Oie deutsche Antwort an England überreicht Oie Londoner Konferenz Znnelpoliiische grörletungen im Reichskabinett Man hat im gegenwärtigen Stadium der Vorverhandlungen, in dem es überhaupt noch äußerst fraglich ist ob die Londoner Konferenz Zustandekommen wird 'noch kein klv'-es Bild, welche Linie die Wil- helm'straße einhalU.. will, um den eben gezeigten Klippen zu entgehen. Im Berliner Auswärtigen Amt und in den von dort lancierten Presseäuße« rungen wird zwar eine optimistische Selbstsicherheit ,ur' Schau getragen, die die öffentliche Meinung Deutschlands beruhigen mußte, wenn man nicht den unbestimmten Eindruck hätte, daß die deutsche Diplomatie zwischen Szylla und Charyddis den Sprung ins Dunkle wagen wird, ohne unter allen Umständen ausreichende Garantien dafür erhalten zu haben, daß für die Londoner Konferenz der Charakter eines privaten Meinungsaustausches der fünf Großmächte gewahrt wird mit dem Ziel, DerVefchluß des Reichskabinetts Berlin, 7. Off. (OB.) Das Reichskabinett ist sich in seiner heutigen Sitzung, die drei Stunden dauerte, über die Antwort schlüssig geworden, die es der englischen Regierung auf die Einladung zur Londoner Konferenz geben wird. Die deutsche Antwortnote ist heule dem britischen Geschäftsträger überreicht worden. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspsennig, Platzvorschrift 20 7, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil i. V.TH.Kümmel sämtlich in Bietzen. D c Annäherung an Frankl ei^ verstärkt sich Washington. 7. Oft. (TU.) welche Haltung die Regierung der vereinigten Staaten zu der geplanten Londoner Jünsmächte - Konferenz einnehmen wird, wird durch eine Lrflärung des Staatsdepartements flargestellt. Die vereinigten Staaten werden hiernach sich an der Londoner Konferenz nicht beteiligen und eine Haltung einnehmen, die man hier als „Bands oit'-Politif bezeichnet. (Händeweg-Politif.) Dies geschehe, um nicht in die Intrigen Europas verwickelt zu werden, die sich bereits jetzt noch vor Zusammentritt der Konferenz bemerkbar gemacht hätten. Das Staatsdepartement erklärte, es habe das allergrößte Interesse an einer deutsch- französischen Einigung, damit sich f)oo- vers Abrüstungsplan verwirklichen lasse. Es sei jedoch zu befürchten, daß die Londoner Konserey; eine schwere Belastungsprobe für die Politik Hoovers und Stimfons in bezug auf die Weltabrüstung und die Heiligkeit der Verträge darstellen werde. Verschiedene hohe Beamte des Staatsdepartements gingen sogar soweit, den französischen Standpunkt zu verteidigen und zu erklären, daß die deutsche Haltung eine Verletzung des Versailler Vertrages bedeute. Anderseits gaben sie jedoch zu, daß Hoovers Abrüstungsplan zum Scheitern verurteilt sei, falls Deutschland aus seinem Standpunkt beharre. Anscheinend strebt die USA.-Regierung eine Beruhigung Frankreichs an, da die Vereinigten Staaten die französische Unterstützung in der Frage der Aufrechterhaltung der Verträge benötigt, wenn der Völkerbund die Wandschurei-Fragc auf- rollt. Die Vereinigten Staaten befürchten offenbar, daß sie in ihrer fernöstlichen Politik von den Eng- ländern nicht mehr unterstützt werden und glauben Der Inhalt der Rote. Berlin, 8.Off. (WTV. Funkspruch.) wie wir erfahren, wird der Wortlaut der deutschen Rote, die dem englischen Geschäftsträger gestern abend Übergeben wurde, nicht veröffentlicht. Heber den Inhalt wird folgendes mitgefeilt: Die Rote ist nur kurz. Die Reichsregierung bringt darin ihre Bereitwilligkeit zum Ausdruck, mit den von der englischen Regierung eingeladenen Mächten in einen offenen Meinungs- au st ausch über eine zweckmäßige und billige Lösung der Abrüstungsfrage einzutreten, eine Haltung, wie sie ja schon aus dem früheren deutschen Memorandum zu ersehen ist. Die Reichsregierung betrachtet als Ausgangspunkt solcher Besprechungen die Schlußerklärung der Lausanner Konferenz, in der gesagt wurde, „daß außer den in Lausanne behandelten Problemen auch andere Fragen geregelt werden müssen" — womit damals ausdrücklich die Abrüstungsfrage gemeint war — „in dem Bestreben, eine neue Ordnung zu finden, die die Herstellung und Förde- rung des Vertrauens unter den Völkern in dem gegenseitigen Geiste des Ausgleichs, der Zusammenarbeit und der Gerechtigkeit ermöglichen würde. Rach Auffassung der Reichsregierung sollte diese Erklärung den Leitgedanken für die von der englischen Regierung vorgeschlagene Aussprache bilden, so daß also diese Aussprache von dem wahren Geiste getragen wird, der es ermöglicht, den Schluß- f(ri/ unter das Reparationsproblem zu ziehen. Die deutsche Role ist der Auffassung, daß es gelingt, die Gründe, die uns von der Abrüstungs- konferen; fernhalten, zu beseitigen, um damit Deutschland wieder in die Abrüstungskonferenz hin- einzusühren. Die Reichsregierung hat auch bei früheren Kundgebungen niemals einen Zweifel darüber gelassen, daß Deutschland einEn erfolgreichen Ausgang der Abrüstungskonferenz wünscht. Die Rote beruft sich auf den Vertrauenspakt und die Schlußerklärung der Lausanner Konferenz. Beides war e i n Abrüstungsversprechen der Gegenseite. Schließlich hat die Reichsregierung dem englischen Geschäftsträger mitgefeilf, daß uns mit Rücksicht auf die Völkerbundsversammlung ein etwas späteres Datum als der 11. Oktober erwünscht sei. Im übrigen geht aus dem Inhalt der Rote hervor, daß die Reichsregierung mit einer Erweiterung des an der Aussprache beteiligten Kreises einverstanden ist. W»e steht Amerika zum Konferenzptan? daher, sich auf die französische Seife schlagen zu müssen. Der amerikanische Beobachter in Paris. Die Franzosen sehr befriedigt. Paris, 7. Oft. (WTB.) Der amerikanische Delegierte auf der Abrüstungskonferenz Rorrnan Davis, begleitet vom amerikanischen Geschäftsträger, hatte heute vormittag mit M i n i ft e r * Präsident Herriot eine einstündrge Unterredung. Reuyork Sjeralö schreibt, Davis habe den Wunsch Washingtons, die A o - rüstungskonserenz möge nun endlich greifbare Fortschritte machen, zum Ausdruck gebracht. 5j e r r i o t Habe in der Besprechung seinen ernsten Willen befandet, das Ab- rüstungswerk zu fördern. Er sei bereit, jeden positiven Vorschlag in Erwägung zu ziehen. _. Die Pariser Presse ist nicht in der Lage, Einzelheiten über die gestrigen Unterredungen zu bringen. Sie sucht aber den allgemeinen Eindruck dahin zu charakterisieren, daß die in letzter Zeck zutage getretene Tendenz einer französisch- amerikanischen Annäherung bei der gestrigen Unterredung sich erneut gezeigt und sogar verstärkt habe. Da alle Blatter dtefe Feststellung machen, darf man annehmen, daß die Presse am Quai d'Orsay in dieser Richtung informiert worden ist. Mit größter Vorsicht wird man die Behauptung des nationalistischen L Ordre aufnehmen müssen, wonach Rorman Davis bor- geschlagen haben soll, die Aussprache m Genf auf der Grundlage der Hooverno te wieder aufzunehmen. Wenn Deutschland sich Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle monat$:Be$ugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. ßernfprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. in ihrer ursprünglich geplanten Form oder was wir befürchten muffen — unter Berücksichtigung der französischen Wünsche Zustandekommen oder möge sie schon in der Klärung der Vorfragen stecken bleiben. Wir dürfen nicht politischen Trugschlüssen zum Opfer fallen, bei denen der Wunsch der Vater des Gedankens war, sondern müssen a u f de r Hut fein, daß man nicht mit vereinten Kräften uns in eine Lage hineinmanövriert, in der wir die Zeche allein zu bezahlen haben. Die Gefahren einer zeitweiligen Distanzierung von den Westmächten scheinen uns vorerst nicht so groß zu sein wie die inner- und außenpolltlschen Rückwirkungen eines uns von England und Frankreich aufgenötigten Kompromisses, das unserer Forderung auf Rüstungsgleichheit nicht gerecht wird. Gelingt es der britischen Diplomatie also nicht, einwano- freie Voraussetzungen für eine Aussprache über die Möglichkeiten einer deutschen Teilnahme an der Abrüstungskonferenz zu schaffen, so wird Deutschland es vorerst den andern Machten ü b e r l a s s e n müssen, den Kamps um Deutschlands Gleichberechtigung gegen Frankreich zu fuhren, wenn sie es nicht darauf ankommen lassen wollen, daß die Genfer Abrüstungskonferenz ohne Ergebnis versandet oder mit einer Konvention endet, die ohne Deutschlands Mitarbeit und Zustimmung ein gefährlicher Torso bleiben müßte. Für uns heißt es in den nächsten Wochen und Monaten, die Nerven behalten und die Regierung nicht zu voreiligen Schritten zu drängen, auch wenn uns aus sehr durchsichtigen Gründen das Gespenst einer außenpolitischen Isolierung in schwärzesten Farben an die Wand gemalt wird. Berlin. 7. Oft (CAB.) Das Kabinett hat eine ganze Reihe innerpolitischer, wirtschaftlicher und sozialer Fragen behandelt ohne aber hierzu Beschlüsse zu fassen. Zu den sozialpolitischen Fragen gehört auch die Milderung gewisser Härten bei den Sozialrentnern. Bekanntlich hat sowohl der Reichskanzler als auch der Reichsarbeitsminister beabsichtigt, für die schwere Zeit des Winters gerade auf diesem Gebiete ihr Möglichstes zu tun. Diese Frage wird in einer der nächsten Kabinettssitzungen spruchreif. Dasselbe gilt auch für gewisse Aenderungen der Verordnung über dieErhaltung undVermehrung der Arbeitsgelegenheit, die in manchen Punkten den Wünschen der Beteiligten, auch der Arbeitnehmer, mehr angepaßt werden soll. Ferner wurden wirtschaftliche Fragen erörtert, wie die Frage der subventionierten Betriebe und der privaten Auslandsschulden. Don dem Gedanken der Ernennung eines Reichskommissars für die Schulden scheint man wieder etwas abgekommen zu sein. Man will bestimmten Herren entsprechende Sonderaufträge erteilen, ohne sie jedoch offiziell zu Reichskommissaren zu ernennen. Erörtert wurden auch Maßnahmen zum Schuh politischer Versammlungen. Praktisch kommen dafür zwei Wege in Frage. Erstens verschärfte Bestrafung von Derfammlungsstorungen, und zwar so, daß der Begriff der Sprengung nicht nur auf Tätlichkeiten und Gewaltsamkeiten bezogen, sondern auch auf Sprechchöre und andere Störungsversuche ausgedehnt wird. Die andere .Möglichkeit geht dahin, daß man einer Partei für bestimmte Zeiten grundsätzlich jede Versammlungserlaubnis versagt, wenn feftgeftellt wird, daß ihre Anhänger planmäßig Kundgebungen anderer Parteien gestört haben Zwischen den beteiligten Ressorts werden Erwägungen hier- über angestellt werden. Sozialpolitische Bedenken gegen die letzten Notverordnungen. Berlin 7. Olt. (CAB.) Die Mitglieder des sozialpolitischen Ausschusses der deutschnationalen Fraktion des letzten Reichstages wurden vom Reichsarbeitsminister Schaeffer zu einer Besprechung über den sozialpolitischen Teil des Regierungsprogramms empfangen. Dr. Erich Schmidt entwickelte den ablehnenden Standpunkt der Deutschnatlvnalen gegenüber der Iuni-Rotverorbnung über‘Renten- und Unter st ützungskürzung und äußerte Bedenken über die §§ 1 bid 6 der Verordnung zur Vermehrung und Erhaltung der Arbeitsgelegenheit, die sich als einseitige Belastung des Arbeiter - und Angestellten st andes auswirken müßten. Reichs- arbeitsmin'ster Schaeffer wies darauf hin, daß die Regierung mit diesen Bestimmungen nicht die Arbeitnehmerschaft belasten sondern nur alles zur Minderung der Arbeitslosigkeit tun wolle. Sm übrigen stellte der Minister eine Erhöhung der Sähe der Arbeitslosenunterstützung im kommenden Winter in Aussicht, falls sich die Hoffnungen der Regierung auf Verminderung der Arbeitslosigkeit verwirklichen. Daß wir mit unserem Entschluß, den Arbeiten der Genfer Abrüstungskonferenz zunächst fernzubleiben, . den richtigen Weg eingeschlagen haben, wird uns nun von England bestätigt. Denn die Einladung des Foreign Office nach London zu einer Konferenz der fünf Großmächte ist ja der offenkundige Beweis dafür, daß Deutschlands leerer Stuhl 1 in Genf die andern in eine peinlich empfundene Verlegenheit gebracht hat, wird doch als Zweck der Londoner Konferenz offen zugegeben, „die durch das Fernbleiben Deutschlands von der Abrüstungskonferenz hervorgerufenen Schwierigkeiten zum , Gegenstand eine Meinungsaustausches zu machen". Aber so schnell im Kopf Macdonalds der Gedanke an eine Konferenz am runden Tisch auftauchte und von dem betriebsamen Außenminister Sir John Simon in die Tat umgesetzt wurde, ebenso schnell stellen sich dem englischen Plan auch schon Schwieiigkeiten turmhoch entgegen, die aus dem Wege zu räumen, dem Eifer der britischen Diplomatie trotz ihrer so oft schon bewiesenen Routine im Zustandebringen von Konferenzen bis jetzt noch nicht gelungen ist. Es müßte überraschen, daß England die Einladung zu einer Fünfmächtekonferenz in Berlin übermitteln ließ, nachdem Sir John Simon auf der Reise von Genf nach London in Paris mit Herriot gesprochen hatte und also hatte feststellen müssen, daß der französische Ministerpräsident den Gedanken einer Konferenz, auf der Frankreich unter Umständen einem konzentrischen Druck aller übrigen Konferenzteilnehmer ausgesetzt sein tonnte, keineswegs Sympathie entgegenbrachte, daß er vielmehr seine Teilnahme von einer Reihe von Bedingungen abhängig machen würde, die das Zustandekommen der Konferenz ernstlich gefährden mußte. Trotzdem hat England die Anregung auch in Berlin vorgebracht, wohl um dort nicht den Eindruck zu erwecken, als ob man sich in Paris bereits einig geworden fei und Deutschland sich auf der Konferenz einer franzostzch- britischen Einheitsfront gegenübersehen wurde. Die Reichsregierung hat auf die englische Anregung so unverbindlich geantwortet, wie es dem noch gänzlich ungeklärten Stand der Vorverhandlungen entsprach. Man wußte in Berlin, daß hier größte Vorsicht am Platze war, um nicht erriet den willkommenen Vorwand zu geben, mit Hinweis auf unerfüllbare deutsche Bedingungen die Konferenz zu hintertreiben und dann für das Scheitern der britischen Vermittlungsaktion die deutsche Unnachgiebigkeit und Deutschlands schlechten Willen verantwortlich zu machen. Trotz dieser Gefahren, die in einer allzu intransigenten Haltung Deutschlands gegenüber der englischen Anregung lagen, mußte die deutsche Politik sich von vornherein davor zu schützen suchen, daß sie in London wieder aus die alten, für Deutschland gänzlich undiskutablen Argumente stieß, die die beiden Abrüstungsnoten Frankreichs und Englands beherrscht hatten und Ursache gewesen waren für den deutschen Entschluß, sich von Genf fernzuhalten, solange für die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung in der Rüftunqs rage bei den maßgebenden Vertragspartnern von Versailles nicht auf größeres Verständnis zu rechnen war. Sollte die Londoner Konferenz nicht die selbstverständliche Voraussetzung einer unvoreingenommenen Prüfung des deutschen Standpunktes bieten, könnte Deutschland sehr leicht in die Lage manövriert werden, mit einem erneuten knappen „Nein" auch den Londoner Konferenztisch zu verlassen und damit Herriot den ersehnten Vorwand zu liefern, in der Abrüstungsfrage Frankreichs „Nein, niemals!" aufrechtzuerhalten ohne als Störenfried zu erscheinen. Eine andere Gefahr für Deutschland lag darin, daß durch Erweiterung des K r e i s e s d e r Teilnehmer diese ursprünglich nur als vertraulicher Meinungsaustausch zu vieren unter Hnzu- ziebung eines amerikan.schen Beobachters gedachte Konferenz ü m g e f ä l f ch t wurde in eine durch die einseitige Auswahl der weiteren Teilnehmer verschlechterte Neuauflage der Genfer Abrüstungskonferenz. Herriot soll ja schon in Paris in dieser Richtung vorgearbeitet haben und die leilnabme der östlichen Trabanten Frankreichs samt Belgien gefordert haben, um der französischen Politik auch für die Londoner Konferenz dieselbe bedingungslose Gefolgschaft zu sichern, über die sie ja in Gens jederzeit verfügen kann. Um diesem Verlangen den erforderlichen Nachdruck zu geben, wurde in Gens auch schon eine entsprechende Aktion der kleinen Anrainer Deutschlands in Gang gesetzt. Deutschland lief dann natürlich Gefahr, sich in London gegenüber einer Einheitsfront Frankreichs und seiner Vasallen mit seinem italienischen Sekundanten mit einiger Sicherheit allein auf weiter Flur zu befinden, während in Genf doch immerhin die Möglichkeit bestand, durch eine geschickte Vertretung des deutschen Standpunkts, außer Italien und Rußland auch Ungarn und einige der neutralen Mächte auf unsere Seite zu ziehen. können. Deshalb wird der deutsche Vorstoß in der Frage der Gleichberechtigung als unbequeme Störung empfunden, eine Londoner Meldung sprach ja dieser Tage auch schon davon, daß nötigenfalls die Abrüstungskonferenz auch ohne Deutschland fortgesetzt werden müsse, um in der qualitativen Abrüstung, die Deutschland ohnehin schon durchgeführt habe, etwas Positives zu erreichen. So kann England auch kein absolut unparteiischer Vermittler sein. In seinem Rechtsgefühl muß es den deutschen Standpunkt zwar anerkennen, aber feine politischen Bindungen und das Bestreben, um jeden Preis und auf wessen Kosten auch immer aus Genf einen Erfolg der britischen Politik zu machen, verhindern es die Rolle des ehrlichen Maklers strikt durchzufuhren, ohne nach Paris zu schielen. Auch hieraus erwachsen der deutschen Politik große Schwierigkeiten. Man hat in Deutschland mit Interesse von der angekun- digten Umgruppierung der b r^t' f ch e n Flotte Kenntnis genommen und Optimisten haben schon in dieser Konzentration der brit schen Seemacht in den heimischen (9eroa||ern einen leisen Wink an die fränzösische Adresse lehen wollen Man sollte sich jedoch keiner voreiligen und gefahr ichen Täuschung hingeben. Die traditionell ftankophil ein- aestellte Bureaukratie des Foreign Office ist für die Franzosen einer der siche r st e n S t e i n e auf hem volitischen Schachbrett und es gehören schon stärkere Naturen dazu, wie es Macdonald und Sir Shn Simon sind, diese seit der Jahrhundertwende fast ohne Unterbrechung verfolgte Grundlinie britischer Außenpolitik iu Europa zu verlassen Möge also die Londoner Konferenz trotz dem kritischen Stande der Vorverl-andlungen doch noch einen Weq zu finden, der es Deutschland ermöglicht wieder an der Genfer Abrüstungskonferenz teilzunehmen. Alle Bedingungen, mit denen Herriot die Konferenz zu belasten gesucht hat, müssen diesen ursprünglichen Charakter der englischen Anregung in einer für Deutschlands grundsätzliche Einstellung und die sich daraus für die deutsche Diplomatie ergebende Politik höchst gefährlichen Weise v e r f ä l s ch e n und umbiegen. Vom deutschen Standpunkt aus ist deshalb ein gewisses Gefühl der Erleichterung nicht unberechtigt, daß es den Engländern nicht auf den ersten Anhieb schon gelungen ist, die Konferenz zustandezubringen, ohne daß dabei auf Deutschland ein Schatten des Verdachtes fällt, als ob es die Konferenz hatte sabotieren wallen. England hat ja m de r Schuld- rage durchaus den Finger auf dem richtigen Loch, es weiß genau, w e m es diesen ^'^Ea tischen Mißerfolg zuzuschreiben hat und wird hoffentlich daraus Natürlich^bleib't die englische ®rundein- steHung für uns gefährlich. Macdonald braucht einen außenpolitischen Erfolg. Die Abrüstungskonferenz soll ihn bringen. England strebt also e.ne Uebereinkunft an, die vor allem seine Finanzen durch eine Beschränkung des Flottenbaus im Wettbewerb mit den andern großen Seemächten enb lastet Im Notfall würde es dafür den Verzicht auf die Durchführung der Abrüstung zu Lande in Kauf nehmen, wenn ohne diesen Verzicht keine Uebereinkunft mit Frankreich zu haben J Bd) Amerikas Interesse liegt in gleicher Richtung. Zu Lande muß nur der Sch eingewahrt werden um in der innerpolitischen Propaganda der Opposition mit „sichtbaren" Erfolgen aufmarten zu General-Anzeiger für Gberheffen Druck und Verlag: Vruhl'sche Univerfität§-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Zchrlftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Nr 257 Erstes Blatt (82. Jahrgang Samstag, 8. Oktober 1952 Gietzener Anzeiger dann noch weigern sollte, an der Konferenz teilzunehmen, würden ihm die übrigen Mächte zu verstehen geben, daß der Rüstungsstand Deutschlands sich ständig nach denDestimmungen des Versailler Vertrags werde richten muffen- Herriot scheine sich dem Standpunkt Vor- man Davis angeschlossen zu Habers Frankreichs Minierarbeit in Oesterreich. Um die Alpine Montanqesellschaft. erst der des können, und das Produktions- länze sich nach mancher Seife mit dem der 2kr« Wien, 7.Okt. (TU.) Bor kurzem wurde gemeldet, daß die Mehrheit des Berlages „NeuenFreien Presse" in die Hande französischen Berlagsunternehmens Agence gconomique et f inanciöre ubergegangen fei. Nach Informationen des Deutschen Handels- dienftes liegt jetzt von französischer Seite beiden Bereinigten Stahlwerken ein Angebot aus Uebernahme des ^,k"E«paket« der Alpinen M o n ta n gesell, cha^ftvor Bon dem Aktienkapital von 60 Millionen Schilling der Alpinen Montanaesellschast besitzen die Bereinigten Stahlwerke bte Mehrheit. Es .st mch anzunehmen, daß die Bereinigten Stah werke aus dieses Angebot eingehen werden, da sie erst vor wen,- een Wochen erklärten, es könne keine Rede davon sein sich gerade dieser Beteiligung zu entledigen. Die Alpine Montangesellschaft habe noch für das vergangene Jahr einen verhältnismäßig 9 un st'gen Abschluß oorlegen können, ,,nh hnfi Braduküons Programm der Gesellschaft ergc Richtung hin in wertvoller W- einigten Stahlwerke. Finanzskandal in USA. Jetzt haben auch die Amerikaner ihren Kreuger- Skandal. Bei der Prüfung der Bucher W 3 n* * sull-Konzerns, der einen großen Teil ^r amerikanischen E l e k t r i z i t ä t s - u n d G a - b« triebe umfaßt, hat sich herausgestellt daß eine LIeberschuldung von nicht weniger als 226 Millionen Dollar vorhanden ist, wahrend Die Aktiven nur 27 Millionen Dollar betragen. Die Schwierigkeiten des Konzerns haben eine Reche von Zusammenbrüchen zur Folg« gehabt, Haven aber auch im amerikanischen Volke ein« Beur^ ruhigung ausgelöst, di« unter Umständen auch den Ausfall der Präsidentschaftswahlen beeinflussen kann. Während es Ivar Kreuger vorzog, aus dem Leben zu scheiden, haben die Leiter des Konzerns, Martin und Samuel In full, das iWeite gesucht. Der eine von beiden ist jetzt in Kanada verhaftet worden. Beiden wird obendrein noch der Borwurf gemacht, daß sie sich zum Schaden der Gesellschaft Vorteile im Werte von annähernd 80 Millionen Dollar, also mehr als 320 Millionen Mark, verschafft haben. Diesen Betrag wird wohl die Gesellschaft niemals Wiedersehen, da es Schieber von einem derartigen Format stets verstehen, ihre unsauberen Gewinne rechtzeitig in Sicherheit zu bringen. »Japan an der Abrüstung verhindert.-' Tokio, 8.Oft. (TA. Funkspruch.) Vachdem das japanische Marineministerium dem Kabinett eine Vorlage auf Erhöhung des Haushalts für die Kriegsmarine von 200 auf 320 Millionen Yen (ebensoviel Reichsmark) hatte zugehen lassen, teilt nunmehr das japanische Kriegsm.nisterium mit, daß der Heeres- h aus halt für das Jahr 1933 einen Betrag von 850 Millionen *3en beanspruch«, 370 Millionen von dieser Summe seien für den Ausbau der Landesverteidigung und für die Schaffung von Fabriken zur H e r st e l l u n g v o n Kriegsmaterial bestimmt. Der Kriegs- minister betonte, daß infolge der politischen Der- hältnisfe in derMandschurei Japan verhindert sei, seine Abrüstungsabsicht zu verwirklichen. Krisenstimmung in Rumänien. „ , 7 am /-tu) In der rumänischen gsssfe Notorische Maßnahmen zu ergreifen, oder die Genf?r Forderungen nach einer jet< schär ftenKontrolledochmA a^unehmem. Das ^ne würde zu einer Katastrophe fuhren, toa$- Ad di?AÜnahS»e der französischen Forderunaen den Verzicht auf bi« P1T n n n » 6 o b «i t bedeuten wurde. Vaida weigert sich weiterhin, seinen Aamen für die Unterschrift h^zugeben. Er ist am Freitag zum König ins Manövergeländ« gefahren. Anschließend wird ein Ministerrat stattfinden. Mit der Möglichkeit einer akuten Regierungskrise ist zu rechnen. Bolschewistische Spionage in Bulgarien Sofia, 7. Okt. (TU.) Die bulgarische Polizei ist einer bolschewistischen Spionageorganisation auf die Spur gekommen, in die mehrere Abgeordnete der I bulgarischen Arbeiterpartei und ein in Sofia lebender Russe Fürst Lobanofs verwickelt sind. Fürst Lobanoff, der in der Sofioter Gesellschaft und in diplomatischem Korps als Bridgelehrer ausgezeichnete Verbindungen hatte, wurde mit zwei anderen aus Wien zugereisten Russen f e ft genommen. Bei der Untersuchung erwies sich, daß die drei Russen, die als überzeugte Anhänger des kaiserlichen Rußlands galten, in Wirklichkeit Agenten der GPU. waren, die den Auftrag hatten, die weißrussische Militär Organisation in Bulgarien zu bespitzeln. Fürst Lobanoff hatte lange Zeit die Gutgläubigkeit der Mit- glieder des weißrussischen Stabes in Sofia ausgenutzt und seinen roten Auftraggebern umfangreiches Material über die weißrussische Organisation und deren Verbindungenm i t dem französischen Nachrichtendienst zugestellt. Die Leidtragende ist die französische Gesandtschaft, bei der Fürst Lobanoff volles Vertrauen genossen hat. Zu spät Hai es sich herausgestellt, daß die enge Zusammenarbeit zwischen dem Stab des weißrussischen Militärverbandes in Bulgarien und gewissen französischen Stellen, die den bulgarischen Behörden aus Gründen der Landesverteidigung schon lange ein Dorn im 2Iuge ift, durch die Organisation des Fürsten Lobanofs Zug um Zug den Bolschewisten verraten wurde. Deutschnaiioriale und Wirischastsprogramm. Berlin, 7. Okt. (GAB.) Dom beutf^nationalen Parteivorstand wurde eine Entschließung gefaßt, in der es u. a. heißt: Das Steuers enkungsprogramm des Kabinetts v. Papen begrüßen wir als den Anfang einer Entlastung der deutschen Wirtschaft Es ist ein Verbrechen am deutschen Volk, wenn die VSDAP. gegen dieses Rettungswerk unter dem marxistischen Schlagwort „Liebesgaben an die Besitzenden' hetzt. Aber ebensosehr wie unter den Steuern'seufzen Arbeit und Wirtschaft unter der Schuldenlast. Das selbständige Unternehmertum gilt es von dem Drucke der ungeheuerlich anwachsenden Schuldenlast durch eine weitsichtige Regelung zu befreien. Die technischen Wege zu einer solchen Reform haben wir für das so wichtige Gebiet der Landwirtschaft schon vor Jahren in ausgearbeiteten Gesetzentwürfen gezeigt. Für G e- toer6e und Industrie sind andere Wege möglich. In diesem Zusammenhang kann auchwieder langfristiger und billiger Realkre- d i t geschaffen werden. Damit wird derHaus- besitz entlastet. Auch eine Senkung der Mieten kann auf diesem Wege erreicht werden. Eine umfassende Regelung des deutschen Schuldenproblems ist aber nur möglich, tgenn man an die Wurzeln des Hebels herangeht, an die unerträglich« Belastung des deutschen Volles und der deutschen Währung durch die höchstverzinslichen und größtenteils unproduktiven ausländischen Schulden. Oer neue Oberpräsideni von Hessen-Nassau. Der zum kommissarischen Oberpräsidenten der Provinz Hessen-Nassau ernannte Kurator der Universität Marburg, Geheimer Oberregierungsrat Ur. jur., Dr. med. h. c. und Dr. pbil. h. c. d o n H u l - sen mürbe 1875 in Westpreußen geboren. Urter kirchengeschichtliche und philosophische Studien kam er zur Rechtswiffenschaft und bestand 1898 den Oe- richtsreferendar und 1903 den Gerichtsassessor. Der damalige Leiter des preußischen Hochschulwesens, Ministerialdirektor Friedrich Althoff, berief ihn 1904 als Hilfsarbeiter an das preußische Kultusministerium, wo er 1912 zum Geheimen Regierungsrat und Vortragenden Rat und 1916 zum Geheimen Oberregierungsrat erifannt wurde. Im Ministerium bearbeitete er in der Hauptsache die finanziellen An- gelegenheiten der Universitäten Breslau. Halle, Göttingen, Marburg, Bonn, Münster und Franlsurt a. M., 1920 wurde er aus feinen Wunsch zürn Kurator der Universität Marburg ernannt. Politisch trat Hülfen im Kommunallandtag in Kassel hervor, zu dessen Mitglied er von der Deutschen Dolkspartei gewählt worden war. Bekanntlich bilden die Abgeordneten der Deutschen Volkspartei mit den Deutschnationalen im Kommunallandtog die Hessische Arbeitsgemeinschaft, deren Führer er ift Aus -er provinzialhauptfladi. Gießen, den 8. Oktober 1932. Vom Bösen und Guten. Das formen- und wertunterschiedliche Leben ist zu verschlungen, als daß der Blick des einzelnen es gänzlich zu umfassen und zu entwirren vermag. Daher sollten wir uns hüten, ohne weiteres einzelne Erscheinungen, die zweifellos Züge des Verfalls, der lleberreife und Verderbtheit tragen, zu verallgemeinern. Aus dem Meer der Vergangenheit sind doch Inseln aufgestiegen und versunken, die eine gewisse Kultur trugen; wir wissen einiges von ihr, manch« Geschichtsschreiber haben geurteilt, sie sei gut oder böse gewesen. Sie haben Verfallserscheinungen gesammelt und danach etwa den Verfall des Griechentums und der Römerzeit beurteilt, und ihr Wertmesser war die moderne Moral, während z. B. selbst der feingebildete Grieche ganz andere Moralbegriffe hatte. Andere Forscher wandten andere Methoden an. So meinten sie, zur Zeit des Augustus seien dei wirklichen Römer fast ausgestorben aewesen, und zur Zeit des Tacitus, dessen Blick sich von der römischen Sumpfluft nach dem keuscheren germanischen Rorden wandte, seien in Italien zu 95 v. H. asiatisch« Menschen bestimmend gewesen und daher der Verfall I Wir greifen das nur heraus, um anzudeuten, wie schwierig auch die anscheinend so festumrissenen Dinge der Vergangenheit zu beurteilen sind. Für die Gegenwart sind Werturteile aber noch viel schwieriger zu fällen. Man sagt, der Unglaube, die Unmoral, die Vergnügungssucht hätten zugenommen, vom kleinsten Dorf bis in die Großstadt, aber man übersieht, daß wir zumeist nur nach einzelnen Erscheinungen urteilen, daß auch Gegenkräfte am Werke sind und lebendig wirken. Die Vergnügungssucht des Mittelalters und vergangener Jahrhunderte war auch nicht gering; allein im letzten Jahrhundert, etwa bis zum Kriege, hatten wir neben dem Idealismus der Befreiungskriege in religiöser Beziehung den Rationalismus, der geradezu Modesache war, bis dann eine neue Gläubigkeit die Herzen weckte. Wir wissen auch, daß in der Wissenschaft viele Jahrzehnte hindurch der Materialismus triumphierte, bis auf Häckels «Welt- rätsel" hinab, aber daß heute wieder ein geistigeres Weltbild gelehrt wird. Immer hat es Zeiten gegeben, da eine orgiastisch« Vergnügungssucht herrschte, um dann durch Sittenstrenge, durch den Puritanismus, abgelöst zu werden, und wenn unmittelbar nach dem Kriege sich das Laster vielfach frech gebärdete, so können wir doch heute schon die Rückkehr zu besseren Sitten und zu einer geläuterteren Auffassung des menschlichen Lebens und des persönlichen Verhaltens feststellen, eine Rückkehr zu den Kraftquellen des Volkstums und des Glaubens an den Sieg des Guten in der Ration. Für den Menschen, der bei der Betrachtung der Erscheinungsformen der Gegenwart oft dem Pessimismus nahe ist. gibt aber das Wort, daß jede Vernunft, das ist das Verstandes- und gefühlsmäßige Erfassen, doch immer wieder daS Werdende, das Lebendige anstrebt, also das, was Goethe in einem Gespräch mit Eckermann daS Göttliche nennt. Die Königin Luise hat gemeint: „Es kann in der Welt nur besser werden durch die Guten!" Das ist eine Aufforderung zur Tat. mit dem, was an und in uns liegt, eine junge und unverderbte Welt, die auch im kleinsten Kreise möglich ist, zu schaffen. —rt. Ein Appell der Bahnhofstraße an die Stadtverwaltung. Der Verein der Anwohner der Bahnhofstraße. Marktstraße, Reustadt und anschließenden Straßen hat eine mit 133 Unterschriften versehene Eingabe an die Stadtverwaltung gerichtet, in der die Anwohner und Geschäftsleute diese- Stadtteiles dringend um die Wiederaufnahme des StraßenbahnverkehrS durch die Markt st raße und die Bahn- Hof st raße ersuchen. Für dieses Verlangen werden einleuchtend« wirllchaftliche Gründe geltend gemacht, denen man die Berechtigung nicht absprechen kann. Wir möchten uns dem Ersuchen dieses Stadtteiles mit warmer Befürwortung an- schliehen in der Hoffnung daß die Stadtverwaltung möglichst bald Mittel und Wege finden möchte, um der Forderung zu entsprechen. Nach 1OO Zähren: Goethe lebt... , Im Lichtspielhaus Bahnhofstraße wird am morgigen Sonntagvormittag in einer Kulturfilm- Frühvorstellung der deutscheGoethe-Film gezeigt, der unter der künstlerischen Leitung des Re.chskunstwartes Dr. Edwin Redlob an den klassischen Goethestätten gedreht wurde. Wir kehren im Geiste ein im Haus am Großen Hirschgraben zu Frankfurt a. M., im Elternhause Johann Wolfgang von Goethes, und lernen dort die Atmosphäre kennen die dem jungen Genius den Urgrund seines Schaffens gab. Man lernt den Knaben Wolfgang kennen, der dem Fabulieren seiner Mutter lauscht, und bann den Heranwachsenden Jüngling. Tage von Sesenheim und Straßburg werden im Filmbild lebendig. Wir begleiten Goethe zurück nach Frankfurt und in das Haus Lili von Schönborns, nach Wetzlar und dann mit dem Herzog Karl August von Sachsen nach Weimar, um wiederum im Geiste N 6IM looö Den ®to Roman von Gert Nothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 6 Fortsetzung. Rachdruck verboten! Traute kam schnell herüber. Ihr schönes Kindergesicht war scheu zu Boden gesenkt. Lohgarten reichte ihr die Hand: «Guten Tag, Traute. Wie gefällt es dir hier? «Sehr, sehr gut; ich habe die Eltern sehr lieb. Ich danke Ihnen, Herr Lohgarten, daß ich hierherkommen durfte." Er drückte die kleine Hand herzlich. «Ich bin froh, daß es dir jetzt gut geht, Traute. Das andere, das Häßliche, oas vergiß nur; denke nicht mehr daran. Hier bist du geborgen." Traute blickte bittend auf die alte Frau. Tie nickte gütig lächelnd. Tu überreichte das Mädchen Fritz Lohgarten den Strauß Georginen. Er freute sich sichtlich. . «Die soll ich haben? Wie schön! Ich danke dir! Ich werde sie auf meinen Schreibtisch stellen lallen. Auf Wiedersehen." Lohgarten ging zwischen den Gärten weiter unb sprach noch hier und da mit einer der Arbeiterfrauen. Dann ging er schnell nach den Werken hinüber. Traute aber blieb stehen, sah ihm nach, und in ihrem Gesicht stand ein rätselhafter Zug. Wie dankbar sie ihm ist!, dachte Mutter Bol- scher und bückte sich wieder über ihre Kohlköpfe. Traute aber war es, als sei heute ein hoher Festtag, so feierlich und selig war ihr zumute. In den nächsten Tagen besichtigte Fritz Loh- garten die Villa am Pfeilsring. Gr hatte gegen 16 Uhr den Architekten bestellt, der auch hier gleich noch nach dem Rechten sehen sollte. Es war aber alles in bester Ordnung. Und die Möbel, die den Damen lieb waren, die sollten sie ja mit hierhernehmen können. Obwohl hier eigentlich schon genug Herumstand. Aber Lohgar ten wollt« sich nicht kleinlich zeigen gegen Die Damen. Mochten sie ruhig mitnehmen, was ihnen gefiel! Sie würden hier sehr gut untergebracht sein, und wenn sie vernünftig wirtschafteten, dann würde es ihnen ja auch an nichts fehlen. öin schöner alter Garten gehörte dazu. Hm Vies es Gartens teilten hätte Lohgarten selber gern tner gewohnt. Die alten verwitterten Figuren, der Brunnen, die uralten Bäume, die das Haus beschatteten, und die vielen Rosenstöcke, die im Sommer einer berauschenden Duft von sich gaben '— alle« wunderschön. In Gedanken verloren blieb Lohgarten stehen, während der Architekt sich begeistert über die steinerne Figur am Brunnen beugte. Lohgartens Blick ruhte auf einer blassen, halberblühten Rose, die auf schlankem Stengel schwankte, während ringsum ihre schönen stolzen Schwestern verblüht waren. lind Fritz Lohgarten dachte an das schlanke Mädelchen mit dem feinen, blassen Gesicht — das Kind, das er aus einer furchtbaren Umgebung in ein geordnetes Leben hinein gerettet hatte. Daran dachte Fritz Lohgarten, während er still die blasse, schöne, halberblühte Rose betrachtete. Er erwachte wie aus einem Traum, als ihm der Architekt bedauernd sagte: «Ich an Ihrer Stelle würde selber hier wohnen, Herr Lohgarten. Dieser Garten unb auch das Haus sind ein Paradies. So still und abgelegen und voll Schönheit. Meinen Sie nicht?" «Ich bin ganz Ihrer Meinung, Herr Korn- müller, aber mein Vater bestimmte die Villa für meine Stiefmutter, so lange sie lebt und sich nicht wieder verheiratet. In meinem Besitz bleibt die Billa ja sowieso." «Tas ist gut. Ich würde später doch hierher übersiedeln, Herr Lohgarten. Rur nicht etwa mal verkaufen, ja nicht! Tie Marmorfiguren im Treppenhause haben allein großen Wert." «Rein, ich habe noch nie an einen Verkauf gedacht", sagte Lohgarten. Sie gingen dann zusammen zu Fuß zurück, weil die Sonne warm schien und eine reine, klare Lust war. Die Herren besprachen nun noch dies und jenes über das Haus in der Georgenstraße, wo die Lohgartens jetzt wohnten. «Wenn die Damen dann schon bald in die Villa übersiedeln könnten, wäre es mir sehr angenehm, denn ich nähme gern diese letzten schönen Herbsttage wahr. Es trocknet alles besser aus", meinte der Architekt. Sie tranken bei Stiller noch einen Ingelheimer und trennten sich bann. • Hilma hatte sich schon mehrere Male zufällig mit Altendorf getroffen. Unb man sprach darüber. Aber sie kümmerte sich um nichts. Sie war keiner vernünftigen Vorstellung zugängig. Die Mütter versuchte cs doch immer wieder, ihr eine Ehe mit dem Sänger auszureden. Aber Hilma lachte nur ärgerlich und nervös. «Ach, Mama, das sind gänzlich veraltete Ansichten, glaub es mir. Und glaubst du wirklich, daß man ihm hier in irgendeiner Familie einen Korb geben würde, wenn es ihm einfiele, um eines dieser Gänschen zu werben, deren Mütter jetzt hinter mir her zischeln? Ich denke nicht daran, mir diese Chance durch irgendwelche Bedenken zu zerstören." Da schwieg die Mutter endlich still, aber sie sah mit Sorge in die Zukunft. Dabei wuchs in ihr der Zorn auf den Stiefsohn höher und höher. Gr. nur «r war schuld daran, daß Hilma sich in dieses Abenteuer stürzte. Wäre sie seine Frau, dann wäre alles anders, bann wäre sie geborgen vor allem, was sie, bie Mutter, jetzt in der Zukunft sah unb für die Tochter befürchtete. Es war ein sehr ungemütliches Beisammensein, das die Lohgartens in diesen Wochen führten. Und sie sehnten alle drei das Ende dieses Zu- sammenwohnens herbei. An einem trüben, kühlen Tage siedelten die Damen bann nach dem Pfeilsring über. Aber Frau Lohgarten war es, als sei dieser Tag der Anfang einer langen Kette von unsagbaren Wi- derwärtigklltm, wenn nicht noch von 6.. Hmmerem. Hilma aber freute sich, daß man Heinz nun schon bald zum Tee bitten konnte. Die Damen hatten sich sehr kühl, fast feindlich von Fritz verabschiedet. Am Abend stand er bann allein in dem großen, schönen Speisezimmer, unb in ihm war ein Gefühl der Ruhe. Dieses Gefühl überwog vorerst alles andere. Er braucht« diese Ruhe. Das fühlte er in diesem Augenblick ganz klar unb deutlich. Die nervösen Launen der Damen hatten ihm und früher, auch dem Vater viel zu schaffen gemacht. Aber eben weil die beiden Lohgarten jeden Skandal nach außen hin vermieden sehen wollten, so ließen sie diese Launen stillschweigend über sich ergehen. Run waren die Damen fort! Er würde auf einige Monate verreisen, und dann würde er ja sehen, was sich inzwischen entwickelt haben würde. Der Direktor Grabner erhielt Vollmacht; er war ja schon des alten Herrn Lohgarten rechte Hand gewesen. Die beiden alten Herren hatte eine treue Freundschaft verbunden. Bei Direktor Grabner war alles in den besten Händen, und zudem hatte er strengste Anweisung, den Ehef sofort zurückzurufen, wenn ihm irgend etwas verdächtig vorkam. An einem Abend, an dem schon ein recht kalter Wind über die Gärten herüberwehte, fuhr Fritz Lohgarten zum Bahnhof. Run würde er Weihnachten draußen in der Welt sein. Es war am besten so! Rur am Weihnachtsabend nicht einsam und verlassen daheim sein! Wenn er zurückkam. dann wollte er ganz ernsthaft eine Heirat erwägen. Vielleicht Erika Gerlach? Sie war ein liebes, nettes Geschöpf und immer so bescheiden, trotzdem ihr Vater ein sehr wohlhabender Mann war. Er würde ja sehen. Fritz Lohgarten sah zum Fenster hinaus. Die letzten Lichter der Stadt versanken im Dunkel, und der Zug raste jetzt durch die stille, weite Heide. Viertes Kapitell Sechs Jahre waren vergangen. Sechs lange, sorgenschwere Jahre! Fritz Lohgarten war es, als seien es nicht sechs, sondern zwanzig Jahre, in denen er sich verzweifelt mühte, den alten Glanz und Ruf der Lohgarten-Werke zu erhalten. Es war ihm nicht gelungen! Mit anderen zugleich sank die stolze alte Firma ins Richts. Eine kleine Fabrik! Gerade so, daß sie den Besitzer und einige Arbeiter ernährte! Eine Firma, die sich in all den Jahren erhalten hatte. Jahre, die andere große Firmen längst das Tascin gekostet hatten. Fritz Lohgarten wußte, wer ibn ruinierte. Unb hatte es boch nicht aufhalten können. Heinz Altendors! Der Dämon seines Lebens! Den er nicht fassen konnte. Jetzt weniger benn je! Denn er war ja sein Schwager geworben. Hilma führte ein Höllendasein, aber sie liebte diesen Mann und war nicht zu bewegen, sich von ihm zu trennen. Die Mutter litt mit ihr, denmxh brachten die beiden Frauen es fertig, nach außen hin zu verbergen, wie es in dieser Ehe aussah. Qlber man wußte es ja durch das Benehmen Altendorfs. Er hatte jetzt kein festes Engagement mehr, er reifte nur ab und zu auf einige Monate fort. Plötzlich war er dann wieder da. Er lebte vollkommen mit von dem, was Fritz Lohgarten den beiden Damen zukommen ließ. Mit Altendorf sprach dieser nie. Lohgarten, von Berus Chemiker, saß oft deS Rachts in seinem Laboratorium. Er hatte einen Farbstoff erfunden, der, wenn es gelang, Verwertung für ihn zu finden, ihn nach unb nach toteber zu einem wohlhabenden Manne machen konnte. Er hatte Geschäftsverbindungen angeknüpst unb erwartete einen Direktor ber Scheller-Werke aus Schlesien. Fritz LohgartenS blonbes Haar war an den Schläfen leicht ergraut, sonst aber sah man es ihm nicht an, was «r in diesen sechs Jahren gelitten hatte. Roch immer war er ledig. Und er war heute froh, es noch zu fein. Gr würde nun wohl auch Junggeselle bleiben. Wenn er das große Bild seines VaterS betrachtete, dann dachte er wehmütig: Wir haben viel Geld verloren, Vater, aber die Ehre, die ist der alten Firma geblieben trotz aller Machenschaften, unb daher kannst bu in Frieden ruhen. Vielleicht könnte ich heute reicher sein als ich je gewesen; aber Ehre im Leib hätte ich wohl nicht haben dürfen, denn der eine Weg, der mir geblieben wäre, der wäre nicht ehrenhaft gewesen. Unb so denke ich. daß ich ganz In deinem Sinne gehandelt hab«, Vater. — Lerhoff! Oder Altendorf! DaS Rätsel seines Lebens! (Fortsetzung folgt.) Hergestelli in den Persilwerken« 311C zum Aufwaschen, Spülen, Reinigen für Geschirr und alles Hausgerät! etit M fieren zu- W sie den ihren er« : Firmen en des tg des icht lafitn tt v« 12 mehr. » tote fort ebte voll- ittcn den QHteiw>n ig Jahre, den allen e zu er- it 6tra» ersehene htet, in dieses rauf, kehr» bahn» :tlangen M geb- ng nicht Ersuchen tung an» werval» t finden en. ■ sie liebte 'n, s-4 jt, dennoch iaj außen jp aussah- Senehmen )ird am liutfilm» :»3ilm hing deS i an den e. Dir ! Lu-fch- ufc Iven bott DenrnL .an lernt m Fahnden her- Arnheim lebendig, sinkt und j Dehlar ignst von im Seifte n Te. 'Der *len$ ihn ivltuz, sivnen ft* n In. f- Tat. Wirt Ruta, d) trat °r. zu ipartei *« Ab. it den i* lang. . ynb nach ine machen ,Derke au» - • y ah -na"^ Jahren S« s« sä» 5*JS >» ii sa"d &ü if|nc< Htung •ft dein rt. bafj :nö ge. er das s, IvaS n das meint: durch r Tat, iunge lech«. Die GießenerWiniernothttfe an der Arbeit Unmittelbar nach der Konstituierung derGie - tzener Winternothilfe 1932/33 haben die Ausschüsse mit ihren Arbeiten begonnen. Vor einigen Tagen trat der Finanz- und Kontrollausschutz zusammen, um über die Kartoffelversorgung deL hilfsbedürftigen Mitbürger zu beraten. Gestern nachmittag beschäftig.e sichd.rWerbe-undSam- melausschutz in seiner ersten Sitzung mit einer Reihe von Matznahmen, di« zur Linderung der Not in den hilfsbedürftigen Familien dienen sollen. Dor allem wurde bringen. Die Anmeldung hat in dem Gebäude der Alten Klinik, Eingang von der Seite des Liebigmuseums, Parterre 2. Tür links, jeweils in der Zeit von 9 bis 12 Uhr, zu cr- Ein Güterzug Lebensmittel für die Winterhilfe. Wie im vorigen Jahre, so beteiligt sich Kaisers Kaffeegeschäft auch in diesem Not- winter im großen Umfange an der freiwilligen Winterhilfe. Ueberall. wo die Firma Kaisers Kaffeegeschäft ihre über 1500 Filialen in ganz Deutschland unterhält, also auch in Gießen, werden den Wohlfahrtsämtern Lebensmittel zur Verfügung gestellt, deren gesamte Menge einen ganzen Güterzug füllen würde. Zur Nachahmung empfohlen! Bornotizen. — Tageskalender für Samstag. Dollsrecht-Partei (Sparerbund): 20.15 Uhr, im „Aquarium", öffentliche Versammlung. — Geflügel- und Vogelzuchtverein: 20.30 Uhr, „Pfälzer Hof", Monalsversamm.ung. — l.R« chskurzschrift- gesellschaft: „Stadt Lich", Vereinsabend. — Kavallerie-Verein: „Hessischer Hof", Monatsversammlung. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die elf Schillschen Offiziere". — Astoria-Lichtspiele: „Der König der Steppe" und „Drei Tage auf Leben und Tod". — Tageskalender für Sonntag. Stadttheater: 18 bis 20 Uhr, „Freie Bahn dem Tüchtigen". — Oberhessischer Kunstverein: Turmhaus am Drandplah, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Verein Hundesport für Gießen und Umgegend: Cafö Leib, ab 9 Uhr, Werbeschau von Hunden aller Rassen. — Schützenverein Gießen: 14 bis 18 Uhr, Geflügel- und Meisterschaftsschietzen, verbunden mit Abschiehen. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: 11.15 Uhr, „Goethe lebt ...!“; ab 15 Uhr, „Die elf Schillschen Offiziere". — Astoria-Lichtspiele: „Der König der Steppe" und „Drei Tage auf Leben und Tod". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Sonntag, 9. Oktober, Erstaufführung des erfolgreichen Lustspiels „Freie Bahn dem Tüchtigen" von August Hinrichs: die Spielleitung dieses unterhaltenden Werkes hat Karl Hehler. Diese Erstaufführung stell ung beantragt sein müssen. Nachträglich können Gutscheine nicht mehr ausgestellt werden. — Tanzkunst im Lichtspielhaus. Man schreibt uns: Ang« Bach tanzt am 16. Oktober 11 Uhr im Lichtspielhaus: ein kraftvoller Auftakt der Saison und zugleich Einführung in daS Reich des künstlerischen Tanzes. Die junge Gießenerin möchte weitere Kreise ihrer Vaterstadt mit ihrem Schaffen bekannt machen und es einem jeden ermöglichen, di« vielen Wege zum künstlerischen Tanz und dessen Reichtum und kulturellen Wert kennenzulernen. Dem Zuschauenden wird ein klares Bild übermittelt durch die Einteilung der zwölf Tänze in drei „Kreise", durch deren Aufbau und nicht zuletzt durch die schlichte Klarheit der Tänze selbst. (Siehe heutige Anzeige.) , ** 25 Jahre Hausangestellte. Am heutigen Samstag, 8. Oktober, kann die Hausangestellte Johanna Reuschling die Feier ihres 25. Hausangestellten-Iubiläums im Hause der Familie Fritz Flimm, Marburger Straße 10, begehen. ** Hauswirtschafts - Unterricht in der Aliceschule. Man schreibt uns: Nun kommt dieZeit, in derMLdchen, die während des Sommers fleißig in der Landwirtschaft nutgearbeitet haben, sich gerne im Kochen, Nähen, Sticken und so fort zu vervollkommnen suchen. Eine Gelegenheit dazu bietet die Haushaltungsschule des Alice-Schulvereins Gießen. Hier werden junge Mädchen in allen Zweigen der Hauswirtschaft gründlichst ausgebildet. Ganz besondere Rücksicht wird in dem am 17. Oktober beginnenden Kurs auf die Bedürfnisse der Mädchen genommen, die auf dem Lande zu Hause sind. Wollen, sich Mädchen im Schneidern, Weißnähen, Sticken, Bügeln allein ausbilden, so können sie sich an den betreffenden Kursen beteiligen. Die Alice- schule hat auch ein Internat für diejenigen, die nicht täglich nach Hause fahren können, sondern in Gießen bleiben wollen. ** B uIlenversteigerung in Sauter« b a ch. Zu der vom Lanidwirtschaftskammer-Aus- schuß für Oberhessen veranstalteten Bullenversteige» rung, die am Mittwoch, 12. Oktober, in Lauterbach stattfindet, sind 25 Bullen, darunter ein Viertel Leistungsbullen, zum Auftrieb angemeldet. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Nundsunkproqramm. ist die erste sonntägliche Fremdenvorstellung der Oubiläumsspielzeit. Ermäßigte Preise. Beginn 18 ilbr; Ende 20 älhr. — Als 2. Vorstellung im Dienstag-Abonnement wird am 11. Oktober das Lustspiel „Freie Bahn dem Tüchtigen" unter der Spielleitung Karl Hehlers erstmalig wiederholt. Gewöhnliche Preise. Spieldauer von 20 bis 22 älhr. — Mittwoch, 12. Oktober, 2. Vorstellung int Mittwoch-Abonnement mit einer Wiederholung des ungewöhnlich wirkungsvollen und dramatischen Zeitbildes „Der 18. Oktober" von Walter Erich Schäfer: Spielleitung Peter Fas- s o t t. Gewöhnliche Preise. 20 bis 22 Uhr. — Der Spielplan sieht als 2. Vorstellung des Freitag-Abonnements für den 14. Oktober eine Wiederholung der mit großem Beifall aufgenommenen „Egmonf'-Aufführung vor unter der szenischen Leitung von Intendant Dr. Prasch und der musikalischen Gesamtleitung von Universitätsmusikdirektor Dr. Temesvary. Beginn 19.30 Uhr. Ende gegen 22.30 Uhr. — Am 15. Oktober veranstaltet die Intendanz nachmittags 15.45 Uhr in dieser Spielzeit die erste Schülervorstellung mit einer Wiederholung des Trauerspiels „Egmont" unter der regielichen Leitung von Intendant Dr. Prasch und der musikalischen Leitung von Universitätsmusikdirektor Dr. Lerne sv ar h. Für diese Vorstellung gelten Schülerpreise! — Die Intendanz macht nochmals darauf aufmerksam, datz U m t a u s ch g u t sch e ine für nicht besuchte Abonnementsvorstellungen b i s spätestens 13 Uhr am Tage der Vor» Sonntag, 9. Oktober. 6.15: Von Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Choralblasen. Veranstaltet von der Zentralstelle für Kirchenmusik der Evgl. Landeskirche Frankfurt a. M. 8.30: Evangelische Morgenfeier. Veranstaltet von der Evgl. Landeskirche Frankfurt a. QU. 9.30 bis 10.30: Stunde des ChorgesangS. 11: „Aus der Urzeit von Fahrrad und Auto". Plauderei von Berthold Auerbach. 11.30: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13.05: Man- dolinen-Konzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Jugend. 18: „Ein deutsch-evangelisches Wort zur 36. Generalversammlung des Evangelischen Bundes Kassel", Vortrag von D. Fahrenhorst, Direktor vom Evangelischen Bund zur Wahrung der deutsch-protestantischen Interessen. 18.25: Dreißig bunte Minuten. 18.55: „Die bäuerliche Hochschule und die ländliche Erziehungsaufgabe", Vortrag von Direktor Richard Pleimes, Oranienstein. 19.30 bis 20: Knud-Ham- sun-Stunde. Vorlesung von Ludwig Hardt. 20: Von Wien: „Das Mädel aus der Vorstadt". Posse in 3 Akten von Iohann Nestroh. 21.55: Karlsruhe: Wiener Schrammelquartett. Montag, 10. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert. 15.20: „Die deutsche Frau in Süd- west-Afrika", Vortrag von Agnes von Doemcken. 17: Nachmittagskonzert. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: An der Grenze des Sichtbaren und des Unsichtbaren. Sprecher: Reinhold Merten und Dr. Walter Baum. 20: Großer Saal des Saalbaues, Frankfurt a. M.: 1. Montagskonzert des Frankfurter Orchester-Vereins. Iohannes Brahms. 21.50: Tage der Kindheit von Waldemar Bonsels. 22.45 bis 24: Nachtmusik der Tanzkapelle der Stuttgarter Philharmoniker. Wettervoraussage Die Zslandstörung hat sich wesentlich vertieft und schiebt einen Ausläufer südlich nach Frankreich vor, der ein kräftiges Regengebiet mit sich führt. Barometerfall über Deutsästand deutet darauf hin, daß auch unser Bezirk von ihm beeinflußt wird und unter Auffrischung der Lustbewegung die Winde von Süden nach Westen zu drehen. Die Hoc^ruck» Wetterlage geht damit ihrem Ende zu, und stärkere Bewölkung, sowie auch Niederschläge setzen ein. Die Temperaturen gleichen sich aus und werden auch nachts über Null zu liegen kommen. Aussichten für Sonntag :_ Neblig und bewölkt, zeltweise Niederschläge, wärmer, Temperaturen auch nachts über Null. Hilfswerk mit Geldspenden zu unterstützen. Iede Gabe, auch die kleinste, wird dankbar angenommen. Das städtische Wohlfahrtsamt, dessen Verwaltungsamtmann Keiher den Vorsitz des freiwilligen Hilfswerks führt, steht zur Annahme der Geldspenden gern zur Verfügung. Daneben hofft man aber auch auf die Geldbeihilfe der Organisationen und Vereine, die bereits im vorigen Iahre das Hilfswerk in so großzügiger und dankenswerter Weise unterstützt haben. Wenn auch mittlerweile die Zeitverhältnisse für alle Bürger schwieriger geworden sind, so vertraut man doch auf den noch stets bewährten Opfer sinn der Männer und Frauen unserer Stadt, die zweifellos auch dem dieswinterlichen Hilfswerk ihre Förderung zuteil werden lassen. Für einen späteren Zeitpunkt ist u. a. eine Haussammlung geplant, daneben glaubt man auch auf die Vereine rechnen zu dürfen, die wohl zweifellos wieder mit Veranstaltungen zum Besten der Winterno tHilfe hervortreten werden. Man hofft, nach dieser Richtung hin keine Fehlbitte an die Vereine zu tun. Der Gießener Einzelhandel lieh durch seinen Geschäftsführer Herrn Doeck die Erklärung abgeben, daß der Einzelhandel auch im kommenden Winter wieder nach Kräften zur Linderung der Not unserer hilfsbedürftigen Mitbürger bei steuern werde. Diese Erklärung wurde von dem Ausschuß mit dankbarer Genugtuung aufgenommen. Nähere Beschlüsse wird der Einzelhandel in den nächsten Tagen fassen. Daß die F r a u e n v e r e i n e, die §ausf rauen - Beratung, sowie . der ungdeutsche Orden und die Technische Nothilfe sich sofort zur Mitarbeit an dem sozialen Werk bereiterklärt und ihre Kräfte auch schon in den Dienst der Sache gestellt haben, sei hier besonders vermerkt. Eine Nähstube ist von den Frauenorganisationen in Räumen der Alten Klinik eingerichtet worden, wobei auch der freiwillige Arbeitsdienst von Frauen und Wädchmi in Erscheinung tritt. In der Nähstube werden getragene Kleider, nachdem sie vorher desinfiziert und gereinigt wurden, zur Weiterverwendung und Abgabe an die Hilfsbedürftigen her gerichtet. Träger dieses Dienstes sind die zur Gießener Frauenhilfe vereinten Frauenvereine. helft alle! Diesen Appell richtet die Wintemvthilfe eindringlich an alle Bürger unsererStadt in dem Vertrauen, daß der Ruf nach Hilfe für unsere notleidenden Volksgenossen in Gießen über- all willige Ausnahme bei hilfsbereiten Menschen finden wird! abhängen. Die Ausschüsse der Winternothilfe | bitten hierdurch alle Mitbürger, so rasch tote möglich und nach besten Kräf t.en dass folgen. Wer die Anmeldung feines Kartoffelbedarfs in dieser Zeit versäumt, muß damit rechnen, daß er zunächst nicht beliefert wird. Wenn auch die Heranschaffung von Kartoffeln ununterbrochen erfolgen soll, da man sich bestreben will, die Eindeckung des Bedarfs möglichst weit durchzuführen, so empfiehlt es sich doch, die Anmeldung schnellstens vorzunehmen, damit von der Leitung der Wintemvthilfe disponiert werden kann. Die Kartoffeln werden zum größten Teil mit der Dahn herangeschafft werden, daneben ist aber auch mit dem Transport durch Fahrzeuge der Reichswehr und durch Lastkraftwagen zu rechnen. Weiterhin beschäftigte sich der Ausschuß eingehend mit den verschiedenen anderen Hilfsmöglichkeiten. Mit herzlichem Danke wurde die Unterstützung durch die Reichswehr mit der bereits gemeldeten Spende von 1000 Mark, ebenso die Bereitwilligkeit unserer Garnison, im kommenden Winter die Kinderspeisung durchzuführen, und die Fahrzeuge des Bataillons in den Dienst der Sache zu stellen, zur Kenntnis genommen. Diese Mithilfe unserer Garnison wird von den Ausschüssen der Winternothilfe herzlich begrüßt und in hoher Weise gewürdigt. Man hofft weiterhin, datz auch das Musikkorps unseres Bataillons durch Veranstaltung von Konzerten zum Besten des Hilfswerkes sich wieder in den Dienst der gemeinnützigen Sache stellen wird. Ein große: Te l des Gelingens der Hilfsaktion wird natürlich von der baldmöglichsten Beschaffung von Geldmitteln und Muffen auf, die auch aus wertvolleren Fellen angefertigt wurden. Im Iahre 1850 trat her Sohn des Gründers, Georg Schultheis, in das väterliche Ge- I schäft ein. Die Firma hatte mittlerweile neben der Kürschnerei noch einen umfangreichen Handel mit rohen Fellen ausgenommen und war auf die- I fern Gebiete jahrzehntelang die Hauptankaufsstelle für alle einheimischen Felle; sie besaß zu diesem Zwecke ein eigenes Lagerhaus im Durggraben. Nachdem sich im Iahre 1872 der Gründer^ der Firma ins Privatleben zurückgezogen hatte, übernahm Georg Schultheis das Geschäft. Die Veredelung von Pelzfellen und die Entwicklung bestimmter Pelzmoden machte es erforderlich, der Anfertigung und dem Vertrieb fertiger Pelzwaren I erhöhte Bedeutung zuzumessen. Die hervorragenden Leistungen auf diesem Gebiete brachten der Firma eine immer größere Stammkundschaft in Stadt und Land und sicherten ihr dadurch gute Absatzmöglichkeiten. Im Iahre 1897 übernahm der Sohn von Georg Schultheis, Heinrich Schultheis, nach mehrjähriger Ausbildung die Führung des Geschäftes. Mit Unterstützung feiner Schwester und des Vaters, der sich fast nur noch mit dem Fell- handxl beschäftigte, konnte unter feiner Leitung das Geschäft bis zum Ausbruch des Weltkrieges I einen weiteren starken Aufstieg erfahren. Nachdem Georg Schultheis während des Krieges gestorben war, wurde Heinrich Schultheis im Iahre 1919 alleiniger Inhaber der Firma. Getreu den alt- | bewährten Grundsätzen und der Tradition des | Hauses wurde die Firma auch in der Nachkriegszeit den schwierigeren Aufgaben der Geschäftsführung in vollem Umfange gerecht. Durch gewissenhafte fachkundige Arbeit, durch sorgsame Anpassung an die Wünsche der Kundschaft und durch strengste Reellität, sowie größte Kulanz in der Bemessung der Preise sicherte sich die Firma zu | den alten Stammkunden einen immer weiteren! Kreis von Kundschaft, deren volles Vertrauen dem Geschäft ein erfolgreiches Arbeiten auch in der schwierigen Zeit der letzten Iahre ermöglichte. Aus der Geschichte der Firma Schultheis ist ein beachtenswertes Stück guten deutschen Dürger- sleißes in unserer Stadt ersichtlich, vor dem man in unserer schnellebigen und mit mancherlei Mängeln behafteten Zeit besonderen Respekt empfinden muh. Gictzener WoÄenrnarktpreise. * Gießen, 8. Okt. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Psund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130, Landbutter 120 bis 130, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 4 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, gelbe Rüben 8, rote Rüben 7 bis 8, Spinat 15, Aömischkohl 8, Unter» kohlrabi 5 bis 6, Rosenkohl 20 bis 25, Tomaten 10 bis 15, Zwiebeln 8 bis 10, Meerrettich 30 biS 70, Schwarzwurzeln 30 bis 35, Kürbis 5 bis 6, Kartoffeln 3 (der Zentner 2,50 bis 2,80 Mk.), Aepsel 10 bis 20, Dirnen 10 bis 20, Dörrobst 30 bis 35, Pfirsiche 30 bis 40, Honig 40 bis 50, junge Hähne 70 bis 80, Suppenhühner 60 bis 80, Nüsse 35; das Stück: Käse 5 bis 10, Tauben 50 bis 60, Eier, ausländische 10 bis 11, inländische 11 bis 12, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken. 10 bis 20, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; das Bund: Radieschen 10Pf.; der Zentner: Weißkraut 2,50 bis 3, Wirsing 4 bis 4,50, Rotkraut 5 Mark. tcilzuhaben an dem Glanz jener Tage und dem Schaffen jenes Mannes, der weit über feine Zeit hinaus dem deutschen Volle und der Welt so unendlich viel zu geben vermochte. Gewissermaßen sehen wir nun im Film den Dichter über die Schulter bei seiner wundersamen Arbeit und lernen den Weimarer Kreis kennen, dem er schließlich entfloh, um in Italien dem klassischen Altertum nah« zu sein. Das alles umreit der Film in knappen Szenen und schildert ein Leben, das eine Fülle der Ereignisse und des Erfolges barg, wie kaum ein anoered Menschenleben auf dieser Welt. Dem Werke dienen prominente Darsteller mit ihrer Kunst. Der Film wird den Besuchern zweifellos em grobes Erlebnis fein. . I die karloffelversorgung 1OO Iahre Pelzwarenhaus Schultheis eingehend behandelt. Es soll bereits in den c 1- Q Öftrer fann bn« nächsten Tagen mit dem Ankauf grober Am heutigen Samstag, 8. Oktvbtt, rann das arto f f elmengen begonnen werden, di« Pelzwarenhaus Georg ©Hb£>n Winterhilfe zu dem niedrigen Preise Marktstraße 3 auf em hundert za h r i 9 e s M^rkpro Zentner andieHilss» D e steh enderFlrma IBerert« bedürftigen abgegeben werden sollen. Di« vor A S^chaftsgrundung im Iahre 1832 war Differenz zwischen diesem Verkaufspreis und den das Nchr^r-Handwerk m ber Rannlw- Einkaufspreisen wird Die Winternokhilfe aus den $üXr' Ä»«n , u 6«d«n b en ».bart Su galten, jener Zeit wurden die Felle aus der heimischen Die Anmeldung des Sarloffelbedorss der Wirtschaft selbst gegerbt und meist zu Pelzmützen, hilfsbedürftigen Familien Handschuhen und Fellteppichen verarbeitet. In- muß am Montag und Dienstag nächster tereffante Aufzeichnungen hierüber enthalt das Woche erfolgen. Die Reflektanten müssen bei älteste Geschäftsbuch der Firma ab 1839. ©bäter I $cr Anmeldung A u s w e i s p a p i e r e mit» ergaben sich weitere Verwendungsmöglichkeiten ' -• — ~ ~ * der Felle, das Pelzwerk wurde immer mehr beliebt und es kamen bann sog. Pelzboas, Stolas Jawohl, alles blitzblank, alles tadellos! Früher stand ich um diese Zeit noch hier und wußte vor Arbeit weder ein noch aus. Seitdem ich aber rnein^) habe, geht das Aufwaschen wie am Schnürchen. 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Die Autozuimpen stürzten stch tollkühn ins Feuer, die Masken- und Rüssel- männer kletterten im Splitterregen über die Dädjer. Aber die Züge fuhren fahrplanmäßig ab, denn Ordnung muß sein. Die Reisenden waren nur vorher -ermahnt worden, nicht in der lcßten Minute von Hause fortzugehen, um nicht Gefahr zu laufen, unterwegs in eine der schon beschriebenen Verkehrsstockungen zu geraten. Das erste Sirenenstgnal hieß: Straße frei'. Auch kein Fußgänger durfte sic mehr überschreiten, da blieb die Polizei unerbittlich. Tat er cs dennoch, so landete er — auf einer Rot- -kreuzstation. ... , , „ Dem angenommenen Feind blieb es Vorbehalten, Die Ausgabe von Steuergutscheinen erfolgt nach * der Notverordnung zur Belebung der Wirtschaft , vom 4. September 1932 einmal für bestimmte Steuerzahlungen und weiterhin für die Mehr b eschäftigung von Arbeitneh- m er n. Zu der Notverordnung bringen die Durchführungsbestimmungen vom 26. September 1932 ergänzende Vorschriften. Die Steuergut-jcheine werden in zwei Gruppen hergestellt. Die erste Gruppe umfaßt die Gutscheine ( über 10, 20 und 50 Mark, die zweite Gruppe diejenigen zu 100, 200, 1000, 10 000 und 20 000 Mark. Die Scheine der ersten Gruppe bestehen aus einem Stamm mit 5 Abschnitten, die auf je ein Fünftel des Betrages, über den der Steuergutschein ausgegeben wird, zuzüglich eines Aufgeldes lauten. Der erste Abschnitt kann vom 1. 4.1934, der zweite vom 1. 4.1935. der dritte vom 1. 4.1936 ujw. ab tn Anrechnung gegeben werden. Die Gutscheine der zweiten Gruppe lauten über den Betrag, mit dem sie zuzüglich Aufgeld in dem auf ihm angegebenen Zeitraum in Anrechnung genommen werden Die in den verschiedenen Zeiträumen anrechnungsfahigen Gutscheine der zweiten Gruppe haben zur Unterscheidung verschiedene Farben. Ein Gutscheinberechtigter, der für 500 Mark Steuergutscheine zu beanspruchen hat, erhält 5 Scheine zu je 100 Mark von denen jeder eine andere Farbe hat. Bis 3uni 30. 9. 1933 werden Gutscheine unter 50 Mark nicht ausgegeben. Besteht an diesem Zeitpunkt noch ein Anspruch auf Erteilung von Steuer-gutscheinen für einen Betrag von 10 bis 50 Mark, so werden dann auch Gutscheine über 20 bzw. 10 Mark ausgegeben. Um früher in den Genuß des Steuergutschcines zu kommen, kann ein Gutscheinberechtigter, dessen gut- scheinsähigcr Betrag im Laufe eines Kalender viertel- I jahres 50 Mark nicht erreicht, lodoch uberJO Mark beträgt, bei dem für ihn zuständigen Finanzamt beantragen, daß dieses einer von ihm bekannten Bank Sparkasse oder Genossenschaft eine Bescheinigung darüber erteilt, daß er Steuergutschcine in bestimmter Höhe zu beanspruchen hat. Die Banken usw. können dann mehrere derartige Bescheinigungen, die sämtlich über durch 10 Mark teilbare Beträge auszustellen Pnd, bei jedem Finanzamt in Steuergutscheine umtauschen. Die Steuergiltscheine werden von sämtlichen Finanz- und Zollkassen des Reichs bei der Einzahlung von Reichssteuern, mit Ausnahme der Einkommensteuer, der Körperschaft- steuer, dem Steuerabzug vom Kapitalertrag und dem Steuerabzug vom Arbeitslohn m den aus den Gutscheinen bzw. bei den kleineren Schemen auf Den Abschnitten angegebenen Zeiträumen angerechnet. Weiterhin sind die Gutscheine an jeder deutichen Bör e zum Börsenhandel zugel-assen. so daß >eder- zeit auch Verwertung durch Verkauf möglich ist. Außerdem ist der Anspruch auf Ausgabe von Steuer gutscheinen übertragbar. Die Übertragung des Anspruchs auf Ausgabe von Steuergutscheinen und die Anschasfungsgeschäfte über Steucrgutscheine unterliegen weder der Börsenumsatzsteuer, noch Dur- ■ fen aus diesen Anlässen Landes- und Gemcinde- - steuern erhoben werden. Gutscheine werden gewahrt i bei der UmWeuer, bei der Gewerbesteuer (Land , und Gemeinde, jedoch nicht sur die Steuer vom i Wanderlager und Wandergewerbe) bei der Grundsteuer (Land und Gemeinde, ledoch nicht bei der ' Hauszinssteuer bzw. SonDergebaubestcuer) m hohe von 40 v. H. und bei Der Beforderungssteuer m 5)ähe von 100 v. H. der in der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis 30. September 19,33 kraft Gesetzes faUig gewordenen und entrichteten Betrage. Zinsen und Verzugszuschläge, sowie Steuerbetrage, die oo. dem Wirtschaft. Berlin geschästslos, aber widerstandsfähig. B e r l i n, 8. Okt. (WTB. Funkspruch.) Zu Beginn der heutigen Börse war die Tendenz, im Gegensatz zu den Erwartungen des Vormittags, der unter dem flauen Schluß der gestrigen Neuyorker Börse litt, recht widerstandsfähig. Die Märkte boten Zwar das übliche Bild der Umsatzlosigkeit, wobei der frühere Börsenbeginn heute noch besonders stark in Erscheinung trat. Da aber die Kundschaft weiter an ihrem Besitz festzuhalten scheint, neigte die Spekulation zu Deckungen. Hierzu wurde sie einmal durch Die optimistischere Auffassung Der außenpolitischen Lage veranlaßt, zum andern regte ber R ü ck g a n g b e r A r bc l t s l o s e n - 3 i f f c r n im September um 123 000 Personen etwas an. Bei geringstem Geschäft lagen die ersten Kurse im allgemeinen gegen gestern nur wenig verändert. Als relativ fest sind Elektropapiere wie Beku a, Lahmener und Siemens zu nennen, auch Elektrisch Schlesien waren fast um 1 v.H. gebessert. Ferner konnten Schultheis auf Meldungen von einem belebteren Bierabsatz bei einigen Brauereien des Reiches 1,5 v. H. gewinnen. Anderseits verloren Kunstseideaktien bis zu 1,25 v. H. Hansa und Mans- selber waren um je 1,5 v.H. rückgängig. Deutsche Kabel büßten 1,40 v. H. ein, und Salzdetfurth gaben Feind über Rom. Stiegerangriffe auf dieEwigeStadt.-EinBild von den italienischenHerbstmanövern Von unferem römischen ^.-Korrespondenten. (_JierAzu imuferqiilugo sind sämtliche Probleme des Zweikreisers beiMendel38 qelöst, dem Fernempfänger, von dem am meisten geredet wird. Mendel38 ist auch mit Recht als Schlager bezeichnet worden; denn er kann genug, um |eden zufriedenzustellen und bietet die G°ron^ daß on jedem Empfangsort eine ausreichende Trenns=härfe vorhanden ist, so daß man mit dem Mende 138 nicht bloß heute, sondern auch in Zukunft gut fahren wird. Prüfungsbericht de. .Berfloe« lokalonxeiger" um 2 v. H. nach. Lebhaft war das Geschäft nur auf einigen Gebieten des RentenmarkteS. So hielt die Nachfrage für kurzfristige Anlagewerte an. Rcichsfchuld- buchforderungen blieben sehr beachtet, ohne das dies kursmäßig zum Ausdruck kam. und «chußgeblets- anleihe verzeichneten bei größeren Umsätzen eine Steigerung bis auf 5,80. Hierdurch beeinflußt war auch die Neubesitzanleihe nach unveränderter Eröffnung im Verlaufe um 15 Pf. gebessert. Im Verlaufe mußte die Tendenz an den Aktienmärkten als ruhigund abwartend, aber im Grundton doch als freundlich bezeichnet werden. Kursveränderungen von Belang waren nicht oder nur in ganz wenigen Fällen fcjtzustellen-, so konnten z B. Feldmiihle 0,75 v. H. gewinnen, wahrend Holz- mann im selben Ausmaß nachgaben. Auch Chade- attien neigten zur Schwäche und wurden 2 Mark unter gestern taxiert. Dagegen holten z.B. Deutsche Erdöl ihren Anfangsverlust voll wieder em und zagen noch darüber hinaus um zirka 0,5 v. H. an. Am Geldmarkt war Tagesgelb weiter leicht mit 4 40 bzw. 4,25 v. H., während Monatsgeld un- verändert 5 bis 7 v. H. blieb. Privatdiskonten waren weiter gefragt, und auch für Reichswechsel per 5. Januar sowie Reichsschatzanweisungen per 16. Januar bestand weiter Interesse. Zrankfurt sehr still. Frankfurt a. M., 8. Okt. (WTB. Drahtmeldung.) Die gestrige Neuyorker Börse hat an der Wochenschlußbörse zwar v e r ft i m m t und die be- stehende Zurückhaltung der Spekulation in weit- gehendem Umfange verstärkt, eine nennensroerte Ab- fchwächung des Kursniveaus trat aber nicht ein, Da die Verringerung der Arbeitslosenziffern und die Absicht der Regierung auf Ausweitung des Arbeitsbeschaffungsprogramms tendenzstützend wirkte. Bei sehr kleinen Umsätzen cr- Ratschläge für dcn «adloLlnkauf. Woraus kommt es eigentlich an? Man will viele Stationen Horen, trennscharf, Einknopf-Bedienung, tonreme Wieder- gäbe eingebaute Lichtantenne, stabile Bauart bei äußerlich schöner Form. Don den Empfängern, die diesen Forderungen entsprechen, ist Lumophon 23 Derjenige der mit seinen zwei Kreisen und drei Röhren mehr und Besseres leistet, als man erwartet. zusammen 160,— o berechnet sich der gutscheinfähige Betrag auf 40 v.H. von 160 Mark = 64 Mark. Hat der Steuer- pflichtige den Antrag auf Ausgabe von Steuergut- cheinen, die auf 50 Mark lauten, gestellt, so händigt >as Finanzamt nach Eingang der Mitteilung Der Stcttitkasse Dem Gutscheinberechtigten einen Gutschein über 50 Mark aus, oder übersendet ihm -diesen als Einschreibesendung oder als Wertbrief gegen Erhebung der Uebersendungskosten im Nachnahmeweg. Der Spitzenbetrag von 14 Mark wird bei Der nächsten Berechnung berücksichtigt. Das Finanzamt kann die auszugebenden Gutscheine zurückbehallen und als Sicherheit behandeln, wenn ein Gutschein- berechtigter mit nichtgestundeten Steuern im Ruck- tand ist. Ist ein Umsatzsteuer-, Gewerbesteuer-, Grundsteuer- oder Bcfördcrungssteuerbetrag, für den Steuergutscheinc ausgegeben wurden, zu erstatten, sv hat Ausgleich stattzufinden bzw. Erstattung erfolgt nur Zug um Zug gegen Rückgabe der zuviel erhaltenen, oder anderen Steuergutscheme un gleichen Betrag und von gleicher Art. Geschieht Dies nicht, so ist der zu erstattende Betrag um Den Nennbetrag der Gutscheine zu kürzen. (Schluß folgt.) JW DU ST Rif REKLAME § *- 2 Die Gutscheine werben von dem Finanzamt, das für die Besteuerung des Gubscheinberechtigten nach dem Umsatzsteuergesetz zuständig ist, oder wenn er nicht iimsatzsteuerpflichtig ist, von -dem Finanzamt, das für für seine Einkommensteuerveranlagung zuständig ist, aus Antrag des Gutscheinberechtigten aus- qegeben. Dies gilt auch für die auf die Grund- und Gewerbesteuern des Landes und der Gemeinde ent- fallenden Gutscheine. Der Antrag muß bis zum 31 3 1934 gestellt fein und braucht nur bei Der crft- maligcn Anforberung eines Steuergutscheines gestellt zu roerDen. Wünscht ein Gutscheinberechtigter Die Ausgabe von Steuergutscheinen, -Die auf 50 Mk. lauten, 'so muß das in Dem Antrag bejonDers angegeben werden, andernfalls werden ihm vor Dem 30 9.1933 Steuergutscheine erst ausgehändigt, wenn er solche von 500 Mark zu erhalten hat. Die ge- werbe- unb grundsteuerpflichtigen Personen haben dcn Landes- und Gemeindekassen mitzuteilen, welches Finanzamt für die Ausgabe von öteuergub scheinen für sic zuständig ist. Diese Kassen Haden die von Den einzelnen Gutscheinberechtigten eingezahl- ten Beträge, Die für Die Ausgabe von Gutscheinen in Frage kommen, Dem zuständigen Finanzamt Anfang Dezember 1932, Anfang März, Anfang Juni, Anfang September, sowie Ansang Oktober 1933 mitzuteilen. Der Gutschcinberechtigtc kann beantragen, daß die Landes- und Gemcindekassen die von ihm eingezahltcn und zu berücksichtigenden Beträge schon vor Den erwähnten Zeitpunkten mit. teilen. Dem Antrag muß entsprochen werden sobald ein zu berücksichtigender Betrag von 1250 Mark erreicht bzw. überschritten ist. Bei der Berechnung der gutscheinfähigen Beträge werden sämtlich Betrage zugrunde gelegt, die Der einzelne Gutscheinberech- tinte auf Die obengenannten Steuern (ohne Zinsen und Verzugszuschläge) eingezahlt hat. Außerdem sind noch Die Beträge mit einzurechnen, ine ein Steuer- pflichtiger für die Mehrbeschaftigung von Arbeit- nchmern zu beanspruchen hat. Zahlt z. B. ein Steuerpflichtiger die zu biefem Zeitpunkt fällige 1. Oktober 1932 traft Gesetzes zu entrichten waren aber erst nach dem 30. September 1932 entrichtet werden, sind bei der Berechnung der gutscheinfähigen Beträge nicht mitzurechnen, auch nicht, wenn für die Steuerbeträge Stundung oorlag. Den Anspruch auf Ausgabe von Steuergutscheinen für Steuerzahlungen erwirbt im allgemeinen Der Steuerschuldner. Erfolgt Die Zahlung her Steuer jedoch durch einen anderen, weil dieser neben Dem Steuerschuldner, oder an dessen Stelle für tue Steuern persönlich haftet, so ist er gutscheinberechtigt. In Den Fällen, in Denen ein landwirtschaftlicher, forstwirtschaftlicher oder gärtnerischer Betrieb ganz oder teilweise verpachtet ist und nach den Verpflichtungen im Pachtvertrag der Pächter Die Grundsteuer entrichtet, steht der Anspruch auf Die Ausgabe der Gutscheine für Die entrichtete Grundsteuer dem Pächter zu. Er hat dann der Kasse, bei Der er Die Grundsteuer entrichtet, nachzuweisen, daß er auf Grund des Pachtvertrages Die Grundsteuer zu ent- richten hat. Den Anspruch aus Ausgabe von Gutscheinen kann nur erwerben, wer im Inland Wohnsitz,' gewöhnlichen Aufenthalt, Sitz ober Ort Der Leitung hat, oder sonst unbeschränkt einkommen- ober korperschastssteuerpflichtig ist. Ein Im Ausland Wohnender, Der in Deutschland ein Haus besitzt und in Deutschland nicht mit seinem gesamten Einkommen (inländisches und ausländisches) zur Einkommensteuer hcrangezogen wird, erhält somit auf seine in Der Zeit vom 1.10.1932 bis 30. 9.1933 kraft Gesetzes fällig gewordenen und bezahlten Grundsteuern keine Gutscheine. auch eine pikante politische Soße über Den Höllen- -braten zu gießen: Die französische Presse brachte es fertig, Den Vatikan in aller Form Der Neutralitätsverletzung zu bezichtigen, weil die souveräne Vatikanstadt Die für ganz Rom und Umgebung gellenden Abwehr- und Schutzmaßnahmen — auch befolgte. Auch im Palast des Papstes wurden Die Lichter gelöscht, auch dort mußten Die Fenster geschlossen werden. Also: Ein- -vernehmen mit Dem Feinde! — von Paris ■aus gesehen. Offenbar gibt es an Der Seine Leute, Die da glauben, im Ernstfälle werbe bie -im Herzen o)on Rom gelegene Datikanstabt „nicht mitmadjen". Sondern unbeirrt über Die Kriegszone hinweg- fünfen und überhaupt eine selbständige Haltung bewahren. Was man denn in Paris sagen würde, gab ein römisches Blatt zurück, wenn Dort bei einer nächtlichen Flieg crübung bie deutsche B o t - schäft, die auch exterritorial sei, Die allgemeine Verdunkelung durch eine private Festbeleuchtung stören würde? Ucbrigens hielt auch der Palazzo Farnese, Die sraiizösische Botschaft in Rom, Feuer und Licht zurück und die Fenster geschlossen. Schon aus Selbsterhaltungstrieb. Um 6.30 Uhr letztes Sirenensignal: Keine Gefahr mehr! Allgemeines Aufatmen. Es -waren ja gewiß recht interessante und aufregende Stunden, es war eine lehrreiche Unterbrechung des täglichen Großstadteinerleis gewesen — aber -die liebe Sonne, sie schien jetzt Doch nocheinmal so schön. Mende 138......... RM 138.— o. R. 1 Mende - Dynamo - Spezial RM 58.— oder ab Kombination mit dynamischen Lautsprecher Mende 180......... RM 180.— o. R. Bokelitegehduse Mende 194......... RM 194.— o. R. NuObaumgehöuie Die technische Seite der Steuergutscheme Von Steuerinspektor Frees, Gießen. Seit Wochen lag der nächtliche Ueberfcill in der Luft es war also kaum mehr eine Ucberraschung für bieS als plötzlich um Mitternacht herum die Sirenen aufhcultcn, und der Donner der Geschütze über die flachen Dächer rollte. Aus den Zeitungen wußte man sogar, wie lange dl? Flieger- angriffe anhallen würden, zwei Nachte und einen Tag, man konnte sich einrichten. Aber u n h e i rn - (ich blieb e s doch. Schon die Sirenen selber! Rom ist keine Fabrikstadt es genügte bisher die Mittagskanone auf Dem ©ianicolo, um die nahrhafte Zäsur in Den blauen Tag zu schneiden, und das war immer em so angenehmes Pumpern, daß der Gedanke an Pulverschleim und Feueratem gar nicht aufkam. Und nun auf einmal dieses ncrvenzerrenbc, pcitschenhieb- artiqc ganz unb gar unsiibliche STommanbieren, dieses Folterstöhnen und Höllendrohen, von zehn zu zehn Sekunden pulsend, dieses wüste Keifen und Kreischen zwischen Den Sternen — — Unb bann schlagartig bas Dunkel. Die leuchtende Riesenstadt geht aus wie ein Licht. Man steht auf dem Korso plötzlich wie auf einsamer Land straße. Die Autobusse stehen still, als wäre bie Schußmaskc losgegangen, bie Straßenbahnen erstarren zu Museumsstücken, die Automobile Haden alle zu gleicher Zeit einen furchtbaren Schlag auf Den Kopf gekriegt und taumeln sterbend an Die Randsteine oder Hauswände. Lästige Insekten nur, jetzt merkt man's, waren wir Menschen, wir kriechen Demütig -in Die nächstbeste Ritze unb hären schaudernd den Himmel in Stücke bersten. Gleich drauf freilich erwacht wieder — das muß die erste Lebensäußerung sein — die Neugierde und staunt säliglingshaft nach oben. Dort droben gehen seltsame Dinge vor, ein Netz aus lauter silberweiß- leuchtenDen Maschen und Riemen ist über das schwarze Nichts gespannt unb dieses Netz fährt unruhig, dabei doch mit einer gewissen Stetigkeit hin unb her, Dehnt sich aus, schrumpft zusammen, es ist gar kein Netz, cs sinD lauter lange Hexenfmger mit wölkchenartigen Kuppen, Die geisterhaft Herumtasten. So, als ob jemand nach seinem Schatten hasche oder ein Hundckinb nach Dem ersten Beller. Kann man denn ein Geräusch zwischen Die Finger kriegen? Man kann es offenbar, Denn jetzt vereinigen sich auf einmal vier, acht, Dutzen.be der geometrischen Streifen zu einem Dreieck, bie Hexenfinger sinb wie Lineale, die leuchtenben Polypenarme werden zu kalt berechneten Strichen und greifen zu, um- tfammoi das Geräusch, Den Motorenlärm, Den Flieger — bie Abwehrgeschütze böllern los — ach ja, 'bas haben wir doch schon einmal erlebt, tn illustrierten Zeitschriften gesehen? Damals, als die Menschen noch Krieg führten — Zeppeline über Englanb — Bombengesch waber über friedlichen Städten-- 3n Rom regiert ein Mann, der nicht an die, Abrüstungskonferenz glaubt, an «bie Genfer Frie- densoersicherung nur so weit, wie ein Bauer an bie Hagelversicherung. Police hin, Police her, das Wetterkommt boch. Wenigstens sollen sich die Menschen nicht wehrlos wie das Korn niederwalzen lassen, es ist gut, sich beizeiten vorzusehen. Besonders die Städter sollen sich an die himmlischen Möglichkeiten unseres aufgeklärten Zeitalters gewöhnen, an die Elementargewalt der modernen Lufttorpedos und die Sprengwirkuna der Gegengranaten, das Gas nicht zu vergessen. .Und es darf gesagt werden, daß wir es anscheinend schon herrlich weit gebracht haben, im Angriff wie in Der Abwehr. Bald werden wir unsere Gasmaske mit Der Selbstverständlichkeit Der Aktenmappe und Des Da-mentäschchens tragen. In Rom hat es jedenfalls diese 34 Stunden hindurch geklappt wie auf dem Kasernenhof, das Publikum, so meldete Der Heeresbericht ausdrücklich, bewies eine mustergültige Disziplin Was em Opfer werden will, krümmt sich eben beizeiten. Als nach Der etwas grausigen Nacht der Himmel wieder blaute und die Sonne sich anschickte zu lachen, ging es ihr schlecht. Die Flieger waren schon wieder Da. Jetzt konnten sie besser zielen, denn das Mdunkeln des Tages hat man noch nicht fertiggebracht. Es ging nicht lange, da war Die schnurgerade Königsallee schnurgerade vergast. Das Rote Kreuz raste herum, die Feuerwehr brauste heran, Rüsselmänner sprangen ab. Tragbahren hinter Tragbahren — das war auf einmal Der ganze Großstadtverkehr. Dann schlug es im Parlament ein, ein ganz gemeiner Witz, Sie verstehen. Cs gab zahllose Opfer, der Brand griff reißend um sich, Die Wasserleitung war zerschlagen, so daß man Wasser aus Dem zwei Kilometer entfernten Tiber heran- pumpen mußte. Doch alles floppte wundervoll unö als kurz Darauf Die Batterien zu speien anfingen, Rom ist eine starke Festung, murmelte man in allen vollgestopften Hausfluren, sicherlich stehe Mussolini als sein eigener Kriegsminlster und Feldherr neben Dem Richtkanonier. Unb so war es. Krach und Gegenkrach. Vergasen und Entgasen. Verkehr auf, Verkehr ab, als ob man Ventile offne und schließe. Ein merkwürdiger Tag. Ein Bombenflugzeug ist abgestürzt, die Zeitungen bringen es MENDE 138 vVer vergleicht, findet Mende 138 unerreicht! gaben sich gegen die Abendbörse dennoch Rückgänge, die aber 1 o. Sy selten überschritten. Von Kunstseide- aktien waren Atu um 1,5 v Sy und Bemberg um 1 o. Sy gebessert. Deutsche Linoleum verloren etwa 1 o. Sy Don Elektrowerten setzten AEG. und Bekula fester ein, während Schuckert. Siemens von 0,5 bis 0.75 o. Sy einbüßten. Don Nebenwerten dieses Marktes blieben Lechwerke gut erhalten. Am Elektromarkt gingen Rheinstahl um 0,65 v. Sy zurück. Um Bruchteile eines Prozents niedriger eröffneten^ noch 3®., Daimler und Reichsbahnoorzugsaktien. Schiff- fahrl^werte logen unverändert. Am Rentenmarkt bestand etwa» Nachfrage für Neubesitzanleihe, die im Verlaufe um etwa 0,40 d. Sy anzogen. Reichsschuldbuchforderungen und Schutzgebietsanleihe blieben unverändert. Am Aus- landrentenmorkt war die Haltung unregelmäßig, Türken zogen um 0,15 o. H. an, dagegen gaben Rumänen 0,20 o. Sy nach. Goldpfandbriefe bröckelten xuia Teil etwas ab, im übrigen blieben die gestrigen Kurse ziemlich unverändert. Die Neubesitzanleihe ging später leicht zurück, während Schuldbücher etwas freundlicher lagen. Infolge der Geschästsst.lle ergaben sich im Verlaufe meist kleine Kursrückgänge. Tagesgeld war zu 4 o. Sy etwas gefragt. GA-Sport. (Spieloereinigung 1900 Giehen. Iugendsplele. Die 1. Jugend hat einen Gegner ihrer Dfingstreise zum Rückspiel hier, und zwar die 1 Iugend vom SV. Biebrich. Dl« Gäste der- fügen über eine schnelle und gut eingespielte Mannschaft, die sich sicher bemühen wird, die 2:1- Riederlage des Vorspieles auszugleichen. 1900 tritt in stärkster Aufstellung an. Die A II -3 ugenb steht im Verbandsspiel der Al-3ugend von Leihgestern gegenüber und wird sich sehr anstrengen müssen, wenn Sieg und Punkte in Gießen bleiben sollen. Die 2. Schuler kämpfen mit den Schülern auS Wieseck um die Punkte. HerbstwardlaufSesGauesHeffentOT.) Der Herbstwaldlauf deS GaueS Hessen findet am kommenden Sonntag in Gießen statt. Start und Ziel sind der Sportplatz deS Mtv. Gießen Die verschiedenen Strecken verteilen srch auf das umliegende Gelände. Die Läufe werden In vier Klassen ausgetragen. 3n der Ober- und Unterstufe der aktiven Turner beträgt die Laufstrecke 5500 Meter Favorit der Oberstufe ist der diesiahmge Gaumeister Holzapfel vom Tv Münchholz, bauten. 3n der Unterstufe wird wohl der taten- tierte Heuchelheimer H. Reidel den Sieger stel. len. Dte3ugendoberstufe hat eine Strecke von 2500 Meter zu bewältigen; hier tmrb man ebenfalls einen Heuchelheimer, F. Derbel. m Front sehen. Die 3u g e nd u n t er st u f e läuft mir 1500 Meter, wer hier den Sieger fteUt, ist fraglich. Sn jeder der vier Klassen werben Mannschaftskämpfe ausgetragrn. Die Veranstaltung hat die Gießener Turnerschaft in anerkennenswerter Weise übernommen. Leitung: Gauvolksturnwart L. Malkomesius (Gießen). 0antfltid>e TloArithfen. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 9. Oktober. 20. Sonntag nach Trinitatis. Skadttirche. 9.30 Uhr: Pfarrassistent Knell; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfarrassistent Knell; 18: Pfr. Mahr. — Johonneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld; 11: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 18: M. Muller; 20: Bibelbesprechung im Johannessaal; Missionar Walter. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz; feierliche Eröff- nung des Konfirmandenunterrichts der Luther- gercinbe; Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luthergemeinde; 11: Kinderkirche für die Luthergemeinde; Pfr. Lenz. — Elisabeth-Kleinkinderschule. 9.45: Christenlehre für die Neukonfirmierten der Pe- trusgemeinbe; Pfr. Eie. Waas; 11: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; Pfr. Lic. Waas. — Klein-Linden. 11: Kindergottesdicnst; 13.30: Erntedankgottes- bienft. — wieseck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; im Anschluß Feier bes hl. Abendmahls. — Altcn-Bufeck. 9.30: Beichte; 10: Gottesdienst; anschließend Feier des hl. Abendmahls; Kollekte; 13: Christenlehre. katholische Gemeinden. Samstag, den 8. Dttober. Gießen. 16 30 Uhr: Beichte; 18: Rosenkranz- । andacht; 19: Beichte. Sonntag, den 9. Oktober. 21. Sonntag nach Pfingsten. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Pre- digt; 14: Rosenkranzandacht; 15: Versammlung der Jungfrauenkongregation. Israelitische Gemeinden. Israelitische Rcligionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). M o nt a g, 10. Oktober: Dersöhnungstag. Vorabend6 Uhr; Predigt: 6.30; morgens 7.45; Predigt und Seelenfeier: 11.30; Schlußpredigt: 4.45; Fcst.s- ausgang 6 25 Uhr. NB. Während derPredigt ' i st der Eintritt nicht gestattet. Sonntagsdienst d 2ter, r n. •ivothcten 'm 9.10. 2 u)r. S Klein i)>. W. Klein. 93eti[an<,it«oti eiv. I ■vinrid'v.__ Die soll man Kunstseide waschen? In einer kalten Perstllauge (1 Eßlöffel Persil auf 2 Liter Wasser) schwenkt man das Stück leicht hin und her, drückt es an den besonders schmutzigen Stellen etwas fester, doch ohne Auseinanderzichen, Reiben und Wringen. Das Spülen geschieht sofort nach dem Waschen in kaltem Wasser, dem man bei farbigen Sachen etwas Essig bei gegeben hat. Dadurch werden die Farben ausgefrischt. Zum Trocknen rollt man das Stück in ein weißes Tuch fest ein und legt zwischen alle aufeinanderliegenden Teile (Vorder- und Rückenteil, Kragen, Manschetten, Aermel usw.) weihe Tücher. — Kunstseide muß sehr vorsichtig von links geplättet werden, das Eisen darf nur mäßig warm fein. Werden funftfeibene Stücke so behandelt, bann wirb man an ihrem schönen Aussehen unb ihrer langen Haltbarkeit Freude haben. 6906A Uci*ta Allce-Sdiulverein. “”D Anmeldungen zu den Kursen in WeiBnihen, Men n. Schneidern e u zu der Haushaltungsschule werden jederzeit entgegengenommen. Beratungsstunden. Dienst von 7-10 Uhr, Freit, v. 3-6 Uhr. Allee nMiere Steinstr. II. iwe« Speisezimmer Eiche mit Nußbaum, Büfett, Kredenz, Auszugtisch, 4 Stühle mit echtem Leder und dazu passender Standuhr ossis Preise: lanshellunssohnle: 40 Nfk. monatl. ein- schließ!, dx Mittagessen in der Woche. Koehknrsus: 27 Mk. monatl einschüeßl. 5 X Mittagessen in der Woche. Karins tu Welßnihen: Monatl. 12.50 Mk. Knrsas Im Schneidern: Monatl. 14.25 Mk. Karses Im Sticken; Monatl 7.— Mk. Karsns im Sigeln: Monatl 5— Mk. Beratungsstunden: Besuch eines Nachmittags oder Abends: 0.50 Mk. Anprobieren: 0.30 Mk. Zuschneiden von Kleidern u. Mänteln: 0.50 bis 1.50 Mk. Zuschneiden von Wäschestücken und Kindersachen: 025 bis 0.75 Mk. Abforme । einer Büste zum Selbst- schneidern: 3 bis 5 Mk. für 375Mk. abzugeben. 6.Koos,Möhelliaas,Plochstriiljei4 Von der Reise zurück Prof.Brüning Sprechstunden: 11 bis 13 und 15 bis 16 Uhr Kankune vormittags in Sela eitern: 2x3 Std. in der Woche, Monatl. 7.— Mk. 3x3 Std. in der Woche. Monatl. 10.— Mk. Weieulhea: 2x3 Std. in der Woche. Monatl. 6 — Mk. 3X3 Std. in der Woche. Monatl 8.50 Mk. 3x4 Std. in der Woche. Monatl. 10.— Mk. Marbort-L Df. MfllleCS pslistlkllsiml«!!«!! Schalen Schdlerheimi ges.Waldlage.Indiv. Erztehungu.SchulungVI-OI.Prüfungslos. Übergang a. 8 hess.öff. Lehranst., dadurch risikofreieOn-Beileu.Abllnr.Daneben:alle Handelsschulfächer f. kaufm. u. gewerbl. Berufe.BesteEmpf.Prosp.u.Erfolgverz.fr. Nahezu 4 Millionen Rud.Sack’s Pflüge in der ganzen Welt verbreitet Was beweisen diese Riesen-Umstttec t UavergleiohLche Qualität not Beliebtheit 11 Neue moderne Pflugtypen. Für jegliche Bodenverhältnisse passende Kö) frei fo> men. Zweischar-.WeaU-a.üaiveraalPfingi Zu„Sack"PflügennarOrlgiaa -TelleI Denn sie passen rennu, arbeiten besser und halten länger. Hauptvertretung: Georg Schieferstein Masch.-FabrikLieh (Oberhessen) Fernruf 317 7104 D Nach langjähriger Ausbildung bei den Ptofessi ren Dr. Krönet, Dr. Henkel und Dr. Rausch, sowie als Krankenhaus- und Kliniksleiter, habe ich mfeh hier als Facharzt tÜrFrauenkrankheiten und Geburtshilfe niedergelassen und die Praxis des verstorbenen Kollegen Dr. Mack, Gießen, Gartenstraße 10, übernommen Frauenarzt Dr. med. Heger Sprechstunden: 0581 10-12 Uhr vorm., 3-5 Uhr nachm. Vruch-Mende! Es genügt nicht, ein Bruchband zu tragen, es genügt nicht, daß das Bruchband den Bruch zurückhält, der Bruch muß abheilen! Beachten Sie die Wirkung des System. Patent - Dan eisen D. R. Patent 423513 und Zusatz- patent 445991; Goldene Medaille Wien 1931 für hervorragende Verdienste aus dem Gebiete der op. rattonslosen Bruchheilung Viele, viele Heilungen durch Dankschreiben belegt. Näheres durch S. Hriß-Tanzciscn, Mannheim IO1 2?, Waldparkdamm 1. 7. 717 durch Rud.Mosse.FrankfurtaL». [7iieV Spehrlollel (Industrie) sortiert u. unsortiert sowie 7066D FutterkarloHel । laufend abzugeben WeielSMM I bei Gießen. WWl hochprozentig, anerkannt beste Sorte. । liefert billigst C. Rübsamen. Fernspr. 3659. Bienenhonig feinst. Qual., kauft man nur direkt vom Imker. Per Pfund 1,20 Jt 0. Gl. cessD Ed. Schäfer, Am Nahrungsb. 10. Statt Karten Verlobte Worms MM3 Tonika Do u5d2> Statt Karten! Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen Bitte aberzeugen Sie sich durch diese Beispiele: Lollar Wieseck Sprechzeit: 11-12 Uhr Ludwigstraße 20 0.98, 8. Oktober 1932 i«rtaertaerliniiioer 05898 p. m 70 cm breit, reine Wolle 7064 V 05761 3.25, 3.20, 71010 Montag, den 10. Oktober 1932 bleibt mein Geschäft 7031 A feiertagshalber geschlossen! 7135 A HOTEL SCHUTZ 6890 A 7oeeO (Hanhannn Fernsprecher 3369 7061 D Von der Reise zurück Es ladet ein: 7134Ü Neuern 7060 D 6783 A m 0.95 0.95 0.95 1.25 1.38 2.35 2.75 2.85 2.40 3.50 4.50 Minna Kümmel Otto Schneider J. 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Der Goethefilm Deutschlands ist ein unvergeßliches Erlebnis. Hauptrollen; Heinrich George als Götz von Berlichingen Friedrich KnyKler als laust. Kleine Preise 0.70-1.40..Jugendhcho unter 14 Jahren zahlen halbe 1 reise. Mitglieder des Goethe-Bundes erhalten gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 2 aus dem blauen bzw. violetten Gutscheinheft Karten zu 0.50 und 1.00. /112C wann man will. Immer let es echßn warm In der Stube. Da. dachte Onkel Mollig so bet 3$, ah er längst nach Mitternacht seine Wohnungstür aufm*chte. Sogar da. Abendes^n war noch warm. Konnte man es denn noch besser haben? Ja, so ein Ma Ma Häuser- Hnden*Sle 'nicht'auch,"daß so etwas angenehm Ist? Nun s|* •*=h' J1"’?.*1 ofen° der den sich Onkel Mollig xugelegt hat, richtig an. Es let nämlich nicht nur ein Ofen, der gut warm gibt, sondern ein guter ärat-und Backofen noch dazu. Das wird auch der Öfen Hir Sic sein. 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Im Namen der trauernden Hinterbliebenen : Kath. WeitzeL Heinrich/ Jiothstätter GIESSEN Brand platz! Gestern verschied nach kurzer Krankheit unsere liebe Mutter. Schwiegermutter. Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante Fran Karoline Schmidt Wwe„ Seb. le? im fast vollendeten 70. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Familie Karl Becker. Gießen (Ebelstraße 34), den 8. Oktober 1932. Die Trauerfeier findet Montag, den 10. Oktober, nachmittags 2 Uhr. auf dem Neuen Friedhof statt. __________________________________________________________7087 D Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß heute morgen mein lieber Mann, unser guter Vater. Bruder, Schwager und Onkel Heinrich Wehrum nach langem, schwerem Leiden sanft entschlafen ist. In tiefer Trauer: Susanna Webram. geb. Boni, und Kinder. Steinbach, den 8. Oktober 1932. Die Beerdigung findet Montag, den 10. Oktober, nachmittags 3 Uhr statt. Gestern abend verschied nach langem schweren Leiden unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter, Urgroßmutter,Tante und Schwägerin Frau Magdalene Volk. Seb. Kehler im 79. Lebensjahre. Die traoernden Hinterbliebenen. Klein-Linden, Gießen, Fronhausen (Lahn), Pohl- göns, Köln, den 7. Oktober 1932. Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags 3'/r Uhr, vom Sterbehaus Frankfurter Straße 100 aus statt. Gießen (Am Wingert 4). den 7. Oktober 1932. 05832 Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen Johannes Kompf sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. Alters-Vereinigung 1875—1925 Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsre Mitglieder von dem Hinscheiden unsres lieben Alters- Flockköper- u.Trikot-Wäsche in feinen Farben, sehr preiswert Schlafanzüge für Kinder, Damen und Herren Unterzeuge Wollkleider-Stoffe Heute nachmittag entschlief sanft mein lieber Mann, unser lieber Vater. Schwiegervater und Großvater Herr Jakob Volk V. Rangierführer i. R. im Alter von 74 Jahren. In tiefer Trauer: Christine Volk Familie Heinrich Volk V. Familie Ludwig Volk X. Allendorf a. d. Lahn. Heuchelheim. 6. Okt. 1932, Die Beerdigung findet Sonntag, den 9. Oktober, nachmittags 3'/2 Uhr, statt. Pianos .neue und gespielte Billige Preise Bequeme Batensahlg. Pianohaus R, Schönau 71O3A Seltersweg 52. Schüler und Schülerinnen aller höh. Lehranstalten fördert die Höhere Privat-Schule Gießen — Nordanlage 15 — Fernruf 2129 durch gewissenhafte Beaufsich- tignng der häuslichen Schularbeiten u. weitgehende Unterstützung dch.Fachlehrer (Sprachlehrerund Mathematiker) in ihren Arbeits-Stunden (nachm. 2—4 Uhr). Sprechstunden von ll’/j—1 Uhr. [7092D ___ crdigung findet Montag, nachm. 2¥» Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Wir bitten, dem Verstorbenen recht zahlreich die letzte Ehre zu erweisen. Treffpunkt 1% Uhr Vereinslokal. 7127d Der Vorstand. Herrn Johannes Weitzel in Kenntnis zu setzen. Dem leider allzufrüh Dahingeschiedenenwerden wir itets ein ehrendes Gedenken bewahren. Beerdigung: Montag, 10. Oktober, nachm. 2.30 Uhr, auf demNeuenFriedhof.Um zahl- reicheBeteiligungbittetderVoretand Gestern vormittag entschlief plötzlich und unerwartet mein lieber Mann, unser treusorgender Vater Johannes Weitzel Stellwerksmeister ?" Scbewe-Staubsanqbürste Die V.K.D.St Hasso-Rhenania LA.: H. Topp, F.K. Gießen, den 8. Oktober 1932. fit mit 3 Paris, 9. Müslongsloi «ainslagabent mlh-rrio wurde eine ai in der W ta llnlerredr den seien, die juiammenfur ;vni Ziele hl heilen zu < herrio lager zwei' Inttell, lischeu 3egi( reuzunler! hrnlot । leine Hebe sein tonne. von den richleien sr rell die richleie hei regier« sichlr der keil schein Conboni riol, der i ladung öurd tage geton Quanten ei bonalb auf Mm Zweck i in btx vegier schlufz damit sanner Kons, genommen f Q u 61 a u | c bonalb b< nur dienlich soll bereits herrlot roa offiziell legen. 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Wirerfüllen hiermit die traurige Pflicht, unsere Mitglieder von dem plötzlichen Hinscheiden unseres lieben Kameraden und Vorstandsmitgliedes Johannes Weitzel in Kenntnis zu setzen. Die Be- Detektiv K. Gerz, Bad-Manheim, Kar- atraSe 17 erledigt alle vertrauliche Privat- u. Gel'chäftsanaele- aenbeiten.wie Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschönung o Be- wersmat. m Straf- u. y.wilDrov streng diskr Svrechst.:9b 12V, , 3—Uhr MHIHÖHM Eick. Hartholz 5 Ztr. v.Wg. 5 JIA Anmackbolz ver Wagen 6 ÄJt Hausvänc v. Wagen 3,50 ÄJl frei ans Haus. Für Erwerbslose Hartbolz ä Zentner 60 Pf. ab Hof. FuL WeJlböfer, Tel. 2313. Marburger Str. 24. 6519D ————— C. Röhr & Co. ______________________7132 A । g tirau-u.Weißstück Bausackkalk 11 CI 111 Düngerkalk 25780 beste Qualität, zu ermäßigten, ganz billigen Preisen C. 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Oktober 1932. __________hessisches Amtsgericht.__________ Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Gießen findet statt: 7082G Mittwoch, 12. Oktober 1932, Rindvieh- (Ruhvieh-) Markt; Donnerstag, 13. Oktober 1932, Schweine- markt. Auftriebszeit für den Diehmarkt von VA bis 8A Uhr vormittags: für den Schweinemarkt von 8 bis 9 Uhr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Dich gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. 7082C Gießen, den 8. Oktober 1932. Bürgermeisterei Gießen. ______I. D.: Dr. Rosenberg._____ Arbeiisvergebung. Die inneren Weißbinder- und Anstrelcherarbeiten der Schweineschlachthalle im Städtischen Schlachthof sollen vergeben