Nr. 6 Erstes Blatt 182. Jahrgang 8reitag, 8. Januar 1932 Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Pn«! Bitt Ptrlflj: vrW'Ich« Hnw«rfiIS1r-v»ch' und Strindruck-rel H. Voitge in «ie&en. Sdjriftltitung und StschSftsftelle: $*n!ffraf|e 7. Lrscheiat täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat m Bild • Die Scholle Monatr-Vezogrpretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Jllusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsvrechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift sür Drahtnachrichten^ Anzeiger riehen. Postscheckkonto: ßranlsurt am Main 11686. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Re. klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Will). Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.TKyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Um die Verlängerung der Amtsdauer Hindenburgs. Oer Reichskanzler nimmt mit Hitler Fühlung. — Rücksprache mit den anderen Führern der Harzburger Opposition. Oer Reichspräsident. Das Schicksalsjahr 1932 birgt für das deutsche Volk Entscheidungen, deren Folgen unübersehbar sind. Dazu gehört vor allem die Wahl des Reichspräsidenten, zumal die politische Entwicklung das QImt des Reichspräsidenten mit einer Macht und mit einer Verantwortung aus- gestattet hat, für die sich unter gegebenen Verhältnissen in der Geschichte kein Gleichnis findet. Erinnern wir uns, daß der Reichspräsident verfassungsmäßig den Reichskanzler zu bestimmen hat, wobei er an parlamentarische Mehrheiten in keiner Weise gebunden ist. Hindenburgs Amtszeit findet verfassungsmäßig im Frühjahr 1932 ihr Ende. Es liegt eine Tragik Darin, daß Hindenburg von der nationalen Mehrheit des deutschen Volkes auf den Schild erhoben wurde, daß aber die politische Entwicklung dazu führte, daß die Wähler Hindenburgs von 1925 nicht immer und zu jeder Zeit mit der hohen Auffassung übereingcstimmt haben, die Hindenburg der Reichspräsidentschaft verliehen hat. Hindenburgs große staatspolitische Tat ist es, die Reichspräsidentschaft höher gestellt zu haben als jede andere soziale oder politische Verbundenheit. Gewiß gehört das zu seiner überragenden Persönlichkeit, deren Größe und Geschlossenheit sich immer wieder offenbarte, an der sich das deutsche Volk aufrichten konnte, als die Widerstandskraft des deutschen Dolksheeres nach unsterblichen Taten gebrochen war. Heute ist Hindenburg außenpolitisch die stärkste Kraft, die das deutsche Volt und das Deutsche Reich einzusehen haben, eine Tatsache, vor der sich auch die Parteien beugen, die Hindenburg 1925 bekämpft haben. Der große alte Mann, wie Hindenburg ehrfürchtig von allen Völkern genannt wird, ist groß auch durch die politische Klugheit und Besonnenheit, mit Der er sein Amt vom ersten Tage an geführt hat. 3ft es nicht wieder eine Tragik, die erschüttern muß, daß sich das deutsche Volk in seiner übergroßen Mehrheit noch nicht einig ist, oder noch nicht einig werden kann darüber, Hindenburg wieder zu wählen? Daß der Reichspräsident sich nicht selbst zur Wahl drängt, ist sicher, daß er aber eine Wiederwahl anneh - inen wird, wenn das deutsche Volk ihn ruft, ist bei dem hohen Pflichtgefühl des großen alten Mannes ebenso fiter. Hindenburg wird am 2. Oktober d. 3. 85 3ahre alt, aber dieses Alter ist geweiht durch vorbildliche Treue. Wenn Hindenburg eine Reichsregierung stützt und hält, die dies tut und das läßt, immer im Einverständnis mit dem Reichspräsidenten, so wird die Entwicklung, so wird die Geschichte auch dies rechtfertigen. Es gehört wohl die ganze seelische Gröhe Hindenburgs dazu, um nicht Schmerz und Bitterkeit Darüber Raum zu geben, daß nicht baä ganze deutsche Volk auf seinen Mahnruf hören will: einig und treu zu sein. Diese Einigkeit und Treue braucht das deutsche Volk, um von dem Fluß der außenpolitischen Geschehnisse nicht überwältigt zu werden. Ueberlegen wir doch, daß die Taktik Frankreichs fast mühelos das Spiel gewinnen muh, wenn es weiß, daß ihm ein parteipolitisch zerrissenes deutsches Volk gegenüber- fteht. 3st es nicht mehr als Verblendung, wenn die politischen Parteien selbst Schützengräben gegeneinander aufwerfen, wenn sie Fronten bilden gegen ihre politischen Gegner, statt sich mit Leidenschaft und Energie für eine geschloffene Einheitsfront nach außen einzu- letzen. Es steht wirklich mehr auf dem Spiel als Glück oder Ende einer politischen Partei, Denn sie alle sind menschliche Gebilde, die auch dem Gesetz des Verfalls unterliegen. Was auf dem Spiel steht, ist etwas ganz Großes: das Schicksal von Staat und Volk. Denn eine neue Riederlage in dem diplomatischen Ringen um die Tributlast muß furchtbare Folgen haben. An diese ungeheure Verantwortung soll und muh jeder Denken, Der sich berufen fühlt, am Web- ftuhl des deutschen Schicksals mitzuwirken. Schon find die Maulwürfe an der Arbeit, um gegen das deutsche Volk die öffentliche Meinung der Erde zu mobilisieren. Wie kann sich ein großes Volk, das wir noch immer sind und sein wollen, die Achtung der Gegner erzwingen, wenn wir uns unmittelbar vor Der Entscheidung über das deutsche Schicksal in widerwärtiger Parteisucht zugrunde richten? Ehe Die Entscheidung über das deutsche Schicksal gefallen ist, kann und darf es keinen 'Wechsel in der Persönlichkeit des Reichspräsidenten geben. Der Reichskanzler hat in zwölfter Stunde das getan, was er schon früher hätte tun sollen, Tuchfühlung zu denPar- teien der Rechten zu gewinnen, ohne die die Entscheidung über die Wahl eines neuen Reichspräsidenten nicht fallen kann. Oie Rechtslage. Nach Artikel 40 der Reichsoerfassung beträgt die Amtsdauer des jeweiligen Reichspräsidenten sieben Jahre. Generalfeldmarjchall von Hindenburg ist am 26. April 1925 gewählt worden und hat am 29. April die Annahme der Wahl erklärt. Am 5. Mai erfolgte die amtliche Feststellung des Wahlergebnisses, am 12. Mai die Vereidigung des neuen Reichspräsidenten vor Dem Reichstage. Die Ansicht Der zuftänDigen Stellen geht Dahin, Daß Die ArntsperioDe mit Dem Tage Der Erklärung Der Wahl begonnen hat. So wäre am 5. M a i D. Ä. Die Amtszeit Des Herrn von Hindenburg abgelaufen. Bis Zu diesem Tage müßte ein Nachfolger gewählt sein. Nach Dem Gesetz über Die Wahl Des ReichspräsiDen- ten vom 4. Mai 1920 hat Der Reichstag Den Wahltag zu bestimmen. Die Wahl muß Durch Die Gesamtheit Der Wählerschaft erfolgen. Bekanntlich ist unter Der Präsidentschaft von Fried- rich Ebert zweimal Durch Beschluß Des Reichstags Diese Bestimmung außer Kraft gefetzt unD Die AmtsDauer Des Damaligen Präsidenten verlängert roorDen. Es kann Deshalb kein Zweifel Darüber bestehen. Daß Der Reichstag Das Recht be- sißt, Dur *e inen Beschluß mit qualifi» vierter Mehrheit Die AmtsDauer Des Herrn von Hindenburg flu verlängern unD eine Wahl Durch Das Volk überflüssig zu machen. Das entspringt sicher Dem Wunsche Der großen Mehrheit Der Deut- schen Wählerschaft, besonders im jetzigen Zeitpunkt hochgehender Erregung unD wirtschaftlicher Depres- fion. Die qualifizierte Mehrheit für verfassungs- änDernDc Bestimmungen erforDert aber zwei Drittel aller Abgeordneten. Die Opposition Der äußersten Rechten unD äußersten Linken (Nationalsozialisten, Kommunisten, Linkssozialisten) zählt aber 193 AbgeorDnete. Das ist genau ein Drittel von 577 MitglieDem Des Reichstags. Die Reichsregierung muß sich klar Darüber werben, ob sie ein Gesetz vorlegt. Das eine Verlängerung Der laufenDen ArntsperioDe oder aber einen neuen Wahltermin vorschlägt. Sie wirD Deshalb Durch Verhandlungen mit allen in Betracht fommenDen Parteien prüfen, welcher Der beiDen Wege eingeschlagen roerDcn muß. Oie ersten Besprechungen zwischen Brüning-Groener-Hiiler. Berlin, 7. Ian. (TU.) Don Der NSDAP, wird parteiamtlich mitgeteilt: Adolf Hitler wurde am Dienstag, 5. Januar, telegraphisch zum Reichsinnen. Minister Groener zu einer Besprechung nach Berlin gebeten. Der Führer der NSDAP, hatte gestern, Mittwoch, 20 Ahr, mit dem Reichsinnenminister Groener und heute, 7. Januar, nachmittags, mit dem Reichskanzler Brüning und dem Reichsinnenminister Groener eine Besprechung, deren Gegenstand die Reichspräsidentenwahl war. Adolf Hitler hat sich feine Stellungnahme dem Reichskanzler gegenüber Vorbehalten, um vorher den Parteien der nationalen Opposition seine Auffassung milzuteilen. Wie von der Regierung mitgeteilt wird, galt die Unterredung der Frage einer möglichen Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten von Hindenburg. Der Termin ist verfassungsmäßig vom Reichstag feft- jn legen. Line Verlängerung der Amtszeit Hindenburgs mühte von einer Zweidrittelmehrheit beschlossen werden. Die Person des Reichspräsidenten bedeutet, das ist gerade in diesen lagen bei Gelegenheit der Neujahrsansprache wieder einmal ganz deutlich geworden, mit das stärkste A k t i o u m , das Deutschland in der Dell besitzt. Line Wiederwahl des Reichspräsidenten von Hindenburg würde schon deshalb von größter Bedeutung sein. Bisher ist nur die Haltung der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei zu einer dahingehenden Jnifiatioe ungeklärt, obwohl in letzter Zeit, so z. B. in Form der Neujahrsglückwünsche Hitlers an den Reichspräsidenten, eine gewisse Bereitschaft zur Anerkennung der ersterwähnten Tatsachen zu erstarken scheint. Da es äußerst wünschenswert wäre, diese Frage schon vor den demnächstigen internationalen Konferenzen klarzustellen, ist die Besprechung zwischen dem Reichskanzler, dem Reichswehr- und Jnnenminiffer und dem Führer der Nationalsozialisten im wesentlichen zu diesem Zwecke anberaumt worden. Die Besprechung, die Adolf Hiller bereits am Mittwoch mit dem Reichsinnenminister Groener gehabt hat, ist bis Donnerstag abend geheimgehalten worden. Der Wunsch zu dieser Unterredung ging von Groener als dem für Verfassungsfragen zuständigen Reichsilrnenmini- ft e r aus. Die heutige Besprechung, an der auch der Reichskanzler Brüning teilnahm, fand gleichfalls im Reichsinnenministerium statt und dauerte von 16 bis 17.30 Uhr. Um 17.30 Uhr begab sich der Reichskanzler zurück in die Reichskanzlei zu der dort zu diesem Zeitpunkt angesehten Konferenz mit den nach Berlin berufenen deutschen Botschaftern. Die Unterredungen wurden, wie von beteiligter Seite versichert wird, in durchaus freund- schaftlicherForm geführt. J n Kreisen der Nationalsozialisten sah man in ihnen die Anerkennung der Tatsache, daß auch die Reichsregie- rung an der nationalsozialistischen Bewegung nicht vorübergehen könne, zumal eine so wichtige Frage wie die in Den Besprechungen angeschnittene ohne die NSDAP, nicht zu entscheiden sei. Jn unterrichteten Kreisen unterstreicht man ferner den von dem Parteiführer der NSDAP, für seine Stellungnahme gemachten Vorbehalt einer vorherigen Fühlungnahme mit den übrigen Parteien der nationalen Opposition. Man glaubt auch in nationalsozialistischen Kreisen, daß die NSDAP, bezüglich der Wahlen nicht nur in Preußen, sondern auch im Reich bestimmte Zusagen erwarte, die es ihnen ermöglichen würden, sich zur Lntscheidung der Frage einer Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten aktiv einschalten zu lassen. Wie wir erfahren, hat Adolf Hitler sich darauf sofort mit den Führern der übrigen der „nationalen Opposition- angehörenden Organisationen in Verbindung g e s eh t, um sie über die Besprechung zu unterrichten und um ihre Auffassung zu der Frage einer Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten zu erfahren. Jm Laufe des Abends, wahrscheinlich aber erst morgen vormittag, wird eine Zusammenkunft der Führer der „nationalen Opposition- ftaft- ftnden, in der die Haltung dieser Organisationen geklärt werden soll. Jm Anschluß daran wird dann der Führer der NSDAP, erneut mit dem Reichskanzler und mit Reichsminister Groenerzusammenkommen.um ihnen die Frage zu beantworten, die sie ihm oorgelegt haben. Diese Besprechung wird am Freitagnachmittag oder am Samstag stattfinden, je nachdem, wie schnell es gelingt, eine Klärung innerhalb der Harzburger Front herbeizuführen. Aus der bisherigen Haltung Hitlers geht jedenfalls hervor, daß er großen Wert darauf legt, in Uebereinftim- mu n g mit den anderen Faktoren dieser Verbindung vorzugehen. Lebhaftes Presseecho. Hai Hitler Bedingungen gestellt? — Kommt eine Einheitsfront für Lausanne?. Berlin, 8. 3an. (ERB.» Die Morgenblätter beschäftigen sich alle in großer Aufmachung mit den Besprechungen des Reichskanzlers mit Adolf Hitler und mit den sozialdemokratischen Führern über die Frage der Wiederwahl des Reichspräsidenten v. Hindenburg. Die „D o s s i s ch e Zeitung" bezeichnet die Behauptungen, daß Hitler politische Bedingungen für seine Zustimmung zur Wiederwahl Hindenburgs gestellt habe, schon deshalb als unzutreffend, weil der Reichspräsident seine Zustimmung zur Verlängerung seiner Amtsperiode ausdrücklich an die Voraussetzung geknüpft habe, daß alle Parteien ohne politische Bedingungen sich mit seiner Wiederwahl einverstanden erklärten. — Der „V o r w ä r t s". der mitteilt, daß die sozialdemokratischen Vertreter dem Kanzler erklärt hätten, die Entscheidung müsse ihrer Reichstagsfraktion überlassen bleiben. schreibt, nie und nimmer könne die sozialdemokratische Reichstagsfraktion daran denken, ein zwischen der Reichsregierung und der Rechten etwa abgeschlossenes Handelsgeschäft durch ihre Mitwirkung rechtskräftig werden zu lassen. Voraussetzung für jede Erwägung des Planes durch die sozialdemokratische Reichstagsfraktion sei die vollkommenste Sicherheit dafür, daß den Rechtsparteien keinerlei Gegcnlei st ungen für ihr Entgegenkommen in Aussicht gestellt würden. Andernfalls müsse die sozialdemokratische Reichstagsfraktion Gegenforderungen und Gegenbedingungen aufstellen. Der ,.D ö rs en k ur i e r" beschäftigt sich in der Hauptsache mit der Haltung der Deulschnationalen, die sich nach Auffassung des Blattes „kostbar" machten. Was werde denn von den Parteien verlangt? Etwa Preisgabe ihrer Glaubensbekenntnisse oder Verzicht auf Machtmöglichkeiten? Sie sollten verhüten helfen, daß Deutschlands Außenpolitik und Wirtschaft im schwierigsten Augenblick durch eine Präsidentenwahl zerrüttet to erben. Zu dieser nationalsten, völlig überparteilichen Aufgabe seien sie eingeladen. Es scheine, daß gerade in Hitlers Kreis das verstanden worden sei. - Die .Börse n z e i 1 u n g" berichtet, das; Hitler die Zustimmung seiner Partei zur Verlängerung der Amtszeit des Reichspräsidenten unty Ederem auch davon abhängig gema ch i habe, daß sich der Kanzler nicht länger weigern solle, d i e Legalität der RSDAP. in aller Form anzuerkennen. Weiter soll Hitler Garantien für die ordnungsmäßige Ausschreibung der P re u ß e n w a h le n und eine den Wahlergebnissen entsprechende Reu- bildung der preußischen Regierung verlangt haben. Auch für das Reich dürfte er einen Anspruch auf baldige Reuwahlen angemeldet haben. Der „T a g" ist der Auffassung. daß eine Verlängerung der Amtsdauer des Reichspräsidenten schon deshalb ein Entgegenkommen an den Kanzler bedeute, weil dieses Verlangen ausdrücklich von der Reichsregierung ausgegangen sei. Das Blatt hält c8 für sicher, daß Vereinbarungen in dieser Frage ohne wefteres die Erfüllung gewisser Bedingungen gegenüber der nationalen Opposition voraussetzen. Es spricht ebensalls in diesem Zusammenhang von den Preußen- Wahlen. Bei der Forderung des Kanzlers sei weiter zu bedenken, daß ihre Unterstützung auch eine gewisse Festlegungin außenpolitischen Fragen bedeuten könne. Wenn eine Vereinbarung zustande käme, so könne der Kanzler diese Einheitsfront auch in Lausanneins Feld führen. Diese Einheitsfront würde Gefahr laufen, in allen ihren Teilen später für die Außenpolitik des Kabinetts verantwortlich gemacht zu werden, auch wenn diese Außenpolitik wieder Formen annähme, die sich nicht sehr von dem bisherigen System unterschieden. Wie stellt sich die Sozialdemokratie? Besprechung des Reichskan lcrs mit den sozialdemokr atischen Führern. Berlin, 7. Jan. (ENB.) Wie wir erfahren, wird Reichskanzler Dr. Brüning heute um 21 Uhr die Führer Der SoflialDemofratic Die Abgeordneten W e l s und Dr. Breitscheid, empfangen. In politischen Kreisen nimmt man an, daß diese Besprechung, Die aUerDings schon seit einer Reihe von Tagen vorgesehen war, Demselben Thema gelten roirD, Das Der Kanzler heute nachmittag mit ADolf Hitler besprochen hat, nämlich Der urage einer Verlängerung Der Amtszeit Des ReichspräsiDenten von ^.Hindenburg. 3n sozialdemokratischen Kreisen geht Die Stimmung Dahin, Daß man grunDsätzlich bereit wäre, eine Verlängerung Der Amtszeit mitflu- machen, unD zwar auch Dann, wenn Die National- foflialiften für sie stimmen roürDcn. Zunächst roerDen Die SoflialDemofraten aber freilich wohl erst einmal flu klären versuchen, ob Den Nationalsozialisten für ihre Zustimmung irgenDwelche Zugejtänd- nisse gemacht roerDen, unD Davon roirD schließlich Die enDgültige Haltung Der SozialDemokraten ab- hängen. Bombenanschlag auf den Kaiser von Japan. Niemand verletzt. — Ter Täter verhaftet. Tokio, 8. Jan. (WTB. Funkspruch.) Auf Den Kaiser von Japan wurde während seiner Rückfahrt von einer mititärischen Parade eine Bombe geworfen. Die Bombe platzte neben einem wagen, der hinter dem des Kaisers fuhr. Ls wurde niemand verletzt. Der Täter, ein Koreaner, wurde sofort verhaftet. Lr hatte eine zweite Bombe in der Tasche. Eine Intervention der Mächte gegen Japan. Amerika fürchtet Verletzung der offenen Tür in der Mandschurei. W a f t) i n g t o n, 8. Ian. (TU.) Die Vereinigten Staaten, England und Frankreich haben beschlossen, wegen Der allgemeinen Lage in Der ManDschurei gleichzeitig SJorftellun« gen DringcnDfter Art in Tokio flu erheben. Hohe Beamte gaben Den DringenDen und umfassenden Charakter Des gern einfamen Schrittes zu, Der weit über alle bisherigen Vorstellungen hinausgehen roerbe. Außenminister S t i m f o n sanDte heute Der chinesischen unD Der japanischen Regierung eine iDen» tische Note, Deren Wortlaut er Den hiesigen Vertretern der Unterzeichner Des Neun-Mächte-Vertrages übergab. In Der Note heißt es. Durch Die kürzlichen militärischen Vorgänge um TschintschauseiderletzteRestderchine- f_ifd)en SBerroaltungsautorität in der Südmandschurei zerstört Die amerikanische Regierung könne eine de facto bestehende Lage nicht als eine de jure bestehende betrachten. Sie roerbe keine Abkommen zwischen den beiden Regierungen nnertennen, welche die vertraglichen Rechte der Vereinigten Staaten in China verletzten. Amerika werde auch kein Abkommen anerkennen, daß gegen den Kclloggpakt verstoße. Stimson bemerkte hierzu, Amerika zweifle Japans Vertragsrechte in der Mandschurei nicht an, und es beabsichtige nicht, sich damit zu befassen. Es wolle sich auch nicht in ein japanisch.chinesisches Abkommen zur Beilegung des gegenwärtigen Konfliktes einmischen unter zwei Bedingungen: Nichts in einem derartigen Abkommen darf Amerikas Rechte bezüglich der offenen Tür verletzen; zweitens darf das Abkommen nicht unter Verletzung der im Kellogpakt festgelegten Methoden erreicht werden. Was wir- in Lausanne herauskommen? Mutmaßungen über eine mögliche Reparationsregelung. London, 8. Jan. (END. Funkspruch.) „Financial News" schreibt, in gut unterrichteten Kreisen werde folgende Reparativ ns» regelung als möglich beeichnet: Die Lausanner Konserenz werde ein zweijähriges Morqtori um genau nach dem Voung- p l a n beschließen. Die ungeschützten Annuitäten sollen Deutschland zurückgeliehen werden. Dann werde sich die Konferenz bis zum Juni vertagen, wo eine inzwischen von Ausschüssen vorbereitete endgültige R e g e l u n g . versucht werden solle, die von einer entsprechenden Neuregelung der Schuldenvereinbarung mit Amerika abhängig sein würde. Man hoffe, daß die Vereinigten Staaten ihre Haltung ändern würden, wenn alle Parteien Opferbereitschaft zeigten. — „Daily Telegraph" hört, daß die Idee, die Lausanner Konferenz sollte praktische Pläne B18 nach den französischen Wahlen aufschieben, von dem englischen Kabinettsausfchuh für die Reparationen ebensowenig gebilligt werde, wie der andere Vorschlag eines „elastischen" Moratoriums. Man sei der Meinung, in beiden Fällen werde nicht genügend Rücksicht auf gewisse politische und psychologische Faktoren genommen. Oer Wahnsinn von Versailles. Die Reparationen als Quelle des Mißtrauens in der Wcltvolitik. Paris, 7. Jan. (WTB.) Im „Paris Midi" macht der bekannte Wirtschaftspolitiker Ro'mier den Urhebern des Versailler Vertrages den Vorwurf, sie hätten jedes Verständnis für die geschichtliche und wirtschaftliche Bedeutung des Begriffs .Kriegs, entschädigung" vermissen lassen. Um jährlich seinen Gläubigern eine Annuität in der bekannten Höhe zu zahlen, müsse der Schuldner sich auf die eine oder die andere Weise eine außerordentliche Einnahmequelle verschaffen, denn wenn er aus seinen normalen Einnahmequellen zahlen würde, würde er chronisch bankerott machen und die Schulden würden auf diese Weise unmöglich einzutreiben sein. Der Mecha- nisinus der internationalen Schulden habe sich als gebrechlich und zugleich als schädlich erwiesen. Nicht nur habe er periodisch die Beziehungen zwischen Frankreich und Deutschland vergiftet, sondern, und darauf werde so wenig geachtet, unaufhörlich den Gei st des Mißtrauens zwischen Frankreich und seinen einstigen Verbündeten genährt. Solle man nun einfach einen dicken Strich durch das alles machen? Das wohl nicht. Nötig aber sei, während des Moratoriums abstrakte Rechnungssormeln durch ein System reeller Kompensationen und Hypotheken zu ersetzen, die auf einer internationalen Gen, einschaft der Gläubiger und Schuldner beruhten. Laval will ein Kabinett her nationalen Einigung. Umbildung des Kabinetts. — Briand soll durch paul-Boncour erseht werden. Heranziehung der Radikalen. - Oie Wahl wirst ihre Schatten voraus. P a r i». 8. Ian. (IBXB. Funkspruch.) Die gesamte Morgenpresse ist der Auffassung, Ministerpräsident Laval werde wahrscheinlich den Tod des Kriegsmini st ers Maginot dazu benutzen wollen, dem Präsidenten der Republik die 0t- samtdemisslon des Kabinetts anzubieten. Diesem Schritt dürfte die Annahme zugrunde liegen, daß Briand dann aus Gesundheitsrück- sichten zurücktreten werde. Der Präsident der Republik würde jedenfalls sicher wieder Laval mit der Neubildung des Kabinetts betrauen, um ihm so Gelegenheit zu geben, eine Konzentrationsregierung auf breiterer Grundlage zu bilden. „Petit parisien" glaubt. Laval werde spätestens am kommenden Mittwoch die Gesamtdemission des Kabinsslls dem Präsidenten der Republik anbieten. Es liege kur; vor der Konferenz von Lausanne und Genf im offensichtlichen Interesse Frankreichs, das Ministerium auf eine breitere Grundlage zu stellen und möglichst eine nationale Einheitsfront sämtlicher Parteien zu schaffen. Briand habe in letzter Zelt wiederholt dem Ministerpräsidenten zu verstehen gegeben, wie beschwerlich für ihn die mit der Konferenz verbundenen Mühen sein würden. — Ebenso sehen viele andere Blätter in der Gesamtdemission des Kabinetts die wahrscheinliche Lösung, zu der sich Laval entschließen werde. Sie verkleinern dabei aber nicht die Schwierigkeiten einer Neubildung des Kabinetts für Laval. Wenn Laval tatsächlich daran gedacht haben sollte, ein Ministerium der nationalen Einheitsfront nur unter Einschluß der Sozialisten zu bilden, dann müßte die Antwort, die ihm der sozialistische „P o p u l a i r e" heute in einem Artikel des Abg. Frossard gibt, genügen, um Laval zum Verzicht auf dieses Projekt zu bewegen. Das Blatt schreibt nämlich: Wenn Laval mit dieser Idee spielt, die in Franklin Bouillon ihren geistigen Vater hat und deutlich wird, welchen Empfang er damit bei den Sozialisten findet, dann geschieht dies alles doch nur, um zu versuchen, die Radikalen in die erweiterte Mehrheit hineinzubekommen. Diese Operation scheint aber wenig Aussicht auf Erfolg zu haben. Wir stehen drei Monate vor den Wahlen und Laval ist nicht Poincare. Die radikalen Blätter bringen zum Teil offen, zum Teil versteckt den Gedanken zum Ausdruck, daß Briand. dessen Gesundheitszustand durchaus nicht ein Ausscheiden ans dem Kabinett nötig mache, ausgebootet werden solle und betonen, daß die Radikalen kurz vor den Mahlen ihreparteiaussichtendurch Eintritt in ein großes Kabinett Laval nur verschlechtern können. „O e u v r e" rät dem Ministerpräsidenten, sich keine Illusionen zu machen. Die Wahlen brächten eine Mehrheit, die eine dem französischen Interesse und gleichzeitig der Aufrechterhaltung des Friedens Rechnung tragende Politik ermögliche. Diese Politik sei die Politik Briands. Eine Neuorientie- rung der französischen Politik könne erst durch die allgemeinen Wahlen herbeigeführt werden. — Laval selbst dürfte sich über die Schwierigkeiten seiner Auf- aabe klar sein. In manchen Blättern kommt zum Ausdruck, daß er deshalb vielleicht auf den Ausweg verfallen wäre, links st ehende Einzelpersönlichkeiten für sich zu gewinnen und dadurch die hinter diesen stehenden parlamentarischen Kreise an sich zu fesseln, so werden Paul- Boncour für das Außenministerium und Pain- l e v 6 für das Kriegsministerium genannt. Der Untersuchungsausschuß des Hessischen Landtags. Oie Weg erung verbietet den Beamten die Zeugenaussage. Oas Polizeiamt Offenbach und der Fall Schäfer. Darmstadt, 7. Jan. (WEN.) Der auf Eintrag der Nationalsozialisten eingesetzte Unter» suchungsausstchuß zur Prüfung verschiedener Amtshandlungen des Innenministers L e u s ch n e r sowie verschiedener Polizei- und Justizstellen trat heute zu seiner zweiten öffentlichen Sitzung zusammen- Der Vorsitzende Abg. Jung (Natfoz.) teilte zunächst die in der letzten Sitzung angenommenen Deweisanträge mit, wonach verschiedene Beamte vernommen und die Amtsakten vorgelegt werden sollen. Auf das Ersuchen des Ausschusses hat die Regierung erklärt: „Auf die an den Herrn Minister des Innern und den Herrn Justizminister gerichteten Anträge vom 4. Januar d. I., die als Zeugen benannten Beamten von der Pflicht zur Amtsverschwiegenheit zu entbinden, hat das Gesamtministerium nach § 54 StrPO. beschlossen, diesem Antrag in seiner Allgemeinheit nichtzu entsprechen. Gleich, zeitig ist beschlossen worden, das Vorlegen der geforderten Verwaltungsakten auf Grund des § 96 StrPO. zu verweigern." Abg. Best (Ratsoz.) betonte, die Regierungsantwort bedeute, daß die Regierung die Arbeit des verfassungsmäßig eingesetzten Untersuchungsausschusses sabotiere oder, wie man vulgär sagen könne, daß die Regierung kneife. Der Vorsitzende ersuchte den Redner, auch im Ausschuß in parlamentarischen Formen zu verkehren, was Abg. Best zur Kenntnis nahm. Der Abgeordnete erklärte weiter, er fei der Auffassung, daß die Aktenverweigerung der Verfassung widerspreche. „Dieses un- erwartete Vorgehen der Regierung stellt uns vor eine neue Situation. Die ausführ, liche Regierungsantwort muh von jedem Aus- schuhmitglied zunächst genau geprüft werden, so daß ich beantrage, die Sitzung zu vertagen". Abg. Zinn kann (Soz.) und Abg. Wesp (Ztr.) forderten, die auf Verlangen des Ausschusses erteilte Re g i e r un g s ant w or t zu verlesen. Der Vorsitzende Jung verlas dann die Antwort des Staatspräsidenten, in der u. a. festgestellt wird, daß eine Amtspflichtverletzung des Polizeiamts Offenbach oder einzelner seiner Beamten nicht vorliege. Das Polizeiamt Offenbach habe vielmehr dem Abg. Schäfer am 26. Oktober 1931 auf seinen Antrag in üblicher formularmäßiger Weise bescheinigt: 1. daß er vom 17. April 1930 bis zu dem genannten Tage in Offenbach polizeilich gemeldet ist, 2. während dieser Zeit, soweit hier amtlich bekannt, keine gerichtliche Bestrafung erlitten hat. Die Bescheinigung zu Ziffer 2 fei erfolgt, da dem Polizeiamt die vorgeschriebene Mitteilung über die am 5. Februar 1931 zu Weimar erfolgte Bestrafung Schäfers nicht zu - gegangen war und es auch auf andere Weise keinerlei Kenntnis von der Bestrafung Schäfers erlangt habe. Wie nachträglich durch Anfrage bei der thüringischen Staatsanwaltschaft in Weimar festgestellt wurde, ist von dort nicht das Polizeiamt in Offenbach, sondern das Polizeipräsidium in Frankfurt a. M. benachrichtigt worden, weil nach dem Urteil Schäfer in Frankfurt wohnte. Das Polizeipräsidium Frankfurt hat die Strafnachricht nicht an das Polizeiamt Offenbach weilergegeben, da, wie gleichfalls nachträglich festgestellt wurde, Schäfer auch in Frankfurt a. M. polizeilich gemeldet war. — Der Vorwurf der „Aufbauschung" der mit dem „Boxheimer Dokument" zusammenhängenden Vorgänge zu einer „Hochverratsaffäre" würde, wenn er richtig wäre, nicht den hessischen Innenminister, sondern in erster Linie den Oberreichsanwalt treffen, auf dessen Antrag gegen den nationalsozialistischen Abgeordneten Dr. Best und Genossen durch Einleitung Bet Voruntersuchung Bel dem Reichsgericht Anklage wegen Hochverrats erhoben worden ist. Die Behauptung müsse deshalb schon im Interesse des Ansehens des Oberreichsanwalts und des höchsten deutschen Gerichtshofes zurückgewiesen werden. Die Veröffentlichung des Dokuments sei nicht auf Veranlassung des hessischen Ministers des Innern, sondern durch Organe eines anderen deutschen Landes erfolgt, denen es ohne Mitwirkung des hessischen Ministers des Innern zur Kenntnis gelangt war und auf die dem hessischen Minister ein Einfluß nicht zustehe. Eine Amtspflichtverletzung des Ministers des Innern liegt auch hier nicht vor. Nach der Verlesung der Regierungserklärung erklärte der Vorsitzende: Meines Erachtens wird es im Interesse einer objektiven Feststellung des Ausschusses notwendig sein, zunächst die Regierungsantwort zu studieren, um überhaupt Stellung dazu nehmen zu können, und ich glaube, daß wir heute in dieser Sache nicht weiterkommen können. Abg. Schul (Z.) erhob Bedenken gegen die Arbeitsweise des Ausschusses, die der Verfassung und der Geschäftsordnung des Landtages widerspreche. Der Untersuchungsausschuß sei nur ein gewöhnlicher Ausschuß des Landtages, der besondere Unterlagen zu prüfen und besondere Ausgaben zu erledigen habe. Die Oef- fentlichkeit dürfe nur zugelassen werden, soweit Beweiserhebungen stattfinden. Vorsitzender Jung bestätigte unter Bezugnahme auf Art. 36a. der hessischen Verfassung, daß sich hiernach das Verfahren der Untersuchungsausschüsse zu richten habe. Abg. Dr. Best (Natsoz.) erklärte, nach Art. 15 der Geschäftsordnung seien die Ausschuhverhandlungen durchweg nichtöffentlich. Die Nationalsozialisten legten allerdings das größte Gewicht daraus, alle Untersuchungen öffentlich vorzunehmen, ständen aber selbstverständlich, auf dem Boden der Gesetze und könnten nicht ungesetzlich vorgehen. Nach dreiviertelstündiger Unterbrechung der Sitzung teilte der Vorsitzende mit, daß der Ausschuß beschlossen habe, s i ch a u f u n - bestimmte Zeit zu vertagen. Oie Gcheckgefchäste -er Sklareks. Im Sklarek-Prozeh wurden die Scheckgeschäfte der Sklareks behandelt. Genau wie bei den Gefälligkeitswechseln ließen sich die Sklareks Schecks in beträchtlicher Hohe, zum Teil vordatiert, von Verwandten und Bekannten aus st eilen. Diese Schecks dienten dann der Stadtbank als Unterlage für öie gewährten Kredite. So hat ein Feinkost- geschäft derartige Schecks für 4,7 Millionen Mk., ein Geschäftsfreund der Sklareks für 20 Mill. Mk., und ein Sklarek-Angestellter für 85 Mill. Mk. ausgestellt. Die Gebrüder Sklarek erklärten auch heute, daß derartige Geschäfte nur von Max getätigt worden sind. Leo Sklarek äußerte: „Ich habe gar nicht gewußt, daß sich Max auf soviel eingelassen hat. Das ist doch direkt irrsinnig. Vielleicht mühte der Arzt ihn einmal untersuchen, ob er zu der Zeit nicht verrückt war. Max ist ein guter, anständiger Junge, wenn er sich auch w i e Napoleon t>orfam.,r Der Vorsitzende stellte fest, daß die Stadtbank allein für 28 Millionen Mark vordatierte Schecks von den Sklareks bekam, denen an Eingängen auf dem Postscheckkonto nur 1,5 Millionen Mark gegenüber» standen. Sobald derartige wertlose Schecks fällig geworden waren, wurden sie von der Stadtbank zurückgegeben und von den Sklareks durch neue ebenso wertlose Schecks erseht. Auf die Erklärung des Stadtbankdirektors Hoffmann, die Revisionsberichte hätten ergeben, dah die Umsätze der Sklareks entsprechend groß waren, erwiderte der Vorsitzende, dah Hoffmann schon wegen derart phantastischer Zahlen hätte stutzig werden müssen. Auch die Statusmeldungen hätten ergeben, daß der Kredit auf den absolut wertlosen Schecks basiert war, da die Sklareks zeitweilig gar keine Forderungen an öie Stadt hatten. Sowohl Leo Sklarek als auch die Stadtbankdirektoren Hoffmann und Schmitt erklärten, nicht gewußt zu haben, daß Schecks in Höhe von 80 Millionen gegeben worden waren. Der Vorsitzende berichtigte diese Zahl dahingehend, daß insgesamt sogar für 18 0 Millionen Mark Schecks ausgegeben worden waren. Der Hauptangeklagte im Sklarek-Prozeh, Max Sklarek, der bisher nicht zur Verhandlung erscheinen konnte, weil er nach Ansicht der Aerzte infolge schwerer Krankheit weder verneh- mungs- noch beförderungsfähig ist, hat vor wenigen Tagen am Kaiserdamm eine neue Sieben-Zimmer-Wohnung bezogen. Der Kaiserdamm gehört bekanntlich mit zu den teuersten und elegantesten Wohnvierteln Berlins. Der Umzug ist angeblich aus Ersparnisgründen erfolgt. Bisher hatte Max Sklarek eine Villa inne. Aus aller Welt. Luftfahrloerhandlungen der deutsch-französischen Wirtschaftskommission. In Berlin wurden von dem Komitee für Handelsluftfahrt der deutsch-französischen Wirtschaftskommission unter Vorsitz von Dr. Weigelt Besprechungen abgehalten, in denen über eine Verbesserung der bestehenden Luftverbindungen sowie über die Möglich, feit beraten wurde, auf den augenblicklich in Betrieb befindlichen Linien eine Konkurrenz und unnötige Ausgaben zu vermeiden. Ins- besondere beschäftigte sich das Komitee mit den Luft- Verbindungen Paris—Wien und mit den gemeinsamen Verlängerungen dieser Linie in Richtung n a ch d e m Balkan. Bezüglich des Luftverkehrs nach Südamerika eröffnete dieser Meinungsaustausch neue Möglichkeiten für eine technische Zusammenarbeit zwischen der Luft-Hansa und dem Luftschiffbau Zeppelin und dem Condor-Syndikat und der Aeropostale, deren Einzelheiten beim nächsten Zusammentritt des Komitees festgelegt werden sotten. Zahlungseinstellung einer Landgemeinde im kreise Kassel. Die Gemeinde Oberkaufungen im Landkreis Kassel, die bei 3500'Einwohnern 320 Wohlfahrtserwerbslose mit 500 Zuschlagsempfändern zählt und bereits mit 12 0 Prozent der Wohlfahrts- Unterstützung im Nückstand ist, konnte auch heute von der fälligen Wohlfahrtsunterstützung nichts zur Auszahlung bringen, worauf es zu schweren Unruhen der Erwerbslosen kam, die die Scheiben des Gemeindehauses zertrüm- merten und den Bürgermeister und die Gemeinde- beamten tätlich angriffen. Die täglich wachsende Zahl der Wohlfahrtserwerbslosen, die aus der Betreuung des Reiches in die Gemeindeunterstützung abströmen, hat dazu geführt, daß im Landkreis Kassel d i e G e - Währung des Existenzminimums der notleidenden Bevölkerung nicht mehr gesichert ist. Auch die Gehälter des Bürgermeisters und sämtlicher Gemeindebeamten konnten nicht zur Auszahlung gelangen. Da ein Umsichgreifen dieser Bewegung bei den übrigen Jndustriegemein- den aus dem gleichen Grunde befürchtet wird, werden die Kreisausschußmitglieder in diesen Tagen bei den Berliner Ministerien vorstellig werden. Große Ueberschwemmungen in der Prignlh und Allmark. In Öen Niederungen der Prignih und Altmark ist das Land weithin überschwemmt. Die Hoch» wasservorherfage der Elbstrombauverwaltung kündigt für Wittenberge einen Stand von 4,60 Meter an gegenüber einem normalen Wasser- stand von 1,35 Meter. Die Dosse ist über die Ufer getreten und hat zwischen Neustadt und Wusterhausen weite Gebiete überschwemmt. Besonders starke Auswirkungen hat das Hochwasser der Jeetzel im linkselbischen Gebiet in Hannover verursacht. Zwischen Salzwedel und Dannenberg ist ein einziger großer See entstanden. Der Bahnkörper Salzwedel—Oebisfelde wird bereits von beiden Seiten vom Wasser bespült. 3n Hoyersburg ist das Hochwasser in einige Wohnhäuser eingedrungen. Die Ortschaften Kricheldorf und Lübbow sind vollständig vom Hochwasser eingeschlossen. Dammbruch in den vereinigten Staaten. Infolge eines Dammbruches am Talahatschie- Fluh (Staat Mississippi) wurden 12 000 Hek- tar Ackerland überschwemmt. Hunderte von Einwohnern sind unter Zurücklassung ihrer Habe und ihres Viehbestandes geflüchtet. Man fürchtet, dah viele Menschen den Fluten zum Opfer gefallen sind. Die Bergungsarbeiten auf der Grube Karsten-Zentrum bei Deuthen. Eine neue, sehr gefährliche Gebirgsbewegung zwang gestern abend die Rettungsmannschaften zum Rückzug. Die ganze Arbeit zweier Tage war vergeblich gewesen. Die zum Greifen nahen Wagen, hinter denen man die ersten Verschütt e t e n zu finden hoffte, verschwanden wieder in neue Fernen. Man muß jetzt zuerst die Zimmerung verstärken. Wenn alles gut geht, hofft man heute abend wieder dort zu fein, wo man vor drei Tageü den einzigen Ueber* lebenden geborgen hatte. Großfeuer in einem würtkembergifchen Dorf. In Hochrnoefsing (Oberamt Oberndorf) brach ein Brand aus, der sich bei starkem Sturm sehr rasch ausdehnte, und insgesamt vier Haupt - und zweiRebengebäudever- n i ch t e t e. Der Schaden wird auf über 100 000 Mark geschätzt. Ein Feuerwehrmann erlitt bei einem Sturz einen schweren Schädelbruch, drei. Feuerwehrleute mußten wegen Rauchvcr if ung ins Krankenhaus nach Oberndorf gebracht werden. Vie Wetterlage. Jtonnerstag, \nuar m T hol 5 10 b. Rosfjr- Nordoyafc? vKADerdten- nl2i >V,en Qworxemos o neuer, q nalt> Gedeckt. ® wolkig. e Dedecn eRegen * Schnee ^Graupeln * MeDel K Ge*nt*£r.(§)Windstllle. *O-. sehr (eichte» Os» massiger Südsüdwest (5 stürmische» fordwesi 6ie Pfeiit fliegen mit dem winde. Die verden Stationen dienenden Zahlen gehen die Temperatur an. Die Linien Verpinden Orte mi> gleichen huf Meeresniveau umgerechneten Luftdruck Wettervoraussage. Obwohl das skandinavische Fallgebiet weiter abzieht und durch Kaltluft an seiner Rückseite über den britischen Inseln Temperaturrückgang bis zu stellenweisem Frost entstanden ist, wurde nach Frank- reich, sowie Mittel- und Süddeutschland Warmluft vorgeschoben, die uns trübes Wetter und Niederschläge gebracht hat. Im Vogelsberg gingen die Niederschläge in Schnee über und brachten eine Neuschnecdecke von 3 Zentimeter. Von Westen dringt jetzt kühlere Lust vor, so daß auch bei uns allmäblich Temperaturrückgang stattfindet. Auch die Niederschläge gehen später zurück und treten nur vereinzelt auf. Aussichten für Samstag: Neblig-wolkig und später wechselnd wolkig mit vorübergehendem Aufklaren, Temperaturen anfangs wenig verändert, dann kälter, zeitweise noch Niederschläge, auf den Bergen als Schnee. Aussichten für Sonntag: Bewölkt mit Aufheiterung, Nachtfrostgefahr, meist trocken. Lufttemperaturen am 7. Januar: mittags 7,1 Grad Celsius, abends 3,4 Grad: am 8. Januar: morgens 3,8 Grad. Maximum 11,9 Grad, Minimum 2,6 Grad. Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. MS ZA U-.-L * E 11 lut 180 Nu, 1 ousgegcben v>vi. DK !Q9«n au h^btfl. Mftji ■Qlicn foerv?1« Ort. £N Arl^ng $Ms Kb- 7L^Kr Elatel-Ptozeb, Ma, '^Ansicht der Aerzte ; vedcr vcrneh. derungSlähig ist, am Kaiserdamm mmer-Wohnling mv gehört bekanntlich o elegantesten Wohn- Ng ist angeblich aur erfolgt, bisher halte me. »ssie, verschwanden - Man muh jeht zuerst . Wenn alles gut geht, üeder dort zu lein, e K den einzigen liebet- rllembergischen Dot|. (Oberamt Oberndoch sich bei Hartem Etum d insgesamt vier ibengebäudever- wird auf über 100 COO lertotfmnann erlitt bei m Schäöclbruch, btt wegen Rauchver i| ung Tidors gebracht Verden Mtmeo W^ 6 V. jnt.Oenf/ erlaQt Bll iW* -W2 Süddeu'N, und ülicöer- KW nI-W 0JUmeifi frOt,ei i0^ Xrqen! 3a«8 3«<:2Ä LsS-- * Ans der Provinz,albauptstabt Sieben den 8. Januar 1932. Oamenhut-Verzweiflung. Wir Frauen sind bedauemswert^Geschöpse. Wer haben für den Anfang des neuen IahreS keinen Hut. Wir haben wohi eine Kopsbedeckung. Aber keinen Hut. Die Modeschöpfer der ganzen Weit scheinen auf der Suche zu sein: Aach irgendeiner neuen Form, einer Linie, die wenigstens einen Hut darstellt. Das Iagerhütchen, halb Hut. halb Kokosnuß, scheint sich nicht bewahrt zu haben. Die Kaiserin Gugenie, die ihn dereinstens der Welt schenkte, konnte sich dieses Hütchen noch leisten: Sie trug es als Krone Jetzt kommt der Florentiner als erweitertes ISgerhütchen. Das Erkennungszeichen eines Florentiners besteht in feiner Feder. Sie klebt am Hut wie eine Kühlerhaube am Auto. Eie ist schnippisch, gehaltvoll, bunt, herausfordernd. 3e nach der Aase der Trägerin, die sie beschattet. In Wien ist sie fesch, in Berlin knorke, in London smart, in Aeuyork nennt man sie OK. Dann soll die Kappe wieder zu Ehren kommen. Die Kappe ist ein kleiner Kartofselfack mit Ohren- schühern. Eines TageS aber werden die Modeschöpfer einen Hut erfinden, der tatsächlich wie ein Hut auSsieht. Denn all die jekigen Formen scheinen lediglich zu dem Zweck gebaut zu sein, nicht wie ein Hut auSzusehen. Wenn aber einmal ein richtiger Hut erfunden werden sollte, werden die Frauen auch das Aüh- lich« entgegennehmen und die vielen Vorteile ge- niehen, die ein Hut, ein richtiger Hut. mit sich bringt. Sie werden dann auch endlich in Gaststätten, Vorzimmern, Finanzämtern und bei Besuchen den Hut abnehmen und an den Haken hängen können. Für die Kasse deS Mannes bedeutet das eine gewisse Erleichterung. Er braucht dann nicht mehr, wie bisher, alle Vierteljahr einen neuen Hut zu zahlen. Denn die Frau kann dann in Gaststätten durch nicht ganz unfreiwilligen Umtausch die ersehnte Abwechslung erzielen. Auch wenn die Anfangsbuchstaben ihre- Aa- mens im Hutsuttcr eingenäht fein sollten. Sie mutz aber dann damit rechnen, daß auch sie das Wort manchmal hört, das man zerstreuten Herren gelegentlich am Kleiderständer eines LokalS entgegenruft: ,6ie gestatten wohl! Das ist mein Hut!" M. A. Der Künstler-Kalender des Gießener Anzeigers. Die Zeichnungen auf unserem Kalenderblatt, das den Beziehern des „Gietzener Anzeigers" in diesen Tagen zugestellt worden ist, stellen einen Ausschnitt unserer heimatlichen Landschaft dar. Entwurf und Kohlezeichnung der Kalendergabe für 1932 hat der Wertheimer Künstler Eigurd Lange geschaffen, beschwingt und frohsinnig, wie es seiner Jugend entspricht. Er ist damit eingetreten in die Reihe bester Aamen von Künstlern, die seit 33 Jahren die Entwürfe für den alljährlichen Wandkalender lieferten: es feien aenannt: Bernhard. Cissarh, Shmcke. Hein, Georg,, Hohlwein, Hupp, Iungnickel, Koch, Lange- Dedekam (der Vater Sigurd Langes), Lechter, Mahr, Tiemann, Ubbelohoe, Vogeler, Weitz u. a. Der Verlag hat den Wunsch, daß das Kunstblatt von der Leistungsfähigkeit seines Buchdruckerei- vetricbes zeugen und der Werbung des ..Gietzener Anzeigers" um neue Leser und Anzeigenkunden »n der oberhessischen Heimat dienen soll. Der Beschauer des Kalenders möge auch den Segen parter Arbeit empfinden an dem pflügenden Bauer, Frohsinn schöpfen aus der Darstellung ves jugendlichen WanderpaareS im Krofdorfer «Ivrst und Vertrauen aus dem trutzigen Gleiberg der hinüberschaut über das Gietzener Talbecken zum Schiffenberg, der Sonne entgegen. Oie Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Von der Stadtverwaltung wird uns geschrieben: Es wird darauf hingewiesen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürger st euer seiner Arbeitnehmer haftet, und im Falle er seiner Verpflichtung nicht nachkommt, die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angcfordcrt und nötigenfalls im Verwaltungszwangsverfahren beigetrieben wird. Ferner fei auf die nachstehende Anordnung des Reichsflnanzminifters hingewiesen: -M § 13 Abs. 1 Nr. 1 DB. BSt. 1931 ist der erste Fälligkeitstag für die vom Arbeitslohn ein- Mbehaltende Bürgersteuer der 1 0.1 a n u a r 1 9 3 2. 2ie Steuer ist nach § 15 Abs. 4 bei der nächsten auf den 10. Januar 1932 folgenden Lohnzahlung vom Arbeitslohn einzubehalten. Eine Reihe von gewerblichen Betrieben, insbesondere kurzarbcitende Betriebe, werden in der Zeit vom Montag, 28. Dezember 1931, bis Samstag, 2. Januar 1932, aus betriebswirtschaftlichen Gründen geschloffen. Einzelne Betriebe, die so verfahren, gewähren ihren Arbeitnehmern in dieser Zeit Lohnvorschüsse, die bei den nächsten Lohnzahlungen des neuen Jahres abgerechnet werden. Sind die Löhne in diesen Fällen außerdem noch infolge Kurzarbeit gemindert, so würde es eine große Härte fein, wenn in dieser Zeit außer den Lohnvorschüssen auch noch die Bürgersteuerrate i’cm Lohn abzuziehen wäre. Unter der Voraussetzung, daß der Betrieb zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen ist, daß ferner die Arbeitnehmer Beamtenschaft und Preisabbau. Der Ortsausschuß Dietzen deS Deutschen De a m ten-Wir t s ch af t Sbu ndeS hielt am Montag — so berichtet man uns — im neuen Saal des .Aquarium" unter dem Vorsitz des Oberverwaltungssekretärs Seibel eine Versammlung ab. die von der Beamtenschaft sehr gut besucht war. Reichsbahn-Oberinspektor D o d i e n. Frankfurt am Main hielt einen Vortrag über »W irt - schaftskrise und Deamtenschaf t". An- schlietzend referierte der Vorsitzende über die ö r t • 1 ich e Wirtschaftspolitik, berichtete hierbei über die Arbeitsgemeinschaften mit den verschiedenen Kulturträgern unserer Stadt unö über die zur Hebung der Kaufkraft ausgeübte wirtschaftspraktische Betätigung. Die Versammlung gestaltete sich schließlich zu einer machtvollen Kundgebung für den Preisabbau, die in der untenstehenden, einstimmig angenommenen Entschließung und der Wahl eines Ausschusses für PreiSsenkungSmaßnahmen ihren Ausdruck fand. Aeben der Wahl eineS Theater- und Kohlenausschusses wurde eine Ergänzung deS Vorstandes vorgenommen. Mit einem Hoch auf das Vaterland als Zeichen engster Staatsverbundenheit und der Liebe zu Volk und Vaterland fand die sachlich und würdig verlaufene Versammlung ihren Abschluß. Oie Entschließung: .Der Beamtenschaft hat die vierte Aotverord- nung erneut schwere und harte Opfer auferlegt. Sie verkennt nicht die sozialen und wirtschaftlichen Aöte weitester Dolkskreise. mit denen sie sich aufrichtig und eng verbunden fühlt, und verkennt auch nicht die gewaltigen Anstrengungen. die zur Ueberwindung der Aotzeit von der Volks- gesamtheit gemacht werden müssen. Allen voran at ja die Beamtenschaft ihre Bereitwilligkeit zum Opfern bekannt. Die Beamtenschaft hat aber in einem Jahre vier Gehaltskürzungen stärkster Ausmaße auf sich nehmen müssen. Der letzte starke Zugriff auf daS schon mehrfach geschmälerte Einkommen hat eine schwere Erschütterung und ernste Gefährdung der wirtschaftlichen Grundlage der Beamtenschaft zur unausbleiblichen Folge und ist überhaupt untragbar, wenn nicht die versprochene Preissenkung schnell und durchgreifend zur Tatsache wird. Die Senkung mutz schon bei den Ur- stoffen beginnen und darf nicht Haltmachen vor der Macht der Syndikate und Kartelle. Alle der Preissenkung entgegenstehenden Hindernisse sind diesmal endlich und endgültig zu beseitigen. Aeben der Senkung der Preise für Lebensrnittel und Bedarfsartikel müssen auch die Tarife für Gas, Wasser und Strom und nicht zuletzt die Schulgelder gesenkt werden. Durch entschlossenes Herabdrücken der Preise wird der Umsatz gesteigert, die Produktion gestärkt und die Arbeitslosigkeit vermindert werden. Die Beamtenschaft wird den amtlichen zuständigen Stellen in ihrem Bemühen um Senkung der Preise volle Unterstützung geben und so helfen, den Weg freizumachen für den Aufstieg unseres Vaterlandes. Die Beamtenschaft ist sich bewußt, an den Fragen der Wirtschaftspolitik nicht mhr vorübergchcn zu können. Eine sinn- und planvolle Selbsthilfe ift besonders in der Aotzeit eine unbedingte Aot- wendigkeit und die Grundlage einer gegenseitigen Hilfe und Förderung." für diese Zeit einen Lohnvorschuß erhalten und daß es sich endlich um kurzarbeitende Arbeitnehmer handelt, können die Arbeitgeber die erste Bürgersteuerrate statt an der ersten, auf den 10. Januar 1932 folgenden Lohnzahlungen erst an der z w e i t e n Lohnzahlung nach dem 10.Januar einbehalten. In den Fällen, in denen auch noch diese Lohnzahlung durch die Verrechnung des Vorschusses bei den kurzarbeitenden Arbeitnehmern betroffen wird, darf die Einbehaltung sogar auf die dritte dem 10. Januar folgende Lohnzahlung verschoben werden. Eine weitere Verschiebung kommt nicht in Frage: dies gilt im letzteren Falle auch dann, wenn bei dieser Lohnzahlung zwei Bürgersteuerraten auf einmal abzuziehen sind, wie dies in den Gemeinden mit einer Bürgersteuer von mehr als 250 o. H. bei Wochenlohnempfängern der Fall ist. Für die Frage, ob nach den Verhältnissen vom Fälligkeitstage die Voraussetzungen für eine Steuerbefreiung von der ersten Bürgersteuerrate gegeben sind, kommt es auch bei dieser Regelung nach wie vor nur auf die Verhältnisse des 10. Januar 1932 an. ,Oenen,die fern der Heimat starben.. Einer der zahlreichen Orte, wo während des Weltkrieges in Frankreich weitab von der Kampffront kriegsgefangene deutsche Soldaten untergebracht waren, ist die der Westküste vorgelagerte kleine Insel Delle-Isle-en-Mer. Dort befand sich fast während des ganzen Krieges in der Gemeinde Le Palais ein großes Gefangenenlager in dem hoch über dem kleinen Hafenort gelegenen, von den Wogen des Atlantischen Ozcans umspülten alten Kastell. Leider konnten nach Abschluß der Feindseligkeiten nicht alle, die hier unfreiwilligen Aufenthalt genommen hatten, in die deutsche Heimat zurücklehren. 76 Kameraden schlummern den ewigen Schlaf in dem auf der Höhe neben dem Kastell gelegenen Gemeindefriedhof. Ein sehnlicher Wunsch der in die Heimat Zurückgekehrtcn war es. die Grabstätten ihrer verstorbenen Kameraden auch in fremder Erde in einen würdigen Zustand zu versetzen. Einige ehemalige Mitgefangene veranstalteten eine Sammlung im Kreise der alten Kameraden und brachten so einen namhaften Teil der für den Ausbau der Ruhestätte notwendigen Mittel zusammen. Die Spenden fanden ihre Ergänzung in einem Zuschuh des Reiches und des Dolks- bundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dieser stellte auch durch seine Architekten den Entwurf und die Ausführungszeichnungen zur Verfügung, welche die Billigung der französischen Behörden fanden. Da die deutschen Toten an verschiedenen Stellen des Friedhofes verstreut beerdigt waren, so entschloh man sich, sie in der Südwestecke des Friedhofes zufarnmenzubetten. (Ausführlicher De- richt mit Bildern ist erschienen im Heft 1/1932 der Zeitschrift ..Kriegsgräberfürsorge", heraus- gegcben vorn Volksbund Deutsche Kriegsgräbcr» füriorge, Berlin W 15.) Die Einfriedigungsmauern für diese Ecke wurden erneuert und in sie kleine Granitplatten mit den Aamen der Toten eingelassen. Die Grabbeete sind mit einer Kalksteinbordüre eingefaßt und sollen mit Lavendel bepflanzt werden. Im Schnittpunkt der beiden neuen Einfassungsmauern wurde ein Ehrenmal in Form eines Turmes errichtet, der an seinem Kopf die folgende Inschrift trägt: ..Denen, die fern der Heimat starben, errichteten dieses Denkmal die heimgekehrten Kameraden." Daten für Freitag, 8. Januar. 1081: Kaiser Heinrich V. geboren: — 1642: der Physiker und Astronom Galileo Galilei in 2Ir- cctri bei Florenz gestorben: — 1867: Wilhelm Stolze, Begründer eines stenographischen System-, in Berlin gestorben: — 1919: der Schriftsteller Peter Altenberg in Wien gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Freitag. Stadttheater Gießen: „Hanneles Himmelfahrt", 20 bis 22 Uhr. — Reichskurzschrift.Gesellschaft: 19 Uhr, Pestalozzischule. Nordanlage, Beginn des Anfänger- Lehrgangs in der Einheitskurzschrift. — VHC.: 20.30 Uhr, Hopfeld, Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Reserve hat Ruh". — Astoria-Licht- spiele, Seltersweg: „Die Himmelhunde", „Der Detektiv aus Liebe" und „In die Falle gelockt". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 20 Uf>r als 13. Vorstellung im Freitag-Abonnement Wiederholung des Traumspiels: »Hanneles Himmelfahrt" von Gerhart Hauptmann. Ende 22 Uhr. — Als Schü- lerfcorfteLung gelangt morgen, Samstag, 15.45 Uljr, das Schauspiel »Wilhelm Tell" von Schiller außer Abonnement zur Ausführung. Ende 18 Uhr. — Die nächste Wiederholung der erfolgreichen Silvesteraufführung »Lumpacivagabu. dui.", Zau'er- Posse von Aestroy (Spielleitung Karl Hehser) findet am Sonntag zu ermäßigten Preisen im Rahmen der sonntägllchen Fremdenvorstellungen um 18.30 Uhr statt. — Unter der Spielleitung von Peter F a s s o t t findet am 12. Ianuar die deutsche Uraufführung des Zeitschausp.e/es »Verstehen wir uns?" von Peter Preradovic statt. Die Urauf füh- rung dieses Werkes ist außer der reichsdeutschen zugleich auch die deutschsprachige Uraufführung dieses Schauspieles. Die Tatsache verdient insofern Erwähnung, als Preradovic sich ganz als deutscher Schriftsteller fühlt. Lediglich jugoslawische Bühnen haben zwei Stücke des Autors („Komödien um die Che" und „Verstehen wir uns?") mit starkem Erfolg in kroatischen Übersetzungen gespielt. In diesem Werk spielt Frau Auguste Prasch - Grevenberg, Ehrenmitglied des Meininger Landestheaters, die Rolle der Großmutter. — Vom Konzertverein wird uns geschrieben: Cs fei nochmals auf das am Sonntag, 10. d. M., 17 Uhr in der Aeuen Aula stattfindende Violinkonzert von Edith L o r a n d hingewiesen. Unsere musikliebenden Kreise sehen mit großer Spannung dem persönlichen Auftreten dieser eigenartigen leidenschaftlichen Künstlernatur entgegen: so gern man sie an der Spitze ihres Kammerorchesters, das eben erst vor dem Frankfurter Rundfunk konzertiert hat, gehört hätte, ungleich persönlicher und eindrucksvoller dürfte doch ihr Auftreten als Solistin fein. Ueber Programm und Eintrittspreise geben die Anzeigen Aufschluß. Cs sei daran erinnert, daß die 2. Rate der Abonnementskarten fällig und abzuholen ist. — Der Goethe-Bund wird, wie man uns schreibt, mit seinem nächsten Dichterabend am kommenden Montag feinen Freunden und Mitgliedern wieder ein besonderes literarisches Ereignis bieten. Es ist dem Goethe-Bund gelungen, den bekannten Dichter Werner Beumelburg zu einer Vorlesung nach Gießen zu gewinnen. Beumelburg ist der Verfasser der großen Werke „Sperrfeuer um Deutschland", „Deutschland in Ketten" und „Gruppe Bosemüller". (Siehe heutige Anzeige.) — Militärkonzert im Cas6 Leib. Am kommenden Sonntag, 20.15 Uhr, findet unter der Leitung von Obermusikmeister Krauße im Caf6 Leib wieder ein Konzert der hiesigen Reichswehr- kapelle statt. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. • * Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, 10. Januar, 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts-Gottesdienst statt. Die Predigt hält Professor D. Bertram. Sirenenprobe. Am morgigen Samstag um 15 Uhr werden zum Zwecke der Prüfung di« Feueralarmsirenen in Betrieb gesetzt Zur Beun« ruhigung für bic Bevölkerung besteht also kein Anlaß. •• Vorsicht bei der Versendung von Schecks ins Ausland. Wie das Reichswirt- schastsministerium mitteilt, ist scstgestellt worden, daß Inländer entgegen den Vorschriften der Devisenoer- ordnung und trotz der hohen Strafen, die aus Zuwiderhandlungen gesetzt sind Schecks auf inländisthe Bezogene ins Ausland verjandt, oder im Ausland ausgestellt und dort in Zahlung oder zum Einzug gegeben haben. In einer Reihe von Fällen muhte gegen die Zuwiderhandelnden Strafanzeige erstattet werden. Es kann nur dringend davor gewarnt werden, ohne Genehmigung des Landesfinanzamt« Schecks ins Ausland zu versenden ober im 'Ausland auszustellen und dort weiterzugeben. Rasche Beseitigung von Rundfunk st örungen. 11m in Zukunft die Beseitigung von Störungen im Rundfunk rascher und unter geringerem Kostenaufwand durchführen zu können, hat die Funkhilfe Fragebogen eingesührt, die bei Störungen im Rundfunk als Meldezettel auszufüllen sind. Auf Grund dieser Fragebogen wird dann die Störungsursache festgestellt und nach Möglichkeit beseitigt. Sic Vordrucke sind bei den Postämtern zu haben. ' Kulturfilm-Vorstellung imLicht- s p i e l h a u s. Unter dem Titel „Winter in Bayern" kommt am Sonntag, 10. Ianuar, um 11.15 Uhr, im Lichtspielhaus Bahnhofstraße ein Kulturfilm zur Aufführung, der, wie uns berichtet wird, bisher überall großen Anklang gefunden hat. Jedem, dem es noch nicht vergönnt war, Bayern und seine winterliche Schönheit kennenzulernen, dem ist in diesem Film Gelegenheit dazu gegeben. Führt doch der Film durch ganz Bayern wie z. B. nach Einödsbach bei Oberstdorf im Allgäu, Mittenwald, München. Bad Reichenhall, Ronnen-Steg über tue Saalach, mit dem Zwiesel im Hintergrund, nach Garmisch- Partenkirchen, Kreuzeck-Haus, Berchtesgaden, Oberstdorf ufto. Als zweiter Film wird die Arlbergschule in St. Christoph am Arlberg gezeigt, die unter der Leitung des Professors Ernst Ianner steht. Der Film zeigt einmal das viel erwähnte „Zweite Frühstück". In vorzüglicher Weise werden all die Hebungen gezeigt, die den Körper für die Anforderungen des Skilaufes vorbereiten. Man bekommt Arlberg- Schußfahrten mit Pulverschnee, Um-, Quer- und Wächtensprünge und ähnliche Glanzleistungen der Skilehrer lehrreich vorgeführt. Siehe gestrige Anzeige. ** Der Verein ehemaliger hessischer Leib-Dragoner des Kreise- Gießen hielt am vorigen Sonntag seine Weihnachtsfeier ab, mit der die Weihe der Gedenktafel für die seit der Gründung des Verein- verstorbenen Kameraden verbunden war. Musikstücke der Kapelle K r e n g e l und Gesanasvorträge des Quartettvereins Gießen verschönten die Feier. Die _ Kinder der Mitglieder Sauff auer, Schömbs, Kehler und Vollmer warteten mit einigen gut zum Vortrag gebrachten Gedichten auf. Der erste Vorsitzende Sibmann, der seit der Gründung deS Mreins an dessen Spitze steht, hielt eine kurze Begrüßungsansprache. Der Führer der ehemaligen 4. Eskadron, Oberst v. Macken - sen, übersandte dem Verein Grüße und ein gerahmtes Bild Mackensens mit Widmung. Auf den Schutzherrn der deutschen Kavallerie, Generalfeldmarschall v. Mackensen, wurde ein dreifaches »Grün-Weih" auSgebracht und dessen Grüße telegraphisch erwidert. Im Anschluß daran kam für die Kinder der Rikolaus und verteilte seine Gaben. Dem bewährten Rechner des Verein-, Kamerad Scheller, wurde zum Andenken an seinen früheren Wirkungskreis (Deutsch-Südwestafrika) ein entsprechendes kleines Geschenk übermittelt. — Eine würdige Feier stellte die Weihe der Gedenktafel für die verstorbenen Kameraden dar. Musik und Gesang bildeten den Auftakt. Der Vorsitzende, Kamerad (Sibmann, hielt eine eindrucksvolle Gedächtnisrede. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden fiel die Hülle der Gedenktafel. Der Vorsitzende legte einen Kranz, in den Farben des Regiments gehalten, an der Tafel nieder. Die Tafel trägt den Äamenszug des Regiments und die Ramen, sowie das Todesjahr der verstorbenen Kameraden. Die gesamte Veranstaltung nahm einen würdigen Verlauf. Briefkasten der flefraffioit. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) K. in B. Die Bekanntmachung vom 14. Dezember 1931 betrifft ein Lokalreglement aus dem Jahre 1884, wonach die Eigentümer, Mieter usw. das Reinigen der Straßen in den Landgemeinden aus Gründen des öffentlichen Wohles vorzunehmen haben. Das Lokalreglement ift eine rein polizeiliche Maßnahme und steht mit der Festsetzung der Höhe der Wohnungsmiete in keinem Zusammenhänge. Wird die Straßenreinigung in einer Landgemeinde aus besonderen Gründen nicht vom Hauseigentümer oorgenommen, obwohl die Kosten der Reinigung auf Grund mietrechtlicher Bestimmungen in der Miete enthalten sind, so kann unseres Dafürhaltens der Mieter eine seiner Tätigkeit entsprechende Vergütung bzw. eine Mietpreiserniedrigung verlangen. Schmerzloses Basieren >7 arch vorheriges Einreiben mit NIVEA CREME Wh I HMOHai nmi / i * V-oder aber mit NIVEA-ÖL ist. Nur wer CLUB nicht kennt raucht noch nicht'tLUB W toooSfiewle situl &ei die Zigarette herzustellen, die in unsere Zeit paßt alsoj^S Serie I: Serie ü: Serie III: Serie IV- SCHMUCKER ,e" 167 A Cafe Leib 173 D 0139 Gießen, den 8. Januar 1932. Besuchet die I. Oberhessische Vereine 47 D Schuhhaus Beginn Samstag Inventur-Ausverkaufs des 2 Sonderpreise für Salamander-Damenschuhe w Rest- und Einze Schuhhaus WOLFF Gießen, Seltersweg 4 174 A verkaufen wir zirka 300 Stück Herren-Hosen Serie l: Serie Ih Serie III: Serie IV: 0.85 1.95 3.95 4.95 In Anzügen u. Mänteln beginnen wir schon mit Mk. 19 — Mark SCHMUCKER SCHMUCKER 167 A 167 A Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzelgen Geburtsanzeigen bei Brühl, Schulstraße 7 Prospekte liefert Brühl, Gießen Ipaare BlS ZU 50*/. Rabatt Auf der Reise Wie bereits bekannt, findet die Zahreshaupt- versammiung am Samstag, dem 9. Januar 1932, um 20.3«Uhr, im®er» einölok. Aauarimn, Walltorstrahe statt. Hierzu werden die Mitglieder nochm. eingeladen. Besonderen Anlah zum Erscheinen hab. alle die Kameraden, die i. Jahre 1931 wenig oder gar nicht zu den Versammlungen erschienen sind. 175 D Der Vorstand. Domdorf S C h U h e' alles feinfarbige Modelle jedes Paar Kinderstiefel 25/26 jetzt 2.95 • Kinderspangenschuhe 18/19 jetzt 1.50 Suchen Sie also wirklich vorteilhafte Qualitäts-Schuhe, dann auf zum Mim 6 ArMiM werd, iachgemäh u. vretswert gestimmt u. revar. G.Ebetl« 6ie6en.Ludwigstr.5p Telephon 2403 Verkant v. neuen u. gebr Klav Kassenschrank gr., massiv, fast neu, abzugeben. Zu errr. jn d. Gesch't. d.G.A. vom 9. bis 11. Januar im Palasttheater in Gießen (früher Einhorn) Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust, der uns betroffen, sagen wir allen unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Else Falkenheiner, geb. Beck. AuskünüetnReckns-, Siras-, Famtl.-Anae- leaenhetien, Gesuche, Verträge, Beobach, lungen. Ueberivachg. und Ermittlungen preisw.. streng dtskr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Burean-n.Ansknattei Inh.K.Gerz,Bad-Nau- heim, Knretr. 17. 1.50 4.90 6.90 9.75 Was wir hier leisten ist fast unglaublich und doch wahr Achtung! Zletschvettaus. Prima jung. Kuhlleisch L Pfd. 30 Pf. Ernst Fleck, SchiiNcnstr. 3 lam Schlachthos). Samstag von 8 Uhr vormittags ab. 0137 Wohnhaus mit Laden (Wottengasse 21) preiswert z.verkauf. Interessent., welche über die erforderl. Mittel verfügen, erfahren weiteres dch. H. Kirchner, Am Nahrnnasberg 18, Telephon 4167. ubd 6 DA. Samstag, d.9.Jan., abends 87; Uhr HaDpIversammlung imKaufm. Vereins- Haus. Erscheinen aller Mitgl. ist Pflicht. Tagesordnung gern. Rundschreiben. 171d Sonntag, d.10.1.32 Turngans nach Annerod. Abmarsch 14 Uhr Stephanstrahe— Goethestrahe. »sD (7711 Verein M!zröhlichrelt Gietzen Morgen abend Kn. mit A.-B.-Abend. Vollzähl.Erscheinen erwünscht. 190D Der Vorstand. Wir warnen eie 3l)rat8t®erbungen auf Sfnjeigcn ohne Flamen Zcugnlffc, Urlunben ob sonst wichstgr Papiere btijufügtn; Abschristev genügen zur CinIHfung v AnsteUungeverhand« ungen. Ost ist uns der Auftraggeber unbekannt und in Öiefenjällen Mn» nen wir nicht» tun für d. Wiedererlangung der Lewerbungsunterlagen Gtetzenev Sluzelsev Stadttheater Gießen. S2d Samstag, d.9.Jau. 15.45 bis 18 Uhr Außer Abonnem. Schül.- Vorstellung. Kl. Pr. Schulen: Schüler-Preise! Wilhelm Teil Schausv. in 5 Aufz. v. Schiller. Zu haben in Apotheken. Drogerien und wo Plakate sichtbar. 6608V sind Sie mehr als sonst Erkältungsmöglichkeit ausgesetzt Reisen Sie deshalb n i e ohne eine Packung der vielbewährten • Während Mgoroge nächste Nähe des Seltersweg per 1. Fefer. zu verm. Näheres .l3l Goethestrahe 10 I. Abi % 8 beul Wir saßen n »Um sechs 1 Letter Kurt un „Ärechen wi diraße nich, gi batte sein über Chur Nt^uns ein 2 -Zähren Sie K gefährlich - S;9 's' eng, sch >°s nur aus Ku .Jurt blies * UbejLie9'c. 3d) r . 'Vorsaison in £ |ebe'n Hotel ^ anderes - 9 rWaf,n. L «r Sun bri äu"'-rl=ii,n b|i' ”!r kamen __ Ä£*I Mußten f, die -ite $d> Ä 5ü; "°h« Tchei Im Inventur-Ausverkauf bringen wir zirka 100 Stück moderne Damen - Kleider aus Strickstott, reiner Wolle und Charmeuse zu nachfolgenden Preisen [Vermietungen | Herrschaftliche Landwohnung geeignet für vens. Beamt., gr.Räume, Garten, ca. 30 Obst- bäume, in schöner, gesund. Gegend, am Rande ein.Tannenwaldes zu vermiet, oder zu verkaufen. Näheres zu erfrag, in der Gesckäftslt. des Gieh. Anz. »w. Herrschaftliche 8-MDier-Wohnung Heizg., schöne freie Lage, für 1. 4. zu verm. Schr. Ang. u. 0138 a.d.Gieh.Anz. Im Inventur-Ausverkauf bringen wir zirka 200 Meter Crepe Caid in allen Farben, 70 cm breit, reine Wolle. Ein Unterpreis-Angebot das seinesgleichen sucht. — Per Meter Im Inventur-Ausverkauf Morgen abd. 8 Uhr Monatarsamiulong im Hess. Hof. ,8,d Der Vorstand. polen f ” Jost Samstag, 9. Jan., 20.30 Uhr Haupt-VersanunluDg I „Stadt Mainz". • n?D Der Vorstand. Im Inventur-Ausverkauf verkaufen wir zirka 300 Meter Kunstseiden Crepe Maroc fabelhaft weichfließende Kleider-Qualität, in allen erdenklichen Farben. Per Meter zum Spottpreis von nur | Verkäufe Auto- Gelegenheitskaul Mehrere „A •8/40 PS Ovel-Li- mousinen, Aiodelle 1929—1930, sehr billig. Lvel.Giehen, frankfurter Str. 52 Sonntag, den 10.Januar 1932 Gröhes Militär-Konzert Ausgeführt von dem Musikkorps des I. (Hess ) Grenad -Balls. Inf.-Regts. 15 Leitung: ObermusikmeisterE. Kraufee Anfang 8% Uhr abends — Ermäßigter Eintrittspreis 50 Pf. SCHMUCKER ______________________________167 A | Kaufgesuche| Größeres Wohnhaus oder Geschäftshaus in guter Lage, möglichst mit Hnvother. einer Pfandbriefanstall belastet, von Selbstkäufer gegen Barzahlung zu kauf, gesucht. Schriftliche Angebote unt.l88D an den Gieh. Anz. h.« 0.98 2 schöne grobe Bm-fiim pari, zu vermieten. Näh. in der Geschst. des Gietz. Anz. 1wd | Mietgesucne | Schöne 3- oder 4-Zimmer-Wohng. ges.Jnstandsetzungs' kosten werden evtl, übernommen.Miet- fchein vorhd. Schr. Angebote unt. 0114 an den Gieb. Anz. Suche 3-4-Zimm.-Wohn. 3 Person. (7jährige Tocht.) Mietberech- tigungsschein vorh. Schriftl.Angeb.unt. 0121jqii d. GH. Anz. Edel-Pelztier- ÄUSStellung (Lebende Tiere) Hauchs A »?“«• Tätschel un2V? AentnC' polnisch Dann mer, u^ir beiden ®lt 6 « 6' man* Ln Ü'SSf ° lunipi«' fit nachlaßl- fern Sinne .eine nE länger >e mehr wohl p°l'^ gelitten hat- J stille und fteut -at trohdem -u W MaMI dieses eben sehr ropäischen vtac etaalskbcn in. toie ein Mr' „icht Polen scho erreicht? N r kn gelebt, und große Zusamme Mer lassen t Manz des. 3a I in der mißlichen Mißvergnügens faul im Staate, der Frieder Minister nach 1 hier? Aichta flüstert man; au der Aie-wieder welche die sran russische Reich grissspakt tragsinftrumeni fen? Hat Lus daran. Der r sich zu katzbalg verloren. Die bien an Äumi angeblich auch Friedensliebe schlechte Gewi Friedensliebe, eine Art vo Staaten. Aber neuer täte wegen d Schreck tetomi rum diese delt ia schon land, ohne wäre. Dies man in die zofen paßt das zur Zei Kram. Die eitlen Leute den Fuß ge. Mischen 2)oi Wir suchen für den Landkreis Giehenper sofort einen f. den Verkehr mit den Mittelstandskreisen geeigneten • Werbebeamten • für unsere Spar- und Versorgungs-Versicherung Gute Vertreter-Organisation, reichliches Adressenmaterial und wertvolle Emvfelilungsverträge zur Auswertung vorhanden! Wir gewähren gute Bezüge vom ersten Tage an ohne Probezeit. Gründliche theoretische und praktische Einarbeitung. Einwandfreie Bewerber - auch Nichtfachleute - belieben ausführliche schriftliche Angebote einzureichen an die Allianz und Stuttgarter 183V Lebenöversicherungübant Aktiengesellschaft Landcödirektion für Südweftdeuffchland Frankfurt am Main, Taunuüanlage Nr. 20. Abgeschlossene 2-3-Zimmer-Wohnung von jg. kinderr. Ehepaar per 1. 3. oder 1. 4. gesucht. Mietberechtigungsschein vorhanden.Schristl. Angebote unt. 0125 an den Gies;. An;. fllllllllllllllllillilllllllllllllD Laden im Seltersweg zum 1. Avril gesucht. Schriftl.Angeb.unt. 185D an d.GH. Anz. (Illllilillllllllllllllllllllllllll) M.T.V. Sonntag, den 10. Januar, nachm. 3 Uhr Svortvlatz am Sckiffenberger Weg eiitfllielli.MtäelW«sls-Sviel um die Gaumeisterschaft I.-WltO!ng I. - B.i.B Sierra. 2000 M. gegen gute Sicherheit gesucht. Schr. Angebote unt. 0126 an den Gieh. Anz. Zwei angestellteBe- amte in fest. Stellg. suchen sofort 1200 Mark von Selbstgeber. Schriftl.Angeb.unt. 0123 an d. GH. Anz. M. 1000 v. Selbstgeber geg. erststell. Goldmark- lmvothek a. Grundstücke gesucht. Schr. Angeb. unter 186D an den Gieh. Anz. Wissenschaftliche Werke Sondergebiet der ßrühl'schen Druckerei Leiden Sie? dann nur Bolapoth. Schaefers Ind. Nieren-ond Blasentee das wirks.voUständ. unschädl. Naturprodukt. Zu haben: In den Apotheken. Bestimmt: Pelikan- Apotheke. 8027V Geschäftsmann sucht 500 Mk* gegen gute Sicherheit für 6 Monate von Privat. Schriftliche Ang. unt. 0127 andenGieh.Anzeig. [Wohnungstausch] MnuWlaM Biete: 3-Zimmer- Wohnung. Friedensmiete 25 Mk. Suche: 4-Zimmer- Wohnung. Schr. Angeb. mit Angabe der Friedensm. unt. 0112 an d. GH. An;. | Stellenangebote | >Such° Haus zu kaufen mit 2 ob. 3 Wohnungen von 4—5 Zimm. Schr. Angebote unt. 0133 an d. Gieh. Anzeig. [Verschiedenes) Nachhilfe in Englisch f. höhere Klasse gesucht. Schr. Angebote mit Preis u. 0124 a.d.G. Anz. Bäckerlehrling sofort gesucht. 0152 Bäckerei Konrad Rebhan, Lich, Klrchplatz 1. Sohn achtb. Eltern sofort als mD Sattlet- and M.et-MiW gesucht. Zu erfrag. m d.Geschst. d.G. A. Funges Mädchen solid und kinderlieb sofort gesucht, o.se Liebigstr. 66 vt. Zu einer älter, leid. Frau eine nicht zu junge alleimt. anst. Krar doch eben noch Frühling, da war der Marschall und Etaatsches Pilsudski in Madeira und empfing zentnerweise die Glückwunschkorten beglückter polnischer Schuljugend. Dann war Sommer. und dann wurde es Winter — -und nun denken wir schon wieder an den Frühling. Dor knapp einem Jahre gingen hier Gerüchte, wilde urpolnische Gerüchte, man hatte Eisgang im Ge- fühl, man sah Deutschland vor einem Putsch, sich selbst schon in Ostpreußen und an der Oder. Da war Oesterreichs Anschluß an Deutschland, wieder rasselten polnische Säbel in den Scheiden, und bann kam die Wirtschastskrisis. Kurz und gut, man lebte in einem Wirbel von Sensationen — und dos Jahr ging vorüber wie ein unendlich aufgeregter Tag. Run ist's ja eine alte Wahrheit, daß der Appetit nachläßt, wenn man sich ausregt, und in diesem Sinne waren die polnischen Aufregungen > eine nützliche Diät für ein Dolk, das je länger je mehr am Hungertuche nagt, wiewohl der politische Appetit darunter keineswegs gelitten Hot. Er ist sogar gewachsen. Aber der stille und freundliche Beobachter dieses Landes hat trotzdem das Gefühl, als wäre Polens neuerliche Ditalität so eine Art von Alterserscheinung dieses eben sehr frühreifen Kindes unter den europäischen Staaten, als wäre hier ein ganzes Staatsleben in ein Jahrduhend zusammengezogen wie ein Jahr in ein Monatsdutzend. Denn hat nicht Polen schon jetzt die kritischen Jahre erreicht ? Hat man nicht zu sehr aus dem Dollen gelebt, und kann da nicht eines Tages der große Zusammenbruch kommen? Aber lassen wir die Dergangenheit ruhn. Die Bilanz des Jahres spiegelt sich am deutlichsten in der mißlichen Gegenwart, in diesem Winter des Mißvergnügens. Jetzt ist's heraus. Es ist etwas faul im Staate, und diese faule Sache — das ist ber Stieben. Da soll der rumänische Außenminister nach Warschau kommen. Was will er hier? Richtangrisfspaktbesprechunaen so flüstert man, auch Rumänien will in den Ring ber Rie-wieder-Krieg-mit-Rußland G. m. b. Sy, welche die französische Diplomatie rings um das russische Reich zu gründen trachtet. R i ch langt i f f s p a k t nennt man diese herrlichen Der- tragsinstrumente. Wer aber will denn angreifen? Hat Rußland Absichten? Es denkt nicht daran. Der russische Bär hat gar keine «Lust, sich zu katzbalgen. Gewiß, er hat große Gebiete verloren. Die Utrainc usw. an Polen, Bessarabien an Rumänien, und wenn nun Polen und angeblich auch Rumänien plötzlich so voll inniger Friedensliebe sind, so ist daran gewiß das ewig schlechte Gewissen kehr viel mehr schuld als die Friedensliebe. So ein Richtangriffspakt ist doch eine Art von Bewährungsfrist für räuberische Staaten. Aber neuerdings hat man in Warschau gerade wegen dieser Friedenspakte einen kleinen Schreck bekommen. Kluge Leute fragen sich, warum diese plötzliche Eile. Man verhandelt ja schon seit dem Jahre 1926 mit Rußland, ohne daß deswegen viel erreicht worden wäre. Wieso brennt s denn jetzt? Warum muh man in diesem Augenblick? Gewiß, den Franzosen paßt es vorzüglich, aber uns Polen paßt das zur Zeit vielleicht gar nicht so sehr in den Kram. Die Polen sind sehr eitel, und wie alle eitlen Leute sehr empfindlich. Sie fühlen sich aus den Fuß getreten. Gegen den Zweck des französischen Vorstoßes hat man freilich wenig ein- Oesterreichs Dichter auf den neuen österreichischen Briefmarken Die neue Briefmatkenserie. Oben: Raimund, Grillparzer, Restroy. Unten: Stifter, Anzengruber, Rosegger. V i N zuwenden. Er soll natürlich, das bewies schon der Dertragstext, das das ..Echo de Paris" vor kurzem mitzuteilen wußte, das Ostlocatno über die Hintertreppe der Ausschaltung Rußlands bringen. Aber selbst diese These ist noch viel zu augenfällig. Die heutige Diplomatie hat nicht einen doppelten, sie besitzt einen vielfachen Boden. Sie hat unter dem sichtbaren Doppelboden noch ein Geheimfach, und dies verbirgt man, indem man öffentlich so viel Staub cullwirbelt wie möglich. Man macht es wie der Taschenspieler: man lenkt die Aufmerksamkeit des Publikums von der Hauptsache ab. Was aber ist nun die Hauptsache? Ganz gewiß nicht der Frieden, den alle -wollen. Man erinnert sich an die Abmachungen im Haag, die vor dem Kriege getroffen wurden, als die ersten Friedenskonferenzen stattfanden. Der Friedenspalast steht noch heute da, aber der Weltkrieg brach trotzdem aus. Si vis bellum, para pacem - das ist das Kernstück dieser Politik, die heute von Paris her betrieben wird. Dann erklärt es sich aber unschwer, warum nun auch d i e Rumänen an die Friedenskrippe mit Rußland sollen. Rußlands größte Rachbarn, die zusammen durch ein eben verlängertes Militärbündnis verkoppelt sind, sollen von Frankreich an die Kette gelegt werden.' Es ist eine kleine friedliche Truppenübung, die hier stattfindet. Man braucht heute keine Manöver mehr. Die Politik muß klappen, das ist heute die Hauptsache. Aber ob sie klappen wird, mit* -rprobt werden. Das ist der Sinn der ..Friedensaktion" im europäischen Osten. Auch fragt man sich hier in Polen mit Besorgnis: will uns Rußland nicht am Ende eine Falle stellen? Kommt nämlich eine russisch- französische Einigung zustande, wird Polen überflüssig. Dann hat Frankreich alle Trümpfe in der Hand. Kommt sie aber nicht zustande, ist es ebenso schlimm. Dann müßte sich Polen Frankreichs Willen völlig unterwerfen. Dann dürfte man in Warschau nicht einmal mehr piep sagen. Man wäre verraten und verkauft und hätte nur das beglückende Bewußtsein, im Rotfalle die Große Armee gegen Rußland stellen zu dürfen. Die Friedenspaktverhandlungen haben nämlich einen großen Haken. Sie sind langwierig, mühselig, unendlich schwierig. Sie können jederzeit abgebrochen werden. Wenn man sich aber zu einigen strebt, und aus diesem Streben heraus ein Zerwürfnis entsteht, so ist Feindschaft näher als Freundschaft, ist Oer Krieg näher als der Friede, steht Polens Zukunft auf dem Spiele. Es bleibt nun immer wieder erstaunlich, wie eigensinnig dieses angeblich so instinktsichere polnische Dolk von den französischen Diplomaten an der Rase herumgeführt wird. Es darf nur denken, was den Franzosen paßt, und nicht, was vielleicht den Deutschen genehm wäre. Unb man hat in Warschau an der Rachbarschaft des Deutschen Reiches ganz genug, man will keine neuen Feindschaften neben ber so liebevoll gepflegten gegen den deutschen Rachbarn. So endete denn das alte Jahr mit einer Last von Sorgen und Befürchtungen. Man weih in Warschau nicht aus noch ein, und langsam bekommt man Angst vor der eigenen Courage. Denn, um es rund heraus za sagen, man tut zwar so. als ob man nichts fürchte, aber in Wahrheit und ganz im Geheimen schleichen Angst und dunkle Furcht um Zukunft und Fortbestand dieses Staates, der schon mitten in feinem Frühling alt verdrießlich geworden ist. Oberbeffen. Geh. Iuftizrat Aabenau-Büdingen t- • Büdingen, 7. Jon. Arn 4 Januar ver- fchied hier der Oberamtsrichter i. R. Geheimer Justizrat Ferdinand Rabenau. Ehrenbürger der Stadt Büdingen, im Alter von 86 Jahren Er lebte seit 1920, nach 45jähriger Richtertätigkeit, während der er 43 Jahre am Amtsgericht Büdingen wirkte, im wohlverdienten Ruhestand. Geboren 1845 in Darmstadt, absolvierte er das Gymnasium in Gießen und als Jurist die Hochschule daselbst. Er widmete sich dem hessischen Staatsdienst und begann seine Richtertätigkeit 1875 mit seiner Anstellung al» Landgerichtsassessor in Waldmichelbach. Im Herbst 1877 kam er in gleicher Diensteigenschaft an das Gericht in Büdingen, wurde 1889 Oberamtsrichter und wirkte dafelbst bis zu seiner im Herbst 1920 erfolgten Pensionierung Der Derewigte erfreute sich weit über seinen Gerichtsbezirk hinaus als Richter und als Mensch des größten Ansehens Seine milde, freundliche Art des Umgang» mit dem Publikum, fein vornehmer Charakter und sein klares Urteil verschafften ihm in allen Kreisen der Bevölkerung außerordentliche Beliebtheit. Als Schlichter hatte er ungewöhnliche Erfolge. Getragen von allgemeinem Vertrauen man nannte ihn den „Beichtvater Büdingens" , gerüstet mit trefflichen Rechtskenntnissen und ausgestattet mit reichster Kenntnis der persönlichen und wirtschaftlichen De.hältn.sse der Gerichtseingesessenen und ihrer Bedürfnisse war seine Amtsführung ungemein erfolgreich Auch als Mitglied des Kreisausschusses und des Provinzialausschusses, sowie als Direktor der Düdinger Bezirkssparkasse bewährte er sich viele Jahre lang und erwarb sich die volle Anerkennung der Verwaltungsbehörden. Begabt mit feinem musikalischen Verständnis verstand er es, das musikalische Leben Büdingens aus eine beachtenswerte Höhe zu bringen: noch im hohen Alter war die Musik ihm Lieblingsbeschäftigung. Ein Richter von altem Schlag, ein Richterpatriarch, ein Mann von lauterer Gesinnung und strengster Rechtlichkeit ist von uns gegangen in die Ewigkeit- Ehre seinem Andenken. Ein Lutherbries in Bad-Nauheim. ' Bad-Rauheim, 6. Jan. Es ist in der Öffentlichkeit fast kaum bekannt, daß sich in Bad- Rauheim in Privatbesih ein charakteristischer Lutherbrief im Original befindet. Runmehr ist in der Sakristei der Dankeskirche ein Faksimile ausgestellt, das von jedermann eingesehen werden kann. Es ist sowohl wegen der bedeutungsvollen Handschrift, als auch wegen des bezeichnenden Inhaltes interessant. Der Brief, der an den Augustinermönch Jacob M o n t a n u s aus Gernsbach (Diözese Speyer), damals Lehrer am Bruderhaus zu Herford, gerichtet ist, lautet in der Uebersehung: ..Gnade und Friede zuvor! Ja. wahrlich, mein bester Jakobus, ich bin einer, der mit Arbeit ileberfjäuftcn. Aber Christus sei Dank dafür. Deshalb müßt Ihr auch, Du und alle Freunde, darauf gefaßt sein, daß ich künftig, wenn überhaupt, so doch seltener und kürzer schreiben werde. Davon aber, was Du im letzten Briefe von der Beichte schriebst, bin ich vollkommen überzeugt, daß es nämlich statthaft sei, eine Aufzählung der Abenteuer im Nebel. Von Paula von Neznicek. Frau von Reznicek ist eine der besten deutschen Tennisspielerinnen. Wir saßen in Arosa beim Tee. „Ilm sechs Uhr ist es stockdunkel", meinte mein Letter Kurt und biß in eine Rußstange. „Brechen wir auf — ich fahre diese scheußliche Straße nicht gern nachts!" Er hatte seine Patienten besucht, und wir wollten noch über Ehur nach St. Moritz. Unten am Bahnhof hielt uns ein Wachmann auf. „Fahren Sie nicht am Abend herunter — es ist zu gefährlich — wir warnen alle Autofahrer — der Weg ist eng. schon am Tage schwierig — und besteht fast nur aus Kurven — außerdem haben wir Rebel!" Kurt blies Zigarettenrauch durch die Rase und überlegte. Ich machte Vorschläge zur Güte. „Vorsaison in Arosa. Erste Kurgäste. Wie poetisch! In jedem Hotel 100 Zimmer zur Verfügung. Mal was anderes. Bleiben wir oben! Gehen wir um 9 Uhr schlafen — welche Sensation!" Aber Kurt drängte. „Zwei Patienten im Engadin, ein Stelldichein in Meran" — und schon fuhren wir los. „ , ... . Zwischen Kabelgräben und Erdhausenhugel — im Dreißig-Kilometer-Tempo. Wir mußten die Scheiben hinunterlasjen — es war stockschwarz em kalter Schneewind blies uns um die Ohren, und je tiefer mir kamen — je nebliger wurde es. Man konnte keine Biegung — keine Wende übersehen — man juhr auf Zufall — links metertiefe Abgründe — rechts Cteinfelsen und Böschungen. Zuerst versuchten wir gleichgültige Dinge zu reden — schließlich sprachen mir gar nicht mehr. Jeder fühlte, was der andere dachte. Ucbertonjentrierte Aufmerksamkeit. Zwanzig Kilometer in eineinhalb stunden! „Wie weit ist es noch?" Doch ehe ich die tfrage beendet hatte beulte unser kleiner Fox scheußlich auf. Er sprang und bellte wie ein Irrsinniger — ohne sich Halten wir — ich höre etwas bat ich Kurt. „Wir sind nervös", entgegnete er — „fahren wir ruhig weiter." v . Ein Windstoß zertrümmerte uns durch einen un= fliegenden Stein den linken Scheinwerfer. Wir mußten stoppen. Der Rebel war so dicht — daß man kaum eine Hand vor den Augen sah. Jetzt ist Schluß", seufzte mein Begleiter ergeben. .Warten wir bis Morgengrauen", schlug ich vor „wir haben eine Decke, einen Pelz, ein wenig Kognak und viele Zigaretten!" Rach einer Stunde waren wir blau vor Kalte. „Es ist Wahnsinn — ich versuche weiter zu lommen!" „Ohne Scheinwerfers" „Ich kann doch fahren!" „Dennoch — ich bleibe hier!" „Du bist feige!" „Wenn schon — lieber feig* als tot!" Heimlich schloß ich den Benzinhahn, stahl den Schlüssel zum Anlasser. Nactzzwei weiteren Stunden dosten wir ein, in 1500 Meter Höhe — bei Schneesturm im tiessten Rebel Wir erwachten von Menschenstimmen. Es mußte sehr früh sein — denn die ersten Lichtstreifen kamen von Osten. „Was ist los?" Ein Sanitäter kam uns entgegen „Niemand verletzt?" „Wieso verletzt?" „Ach, wissen Sie noch nichts? Fünfzig Schritt vor Ihnen hat gestern abend ein Auto mit drei Herren bei dem Nebel und dem Sturm eine Kurve übersetzen, eine Brücke mitgenommen und sich überschlagen. Alle drei sind tot. Wir haben sie eben geborgen und fürchteten, daß auch Ihnen etwas passiert ist!" Wir mußten noch drei Stunden warten — bis die Brücke repariert wurde. Die Brücke, über die wir bedingungslos gefahren wären! Wir waren noch schweigsamer als die Nacht vorher Gustave Oor2s 1OO. Geburtstag. Gustave Dore, dessen 100. Geburtstag jetzt gefeiert wird, ist bei uns besonders durch seine Bilder zur Bibel bekannt geworden, die in zwei dicken Bänden erschien, überall in der Welt verbreitet wurde und die Mode jener „Prachtbände" ins Leben ries, die einstmals auf dem Tisch in Großmutters guter Stube lagen. Diese Bilder geben aber eine ganz unzulängliche Vorstellung von der Meisterschaft dieses genialen Illustrators, der sich in den späteren Jahren seines Schaffens durch eine ungeheure Fruchtbarkeit immer mehr verschlechterte. Die Bedeutung Dores, die ihn zu einem der größten Illustratoren aller Zeiten macht, liegt in den wenigen Jahren seiner jugendlichen Anfänge. Fast noch ein Knabe, begann er seine Laufbahn und hatte mit 23 Jahren fein Bestes bereits gegeben. 3n Straßburg war er geboren. und im Schatten des ehrwürdigen Munsters entfaltete sich seine Phantasie, von dem Geist des deutschen Märchens und der deutschen Romantik genährt. Der Zehnjährige bewies in seinen Zeichnungen eine seltene Frühreife, einen erstaunlichen Sinn für Phantastik und Humor, und als 14jäh- riger begann er mit der Veröffentlichung lithographischer Bilderbücher, die sein Talent auf der Höhe zeigen. Es waren sittenbildliche Darstellungen aus dem Leben der Pariser Gesellschaft, die er nun zu studieren begann. Szenen voll Emnt wimmelnden Lebens, mit großer Devbachtungs- fraft und leichtem Spott hingestellt. Die außerordentliche Einfühlungsgabe, die Dore hier bewies, lenkte ihn auf den Beruf des Illustrators, und es war ein wahrer Rausch des Schaffens, der ihn in seinen ersten Werken mit fortriß. Seine Meisterleistungen sind die Bilder zu Rabelais und zu den „Contcs drolatiques“ von Balzac. Besonders in diesem Werke offenbarte er die Lieberfülle seiner Phantasie, die die Geschichten des Dichters frei umspielt und überwuchert. Mit den 425 Holzschnitten zu diesem Buche schuf der 22jährige das schönste Jllustrationswerk, das die französische Kunst des 19. Jahrhunderts aufzuweisen hat, ein Buch von so müheloser Erfindungskraft, von so üppiger Gestaltung und visionärer Eindringlichkeit, daß es nur mit den — allerdings ganz andersartigen — Illustrationen Menzels zur Geschichte Friedrichs des Großen verglichen werden kann. Mit diesem Wunderwerk und mit den grotesken Bildern zu der Geschichte Rußlands hatte er den Gipfel seiner Kunst erreicht. Er war unterdessen zum verwöhnten Liebling der Pariser Gesellschaft geworden. Sein Atelier war der Mittelpunkt der eleganten Welt, die Aufträge stürmten auf ihn ein, und er glaubte fic alle bewältigen zu können. Dabei hat er viel Gleichgültiges und Banales geschaffen und seine alte Frische nur in den kleinen köstlichen Vignetten bewahrt, während die blatt- großen Bilder oft leer und wirr wirkten. Aber gerade diese Illustrationen, besonders zu Dante und zur Bibel, schufen ihm erst den internationalen Ruf, der seiner gerechten Würdigung lange im Wege gestanden hat. Dr. F. S. Zeitschriften - Im Schicksalsjahr 1931 hat sich die Krise, die bisher auf einzelne Völker beschränkt war, zur W^ttkrise ausgewachsen. An der Wende dieses sorgenschweren Jahres hält Dr. Ferdinand Grautoff in der Rümmer 4530 der „Jllu- strirten Zeitung" (2. I. Weber, Leipzig) Rückschau auf das vergangene Rotjahr. — Für die Tatkraft der jungen Generation zeugen die Flugsportübungen der Deutschen Burschenschaft, die auf dem Dörnberg bei Kassel ein Segelfliegerlager errichtet hat und hier den Flugsport mit Emst und Eifer betreibt. — Ein Spaziergang durch den Bilderschatz der deutschen Sprache unter der Leitung von Hans Reimann bringt uns den Reichtum unserer Muttersprache zum Bewußtsein. — An eine betriebsame Stätte, in das Zollgebiet des Hamburger Freihafens, führt ein reich illustrierter Artikel. — Einen Einblick in die in Berlin stattfindende Ausstellung altamerikanischer Kunst gewährt ein mit interessanten Abbildungen ausgestatteter Beitrag von Prof. Dr. Walter Lehmann. Don einem berühmten Impresario. Man hat den soeben verstorbenen Engländer Lionel P o w e l l den letzten der großen Impresarios genannt, denn sein Wirken reicht zurück in jene Vorkriegszeiten, in denen man Den Leistungen großer Virtuosen noch ein ganz anderes Interesse entgegenbrachte als heutzutage. Powell hat mehr als 15 000 Konzerte veranstaltet und ist bei den Tourneen, die er führte, mindestens achtmal rund um die Welt gefahren. Er war mit Bayreuth in enger Verbindung, hat viel zum Ruhme Wagners in England getan, und bei feinen Wagnerkonzerten dirigierten Hans Richter, Felix Mottl. Richard Strauß und Felix Weingartner. Ein Vierteljahrhundert war er der Impresario der großen Sängerin Melba, und andere Künstler, mit denen er in Verbindung stand, waren Paderewski, Caruso, Kreisler. Schaljapin, Heise tz, P a ch m a n n, Mischa E 1 m a n, Frieda Hempel, die Rordica usw. Mit all diesen Berühmtheiten war er befreundet und wußte von ihnen mancherlei zu erzählen. Der greife Pianist Pachmann verursachte ihm einmal ein paar unangenehme Minuten. Dieser hatte nämlich die Angewohnheit, seine Teetasse jedesmal, bevor sie neu gefüllt wurde, auszuspülen, und das tat er auch, als er bei der Königin Alexandra, der Gemahlin Eduards VII. von England, eingeladen war. Powell sah ängstlich nach der Königin, aber diese lachte und sagte: „Er ist entzückend!" Als der Impresario mit Kubel i k eine Tournee durch Kanada unternahm, tarnen sie in einen kleinen Ort und entdeckten zu ihrem Entsetzen, daß Kubeliks Geige nicht mitgekommen war. Obwohl sofort ein Sonderzug abgeschickt wurde, um sie zu holen, kam doch der Abend heran, ohne daß sie angelangt war, und da der Konzertsaal mit einem zahlreichen Publikum aus der ilmgegenö dicht gefüllt war, suchte Powell fieberhaft überall nach einer Violine Schließlich glückte es ihm. in dem Leihhaus eine alte deutsche Geige für 15 Mk. aufzutreiben, es war die einzige Geige in der Stadt, aber Kubelik spielte auf ihr so schön, daß am Ende des Konzerts ein Verehrer das schlechte Instrument für 1000 Mk. kaufte Einige Jahre später kaufte Powell die Kaiser-Stradivarius, deren Wert jetzt auf 200 000 Mk. geschäht wird, für Kubelik. Bei einer Konzert-Tournee mit der Sängerin Clara Butt in Australien sand man in Vancouver keinen geeigneten Saal und mußte das Theater für sechs Rachtvorstellungen mieten. Wenn die Theatergäste hinausgingen, kamen die Konzertgäste herein, und am frühen Morgen brachten sie Straßenbahnwagen nach Hause. Diese Rachtkonzerte waren ein großer Erfolg. Sünder. Martin Luther. Nachdruck oerboten 11 Fortletzung Vornan von Elotilde von Stegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r. Halle. einzelnen Verfehlmigen zu unterlassen, und es Erlangung deS Trostes des Evangeliums unb der Sündenvergebung genug sei mit einem allgemeinen Sündenbekenntnis. Don allem, was sonst bei uns vorgeht, wird Dir der Lieberbringer dieser Zeilen berichten. Aus Flandern erhielten wir gute Botschaft, bah nämlich zwei unserer Brüder (Boes und Esch) aus dem Marktplatz zu Brüssel für das Wort Gottes vor allem Bolke den Feuertod erlitten haben. Gott sei gedankt in Christus! Lebe wohl und bete für mich sündigen Wittenberg, am Sonntag nach Jacobi 1523. Landkreis Gießen. CO Klein-Linden, 7. Jan. Auf Veranlassung der Baseler Mission führte am Mittwochabend in der hiesigen Kirche Missionar Lauck (Frankfurt am Main) den M i s s i o n s f i l m „Mlan, die Tochter des Oeomanten" vor. Der Film gab ein anschauliches Bild von den Sitten und Gebräuchen in China, zugleich auch einen Einblick in die Arbeit der evangelischen Mission. Das finanzielle Ergebnis des Abends in Höhe von 75 Mark kommt der Basler Mission zugute. )( Lich. 7. Jan. Gestern nachmittag wurde der alte st e Mann unserer Stadt, der Schäfer Heinrich Becker, zu Grabe getragen. Er war zu Dieder-Ohmen geboren, von 1867 bis 1870 lebte er in Paris, 42 Jahre versah er in Treue das Amt des Gemeindeschäfers, davon 23 Jahre in der Gemeinde Saasen. Seit 26 Jahren lebt« er in unserer Gemeinde im Hause seiner Tochter, leider war er in den letzten zehn Jahren völlig erblindet. Er hat ein Alter von fast 92 Jahren erreicht und war wegen seiner Treue und seines Fleißes sehr beliebt. 7 Kinder, 17 Enkel und 38 Urenkel gehören zur Dachkommenschaft des alten Mannes. Kreis Schotten. Y Gedern, 5. Jan. Im abgelaufenen Jahre war die Bautätigkeit in unsererStadt sehr rege. Fünf neue Wohnhäuser konnten vollständig fertiggestellt, zwei weitere Wohnhäuser im Rohbau erstellt werden. Der Dachstock der Apotheke wurde ausgebaut und ein Wohnhaus in der Seestrahe bedeutend vergrößert. Eine Feld- scheuer und zwei Werkstätten wurden neu errichtet. Die bei zwei Bränden vernichteten Gebäude wurden wieder aufgebaut. Der Turnverein hat den Ausbau seiner bisherigen Turnhalle (des ehemaligen fürstlichen Schafstalles) abgeschlossen. Die Turnhalle ist 36 Meter lang und 9 Meter breit. Der vor etwa drei Jahren begonnene Llm- und Erweiterungsbau unseres Bahnhofes wurde nahezu fertiggestellt. Außerdem wurde ein modern eingerichtetes Stellwerk gebaut. Alle diese Arbeiten haben den Bauhandwerkern und anderen Erwerbszweigen manche Arbeitsgelegenheit verschafft. Leider lag aber die Steinbruchindu- st ri e still, und viele Arbeiter sind dadurch arbeitslos geworden. Die Stadt war stets bemüht, durch Wegebau- und Meliorationsarbeiten den Erwerbslosen Beschäftigung zu geben. 1 Gedern, 7. Jan. Seit 14 Tagen wird der hiesige Kaufmann Samuel Strauß vermißt. Trotz eifrigster Bemühungen d r Polizeibehörde ist bis jetzt noch keine Spur von dem Der- mißten entdeckt worden. — Ein schwerer Un- gl ü ck s f a l l ereignete sich heute mittag hier in einem Steinbruch. Der 17jährige Maurerlehrling Karl H o f hantierte in unvorsichtiger Weise mit einem geladenen Flobert, das sich entlud. Die Kugel drang dem Schützen in den Leib. Der junge Mann muhte in die Gießener Klinik überführt werden. Dem Berunglückten geht es den Umständen entsprechend gut. da zum Glück lebenswichtige Teile nicht verletzt wurden. Kreis Alsfeld. -er. Homberg, 7. Jan. Die Hessisch-Wal- deckischen Durchgangsstrecken sind von dem Der- kehrsverband für Hessen und Waldeck in Der- bindung mit der Arbeitsgemeinschaft hessischer Dielleicht aber machte sie sich wirklich unnötige Gedanken? Hans Egon war ein lebenslustiger Mann. Er hatte nie ein Hehl daraus gemacht, daß er Gesellschaft und fröhliche Freunde brauchte. Jetzt, da der Arzt ihr anstrengende Geselligkeit im Hause und häufige Fahrten in die Stadt auf Einladungen verboten hatte, durfte sie sich nicht wundern, daß Hans Egon der Einsamkeit des Hauies mitunter zu entfliehen suchte. Im Grunde genommen war es wohl nichts anderes als sein Unterhaltungstrieb, dem der Verwöhnte nachgab. Wenn erst — und ein zartes mütterliches Lächeln trat um ihren blaffen Mund — das Kind da sein würde, würde alles wieder anders werden ; was ihr nicht gelungen, würde, so Gott es wollte, vielleicht zwei unschuldigen Kinderhändchen gelingen. Mit leisem Lächeln auf den Lippen ging sie die Treppe hinunter, um ihren gewohnten Morgenspaziergang in den Park zu machen, der sie täglich von neuem entzückte. Der herbe Geruch der frühlingshaften Erde stieg belebend zu ihr empor. Schon glaubte sie den Duft erster Veilchen zu spüren, und wirklich — dort schimmerte es schon lila zwischen welkem Laub und kleinen hellgrünen Blättchen dicht an der besonnten Mauer, die das Parkgrundstück von dem Mühlengrundstück trennte. Sie bückte sich und begann die kleinen Blüten zu pflücken, wobei sie sich immer weiter entfernte — bald war sie auf der Birkenbrücke angelangt, die den Park mit dem Mühlgarten verband. Plötzlich schrak sie zusammen: vor ihr, abgewandt, stand eine hohe Männergestalt, die, wie in tiefe Gedanken versunken, in das schäumende Wasser des Flusses blickte. Es war Gras Friedrich. Ehe Birgit sich lautlos entfernen konnte, schlug Menta, die Jagdhündin, mit einem freudigen Bläfflaut an. Graf Friedrich wandte sich um und stand seiner Schwägerin gegenüber. Ein heißes Rot flog über das gebräunte Männergesicht, als er den Lodenhut tief vor Birgit zog. Birgit streckte ihm mit einer bittenden Gebärde die Hand entgegen: „Tresfe ich dich endlich einmal, du Einsiedler? Dun aber lasse ich dich nicht so schnell los. Schon lange war es mein Wunsch, mir deine Mühle und deinen Betrieb anzusehen. Hättest du wohl Zeit und Lust, mich einmal herumzuführen?" „Ich stehe ganz zu deinen Diensten, Schwägerin." Lächelnd wehrte sie ab. 9. . e ach 9. !t :e t rungen — die Zustimmung der Konferenz. Diese Konfirmationsordnung wird nun im Dekanat eingeführt. Grünberg fand am Dienstag hier statt Andacht hielt Pfarrer Strack, Münster. Begrüßung durch Dekan Schmidt, Grünk der besonders den Superintendenten D. W ne r und Privat-Dozenten Lic. Brunner kommen hieß, hielt letzterer einen Vortrag „Politische Verantwortung und christliche scheidung". Der tiefgründige Vortrag, der zwei Stunden dauerte, löste eine bewegte Dcb aus, an der sich der größte Teil der Pfa' und auch der Superintendent beteiligte. D Schmidt dankte Lic. Brunner für sc Vortrag. Dach einer Pause wurde in die ledigung der geschäftlichen Dinge eingetreten Entwurf der Konfirmationsordnu vorgelegt von Pfarrer Dies, Ettingshau fand — abgesehen von kleinen formalen Aen alarmierte der Inhaber die Polizei, die auf die oben beschriebene Weise die Ordnung wiederher- stellte. Die beiden verletzten Zimmerleute mußten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Kreis Biedenkopf. WSN. Biedenkopf, 7. Jan. In Wolzhausen wurde ein Landwirt dadurch empfindlich geschädigt, daß im Stall zwei seiner besten Kühe der schadhaften Lichtleitung zu nahe kamen. Der elektrische Strom tötete die Tiere auf der Stelle. Maingau. WSN. Frankfurt a. M., 7.Jan. Der zehnjährige Schüler Ludwig Schelling spielte vorgestern mit Kameraden, wobei es zu einem Streit kam, in dessen Verlauf einer der.Schüler dem kleinen Schelling einen Stein an den Kopf warf. Der Junge brach blutüberströmt zusammen und mußte ins Krankenhaus gebracht werden, wo es jetzt der schweren Verletzung erlegen ist. f^ntinn£C I 7L"" S'-S * Stark- b- rennen kann. 2 l ausgeprägt l. wrtob nahekon" hunger un | Stande des t S Seren W I überraschend gri man MW A Merhausen b einem kleineren genb sich Konkur ^•«naunrrpn * ''■eilen, * „Mein lieber Sibelius — ich war gerade, als ich von Gut Kummerow kam, auf einem Spru ig bei Ihrer Birgit. Einen Zwetschenlikör habe ich da bekommen... Ich sag' Ihnen — alle Achtung. Da, und so im Gespräch erzählte mir Birgit allerlei. Die blassen Wangen haben eine sehe natürliche und, wie ich annehme, sehr erfreuliche Ursache." „Ist es wahr?" fragte der Konsul bewegt. „Dun, bann.. „... bann brauchen Die sich wahrhaftig feine Sorgen zu machen, lieber Freunb. Die Sibelius- schen Frauen haben ja ihre natürlichen Pflichten immer gut erfüllt, unb unsere Birgit ist trotz ihre« äußeren Zartheit ein ganz zähes Geschöpfchen." „Auf biese gute Dachricht hin müssen wir wirklich eine Flasche Wein leeren", meinte der Konsul, und nötigte den Ueberbringer der frohen Botschaft ins Haus. „Ich habe gerade eine Probesendung von Ebecke bekommen. Sie können also gleich Ihr Urteil abgeben. Ich will aber noch heute nachmittag zu Birgit hinausfahren. Ich hab' mir, weih Gott, auch einmal ein paar freie Stunden verdient." Dirgit geriet in freudige Unruhe, als ihr bet Vater telephonisch feinen Besuch ankündigte. Seitdem sie auf Rat des alten Arztes nicht mehr so viel in die Stadt fuhr, sah sie den Vater nut mehr am Sonntag. Freudig eilte sie in die Küche, wo Mamsell Stülpnagel über einem neuen Pastetenrezept brütete, indes die Köchin und das Zugehemädchen beratend dabeistanden. „Mamsell!" rief Birgit noch in der Tür. „Heute haben wir hohen Besuch. Mein Vater kommt. Bereiten Sie bitte recht schöne belegte Toaste vor und holen Sie auch etwas von Ihrem guten Quittengelee herauf, das Väterchen neulich so tobte." „Das ist eine Freude, gnädige Frau!" versetzte die treue Seele. „Wie schade nur, dah der Herr Graf nicht zu Hause ist, um den Herrn Konsul zu begrüßen." Ein Schatten flog über bas eben noch so freudig betoegte Gesicht der jungen Frau. Welch feines Gefühl hatte diese einfache Frau! Aber als der Konsul am Dachmittag mit seinem Wagen vorfuhr, ließ sich Birgit nichts von ihrem Kummer merken. Sie eilte die Stufen der Freitreppe hinunter und umarmte Öen Vater zärtlich. Eng umschlungen gingen sie beide hinauf zur Glasveranda, deren Fenster, nach Süden gelegen, zum ersten Male hochgeschoben waren. Warm flutete die Frühlingsfonne in den lichten Raum, der von blühenden Hyazinthen und ersten Treibhaus-Maiglöckchen duftete. Birgit winkte dem Diener, zu gehen. „Diese kurze Stunde, Väterchen, muh uns allein gehören. Lind nun lah mich für dich sorgen, wie früher." (Fortsetzung folgt.) Kirche und Schule. Landkreis Gießen. I H a u f e n, 5. Jan. Die K i»che n st a t i st i k für die Gemeinde Haufen vom Jahre 1931 weist folgende Zahlen auf: Getauft wurden 10 Kinder: konfirmiert 1 Knabe und 2 Mädchen: das ist der durch den Krieg verursachte größte Tiefstand. Getraut wurden 3 Paare: kirchlich beerdigt 4 Personen. Die Gottesdienste wurden von 2063 Männern, 2991 Frauen und 752 Kindern besucht. Am heiligen Abendmahl nahmen 737 Gemeindeglieder teil. Im Lause des Winters wurde ein Frauenverein gegründet, indem der bestehende Frauenchor sich zu einem solchen erweiterte und regelmäßig an einem Abend in der Woche tzu- fammentommt. Der Frauenverein hat es sich zur besonderen Aufgabe gestellt, die Winterhilfe wirksam zu unterstützen. I Garbenteich, 5. Jan. Dach den Kirchenbüchern wurden in der Gemeinde Garbenteich im Jahre 1931 getauft 9 Kinder, konfirmiert 7 Kinder. Es fanden 9 kirchliche Trauungen statt. Beerdigt wurden 9 Personen. Die Gottesdienste wurden besucht von 6499 Männern, 7171 Frauen und 1248 Kindern, das ist ein durchschnittlicher Besuch von 259 Erwachsenen und 47 Kindern für den Sonntag. Zum Abendmahl gingen 1306 Gemeindeglieder; 644 Männer und 662 Frauen. Der im Ianuar.vorigen Jahres gegründete Frauenverein kommt jeden Mittwoch regelmäßig auf dem Rathaus zusammen. Die Abends sind durchschnittlich von 80 Mitgliedern besucht. Dank einer Stiftung des Beigeordneten Kissel mit 300 Mk. und des Bäckermeisters Stumpf mit 100 Mk. konnte der Zugangsweg zur Kirche gepflastert werden. Der noch fehlende Betrag soll durch freiwillige Gaben aufgebracht werden. — ©rünberg, 7. Jan. Die Deujahrs- konferenz derPfarrer desDekanalcs Gebirgsvereine neu festgelegt worden. Die Beschilderung der Strecken Dr. 1 (Sternweg) und Dr. 13 (Studentenpfad) ist von den Zweigvereinen des Oberhessischen Gebirgsvereins durchgeführt: der Homberger Verschöne r u n g s v e r e i n hat sich an der Anbringung der Schilder beteiligt. Der Sternweg (Dr. 1) sein roter Stern in weißem Felds nimmt u. a. folgenden Verlauf: Kölb« — Marburg — Amöneburg — Brückermühle — Schweinsberg — Homberg — Dieder-Gemünden — Lllrichstein — Hohe- rodskopf — Didda. Der Studentenpfad (Dr. 13) [ein roter Etudentenkopf im weihen Felds verbindet die drei Llniversitätsstädte Göttingen — Marburg — Gießen: er berührt die Städte Kassel — Bad Wildungen und läuft über Marburg — Frauenberg — Staufenberg bis Giehen. Vielfach besteht über die Bedeutung und den Wert dieser Beschilderung noch große Llnkenntnis. Wurden doch die den Sternweg kennzeichnenden Schilder hier und da als Sowjetstern bezeichnet und kamen deshalb in Mißkredit. Dubenhände bewarfen sie sogar mit Steinen oder entfernten sie gewaltsam. Im Interesse des Fremdenverkehrs sei auch an dieser Stelle gebeten, Beschilderungen und Markierungen unter allen Umständen zu schonen. Starkenburg. Von der Hessischen Handwerkskammer. WSN. Darmstadt, 7. Jan. Auf Grund einer Sitzung zwischen dem Vorstand ber Hessischen Handwerkskammer und den Vertretern der Bezirksverbände Bensheim, Hgppenheim, Darmstadt und Groß-Gerau ist die Kündigung des Syndikus Dr. Ko Ubach mit sofortiger Wirkung zurückgenommen worden. Es wurde eine Kommission bestimmt, die die ganze Angelegenheit nochmals prüfen soll preutzen Kommunale Tarifsenkung in Frankfurt. WSD. Frankfurt a. M., 7. Jan. Der Magistrat hat in seiner heutigen Sitzung beschlossen, neue Vorschläge für d ie Tariffen - kung der Straßenbahn auszuarbeiten, da die zuerst vorgeschlagene Senkung dem Reichskommissar für Preisüberwachung für den Erlaß der Desörderungssteuer nicht genügt. Man hofft die neuen Vorschläge so zu beschleunigen, daß die Tariftenkung spätestens am 1. Februar in Kraft treten kann. Weiter hat der Magistrat beschlossen, die Markthallenstandgebühren ab 1. Januar um 10 Prozent zu ermäßigen. Ein Schwindler als Gerichtsbeamter. WSD. Frankfurt a. M.. 7. Jan. Durch einen Schwindler, der sich den DamenHer* g e t beilegte, ist eine hier wohnende Dame auf raffinierte Art und Weise geschädigt worden. Sie hatte vor einiger Zeit eine Angehörige durch den Tod verloren. Der Schwindler erschien bei ihr mit dem Vorgeben, er fei G e r i ch t s b e a m t e r und fjabe eine Aufstellung des Dachlaffes zu machen. Er legitimierte sich mit einem Ausweis auf den Damen Herget und ging dann an die Arbeit. Zum Schluß versiegelte er die Pakete mit einem echten S tempel des hiesigen Amtsgerichts und nahm die Pakete mit, indem er der Dame bedeutete, daß ihr vom Amtsgericht weitere Mitteilungen über den Dachlah zugehen würden. Die Betrogene wartete aber vergeblich, und schließlich stellte sich heraus, daß sie einem raffinierten Schwindler zum Opfer gefallen war. Er hat in diesem Fall Schmuckfachen im Werte von etwa 300 Mk. erbeutet. Die Kriminalpolizei warnt dringend vor diesem Schwindler. Kampf der Polizei mit Hamburger Zimmerleuten. WSD. Frankfurt a. M., 7. Jan. In der Dacht zum Donnerstag kam es in der Altstadt zwischen drei Polizeibeamten und drei Hamburger Zimmerleuten, zu denen sich schließlich noch fünf weitere Zimmerleute gefeilten, zu einem Kampf, in dessen Verlauf die Beamten die Schußwaffe ziehen und Feuer geben muhten. Zwei der Zimmerleute wurden dabei niedergefchossen, drei andere konnten fest genommen werden, während die übrigen entkamen. Die Burschen haben in den letzten Tagen dauernd Gaststätten aufgesucht und Krach gemacht. Als sie gestern nacht in dem Kabarett „Zum Clou" ohne jeden Grund Händel suchten, sollten sie aus dem Lokal gewiesen werden. Da sie nicht freiwillig gingen, „Zu meinen Diensten nicht, mein lieber Schwa- er; i ch bin es, die dich bittet, mir diese yreube zu machen." Schweigend trat er neben sie, unb gemeinsam Ingen sie dem groben- Hofe zu, auf betn zu »ieser Stunbe schon reges Leben herrschte. Wagen, mit Mehlsäcken hoch beloben, von Lanbleuten gelenkt, fuhren über den Hof. Eine Gruppe von Arbeitern war damit beschäftigt, Stapel von Heu in die Stallungen zu schaffen. Llnablässig rollten Säcke unter leisem Dröhnen einen Holzschacht hinab, unb bie Motoren der Mühle fangen das gleichmäßig starke Lied ber Arbeit. Unwillkürlich straffte Birgit ihren zuerst noch zagen unb müben Gang. Diese Atmosphäre ber Arbeit war ihr vertraut unb weckte alle ihre Energien. Mit sachverstänbiger Miene folgte sie ben Darlegungen des Schwagers, stellte Fragen unb überraschte ben gesprächiger Werbenden durch ihr kluges Verständnis. Längst war die Steifheit aus dem Wesen Graf Friedrichs gewichen. Mit lebhafter Stimme und leuchtenden Augen erklärte er Birgit die Einzelheiten seines Betriebes, führte sie durch Kontore, Kornspeicher, Mahlkammern und Maschinenräume und zuletzt hinunter zum Flusse, wo in einem Extramaschinenhause über ber Brücke am Wehr die großen Turbinen sausenb schwangen. „Ein schöner Betrieb", sagte Birgit, tief aufatm enb unb bewundernd zu dem großen Manne aufblidenb. „Wie befriedigend muh doch dein Leben fein, wie schön deine Arbeit!" „Sie wäre schön", sagte Graf Friedrich, ber unwillkürlich aus sich herausgegangen war, „hätte man mehr Bewegungsfreiheit unb lasteten nicht alte Schulden auf dem Werk." „Lind warum", fragte Birgit und strich zart über bie braune, feste Männerhanb, bie lose neben ihr hing, „warum lehnst du alle fremde Hilfe ab? Cs ist doch kein Geschenk, das man dir machen will, wenn man deine ehrliche Arbeit, dein Ringen um deinen großen Besitz, den du doch nicht schuldenfrei übernommen hast, mit etwas Kapital unterstützt?" Er sah Birgit mit einem rätselhaften Blick an: „Liebe Birgit" — auf einmal schwang jener Ton in seiner Stimme, den sie vor langer Zeit schon einmal gehört hatte —. „liebe Birgit, verdirb mir diese schöne Stunde nicht, in der ich seit langer Zeit einmal wieder zu jemandem sprechen konnte, der mich versteht. Berühre nicht einen Punkt, der mir schmerzlich ist, in dem ich aber unnachgiebig sein muh. — Wie geht es dir, Birgit?", fuhr er hastig fort, als wollte er auf alle Fälle das Gesprächsthema wechseln. „Wie fühlst du dich bei uns auf dem Lande? Ist es dir hier auch nicht zu einsam? Ihr Stadtmenschen seid mehr Geselligkeit gewöhnt!" Leise erwiderte sie: .Es würde mir nicht so einsam fein, wenn —** Aber sie brach ab, als sie einen finsteren Blick in feinen Augen sah: ohne weiterzusprechen, wußte sie, daß er ihre Dot erkannt hatte unb um Hans Egons häufiges Fernfein von Hause wußte. „Jetzt muß ich aber an bie Arbeit", murmelte er und wollte sich mit seltsamer Hast verabschieden. Birgit, einem warmen Impuls folgend, streckte ihm das kleine Veilchensträuhchen entgegen: „Zum Andenken an die erste Stunde unserer Kameradschaft hier, Friedrich, und zum Dank für jene Stunde, in der du mein Beschützer warst. Es sind die ersten Veilchen in diesem Jahre — nimm sie und denke immer, dah du in mir eine wirkliche Schwester unb einen Kameraben hast, wann immer bu es brauchst." Mit weichem Lächeln, das ihn wunderbar verschönte, nahm Graf Friedrich die Blumen, deren Stengel noch die Zarte Wärme von Birgits Hand trugen: „Ich danke dir, Birgit! Deine Worte bleiben in meinem Herzen. Wisse auch du, bah bu an mir einen Bruder besitzest, ber zu jeber Stunbe bereit ist, alles für bich zu tun.“ Unb als hätte er schon zuviel gesagt, wandte er sich rasch ab unb verschwand hinter bem Mühlen- gebäube, ohne sich umzusehen. * Graf Friedrich war nicht der einzige, ber sich über Birgits Leben auf Schloß Tannenaue Gedanken machte. Dem Konsul Sibelius war es schon feit einigen Wochen auf gefallen, wie blaß unb still seine Birgit in ber letzten Zeit geworben war. Sollten seine Befürchtungen, bie er von Anbeginn in bezug auf diese Ehe gehegt, sich nur allzuschnell erfüllen? Ernste Sorge war in seinem Herzen. Einer vorsichtigen Frage war Birgit scheu ausgewichen, von ihr aus würbe ihm keine Aufklärung kommen. Dazu kannte er fein stilles unb stolzes Kinb zu gut. Eine Frau aus bem Hause Sibelius klagte nie. So war er denn erleichtert, als er um diese Mittagsstunde, wie gewöhnlich vor fein Haus tretend, von weitern den alten Sanitätsrat Siewert die Hafenstrahe entlangkommen sah. Fröhlich schwenkte der alte, joviale Herr seinen grauen Schlapphut, als er des Konsuls ansichtig wurde. „Sie kommen mir wie gerufen, Siewert", sagte der Konsul, dem alten Hausarzt und Freund herzlich die Hand schüttelnd. „Wo fehlt's denn, Sibelius? Sie sind mir doch nicht krank?" „Ich nicht, aber Birgit ist es, die mir Sorgen macht." Lind neben dem aufmerksam Zuhörenden in der warmen Sonne auf unb abgehend, vertraute er bem Hausarzt feine Befürchtungen an. Der alte Herr zwinkerte vergnügt hinter feinen goldenen Brillengläsern. Das auf allen Seiten vom Wasser eingeschlossene städtische Wasserwerk in Bochum-Stiepel ragt wie eine Wasserburg aus dem Ueberschwemmungsgelände hervor. Buntes Allerlei der Wer den Pfennig STANDARD Statt SKartcn ! Ofinstiöe Manfsmöglidilieit bester Qualiläls - SW waren! 3f)re Uerloßung geßen ßeßannt SCeua/jetfeim, 7. ßjanuav 1932 0102 Scnobbaus Krd. Weidemann Seiiersweö 59 Inventur-Ausverkauf 176 D Hüte-, Mützen- und Herrenartikel-Geschäft Oberlies bestraft werden. 184D 19 Schulstr. 5, neben Kräuterhausjung bei Wehrend dieser Zell auf alle Waren 20% Rabatt Eingang Ecke Volksbad Kein Enden Wegen Ersparnis hoher Ladenmiete 1 Treppe hoch RASSOL WA :zx 20,— 10,— 1,70 Ottilie SKofmann fflrtiircUol(zmann mengen. Verlangen Sie nur echtes Rassol in Originalflaschen u. weisen Sie Nachahmungen zurück. Allein. Hersteller: Engel» apotbehe Gießen. Zu Haven in allen Apotheken. 14 Tage Wochen Arbeitstage 1 Sr. Fl. MK. 1.75 am der Dr. Wertpapierdrucke Aktien, Schuldverschreibungen Wertpapiere bei Brühl. SchulstreBe 7 a^nUs) gemeinschaft' vorgesehen. Außerdem spricht gleichen Tage in der Reichsgcdächtnisfeicr Präsident der Goethe-Gesellschaft, Professor Petersen. Die Goethe-Gedächtniswoche wird unter Trinkt Iachinger. Staats. Fachingen wirkt infolge seiner Eigenschaft. die Alkaleszenz des Blutes zu erhöhen, bei Erkrankungen der Derdauungsorgane (Sodbrennen) sowie bei Nieren-, Blasen, und Harn l«iden, besonders gesundheitsfördernd. 4735V topt-ker Schirmherrschaft des Reichspräsidenten v. H i n - denburg vom Reichsministerium des 3nnctn, vom thüringischen DolksbildungSministerium, von der thüringischen Landeshauptstadt Weimar und von der Goethe-Gesellschaft gemeinsam veranstaltet. Naturgemäß ist die Beteiligung aus den Kreisen der Goethe-Gesellschaft besonders stark. Die für die Gesellschaft vorgesehenen Plätze sind, soweit es sich um den 22. März als den Haupttag handelt, bereits um das Doppelte überzeichnet. (Schluß des redaktionellen Teils.) Kunst und Wissenschaft. Goethe und da, heutige Schrifttum. Die Goethe-Gcdächtnis-Woche in Weimar vom 20. bis 28. März wird auch dem heutigen deutschen Schrifttum Gelegenheit geben, sich zu Goethe zu bekennen. Am 21-März wird in der Weimar-Halle Thomas Mann sprechen, während am Ostersonntagvormittag an gleicher Stätte Gerhart Hauptmann das Wort ergreifen wird. Doraussichtlich wird auch Walter v. M o l o alS Redner gewonnen werden Eine Ansprache von ihm ist für die am Abend des 22. März lGoetheS Todestag) in der Weimar- Halle angesetzte „Stunde der deutschen Bolks- Der Arbeitgeber hat von der Einbehaltung des in Frage kommenden Teilbetrags bei Arbeitnehmern abzusehen, deren 2ir= beitslohn einschließlich des Wertes der Sach- und Naturalbezüge bei der nächsten auf die Fälligkeit folgenden Lohnzahlung nicht übersteigt. In diesem Falle hat der Arbeitnehmer den Teilbetrag an die obenbezeichnete Kasse zu entrichten, sofern er nicht nach dem Gesetz von der Entrichtung der Bürgersteuer befreit ist. Es wird ausdrücklich darauf hingewie- fen, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Lürgerlteuer feiner Arbeitnehmer haftet, kommt er seiner Verpflichtung nicht nach, so wird die Steuer von ihm durch Haftungsbescheid angefordert und nötigenfalls im Verwaltungszwangsoerfahren beigelrieben. Gießen, den 6. Januar 1932. Bürgermeisterei Gießen: Dr. Keller. vom 8. bis 22. Januar Neue moderne Hinter mit und ohne Ringsgurt, schwane Paletot* mit und ohne Samtkragen, Gehpaletotw, Burschen- u. Knabenmäntel, Lodenmäntel, Gummimäntel, Anzüge, ein u. zweireihig, in geschmackvollen Farben, Lodenjoppen, Windjacken, Ho*en jeder Art, sowie ein großer Posten Kinder - Anzüge, Damen-, Backfisch- und Kindermäntel 165A zu bedeutend herabgesetzten Preisen!!! Kommen Sie und überzeugen Sie sich von der Güte und Billigkeit! W Ein Versuch lohnt! "WI Herrengarderobe-Haus L Rosenzweig W Gießen, Seitenweg 58, 1 Treppe *W 91 np Gfcfhmoino besonders auch kränkliche, 44UV ZJUJLVeiHK, zurückgebliebene und lolche mit Helfen Beinen, gesunden und 163D entwickeln sich überraschend schnell, wenn Sie durch jedes Futter 1 Eßlöffel voll echtes Continental- ADDIER-, SALDIER-, Pult-Rechen- MASCHINEN Gen.-Vertr.: ELBERT Frankfurt a. M. SchlllerttraOe 12 Fernruf Hanse 26187 ReparatnrwerketUtle für Büro-Maschinen alle 4 mal doppelt billige Januar-Tage! Bis Ende Januar erhalten Sie jeden Freitag und Samstag auf alle Waren (wenige Artikel ausgenommen) 10 Prozent Rabatt durch doppelte Marken. Auf Wunsch geben wir Ihnen bei 3.— Mark Einkauf statt doppelter Marken eine schöne Tasse mit Untertasse aus feinem Bavaria-Porzellan. Beim Einkauf für Mk. 4.— oder Mk. 5.— können Sie auf Wunsch statt doppelter Marken einen Porzellan-Teller von unseren hervorragend schönen EÖ-Services „Bavaria“ oder „Alt-Weimar“ bekommen. Bekanntmachung. vetr.: Bürgersteuer der Lohn- und Ge-I Haltsempfänger usw. Die auf der Steuerkarte angeforderte Bürgersteuer der Lohn, und Gehaltsemp. fänger usw. ist an den auf Seite 4 der Steuerkarte angeführten Fälligkeitsterminen, beginnend am 10. Januar 1932, zu entrichten. Die einzelnen Steuerraten sind von dem Arbeitgeber vom Arbeitseinkom- men bei der nächsten auf die Fälligkeit, erstmals also bei der auf den 10. Januar 1932 folgenden Lohn, oder Gehaltszahlung einzubehalten und binnen einer Woche an die Stadtkasse abzuführen. Einer Bezeich- nung der einzelnen steuerpflichtigen Arbeitnehmer bedarf es hierbei nicht. Die cinbebaltenen Beträge sind in dem für die Lohnsteuer zu führenden Lohnkonto gesondert auszuschreiben. Kommt der Arbeitgeber seiner Verpflichtung nicht innerhalb der bezeichneten Frist nach, so hat er dies bis zum Ablauf der Frist auf Zimmer 29 des Stadthauses, Bergstraße, anzuzeigen. Unterläßt er diese Anzeige innerhalb der vorgeschriebenen Frist, so hat er eine Steuerzuwiderhandlung begangen, für die in § 413, Abs. 1 RAO. eine Ordnungsstrafe bis zu 10 000 RM. anaedroht ist. Hat der Pflichtige, als er die Abführung und die Anzeige unterlassen hat, mit dem Vorsatz gehandelt, Steuereinnahmen zu verkürzen, so kann er wegen des schweren Deliktes der Steuerhinterziehung nach § 396 RAO. befindet sich für den Monat Januar 0i34 Jengelmann Kaffee-öeschä Gießen, Seltersweg 6 Was ist Appetit? Wir sprechen gewöhnlich von Hunger, wenn wir ein starkes Bedürfnis nach Nahrung bezeichnen wollen, und von Appetit, wenn unsere Magennerven sich nur in jenem angenehmen Zustande der Spannung befinden, den wir meist vor den Mahlzeiten verspüren. Eine schärfere Definition will im Ap. oetit eine Bevorzugung bestimmter Speisen bei der Nahrungsaufnahme erblicken. Aber grundsätzlich las. sen sich Hunger und Appetit nicht scharf voneinander unterscheiden, wie Professor D. Katz in der Frankfurter Wochenschrift über die Fortschritte in Wissenschaft' und Technik „Die Umschau" hervorhebt. Es gibt Formen des Appetits, bei denen die Tricbftärke nicht geringer ist als beim Heißhunger; so wenn gewisse Genußmittel und Genußgifte von den daran Gewöhnten dringend verlangt werden. Immerhin kann der Hungertrieb als der weitere, sozusagen ewige Begriff gelten; er hat ja vor allen anderen Trieben den Vorrang, wenn man auch freilich seine volle Stärke beim Kulturmenschen nicht mehr erkennen kann. Im Tierversuch hat man festgestellt, daß z. B. der Furchttrieb bei manchen Tieren so ausgeprägt ist, daß Mäuse und Hühner dem Hungertod nahekommen, ehe sie diesen Trieb überroüv den. Hunger und Appetit sind nicht nur von dem Zustande des Organismus, sondern auch von der äußeren Umgebung abhängig. Das kann in einem überraschend großen Maße der Fall fein. So hat man festgestellt, daß ein Huhn von einem größeren Körnerhausen bis zu 60 v. H. mehr frißt als von einem kleineren, auf einer weichen Unterlage lic- -end sich reichlicher nährt als auf einer harten und l8au. *» s^j> mj • ®obei es l.n 9 Ipifü, "en fto 1 ""den, 2 ? mußt. ...dl« M-rk., »" ■>" * w.u ,eni1^w5to. ou eine Erklärung für di, merkwürdigen Wandlungen des Geschmackes, die sich bei Menschen finden, wie z B. die Sucht nach Obst nach Seekrankheiten, Abneigung gegen Süßigkeiten bei älteren Leuten usw. Durch das Fehlen gewisser Stoffe in der Nahrung, die der Körper gerade braucht, wird der Appetit nach Dingen wachgerufen, die diese Stoffe enthalten. Auf diese Weise lallen sich viele Eiaenbeiten des Appetits erklären. Unter normalen Ümftänbcn ist der Appetit des Menschen auf gewisse Mengen der drei Nährstoffe Eiweiß, Kohlehydrate und Fette pc richtet, und der Ehemismus unseres Körpers stellt nun den Appetit auf die Nahrungsmittel ein, die gerade diesen Bedarf decken. Studentinnen wenig gefragt. Ein Gelehrter der amerikanischen Columbia- Universität, Dr. Andersen, hat herausgefunden, daß die Heiratsaussichten der Studentinnen in den Bereinigten Staaten recht ungünstig sind. ..Cs ist eine bekannte Tatsache", sagte er, „daß etwa 80 Prozent aller Frauen in den Bereinigten Staaten heiraten. Aber unter den Studentinnen ist dieser Prozentsatz bedeutend niedriger und liegt zwischen 40 und 60 Prozent." Wie aus dem Heiratsmarkt so hat auch auf dem Arbeitsmarkt die gelehrte Frau keine besonderen Chancen. Eine Zusammenstellung der Gehälter, die 891 Frauen erhielten, die auf 225 amerikanischen Hochschulen studiert hatten, ergab, daß ihr Der- dienst zwischen 1000 und 1600 Dollar im Jahr lag, während andere Frauen als Angestellte oder in freien 'Berufen, die nicht studiert Haden, zwischen 1000 und 2500 Dollar verdienten. Die Studentinnen finden hauptsächlich in Bureaus Anstellungen und dringen nur in geringem Maße in die Berufe ein, die von altersher von den Männern besetzt werden. lls - ich war gerade, al- w kam, auf einem öpiu-j ?n Zwetsche» WM a Hnen - alle räch erzählte mit M Dangen haben eine » annehme, sehr erfreut igte der Konsul W WW S«?*” KW- .en nid)t myr ■ait noch "! ton# öS** igcn Jienaj) Süden ge* ftnster. varen- WZ h mich ™ f*1 ^tbaabUn ^°lz. ? empfing en niLe.,In«r beo t ""-ÄS,; ■HH..—........ d schule. 6 Sieben. ^rsachteaÄ^ da» 3 Paare E > Steg» ibel inhem. k n‘r 8’Wkbt nin ®^einbe ®flr. « Kinder, fo. landen 9 kirchliche Trau. jn 9 Personen. Di« Mtbon 6499 QHännerr ^erwachsenen und « ’9, ^Abendmahlgln. »1644 Männer 7nd W üegrün- ni 'M Mittwoch regel. " »zusammen. Die Abenk, \ Mitgliedern MuJl »Beigeordneten Kissel Eermeifters Stump! c Zuganasveg zur Kich c noch fehlende Mag (öl' i ausgebracht werden. Ian. Die Aeujahrs- irrer deSDekanalct i Dienstag hier statt ? - 8 t r a ck, Münster. .: an Schmidt, @rür/. ; .1 perintendenten 0. D iten Lic. Drunner • iterer einen Tottrag t tung und christliche Inbige Cßortrag. bei ; oste eine bewegte Dct z * größte Teil der Pa > I tendent beteiligte. T i '1 Drunner für I Paule wurde in die 1 en Dinge eingetreten a rmativnsordnu ; r Nies, Ettings^ i Heinen formalen Aen. ■ nung der Konferenz. 2 wird nun im Delanc Während meinem Inventur-Ausverkauf gewähre Ich bei bekannt größter Auswahl -4 S\Ol Auf Kamelhaar-u Ueber- IV Io Rabatt ,chuhc Rabatt20 /o . nicht wert -. Schön und gut! Wer ist des Talers ... unzuverlässige Be- aber um des Pfennigs*» nicht wert, triebstoffe fährt, .st seines Wag tAfC DR CD RUCKSACHEN w V £■ IX D CsBrUhl'sche Druckerei Die Solzverfleigerung vom 4. Januar in Treis a. d. Lda. ist ge- nehmigt. Die Abfuhrscheine können vorn 11. Januar an bei den Hebstellen in Empfang genommen werden. Ueberweisung und Beginn der Abfuhr am 12. Januar, vormittags 9 Uhr. 181D Gießen, den 5. Januar 1932. Hessisches Forstamt Gießen. in Gesellschaft viel mehr zu sich nimmt als allein. Wie beim Appetit eine Vorliebe für gewisse Speisen sich bemerkbar macht, so ist manchen Menschen auch ein Abscheu gegen gewisse Gerichte eigen, der nur in Notzeiten überwunden wird. Ueberhaupt sinken mit wachsendem Hunger die Ansprüche, die an die Nahrung gestellt werden, und bei Hungerkatastrophen werden sogar völlig unverdauliche Dinge, wie Heber, Stroh und Erde verschlungen; ja der Mensch wird sogar zum Menschenfresser. Ueber die Frage, vodurch Tiere und Menschen zur Aufnahme der- enigen Nahrungsmittel bestimmt werden, durch die ie ihr Körpergewicht erhalten, sind verschiedene An- chauungen geäußert worden. Früher glaubte man, daß die Erfahrung dabei die größte Nolle spielt, indem das Tier allmählich herausbekommt, welche Speisen sein Befinden günstig und welche es ungünstig beeinflussen. Das Tier lernt dann mit der Zeit, die ihm schädlichen Dinge zu meiden und nur diejenigen auszuwählen, die ihm vorteilhaft sind. Aber Professor Katz vertritt eine andere Theorie, die neben dem „Probieren" bei der Nahrungssuche noch eine andere wichtige Eigenschaft des Organismus annimmt. Gewiß' übt das, was ein Tier frißt, auf sein späteres Verhalten der Nahrung gegenüber einen Einfluß, aber nicht so sehr auf dem Wege der Erfahrung als durch die ganz unmittelbare Umstimmung des Chemismus des Körpers. Auch das bei Tieren bisweilen beobachtete „Medi- ,linieren", d. h. die Auswahl von Stoffen, die sonst niemals ausgenommen werden, bei Erkrankungen, das Grasfressen bei Hunden erklärt sich aus einer solchen Aenderung des Chemismus, die durch die Krankheit hervorgerufen wird. Diese Theorie bietet Konkursverhütung Versäumen Sie nicht, bei Zahlungs- ichwierigkeiten zu mir zu kommen, ehe ea zu spät ist. — Ich übernehme die ■ f Durchführung von Vergleichen, lasse Pfändungen aufheben und Versteigerungen einsteilen. 0120 Heinrich Henkel, Treuhandbüro Gießen, Seltersweg 31II. Zahlung des Arbeitslohnes für volle Monate 42,— RM. RABATT IN MARKEN, 10 Wo auf alle regulären, nicht schon — Rabatt besonders ermäßigten Preise - U Auch Markenartikel bes. ermäßigt Modehaus I Gießen ^^dlOlTIOri Schulstr.4 auf Felle - Pelzkragen - Plüsch 1 — Rabatt Krimmer- Rodelgarnit. - Strick- 0 Kleider - Wollmützen u Schals Immer mehr herunter mit den Preisen und die Preise so tief gesenkt, daß sie der geschwächten Kaufkraft des Publikums angepaßt sind Das ist die Losung in unserem großen Inventur-Au sve r kauf I “1Oo“2Oö sind unsere Preise gesenkt Außerdem bieten wir zu NettO-Preisen folgendes an: der vom Samstag, 9., bis einschl.Samstag,16. Jan. dauert Abteilung Strümpfe Damen-Striimpfe, echt ägypt. Mako, farbig ß *7E und schwarz....... Paar U. I Ü Damen-Strümpfe, Kunstseide, feinfädig, 4 ßrt moderne Farben.........Paar LUU Haferl-Socken, reine Wolle, für Damen 4 nn und Kinder...........Paar LUU Damen-Strümpfe, reine Wolle oder Wolle 4 Eß mit Kunstseide plattiert.....Paar LÜU Kinder-Strümpfe, Wolle, gestrickt, und ß "IC gut verstärkt.......ab Größe 1 U. I U Socken, für Herren, Wolle platt, od. reine 4 nn Wolle od. reg. gestr., in vielen Farben Paar LUU Handschuhe Handschuhe, f. Damen u. Herren, Trikotoder Wildleder-Imit., gefüttert od. Damen- 4 nn Handschuhe, reine Wolle, gestrickt. Paar LUU der Herren-Abteilung Selbstbinder, flotte Muster, gestreift und 4 nn gemustert, teils reine Seide.......LUU Oberhemden, aus gutem Popeline, durch- 9 7C gemustert, weiß und farbig.......uJu Oxfordhemden, gute Qualität, mit Kragen 9 7C und Binder.............Oe I U Cachenez, (Kragenschoner) Kunstseide, ß Eß große Tücher, in Weiß und Farbig 1.00, U.ÜU Herren-Unterzeuge Normal-Hosen und -Jacken, gute wollgem. 4 Eß Qualität, Größe 4—6......2.50, LÜU Einsatzhemden, aus bestem Trikot, mit Q ßß modernen Trikoline-Einsätzen . . 2.50, LeUU Damen-Leibwäsche Damen-Taghemden, aus solid. Wäschestoff, ß 7E reich mit Stickerei od. Klöppelspitze 1.00, U. I Ü Damen-Taghemden, aus feinem Makotuch, 4 Eß m. eleg. Stick., Klöpp. od. Val.-Garn. 2.00, LÜU Damen-Nachthemden, aus gutem Hemdentuch, mit färb. Batist verarbeitet, oder 4 Eß reicher Stickerei und Klöppel. . . 2.50, LÜU Damen-Schlafanzüge, aus färb. Batist, an- fl Eß dersfarbig besetzt, hübsche Pastellf. 4.50, Ü.ÜU Damen -T rikotagen Damen-Hemdchen und -Jacken, kräftig u. ß Eß fein gestrickt..........0.75, U.UU Damen-Hemdhosen oder -Hemdchen, fein ß *7E gestrickt, Achselträger, weiß u. bunt 1.25, U. I Ü Damen-Hemdhosen, fein gestr., mit Bein- 4 Eß oder Windelform, bes. schöne Qual. 2.00, LÜU Damen-Schlupfhosen, Kunsts, od. Baumwolle, innen gerauht, oder Baumwoll-Decke 4 ßß mit Plüsch-Innenfutter.....1.50, LUU Damen-Schlupfhosen, Kunstseiden-Decke, leicht oder schwer Innenfutter od. Wolle Q ßß plattiert, Größe 42—50 ........L.UU Kinder-Schlupfhosen, Kunsts, od. Baum- ß ßß woll-Decke, innen gerauht .... 0.95, U.UU Schürzen Damen-Jumper-Schürzen, aus buntem Sa- ß *7E tin oder zweifarb. Druck.....1.50, U. I ü Damen-Jumper-Schürzen, aus bestem Sia- Q ßß mosen, Blaudruck od. Sat., vollweit 2.50, £.UU Damen-Berufskittel, mit u. ohne Arm, aus Q ßß gutem Zephir, hübsch besetzt. . . 2.50, L.UU Damen-Berufskittel, mit Arm, aus gutem Zephir oder Blaudruck, schön besetzt, 9 Eß flotte Machart.........4.00, Ü.ÜU Wäschestoffe Hemdentuch und Nessel, 80 cm breit, solide ß Qß Gebrauchsware.........0.40, U.ÜU Rein-Mako, 80 cm breit, für feine Leib- ß Ä E Wäsche, schöne, weiche Qualität 0.65, U.“Ü Renforcö, Linon u. Kretonne, für Bett- und ß Eß Leibwäsche, solide Qualitäten . . 0.75, U.ÜU Bleichflanell, 80 cm breit, für warme Leib- ß Eß Wäsche, sehr schöne Qualität . . . 0.70, U.ÜU Schlafanzug-Flanell, in mod. Streifen- und ß Eß Blumenmustern, entzück. Ausmust 0.75, U.ÜU Bettuch-Nessel, 160 cm breit, schwere Qualität............1.00, Bett-Damast, 130 cm breit, Streifen- und Blumenmuster.........1.50, Haustuch, 150 cm breit, kräftige, dichte Qualität............1.25, Bett-Damast, 130 cm breit, rein Mako, schöne Streifen- und Blumenmuster 2.00, Halbleinen, 150/160 cm breit, für Betttücher, schöne Aussteuerware. . . 2.00, Tischwäsche Tischtücher, aus gutem Baumwoll-Damast, in mod. Mustern 130/160 = 2.75, 120/150 Tischtücher, Halbleinen- od. kräft. Baumwoll-Dam., 130/160, nur neue Must. 4.00, Servietten, passend zum Tischtuch......0.75, Strickwaren Damen- und Herren-Pullover, 1 Posten, mit und ohne Arm.......... Kinder-Pullover, mit Arm, reine Wolle, bes. wertv. Stücke, z. Sonderpreis von Damen-Strick-Kleider und -Westen, mit 4ß ßß Arm, reine Wolle, weit unter Preis. . . IU.UU 0.80 0.95 1.00 1.75 1.75 1.75 3.00 0.50 5.00 5.00 Bettwäsche Kissenbezüge, aus kräftigem Wäschestoff, ß QE mit Bogen oder bestickt.....1.50, U.uü Kissenbezüge, aus gutem Linon, reich best., 4 7E od. mit Klöppel u. Stickerei-Einsatz 2.00, L I Ü Paradekissen, aus gutem Linon, reich mit Q Eß Stickerei und Klöppelspitze . . . 4.00, L.ÜU Bettücher, aus kräft. Haustuch od. Halb- 9 ßß leinen, m. Hohls., 150/225 cm groß 4.50, ÜeUU Biberbettücher, aus best. Molton, weiß od. 9 ßß mit farbiger Kante, völlig groß . 4.00, Ü.UU Ueberschlagtücher, aus la Linon, 150/250, E ßß m. mod. Stick., Hohlsaum od. geb. 6.50, ÜeUU Handtücher Halbleinen od. Baumwoll-Gerstenkorn, ß Eß grau od. weiß mit färb. Streifen . 0.75, U.ÜU Rein- oder Halbleinen-Damast oder Drell, 4 ßß schwere Qualität........1.50, LUU Frottierhandtücher, aus bestem Frottee, ß 7E weiß mit bunt, Größe 50/100 cm 1.00, Ue IÜ Korsetten Strumpfhalter-Gürtel, aus Drell oder Da- ß Eß mässe, mit 4 Haltern......0.75, UeÜU Büstenhalter, aus Seiden- oder Bäumwoll- ß Eß Trikot.............0.75, U.ÜU Strumpfhalter-Gürtel, Drell oder Brochö, 4 QE gefüttert, mit 4 Haltern.....1.75, l.£Ü Büstenhalter, aus feinem Wäschestoff oder 4 QE Trikot, Rücken- oder Seitenschluß 1.75, I.LÜ Hüfthalter, geschlossen oder zum Schnüren, Q Eß Seitenschluß, Drell oder Broche . . 3.50, L ÜU Korseletts, aus gutem Drell od. Damassd, 9 ß(l geschlossen oder zum Schnüren. . 4.50, Ü.UU 3nt änlN « Zu Artikel?. Ms Beihilfen o Form dor verbillig Landes- und Eeme ourden. Die Vorschrift «rordnung des ranzen und M MsgeM I Wnzung und Werniieloerhallmi o-rmietet sind, eine pr den Mieters Verhältnis der w Wervermieter zur Untermieter zugute Zu Artikels Kommt ein Eim h:e Ermäßigung de IHeide! auf Antrag üemieter die erfoi Soweit Räume, kgin sind, ist ein de Rietzins zu Grün! artiger Almhnunc Zu Artikel 8. Wird ein Einr Löhnungen, die i Häusern nach dem inlscheider auf An srdnung die $ürgi Der Vermieter Ha siegen. Segen die Ents M die Anrufung 3ind die durch 1 SM! Soweit die Frieden rrag-teils durch das Dasselbe gilt bei ä: 2?inw2 Senkung des Mich 3u Artikel 9. Dielangleichung ist Nur Unser Inventur-Ausverkauf zerschneidet die Preisfessel aber gründlich..... Beginn: Samstag, 9. Januar Einige Beispiele unserer Leistungsfähigkeit! Mod. Herrenschuh, schwarz u. braun 192 A Praktischer schwarz. Damenschuh, schöne Form,Ledert, erstaunlich billig! Lack mit Wildleder Elegante g-go Form . . 3” meinen herzlichsten Dank 0132 Joseph Geck, Bleichstraße 36 II. beginnt am Samstag, dem 9. Januar &Flechfe Jucken, Für die mir anläßlich meines 75. Geburtstages erwiesenen Aufmerksamkeiten und Ehrungen sage ich allen, insbesondere der Alfersriege des Turnvereins von 1846 und der Vereinigung ehemaliger Leibgarbisten Wir haben hierzu sämtliche Preise dem heutigen niedrigsten Fabrikationsstand angepaßt. - Zum Vergleich stehen neben den neuen Preisen die seitherigen auf den Etiketten. Die Preissenkung beträgt zum Teil 50 Prozent Günstigste diesjährige Einkaufsgelegenheit f. Gardinen und Dekorationen. Eine Partie Chaiselonguedecken, Bettvorlagen sowie Klubsofas und Sessel pp. ganz besonders billig. 10 Prozent Barrabatt während der Ausverkaufstage. EISU-Betten (Stahl u. Holz) Pulsier, Sdilafzinim-.Stahlmatr. Kinderb.Chaisel. a.Private. Raienzl. Katal.fr Eisenmöbelfabrik Suh) Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. Schulstraße 7 •tussdilaffjöätiejfämoniwidenbänsdiädenjl^undsän i < Löwen-Drogerie W. Kilbinger Nacht., Seltersweg 69. Drogerie Wmterhoff, Kreuzplatz 10. Kreuz-Drog. A. Noll, Bahnhofstr.63,Med.-Drog. Haus Hindenburg,Seiterew.68a e/nittdsätJahren jlanzzndbem/irf SCHUHHAUS* Weitere Angebote folgen morgen Beachten Sie die Preise in den Schaufenstern. Gebr. Seelbach ■ Gießen SUdanlage 20 ___170 A. ff! FS?, 5 KD Br. 6 Drittes Blatt (Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhessen) Sreifag, 8. Januar 1952 S.J.-fport Banknoten Wirtschaft Lombardzinssuh 8 v H. 1ACERT, SCHMERZBEKÄMPFUKG ZUVERLÄSSIG UND RASCH BEI KOPFSCHMERZ • MIGRÄNE- NEURALGIEN UND ZAHNSCHMERZ AHRZEHNTE BEWÄHRT CITROVANILLE ^ach Meldungen aus der tschechoslowakischen Hauptstadt wird jedoch die dortige Kunsteisbahn kaum noch in Betrieb genommen werden können. Wenn nicht noch eine Verlegung nach der Hohen Tatra erwogen wird, dann ist es leicht möglich, daß sich Berlin, das schon im letzten Jahr Schauplatz der Kämpfe war. erneut um die Durchführung bewirbt. Der Zeitpunkt vom 15. bis 22. März liegt durchaus günstig, denn bis dahin ist die deutsche Mannschaft wieder aus Amerika zurückgekehrt. Eisschnelläuferelite in OavoS. Bei den am Wochenende in Davos stattfindenden Europameisterschaften der Eisschnelläufer wird sich die gesamte europäische Spitzenklasse ein Stelldichein geben. Der sinnische Weltmeister und Titelverteidiger Thunberg ist mit seinem Landsmann Blomquist schon lange zur Stelle. - 2etzt sind auch die Norweger Ballangrud, Staks- rud und Pedersen eingctroffen. Der deutsche Meister B a r w a Hot im Training bereits beachtliche Zeiten erzielt. Mit einem starken Aufgebot sind die Holländer mit van der Heyden, van der Scheer und Koops an der Spitze erschienen. Aus Wien kommen noch Riedl und Moser, und aus Budapest werden Kimmerling und Winter erwartet. Bereits am Freitag wird als Einleitung zu den Europameisterschaften ein 3020-Meter- Laufen um den Drohen Preis von Davos ausgetragen. Najuch-Mßlein in USA. geschlagen. Die beiden deutschen Tennislehrer Rajuch und Nühlein traten schon zwei Tage nach ihrer Ankunft im Reuyorker Madison Square Garden gegen die Amerikaner Tilden und Hunter im vchluhrundenspiel um die Reuyorker Hallen- Oe st erreichs Kun st laufmei st erschoft für Paare fiel an die Wiener Frau Gaillard Scholz-Petter. Devisenmärkte und Reparationsfrage. An den internationalen Devisenmärkten war das interessanteste Moment heute die Befestigung des englischen Pfundes. Gegen seinen gestrigen Schluhkurs eröffnete es noch unverändert mit 3,3525 gegen den Dollar, im Laufe des Bormittags zog es dann auf 3,3863 an. Gegen den Gulden befestigte es sich auf 8,43, gegen Paris auf 86,31, gegen Zürich auf 17,36 und gegen die Reichsmark auf 14,28 (heute morgen 14.12). Der Dollar 'war unverändert. Die Mark behauptete sich gut mit 59,15 in Amsterdam, 121,55 in Zürich und 604 in Paris. Die Norddevisen waren knapp behauptet,, die Südamerikaner unverändert, der französische Franc etwas leichter. Am Nachmittag waren die führenden Devisen stärkeren Schwankungen unterworfen, es genügte verschiedentlich schon geringe Nachfrage, um gröhere Veränderungen hervorzurufen. Die Deurteilung'der bevor- stehenden Reparationskonferenz ist weiter g ü n st i g e r. Die R e i ch s m a r k ist gut behauptet, in Neuyork eröffnete sie fest mit 23,80, um sich dann später auf 23,76 abzuschwächen, in Amsterdam notierte sie 59,18, in Zürich 121,65 und in London 14,2450. Das e n g l i s ch e P f u n d toar zunächst weiter f e st e r und zog bis auf 3,3925 gegen den Dollar an, ging wieder auf 3,3850 zurück, gegen den Gulden stellte cs sich auf 8,45, gegen Paris auf 86,43, gegen Zürich auf 17,3850 und gegen Brüssel auf 24,4350. Der Dol - I a r tendierte f e st, in Amsterdam konnte er bis auf 249,30 anziehen. Der französische Franc war knapp gehalten, die Südamerikaner waren kaum behauptet, die Norddevisen unverändert. Witterung um 7,2 v. H. stieg, haben auch die überwiegend von der Konjunktur abhängigen Berufsgruppen eine, wenn auch schwächere Zunahme, nämlich um 5,1 v. f). zu verzeichnen. Der Druck, der von den internationalen Wäh- rungsschwierigkeilen und von den Absperrungs- mahnahmen wichtiger Abnehmerländer ous- geht, hat sich weiter verschärft und hat die Auswirkungen der auch sonst nach dem Weihnachtsgeschäft üblichen Stille verstärkt. Die Zahl der Hauptunterstützungsempfänger betrug am 31. Dezember in der Arbeitslosenversiche- rung rund 1 642 000, in. der Krisenfürsorge rund 1506 000. Bon der Gesamtzunahme um rund 214 000 entfielen rund 154 000 auf die Arbeitslosenversicherung, rund 60 000 auf die Krisenfürsorge Oie Zinsvereinbarungen. Berlin, 7. 3an. (WTB.) Die Verhandlungen mit den Spihenvcrbänden über die Vereinbarungen betretend die Festsetzung von Zinsen und Provisionen am Geldmarkt sind, wie WTB.-Handelsdienst erfährt, so weit geiördert worden, daß in der heute beim Reichskommissar für das Bankgewerbe abgehaltenen Sitzung der Wortlaut der Abkommen von den Vertretern der beteiligten Spihenverbän.'e endgültig s e st g e st e l l t worden ist. Da bei den Verbänden die internen Bedenken noch eine abschlie- hende Klärung durch die Verbände notwendig machen, ist der Termin für die Leistung der Unter- schriften auf Samstag, 9. Januar, nachmittags verschoben worden. Sollten die Verträge bis zu diesem Zeitpunkt nicht unterschrieben werden, so gelten die Verhandlungen als gescheitert. * DerlinerMaschinenbau 21®. vorm. L. Schwartzkopff, Berlin. Nach dem Geschäftsbericht der Berliner Maschinenbau 21®. vorm. L. Schwartzkopff, Berlin, betrug der Umsatz der Gesellschaft, von dem reichlich 75 Prozent ins Ausland gingen, im Geschäftsjahr 1930 31 nur 3/ 5 desjenigen vom Vorjahre. Die Lokomotiv- werkstätten waren im abgelaufenen und noch in das neue Geschäftsjahr hinein mit der Abwicklung einiger mitflerer Auslandsaufträge beschäftigt. Sur Zeit ruht das Auslandsgeschäft nahezu vollständig, es liegt überhaupt kein nennenswerter Bedarf vor. Die Gesellschaft schließt mit einem Betriebsverlust von 185 814 Mk. (i. B. 2,67 Mill. Mark Reingewinn), wozu noch Abschreibungen mit 0,82 (0,88), Generalunkosten mit 1,79 (2,11) und Steuern mit 0,68 (Steuern 0,76 und Zinsaufwen- dungen 0,22) Mill. Mk. kommen, so daß sich unter Berücksichtigung einer Zinseinnahme von 0,09 Mill. Mark ein Verlust von 3 335 719 (1 242 205) Mark ergibt, der wieder aus dem Reservefonds gedeckt werden soll. Frankfurt sehr fest. Frankfurt a. SR., 7. Ian. Die feste Grundten- denz des gestrigen Freiverkehrs übertrug sich auch auf den heutigen telephonischen Effektenhandel von Bureau zu Bureau, zumal man zu einer allgemein befferen Beurteilung d e r politischen Situation kam und auch das anhaltende Interesse für deutsche Werte an den internationalen Börsenplätzen anregte. Es lagen wiederum größere Kauforders der Kundschaft vor, denen nur sehr geringes Angebot gegenüberstand, so daß auch heute wieder zum Teil Materialmangel be- Aus aller Welt. Jnternafionater Wettbewerb für die schönsten Rosen. Der Gouverneur von Rom hat einen internationalen Wettbewerb für die schönsten Rosen ausgeschrieben, der ab 1933 alle zwei Jahre st-a 11 - finden soll Die Teilnehmer werden ersucht, fünf Stück ihrer Rosengattungen schon im Februar 1 9 3 2 e i n z u s ch i ck e n , damit sie i n R o m e i n - gepflanzt und bis zum November beobachtet werden können. Das Preisrichterkollegium soll sich aus je einem deutschen, holländischen, französischen, englischen, luxemburgischen und amerikanischen Rosenzüchter zusammensetzen. Die polnischen Gefängnisse überfüllt. Nach einer statistischen Zusammenstellung waren am 1. September dieses Jahres in den etwa 300 polnischen Gefängnissen 3 3 917 Gefanaene untergebracht. Im Vergleich zu 1928 ist d i e Z a h l um 5 00 0 gestiegen. Die Gefängnisse sollen bereits überfüllt sein. Das Anwachsen der Gefangenenzahl wird auf drei Gründe zurückgeführt: Einmal ist in den letzten Jahren die Zahl der politischen Gefangenen gestiegen; zweitens können die zu Geldstrafen verurteilten Personen infolge der Wirtschaftskrise ihre Strafen nicht bezahlen und gehen daher ins Gefängnis und drittens haben sich die Diebstähle aus Notin der letzten Zeit sehr stark vermehrt. Meisterschaft an. Überraschenderweise holten sich die beiden Deutschen den ersten Satz mit 7. 5. Den zweiten Sah aber mußten sie an die Amerikaner abgeben. 3m entscheidenden dritten Satz, in dem auf beiden Seiten erbittert gekämpft wurde, unterlagen die Deutschen ebenfalls. Der Steg siel mit 5:7, 6:3, 9:7 an die Amerikaner. Kurze Sportnotizen. Als erstes Paar für das am 29. Januar in der Festhalle beginnende 5. Frankfurter Sechstage- rennen wurden schon jetzt die Publikumslieblinge Schön-Goebel verpflichtet. • Der Deuts ch e Fußball-Bund trägt sich mit der Absicht, im Berliner Westend ein Haus für 180 000 Mk. zu erwerben. Das tschechische Olympische Komitee hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, vier Skiläufer zu den Olympischen Winterspielen zu entsenden. Infolge technischer Schwierigkeiten ist damit zu rechnen, daß die Europameisterschaft im Eishockey, die in Prag ausgetragen werden sollte, nach Berlin verlegt wird. 3n Lake Placid gewann der schwedische Skr-Dauerläufer iltterftröm einen 14-Kilometer- Langlauf überlegen gegen die amerikanische Konkurrenz in 56:08 Min. 2Haf Echmeling hat am Donnerstag den Kampfvertrag mit Mickey Walker unterzeichnet. Don den Einnahmen des am 25. Februar in Miami stattfindenden Trettcns wurden Schmc- ling 40 Prozent und Walker 15 Prozent garantiert. Rund 5,6 Millionen Arbeitslose Steigender Druck der internationalen Währungsschwierigkeiten und der Handelssperren. während die Spekulation eher Zurückhaltung übte, nachdem die Tendenz schon in den gestrigen Abend stunden hauptsächlich wohl auf Gewinnmitnahmen der Kulisse eine kleine Abschwächung erfahren hatte. Das Geschäft war daher heute etwas ruhiger, als an den Vortagen, und die Kursbewegung nicht so stürmisch wie gestern, die Grundstimmung blieb aber doch freundlich Es ergaben sich gegen die gestrigen Abendkurse meist wieder etwa j-v. H. Besserungen. Bemerkenswert fest tendierten Schissahrtswerte, Charlottenburger Wasser, Mannesmann, Oberkoks und Schlickert. Aber auch die Hauptwerke wie Far den, Siemens, AEG. und Reichsbank waren bis zu 2 v. H. erhöht. Deutsche Erdöl und Bürbach konnten dagegen ihre gestrigen Gewinne nicht voll behaupten und gaben um etwa 1 bis 2 v. H nach. Der Pfand briesmarkt hatte weiter freundliche Tendenz. Die Kursveranderungen hielten sich aber auch hier heute in bescheideneren Grenzen. Reichsbahnvorzugsaktien und Farbenbonds lagen behauptet. Bon Deutschen Anleihen bestand weiter Interesse für Neubesitz. Deolsenmarkt Berlin — Frankfurt a TR ■m h«ul£h s1*" 6 Pulver oder 12 Obia en-Pacn« g nM. , 10. Berlin, 7.3an. (WTB.) Nach dem Bericht der Reichsanstalt für die Zeit vom 16. bis 31. Dezember 1931 bot der Arbeitsmarkt am Ende des 3a hres 1931 das Bild einer anhaltenden tiefen Depression. Innerhalb der allgemeinen Entwicklung steigt die jahreszeitliche Linie der Arbeitslosigkeit weiter an, deren Höhepunkt erfahrungsgemäß erst gegen Ende Februar zu erwarten ist. Die Zahl der Arbeitslosen betrug am 31. Dezember rund 5 666 000, d. h. um etwa 316 000 mehr als Milte des Monats. Im Vorjahre wurde am Iahresschluß — nach einer Zunahme im gleichen Zeitraum um rund 407 000 — eine Arbeitslosenzahl von rund 4 384 000 erreicht. Neben den Saifonaußenberufen, in denen die Arbeitslosenzahl infolge der ungünstigen Wir schließen mit der Veröffentlichung dieser Ausführungen die Debatte über diesen „Fall" in unteren Spalten. Den Tatbestand im einzelnen zu klären und die entsprechenden Konsequenzen k ziehen, ist die Angelegenheit der Vorstands- ochörden des WSV- Kerencuaros in Fulda siegreich. Der ungarische Herbstmeister war am Mittwoch tnii seiner Mannschaft in Fulda zu Gast und schlug 4000 Zuschauern die dortige Stadtelf mit 5:2 (5:0). Die Ungarn spielten nur die erste Hälfte mit »oller Kraft, schossen fünf Tore und hatten damit ihre Schuldigkeit getan. (Portabteilung des Turnvereins Lollar Am Sonntag empfängt die erste Mannschaft des Lurnvereins Lollar die erste Mannschaft des vkertve.e ns Kirchhain zum Cese ls a t spie . Tenn Lollar das Spier gewinnen will, dann muß do Mannschaft Besseres zeigen, als im Vorspiel. Kirchhain konnte das Vorspiel überlegen mit 7:2 «©innen. Lollar ist auf eigenem Ge!ände wohl zu schlagen und dürfte Sonntag einen gleichartigen Gegner für Kirchhain abgeben. Die zweite Aailuscha't hat a le: Voraussicht nach „C c mania“ Aarburgs Dritte zu Gast und wird wohl um eine Aicderlage nicht herumkommen. 5ie erste Handball - Mannschaft hat die gdcite des Polizeisportvereins Butzbach auf cige- jwi Gelände zum Gegner. Das Vorspiel sah die 'Polizisten knapp als Sieger, da Lollar mit nur •Wn Mann antrat. Die Plahbesiher werden sich .Mttmal aber sehr anstrengen müssen, wenn die '«iedcrlage vom Sonntag wettgemacht werden 'WI. Die Butzbacher treten verstärkt an. Arbeiter-Turn- und Sportbund Am kommenden Sonntag beginnt die Serie vt r vier Gruppenrneistcr der Kreis- mfle: Hau heim, Franks, r -Dorihirn, Frankfurt- Hockenheim und Egelsbach. Zn Naunheim ist WM zum ersten Spiele Frankfurt-Bornheim zu soft. Mit großer Spannung sieht man diesem '«effen entgegen, da es den Beweis erbringen oll. ob die Spielstärke der ersten Gruppe der .«vßstadtgruppe die Waage hält. Den von bei- Gegnern bis jetzt erzielten Resultaten ent- 'brechend, ist der Ausgang des Spieles völlig "sscn. .Um die Dezirksmeisterschaft des 3. Bezirkes stehen sich in Allendorf (Lahn) am Sonn- tafl Lollar 1. als Meister der ^-Klasse und “Menöorf 1. als Meister der K-Klasse gegenüber. Mi Spannung sieht man diesem Treffen ent- 8,«{en. Allendorf hat in seinen bis jetzt auf eigenem Platze gezeigten Spielen bewiesen, daß auch dem starken Gegner standhallen. Lollar Mrd deshalb gut tun, den Gastgeber nicht zu «tlerschähen, wenn es den Anschluß an die Ärete- Krffe nicht verpassen will. Gronhoff startet in der Schweiz. ter bekannte Frankfurter Segelflieger und Welt- rErdmann Günther Gronhoff beabsichtigt, fo- 5ml5 sich gutes Wetter eingestellt hat, einen Segel- io^ppflug von Dübbendorf nach Daoos zu unter «fernen. Dabei ist eine Landung auf der Eisfläche Hi Davofersees vorgesehen. EiShockey-Europameisterschast in Berlin? Sn diesem 2ahre sollten die Europameister- 'hcstcn der Eishockeyspieler in Prag stattfinden. standen haben soll. Das Geschäft war sowohl am Aktien-, als auch am Rentenmarkt recht lebhaft. Die Kurserhöhungen des A k t i e n m a r 11 e s betrugen ziemlich einheitlich 2 bis 3 Prozent. Größeres Interesse bestand heute für Kunstseidewerte, von denen AKU. etwa 4 und Bemberg 5 Prozent an- «sogen. Am Markte der Elektroaktien ergaben sich bei sehr lebhaften Umsätzen erneut Kursavancen von 2 bis 4 Prozent. Von lokalen Papieren setzten Scheide- anftatt ihre Aufwärtsbewegung um etwa weitere 5 Prozent fort. Am Montanmarkt erhielt sich ebenfalls weiter kleine Nachfrage, während Bankaktien kaum verändert lagen. Nur Reichsbahnkanteile, die abermals 3 Prozent fester notierten, zogen weiteres Interesse auf sich. Von Kaliwerten nannte man Salzdetfurth etwa 3 Prozent fester. Bürbach und Wintershall lagen gleichfalls mehrprozentig höher. Am Rentenmarkt hatten 8prozentige Goldpfandbriefe und 4/4prozentige Liquidationspfandbriefe auf weitere Käufe des anlagesuchenden Publikums lebhafte Umsätze zu verzeichnen, wobei sich Gewinne bis zu 2 Prozent einstellten. Von deutschen Anleihen zogen Altbesitz 0,50, Reichsschuldbuchforde- rüngen bis zu 1,25 Prozent an. Kommunal- und In- buftrie-Dbligationen lagen nur wenig verändert. Fremde Werte ohne Geschäft. Günstige Stimmung in Berlin. B e r l i n, 8. Jan. (WTB. Funkspruch.) Die gestrige Aussprache zwischen Brüning, G r o e n e r und Hitler gab zwar auch heute noch Stoff für die Unterhaltungen von Bank zu Bank, sie trat aber vor den außenpolitischen Problemen etwas in den Hintergrund. Man will wohl mit seinem Urteil nicht der für morgen zu erwartenden Entscheidung der NSDAP, vorgreifen. Es sollen von dieser Seite im Zusammenhang mit der Zustimmung zu dem Plan Brünings, eine A m t sverlängerung des Reichspräsidenten herbeizuführen, keine Bedingungen gestellt werden, sondern es dürften lediglich einige Wünsche geäußert werden, deren Erfüllung dann nach Erledigung der Angelegenheit freiftänöe. Außenpolitisch hielt inzwischen die zuversichtliche Stimmung in der Welt an. England setzt sich mehr und mehr für eine End- löfung in Lausanne ein, aber auch in Frankreich scheint die Beurteilung für Deutschland in den letzten Tagen optimistischer geworden zu sein, denn man fuhrt auch die Festigkeit der deutschen D o l l a r b o n d s an der aeftrigen Neuyorker Börse in der Hauptsache auf französische Käufe Zurück. Diese sensationelle Steigerung der deutschen Auslandwerte ließ seitens der deutschen Kundschaft auch heute weitere Anlagekäufe folgen, «eld 4,20 58.33 78.44 14,20 16,47 168,71 21,31 77,74 2.48 80,36 81,94 35.48 Handball im Gau Hessen (D. T.) Meiskerschastsspiel Tg. Friedberg I gegen Mtv. Gießen I. Am kommenden Sonntag findet auf dem Sport- plitz am Sch.ffenberger Weg das Rückspiel zwischen bei beiden Gruppenmeistern Turngemeinde Fried beg und Männerturnverein Gießen statt. Da sich tjiir die beiden spielstärksten Mannschaften des Emes gegenüberstehen, dürfte sich ein spannendes 5)itl entwickeln. Die Tg. Friedberg stellt den Haupt- gWner für den Mtv. in den Ausstiegspielen dar. Sie scheint in Anbetracht der Wichtigkeit des Spieles mt ihrer stärksten Mannschaft, die durch verschiedene »Jitter der aufgelösten HandballabteUung des VfB. urftärft ist. Der Mtv. tritt dem Gegner in folgender Besetzung entgegen: Niedermayer, Seyb, Volkmann; Schor- fopf, Salz, Mager; Rothermel, Schüler, Nehren, Seipp, Stremmel. Die Mannschaft erscheint in dieser Lsstellung stark genug, um einen knappen Sieg heraus,iufpielen. Doch muß die Friedberger Mann f da ft, die sämtliche Derbandsspiete ihrer Gruppe atne Punktverlust beenden konnte, als ernsthafter (frgner angesehen werden. Das Vorspiel konnte der Pto. nach beiderseits guten Leistungen mit 3:2 ge= mnnen. (Näheres in der heutigen Anzeige.) Zum Spielabbruch in Bottenhorn falt die Spielvereinigung 1 900 Gießen im Anschluß an die Erklärung des Spiel- urd Sportvereins Bottenhorn mit, daß die Spiel- »ncinigung 1900, wie schon im Spielbericht er- vähnt, der Entschließung des Bezirksvorstandes In dieser Angelegenheit nicht vorgreift, wenn aud) der Schiedsrichter dieses Spieles im Gegen- foy zu seiner Aussage nach dem Spiel, der Be- hirde andere Angaben machte. Wer ihn dazu verleitete, wird es zu verantworten haben. Zu der Behauptung, daß Tätlichkeiten überhaupt nicht vorqelommen seien, stellen wir fest, daß der Mittelstürmer 2 a k o b y, Bottenhorn, wegen Rätlichkeit an dem angeblich des Feldes dtrwiesenen Gießener Spielführer H e i l m a n n durch den Schiedsrichter mit Platzverweis bestraft wurde, bevor dieser das Spiel abbrach. Die Feststellung der Namen der tätlich gewesenen Zivilisten soll Sache der Instanzen sein. Den wenigen Gießener Reisebegleitern war dies -aues Wannten Gründen unmöglich. „rkaufs^ der Ausve*3 ,ufen^ 3jCßen Jrlcf 4.22 58,57 78.76 14,26 16,53 169.39 21,39 78,06 2,50 80,66 82,26 35,62 SS?»-? Berlin, 7. Januar ÄtnetttantfSe Waten....... Belgilche Noten Idnildie Noten Enftltjcke Noten......... «ranzösilche Noten........ OollanMldic Noten 3iallentidie Noten Norwegiiche Noien $cutf(h-£eftcneid), i 100 Schilling Rumänische Noien........ Gdiroebiftfie Noten Schweizer Noten Spanische Noten. ....... Unflarilctie Noten ...... Reichsbankdiskoni l o. h., 7.3anoar 83anuar Amtliche <*el' Notierung Ziric' Amtliche «eld Notierung i'rie' HelltngiorS . Wien 6.044 6.056 6.044 6,056 43,95 50,05 49,95 50.05 Prag . . 12.47 12,49 12,47 12.49 Vudapeü . . 64.93 65,07 63.94 ' 64.06 Sofia 3,057 3.063 3,057 3.063 Holland . . 169.08 169.42 168.93 169,27 Cilo 77,42 78.08 78 52 78.68 R-epenhaaen. 78.62 78.78 79,42 79.58 Stockholm 80.52 80.80 80.22 80.38 London 14.24 14,28 14.40 14,44 Buenos Aires 1.048 1,052 1.058 1.062 Neunori 4.209 4.217 4 209 4.217 vruiiel 58.49 58,61 58 44 58.56 Italien. . . 21.38 21,42 21.41 21.45 Paris . . . 16,51 16,55 16.50 16.54 Schweiz 82 12 82.28 82.02 82.18 Spanien 35,61 35.69 35.71 35.79 Danzig 81.97 82.13 81.92 82 08 Japan 1,449 1.451 1,479 1.481 Rio De 3an.. 0,245 0.247 0.254 0.256 Iugoilawt«. 7,433 7.447 7.433 7.447 Liiiaüon 12,94 12,96 13.04 13.06 Seit ca.20 Jahren nicht so billig! ■ wo jeder Pfennig zweimal umgedreht werden muß, haben wir die Preise UClZl ganz gewaltig gesenkt. Wir sind bis zur äußerst Grenze heruntergegangen Eine weitere Preissenkung ist z.Zt.vollständig ausgeschlossen WMWWWNWNWW Schlafzimmer in mahagoni - eiche — birke — nußbaum lackiert oder eiche geritzt, voll abgesperrt, bestehend aus: 1 Kleiderschrank, dreitürig, 180 groß 2 Bettstellen 2 Nachtschränke 1 Waschtisch mit Spiegelaufsatz AFfl 1 Handtuchhalter Jrjjll Aufsehen erregt das Schlafzimmer in echt Eiche bestehend aus: voll abgesperrt 1 dreitürigen Kleiderschrank mit abger. Ecken. Die Mitteltüre entweder voll Eiche oder Nußbaum, oder Glastüre mit Seidenvorhang und Innenspiegel 2 Bettstellen, ebenfalls abgerundet 2 Nachtschränke mit Marmor oder Glasplatte mit Seidenstoff-Unterlage 1 Waschtisch mit echtem Marmor oder eine Frisiertoilette 1 Handtuchhalter zu dem Spott- 2 gepolsterte Stühle preis von RM. !!!!!!!!!!!!!!!!!!!»!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!» Schlafzimmer in echt Birke, Nußbaum, Mahagoni oder Birnbaum, hochglänzend poliert, besteh, aus: 1 Kleiderschrank,dreitürig und teils viertürig, abger. Ecken 2 Bettstellen, abgerund. Ecken 2 Nachtschränke, hochmodern 1 Waschtisch mit Marmor oder 1 Frisiertoilette 1 Handtuchhalter 2 gepolst. Stühle nMI RM. 875, 750, UUU Für alle Möbel übernehmen wir schriftliche Garantie für einwandfreie Qualität und Haltbarkeit Gießen Marktstraße 29 BETTEN-BÄR Gießen Seltersweg 20 Verkauf nur solange Vorrat reicht • Lieferung frei Haus teilweise 164 A U/wM/V- - — > Druckschriften in gefalzten Bogen in Heftform in gefundenen Ausgaben Klar m der Bcnrlft übersichtlich angeordnet eorgfältlg gedruckt dienen den Belangen von Handel und Verkehr Industrie und Gewerbe Landwirtschaft und Behörden Lieferung eohnell gut und preiswert Brdhl'sche Druckerei, Gießen, Schulstraße 7, Anruf Nr. 225 ncehmkmBlaae ihbehieu*schule M«$cftii>e*6*t eitrtre. itcnoiLHocuTitfaii, Preis - Abschlag Unterzeichnete Firmen geben bekannt, daß die Markenartikel Strick- u. Handarbeitsgarne, Zwirne, Nähseiden, Häkel- u. Stickgarne und dgl. Artikel 10 0/ /o im Preise ermäßigt sind! FRANZ BETTE J. H. FUHR ROB. HAAS NACHF. MODEHAUS SALOMON J. SCHMÜCKER NACHF. KAUFHAUS ELSOFFER KAUFHAUS HANSA JAC. HEILBRONNER LUDWIG STERN FR DR. TEIPEL Grobe und leistungsfähige, konzernfreie Margarinefabrik mit erstklassigen Spezialmarken und Wertreklamesystem sucht für den hiesigen Bezirk zu möglichst baldigem Antritt einen Herrn als 106V Vertreter Bewerber, die bei der maßgebenden Detaillisten-Kundschaft gut eingeführt sein müssen und zur regelmäßigen Bearbeitung des Kundenkreises in der Lage sind, belieben Angebote mit Angabe der bisherigen Tätigkeit sowie Referenzen einzusenden unter Za 8073 an Hetnr. Eisler, Ann.-Exp., Hamburg 3. Bum Ausbau ihres Geschäftes sucht alle angesehene Versicherungs-Gesellschaft tüchtige, gut etngesührte Persönlichkeit als Mitarbeiter unter günstigen Bediugungen. Schriftliche Angebote unter 182D an den Gievener Anzeiger erbeten. Kyithdufer-Technikum Bid FrankenheuMH, Kytta. froniM ulordem. Elektrotechnik, Maschinen-. Landmaech.-.Auto- u. Flurieeybea. Flugbetrieb. Stahlbau, Elsen-1 waseeroeu FOr Ksufleuteelnasni. teebn. Kurve. stehen anläßlich meines INVENTUR-AUSVERKAUFS in Riesenmengen zum Verkauf Handtuchstoffe, Makobettdamaste, Inletts sowie alle anderen Baumwollwaren entsprechend billig. Auf sämtliche reguläre Ware lO°/o Sonder-Rabatt L. BERNARD Stoff spezialhaus / Plockstr.16 Wischtücher, 50/50 cm, abgepaßt, rotweiß d Q kariert......................... per Stück U«l£ Wäschestoffe, 80cm breit, gute Strapazier- ft flE wäre...............per m 0.28 - lu% --- U«£U Makobatiste, 80 cm breit, erprobte Qua- ft QÄ lität................per m 038 - 10% = U.ÖH Flockköper, voll, 80 cm breit, in jahrelang bewährten Qualitäten ft HO per m 0 68 - 10% -- 0.61 und 0.48 - 10% = U.4u Wäschestoffe, 80 cm breit, ganz hervorragend schöne Ware eigener Ausrüstung, ft IQ jetzt noch billiger'... per m 0.48 — 10% — Untu Schlafanzug-Flanelle, in unzähligen schönen Mustern ft llft per m 0.58 - 10% = 0.52 und 0.47 - 10% --- Sportflanelle, 80 cm breit, viele richtige Muster in erprobten Qualitäten ft HQ per m 0.55 - 10% = 0.50 und 0.48 - 10% -- U.Hu Streifsatin, 130 cm br., in schönen Streifen ft ftC für Bettbezüge, Plumeaus.......... per m U..UU Bettuchnessel, 160 cm br., schwere west- ft *11 fälische Ware.......per m 0 82 - 10% = Bettdamaste, 130 cm br., gute Strapazier- ft OE wäre in neuen Dessins ............per m U.UU Bettuchbiber, 150 cm breit, in bewährten Qualitäten fl QQ per m 1.85 — 10% --- 1.66 und 1.08 - 10% = U.UÖ Bettucbhalbleinen, 150 cm breit, ganz schwere erprobte Qualitäten * Äft per m 1.75 - 10% = 1.57 und 1.58 — 10% ---- IJU Hohlsaum-Bettücfaer, 150/235, bestwestf. Haustuch mit allmählich verstärkter Mitte, QIC ganz besonders preiswert ... 3.50 - 10% = UelU Weine und bunte Baumwollwaren