Aristide Briand gestorben. Oie letzten Stunden. Pari», 7.2Häry (1DIB.) »rifübe Brianb isl heule um 13.30 Uhr französischer Zeil in seiner Wohnung in bet Avenue Kleber gestorben. Brianb war am 28. Jebruar von seinem Landsitz Löcherei nach pari» zurückgekehrt und Halle dort seine seil mehreren Zähren nichl mehr benutzte Wohnung bezogen. Seine Herzte hallen seine Rückkehr nach Pari» oeriangl. obwohl Brianb selbst sich ihr zunächst widersehle. Die Aerzte fohlen die Rückkehr nach pari» al» eine (Etappe vor der Unterbringung in einem Krankenhau» in» Auge. Gleich bei seiner Ankunft in pari» mutzte stch Brianb ; u Bett begeben Vie Wohnung bürste von Jremben nicht betreten werben. Bi» Donnerstag hat man, obwohl bet Schwachezuslanb Brianb# zu lebhaften Besorgnissen Anlatz gab, nicht an einen so raschen löblichen Ausgang gedacht. Gestern nachmittag oerschlimmerle sich bet Zu- stanb be» Kranken unb seine Schwäche nahm so zu, dotz keinerlei Hoffnung mehr bestaub. Der Arzt, ber Brianb bchanbelte und bei seinem lode anwesenb wat, vr. Lmery, hat erklärt, batz Brianb an einer Lungen- unb Gehirn- geschwuIst (Oebem) gestorben ist Ich bin, fo erklärte vr (Emmerich, heule um 10 Uhr zu Brianb gegangen, um lhm feine tägliche Einspritzung zu machen. Brianb saß in einem L e h n st u h l in feinem Zimmer unb schien niebergeschlage- ner zu sein al» gewöhnlich. (Er befanb sich i n einer A r t von Dämmerzustand. Um 12 Uhr telephonierte Brianb noch mit einem Jreunbe. Kurz noch 13 Uhr hat er ohne Leiben sein Leben ausgehaucht. Wenige Wochen vor Vollendung feines 70. Lebensjahres — er war am 28. März 1862 in St. Na- Zaire geboren — ist Brianb in Paris dem Leiden erlegen, das ihn bereits im vergangenen Jahre wiederholt aufs Krankenlager geworfen hatte. Als er im vorigen Sommer in Berlin weilte, -hatte er sich non einem ersten schweren Anfall seines Herzleidens noch kaum erholt, und wer den alten Fechter zuvor auf der Kammertribüne oder in der Völkerbunds- Versammlung mit der ganzen Lebhaftigkeit seines gallischen Temperaments als Redner gehört hotte, erkannte den stillen und gebeugten Greis kaum wieder E l s m a l hatte er die Bürde des M i n i st c r - Präsidenten getragen, 25m a! ein M i. nifterportefeuille verwaltet, seit er im März 1906, in den Togen des Kampfes um die Trennung von Staat und Kirche, von Sarrien zum erstenmal als Unterrichtsminister in ein Kabinett berufen worden war. 1909 war er als Nachfolger ClLmenceaus Ministerpräsident geworden. In der Folge amtierte er unter Poincare, Biviani und nach dem Kriege unter Leygues, Painleve und anderen. Bei Kriegsausbruch war er Iustizminister, vom 29. Oktober 1915 bis 7. Mörz 1917 selbst M i. nisterpräsident. Damals betrieb er die Saloniki Expedition gegen den Willen Eiemenceaus. Auf der Ko nferenz von Tannes, wo er zum erstenmal nach dem Krieg international in den Dor- bergrunb trat und von Poincarö gestürzt wurde, zog er sich drei Jahre lang vom politischen Leben zurück auf sein Mustergut T ocherel in der Normandie, das er bis zu seinem Tobe zärtlich liebte. Denn seine Tierliebhaberei und der Angelsport waren die einzigen Vergnügungen, die sich der alternde Junggeselle gönnte, und aus denen er, neben geistreichen Unterhaltungen, immer von neuem die Kraft für seine Arbeit Zog Mit schwin- benber Gesundheit trat sein politischer Einfluß in den Hintergrund. Sein mißlungener Kampf um b i c Präsidentschaft im Vorjahre war sein letztes markantes hervortreten. Staatsbegräbnis für Briand. larOicu und Laval int Ltcrbeziniincr. Pari», 7. März. (WTB.) Aristide Brianb ist in einem* Zimmer seiner Pariser Wohnung vorläufig aufgebahrt worden. Als erster verneigte sich Ministerpräsident T a r b i c u vor der sterblichen Hülle seine» Vorgängers. ®r führte die Hand des Toten an seine Lippen, eine Geste, die nach ihm auch Laval, Malvv, Grumbach und Hennessy vollziehen. Die Trauerfeier in der Kammer findet morgen 15 Uhr statt. Außer dem Kammerpräsidenten wird Ministerpräsident Tardieu reden, ber nicht, wie angekündigt, heute abend nach Gens fahren wird. Der M i n i ft e r r o t, der, wie angekündigt, heute nachmittag unter bem Vorsitz Doumer « zu- fammentrat, beschloß im Einvernehmen mit den Angehörigen des Verstorbenen, 'Brianb burch ein Staatsbegräbnis zu ehren. Die Bei- sehungsfeierlichkeiten werden am SamStag- nachmittag stattfinden. Die Leiche wird am 10. März in das Außenministerium übergeführt und in einer Totenkapelle aufge- bahrt werden. Dort kann das Publikum dem Toten die letzte Ehre erweisen. Am Tage der Beisetzung selbst wird man die Leiche im Garten des Außenministeriums vor dem Eingangsgitter des Quai d'Orsays aufbahren. Der Ministerpräsident wird in Anwesenheit des Diplomatischen Korps dieTrauerrede halten. Dann wird der Trauerzug den Sarg zur provisorischen Gruft auf den Friedhof in Passy geleiten. Dort soll die Leiche beiaeseht werden, bis die Ueberführung nach Eocherel erfolgt, wo Brianb nach seinem Willen beerdigt wird. Oos Beileid ber Reichsregiei-ung. Paris, 7. März. (WTB.) Der deutsche Geschäfts- träger Botschaftsrat Dr. Forster hat dem Generalsekretär am Quai d'Orsay Berthelot das Bei- leid der Reichsregierung zum Ableben Briands zum Ausdruck gebracht Der Reichskanzler hat an den französischen Ministerpräsidenten Tardieu das folgende Beileidstelegramm gesandt: Mit tiefer Erschütterung empfange ich soeben die Trauernach- richt vom Ableben Aristide Briands und beeile mich, im Namen der deutschen Regierung der französischen Regierung aufrichtigstes Beileid zu dem schweren Verlust auszusprcchen, der bas ganze französische Volt betroffen Hal. Neben ber persönlichen hoch- schatzung, die ich für den großen Staatsmann empfinde, betrauere ich mit ber deutschen Regierung in ihm den Mann, dessen Streben es war, die Verständigung zwischen unseren beiden Völkern zu fördern und der Idee des Friedens in der Welt zu bienen. Pressestimmen zum Tode Irlands Paris, 7. März. (WTB.) 3n einem Rach- ruf auf Brianb betont der .,Temp s". es sei ntchl Brianb» Fehler gewesen, wenn feine Politik nicht alle Ergebnisse zeitigte, die man mit Recht von ihr erwarten könnte, unb wenn die friedliche Entwickelung zunächst nicht so sich auswirkte, um die Durchführung des großen Gedankens einer europäischen Union, wie Brianb sie vor zwei Jahren vorschlug. zu ermöglichen. Mit dem Tode Briands gehe eine ganze Periode der Rachkriegszeit zu Ende, aber die Politik, der er seine Seele gab. bleibe, weil sie die Politik Frankreichs sei. — ..Petit Parisien' schreibt: Man wird auf den Grabstein die Ehrung Chamberlains fetzen können: „Brianb war der Größte der Franzosen und der Größte der Europäer". war als die Verschleierung des bisher von uns vergeblich geforderten Ost »Locarno. Diese Politik Briands ist konterkarriert worden, einmal von Deutschland aus mit bem Plan ber Zollunion; unb bann aus innerpolitischen Grün- den von der französischen Rechten her und durch die Ungeduld unb ben Ehrgeiz seiner Schüler, eines Laval, eines Tardieu. Dabei hat die deutsche Zollunionspolitik zweifellos beigetragen, die Position Briands zu untergraben. Als dann — im Sommer vorigen Jahres — der internationale Zusammenbruch kam, in dem nicht nur die deuljche Zollunionspolitik, sondern auch die aggressive französische Währungspolitik zusammenstürzten, erschlugen ihre Trümmer auch Briand, ihn, den wenigstens an ber Währungspolitik Frankreichs keine Schuld traf. Das ist, geschichtlich gesehen, tragisch. Briand hat sich davon politisch nicht wieder erholt. Den Versuch, innenpolitisch neues Terrain zu gewinnen, beendete ber Tod. Von feinen Schülern hat niemand das diplomatische Genie Briands. Weder die Jdeenfülle, noch die Beredsamkeit, die großen Verführungskünfte Briands stehen ihnen zur Verfügung. Sie alle können noch nicht so sprechen, daß sie international gehört werden. Von ihnen allen ist zu fürchten, daß sie sich ähnlich wie Poincarä in Sackgassen ver- rennen. So gefährlich Briand für Deutschland war — denn natürlich hat auch er niemals an Gleichberechtigung für Deutschland gedacht, wollte auch er nicht vom Versailler Vertrag herunter; er wollte nur die durch diesen Vertrag begründete Herrschaft Frankreichs mit leiserer Hand ausüben als Poincare ober jetzt seine Nachfolger — so gefährlich also Briand war, wir werben den austunfis» reichen Diplomaten noch vermissen, es wird wieder hart auf hart gehen Aber auch wir brauchen noch Zeit, ehe wir mit Widerstandspolitik siegen können. Uns in Deutschland hat ein Brianb gefehlt Aber er wäre ja nicht denkbar in Deutschland. Ein solcher Fall ist vielleicht überhaupt nur in Frankreich möglich, in diesem Frankreich, das nicht nur. als es feudal und monarchisch war. sondern auch in seiner republikanischen Zeit immer wieder seine politische Aristokratie neu geschöpft hat. Briand - und wievicle außer ihm noch — stammte aus kleinsten Verhältnissen. Sein Vater war „Gastwirt" in Saint Ra-aire, der kleinen bretonischen Stadt; ein gefälliger Gastwirt. Briand selbst wurde als junger Anwalt wegen seines Lebenswandels aus dem Anwaltsstand ausgeschlossen. Er ist dann den Weg des Redakteurs gegangen, des Arbeiter-Redakteurs. über den Arbeiterdeputierten, den Sozialisten, durch die oerie der politisch schillernden Fraktionen der Kammer hindurch bis zur Höhe bes parteilosen Staatsmannes, der mit Links und Rechts konnte. Der Rordfranzose — sicherlich mit germanischem Einschlag — ber Rormone mit „cant“, schließlich der Pariser, ber Schriftsteller, der Redner, ber Diplomat — und alles das a u s Passion. Er war der Repräsentant der politischen Welt Frankreichs, einer Welt, die Leistungen mißt, die weiß, was politische Klasse ist, unb bic nicht nach ben Examina unb den Titeln, nicht nach bem Parteibuch unb ben Bewährungsfristen als Bonze fragt. Einer Welt, ber das deutsche politische Leben noch lange nicht gewachsen ifu Randnoten. 3m Wahlkampf um bic Reichsprasidentschatt spielt bic Behauptung eine große Rolle. Feld inarschall v. H i n d c n b u r g sei zu alt, um noch länger an der Spitze des Reichs zu bleiben Ein paar geschichtliche Erinnerungen sollten genügen, diese Behauptung zu entkräften. Kaiser Wilhelm I., Bismarck und Moltke. Goethe. Kant unb Carlyle. Edison unb Graf Zeppelin sind nur ein paar Manner aus der großen Reihe derer, die noch im achten Jahrzehnt ihres LebenS auf der Höhe ihrer körperlichen unb geistigen Frische standen. Und daß ber Feldmarschall o.$in ben bürg babei keine Ausnahme macht. daS beweisen zahlreiche AuSfprüchc. die Hindenburg gerade in den letzten Wochen zu denen tat, die dienstliche Anliegen an ihn hatten oder bic ihn besuchten Als Hindenburg sich zur Annahme der Kandidatur entschlossen hatte, wurden ihm mehrere von hohen Beamten und Ministern versahte Aufrufe vorgelegt. von denen er einen als seinen eigenen unterschreiben sollte. Der „alte Herr" versenkte sie alle schmunzelnd in seinen Papierkorb, setzte sich hin und schrieb mit seiner großen, klaren Schrift jene bekannten wenigen Zeilen nieder, die in ihrer Klarheit und Wucht unübertrefflich sind, unb bic seine Persönlichkeit unb seine Kraft fiar widerspiegeln Einem Politiker, ber ihm bic Gründe für die Haltung der Partei zu erklären versuchte, entgegegnete Hindenburg: .3 ch höre immer nur Partei, aber nicht Vaterland" Bei dem Gespräch mit einer vor wenigen Tagen empfangenen Abordnung fiel daS Wort, man solle es doch „unterlassen. die Lüge zum politischen Alliierten zu machen". 3n demselben Gespräch sagte er: „Es wird heute viel von Opfern geredet. 'Die Leute verwechseln dabei ihre Ps licht mit Opfer!" Kann man von einem Mann, der solche Worte prägt, wirklich ernsthaft behaupten, er wäre ..zu alt"? Auch Adolf Hitler ist ber Auffassung, baß Hindenburg zu alt sei. Er hat im Berliner Sportpalast u. a. folgendes erklärt: „Alter Mann, Du bist unS zu verchrungswürdig, als daß wir es dulden könnten, daß sich hinter Dich diejenigen stellen, die wir vernichten wollen. So leid es uns tut. Du mußt zur Seite treten, denn die anbern wollen den Kampf und wir wollen ihn auch." Hitler tut also so. als ob für die anderen Hindenburg nur eine Sache fei, die sie als Schirm und Schutz vor sich hinstellen, nicht aber ein selbständiger Mann, der weiß, was er tut. und der bic Verantwortung für das zu tragen bereit ist. was ihm die Pflicht zu tun auserlegt. Hitler aber schreibt an diesen „alten Mann" einen offenen Brief, und fordert von Hindenburg, daß er selbst bei jenen für eine ritterliche Kampfesweisc sorge, auf die Hindenburg keine Einwirkungsmöglichkeit besitzt. Beides widerspricht sich. Hitler würde an Hindenburg keinen Brief schreiben, wenn er wirklich der Meinung wäre, daß der alte Herr keine eigencMeinung und 3nitiativc mehr habe. Daß er ihm einen solchen offenen Brief schreibt, beweist, daß auch Hitler genau weiß, daß Hindenburg selbständig denkt und handelt, und nicht nur immer unterschreibt, was bic anderen ihm vorlegen. Wenn man ritterlich kämpfen will, dann muß man anerkennen, daß das Alter keine Rolle spielt, bann muß man bie Persönlichkeit teerten unb b c Kraft, bie von einem Manne ausgeht. Die Entscheibung über die Präsidentenwahl hat sich in den letzten Wochen politisch so stark in den Vordergrund geschoben, daß sie alles andere beherrscht Wir haben darüber ganz vergessen, daß ja bis um die 3ahrcswende herum als eigentliche Krastprobe auch von der nationalen O.Position herdiepreuhischenLand- tagswahlen in Aussicht genommen waren, bie spätestens am 20. Mai stattfinden müssen. Deutschnationale und Rationalsozialisten wollten hier zum großen Stoß ansehen, der das System Braun über ben Haufen werfen und die Weimarer Koalition zum Zusammenbrechen bringen sollte. Der Erfolg war ihnen von vornherein gewiß, denn die Regierungsmehrheit, mit der das Kabinett Braun arbeitet - - ober man muh wohl eher sagen, sich am Ruder hält — beträgt ganze sechs Stimmen. Die Verschiebung aber, die innerhalb ber Wählcrschichten inzwischen eingetreten ist. muß unter allen Umständen auch eine Umgruppierung der Fraktionen bringen; bei Den Regierungsparteien vornehmlich auf Kosten der Staatspartei unb ber Sozialdemokraten. Das Kabinett Braun wird allo nach den Wahlen eine Mehrheit im Landtag nicht mehr haben. Trotzdem glaubt cs nicht daran, daß es abtreten muh. sondern klammert sich an die Hoffnung. daß ebenso wie in Hamburg, Sachfen unb geffen bic Bildung einer anderen Blcbrbeit ni<$t möglich sein wird, daß also das Kabinett als geschästsführende Regierung noch 3ahr unb Tag am Ruder bleiben kann. 3c stärker bic Mißerfolge ber Re- gierungspartcien bei den Wahlen find desto geringer ist natürlich bie Aussicht auf eine solche Verl.'genhcitslösung. Gerade deshalb aber ist den Sozialdemokraten bie starke Aktivität, wie sie die Rationalsozialisten bei der Präsidentenwahi entfalten, sehr willkommen, bie Opposition toirb babur$ nicht nur finanziell geschwächt, fonben, au » « - »T; ----- Kein Zweifel, daß Briand einer der größten Staatsmänner Frankreichs gewesen ist. Die Ge- chchte wird ihm seinen Platz anweisen in der ^-rihe der großen Staatsmänner und Diplo- rieten, die mit Richelieu unb Mazarin anhebt, kitt Tayllcrand unb Thiers sortsährt unb kaum kit Brianb abgeschlossen sein dürste. 'Aber schon [tiefe Rebcneinanderstellung beweist, _ daß 3 eutschland keinen Anlaß hat, des Staats- n ; 2. 'S 7 ' Crr. rs c» p 2.5. Ä- ft,. JJn'Sn 0 "-f- ? Zo-V 5- S-Ü'Z 2 Z-L- ; o 2^ VA = ..C i Beilagen: Die Illustrierte «ietzener *&«*' if- 2 »e r • M Z Äzr großer Franzose .| Von Dr. Walther Schotte. Als CRrianb Anfang 3anuar den .Qual d'Or- Jtt)“ ne^ließ, wo er seit April 1925 saft ohne ||llntcrbreyf)ung die Außenpolitik Frankreichs bc- jJtaut ha ste, rechneten seine Freunde mit seiner Rbolbtgcn*( Wiederkehr. Rr>ch vor wenigen Tagen Die lÄachricht, daß er sich auf seinem Land- put in b^rr Rormandie gut erholt unb seine Oer Reichskanzler im Wahlkampf. efIen 7.März. (WW.) Boe einer riesiaen Zu- der «luten Gefahr de« Zufammenbruches heraus hörermenge, die die beiden größten Hallen der lesandte sich mit Schärfe gegen Essener Ausstellung nicht fassen konnte, sprach heute D. B^^^onistische Maßnahme, die Stoff-Spej Ai 3.1 landes ternati Vo gelsberg. Hoherodskvpf: Itet minus 5 Grad. 15 bis 20 Zentimeter Puld, schnee, Spvrtmöglichkeit gut bis sehr gut. Rhön, Wasserkuppe: Schneetreiben, t nus 4 Grad, 8 Zentimeter Schnee, lückenhaft, V Rodel möglich. Arbeiisbeschaffungsprogramm der Reichsregierung. Berlin, 7. März (TU.) Wie die „DAZ" meldet, wird die Reichsregierung nach dem । 13. März ihre Beratungen über die Arbeits- beschaffungspläne wieder aufnehmen, die schon seit längerer Zeit Gegenstand eingehender De- sprechungen gewesen sind. Wie das Blatt erfährt, handelt cs sich um folgende ObMe: Reichsbahn 300 Millionen, Reichspost 100 Millionen, Straßenbau 300 bis 400 Millionen, landwirtschaftliche Meliorationen 200 bis 300 Millionen, Wasserbauten 50 Millionen Mark. Der Reichsarbcitsminister hat eine Verkürzung der Arbeitszeit im Bergbau und eine Erweiterung des freiwilligen Arbeitsdienstes vorgeschlagen. Er empfiehlt ferner, den Bau von Kleinwohnungen mit etwa 200 Millionen Mark zu fördern. Schließlich sollen der Gesellschaft für öffentliche Arbeiten 50 Millionen Mark zur Verfügung gestellt werden. An unterrichteter Stelle rechnet man mit einem Programm an zusätzlichen Arbeiten in einem finanziellen Umfang von etwa 1,2 bis 1,4 I Milliarden Mark. Ueber die Finanzierung sind noch Erwägungen im Gange. Gelingt es, die Mit- I tel für ein Programm von etwa 1,2 Milliarden I Mark bereitzustellen, so können etwa 200 000 Arbeitslose für die Dauer eines Jahres direkt und noch etwa 400 000 weitere Arbeitslose mittelbar beschäftigt werden. Geringe Aussichten aus Frieden in China. Alle Bemühungen um Waffenstillstand in Schanghai gescheitert. Genf, 7. März. (WTB.) Das Dölkerbundssekre- tariat veröffentlicht einen Bericht des Konsular- komitees. Der Bericht verzeichnet die am Donners- tag veröffentlichten Kundgebungen der japanischen Befehlshaber über die Einstellung des Feuers und fügt hinzu: Die wesentlichste Feststellung ist, daß alle Versuche, einen von beiden Tellen angenommenen Waffenstillstand herbeizuführen, WMUW Generc euer bekanntet Ligarettenfabri! WH UlBearLeitunc essen. Nur He, MteKundschas "elden unter?., ^>sse. Frankfu 1 r=*...... ■ Ulehter Völliger Zusammenbruch des Lappoaufstandes in Kinnland. Helsingfors, 7. März. (TU.) Am Sonntagabend wurden die Lappoführer Pal- lenius, Kosola, Koivioso, Sario, Sommersalo und Susitaival gefangen genommen und im Auto nach HelsingfvrS gebracht, wo sie von der Polizei in Empfang genommen wurden. Der Staatspräsident hat das militärische Oberkommando wieder niedergelegt. Zensur und Beschränkung des Telephonderkehrs sind aufae- hoben worden. Am Montag wird auch die Aufhebung des Belagerungszustandes erwartet. Die Aburteilung der gefangenen Führer wird oem Zivilgericht überlassen. Die Anklage wird auf Aufruhr oder Hochverrat lauten. Es sollen auch noch weitere Führer des Aufruhrs festgenommen werden. bet sich die Reichskonferenz dagegen, daß mü letzten Notverordnung auch noch die Sozialret \ ganz entzogen oder durch die Anrechnung der 9teu* \ Versorgungsrenten weitgehend gekürzt worden (In Bei gleichen Beitragsleistungen. haben die Kneas. I opfer die gleichen Rechte auf die Sozlalrenten. Die Reichskonferenz fordert als berufene Vertretung der / Kriegsopfer, daß die Eingriffe in die Rechte aus dv Sozialversicherung rückgängig gemacht werden. \ Ein österreichischer Massenmörder verhaftet. Die Linzer Polizei hat unter dem Verdacht des Raubmordes einen Verbrecher verhaftet, des- - fen Geständnisse im Laufe des Montags chn als / einen zweiten Peter Kürten erscheinen lassen. / Dor ungefähr zwei Wochen war in Linz Die/ Gattin eines Baumeisters ermordet worden, -ver/ Verdacht lenkte sich auf einen Mann nomew i» Leithgöb, der vier Tage nach seiner Derhaftu'- lig in der Rächt zum Montag die Tat juga b. Inzwischen aber hatte die Untersuchung berei tS Anhaltspunkte dafür ergeben, daß auch a? a- dere Mordtaten in ähnlicher Weste verv ;bt worden waren. Er gestand in neun Fall .en, die bisher unaufgeklärt waren, zum Teil, gar nicht als Mord aufgefaht worden waren die Täterschaft. Diese Morde hat der nun 53 ihrige Mann in einem Zeitraum von zwanzig - ahren I verübt, von denen er zehn Jahre-wegen Raubmordes an einer Frau im Zuchthause f gesessen hat. Schon damals war er aber wegen eines Raubmordes vorbestraft, so daß er im ganzen elf Mordtaten auf dem Gewissen hat. (Ein schwedischer Mrlschaflsführer vom eigen «en Sohn ermordet. Aber damit nicht genug, sie träumt davon, aus der eigenartigen Konstellation auch noch weitere Vorteile ziehen zu können, etwa in der Richtung, daß, wenn ein zweiter W a hl gang der Präsidentenwahl nötig werden sollte, dann die preußischen Landtagswahlen vorverlegt und gleichzeitig mit dem zweiten Wahlgang am 10. April abgehalten werden. Dadurch wurde eine klare Frontstellung gegen die Weimarer Äoalihon verhindert, weil doch ein Teil der bürgerlichen Mitte gemeinsam mit den Sozialdemokraten und Zentrum sich für die Kandidatur Hindenburg einseht. Die klugen Hintermänner des Kabinetts rechnen also darauf, daß sie dadurch d i e O p p o- sition zerspalten und die Wähler kopfscheu machen können- Aber gerade, weil die Rechnung so geht, hat die Reich sr e g r e - rung alles Interesse daran, ein derartiges Zusammenfällen zu verhindern, well die Rückwirkungen eines solchen Durcheinanders aus Die Präsidentenwahl unübersehbar sind. Kommt es zu einem zweiten Wahlgang, dann wird der Wahlkampf zwischen Hitler und Hindenburg^all^n schon scharf genug. Es würde die politische Spannung ins Unerträgliche erhöhen, wenn dahinein auch noch der Kampf um Preußen geworfen würde. Hier muß e i n e k l a r e S ch e i D e- linie festgehalten werden. Die preußische Regierung hat sich einer sachlich begründeten Vorverlegung der Landtagswahlen bisher so ab- lehnend verhalten, daß ihr nicht das Recht zugebilligt werden kann, nur um taktisch egoistischer Vorteile willen im Trüben zu fischen. Wer-Kundgebung in Aürnberg. Rürnberg, 8. März. (TU.) Am Montag- abend veranstaltete die RSDAP. in der Lmt- poldhalle eine Wahlkundgebung, die von ungefähr 25 000 Personen besucht war. Rachdem Hauptmann Göhring sich eingehend mit dem System auseinandergeseht hatte, erschien gegen 22 Uhr Hitler. Er wurde von dem Nürnberger Führer Streicher mit der Rachricht empfangen, daß die StadtReustadt a. d. Ai sch I Hitler zum Ehrenbürger ernannt habe. Hitlers Ausführungen befaßten sich mit der Schilderung der Versprechungen bei der Revolution und dem Mißerfolg, den das bisherige System auf allen Gebieten erlitten habe. So tote damals die wahren Schuldigen am schrecklichen Kriegsende fich »erfte* schobt hätten, fo vor t-ckt-n fie >ch heute hinter der Person deS Generalfeldmarschalls, den sie vor sieben Iahren noch beschmutzt hätten. I Der Rationalsozialismus habe in diesen gleichen Iahren eine völlige Reuformierung des deustchen Volkes durchgeführt, und wenn Minister Groener heute meine, der nationalsozialistische Führer solle mit seinem Programm herausrücken. so sei er wohl der einzige Mensch in | Deutschland, der das nationalsozialistische Pro- । gramm noch nicht kenne. Wenn aber der Minister tatsächlich auf dem Standpunkt stehe, das Programm Hitlers sei in Deutschland noch Nicht genügend bekannt, so brauche er nur den für da« ganze Volk bestimmten Rundfunk für Hitler ebensolange freizugeben, wie für die Herren Reichsminister und ihre Wahlreden. Es werde dann dafür gesorgt werden, daß das Programm in alle Ohren klinge. Die von dem Rationalsozialismus geforderte und erreichte Einigung der Ration unter einem gemeinsamen 3Deal unö Willen sei erreicht worden in einer Zeit schweren Terrors und sei ein Erfolg, der alle Arbeit des bisherigen Systems überrage Hitler schloß (eine Ausführungen mit dem Mahnruf zu einer weiteren unermüdlichen Arbeit zur Beseitigung der bestehenden Verhältnisse am 13. März. In der quer über Mitteleuropa laufenden Tiefdruckrinne bewegt sich die gestern über dem Nordmeer gelegene Störung weiter und nähert sich nut ihrem Kern dem deutschen Nordseeküstengebiet. Dabei kommt es über Deutschland zu verbreiteten Niederschlägen, die in der vergangenen Nacht stellen- weise bis zu 15 mm erreichten. Hinsichtlich Der Temperaturen treten stärkere Schwankungen aus. So brachte Warmluft der Störung über Westdeutschland heute morgen 5 Grad Wärme, während in Ostpreußen die aus dem nördlichen Hoch ausfließende Kaltluft bis zu 5 Grad Frost verursachte. Durch die Rückseite der Störung wird unser Gebiet zunächst mit kühler Luft überflutet, so Loh Temperaturrückgang einseht, dem bald wieder Aw stieg folgen wird, denn über Irland bringt durq eine neue Störung ozeanische Warmluft vor. 2ci Witterungscharakter bleibt in den nächsten Taget unbeständig, und weitere Niedersckstcige find zu er warten. * , .... ., AussichtenfürMittwoch: Unbeständigem wechselnd wolkiges Wetter mit vorübergehende: Aufheiterung, zeitweise Niederschläge, auf den Bergen als Schnee, zunächst kälter, dann wieder milder. Lufttemperaturen. Am 7.März, nut' tags: + 3,1 Grad ©elf., abends: — 0,6 Grad Ce s Am 8. März, morgens: — 2,2 Grad ©el Maximum: + 3,4 Grad ©elf., Minimum: — 2W Grad ©elf. Riederschläae: 4 Millimeter. Sonnen« scheindauer: l1/* Stunden. , I, Amtliche Vinterfportnachrlchlev. Ii 9 Wenn von nationalsozialistischer Seite im Reichstag in Anwesenheit des gesamten diplomatischen Korps der deutschen Regierung fedes Recht abge- sprachen werde, im Namen des deutschen Volkes zu prechen, so sei kein Wort scharf genug, solches Verhalten zu geißeln. Wenn es einen Dolchstoß gegeben habe, dann sei es die Tatsache, daß Führer der nationalsozialistischen Partei einer Regierung, die in allerschwerstem aubenpoliti. sch en Kampf stehe, tn den Rucken falle und ihr die Derhandlungsfähigkeit abspr ach e. Der Reichskanzler erinnerte daran, unter welch schweren Bedingungen die Reichsregierung ihre Arbeit begonnen habe, und daß es ihr gelungen sei, noch über diesen Winter hinaus Ruhe und Ordnung aufrechtzuerhalten. Ein falscher Schritt in den letzten zwei Jahren und das Werk wäre nicht gelungen, wir hatten dann vor dem Chaos gestanden. Wenn dem In- lande und Auslande die Garantie für die Stabilität der Verhältnisse durch die Wiederwahl des Herrn I Reichspräsidenten gegeben werde, wurden wir aus bis jetzt gescheitert sind. Die Japaner haben im Augenblick ihr Dor- aehen eingestellt, jedoch haben örtliche Kämpfe im Laufe der Rächt in abgelegenen Distrikten stattgefunden. Die Einmischungen der Japaner in die Obliegenheiten der Polizei und der anderen städtischen Verwaltungszweige, die in der ganzen letzten Zeit fortgesetzt worden sind, haben zu wiederholten Protesten bei den japanischen Behörden Anlaß gegeben. Die chinesische Delegation hat eine ihr aus Schanghai zugekommene Information bekanntgegeben, in der eS heißt: Am Freitag hat die japanische Artillerie von 15 Uhr ab unsere Stellungen bei Huangtu mit starkem Feuer belegt. Auf daS Feuer folgten hartnäckige Jnfanterieangriffe, die um Mitternacht zurückgeschlagen wurden. Der javanische General Shirakawa erklärte, daß die Besetzung von Huangtu, das w e 11 a u ß e r h a l b d e r 2 0 - K i l o m e t e r z o n e liegt, zum Schutze von Rantsiana, das sich gegenwärtig in den Händen der Japaner befindet, notwendig sei. Es ist, so fügt die chinesische Delegation hin^u. also ganz klar, daß die japanischen Streitkräfte auchjetztihrenVormarschinsJnnere Chinas fortsetzen, wobei als Vorwand immer wieder die Rotwendigkeit des Schuhes der zuletzt besetzten Stadt herhalten muh. Der AnschlagausTivardowski. Was die GPU. von dem Täter erfahren haben will. Moskau (über Kowno), 7.März. (TU.) Die GPU. teilt mit: Der Attentäter Stern, der auf den Botschaftsrat von Twardowski geschoßen hat, hat ein Teilgeständnis abgelegt Er er- klärte, er gehöre einer terroristischen Gruppe an, die im Auftrage des Aus- sich zur Ausgabe gemacht hat, die tn- onale politische Lage der Sowjetunion z u verschlechtern und eine Krise in den Beziehungen zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion durch ein Attentat her- oorzurufen. Die weiteren Einzelheiten über das Geständnis des Attentäters Stern werden in den nächsten beiden Tagen verösfentlicht werben. Auch wirb die Untersuchung gegen den Attentäter Stern in den nächsten beiben Tagen abgeschlossen werben. Owotxenios Onener. anait oedeckL®woiKiaeMdtcn * Schnee graupeln, -"-"el KGtwH^.©windSime-<>.jA «fehler 051 d massiger Südsüdwest \ stürmische» «ordWesl die Piene fliegen mit dem wmdt. Pie ce.den Stationen'oteMnoen ZOK len gehen die Temperatur an. Die Limen verbmden Orte mlt-oldchc» euf ''■eeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. jede i nflat i o ntstis ch e Maß nah m e, bie das deutsche Volk in den Untergang fuhren musst. Der Kanzler wandte sich bann gegen die Agitation, bie sich in einer gemeinen Weise gegen die ver chrungswürdiqe Gestalt bes Herrn Reichspräsidenten richte. Auch vor Bezichtigungen der ^müie bes ficrrn Reichspräsidenten und seiner Umgebung mache man nicht halt. Ein Stahlhelmfuhrer habe kür/lich sogar erklärt, daß die Art, wie von national- sozialistischer Seite die Jugend aufgehetzt werde, bie Erziehung zur Disziplinlosigkeit bedeute. Alle Phrasen alle Theorien, alle Agitationsparolen können niemals die m i l i t ä r i s ch e u n d p o l i t l s ch e Erfahrung eines Mannes wettmachen, der noch Königgrätz mitgemacht habe, der das Reich 1870 mitqrünben sah, der den Krieg erlebte und den N^ dergang, der das Heer aus dem Felde nach Hause führte und sich bann abermals sieben Jahre bem Vaterlande zur Verfügung stellte. Hwdenburg Jet ein Mann von innerster Bescheidenheit der sich nicht gern vor das große Publikum 9^J)abe ©em ganzes Leben lang sei er em Mann harter, zäher Arbeit gewesen. Mutig und zu feder Verantwortung bereit. A Daß überhaupt gegen Hindenburg noch andere I Kandidaten ausgestellt worden seien. müsse wenigstens in den Augen des Auslandes als; eine Groteske erscheinen. Hindenburg erlebe d^selbe Schicksal tote Amerikas erster Präsident George Washington, der jahrelang unter den schwie- rigsten Verhältnissen gekämpft und dem trotz aller Leistungen und Erfolge das bitterste nicht erspart geblieben sei. genau wie heute dem Herrn Reichspräsidenten in den vergangenen Tagen Das deutsche Volk müsse Hin^nburg es müsse sich selb st re 11en es müsse durch die Wahl Hindenburgs für eine <5to6ilität nach innen und außen sorgen, damit Deutschland aus der Rot im Innern und aus den Kcunp- fen nach außen als siegreiches und starkes Volk hervorgehe. Die Ausführungen des Reichskanzlers wurden wiederholt durch lebhaften verfall unterbrochen, der sich zum Schluß zu stürmischen Kundgebungen steigerte. Rom, 8.März. (WTB. Funkspruch.) Die ita- lienische Regierung hat heute bas „Donaumemo- ranbum" der französischen Regierung beantwortet und gleichzeitig bie Regierungen von Großbritannien und Deutschland über den in dieser Erwibe- rung eingenommenen Stanbpunkt in Kenntnis gesetzt Die italienische Regierung begrüßt voll und ganz bie in bem Manifest der ffan»ofiWjni SJy«- runa erörterten Absichten. Sie glaubt bestätigen zu können, baß diese Pläne für Station öo n ganz befonberer Wichtigkeit sind, tn Anbetracht des Umstandes, baß hier stets ernstetes Augenmerk auf die Situation im Donaubecken gerichtet wurde. Die italienische Regierung kann allerbmgs Nicht °°N ben befonberen » eb.n 8un 9.en bet ae 0 graphischen Lage und der wirtsch as t- kichen Situation biefer Länder verglichen mit der Italiens, noch von ber Tatsache, baß sie an der Aufteilung ber eh emalige n österr eich-ungarisch en Monarchie beteiligt war, absehen. Sie muß vor allem auch das Gefahrenmoment hervorheben, das in der schwierigen Lage Oesterreichs und Ungarns begründet ist und bas eine Endlösung solange aus- ^ ,ufun dann alle Pläne über eine wirtschaftliche Organi- Essener Aufstellung nicht fassen konnte sprach heute abend Dr Brüning über die Wahl des Reichspräsidenten. Der Kanzler, von der Menge stürmisch begrüßt wies darauf hin, daß die Agitation der gegnerischen Präsidentschaftskandidaten i n e t n c r Weise betrieben werde, als befände sich Deutschland in ti elftem Frieden und im vollsten Aufstieg aber nicht in den i ch w e r ft c n außenpolitischen K a m p f e n. Gerade weil Deutschlands Lage so außerordentlich ernst sei, habe er seinerzeit versucht, die Verlängerung der Amtszeit des Präsidenten von fimtenburg auf parlamentarischem Wege durchzusetzen. Der Kanzler widerlegte die Behauptung, als ob c r f c l b ft ein Hemmnis für bie Wiederwahl Hinben- burgs gewesen sei. In den elementarsten Fragen der Politik bestehe auf der äußersten Rechten n icht bie geringste Einigkeit, das hatten die Verhandlungen der letzten Monate in aller Klarheit gezeigt das würbe heute in ben Auseinandersttzun- qcn zwischen den einzelnen Teilen der Harzburger Front in aller Oeffentlichkeit dem Volke vor Augen Tweed. gute, tragfäb in 0 Aieh*'1,n* hochaparte v Popelin®» t reine Wolle, Cripe Cald reine Wolle. CröP® Rom 80 cm breit, n Farben....... Twetd-K«-' 70 cm breit, ö ragend schön Woll»pWze 70 cm breit, i Einsätze uss Afghalalne das neue eleg hervorragend Afghalalne mit Kunstse: weichfließend' Georgette- reine Wolle, richtigen Pari Frlicalalne 95 cm breit neuesten Fart Fleur de U 95 cm breit, tigen Farben. Flamingo, Kunstseide g In erstklassig Tweed-Coi 100 cm breit Farbstellung! Afghalalne 130 cm breit btn und erst Ferner &Ut Kleider, Kc Eine ber bekanntesten Persönlichkeiten Si chwebens. ber kürzlich zurückgetretene Direktor der Arbeit» gebervereinigung, Hjalmar von C5ydow, wurde in seiner Wohnung ermordet au.fgefunden. Mit ihm sind auch seine beiden Di enerin» nen ermordet worden. Die schaurige Entdeckung machte seine unverheiratete Toch ter, bie bei ihrem Vater wohnt, als sie gegen 17 Uh r von einigen Besorgungen zurückkehrte. Der Sol.)n bes Er, mordeten, der Student der Rechte Fredri k v. Sydow, hat am gleichen Abend in seinem Hcüel feine Ehefrau und sich bann se 1 bst erschossen Die Tai geschah, als ber junge v. Sydow er, fahren hatte, daß ein Kriminalbeamter i n dem Hotel auf ihn wartete. Die Polizei erklärt, ba»g alles darauf hinbeutet, baß der Sohn des erm ordeten von Sydow bie Tat, und zwar wahrscheini.ich m einem Anfall geistiger Umnachtung, begangen hat. Es steht feit, daß der junge v. Sybow heute mittag in Stock» | Holm war und seinen Baier besucht hat. 250 Arbeiter im Schneesturm vermißt? Rach einer Meldung aus Tiflis tobt im K a u * kasus ein ungewöhnlich heftiger Shneesturm. Mehrere Drücken wurden zerstört. 250 Holzarbeiter, die in den Wäldern bei Lachamr tätig sind, werden vermißt. Man befurchtet, I paß sie im Schneesturm umgekommen sind. Truppen I stad aufgeboten worden, um die Vermißten zu I suchen. Oie Wetterlage. Menund das stanzvsische Donauprojekt. Rom schlägt gemeinsame Wirtschafisverhandlungen aller interessierten Länder vor sierung des Donaubeckens zu studieren. ~ Dann I wird auf die von Frankreich vorg^chlagenen Präferenzfälle eingegangen und betont, daß es selbst Ansicht der französischen Legierung sec es gebe darüber noch keine feststehende Doktrin, die I fünf daran interessierten Staaten soltten unter s i ch über die Einzelheiten und die Modalitäten in Verhandlungen treten. Die italienische Regie- I rung meint aber, die Opportunität emer suchen Konferenz in Zweifel ziehen zu musslm. durch^die die Lösung eher verzögert als beschleunigt werden könnte. Man darf den gewaltigeii Simfang der Probleme nicht übersehen, der D r i t. | ten gegenüber durch eine solche Losung aufgeworfen werden würde. — Einfacher wäre es, man könnte sich jetzt schon einigen und nichtabwarten, daß getroffene Verembarun- gen dann von Dritten als unannehmbar angesehen werden. Aus diesem Grunde zieht die italienische Regierung vor, wenn solchen Verhandlungen die Vertreter Frankreichs, Deutschlands. Giiglands und Italiens tzugezogen werden. Eine Endlösung, und nur eine solche könne die finanzielle Wiederherstellung der Lage im Donaubecken bringen, koste Zeit. Es gelte daher schon vorher die ünumgängliche fman- zielle Unterstützung zu erwägen, -um mögliche Katastrophen zu vermeiden. Aus aller Welt. Neuer Rekord der „Bremen". Der Llohddampfer „Bremen" stellte einen neuen Rekord auf. Trotz ungünstiger Witterung kreuzte er den Atlantik in vier Tagen 17 Stunden 1 0 Minuten. Dampfer „Bayern" wieder unterwegs. Der Hapagdampfer „Bayer n", ber vor einigen Tagen vor bem spanischen Hafen Leixos auf einen Felsen gestoßen war, hat nach Reparatur eines kleinen Lecks Sonntag bie Reise nach Südamerika fortgesetzt. Roch immer keine Spur vom kleinen Lindbergh. Es ist noch immer keine Spur des Sohnes Lindberghs gefunden worden. Gouverneur Moore in Trenton (Rew Jersey) erklärte Pressevertretern, er sei nicht in der Lage, den Entführern Straffreiheit zu versprechen, sei aber bereit, die Polizei zurückzuziehen, falls Lindbergh darum ersuche. Acht Millionen ins Ausland verschoben. Die Steuerbehörde B e r l i n hat gegen eine Reihe von ©teuerbefraubanten Haftbefehle erlaßen. Wie wir erfahren, soll es sich um insgesamt fünf Personen und um einen Betrag von acht Mil- Honen Mark handeln, ber ins Ausland verschoben worden sein soll. Born Reichsbund der Sriegsbeschädigteo. Die 2 0. R o i ch s k o n f e r e n z des Reichsbundes der Kriegsbeschädigten, Kriegsteilnehmer und Krie- gerhinterbliebenen nahm in Nürnberg einstimmig eine Entschließung zur Reichspräsidentenwahl an, in der es u. a. heißt: Die Kriegsopfer Deutschlands danken dem Reichspräsidenten von Hindenburg, daß er trotz der Hemmungen, die ihm Vergangenheit und Herkunft bereiten mußten, in den Jahren seiner Präsidentenschaft bem Volke ein vorbildliches Bei- spiel von Verfassungstreue und Eidespflicht gegeben hat. Die Verehrung für den Führer in schwerer Kriegszeit, die in den Reihen bet Kriegsopfer immer lebenbtg war, ist so burch bie Hochachtung vor bem ersten Bürger bes Reiches ergänzt worben, dem das Recht feiner Mitbürger zu heilig war, um es dunklen staatspolitischen Machenschasten politischer Glücks- ritter und Abenteurer auszuliesern. Als Ausdruck dieser Erkenntnis gilt am 13. März die Parole: Alle Kriegsopfer Deutschlands wählen Hindenburg. — Die 20. Reichskonferenz hat ferner ben schärfsten Protest ber Kriegsopfer bagegen zum Ausdruck gebracht, daß mit ben Notverorbnungen bie Ver- forgung und Fürsorge in einem unerträglichen Umfange angegriffen worben find. Im Besonderen wen« ■Stydl5f)ocd Conjra Wag, de« ?• März Bilanz am 31. Dezember 1931 Wollstoffe Passiva Aktiva Meter Afghalalne-Nopp*, 70 cm breit. 3148468 62 3148468.62 hochaparte Neuheit Meter 1J5, 1.30 1M0D 01 e 6 e o, den 7. Mira 1932 1.58 Handels- und Gewerbebank e. G. m. b. H Farben Meter Mattern Arnold 1.78 2.25 Meter Einsätze usw. 2.75 richtigen Farbstellungen Meter 3.60 Meter Ilgen Farben 3.60 Meter trlogt 4.45 100 cm breit, reine Wolle, In herrlichen Meter Farbstellungen vormals Buchacker 1I51D A Gießen Suche ver sof. tUcht. Mädchen zur Aushilfe s. halbe Lage. 01478 Ttcinstraße 15 n. Zigarettenfabrik 1849 V Set ** 3. 1 MIT GUTSCHEIN Versteigerung! DIE PUTZFRAU IN DER DOSE )O3 V-30-157 Homberg-Oberdesscn (Xelefon Dir. 45), den 7. März 1932. 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Ein Elsmeter- ball verhalf ihnen dann noch zu einem dritten Tor, dem erst jetzt der Gegner den ersten Erfolg gegenüberzustellen vermochte. In einem prächtigen Alleingang, bei sehr geschickter Täuschung bä Tormannes, schob dann der Rechtsaußen von Raunheim ein viertes Tor. gleichzeitig das schönste Tor des Tages, das viel bejubelt wurde Eine schöne Leistung zeigte wenig später der LinkSausten, der ebenfalls in feiner Manier den fünften Treffer schob: den Gästen vom Rhein gelang eS, vier Minuten vor Schluß aus einer Ecke heraus auf 5:3 zu verkürzen. Die Raunheimer gingen jedoch noch einmal energisch loS und bestätigten mit einem sechsten Tor den Sieg, der ihnen eigentlich während der ganzen zweiten Halbzeit kaum streitig gemacht werden konnte. Der Schiedsrichter amtierte wenig zuverlässig. Das Publikum verhielt sich sehr diszipliniert. Kurze (5porfnofi$en. Wegen zu hoher Spefenf orderun- a e n wurde der französische Wcltrckordmann Jules Ladoumegue auS dem französischen Leicht- athletik-Derband ausgeschlossen. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. Olt., 5. März. Der Markt hat sich in der vorigen Woche im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Ostnsest. sowie weiterhin geringer Zufuhren (aus dem Osten fehlt immer noch jegliche- Angebot) leicht befestigt, doch wurden die erhöhten Preise vom Konsum nur zögernd bewilligt Es notierten in Ps. per Stiick ab loco Frankfurt a. (DL: holländische Eier 7.50—9,00, Flandern 7.50—8,00. bayerische 6,50—7,00, deutsche Frischeier 7,00—8,75. Flugzeugführer-Prüfungen im Gießener Flughafen. Sprechabende. neue Segelfliegergruppen unb Segelfluglehrgänge. 3n der vergangenen Woche bestanden drei Flugschüler, zwei von der Flugübungsstelle Gie- hen, einer von der Flugübungsstellc deS Weh- larer (Vereins für Luftfahrt auf dem Flugplatz Gießen dis Zwischenprüfung zum Führen von OHo- torf lugzeugen der Klasse A 1, bzw. der Klasse A 2. Zwei Flugschüler führten den zur Erlangung deS endgültigen Führerschein- erforderlichen Höhenflug aus, bei dem die Schüler während einer Stunde eine Mindesthöhe von 2000 Meter halten und im Anschluß hieran eine Ziellandung mit in 1500 Meter Höhe gedrosseltem Motor ausführen müssen. — Die Südwestdeutsche Sportfliegervereinigung in Gießen verfügt neuerding» über ein weiteres Flugzeug. Es handelt sich um einen Doppeldecker Type Dictrich-Gobiet DS1 mit lOOpserdigem SiemenS-Sternmotor SH11. Das Flugzeug wurde auf den Ramen .Lahngau" getauft. Am kommenden Sonntag veranstaltet die Sport- fliegervereinigung ihren ersten diesjährigen Flug- tag in Büdingen Der erste Sprechabend fand' am vergangenen Mittwoch in dem Flughafengebäude statt und erfreute sich eine« regen Besuchs durch die Iungflieger, der nächste Sprechabend wird am 6. April stattfinden. In Li ch wurde ebenfalls eine Segelslie - aergruppe gegründet, die dem Berein für Luftfahrt in Gießen angeschlossen ist. Die Segelfliegergruppe in Laubach hat bereits mit dem Dau eine» Segelflugzeug- Type .Zögling" begonnen. Dom 19. bi» 29. März findet in Aßlar ein Segelfliegerlehrgang statt, bei dem A» und n-Prüfungen abgelegt werden können. Die Schulung findet auf .Zögling" und für 6-Flieger auch auf Type .Prüfling" statt. Handball zu Gunsten derMnternoihilfe Gießen — Butzbach 6:4 (2:3). Zwischen den beiden Stadtmannschaften entwickelt« sich am Samstagnachmittag auf dem Waldsportplatz vor leider sehr wenigen Zuschauern ein interessanter Kampf. Die Gießener traten mit einer etwa» veränderten Aufstellung an Die Butzbacher waren den Hiesigen ein gleichwertiger Gegner, der lediglich auf Grund seiner weniger guten Stürmerleistungen daS Spiel verlieren mußte. Der Kampf begann mit einigen energischen Angriffen der Gießener. Der Ball kam verschiedentlich vor daS Gästetor, der Sturm hatte sich aber zu Beginn noch nicht so gefunden, daß die sich bietenden Ehancen hätten auSgenüht werden können. äleberraschend ging dann (Butzbach mit 1:0 in Führung. Aber bald folgte der Ausgleich. Einige weitere Bälle jagten die Roten knapp daneben oder darüber. In der Folge rückten die Butzbacher aus blieben geraume Zeit offensiv, die Gießener ‘Bertcibigung war zu energischer Abwehr gezwungen: immerhin war ein Tor für Butzbach die vorläufige Ausbeute. Der MTD.- Öturm kam au keinerlei Erfolgen, denn daS Innentrio spielte zu eng, während die Butzbacher immer weite» Flügelspiel bevorzugten. Die Gießener Angriffe scheiterten meist an der (Verteidigung. Dem 2:1 für Butzbach folgte der (Ausgleich, bis Halbzeit gelang e» den Gästen aber doch, noch ein Tor vorzulegen und mit 3:2 für Butzbach wurden die Seiten gewechselt. Rach der «arbeitete die Mannschaft au» der Rach- dt verschiedentlich sehr schön zusammen und erzielte einen weiteren Erfolg 4:2. Dann aber rafften sich die Gießener auf, die Butzbacher fielen plötzlich sehr ab. die Gießener blieben im weiteren Derlauf de» Spiels meist in Front, die Butzbacher mußten sich auf einige zwar gefährliche Durchbrüche beschränken, erzielten aber nicht» mehr. Demgegenüber holten die Gießener zwei Tore auf, ja, sie vermochten sogar zwei vorbildlich angelegte Angriffe erfolgreich abzuschliehen und wurden so verdient Sieger. Süddeutsche Fußballmeisterschaft. 3n Süddeutschland nahmen die Endspiele ihren Fortgang. In der Abteilung Rordwest herrschte Dollbetrieb. Der ersatzgeschwächte Main- meister „Eintracht" Frankfurt spielte in Saarbrücken gegen den Fußballverein 0:0, kann allerdings, falls ihm der entgangene Punkt am Ende bet Spiele fehlen sollte, zur Meisterschaft oder zum zweiten Platz da» Spiel wiederholen, da er drei Spieler nach Leipzig abbestellt hatte. Den zweiten Platz verteidigte der DfL. Reckarau erfolgreich durch einen 2:0-Sieg über den Saar- meister Pirmasens und ebenso behielt der FSB. Frankfurt durch einen 2:1-Sieg über Wvrmatia WorinS den Anschluß, während der FSB. Mainz 05 über Waldhof 3:1 siegte und Pirmasens auf den letzten Platz drängte. In Süd- o st gab es nur zwei Endspiele, die beide überraschend verliefen. Der Karlsruher FD. siegte in München gegen 1860 2:1 und rückte auf den zweiten Platz vor. Der an der Spiye stehende 1. FE. Rümberg erlitt bei dem scheinbar „erwachten" DsD. Stuttgart mit 22 einen überraschenden Punktverlust. Waldgirmes siegt imGeräte-Wettkampf Bei dem am Sonntag in Waldgirmes abgehaltenen Geräte-Wettkampf zwischen den Mannschaften der Turnvereine (ADT.) von Waldgir- mes, Rodheim und 2ltzbach trat die Atzbacher Mannschaft nur mit 6 (an Stelle 8) Turnern an. (Bei den beiden anderen (Vereinen muhten deshalb vom Endergebnis die Punktzahlen von ic zwei Turnern abgezogen toerben. Sieger wurde auch in diesem Kampfe wieder Waldgirmes mit 497 Punkten. Atzbach mit 427 und Rodheim mit 426 Punkten belegten knapp hinteremaiGer die Plätze. Die beste Einzelwertung erzielte der Turner Wilhelm Schmidt, WaldgirmeS, mit 84 Punkten. Naunheim qualifiziert sich für die Endspiele im Mrbeiter-Iarn- und Sportbund. .Kickers" Ludwigshafen, der Meister des 10. Kreises verlor am vergangenen Sonntag gegen die Mannschaft von Raunheim, die das erstemal die Aufgabe hatte, den 9. Kreis im Meisteischa'tS- spiel zu vertreten. Das Ergebnis von 6:3 2wren entspricht dem Spielverlauf. Die Raunheimer waren besser. Dor allem zeichneten sie sich tm Sturm und in der Läuferreihe au«. Der Sturm • Der Groß Handels Inder. Die vom Statistischen Reichsamt für den 2 März berechnete GrohhandelSindeLziffer ist mit 99,8 gegenüber der Dorwoche um 0,3 v. H. zurückgegan- gcn. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 95,9 (plus 0,2 v. H.), Kolonialwaren 89,6 (niinu» 1,4 v. H.). industrielle Rohstoffe und den Monatsdurchschnitt Februar stellt sich die GroßhandelSinderziffer aus 99,8 (rninuS 0,2 v. H.), Hauptgruppen: Agrarstofse 94,6 (plus 2,7 v. H). Kolonialwaren 90,5 (pluS 0,1 v. H), industrielle Halbwaren 90,6 (minuS 0,8 v. H.) und industrielle Fertigwaren 121,3 (minus 0,1 v. H). Für Rohstoffe und Halbwaren 91,1 (minuS 1,2 v. H.) und industrielle Fertigwaren 122,2 (minus 2,4 v. H.). • Gebrüder Stollwerk AG., Köln. In der Generalversammlung der Gebrüder Stoll- Werk AG. Köln wurde der dividendenlole Abschluß mit dem (Verlust von 3 396 411 Mark und die Entlastung einstimmig genehmigt. Gs wird somit, entsprechend den Anträgen der Derwallung, zur Beseitigung der HnterbiLan^ und zwecks (Vornahme von Abschreibungen das Stammaktienkapital von 16 450 000 Mark und das Dorzugsaktienkapital von 6000 Mark auf 9 000 000 Mark herabgesetzt. Frankfurt freundlich, dann sehr still. Frankfurt a.TI., 8.März. (WTB. Drahtmeldung.) Der Frankfurter Effektenfreiverkehr zeigte zu Beginn noch recht freundliche Tendenz, nagtbem bereits die 'Abendbörse auf die Einberufung des Zentralausschusses der Reichsbank und die daraus erwartete Diskontsenkung etwas festere Kurie gebracht hatte. Aber schon von Anfang an machte sich doch eine gewisse Unsicherheit bemerkbar, zumal aus dem Auslande verschiedene schwache Kurse gemeldet worden waren und auch die bevorstehende Reichspräsidentcnwahl weiterhin Nervosität verursachte. Daneben bildete der neue Bericht des Instituts für Konjunkturforschung ein hem mendcs Moment, ebenso die Zahlungseinstellung der Vogtländischen Maschinenfabrik in Plauen. Im Verlaufe wurde dann die Tendenz wieder schwächer, weil verschiedentlich Verkaussorders Vorgelegen haben und auch die Spekulation Glattstellungen vornahw. Bei wieder nur kleinem Geschäft stellten sich überwiegend Kursrückgänge ein, die gegen die Abcndbörse etwa 1 bis 1,5 Prozent betrugen. Die Schwächeneigung nahm ihren Ausgang vom Far- benmarkt, an dein das herauskommende Material einen Rückgang der JG.-Aktic um 2 Prozent her- beiführte. Am Montanmarkt bröckelte die Mehrzahl der Kurse nach ihren gestrigen Befestigungen meist um etwa 1 Prozent ab. Schiffahrts-, Kunst- seide- und Bankaktien lagen kaum verändert. Reichs- bank nach anfangs Iprozentiaer Erhöhung gleich- falls wieder gedrückt. Etwas fester lagen nur Me- taügefeUfdjaft mit plus 2 Prozent. An den übrigen Marktgebieten herrschte Geschästsstille. Am Anleihemarkt lag Altbcsitz 0,5 Prozent höher. Nachdem am Psandbriefmarkt gestern abend meist Besserungen bis zu 0,5 Prozent eingetreten waren schwächte sich heute die Mehrzahl der Gold- und Liquidationspsandbriefe wieder um K bis V* Prozent ab. Reichsschuldbuchforderungen gaben nach behaupteter Eröffnung ebenfalls Vi Prozent nach. Fndustrieobligationen waren nur wenig verändert. Von Auslandrenten gingen Türken weiter zurück. Im weiteren Verlauf war das Geschäft sehr ft i 11 und das Gros der Attienpopiere auf dem ermäßigten Niveau etwa behauptet. Teilweise konnten sich einige Papiere, so ZG.-Farben und Reichs- bankanteile, wieder um Bruchteile eines Prozentes erhöhen, die Unsicherheit hielt jedoch weiter- hin an. Berlin etwas freundlicher, später unsicher. (Berlin. 8. März. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Börse eröffnete wieder in sehr ruhiger Haltung. Kursrnäßig lag sie zwar in Erwartung der heutigen Diskonlsenkung zu Beginn etwas freundlicher, d H- eS ergaben sich selbst un Dergleich zu gestern abend bei manchen Papieren noch etwa Iprozentige Besserungen, das Geschäft war aber nicht sehr groß, und verschiedentlich konnte man auch Abgaben beobachten. Hemmende Momente waren neben der anhaltenden älnsicherheit bezüglich der Reichspräsidentenwahl der matte Schluß der gestrigen Reuyorker Börse, der plötzliche Tod Briands. die Insolvenz der Dogtländischen Maschinen AG., der ungünstig 7. Mär, 8.Mär, «mtlidw Jlotlerung UmttUt-e XotUniM mell' Sne' Geld 23riej belftafifo» . Wien 6.643 49-95 6.657 50.05 6.743 49.95 6.757 50,05 $rag 12.465 12,485 12,465 12,485 Cucapeü . 56.94 57.06 56,94 57.06 Sollt 3.057 3.063 3.057 3.063 fcoltaib O41o 169.33 169,67 169.23 169,57 80.92 81,08 81,82 81,98 »ODcnbcfla. 81.82 81.98 82.82 82.98 Eirdbolm 81.67 81.83 82,77 82.93 Loudoo 14.85 14.89 15,02 15.06 Bueiwl Aires 1.073 1,077 1,073 1.077 Äeunod 4.209 4,217 4.209 4,217 örultti 58.54 58 66 58.54 58,66 ilt allen 21.79 21,83 21,79 21,83 Dons 16.55 16.59 16,51 16.55 SthroeU 11.22 81.38 81.20 81,36 Spanien 32 37 32.43 32,37 32.43 Tan-Vg 82.02 82.18 82.02 82.18 .Tav an 1.369 1.371 1.319 1.321 Hh> de flau.. 0.248 0.250 0.248 0.250 Jugoslawien - etifabon 7.433 7,447 7.423 7,437 13.49 13.51 13.64 13.66 Berlin, 7 März Seid flmerttaniltbe Rstte . ..... T2Ö Belgiicke Role» ....... 58.38 58.62 idntldie Role» ........ 81.64 81.96 Englllcke Rcl.-o ........ 14.81 14.87 Ärayeftithe Role»...... . 16.51 16.57 Poltaibriche Role»........ 168.96 169.64 Aiallentidx Role» ....... 22,11 22,19 Rorrregllcke Sotee ....... 80.74 81.06 leuritb-Cefterreidi. 6 100 6<6U:inj — — Rumlnildie Rorea ...... 2.49 2,51 LSiwe«iche Koten........ 81.49 81,81 Schwerer Rolen. ........ 81.04 81 ,36 Gpaniidx Koten......... 32 24 32.36 Dngartiä* Kote» ....... Dortrag von Professor Dr. Fritz Drevermann. Frankfurt a. M. 19.05: „Boulangcrs Glück und Ende". Dortrag von Hermann Wendel. 19.35: Klavier-Konzert. Elaudio Arrau. 20-30: Die letzt« Rächt des Johann Heinrich Merck, Hörspiel von Willy Haa« 2115 Bon London. Symphonie- Konzert 22-30: Kapitän Han» von Schiller spricht über Fahrtprogramme des Luftschiffes Graf Zeppelin für da- Jahr 1932. Srieflasten der Redaktion (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleituna.t Kriegsteilnehmer au» Lützellinden. Adolf H i t< (er trat bei Kriegsausbruch als Kriegsfreiwll« liger in das 16. Bayrische Reserve-Regiment ein. Er hat während de- ganzen Krieges im deutschen Heere Dienst getan, nach dem Kriege gehörte er noch längere Zeit der Reichswehr an. In der Sommeschlacht im Oktober 1916 wurde er schwer verwundet, im Jahre 1918 erlitt er bei Bpern eine Dasvergistung. an deren Folgen er vorübergehend erblindete. Er wurde mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse ausgezeichnet und zum Gefreiten befördert. C. P. 30. Die beiden Häuser werden zusaininen- dewertet. wenn eine wirtschaftliche Einheit vorliegt. Anderenfalls ist das Hau» mit einem Werte von 4000 Mark sondersteuersrei wenn die Wohnfläche unter 70 Quadratmeter, bis zunt 1. 7. 1918 bezugsfertig war und die Belastung nicht mehr als 20 v. H. des Frieden-wertes betragen hat. Bei unbelasteten Grundstücken beträgt die staatliche und gemeindliche Sondergedäudesteuer ungefähr 0,6 v. H. des Frieden-wertes. Taten für Dienstag, x. März. 1858: Der Komponist Ruggiero Leoncavallo in Reapek geboren; — 1917: Graf Zeppelin in Eharlottmrburg gestorben. flirdtüthe J?dd>rid>fen. Evangelische Gemeinden. Mittwoch, den 9. März. Zohanneskircht. 18 Uhr: 5. Passionsandacht. Pfarrer A u - f e l d. katholische Gemeinden. Dienstag, den 8. März. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Freitag, den 11. März. Gießen. 18.30 Uhr: Fastenandacht. Letzte Nachrichten. Oonnerstaq -iundfunkansprache des Herrn Reichspräsidenten. Berlin, S. März. (L71B. Funkfpruch.) Rach den bisherigen Dispositionen dürfte es sich bestätigen, daß der Herr Reichspräsident am Donnerstag um 19.30 Uhr im Rundfunk spricht. Gewinnausjug 5. Klaffe 38. Prevbisch-Sübdeutsche (264. Prestz.) Staats.Lotterie Ohne Gewähr Nachdruck verboten Auf jede gezogene Nummer sind zwei gleich he-br Gewinne aesatlrn, imb zwar je einer aus die Lose gleicher Nummer in den beiden Abteilungen I und H 22. Ziehrmgstag 4. März 1932 3n der heutigen Dormiltaaszichung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 2 »«total« n 10000 «. 91935 6 »«toien« i« 6000 -DL 249701 261488 300336 20 *ttolnnt m 3000 OT. 24932 88302 142326 196094 262916 288356 321146 328981 340707 379184 66 »«ölime |u 2000 500000 W. 201786 6 «-total. |U 10000 42. 17665 56124 224821 10 «tto-nr >» 5000 SB. 37929 175459 184664 212866 250198 16 iu 3000 W. 15404 36726 55501 129520 133713 163210 302593 372465 50 »«tolnat ,» 2000 TL 13293 18548 27007 30616 49225 110145 111438 150206 161039 161631 217387 233209 234948 235572 276648 281662 289015 292859 296198 321324 318927 361499 363142 364565 399366 132 Actounu p» 1000 M. 43374 47457 54284 75940 80313 99165 104803 105835 109433 110470 119806 128001 133175 133925 134155 135770 135949 150151 167104 174066 177587 180908 188301 201797 202833 203075 213999 222112 226960 229046 230162 230362 233031 238060 238129 246215 246704 251707 252845 254264 271162 274229 234381 285122 292202 293623 294451 298231 309123 318188 332154 335521 349017 354090 359099 359626 361199 363080 364436 365957 367298 372728 383296 389190 394821 395112 144 »rtrtrr, » 500 ®. 8067 10978 11401 33832 37793 38906 44071 52026 63730 60327 69230 70838 fO48M 134060 165950 196674 235064 283241 302598 337007 385327 73222 75631 90838 94556 100409 104615 108169 117853 118032 123907 129577 135045 136833 142000 163888 163873 165954 167053 168044 177442 184984 199859 204009 215491 226869 229461 238243 253127 256745 257458 275300 287958 288705 297426 301681 301874 305251 312741 325293 326656 335021 339211 344908 350676 359109 364249 387131 390109 382488 396318 399763 Im @ewbmrabe verblieben: 2 Prämien zu je öOOOOO, 2 Gewinne zu je 75000, 4 zu je 50000, 8 zu je 25000, 50 zu je 10000, 136 zu je 5000, 260 zu Je 8000, 714 zu je 2000, 1408 zu je 1000, 23*2 w te 600. 67M nu fe 400 TO. Zum Schutz ffaltenQündung ^‘panflaviiv^\ undtHiaUung Von Geld ilndÄckk. Vornan von Greie von Gaß. Copyright by Martin Feuchtwcmger, Halle 31. Sortierung. Nachdruck verbaten. Er hob feine Hand zur Stirn, preßte sie für einen Moment dagegen. „Ach ja — das hätte ich fast vergessen: Von dir erwartet sie, daß du die Scheidungsklage gegen sie einreichst." „So, so", sagte Hans-Achim. „Nun, jetzt werde ich meine Zeit nicht damit verlieren, denn es gibt Wichtigeres für mich zu tun." Münchmeyer sah zu ihm auf. Zum ersten Male spürte er, daß Hans-Achim seinem Herzen näherstand als Rose. Der Gedanke, daß er ihn nun auch verlieren sollte, löste einen heftigen Zorn auf Rose in ihm aus. „Eine Kanaille ist sie — eine kleine Kanaille, die man ruhig laufen lassen muß." „Ich denke nicht daran, sie aufzuhalten, Papa." „Vein?" fragte er unsicher. Und dann klagte er: „Es ist gräßlich, daß ich das sagen muß: Ich bin über ihr Fortgehen auch nicht im mindesten unglücklich. Ich sage dir, in dem Moment, als ich erfuhr, was sie mir angetan, haßte ich sie — haßte ich sie wie meinen erbittertsten Feind." Er stützte die Ellenbogen auf die Schreibtischplatte. preßte sich die Handballen in die Augen. Hans-Achim lieh ihn sekundenlang gewähren, dann mahnte er: „Papa, nur nicht die Verven verlieren, die brauchen wir jetzt." Münchmever hob das Gesicht aus den Händen. „Da hast du recht. Aber was werden wir nun anfangen?" „Erstmal Geld beschaffen." „Hm — wie das?" „Deinen Besitz beleihen, verkaufen — einerlei, nur Geld beschaffen. Davon, daß wir hier fitzen und stöhnen, wird nichts besser. Gehen wir"' Sie machten beide eine Wanderung durchs Haus. Wie Schatzgräber suchten sie nach Werten. Noch am selben Tage erschien ein Kunsthändler, den Hans-Achim aufgesucht, in der Villa und kaufte einige wertvolle Gemälde und Skulpturen. Eine ansehnliche Summe kam dafür ein. „So nur weiter", sagte Münchmeyer, „dann schaffen wir's am Ende. Es ist noch viel davon vorhanden. Unnützer Kram, ohne den wir beide uns behelfen können!" In wenigen Tagen befand sich kein einziger Kunstgegenstand mehr im Münchmeyerschen House, kein echter Perser. Aber was dafür einkam, reichte nur dazu hin, um den Zusammenbruch aufzuschieben, nicht abzuwenden. „Du muht Kapital aufs Haus aufnehmen", riet Hans-Achim. „Damit wirst du dich so einigermaßen halten." „Ich will's versuchen", entgegnete Münchmeyer. Geldleute wurden aufgesucht. Verhandlungen eingeleitet, die nicht zum Abschluß kamen. Eine halbe Million auf ein Haus in der Hitzigstrahe zu leihen, war fein Risiko. Aber wo fand man den, der so viel in bar besah? Heber diesem Suchen nach diesem einen gingen Wochen hin. Diele Wochen, die aus einer Reihe qualvoll schwerer Tage geworden. Durch eine Hölle von Angst und Verzweiflung war man in diesen Wochen gegangen. Und sie schien noch immer kein Ende zu haben. Man nahm Anläufe zu aussichtsreichen Unternehmungen, blieb in diesen stecken, weil man Mißtrauen begegnete. „Menschen ohne Geld mißtraut man stets", behauptete Münchmeyer. „Wozu quälen wir uns noch? Das Unglück, das auf dem Wege zu mir ist, holten wir nicht mehr auf. Meine Kräfte find jetzt auch erschöpft. Lassen wir doch alles gehen, wie es will. Gehe ich vollends unter — wer fragt danach? Ich habe keinen Menschen, den mein Schicksal auch nur so viel berührt." Er schnippte mit Daumen und Zeigefinger. Hans-Achim antwortete nicht. Und Münchmeyer schämte sich, daß er das gesagt. Das roch nach Sentimentalität. Pfui Teufel! Was mochte Hons-Achim von ihm denken? Blut stieg ihm ins Gesicht. „Eine niederträchtige Geschichte ist das, daß man ständig auf Mißtrauen stößt", sagte er, wie um den Eindruck des zuletzt Gesagten zu verwischen. „Was kann man nur noch tun, um seine Redlichkeit zu beweisen? Mehr als alles hergeben, was man hat, kann man doch nicht..." „Das allerdings nicht — aber arbeiten müssen wir unverdrossen." Hans-Achim verbiß sich mit Zähigkeit darin: Man muh über alle Schwierigkeiten hinwegkom- men, auch über Mißtrauen, das einem gelegentlich gezeigt wird. Gräßlich ist das natürlich, und man möchte mit Fäusten dagegen angehenI Aber das geht nicht! Die Zähne muh man zusammenbeißen. Und arbeiten muh man, arbeiten. Eines Tages, als er noch Schluß der Dank heimkam, empfing ihn die Braun mit der (Nachricht, daß seine Mutter auf ihn warte. „ Frau Geheimrat wartet im Wohnzimmer. Ich habe sie da hineingeführt, weil das doch der einzige wohnliche Raum im Hause ist." Aus ihren Worten klang deutlich der Vorwurf: Ihr habt das Haus verwüstet, leer geplündert, daß man nicht einmal mehr einen Gast hinein* lassen kann. Hans-Achim lächelte. Gr ging ins Wohnzimmer. „Guten Tag, Mama? Wie gut von dir, daß du zu mir gekommen bist." Er kühte ihre Hand. „Ich bringe dir eine erfreuliche Rach richt, Hans-Achim. Friedrich wollte sie dir telephonisch übermitteln; aber ich ließ es nicht zu, aus Egoismus, Hans-Achim, weil ich sehen will, wie du dich freust." „Was ist es denn, Mama?" Er hielt ihre Hand fest. Sie sah mit strahlenden Augen, die sich plötzlich mit Tränen füllten, zu ihm auf. „Ich komme fben aus der Freisinger Straße. Eva ist heute mittag von Zwillingen entbunden." Mit bebender Stimme hatte sie ihre Mitteilung gemacht, und nun weinte sie an Hans-Achims Halse: sie schien es ganz vergessen zu hoben, sich an der Freüde Hans-Achims, die vorläufig auch noch gar nicht vorhanden war, zu weiden. Er strich über der Mutter zuckende Schulter. „Warum bist du so aufgeregt, Mama? Geht es Eva nicht gut?“ „Doch — sehr gut! Sie ist fo unbeschreiblich glücklich." „Ra also! Dann wollen wir es doch auch sein, Mama." Er löste ihre Arme von seinem Halse und sah ihr ins Gesicht. „Gott, so lange habe ich dich nicht gesehen — Eva nicht und nichts — nichts von euch gehört. Es ist unverantwortlich von mir, daß ich mich nicht um euch gekümmert habe." „Mache dir keine Vorwürfe, Hans-Achim, ich hätte ja auch schon früher zu dir kommen können. Gin paarmal habe ich versucht, dich telephonisch zu erreichen — aber jedesmal vergebens. Heute erfuhr ich, daß Rose verreist ist. Wann wird sie wiederkommen?" „Gar nicht, Mama! Rose hat sich von mir getrennt.“ „Getrennt? — Wio soll ich das verstehen?" „Sie hat mich ersucht, die Scheidungsklage einzureichen." Die Mutter sah ihn mit großem, fragendem Blick an. „Ich verstehe nicht, daß du danach noch hier im Hause bist?" Ein bitteres Lächeln war in seinen Mundwinkeln. „Ich habe noch keine Zeit gehabt, mich nach einer anderen Wohnung umzusehen — ich bin hier auch noch nicht abkömmlich." Er führte die Mutter zum Sofa. „Setzen wir uns, Mama, und wenn es dir recht ist, sprechen wir nicht weiter über diese unerfreulichen Dinge. Erzähle mir, bitte, von Eva!" „Später, Hans-Achim! Jetzt mußt du von dir erzählen. Ich kann es dir nicht ersparen. Wie kommt es denn, daß du noch immer hier bist, trotzdem Rose fort ist. Du sagtest vorhin: du seist noch nicht abkömmlich. Wie soll ich das verstehen?" „Papa Münchmeyer hat mich nötig. Es geht ihm eben nicht glänzend." „Ach! — Ja, das dachte ich mir schon. Als ich heute dieses Haus betrat, ist mir ausgefallen, daß es anders in ihm aussah wie einst. — Ihr habt Personal entlassen?" „Die Diener. Papa Münchmeyer unb ich brauchen keine. Wir finden, daß die alte Braun und ein Dienstmädchen für den Haushalt genügen. Es ist uns so viel gemütlicher." Sie sah ihn von der Seite an. „Ra, hör mal, da muh es aber sehr trübe bei euch aussehen, denn daß Münchmeyer seine Diener nur deshalb entlassen hat, weil er es gemütlicher ohne Diener findet, das glaube ich nicht. Ebensogut könnte ich glauben, er hat feine Kunst- schätze und Teppiche aus dem Grunde verkauft, weil sie ihm lästig waren." Hans-Achim sah einen Augenblick vor sich nieder; dann gestand er: „Er hat fie verkaufen müssen, um geschäftliche Verluste zu decken." Sie schüttelte mit dem Kopfe. „Herrgott, wie schade — diese herrlichen Sachen! Es war gewiß schwer für ihn, sich von ihnen zu trennen.“ „Das ist mir nicht ausgefallen, Mama - ich glaube es auch nicht. Weißt du, ob ein Mann in einem Augenblick, wo es um Sein und Richtsein geht, nach so etwas fragt? Ich kann es mir nicht denken.“ „Um Sein und Richtsein?" wiederholte fie fragend. Und nun muhte Hans-Achim erzählen, ganz ausführlich. Sie tupfte mit ihrem Taschentuch die Augen ab. „Was meinst du? Schreibe ich Münchmeyer ein paar Zeilen?" „Tue es! Es würde ihn gewiß freuen." „Aber was soll ich als Vorwand nehmen?" Sie sah ihn fragend an. „Das freudige Familienereignis.“ „Und die Millionenerbschaft der Schadows —" „Was denn, Mama — ist die denn sicher?" „Ach Gott, davon weiht du auch nichts? Die kommt ja in allernächster Zeit zur Auszahlung —■ I im ganzen acht Millionen Dollar. Taube hat bereits durch das amerikanische Konsulat einen Vorschuh darauf erhalten." „Das ist ja großartig! Freut mich für Friedrich und Eva. Was werden sie denn anfangen mit all dem Geld?" „Das fragt sich Friedrich auch. Eva ist dafür, ein Gut zu kaufen. Du sollst es ihnen verwalten." Er lächelte. „Run, sie wird einen besseren Verwalter finden als mich. Und all ihr Geld fömte»4ie doch nicht in ein Gut stecken?" „Rein, natürlich nicht! Friedrich äußerte gestern die Absicht, sich bei dir und Münchmeyer Rat zu holen, wie das Geld am besten anzulegen sei." Hans-Achim sprang auf. „Du, Mama, das schreibe Münchmeyer — das x wird ihn freuen. Und Friedrich überrede, daß er sich wirklich an ihn wenden soll; bann kommt alles wieder ins richtige Gleis." Die Klingel schrillte durchs Haus. Ottilie horchte erschrocken auf. „Münchmeyer kommt doch nicht etwa?" Hans-Achim ging zur Ti^r, öffnete sie einen Spalt breit und horchte hinaus. „Er kommt, Mama! Aber bitte, nicht ausreihen! Ich will ihn auf deinen Besuch öorbereiten. Ihr sprecht euch gleich aus — das wird besser fein als schreiben!" „Ach, Hans-Achim! Ich weiß nicht, das kommt mir doch sehr überraschend." Sie errötete wie ein junges Mädchen. „Warte nur ab, Mama, es wird alles gut gehen. Ich schicke ihn dir." Er verlieh das Zimmer. Ottilie sah ihm nach, die Hand auf ihr wild klopfendes Herz gepreßt* Daß Ottilie Tönnies in fein Haus gekommen war, überraschte Münchmeyer freudig und peinlich zugleich. Zum ersten Male wurde ihm bewußt, daß die Veränderungen, die sich in seinem Hause vollzogen hatten, beschämend für ihn waren. Sie zeugten von seiner Untüchtigkeit — von seinem Leichtsinn. Blut stieg ihm in die Stirn, als er sich über Ottilies Hand neigte. (Fortsetzung folgt) ^umXachenvon Qemusen.: MAGGI5 Fleischbrühe Heute abend 8 Uhr im Caf6 Leib Ministerialrat v. Keudell-Berlin Pfarrer Veith-Frankfurt a. Main B9f|hn| in hervorragender — -50 qm «««• | QualitätkaufenSie 0311611 am billigst, nur bei 01463 am billigst, nur bei Nähe Schiffenberg. Weg zu verpachten. Ludwigstr. 33 H. v. Es werden auch Gardinen nur zum Spannen angenommen Rudolf Blum, Gießen, Steinstraße 63 MM—n—— 1450 D Hindenburg od« Hitler 1858 D Deutschs SolVsparrtet Wir bitten unsere Mitglieder und Freunde, sich an der heute abend, 8 llhr, im Cafs £d6 stattflndenden Hindenburg-Kundgebung recht zahlreich zu beteiligen. 13570 Ortsgruppe Gießen: Oer Vorstand. 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Mär;, bis Montag, den 14. Mär; 1932, zur Einsicht auf der Bürgermeisterei offen. 1847V Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Rieder-Bessingen, den 6. März 1932. Hess. Bürgermeisterei Nieder-Bessingen. Steuernagel. Herzliche Einladung!! Pastor H. Waldschmidt, Zell (Oberhess.) hält vom 4. bis 13. März 0145/ MM Bomioe über sehr wichtige, zeitgemäße Lebensund Ewigkeitsfragen. Dienstag: „Das Ende des Mammons Mittwoch: „Der wahre Gottesdienst. Täglich 8V. Uhr abends lSonntags 4 Uhr nachmittags) im Saal »Aabevrafteu* Landgraf-Philivv-Platz 91. Eintritt frei! Eintritt frei! tetiiscterWnÄiiil Donnerstag, den 10. muri. 20.15 Uhr Im großen Httrsaal der üniversitMt Ausführende: Das Kammerorchester der Volkshochschule. 1836D Solisten: Blinna Wolf (Sopran) Paul Schmidt (Baß) Leitung: Prana Bauer jr. Sinfonien von Mozart und Joh. Stamitz Bauernkantate: „Mer han en neue Oberkeet“ v. J. Seb. Bach. Eintrittskarten zu 0.80 EM. bei E. 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