nr.236 SvübauSsabe 182. Jahrgang Keitag, 7. Oktober 1932 Annahme von Snzetgea für die Tagesnummer bi, zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Re'chspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20° „ mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Main liess, grud vni> Verlag: vrühl'sche UnieetfaäteBnd)- und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Lchriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstratze 7. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Moncttr-Vezugspreir: Mil 4 Beilagen RM.l.95 Ohne Illustrierte . 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. $emfpred)anfd)lüffe unter Sammclnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richten. Anzeiger Gießen. Hessens Finanz- und Kaffenlage. Große finanzpolitische Aussprache im Hessischen Landtag. Darmstadt. 6. Ott. (WHP.) Präsident Werner teilt mit, daß wegen der Reichstagswahlen der Landtag diese Woche seine Arbeiten abbrechen und am 15. Rovember wieder zusammenkommen wolle. -In den eingeschobenen Abstimmungen wird der nationalsozialistische Antrag: Beförderungen von. Beamten aus politischen Gründen dürfen bis auf weiteres nicht vorgenommen werden, angenommen. — Für den nationalsozialistischen Antrag, die „Darmstädter -Zeitung" sofort einzustellen, stimmt eine Dl e h r h e i t von Rationalsozialisten und Kommunisten. Borsorglich — falls die Regierung den Beschluß nicht ausführt — beschließt das Haus bei nationalsozialistischer Stimmenthaltung die freie Lieferung der -Zeitung an alle Abgeordneten. Abg. El aß (Rats.) gibt in einer persönlichen Erklärung zu, daß er bei seinen gestrigen Angriffen gegen eine Beamtin z. T. falsch unterrichtet war und auch gegen ihre Frauenehre nichts habe sagen wollen. Fmanzmmister Kirnberger: Der Staatsvoranschlag für 1932 schließt in Einnahme und Ausgabe mit rund 108 Millionen RM. ab. Gegenüber dem Staatsvoranschlag 1931 bringt der 1932er Vorschlag eine Verminderung um r u n d 30 Millionen R M. Von dieser Kürzung entfallen auf persönliche Kosten rund 18 Millionen RM. Die sachlichen Ausgaben sind auf 37,6 Millionen RM. heruntergegangen; diese Minderung erhöht sich noch um 1,9 Millionen RM., die als nachträgliche Globaleinfparung bei den Einnahmen in Kap. 16 etatrsiert werden mußte. 3m bisherigen Verlauf des Etatsjahres ist es sogar gelungen, die Ausgaben ^noch unter diesen so sehr gedrosselten Saßen zu halten. Anderseits hat jedoch die weiter fortschreitende Konjunkturabgleitung zu einer Verminderung der steuerlichen Erträgnisse geführt. An Ueberweisungssteuern für den hessischen Staatshaushalt 1932 ist eine Mindereinnahme von 3 435 000 RM. zu erwarten, der Landessteuereingang wird aber den Voranfchlags- ziffern nohekommen. Die Erträgnisse des werbenden Vermögens haben bislang eine rückläufige Bewegung gezeigt. Die Einnahmen aus Forftdomänen lasten einen Rückgang von 200 000 RM. erwarten. Die Pachtermäßigungen belasten voraussichtlich das Rechnungsjahr mit 260 000 RM. Insgesamt werden sich also die Einnahmen gegenüber dem Voranschlag um 3 8 9 5 0 0 0 R M. vermindern. Es wird eine weitere Herabminderung der Ausgaben um 500 000 RM. erreicht werden können. An Deckungsmitteln fehlen nach dem seitherigen Stand also 3 395 000 RM. Um die Lücke im Staatshaushalt wieder auszufüllen, wird an die Einführung einer Schlacht ft euer gedacht werden müssen. Die Ka ss e n v e r h ä lt n i ss e des Landes sind nach wie vor äußerst angespannt. Sehr erhebliche Einnahmerückstände sind insbesondere dadurch entstanden, daß viele öffentliche Körperschaften nicht in der Lage waren, ihren Verpflichtungen gegenüber dem Staat rechtzeitig nachzukommen. Diese Tatsache mußte leider zur Folge haben, daß auch der Staat seinerseits mit seinen Ueber- weisungen an Gemeinden und Kommunalverbände vielfach in Rückstand kommen mußte. Es ist dadurch zwangsläufig ein internationaler Kaffenausgleich entstanden, dessen baldigste Beseitigung die Regierung eifrigst cinstrebt. Troß dieser äußerst schwierigen Kassenverhältnisse war es seither doch immer noch möglich, die allerdringendsten Staatsausqaben zu leisten; insbesondere konnten umlaufende Schaßanweisungen und Zinsscheine bei Verfall eingelöst werden. Staatsrat Karcher zeigt die Entwicklung der Arbeitslosigkeit und die staatlichen Hilfsmaßnahmen, über die Gemeinden Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Danach sind in Hessen von 1926 bis 1931 insgesamt 6,241 Millionen Mk. Förderungen für 1 315 809 geleistete Tagewerke bewilligt worden. Für die 1930 beschlossene besondere Arbeitshilfe sind Zinsverbilligungen für 7,3 Millionen Mk. zugesagt. Es wurden für etwa 11,5 Millionen Mk. Arbeiten crusgeführt. Für Hochwasserschuh sind vom Reich 600 000 Mk., für S t r aß e n b a u 1,2 Millionen Mk. nach Hessen bereitgestellt. 600 000 Mk. sind für Meliorationen gesichert, weitere 400 000 Mk. stehen in Aussicht. Das Wtrtschasts- programm der Reichsregierung bedeute gewiß einen starken Schritt nach vorwärts, beschreite aber auch sehr bedenkliche Wege, besonders bei der Lohnkürzung. In Hessen seien bisher keine merkbaren Reuein stell ungen erfolgt; im Gegenteil liefen noch Stillegungsanträge aus großen Betrieben ein, die auch von der Möglichkeit eine 20prozentigen Lohnkürzung Gebrauch machen wollten. Für die starke hessische Exportindustrie entstünden aus der Kontingentierungspolitik der Reichsregierung schwere Gefahren mit dem Ergebnis weiterer Arbeitslosigkeit. Oie Aussprache. Abg. W e s p (Z.) übt heftige Kritik an den wirtschaftlichen Rotverordnungen der Reichsregierung, die alle reaktionären Bestrebungen im Arbeitgeberlager entfesselt habe. Rücksichtsloser Abbau aller Llnterstützungen, unerhörte Kürzungen der Löhne und Gehälter, bedenkliche Eingriffe in das Streikrecht und die sozialen Rechte und Einrichtungen der Arbeiter bei gleichzeitigen Mil- llardensubventionen für die Unternehmer erregten das Volk in seiner Tiefe. Das Zentrum verlange m Hessen zur Linderung der allerdringendsten Rot u. a einen Staatszu schuh für den Winter h i l f e - Z entralausschuh. Abg. Keil (Komm.) greift die Rationalsozia- nsten an, die im Ausschuß die Winterhilfe ab» gelehnt haben und sich der Taktik der System- Parteien damit angeschlossen hätten. Ein Täuschungsmanöver sei der nationalsozialistische Antrag, die Regierung möge die Dezirksfürsorge- verbände anweisen, die Richtsätze der Fürsorge in den Wintermonaten um 10 Prozent zu erhöhen. Das bedeute also 30 Pf. und zeige das soziale Gesicht der RSDAP. Ab. Dr. Riepoth (D. Bp.) verlangt produktive Verwendung der Sondergebäude st euer zur Unterstützung des Handwerks. Die Sondergebäudesteuer müsse in den Kreis der mit Steuergutscheinen ausgestatteten Steuern eingegliedert werden. Abg. Dr. Best (RS.) sieht in der Wirtschaftskatastrophe den grandiosen Beweis für die Richtigkeit des völkischen Gedankens auf wirtschaftlichem Gebiet. Rur ein kleiner Sektor der deutschen Wirtschaft diene dem Austausch mit anderen Rationalwirtschaften. Das Wirtschaftsgebäude des liberalistkschen Kapitalismus und Marxismus besitze im Volke keinen Grund und keinen Glauben mehr. Rur die nationalsozialistische Wirtschaftsform vermöge den Einzelnen und das Volk vor dem Untergang zu schützen. Abg. Hauck (RS.) erklärt, seine Fraktion habe im 5. Landtag eine Winterhilfe beschlossen, die von der geschäftsführenden Regierung nicht durch geführt worden sei. Wenn damals der Winterhilfe Hindernisse im Wege gestanden hätten, so gelte heute dasselbe für den Winterhilfeantrag der SPD. Die nationalsozialistische Fraktion enthalte sich daher der Abstimmung. Die geschäftsführende Regierung möge zeigen, ob sie nach der Annahme der sozialdemokratischen Winterhilfe den Erwerbslosen etwas zu bieten habe. Rur eine A rundlegende Aenderung der bestehenden Staats^ und Wirtschaftsordnung und die Durchführung des nativ-- nalfozialistischen Arbeitsbeschaffungsprogramms werde Leben und Wohlfahrt jedes Deutschen sichern. Abg. Abt (RS.) glaubt, angesichts der jeder Beschreibung spottenden Kürzung aller Unterstützungen durch das Herren-Kabinett sei allen Erwerbslosen die von den Rationalsozialisten beantragte zehnprozentige Erhöhung der Wohl- fahrtssähe wertvoller als die Winterhilfeanträge der Marxisten. Hitler spricht auf der Reichspropagandatagung der NSDAP. München, 6. Oft. (TU.) Die Reichspressestelle der RSDAP. teilt mit: 3m Mittelpunkt der heutigen Reichspropagandatagung der RSDAP. stand die Kampfparole Adolf Hitlers für den beginnenden großen Wahlkampf. 3n seinen Ausführungen wies Adolf Hitler darauf hin, daß die Widerstände, die sich der nationalsozialistischen Bewegung heute noch entgegenstellten, jener letzte Ansturm vereinigter Gegner seien, dem sich jede Bewegung gegen- ü versehe, wenn sie sich der letzten Entschei - düng vor demSiege nähere. Die Geschichte kenne feine große Umwälzung, deren Erfolg'von vornherein allen sichtbar gewesen sei. 3mmer habe erst ö i e letzte Ausdauer und die letzte Entschlußkraft in den entscheidenden Kämpfen dem Stärkeren den Sieg garantiert. Die nationalsozialistische Bewegung, die nicht auf kurze Sicht aufgebaut fei, besitze in ihrer inneren Kraft diese ungeheure Beharrlichkeit und Zähl gfeit, ohne auch nur einen Augenblick am Endsieg zu zweifeln. Hitler legte dann im einzelnen dar, warum das Programm der Regierung von Popen zusammenbrechen müsse. Das wirtschaftliche Programm dieser Regierung könne nach allen vorhandenen Anzeichen bereits jetzt als erledigt gelten. Der innerpolitische Teil des Programms, der angeblich die Aufrichtung einer starken Autorität erstrebe, müsse an den geradezü lächerlichen Mitteln scheitern, mit denen man glaube, eine solche Autorität ohne die geringste Fundierung irn Volke auf» rechterhalten zu können. Man könne ein System nicht einfach ersehen durch irgendein neues Kabinett von Männern dieses gleichen Systems. Wenn man die parlamentarische Organisation ersetzen wolle, könne man das nicht durch eine Clique, die dem Volke ihren Willen aufzwingen wolle, sondern nur durch eine unparlamentarische Organisation, die bereits von unten her aus dem Volke selbst herausgewachsen sei. Der Regierung von Papen fehle eben die Ration als Kraftquelle und deshalb müsse auch zum Schaden des Volkes ihr außenpolitisches Programm scheitern. Hitler unterzog die außenpolitischen Methoden der Regierung von Papen, die Deutschland in eine völlige Isolierung hineintrieben, einer scharfen Kritik und zeichnete die positive Linie einer national- sozialistischen Außenpolitik. Auch auf diesem Gebiete sei es nichts mit den frommen Wünschen der Regierung von Papen, „den Ro- tionalsozialisten das dritte Reich vorweg zu nehmen". Hitler gab sodann die Richtlinien und Grundsätze für die politische Tendenz des Wahlkampfes bekannt. Er führte zum Schluß seiner immer wieder von stürmischer Zustimmung unterbrochenen Rede nach dem Bericht der RSK. aus: „Im Bewußtsein, für das Recht und die Zukunft des Volkes zu kämpfen, geht die nationalsozialistische Bewegung mit dem Einsatz ihrer ganzen Kraft in den Wahlkampf hinein. (5te besitzt in ihrer Organisation alle Voraussetzungen eines erfolgreichen Kampfes, die überhaupt denkbar sind. Jeder einzelne wird sich ein- setzen bis zum äußersten. Wir Rationalsozialisten werden der Ration ein unerhörtes Vorbild unserer Willenskraft geben. Es gibt Leute, die sagen, ehe die Wahl kommt, ist die Regierung Papen wirtschaftlich längst zusam- mengebrochen und erledigt. Aber Friedensresolutionen werden in der nationalsozialistischen Bewegung nicht gefaßt. Wir werden für den 6. Ro- vember kämpfen, als ob davon Deutschlands Sein oder Richtsein abhängen werde. Ich sehe dem Kamps mit absoluter Zuversicht entgegen. Die Schlacht kann beginnen! In vier Wochen werden wir aus ihr als Sieger hervorgehen. Im Reichspräsidentenpalais wird dann wohl die Erkenntnis einhellig sein: Die nationalsozialistische Bewegung steht, sie ist da und wird niemals verschwinden. Cs gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder man gibt ihr die Macht, oder man gibt sie ihr nicht. Dann werden sie von der Macht dieserDewegung überwunden werden." Reichsführertagung der Oeutschnationalen Bolkspartei. Eine programmrede Hugenbergs. Berlin, 6. Oft. (TU.) Im Preußischen Landtag fand am Donnerstag eine Reichsführertagung und eine Sitzung des Parteivor - standes -der DNDP. statt. Der Tagung wohnten neben dem Parteioorstand fast sämtliche Mitglieder der parlamentarischen Fraktionen 'jomic der Landesverbands- und Kreisoerbandsvorstände bei. Der Parteivorsißende Dr. Hugenberg hielt eine aus- führliche programmatische Rede, in der er die Richtlinien für den Wahlkampf gab. Hugenberg betonte zunächst, daß wir heute in anderen formen einen zweiten Youngplankampf zu führen hätten, den Kampf um die Regelung der privaten Auslandsschulden, die die vom Dawes- und Poungplan aufgesaugte deutsche Wirtschaft einfach nicht tragen könne. Die Last dieser ungelösten Frage vernichte den Wohlstand der Welt, sie sei der Hauptgrund für di e A r - beitslosigkeit. Dr. Hugenberg erörterte dann das Verhältnis der DNDP. zu den Nationalsozialisten. Wenn die NSDAP. jetzt die Schwenkung zum reinen Sozialismus vornehme, so müsse sie daran zerbrechen. Die Mittelparteien hätten ihren eigenen Untergang verschuldet. Nun dürfe die Entwicklung nicht wieder zurück zum Parlamentarismus gehen. Dem neuen Kabinett gegenüber hatten die Deutschnationalen den Standpunkt eingenommen, daß es nach feinen Taten zu beurteilen fei. Abgesehen davon, daß zum erstenmal ein Kabinett ohne schwarzrote Mitwirkung zustande gekommen sei, habe die Regierung Papen das Verdienst, Preußen ohne Bürgerkrieg vom Mar- xismus befreit zu haben. Das hindere nicht, zu betonen, daß viele unerfüllte Wünsche und mancher Grund zur Besorgnis vorhanden sei. Die Regierung dürfe nicht zögern, unter Ausschaltung aller parlamentarischen Einflüsse die dringenden Aufgaben in Angriff zu nehmen, die noch unter der Reichspräsidentschaft Hindenburgs gelöst werden müßten, vor allem eine durchgreifende Wirtschaftsreform und die Verfassungsreform. Auch andere Aufgaben, wie die Erneuerung des Beamtentums und die Sanierung der Landwirtschaft seien noch durchzuführen, wenn auch der grundsätzliche Uebergang zum Kontingentsystem ein großer Schritt vorwärts sei. Die Frage der Schuldenregelung müsse durch einen autonomen Schritt der Regierung angepackt werden. Die Sozialisierungspolitik Brü- n i n g s mit ihrer dauernden Subventionierung großer Betriebe müsse schleunigst wieder gutgemacht werden. Aufhebung der aus der Erbschaft Brüning übernommenen sozialpolitischen Härten sei dringend notwendig. Die Unterstützung des Kurses der Regierung Papen bedeute keine Blankovollmacht. Die Deutschnationalen gingen ihren geraden Weg. Sie lehnten jede unklare Bindung und jede Verwischung ihrer Ziele ab, aber sie öffneten die Tore weit für alle, die sich mit ihnen zu gleichen Zielen verbunden fühlten. Auch gegenüber den Versuchen der Nationalsozialisten, den Kampf der Deutschnationalen durch planmäßige Störung von Versammlungen zu hemmen, würden sich die Deutschnationalen durch- z u s e tz e n wissen. „Wir scheuen", so schloß Dr. Hugenberg, „diesen Kampf, der uns aufgezwungen wird, nicht. Die DNVP. geht in diesen Wahlkampf mit dem Willen, ihre historische Mission zu erfüllen und mit dem Glauben an die Kraft ihrer Idee." In diesem Wahlkampf stehe die DNVP. als die einzige Parteibewegung da, die in der Lage sei, die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus in der für die Zukunft der Nation notwendigen Form durchzuführen. Eine Entschließung des Parteivorstands. Der Parteivorstand der Deutschnationalen Dolkspartei faßte nach mehrstündiger Aussprache eine Entschließung, in der es u. a. heißt: Die Tore der DRVP. sind für alle Deutschen weit geöffnet, die sich mit ihr zu dem gleichen Ziele verbunden fühlen. Der Parteivorstand begrüßt die Maßnahmen und Erklärungen des Vorsitzenden, die auf Sammlung aller wahrhaft nationalen Kräfte gerichtet sind. Die DRVP. ist es gewesen, die in allen die gerade Linie gehalten hat, unmittelbar auf das Ziel der nationalen antiparlamentarischen Wiederaufrichtung zu. Es ist selbstverständlich, daß sie die Wendung begrüßt, die der vor sieben Jahren von uns erkorene Reichspräsident herbeigeführt hat. Es ist unsere und der deutschen Jugend heilige Aufgabe, treu dem großen deutschen Ziele und unzugänglich für alle Versuchungen die Aufgabe von Harzburg auch ohne den einstigen Bundesgenossen zu Ende zu führen. Einem Rückfall in den Weimarer Parlamentarismus werden wir uns auf das Schärfste widersetzen. Wir haben nicht deshalb jahrelang erbittert gegen Rot und Schwarz gekämpft, um Deutschland jetzt durch parlamentarische Koalitionen um den Erfolg betrügen zu lassen, ober um Rot und Schwarz als Bundesgenossen gegen eine Regierung Hindenburg einzusetzen, die nach ihren bisherigen Taten weder rot noch schwarz ist. Eine Kampfesart, die sich gegen uns und gegen die jetzige Regierung der gleichen Mittel bedient wie nach der Revolution die Sozialdemokraten sie anwandten, kann uns weder schrecken, noch schaden. * Der Parteivorstand richtete unter Hinweis auf den Brief Hugenbergs an den Reichskanzler, in dem die schleunige Beseitigung derschwe» ren sozialen Lasten der Juni-Rot- verordnung gefordert wird, an die Reichsregierung im Romen sozialer Gerechtigkeit und wahrer Kameradschaft aller Berufsstände nochmals die dringende Bitte, die Rotverordnung vom 14. Juni beschleunigt abzuändern. In der Vorstandssitzung sprach Dr. Hugenberg den Wunsch aus, den Ruf „Heil Hugenberg", der sich gewissermaßen als Kennwort in den deutsch- nationalen Versammlungen eingebürgert habe, in den Kampfruf „Heil Deutschland" abzuändern. Mehr denn je müsse heute alles auf die Person Bezügliche in den Hintergrund treten. Die Person sei nichts, die Idee des Vaterlandes alles. Stuhlschlacht in einer deutschnationalen Wahlversammlung. Berlin, 6. Olt. (TU. Funkspruch.) Eine am Donnerstagabend in der „Reuen Welt" abgehaltenen Wahlversammlung des Kreisvereins Reukolln der DRVP. nahm einen sehr unruhigen Verlauf. Eine größere Gruppe von Rationalsozialisten, die im hinteren Teil des Saales Platz genommen hakte, machte fortgesetzt Zvis'ei- rufe. Heilrufe auf Hugenberg wechselten mit Heilrufen auf Hitler ab. Als bann der Hauptredner des Abends, Reichstagsvizepräsi. ent Graes das Wort nahm, erscholl nach einiger Zeit von nationalsozialistischer Seite ein Zwischenruf, der dem Versammlungsleiter, Stadtrat Steinhofs, Veranlassung gab, die Entfernung dieses Zwischenruters aus dem Saal durchzusetzen. Es erhob sich ein allgemeiner Tumult. Von allen Seiten wurden Stühle, Diergläser und Aschbecher sowie sonstiges Inventar weit in den Saal hineingeschleudert. 3m Ru entwickelte sich ei n e S ch I ä g e r eEin Teil der Versammlungsteilnehmer verlieh fluchtartig den Raum. Von allen Seiten drang Schupo beendet, dessen Verhandlungen der Präsident der Großen Nationaloevsammlung Kjasim Pascha, geleitet hatte. Unter den Zuhörern befand sich auch der Präsident des Freistaates, Gast Mustafa Kemal. Der Kongreß faßte wichtige Beschlüsse, z. B. in bezug auf vergleichende Forschungen zwischen der türkischen Sprache und älteren indogermanischen und semitischen Sprachen. Die geschichtliche Sprachentwicklung und die Entstehung der türkischen Dialektworte soll erforscht werden. Es sollen bearbeitet werden ein türkisches Wörterbuch sowie Wörterbücher der wissenschaftlichen und technischen Fachausdrücke, ferner eine türkische Grammatik. Staat und Volk sollen gemeinsam bemüht sein, die türkische Sprache von den Einflüssen fremder Sprachen zu befreien. Der Kongreß schuf eine Satzung und wählte das Zentralkomitee für eine türkische Sprachstudiengesellschaft, die unter dem Patronat des Gast' stehen und deren Ehrenpräsident der Unterrichtsminister sein wird. Die Studiengesellschaft -soll ihre Sitz in Ankara haben. Der Kongreß wird alle zwei Jahre zusammentreten. Aus aller Welt. Internationale Aulomobilausslellung in Paris. Die 2 6. Internationale Automobilausstellung in Paris wurde in den letzten Tagen eröffnet. Die wie immer sehr gut beschickte. Ausstellung im Grand Palais zeigt das übliche: Bild: farbenfreudige Karosserien, schöne Chassis, Propaganda für den Komfort der Ausführung. Die Ausstellung liefert einen deutlichen Beweis für die erhöhte Bedeutung des Kleinwagens, den die Fabriken allgemein mit einem Höchstmaß an Leistung und Bequemlichkeit auszustatten sich be- in den Saal und versuchte unter Hinzunahme des Pvlizeiknüppels die Störenfriede zu entfernen. 3m Saal fiel plötzlich ein Schuß, der die Verwirrung noch steigerte. Mehrere Personen trugen erhebliche Verletzungen davon. Die Polizei setzte sofort alle verfügbaren Kräfte ein, entfernte etwa ein Drittel der Versammlungsbesucher und nahm auch einige Verhaftungen vor. Die Versammlung selbst konnte nach etwa 20 Minuten allgemeiner Aufregung f o r t g e f ü h r t werden. Aufruf des Stahlhelms zur Reichstaaswahl. Berlin, 6. Oft. (TU.) Die Bundesführer des Stahlhelm erlassen folgende Kundgebung zu der bevorstehenden Reichstagswahl: „Wieder einmal steht das deutsche Volk vor einer Wahl. Wir haben sie nicht gewünscht, weil auch durch diese Wahl grundlegend nichts gebessert werden kann. Trotzdem bleibt die Beteiligung wie immer selbstverständliche Pflicht jedes Kameraden. Keinesfalls darf die Verärgerung zur Wahlenthaltung und damit zur Stärkung des Marxismus führen. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, wird nach wie vor keine Bindungen mit einzelnen Parteien eingehen. Die Rich- tunA seines Kampfes wird durch seine großen unveränderlichen Ziele bestimmt: Starke Staatsführung, unabhängig von Parteien, bedingungslose Wehrhoheit, Neuaufbau des Reiches, Eingliederung aller Deutschen in Erzeugung und Genuß des Dolksoermögens, Eigentum für jeden Deutschen. Hiernach muß sich jeder Stahlhelmkamerad schlüssig werden, welcher Partei er seine Stimme z-u geben hat. gez. Franz Seldte, gez. D ü st e r b e r g." Freispruch imCharloftenburger Kommunistenprozeß. Tie Tchüise m der Rö tqenstraße. Berlin, 6. Okt. (1113 Die Erste Kammer des Sondergerichts beim Landgericht I sprach am Donnerstag die neun Charlottenburger Kommunisten, die unter der Anklage des vollendeten und versuchten Totschlags aus politischen Gründen bzw. der Beihilfe zum Totschlag standen, auf Kosten der Staatskasse frei. Die neun Kommunisten waren beschuldigt, in den Abendstunden des 29. August einen UeberfaU auf das nationalsozialistische Verkehrslokal des Sturmes 33 - i n der Röntgen st raße in Charlottenburg begangen zu haben, in dessen Verlauf ein Ratio- nalsozialist erschossen und zwei Nationalsozialisten schwer verletzt wurden. Die Haftbefehle hott das Sondergericht bereits am Mittwoch aufgehoben. 3n der Urteilsbegründung führte der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Dr. Tolk u. a. aus, daß das Sondergericht nicht habe fest- stellen können, ob die Kommunisten oder die Nationalsozialisten zuerst geschossen hätten. Festgestellt worden sei: Die Anklageerhebung durch die Staatsanwaltschaft sei durchaus berechtigt gewesen, da ein Rationalsozialist erschossen und zwei ^Nationalsozialisten schwer verletzt worden seien. Es stehe auch heute noch nicht fest, ob es die Kommunisten nicht waren. die den tödlichen Schuß auf den Rational- sozialisten abgegeben haben. Der Tatbestand des Landfriedensbruches sei aber rechtlich nicht z u halten gewesen, weshalb ein Freispruch von der Anklage des Landfriedensbruches erfolgen mußte. Das Gericht habe dann zu prüfen gehabt, ob die Angeklagten wegen Totschlags und versuchten Totschlags aus politischen Beweggründen zu verurteilen gewesen wären. Hier hätte für das Gericht die Frage der Roiwehr maßgebend sein müssen. Das Sondergericht habe nicht feststellen können, ob sich die Kommunisten oder die ^Nationalsozialisten in Votwehr befunden hätten. Zum Schluß richtete der Vorsitzende an die freigesprochenen Korn- Was die WirMan vom «eirvskabinett erwartet Rückkehr zu innerpolitischer Stetigkeit und Förderung des Willens zur sachlichen Arbeit. Berlin, 6. Okt. (CNB.) Der Deutsche I n - dustrie - undHandelstag befaßte sich in seiner Hauptausschußsitzung mit der gegenwärtigen wirffchaftspolit.schen Lage. Auf Grund einleitender Vorträge von Präsident Dr. Grund (Breslau), Fabrikant Dr. Vögele, Vizepräsident der Handelskammer München und Dr. Hamm führte die Erörterung zu dem Ergebnis, daß der Deuffche In- dustrie- und Handelstag die Zielsetzung der .'Wirtschaftspolitik der Reichsregierung , die die Wirtschaftsdepression vor allem durch | Anregung und Stärkung der prioatwirffchaftlichen Kräfte überwinden will, für grundsätzlich richtig halte. Es sei dringende Pflicht der gewerblichen Unternehmer, die hier gebotenen Möglichkeiten nach besten Kräften zur Ueberwindung der Arbeitslosigkeit auszuwer- t e n. Es fei Sache der Regierung, die große Linie dieser Wirtschaftspolitik unbeirrt fortzu- führen und dahin zu wirken, daß den positiven sozialen Zielen dieser Politik von allen Beteiligten unvoreingenommen Rechnung getragen werde. Die von der Regierung getroffenen Maßnahmen mußten aber so gestaltet werden, daß sie auch für den gewerblichen Mitte l st a n d volle Wirksamkeit erlangten. Die Maßnahmen der Einfuhrhemmung, die neue Hemmungen für die deuffche Ausfuhr nach sich ziehen würden, stünden im Gegensatz zu der auf Ueberwindung der Arbeitslosigkeit gerichteten Politik. Derartige Maßnahmen würden der Landwirtschaft nicht helfen. Die möglichste Erhaltung zusätzlicher Arbeitsgelegenheit für Ausfuhr fei nicht etwa eine Sacfye internationaler Ideologie, sondern ein Erfordernis der Befchäftigung deutscher Menschen in Industrie, Handel und Landwirtschaft. Es sei daher vordringliche Aufgabe der Reichsrcglerung, die gegebenen handelspoliti- schen Möglichkeiten offenzuhalten. Des weiteren fei es geboten, möglichst bald zu voller Sicherung der Rechtsverhältnisse .zurückzukehren, die Notwendigkeit der Wiederkehr einer voll verantwortlichen subven- tionslosen Privatwirtschaft nicht außer acht zu lasten und schließlich wieder die notwendige innenpolitische Stetigkeit zu gewinnen. Dazu sei es mehr als notwendig, über alle parteipolitischen Gegensätze hinweg den in weitesten Kreisen unseres Volkes vorhandenen Willen, zu sachlicher Arbeit lebendig unb fruchtbar zu machen. Um diese Kräfte sicherer zur Wirksamkeit zu bringen, seien wichtige Lender ungen der Reichsoerfassung unerläßlich notwendig geworden, namentlich eine enge Zusom- menfastung der Reichsgewalt und der preußischen Staatsgewalt sowie eine organische Gestaltung des Verhältnisses der Reichsgewalt zu dem neben Preußen weiterhin bestehenden Ländern. * Dr. Schairer vom Deutschen Studentenwerk hielt einen Vortrag, in dem er sich wegen der wachsenden Lieberfüllung der akademischen Berufe für strengste Auslese der Studenten einsehte und die Einführung eines Werk- jahres zwischen höherer Schule und Universität empfahl, das dem jungen Menschen den Liebergang in praktische Berufe erleichtern, auf alle Fälle aber seine Lebenserfahrungen bereichern würde. Reichsinnenminister Freiherr von Gahl wies daraus hin, daß es sich bei dem Werkjahr um einen Ausschnitt aus dem Gesamtwerk der großen Ausgaben handele, die auf dem Gebiete des Bildungswesens zu erfüllen seien, unter denen der Minister besonders die als „Derechtigungsunwefen" gekem^eichneten Fehlerscheinungen hervorhob. Don den Werkjahrsstudenten müsse einfachste und ernste Arbeit verlangt werden. Der Deuffche 3ndustrie- und Handelstag stimmte den Ausführungen zu und stellte in Aussicht, an den Vorbereitungsarbeiten bereitwillig m i t j u - wirken. munisten ermahnende Worte und sagte ihnen, daß sie jetzt in Freiheit noch einmal an den Zeitpunkt zurück denken sollten, an dem sie in so hoher Gefahr schwebten. Auch diejenigen, die mit dem Urteil des Sondergerichts nicht einverstanden seien und den Kops der Angeklagten verlangt hätten, würden einmal in ruhigen Zeiten für dieses Urteil dankbar sein. Kunst und Wissenschaft. Deutsches Reger-^est in Baden-Baden. 3m Kurhaus in Baden-Baden fand vor kurzem das V11. Deutsche Reger-Fest der Max- Reger-Gesellschast statt. Das über zwei Tage sich erstreckende, vielseitige und anregend zusammen- gestellte Programm gab einen Querschnitt durch Regers Schassen und brachte u. a. einen Festvortrag von Professor Dr. Fritz Stein. Kiel, über persönliche Erinnerungen an Reger. Die beiden großen Orchester-Konzerte standen unter der Leitung von Generalmusikdirektor Ernst Mehl ich; als Solisten wirkten u. a. Rudolf Serkin, der das Klavierkonzert meisterhaft spielte, Magda Spiegel (Alt) und Arno Landmann (Orgel) mit. Eine Morgenveranstaltung brachte die Aufführung des nachgelassenen Klavier-Quintetts in C-Moll, sowie Introduktion, Passacaglia und Fuge in bi-Moll für zwei Klaviere; in den Or- chesterkonzerten hörte man u. a. die Eichendorff- Suite, die Ballett-Suite und die H ller-Variativ- nen. Der erste türkische Sprachenkongretz. In Konstantinopel mürbe nach zehntägiger Dauer der erste türkische Sprachenkongreß mühen. Die Konkurrenz ist sehr stark. Die Ausstellung ist von 70 Firmen beschickt, davon sechs deutsche: Adler, DKW., Horch, Maybach, Mercedes und Wanderer. An deutschen Zubehörfabriken sind besonders zu nennen Bosch unb die Zahnradfabrik Friedrichshafen. Sämtliche französischen Fabriken haben ausgestellt. Auch sieht man Wagen amerikanischer, englischer und italienischer Herkunft. Luch der zweite Start der IDinfler-Hatefe mißlungen. Der neue Start der Winkler-Rakete ist, einer Meldung aus Pillau zufolge, wieder miß. glückt. Bei der zweiten Zündung sprang die Rakete mit großem Knall aus bcm Gestell, in dem sie eingebettet lag und überschlug sich in Richtung des Unterstandes der Film- uni) Photoleute, die wieder zahlreich erschienen waren. Der Metallmantel. der die Rakete umkleidet, zersprang, wobei die Splitter in weitem Umkreis herumflogen. Die Umgegend wurde blitzlichtartig durch einen von der Rakete ausgehenden veuerjchein erleuchtet. Der Rest der Rakete landete unmittelbar hinter dem Deckungsgraben der Filmleute. Es entwickelte sich starker weißer Qualm, der vorübergehend die ganze Gegend verhüllte. Ingenieur Winkler betonte, daß er sich das Versagen ber Rakete noch nicht erklären könne. Ein neuer Start ist für absehbare Zeit wohl nicht möglich. Ein Postrekord. — pernambuco—Hamburg 3% Tage. Die vom 2uftf$iff „Graf Zeppelin" auf seinem jüngsten, Anfang Oktober in Friedrichshafen beendeten Südamerikaflug mitgeführte Post hat für die Zustellung von Pernambuco nach Hamburg nur 3Vr Tage benötigt. Die Hamburger Post wurde von Friedrichshafen mit Sonderflugzeug nach Stuttgart-Böblingen gebracht unb von dort mit dem fahrplanmäßigen Lusthansa-Flugzeug weitergeleitet. Ein Sonderkraftwagen brachte die Post vom Hamburger Flughafen in die Innenstadt, von wo die Zustellung mit besonderem Zubringerdienst erfolgte. Diese Art der Zustellung soll, wie verlautet, beibehalten werden, um den Postkunden von den Vorteilen der Luftpostbeförderung mit dem deutschen Zeppelinluftschiff zu überzeugen. Gronau in Batavia. Unter dem Jubel der Bevölkerung ist bas deutsche Dornier-Flugboot unter der Führung Wolfgang von Gronaus dieser Tage in Batavia gelandet. Der Turm der Pauluskirche in Aschaffenburg eingeslürzt. Dieser Tage stürzte der bereits im Mauerwerk fertiggestellte 20 Meter hohe Turm der neuen evangelischen Pauluskirche in Aschassenburg-Damm e i n. Hum Glück entstand keinerlei Personenschaden. Das Kirchenschiff, das im Rohbau bereits fertiggestellt war, wurde durch den Turmeinsturz stark in Mitleidenschaft gezogen. Die Fertigstellung der Kirche erleidet keine Verzögerung, lieber die Ursache des Einsturzes konnte bis jetzt keine Aufklärung erfolgen. San eingeweihter Seite werden verbrecherische Ein- grrffe vermutet. Zwei Todesurteile des Bielefelder Sondergericht«. 3m Rhedaer Mordprozeh gegen die Autobanditen wurde vom Bielefelder Sondergericht das Urteil gefällt. Die Angeklagten W a b b e l und Kuszhnski. beide aus Bochum, wurden wegen Totschlags an einem Polizeibeamten in Tateinheit mit versuchtem Totschlag an einem zweiten Polizeibeamten nach § 1 Ziffer 1 drr Rotverordnung des Reichspräsidenten vom 9. August 1932 zum Tode verurteilt. Die beiden Angeklagten hatten auf der Flucht nach einer mehrtägigen Diebesfahrt in einem gestohlenen Auto am 10. September d. 3. zwei Polizeibeamte, die sich ihnen in den Weg stellten und Haltesignale mit einer Taschenlampe gaben, im 80-Kilometer» Tempo angefahren, wobei der eine Beamte getötet, der antere schwer verletzt wurde. Für die übrigen Straftaten erhielt Wabbel zwölf 3ahre Zuchthaus und Kuszynski vier 3ahre Zuchthaus. nicht und allem nicht wahr haben. Deutsche Wanderer in Italien. Von Dr. Gustav W. Eberlein, Lftom Tlein Sohn, ich rate dir gut: Wenn bu schwimmen willst, so steige Ins Wasser, und wenn du skifahren willst, nimm Schnee unter die Bretter, unb wenn bu aufs Matterhorn kraxeln willst, be° nutzt bu bazu besser kein Auto. Warum, so frage ich, willst bu nun absolut dort zu Fuß gehen, wo es keine Fußwege gibt? Warum ausgerechnet auf Sandalen oder blanken Sohlen dort wandern, wo die Autos rasen? Warum gerade nach Italien? In Italien gibt es keine Fußwege. 3n Italien gibt es keine Fußwege. In Italien gibt es keine Fußwege. Man muß das dreimal sagen, schreiben und unterstreiche n, denn nach dem Strom der deutschen Fuhwanderer In Italien zu schließen, wissen sie's nl * — *rt, wollen es aber vor unb die Sommer- uni unb durch das Elend in der Heimat erfährt er immer neue Nahrung, denn wer von den Hoffnungslosen unter den Stemplern, wer von den Idealisten unter den Studenten, wer möchte nicht glauben, „draußen" müsse alles bester sein? Tag für Tag gehen uns Briefe von Stellung- suchenden zu, besonders von jungen unb älteren Mädchen, die den Weg nicht gleich so resolut unter die Füße nehmen können, die Zeilen beschwingt van einer Südenromantik, die nicht mehr vorhanden ist, die Gedanken unbeschwert von der Erkenntnis der rauhen Wirklichkeit. Und habet ist die Not in Italien, positiv gesehen, weit größer als in Deutschland, nur relativ wird sie vom Volk, das ja niemals das nordische Lebensniveau erreicht hatte und es daher kaum anders weiß, leichter ertragen als bei uns, leichter als von den Unfrigen, die herunterkommen, indem sie „herunterkommen". Dann geht das große Staunen an: das also ist Italien?? Aber bleiben mir bei den Fußwanderern. Sie teilten zunächst einmal wissen, daß der Begriff des Wanderns dem Italiener so fremd ist wie das Wort selber und daß daher in Italien alles bas fehlt, was Wanderlust und Wandersport bei uns ge- Ichaffen haben. In Italien bewegt man sich von einem Orte A zu einem Orte B nur dann, wenn man muß; niemand würbe begreifen, wieso bas Dazwischen eine Quelle der Freude sein kann, (folglich erledigt man dieses unangenehme Muß so rasch und so bequem wie möglich: mit der Bahn, mit dem Auto ober Autobus, mit dem Pferd. Auch der Bauer geht oder schreitet nicht über tanb wie bas bei uns so poetisch empfunden wird er Reiche auf dem Pferd, der Kleinbauer auf dem Mulo, der Knecht auf dem Esel. Was rUn Crctr?em kann nur ein Landstreicher tein. Was kann er sein, wenn er nicht einmal mehr 'stiefel und Strümpfe trägt?? So aber kommen die deutschen Fußwanderer auf den Landstraßen daher. Und dann wundern sie sich nicht nur über die geringschätzigen Blicke, sie ver- b.tten es sich auch, daß man verächtlich auf sie her- ab schaut. Fühlt ihr die Kluft, die hier zwischen Nord und Süd klafft? Wollt ihr dem Lande, dessen Gast, recht ihr verlangt, ein besseres Verständnis auf- zwingen? Hand aufs Herz: haben wir droben nicht umgekehrt auch auf die italienischen Scherenschleifer und Gipsfigurenhändler hercckgeschaut? Dabei trieben diese Leute ein ehrsames Handwerk, während niemand im Süden den bummelnden Nordländer begreifen kann. Die Karabinieri sind scharf hinter Landstreichern bei, wie sollen sie nun wissen, daß der eine ein e$ter, der andere aber ein Idealist ist, well er einen Reisepaß in der Tasche trägt. Kein Grund zur Aufregung also vorhanden, wenn unsere beklagens- werten Wanderer auf Schritt und Tritt verdächtig scheinen. ” Zeitschriften. — D i e Kunst, Monatsschrift für Malerei, Plastik und Wohnkultur, vereinigt mit Alexander Kochs „Deutsche Kunst und Dekoration" (Verlag F. Bruckmann AG-, München 2 NW) beginnt soeben einen neuen Jahrgang. Die von Alexander Koch in Darmstadt geleitete „Deuffche Kunst und Dekoraffon" ist in der Münchener „Kunst" aufgegangen, wird aber bei inhaltlicher Llcberein- ftimmung der beiden Kunstzeitschriften ihren eigenen Titel und ihr charakteristisches Llmschlag- bild beibehalten. Als weitere Reuerung erhält die Münchener Monatsschrift „Die Kunst" einen eleganten, von dem Schriftkünstler Paul Renner entworfenen Bildumschlag. Die innere Gestaltung hat eine gefälligere, die künstlerische Bild- wirkuna stärker betonende Anordnung gefunden. Wer künstlerisch oder kunsthandwerklich interessiert ist, findet in dieser Zeiffchrift alle die Kräfte, die auf den Gebieten der Malerei und Plastik, der Wohnkultur unb des Kunsthandwerks wirksam sind, vertreten. Richt nur künstlerische Probleme finden an Hand emes ganz vorzüglichen reichhaltigen Blldermaterials Erörterung, sondern auf dem Gebiet der Wohnkultur werden auch praktische ßötungen im Sinne der prinzipiellen Forderungen neuzeitlichen Wohnens besprochen werden. 3m neuen Heft werden zunächst nachträgliche Bemerkungen zur Großen 3nternationalen Kunstausstellung in Venedig gemacht, aus der eine Auswahl von vierzehn vorzüglichen Bildern, darunter eines in reizvoller farbiger Reproduktion, zu sehen ist. Aus der schwedischen Bildhauerkunst ist Ivar 3ohnßon vertreten, von deutschen Künstlern der Aquarellist Werner Bley, dessen Kompositionen sich durch eine besondere malerische Farbigkeit aus- zeichnen. Aus dem Bereich der künstlerischen Photographie wird eine Theater-Reportage mit künstlerischen Lichtbildnissen besprochen. Aus der Architektur und Wohnkunst sind reich illustrierte Aufsätze über den modernen Kirchenbau, über das moderne Terrassenhaus, den Raumbedarf von heute und eine Menge anderer Dinge auS dem nahestehenden Kunschandwerk zu nennen. Von praktischer Bedeutung sind die verwandelbaren Kleinmöbel, die besonders in der Kleinwohnung eine Rolle es gibt einen Ausweg: das Fahrrad. In meiner Studentenzeit habe ich auch Italien zum ersten- mal damit „gemacht". Es ging glänzend unb es geht heute noch sehr gut zu spielen berufen sind, ------- _.te Wohnlauben aus der Berliner Ausstellung „Sonne, Luft und HauS für aß*", die in ihren Hauptthpen im Bilde gezeigt und ausführlich besprochen werden. Die ßanbleute droben wissen es besser und öffnen Bauer gegenüber einer solchen Erscheinung beben Heuboben, wie aber soll sich ber italienische tragen? Daher Enttäuschung über Enttäuschung. Unb nun gar die Straße! Wo sind die taufrischen Wälder, wo die stillen Wiesenwege? Nichts als Aslü^alt unb Staub. Alles eingezäunt. Die Straße gehört ausschließlich dem Fuhrwerk, ben Autos, den rücksichtslosen Lastwagen. Wehe dem, der mit einer Bleibe bei Mutter Grün ober einem Unter- schlupf sicher rechnet! Auf Tagereisen finbet er nichts, das müde Haupt zu betten. Bleibt nur ber bittende Wink an die Autos, und es muß anerkannt werben, daß die italienischen Fahrer bann gerne Aufsitzen lassen — aus Mitleid jedoch, keineswegs aus jenem Verständnis für Bruder Straubinger ober ben Bettelstudenten heraus, wie es der Wanderer für selbstverständlich hält. Keine Paddelboote, kein Badebetrieb, keine bunten Schirme unb weißen Bänke — endlos unb freudlos scheinbar bas Land. Wie streckt da ber Weg sich in die Länge! Und gerät man doch einmal in einen Badeort oder Kurort, so fällt man naturgemäß noch unangenehmer auf, denn reifen, gar in die Sommerfrische reifen tut im Süden nur ber, ber sich's leisten kann. -Liebe deutsche Wandergesellen, seid meinetwegen sentimental, seid unternehmungslustig unb brauf» gängerisch, es ist gewiß nicht das Schlechteste, es ist auch euer Wandertrieb gesund und erfreulicher als das Herumhocken der italienischen Jugend von gestern, aber seid — praktisch! In eurem Interesse. Denkt nicht, es sei euch wurscht, was die Italiener über euren Auszug denken — es ist euch ja auch nicht wurscht, wenn einer im Frack in die Almhütte kommt, ihr würdet auch ' grinsen. Ebensowenig passen nackte Beine auf den römischen Korso. Glaubt nicht, daß ihr billiger fahrt, wenn ihr geht — das ift ein Wortspiel, mag fein, aber es kommt wirklich billiger, das Fahren, denn mit den Strecken ift es ungefähr so wie in Amerika, wo man sich fa auch besser auf einen Puffer schwingt, wenn man kein Auto haben sollte. Das Wandern in Italien ist so unzweckmäßig wie das Schlittenfahren in ber Sahara, warum also erzwingen, was zwecklos fein unb bleiben muß? es, sich in Italien so zu kleiben wie in i -öcrun auch, besser noch: wie es die ßanbesfitte L^nh0*1^'J??-5 v-lso, so wie gestern in Deutsch- .chtiger Anzug, keine Pumphosen. Ohne >zacke wird niemand in die Straßenbahn gelassen. ^Pumphose erkennt man den Fremden und — fordert ihm höhere Preise ab. Nicht auffallen! Us 'st das oberste Gebot. Das nächste: auf der Landstraße nicht zu Fuß gehen. ^er doch kein Geld für Bahn ober Autobus hat? Trotz alledem wandern mitt? Nun, aUem nicht wahr haben. Wo ein Wille ist, meinen lie, ist auch ein Weg. Gewiß, fragt sich nur was lür einer. Man kann ja auch auf Sand skifahren unb trockenschwimmen, wenn man aufs Weiter- rammen keinen Wert legt. Die deutschen Wanderer legen aber sehr viel Wert darauf, sie können gar nicht schnell genug von der Heimat wegkommen und gar nicht weit genug bis sie bann in Rom bas heulenbe Elenb überfallt, das zwar in den meiften Fallen mannhaft getragen unb versteckt roirb, nicht selten aber auch beim aussichtslosen Postkartenverkauf in Verzweiflung übergeht unb die rote Scham ins Gesicht treibt, wenn der fnur- renbe Magen schließlich die Hanb zwingt, sich bet teind auszustrccken. In biefem Augenblick denkt so mancher auch an bas Vaterland, dem er mit seinem Aufzug keine Ehre macht und alle ohne Ausnahme packt das bittere Heimweh, wie unschwer zu erkennen ist, wenn sie, durch ihre kümmerliche Kleidung abgesondert von allen anderen Besuchern, in den offenen Klosterhallen der römischen Hauptpost zu Haufen anstehen, um mit Augen, die noch viel mehr hungern als ber Magen, nach ein paar lieben Worten von Hause zu gieren. Vielleicht weiß« mano“‘rNte? erst so recht von Herzen, was das ist, em Zuhause ein Helm, ein Daterlanb, wenn man's tn ber Fremde entbehrt. h ®,°" -"gefangen bis jum letzten Senbarmen herunter ist so viel in Italien über die „Barbaren, bie den heiligen Marmor der Basiliken entweihen" und geklagt worben, bie deutschen Ausland- beworben .sind unzahligemale tn Berlin „vorstellig ^Ä'x^^uWn Zeitungsvertreter in Rom llninn U to wund geschrieben gegen ben Wandern am ungeeigneten Ort — qe- nutzt hot das eine so viel wie bas andere, lieber- mastig scheint der Zug nach dem Süden zu sein. Aus der Provinzialhauptstadt Gießener pferdemarkilotterie. Tundesleitung ist Aachen. anderen Branchen, so war es immerhin interessant irts-aWrise <1 SaS Msemhmdwerl in der Gehst. Landwirtschastölehrerin: scheiden. Laten fürF eita . 7.Oktober 1849: der Dichter Edgar Allan Poe in Baltimore gestorben; — 1862: der Schriftsteller Otto Ernst in Ottenjen geboren. Gießen, den 7. Oktober 1932. Deutsche Edelpelze. Man hat in vielen Berufsgruppen der psycho- logischen Einstellung der Frau die größte Aufmerksamkeit geschenkt, 'da die Frau als Käuferin um einen yKtntuti ja den Umsatz ausschlaggebend beeinflußt. Wenn sich an zuständiger Stelle erfahren, ist auch im Buchhandel die Hegemonie der Frau als 0 . ' . . ° • I 1 _ f 1 - ».K AM I a A UnmnrPhnr tTliH HlO ft HHFu, tDlC IH Unter dem Verdacht der Wilddieberei verhaftet. „Do X" in Frankfurt. * D r t e n b e r g , 6. Oft. In der Nahe von R a n - st a d t wurde vor einigen Tagen der wegen W i l o - dieberei schon wiederholt verurteilte Arbeiter Kipper aus Oberseemen beim Ausweiden eines Rehes beobachtet. Bon den Zeugen wurde die Fe st - nähme des Mannes veranlaßt, der zur Täuschung eine Försteruniform trug. Der Verhaftete I wurde nach den ersten Feststellungen im hiesigen Aber trotz aller wesentlichen Einengungen in den Existenzmöglichkeiten, ist bisher alle Mrbeit&MtLing des Friseurs unter dem Gesichtspunkt erfolgt, daß dem Publikum unter Berücksichtigung hygienisch absolut einwandfreier Bedienung für eine angemessene Bezahlung beste Facharbeit geboten werden Die außerordentlich große Verantwortung, welche federn Friseurberufsangehörigen dadurch ausertegl wird, daß er nicht nur durch sachgemäß ausgesuhrte Behandlung von Kopf und Haar die Gesundheit des Kunden zu schützen, sondern auch alle hygieni- schen Vorkehrungen zu treffen hat, welche weitgehendste Garantie bieten für die Gesunderhaltung von Haut und Kopfhaar, zwingt aber jeden Betriebsinhaber, ein Unkostenkonto aufrechtzuerhalten, das mit den Wünschen des Publikums bezüglich der Preisbildung nicht immer in Uebereinftimmung zu bringen ist. Gan; wesentlich find die innerhalb der letzten Monate vorgenommenen Preisherabsetzungen für die verschiedenen Vedienungsarten und Arbeitsleistungen im Friseugewerbe. Gärtnerin: Ich liebe Lyrik, ich lese Lyrik, ich kaufe Lyrik. — Sie werden finden, ich bin eine Sehenswürdigkeit, gelt? Vielleicht bin ich überhaupt aus dieser lyrischen Veranlagung heraus Gärtnerin geworden. Aber dabei habe ich wenig Gefallen an konventioneller Blau-Blumelerw-Ly- rik, sondern ich suche im Gedicht geistigen, seelischen, ethischen und xelrgioien Gehlllt Ich habe ein mehr bewunderndes als beglücktes Gefum bei Rilke, mein Lieblingsgedicht ist immer noch „Der Mond ist aufgegangen vom alten Mathias Claudius, und ich habe eine große Liebe und Verehrung für Ruth S ch a u m an ns Werke, die ich immer wieder entzückt und erbaut le'e. Und außerdem lese ich ziemlich viel in der Bibel. Journalistin: Mit meinem Beruf -hängt es zuswnmen, daß ich viel und leider oft fluchtig leien muß. Abends im Bett, die einzige Zeit,wo ich mir zu lesen gestatte, was mich freut, fallen mir ost vor Abgespanntheit die Augen zu, so daß ich am nächsten Abend nicht mehr weiß, was ich eigentlich gelesen habe. Ich muß von Berufs wegen di« Frauenproduktion unserer verfolgen, ach, wissen Sie, es ist eigentlich wenig dabei was mich anders als kalt laßt, schade. Vielleicht auch deswegen, weil unsereiner ia schließlich weih, wo Bartel den Most holt nicht wahr? Don Herzen gerne lese ich eigentlich nur Reise- und Expeditionsberichte aller Art, alte und neue, „von fremden Ländern und Menschen", und das sind auch die einzigen Bucher, die ich mir freiwillig selbst kaufe. Zunge Arbeiterin: Sie denken nun sicher, ich lese Politik, keine Rede, wer Ihnen das sagt, der redct Iynen was ein. Frauen lesen ü b e r h a u p t w e n i g Politik, glauben Sie mir, natürlich macht man sich seine Gedanken und redet da, natur- lich — aber zeitweise kann ich es nicht aushalten, die Rollen zu lesen, die ich spielen mochte spielen könnte, und wahrscheinlich nie spielen werde nicht in der Lage sind, ihren notwendigsten Der- 'TelfMnSn7uchdie.b?i den Reklamen an- beroJW,'ale‘ue°Gbei Inanspruchnahme solcher Betriebe die Erfahrung machen müssen, daß der veröffentlichte Preis nur als Mittel zum Kunden- fang dient, weil tatsächlich unter Hinwe.s auf besondere mit der Bedienung verbundene Arbeitsleistun- gen ein weit höherer Preis in Anrechnung gebracht wird, als in den Anpreisungen enthalten ist, und so stets zu Enttäuschungen und Verärgerungen fuhrt. Das legale Friseurhandwerk hat mit allem Ernst und mit gutem Erfolg in der Nachkriegszeit den Gesundheitsschutz des Publikums und eine hoch- enlroidlung des fachlichen Könnens in den Vordergrund gestellt. Anfragen hierzu sind an den 1 Vorständen, August Schwan, Gießen, Wilhelmstraße 41, ich, W.UU.U, ----------- —, zu richten. Räheres ist aus der heutigen Anzeige Heyser, Heck, Hub, Kühne, Vieren, Volck.^Erste | ^sichtlich. /w ** Zusammenschluß innerhalb der deutschen Pfadfinderbewegung. Man schreibt uns: Auf einer am 24. und 25. September in Frankfurt a. M. stattgefundenen Tagung der Bundesleitungen des „Bundes der Reichspfadfinder" und des „Deutschen Späherbundes wurde der Zusammenschluß der beiden Bünde zu einem „Bund der Reichspfadfinder und Späher' beschlossen. Dieser Zusammenschluß soll nicht Endzweck sein, sondern Grundlage für die Zusammenfassung weiterer Bünde und Gruppen zu einem großen Pfadfinderbund. Dieser entschiedene Schritt der beiden genannten Bünde ist um so freudiger zu begrüßen, als bisher alle Versuche, eine Bändigung in der zerrissenen deutschen Pf ad- finderbewegung anzubahnen, nicht über pröble- ...... u.,., , . . matische Erörterungen hinausgekommen waren. Amtsgericht dem Untersuchungsgefängnis beim Land. 2118 Abzeichen wurde die Lilie mit dem Adler l y - ----- hör Swnbprafien bin» 9. Preis'auf Nr. 8503, 10. Preis auf Nr. 3201. WER. granlfurt a.OIi., 6.Ott. Das größte Seeflugzeug der Welt, „Do X“, wird am Samstag. pünktlich um 16 Llhr, oberhalb der neuen Stau- tufe Griesheim aus dem Main niedergeh e n. Es wird mit einem großen Andrang des Publikums zum Empfang des Luftriefen gerechnet. Am Tage des Eintreffens findet keine Besichtigung des Flugschiffes statt. Die Besichtigung kann erfolgen am Sonntag von 11 vis 18 Llhr, an den Wochentagen jeweils von 8 vis 18 Uhr und von 18 bis 20 Uhr für Rundfunkteilnehmer. Während der Dunkelheit wird das Flugschiff mit Scheinwerfern beleuchtet. Das Flugschiff wird bis Freitag, 14. Oktober, zur Besichtigung vor Anker liegen. Hierzu werden von allen Bahnhöfen un Umkreis von 100 Kilometer um Frankfurt a. M., also auch von Gießen und umliegenden Bahnhöfen, Sonntagsrückfahrkarten nach Frankfurt a.M., Hauptbahnhof, oder Frankfurt-Griesheim ausgegeben, und zwar am Samstag^ 8. Oktober von 9.00 Uhr, Rückfahrt spätestens Montag, 10. Otto- ber 12.00 Uhr; Sonntag, 9- Oktober, Rückfahrt spätestens Montag, 10. Oktober, 12.00Uhr; am Mittwoch, 12. Oktober, und Freitag, 14. Oktober, von 9.00 Uhr bis 24.00 Uhr, zu welchem Zeitpunkt die Rückfahrt angetreten sein muß. Da ich auf meinem Posten viele sremHprachliche Korrespondenz zu erledigen habe, muß ich mich da in Hebung halten, aber ich borge mir etsentad) immer nur bie Bücher, es gibt so wemg, was man mehr als einmal lesen mochte Ich kaufe mir er soweit es meine Mittel erlauben, Bucher die bie Probleme des heutigen Katholizismus behan- ‘b£n von Äppert, Guardini unb anderen Autoren. Aub'erL ich grabe. Juierel es für Muf.kuud fclbenbe Kunst, besonders so weit sie mit ber Kirche Zusammenhängen. , Zunge Schauspielen»: Leien ist der einzige T r ° si. den man hat. Kein Engagement, fein Geld für Riete und Seifen schlechtes Zimmer, schlechtes Essen, fast nur grabliche Menschen — da gibt es nur eins: lesen, lesen, le {e n. Ich stehe stundenlang an den Bucherwagen. ZUnibUUlllll Utiu — u .. gericht in Gießen zugeführt. Don dort aus ist die gerichtliche Voruntersuchung zur Zeit im Gange. Trotz betont deutschen Fühlens liebe ich vor allen Schriftstellern Knut Hamsun und von ihm besonders „Segen der Erde . Ich liebe lnd lese gute bodenständige Romane, die darstellen daß die Kraft eines Volkes in seinem Boden liegt verstehen Sie, ich bin dabei nicht etwa staatsfeindlich oder sonstwie intolerant. Gelegentlich auch praktisch für meinen Beruf notwendige technische und pädagogische Werke, und nicht zuletzt Zeugnisse für einen modernen aktiven Protestantismus. Inhaberin eines Modesalons: Ich bin kein typischer Fall, wissen Sie, denn wenn die Inflation nicht gekommen Ware, dann wäre ich heute vielleicht schon Kustos an irgendeinem Museum. Also lesen tu ich neben meinem Steckenpferd der Archäologie am liebsten Memoiren, Biographien, Briefwechsel, Tagebücher und solche Veröffentlichungen. Die großen Memoirenwerke der letzten Jahre habe uh mir eigentlich alle angeschafft, das ist für mich spannender und unterhaltender als alles andere. Romane? nein — lassen Sie mich bloß damit in Frieden — die erlebe ich zur Genüge mit meiner Kundschaft! Don dem Landesverband derFriseure von Hessen und Nassau E. D. wird uns f01$eni>N Liandn^rks zu bieten. Nur gegenseitiges Schutzen und stützen kann dazu inenen, den Wen zu befchrei- ten, der zur Behebung der Notzeit fuhrt. es wahrscheinlich die nicht berufstätige Frau sein, ... । die quantitativ mehr liest als die berufstätige, als ** l? i n Acktziaiähriger. Am kommenden Käuferin aber wird bie letztere mehr m Betracht ffnnntna 9 Oktober kann Herr Heinrich Schmitt, kommen, und außerdem war es aufschlußreich zu wohnhaft Mittelweg 18, in körperlicher und geistiger beobachten, welchen Einfluß die Erfordernisse des ^ÄÄ s-inpn 80 Geburtstag feiern. Berufs unter Umstanden auf die Lektüre haben. bÄ^olrbeits'iubNäum beim Gießener Es wurden zehn arbeite n b e Freue n ver- Stadttheater Schnürmeister Heinrich Feu- Siebenen Berufs, oerschiebenen Alters und verschie' ß e r kann am morgigen Samstag auf eine 25- denen Milieus befragt, und rhre Antworten schein n Fnhrinp 5'ä'iaf it im Gießener Siadttheater zuruck- in mancher Hinsicht zur Erkenntnis der Lage aus blicken Der^Iubilar wirkte schon beim Bau des dem Büchermarkt beachtlich, natürlich mit ber kfraterS mit half den Dühnenfundus einrichten Einschränkung, daß sie eigentlich zufällig und durch- und ^ente während der ganzen Intendanz von aus subjektiv sind, daß also von „typischen Fallen &ntrnt Steinaoetter unserer städtischen nicht geredet werden kann. Es kann auch kaum der Düßne Roch heute im Alter von 57 Jahren, Sinn einer Umfrage sein, Typen zu ermitteln, viel- Mllt er dank & Erfahrungen seinen Posten mehr wäre das Aufgabe einer nationalokonomisch- auf das Beste aus. Eine Zeit lang war der Iubi- soziologisch-psychologilchen Untersuchung. lar unter Hofrat Steingoetter ^^^emkin ßltlC jllNge Putzmacherin: Dad-Rauheim. Sein S^vorkommen^s Wesen, ein I > Fleiß und seine Gewissenhaftigkeit sicherten ihm Wenn aber darüber hinaus der chillige Preis zu marktschreierischer Reklame benutzt wird^ s ^ halten wir es an ber Zeit, eine ernstliche Tarnung allen Bevölkerungskreisen zui,angig zu machen. Un- sere Feststellungen über die Art ber ^^^tslelstungen der sogenannten „billigen" Frsteure gehen dahin, baß für ben angegebenen Preis entweder unsachgemäße sachliche Arbeiten geliefert wer, ben, welche zu Schädigungen für den Kunden sich- ren, oder aber g a n z l > A u ß e r a d) t I jung aller hygienlschen Deftimmungen. den Kunden in erhebliche Gefahr bringen, aber auch I Der Winter steht vor der Tür. Schon fegt der Äoinb übers Land und beginnt, das Oeven glich zu machen. Wie gut ist da ein schöner 1000 mQrt) 2. Preis auf Nr. 5573 (ein Pferd im warmer Pelz, vorausgesetzt, daß wan ihn hat. i $ßerte DOn 590 Mark), 3. Preis auf Nr. 4803^ 4. Preis Unter dem Druck der allgemeinen schlechten 2virt- I , ... — " ß mit schastslage sind aber — unterstützt durch den Ausbau der deutschen Edelpelztierzucht in diesem Jahre Pelze einigermaßen erschwinglich . Bornotizen. ^^Vekwerk bildete in seinen vielfältigen Formen _ Aus dem S t adt thea terbureau unb zahlreichen Verwendungsmöglichkeiten von toitb uns geschrieben: Heute 20 ilbt Erstausfuh- ieber einen hervorragenden und begehrten Schmuck tung des Schauspiels „Der 18. Oktober von ^^sen um w.viwwi vu«. v««, «“i •'’-••• -/'v-1, Lr Ätauentoclt. Es wird Wohl immer der Wunsch Walter Erich Schäfer; Spielleitung: Oberspiellei- des Vereins an der Liebigshohe stattfindet, jeder Krau bleiben, ein herrliches Pelzstück ihr ter Peter Fassott, der auch die Rol^ des ------ r:”K — Knn 1 ciaen zu nennen. Wenn auch die deutsche Rauch- Obersten Bauer spielt. Mitwirkende: Druck Die- warenindustrie in den letzten Jahren verstanden ten, Eggemann, Fierment, Geiger, Hamel. Hauer, | hat. „unedle" Felle, also Felle von Haustieren, Heyser, Heck, Hub, Kühne, Vieren. Bolck.. Erste wie Kaninchen und Zickel, zu sehr brauchbaren Vorstellung im Freitag-Abonnement; gewöhnliche 1 und auch geschmackvollen Imitationen zu ver- Preise. Ende 22 Uhr. Die Intendanz macht noch- arbeiten, so bleibtz» Cdelpelze noch immer un- mals auf den unbedingt pünktlichen Vorstellungsersehbar und unerreicht. Ihre Vorzüge, schön I beginn aufmerksam, da laut Beschluß der ^pearer- I und echt in der Farbe zu sein, einen schönen deputation auf die Zuspätkommenden Die oen und natürlichen Glanz zu besitzen, seltsam und pünktlichen Theaterbesuchern gegenüber keine -Kua- selten zu bleiben, können durch keine noch so slchl nehmen, fürderhin keine Rücksichk genommen ae'chickte Nachahmung erzielt werden. werden kann. Die Intendanz ist bestrebt, den ^.la- Dec jagende Mensch hat aber dem Reichtum gen und Vorstellungen der Theaterbesucher in ie- der alten und neuen Welt an pelztragenden Tie- her Weise entgegenzukommen und beanstanoele ren durch eine ausgesprochene Raubwirtschaft Mängel abzustellen. Dazu gehören vor allem wro- empsindliche Lücken zugefügt, die nur schwerlich rungen ber ersten Szenen durch Zuspätkommende durch Hege, schongefetzliche Bestimmungen und ^nb Beschwerden der auswärtigen ^yearer- | planmäßige Bewirtschaftung ber noch Vorhände- besucher, die durch herausgez?gerten Dorsteliungs- nen Bestände auf freier Wildbahn wieder auf- schluh ben Anschluß an die Züge nur sehr schwer, gefüllt werden können. Die tierreichsten Ge- ober überhaupt nicht erreichen. Mit Deginn oer biete Amerikas und Sibiriens melden bereits neuen Spielzeit bleiben daher die Türen wahrend die fast völlige Vernichtung ber anfänglich un- des ganzen ersten Mies özw. bei Szenenwechs erschöpfbar scheinenden Pelztierbestänbe. während des ersten Bildes ^1^)10^611. ^^ Thea- Europa ist mit der wachsenden Nachfrage zur terleitung ist der Ansicht, daß die ^orgesehenen Selbsthilfe geschritten und hat mit viel Erfolg Maßnakynen volles Verständnis der -^Heater- Pelztiere fremder Länder in künstlicher Aufzucht besucher finden und von allen einsichtigen Borstel- zu halten begonnen. Besonders Deutschland be» lungsbesuchern auch anerkannt werden, sitzt das Verdienst, ein Pionier auf diesem neuen • Gebiete der Tierzucht zu sein. Deutschland steht ** u ft i 3 p e r f 0 n a 1 i e. Ernannt wurde der mit der Zahl der Zuchtbetriebe bereits an dritter ^p.^,^t)esgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Stelle in der Welt, unmittelbar hinter Kanada aan5 Schneider zum Landgerichts- und Norwegen. Wir besitzen heute annähernd Träfit)'enten bei dem Landgericht für die Provinz 330 Silberfuchsfarmen, 150 ^rzfarmen, 25 Mar- L^„^ssen mit Wirkung vom 1. Oktober ab. betfarmen, 50 Karakulfarmen und etwa 1 Dutzend ** s » ; n G i e ß e n e r ! Aus der gestrigen Mel- Rutria-(Sumpfbiber-)Farnen. Die Zucht von QUS Sran£furt a. M. über die Festnahme des Edelpelztieren hat iid> m Deutschland aus aller- ^ckubmachers Josef Förster wegen des Verdachts kleinsten Anfängen unter ^anfänglich großen Mordes an dem Brotkutscher Wagner aus Schwierigkeiten entwickeln können. Wenn man Offenbach war zu entnehmen daß es sich bei dem bedenkt, daß 1921, an0 vor gut Ahn Jahren, Jftaenornmenen um einen Gießener handele. Wie die ersten Silberfüchse nach Deutschland kamen, v 1 » nrnfraae an zuständiger Stelle erfahren, ist 1 aucy im «ucyyanoei uie wird myi bie bisher erzielten Erfolge nur be- ww aus ’ 5tun Jin uißr ermittelt worden, daß Käuferin nicht so bemerkbar mache tounbÄi müssen. Allein an den immer noch un- nam mq« in ber hiesigen Klinik ge- anderen Branchen, so war es immi , zureichenden Absatzmöglichkeiten krankt der AuL- g^enmurbe wenige Tage nach seiner Geburt aber ,u untersuchen, wohin die Neigungen berbucher- bau unserer heimischen Zucht. Daß noch em unge- ^Meiner butter nach Offenbach a.M. übersiedelte äsenden und -kaufenden Frauen gingen. Zwar wird heurer Bedarf an edlem Pelzwerk vorhanden mir femer mehr zu tun ge- ist. zeigen die Einfuhrzahlen. . 1 - - Anstatt die letzten Absatzmoglichkecken m Deutschland ber heimischen Erzeugung zu sichern, droht der Edelpeltierzucht neuerdings durch die Einfuhr russischer veredelter und unkonfektioni^- ter Pelzw-ren eine neue Gefahr, die zu berechtigten Besorgnissen Anlaß gibt. Solange aber kein Keunzeichnungszwang für rchs s-^ be» steht, fehlt den Käufern die MogliKkeit. das Herkunftsland einwandfrei festzustellen. Daher sollte von der Reichsregierung erwartet werden dürfen, daß sie Maßnahmen ergreift, bie es ermöglichen, einwandfrei und ohne Schwierigkeiten ausländische von deutschen Erzeugnissen zu unter- SJL-'Sport 20 Jahre deutsche Wafferballmeisterschast. Zur Endrunde in Leipzig. Die diesjährige Entscheidung um die deutsche Wasserballmeisterschaft stellt nicht nur eine Neuerung im allgemeinen, sondern auch ein Jubiläum im besonderen dar. Waren es doch genau 20 Iastre her, seitdem man am 8. April 1912 im Stadtbad Eharlottenburg die erste Meisterschaft auSgetragen hat. Germania Berlin und Schwaben Stuttgart batten sich die Teilnahmeberech- tiaun-g über di« anderen KreiSsieger erkämpft. Die Berliner siegten mit 4:2 und konnten zum ersten Male den Titel für sich in Anspruch nehmen. Die bisherigen Ergebnisse der Endspiele waren: 1912: Germania Berlin—Schwaben Stuttgart 4:2. 1913: Germania Berlin -Schwaben Stuttgart 5:2. 1919: 1. Frankfurter SE-Neuer SB. Leipzig 3:1. 1920: Nikar Heidelberg—Neuer SB. Leipzig 3:1. 1921: Wasserfreunde Hannover—Nikar Heidelberg 1:0. 1922: Wasscrfreunde Hannover—Nikar Heidelberg 1:0. 1923: Wasserfreunde Hannover—Leipziger SD. 05 6:3. 1924: Hellas Magdeburg—Wasserfreunde Hannover 2:1. 1925: Hellas Magdeburg—Mannheimer SD. 4:1. 1926: Hellas Magdeburg—Po'eidon Leipzig 7:1. 1927: Wasserfreunde Hannover—Hellas Magdeburg 6:4. 1928: Hellas Magdeburg—Wasser freund« Hannover 5:2. 1929: Hellas Magdeburg—Wasserfreund« Hannover 4:2. 1930: Hellas Magdeburg—Wasserfreunde Hannover 5:2. 1931: HellaS Magdeburg—Weihensee 96 4:4 und 5:2. Während bisher nur immer zwei Gegner die Schlußrunde bestritten, hat man in diesem Jahre versuchsweise die letzten Sieger der Dorrunden und den Titelverteidiger Hellas Magdeburg hereingenommen, um sie alle vier gegeneinander spielen zu lassen. An beiden Tagen finden sechs Spiele statt. Am Samstag treffen Hellas Magdeburg — München 99 und Weißenfee 96 — Poseidon Köln zusammen, während am Sonntagvormittag die Paarungen lauten: Hellas Maade- burg—Poseidon Köln und München 99—Weißen- fcc 99. Den Schluß bilden dann am Nachmittag die Spiele München 99 — Poseidon Köln und Weißensee 96 — HellaS Magdeburg. Als Schiedsrichter fungieren der Wasserball-Obmann Hofmann, Nürnberg, Herbert H e i n t t ch und Erich Heinrich, beide Leipzig, sowie L oe sch Ehern- nih Die besten Aussichten für den Endsieg hat ohne Frage wieder Hellas, während um den zweiten Platz Weihensec 96 und Poseidon Köln kämpfen werden. München sollte nicht stark genug fein, irgend jemand gefährlich werden zu können. 3m Rahmenprogramm sind noch einige Ein- ladungswettkämpfe vorgesehen. Man rechnet mit dem Erscheinen der Meister Deiters. Sietas. Deutsch. Wittenberg, Leo Esser und Olga Jordan. Abpaddeln der (Siebener Paddlergilde. Am kommenden Sonntag wird die Paddlergilde Gießen die diesjährige Saison mit dem Abpaddeln offiziell beschließen. Bormittags werden die Der- einsmeisterschaften im Einer- und Zweier-Faltboot ausaetragen. Nachmittags findet die traditionelle Fahrt zur Badenburg statt (gegenüber der Burgruine befindet sich bekanntlich der Zelllagerplatz des Vereins). Anschließend folgt eine Auffahrt an der Lahnbrücke. Handball im Sau Hessen (O. T.) Großen-Linden I — INtv. Gießen II. Zum letzten Pflichtspiel der Vorrunde empfängt die 1. Elf des To. Großen-Linden die 2. Elf des Gießener Männerturnoereins. Großen-Linden muß noch Ersatz für den im letzten Verbandsspiel in Lützel- linden verletzten Mittelläufer und Halblinken ein- stellen: man erwartet aber trotzdem die Einheimi- schen als Sieger, Vorher stehen sich Großen-Lindens 2. und Hörnsheims 2. im Verbandsspiel gegenüber. In diesem Treffen haben die Gäste die größeren Siegeschancen. Tilden in Prag. Die Tilden-Truppe gastierte am Donnerstag in Prag vor recht gutem Besuch. Im Hauptkampf konnte abermals „Big Bill" den Tschechen Karel Äozeluh 10:8, 6:3, 6:1 abfertigen, während Hans Nüßlein den Amateur Jan Kozeluh ohne Satzoerlust 6:0, 6:0 schlug. Im Doppel besiegten Najuch- Nüßlein die Amerikaner Tilden-Bames 6:3, 6:2. Heuser siegt in Amerika. Der Bonner Europameister im Halbschwergewicht Adolf Heuser, der wegen der Nichterfüllung des Kampfoertrages mit dem Berliner Sportpalast von öer 1BU disqualifiziert wurde, hat jetzt, da auch die Neuyorker Boxkommission die Suspendierung anerkannt hat, sein Camp nach Portland, einer Hafenstadt im Nachbarstaat von Neuyork, verlegt. Hier schlug er am Mittwoch den guten Amerikaner Leo Williams schon in der zweiten Runde entscheidend. Amateur oder Professional? Das Problem in leidenschaftsloser Beleuchtung. Die Amateurfrage, die sich über ein Jahrzehnt wie ein roter Faden durch unsere Sportbewegung zieht, ist durch die jüngsten Ereignisse wieder einmal zum aktuellen Thema geworden. Heftiger denn je tobt der Kampf der Meinungen, aber niemand findet den Mut, den nicht mehr zu entwirrenden Knoten einfach zu durchhauen und auf diesem etwas radikalen Wege eine Entscheidung zu erzwingen. Don Zeit zu Zeit kriselt eS etwas unter der glatten Oberfläche des Sport- lebens. Besonders im Fußball und in der Leichtathletik haben einige Fälle aufs neue bewiesen, daß die Gefahr des verkappten Berufssportes trotz aller drakonischen Strafen weiterbesteht. 3m Fußball ist e» offenes Geheimnis, daß es den Führern trotz aller routinierten kampfes- führung bisher nicht gelungen ist, den schwelenden Brand eines heimlichen Professionalismus ganz auszutreten. Mit großer Zähigkeit und Hingabe verteidigen sie den Amateurgedanken in ihren Reihen. Allein mit ideellen und ethischen Lobsprüchen können auch sie nichts ausrichten. Die Bestimmungen über die Spesensähe muhten gelockertwerden und mit den materiellen Zuwendungen, die man den Spielern zuerkannte, ging man schon offiziell einen Schritt vom reinen Amateursport ab. Genau genommen hat der Deutsche Fußball- Bund schon eine Mittelstufe zwischen Amateur undDerufSsp ieler eingeschaltet. Der nächste Schritt muß endgültig zum Professionalismus führen. Der DFB. hat ein fertig ansgearbeitetes Berussspielerstatut in seinem Archiv liegen, aber er hütet sich wohl, es in Kraft zu sehen. Diele Gründe sind es, die ihn bewegen. den jetzigen Zustand so lange wie möglich zu halten. Einmal ist es die Steuer, die im Fußball ein günstiges Ausbeutungsobjeit wittert, weiterhin glaubt man die Anerkennung der Dereine als gemeinnützige Organisation zu verlieren. Heber diesen Punkt läßt sich noch streiten, denn für die wirklichen Amateurvereine und Mannschaften könnte die Gemeinnützigkeit nicht angefochten werden. wohl mit der zwingendste Grund für die Ablehnung de» Verufsspielertums sind u. E. die Fragen der Verwaltung und der Organisation. Weiterhin wissen wir, daß der Deutsche Olympische Ausschuß den Plan hegt, anläßlich der in Berlin im Jahre 1936 stattfindenden XL Olympischen Spiele wieder ein OlympischesFuß- ballturnier zu veranstalten. Bei den bisherigen Olympien auf dem alten Kontinent haben die Fuhballturnier« in Stockholm, Antwerpen, Paris und Amsterdam den finanziellen Gewinn der dort veranstalteten Spiele sichergestellt. Das Deutsche Olympische Komitee glaubt daher in einem Fuhballturnier 1936 in Berlin gleichzeitig eine Garantie für einen materiellen Erfolg zu haben. Dieser pekuniäre Erfolg kann sich jedoch nur ein- stellen, wenn Deutschland und die übrigen Nationen, soweit sie noch nicht das Berufsspielertum eingeführt Haden, ihre wirklich stärksten Mannschaften stellen. Setzt sich der Professionalismus noch vor diesem Zeitpunkt in Deutschland durch, dürfte der Plan eines Olympischen Fuhballtur- niers in Berlin ganz von selbst fallen. 3n der Leichtathletik hat der „Fall" Nurmi großes Aussehen erregt. Leber die Angelegenheit selbstder große smnische Läufer zu Fall kam, istworden. Es interessiert nur, ob beiden Leichtathleten tatsächlich schon die gleichen Verhältnisse wie bei den Fußballspielern bestehen. Dvn Nurnn wissen wir. Aih er sich seine Starts recht gut bezahlen lieh. Es drängt sich nun der Derdachl auf daß es andere Spitzenkönner nicht besser und schlechter gemacht haben und sich neben den fest» gesetzen Spesen noch ein .Taschengeld zahlen liehen. Mit ziemlich gutem Gewissen kann man jedoch diese heikle Frage verneinen. Derstöße gegen di« heute längst überholten Amcrteurbestimmungen werden auch in der Leichtathletik nachzuweisen sein, aber die Gesamtbewegung wird davon nicht so schlimm betroffen wie gerade der Fuhballsport. Fußball und Leichtathletik drängen ;om Berufssport al» VentiL Während aber im Fußball das Profitum die Krise eindämmen und llare Derhältnisse schaffen könnte, müßte in der Leichtathletik der Berufssportler seine Laufbahn beenden, da er Einzelgänger wegen der geringen Schar Gleichgesinnter oder Bestrafter keine ausreichende Möglichkeit zu weiteren Wettkämpfen finden würde. Der Amateurgedanke läßt sich nicht durch Strafen erzwingen. Menschen, die sich den Glauben cm ihre sportlichen Ideale nicht rauben lassen und den Sport nicht als Selbstzweck betrachten. werden immer Amateure bleiben. Bleiben Rfe eines Tages in der Minderzahl, dann hat der Sport seinen Sinn verloren. Anderseits müssen wir uns auch von dem Gedanken frei machen, daß der Berufssportler nur ein Sportsmann zweiter Klasse sei. Der wahre Dorkämpfer für eine Gesundung und gedeihliche Weiterentwicklung unseres sportlichen Lebens wird zwar immer der Amateur fein, aber der ehrliche Berufssportler kann ebenso an der Verbreitung des Sports durch faire und erstklassige Leistungen mitwirken und damit einer großen Sache dienen. Die Derhältnisse werden leider in der nächsten Zukunft die Trennungslinie mehr und mehr verwischen. Ob aber das Amateurproblem seine Lösung finden wird, bleibe dahingestellt. Den Zustand des unehrlichen Halbamateur« wird man nicht eher aus der Welt schaffen, bi« eine allgemeine wirtschaftliche Gesundung Platz gegriffen hat, denn die Mißstände im heutigen Sportsleben sind in der Hauptsache ebenso die traurigen Folgen einer materiellen und geistigen Not, wie sie unsere bis in die tiefsten Tiefen erschütterte Zeit auch auf anderen Lebens gebieten hervorgebracht hat. Die Frage .Amateur oder Professional?" ist keine Frage mehr, wenn unser Dolk und Staat wieder auf gesunder Grundlage ruhen werden. Wirtschaft. dagegen zog die Neubesitzanleihe leicht an. Festverzinsliche Werte blieben nur knapp behauptet. Neubesitz 6,45, Altbesitz 52,13. Schutzgebietsanleihe 5,30, Reichsbank 123,75, Gelsenkirchen 36, Mannesmann 51,25, Phönix 26, Stahloerein 20,50 bis 21, Bekula 111, Schevdeanstalt 136, J.-G.-Farben 93,75 bis 94. Lahmeyer 118, Siemens 114,50, Hapag 16,75. 640 Mitt. Mark Zinsendienst der Landwirtschaft. In einer Untersuchung über die Auswirkungen der Zinsoerordnung für die Landwirte errechnet das Institut für Konjunkturforschung, unter Berücksichtigung der Senkung des Reichsbankdiskonts auf 4 v. H., Agrarzinsen von jährlich etwa 640 Mill. RM., das sind 40 v. H. weniger als im Jahre 1931. Nach der Herabsetzung der Hypothekenzinsen ab 1.1. 1932 und nach den wiederholten Diskontsenkungen bis auf 5 o. H. war nach dem Stande von Mitte 1932 die jährliche Zinslast der Landwirtschaft von dem Institut auf etwa 850 Mill. RM. geschäht worden. Die tatsächliche Zinsbelastung für das Jahr 1932 dürste noch etwa 795 Mill. RM. au>-machen, da die erneute Zinssenkung zum Teil erst ab 1.10. 1932 in Kraft tritt, das sind etwa 20 v.H. weniger als im Jahre 1931. * Zahlungseinstellung im Hambur - gerBankgewerbe. Die altangesehene Hamburger Bank- und Finanzierungsfirma A n t h. S ch r ö - der & (So., Hamburg, gegründet 1859, hat ihre Zahlungen eingestellt, da es ihr nicht möglich ist, ihren großen Grundbesitz zur Zeit zu realisieren, um die auf Grund des deutschen Kreditabkommen» fällig gewordenen Verpflichtungen zu erfüllen. Die Firma hat sich unter die Kontrolle der Deutschen Warentreuhand AG., Hamburg, gestellt und strebt^ einen gerichtlichen Vergleich mit ihren Gläubigern an. * Die Nora-Radio G. m. b. H. teilt uns mit, daß sie infolge des überaus großen Jnteresies für ihre neuen, auf der Großen Deutschen Funkaus- stellung gezeigten Empfänger ihre Belegschaft um 750 Mann erhöhen mußte, um der gesteigerten Nachfrage nachkommen zu können. Weitere Neueinftel- lungen stehen bevor. * Die Neueinstellungen im Schlich- terbezirk Südwestdeutfchland. Wie der Schlichter für den Bezirk Südwestdeutschland mitteilt, sind in «der Zeit vom 2. bis 5. Oktober einschl. in seinem Bezirk rund 750 Arbeiter neu eingestellt worden. Der größte Teil der Neueinstellungen entfällt auf die Textilindustrie. Größere Neueinstellungen erfolgten weiter in den Betrieben zur Her- ftelltmg von Eisen-, Stahl« und Metallwaren und im Bekleidungsgewerbe. $ranffurfer Abendbörse zurückhaltend. Frankfurt a. M., 6. Ott. Unter dem Eindruck erneut schwacher Kursmeldungen van den Auslands- börsen bestand an der Abendböise starke Zurückhaltung. infolge der Geschäftsstille zeigten di« Kurse gegen den Berliner Schluß nur wenig Aenderung. Für I.-G.-Farben lag eine größere Kausorder vor, was auch für die übrigen Marktgebiete tendenzstühend wirkte. I.-G.-Farben lagen 0,50 v. H. höher. Auch für Stahloerein erhielt sich einiges Interesie, die mit 20,50 v. H. unverändert zur Notiz gelangten. Im Verlaufe zogen I.-G.- Farben erneut 0,25 v. H. an, und auch Stahlverein waren um 0,50 v. H. gebessert, doch blieb das Geschäft im allgemeinen sehr gering. Am Rentenmarkt fanden einige Umsätze in späten Reichsschuldbuchforderungen zu 63,65 bis 63,90 statt. Die Altbesitz bröckelte weiter etwas ab, Buntes Allerlei. Korn. Unter dem Namen „Canadian Ryeu (Kanadischer Noggen) versteht man in den Bereinigten Staaten einen in Kanada gebrannten Korn. Auf diesen Doppelsinn baute ein smarter Dankes folgenden Betrug auf. E'nes Tages erschien in Tausenden von amerikanischen Zeitungen diese Anzeige: »Zwölf Flaschen echt kanadischer Roggen werden frei und diskret für achtzehn Dollars geliefert." Das Geld floh dem Gauner in Strömen zu. Er lieferte pünktlich frei und dislret die zwölf Flaschen, aber was war darin enthalten? — Echte kanadische Roggenkörner! Der Mann konnte nicht bestraft werden. Er angeboten und geliefert: das Gesetz formte, ihm nichts tun. Das eine Flasche voll Roggenkörner nicht den erhofften Schnaps darstellte und nicht ein und einen halben Dollar wert war, macht« nichts. Gegen einen solchen Betrug hat man „ drüben" fein Gesetz. Die geprellten Besteller schwiegen aus eigenem Interesse, denn hätten sie den Mann angezeigt, so wären sie arg mit den Prohibitionsgesetzen in Konflift geraten. Siamesisches Zwillings problem. Eine schwierige Frage wird jetzt ernsthaft von den amerikanischen Eisenbahnverwaltungen erörtert. Es handelt sich darum, ob die Siamesischen Zwillinge auf ein Dillet fahren dürfen oder ob sie zwei Fahrkarten lösen müssen. Die Sache ist sogar vor die Gerichte gebracht worden, und wie gewöhnlich stehen sich zwei gegensätzliche Ansichten gegenüber. Einige Juristen behaupten, daß nur ein Billett notwendig wäre, da die Zwillinge ein unzertrennliches menschliches Wesen bilden: andere dagegen vertreten die Meinung, daß zwei Billetts gelöst werden müssen, da sie einen Raum einnehmen, der immerhin mehr dem von zwei Menschen als dem von einem entspricht. Kunst und Wissenschaft. Ernst wiechert erhält auch den Schunemann-pret». Der „Schünemann-Preis 1 932“ in Höhe von 2000 Mark wurde von dem diesjährigen Preisrichter Hans Franck dem Ostpreußen Ernst Wiechert für seinen Roman „Jedermann“ zugesprochen. In der Bogründung heißt es u.a.: „ Nach der unübersehbaren Zahl der Kriegsbücher, welche der Schilderung der Wirklichkeit galten, liegt hier eine der sehr wenigen Kriegsdichtungen vor, deren Hauptgestalt bewußt das unfaßbare Geschehen erlebt, bis zum Letzten erleidet und überroinbit.“ — Der Dichter Ernst Wiechert erhielt, wie bereits mitgeteilt wurde, erst vor kurzem den Dolkspreis der Raabe-Stiftung. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Pie hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. SranHurt a. M. Berlin Schluß- fur# Schluß. Abend- Mrfe Schluß, für» «Srf’luflf. Mittag, b tiefe Datum 5.10. 6.10. 5.10. 6.10. 6% Drutichf fNcid)M»ictiK o.m. 70 71.9 70 71,5 (i% r6cm.7%TL9ictd)lanI.t>.1929 83,6 83,75 83.9 34 6H% Suuno-lHnlribe von 1930 . Dcutldx- An! .-Abtöl.«Schuld mit 66 65,65 66 66 AuSloi.-Rechten...... 53 52,13 53,1 52.3 Tirtfll. ohne Qufllol.-tRecfite . . 6% efrm 8%0rll BolUflaat 1M9 6,55 6,45 6,55 6,35 etttab.WenteB.19i8 4% Rumänische vereint» Senf >■% i- Anatolier 9,5 5 18.75 9,5 4.9 1 18,5 10 4,95 18.65 10 1.1 Frankfurt o.M. Berlin Schluß- furd Schluß!. Bbrnd» bJrfc Schlußkur« Schluß«, mittag« bSrte Datum 5.10. 6.10. 5.10. <10. uaindurg-Ämertla Pate, . . . u Hamburg-Lildam. Dampffchis,. 0 Hanta Dampstchisj . Norddeutscher Lloyd.....< A.G. für Berkehrewesen Aki. . 0 Berliner Handeibgesellschasi . 4 Commerz- und Brivat-Bank . o Darmstädter und National an! o Deutsche Bank und Disconto-Gesellschasr... o Dresdner Bank...... o Sietdttoanl........li tLlt.Ql............0 Bergmann.........o ffleltr. LiesernngSgesellschast. 5 Licht und Ihaft...... 6 ,"reiten & (Huillcaumc . ... 0 GeseMchaft für Elektrische Unternehmungen .... 4 Rheinische Elektrizität . . . Echuckert £ Go....... o Siemens L Hal-ke..... 9 Lahmeyer Stto.......10 Butte niu..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......8 Harpener..........0 Loesch Eisen.........6 Ulfe Bergbau.......10 Ikft Bergbau flteeüfk..... tkwcknerwerke...... . < Manne*mann-Lodre» . . . . • Man» sei der Bergbau ..... 0 Oderschlei. Kok«werke .... 8 vhönir Bergbau......4*4 Rheinische Browrivhle»... 10 ««inttahl.........fl !Z 17,65 40,5 91 53,5 75 61,75 125 32 66 86 55,25 71,13 76 72,25 117 117,5 38,5 73 37,5 74 96,5 34,5 52.25 21 26.5 171 65,5 16,75 17,75 39,75 90,5 53,5 75 61,75 123,75 31,4 66,5 85.5 54 69,5 76,75 71,5 114.5 118 38 71,5 36 73 97 32.5 51,25 20,5 26 169 64,75 16,9 30 28,13 17,75 41,25 90.75 53,5 75 61,75 125 32,5 20,75 66 86.5 55,25 70.25 76,5 72,5 117.5 117,25 39 72,75 37,13 74,25 36,5 128 98 33,5 51,9 20,5 36,25 26,5 170,25 65 16,9 32 26,5 17,9 40,13 90.75 53,5 75 61,75 124 32,13 20,75 65,25 85.75 54 69.5 77 70.65 114.5 117,75 38,13 71,75 35,75 72.28 36.5 126 97 32,5 51 20,75 35,65 26 169 64 Frankfurt a. M. Berlin Schluß, kurs Schlußk. Abend« börte Schluß« fur4 Schlußk. Mittag« börse Datum 5.10. 6.10. 5.10. 6.10. Riedeck Montan...... 7,1 — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 20,75 21 20,75 20,65 Olavi Minen....... 0 17 —— 16.65 16,13 Kaliwerke Ascherrlebe» . . . 6 101,5 99 101 99 Kaliwerke Westeregeln ... Kaliwerke Salzdetfurth . . . 6 107 105 107 105 9 167,5 166 166,75 164,5 1 3. ®. ffarden-Indtlftri« . . . Scheilxansialt....... 7 95 94 95.13 93,25 10 136 136 — — Eloldschmidt........ . 0 27,25 27,5 27,5 27 Rütgerswerke....... . a 40,75 40 40,75 40,25 Metallgesellschast...... . t 34,5 34 34 34 Philipp tzolzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Cementroed Karlstadt. . . . 57 56.25 56,75 56,5 . 4 51 50,5 — — 50 50 —— — Wank & ffregtag..... 5,1 - 4,65 Schultheiß Patzenhoker . . . «tu «AUgemem« Äunftftibei 0 0 — 57 M 53 56,25 51,75 54,13 Bömberg......... 0 53,5 52 53.75 51,25 Hellstos, Waldho,..... 0 46 44 46,4 43,9 Zellsios« Aschaslenbur, . . . 0 29 29 29,5 28,25 Dessauer (9as....... ■■ 88,75 87,75 Daimler Motoren .... . 0 20 19,5 20,13 19.4 Deutsche Linoleum .... . 0 45,5 44.5 45,13 45 Orenstetn & Koppel . . . . 0 — 33,75 33,25 Leonhard Lietz .... . 6 46 45,5 45.75 45,5 Sventta......... — Ehade.......... 12 168 167 167,25 167,9 fftmfförtet Maschine» . . . 9 rinnet......... Mainkostwerke Höchst a. M _ । 28,5 28,25 29 28,9 «uddmrkscher Zmker . . . . 126 1264 IM Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknote«. 5. Oktober 6. Oktober Amtliche Aelb Dotierung ?rtd Amtliche Geld Dotierung Zirid belstngtor« - 6,264 6.276 6.264 6,274 täten. . . . 51,95 52,05 51.95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Bubapcü. . — — — Sofia ... 3,057 3.063 3.057 3.063 Holland . . Cito .... 169,18 169,52 169.33 169,67 73,18 73,22 73,18 73,32 ropenhaqen. 75,37 75,53 75.32 75,48 Stockholm 74,58 74,72 74,58 74.72 London. . . 14,53 14,57 14,525 14,565 8ueno4 Aere» 0,890 0,894 0,890 0.894 .Reutjod . . 4,209 4,217 4.209 4,217 Brüssel. . . 58,38 58,50 58,39 58 51 Italien. . . 21,58 21,62 21,58 21,62 . . 16,48 16.52 16,49 16.53 Schweis . . 81,10 81,26 81.15 81.31 Spanien . . 34,39 34,45 34.39 34,45 Danzig. . . 81,82 81,98 81,82 81.98 Japan . . . Rio de Ion.. 0,999 0.294 1,001 0,296 0,999 0.294 1,001 0,296 ffngoflamten. Lrisabon . . 6,094 13.23 6.106 13,25 5,994 13,22 6,006 13,24 Herfln, 6-Oktober Selb Jtrlel ' Amerckannche Roten....... 4,20 4,22 Belgische Roten......... 58,23 58.47 Dänische Roten......... 74,95 75-25 Englische Roten......... 14,485 14.545 Französische Rote«........ Holländische Rote»........ Italienische Roten....... Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, * 1OO Schwing 16,45 168,96 21,52 16,51 169.64 21.60 73,00 73.30 Rumänische Rote»........ 2,46 2.48 Schwedische Roten........ 74.40 74,70 Schweizer Roten......... 80,97 81,29 Spanische Rote»......... UeeäWÄotte........ 34,25