llr. 2UKvühaussabe 182. ZahrgMg Donnerstag, 8. September 1952 Erfchernl täglich, außer Sonntags und Feiertags, vrilagen: Di« Illustriert« Gießener Familien blätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreir: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüss« anter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Hieben. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. MehenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrv6 vnd Verlag: VrLhl'fche Univer^iair-Vuch. und Steinöruderei B. Lange in Sieden. Schriftlettung und Seschästrstelle: Zchulftraße 7. Annahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für ( mm höhe für Anzeigen oon 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ns» hlameanjeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzoorschrist 20°, mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen Randnoten. „Englische Flieger über Sylt!" Diesmal handelt es sich nicht um eine Annahme, um einer Lustschutzübung den entsprechenden Auftrieb zu geben. Diesmal haben wir es mit einer vollendeten Tatsache zu tun, die während des Krieges unsere Küstenverteidigung zu verdoppelter Anstrengung angefeuert hätte, die aber heute lediglich zur Kenntnis genommen werden kann, wenn auch mit reichlich gemischten Gefühlen, weil aus dem unerwarteten Erscheinen englischer Kriegsslug- zeuge über deutschem Gebiet wir erneut an unsere militärische Ohnmacht und an das Fehlen einer aktiven Luftabwehr erinnert werden. Es bleibt sich gleich, ob die Flieger mit dem bestimmten Ziel, Sylt zu erreichen, ihren Heimathafen verlassen haben oder ob sie auf einem Flug nach Dänemark oder Skandinavien von ihrem Wege abgeirrt sind. Für uns ist es von ausschlaggebender Bedeutung, daß die Engländer genau so wie die Franzosen vor einigen Monaten unbemerkt die deutsche Küste erreichen konnten. Was für das Küstengebiet gilt, gilt erst recht für das übrige jedem feindlichen Fliegerangriff ausgelieferte Deutschland: unsere Nachbarn können ungestört und unbehindert ihre Geschwader bis tief nach Deutschland hineinfliegen lassen, es gibt keine ausreichenden Alarmoorrichtungen, es gibt keine Abwehrgeschütze und keine Schutzstaffeln. Was wir bisher auf dem Gebiete des Luftschutzes uns aufgebaut haben, reicht bei weitem nicht aus, um wenigstens die Bevölkerung einigermaßen vor Bomben und Gasschwaden zu sichern. Der englische Fliegerbesuch ist für uns eine erneute Mahnung, nun endlich daran zu gehen, den Grenzschutz auszubauen und ohne Rücksicht auf den Versailler Vertrau und das Mißbehagen anderer Nationen Militärstieger heranzubilden und Flakbatterien anzufertigen. Die Flicgerbesuche können natürlich zu dem Zweck erfolgt sein, uns einzuschüchtern, uns vor allem vor Augen zu führen, was man unter Umständen unseren Gleichberechtigungwünschen entgegenzusetzen vermag. Engländer und Franzosen haben aber vielleicht ein wesentlich größeres Interesse an diesen Flügen. Die Franzosen haben gezeigt, daß ihre Bombengeschwader leistungsfähig genug finlr die recht erhebliche Strecke zwifchen Calais und Borkum zurückzulegen, also im Ernstfälle auch oon Calais aus bis tief in d i e englischen Industriereviere hinein vorzustoßen. Und umgekehrt wird man sich im französischen Kricgsministerium sagen müssen, daß der Flug nach Sylt eine demonstrative Antwort auf den Vorstoß nach Borkum ist. Denn auch die Engländer haben gezeigt, daß der Aktionsradius ihrer Kriegsmaschinen so erheblich ist, um mit Leichtigkeit bis Paris und bar^iber hinaus gelangen zu können. Wir nehmen an, daß die Heeresleitungen beider Staaten aus diesen Flügen die entsprechenden Konsequenzen ziehen und unverzüglich dafür sorgen werden, daß ihr gegenseitiger Luftschutz und Sicherungsdienst noch weiter verbessert wird, und daß man sich neue Bombengeschwader und Kampfflugzeuge zulegt, um für alle Eventualitäten gerüstet zu fein. Daß von den beiden neuerdings wieder durch ein besonderes Uebereinkommen enger verbundenen Staaten der eine dem andern mißtraut, zeigen die Flottenverschiebungen und die Verbesserungen an den Küstenbefestigungen. Wir sind zwar die sog. „Unbeteiligten", befinden uns aber doch nicht so weit vom Schuß, um weiter die Hände in den Schoß legen zu können. Für uns ist der Fliegeralarm von Sylt ein Alarm, an unsere eigene S i ch e r h e i t zu denken. Ein altes Sprichwort sagt, daß immer erst yt- mcrnd vorangchen muß und ein Beispiel zu geben hat, bevor die anderen folgen. 21 n der B ö r s e war es diesmal genau so. Seit 3ahren patten wir keine derartig feste Dörsenwoche, wie in Öen ersten Septembertagen. Der Funke, der die Börse entzündete, war zwar die Papensche Sonntags- rede in Münster, aber ohne den mutigen Toran t r i 11 deramerikanischenEffekten- markte hätte fu) d e hiesige Kaufwelle kaum entwickelt. 3n Reuyork zollte die Finanzw^t mit ihren sprunghaften Kurssteigerungen dem Bemühen Hoovers, mit einem 2lufwand von Biesenkräften (finanzieller und wirtschaftspolitischer Arider Krise zu Leibe zu gehen, eindeutige Anerken- nung. Ehe das gigantische Aktionsprogramm der deutschen Regierung bekannt wurde, ließen sich die deutschen Börsen von QImerifa nicht einfach ins Schlepptau nehmen. Es fehlte ihnen die Ueberzeugung der inneren Berechtigung eines vorbehaltlosen 2lnschlusses an die amerikanischen Kurskorrekturen. Das Beispiel 2lmerikas schlug aber durch, als man dann aus dem Munde des Reichskanzlers die unserer eigenen Wirtschaft zu verschreibende Erholungskur lennenlernte. Einzelheiten spielten für die Börse keine Rolle. Wan sah nur einen Kern: das endlich energische Borgehen unter Beschreitung neuer Wege und Betonung des Grundsatzes, das; die Wiedererweckung privatwirtschaftlicher Initiative oberster Grundsatz der weiteren Regierungsarbeiten sein werde. Private Initiative! Das ist es, was der Welt und Deutschland feit Jahren gefehlt hat. Nie wären sonst jene Krankheitserscheinungen am Wirtschaftskörper eingetreten, die in der Geschichte unserer Epoche einzigartig dastehen! Gestört wurde die Arbeit der Kaufleute immer wieder durch rauhe staat- licye Eingriffe. Wenn sich jetzt der Staat dazu bekennt, diese Fehler auszumerzen und die von ihm gelegten Fesseln der Privatwirtschaft schrittweise abzunehmen, so mußte das ein allgemeines Aufatmen Hervorrufen An der Börse als dem berühmten Barometer der Wirtschaft fand diese Stimmung ihren deutlichsten Ausdruck. Den Umschwung in der staatlichen Wirtschaftsgesinnung haben die Effektenmärkte damit quittiert, daß nach ihrer Meinung nun auch Deutschland wird auf Genf vertröstet. Frankreich sucht direkten Verhandlungen über die deutsche Wehrdentschrist auszuweichen. England wünscht sich herauszuhalten London, 7. Sept. (211.) 3m Hinblick auf Pariser Berichte, di« eine kollektive 21 n t * wort der am englisch-französischen B e r - trauensabkommen beteiligten Mächte auf die deutsche Forderung nach Rüstungsgleichbercch- tigung voraussagen, wird in London betont, daß die englische Regierung zwar von französischer und deutscher Seite tMllständig über die Entwicklung auf dem Laufenden gehalten worden sei, daß sie aber an den Verhandlungen zur Zeit nicht beteiligt sei. Offensichtlich würde man es in den Kreisen der englischen Regierung sehr begrüßen, wenn es gelänge, die deutsch-sranzöU- schem Derhandbvngen baldmöglichst in Fluß zu bringen, so daß schon vor dem Zusammentritt des allgemeinen Bureaus der Abrüstungskonfe- renz eine gewisse Klärung erzielt wird. Reuter betont, daß die Voraussagen in der französischen Presse über die vermutlichen Richtlinien der französischen 2lntwort auf die deutsche Erklärung über die Rüstungsgleichberechtigung verfrüht seien. Es werden wahrscheinlich noch fünf Tage ve rgehen, bevor eine Antwort abgesandt werden kann. Die allgemeine Stimmung in Paris sei die, daß die deutsche Forderung eher in Genf anstatt in Form eines nur an Paris gerichteten Ersuchens hätte aufgeworfen werden sollen. Die Drohung, an der Wiederaufnahme der Abrüstungskonferenz nicht teilzunehmen, würde als unlogisch betrachtet. ..Star" schreibt: Die Haltung Frankreichs und Englands ist angesichts der Worte des Versailler Vertrags von ernster moralischer Bedeutung. Beide haben den 2krtrag Deutschland aufgezw un- gen, das sich aus Protest kaum rühren konnte. Sie haben ein feier liches Versprechen gegeben, die Abrüstung herbeizuführen. Wo aber sind auch nur Anzeichen dafür vorhanden? Eine weitere QBeigerung Englands und Frankreichs, ihr 2krsprechen zu erfüllen, wird Deutschland keineswegs friedfamer machen. Guter Eindruck in Rom. Die Meinung der faschistischen Preise. Rom, 7. Sept. (TU.) Die faschistische Presse gibt der deutschen Stellungnahme zur Abrüstungsfrage breiten Raum, ohne jedoch aus ihrer bisherigen Zurückhaltung herauszutreten. Die Erklärung des Paris, 7. Sept. (WTD.) Unter dem Vorsitz HerriotS hat heute nachmttag ein Sa« bine11srat stattgefunden. Die amtliche Mitteilung darüber besagt lediglich, daß Herriot in seiner Eigenschaft als Außenminister den Kabinettsrat über die lausenden außenpolitischen Fragen unterrichtet habe. Wie Havas mitteilt, hat Ministerpräsident Herriot den Entwurf der Rote verlesen, den er als Antwort auf die deutsche Denkschrift in der Frage der Rüstungsgleichberechtigung vorbereitet hat. Dieser Text werde endgültig erst nach dem Ministerrat angenommen werden, der wahrscheinlich am Freitag stattfindet, und wenn die englische Rc- g i c r u n g dem Ministerpräsidenten ihre Ansicht über diese Frage zur Kenntnis gebracht haben wird. Die Rote werde eine Prüfung der juristischen und politischen Probleme enthalten, die durch das deutsche Schriftstück auf gerollt wurden. Die Rüstungsmöglichkeiten Deutschlands seien durch den 2krfaiUer Vertrag festgesetzt. Dieser 2kr» trag sehe nur eine allgemeine Beschränkung der Rüstungen vor, aber enthalte keine Bestimmungen im Hinblick auf jene Rüstungs- Vermehrung, die Deutschland fordere. Es stehe weder Frankreich noch Deutschland zu, die Klauseln des 2krsailler 2krtrages zu ändern- allein d i e Unterzeichner dieses Vertrags hätten diese Macht. Aber die für eine solche Revision notwendigen 2krhandlungen könnten nach den Bestimmungen des 2krtrag8 selbst zu einer Herabsetzung der Rü st ungen nur führen, wenn man für die interessierten Mächte auf das Mindestmaß Rücksicht nehme, das mit ihrer nationalen Sicherheit und mit der Durchführung der durch eine gemeinsame Aktion ihnen auferlegten internationalen Verpflichtungen vereinbar fei. 3n einer besseren Organisierung des Friedens könne sich schließlich die Lösung des durch die Reichsregierung aufgerollten Problems finden lassen. Der „Malin" glaubt in der Lage zu sein, weitere Angaben über den vermutlichen 3nhalt der französischen Antwort machen zu können. 2Benn sich Die deutschen Forderungen darauf beschränkten, eine Aenderung der M i l i t ä r st a t u t e n vorzunehmen, so habe die Reichsregierung die Möglichkeit, ihre diesbezüglichen Vorschläge i n Gens zu unterbreiten, dies jedoch unter der Bedingung, daß die Umänderung der Statuten keine Erhöhung der Effektivbestände nach sich ziehe. Der Wortlaut des Qkrfailler 2kr- träges sei gerade in diesem Punkt klar und unzweideutig. 2Denn Deutschland Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage auf dem niedrigsten Stand, d. h. in Ucbcreinftimmung mit dem möglichen Ergebnis der Abrüstungskonferenz fordere, so werde die Reichsregierung gut daran tun, die positiven Auswirkungen der Abrüstungskonferenz abzuwarten. 3n der französischen Antwort, so betont das Blatt weiter, werde die französische Regierung ferner zum Ausdruck bringen, daß die deutschen Forderungen aus Gründen der 2krnunft und in ilebereinftimmung mit den internationalen Verträgen niemals Gegenstand direkter und ausschließlicher Verhandlungen zwischenPa- ris und Berlin sein könnte. Nervosität in Paris. Paris, 7. Sept. (TU.) In politischen Streifen herrscht nach den letzten Erklärungen des Reichs- wchrminiflers und des Reichsaußenministers ft a r k e I Nervosität, die man damit zu bemänteln sucht, daß man von einer „wachsenden deutschen Neroosi- | bundsmitglied genieße Deutschland in Genf selbst die gleichen Rechte wie die übrigen Mitgliederstaaten. Das bedeute jedoch keineswegs. daß dadurch die Ungleichheiten aulgc- hoben seien, die der Friedensvcrt.ag und andere bestehende Abkommen Deutschland aufcrlegtcn. Das „3 du mal des Döbats" fordert Ministerpräsident Herriot auf, zu der Erklärung des Reichsaußenministers Stellung zu nehmen, in der es heißt, daß in Gen) vereinbart worden sei. demnächst deutsch-französische 2krl;anblu:igen über die Eleichberechtigungsf rage aufzu:.e»mcn. Und wenn die Reichsregierung mit dieser Behauptung Recht habe, dann müsse man die Frage stellen, warum und wodurch die französischen Minister veranlaßt worden seien, sich in derartigeGe- heimverhandlungen einzulassen. Die Reichsregierung nehme ihre Zuflucht zu einem wahrhaftigen Erpressungsmanöver. Das „3ournal" schreibt u. a., daß die deutsche Offensive den Beweis dafür liefere, daß die Deutschen fest entschlossen seien, den 2krsailler Friedensvertrag zu zerstören. tät" spricht und die Zuspitzung der Lage mit den deutschen innerpolitifchen Verhältnissen erklären will. Anderseits wird jedoch zugegeben, daß man jetzt vor entscheidenden und ausschlaggebenden Enlscheidun- g e n stehe. An der „rücksichtslosen Entschlossenheit" der Reichsregierung sei kaum zu zweifeln. Auf der anderen Seite betont man ebenso hartnäckig, daß Frankreich von seiner einmal eingenommenen Haltung nicht abwcichcn könne. Der „Temps" schreibt u. a.. daß die französische Regierung nur ihre Pflicht getan habe, als sie die übrigen interessierten Mächte von dem 3nhalt der deutschen Denkschrift in Kenntnis setzte. Das Locarnoabkommen gestatte es nicht, politische Fragen von allgemeiner Bedeutung geheimzuhalten und nur zwischen zwei Staaten vertraulich zu behandeln. Wenn man das deutsche Resume eingehend prüfe, dann gewinne man den falschen Eindruck, als ob Deutschland schon dadurch das Recht auf Gleichberechtigung erworben habe, daß es dem Völkerbund angehöre. Dieser Grundirrtum_ entwerte die ganze deutsche These. 2lls Völker- Reichaußenministers wird von einigen Blättern, wie z. B. dem „Popolo di Roma", als notwendige Klärung gegenüber der alarmierenden Haltung der französischen Presse bezeichnet. Auch die Erklärungen des Reichswehrministers von Schleicher werden stark in den Vordergrund gerückt. Der Berliner Korrespondent des amtlichen „G i o r n a l e d' I t a l i a" unterstreicht die ungeheuere Arbeit, die der deutsche Reichskanzler in so kurzer Zeit geleistet habe. Noch nie habe eine deutsche Regierung soviel Initiative und soviel Ent- schlofsenheit gezeigt, sowohl im Ausland wie auch im Inland. Man könne sagen, daß es keine politische Frage von einiger Bedeutung für Deutschland gebe, die nicht in der kurzen Spanne der letzten Wochen in Angriff genommen worden fei. Im Inneren die Verwaltungsreform, die bereits praktisch den absurden Dualismus zwischen Preußen und Reich gelöst habe. Das dornige Problem der Abrüstung oder besser der Angleichung Deutschlands an die Großmächte sei unerwartet und energisch von Minister v. Schleicher gestellt worden. Der erste Schlag sei stark und entschieden gewesen und habe unzweifelhaft die Lage Deutschlands gebessert. Wie man sehe, wolle die Regierung v. Papen dem Volk und dem Parlamentarismus beweisen, was in kurzer Zeit ein sicherer und entschlossener Wille im Interesse des Landes tun könne. 3ur tfeberflkgung her Sylter Befestigungsanlagen. London, 7. Sept. (TU.) Zur Ueberfliegung der Sylter Befestigungsanlagen durch englische Militärflieger wird im Luftministerium erläuternd mitgeteilt, daß es sich um den Flug von drei Maschinen zur englischen Ausstellung in Kopenhagen handele. Das Lust- ministerium habe keine Rachricht von einem Flug über Deutschland und wisse nicht, warum die Flugzeuge diesen Kurs genommen hätten. Angesichts der guten Beziehungen zwischen der englischen und der deutschen Fliegerei, die noch in Öen letzten Tagen während der großen Heston- 2kranstaltung schlagend zum Ausdruck gekommen sei, hofft man in englischen Fliegerkreisen, daß der 2k>rfall, wenn überhaupt diplomatische Vorstellungen notwendig würden, in freundschaftlicher Weise geregelt werde. eine Ablösung des bisherigen grenzenlosen Pessimis- mus gerechtfertigt fei. Hilfestellung wird dabei nicht nur von der — schon erwähnten — Neuyorker Bör>c, sondern auch durch das Anziehen der internationalen Rohstoffpreise geleistet, das immer als Vorzeichen einer konjunkturellen Erholung gilt. Wenn in der Mitte dieser Woche die Aufwärts- beroegung in der Burgstraße etwas ruhigere Formen anzunehmen scheint so kann das nur als gesund angesehen werden. Vorerst leben wir nur in der Hoffnung auf eine wirtschaftliche Besserung, und wenn diese etwa ausbleiben sollte, so wäre der Rückschlag an der Börse um so kräftiger und unerwünschter, je weiter die Hausse vorwartsgetrie- ben wäre. Ein Blick auf den Kurszettel ergibt bereits ansehnliche Erholungen, oft um mehr als die Hälfte, teilweise um über das Doppelte des Kurswertes Wenn die Börse nach dieser ersten Segeifte- rungswelle die Lehre zöge, etwas leiser zu treten und abzuwarten, bis die übrigen Truppenteile der Wirtschaft nachgekommen sind so wurde das nur dafür sprechen, daß sie ihre Führeraufgabe richtig verstanden hätte. Es bedarf eben des Zu,ammen- wirkens aller, um einen wirklichen Umschwung, einen Uebergang von der Depression in den Aufstieg herbeizuführen und uns nicht nur eine Weile von Hoffnungen leben zu lassen. 3n Lancashire. also imZentrumdereng. lischen Textil - 3ndustrie, haben rund 200 000 Weber die Arbeit niedergelegt. Ob das den Beginn eines allgemeinen Streiks für die Textilindustrie bedeutet, ob dieser Streik sich, wie im Frühjahr 1926. vorübergehend und zur Unterstützung, zu einem Generalstreik auswettet. läßt sich noch nicht übersehen. 3n einem Lande, in dem die Arbeitslosigkeit verhältnismäßig ebenso groß ist wie in Deutschland, hat an und für sich das Streilfieber keine Aussicht, um sich zu greifen. Es kommt weiter hinzu daß die Lohnpolitik in England zwar zwischen Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbänden geregelt wird, daß es aber noch kein Schlichtungs- verfahren gibt, daß beide Teile der 2krantwor- tung enthebt. Wenn zunächst die Weber, von ihren Gewerkschaften geführt, doch in den Streik getreten sind, so ist die unmittelbare Ursache nicht in der Lohnfrage zu suchen. Die Unternehmer in Lancashire wollen die Löhne um 2.9 Schilling in der Woche herabsetzen, was nicht grundsätzlich den Widerspruch der Arbeiter und Gewerkschaften gefunden hat. Die englischen Gewerkschaften haben in Rotzeiten noch immer ein Verständnis dafür aufgebracht, daß die Löhne nicht nach einem rohen Schema bemessen werden dürfen, daß vielmehr auch auf die internationale Marktlage Rücksicht zu nehmen ist. Die Ausfuhr von Textilerzeugnissen alter Art hat im ersten Halbjahr 1932 die Ausfuhr in der gleichen Zeit des Dorjahwes mengen- und wertmäßig überstiegen. Sie ist für einzelne Erzeugnisse sogar höher gewesen, als im ersten Halbjahr 1930, was an sich zeigt, daß die Preisgabe des Goldstandards nicht für die ganze englische Wirtschaft von Rachteil gewesen ist. 3edenfalls geht es der englischen Textilindustrie. die mit ihren Erzeugnissen im Außenhandel an erster Stelle steht, durchaus nicht so schlecht, wie den Textilindustrien anderer Cänber. Daß die Unternehmer trotzdem noch einen Abbau der Löhne fordern, läßt den Schluß zu. daß England den CBkttbeiperb auf den Auslandmärkten, wenn möglich, noch steigern will. Die Gewerkschaften haben auch nicht die Absicht gezeigt, einen Strich durch die Rechnung zu machen, aber sie forderten, daß die Unternehmer vor Regelung aller Streitfragen dreitausend aus- gesperrte 2Beber wieder einstellen sollen. Das haben die Unternehmer abgelehnt, so daß an diesem Streitfall eigentlich der Streik ausgebrochen ist, nicht aber unmittelbar wegen der Lohnfrage. Wenn die Weber streiken, so werden die Spinner freiwillig oder unfreiwillig folgen, was ursprünglich auch in der Takttk der Gewerkschaften gelegen hat. Es kann sein, daß in wenigen Tagen der Streik in Lancashire 400 000 bis 500 000 Textilarbeiter erfaßt, was ausreicht, um eine der wichtigsten Industrien in England vorübergehend außer Wettbewerb zu setzen. England hat seit De- ginn dieses 3ahres auch die Einfuhr von Textilrohstoffen stark gesteigert, so daß anzunehmen ist, daß erhebliche Vorräte an Fertigwaren vorhanden sind. Die Ausfuhr von Textilerzeugnissen braucht also zunächst nicht nachzulassen, aber wenn der Streik lange dauert, so wird auch hier ein Um» schwung eintreten. Der englische Ministerpräsident Ramsah Mac - d o n a l d hat bisher keine Reigung gezeigt, sich in den Streitfall einzumischen, was damit begründet wird, daß er die Entwicklung abwarten will. 2fi>er auch die Gewerkschaften verfolgen sehr aufmerksam die Vorgänge, um zu verhindern, daß der Lohnkampf in Lancashire das Signal für ähnliche Kämpfe wird. Auch die Gewerkschaften haben in England heute nur zu verlieren, aber nichts zu gewinnen. Hoffnung aus KonjunkturVende in England Optimistische Beurteilung der Weltwirtschastslage in der englischen presse. London, 7. Sept. (WTB.) „Daily Telegraph" S -reibt: Aus allen Teilen der Welt trafen gestern teldungen von einem zunehmenden Optimismus auf dem Gebiete des Handels ein, was von der Empfindung Zeugnis ablegt, daß endlich eine Wendung zum Besseren eingetreten ist. Das Vertrauen gründet sich hauptsächlich auf die st e t i g e Erholung der Preise für Weizen, Baumwolle, Kautschuk und Metalle. Andere günstige Faktoren sind die guten Nachrichten von der Pariser und der Berliner Börse. Besondere Bedeutung wurde den Erklärungen der Deutschen Bank und der Dresdner Bank beigemessen, denen zufolge der tief st e Punkt der Depression überschritten und eine Aufwärtsbewegung der Geschäftslage zu verzeichnen sei. Alle vorliegenden Berichte klingen äußerst verheißungsvoll. Der Berliner Äorrefpontent des „Daily Telegraph" sagt: Beinahe über Nacht ist die deutsche Geschäftswelt von der äußersten Tiefe der Niedergeschlagenheit in das volle Sonnenlicht grenzenlosen Vertrauens vorgedrungen. Man hört nicht länger mehr düstere Voraussagen von tarn Bevorstehen eines „schrecklichsten Winters", der jemals durchgemacht wurde", im Gegenteil, «s herrscht die Erwartung, daß eine Periode, in der es sonst still zuzugehen pflegt, diesmal eine lebhafte G e - schäftstätigkeit bringen wird. Dieser Stimmungsumschwung hat auch auf die breite Masse des Publikums übergegriffen. Die stärkste Anregung .für diese Erscheinung ist natürlich das Wirtschaftsprogramm der Regierung Papen. Auch in der „Daily Mail" heißt es: Bessere Zei» ten sind im Anzuge. Jeder Tag bringt neue Meldungen über die Wiederbelebung des Handels in vielen Ländern. „Daily Mail" warnt vor einer Ueberspekulation. Die Ansichten über das deutsche Finanzgebaren hätten sich letzthin wesentlich geändert. Heute sei das Vertrauen wieder belebt worden, trotz der politischen Unsicherheit. Die gegenwärtige Lage zeichne sich eher durch das Vertrauen in die deutsche Leistungsfähigkeit als durch eine wesentliche Verbesserung der ,,kr' ischen" Lage aus. Auch der „Daily Expreß" .ft optimistisch, während der „Daily Hera ld" vor Uebertreibungen warnt. Das Scho der WirtfchastsvrrordmW. Die Landwirtschaft fordert Ergänzung desWirtschastsplanes Berlin. 7. Sept (TU. Funkspruch.) Am Frei- tag wird, wie die „Landwirtschaftliche Wochenschau" mitteilt, die Grüne Front dem Reichskanzler die Forderungen und Gesichtspunkte der Landwirtschaft für die Fortsetzung des Wirkschaftsplanes und seine sofortige Ergänzung durch einen zweiten Teil vortragen. Man kann daraus entnehmen, daß dieser zweite Teil, der seit der vorigen Woche dem Reichskabinett zur Erörterung steht, vor Ende dieser Woche nicht abgeschlossen sein wird. Rach der bisherigen Praxis des Reichskanzlers, die großen grundsätzlichen Entscheidungen vor ihrer Verkündung oorzutragen, sollte man erwarten können, daß der Reichskanzler am Montag im Reichstag die näheren Angaben über die Entschlüsse der Reichsregierung zum zweiten Teil des Wirtschaftsplanes machen wird. Ls handelt sich um die L i n f u h r k o n k i n g e n - tierung, die Zinssenkung und die Umlagerung der Konsumbelastung von den heimischen Erzeugnissen (Zuckersteuer und Schlachtsteuer) auf die ausländischen Erzeugnisse, vor allem Margarine. Ueber die Einzelheiten der Kontingentierung auf Grund der Vorlage des Reichsernährungsministers dürften die Enk- scheidungen erst in einer Kabinettssihung Ende der Woche fallen. Denmentsprechend können noch insgesamt zwei Wochen bis zur Inkraftsetzung der Kontingente vergehen. Erst vor zehn Tagen sei eine Vielzahl von Industriezöllen, rund 200, mit Wirkung vom 6. September ganz erheblich heraufgeseht worden. Die Industrie, durch Handelsverträge nicht gebunden, habe also eben erst wieder eine gewaltige Verstärkung ihres Zollschuhes erfahren, während bei der Landwirtschaft angesichts der handelsverlrags- bindungen nur der weg der Kontingentierung bleibe. Bedenken des DHV. Berlin, 7. Sept. Wie der Deutschnationale Handlungsgehilfen-Verband mitteilt, hat er am 6. September in einer Pressebcsprechung die Bedenken der Angestelltenschaft hinsichtlich der soeben erschienenen Notverordnung vorgetragen. Der Berband lehnt die Notverordnung auf das schärfste ab, was ihn aber nicht hindert, objektiv zu würdigen, wenn eine Negierung Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft ergreift und den Wunsch auszusprechen, daß diesen Bestrebungen auch ein Erfolg beschieden ist. Die Eteuerscheine sind ein Zugriff auf künftige Steueraufkommen und praktisch ein Wechsel der jetzigen Negierung, den andere unter Llmständen einlösen müssen. Sie sind Geschenke auf Kosten der Gesamtheit, die, wenn man an eine Konjunkturwende glaubt, man durchaus bejahen kann. Daneben aber treten Geschenke auf Kosten der Arbeitnehmer, besonders die Lohnsenkung bei Neueinstellungen. Diese Lohnsenkung wird mit aller Schärfe abgelehnt, da ein doppelter Anreiz nicht notwendig ist, weil die Lohnsenkung sozial unerträglich und wirtschaftlich gefährlich ist, weil sie die Gefahr einer Jnvestitionskonjunk- tur heraufbefchwört und ein Lohnchaos zur Folge haben wird. Am gefährlichsten aber ist die Generalvollmacht für die Sozialversicherung und das Sozialrecht. Praktisch werden alle Nechtsverhältnisse in den Versicherungen und alle Nechtsansprüche trotz Prämienzahlung aufgehoben. In der Hand einer Negierung, welche sich mit den schärfsten Worten gegen die bisherige Sozialpolitik gewandt hat, die Arbeitslosenversicherung praktisch beseitigte und Entscheidungen fällt, ohne den Sachverstand der Beteiligten zu hören, ist eine solche Blanko- vollmaHk in -Gefahr. Der DH'V. ist! bereit, an Reformen positiv mMzuarbeiten, wenn eine organische Sozialpolitik getrieben wird und an die Stelle der nivellierenden die differenzierende Sozialversicherung tritt mit dem Motto „Jedem das Seine" und nicht allen das Gleiche. Afa-Bund und AOGB. zum Winschafiöprogramm. Berlin, 7. Sept. (END.) Nach eingehender Beratung hat der A f a - B u nde s v o rst a n d , wie er mitteilt, zu den wirtfchafts. und sozialpolitischen Maßnahmen der Reichsregierung in einer Entschließung Stellung genommen, in der u. a. ausgeführt wird, daß das Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung grundsätzlich dem Verlangen der Gewerkschaften nach einem Umbau ter Wirtschaft und ausreichender öffentlicher Arbeitsbeschaffung widerspreche. Die Lebenshaltung der deutschen Arbeitnehmer werde durch die Verordnung unerträglich geschmälert und alle sozialpolitischen Errungenschaften der letzten 14 Jahre würden aufs Gießener Gtadttheater. „Max und Moritz " Es war eine etwas verspätete Geburtstagsfeier im Jubiläumsjahr des Mannes von Wiedensahl. Die „Max und Moritz"-Bühne, mit drei Autos auf Gastspielreisen durch die Welt rollend, hatte einen Abstecher nach Gießen gemacht und ließ die berühmten Gestalten aus Wilhelm Buschs volkstümlichstem und erfolgreichstem Bilderbuch vor einer großen Kinderschar gestern nachmittag im Stadttheater leibhaftig erstehen. Leibhaftig: also weder als Schattenspiel noch als Marionettenscherz, sondern mit richtigen Menschen. Die Bearbeitung der bösen Bubenstreiche (von S ch e i b a ch) erscheint ziemlich frei nach Busch und ließ jedenfalls die nicht unbeträchtlichen Schwierigkeiten ahnen, die sich für eine brauchbare Theatersassuna ergaben. Immerhin waren die Grundzüge der dörflichen Abenteuer und die Konturen der Urbilder in wirkungsvoller Realistik bewahrt. Den Gang der Handlung zu erzählen, wird sich erübrigen, da er jedermann (und jedem Kind) bis in die denkwürdigen Einzelheiten bekannt ist. Nach einem Vorspruch des Ansagers begab sich also der erste Streich der Witwe Bolte, und wenn auch kein Spitze sondern ein lebendiger Fox die beklagenswerte Sündenbock-Rolle spielte, so erwies sich doch der Hühnerraub durch den Kamin als ein ausgesprochener Publikumserfolg: während beim Schneider Böck ein überlebensgroßes Bügeleisen, „auf den kalten Leib gebracht", entschieden der Clou war. Lehrer Lämpels Pfeife ging mit einem nachhaltigen Getöse los, und es war ein Segen, daß man die Kleinen zuvor schonungsvoll auf diesen Effekt vorbereitet hatte. Der Höhepunkt des Nachmittags, wenn man nach der Lautstärke im Zuschauerraum urteilen darf, war indessen das Maikäfer-Abenteuer in Onkel Fritzens Bett; eine wahrhaft ohrenbetäubende Angelegenheit, die den ohnehin unbestrittenen Erfolg dieser Kinderoorstel- lung vollends entschied. Der sechste Streich spielte in der Mühle; auf die Ereignisse in der Backstube hatte man— wohl wegen allzu großen technischen Schwierigkeiten — verzichtet. Verblüffend war indessen die nachdrücklich von Buschs Original abweichende Schlußwendung, daß Max und Moritz — nicht nur nidjt gebneten — sogar aus der Mühle ziemlich hell wieder zum Vorschein kommen, auch keineswegs in Körnerform Meister Müllers Federvieh zur Speise dienen, sondern am Leben bleiben und reumütig, wenn auch etwas überraschend, Besserung geloben, womit die Bearbeitung dem wohl fühlbar gewordenen Bedürfnis nach einem moralisch- padagogischen Epilog (auf welchen Busch kaltblütig verzichtet hatte) entgegenkam. Sämtliche Darsteller, kleine und große, waren mit hingebungsvollem Eifer bei der Sache und fanden sich durch glänzenden Besuch und stürmischen Beifall für ihre Darbietungen belohnt. — Rechtfertigung der Xanthippe. I3on Franz W. Lederer. Xanthippe — das war die Frau, die dem genialen Sokrates das Leben zur Hölle machte, die Frau, deren Namen noch heute ein Schimpfwort ist, deren schlechter Ruf Jahrtausende überteuerte. Aber ist dieser Ruf auch wirtlich berechtigt? War Xanthippe wirklich eine „Xanthippe", wie sie uns aus zahlreichen Anekdoten überliefert ist? Namhafte Ge- lehrte — vor allem die Professoren M a u t h n e r und Zeller — haben sich der Mühe unterzogen, diese Frage wissenschaftlich zu beantworten, und der Erfolg ist verblüffend. Xanthippe mar eine Waise, ein hübsches, frisches unö sehr unschuldiges Mädchen, dem sein Vater, ein braver Bauer, ein kleines Landbesitztum vererbt hat. Sie kam nach Athen und erregte als Landpo- meränzchen beträchtliches Aufsehen in den hochkulti- vierten, verwöhnten Kreisen. Alkibiades, der Abgott der ötabt, wurde zuerst auf sie aufmerksam und chien einem kleinen Flirt nicht abgeneigt. Erstaun- licherweise aber erhielt er einen durchaus eindeutigen Korb von Xanthippe. Durch einen Zufall wurde das junge Mädchen in ben Freundeskreis eingeführt, in dessen Mittelpunkt Alpasia, die schöne junge Freundin des Perikles stand. Der Gruppe der Freunde gehörte auch ein auffallend häßlicher, junger Bildhauer an, ein kleiner Mann mit großem Kopf, starrem Haar und dicker Nase, den man Sokrates nannte. Dieser junge Mann bewarb sich aufs heftigste um Aspasia. Sie war in keiner Weise daran interessiert, ihn zu heira- ten, versprach aber, sich aus Freundschaft zu ihm nach einer passenden Frau umzusehen. Ihre Wahl fiel auf Xanthippe. Aspasia wußte dem kleinen Landmädel die Berühmtheit ihres zukünftigen Gatten so geschickt darzustellen, daß es sich in keiner Weise der Vermählung widersetzte. Die Hochzeit wurde in größter Eile gefeiert. So führte Sokrates denn seine junge Frau heim. Das Haus allerdings, in dem sie wohnen sollte, versetzte sie in Schrecken. Kaum der notwendigste Hausrat, keine Küchengeräte, keine Wäsche — gar nichts. Sie sagte wenig und taufte heimlich das Notwendigste. „Freust du dich?" fragte sie ihren Mann, wenn sie etwas Neues angeschafft hatte. schwerste gefährdet. Durch ten Lohn- und Sozialabbau werde die Massenkauftraft weiter gedrosselt. Dementsprechend wird in der Entschließung angekündigt, daß die Maßnahmen der Regierung auf den schärfsten Widerstand der Gewerkschaften stoßen würden. Bemängelt wird u. a. noch, daß statt der Finanzierung eines ausreichenden Arbeitsbeschaffungsprogramms Milliarden aus öffentlichen Mitteln zur Entlastung der privaten Unternehmungen eingesetzt würden, und daß die von den Arbeitnehmern geforderte allgemeine Arbeitszeitverkürzung auf gesetzlicher Grundlage ausgeblieben sei. Die Handelspolitik müsse praktisch zur Abschnürung vom Weltmärkte führen und die Lohnpolitik müsse eine neue starte Schrumpfung des inneren Marktes zum Gefolge haben. Wie der Vorstand des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbun.des mitteilt, hat er seine anberaumten Besprechungen beauftragt, „energischen Prote st" gegen die wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Reichsregierung zu erheben. Diese Maßnahmen werden in der Mitteilung des Gewerkschaftsbundes als „ungeheuerlich" und „arbeiterfeindlich" bezeichnet. Weiter wird angekündigt, daß in den nächsten Tagen der vom Vorstand einberufene BundesausschuF zu den „sozialpolitischen Angriffen gegen die Arbeitnehmer" Stellung nehmen werde. Ferner soll der Reichsregierung die Forderung oorgetragen werden, daß die deutschen Regierungs- oertreter auf der am 21. September in Genf beginnenden Tagung des Derwaltungsrats des Internationalen Arbeitsamts, in der über den Antrag der italienischen Regierung auf Durchführung der 40-Stunden-Woche entschieden werden soll, sich mit größter Entschiedenheit für die internationale Verständigung über eine allgemeine gesetzliche Einführung der 40-Stunden-Woche einsetzen. Morgen empsängiHindenburg das Reichsiagsprasidium. Berlin, 7. Sept. (VDZ.) Der Empfang des Reichstagspräsidiums durch den Reichspräsidenten von Hindenburg wird am Freitag 11.30 LIhr stattfinden. Nachdem der R e i ch s t a g jetzt endgültig für Qlton- tagzu seiner zweiten Sitzung einberufen ist, wird in parlamentarischen Kreisen die Frage erörtert, wie sich nach derRegierungserklärung die Dinge weiter entwickeln werden. Der Reichs- kcmzler hat sich schon bereit erklärt, am Montag seine Programmrede vor dem Reichstag zu halten. Es ist nicht damit zu rechnen, daß nach der Kanzlerrede oder vor den Abstimmungen eine längere Reichstagsvertagung erfolgt, um inzwischen weitere Zeit für Verhandlungen zu gewinnen. Es ist vielmehr beabsichtigt, im Anschluß an die Kanzlerrede oder am Tage darauf sofort mit der großen politischen Aussprache zu beginnen, die bis Ende der Woche dauern wird. Im Anschluß daran sollen dann die entscheidenden Abstimmungen erfolgen. Ob es zu diesen Abstimmungen noch kommen wird, hängt von den Entschließungen der Reichsregierung ab. Die Verhandlungen zwischen Ratio- nalsvzialisten und Zentrum sollen, toie wir hören, am Donnerstag fortgesetzt werden. Die Koalitionsbesprechungen i n P r e u - ßen werden in engem Zusammenhang mit den Verhandlungen im Reich geführt werden. Aus diesem Grunde hat am Mittwoch eine Aussprache zwischen dem Landtagspräsidenten Kerrl und dem Reichstagspräsidenten Göring stattgefunden. Für den Fall, daß die Verhandlungen zu einem Erfolge führen, ist, wie bereits früher angekündigt, mit einer früheren Einberufung des Preußischen Landtages zu rechnen. Oie Wirtschastsiagung der AGOAp. München, 7. Sept. (TLl.) Die Wirtschaftstagung im Braunen Hause in München über die Frage der Arbeitsbeschaffung wurde am Dienstag fortgesetzt. Die Stellungnahme des Nationalsozialismus zur Autarkie setzte Reichstagsabgeordneter Dr. Albrecht dahin auseinander, daß Deutschland nicht einführen sollte, „Im Gegenteil", erwiderte Sokrates und öerließ das Haus, um zu philosophieren. Er war ein Weiser und konnte aus grundsätzlichen Erwägungen nur die Wahrheit sagen. Nichts gegen Sokrates — ein Privatleben, hat nichts mit der geistigen Schöpfung eines Menschen zu tun. Aber Xanthippe lernte bald die von ihrem Gatten so sehr gepflegte — „Gesprächsform". Daß sie ansonst nichts lernte und daß sie ihn nicht verstand — es ist das Schicksal vieler genialer Geister gewesen, keine ihnen geistig ebenbürtigen Partnerinnen gefunden zu haben. Ist es die Schuld der Frauen? Und war Xanthippe nicht oft im Recht? Er war ja schließlich Bildhauer von Beruf — denn mit der Philosophie war schon damals kaum etwas zu verdienen. Aber seit dem Tode des Perikles hatte er keinen einzigen Auftrag mehr bekommen. Ja, er hielt es nicht für nötig zu arbeiten. Xanthippe hatte bereits ihr kleines Landgut verkauft. Eines Tages faßte sie sich ein Herz und stellte ihn zur Rede. Die Selbstachtung müsse doch schon einen Mann zur Arbeit treiben. Nur Götter und Vagabunden könnten es sich leisten, zu faulenzen... „Mein Kind", erwiderte Sokrates, „es gibt zwei Arten von Bildhauern. Die einen schmeicheln ihren Auftraggebern, die andern dienen der Kunst um der Kunst willen. Zu dem ersteren bin ich mir zu schade, mit dem zweiten verdiene ich kein Geld. Also beschäftige ich mich lieber mit Philosophie..." „Werden denn nicht immer Bildhauer gebraucht, die Grabsteine meißeln?" fragte Xanthippe in ter Unschuld ihres Herzens. „Ja", sagte Sokrates, „allerdings ..." und oer- ließ das Haus. Darin war er groß. Und der Freundeskreis nahm ihn mit offenen Armen auf. Bei der üppigen Tafel der Aspasia sprach man von hohen und schönen Dingen und hörte den großen Sokrates reden. Xanthippe machte ihm Vorstellungen ob dieses Lebenswandels und der Vernachlässigung, die sie durch ihn erfuhr. Was half es? Gar nichts. Und überdies steckte er fein Geld auch noch in ein Schwindelunternehmen, und von da an durfte sie mit Finanzfragen überhaupt nicht mehr an ihn herantreten. „Trivialitäten", sagte er angewidert. Als er gestorben war, verließ Xanthippe mit ihrem Söhnchen Athen und erzog ihn fern ter verderblichen Stadt auf dem Lande. Ihre letzten Worte, die sie auf dem Totenbett zu ihrem Sohn sprach, waren: „Dein Vater war der beste Mann..." Soweit diese kleine Rechtfertigung einer bekannten ... unbekannten Frau mit denkbar schlechtem Ruf. Die Dolksjustiz würde weniger Fehlurteile fällen, | was im Lande selbst erzeugt und hergestellt werden könne. Abg. Feder forderte, daß die Außenhandelspolitik im Sinne der Stärkung deS Binnenmarktes gestaltet werden müsse. Diplomingenieur Wirth sprach über die Bedeutung der Erdölgewinnung und trat den Nachweis an, daß Deutschland voraussichtlich weitgehend in der Lage sein werde, Oel für seinen Bedarf selbst zu erzeugen. Oberingenieur Schmideka m p f forderte eine das Interesse der Volkswirtschaft wahrende Gesetzgebung den Llrstoffen gegenüber. In einem Dortrag über Wasserst o f f n u tz u n g und Wasserstoffwirtschaft betonte Dr. Lawaczekdie Notwendigkeit, die Grundstoffbewirtschaftung vom Staate erfassen zu lassen. Weitere Vorträge bezogen sich auf Meliorationen und Siedlung, auf das Kapitel Staatsaufträge und Privatwirtschaft. Am Mittwoch wird die Tagung geschlossen. Finanzausschuß ves Hessischen Landtags. Darmstadt.7. Sept. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages behandelte heute zunächst einen nationalsozialistischen Antrag, der die Einstellung desRegierungsorgans. der„DarmstädterZeitung", fordert. Don den Vertretern der Regierung sowie des Zentrums und der Sozialdemokraten wurde betont, daß jede Negierung ein Presseorgan besitzen müsse, in dem ihre Auffassimgen zum Ausdruck gebracht würden. Auch die nationalsozialistischen Landesregierungen verfügten über eigene Regierungsblätter. Gegen Sozialdemokraten und Zentrum fand der nationalsozialistische Antrag Annahme. Für den Fall jedoch, daß sich im Plenum keine Mehrheit für die Einstellung der Zeitung findet oder die Regierung den Ginstellungsbeschluh nicht ausführen sollte — das Regierungsorgan erhält keinen Staatszuschuß — soll auf Antrag Dr. Niepothi die Zeitung den Abgeordneten ko st en- los zugestellt werden. Dieser Antrag fand einstimmige Annahme. In einer Regierungsvorlage wird zum weiteren Ausbau des Materialprüfungsamtes bei der Technischen Hochschule in Darmstadt aus früheren Bewilligungen ein weiterer Betrag von 15 000 Mark angefordert, der mit den Stimmen der Nationalsozialisten und des Zentrums, bei Stimmenthaltung der Sozialdemokraten und Kommunisten, genehmigt wird. In der früheren Exerzierhalle auf dem Exerzierplatz in Darmstadt soll ein Wasserbau- tecynisches Institut der Technischen Hochschule eingerichtet werden, wofür Ersparnisse beim Umbau der alten 115er-Kaserne für Zwecke. der Hochschule und Stiftungen von Freunden der Technischen Hochschule verwendet werden sollen. Reu angefordert wird ein Kredit bis zu 60000 Mark. Don den Vertretern der Regierung wurde die dringende Notwendigkeit des Ausbaues dieses Wassertechnischen Institutes für die Technische Hochschule betont. Lediglich die Vertreter des Zentrums stimmten für den Antrag, während Nationalsozialisten und Sozialdemokraten sich der Stimme enthielten. Don nationalsozialistischer Seite wurde betont, die Technische Hochschule müsse sich in dieser Zeit mit den ihr zur Verfügung stehenden Einrichtungen begnügen. In Anträgen der Sozialdemokraten und des Zentrums werden Vorstellungen bei der Reichsregierung verlangt, um eine Aenderung und namentlich eine Herabsetzung der Grunderwerbs st euer bei Feldbereinigungen zu erreichen. Die Regierung ist der Auffassung, daß hierfür allein der Reichsfinanzminister zuständig ist. Der Ausschuß ermächtigt jedoch die Regierung einstimmig, bis zur Entscheidung der Reichsregierung den staatlivchen AnteilderGrund- erwerbssteuer aus Antrag zu erlas- s e n. Eine entsprechende Erklärung soll dem Reichsfinanzministerium zugeleitet werden, um eine Klärung der Rechtsfrage herbeizuführen. Auf eine Anfrage, ob die Einführung der Schlachtsteuer in Hessen bevorstehe, wurde von Regierungsseite erklärt, daß ein Beschluß der Regierung noch nicht vorliege. wenn sie sich über die wahren Umstände unterrichten würde. Unit für Xanthippe — das heißt, für den Typus jjraü, den wir mit diesem Namen bezeichnen — müssen wir uns jetzt einen anderen Namen suchen. Grausiges Forscherschicksal im Ltrwald. Eine Tragödie im südamerikanischen Llrwald hat ein junger Nordamerikaner Harold Foard erlebt, der jetzt nach Hause zurückgekehrt ist. Im vergangenen Herbst war er von Peru aus, wo er arbeitete, zusammen mit einem Freunde Thomas Walsh aufgebrochen, um unbekannte Gebiete in Ecuador zu durchforschen und nach Gold zu suchen, das sich in der Nähe eines Dorfes namens Monzon finden sollte. Die beiden fuhren in einem Kanu den Huallaga-Fluß hinunter. Eines Tages gerieten sie in eine Wirbelströmung, das gebrechliche Doot wurde gegen einen Felsen geschleudert und zerschmettert, wobei der größte Teil ihrer Vorräte verloren ging. Nachdem sie das Wenige, was ihnen geblieben war, auf den Rücken geladen hatten, suchten sie sich einen Weg durch den Llrwald $u bahnen. Walsh wurde in der furchtbaren Hitze infolge des Hungers und der Anstrengungen immer schwächer. Sieben Tage lang waren sie ohne Nahrung. Dann glückte es Foard, einen kleinen Vogel zu schießen, den er dem freunde zurückließ, während er sich selbst auf machte um weitere Nahrung zu suchen. „Als ich nach dem Lager zurückkehrte", so berichtet er, a9r2^a!^ am ^odcn. Zuerst glaubte ich, daß er schliefe. Als er aber auf meinen Ruf nicht antwortete, erkannte ich daß er sehr krank war. Er starb nach wenigen Minuten. Ich blieb noch 3tDCl ai? dieser Stelle und grub mit mei- . €’’cr ein flaches Grab aus: in dieses legte ich meinen Freund und schleppte mich dann weiter in der Hoffnung, ein Dorf zu finden. Ich besaß nur noch eine Patrone, und um diese zu be- wahren verzichtete ich auf jede Nahrung. Aber schließlich wurde ich so hungrig, daß ich es nicht langer aushalten konnte, und so verwendete ich meinen letzten Schuß darauf, auf einen kleinen UJogel SU schießen, das einzige Wild, das ich ent- teckte Aber in meiner Schwäche fehlte ich. Zwei Stunden, nachdem ich so meine letzte Patrone vergeudet hatte, lief mir ein Reh über den Weg. Ich wurde schließlich bewußtlos. Ich erinnere mich an nichts mehr, bis ich in der Hütte eine- eingeborenen Jägers aufwachte. Er war auf der des Wildes gewesen, das ich erblickt hatte, sah mich und rettete mich." n9 und 7^ fei’ Oel für7 S^nieut r* Me bttW^ KK. 7Ä e ^Sung gt, «Huß ; onMogg, fwa: Svw*«-1 y fordert. Von ^"trums * ^nt, daß jede m bem ted)ttoürZ>^ Ä25 I SpHÄZ Wub md)t ouifüh. erhält feiner. Eag Dt. Aiepoth Kneten kosten. Dieser Antrag sand ge Wird Mim tvelte- rialprusungS. lchen Hochschule Wltgungen ein latf anaesvrdert, der ^alsozialisten und bt6 ung der Sozialdmo. senehmigt wird, wie auf dem 6jct« ein Wasserbau« >er Technischen verden, wofür Sr- alten Uder«Aaserne and Stiftungen von Hochschule verwendet ert wird ein Äre« r k. Von den Der« t die dringende Voises Wassertechnischen >e Hochschule betont. Zentrums stimmten itionalsozialisten und mme enthielten. Don wurde betont, die sich in dieser Zeit unff fie&enben en. invkateu und M en der der Verchs« e Aenderung und rngderTrund« rereinigungen zu erber Aussassung, daß mzminister zuständig jedoch die Regierung nxng der Wregie- nteilderSrund« ntrag zu erlas- Srklärung |o£ wj «leitet werden, um ie herbeizuführen Sinführungder en bevorstehe wM t, -aß ein &fN iren'Umffänbe * I L,j6f für den Typus E**T*z jmn MM» f*1 f[ol im Urwald. & I Jj^te Gebiete 'N ÄSJ LK-s ,n einen ' ig. Lücken n war. aus^ sich einen her Dalsh der )wachoo MKe & iing. den >l zu sch'^ch fcM vähwnd ,Ä hrung Achtet ehrte". dab A Äw auf wr'§ftank 106 er ife hlieb muten- mit «j* le ?Aieses A ab aus. w 6cmn Mnbte niich . Solbftaat 1929 6,2 6,2 6,15 6,2 «rückzahlb. JO2%)...... Oberhellen Provinz-Anleihe mit 64,65 64 61 AuSlos.-Rechten...... Deutsche Komm. Sommelabl. Anleihe Serie 1...... 6% ehem. 8% Frankl. Hyp.-Banl 52 49,75 52,25 50 Golopie. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Banl 75,5 73,75 Gvlovfe 16 unkündbar bis 1936 6>/2% ebem. 4Vt% Franks.Hhp.- Bank Liga Pfandbriefe . . • 6>/2% ehem. 4^°/«, Rheinische 75,5 73 78,9 78 Hnv -Banl-Ligu -Goldpie. . . 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- 80,5 80 briesansiai! Psandbriese R. 19 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- 71,5 71 71 71 briejanstalt Psandbrieke R. H' 72 71,5 — 4% Oesterreichhche (Solorente . 11,5 10,5 11,5 11,5 4,20% Oesterreichtsche Silberrente — — 1,4 1,35 4% Ungarische Goldrente . . . . 9 7,75 9 8,4 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 8,8 8 8,75 8 4y2% deSgl. von 1913 .... 8,25 — 8,25 6,95 5% abgest. Goldmexikaner von 99 8 — 8,65 7,75 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlcihe 4,4 4 4 4 Serie l . • • • ■ 4,25 4 4,3 4,15 4% desgl. Serie II....... 4,25 4 4,3 4,1 5% Rumän. vereinh. Rente v. 190; 8 7,5 7,65 7,1 ^%Rumän.vereinh.Rentev.l91S 13 12 12,75 12 4% Rumänische vereinh. Rente 6,7 5,65 6,3 I 5,75 2M% Anatoli." 20,25 18,25 19.7 l 18,13 Frankfurt a.M. Berlin Schluß- kurS Schlußk. Abend« börsc Schluß« kurS 6d)lu6f. Mittag« bSrse Datum 6.9. 7.9. 6.9. 7.9. yamvurg-Amenta Pare. . . u 20,5 18,5 20,5 18,4 Hamburg-Südam. Dampsschisj 0 —— — —- 36 Hansa Dainpsichisj . . i — — 31 27 Norddeutscher Lloyd .... 21,5 20 22 19,65 A.G. für Verkehrswesen Akt. 0 46 43,5 47 43 Berliner Handelsgesellschast . 4 —— 90 91 91 Commerz, und Privat-Bank . O — — 57,25 57 Darmstädter und Nationalbant 0 19,5 20 — Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschast . 0 76 76,25 76,5 76,5 Dresdner Boni...... 0 19,5 20 65,5 65 ReichSbanl ...... 1: 136,75 131 136,75 133 A.S.G.......... . 0 48,75 45 48 45,4 Bergmann........ . 0 -- —- 20.75 20 Elektr. LieserungSgesellschast. 6 79,75 70,5 78,5 71,5 Licht und Kraft...... 6 92 86 91,5 84,75 Felten & Guilleaume.... O 61 56,5 60,5 57 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 79 74,25 78,25 74,65 Rheinische Elektrizität . . . 61t< 79,25 74 80 72,75 Schuckert & (So....... l 82,75 78,75 85,5 78,75 Siemens & Halske..... t 146,5 141,25 146 140,75 Lahmeyer & (So....... 10 105,5 96,5 105,4 97 Buderus......... . 4 40,5 36,75 40,25 37,5 Deutsche Erdöl...... . b 81 — 81,4 77 Gelsenkirchener...... . 8 41,5 39 43 39,25 Hawener......... . 0 81,75 78 84,25 78 Hoesch Eisen........ . 6 39,13 34,75 Ilse Bergbau....... 10 — — 141,25 135,5 Ilse Bergbau Genüsse . . . — — — 98.5 Mocknerwerle....... . 6 38 33,5 38 32 Mannesmann-Röhren . . . . 6 56,75 53,5 56,4 53,25 ManSseldcr Bergbau .... . 0 28,75 22 29 22,65 Oberschles. KokSwerke . . . . 8 43,75 40,5 Phönix Bergbau...... VA 28,5 24,75 29,5 25,25 Rheinische Braunkohlen. . . 10 189,5 185,5 180 Rheinstahl........ . 0 64 62,5 64,4 62,9 Frankfurt a. 271. Äerlin Schlußkurs Schluß». Abend« bSrse Schluß« kurS Schlußk. Mittag- börsc Latum 6.9. 7-9- 6.9. 7-9. Riebeck Montan......7,t Bereinigte Stahlwerke .... 0 Otavi Minen....... 0 Kaliwerke Aschersleben ... 6 Kaliwerke Westeregeln ... 6 Kaliwerke Salzdetfurth ... 9 I. ®. Yarben-Jnduftrie ... 7 Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........O RütgerSwerke........0 Metallgesellschast.......O Philipp Holzmann......O Zementwerk Heidelberg. ... 4 Cemcntwcrk Karlstadt.....O Wayß & Freytag......O Schultheis Patzenhofer ... 0 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Zellstoff Waldhof..... O Zellstoff Aschaffenburg ... O Dessauer GaS........7 Daimler Motoren......O Deutsche Linoleum.....0 Oren st ein & Koppel.....0 Leonhard Tietz.......6 SvenSka......... 0 Chade..........12 Frankfurter Maschine» . . . . 0 Gritzner..........0 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . Süddeutscher Zucker . ... 8 21,5 20 116,5 121 184 108,25 148 32 42,75 40 57 58 50 5,9 61,25 71,5 46 31 23,5 56,75 55,25 184,5 26,5 59,9 125 20 18,5 107,25 178 104,75 139 26 37,65 51 53,75 51 5,25 56,75 66,5 26,75 20,5 48 51 ! 25,5 57,5 1 122 22,65 20 115 119 186,5 107,5 31,75 43,13 38 60,25 61,5 74 45 32,25 97,65 23,75 54 39,75 55,25 182,5 - I 124 20 18,25 110 113 177 104 26,5 39 37,5 51,5 5,13 58,25 57 66,5 40,75 27,5 92,5 21,5 47,5 35,25 51,25 179,5 22,5 133 Devi enmarft Berlin — Frankfurt (lHI. 6-September 7. September Amtliche Seid Notierung 1 Brief Amtliche Geld Dotierung Brief HelsingforS . Wien. . . . 6,284 51,95 6,296 52,05 6,294 51,95 6,306 52,05 Prag . . . Budapest. . 12,465 12,485 12,465 12,485 — — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,53 169,87 169,53 169,87 Oslo.... 73,28 73,42 73,33 73,47 Kopenhagen. 75,57 75,73 75,77 75,93 Stockholm 74,97 75,13 75,07 75,23 London. . . 14,625 14,665 14,65 14,69 Buenos Aires 0,923 0,927 0,922 0,932 Reuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüffel. . . 58,335 58,455 58,335 58,455 Italien. . . 21,63 21,67 21,63 21,67 Paris . . . 16,495 16,535 16,49 16,53 Schweiz . . 81,41 81,57 81.37 81,53 Spanien . . 33,87 33,93 33,83 33,89 Danzig. . . 81,97 82,13 81,97 0,989 82,13 Japan . . . 0,955 0,961 0,991 Rio de Ian.. 0,321 0,323 0,320 3,322 Jugoslawien. Lissabon . . 6,643 6,657 6,593 6,607 13,31 13,33 13,34 13,36 Banknoten. Berlin, 7. September Geld Brief T Amerikanische Noten . . . 4,20 4,22 Belgische Noten..... 58,175 58,415 Dänische Noten..... 75,59 75,91 Englische Noten..... .... 14,61 14,67 Französische Noten . . . . Holländische Noten.... Italienische Noten .... 16,45 169,16 21,58 16,51 169,84 21,66 Norwegische Noten.... 73,15 73,45 Deutsch-Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten .... .... 2,49 2,51 Schwedische Noten.... Schweizer Noten..... 74,90 81,19 75,20 81,51 Spanische Noten..... 33,69 33,83 Ungarische Noten . . . .