SW bot, ^ZK SSF’uff-bie L^. Nkn »Men M<Ä* dk =io}. Enrchank, Aeihe 3 notiert Tie Schuh. “Htg auf 6,42 Pro- Ml notiert. Steuer- o» «Ehrung abends * einige Umsätze Wlo5 mit 85,13 Ebriihllnieihe 5,85 bis ms 54,30, Thutzgebiets- mrt«n6,Steshcrianf 31,75, 56,50, M. 32,50, De- mi 104,50, LchL Arast »s 95,83, ©cffürel 6825 in-M 89, Aordd. Lloyd lachtviehmarkt. ?. Dop. Aul dm heutigen ausgrtrieiMi 1466 chsen, 132 Dullen, 541 ier 639; Schafe 90 und wurden bezahlt für 100 linder. Ochsen: voll- höchsten Schlachtwerts: 25 bis 28, sonstige voll- ;4; Dullen: jüngere, voll- htwerts 23 bis 28, fon» msgemäslete 22 bis 25; folge, höchsten Schlacht» vollflcilchige oder aus» schige 16 bis 18, gering rsen (Kalbiimen, Jung- ausgemästete, höchsten vvllfleischige 26 bis 28, Kälber. Teste Mast- 42, mittlere Mast- und ringe Kälber 28 bis 34 fleischige Schweine ton 42 bis 45, von etwa 45 von etwas 160 bis biae Schweine von etwa $39 Maä. Marit» ,g geringer Äeberstand, Sne ruhig, ausverkaust Getreidebörse. 7. Dov. lDTD. Draht», vrse verkehrte in sehr ru» Lebnis blieb hier ahn Angebot von Drotgett-' ^ sich die Dachsrage men- mar die ilmsahtätig iar 5. «rm den Mühlen Ar inländiMliO ELmehl. MU ' 5, ö »raWK6t Girier !J°: Sn*«; to L® 31,1 M ____- zF 169,K 70. 72-1 73, 13.« 0.9« 4.21 58.66 21.6} 16-51 81-29 34.59 82.2» 0.« o.y» 5.646 12.71 2,49 ti40 LZ 3,057 17ö| 13.89 O.?18 21,56 16.5 81.8 34-1 82-Ä O.g? 0,2? 5.Ä 12.15 82 L 6,«6 52.05 12,485 °S \t 56 05 05 163 ,92 i,67 1,27 3.12 3,90 >,922 „217 «,66 71,60 16.5? 81. 34.51 82-20 0'21 0,2?« 5,6« 12,77 iknol^ 58-38 71-?« 09 Illi; ft! 73JO 34.« «isrs”» J---—7^ 51-95 12,465 General-Anzeiger für Oberhessen VniS vnd Verlag: vrühl'sche Univerfitäls-Vuch- und Steinöruderei H. Lange in Stehen. Schrtstlettung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7. Annahme von Anze.gen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. 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Für viele grundsatzbewußte Menschen hat das Wort „verhandel n" einen leichten Beigeschmack. In England spricht man nicht verächtlich vom politischen Kompromiß. In einem Buche eines der großen Liberalen des vergangenen Jahrhunderts, „On compromise", das seitdem zum eisernen Bestand der englischen politischen Literatur gehört, ist diesem Wort und Begriff eine dauernde Ehrenrettung zuteilgeworden. Die Einigung rviderstrebender Anschauungen und Kräfte auf der Linie des gerechten Ausgleiches empfiehlt man jenseits des Kanals als den Weg de r politischen Vernunft. Wir sind noch lange nicht so weit. Wir kommen so furchtbar schwer los von der programmatischen Prinzipienreiterei und von dem Grundsatz „Alles oder nichts!" Nach ihm hat Adolf Hitler am 13. August gehandelt. Die Entscheidung fiel damals für nichts. Es ist zu einer Schicksalsfrage der Nation geworden, ob der Führer der größten deutschen Massenbewegung aus diesem Tage und aus den nachfolgenden Ereignissen bis zum Abend des 6. November gelernt hat. Zunächst scheint das Temperament noch einmal mit ihm durchgegangen zu sein. „Keine Kompromisse, kein Verhandeln, verstärkte Propaganda", — wir möchten diese Kundgebung nicht so tragisch nehmen und sie lieber noch zum Aktenbestand eines Wahlkampfes rechnen, von dem wir wünschen, daß er für lange Zeit der Letzte war. Es ist ein verbürgtes Recht der Parteien und ihrer Führer, nach der Wahlschlacht 24 Stunden lang in Siegesgeschrei oder in Scheltkanonaden — je nachdem —. zu schwelgen. Diesmal darf das wirklich nicht länger als 24 Stunden dauern. Deutschland hat keine Zeit zu warten. Die Not — und diesmal ist es zunächst die politische Not — brennt uns auf den Nägeln. Bei allen mit der Politik beschäftigten Menschen, denen die Parteien nichts und die Nation alles gilt, gibt es von ganz rechts bis weit nach links hinüber nur eine Auffassung. Es muß zu dem überparteilichen parlamentarischen Zusammenschluß unter Führung des Reichspräsidenten kommen. Das sagt nicht nur die Papen-freundliche DAZ., das sagt jetzt auch mit dem Willen zur Einbeziehung der Nationalsozialisten die linksdemokratische Frankfurter Zeitung. Auch hier erkennt man die wertvollen Kräfte in einer immer noch überragend starken Bewegung von Volksgenossen, die für den Staat gewonnen werden müssen, für einen Staat allerdings, den sie in wesentlichen Zügen auch als ihren eigenen anzuerkennen vermögen. Verhandeln und Versöhnung ist die Forderung des Tages. Hitler war nicht gut beraten, als er Derrchterstatter. Neuyork, November 1932. Der amerikanische Wahlkampf steht unter dem Zeichen der Verschwendung. 3n einer Zeit, in der alle anderen Länder der Welt für ihre Wahlkämpfe nur noch sehr bescheidene Summen aufwenden können, in einer Zeit, in der die Prosperity der Vereinigten Staaten auf dem Nullpunkt angelangt ist, mag dem Europäer eine solche Verschwendung besonders leichtfertig erscheinen. Sn den Industriekontoren, in den Vureaus von Wallstreet ist man anderer Meinung: die Finanzierung des Wahlkampfes ist eines der ganz wenigen sicheren Geschäfte, die dem Amerikaner noch geblieben sind. Um welche Summen handelt es sich? Cs werden sowohl von den Demokraten, als auch von den Republikanern Beträge der Wahlkampf-Fonds veröffentlicht, die viele Millionen Dollar ausmachen. In eingeweihten Kreisen weih man jedoch, daß alle diese Summen noch viel zu niedrig gegriffen sind. Die Ausgaben für den amerikanischen Wahlkamps sind mindestens so unübersichtlich wie der französische Heeresetat. Mil- lionen-Spenden werden nicht nur von den großen Trusts, und zwar nach amerikanischer Sitte an beide Seiten, verteilt, nicht nur die Wirtschaft finanziert den Wahlkampf, sondern auch die »Boß' erschließen große Geldquellen. Diese „Boß" sind die Parteibeamten, die Einpeitscher, und je mehr Geld einer herbeischafft, um so bedeutender wird seine Stellung in der Partei. Diese Voß nehmen aber nicht nur von Privatpersonen, sondern es ist eine bekannte Tatsache, daß sie auch die Beamten bis auf den letzten Dollar auspressen und ihnen als Gegenleistung ein Verbleiben im Amt in Aussicht stellen. Bei diesem Vorgang der Wahlfinanzierung zeigt sich die unumschränkte Parte i h e r r s ch a f t in der amerikanischen Politik, der der Präsident wie der kleinste Beamte unterlegen sind. Die Unabhängigkeit des Präsidenten ist ein Wunschtraum, den man in Europa und vielleicht auch in jenen oppositionellen Kreisen Amerikas hegt, die alle 30 Jahre einmal den erfolgreichen Versuch machen, das Parteiheiligtum zu stürmen, — um nach einiger Zeit dann selbst Partei herrsch er alten Stils zu werden. Der Oberste Gerichtshof, der Präsident, Senat und Kongreß, alles wird gewählt, nirgends wird öfter gewählt als in Amerika. Die Stimme kostet im groben Durchschnitt einen Dollar und nur die Parieimaschine kann diese Summen zusammenscheffeln. Nach der Wahl werden die Pfründen verteilt, — es ist ein glattes, risikoloses Geschäft, das die Amerikaner anerkennen und nur dann mißbilligen, wenn es einmal gar zu toll getrieben wird. Don deisselben oberflächlichen Gesinnung wie die Finanzierung zeugt die Art des Wahlkampses. Auf beiden Seiten gibt es ganz kraß und offen nur die einzige Wahlparole „2B i r wollen Geld verdienen", und wo der Wahlkampf ins Gesinnungsmäßige abschweist, ist er unerträglich banal. Die Zettel, auf die der amerikanische Wähler sein Kreuz macht, tragen am Kopfe das Parteiabzeichen: einen Hahn, einen Vogel mit ausgebreiteten Schwingen. Das Dorstellungsver- mögen der Wahlredner geht über diese Bilder nicht hinaus. „®in smarter Junge, ein toller Kerl dieser Roosevelt." Das ist ungefähr der Tonfall. Interessiert man sich schon nicht für die hohe Politik, so liegt Europa erst recht weltenfern, man will nur seine Schulden von ihm zurück haben. Die Oberflächlichkeit dieses ganzen Wahlkampses wird dadurch gekrönt, dah die Elektoren, die am 6. November gewählt werden, unter dem Einfluß der Parteien ihre Meinung ebenfalls noch ändern können, — ein oft erlebter Vorgang, der sich nicht so sehr auf die Person des Präsidenten, als vielmehr auf alle anderen zu wählenden Programme und Persönlichkeiten auswirkt. Die sachlichen Vorgänge bei der amerikanischen Wahl können uns daher nur wenig interessieren. Wie die Wahl auch auslaufen mag, weder Roosevelt noch Hoover sind ein Versprechen für die Lösung der großen internationalen Probleme. Läßt dieser Wahlkampf einen gültigen Schluß auf den Kultur st and des amerikanischen Volkes zu? Verständige Beobachter der politischen Entwicklung in den Vereinigten Staaten werden zugeben, daß dieses Volk noch viel zu sehr im Werden, noch viel zu wenig mit sich fertig ist, um äußerlich überhaupt ein abgerundetes Kulturbild bieten zu töimen. Man vergißt zu leicht, dah dieses Volk erst seit 150 Jahren im Werden ist. D aß die ersten Präsidenten zum Teil noch als Hinterwäldler nach Washington kamen, und, daß die gesamte amerikanische Entwicklung von Anfang an in die Richtung individuel- ler Llnabhängigkeit gedrängt wurde. Jeder Bürger der Staaten sollte tun und lassen, was er wollte, der Staat war nur e i n notwendiges Liebel. Der materielle Aufschwung trug dazu bei, diese individuelle, eigentlich antistaatliche Gesinnung noch zu fördern. Die Prosperity, der persönliche Wohlstand, feine ethische Gesinnung ist der Ausgangspunkt politischen Denkens in Amerika. Jedes Volk hat solche Perioden einmal durchgemacht und sie haben in der Regel länger als nur 150 Jahre gedauert. Ohne Zweifel sind in Amerika sehr starke Kräfte vorhanden, die zu einer Staatsgesinnung drängen. Zwischen Washington und Tammany Hall, den Hauptquartieren der Republikaner und Demokraten, werden sie nicht berücksichtigt. Diese Kräfte werden vielleicht einmal in Jahrzehnten mitzureden haben, — die Wahl aber steht dicht bevor. Wetten für Roosevelt 1:1. Am Borabend der Präsidentenwahl. Neuyork, 7. Nov. (TU.) Der Wahlkumpf wurde von den Parteien mit ungewöhnlicher Erbitterung geführt. Am Dienstag werden etwa 41 Millionen amerikanische Wähler zu den Wahlurnen gehen. Die Aus sichten für Roosevelt haben sich weiter gebessert, da die meisten progressiven Republikaner und zahlreiche bisher zögernde Industrielle und Bankiers sich für ihn erklärt haben. Senator B o r a h hat sich bisher nicht festgelegt, dürfte aber voraussichtlich für Hoover stimmen. In Wallstreet stehen die Wetten 7:1 für Roo - s e v e l t. Präsident Hoover richtete am Montagabend auf seiner Fahrt in seine Heimatstadt Palo Alto aus dem Salonwagen von einer einsamen Eisenbahnstation in den Rocky Mountains einen letzten Radioapell an die Wähler. Der ehemalige Präsident Coolidge, die Demokraten Roosevelt, Smith und Garner sprachen gleichfalls im Rundfunk und behandelten die für Amerika wichtigen Fragen der Prohibition, der Schutzzölle und des Wiederaufbaues der Wirtschaft. Man erwartet im übrigen allgemein einen starken Stimmenzuwachs für den sozialistischen Kandidaten Thomas. Die demokratische Ll-Dahn- Reklame hämmert dem Publikum ein „ Freut euch, dah das Schlimmste vorüber ist" oder „Nur noch wenige Monate Hoover-Regierung". Großes Aufsehen erregte es. daß weihe Studenten zum erstenmal im Neuyorker Negerviertel Harlem eine großen Propagandaumzug zugunsten des sozialistischen schwarzen Repräsentantenhauskandidaten Crohwaythe organisierten. Die Hearst- Presse wird in Neuyork das Wahlergebnis mit verschiedenfarbigen Scheinwerfern am Nachthimmel anxeigen. Am Dienstag werden in den Vereinigten Staaten gewählt: Der Präsident, der Vizepräsident, die Senatoren in 33 und die Abgeordneten in 47 Staaten, ferner die Gouverneure in 34 und verschiedene Beamte in 39 Staaten. Außerdem findet in elf Bundes st aaten eine Prohibitionsabstimmung statt. — Man rechnet allgemein mit einem großen Sieg Roosevelts, weniger wegen seiner überzeugenden Argumente als wegen Mih- ftimmung gegen das bisherige System. 196 Mandate der NSDAP. Berlin. 8. Nov. (WTB. Funkspruch.) Der Kreiswahllciter des Wahlkreises Nr. 26 (Franken) hat dem Reichswahlleiter ein berichtigendes Ergebnis gemeldet, das um 51 981 gültige Stimmen höher ist, als das zuerst gemeldete. Der Anteil der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei an dieser Stimmenzahl beträgt 18 882. Die Berichtigung wirkt sich dahin aus, daß der NSDAP, ein weiteres Mandat auf ihrer Reichsliste zu- fällt. Die Gesamtzahl ihrer Abgeordneten beträgt nunmehr 196; der Reichstag umfaßt damit insgesamt 583 Abgeordnete. Oie französisch-iialienischen Beziehungen. London, 8. Nov. (WTB. Funkspruch.) Nach einer „Times"-Meldung hat sich der italienische Botschafter in London, Grandi, nach Rom begeben. Es wird erwartet, daß er dort an den Besprechungen mit dem amerikanischen Delegierten bei der Abrüstungskonferenz, Norman D a - v i s, teilnehmen wird, der, wie verlautet, die Erörterung der französisch-italienischen Beziehungen zur See sortfeht, die er in Paris und Genf begonnen hatte. Wie der „Times"-Korrespondent in Rom berichtet, werde der Meinungsaustausch zwischen Norman Da- v i s und Mussolini höchstwahrscheinlich bestätigen, dah die Ansichten beider Länder bezüglich der A b r ü st u n g s f r a g e in der Hauptsache überein stimmen. England über ein französisch- itatternsches Arrangement befriedigt London, 8.Nov. (WTD.-Funkspruch.) »Daily Telegraph" schreibt, den AeuherungenHer- riots über Italien werde in Londoner diplomatischen Kreisen größte Wichtigkeit beigemessen; man erblicke darin die Möglichkeit einer Wendung in den europäischen Beziehungen. Herriot und seine Ratgeber seien offenbar zu der Lieberzeugung gekommen, daß das unvermeidliche Ergebnis einer „Politik der Nadelstiche" und fortgesetzten Widerstandes gegen italienische Wünsche nur das' sein würde, Italien undDeutschland zueinemZusammen- schluh gegenüber Frankreich zu zwingen. Britische Kreise begrüßen warm jede französisch-italienische Entspannung, anderseits bedauere man die Pariser Meldungen, die auf eine Wiederbelebung des Gedankens eines Mittelmeerpaktes zwischen G oß-Dritan- nicn, Frankreich, Italien und Spanien hindeuteten. Kleine politische Nachrichten. Der seines Amtes enthobene Bürgermeister von Eutin (Oldenburg), Dr. Stof fr egen, hat gegen den Regierungspräsidenten Böhmcker bei der Staatsanwaltsschaft Lübeck Strafantrag wegen Vergehens gegen § 339 (Amtsmißbrauch) des Strafgesetzbuches gestellt. Die Deutschnationale Volkspartei hat wegen der aus politischen Gründen erfolgten Amtsenthebung Dr. Stoff» regens in einem Schreiben an den Reichsinnenminister Beschwerde geführt. Der ehemalige österreichisch-ungarische Botschafter in Berlin, Gottfried Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst, ist in Wien im Alter von 65 Jahren gestorben. Gottfried Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst wurde im August 1914 zum Botschafter in Berlin ernannt. * In Großbritannien belief sich die Zahl der. Ar beit s los en am 24. Olt. auf 2 747 006, was eine Verminderung um 111 005 gegenüber dem Stand vom 26. September bedeutet. Aus der provinzialhaupifladt. G i e h e n, den 8. November 1932. Weh' dem, der Lügt... Kraftfahrer vor Gericht. „Der Lastwagen stoppte und ich stoppte. Der Lastwagen fuhr an und ich fuhr an. Der Lastwagen stoppte und ich fuhr auf." „Wenn der mir eytgegenkommende Wagen ein paar Meter hinter sich gehalten hätte, wäre der Unfall sicher nicht passiert." „Der Lichtmast muß beweglich gewesen sein. Er beugte sich sozusagen über meinen Wagen und beschädigte ihn an zwei Stellen." „Ich rannte gegen das Brückengeländer, weil ich, wie immer beim Llmwenden, allzu vorsichtig war." „Die Kuh sprang nach links und dann wieder nach rechts. Ich fuhr ganz langsam, stoppte sogar etwa 40 Meter vor ihr. Aber die Kuh sch.en magnetisch von meinem Wegen angezogen zu werden, denn sie kam ganz schnell auf mich zu und so kam es denn." „Gewiß, ich fuhr einen Mann an. Aber dieser entschuldigte sich und sagte, es sei sein Fehler. Im Gegenteil! Er erzählte mir sogar, daß er an dem gleichen Tage schon verschiedene Male angefahren worden sei." * „Nach dem Llnsall bot sich mir ein Herr, der als Grubenräumer an der Stelle tätig war, freiwillig als Entlastungszeuge an.“ „Ich konnte gar nicht anders, als auffahren, da der Wagen, der vor mir fuhr, einem andern auffuhr, der vor ihm fuhr." „Der Wagen des Klägers muß aber wirklich schon alt gewesen sein, denn sonst hätte er sich nicht bei dem hauchdünnen Ausfahren in feine Bestandteile auf lösen können." Puck. Spende für die Winternothilfe. Dom Städtischen Wohlfahrtsamt wird uns mitgeteilt: Für das Hilfswerk der Gießener Winter» nothilse wurden von der Firma Kaes Nachf. Inhaber Wilhelm Horn und Sohn gestiftet: 15 Herren-Einsatzhemden, 3 Knabenhosen, 3 Knaben-Windjacken, 2 Knaben-Pullover, zwei Herren-Strick- und Flauschwesten, und ein Herren- Gummimantel. Seiner Hände Werk Roman von KlothUde von StegmanmStein. Copyright by Martin Feuchtwcmgrr, Halle (Saale) 10 Fortfetzung Nachdruck verboten. Achtes Kapitel. Der Frühling war in den reifen Sommer her- übergefunten. 3n dem eleganten Seebadeort blühten die lohten Linden des großen Kurgarten mit ihrem schwermütig süßen Duft, der letzte Holunder hmg seine breiten Blütenteller über die Mauern und die Rosen waren überschwer von Farbe und Wohlgeruch. Am Strande der See leuchteten die bunten Badeanzüge vor dem Weiß des Sandes und dem Türkisblau des Meeres. Kinder, braun, sommerselig, quirlten zwischen den Sandburgen und den Strandkörben umher, Fähnchen flatterten in dem leichten Sommerwind — vom Wasser her kam das jubelnde Lachen der Badenden. Frau Melanie Bremer saß auf der Terrasse des Kurhauses und sah befriedigt hinunter auf den Strand. Dicht zu ihren Füßen wär eine heitere Gruppe von Herren und Damen versammelt, in ihrer Mitte Hiltrud. Seit einigen Wochen weilten Frau Bremer und Hiltrud hier in diesem eleganten Seebadeort. Frau Melanie konstatierte mit Freude, dah Hiltrud anfing, sich zu erholen. Nach jenem letzten Abend, mit dem jungen Schweden zusammen, war Hiltrud wie umgewandelt gewesen. Blaß und verstört war sie damals von dem Abendspaziergang zurückgekommen und hatte unter leidenschaftlichen Tränenausbrüchen der Mutter erklärt, dah sie so lange nicht aus ihren Zimmern herunterkommen werde, wie dieser Olaf Erikfon noch im Hause weilte. Was sich zwischen ihr und Olaf abgespielt, hatte sie der Mutter nur angedeutet. Aber es hatte genügt, um Frau Melanie in ihrer Eitelkeit auf ihre Tochter maßlos zu treffen und gegen die unschuldige Llrsache des Streites, Erika Schmitt, eine tiefe Erbitterung aufkommen zu lassen. Die Folge dieser Erbitterung war die Auseinandersetzung mit dem Gatten über Erika gewesen. Es tat Frau Melanie in der Seele weh, daß die Verbindung zwischen Hiltrud und Olaf Crik- son, die sie im geheimen erhofft, nicht zustande gekommen war. Aber wenn ein junger Mann sich schon vor der Ehe so tyrannisch und schulmeisterlich zeigte, wenn er gar solch unmögliche Ansichten hatte, war es besser, die Sache zu beenden. „Du wirst andere finden, Hiltrud", hatte Frau Melanie tröstend gesagt, „die besser wissen, was sie dir schuldig sind!" Als am Tage nach dem nächtlichen Mondschein- spaziergang Hiltrud nicht sichtbar wurde und Frau Melanie Olaf gegenüber ein eisiges Wesen zeigt«, reiste Olaf unter einem schnell gefundenen Vorwand ab. Er hätte sich ja gern noch einmal mit Hiltrud ausgesprochen, denn es fiel ihm schwer aufs Herz, daß er vielleicht doch zu schroff gewesen war. Aber wenn sein Gerechtigkeitsgefühl gereizt wurde, ging der Zorn mit ihm durch — das war schon von Kindheit an so gewesen. Seine Frage nach Hiltrud beantwortete Frau Melanie so abweisend, dah Olas den Versuch aufgab, sie noch einmal zu sehen. So fuhr er am nächsten Tage ab, herzlich verabschiedet von dem Kommerzienrat und von Kurt, mit dem er sich in den kurzen Tagen sehr an» gefreundet hatte. Als fein Wagen aus dem weiten Hofe von Dremerschloh hinausfuhr, wandte Olaf sich noch einmal um. Da meinte er, an einem Fenster hinter dem Vorhang einen zarten, blonden Mädchenkopf zu sehen, der ihm nachschaute. Wie er aber den Hut zog, um zu grüßen, war die Erscheinung verschwunden. Olaf fühlte ein leises Weh im Herzen, gleichzeitig aber ärgerte er sich über diese Anwandlung. Narr, der er war, sich einzubilden, daß sie überhaupt seit der Auseinandersetzung mit ihm am Abend noch einen Gedanken an ihn verschwendete. Hätte Olaf gewußt, dah seine Augen ihn nicht getäuscht hätten, vielleicht wäre er doch umgekehrt, denn es war wirklich Hiltrud, die, hinter dem Spihenvorbang ihres Fensters verborgen, dem Davonfahrenden nachsah, mit starren Augen, die sich allmählich mit bitteren Tränen füllten. Erst jetzt, da es vorbei, da die Trennung von Olaf Erikson endgültig, fühlte sie: sie hatte ihn geliebt, diesen aufrechten, harten und doch so gütigen Menschen. Sie hatte ihn geliebt trotz seiner schonungslosen Kritik an ihrem Wesen, ja, vielleicht gerade deswegen ... Als sie an jenem Morgen zum Frühstück heruntergekommen, war eine seltsame Veränderung mit Hiltrud vorgegangen. Die erste Iugendfrische schien aus dem zarten Gesicht geflohen; es war wie um Jahre gereift. Die blauen Augen hatten einen harten Ausdruck angenommen und erinnerten nun ein wenig an die harten Augen der Frau Melanies. Lim den zarten, jugendlichen Mund zog sich eine ganz feine, kaum merkbare Falte — und die Lippen waren wie in einer ganz feinen Verachtung abwärts gekrümmt. Erschreckend blaß hatte sie ausgesehen. Der Kommerzienrat hatte es wohl bemerkt und einen Zusammenhang zwischen Hiltruds Aussehen und Eriksons plötzlicher Abreise geahnt. Aber er war zu taktvoll, um etwas zu sagen. Er nahm nur Frau Melanie beiseite und sagte: „Am vesten, du packst die Hiltrud auf und verreist mit ihr — dann kommt sie am ehesten auf andere Gedanken. Es wird dann zwar wieder sehr, sehr cmfam auf Bremerschloß werden, denn Kurts Ferren sind ja auch schon wieder zu Ende; aber ich habe ja die Arbeit." Frau Melanie stimmte nur zu gern zu. Hiltruds Zustand machte ihr wirklich Sorgen. Außerdem aber benutzte sie gern jede Gelegenheit, um von Dremerschloh fortzukommen. Gewohnt, in der großen Welt zu leben, ertrug sie die kleine Stadt und die Einsamkeit von Dremerschloh nur, wenn das ganze Haus voller Gäste war. Nun aber wagte sie Hiltruds wegen nicht, neue Gäste einzuladen. So war es ihr doppelt lieb, mit Hiltrud auf Reisen zu gehen und die dazu unbedingt notwendige Reiseausrüstung anzuschasfen. Zwar hingen die eingebauten Garderobeschränke der beiden Damen übervoll an eleganten und modernen Toiletten. Aber Frau Melanie gehörte nun einmal zu den Frauen, die niemals das Richtige anzuziehen haben. In dieser Anschauung hatte sie auch ihre Tochter Hiltrud erzogen. Zwar machte der Kommerzienrat, als sie ihn um einen großen Scheck anging, eine bittende Bemerkung, ob sie angesichts der langen und zweifellos teuren Reise ihre Ausgaben für Garderobe ein wenig einschränken könnte. Die Zeiten wären auch für die Bremerwerke jetzt schwer, Aufträge gingen wenig ein, und wenn man die Iacht- aufträge des Earl of Aldrige nicht bekommen hätte, so wäre vielleicht der Betrieb eingeschränkt worden. Aber für derartige Darlegungen hatte Frau Melanie nicht das geringste Interesse. „Vorläufig hast du doch die Aufträge", sagte sie ungerührt. „Also verschone mich bitte mit Erörterungen, was fein würde, wenn die Geschäftslage sich einmal verschlechtern würde. Vorderhand geht es den Bremerwerken ja noch ganz gut. Llebrigens, vergiß bitte nicht die Vereinbarung, die wir miteinander eingegangen sind — daß du mich für alle Einschränkungen meiner Witwenzeit schadlos halten würdest. Du mußt es also mir überlassen, was ich für ein standesgemäßes Auftreten für erforderlich halte." Kommerzienrat Bremer hatte geschwiegen und seufzend den Scheck ausgestellt. Cs hatte keinen Zweck, mit Melanie über derartige Dinge zu reden. Sie verstand, ihren Willen immer durchzusetzen, und es war das Klügste, um des lieben Friedens willen nachzugeben. Triumphierend erschien Frau Melanie nach einer Weile wieder im Wohnzimmer, wo Hiltrud über Reiseutensilien gebeugt dasah. »So, mein Kind", meinte sie befriedigt, „nun können wir morgen nach B. fahren, alles einzukaufen, was wir brauchen. Hast du schon die Besorgungsliste auf gestellt?" Aber zu ihrer Verwunderung nahm Hiltrud diese Ankündigung nicht mit der sonst üblichen Befriedigung und Freude auf. „Nein", sagte sie müde, „ich habe noch gar nicht daran gedacht. Weiht du, Mama, eigentlich ist es doch ganz gleichgültig, ob man noch ein paar Kleider mehr oder weniger zum Anziehen hat." Lind dabei war ein so gramvoller Ausdruck in ihre blauen Augen gekommen, daß Frau Melanie spürte, es war die höchste Zeit, daß Hiltrud von hier sortkam, um nicht schwermütigen Gedanken nachzuhängen. — Nach längerem Aufenthalt in einem eleganten Sanatorium Süddcutschlands war nun Frau Melanie mit Hiltrud hier in dem modernen Seebad gelandet. Endlich schien Hiltrud aus der Apathie zu erwachen, mit der sie diese Wochen auch in der neuen Umgebung verbracht. Es hatte sich in dem eleganten Hotel ein Kreis zusammengefunden, in dem Frau Melanie bald durch ihren Reichtum und den Namen ihres Mannes eine große Rolle spielte. Hiltrud war entschieden die hübscheste und auch eleganteste unter den jungen Damen. So war es ganz selbstverständlich, dah sich die Bemühungen der jungen Herren in erster Linie auf Hiltrud richteten. Endlich beteiligte sich Hiltrud an den gemeinsamen Unternehmungen; bald war der ganze Tag ausgefüllt mit Baden, Tennisspielen auf den wohlgepflegten Plätzen des Hotels, Ritten in die Umgebung des Ortes, in die weiten Buchenwälder, die den heiteren Ort meilenweit umgaben. Nachmittags gab es Tanztees auf der Terrasse und im Garten des Hotels. Frau Melanie hatte angenehme Gesellschaft gefunden. Sie war also sehr zufrieden. Mit Wohlgefallen sah sie jetzt auf die heitere Gruppe unten am Strand«, in deren Mitte Hiltrud sich befand. Sie dachte noch gar nicht daran, zurückzukehren, wie ihr Gatte ihr vorgeschlagen hatte. Er klagte in der letzten Zeit etwas viel, der gute Friedrich. Nun ja, wenn man älter wurde, tarnen eben allerlei Beschwerden. Neuntes Kapitel. In der groben Halle des Continental-Hotels sahen zwei junge Leute und studierten die Kur- listen. Plötzlich stieß der eine von ihnen einen leisen Ruf der Lleberraschung aus. Der andere sah ihn erstaunt an und fragte: „Na, wen hast du denn da entdeckt, Ivarsen? Den Schah von Persien vielleicht?" „Mehr als das!" erwiderte der dunkle Norweger befriedigt. „Weiht du, wer hier ist? Die Frau des Kommerzienrats Bremer vom Bremer» werk mit ihrer Tochter." (Fortsetzung folgt) Misch- 1 ladt inn an. Qlbit Wt e; \z\ lein Fehler, mit jogar, daß er & verschiedene Wale lders, olS ausschm, c fuhr, einem andern h mir ein Herr, der Stelle tätig war, frei« an.“ Mef sich die Zahl LOlt auf 2747006, 1 um 111005 gegen« rtember bedeutet. ungarische Lot« Prinz zu ulst- ist in Dien Wen. Gottfried Rütft wurde im m 2E ernannt. achrichten. ,Sle ®N<6«S S aus Milchen 'bung Dr. Stoff. Aeichsinnen« chrt. -rde in pnnyet- i 1 d>e in: , bei. 9^ö,ee kommen 'standez S?QbA1 Ä Uen ito. em?u,7°lien Wn’ei1* 7L°E Hrn © i muh aber wirtlich i sonst hätte er sich Auffahren in feine Puck. ^iernoWe. ttäami wird uns mit« ba Eichener Dinier« itanaSUejJMf. 0tnunt>6«h«o «M 3 M* twBen^SuIIqser, M> «ftcn, und ein jetten« i fahren, alles einju« . Hast du schon toe .’Hina nahm Hiltsud it der sonst iiblichen Warna, Cfgenilich 'l »-Äri« t in i war nun 8*^ -mmodeM. ;! Ä -•" S-SLÄ .£*&«! L » *>■ gt&s f v-it-n )rte3- L meilen^ ^4* S^iltru2’ i'Eutehren, ;eLX LZV-S ^S. . Marsen? n^'-ntde^ J da A Wt> ME fÄ Sie Gießener Wochenmarktpreise. • Gießen, 8. Rov. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmartt: Süßrahmbutter 130 Pf., Landbutter 130, Kochbutter ICO, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8 (pro Zentner 4 bis 4,50 Mk.), Weihkraut 4 bis 6 (pro Ztr. 2,20 bis 2,50 Mk ), Rotkraut 7 bis 8 (pro Zentner 5 Mark), gelbe Rüben 8 bis 10, rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15, Kürbis 5 bis 6, Anterkohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 30 bis 35. Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 bis 60, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kartoffeln 3 (pro Zentner 2,30 bis 2,50 Mk.), Aepfel 15 bis 30 (pro Zentner 12 bis 25 Mk.), Dirnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Russe 35, Pfirsiche 35 bis 50, Honig 40 bis 45, Enten 80 bis 90, Suppenhühner 60 bis 80, junge Hähne 70 bis 80 Pfennig pro Pfund; Tauben 50 bis 60, Eier (ausländische) 11 bis 14, Gier (inländische) 14, Blumenkohl 30 bis 60, Endivien 10 bis 15. Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Oberkohlrabi 5 bis 8, Sellerie 10 bis 35, Käse 5 bis 10 Pf. pro Stück; Radieschen 10 Pf. pro Bund. Vornotizen. — Tageskalender für Dienstag: Stadttheater. 20 bis 22 Llhr, „Sechs Personen suchen einen Autor". — Oberhess. Kunstverein, Turmhaus am Brandplah, 15 bis 17 Ahr, Ausstellung. — Münchener Künstlerbund „3far“, „Einhorn", 10 bis 13, 16 bis 19 Ahr, große Kunstausstellung. — Lichtspielhaus, BaAchof- strahe: „Der Schuß im Morgengrauen". — Bom Konzertverein wird uns geschrieben: Das Symphvniekonzert des Orchesters vom Landestheater in Darmstadt am 17. Aovem- ber wird um 19.30 Ahr im Stadttheater stattfinden. Da das Konzert pünktlich beginnen muß. werden die Saaltüren bei Beginn geschlossen werden. Die Leitung des Konzerts liegt in den Händen des Aniversitätsmusikoirektors Dr. T e - mesvarh. Das Programm umfaßt folgende Werke: einem lang gehegten Wunsch vieler Musikfreunde und auch des Borstandes Rechnung tragend, wird ein Werk unseres hessischen Altmeisters Prof. D. hon. c. Arnold Mendelssohn (Darmstadt) ausgeführt werden, und zwar eine Ouvertüre zu einem Rittermärchen. Pros. Mendelssohn hat zugesagt, bei dem Konzert persönlich zugegen zu sein. Der Ouvertüre folgt die Konzertante Symphonie von Haydn mit Violine, Violoncell, Oboe und Fagott als Eoloinstrumenten. Den Schluß bildet die l. Symphonie in L-Moll von Brahms. Es wird nochmals darauf hingawiesen, daß dieses Symphoniekonzert als das erste der Abonnementskonzerte dieses Winters gilt. Alles Rähere in den Anzeigen und bei Ernst Ehallier, Reuenweg. — Anthroposophischer Vortrags- obend. Am morgigen Mittwoch, 20.15 Ahr, findet in der ttniversitctt, Hörsaal 33, ein anthroposophischer Vortragsabend statt. Dr. jur. Roman Boos (Basel) spricht über das Thema „Wirtschaft und Währung in der Sozialwissen- schaft Rudolf SteinerS'. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Konzert der Eomedian Harmo- n i st sl Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Diese Künstlerschar, deren heitere Darbietungen sie weltbekannt gemacht haben, wird Samstag, 12. Rovember, 20 Ahr im Stadttheater Gießen ein einmaliges Konzert mit alten und neuen Schlagern, sowie gänzlich neuen Stücken geben. Der Vorverkauf hat bereits sehr rege eingesetzt und baldiger Kartenkauf wird dringend Ungeraten. * ** Gedenkfeier für Frau Raumann. Man berichtet uns: „Eine Gedenkstunde", so nannte mit Recht der Allgemeine Deutsche Frauenverein (Deutscher Etaatsbürgerinnen-Der- band) die Feier, die am Abend von Allerseelen für die verstorbene Ehrenvorsitzende der hiesigen Ortsgruppe, Frau Minna R a u m a n n , abgehalten wurde. Zahlreich war die Beteiligung und ernst die Stimmung in dem feierlich hergerichteten Raum. Ergreifende Lieder zu Beginn und am Ende, warme Abschiedsworte, von zwei Mitgliedern des Vereins zum Andenken an die verehrte Tote gedichtet, schlossen den Hauptteil der Gedenkstunde ein: die Ansprache der ersten Vorsitzenden. Sie gedachte in tiefempfundenen und zu Herzen gehenden Worten all dessen, was Frau Raumann in zwanzigjähriger Tätigkeit für den Verein und für die Allgemeinheit geleistet hat. Reben der aufbauenden Arbeit in der Ortsgruppe erwähnte die Rednerin die ausgedehnten charitativen Gründungen der Verstorbenen, die Kleiderfammlung für weibliche Bühnenangehörige, die Brockensammlung, den Liebesgabenversand int Kriege, die Rähstube, die Volksküche, den Hausfrauenverein mit seinen vielfältigen Aufgaben. Als nach dem Kriege den Frauen Gelegenheit zu aktiver staatsbürgerlicher Mitarbeit gegeben war, wurde Frau Raumann ein geschätztes Mitglied des Gießener Stadtparlamentes. Rur die Beschwerden, die auch ihr in zunehmendem Alter nicht erspart blieben, zwangen sie vor einigen Jahren, sich von der öffentlichen Tätigkeit zurückzuziehen. Run hat der Tod diesem reichen gesegneten Leben ein Ende bereitet. Aber die Persönlichkeit der Verewigten wird in allen fortleben, denen es vergönnt war, ihr näherzutreten. Die kluge, gütige Frau, die stets rastlos für andere tätig war und die bei aller Tatkraft so schlicht und anspruchslos in ihrem Auftreten gewesen ist, wird unvergessen bleiben. " Der Frauenbund der Deutschen Kolonialgesellsa man in diesem Zusammenhang mit verstärk ea Anstrengungen zur Behebung der internationalen Wirtschaftskrise rechnet. Auch in der Frage der Kontingente ist man etwas zuversichtlicher gestimmt. Bei ziemlich keinem Geschäft ergaben sichBes - serungen bis zu 1,5 Proz., in Sonderfällen Steigerungen bis zu 2,75 Proz., was jedoch meistens auf Materialknappheit zurückzuführen war. So gingen Rhein. Braunkohlen auf eine Rachfrage von 9 Mille, Salzdetfurth auf eine Kauforder von 3 Mille um 5 bzw. 4,5 Prozent herauf. Otavi waren auf die anziehenden Kupferpreise um 1,65 Mark erhöht. Montane gewannen auf Gerüchte Von neuen Russenausträgen hin bei lebhafterem Geschäft bis zu 1,5 Prozent. Auch der gestern veröffentlichte Stahlwerkverbandsbericht für Oktober lautete verhältnismäßig günstig, wirkte sich aber erst heute stärker aus, da man gestern mit der Beurteilung des Wahlergebnisses beschäftigt war. Im Verlaufe konnten sich weitere kleine Besserungen durchsetzen. Ausgespro 5)en haussierend lag der Rentenmarkt. Gerüchte von einer Ablösung der Alt- und Reu- besitzanleihe durch eine neue Reichsanleihe, sowie über den Plan einer mehrfachen Auslosung der Altbesitzanleihe in jedem Jahre wurden zwar bestritten, regten aber die Kauftätigkeit sehr stark an. Altbesih gewannen beinahe 1 v. H., und auch Reubesitz lagen höher. Reichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 1 v. H. an, wovon auch die Schuhgebictsanleihe stärker profitieren konnte. Im Freiderkehr wurde diese mit 6,60 gehandelt. Reichsbahnvorzugsaktien zogen um 0,65 v. H. an, Pfandbriese usw. gewannen bis zu 2 v. H. Kommunalobligationen waren am stärksten begehrt und hatten in Einzelfällen Steigerungen bis zu 5 v. H. aufzuweisen. Am G e l d m a r f t war Tagesgeld weiter leichter; der Satz stellte sich an der unteren Grenze Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 8. Rov. (WTB. Drahtmeldung.) Obwohl aus dem Publikum keine nennenswerten Aufträge zur Verfügung standen, setzten sich die Kursbesserungen an der heutigen Börse auf der ganzen Linie fort. Reben Der allgemeinen innerpolitischen Entspannung nach der Wahl regte auch die feste Haltung der gestrigen Reuyorker Börse an, ebenso die Aufwärtsbewegung der deutschen Werte an verschiedenen Auslandsbörsen. Ferner macht man sich nach der Erledigung der amerikanischen Präsidentenwahlen Hoffnungen auf eine Konsolidierung der zwischen Amerika und Europa bestehenden wirtschaftspolitischen Beziehungen. Bei verhältnismäßig kleinen Umsätzen stellten sich gegen die Abendbörse Erhöhungen von 0,50 bis 1 Prozent ein. Stark befestigt, aber ohne großen Umsatz, waren töali Salzdetfurth, die 5,25 Prozent anzogen. Am Chemiemarkt blieben IG. nur knapp gehalten, während Deutsche Erdöl, Rütgerswerke, Goldschmidt, und Metallgesell- schast von 1 bis 1,50 Prozent befestigt waren. Der Elektromarkt wies durchweg Erhöhungen von 0,75 bis 1,25 Prozent auf. Gesfürel gewannen 1,75 Prozent. Am Montanmarkt lagen besonders Klöckner, Gelsenkirchen, Rheinstahl und Mannesmann mit Besserungen bi (zu 1,25 Prozent fester. Aber auch die übrigen Werte dieses Marktes verzeichneten Erhöhungen von 0,50 bis 1 Proz. Reichsbankanteile und Aku eröffneten je 1,25 Prozent, AG. für Verkehrswesen 2 Proz. höher. Leichte Befestigungen hatten fernzr Norddeutscher Lloyd, Eontigurnmi, Junghans und Aschaffenburger Zellstoff sowie Deutsche Atlanten Telegraf. Am Renten markt hielt die lebhaftere Rach- fvage nach Reichsaltbesitz und späten Reichsschuldbuchforderungen an. Ferner zeigte sich verschiedentlich Interesse für die Schutzgebietsanleihe. Don Jndustriewerten setzten Stahlvereinsbonds 0,75 Prozent, Reichsbahnvorzugsaktien 0,50 Prozent freundlicher ein. Am Markt der festverzinslichen Werte hielt das Interesse besonders für Kommunalobligatio- nen an, die erneut bis zu 1 Prozent höher tendierten, während Goldpfandbriefe zwar noch etwas fester, aber merklich ruhiger lagen. Liquidations- Pfandbriefe gewannen von 0,25 bis 0,5 Prozent. Das Interesse am Rentenmarkt §at sich vornehmlich den Reichstiteln zugewandt. Altbesitz, Reubesih, Schutzgebiete und ReichLschald- buchforderungen zogen im Verlaufe bei lebhaftem Geschäft weiter an. Steuergutscheine hatten nur kleine älrnsätze bei kaum veränderten Kursen. Am Auslandrentenmarkt war es sehr ruhig. An denAktienmärkten war im Verlauf nur noch lehr wen.g Geschäft, die Kurse blieben meistens gut behauptet. karten findet nicht statt. Auch sind keinerlei Duden auf gestellt, bis auf einen Stand mit Zitronenlimonade und eine besonders reichhaltige und verlockende Tombola. Der Hauptgewinn ist eine Schiffsreise 1. Klasse auf einem Dampfer der Woermann-Linie von Hamburg nach Amsterdam und zurück, ferner sind zu gewinnen ein Gymnastikkurs bei Frau Erna Schumann, die mit ihrer Schule auch im künstlerischen Teil mitwirkt, ein photographischer Apparat, ein Freiflug, und vieles andere mehr. Gesellschaftsanzug oder dunkler Anzug sind erwünscht. Im künstlerischen Teil wirken neben der Tanzschule Schumann noch Fräulein Sybille Flemming vom Stadttheater mit, die den Prolog spricht, und eine Reihe anderer bestbekannter künstlerischer Kräfte, so daß ein genußreicher Abend bevorsteht. Hoffentlich werden alle kolonialen Freunde und solche, die es werden wollen, recht zahlreich dazu erscheinen. Räheres in der heutigen Anzeige. ** We rbeschau Gießener Aquarien- freunde. Man schreibt uns: Am morgigen Mittwoch findet in der Gastwirtschaft ,^um Lämmchen", Westanlage, eine Gründungsversammlung Gießener Aquarienfreunde statt. Dieser Gründungsabend mit seiner Werbeschau soll den Zweck haben, die Freude am Leben der Zierfische in weite Kreise der Bevölkerung und insbesondere der Naturfreunde hineinzutragen. Das Aquarium dient ebenso der Belehrung, wie der Unterhaltung. Ein Stück lebendige Natur ist in ihm festgehalten. — Dem betrachtenden Auge bietet sich ein stets wechselndes Bild. Erfahrene Züchter stehen jedem Anfänger mit praktischer Anleitung und Belehrung zur Verfügung. Gute Vorträge, gegenseitiger Meinungsaustausch, Belehrungen, sollen Aufgabe des Vereins fein. Besondere Aufmerksamkeit dürfte die Werbeschau der Zierfischzüchterei Köhler (Marburg) für sich in Anspruch nehmen. " „Von der Schulbank zur Werkstat t“. Unter diesem Titel wurde — vermittelt durch d e Berufsberatungsstelle des Arbeitsamtes Gießen — gestern nachmittag den Schülern h'.e, g.r Volksschulen im Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein Film gezeigt, der den Jugendlichen eine Anregung geben sollte für einen eventuell zu ergreifenden Beruf. So sah man im Film in einfacher Aneinanderreihung (unterstützt durch einige erklärende Worte über die Voraussetzungen, d'.e für den oder jenen Beruf erfüllt sein müssen) wesentliche Arbeitsvorgänge aus den verschiedensten Zweigen des Handwerks. Man sah den Schreiner an seiner Hobelbank, den Schlosser in seiner Werkstatt ein schönes Gitter verfertigen, den Schmied, den Kernmacher, der die Modelle für die Formen der Gießerei liefert, den Eisengießer, man beobachtete den Maler und Lackierer bei der Arbeit und sah dem Schneider über die Schulter auf die Radel. Roch viele andere Berufe waren im Filmbild und in charakteristischen Arbeitsszenen festgehalten. Auch für die Berufswahl der Mädchen waren Anregungen gegeben. So sah man die Putzmacherin, die Schneiderin, die Hausangestellte, Köchin, Kinderpflegerin, Säuglings- und Kran- kenvslegerin bei ihrer Tätigkeit, beobachtete die Telephonistin an ihrem Schrank und das Fräu- lein an der Schreibmaschine. Die vielen jungen Zuschauer, die das Lichtspielhaus fast bis auf den letzten Platz füllten, folgten den schnell wechselnden Bildern mit großer Aufmerksamkeit. Ein weiterer Film, der mancherlei Tiere inmitten der Großstadt zeigte, und die älfa-Wochenschau gefielen den jugendlichen Gästen sehr gut. Weitere Reform der Reichsfinanzverwaltung? Das Hauptzollamt Gietzeu gefährdet. Kassel, 7. Nov. (WSN.) Wie die „Kasseler Post" erfahren haben will, soll die kürzlich angekündigte Reform der Reichsfinanzverwaltung demnächst durchgeführt werden, und zwar wolle man von den bestehenden 26 Landesfinanzämtern die Aemter in Oldenburg, Schwerin und in Kassel auflösen. Das Landesfinanzamt Kassel soll nach F r a n k u r t verlegt und dort mit dem Landesfinanzamt Darmstadt zu einem großen für ine Provinz Hessen-Nassau und den Freistaat Hessen zuständigen Amte vereinigt werden. Als Folge dieser Maßnahme soll dann die 6rage geprüft werden, ob die jetzt in Ma rb urg und in Gießen bestehenden HauptzoNä m° t e r künftig nicht von einer Hand geleitet werden können, d. h., ob entweder das Amt in Gießen, oder das in Marburg aufgelöst werden kann. Wie das Blatt weiter berichtet, haben sich bereits die Stadt Kassel, die Landesverwaltung, das Oberpräsidium und wirtschaftliche Organisationen in Kassel mit der geplanten Verlegung befaßt, die als für Kassel und Kurhessen überaus schädlich angesehen werde. Oberbürgermeister Dr. Stadler werde in den nächsten Tagen nach Berlin fahren, um sich bei dem zuständigen Ministerium persönlich für die Erhaltung des Landesfinanzamtes in Kassel einzufetzen. Ein Mann vermißt. * E r d a, 8. Rov. Von her Polizeiverwaltung Hohensolms wird uns mitgeteilt, daß der Schreiner Christian H a n k e l aus Erde vermißt wird. Hantel habe am Sonntag, 30. Oktober, bei seinen Verwandten in dem benachbarten Wilsbach einen Besuch abgestattet, habe am Abend auch den Rückweg angetreten, fei aber nicht wieder nach Erda zurückgekehrt. Die Absuchung der näheren Gemarkungen sei bisher erfolglos gewesen. Bei dem schweren Rervenleiden des Vermißten wird vermutet, daß er sich auf dem Rachhauseweg verirrt hat. Beschreibung: 29 Jahre alt; 1,65 bis 1,70 Meter groß; schmächtige Gestalt; Haare denkelblond; blaue Augen; gebeugte Haltung. Kleidung: Dunkelblauer Anzug mit dünnen weißen Streifen; dunkelgrauer Hut; weißes blaugestreiftes Oberhemd; weißer steifer Kragen; hohe schwarze Schnürschuhe; schwarzer Regenschirm. Ausländische Wechselfallenschwindler festgenommen. WSR. Frankfurt a. M., 7. Rov. Die Frankfurter Kriminalpolizei hat einen Belgier unb einen Franzos en fest genommen, die sich m Frankfurter Geschäften als Wechsel- fallenschw'.ndler betätigten. In einem Falle ist eine Geschäftsfrau um 50 Mk. betrogen worden. In einem anderen Falle verstanden sie es, beim Einkauf von ein Paar Schuhen, die sie mit einem 50-Mark-Echein bezahlen wollten, den Schein mit bem Wechselgeld einzustreichen. Durch einen Zu- fall begegnete die geschädigte Kassiererin den Betrügern abends auf der Kaiserstraße und ließ sie von einem Polizeibeamten festnehmen. Die gesunde Lust im Vogelsberg. § Ulrichstein, 7. Rov. Seit dem 3. Mai, also feit Über einem halben Jahr, war hier kein Todesfall mehr zu verzeichnen. Für unser etwas mehr als 800 Einwohner zählendes Städtchen ist das eine große Seltenheit. Meine Strafkammer Gießen. Gießen, 4. Rov. Eine Hausangestellte in Bad-Rauheim war vom Amtsgericht wegen Einbruchsdieb st aH " infolge .senisorech unlerSammdi Anichrfl'l |ur. ridjlen »■ pot-lch^ Ierlin, k vor den Der (übet de«" c: bereits bericht- (er von Pn ges von 2e iai Ziel nicht europäischen Pc Sie durch.3 D a sungen zu ersel srn aller 1 darüber hinaus fangen Ä.'rslän der durch L zen werden w sungen binde ausgezivungen t Unser Weg roi gung sein, w beschritten uni werden ihn Grundsätzen, Dassen niedei Die 'Beltu strophalen Cha die mternaiton. 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