Ur. M Erstes Blatt 182. Jahrgang Montag, 8. August 1952 Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dmrf und Verlag: vrühl'sche Univer^rälr-Vuch. und Zleindruckerei B. Lange in Stehen. Schristlettung und Seschästrstelle: Schulsttaße 7. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig,- für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Siebener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monat$:Bejngsprei$: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Landnöten. Fast unvermittelt ist es in S ch w e d e n zu einer Regierungskrise gekommen, deren Opfer zunächst und wohl allein Oer Ministerpräsident C. G. E k - man ist. Die von Ekman geführte Regierung war seit 3uni 1930 im Amte, was auch für Schweden in der Rachkriegszeit eine verhältnismäßig lange Zeit bedeutet. In der zweiten Kammer sitzen neben 90 Sozialdemokraten noch 73 Konservative, sowie 32 Liberale und 27 Dauernbündler. Ekman gehörte der liberalen Partei an, wurde ober während seiner Regierungszeit von den Kon- servativen gestützt. Cs find auch nicht inner- oder außenpolitische Gründe, die Ckmans Sturz herbeigeführt haben, sondern die Verbindung mit dem unseligen Ivar Kreuzer. Vier Monate nach seinem Tode ist der sogenannte Zündholzkönig noch so mächtig, um Ministerpräsidenten zu stürzen, wenn auch aus Gründen, die wieder nicht für Kreuzer sprechen. Cs hat sich nämlich her. ausgestellt, daß Kreuzer wiederholt Ekman und die liberale Partei finanziell unterstützt Hot. Wenn diese Summen auch nicht in die Millionen von Kronen gehen, so reichen sie auch in bescheidenerem Maße aus, um das Reinlich, keitsbedürfnis des schwedischen Volkes empfind, lich zu verletzen. Kreuzer hat sicher die finanzielle Unterstützung einer bestimmten Partei weder in Schweden noch anderswo ohne Gegenleistung besorgt, wobei in Schweden wohl die Gegenleistung in der Form in Frage gekommen ist, daß Kreuzer mit Dul» düng der Regierung Ekman finanzielle Schiebun- gen in Schweden in großem Maßstab durchführen konnte. Auch die schwedische Reichsbonk hat ja mittelbar und unmittelbar Kreuzer Hilfe gewäh- ren müssen, aber da der Zündholzkönig damals noch als unbedingt sicher galt, so war dagegen an sich nichts einzuwenden. Rach dem Tode Krcu- gcrs hat sich die Brüchigkeit seines ganzen Kon. zerns herausgestellt, ebenso auch, daß er mit sehr verwerflichen Mitteln seine Finanzmaßnahmen auch in anderen Ländern durchgeführt hat. Es sei hier nur daran erinnert, daß auch in Deutsch, land wiederholt und bestimmt behauptet worden ist, daß die Errichtung des Zündholzmonopols einer damals einflußreichen Partei ausgiebige fi. nanzielle Unterstützung gebracht haben soll. Die Mitte! und Wege für solche Unterstützung find ja im internationalen Finanzgeschäft nichts Reues, wenn es auch ungewöhnlich erscheint, daß die Dermittlergebühr zum Teil wenigstens in die Kassen einer politischen Partei fließt. Herr C. G. Ekman muß dies Geschäft mit Kreuzer mit seinem Sturz büßen, denn er hat sich nicht nur aus der Regierung zurückgezogen, sondern sehr wahrscheinlich auch aus dem öffentlichen Leben. Als Rachfolger Ekmans ist der bisherige Finanzminister H a m r i n vom König Gustav bestellt worden, der aber keine umfassende Erneuerung der ganzen Regierung vorgenommcn hat. Das ist auch schon deshalb überflüssig, weil die zweite Kammer des Reichstags, also das Abgeordnetenhaus, im E e p t e m«b er neu gewählt werden muß. Außenpolitisch wird die Auswechslung des Ministerpräsidenten keine Ve- deutung haben insbesondere auch nicht das Verhältnis zu Deutschland berühren. Die Kündigung des Handels- und Echiffahrtsvertrags mit Schweden war ja nicht gegen Schweden gerichtet, sondern sollte nur dazu dienen, der deutschen Re. aierung Handels- und zollpolitisch die notwendige Freiheit zurückzugeben. Durch die Abschwenkung der Stalin-Politik zum bäuerlichen und handwerklichen Freihandel ist in Sowjetrußland wieder die innere Spaltung der Partei und des Sowjctregimcs in be- sonderem Maße akut geworden. Zwischen den Ultralinken, die am liebsten den Staat ganz zugunsten einer unverfälschten Kommuncwirtschaft auflösen möchten und der wieder bedeutungsvoll gewordenen Rechtsopposition in den bolschewisti. ichcn Reihen, die den Staat aus Dernunftgründen vor die Partei stellt, kann Stalin keine Generallinie mehr innehalten und vor- schreiben. Dabei war die Generallinie der wichtigste Programmpunkt der ganzen Regierungskunst des Georgiers, dem zuliebe ec die gewaltsamsten Experimente anordnete und nötigenfalls auch unerbittlich durchführte. Freilich war schon wieder in dieser peinlich korrekten und übertriebenen Einhaltung der Generallinie ein neuer Gefahrenherd für das Sowjetregime gegeben, dem sogar aus den Reihen der eigenen Anhänger von Tag zu Tag mehr Gegner erwuchsen. Vor wenigen Jahren erst hatte Stalin es fertig gebracht, die Rcchtsopposition mundtot zu machen, die Ausschiffung und Verbannung Trotzkis gab den deutlichsten Beweis dafür, wie groß sein Sieg war. Die Zwischenzeit hat ergeben, daß dieser Sieg nicht dauerhaft sein konnte. Von der Generallinie ist in mindestens ebenso vielen Punkten abgewichen worden wie von den scharfen Bestimmungen für die Durchführung des Fünfjahresplans. Unb selbst wenn Stalin jetzt Zug in die Kolonne bringen möchte, so bleibt ihm der Erfolg versagt, weil er einmal inzwischen trotz aller Dementis ein todkranker Mann geworden ist. zum anderen aber, weil von außen her die schwersten politischen Verwicklungen drohen. Sowjetrußland muß sich zu einer Zeit militarisieren, die eigentlich für den inner-politischen Aufbau ausschließlich bestimmt war. Rußland bedarf gerade jetzt einer sehr tüchtigen Außenpolitik, der Staat verlangt seine Rechte aus den Selbstschutz nach innen und noch mehr nach außen. So kommt es. daß seit längerem immer mehr d ie A r m e e sich geltend macht. Die Ausschreitungen dauern an. Die Befriedung Ostpreußens. Der Veauftraglc des Reichskommissars in Königsberg. Königsberg. 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) Der kommissarische Polizeipräsident teilt folgendes mit: Anläßlich des Besuches des von dem Reichskommissar nach Königsberg entsandten besonderen Beauftragten hatte der erste Vertreter des Oberpräsidenten den Re- gierungspräsidenten und Polizeipräsidenten zu einer Besprechung eingeladen. Der kommissarische Polizeipräsident hat über den Stand der Ermittlungen nach den Königsberger Attentätern sowie über die allgemeine Lage Bericht erstattet. Der Beauftragte des Reichskommissars ließ sich von den Sachbearbeitern über die einzelnen Fälle und ihre Bearbeitung unterrichten. Er hat der Auffassung Ausdruck gegeben, daß von der Po- lizei entschieden und umsichtig unter äußerster Anspannung aller Kräfte vorgegangen worden ist. Bei der Erörterung der Maßnahmen zur Bekämpfung weiterer Ausschreitungen wurde insbesondere ein noch schärferes Cin - schreite.n gegen unbesugtesWaffen- führen beschlossen. Es wurden auch die Handhaben besprochen und vorbereitet, die von der a n g e k ü n d i g t e n Rotverordnung der Reichsregierung zur Bekämpfung des po- li t i schenRowdytums und besonders der Spreng st offverbrechen erwartet werden. _ Die friedliebende Bevölkerung kann zu den Behörden das Vertrauen haben, daß sie nicht nur entschlossen sind, alle staatlichen Machthebel zu ihrem Schuhe einzusetzen, sondern auch, daß diese Machthebel in jeder Hinsicht ausreichend und wirksam sind. Sie werden schonungslos gegen g e f e t) e i b r e d) e - rische Elemente eingefeijt werden. In Reidenburg wurde eine Bombe vor cincrSrogerie zur Explosion gebracht, zwei weitere Bomben vor zwei Kaushäusern. — In Bischofsburg wurden bei zwei jüdischen Firmen durch Steinwürse mehrere Schaufensterscheiben zertrümmert. — In Allenstein wurde aus einem fahrenden Automobil heute um 2 Ahr gegen das Geschäfts- und Wohnhaus eines Kommunisten eine Bombe geschleudert. Personen wurden nicht verletzt. „Straßenterror auf KpD.-Vesehl!" Eine Veröffentlichung der nationalfozialifttfchcn ziorrcjpondenz. München, 8. August. (OB. Funkspruch.) Die nationalsozialistische Parkeikorrespanden; veröffentlicht unter der Ueberschrift „Slrahenterror auf KPO.-Befehl" Einzelheiten über eine am 2. August in Berlin abgehattenen Sitzung der Zentral- verwaltung des Boten Frontkämpferbundes. Das Ergebnis dieser Konferenz sei in Anweisungen an die Gauführer niedergelegt worden, die besagten: Aus den ältesten und vcrschwiegendsten Mitgliedern des Bundes seien besondere Gruppen zu bilden mit der Aufgabe, gegen dieeigenen Lokale Spreng- stossattentate auszuführen. „Dir dürfen nicht einmal davor zurückscheuen, das Leben auch führender Genossen aufs Spiel Z u sehen, natürlich nicht wahllos, noch weniger Rücksicht brauchen wir uns gegenüber Gewerkschafts- Häusern, Konsumgenossenschaften und anderen E i n - richtungender SPD. aufzuerlegen. 3e größere Zerstörungen wir auf diesem Gebiet anrichten. desto Reuerbings spitzt sich die Lage so zu, daß ausländische Diplomaten bereits von einer in Kürze vollkommenen Militarisierung des Sowjetregimes sprechen. Von einem dieser Diplomaten wurde dem früheren russischen Präsidenten Kerenski die russische Lage so dargestellt: „Die Wirtschaftsfragen sind gegenwärtig in Rußland Dinge zweiten Grades. Die Lage hat sich so verschlechtert, daß jetzt die Armee die empfindlichste und maßgeblichste Stelle geworden ist. Zwar wird das verheimlicht, aber die Militärs nähern sich der Regierungsmacht sicheren Schrittes. Ganz wie zur Zarenzeit klingen jetzt im Kreml wieder Sporen und Säbel. Woroschi - l o w und andere Militärgewaltige, das sind d i e wirklichenpolitischenHerren. Lind der Kreml selbst gibt den unzufriedenen Bauern seine unteren Parteichargen als Opfer preis." Mit der Generallinie ist es also einstweilen aus, und die Armee erhält das Wort. Wie weit es ihr als etwaigem Regierungsfaktor gelingen wird, den innerpolitischen Kurs Rußlands nach alter Weise fortzuführen, läßt sich nicht einmal vermuten. Den Berliner Richtern geht es nicht besser als den Nürnbergern: Sie hängen keinen, sie hätten ihn denn. Sechs Jahre sind verflossen, seitdem man Heinrich Sklarz den Strick gedreht hat in Form einer Gefängnisstrafe, sechs Jahre hielt man den Strick für ihn bereit. Er zeigte wenig Lust, den Kopf hineinzustecken. Aber jetzt, nachdem man endlich darauf dringt, daß Heinrich Sklarz sich dem großer wird die Duk und die Erbitterung gegen die vermutlichen Täter, die Jlalional- sozialisten sein." Heue Anschläge in Schlesien. In die Wohnung des Kreisvorsihenden der sozialdemokratischen Partei und Reichsbannerführers Kaufmann in Heidersdorf im Kreise Rimptsch wurde Montagsrüh gegen 4 Ahr eine Handgranate geworfen. In die Hinterwand des Hauses wurde ein Loch gerissen und zahlreiche Fensterscheiben zertrümmert. Personen wurden nicht verletzt. — In das Schlafzimmer des sozialdemokratischen Funktionärs Obst in Groß- Knicgnih wurde ebenfalls eine Handgranate geworfen, durch die das gesamte Schlafzimmer demoliert wurde. Auch hier wurden Personen nicht verletzt. — In G o l l s ch a u wurde dem Lehrer und Amtsvorsteher Czifka gleichfalls eine Handgranate in die Wohnung geworfen. Auch hier wurde nur Sachschaden angerichtet. In allen brei Fällen konnten dieTäterbishernochnicht ermittelt werden. Der Regierungspräsident in Breslau hat 1000 Mk. Belohnung für die Ermittlung der Täter ausgesetzt. — In Janno- w i tz wurde heute früh gegen die Konsumniederlage ein Sprengstoffattentat verübt. Es entstand erheblicher Sachschaden. In Waldenburg wurden im Gebäude der sozialistischen „Bergwacht" 4 große Schaufensterscheiben durch Steinwürse und Revolverschüsse zer- trümmert. In der Buchhandlung wurden die Rahmen des Schaufensters zertrümmert und die Bücherregale beschädigt. Zu gleicher Zeit wurden zwei große Schaufensterscheiben eines Kaufhau - s e s durch Steinwürse zertrümmert. Ferner wurden 4 Revolverschüsse auf die Wohnung des sozialdemokratischen Amts- und Gemeindevorstehers in Dittersbach bei Waldenburg abgegeben. Auch hier wurden die Fensterscheiben zertrümmert. — In Harburg-Wilhelmsburg wurde eine im Bau befindliche Wohnlaube, die zum S A. - H e i m bestimmt war, in Brand geftedt. Das Heim, das von erwerbslosen SA.-Leuten erbaut wurde, ist vollständigg niedergebrannt, nachdem cs von allen vier Seiten mit Petroleum begösse n worden war. Es ist beobachtet worden, daß sich kurz vor dem Brand etwa 40 Kommunisten in der Nähe aufhielten. — In Bunzlau wurden auf das SA. - Heiin mehrere Revol- v e r s ch ü s s e abgegeben, ohne jedoch jemand zu treffen. Etwa eine halbe Stunde später wurde in unmittelbarer Nähe des Heims ein S S. M a n n überfallen. Es entwickelte sich ein Handgemenge, in dessen Verlaus der überfallene Nationalsozialist eine Schußverletzung am Hals erlitt. Unter dem Verdacht der Täterschaft verhaftete die Polizei einen Russen, der zwei Revolver bei sich hatte. Aach Rückkehr des Reichskanzlers Fühlungnahme zwischen Hiller und General von Schleicher. Berlin, 8. Aug. (ERB. Funkspruch.) Wie wir erfahren, hat sich Reichskanzler v. P a p c n nach seinem Eintreffen in Berlin heute vormittag sogleich über die Terrorakte unterrichten lassen, die sich während seines Urlaubs ereignet haben. Roch heute oder morgen wird die Rotverordnung gegen politische Ausschreitungen erscheinen, die das Kabinett grundsätzlich bereits in der vorigen Woche beschlossen hat. Besprechungen über die Klärung der innerpolitischen Verhältnisse, wie sie sich aus den Reichstagswahlen ergeben haben, sind offenbar bereits eingeleitet durch eine Fühlungnahme zwischen Adolf Hitler und dem Reichswehrminister von Schleicher, die sich beide an der Ostsee befinden. In Kreisen, die der Reichsregierung nahe stehen, wird grundsätzlich der Standpunkt vertreten, daß die Rotwendigkeit eines betonten Präsidialkabinetts durch den Wahlausfall bestätigt worden sei, das aber auf der anderen Seite eine Beteiligung von Vertretern der Partei geboten erscheint, die aus den Wahlen «ls die st ä r k st e hervorgegangen ist. Oie Verwaltungsreform in Preußen Die Schattenseite der Aufhebung von Amtsgerichten und Zusammenlegung von Landkreisen. Von Or. Haekel, Gcschä'stsführendem Präsidenten des ReichssiädtebundeS. Durch Verordnungen der Preußischen Staats- regierung sind 60 Amtsgerichte in kleineren Gemeinden aufgehoben und die Zahl der preußischen Landkreise um 57 vermindert. Es darf nicht verkannt werden, daß die angespannte Finanzlage Preußens eine Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung erfordert. Auch darf eine derartige Reform nicht allein vom Interessenstandpunkt des dadurch betroffenen kleineren Bezirks beurteilt werden, sondern es muß auch bas Interesse des großen Ganzen im Auge behalten werden. Andererseits verlangt aber der Endzweck einer solchen Reform, der auf Erzielung einer Ersparnis und Vereinfachung für die Gesamtheit gerichtet ist, daß das Maß der erzielbaren fiskalischen Ersparnisse sorgfältig abgewogen wird gegen die unvermeidlichen wirtschaftlichen Schäden und Dela- Rungen, die dadurch den betroffenen Gemeinden und Bevöikerungskreisen entstehen: denn Ein- zelmaßnahmen einer Verwaltungsreform lassen sich nicht verantworten, wenn der fiskalische Vorteil die sonstigen wirtschaftlichen Rachteile nicht erheb- llich überwiegt. Diese Abwägung der E n t laftung und gleichzeitigen B e laftung erscheint um so dringlicher in der gegenwärtigen Krisenzeit, in der d i e kleineren Städte vielfach unter der Wirt- schaftsnot mehr zu leiden haben als manche Großstadt, insbesondere wenn sie in ihrer Steuerkraft in der Hauptsache von ein ober zwei großen Wirtschaftsunternehmungen abhängen, die gegentoärtig stilliegen oder keinen Ertrag bringen und dazu noch die Gemeinde mit Wohl- scchrtserwerbslosen belasten. Steuerreserven stehen den Städten nicht mehr zur Verfügung, und die Abnahme von 70 Prozent des Krisensünftels ohne Beteiligung an der den Landkreisen gewährten Wirtschaftshilfe des Reiches bedeutet für die kleinen Städte eine völlig unzureichende Entlastung. Dazu kommt der erheblicheRück- gang des gewerblichen Absatzes in den kleineren Städten an die notleidenden landwirtschaftlichen Kreise, der ihre Steuerkraft außerordentlich geschwächt hat. und der weitere Um* stand, daß gerade die kleineren Städte in der Rachkriegszeit durch den Verlust van Garnisonen, Präparandenanstalten, Lehrerseminaren, Finanz-, Zoll- und Postämtern bereits schweren wirtschaftlichen Schaden erlitten Ha- Gesetz beugt, _ ift er — unauffindbar. Sie wollen ihn hängen, aber sie haben ihn nicht. Er hat einen Anwalt mit der Vertretung seiner Interessen beauftragt und wird von sicherer Entfernung aus die weiteren Ereignisse verfolgen und abwarten, ob die vom Anwalt eingelegte Beschwerde gegen die Aufforderung zum Strafantritt Erfolg haben wird. Die Oeffentlichkeit hatte die Sklarz-Affäre schon halb vergessen, aus der die Nutzanwendung zu ziehen ist, daß unter Umständen ein Mensch zu langer Freiheitsstrafe und hoher Geldstrafe verurteilt werden kann, ohne sich darüber Sorge zu machen. Wer geschickt in allen Kniffen des Rechtslebens ist wie Heinrich Sklarz, der braucht sechs Jahre lang nicht ins Gefängnis und braucht von der Geldstrafe nicht einen Pfennig zu bezahlen. Heinrich Sklarz erfreute sich bekanntlich der ganz besonderen Gunst der politischen Machthaber nach Ausbruch der Revolution. Man begegnete ihm im Berliner Polizeipräsidium, wo er dem Polizeipräsidenten Eichhorn zur Seite stand. Alle Personen, die verhaftet waren und der Staatsanwaltschaft zugeführt werden sollten, mußten erst Heinrich Sklarz vorgeführt werden, der über Entlassung oder Verhaftung entschied. Eines Tages hatte man einen Darlehensschwindler erwischt und Herrn Heinrich Sklarz vorgeführt. Heinrich Sklarz ließ den Schwindler frei. Das war selbst für damalige Zeiten zu starker Tabak. Herr SNarz wurde kurze Zeit danach auch entlassen. Er legte sich aufs „Sanierungsgeschäft", vertrat die Interessen von Schuldnern und Gläubigern, u. a. auch die Interessen der Gläubiger Ides Wettschwinbelkonzerns Max Klante. 3m befonberen aber vertrat er seine Interessen als ein Mann, der vortrefflich im Trüben zu fischen weiß. Rach Jahren erst hatte man soviel Material beisammen, bah es für eine Betrugsanzeige ausreichte. Heinrich Sklarz würbe wegen Betruges und Untreue z u einem Jahr sechs Monaten Gesängnis unb 50000 Mark Gelbstrafe, sowie brei Jahren Ehrverlust verurteilt. Er legte Berufung nicht ein, fonbern hoffte, auf anberen Wegen um die Strafe herumzukommen. Er bezichtigte eine ganze Anzahl ber Personen, bie in seinem Prozeß als Belastungszeugen aufgetreten waren, bes Meineibs. Er reichte bei ber Staatsanwaltschaft nicht eine summarische Meineibs- anzeige gegen bie Belastungszeugen ein, fonbern nahm einen nach bem anbem an bie Reihe. Erwies sich bie eine Meineibsanzeige als haltlos, so reichte Heinrich Sklarz eine neue Meineibsanzeige gegen einen weiteren Belastungszeugen ein. Er wußte bie Anzeige so glaubhaft darzustellen. baß bie Staatsanwaltschaft regelmäßig barauf hereinfiel unb eine Untersuchung einleitete. Kam nun vom Gericht eine Aufforderung zum Strafantritt, bann beantragte Heinrich Sklarz unter Hinweis auf bas schwebende Meineidsver- fahren Aussetzung des Strasvollzugs. So verstrichen sechs Jahre unb nun bem Gericht endlich der Gebulbsaden gerissen ist, hat sich Heinrich Sklarz — verdunstet. ten. Dor allem aber füllt ins Gewicht, daß die kleineren Städte gerade für die Amtsgerichte vielfach besondere finanzielle Opfer gebracht haben durch Herstellung von Gerichtsgebäuden oder Dienstwohnungen oder durch Unterbringung der Amtsgerichte in städtischen Gebäuden für eine geringe Miete, weil der Ber- kebr der Gesamtbevölkerung des Gerichtsbezirks mit dem Amtsgericht den gewerblichen und kaufmännischen Interessen ihrer Bürger zugute kam. Es ist daher offensichtlich, daß die Aufhebung des Amtsgerichts oder des Landratsomtes in einer kleinen Stadt, die unter den vorgenannten Notständen besonders zu leiden hat und durch Aufnahme von Darlehen für die Herstellung der genannten Bauten und durch Einrichtung von höheren Schulen für die Beamten dauernde finanzielle Verpflichtungen übernommen hat, vielfach zu einer Wirtschaftskatastrophe führen muh, weil sie auf der einen Seite von Liesen La st en nicht befreit werden kann, während auf der anderen Seite ihre Steuerkraft weiter ruiniert wird durch den Abgang von Beamten und Rechtsanwälten und durch die Erschütterung des städtischen Erwerbslebens, das zum Teil in ihren Absahintcressen auf die Beamtenschaft und den Verkehr der Gesamt- bevölkörung des Gerichtsbezirks bzw. Kreisbezirks mit dem Amtsgericht und Landratsamt angewiesen war. Dazu kommt die weitere Gefahr, dah die Verlegung des Aintsgerichts oder Landratsamtes die Verlegung anderer Lokalbehörden nach sich zieht (Katasteramt und staatliche Kreisbehörden wie Hochbauamt, Kreisschulrat, Kreisarzt, Kreisveterinärarzt) und dadurch eine völlige Finanzkatastrophe herbeiführt. Aus diesen Gesichtspunkten wird die angeordnete Auflösung von Amtsgerichten und Landkreisen in zahlreichen Fällen von der Bevölkerung der betroffenen kleinen Städte als ungerecht und unwirtschaftlich empfunden, weil sie in genauester Kenntnis der örtlichen und nachbarlichen Verhältnisse davon überzeugt ist, daß sich die fis- /alischen Ersparnisse infolge der Umzugskosten, Pen- sionen, Abfindungen, Neu- und Anbauten fiskalischer Gebäude auf ein Mindestmaß beschränken werden, während unersetzliche Werte der betroffenen Stadt zerstört werden und der Bevölkerung Mehrkosten und Zeitverluste entstehen, weil sie in einzelnen Fällen nicht einmal in einem Tage das Amtsgericht oder das Landratsamt zu erreichen vermag. Eine besondere Erbitterung wird sich in den Grenzbezirken geltend machen, die bei den genaan- ten Aufhebungen in Einzelfällen ebenfalls nicht geschont worden sind, obwohl dadurch ein unwiederherstellbarer nationaler Schaden entstehen würde. Aus allen diesen Gründen erscheint es unerläßlich, die Durchführung der genannten Verordnungen noch hinauszuschieben, bis durch eine Besichtigung an Ort und Stelle und durch ausreichende Anhörung der örtlich interessierten Behörden- und Wirtschaftskörper festgestellt ist, ob und inwieweit die geplanten Mahnahmen in chrer Gesamtauswirkung erhebliche Ersparnisse ermöglichen und zugleich für die Gesamtheit erträglich sind. Insbesondere wird sich die Nachprüfung auch auf den Sitz der Landkreise erstrecken müssen, wobei wir mit besonderem Nachdruck die grundsätzliche Forderung wiederholen müssen, daß der Sitz eines Landkreises nur in zwingenden Ausnahmefällen aus dem Landkreise in eine kreisfreie Stadt verlegt werden darf. Ferner wird es sich empfehlen, in denjenigen Fällen, in denen eine Aufhebung der Amtsgerichte unvermeidlich ist, die dadurch entstehenden Nachteile für das betroffene Gebiet dadurch zu mildern, dah in diesen Gebieten auswärtige Gerichtstage eingeführt werden, und dah die Grundbuch-Abteilung an Ort und Stelle verbleibt, weil die Belassung dieser für den örtlichen Grundbesitz und die Stadtverwaltung besonders wichtigen Gerichtsabteilung örtlich zumeist von besonderem Interesse ist. Arbeitsgemeinschaft -er Heimaiver« bände Oberheffen - Lahngau - Oillkreis. Der Vorstand desVerbandesdercheimat- vereine im Dillkreis und der Arbeits- ausfchußOberhefsen-Lahngau des hef- fischen Volksbundes haben in einer Sitzung in Gießen beschlossen, in eine Arbeitsgemeinschaft einzutreten zur Wahrung der kulturellen und wirtschaftlichen Interessen ihres Gebiets — einschließlich derjenigen Fragen, welche bei der künftigen Reichsreform in der Landfcha.ft Rheinfranken zur Wahrung der Belange der hessischen und nassauischen Gebiete austreten. Generalstreik im belgischen Bergbau. Brüssel, 7. Aug. (2H.) Auf einer außerordentlichen Dertreterversammlung der belgischen sozialistischen Bergarbeitergewerlschaft in Brüssel wurde am Sonntag nach stürmischer Aussprache der Generalstreik für den Bergbau und die verwandten Betriebe beschlossen. Der Streik dürfte sich ab Montag a u f dos gesamte belgische Kohlenrevier erstrecken. An dem Streik werden sich 170 000 Arbeiter beteiligen. Die Bewegung als solche dauert bereits seit einem Monat an. Sie war von vornherein der Führung der Sozialisten entglitten und fast völlig unter den Einfluß radikaler Elemente, vor allem der Kommunisten, geraten. Bon der Regierung wurde den Arbeitern das Anerbieten gemacht, die unteren Löhne nach Wiederaufnahme der Arbeit zu überprüfen. Diesem Vorschlag hat die Vertreterversammlung mit der Forderung einer sofortigen Erhöhung der Löhne in den unteren Tarif- klassen und einer Neuregelung des Arbeit sabkom mens für den Bergbau beantwortet. Danach sollten in Zukunft die Löhne ausschließlich nach der Lebenshaltungsri ch t g a h l berechnet werden und nicht mehr wie bisher nach einer Richtzahl, die auch gleichzeitig den Kohlenpreis berücksichtigte. Inzwischen wird von kommunistischer Seite im gesamten Grubengebiet weitergehetzt. Mit Rücksicht auf die Ausdehnung des Streiks wird die Negierung sofort umfangreiche militärische Maßnahmen treffen. Aus aller Welt. Trauergottesdienst für die Toten der „Jtiobe“. In der Berliner Alten Garnisonkirche fand eine Gedächtnisfeier für b i e Toten des Schulschiffes „Niobe" statt. Die alt« Sol- datenkirche hatte Trauerschmuck angelegt. Von der Empore herab hing die Flagge der Reichsmarine unter Trauerflor und vor dem Altar standen die Abordnungen der Marinevereine mit umflorten Fahnen. AlsDertreter des Reichspräsidenten war der Chef der Marineleitung, Admiral Dr. h. c. Raede r, erschienen: neben ihm hatte der Chef der Heeresleitung, General von Hammer st ein, Platz genommen. Die Marineleitung war fast vollzählig anwesend, auch viele Offiziere der alten Marine, unter ihnen Admiral von Schröder und Frcaatten- kapitän a. D. Scheibe. Ferner zahlreiche Offiziere der Reichswehr, der Gruppenkommandeur General Haffe, der Stadtkommandant von Berlin und Offiziere der Berliner Schutzpolizei. Nach einem Trauermarsch, gespielt von dem Musikchor des Wachtregiments Berlin, verlas Feldprobst D. Schlegel die Namen der 69 Seeleute, Unteroffiziers- und Offiziersanwärter, Sanitäts- und Ausbildungsoffiziere, die am 26. Juli in den Wellen des Fehmarn-Belts den Tod gefunden haben. Er legte feiner Predigt Verse aus dem Römerbrief zugrunde und spendete Trost den Angehörigen der Seeleute, die in treuer Pflichterfüllung für ihr Vaterland starben. Mit einem Gebet für die Toten und die Geretteten des stolzen Schulschiffes und dem gemeinsamen Gesang „Laßt Kraft mich erwerben in Herz und in Hand, zu leben und zu sterben fürs heil'ge Vaterland" sand der Trauergottesdienst sein Ende. Der 21. Deutsche Feuerwehrtag in Karlsruhe. Der 21. DeutscheFeuerwehrtagin Karlsruhe erreichte seinen Höhepunkt mit einer großen Schau- und Angriffsübung auf dem Strefemann-Platz und dem F e st z u g der 15 000 Feuerwehrmänner aus allen Teilen des Reichs. Besonders stark waren die Pfalz, Württemberg, Baden, das rechtsrheinische Bayern und Hessen vertreten. Lebhafte Zurufe empfingen auch die Delegationen aus Oesterreich, der Schweiz und der Tschechoflowa- kei. sowie unsere Brüder aus dem Saargebiet, aus Ost- und Westpreußen und aus Schlesien. Als die Spitze des Zuges am Rathaus anlangte, wurde still- gestanden und „Helm ab" kommandiert. Unter dem Geläute sämtlicher Kirchenglocken verharrte man in stillem Gedenken an öie Toten des Weltkriegs. Dann wurde der Vorbeimarsch fortgesetzt, der von Präsident Ecker (München) abgenommen wurde. Der Abend des Haupttages brachte eine große Festveranstaltung mit Konzert auswärtiger Feuerwehrkapellen unter Mitwirkung von Karlsruher Gesangvereinen in Verbindung mit dem Großen Zapfenstreich aller Musikkapellen. — An Reichspräsident v. Hindenburg wurde ein Huldigungstelegramm gesandt. Der nächste Deutsche Feuerwehrtag findet 1937 in Danzig statt. Die Grundeigentümer-Tagung in Hamburg. Nach der Hauptversammlung spielten im weiteren Verlauf des Programms des 5 3. Zentralverbandstages der Deutschen Haus- und Grundbesitzervereine in Hamburg vornehmlich gesellschaftliche Veranstaltungen eine Rolle. Den Höhepunkt bildete eine Festaufführung der „Zauberflöte" im Hamburger Stadttheater. Auch erfolgte eine Dismarckehrung am Denkmal auf der Elbhöhe am Hafen. Ferner fand im Rahmen der Gesamttagung eine Sitzung der Vereinigung deutscher Haus- und Grundbesitzer-Versicherungsgesellschaften statt, in der zur Schaffung einer Gefahrengemeinschaft bzw. einer Vereinigung zum Austausch von Gerichtsurteilen und Spezialuntersuchungen auf dem Gebiet des Versicherungswesens aufgefordert wurde. 3m Weizenfeld ermordet aufgefunden. Auf ter Feldmark Hinterbollhagen bei Bad Doberan (Mecklenburg) wurde beim Mähen eines Weizenfeldes eine weiblicheLeiche aufgefunden. Die Tote wurde von ter Gerichtskommission als die feit dem 3. Iuli vermißte Apothekergehilfin Elli Schröder, die zuletzt in der Neubuckower Apotheke beschäftigt war, identifiziert. Die Untersuchung wird erschwert durch den älmstand, dah seit der Tat bereits fünf Wochen verstrichen sind. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß das Mädchen ermordet wurde, nachdem ein Sittlichkeitsverbrechen an ihm verübt worden war. Für die Ermittlung des Täters hat der Oter- staatsanwalt in Rostock eine Belohnung von 1000 Mk. ausgesetzt. von Gronau bei der deutschen Kolonie in Milwaukee. Nachdem ter deutsche Flieger Wolfgang von Gronau mit seiner Besatzung bei dem bekannten Großindustriellen Henrh Ford zu Gast gewesen war, setzte der „Grönlandwal" seinen Flug nach Milwaukee fort, wo der Ozeanflieger der deutschen Kolonie einen Besuch zugesagt hatte. Die Landung des Flugzeuges war für die Kolonie ein Erlebnis. Die Deutschen hatten es sich nicht nehmen lassen, ihren Landsleuten einen festlichen Empfang zu bereiten. Die Begeisterung war außerortentlich groß. Da der Zug während der Geschäftszeit durch das Geschäftsviertel ter Stadt führte, waren alle Bürofenster beseht: zahlreiche Telephonbücher, Adreßbücher usw. wurden von den begeisterten Zuschauerinnen und Zuschauern zerfetzt und als Konfetti auf die Straße geworfen. Wirbelsturm und Wolkenbruch über Rordbulgarien. Ausgedehnte Gebiete Nordbu'gariens wurden von einem Wirbelsturm heimgesucht, der von einem Wolkenbruch und Hagel- schlag begleitet war. Obwohl das Ünwetter nur zehn Minuten dauerte, ist ter Schaden außerordentlich hoch. Die Felder sind verwüstet und viele Häuser schwer beschädigt worden. Besonders starke Verwüstungen wurden in dem Dorfe Nowoselo bei Schummen angerichtet. Sieben Menschen sind beim Hereinbrechen des Hochwassers ertrunken. Zahlreiche Einwohner wurden verwundet. Ein großer Viehbestand ist vernichtet. Infolge ter schweren Unwetter, die in ten letzten Tagen über Bulgarien hinweggegangen sind, müssen 152 Dörfer staatliche H"i'lfe in Anspruch nehmen, da die Ernte zerstört ist. Aulounfall im Gebirge. Wie aus Innsbruck gemeldet wird, ist in der gefürchteten Haarnadelkurve am Zirler Berg ein reichsdeutsches Postauto aus Augsburg über d i e Kurve hinausgefahren. Dabei riß es verschiedene Wegweiser und zwei starke Bäume um, kam aber dann glücklicherweise zum Stehen. Im Auto befanden sich außer dem Lenker 28 Personen, sämtlich aus Augsburg, von denen 12 durch Glassplitter, Hautabschürfungen usw. leicht verletzt wurden. Ins Spital brauchte niemand gebracht zu werden. — Der Lenker war die steile Straße mit ter zweiten Uebersetzung herabgefahren, wollte dann die erste einschalten, die aber nicht richtig funktionierte. Durch die Geistesgegenwart des Führers wurde ein größeres ilnglüd verhindert. Aus der provinzialhaupistadi. Gießen, ten 6. August 1932. Abwartende Haltung auf dem kaufmännischen Stellenmarkt. Wie die Kaufmännische Stellenvermittlung des Deutschnationalen Handlungsge- hilfen-Derbandes mitteilt, läßt sich die Lage auf dem kaufmännischen Stellenmarkt am besten mit den Worten „vorsichtsvolles Abwarten" kennzeichnen. Als Folge ter politischen Notverordnungen und des scharfen Wahlkampfes übten die älnternehmer große Zurückhaltung in ter Erteilung von Besetzungsaufträgen. Die Behörden forderten für die Durchführung des Wahl- geschäftes nur wenige Kräfte an. In der Mehrzahl stellten die Parteien ihre Wahlhelfer aus den Reihen ihrer eigenen erwerbslosen Mitglieder. Für die Saison-Schluß-Verkäufe wurden wegen der starken Schrumpfung der Kaufkraft nur wenige Aushilfskräfte eingestellt. In Nordwestdeutschland war der Dewerberzu- gang geringer als im Vormonat. In Ostdeutschland hielt er die Höhe des Vormonats, während in Mittel-, Süd- und Westdeutschland eine kleine Steigerung' zu verzeichnen war, verursacht durch weitere Stillegungen und Einschränkungen. Die schon im Iuni beobachtete Stagnation tes Dewerberzuganges hat trotzdem angebalten, zumal auch in vielen Gebieten bereits ausgesprochene Kündigungen zurückgezogen oder auf einen späteren Termin verschoben wurden. Etwas Saisonbelebung zeigte sich in der Fahrradindustrie Nordwestdeutschlands und überall in der Gemüse- und Fruchtkonservenindustrie. Danzig hat immer mehr unter ter Konkurrenz des Gdinger Hafens zu leiden. In Breslau und Schlesien fanden noch, wenn auch vermindert, Stillegungen und Massenkündigungen statt. Im sächsischen und mitteldeutschen Industriegebiet ist die Arbeitsmarktlage schlecht, auch in Süd- und Westdeutschland. Im Saargebiet werden in stärkerem Maße als bisher ten Nicht-Saarländern die Aufenthalts- und Arbeitsgenehmigungen entzogen, um die freiwertenden Arbeitsplätze saarländischen Erwerbslosen vorzubehalkem In Westdeutschland neigen sich die kürzer befristeten Russenaufträge ihrem Ente zu. Neue Entlassungen werten daher befürchtet. Die Beschäftigung im Bergbau ist gering. Trotz Sommerpreisen hat der Kohlenhandel keine nennenswerte Beschäfti- gungssteigerung erfahren. Don gutem Geschäft wird aus der Abzeichen- und Knopfindustrie tes Lüdenscheider Gebietes als Folge der Aufhebung tes Uniformierte te8 berichtet. Der Eingang von Vermittlungsaufträgen und die Desehungsaufträge gingen wegen ter erwähnten innerpolitischen Verhältnisse etwas zurück. Es bleibt zu hoffen, daß nunmehr eine Klärung ter politischen Verhältnisse zu einer Entfaltung der hier und da beobachteten Belebungsanzeichen führt. Vornoti,;cn. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Die Mutter ter Kompagnie". ** Weltspartag am 29. Oktober. Der alljährlich stattfindende Weltspartag fällt in diesem Iahr auf ten 29. Oktober. An diesem Tage wird in der ganzen Welt auf die unersetzliche Bedeutung der Sparkapitalbildung für jede Volkswirtschaft besonders hingewiesen. Die Einrichtung Das heimliche Tal. Von Rudolf G. Dinding. Es ist ein kleines Tal — ein einfaches Wiesen- tal in einem deutschen Mittelgebirge. Die Wiese zieht sich im Grunde hin und wird von einem Dach gewässert, der weiter oben entspringt, wo sich die ruhigen Leiber zweier Berge berühren. Hier in ter Wiese ist er schon munter und kräftig und redet in die Stille. Wälder, von Bergen nietersteigend, säumen das Tal auf beiten Seiten. und auf ter einen führt am oberen Rand tes Grundes ein wackerer, etwas steiniger Weg talab, fast eine Straße, auf der es sich gut aus- schreiten läßt, wenn man ab und zu wegen einiger von den Regengüssen blohgewaschener öteinbroden einen größeren Schritt macht. Im oberen Tal begleitet ein lang hinge streck ter ehrwürdiger Berg — ein alter ruhender König von einem Berge — das Tal mit seinen Ausläufern weithin und drängt den Bach in ter Wiese zeitweilig sanft auf die gegenüberliegende Seite. Eine unbeschreibliche Einfachheit ist hier die Herrscherin: eine biblische Einfachheit — als ob die Natur eine biblische Geschichte erzähle. Keine Menschenwohnung hat sich in dem Tal angebaut, noch hätte sie irgendwo Raum. Es füllt sich ganz selbst aus und hat niemanden aufgefordert, in seine Vollkommenheit einzudringen. Zwar gehen Menschen ten Weg hinauf und hinab, und zur Heuzeit kann man tes morgens ein paar Männer die Sense durch das üppige triefende Gras schwingen sehen, und am Abend wirft ein Mädchen das Heu in der sinkenden Sonne zum letztenmal mit weitausgreifendem Dechen um. Ater sie verschwinden alte, Wanderer und Mähder, wie sie gekommen waren, und das Bereich bleibt dem heraustretenden Wild und den regungslosen Bergen. Als ich ein Kind war, war das Tal sehr groß, weil ich sehr klein war. Ietzt ist es geringer an Ausdehnung, ater seine Einfachheit ist immer üleich groß. Nie habe ich mehr entdeckt noch hat es mir mehr gezeigt als die wenigen großen Elemente, die es ausfüllen und recht eigentlich wlsmachen. Doch nichts erweckt den Eindruck von Einsamkeit und Verlassenheit oder von Geheim- dort nur alles sehr selbständig und selbsterfüllt, wie vollgesogen von seiner eigenen Kraft, m der es beruht. Seine größte Kraft aber hat das Tal bei sinkendem Tage. Dann vollbringt es zu seiner Stunde ein Wunder: es öffnet seinen Schoß unmittelbar in ten Horizont. Denn obgleich es sich ziemlich hoch im Gebirge hinzieht, scheint es doch schon von weitern in ten Rand der Welt münden zu wollen, der sich dort weit über einer unendlichen, sonnenübergossenen Ebene in den Abend erstreckt. Wenn man den Weg talab geht, sanft begleitet Schritt für Schritt von den schwingenden starken Wäldern zur Seite, gebt man geraden Wegs in die älnendlichkeit. älnd während er abwärts schreitet mit größeren Schritten, die Aeste im Rhythmus seines Ganges sich neigen und die Berge sich hinter ihm höher emporheben, wächst dem Menschen aus dem Tale etwas wie eine leichte Kraft zu — eine Kraft, die den Boten fester fühlen läßt unter den Füßen, als ob er ihn abstohen müßte, während er doch nur in jedem Tritte unmerk- lich freier ausgreift. Dort wo das Tal hineilt, wohin sein Schoß sich öffnet, sinkt die Sonne. Ein leuchtendes Tor von Gewölk steht weit ab, ein leichter rätselhafter Wind, ter den Wald nicht anrührt, faßt mich im Rücken. Leicht, ohne Gewicht, beglänzt, das Auge voll Licht, unaufhaltsam schreite ich talab geradewegs ins Feuer. Dann ist's von neuem der Gang durch mein Tal — der verschwiegene Gang durch das heimliche Tal — Hand in Hand mit dem Wind der in den Abend weht, Aug in Aug mit der Sonn, die fern zur Ruhe geht, lauschend mit halbem Ohr auf dich, du heller Bach schreit ich mein Tal hinab einer Entfernten nach. Antrittsbesuch inLellachich. • Von Hans Riebau. Hennekofel ist nicht nur der Erbe des Onkels Jonathan aus Chikago und damit reich: Nein, Henne- kofel, blond, lang und dick, ist auch ein netter Kerl; ein Mann, der Ideen hat, ein Herz, einen richtigen Charakter und sogar den Mut, in seinem Acht- Zylinder Leute mitzunehmen, die im Begriff sind. I ihr Fahrrad zu versetzen. Trotzdem aber hat Henne- kofel einen Fehler. Er trägt Anzüge von Bvrison & Co., aber seine Fingernägel sind nicht ganz sauber. Er hat einen la hocheleganten Chauffeur und wohnt in einer Villa am Bottow-See. Aber er hat weder in der Nachbarvilla Besuch gemacht, noch hält er es für nötig, die Damen zu grüßen, die in eben dieser Villa wohnen. Er hat die junge Komtesse Liliom, Tochter des Grafen Jsry aus Jellachich in Ungarn kennengelernt. Aber er küßt ihr weder die Hand noch sagt er „Komteß" oder auch nur „Gnäd'ges Fräulein" zu ihr. Sondern einfach: „Na, Fräulein? Woll'n wir 'n düfchen segeln?" Die Komteß Liliom, wie das ja manchmal so ist, schlägt vor Entzücken die Hände zusammen über diese steinzeitlich-oitalen Manieren. Sie hat genug von krummen Rücken und Süßholzgeraspel, sagt sie, und da sie reich ist, und der Hennekofel noch reicher, weiß sie: das zärtliche Flimmern in seinen Augen gilt nicht der Erbin und nicht der Aristokratin, sondern ihr, dem Fräulein Liliom aus Jellachich. Unter diesen Umständen dauert es nicht lange, Und sie sind verlobt, der lange blonde Hennekofel und die kleine braune Komteß. Und am dritten August soll, nicht etwa in Jellachich, versteht sich, sondern in Berlin, die Hochzeit sein. Mesalliancen werden außerhalb der Landesgrenzen geschlossen. Die Freunde staunen. Auch ich staune. „Wie ist das möglich?" fragte ich Hennekofel. „Daß ihr euch liebt, daß ihr euch heiraten wollt: schön, das verstehen wir. Dah der alte Graf im Hinblick auf den verstorbenen Onkel Jonathan über deine bürgerliche Herkunft hinwegsieht — auch gut. Aber daß er, der Sproß eines uralten Aristokratengeschlechts, dir seine Tochter gibt, nachdem du dich persönlich der Familie oorgestellt hast, das, lieber Hennekogel, verstehe ich nicht. Hast du dich denn in Jellachich so zusammenreißen können?" „Jedenfalls ist alles in bester Ordnung", murmelte Hennekofel. „Der Graf und die Gräfin, die Vettern und Basen, Generäle und Hofdamen waren entzückt von mir. Kein Mensch hat gewagt, gegen die Hochzeit Einspruch zu erheben." „Donnerwetter", lachte ich, „ist der Einfluß der Komteß auf dich schon so stark, daß--" „Blödsinn", unterbrach Hennekofel und strich sich das Haar aus der Stirn, „glaubst du denn, ich wäre selbst in Jellachich gewesen? Ich habe meinen Chauffeur hingeschickt." Zeitschriften, Die Süddeutschen Monatshefte (München) widmen ihr neuestes Sonderheft dem Thema „Weissagungen". Selbstverständlich befaßt sich diese ernste Zeitschrift nicht mit all dem Humbug, der gerade in unserer Zeit auf diesem Gebiete verbreitet wird, auch nicht mit astrologischen Voraussagen, sondern lediglich mit dem wichtigsten ernsten Material. Auf diese Weise gelingt es ihr, ein ebenso geheimnisvolles wie packendes Kapitel der Geistesgeschichte für viele zu erhellen, ja vielleicht sogar manchen Geistern heute gerade in diesem Punkte Halt und Richtung zu geben. Besonders interessiert das Kapitel über den Weltkrieg und Deutschlands Zukunft, das Eduard Stemplinger schreibt. Den stärksten Eindruck machen hier die Weissagungen des „Sehers vom Böhmerwald", des Mühl-Hiasl im Bayerischen Wald, gegen Ende des 18. Jahr- hunderts.Nicht nur Eisenbahn und Dampfschiff und den Weltkrieg sagte er voraus, sondern auch Einzel- heiten der Zeit nach dem Kriege, so z. B. der Inflation: „Nach dem Krieg meint man, Ruh ist, ist aber feine. Die hohen Herren sitzen beisammen und machen Steuern aus. 's Geld wird keinen Wert mehr haben, um zweihundert Gulden wird man keinen Laib Brot kriegen: es wird aber keine Hungersnot sein. Das Geld wird zu Eisen — um ein Goldstück kann man einen Bauernhof kaufen. Die Leut' werden in der Luft fliegen wie die Sögel..." Joseph Bernhart beschließt das interessante Heft mit einer Betrachtung über das Prophetische, in der er den gerade für untere Zeit so notwendigen Trennungsstrich zwischen Sehertum und Wahrsagerei zieht. Sochschulnackn'chteu. Ministerialdirektor Werner Richter, Berlin, der von seinem Posten als Leiter der Hochschulangelegenheiten im Unterrichtsministerium zurücktritt ist zum ordentlichen Professor für deutsche Philologie an dev Berliner Universität ernannt worden. Damit ist ter dritte germanistische Lehrstuhl in Berlin — neben Petersen und Hübner — nach langer Zeit wieder besetzt. Der Lehrstuhl für Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Universität Berlin an Stelle des oerftorbe* nen Professors G. Arndt ist dem ordentlichen Professor Dr. Walter Frieboes in Rostock angeboten worden w Tast - frC’ 's? HZ öfifj* ;?S Z-M OL W ^en Hm6ttkT Marien )oJfcr staatliche Erntezei. °"d. ist in btt ;LÄZ ? ^ugäbutg, tm. )autabschürsungen en- 6t>ilol toetben. - mit der zweiten ■Ire dann die erste richtig fünf« eSgegemvart bei "glück verhindert. öM. crminbcrt, Stille« statt. 3m sächfi« striegrbiet ist die l in Süd» und t werden in stär- licht-Saarländern nchmiMgen ent- IrbeitsMe saar« rholten. 3nDest- kürzer befristeten Jene Cntlaffun- Die Drschästigung )ommerpreisen Hut rsverte 2eschästi« m gutem Geschäft ^nopfindustrie des je her Aufhebung gsausträgen und :gcn der erwähn« etwnL zurück. Gs eine Storung der ■r Entfaltung der zelebungsanzeichen l. Montag: Licht- Mtter der Som« Oktober. 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September seine diesjährige, die 51. ordentliche, Hauptversammlung in Alzeh ab. Im Mittelpunkt der Tagung steht ein Vortrag von Kreisschulrat Dechtolsheimer (Offenbach am Main) über Raturschutzgesetz und Schule. An freiwilligen Beiträgen und Zuwendungen für Errichtung oder Ermietung eines Tierheims in Darmstadt gingen seither 2273,30 Mark ein. Zum 50. Male wandert der Deutsche Tierschuhkalender (Würzburger Kalender) im kommenden Jahr hin. aus, um für die Verbundenheit zwischen Mensch, Tier und Ratur zu toerben. Der Iubiläumsaus- gäbe verliehen namhafte Mitarbeiter literarischen und künstlerischen Wert. des Weltspartags geht zurück auf eine 1924 in Mailand getroffene Vereinbarung der Sparkassen der Welt. ** Förderung des Sparsinns durch ♦ b i e Schulen. Der hessische Kultusminister weist in einer Verfügung an die Schulämter und die Direktionen der höheren Schulen darauf hin, die Schüler zum Sparsinn zu erziehen. In der gegenwärtigen Zeit, wo zum Teil infolge mangelnden Verständnisses für die Zusammenhänge in der Volks- und Gelbwirtschaft die Erfolge der Spartätigkeit der vergangenen Jahre ernstlich bedroht sind, mutz es Aufgabe der Schule sein, soweit als möglich aufklärend zu wirken. Der Mathematikunterricht an höheren Schulen sowie der Rechenunterricht an Volks, und Berufsschulen geben dazu genügend Gelegenheit. daß sich die Einführung eines besonderen oolks- und geldwirtschaftlichen Unterrichts, wie ihn die deutschen Sparkassenoerbände beantragen, erübrigt. ** Achtung auf Fe rnsprech kabel bei der Flugwildjagd. Der Landesverein Hessen des Allgemeinen Deutschen Jäger-Vereins gibt ein Schreiben der Oberpostdirektion Darmstadt zur Kenntnis, um die Jäger vor Schaden zu bewahren: .Es ist in, den letzten Jahren bei Einzel- und Treibjagden häufiger vorgekommen, ii.JL-'fport Die Sieger über 400 und 5000 Beter. Der Amerikaner (Tarr (links), der in neuer Welt« Der Finne Lehtinen wurde Sieger im 5000-m- rekordzeit den 400-rn-Lauf vor seinem Landsmann Lauf. Die Amerikaner erhoben Protest, da Lehtinen E a ft m a n (rechts) gewann. den Amerikaner Hill behindert haben soll. Oie Deutschen im Zehn- und $ünffampf. Auch am Samstag wurde die deutsche Mannschaft i» Los Angeles nicht vom Mißgeschick verschont. Im Z c h n k a m p f, dem 60 000 Zuschauer ihre stärkste Aufmerksamkeit schenkten, lag der prächtige deutsche Athlet Sievert nach der 7. Uebung klar in Front. Eine goldene Medaille und ein Weltrekord waren in Sicht, als sich der Deutsche beim Stabhochsprung eine Fußverletzung zuzog, die ihn um alle Aussichten brachte. Zur allgemeinen Ueberraschung kam dafür der zweite Deutfche, der Freiburger Eberle, der auf private Kosten nach Oos Angeles gefahren ist (!), plötzlich in Front, um den großen Erfolg eines dritten Platzes zu erringen. Eberle überbot noch den deutschen Rekord und auch Sievert kam trotz seiner Verletzung als Fünfter noch über seinen eigenen alten Rekord. Dieter unerwartet große Erfolg unserer Zehnkämpfer macht so manche Enttäuschung der letzten Woche wieder wett. Der erste Platz fiel mit der neuen Welt- rekordleistung von 8462,230 Punkten an den Amerikaner Bausch. Das Ergebnis des Zehnkampfes war: 1 Bausch-USA. 8462,230 Punkte (100 Meter in 11,7 Set.; Weitsprung 6,95 Meter; Kugelstoßen 15,32 Meter; Hochsvrung 1,70 Meter, 400 Meter 54,2 Sekunden; 110 Meter Hürden 16,2 Sek.; Diskus 44,68 Meter; Stabhoch 4 Meter; Speer 61,91 Meter; 1500 Meter (5,1 Min ). 2. Achilles Järoinen-Finn- land 8292,48 P.; 3. Eberle- Deutschland 8030,80 B; 4. Eharles-USA. 7985 P; 5. Sieve r t>Deutschland 7941,07 P.; 6. Yrjölä-Finnland 76-58,09 P.; 7. Cosfmann-USA.; 8. Tisdall-Irland; 9. Wegener- Deutschland; 10. Dacsalmasy-Ungarn; 11. Hart- Südasrika. Der Moderne Fünfkampf hat den Deutschen ebenfalls einen Achtungserfolg gebracht. R e m e r und Mierfch waren unter den ersten Sechs. Der Sieg fiel an einen Schweden. Das Ergebnis lautete: 1. Oxenstierna-Schweden 32 P., 2. Lindmann-Schweben 35,5 P.; 3. Mayo-Schweden 38,5 P., 4. Thofeldt-Schweden 39 P.; 5. Remer» Deutschland 47 P.; 6. M i e r s ch - Deutschland 48 P.; 7. Somfay-Ungarn; 8. Legarde-England (24 Teilnehmer). Bei den Staffel-Dorläufen kam Deutschland sowohl mit der 4 mal 100-, wie mit der 4 mal 400-Tleter-6taffel in den Endlauf. Unsere 4 mal 100-Meter-Staffel gewann in der Besetzung Körnig, Hendrix, Borchmeyer, Ionath ihren Dorlauf in 41,2 Set., vor Japan, England, Indien und Griechen- land. Unsere 4 mal 4OO-Meter-Staftel beschräntte sich in der Aufstellung Büchner, Rehb, Dr. Peltzer, Metzner darauf, in ihrem ersten Dorlauf den voll- auf genügenden dritten Platz zu halten. Amerika lief in beiden Staffeln schon bei den Vorläufen Weltrekord, und zwar über 4 mal 100 Meter 40,6 Sek. und über 4 mal 400 Meter 3:11,8 Minuten. Die letzte leichtathletische Konkurrenz des Tages war das 3OOO-Meter-Hindernislaufen, bei dem aber versehentlich eine Runde zuviel gelaufen wurde. Die Strecke war also 3450 Meter lang. Sieger blieb der Finne IsohoIo in 10:33,4 Minuten vor Evenson-England (100 Meter zurück), Gluskey-USA., Matttle'men-Finnland. Bailey-Eng- land und Dawson-USA Deutschlands Spnntei-staffel gewinnt eine Silbermedaille. Der Sonntag brachte die Staffelentscheidungen. Deutschland belegte über 4 mal 100/Mieter einen schönen zweiten Platz. Die deutsche 4 m a 1100- Meter-Damenstassel kam über den 6. Platz nicht hinaus. In der Hochsprungentscheidung für Damen gab es einen Weltrekord. In den Schwimm- wettkämpfen wurden neue Olympiarekorde ausgestellt. Die Amerikaner stellten in der leichtathletischen 4 mal 100-Meter-Staffel mit 40 Sekunden einen sensationellen Weltrekord auf. Oberheffen Landkreis Gießen. ch Lich, 7. Aug. Die Bestrebungen des hiesigen Verkehrs- und V e r s ch ö n e r u n g s v e r- eins um Herausgabe einer Wege- karte von Lich und Umgebung sind von Erfolg gekrönt gewesen. Die Karte, die jetzt er- schienen ist, gibt genauen Aufschluß über das gegenwärtige Wegenetz, das ja durch die nach Kriegsende fertiggeftellte Feldbereinigung in vielen Fällen Qlenbcrungen erfahren hatte. Die Karte bietet aber nicht nur dem landschaftlichen Schönheiten nachstrebenden Einheimischen und Fremden alles, was sie suchen, sie zeigt auch dem an der reichen Geschichte unserer Stadt und ihrer Umgebung interessierten Vesucher wichtige Einträge über geschichtliche Geschehnisse und dergleichen. Auch für die Landbevölkerung unserer Stadt und der Umgegend gibt sie genauen Aufschluß über die Waldgebiete und Fahrwege, so daß das Suchen der Holznummern und Zufahrwege mit Hilfe der Karte wesentlich erleichtert wird. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein hat mit der Herausgabe der Karte der Fremdenwerbung für unsere Stadt einen wertvollen Dienst erwiesen. w.Muschenhcim, 7. Aug. Der Sportplatz, das Schmerzenskind des Turnvereins, ist endlich f e r t i g g e ft e 111. Er wurde von dem hiesigen freiwilligen Arbeitsdienst hergerichtet. 26 Mann waren 11 Wochen lang beschäftigt. Die meisten Arbeitsdienstwilligen sind nach Dorf-Güll überwiesen, wo nun am Wegebau gearbeitet wird. Kreis Friedberg. * Wölfersheim, 7. August. Zur Förderung des Untertagebetriebes läßt das hiesige Schwelkraftwerk in der benachbarten Gemarkung Weckesheim einen neuen Färbers ch a ch t errichten. Bei einer Tiefe von rund 50 Meter wird er 4,70 Meter breit und 5,30 Meter lang werden. Es ist bereits eine Tiefe von etwa 25 'Dietern erreicht. Um die Ausschachtungsarbeiten beschleunigt durchzuführen, wird in drei Schichten gearbeitet. Die Probebohr versuche in dem Mutungsgebiet Weckesheim sind nun beendet. Das Ergebnis ist zufriedenstellend. Teilweise haben die Braunkohlen nur eine Deckschicht von knapp fünf Metern. Die Stärke des Kohlenflözes beträgt bis zu 50 Metern. Die reichen Braun- kchlenmengen in diesem Abbaugebiete vermögen das Werk auf Jahre hinaus zu versorgen. Preußen. Kreis Wetzlar. O Aus dem Kreise Wetzlar, 8.Aug. Die Aemter bzw. die Gemeinden deS Kreises be- schäftigt zur Zeit eine Vorlage der Kreisverwaltung, die teilweise eine andereBesehung der Handarbeitslehrerinnen st eil en cm den Landschulen Vorsicht. Man hat vor, den bisherigen Handarbeitslehrerinnen den Handarbeitsunterricht zu entziehen und dafür stellenlose technische Schulamtsbewerberinnen anzustellen. Ztz diesem Zweck sollen mehrere Gemeinden zusammengefaßt und von einer technischen Schulamtsbewerberin versorgt werden. Diese Maßnahmen sollen auf Anordnung des Ministers für Volksbildung durchgeführt werden, und zwar einerseits um die stellenlosen technischen Schulamtsbewerberinnen unterzubringen, zum anderen aber, um die Qualität des Radelarbeitsunlerrichts zu heben. Die Anordnung der Regierung findet wenig Gegenliebe bei den Gemeinden. Diese stehen auf dem Standpunkt, daß es eine große Härte bedeute, den jetzigen Handarbeitslehrerinnen den Unterricht au entziehen; auch befürchtet man, daß späterhin bei Anstellung einer technischen Schulamtsbewerberin bedeutend höhere Kosten entstehen. Einzelne Gemeinden haben sich für die Beibehaltung der bisherigen Handarbeitslehrerinnen entschieden. Kreis Marburg. WSR. Marburg, 7. Aug. Die Stadt Marburg hat den bekannten Hessenkunstmaler Professor h. c. Karl Danher, der gestern seinen 75. Geburtstag begehen konnte, in dankbarer Anerkennung seines künstlerischen Wirkens für die hessische Heimat und seiner treuen Sorge für die Erhaltung der romantischen Schönheiten der Stadt zum Ehrenbürger ernannt. Der Künstler, ein Mitbegründer der Willingshäuser Malerkolonie in der Schwalm, ist in weitesten Kreisen unseres Volkes besonders durch seine Gemälde aus dem Volksleben der Schwalm bekannt geworden. Trotz seiner 75 Jahre ist er noch heute tätig. zolgenschwere^utounfall-ilSBerlehte Sängerautomobil fährt in eine Menschenmenge. Darmstadt, 7. Aug. (WSN.) 7. Aug. Heute gegen 19.30 Uhr ereignete sich in dem Odenwald- Bad Bad König ein folgenschwerer Autounfall. Ein mit Sängern besetzter sechssitziger Kraftwagen fuhr in der Nähe des Gesundbrunnens in die dortstehende Menschenmenge. Dadurch wurden 18 Personen verletzt, davon zwei schwer. Die Verletzten stammen fast alle aus König selbst. Eine Frau mußte in schwer verletztem Zustande inzwischen in das städtische Krankenhaus nach Darmstadt überführt werden. Die Insassen des Wagens kamen mit dem Schrecken davon. Die Ursache des folgen- schweren Unfalls wird zur Zeit durch den Erken- nungsdienst der LandeskriminalpoUzei untersucht. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport und Wirtschaft i. V.: H. L. Neuner. Ar oetirefile NAI. Original-Roman von Anny von panhuys. Copyright by Verlag A. Bechihold, Braunschweig. 28 Fortsetzung. Rachdruck verboten I Werner Sturm fügte dann noch hinzu: „fiil hat das Haus, das man verkaufte, wieder an sich gebracht. Hunderttausende hat das verdrehte Mädel zusammengeschafft, das macht ihr keine von denen nach, die sie „das verdrehte Mädel" schimpfen." Frau von Welv erwiderte ein wenig gereizt: „Sie begeistern sich als Celias Verlobter etwas zu sehr für Lil Körner, verehrter Doktor. Ich rate Ihnen, es in Celias Gegenwart nicht zu tun, sie könnte eifersüchtig werdend Werner Sturm lächelte gequält. Indessen stand Celia in ihrem Wohnzimmer wie auf glühenden Kohlen. Ihr Besucher machte keine Anstalten, ihr nachzugeben und sich zu entfernen. Den Scheck, den sie ihm reichte, nahm er zwar, aber er lachte dabei: „Das ist ein kleiner Vorschuß, mein Lieb, das andere bringst du mir mit in die Ehe. Und jetzt will ich einen Kuß, Celia! Tu nicht so, als wenn wir uns noch nie geküßt hätten." Er kam ihr ganz nahe, sein Atem streifte sie, und jetzt begriff die Gräfin, warum Stefan Brauner lo dreist und über alle Maßen rücksichtslos auftrat. So rücksichtslos, wie sie es ihm gar nicht zugetraut hätte. Er roch nach Alkohol, er mußte stark getrunken haben, ehe er sie aufgesucht. Sie duldete seinen Kuß mit Widerwillen, aber sie hatte auch eingesehen, wenn sie nicht sehr diplomatisch vorging, bedeutete Stefan Brauner eine furchtbare Gefahr für sie. Beim Himmel, wie gelang es ihr nur, den Menschen in Güte loszuwerden. Er schien beim ersten Kuß auf den Geschmack gekommen zu fein, und faßte Celia fester, küßte sie immer von neuem, bis ihr der Fuseldunst so widerwärtig geworden, daß sie sich mit Gewalt losriß. Sie versetzte dabei dem Mann einen Stoß, der ihn ins Taumeln brachte. Er stürzte und schlug schwer mit dem Hinterkopf auf die scharfe Kante einer ganz niedrigen geschnitzten Truhe, lag dann unbeweglich auf dem hellen Teppich. Benommen vor Schreck, starrte Celia auf den Stegungslofen. Es dauerte Sekunden, bis sie sich bückte und ihn leicht zu rütteln wagte. Er rührte sich nicht, aber ihre entsetzten Augen sahen jetzt Blut auf dem hellen Teppich, dort wo der Kopf lag, und der eben noch so winzige Blutfleck vergrößerte sich schon, unter dem dunklen Haar mußte das Blut heroorsickern. War Stefan Brauner tot? Die Frage drängte sich ihr zunächst auf und zugleich war die Hoffnung da: Wenn er nur tot wäre! Sie überlegte, was sollte sie jetzt tun. Viel Wahl blieb ihr nicht. Aber ehe sie sich noch zu entscheiden vermochte, klopfte es an und gleich darauf ging schon die Tür auf. Frau von Welp stand auf der Schwelle. Sie hatte Celia sagen wollen, Werner wäre gekommen. Mit immer fassungsloser werdendem Gesicht blickte sie nun von Celia auf den regungslos am Boden Liegenden und von ihm wieder auf Celia. Die machte ihr ein Schweigezeichen, aber die erschreckte Frau beachtete es nicht. Sie schrie plötzlich überlaut und gellend auf. Celia biß sich auf die Lippen, aber sie erkannte auch, ganz still ließ sich das fatale Vorkommnis nicht aus der Welt schaffen. Sie wünschte fast inbrünstig, wäre er nur tot, dieser Mensch, der ihr nie gefährlich schien, an den sie kaum noch gedacht und der nach langer Zeit jählings wie ein Sput wieder vor ihr auftauchte und Unerhörtes, Unalaubliches von ihr forderte. Haß glomm in ihren Augen, die den Mann am Boden streiften. Frau von Welp hatte noch in der offenen Tür gestanden, als sie den Schrei ausgestoßen und Celia rechnete damit, daß jetzt Meta herbeistürzen würde, nur Meta. Soviel sie wußte, war das Hausmädchen, die auch zugleich die Küche besorgte, fortgegangen, um Einkäufe zu besorgen. Sie hatte keine Ahnung, daß inzwischen Werner Sturm gekommen und Meta auf die Post geschickt worden war, ein Paket dorthin zu bringen. Sie fuhr zusammen, als jetzt statt der von ihr erwarteten Zofe ihr Verlobter neben der Tante stand und das seltsame Bild, das sich ihm bot, verständnislos betrachtend, fragte: „Was ist hier geschehen?" Jetzt hatte sich Celia wieder vollständig in der Gewalt. Sie stürzte auf ihn zu, erwiderte hastig, dabei auf den Regungslosen deutend: „Er war früher Chauffeur bei meinem Mann und später noch bei mir, heute kam er, mich um Geld zu bitten, weil er in Not wäre. Ich versprach ihm zu helfen. Er machte ein paar Schritte rückwärts, als er sich dankend verneigen wollte und stolperte, fiel hin und schlug mit dem Kopf auf die Truhenecke. Weiter weiß ich nichts. Ehe ich noch um Hilfe rufen konnte, kam Tante, die schrie dann." Sie klammerte sich an Werner. „Was ist fehl zu tun? Er bewegt sich nicht. Ich habe schreckliche Angst, er könnte tot sein." Sie schob ihn vorwärts. „Du bist ja Arzt, du kannst mir die entsetzliche Frage beantworten. Werner, lieber Werner, ich leide gräßlich vor Angst." Sie begann zu schluchzen Es war nur ein er» quältes Weinen. Sie hatte keine Träne für das Geschehene. Sie dachte nur: Wäre er doch nur tot! Sie würde, wenn man sie polizeilich befragte, genau bas» I selbe erklären, was sie eben Werner Sturm erklärt. Werner machte sich von ihr frei, und ohne -in I Wort zu erwidern, ging er auf den am Boden Liegenden zu, neigte sich über ihn. Mit angehaltenem Atem verharrte Celia auf der Stelle, wo sie stand, während Frau von Welp schweigend an der Tür lehnte und mit frampfig verschlungenen Händen alles verfolgte, was im Zimmer vorging. Celia fühlte die Spannung, die sie beherrschte, wie eine würgende Hand am Halse. Jetzt kniete Werner nieder, sein Kopf neigte sich tief. Endlos schien Celia die Zeit, bis er den Kopf wieder hob, endlos schien ihr die Zeit, während er sich mit dem Regungslosen beschäftigte. Endlich richtete er sich auf. Endstck! nach ihrer Meinung. In Wahrheit hatte alles nur Minuten gedauert. Ihr war zumute wie einem Menschen, der auf den Richterspruch wartet, bei dem es um Leben und Tod geht. Hart schlug ihr Herz gegen die Rippen. „Der Mann liegt in schwerer Bewußtlosigkeit", erklärte Werner, „und meines Erachtens besteht große Gefahr, daß er überhaupt nicht mehr daraus erwacht. Die Kopfwunde halte ich für sehr gefährlich. Ich brauche schnellstens Wasser und Leinentücher, Frau von Welp, und du, Celia, telephoniere meine Nummer an. Mein Assistenzarzt, Dr. Perlmann, soll sofort hierherkommen und Tasche zwei mitbringen " Er machte eine abwehrende Handbewegung. „Bitte, stelle jetzt keine Fragen mehr, Celia, das stört mich sehr. Eile dich und telephoniere Dr. Perlmann an " Er beschäftigte sich schon wieder mit Stefan Brauner, der starr wie eine künstliche Figur dalag und keinen Odem mehr zu haben schien. Frau von Welp stürzte hinaus, langsamer verließ Celia das Zimmer. Nebenan befand sich eine Badestube, Werner brauchte nicht lange auf Wasser zu warten. Auch Leinenzeug war schnell zur Stelle. Und nun tat Werner alles, was er vorläufig für Stefan Braus'er tun konnte. Aber so sehr er sich auch anftrengie, ihn ins Leben zurückzurufen, gelang es ihm nicht. Sein Assistenzarzt kam, er brachte die Handtasche mit, in der sich allerlei ärztliche Hilfsmittel und Instrumente befanden. Jetzt mühten sich beide und mußten dann nach langem vergeblichem Mühen den Tod feststellen. Dr. Perlmann übernahm es, die Polizei zu benachrichtigen. Stefan Brauner war gar nicht mehr auf ein Bett gelegt worden, und es war gut so, weil die Polizei nun alles ziemlich unverändert vorfinden würde. Frau von Welp schrie laut auf, als sie hörte, der regungslose Mann am Boden wäre tot Sic zeterte: „Die Polizei im Hause, o Gott, was das für ein Aufsehen gibt!" Celia stürzte hinaus mit dem Ruf: „Wie furcht« bar, ich ertrage den Anblick nicht mehr!" Werner hatte das befremdende Gefühl, der Ausruf hätte eher freudig wie entsetzt geklungen, und er blickte Cekia verwundert nach. Frau von Welp stürmte hinter Celia her. Da befand sich nun Werner Sturm allein mit dem Toten, von dem et nur das wenige wußte, was ihm Celia vorhin überstürzt berichtet. Aber sie wußte ja selbst nicht mehr. Er stand dann neben dem Toten, blickte auf ihn nieder. Ein hübscher Mensch war es, stellte er fest, ein seht hübscher Mensch. Schade um ihn. Er hatte in diesem Hause um Geldhilfe bitten wollen und fand den Tod. Tragisch war sein Schicksal. Armer Teufel! entfuhr es Werner unwillkürlich. Er überlegte jetzt erst näher, was ihm Celia erklärt. Als sich der Chauffeur dankend vor ihr verneigen wollte und ein paar Schritte rückwärts machte, stolperte er und fiel. Fiel so unglücklich. Werner sah sich um und überlegte. Der Teppich war ganz glatt und fest angespannt, keine Ecke oder Falte war da, die für die Füße zum Hindernis hätten werden können. Er dachte: Wenn Celia den Mann unvermutet gestoßen hätte, wäre dies Zurücktorkeln, Schwanken und Fallen erklärlicher. Aber weshalb hätte ihn Celia fortstohen sollen? Sie war ja nicht einmal ärgerlich über die Geldbitte und hatte sie gewährt. Frau von Welp steckte den Kopf durch die Tür. „Hoffentlich holt die Polizei den Menschen so schnell wie möglich fort, die arme Celia ist ganz fassungslos." Er nickte: „Die Polizei ist schon benachrichtigt, gehen Sie nur wieder zu Celia. Ich bleibe bei dem Toten." Frau von Welp, noch immer an allen Gliedern bebend, entfernte sich. Celia saß indessen in ihrem Schlafzimmer und rieb sich mit Kölnischem Wasser seyr energisch die Augen rot. Es sah nun aus, als hätte sie geweint. Sie war zufrieden, sehr zufrieden, besser hätte ihr das Schicksal gar nicht helfen können. Das so plötzlich aufgetauchte Hindernis Stefan Brauner war schnell beseitigt worden. Er hatte sich erst tüchtig Mut angetrunken, ehe er sie ausgesucht, ihr kräftiger Stoß hatte ihn umgeworfen, und der Zufall hatte weiter geholter -Eie prägte sich noch einmal genau ein, was sie zu Werner gesagt hatte. Davon durfte sie in nichts abweichen, wenn man sie polizeilich befragen würde. I Fortsetzung folgt) 3 LE Wirffchast. Zuerst deutsche Baustoffe! Kein Devisenaufwand mehr für den deutschen Straßenbau? Der deutsche Ausfuhrüberschuß ist im 1. Halbjahr 1932 gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres irm fast 50 Prozent zurückgegangcn. Bei den zunehmenden Abwehrmaßnahmen des Auslandes gegen deutsche Waren besteht sogar die Gesahr, daß der deutsche Außenl>andel in absehbarer Zeit wieder passiv wird. Das kann nur durch planmäßige Einfuhrauslese verhindert werden. Für den Inlandsbedarf ist deshalb eine Einfuh^rbe- f ch r ä n k u n g für solche Rohstoffe und Fertigprodukte notwendig, die durch deutsche Erzeugnisse ersetzt werden können. Für den deutschen Straßenbau ist eine Einfuhr von Baustoffen nicht notwendig, weil in Deutschland Gestein und bewährte Bindemittel in reichlichen Mengen vorhanden sind. Die Einfuhr von schwedischem Granitpflaster nach Norddeutschland kann eingeschränkt und statt dessen billiges deutsches Gestein in Bindung mit Teer oder deutsches Pflaster verwendet werden. Dadurch können gegenüber 1931 rund eine Million Mark an Devisen gespart werden. Durch Gutachten von Prof. Dr. Schenk, Vorsteher des Straßenbauforschungsinstituts Berlin, ist kürzlich einwandfrei festgestellt worden, daß der ausländische Stampfasphalt auf Berliner Straßen für den Verkehr sich nicht bewährt hat. Deshalb hat der Berliner Magistrat die Verwendung von Stampfasphalt verboten. Wenn man auch in anderen deutschen Städten keinen Stampfasphalt mehr verwendet und nicht etwa andere Auslandsbaustoffe als Ersatz genommen werden, kann wiederum eine Million an Devisen gespart werden. Die Beispiele der Provinz Sachsen, Badens und Bayerns zeigen, daß mit deutschem Teer einwandfreie Straßen für alle Verkehrsverhältnrsse gebaut werden können. Wenn alle deutschen Landesteile diesem Beispiel folgen würden, könnte die Einfuhr von fertigem Straßenbaubitumen und von Roherdöl zu seiner Herstellung im Inland stark beschränkt werden, wobei gegenüber 1931 weitere drei Millionen Devisen erübrigt werden können. Insgesamt können bei Bevorzugung deutscher Baustoffe, die der Reichstag im Februar 1932 ausdrücklich verlangt hat, gegenüber dem Vorjahre fünf Millionen Mark an Devisen gespart werden. Würde diese Summe für deutsche Baustoffe ausgegeben, so würden ohne einen Pfennig Mehraufwand rund 2 5 00 Menschen ein ganzes Jahr Beschäftigung und Verdien st finden. Gleichzeitig würden dadurch sogar rund zwei Millionen Mark an Erwerbslosenunterstützung eingespart, welche die Steuerzahler in 1931 zusätzlich zu den fünf Millionen Mark Devisen aufzubringen hatten, die ins Ausland flössen. Diese Zusammenhänge verdienen namentlich im Rahmen der Arbeitsbeschaffungsprogramms durch Straßenbau berücksichtigt zu werden. Oie öffentlichen Lebensversicherungsanstalten im Jahre 1931. Berlin, 6. 2lug. Wie der Verband öffentlicher Lebensversicherungsanstalten in Deutschland mitteilt, haben sich die öffentlichen Lebensversicherungsanstalten im Jahre 1931 günstig weiterentwickelt. Trotz der Wirtschaftskrise ist die Lebensversicherung in ihren Grundfesten unerschüttert geblieben, obwohl Reuabschlüsse einen gewissen Rückgang aufwiesen. Der Gesamtversicherungsbestand beläuft sich Ende 1931 auf 960112 (i. 03. 888 927) Versicherungen mit einer Versicherungssumme von 1987 Millionen (i. 03. 1823 Milk.) Mark. Wird der Sum- menzuwachs noch berücksichtigt, so ergibt sich Ende 1931 ein Versicherungsbestand von mehr als 2000 Mill. Mark. Der Bestand an Rentenversicherungen belief sich bei den Verbandsanstalten Ende 1931 auf 19 384 (i. 03. 20 014) Versicherungen mit 651 082 (L V. 622 455) Mark Jahresrente. Das finanzielle Ergebnis der Jahresrechnung der Der- bandsanstalten für 1931 zeigt keinen nennenswerten Abfall gegen das Jahr 1930. Der Sterblichkeitsverlauf ist bei den öffentlichen Ver- bandsanstalten für das Jahr 1931 nicht ungünstiger als für das Jahr 1930. Die absolute Sterblichkeit der Selbstmorde ist jedoch bei den öffentlichen 03ersicherungsanstalten im Jahre 1931 gegenüber 1930 von 0,36 v. T. auf 0,53 v. T. (der Versicherungen), also um rund 50 Prozent gestiegen. Dagegen ist die absolute Sterblichkeit in der großen Lebensversicherung von 8.9 v. T. auf 8,7 v. T. und die absolute Sterblichkeit der Unfälle in der großen Lebensversicherung von 0,30 v. T. aus 0,29 v. T. zurückgegangen. Die durchschnittliche Versicherungssumme der durch Selbstmord ausgeschiedenen Versicherungen ist im Jahre 1931 fast doppelt so hoch als die durchschnittliche Versicherungssumme der durch Tod ausgeschiedenen Lebensversicherungen überhaupt. * Einbeziehung von Inlandsroggen in die Verkoppelungsaktion. Zur Entlastung und Belebung des Roggenmarktes wird auch Inlandsroggen in die Verkoppelungsaktion einbezogen werden, und zwar in der Weise, daß mit sofortiger Wirkung neben Inlandsgerste auch Jn- landsroggen aufgekauft und in Verbindung mit den noch vorhandenen Beständen an Auslandsroggen abgegeben werden wird. Die Abgabe wird bis auf weiteres durch die Deutsche Getreidehandelsgesellschaft in der Weise erfolgen, daß in Verbindung miteinander 25 Teile Jnlandsroggen, 25 Teile Jn- landsgerste und 50 Teile Auslandsroggen frachtfrei Vollbahnstation oder Hafen des Masters geliefert werden. Die Einbeziehung von Jnlandsroggen in die Derkoppelungsaktion follte für die Landwirtschaft kein Anlaß sein, nunmehr besonders stark Roggen auf den Markt zu werfen, wovor ja auch die landwirtschaftlichen Organisationen gewarnt haben. Es darf mit einer längeren Fortdauer von Verkoppelungsaktionen unter Einbeziehung von Jnlandsroggen gerechnet werden, sodaß auch spätere Angebote von Roggen ihre Abnehmer finden werden. Berlin erst uneinheitlich, später fester. Berlin, 8. Aug. (WTB. Funkspruch.) Schon seit Tagen kann man die Beobachtung machen, daß gegenüber höheren vorbörslichen Freiverkehrskursen der offizielle Beginn Enttäuschungen bringt. Auch heute konnte sich die freundliche Stimmung des Vormittags, die in der Hauptsache aus der Reuyorker Haussebewegung vom Samstag basierte, nicht überall behaupten, da die innerpolitische Unsicherheit stärker in den Vordergrund rückte. Immer neue Terrorakte werden aus dem Reich gemeldet. Die durchgreifenden Maßnahmen der Regierung stehen noch aus. So ist es nicht verwunderlich, daß das Geschäft weiterhin sehr klein ist, zumal die Kundschaft sich abwartend verhält und die Spekulation, die vom Samstag noch Ware übrig hatte, noch Realisationsneigung zeigte. Kursmähig war es daher anfangs ziemlich uneinheitlich. Einige Marktgebiete eröffneten zwar recht fest; so waren eine Reihe Elektropapiere und Bauwerte bis zu 1,5 Proz. fester. Polyphon um 1,75 Proz. erholt und Gelsenkirchen mit plus 1,5 Proz. recht fest. Weitaus die stärksten Gewinne hatten aber im Zusammenhang mit den Meldungen vom belgischen Kohlenstreik Braunkohlenaktien, die bis zu 4,25 Proz. gewannen. Chadeaktien profitierten von dem Dementi der argentinischen Regierung betr. des Schulden- zinses und holten 3,75 Mark ihres Samstagverlustes wieder zurück, Uneinheitliche Tendenz hotten Zellstoffwerte, von denen Feldmühle 1,25 Prozent verloren, während Waldhof 1,75 Proz. anziehen konnten. Schubert & Salzer büßten 1,5 Prozent ein, auch Automobilaktien waren etwas leichter. Von Olebenwerten verloren Wasserwerke 2 Prozent und Contigummi 1 Prozent. Am Bankenmarkt zeichneten sich Braubank mit einem Gewinn von 2 Prozent aus, während Reichsbankanteile 0,65 Prozent niedriger eröffneten. Von den Papieren mit internationalem Einschlag lagen Kunstseideaktien besonders im Verlauf bis zu 2 Prozent höher. Man sprach an diesem Markte von Amsterdamer Käufen, wobei vielleicht die Aufhebung der Produktionseinschränkung bei der American-Enka anregte. Am Markt der festverzinslichen Werte neigte die Tendenz eher zur Schwäche. Die variabel gehandelten Jndustrteobligationen zeigten eher rückgängige Kurse, Krupp waren stärker ongeboten und verloren 1,75 Proz. Deutsche Anleihen bröckelten besonders im Verlaufe leicht ab. Reichsbahnvorzugsaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung dagegen um 0,25 Prozent fort, Reichsschuldbuchforderungen blieben unverändert. Der Börsenverlauf brachte keine Geschäftsbelebung. Eine etwas größere Rachfrage nach Be- kulaktien und sonstigen Spezialpapieren wie Deutsche Erdöl, Kunstseide- und Montanwerten gab der Gesamttendenz eine gute Stütze. Am Geldmarkt setzte sich zu Beginn der neuen Woche die Erleichterung weiter fort, und Tagesgeld war allgemein mit 5,25 Prozent erhältlich. Das Geschäft am Diskontmarkt war nicht sehr umfangreich, doch zeigte sich für Privatdiskonten angesichts der leichteren Geldlage weiter etwas Rachfrage. Auch Reichswechsel per 5. Rovember blieben gefragt, gleichfalls Reichsschatzanweisungen per 15. Rovember. Frankfurt still, aber fest. F r a n k f u r t, 8. August. (WTB. Drahtmeldung.) Tendenz: behauptet. Die Börse eröffnete auf die neue Woche in sehr stiller Haltung, da die unsichere innerpolitische Lage das Geschäft weiterhin stark unter Druck hielt. Vor allem verwies man auf die weiteren Unruhen. Die erneute Haussebewegung an der Neuyorker Börse bot vor allem der Tendenz aber eine gute Stütze, so daß die ersten Notierungen meist unverändert eröffneten. Das wenige Geschäft wickelte sich hauptsächlich wieder innerhalb der Kulisse ab, während vom Publikum nur ganz vereinzelt kleine Kauforders Vorlagen. Etwas Interesse bestand weiterhin für Deutsche Linoleum plus 2,13 v. H., ferner für Aku mit plus 1,50 o. H., sowie für die Mehrzahl der Berqwerksaktien, die Besserungen von 0,50 bis 1 v. H. aufwiesen. IG. waren noch etwas angeboten, das herauskommende Material wurde indessen glatt ausgenommen, so daß der Kurs mit 87,50 o. H. unverändert lag. Die übrigen Chemiewerte blieben gut behauptet. Am Elektromarkt ergaben sich bei stillem Geschäft meist kleine Rückgänge, nur Siemens lagen etwas höher. Niedriger eröffneten ferner Reichsbank, Contigummi, Allgemeine Lokal- und Kraftwerke und Hapag, die etwa 0,50 bis 1 o. H. zurückgingen. Höher kamen noch Süddeutsche Zucker mit plus 0,75 v. H. zur Notiz. Am Rentenmark konzentrierte sich das Hauptinteresse weiterhin auf die Altbesitzanlcihe, die 0,25 v. H. anzog. Neubesitz lagen dagegen etwas schwächer. Reichsbankschuldbuchforderungen lagen in späten Fälligkeiten mit 58 v. H. unverändert. Am Pfandbriefmarkt neigte die Tendenz zur Schwäche, die Einbußen betrugen etwa 0,25 bis 0,75 o. H. Don fremden Werten blieben Anatolier gut behauptet. Von Jndustrieobligationen zogen Stahlverein-Bonds 0,75 v. H. an. Im Verlaufe blieb das Geschäft sehr gering, und nennenswerte Kursveränderungen 'traten nicht ein, allerdings neigte die Tendenz zur Schwäche. Auch die Altbesitzanleihe ging wieder auf den Samstagschluß zurück. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt, 8. August. Die Frankfurter Getreidebörse verkehrte zum Wochenbeginn in sehr stiller Haltung. Das Angebot in Neugetreide hat sich etwas verstärkt, doch blieben die Preise gut behauptet. In Weizen kam noch keine Notiz für Neugetreide zustande. Roggen konnte sich leicht befestigen. Am Mehlmarkt zeigte sich etwas Interesse für Roggenmehl in prompter Lieferung, während das Wei- zenmehlgeschäft unverändert schleppend war. Futterartikel lagen sehr ruhig. Es wurden notiert: Roggen, neue Ernte, maf)b bar, 190—192,50, Hafer, inländischer, 170—182,50, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austauschweizen 37,50—38,45, Weizenmehl, niederrh., mit Austauschweizen 37,50—38,20, Roggenmehl (60proz.) 27,50—28,50, Weizenkleie 8,90, Roggenkleie 9, Erbsen, je nach Qualität für Speisezwecke 24—32, Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke 20—54, Heu, süddeutsches, gut, gesund, trocken 3,40, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt 3,50, Weizen- und Roggenstroh, gebündelt 3,20—3,50, Treber, getrocknet 10,50, Kartoffeln, Böhms all er früheste gelbe 2,30 bis 2,40 Mark. Infolge der einsetzenden Getreideernte war das Anbot sehr knapp. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 8. Aug. Auftrieb: Rinder 1491 Stück (davon Ochsen 340, Bullen 137, Kühe 527, Färsen 396), Kälber 579, Schafe 90, Schweine 5184 (darunter 365 Litauer). Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 32—34 Mark, ältere 27—31, sonstige vollfleischige: jüngere 24 bis 26; Bullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 27—30, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 22—26; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 24—27, sonstige vollflei- schigc oder ausgemästete 20—23, fleischige 14 bis 19: Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 32-35, vollfleischige 29-31, fleischige 25-28. Kälber: beste Mast- und Saugkälber 36—40. mittlere Mast- und Saugkälber 31—35, geringe Kälber 25—30. Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel: Weidemast 28—32, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 23—27. Schweine: Fettschweine über 300 Pfd. Lebendgewicht 52—54, vollfleischige von etwa 240 bis 300 Pfd. 51—54, von etwa 200 bis 240 Pfd. 50—54, von etwa 160 bis 200 Pfd. 47—52, von etwa 120 bis 160 Pfd. 42 bis 48 Mark. Marktverlauf: Rinder ruhig, geringer Lieberstand, Schweine mittelmäßig, ausverkauft, Kälber ruhig, Schafe mittelmäßig, geräumt. Wettervo raussage. Durch die Störung über Lettland ist es zum Einbruch kühler Luft gekommen, welche namentlich im nördlichen und östlichen Teil des Reiches wechselhaftes Wetter und einzelne Schauer verursachte. Der Hochdruck, in dessen Bereich unser Gebiet mit hineinfällt, verursachte zwar beständigeres Wetter, aber trotzdem besteht durch die Einmischung verschiedener Luftmassen zeitweise noch Bewölkung. AussichtenfürDienstag : Bewölkt mit Aufheiterung, anfangs Temperaturen wenig verändert, dann wärmer. Aussichten für Mittwoch: Warme«, leicht wolkiges und aufheiterndes Wetter, trocken. Lufttemperaturen am 7. August: mittags 21,6 Grad Celsius, abends 17,8 Grad; am 8. August: morgens 17,2 Grad. Maximum 22,8 Grad, Minimum 15 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 7. August: abends 20 Grad; am 8. August: morgens 17,6 Grad. — Sonnenscheindauer 3 Stunden. WWMl 1932. Am Donnerstag, demll.August 1932,20Uhr, findet im Stadttheater eine Verfassungsfeier mit nachstehendem Programm statt, zu der die Bewohner der Stadt und des Kreises Gießen hiermit freundlichst eingeladen werden. Zur Aufrechterhaltung der Ordnung werden Eintrittskarten an der Kasse des Stadttheaters unentgeltlich ausgegeben und zwar Mittwoch, den 10. August, und Donnerstag, den 11. August, jeweils von 11 bis 13 Uhr und % Stunde vor Beginn der Feier. Gleichzeitig ergeht an die Einwohner von Stadt und Kreis die Bitte, anläßlich des Verfassungs- tages die Häuser festlich zu schmücken. Gießen, den S. August 1932. Ser Provinzialdirektor der Provinz Sverheffcn. Der Oberbürgermeister der Stadt Gießen. Programm. 1. Einzug der Gäste aus „Tannhäuser" ..............5t Wagner. 2. Fest'Ouverture..............Leutner. 3. Festrede, gehalten von Herrn Generalsekretär paulusLenz, Frankfurt a. M., anschließend Deutschlandlied, Vers 1—3. 4. Alexander-Marsch........... Leonhardt. 572 5 D Stellenangebote Tüchtig, kinderlieb. Allein-Mädchen nicht unt. 20 Jahren für 15. 8 oder 1.9. gesucht. 5724d Frau Tr. Klein, Schifsenbg.WegOI. Weg. Verheiratung meines seitherigen Mädchens suche per 1. Sevt. sauberes, fleißiges 5730d Mädchen nicht unter 18 Jahr. Bäckerei Keil, Neustadt 6. | Mietgesuche | 2-3 Zimm.-Wohn. Brand - od. Markt- vlabnähe, ver sofort od. später,vonruhig. prompt zahlendem Mieter gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 04651a.d.Gieß.Anz' ÄtttS- 5700 A Oeiegenheiisiflnfe! 1,8-Lit.-Ovel-Vor- siihrungslim online wenig gesahr., weit unter Preis. Ovel, Gießen, Frankfurt. Str. 52, Tel. 2847. 50—60 Ztr. erstkl. Speise- kartofieln z. Tagespreis zentnerweise abzugeb. 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WegeCafä Schwarz- Wetzlarer Weg-Hos- inannstr.-Crednerstr. verloren. Ehrl. Find, wirdgebeten, siegeg. Belohn, a. d. Fundbüro desPolizeiamts (Brandvl.) abzugeb. Dienstag, 9. August Monats-Versammlung imAugustiner.b72sv Dienstag, den 9. August 1932, nachmittags 2 Uhr, sollen im „Löwen", Neuenweg Nr. 28, dahier, bzw. an Ort und Stelle (Bekanntgabe erfolgt im versteigerungslokal) zwangsweise gegen sofortige Barzahlung versteigert werden: 5722V Bureau-, Haus- und Ladenmöbel aller Art, Motoren, Radioapparate, Schreibmaschinen, 1 Bohnermaschine, 1 Klavier, 1 Harmonium, Kassenschränke, 1 Standuhr, Schuhe, Bücher, Personenwagen, Spielsachen aller Art, 1 Ausputzmaschine, 1 Drehbank, Lampen aller Art, elektrische Bedarfsartikel und Gebrauchsgegen- ftände aller Art, Badewannen, 1 Radiostat, 1 Gasherd (Gestell, Haube und Badeofen), 1 Ladenkasse, 1 Garderobe, Bureaumöbel und Bedarfsartikel aller Art, Heizkörper, Siederohre, Spiegel aller Art, Klosetts, komplette Werkzeuge, sowie Waren und Ersatzteile aller Art, Fittings, diverse Becken und Sinkkasten. Kebbel, Gerichtsvollzieher in Gießen Wilhclmstraße 6II — Telephon 4039 ER se. D L""«. )QL öutfer. 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