicht weiter. Sie wollte ihr Leben genießen: aber nicht auf so billige und gewöhnliche Weise wie ihre Kolleginnen. Wenn es nichts anderes für sie gab, dann blieb sie lieber zu Hause. Man schüttelte den Kopf über Magdalenes Vornehmheitsmarotte. Und Hippolyt Ho, f mann, der langjährige alte Buchhalter der Firma Fischer, ein alter Griesgram, nannte sie eine verrückte Liese. Magdalene hatte das gehört, und seit diesem Tage war er ihr Todfeind geworden. Das würde sie ihm nie verzeihen. Wenn sie seitdem vom Chef irgendeiner Unachtsamkeit wegen getadelt wurde, so war sie überzeugt davon, daß Hippolyt seine Hände im Spiel und sie beim Chef verpetzt hatte. Schweigend legten die beiden ihren Weg zum Büro zurück. Der junge Mann hatte verschiedene Male versucht, ein Gespräch in Gang zu Bringen, ohne daß er seine Gefährtin aus ihrer Schweigsamkeit hätte reißen können. Endlich waren sie angelangt, schritten die Steintreppe hinauf, die zitz den im ersten Stock liegenden Kontorräumen der Fischerschen Fabrik führte. Magdalene Winters Morgengruh klang ziemlich verdrießlich. „'n Morgen, Winterchenl" „Guten Morgen, Lene!" „Schön' guten Morgen, gnädiges Fräulein Magda!" brüllte der Lehrling Heinrich über die anderen hinweg und verzog sich dann im Galoppschritt, um so der sicheren Ohrfeige zu entgehen, die ihm für seine Frechheit drohte. Mit finsterer Miene nahm Magdalene ihren Platz ein, verstaute ihre Brote und die Thermos« flasche in ihrem Schubfach und schielte, nicht gerade erfreut, auf ein Bündel Rechnungen, Ne, zum Adtippen bereit, auf ihrem Platze lagen. 3nge Heinzius und Friedel Behr, ihre Schreib- mafrchinen-Kolleginnen, suchten ein Gespräch mit tpr anzuknüpfen. Aber Magdalene war heute nicht dazu aufgelegt; sie machte ihr abweiserck>stes Gesicht, und die Mädchen gaben ihre Absicht achselzuckend auf. An solchen Tagen war mit iprer Kollegin noch weniger anzufangen als sonst, das wußten sie aus Erfahrung. Magdalene Winter hatte inzwischen ihren kleinen -Laschenkamm herausgeholt. Sie zog ihn durch die tiesschwarzen Haarsträhnen, um dem Pagenkopf den richtigen Sitz zu geben. Dabei sah sie so intensiv in den kleinen Spiegel, daß sie die ^obochtenden Blicke nicht bemerkte, die der alte Buchhalter schon seit einiger Zeit durch die Glasscheiben seines kleinen Extrakabinetts auf sie sandte. Jetzt schob er ein kleines Fensterchen in die Höhe und klopfte mit dem Bleistift gegen das Glas. IW Slttz'N 'Sichen an- iC; ©nbirra 0; Lauch 51 .0 bis 35; J 1,00: Aolkra tont 8 bis tibtn 8 bis bti 8; @rünft ia! 80 bis 1, 5 bis 60: & 3; W W 35 I 10 bis Mr 6) bis i ris 40; M !2 bis 14; 6 oft lediglich zu Schönheitszwecken in Gebrauch ge- nommene Puderquaste auch einmal für hygienisch Zwecke in Bewegung zu setzen! Bei großer Kälte ist es nicht angebracht, sofort nach dem Betreten des Zimmers die Nähe bef heißen Ofens aurzufuchen. Der jähe Terüperatui- wechsel ist nämlich für die Blutgefäßneroen beson- ders schädlich und setzt deren Widerstandskraft atf die Dauer bedeutend herab. :{jcn Dochcnr ;cnbbutter 1,< A fifct 1*' 1 u« ?isjioina" unb dir t Wlypistin, H gewinnt on de' "1° Mer. die ■ Ml, ws1 f bas wahre . * «* r iw unb vor :ier Mg Ijtogaretf M «t erschienene: Unrecht, sich weigern, rechtzeitig Ohrenklappen zulegen. Ganz belonders schwierig ist der Schutz der Nase. Ein fetthaltiger Puder wird hier am Platz! sein. Den Frauen wird es nicht schwer fallen, die |i greift dann zu Abreibungen mit Kampsevspiritu; und Franzbranntwein. LflDimtr 1|( Bq anders schwierig sind die Frostschäden ai ,V g Ohren unb Nase zu behandeln, die im Gegensatz zu Händen und Füßen durch die gewöhnliche Kleidung wenig geschützt sind, zumal viele Leute, vielleicht nu Iw “"L ßtrofi y» ft Aus der Provinrialbaupistadl. Frostschäden. Don Dr. med. Hans Dolkenborn. Die ersten Boten des Winters haben sich gemetod, Wenn wir auch noch nicht wissen, ob wir wiede, wie vor einigen Jahren, einem besonders harr« Winter mit strenger Kälte ausgesetzt sein werde,, so lohnt es doch, vorbeugend sich die nötigen Moj. nahmen für die Gesundheit klar zu machen. Wie bei vielen anderen Krankheiten, liegt auh bei den Frostschäden die wirksamste Behandlung ii der Vorbeugung. Wir alle wissen, daß ein Ohr, obr ein Finger, oder ein Fuß, der einmal richtig erfr» ren war, auch nach völliger Heilung immer wiede dazu neigen wird, nochmals zu erkranken, wenn bcs Thermometer die Nähe des Gefrierpunktes erreich. Die Ursache für diesen mißlichen Zustand ist b einer Veränderung des Wutgefäßsystems der o krankten Körperteile zu erblicken Die Dlutverso- gung der betreffenden Gegend unserer Haut gell nicht mehr ordnungsgemäß vor sich, und schwere:, Rötungen, Schwellungen unb sogar Geschwürbi. düngen sinb die Folge. Leider behätt die einmal ei krankte Blutgefäßabteiluna ihre verminderte Wider, standskrast unb bringt sich bei einsetzender Kä?e sofort wieder unangenehm in Erinnerung. Weshalb werden gerade die Hände, die Ohres unb mitunter auch bie Nase besonbers von bei Frostschäden befallen? Die Erklärung ist einfach Diese Organe sind am weitesten von dem Apporcl entfernt, der unsere Blutversorgung reguliert, narr» lich von dem Herzen. Die geringste Störung wir) sich bei ihnen am leichtesten bemerkbar machen. E; kommt deshalb nicht nur daraus an, die einmcl geschädigten Teile des Körpers in Zukunft durch warme Kleidung besonders zu schützen, sondern ei ist wichtig, den Grundursachen des Hebels zu Leid, zu gehen. Turnen, Sport, Körperbewegung, vielleicht auch Massage sind die besten Helfer, um eines normalen, widerstandsfähigen Kreislauf mit alles feinen Vorteilen zu garantieren. Außerdem empfiehlt es sich natürlich, schon bei den ersten Anzeichen eines Frostschadens lokale Maßnahmen vorzunehmer Waschungen mit lauwarmem Wasser werden (, schon ausreichen, mitunter wird man jedoch stärkere: Anreize für die Blutgefäßnerven bedürfen. Mai llüf überjeui uenNi sie ' nufyn un) fll j *,birou^tad)t Jitluno •ttoiilung &beitsjc N Wanten (! SSchwer »Seren Morgan kRai u Raumes von 2r. Mar s "U® S 5 ■; "utter in e dürfte. -It Ql meinnützigen Bestrebungen will unsere Gießener Militärkapelle mit ihren Darbietungen eine < fein. Der erste Teil der Platzmusik wird r:.. S«.iS lS.I5in gewesen? Warum war sie in Wirklichkeit so arm, ^fer nt darauf angewiesen, sich mit ihrer Hände Arbeit ab Jr.„ ihr karges Brot zu verdienen? -|en ■ Stützt betonterer von 17 m nächsten § wdjen und allenthalben die herzliche Aufnahme >>S 40; Tauben Stück 50 bis 60; Eier (ausl.) ,au»tfla6i ll,fh6orii inden, die er verdient. Gics;.ner Wochenmarttpreisc. t.hn Getzkn^tz ji »öhniche Rkibui virllech r Ot)ren!lappen c B ist der Schutz M, {LfHfllS ft el11 Zepter iv ors do; kirnen zu ui» du, lin Sudi J95rtob^ 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge VS! Ö3hne 70 bis 90: Suppenhühner 60 bis 80; ml h-r HYS'-nH 9änk 60 70; Enten 80 bis 90; Nüsse 35 bis 14; Eier (ml.) 14; Blumenkohl 30 bis •LcEndivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 8 bis ÄniSSo: Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie raß 10 bis 35; Kartosseln Zentner 2,50; Weihkraut iber,lanD5[ra|tall|00; Rotkraut 6,00; Wirsing 6,00 Mk. C;; •* l* ta A' OaB ein Ohr V *1 ntir;5 arm imr/' a ’T e,Punhi5 errn.l* sw? ch' und IdjDti, Br ®&rtj m-bxfinmal r Lette Wid« ""fetzender Kai nttung. ft- die Oqri fonber5 Mn t 'r""0 ei"s° ,on dem Appo,i 8 reguliert, nöi le Störung t»r ™r machen. I die einirä ?. oufunft biiit Jöen- sondern v titzt unser neuer Roman, ein ausgesprochener iiiblikumsfchlager. der mit der größten Spannung mb Anteilnahme gelesen werden wird, weil er em hema behandelt, das heute mehr denn je unzählige ivtgenossen beschäftigt. Der Roman schildert den abenteuerlichen Lebens« «g und die bunten Schicksale einer armen, kleinen Stenotypistin, die eines schönen Tages das große :»s gewinnt und alsbald, betäubt und verwirrt cn der märchenhaften Erfüllung ihres Glücksraumes. die Welt zu erobern beginnt. Wie sie das nstellt, was sie dabei erlebt und erleidet, und wie I? das wcchre Glück ihres jungen Lebens in einer irrten Liebe findet — das alles werden unsere „ . 'eser und vor allem unsere Leserinnen mit atem- Ueöels ju Spannung und tiefer Rührung verfolgen, rbewcgung, oW liargaretc Ankelmann Hot ja schon in ihrem früher Felser, um Einki irr erschienenen Roman „Elisabeth erobert sich das isiauf mit aD>i )liick" überzeugend bewiesen, wie fesselnd und Herdern emM .'b enswahr sie zu schildern versteht. So wird auch ' An^ichen eil» er neue Roman, dessen sind wir gewiß, seinen Weg B 17.30 Uhr auf dem Linde nplaß abgewickelt, ockstraße - Iohannesllraße or sich gehen. Näheres über das Programm wird cd) veröffentlicht. Unser neuer Vornan. Nachdem wir gestern den Abdruck des Romans Deiner flänbe Werk" von Klothilde von Steg- «nn.Stein beendet haben, beginnen wir heute lil der Veröffentlichung eines neuen Romanwerkes, lit dessen Erwerbung wir unseren Leserinnen und Liern eine besondere Vorweihnachtsfreude zu besten gedenken. Wir sind überzeugt, daß dieser Bman jedermann außerordenUich gefallen und mithin lebhaftesten Anklang finden wird, zumal die lAtorin sich schon früher mit bestem Erfolge im Gießener Anzeiger" oorgestellt und eingeführt hat. „0er Traum vom Glück" von Margarete Antelmann " vorzunehM iller werden if in sedock ftärleii bedürfen. M Sampferfpirih • Gießen, 8. Dez. Es kosteten auf dem heuigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,30; ftrnWASk«, . ianbbutter 1,30; Kochbutter 1,00; Matte 25 bis MWihaden 0 w. Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 8; Rot- raut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15; Unter-Kohlrabi 6 >is 8; Grünkohl 15; Rosenkohl 20 bis 25; Feld- alat 80 bis 1,00; Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 15 bis 60; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartof- elr 3; Aepfel 18 bis 35; Dirnen 20 bis 35, vn Dr. Max S i m o n e i t (Berlin) ausgenommen md stellt ein Werk bar, das besonders die Eltern iin sorgfältiges, ernsthaftes Produkt einer wissen- ckastlichen Arbeit darftellt, wurde während eines Zeitraumes von vier Jahren unter der Autorschaft heiterer Daum ein, den Desuchem unserer Stadt, die von der Lahn her kommen, strahlt ein Daum steht am Dahnhofsplah inmitten der gärtnerischen Anlagen vor dem Hotel Kühne, ein weiterer Daum ist an der Destanlage-Ecke Bahnhofstraße aufgestellt, am belterstor stehen zwei Tannen bei^rseits der ktraße, Ecke Plock» und Johannesstrahe leuchtet e.ne Christtanne aus dem Dunkel der Anlagen fcraug, bi# Mitte des Lindenplatzes nimmt ein ihr 1 je komm en. Seit einigen Tagen bemerkt man sie öffentlichen Plätzen und in Hofeingängen, wo sie anlL ftontorit 1 reicher Auswahl zum Kauf feilgeboten werden, ■r, der hialjer konnte man allerdings nur eine schwache hm. ^chfrage beobachten, da wir ja bis Weihnachten 1 sehen vel > 13$ gut Tage Zeit haben. Das Interesse der nur ein zzufer wird sich aber zweifellos von Anfang nächster ijrllichlell PJr Koche ab wesentlich stärker regen, so daß man gut L>r Hände •“ Ä an wird, sich beizeiten mit einer Chrfittanne zu . ersehen, solange die große Auswahl der Beschaffung » ohne [ines schönen Baumes günstig ist. -i ' Lichtcrgefchmückte Weihnachts- । rvornotizen. . , | — Tageskalender für Donnerstag emeinyett. )berhessisch«r Kunstverein, Turmhaus am Brand- merfebrs, «j ,la$- 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. - Gesellschasts- dh.-rmiififmeil!1' Gartensaal des Klubs, 20.15 Uhr, Der- SotoiHou ommlung. - DHD., 20.30 Uhr. im Heim, Dor- ■tlärt am nätV Iafl über „Unser Grenzland im Osten". - Kon- an von 6itM umverein Gießen und Umgegend, 20 Uhr, Katho- 1 «»mnUaktn iDl^s Dereinshaus, Haussrauenabend. - Dege- ,, OTfrtehn- in! nrisches Speisehaus Eden, Bahnhofstraße 56, 15 17 20 bis 22 Uhr. Frischkostkurse mit Kost- 2 JStroiieJ «oben. - Lichtspielhaus, Dahnhosstraße. „Strich 2 (Riedner bic Rechnung" - Astoria-Lichtspiele. Sel- 3 ttsweg „Der fliegende Tod" !e — „Das Erwachen der Seel e." Ein Film ZB ________ • - - l" ® ionnte-, •• an der Ecke Reustadt-Bahnhofstraße, gegenüber i3e" nA ton Frensdorf, entgegen. Mit der Aufstellung l1C»< gfn dieser Bäume hat der Verkehrs- und Verschöne- unD M rmgsverein dem Straßenbild unserer Stadt in vor?E der jetzigen Adventszeit wieder einen würdigen niO, HA r. bchmuck gegeben. Es wird von dem Verein aber itW1 Aonat erwartet, daß die Bäume den vollen Schutz der jede" . Glfcl vn besonderer Art, ein psychologischer Film wirb i' Lrh toi l® nächsten Samstag, 14.15 Uhr, uni) am Sonn« ofl, 11.15 Uhr im Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, jezeigt werben. Der Film, der in mehreren Folgen 2its iE?ierousgebracht wirb, behandelt bie seelische Entlein Frisleriau» Wicklung des Menschen, unb zwar im ersten Teil bie t endlich, ww 1 {ntroicfiung des Kindes im ersten, zweiten und beil zu kginna ^jyen ßebertsjabr. Es werben im lebendigen Bild ienden 2Iia yi ,e markanten Entwicklungsstationen in körperlicher ", dann naym i Jnö ,n geiftiger Hinsicht gezeigt, so weit sie sich aus „J iußeren Vorgängen erkennen lassen. Der Film, ber M-tipp... Mir........ — ~ • -■ i Abend, oahlß ihlich diese moiö igweiligi . um gewesen lnjj stellt ein Werk bar, bas besonders bie Eltern ) hatte sie - Mütter in erster Linie —, Erzieher usw. inter« Humen, üno m ypieren dürfte. Näheres über biete Kulturfilmvor- ich> Hotte eim Klangen ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich, ihr i^n. • i Gewänder, «. ßjc Christbäume sinb in die Stabt Krieges bäume hat der Verkehrs- und Derschvnerungs- Hrn. ^hre herein seit einigen Tagen am Bahnhof und im anständige/ '. Mittelpunkt der Stadt aufstellen lassen. Das stanl wurde *' ßMische Elektrizitätswerk hat in anerkennens- »altn jn den tatter Weise die Bäume mit reichem Schmuck ecktrischer Glühbirnen versehen, in deren Glanze „Her zärtlich,I he Sendboten des Waldes allabendlich einen als ft« hübschen weihnachtlichen Anblick bieten. Ein wenn siea , lichte rstrahlenoer Baum steht am Dahnho rjjrtg - -....... - achter W Kreuzer „Karlsruhe"wiederdaheim. (tinfleionöt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem MM bas Deutsche Ansehen in ber Welt geworben unb in den verschiedenen Höfen Gastfreundschaft und teil« matt WALDORF Aber da viele Zigaret- ten-Raucher es gern sehen,liegen obenauf injeder OBERST- Schachtel nette Sol- daten-Bilder. Q5as ist nur eine kleine Beigabe. ^Hauptsache bleibt der ^ute echt macedonische Tabak, der gleiche wie früher, als O B E RSTnoch 5 Pfennig kostete. die 3 '/s Pfg-Zi£arette, beider nach teurer starken Jlrt siehst Ude mit AROMA paart. Auch ohne WslmpM Kreuzer „Karlsruhe" hatte Kiel am 30. November Häfen angelaufen. Er hat überall erfolgreich für vorigen Jahres mit 58 Kadetten an Bord unter X "'sch *" Uhr, Gasthaus Boller, Bahnhofstr. 8M5V Heute Donnerstag zum letzten Mal der großartige Sportfilm Strich durch die Rechnung durch besondere Preiswürdigkeit großes Lob ernten konnten. Heute setzen wir allem die Krone auf und bringen J000 hochmoderne Damen-Kleider zufolgenden Preisen: Unsere letzte MODENSCHAU war ein Ereignis für Gießen und brachte den Beweisfür unsere besondere Leistungsfähigkeit in der Abteilung Damen-Konfektlon Vor allen Dingen konnten wir feststellen, daß wir nicht nur in Damen-Mänteln sondern auch in Dchr. Angebote mit Gehaltsansp. unter 8G53D a. ü. G. An;. Einige Damen fürlohnendeWerbe- tätigkeit gesucht ver sofort, tägl. Auszahlung. Kein Verkauf. Schriftl. Ang. um. 07182 a. d. G. A. Samstag, d. 10. Dez., nachmittags 2.15 Ehr und Sonntag, vormittags 11.15 Uhr 2groBeSonder Vorstellungen Drei von der Kavallerie wie „die drei Ulanen“ | so wird auch unser Haus lachen I Weitere Rollen: Senta Soneland, Else Elster, Pan- I lig, Fischer-Klippe, Hilde Hilde- brand, Falkenstein, Picha I I Gutes Beiprogramm nnd Neue Ufa - Ton - Woche I -- -----------8649 C M Hunger Bäckergeselle für leichte Arbeit, gesucht. Schr. Ang. mit Lohn unt. 07199 an den Gieh. Anz. Schreiner welcher verfett beizen u. volleren kann gesucht. 07198 Betten-Bär SomenOfloöiung sucht zum sofortigen Eintritt jüngere fleißige Pianos vreisw. zu verkauf. Pianohans Förster 86Z5D Bahnhofstr. 71 Gegründet 1876. Morgen Freitag Mehelsuppe im „Adler" Marktplatz 20 Ab 10 Uhr: Wellfleisch mit Kraut. Heinrich Jung. Stadttheate Gießen. R481D Freitag, den 9.Dez. 20 bis gegen 23 Uhr 10. Freitag-Abonn. Gewöhnt. Preise. Aura ersten Mal Die endlose Straße Ein Frontstück in 4 Bildern von Sigmund Graff u Carl Ernst Hintze. fomiülnsöliöoag in angesehener Bödetel Schriftl. Ang. unt. 07188 o. d. K. A. VcrscniedeneB Vortrags - Gemeinschaft: Goethe - Bund, Kaufmännischer Verein u. Gewerbeverein zusammen mit der Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde 3. Vortragsabend: Lichlbildervortrap des bekannt. Asienforschers Walther Stötzner »2000 km auf dem Yangtsekiang« 1. für Goethe-Bund und Ges. f. Erd- u.Völkerkunde: am Montag, 12.Dezember 1932. abends 8 Uhr, Neue Aula Eintritt für Goethe-Bund geg. Einlösg, des Gutscheines Nr. 2 aus dem gelben Gutscheinheft bis zu 8 numer. Platzkarten frei bei Challier. für Ges. f. Erd- u.Völkerkunde geg.Vorzeigen der Mitgl.-Karte bei Challier bis zu 2 numer. Platzkarten frei. 2. für Kaufmännischen Verein und Gewerbeverein: am Dienstag,13. Dezember 1932, abends 8 Uhr, Neue Aula. Eintritt: Gegen Abgabe des Kontroll-Abschnittes Nr. 3 an der Saalkasse bis zu 3 Plätzen freien Eintritt. Für Verbandsmitglieder (bei Wahl des Vortrages) gegen Einlösung des Gutscheines Nr. 2 aus dem grauen Gutscheinheft des Goethe-Bundes zu 60 Pfennig. Für Nichtmitglieder (bei Wahl des Vortrages) Karten zu 1.25 Mk. bei Challier und an der Abendkasse. Für Studenten Vergünstigungskarten zu 30 Pfennig auf dem Geschäftszimmer des Ällg. Studenten-Ausschusses. asaeD IAstoria - Lichtspiele I Heute bis Sonntag einschließlich Der Tonfilm der großen Sensationen in deutscher Sprache I Des* fliegende Tod I (Das Geheimnis des schwarzen Falken.) Ein motorisierter Wildwestfilm - der durch Spannung ■ Tempo und unerhörte Sensationen alle Besucher in^M Atem hält. — Großes Beiprogramm! ' F ' Jk erste psychologische - v ..... Großfilm der Welt! Das Erwachen der Seele Mietgesuche. Gesucht zum 1.4.33 od. früh, geräumige 6-Zimm.- Wohn, m. Veranda, Bad u. all. Zubehör, wenn mögl.etwasGarten- anteil. 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Die polizeilichen Ermittlungen noch den Tätern und dem Verbleib der Beute find rm Gange. Konzert der Sängervereinigung Lollar. O Lollar, 6. Dez. Die Sängeroereinigung Lollar veranstaltete am Sonntag einen öffentlichen Konzertabend unter Mitwirkung des Musikkorps des Reichswehrbataillons Gießen (Leitung: Obermustkmeister Krautze). Die Darbietungen der Militärkapelle standen auf bemerkenswerter Höhe und fanden verdienten Beifall. Die gesanglichen Darbietungen wurden von dem 65 Sanger starken Chor unter Leitung des Chorleiters I. Dapper (Giehen) bestritten. Was zu Gehör gebracht wurde, legte Zeugnis davon 'ab, dah auch ein Landverein bei guter Führung wohl in der Lage fein kann, Kompositionen schwieriger Art gut zum Dortrag zu bringen. Man hörte die Wiedergabe des Beechovenwertes „Die Ehre Gottes in der Ratur". Es folgten „Hochamt im Wald" von Pauli, „Deutschland mein Vaterland" von Kehldorf er, „Elfenlocken im Walde" von Bünte, bei dem das Vereinsmitglied Otto L y n ck e r die Solostellen mit Chorbegleitung sang, u. a. m. Besondere Hervorhebung verdienen das gefällige Lied „ünterm Lindenbaum" von F. Eberle, und das „Lacrimae Christi" von Krämer, das an Dirigent und Sänger hohe Anforderungen stellte. Mit dem „Abendlied" von Fr. Kuhlau, und „Heidenröslein" von W. Verhetzen wurde das Gedächtnis an den 100. Todestag von Johann Wolfgang ton Goethe wachgehalten. Die Veranstaltung fand mit dem Potpourri „Vaterlandsklänge!" der Musikkapelle und dem Gesangschor „In den Alpen" von Fr. Hegar einen ausgezeichneten Abschluß. Der stürmische Beifall nötigte Kapelle und Chor zu je einer Zugabe. Als Gesamteindruck ist zu vermerken, daß die Sängervereinigung ihre Aufgabe der Pflege des deutschen Liedes ernst nimmt und mit diesem Konzert einen sehr guten Eindruck hinterlieh. Landkreis Gictzeu. r. Rödgen, 6. Dez. In einem Vortragsabend des hiesigen Lesevereins sprach Pfarrer B ö n n i n g in längeren interessanten Ausführungen über die Ergebnisse seiner Forschungen der Rödgener Ortsgeschichte. Roda, Rode, Rohde, auch Rhode heißt unser Dorf in den ältesten Urkunden aus 803, sowie einer solchen aus 1017, in der Heinrich II. dem Kloster Bamberg eine Schenkung aus unserer Gemarkung macht. Ab 1300 heißt es Rodechin, auch Rodi- chin im „Duchsecker" Tal. Mit Großen-Buseck, Al- ten-Duseck, Beuern, Oppenrod, Burkhardsfelden, Reiskirchen, Bersrod, Ober-Albach und den verschwundenen Dörfern Wigantshausen, das schon sehr frühe ousging, Wilshausen, zwischen Beuern und Reiskirchen, Romsdorf, zwischen Großen--Du- seck und Trohe, Foxrod, nördlich von Alten- Buseck, Eckartshausen, nordwestlich von Alten-Bu- seck, Amelungshausen, nördlich von Großen-Bu- seck, Dörfeln, zwischen Großen-Buseck und Beuern, Giebenhausen, zwischen Burkhardsfelden und Reiskirchen, Burg und Dorf Hagen, nordöstlich von Beuern, gehörte es zu dem Gericht Buseck, das die Herren von Duseck, die „Vierer" im „Du- secker Tal", ausübten. Interessant ist ein Plan aus dem Jahre 1562. Darauf sind das Dorf mit etwa 10 Häusern und der Kirche, der Wald, der dicht bis an das Dorf reicht, ein Wieg, wohl nach Annerod, und ein Weg zur Hut in den „Köp- P«ln" verzeichnet. Diese Hut gab den Anlaß zu einem langen Prozeß (1540 bis 1567 bzw. bis 1696), den die Rödgener mit Annerod, Gießen und zuletzt sogar mit Trohe führten und den sie gewannen. An Flur- und Gewannbezeichnungen aus früherer Zeit sind zu nennen: Am Siesen, Elbenacker, am Aschborn, Rikolausacker, Gießer Heg, Gemein Geholtz, Altefeld, Hohlebach, Koppel und Wolffshaus. Heber Raturalabgaben Freier und Leibeigener wußte der Redner aufschlußreich zu berichten und dann über ..weinkäufliche Kopulationen" in Verbindung mit Abgaben an die Pfarrei. Die Urkunden, aus denen das Material stammt, besitzt z. T. das Hessische Staatsarchiv, z. T. das Gemeindearchiv, z. T. das Pfarrarchw mit Kassenrechnungen aus 1590 und einem Güterverzeichnis aus 1670, sog. Leubuch. Das Kirchenbuch beginnt mit 1628 und ist angefangen worden von Pfarrer Magister Gerlach Bopp. Rach Weihnachten ist die Fortsetzung des Vortrags geplant, und zwar beginnend mit der Reformation, weitergeführt über die Gegenreformation, den 30- jährigen Krieg, das 18. Jahrhundert hin zur Gegenwart. u. Klein-Linden, 6. Dez. Daß die Pflege des deutschen Volksliedes immer noch die dankbarste Aufgabe für die Wännergesangvereine tst, bewies das Chorkonzert, das öte vereinigten Männergesangvereine Klein- Rechtenbach und „Harmonie" Klein- Linden am Sonntagnachmittag im Saale des Gasthguses „Zur deutschen Eiche" dahier boten. Die Vortragsfolge brachte als Einleitung eine Ehrung der Gefallenen des Weltkrieges mit einer Ansprache des Vorsitzenden der „Harmonie", Kaufmann Fritz Jung, und den Chor „Heldengrab" von Ferreau. Sodann boten die vereinigten Chöre Volkslieder älterer Art, im zweiten Teil Volkslieder in moderner Bearbeitung, und im dritten Teil heitere Volkslieder. Chormeister Lehrer Knoche (Klein-Rechtenbach) gab in einleitenden Worten Erläuterungen über die Bedeutung und Entstehung des Volksliedes. Schon der erste Chor, „Innsbruck, ich mutz dich lassen", eine Volksweise aus dem 15. Jahrhundert, wurde rhythmisch fein durchgeführt und zeugte von tiefgründiger Arbeit. Auch die übrigen Chöre des ersten Teiles, darunter alte Hauff- sche und llhlandsche Volkslieder, von Silcher, Othegraven und Hirsch komponiert, und von dem Chorleiter geschichtlich und inhaltlich erklärt, fanden glänzende Wiedergabe, so daß es die Zuhörer am Beifall nicht fehlen ließen. Die im zweiten Teil gebotenen Volkslieder in moderner Bearbeitung von Othegraven und Heinrichs fanden gleichfalls beste Wiedergabe, so dah sich die Sänger zu einer Beigabe entschließen muhten. Im letzten Teil mit Kompositisnen von Kraemer und Rinkens kam der Humor zur Geltung, während der Ausklang mit dem Chor „Wein Deutschland" von Heinrichs mit seinen dynamischen Steigerungen in einem Bekenntnis zum Vaterland gipfelte. Gauvorfitzender Koch (Gießen) wür- * Gebesserter Kaliabsatz! Erfreulicherweise hat die zu Beginn dieses Jahres stark rückläufige Tendenz des Kaliverbrauchs im weiteren Verlauf des Jahres eine wesentliche Besserung erfahren. Es liegt durchaus im Interesse der Landwirtschaft, i hr von dieser Tatsache Kenntnis zu geben, damit etwa noch zögernde Berufsgenossen von diesem zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit ihrer Betriebe notwendigen Grunddünger Gebrauch machen. Die Abrufe von Kalidüngesalzen seitens der Deutschen Landwirtschaft sind im laufenden Düngejahr bisher stärker als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Dies dürfte ein Beweis sein für die Ueber- zeugung der Landwirtschaft, daß gerade in ihrer äußerst bedrängten Lage eine sachgemäße Düngung unumgänglich notwendig ist, um nicht alle Möglichkeiten eines zukünftigen Wiederaufstieges aus der Hand zu geben. Berlin im Verlaufe abgeschwächt. Berlin, 8. Dez. (WTB. Funkfpruch.) Für die heutige Börse lag eine Re.he günstiger Nachrichten vor, die im Vormittagsverkehr einen festeren Beginn erwarten ließen. Man verwies auf die weitere innerpolitische Beruhigung — die gestrigen Vorgänge im Reichstag blieben eindruckslos —, auf die weitere Pfundbefcsti^ung und bis Meldungen von den Ausiandsbörsen. Ferner regten neue Reichs- bahnaufträge und günstige Abschlußberichte verschiedener Gesellschaften an. Trotzdem lagen die ersten Kurse nicht mehr wesentlich fester. Die Grundstim- mung konnte zwar weiter als freundlich bezeichnet werden, es kam aber relativ viel Ware an die Märkte, der nur wenig Kaufaufträge gegenüber- standen. Fehlten doch die Aufträge des Publikums aus den süddeutschen Ländern als Folg'e des heutigen katholischen Feiertages. bigtc in einer Ansprache die Leistungen der vereinigten Chöre, ganz besonders des Chormeisters. Lehrer Knoche, die ihrer Aufgabe, das deutsche Volkslied zu pflegen, voll und ganz gerecht geworden wären. Die beiden Vereine und ihr Chorleiter können mit Befriedigung auf ihr gut gelungenes Konzert, das hohen vollsbildenden Wert in sich barg und gut besucht war, zurückblicken. Kreis Büdingen. △ Düdelsheim, 7. Dez. Ein dreister C i n- bruch wurde am Montagabend in die verschlossene Wohnung eines älteren hier im Ruhestände lebenden Beamten verübt, der verreist war. Gegen 20 Uhr hörten Leute von der Straße aus Klopfen und Hämmern in der Wohnung. Die Ortspolizei lieh sofort das Haus umstellen und benachrichtigte die Bü- binger Gendarmerie, die alsbald zur Stelle war. Der Einbrecher, ein. 27jähriger lediger Mann aus Heegheim, wurde auf dem Speicher ohne Widerstand fest genommen. Die Deute, bestehend aus Weißzeug, Kleider, Rauchwaren, Lebensmitteln usw., war zurechtgefetzt und sollte jedenfalls von Helfershelfern abgeholt werden. Eine zweite Person, die in die Sache verwickelt sein soll, ist ermittelt. Der Einbrecher war mit einer langen Leiter, die an einem Schuppen hing, auf das Dach gestiegen und durch ein offen stehendes Dachfenster in bie Wohnung gekommen. Kunst und Wissenschaft. Geheimrat Professor Dr. Georg Habich f. Der Direktor der Staatlichen Münzsammlung in München, Geheimrat Prof. Dr. Georg Habich, ist im 64. Lebensjahr an Angina gestorben. Habich, geboren am 24. Juni 1864 in Darmstadt, war nach Vollendung seiner Studien als Assistent in das Königlich Bayerische Münzkabinett eingetreten, dessen Direktor er nach Rigauers Tod wurde. Habich entwickelte sich in dieser Museumsarbeit zu einer Weltautorität auf dem Gebiet der Medaillenkunde. Sein Hauptwerk, das „Corpus der deutschen Medalllen", ist nahezu vollendet. Von feinen übrigen Arbeiten nennen wir „Die Amazonengruppe des attalischen Weihgeschenks": „Das Gebetbuch des Matthäus Schwarz": ,.Die Medallleure des 16. Jahrhunderis": „Prometheusbllder von Piero di Cosimo": „Die Medaillen der italienischen Renaissance". — Habich war Mitglied der bayerischen Akademie der Wissenschaften. Von wenigen Spezialgebieten abgesehen, war das Geschäft sehr ft i I (. lieber 1 o. H. höher notierten Eintracht Braunkohle, Rheinische Braunkohlen, Felten, Dortmunder Union, Deutsche Telephon und Kabel, während (Eontigummi und Leopoldgrube, die beiden Favoriten der gestrigen Börse, bis zu 0,75 v. H. schwächer eröffneten und später weiter rückgängig waren. Ueberhaupt wurde es im Verlaufe, vom "Farbenmarkt ausgehend, allgemein etwas leichter, und es waren gegen den Anfang Verluste bis zu 1 v. H. festzustellen. Außer der Geschäftslosigkeit war ein Grund für diese Abschwächung aber nicht zu erfahren, zumal die Pfundbefestigung weitere Fortschritte machen konnte. Am Anlagemarkt waren die Veränderungen nur gering. Reichsschuldbuchforderungen konnten sich bis zu 0,50 v. H. bessern, auch Jndustrieobligationen hatten etwas lebhafteres Geschäft, waren kursmäßig aber nicht einheitlich. Von Auslandsrenten neigten Bosnier weiter zur Schwäche und verloren erneut bis zu 0,75 v. H. Chade kamen 6 Mark unter gestern zur Notiz, was ebenso wie der Farbenrückgang, ungünstig auf die Allgemeintendenz wirkte. Am Geldmarkt machte auch heute die E r - leichtern ng weiter Fortschritte. Tagesgeld war an der unteren Grenze mit 4,25 bzw. 4,13 v. H. erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert 5 bis 7 v. H. Kleinem Angebot am Prioatdiskontmarkt stand Nachfrage im gleichen Umfange gegenüber. Auch Reict)swechse1 per 4. März und Reichsschatzanweisun- gen per 18. April wurden in kleinen Posten gefragt. Frankfurt flau. Frankfurt a. M., 8. Dez. (WTB. Drahtmeldung.) Der heutigen Börse mangelte es vor allem an Orders von der Kundschaft, aber auch nennensWirtschaft. werte Anregungen lagen nicht vor. Die Besserung des Pfundkurses und festere Schlußmeldungen von den Auslandbörsen fanden zwar einige Beachtung, trotzdem war die Unternehmungslust der Kulisse sehr gering. Die Börse eröffnete bei sehr kleinen Umsätzen, die Tendenz war aber nicht unfreundlich, und gegen die Abendbörse ergaben sich auch meist Besserungen von Vi bis 1 Prozent. Der Zwischenfall in der gestrigen Reichstagssitzung blieb ohne Einfluß aus die Tendenz, zur Zurückhaltung Hatter aber etwas beigetragen. Fester lagen einige Spezial- werte wie Reichsbank mit plus 1%, Aku mit plus 1 und Scheideanstalt mit plus 1 Prozent, wobei bet letzteren die morgige Aufsichtsratssitzung etwas Anregung bot (bekanntlich rechnet man mit einer nur wenig ermäßigten Dividende). Etwas mehr Geschäft entwickelte sich nur in Montanwerten, bei denen in Nachwirkung der günstigen Berichte Erhöhungen bis zu 1 Prozent zu verzeichnen waren. Von % bis % Prozent höher eröffneten ferner AEG., Bekula, Rütgerswerke und Felten, dagegen blieben Zellstoffaktien, Holzmann, Daimler, und von Schiffahrtsaktien Norddeutscher Lloyd nur knapp gehalten. Matt lagen Bemberg mit minus \7i, Lah- metjer verloren IG. eröffneten mit 97% Prozent unverändert. Später kam jedoch aus Berlin größeres Angebot heraus, das infolge der mangelnden Aufnahmeneigung den Kurs zeitweilig auf 96% Prozent drückte und auch die übrigen Marktgebiete nach den ersten Notierungen nicht ganz ohne Einfluß ließ. Deutsche Anleihen eröffneten gut behauptet. Späte Reichsschuldbuchforderungen lagen etwa % Prozent höher. Stahloeremsbonds gewannen zum ersten Kurs 1 Prozent. Von Auslandrenten lagen 4prozentige Einheitsrumänen um Bruchteile eines Prozentes höher. Der Pfandbricfmarkt behielt seine freundliche Stimmung. Gold- und Liquida- ttonspfandbriefe blieben meist gut behauptet, teilweise traten Erhöhungen dis zu Vi Prozent 'ein. SommunalObligationen waren weiter stark gesucht. Der Verlauf der Börse war farblos infolge der Farbenschwäche, der Kurs für IG. erfuhr keine Erholung, die auch bei den übrigen Papieren Rückgänge von Vi bis 1 Prozent verursachte. Von Aus- landaktien lagen Chade matt und etwa 6 Mark niedriger. Auf die unveränderte Dividende von 8 Prozent lagen Süddeutsche Zucker auf dem in den letzten Tagen stark erhöhten Niveau gut behauptet. Tagesgeld war zu 3% Prozent unverändert leicht. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Dez. Auftrieb: 117 Rinder, 846 Kälber, 255 Schafe, 871 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 33 bis 35, mittlere Mast- und Saugkälber 29 bis 32, geringe Kälber 24 bis 28.—S chafe: Mast lämmer und jüngere Masthämmel: 1. Weidsmast 22 bis 25, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18 bis 21, fleischiges Schafvieh 15 bis 17. — Schweine: vollst. Schweine von ca. 240 bis 300 Pfd. Lebendgewicht 36 bis 40, vollfleischige Schweine von ca. 200 bis 240 Pfd. Lebendgewicht 35 bis 40, vollfleischige Schweine von ca. 160 bis 200 Pfd. Lebendgewicht 35 dis 39. — Marktverlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt, Schweins schleppend, nahezu ausverkauft. Schwcinemarkt in Nidda. h Nidda, 7. Dez. Heute wurde hier der Christmarkt abgehalten. Vormittags fand auf der Gäns- weide Schweinemarkt statt, der einen Austrieb von 250 Stück Ferkeln und Einlegern aufwies. Trotz des ungünstigen Wetters waren zahlreiche Käufer erschienen, der Handel entwickelte sich bis zum Mittag recht lebhaft. Es wurden gezahlt für Ferkel, 6 Wochen all, 8 Mark, 8 Wochen alt 10 Mark, 10 Wochen alt 14 Mark und 13 Wochen alt 16 Mark je Stück. Kräftige Einleger kamen das Paar auf 48 Mark. — Der Preis für Schlachtschweine beträgt gegenwärtig in hiesiger Gegend für 1 Pfund Lebendgewicht 38 Pf. Der Krämermarkt in der Stadt bot mit Verkaufsbuden und einigen Handelsautos in Schuhwaren reiche Kaufgelegenheit. oder aber mit NIVEA-ÖL Schmerzloses Rasieren durch vorheriges Einreiben mit NIVEA CHEMIE Das Stereoskop zeigt ein Bild plastisch •uutss fWHtöfwastiscn, seift ODEON-Platten und Musikapparate erhältlich in jedem guten Fachgeschäft WW ■ MS Vif F ran E DRUCKSACHEN ww Ei aX ö ImBrühl’ache Druckerei Tel. 4067. onto MIM Das Haus der Musik Gegründet 1857 8655 a Desellschaltskättg I. Kanarienvögel 120x 80x50,f. neu,billigst 07187 Lleblgstr. 83III. SeleMeilsWs! St.- u. führersch. fr. Zöndapp-Mo.orFad 200 ccm 6PSfomül. m. Licht u. Horn, neue Vorführungs- masch. weit u. Preis. 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