ls9e. ein? K °'el. ®cn' Sff,***s b Jurutfn'jJj^r in mLiK ^Porfbunö. -Ken 12:0. MVL Sä8 wmur6? ffi ^^eudiger. ' S e6r GegenL >iw «r65 £u Einern jj " :Ior sicherte sich Ubet3eu9enb, so bDd) *115:3. > ein Spiel 1* Anni. die ft ubMchcht, itikt £^ne Ecken braten [J?“ vom Hüter fc- lannL kam Wiejeck j. .eMen und eingtföpjt l vrstadt ein Tor. Salb Obgleich. Halbzeit 3:2 das Resultat auf nun mächtig aus sich rlen aoer an der siche, vergab einige ,^chku» kam Florstadt We aber die alte Tor- im, mitgeleilt wird, ist rden, die gesamte Elel- r Bvrortnetze der däni- szusühren, Heber den en Angaben noch nicht Aussühruna eines Teils st noch oerhandelt wird, bendbörse WW. ept. QIn bet Wend- Rautorbeti von bet Kulisse im AMbH c weiteres ^urMdmz toat da« später meist etwas ung zeichneten sich le« die nach einem vor- Prozent schließlich mit >jent fester gegen den kamen. Leicht befestigt Gesfürel und Hapag, ist angeboten und von Schwach lagen von lit minus 2,b0 Prozent. Itung schwankend, doch itionen der Spekulation SäSÄ pÄÄ Danöbriefbank ver« Sranfi. M- Migationenbußten ,rD3.W&*« eihen lagen 3-^ MubesiY 6,IW TÄ®’ illschast 40-39. 3 2 3 3 1 1 1 5 5 -3 7 il !3 l7 I3 lea. -M rs.'Z 75;y ,4'M5 i«9,16 21,58 73,10 2^9 74,80 «’S 33,73 3,057 169,53 73,28 75,57 74, 14,625 0,923 4,209 58-33 ?|,63 &5 Sb« 33,8 81,87 0,955 0,321 6,543 13,31 649« 52,05 12,4« 3,00 ä 7543 'S 4,217 58,455 21,67 16-535 81.57 33,3 82,13 0,961 0,323 6,657 13,33 58,41 75,71 14,645 16.5^ 169.84 SS 2,51 75-10 81, i 3347 irs Tw 51,95 12,465 ---- Mittwoch, 7. September 1952 182. Jahrgang llr. 210 Erster Blatt GietzemrAnzeiger General-Anzeiger für Gberhefsen Dnid vnd Verlag: vrühl'fche Umver^ais-Vuch. und Steintruderei K Lange in Sietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzetaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Ro» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennitz, Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. D er antro artlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.Jr).Ibi)riot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in (Biehen. Erfcheinttügltch, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte «Siebener Familienblarter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Bezugspreis: Ml 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechonschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: fitanffurt am Main 11686. Die Konferenz von Sirefa. Die Staaten zwischen der Ostsee und dem Schwarzen Meer, auf den Dorstadtsrieden von Paris im Jahre 1919 vorschnell und zum alleinigen Zwecke gegründet oder erweitert, Deutschland niederzuhalten, stehen vor dem Zusammenbruch. 3n Serbien, Ungarn, Rumänien, Polen, Lettland und Litauen herrscht seit Jahren die mehr oder minder verschleierte Militär-Dikta- t u r. Diktaturen aber sind immer nur ein Ueber- gangszustand. Und es steht außer Frage, daß am Ende dieses Uebergangszustandes eines Tages die bis an Deutschlands Ostgrenze und bis an die Adria vorgeschobene Sowjet-Union steht, wenn es nicht gelingt, die Staatenkette des alten und neuen Balkans in einer politisch« und wirtschaftliche Form zu bringen, die den übereilt in eine staatliche Form gepreßten Völkern ihre Lebensrechte gewährt. Das Lausanner Abkommen, von der schnell-lebi- tfen Zeit beinahe schon vergessen, enthält die Verabredung zu einer Konferenz, die sich mit den Fragen des mittel- und osteuropäischen Wiederausbaues beschäftigen soll. Mitten im Tumult der deutschen Innenpolitik hat am 5. September diese Konferenz in Stresa, dem schönen Kurort am Lago Maggiore, begonnen. Den Vorsitz übernahm der ehemalige französische Handelsminister V o n n e t, an der Konferenz sind fast alle europäischen Staaten beteiligt: Deutschland, Frankreich, England, Belgien, Holland, Italien und die Schweiz aus der einen Seite und die unmittelbar beteiligten Mächte Oesterreich, Un- ' garn. Rumänien, Bulgarien, Griechenland, Süd- slawien, Tschecho-Slowakei und Polen auf der anderen Seite. Man hat die Konferenz von Stresa schon vorher mit Lorbeeren bedacht und sie mit der britischen Reichskonserenz von Ottawa verglichen. Jedoch nur in weitestem Sinne kann Stresa als Auftakt für die kommende Weltwirt- schaftskonserenz bezeichnet werden. Und während Ottawa dem briiifchen Weltreich einen offenkundigen Erfolg bescherte, kann man gegenüber den in Stresa gemachten Versuchen, der europäischen Krise allein mit wirtschaftlichen Mitteln beikommen zu wollen, gar nicht kritisch und zweifelnd genug sich verhalten. Schon die Vorgeschichte der Konferenz beweist, daß es leichter ist, innerhalb des englischen Imperiums ein Shstem von wirtschaft^ ördernden Zollcrleichterungcn zu schaffen, als das staatliche Ehaos Europas in eine organische und natürliche Ordnung einzuspannen. Der s ogenannte Tar - d i e u p l a n, lediglich die Staaten der kleinen Entente, dazu Oesterreich und Ungarn in eine Zollunion zu pressen und sie auf Gedeih und Verderb dem französischen Hegemoniestreben über Europa anzuletten, ist am Widerstand Deutschlands und Italiens gescheitert. Erst der italienische Gegenvorschlag, alle Anlieger- und Gläubigerstaaten Mitteleuropas an der Konferenz zu beteiligen, hat die Beratungen, die soeben begonnen haben, zustande gebracht. Man wird in Stresa gewiß keine bindenden Beschlüsse fassen, aber man wird immerhin erkennen, daß es aus den alten Wegen nicht weiter geht, und daß es leichter ist, eine natürliche Gliederung zu zerschlagen, als eine neue aufzubauen. Denn alle seitherigen Konferenzen in Bukarest, Sinaya und Warschau sind ohne Erfolg geblieben. Erfolglos blieb auch der Paneuropavorstoß Briands, wie der Gegenschlag Schobers und Curtius, auf dem Weg über eine deutsch- österreichische Zollunion mit der Reugliederung Mitteleuropas zu beginnen. Drei wirtschaftliche Probleme sollen in Stresa vornehmlich behandelt werden: Erstens das der Schulden, die auf das schwerste alle Balkan- und Donaustaatcn belasten und mehrfach im letzten halben Jahr sowohl in Belgrad als auch in Bukarest zu antisranzösischen Demonstrationen geführt haben: zweitens das der Valuten, die in einigen Staaten des Donauraumes so abgesunken sind, daß ihre Votierung ausgesetzt hat und der ganze Handelsaustausch wegen der Be- schränkung der Valutenausfuhr zum Erliegen gekommen ist: drittens das Problem der Getreidepreise und der übrigen landwirtschaftlichen Ausfuhr, auf welche die meisten der Agrarstaaten im Rahen Osten angewiesen sind. Mehr und mehr möchte man sich aus der französischen Schuldknechtschaft befreien. Auf der Warschauer Vorkonferenz der südost» und osteuropäischen Agrarstaaten ist beschlossen worden, in Stresa den Vorschlag zu machen, Schulden nur noch mit Exportwaren zu bezahlen. Der Druck der Absahkrise und der Schulden könne nur durch eine natürliche Wiederanbahnung eines geregelten Exportes und Importes gebrochen werden. Frankreich hat die Gefahr erkannt und winkt gegenüber der schon halb angedrohten Zahlungseinstellung Polens, Rumäniens und Südslawiens mit neuen Anleihen zur Stützung und Entlastung der vor dem Zusammenbruch stehenden Rotenbanken. In Stresa wird sich entscheiden, ob Frankreich noch einmal den Sieg über Mittel- und Osteuropa davonträgt, oder ob bereits jetzt die große anti« französische Front zustande kommt, die nur eine Frage der Zeit ist. In Strese wird man geflissentlich vor allen politischen Problemen die Augen verschließen und sich auf die reinen Wirtschaftsfragen beschränken. Das Mittel- und Osteuropaproblem aber ist in ersten Linie ein politisches Prodle m, das nur von Deutschland gelöst werden kann. Sobald die Aufgaben der deutschen Innenpolitik notdürftig gelöst sind, muh Deutschland mit einem großen europäischen Aufbauprogramm hervortreten. Frankreich hat von der Das Echo der deutschen Wehrdenkschrist. Frankreich läßt sich mit der Antwort Zeit. Paris, 6. Sept. Havas erklärt, man dürfe nicht damit rechnen, daß die französische Regierung in diesen Tagen der Reichsregierung ihre Antwort auf die deutsche Denkschrift in der Frage der militärischen Gleichberechtigung bekanntgeben werde. Ein Ministerrat müsse die Wendungen dieser Antwort festlegen, und der nächste Ministerrat werde erst Donnerstag oder Freitag nach dem Kabinettsrat, der alle Mittwochnachmittag m Quai d'Orsay stattfindet, zu- ammentreten. Alle Mächte, die das Ver- rauensabkommen unterzeichnet haben und bie getagt worden sind, hätten andererseits nochnicht ihre Ansicht mitgeteilt. So werde die Ansicht der englischen Regierung — trotz einiger Aufklärungen, die der englische Geschäftsträger in Paris dem Ministerpräsidenten Herriot gegeben habe — tatsächlich erst nach dem Kabinettsrat definiert werden, der am Donnerstag in London zusammentrete, ilnter diesen Umständen werde die französische Regierung nicht vor Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche ihre Antwort der Reichsregierung zur Kenntnis bringen können. Französische pressefftnimen. Paris, 7. Sept. (WTB. Funkspruch.) Ein großer Teil der Blätter veröffentlicht im Wortlaut des deutschen Resurnes über die Frage der Gleichberechtigung und teilweise auch die vorn Reichsaußenminister dazu abgegebenen ' Erläuterungen. Kommentare finden sich bisher so gut wie nicht. Lediglich „Oeuvre" erklärt, das deutsche Rcsume sei nicht im Tone einer Anklage gehalten. Es handele sich vielmehr um die Klage einer Ration, die sich gedemütigt glaube und sich nicht mehr damit abfinden könne, als eine Macht zweiten Ranges zu gelten, und die d i e Vorteile deS allgemeinen Rechts für sich beanspruche: Abrüstung aller oder das Recht für sich, zu rüsten. Einige Bemerkungen dagegen gelten den gestern in Elbing abgegebenen Erklärungen des Generals von Schleicher. Das „Journal" glaubt, die Rede als „aggressiv" bezeichnen zu können. „Echo de Paris" meint, General von Schleicher wolle eine Miliz für Ostpreußen schassen. Wichtig sei, daß zum ersten Male eine amtliche Persönlichkeit eine Forderung vorgetragen habe, die auf die Schaffung einer Miliz na chS chwei- zer Muster abziele. Aehnlich äußert sich „Petit Parisien". Das Blatt bemerkt dazu, der Ort, an dem die Aeußerung des Generals von Schleicher gemacht wurde, gebe ihr eine ganz bes ondere Bedeutung. Der Eindruck in Amerika. Neu y o rk, 7.Sept. (WTB. Funkspruch.) Die Blätter bringen das deutsche Resums über die Gleichberechtigung in großer Aufmachung. ,Heralb Tribüne" veröffentlicht aus Washington ungefähr den gleichen Kommentar wie ihn das Staatsdepartement am 2. September gegeben hat. „T i ■ m c s" meldet außerdem, in Regierungskreisen bestehe Sympathie für Deutschlands Wunsch nach dem richtigen Platz unter den Nationen. In- dessen hege man einige Befürchtungen für den Erfolg b e r A b r ü st u n g s k o n f e r e n z. 3m wesentlichen beobachte man jedoch d i e größte Zurückhaltung und vertraue darauf, daß der weitere Verlauf der Ereignisse sich so gestalte, daß Deutschland doch an der Konferenz teilnehmen werde. Englische Militärflugzeuge über Sylt. B e r I i n , 6. Sept. (ERB.) Don zuständiger Stelle wird die Nachricht einzelner Blätter bestätigt, daß gestern mittag englische Militärflugzeuge die Insel Sylt überflogen haben. Nach einem Bericht des Oberpräsidiums in Kiel haben gestern um 13.13 Uhr drei englische Militärdoppel' decker, deren Hoheitszeichen deutlich erkannt wurden, das Festungsgelände von Sylt überflogen. Die Mliiwnsgespläche wieder ausgenommen. Brüning wird von Goering empfangen. Berlin, 6. Sept. (TU.) Irn Reichstag wurden am Dienstagnachmittag die Besprechungen zwischen den Nationalsozialisten und dem Zentrum wieder aufgenommen. Reichstagspräsident Goering empfing nacheinander den früheren Reichskanzler Dr. Brüning und den Reichstagsabgeordneten Dr. Bell (Zentrum). Die „G e r m a n i a" nimmt in längeren Ausführungen Stellung zu den Verhandlungen des Zen- trums mit der NSDAP, in Verbindung mit der Frage, ob eine Tolerierung der Reichs- regierung möglich wäre. Das Blatt schreibt u. a., was die Zentrumspartei will und unternimmt, das ist der ernste und ehrliche Versuch, einen Weg ausfindig zu machen, der eine verfassungsmäßige Entwicklung gewährleistet und unter möglichst geringen Risiken eine Entspannung und Stabilität unserer politischen Verhältnisse zum Nutzen der wirtschaftlichen Belebung sicherstem. Wenn jetzt dem Zentrum empfohlen wird, die Regierung Papen zu tolerieren, so geht dieser Rat an Kernpunkten der politischen Krise vorbei, denn damit wäre für die Aufräumung des Konfliktes mit dem Reichstage und die Vermeidung feirter für Staat und Volk gefährlichen Folgen gar nichts gewonnen, da auch bann eine überwältigende Mehrheit noch immer geaen bic Regierung stünde. Die entscheidende Aufgabe ist es, die negativeMehrheitin eine positive umzuwandeln, die bereit ist, der Führung durch eine von starker Autorität getragene Reichsregierung eine parlamentarische Basis zu geben. Das ist bas Ziel, bas bie Zentrumspartei nicht allein, sonbern nur i m Zusammenwirken mit anberen erreichen kann. Wenn es verfehlt wirb, dann wirb leiber Größeres verfehlt, als nur die Schaffung eines arbeitsfähigen Reichstages. Erne Rebe Goerings zur Lage Berlin, 7. Sept. (ERB.) Reichstagspräsident Goering führte in einer nationalsozialistischen Versammlung in einer Rede u. a. aus, man habe Hitler den Vizekanzlerposten angeboten. Das Amt eines Stellvertreters sei aber für Hitler ausgeschlossen. Reichstagspräsident Goering erinnerte sodann an das Jahr 1923, als die Rationalsozia- listen der „Reaktion" gegenübergestanden hätten. Er selbst habe damals an der Spitze der von ihm kommandierten SA. zwei Kugeln wegbekommen. Das zweitemal würden die Rationalsozialiften der „Reaktion" nicht so bequem in die Maschinengewehre hineinmarschieren. Zu den Meldungen über Verhandlungen mit dem Zentrum erklärte Goering, man sage mit dem Zentrum unterhandeln wäre eine Sünde wider den Heiligen Geist. „Wir unterhalten uns zunächst nur'noch", so sagte der Redner. Man habe so spekuliert: Wenn das Zentrum und die Rationalsozialisten zusammengingen und man den Reichstag dann auflösen würde, müsse das Zentrum 10 und die Rationalsozialisten 50 Sitze verlieren an die neue „Papen-Partei". Rach mehrmaligem Auflösen glaube man, eine Mehrheit für die Papen-Partei gesammelt zu haben. Damit könne man die Rationalsozialisten nicht schrecken. Sie wählten gerne noch einmal. Bei der nächsten Wahl würden die Rationalsozialisten viel Zulauf haben. Am 31. Juli hätten noch viele Millionen deutscher Arbeiter für die SPD. wählen zu können geglaubt. Man fürchtete, so fuhr Goering fort, daß Papen zu uns gehört. Jetzt ist ja dafür gesorgt, daß auch dem Dümmsten klar sein muß, wie wir mit Papen stehen. Einen etwaigen neuen Kampf werden wir mit klarer Front führen, und wie wir den „bürgerlichen Mischmasch" beseitigt und die Sozialdemokratie gesiebt haben, so werden wir auch die Reaktion zum Teufel jagen. Oie Durchführung des Wirtschastsprogramms. Berlin, 7. Sept. (WTB- Funkspruch.) Am Mittwochvormittag fand im Reichswirtschaftsministerium eine Aussprache zwischen den an der Durchführung des Wirstschaftsplans haupt- beteiligten M i n i st e r n, der R e i ch s b a n k und führenden Persönlichkeiten der Llnternehrner- schäft statt, die hinsichtlich der Bedeutung und des Zweckes der erlassenen Rotverordnung und die weitere Behandlung der noch bevorstehenden Ausführungsbestimmungen eine weitgehende Liebereinstimmung erzielte. Die kurze Aussprache hatte informatorischen Charakter. Lieber die Durchführung der sozialpolitischen Maßnahmen finden zur Zeit noch weitere Besprechungen mitArbeitgebern und Gewerkschaften im Reichswirtschaftsministerium statt. Mitte des vergangenen Jahrhunderts an bis zu dem unseligen Friedensschluß des Jahres 1919 seinen überstiegenen Rationalstaatsgedanken in den europäischen Osten hineingetragen und damit nur zerstörend gewirkt. Deutschland, wirtschaftlich, politisch und kulturell gut Führung in Mitteleuropa berufen, muß den chauvinistischen Rationalstaatsgedanken durch die Idee einer europäischen Föderativgliederung ablösen. Mittelpunkt dieser Föderativ- gliederung industriell und agrarisch sich ergänzender Staaten ist d a s R e i ch. Die kulturelle Autonomie und Selbstverwaltung der heute großen- teils noch unterdrückten Völker im Rahen Osten darf nicht angetaftet werden. Deutschland war immer nur groß, wenn es Ziele verfolgte, die über die engen Staatsgrenzen hinausreichten. Sobald Deutschland wieder eine europäische Aufgabe hat, wird das Kartenhaus, der Frieden von Versailles, St. Germain und Reuilly zu- sammenbrechen. Alfred Rosenberg über nattonalsoziaWsche Kulturpolitik Berlin, 6. Sept. (ERB.) Die Kampfbundbuhne Berlin im Kampfbunb für deutsche fiultur veran- stattete in dem dicht besetzten großen Saal der Philharmonie ein Werbekonzert, ausgefuhrt von dem Deutschen Konzertorchester unter seinem Dirigenten Prof. Dr. h. c. Gustav Havemann und unter Mitwirkung des Tenors Fritz Willrobt- Schwenk. Alfred Rosenberg sprach über bas Thema „Der Kamps um bie beutsche Kulturerneuerung". Das beutsche Volk ringe heute um em neues mobernes unb doch in seinem Wesen verwurzeltes Funbament für sein künftiges Leben. In dieser Auseinandersetzung erkenne ein ständig war Regierung M an den . AJ5 der heutige gierungspräsibent Dr. A. S t r o u l i überbrachte den Gruß der Behörden, und Prof. Dr. Pan - ch e r e l, Rektor ber Technischen Hochschule, begrüßte bie Versammelten im Rainen ber Anstalt. Auf Vorschlag von Prof. P i n ch e r l e (Bologna) würbe Pros. Füter zum Kongrehpräsi- denten gewählt. Dieser übermittelte bie besten Wünsche des Ehrenvorsitzenden, des schweizerischen Bundespräsidenten Motta. Prof. S h n ge (Toronto) begründete eine Anregung des verstorbenen Prof. F i e l d s in Toronto, zwei Medaillen im Werte von etwa je 1000 Francs zu schaffen und diese durch den alle vier 3ahre tagenden Kongreß zwei jungen Mathematikern zu verleihen, die sich ansgezeich. et haben. Die wissenschaftlichen Arbeiten des Kongresses umfassen eine große Anzahl von Vorträgen. Internationale Tuberkulosekonferenz im Haag. In den letzten Tagen wurde im Haag in An- 1 Wesenheit der Königinmutter Emma die 8. Tagung der Internationalen Vereinigung ! gegen die Tuberkulose durch den holländischen Ministerpräsidenten eröffnet. An der Konfe- ? renz nehmen über 700 Vertreter aus 30 Ländern teil. Der Kongreß siedelt dann nach Amsterdam über, wo als letztes Thema die Fürsorge für geheilte Tuberkulose zur Sprache kommt. Die erste deutsche Aerztin gestorben. In Eßlingen starb dieser Tage bie e r ft e b e u t - sch e Aerztin, Frl. Dr. med. Breitinger im Alter von 81 Jahren. Die Verstorbene war bie Vorkämpferin für bie Erschließung bes ärztlichen Berufs für bie Frau. Sie hat ihre Praxis bis zum 80. Lebensjahr ausgeübt. Zu ihrem 80. Geburtstag würbe sie in ber beutfchen Presse sowie in ber deutsch- sprachigen Presse Amerikas gebührenb gefeiert. Geheimrat Professor Dr. Parlsch f. Der Geheime Medizinalrat Professor Dr. Karl P a r t s ch ist im Alter von 77 Jahren in Breslau geftorben. Parstch ist als Begründer der neuen Zahnchirurgie anzusprechen. Er hat auf diesem Gebiete eine Reihe wissenschaftliche. Standardwerke verfaßt. Mit feinem Tode verliert auch die deutsche Turnbewegung einen bedeutenden Förderer. In der Deutschen Turner- schafl spielte der Verstorbene eine hervorragende Rolle. Er war lange Jahre Vorsitzender des Hauptausschusses der Deutschen Turnerschaft. H tint ,“ntaa^0t I -In fl I »r«Ä|ri»'l l'Ä i« W I Rilß ß bie. I in Nan 7 W 3^n |0 bead iMdji über i ■•i0« ,unL 3Ri! q>fld) oem n h»“ | ,r rperWenJ I* * Ä $3% lebner fl« “7 < Stein. - jausmannsjug" DÜrbig «ebflj-- "eulschlanblied x-KIasse Sieve Such. Aus -er provinzialhaupista-t. Gießen, den 7. September 1932. Zwischen Zisch und Braten. Ein witziger Mann hat einmal festgestellt, daß jedes Schweigen, das bei Tisch ausbricht, um 25 Minuten vor oder 25 Minuten nach voller Llhrzeit stattfindet. Er hat es verschmäht, diesem Satz eine Begründung beizugeben. Er hat ihn als Axiom aufgestellt. Aber das Wesen des Axiomes ist es ja gerade, sich selbst fortgesetzt durch die Wirklichkeit zu beweisen und keines Beweises, außer dem des gesunden Menschenverstandes, zu bedürfen. Gesunder Menschenverstand hin, gesunde Logik her — wenn Ihnen bei Ihrer Mittagstafel zwischen Fisch und Braten ein solches Schweigen in die Quere kommen sollte, dann schauen Sie unauffällig auf die LIHr. Sie werden sehen: es stimmt immer. Woher das nur kommen mag? Woher dieser tote Punkt, der unweigerlich in jedem Gespräch eintreffen muh, sich gerade auf diesen Zeitpunkt verlagert? Das ist ein Rätsel der Ratur, wie die Schwingungen der Elektrizität. Wir müssen es hinnehmen. Wir müssen verzichten, darüber nachzugrübeln. Rebenbei gesagt, der Vergleich mit den elektrischen Schwingungen ist zwar nur ein Vergleich, und Vergleiche hinken bekanntlich von Berufs wegen. Aber das Phänomen einer Unterhaltung, die sich als Luxus während einer an sich völlig ausfüllenden Beschäftigung, wie das Essen ist, entwickelt, läßt sich wahrscheinlich ebenso auf Schwingungen, Strahlungen, Wellengänge zurückführen. Es wäre die Aufgabe einer neuen Wissenschaft, festzustellen, welche Speise die Unterhaltung in einer bestimmten Richtung beeinflußt. Wir wissen, daß Wasser zum Beispiel, oder daß gewisse Bäume die Elektrizität in Form eines Blitze- anziehen. Wir müßten im Rahmen dieser neuen Wissenschaft nun erforschen, welche Gedankenverbindungen beispielshalber Spinat bei Tisch erzeugt, ob eine Kalbsbrust gesprächig macht und ein Pudding den Fluß der Rede verstopft. Wichtig wäre es ferner, zu wissen, in welchem Verhältnis diese Speisen mit ihren rätselhaften Eigenschaften zu der Stunde und der Minute stehen, in der sie den Weg alles Irdischen gehen. Denn genau so, wie die Jahreszeit entscheidenden Einfluß auf die Speisekarte ausübt, müßte dies auch bei der Tageszeit der Fall sein. Einer neuen Alchemie der Küche wäre also Tür und Tor geöffnet. Sämtliche Liebestränke des Mittelalters erschienen wieder auf dem Menü, in Form von Ochsenschwanzsuppe oder Apfelmus — wenn es gelänge, diese Vorgänge der Gedankenübertragung durch Rahrungsmittel restlos zu klären. Man könnte dann einem Geschäftsfreund. mit dem man einen wichtigen Abschluß tätigen will, die richtige Speise zur richtigen Zeit geben. Man könnte ... Aber von den ursprünglichen Funktionen der Liebestränke wollen wir in diesem Zusammenhang lieber ganz schweigen. Auf jeden Fall jedoch darf man nicht vergessen, diese Speisen dem Gast, bei dem man etwas erreichen will, nicht um 25 Minuten nach 7 Ahr oder 10 Minuten später anzubieten. Hades. Oer Marsch der Kaufmannsjugend! Am Sonntag fanden im Gaugebiet Main-Weser des DHV. Gepäckmärsche des Bundes der Kauf- mannsjpgend statt. Viele Kaufmannslehrlinge und „Fahrende Gesellen" unterzogen sich dieser Lei- stungsprüfung. Die Iugendgruppe Gießen führte gemeinsam mit den umliegenden Gruppen den Marsch von Lich aus durch. Der Veranstaltung ging von Gras und Laub ernährten, war der Pflanzenwuchs nicht gewachsen. Da setzte bei vielen die Umstellung auf die Fleischnahrung ein, und der Kampf des Stärkeren gegen den Schwächeren, der ihm als Rahrung dienen mußte, begann. Von den Einflüssen dieser historischen oder eigentlich prähistorischen Entwicklung wurde aber die Katze Wanja von Dr. Durow auf das sorgfältigste ferngehalten, und so geschah es, daß bei ihr die „natürliche" Feindschaft gegen Mäuse nicht zum Ausbruch kam. Von zartester Jugend an war sie ihren Artgenossen entzogen worden, und keine sorgliche Mutter hatte sie durch ihr Beispiel gelehrt, wie sie Mäuse fangen sollte, um sich einen Braten zu schaffen.» Von früh auf war sie mit Milch, Suppen, kaltem Braten, kurzum mit allem, außer frisch getötetem blutwarmem Tier- fleisch gefüttert worden, und so war in ihr niemals der Gedanke rege geworden, Mäuse zu fangen und zu fressen. Als man ihr eine kleine weiße Maus zur Gefährtin gab, sah sie in ihr nur einen willkommenen Spielgenossen und dehnte diese Freundschaft allmählich auf eine ganze Schar weißer Mäuschen aus, die man ihr zu- gefellte. Wanja hätte sich aber sicher genau so mit grauen Mäusen befreundet, wenn nicht ihr Herr, um die schwarze Schönheit des Kätzchens besser zur Geltung zu bringen, diesen Farbenkontrast gewählt hätte. Eine ähnliche Loslösung von den Gewohnheiten des Elternhauses haben auch die anderen von Dr. Durow vorgeführten Tiere durchgemacht, wobei Sorge getragen wurde, daß sie niemals Hunger litten; denn wer weih, ob des Fuchses zärtliche Freundschaft für den Hahn bei knurrendem Magen standgehalten hätte. Der Hahn dagegen war ebenfalls von früher Kindheit an dem Einfluß des Hühnerhofes entzogen worden, so daß ihn keine Henne, kein besorgter Hahn vor der Blutgier des Fuchses hatte warnen und ängstlich machen können. Eine merkwürdige, auch durch den Alterunterschied zwischen ben beiden Genossen bemerkenswerte Tierfreundschast besteht zwischen einem Alligator und einem Hunde auf einer Alligatorenfarm zu Los Angeles. Obwohl es nichts gibt, was ein Alligator lieber zum Frühstück verspeist, als Hundefleisch, kommen dem 135jährigen Panzer- träger, den seit acht Jahren eine unzertrennliche | Freundschaft mit einem — an feinem Alter ge- 1 messen — Hundebaby verbindet, niemals so fre- I yentliche Gedanken. Sehr seltsam ist auch die zärtliche Zuneigung zwischen einem Hunde und einer jungen Katze: sie empfängt ihre Rahrung aus einer Milchflasche, die ihr der gutmütige Reufundländer im Maule hinhält. J. L. Zeitschriften. — West er manns Monatshefte (Verlag Georg Westermann, Braunschweig) beginnen mit dem Septemberheft einen neuen Jahrgang. Das Heft zeigt in feiner sorgfältigen und vielseitigen Zusam- menfteUung, die alle Gebiete kulturellen Lebens mit wertvollen Beiträgen berücksichtigt, welche anregende und fordernde Lektüre die Monatshefte darstellen. Den Kern des Heftes bildet der Beginn des neuen Romans von Max Halbe. Naturfreunde werden dem Aufsatz Eippers -„In deutschen Elch-Revieren" Interesse entgegenbringen; dem Deutschtum im Aus- lande ist ein mit Gemälden von Eduard Morres illustrierter Aufsatz von Manna Eopony über fieben- bürgische Menschen, Dörfer, Städte und Berge gewidmet. An die beginnenden Herbstjagden erinnert ber Beitrag G. von Finnettis über die Entwicklung des Reitsports. Ebenfalls kulturelles Interesse hat eine Untersuchung über Student und Studentin von heute. Zahlreiche eingestreute Bildbeilagen und wei- tere kleinere Aufsätze, Novellen und Gedichte oorvoll- ftanbigen den vielseitigen Inhalt des Heftes. — ^Lu * * e r und Kind, Zeitschrift für Ernäh- rung, Pflege und Erziehung des Kindes. Verlag Elwin Staude, Osterwieck a. H. Vierteljährlich (drei Hefte) 1,65 RM. einschließlich Porto. — Mit einem A^ikel „Ein Rundgang durch das Kaiserin-Augusta- Victoria-Haus" leitet Professor Dr. L. Langstein das Septemberheft ein. Dr. F. H. Eberhard behandelt das Thema: „Darf das eben krank gewesene Kind heute wieder ausstehen?" Ueber des Kindes Feingefühl berichtet Maada Trott, Erika Lange über „Mutter- sorgen aus Afrika". Weitere interessante Beiträge sind z. B. überschrieben: „Auch das Kleinkind hat Ehrgefühl", „Mode und gesunde Kinderkleidung", „Wodurch das Kind eigensinnig wird", „Praktische Winke über Säuglingspflege", „Die erste Kinderstadt der Welt", „Der praktische Haushalt" usw. Alle diese Aufsätze werden jungen Müttern, Säuglings- und Kleinkinderpflegerinnen und Kindergärtnerinnen gute Dienste leisten. Igtgen 7 Uhr ne; Icillon mit seine Vaschmengewehi Susrüftung die gmdem Spiel zu tirial wurden \t tie Soldaten in L x Ddenha Strafe« nach (5 sand am S01 Gustav - Ad slatt. Aus den laufen und ber n efemer erschien i Hous.Sprint u bie ÄerMm foora, tyt jäty Lehre und di< 'durch Wort un von wertvollen Londorf, des ter beiden T unb Geilshauf ftatfefeier 1 »on Dekan S lln Stelle des : Orünbcrg erf , tericht des ve ‘tefe noch dein Ermenrod die -telle steht. 3n hing nahm P Art zu weiter ^tigteif in ein Jrte mit von rnd wies auch 2iaspora-Eemei, Wrrer Ifeor; tenen, die zu d. ^tragen halb wbingsfeaujen VW Die Sai Ktoreparatunr brand. Hobe !Ad?rbeig. XSHerfam 5-S SJW Bei -W lis£ k'yii t Die fliegende Familie landet in Grönland S.jl.-tfpori Oberheffen konnte ten. na Mundstück hin - Mundstück her konnte unter- B-filaffe Gießen, bekamen je «in wertvolles blich. eter qU5 3? nn SlMm *• Abmarsch ins Manöver. Heute morgen gegen 7 Uhr verließ das Gießener Reichswehr-Bataillon mit seinen drei Schützenkompanien und der Ttoschinengewehrkompanie in feldmarschmäßiger Vusrüstung die Kasernen und marschierte mit klingendem Spiel zum Bahnhof. Mannschaften und Material wurden sofort verladen. Der Sonderzug, der die Soldaten in das Manövergelände nach Heiligen- ■71 Mark. k Hungen, 7. Sept. In der vergangenen Nacht gegen 23.30 Uhr geriet der Lieferwagen der Autorcparaturwerkstätte Martin Lehmann m Brand. Hohe Stichflammen machten den ' zufällig vorbei gehenden Nachtwächter auf me (Ste* Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 AI — VfB. AI 4:2 (3:1). Die Blauweißen zeigten nicht die guten Leistungen wie im Fürther Spiel, das lag an den notwendig gewordenen Umstellungen in der Mannschaft. Durch besseres technisches Spiel war 1900 aber trotzdem in der 1. Halbzeit im Vorteil und konnte drei schöne Tore erzielen. Der Gegner spielte eifriger und auch wuchtiaer. Kurz vor Halbzeit konnte VfB. ein Tor aufholen. Nach der Pause klappte es bei 1900 nicht mehr, VfB. kam mächtig auf und konnte zeitweise sogar das Spiel dirigieren. Don den sich jetzt bietenden Torchancen vermochte der unsichere Sturm aber nur eine zu verwandeln. Nun ging 1900 wieder aus sich heraus, namentlich der linke Flügel zeigte jetzt recht gute Leistungen und konnte durch feines Kombinationsspiel manchen An- griff einleiten, von dem einer das 4. Tor ergab. 1900 All — Lollar Junioren 1:3 (1:3). Lollars Verteidigung alle Angriffe leicht binden. 1900 B - wieseck B 3:1 (1:1). Wie erwartet, kehrte die Mannfchaft mit einer Niederlage heim. Technisch war die Elf, namentlich die Abwehr, dem Gegner überlegen, doch der weiche Sturm wußte sich nicht durchzusetzen. So ÄS'? M-' Diesmal kehrte 1900 den Spieß um und für das verlorene Vorspiel Revanche nehmen. Die Mannschaft spielte recht eifrig und zeigte manche guten Ansätze VfB. Gießen. OBERST kouch ohne Mundstück. WALDORF-ASTORIA G.M-ß.K K2ßV ft* ,m j. Of ergriff. Er fuyne u. a. aus: -uer «>epuamur|a> oiene bie8 jn/n' der körperlichen Ertüchtigung. Darüber aber hinaus " Vertin; 9un6 kicn die Gepäckmärsche der Gründung des Der- d'e 'ommt. 0< itn Da^chuie J £ ff Me des tL bellen Regung xL®l>nge ■onfo, t : Kunst und Wiffenfchast. Das Herbstprogramm 1932 de- Verlags QL Piper & To., München. Im Herbstprogramm des Verlags R. Piper & Co. in München werden die folgenden Neuerscheinungen angekündigt: Josef Martin Bauer: „Die Salzstrahe". Roman. — Bruno Brehm: „Die große Lüge" (Zwischen Lenin und Wilson). — Sigurd Christiansen: „Zwei Lebende und ein Toter". — Arnold Bennett. „Konstanze und Sophie oder Die alten Damen". — C. F. R a m u z : „Das falsche Gold", übersetzt von Werner Johannes Guggenheim. — Paul R e b o u x : „Die neue Lebensart". — „Was nichtimWörterbuchsteh t", „B a y e r i s ch". Don Joseph Maria Lutz. — Pipers Kunst- kalender 1 93 3. — Michael Bauer: „Das Leben und Werk Christian Morgensterns". — S ch o- pcnfjauer: Band XV, 1. Der Briefe zweiter Teil. — Die Wiener Staatsoper. 1929—1932. Don Clemens Krauß, Lothar Wall er stein und Joseph Gregor. fuüufcUcn U^egenöe ■W.5Ä darslclltn. Monaish lte JJ’ uen ” 3‘“*K *>"15 n von BW’JL sitbtn- in« Se " tÄÜ E flaöt. Form eines Dlihet Aahmen dieser neuen n, welche Gedanlen- er Spinat bei Tisch gesprächig macht uti Dede verstopft, zu wissen, in welchem mit ihren rätselhasten nde und der Winutk alleS Irdischen gehen. chreSzeit entscheidenden e auSübt, mühte diel 1 Fall sein. der Küche wäre also -amtliche Liebestranke Dieter auf bem Menü, uppe ober Apfelmus Vorgänge bet ®e» lahrungSMü teilte dann einem De- einen wichtigen M- ge Speise zur richtigen .. Aber von den ut- >t LiebeSiränke wollen renhang lieber ganz irs man nicht vergessen, ei dem man etwas er- Minuten nach 1 W nzubieten- Hades, usmannsjugend! Gaugebiet MaiwNeser des Sundes der Kauf' kaufmannslestlttige und jo en ft L«. . rippe Sieben W Uen Auppen b« ^rLeranstaltun^g« tsa'iiUstäüch^^' im Hunde und einer ihre Nahrung aus der gutmütige lt. J,L Hn gestorben. 0cburt5tQ0 wurde fff der dL Rührend gefeiert. Bt. slarlsch f. Karl \Wen in ’ötttUu 5 «runder der _°nrusprechen. Gr h», M« viflenschastliL. feinem lobe verliert n b e m c g u n g einen ^r Deutschen Turner- hervorragende Lochhender der Haupt- urnerschast. wwu>fion des Benzinbehälters verhindert und ein weiteres Umficf)greifen des Feuers abgewendet werden konnte. Da der Wagen frei tm Hofe und mir wenige Meter von den Stallungen und der Scheune entfernt stand, hätte ein Mcbcrgrelfen des Feuers unahfehbarc Folgen haben können. OHolzheim,6. Sept. Am kommenden Sonntag, 11. September, feiert die hiesige evangelische Gemeinde das 300jährige Bestehen ihres - Gotteshauses. Der Festgottesdienst beginnt um |j 10 Uhr. Es predigen Pfarrer Freitag und der Superintendent von Oberhessen, Oberkirchenrat Wagner (Gießen). Mittags bewegt sich ein F e ft= Vfv II — FL. Flensungen 1:0 (1:0). Die DfBer vermochten das Rückspiel nur knapp für sich zu entscheiden, da die Gastgeber auf eigenem Platz eine sehr gute Partie lieferten. Der einzige Treffer fiel bereits in der ersten Halbzeit. Alle Bemühungen des Gegners, das Resultat zu korrigieren, scheiterten an der vorzüglichen Abwehr der Grün- weißen. Das Spiel wurde sehr schnell und hart durchgeführt. VfB. III — Sportfreunde Wetzlar 1 1:2. Auch das Rückspiel ging verloren. Der neugegrün- dete Verein verfügt über eine Anzahl recht taten- Bornotizen. — Tageskalender f ü r Mittwoch. Stadt- Heater: 16 Uhr, „Max und Moritz". — Konsumverein Gießen: 20 Uhr, Astoria-Lichtspiele, Selters- weg, „Von Mühlen und Menschen". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Fledermaus". — Deutschnationaler Handlungs- zehilfenoerband. Am morgigen Donnerstag, 8. September, hält die hiesige Ortsgruppe des DHV. ihre Monatsversommlung für September ab, in deren Mittelpunkt ein Vortrag des Vertrauens- mannes der Ortsgruppe über die „Notverordnung der Regierung von Popen und Forderungen des VHD. an den Reichstag" stehen wird. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Der Sb erst-Raucher kann nach seinem persönlichen Geschmack wählen, denn seine Zigarette gibt es mit oder ohne Mundstück, aber s® immer gleich gut, gleich dick und immer auch mitZoldaten-Vildern. z u g von der Kirche nach dem Friedhof. Anschließend findet eine N a ch v e r s a m rn l u n g statt, in der Prälat D. Dr. Diehl (Darmstadt) und Dekan Engel (Obbornhofen) sprechen. Gemischter und Posaunenchor haben ihre Mitwirkung zugefagt. Kreis Schotten. § Stumpertenrod, 6. Sept. Born schönsten Wetter begünstigt, fand am Sonntag auf dem Koppenberg im Wald zwischen hier und Groh- Felda ein gröberes kirchliches Jugendtreffen unter Leitung von Pfarrer G e i h l e r statt. Etwa 400 bis 500 Teilnehmer, darunter auch zahlreiche Erwachsene, fanden sich ein aus den Orten Stumpertenrod, Köddingen, Windhausen, Droh-Felda, Ermenrod und Ulrichstein, ferner die Spielschar der evangelischen Jugend aus Altenschlirf. Auf den stimmungsvollen Platz unter hochragenden Buchen waren von Stumpertenrod Danke und eine Waldkanzel hinausgefahren worden. Pfarrer Geißler (Stumpertenrod) hielt einleitend einen Gottesdienst unter Mit- Wirkung eines Iugendchors sowie eines Posaunenchors. Die Predigt zeigte eindrucksvoU, wie an die Jugend und uns alle die beiden Forderungen des Deutschseins und des Ehristseins erhoben werden und sich gegenseitig bedingen. Die Predigt bereitete in rechter Weise den Boden für die Aufnahme des Laienspiels „Der Löwe von Flandern", das nun durch die Altenschlirf er Spielschar zur Ausführung gebracht wurde. Die Darstellung machte auf Äugendliche und Erwachsene sichtlich tiefen Eindruck. Einige von der Jugend vorgeführte alte Vogelsberger Volkstänze beschlossen daS sehr schön und harmonisch verlaufene Treffen. Kreis Alsield -er. Homberg, 6. Sept. Alljährlich, Ende August oder Anfang September findet bei der Schützengilde Homberg das Königs- und Ritterschieben statt. Bei diesem Wettkampf, bei dem sich alt und jung der Bereinsmitglieder mißt, gibt jeder Schütze 15 Schuh ab, und zwar in den drei verschiedenen Anschlagsarten ie 5 Schuh. Der Schütze, der die höchste Ringzahl schieht, ist für ein Jahr Schützenkönig, der zweitbeste erster Ritter, der drittbeste zweiter Ritter. Die drei Sieger erhalten die Wanderketten der Gilde. Am Sonntag wurde wieder um diese Ehrentitel gerungen. Friedrich Gohfelder konnte bei reger Beteiligung mit 148 Ringen Schützenkönig teerten. Die Würde deS ersten Ritters errang das Ehren- Mitglied H. Schmitz aus Dießen, früher in Homberg mit 142 Ringen und Daniel Becker die des Zweiten. Die trefslichen Schützen wurden abends im . Frankfurter Hof" besonders geehrt. Don den Jungschützen hatte Pabst als Bester abgeschnitten. Er erhielt eine Erinnerungsmedaille. S leine Abendfeier am Lagerfeuer voraus. iu)en » . • Ilm Sonntagmorgen traten dann die Mannschaften ii zwei Klassen an. Die Klasse A hatte 25 Kilometer nut* 25 Pfund, die Klasse B 20 Kilometer mit 20 Ptund Gepäck zu marschieren. Die Leistungen waren durchaus befriedigend. In Klasie A wurden die 25 Kilometer in der Zeit von 4 Stunden 7 Minuten, m Alosie B die 20 Kilometer in der Zeit von 3 Stunden 7 Minuten zurückgelegt. Die Leistungen fini) um so beachtenswerter, da die Straßen, die durch den vorausgegangenen Regen sehr aufgeweicht •naren, schlecht zu marschieren waren. Die Marsch- treife führte teilweise über Straßen zweiter Ordnung und über Feldwege. nrn^'-ar. 1 Nach dem Mittagessen sand eine Ab schluß- Anzahl Kundgebung auf dem Marktplatz in Lich statt, in der nach einigen Schargesängen und Gedichtvor- irdgen Kreisgeschastsführer Schröder das Wort -rgriff. Er führte u. a. aus: Der Gepäckmarsch diene stadt bringt, verließ 9.34 Uhr den Gießener Bahnhof •• Zusammenkunft ehemaliger (diener Gymnasiasten. Wie schon 1925 und 1929 kamen auch in diesem Jahre die Abiturienten des Gießener Gymnasiums von 1895 und 1896 zusammen. Diesmal wurde der Kreis auf die Jahrgänge 1894 und 1897 ausgedehnt, von denen aber nur wenige erschienen. Im ganzen fanden sich 20 zusammen. Am Samstag, 27. August, traf man sich zu gemeinsamem Abendessen und geselligem Beisammensein im Gasthof Hindenburg. Pfarrer Siebeck (Echzell), Oberregierungsrat Dr. Heß (Darmstadt), Oberstleutnant a. D. Schober (Darmstadt) und Prof. Dr. Werner (Butzbach) hielten Ansprachen mit ernsten und heiteren (Erinerungen an die gemeinsame Schulzeit. Am Sonntag wurde der Gleiberg besucht. Auf Anregung eines jüngeren Jahrganges, bet im nächsten Jahre Zusammenkommen will, besprach man den Plan der Direktion des Gymnasiums, eine Gedenktafel für die Gefallenen zu errichten. Um den Plan zu verwirklichen, wurde eine „Bereinigung ehemaliger Gießener Gymnasiasten" gegründet, dessen vorläufigen Vorstand bilden: Pfarrer Sieb eck (Echzell), Oberstleutnant a. D. Schober (Darmstadt) und als Angehöriger des erwähnten jüngeren Jahrganges, Direktor Hermann Schlosser (Frankfurt a. M.). Mit Herrn Oberstudiendirektor Dr. A l t e n d 0 r f wurde verein- bart, die einzelnen Abiturientenjahrgänge dazu zu veranlassen, sich zusammenzuschließen und der Vereinigung beizutreten. Herr Studienrat Dr. Fischer vom Gymnasium hat seine Mithilfe zugesagt. Der Vereinigung soll selbstverständlich nicht nur ange- hören, wer am Gießener Gymnasium Maturum gemacht hat, sondern als Mitglieder sind alle, welche das Gymnasium besuchten, erwünscht. Anmeldungen erbittet Pfarrer Siebeck (Echzell). Es wäre sehr zu begrüßen, wenn auch für das Gießener Gymnasium eine Vereinigung, wie sie die meisten hessischen höheren Schulen bereits haben, mit hoher Mitgliederzahl zustande käme und die Gedenktafel bald an einem allgemeinen Gießener Gymnasiastentag ein- geweiht werden könnte. •• Kriegerverein Gießen. Am vergangenen Sonntag fand das alljährliche Sommer- fest des KriegervereinS im Restaurant „3um Philofophenwald" statt, das. trotzdem an diesem Tage mehrere andere Veranstaltungen in Gießen stattfanden, gut besucht war. Der 1. Vorsitzende Kamerad Landgerichtsrat T r ü m p e r t hielt eine Ansprache an die Festteilnehmer. Gemeinsam wurde dann daS Deutschlandlied gesungen. Für die Unterhaltung der Kinder war bestens gesorgt. Mit dem Fest war ein Preisscheibenschiehen verbunden, daS am Abend mit der Preisverteilung seinen Abschluß fand. Für gute musikalische Unterhaltung sorgte die Kapelle Weller. Die Veranstaltung nahm einen harmonischen Verlaus. Wettervoraussage. Die Warmluftwelle hat unseren Bezirk erreicht und in den heutigen Morgenstunden bereits Aufgleitregen verursacht. Mit der Verlagerung des Nordmeertiefs nach Skandinavien hin gelangt durch die Rückseite Kaltlust südwärts, die beim Vordringen auf das Festland wechselhaftes und kühles Wetter mit einzelnen Niederschlägen zur Folge hat. Da aber von Westen her Luftdruckanstieg einsetzt, wird später wieder Beruhigung aufkommen. Aussichten für Donnerstag: Etwas wechselhaftes Wetter, teils bewölkt, teils auch aufheiternd, im ganzen kühler, einzelne Regenfälle. Aussichten fürFreitag: Ruhigeres, aber noch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 6. September: mittags 20,6 Grad Celsius, abends 14,6 Grad: am 7. September: morgens 14,2 Grad. Maximum 21,2 Grad, Minimum 9,5 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm liefe am 6 September: abends 18,8 Grad: am 7. September: morgens 15 Grad Celsius. — Niederschläge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 4 Stunden. Der amerikanische Flieger Hutchinson, der mit seiner Familie einen Ozeanflug angetreten hat, um feinen Kindern etwas zu bieten", ist mit seinem Riesenflugboot wohlbehalten in Godthaab auf Grönland aelanbet. — Unser Bild zeigt den Oberst mit seiner Gattin und seinen beiden Kindern auf seinem Sikorski-Riesenflugzeug. — Im Vordergrund die drei Mann Besatzung des Flugzeugs. tlerter Spieler. Das Spiel war durchweg ausgeglichen, gegen Schluß kam VfB. stark auf. Außer dem Ehrentreffer wurde aber nichts Zählbares mehr erzielt. vfv. Schüler — Spog. 1900 Schüler 2:0 (1:0). Die Jüngsten der beiden Lokalgegner gaben sich auf dem Waldjportplatz ein interessantes Stelldichein. Von einigen der Jüngsten sah man recht achtbare Leistungen. Die DfBer konnten in jeder Spielhälfte ein Tor schießen, während den Blauwcißen Erfolge versagt blieben. Arbeiier-Tul-n- und (^porfbunfr. Altenstadt I — Heuchelheim I 1:0. Heuchelheim war in Altenstadt.zu Gast. Mit viel Ersatz lieferten die Gäste dem Neuling ein gleichwertiges Spiel. Torlos ging es in die Pause. Nach Seitenwechsel drückte Altenstadt zeitweise etwas. Doch Heuchelheim war aus der Hut. Eine Viertelstunde vor Schluß kamen die Gastgeber zum einzigen Tor. Heuchelheim mußte trotz feiner Anstrengungen die Punkte in Altenstadt lassen. Daubringen I — wiescck II 1:4. ' Sei Halbzeit lag Wieseck mit 1.0 Toren in Führung. Nach Seitenwechsel waren die Gäste weiter etwas überlegen, verpaßten jedoch viele Gelegenheiten. Aus einer guten Vorlage kam Wieseck zum zweiten Tor, dem bald Nr. 3 und Nr. 4 folgten. Daubringen gelang lediglich das Ehrentor. Wiesecks 3. Mannschaft konnte in Annerod kampflos zwei Punkte erringen. Warburg I — Lollar I 0:4. Marburgs 1. Mannschaft wurde nachträglich zur Serie eingeteilt. Lollar war nun zum ersten Spiel in Marburg zu Gast. Die Gäste waren den Einheimischen merklich überlegen und konnten bis Schluß einen einwandfreien 4:0-Sicg buchen. Allcndorf a. d. Lahn I — Naunheim I 0:1. Zwei gleichwertige Gegner rangen um die Punkte. Torlos ging es in die Pausö. Nach Seitenwechsel wurden zwei gute Chancen in Gestalt von (Elfmetern von Allendors ausgelassen. Kurz vor Schluß kam dann Naunheim zum einzigen Tore. ycrtinin 8 seien die Gepäckmärsche der wrunoung Des ’-öer- ?. durch btn Jul8 anbes gewidmet. Der DHV. habe in den 39 Jahren *- * 9 Qnbb eines Bestehens streng an seiner völkisch-sozialen ... w joltung festgehalten. Er stelle heute mit seinen na» 9[mT;n*rri 400 000 Mitgliedern einen Machtfaktor dar. Der die SSfitL* l"röflrn «Redner gedachte sodann des Reichsfreiherrn von und zu Stein. Mit dem Gepäckmarsch habe die Houfmannsjugenb im DHV. der Derbandsgründung würdig gedacht. Nach dem gemeinsam gelungenen Deutschlandlied begann die Preisverteilung. Die betten Gruppen, in der A-Klasse Wetzlar, in der Landkreis Dietzen. x Odenhausen, 6. Sept. In dem seitlich der btraße nach Geilshausen gelegenen Melmes-Walde sand am Sonntag das diesjährige F e ft des Kustao- Adolf-Zweigvercins Grünberg Satt. Aus den vier Gemeinden der Pfarrei Oben- nufen und den Nachbarorten waren zahlreiche Teil- nlhmer erschienen. Festredner war Pfarrer Matth ä u s - Ehringshausen. In feiner Predigt schilderte er die Verhältnisse in den Gemeinden in der Diaspora, ihr zähes Festhalten an der evangelischen I Lehre und die Notwendigkeit, sie zu unterstützen I durch Wort und Tat. Die Feier wurde umrahmt | Don wertvollen Darbietungen des Posaunenchores e Londorf, des gemischten Chores Weitershain und k brr beiden Mannergesangvereine Rüddingshaussn ■ mit) Geilshausen. Nach einer Pause schloß sich eine s Nachfeier an, die durch Worte der Begrüßung oon Dekan S ch m i d t - Grünberg eröffnet wurde. IMn Stelle des erkrankten Rechners des Zweigvereins |@rünbcrg erstattete er anschließend den Jahres- Udcricht des verflossenen Jahres. Dabei zeigte sich, kbnh nach dem Ergebnis der Sammlungen neben »Ermenrod die Pfarrei Odenhausen an führender I- stelle steht. Im weiteren Verlauf der Nachversamm- felung nahm Pfarrer Matthäus nochmals das ■®ort zu weiteren Berichten aus feiner langjährigen Tätigkeit in einer evangelischen Gemeinde an einem Orte mit vorwiegender katholischen Bevölkerung und wies auch auf den wertvollen Einfluß der Diaspora-Gemeinden auf die evangelische Kirche hin. Pfarrer Thorn dankte in einem Schlußwort all - denen, die zu dem erhebenden Verlaus des Festes beigekagen hatten. Chordirigent Lehrer Flath- Aüddingshausen hat sich darum besonders verdient qcmacht. Die Sammlungen, die wahrend des Festes oorgenommen wurden, erbrachten einen Betrag von natshzufällig vorbeigeyenoen ^acylwuapi«r au, chweig) beM-" ^hr aufmerksam. Rur dem Umstand dieser recht- cn Sahrgang. Da5 ^, Aigen Entdeckung ist es zu verdanken, daß eine das ( vermocht rung zu bet. Morg nur ai Gin Hefen Werben Md \ij Lhee tcaha jeden syir.pc h'cr orcfje Nit H.a unb S. Löhuli Freund ierjrod öaß nie neuen < 1 ,6' llefr dcrKo mcrllch nen lie schönen grauen ereignet tet war. Alice, c prallt« schchM 2a, e stellen, । Polizcl l ist. M feinem * koiß. Tande t Wüster' haben, s bald vn - es sei Lerbach lieber n arbeit < es -u i Tvnsck bringt men. ' dem,, tettivj und E brechei Alft scheint zu hab voll 2 wie sch zielen Filmst, Energie diese 2 xufrieb hervor lin ii renb Schön kennt! des F Zeisl« hat. ! quisit nis, i ni be lei sei Denn Habben fembet tchenT in 2er Hollo, °ppa D.ldec l^iolg: Rftbnj Aus Kug,, ö( ^pplri f - ma " c-en ( georeht ^Deg KW\ Meng für ^ni K s Werf Nachdruck verboten. 15. Fortsetzung. Tür aufmachst nach dem Gartenzimmer, kann ich es gut hören." Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L. Bernard „Jetzt in der Nacht, mein Herz? Denke, wenn J jetzt die Schwester Elisabeth käme und fände mich statt hier auf meinem Posten, im andern Zimmer , Musik machen!" Eva-Marie mochte nicht sagen, j daß sie sich nicht vom Bett wagte, daß sie Re-s I nate unsäglich elend fand. Die Kranke verzog schmollend den Mund. 6ie ; war gar nicht gewöhnt, daß Eva-Marie iht etwas versagte. „Willst du auch streng werden, wie die graue Motte?" fragte sie unzufrieden. „Nein, Liebling!" schmeichelte Eva-Marie und küßte die Kranke zärtlich auf die Stirn. „Ich will so gern alles tun, was du willst. Ich mag nur in der Nacht nicht Klavier spielen. Es könnte die Nachbarn stören, und ich möchte auch gern bei dir bleiben! Ich mache dir einen Vorschlag du nimmst brav deine Tropfen, sieh, ich habe sie dir so schön süß gemacht, und ich singe dir leise das Lied hier an deinem Bett. Ist dir das rechts (Fortsetzung folgt.) 12. Die Koffer wurden gepackt, die Fährt ging landeinwärts. Frau Nenate kam ermüdet zu Hause an. Sie zog wieder in das lichte Gartenzimmer mit den goldenen Seidenvorhängen. Die Tage vergingen wieder wie vor der Rügen- reise, einer wie der andere und doch ein wenig artbcDd wie vorher. Die Kranke war stiller und sanfter, sie war verträumt und mochte dann niemand weiter um sich haben, als Eva-Marie oder ihre kleine Tochter. Es gab Tage, an denen die Kräfte sie verliehen und Eva-Marie spürte mit ihrem feinen Empfinden, daß ihre liebe Kranke der Unendlichkeit näher war als sonst. Sie spürte, daß dre.e liebe, feine Seele den schmalen Pfad der Dollendung gichen wollte, und dann war Eva-Marie still. Sie legte das Buch weg, aus dem sie vielleicht gerade vorgelesen hatte, oder sie hielt im Plaudern inne. Sie nahm das lebhafte kleine Mädchen an die Hand und führte es hinaus, blieb still an Renates Lager sitzen, und es tat ihr weh, wenn die Pflegerin ohne Empfinden rücksichtslos an die Zeit für die Arznei oder das Essen erinnerte, dann erschrak Renate und seufzte. Unaufhaltsam verrann die Zeit und mit ihr die Kräfte der Kranken: ihre Glieder wurden schlaff und reglos, und selten nur hob sie noch die matte Hand, um ihr Kind oder Eva-Marie zu streicheln. Doch kamen auch Stunden, in denen heihe Rote in ihrem immer noch schönen Gesicht flackerte. Dann sprach sie mit Eva-Marie von ihrem Klaus, den sie doch wiederhaben sollte! „Er wird bald nachkommen, Eva-Marie! Gib acht! Darum muht du eilen, dah er von mir weih, daß ich nicht treulos war. Ich gehe bald! Nur diese müde Erdenschwere hindert mich noch, das Höchste zu schauen! Ich glaube, Evalein, uns allen begegnet auf Erden das Glück! Es ist uns nur nicht gegeben, es für immer zu halten. Aber wir wissen, wo es zu suchen ist und wohin das Herz verlangt, wo alle Stürme ruhen! Nimm einmal den Goethe, Evalein, wo steht das doch: „Ich besah es doch einmal, was so köstlich ist!" Nicht wahr, das ist schön und köstlich! Für manchen bleibt es nur ein tausendfaches Sehnen!" Andere Tage wieder sah sie zweifelnd und verloren über sich. Dann hielt sie Eva-Maries Hände fest und stellte Fragen, die ibr niemand beantworten konnte: „Woher kommt man, wohin lige Haar. „3a, ich weih es, aber ich mag es so gern> wenn du es spielst und singst! Wenn du dis geht man wohl? Wozu dieses Lebens buntes Rätselspiel, wenn es schon zu Ende ist. eh' man es lösen kann? Sei nur niemals traurig, Eva-Marie! Wenn man soweit ist, wie ich heute, sieht man alles nur mit einem müden Lächeln an! Nichts ist dann noch schwer oder leicht!" In diesen Tagen hatte sie für den Gatten eine müde, wehrlose Freundlichkeit. „Es ist ja nun alles gleich, Evalein!" entschuldigte sie sich bei der Freundin. „Alles, was er mir Böses tat, tat er doch wohl, weil er mich auf seine Weise geliebt hat! Ich muh es ihm verzeihen, damit er Ruhe findet! Diel Glück hat es ihm nicht gebracht! Es bringt kein Glück, wenn wir andere täuschen!" Dann wunderte sich Eva-Marie, wie klar und gut diese Seele war. „Ich sollte so denken, wie sie!" dachte das Mädchen. „Es ist schwer für Schwester Elisabeth, wenn er, den sie liebt, sich einer anderen zuwendet und sie übersieht, wie Heinrich es tut! Es ist kein Wunder, wenn sie mich nicht gern sieht! Aber sie braucht mich nicht so bitter zu hassen! Es ist doch nicht mein Werk, dah ich die Glückliche bin! Es ist auch nicht Karl Andresens Schuld, dah die beiden, die mit Leib und Seele zueinander gehören, soviel leiden muhten. Das rächt sich nun bitter!" Der Herbst war früh gekommen, und vor den hohen Fenstern des Gartenzimmers.wehten purpurrote Ranken. Die Vögel schrien in den gelben und rostbraunen Kastanienblättern. Renate lag still und freundlich in ihren seidenen Kissen auf dem Liegestuhl. Ihr Gesicht sah wächsern aus auf dem leuchtenden Rosa der Damastseide. Sie hatte wieder mit den kostbaren Andenken aus ihrer glücklichen Zeit gespielt und wie so oft ihre Bitte an Eva-Marie wiederholt. „Niemand soll die kleine silberne Truhe öffnen außer dir!" sagte sie zu ihrer Freundin: „Du nimmst den Ring heraus, der für dich ist, und von meinem eigenen Reisegeld ist soviel übriggeblie- ben, dah b^in Freundschaftsdienst dir keine Ausgaben macht, die dir schwer werden. Das liegt oben in dem Kuvert, du hast es gesehen, Evalein! Denn ich weih, dah du rechnen muht, Und wohin die Reise geht, wenn du Klaus suchen muht, das weih ich nicht! Zuletzt wohnte er in Bremen." „Mach dir nicht so viele Sorgen, liebes Herz! Du weiht, dah du dich auf mich verlassen kannst!" bat Eva-Marie. „Ia, das weih ich? Und es ist so schön, es zu wissen!" Renate sattele die Hände und sah still und zufrieden aus. „Schwester Elisabeth wird heute abend fortgehen. Kgrl hat ihr auf meinen Wunsch ein Opernbillett geschenkt, und ich habe ihr gesagt, dah sie einmal eine Ablenkung braucht. Wenn sie mich zurechtgemacht hat, kann sie gehen! Du versorgst mich schön, Evalein!" „Gern!" versicherte das Mädchen. Frau Renate fand fetten Schlaf und bekam schon seit längerer Zeit Schlafmittel. Schwester Elisabeth ging umher und machte den Verband zurecht für Frau Renate. Dann gab sie in der ihr eigenen, überhebenden, wichtigtuenden Art Eva- Marie Anweisung. „Richt mehr, keinesfalls mehr als zehn Tropfen! Eine halbe Stunde vor der Nachtruhe! lind danach ist cs am besten, nicht mehr mit der Patientin zu sprechen", ordnete sie an. „Und spätestens um 9 Uhr 30 Minuten! Temperaturmessen ist nicht mehr erforderlich. Nur falls sich wieder Hitze einstellen sollte. Ich finde aber den Zustand seit Tagen so unverändert, dah nichts Besonderes zu erwarten ist! Sonst würde ich nicht von der Aufmerksamkeit des Herrn Andresen Gebrauch machen können!" „Gehen Sie ohne Sorgen, Schwester Elisabeth! Ich gönne es Ihnen gern! Ich habe so viele schöne Opern gehört, und die „Stumme von Portici" ist musikalisch so wertvoll. Ich bin doch dazu da, Sie einmal vertreten zu können!" Eva- Marie sagte das ohne jede Unfreundlichkeit. Aber die Schwester machte schon wieder ein abweisendes Gesicht. „Um mich vertteten zu können, müssen Sie Wohl etwas mehr gelernt haben als die Kunst der Unterhaltung!" antwortete sie spöttisch. „Aber heute abend ist ja nicht mehr nötig!" Eva-Marie antwortete nichts. Was hätte es für einen Zweck gehabt. Frau Renate bekam chre Milch und wurde in ihr Schlafzimmer gebracht, das einige Stufen höher lag als das Gartenzimmer. Sorgsam stellte Eva-Marie sich die kleine Flasche mit den Morphiumtropfen zurecht und ging dann, sich ein weiches Hauskleid anzuziehen. Sie fand die Kranke durchaus nicht so unverändert, wie die Pflegerin meinte. Hätte sie es aber irgendwie zu äuhern gewagt, so wäre ihr eine verächtliche Antwort sicher gewesen. Elisabeth wuhte immer alles besser. Herr Andresen hatte auch die Absicht, zu einer Sitzung zu gehen, ausgesprochen. Als Schwester Elisabeth sich entfernt hatte, wagte Eva-Marie Herrn Andresen ihre Meinung über das Befinden Renates und ihre sichtliche Schwäche zu sagen. Der stand schon in seinem Ledermantel, um wegzufahren. „Schwester Elisabeth mutz das doch besser verstehen!" antwortete der Mann. „Sie findet nichts Bedenkliches an meiner Frau! Die Schwäche, nun ja, das ist ja kein Wunder! Aber ich darf heute nicht fehlen. Und wozu halte ich schließlich zwei weibliche Wesen? Sie find ja da, Fräulein von Diemen, und werden Ihre Instrukttonen haben, und im übrigen ist ja auch das Telephon da! Guten Abend!" Er neigte den Kopf, nahm seine Aktentasche und ging. Eva-Marie war mit der Schwerkranken allein * Sie war so seltsam Ml heute, die blasse Renats „Ich glaube, Eva-Marie, heute brauchst dst mir kein Schlafmittel zu geben. Heute schlafe ich . so!" sagte sie freundlich und sah die Freundiq | müde an. „2lber di« graue Elisabeth schilt mich, wenn ich nicht ihr« Vorschriften genau befolgt fcafcer antwortete Eva-Marie lächelnd. „Sie sind so bitter, so gräßlich bitter, di« braunen Tropfen!" klagte Renate. „Ich tue dir ein bißchen Himbeersaft darauf!* schlug das Mädchen vor. Renate hatte wieder ein mattes Lächeln. „Sieh^ . so bist du immer, Eva-Marie! Immer suchst du einem das Bittere süß zu machen!" „Das ist Frauenpflicht! * sagte Eva-Marie. I „Wie gut für Heinrich!" lächelte die Kranke. Eva-Marie wurde rot bis hinter die kleinen, zierlichen Ohren. Dann klingelte sie und bat das I Mädchen um etwas Himbeersaft. Aber Renate ‘ legte den Kopf auf die Seite und schlummerte ein, ehe sie die Tropfen bekam. Eva-Marie stellte alles behutsam auf die Platte des Rachtttsches, nahm ein Buch und versuchte zu lesen. Das Licht hatte sie abgeblendet, daß es den j Schlaf der Kranken nicht stören sollte. Um neun Uhr erwachte Renate. „Du!" rief sie leise. „Bist du da, Evalein?" „Ich bin bei dir!" antwortete Eva-Marie und legte daS Buch weg. „Spiel doch noch einmal das Lied: Wenn ich wüßte, ich könnte dich Wiedersehen!" „Du weißt es doch, Renate!" Eva-Marie deckte sie zärtlich zu und streichelte daS schöne, wcl- Heutes Bemittiis Roman von Hertha Fricke Llrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau Wegen technischen Schwierigkeiten finden dieFilmvorfüh- M AMiiAiiAiM LicotsDiemaus Konsumverein Groben-Linden, den 6. September 1932. 62?« D 6285V weise gegen Barzahlung: Donnerstag, den 8. September d. 3., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich im „Löwen", Neuenweg 28, dahier, zwangs- Pfarrer Germer und Frau E., geb. Weiß Hanfried Germer. am 3. September aus dieser Zeitlichkeit abgerufen. Was ster’ - lieh an ihr war, wurde heute in der Stille zu Grabe gebracht Für alle Teilnahme danken wir aufrichtig. beit. a. 3 Zimmern/ Küche/ Speisekammer, Kellern. 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I .n>«<6eni"InCT ,u^t k I bi«Ä m, 2t®*| s-ep a ■«*5:1 >ren .Senate. H»,« • .1 ein?" tkk Eva-Marie urJ das Lied: Menn iÄ>i -ersehen!" 4 * * * * * Sttwüid 1 mag es sv J '^st! Denn bol dartenzrminer, kam «in äcij? Denke. toej käme und sande t ’ien, im andern Zimm m« mochte nicht fS *« wagte, dah sie W rnard $dtw Langt OS1<’ AlkÜ trt.l imM It I R! zwiebel f Kuchen 0r le^ jug. 1514« SSSi ttMKieW11 ;rt der Änbe'tsku^ öäSfei ■ ginnen A U ■ 55^ ; DH V. Am Donnerstag, den 8.Septeniber.pü 8.30 Uhr. iniV«W> heim, Lonyatratte» ersammlung' nesj i7m als ,rer i und ,rt ge- 'tl.be- =w. w- t&f itätns- -kvrävnng: mensmannes: । ,11* w - mngi.Beeleruir.Fun lernng an den HekUüt ; an erfolgreiche Werb'] arifabschlüise im Ewzo fr erwarten vollzäh er Kollegen. Donnerstags oo Zi/,Ubrnalvmittak!. Nr. 210 Zweites Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheffenj Mittwoch, 7. September 1952 Aus der Wett des Ulms. Berliner Filmpremieren. „Schuß im Morgengrauen." - „Quick." Heberrafcht geht der Blick des Zuschauers mit fccr Kamera vorwärts durch Alleen, die im Dämmerlicht des Morgens sriedlich liegen: noch scher, neu sie zu schlafen. Da rasen Autos durch diese schönen Straßen, ein Schuh knallt im Morgen, grauen — man weih, hier hat sich ein Verbrechen ereignet, dos kaltblütig errechnet und vorderer, tet war. Ein Auto sährt wie torkelnd durch die Allee, es scheint führerlos zu sein: richtig, da prallt es gegen einen Daum. Ausl Was ist ge. schehen? 3a, es läht sich zunächst noch nicht viel fest, stellen. Ein Mann ist erschossen worden, und die Polizei weih bald, dah es ihr Spitzel Müller VI. ist. Warum ober gerade der? Lassen sich nicht aus seinem Tode Schlüsse aus die Täter ziehen? Gewiß. die Polizei kommt bald dahinter, dah eine Bande von Iuwelendieben am Werk gewesen ist. Müller muh viel Material gegen sie ausgetrieben haben, sonst hätten die Diebe nicht gemordet. Lind bald wird klar, wer der Anstifter, der Mörder ist — es fehlt nur eine Kleinigkeit, die, wie man dem Verdächtigten den Mord nachweist. Es soll hier lieber nicht erzählt werden, wie die Aufklärungs- arbeit geleistet wird und wie sie svrtschreitet, wie es zu jener furchtbaren Schießerei kam, die der Tonfilm auf gefährlich realistische Art herausbringt. Wir wollen keine Spannung vorwegnehmen. Aber wir dürfen doch wohl sagen, daß mit dem „Schuß im Morgengrauen" ein De- tettivfilm entstanden ist, geladen voll Spannung und Erregung, voll Lebensechtheit und voll Der» brecherromantik, voll Tempo und voll Logik. Alfred Z e i s l e r, der Regisseur des Films, scheint diesen Film aus dem Handgelenk gemacht zu haben — so voller Bewegung ist er, voll Eile, voll Dorwärtsdrängen. Aber der Kenner weih, wie schwer gerade dieser beschwingte Ablauf zu er- zielen ist, wie unendlich viel Mühe jeder Meter Filmstreifen macht, wenn er mit Spannung und Energie geladen sein soll. Run, Zeisler hat sich diese Arbeit gemacht und darf mit seinem Werke zufrieden sein. Wie geschickt ist die neuartige und hervorragende Photomontage von Berlin in diesen Kriminalfilm hineingearbeitet, während man doch sonst derartige Bilder bei aller Schönheit meist nur als retardierendes Moment kennt! Hier gehören sie zum Entwicklungsgang des Films, und das ist ein Beweis dafür, wie stark Zeisler die Aufgabe empfindet, die er sich gestellt hat. Den Feucrkainpf — ein schon beliebtes Requisit des Tonfilms — macht er zu einem Erlebnis, ohne daß der Zuhörer dabei die Hemmung des Llnwahrhaften oder Liebertriebenen empfin- dct. Aber lassen wir das Sezieren: „Schuß im Morgengrauen" will gesehen werden, und nicht nur allein von den Freunden des Kriminalfilms. Ein hervorragendes Schauspielermaterial ist für diesen neuesten Tonfilm von her Hfa eingesetzt worden. 3m Mittelpunkt steht Theodor L o o s — und schon weih man, wie stark und wirklichkeits- cd-.t seine Leistung sein muh. Dann Hermann Spoelmans als Kriminalkommissar mit ech- teil humorigen Zügen, mit einer Vitalität, der man jeden Erfolg zutraut: er wirkt außerordentlich sympathisch, ebenso wie Karl Ludwig D i e h l, der h er mit bewuht knappen Mitteln eine sehr große, die größte Wirkung erzielt. Aber — wenn rr' I schon Leistung gegen Leistung einmal ab- r 'n darf das bezwingendste Spiel liefert c ; r fierte, Verbrecher, Säufer, Unmensch — das alles hat er mit fast dämonischer Kraft ge- zri ' net md verwirklicht. Unheimlich wirkt sein« L 'hing wie schon einmal im Tonfilm „M". Mit zwei ihrer besten Ramen startete die U a den Tonfilm ..Quick'. Hans Albers und Lilian Harvey- eine etwas ungewöhnliche Zusammenstellung, über die sich die Fr- unde des Kinos schon lange den Kopf ic* 1 * * örochen haben. Vielleicht ein Wagnis, aber baß man den Versuch, für Lilian Harvey einen neuen Partner zu finden, durchgefuhrt hat. ist sc'' n eine Freude. Die Rolle des Clowns Quick vermochte auch für Hans Albers eine Steige- rung zu bringen, die er selbst sich am dringend^ sten gewünscht hat. 3n „Quick" darf Albers endlich mehr als nur der „Sieger" oder der „ Draufgänger" sein: Gr kann in der Doppelrolle des Clowns überzeugend dartun, dah er sich mit einer einseitigen Auffassung seines schauspielerischen Vermögens durchaus nicht zu begnügen gedenkt. Weil er mit schwarz lackierter Perücke, mit völlig überschminktem Gesicht, mit prunkendem Clowns- gewand kaum noch an den Albers erinnert, der sonst so siegreich über die Leinwand tobt, darf er dem Publikum sein Können vermitteln, das entschieden größer ist, als seine Widersacher ihm zugeben wollen. Die Fabel dieses Films aus der Pommer-Produktion, von Hans Müller nach einem Lustspiel neu bearbeitet, ist einfach: sie erhält erst Farbe und Leben durch die Regie Siod- m a k s . der es glänzend versteht, ein luxuriöses Sanatorium mit den 3nsassen zu füllen, die man wahrhaftig dort findet. Die junge kapriziöse Frau Eva (Lilian H a r v e y) will im Grunde genommen nur ihre Langeweile kuriert haben, und daß dabei ein Quick viel heilsamer wirken kann als Moorbad und Schweigekur. wird jeder begreifen, der für sich langweilende Frauen Verständnis aufbringt. Lilian Harvey: das ist die rechte Vertreterin in dieser Rolle, wir wissen ja. daß sie nicht nur blonde unschuldsvolle Mädchen spielen kann, sondern viel Charme und daS nötige Maß an Koketterie mitbringt. um eine verwöhnte Frau darzustellen. 3hr Gegenspieler Albers müßte dagegen eigentlich hart und forciert wirken, aber erfreulicherweise' ist das vermieden worden Man kann eher sagen, daß sich diese Koppelung außerordentlich wirnain gestaltete. Mit guten Chargenspielern hat Eiodmak seinen neuen Tonfilm vervollständigt. Paul Hörbiger, dieser immer wirksame Schauspieler ohne LIebertreibung, versagte auch hier nicht. Paul Westermeyer gibt eine gutmütig vertrottelte Rebenfigur. Willi Stettner kann sich nach Lust und Laune als nur komisch zu nehmender Dichterling austoben, und Käthe Haack erfreut wie immer ihre Freunde. Selbstverständlich mußte He y m a n n . der Hauskomponist der Hfa, seinen Teil für den Film liefern, er komponierte das Lied des Quick, das Hans Albers auf seine besondere Art vorträgt. Das Publikum quittierte bei der Uraufführung mit starkem Beifall. A. Kulturfilm heute und morgen. Vorurteile und Probleme. — Oer Film als DollsbildungSmittel. Trickfilm, Zeitlupe und Zeitraffer. Don A. K. von Hübbenel. gi 'big und mannigfaltig, wie in bildlicher Hinsicht. Jedenfalls in der Wahrnehmung durch unsere Sinne. Diese Beobachtung kann man ost genug auch im praktischen Leben machen: So werden wir z.B. alle unsere Bekannten sofort unterscheiden, wenn wir sic sehen: wir verwechseln jedoch häufig ihre Stimmen am Telephon. Musik können wir nur genießen, wenn ihre Melodien und Harmonien unserem Empfinden geläufig ind, und Sprachlaute formen fich nur dann zu bif erenzierten Lauten und Begriffen, wenn wir sie ver tehen. Damit sind der Verwendung von Driginallautcn im Kulturfilm enge Schranken gesetzt. Bei Aufnahmen exotischer Volksfeste mit Musik und Gesang oder aus dem Leben des Urwalds wird der Gesamteindruck natürlich erst durch den dazugehörigen Ton abgerundet und lebendig ergänzt, — aber sogar solche Szenen müssen in ihrer akustischen Eintönigkeit, die in schroffem (9c- gensatz zur bildlichen Vielfalt stehen kann, auf die Dauer ermüden. — Neben der Aufnahme von Naturlauten gibt der Tonfilm die Möglichkeit, den für einen Kulturfilm nun einmal unerläßlichen erläuternden Text statt wie bisher in gedruckten Zwischentiteln als synchronisierten Begleitvortrag oder auch in Dialogform wiederzugeben. Auf diese Weise läßt sich natürlich mehr Wissenswertes sagen, ohne langatmig und schwer verständlich zu werden. Allerdings fragt es sich, ob es zweckmäßig ist, die Titellosigkeit im tönenden Kulturfilm allzu konsequent durchzu- fuhren. Die meisten Menschen haben ein überwiegend visuelles Gedächtnis und fassen Gelesenes viel leichter und nachhaltiger auf, als Gehörtes. Zumal unbekannte, schwierige Worte, etwa exotische Städtenamen, prägen sich in Schriftform viel leichter und besser ein, als beim Hören in einer oft nicht einmal genug deutlichen Aussprache. Daß ein Begleitvortrag, auch wenn man auf Dialog und die zumindest zweifelhafte Methode einer Rahmenhandlung verzichtet, nicht unbedingt nüchtern und langweilig sein muß, hat beispielsweise Bengt Berg gezeigt. Es wäre übrigens eine dankbare Aufgabe, die Vorträge, die der Forscher zu seinen Filmen „A b u Marküb ' und „Die letzten Adler" hielt, tonfilmisch festzuhalten und damit diesen prächtigen Kulturfilmen eine viel größere Verbreitung zu geben, als es in Stummfilmzeiten möglich war. Wie dramatisch und spannend man einen Kulturfilm aufbauen kann, bewies wohl am deutlichsten der Russenfilm „Turksib", der vom Bau der Turkestan- Sibirischen Eisenbahn handelte. Nachdruck verboten. Der Film, heute der Tonfilm, ist zu einem Sui- turfaltor von ungeheurer Bedeutung geworden, er ist aus dem Leben der Gegenwart nicht mehr hinwegzudenken. Sein Einfluß erschöpft sich keineswegs darin, daß er im Unterhaltungsprogramm weiter Volksschichten den breitesten Raum einnimmt, seine Macht als Mittel der Aufklärung, Belehrung, aber auch Verhetzung — ist nur mit der Macht der Presse zu vergleichen. Aber wenn die Anerkennung des Films als des größten internationalen Kulturmittlers der Gegenwart auch immer weiter fortschreitet, der eigentliche Kulturfilm hat in unserem Bewußtsein und in der praktischen Auswirkung noch lange nicht den Platz eingenommen, der ihm auf Grund seiner unerschöpflichen Möglichkeiten und der unvergleichlichen Intensität und Allgemeinoerftändlichkeit seiner Darstellung gebührt. Kein anderes Lehr- oder Nachrichtenmittel vermag Weltwissen und Weltgeschehen in so anschaulicher, leichtfaßlicher und eindringlicher Form zu vermitteln wie der Film. Der moderne Kulturfilm hat sich aus den primitiven kurzen Landschaftsfilmen entwickelt, die vor Jahren neben den amerikanischen Grotesken einen unvermeidlichen Bestandteil des Vorprogramms in jedem Kinotheater bildeten und kaum etwas anderes darstellten, als eine Ansammlung von mehr oder weniger hübschen Ansichtspostkarten. Die drückende Langeweile, die diese Landschaftsfilme gewöhnlich ausströmten, hat anfänglich die ganze Idee des Kulturfilms in Verruf gebracht, und es hat jahrelanger Arbeit bedurft, um das Vorurteil zu überwinden und die Masse der Kinobesucher für den Kulturfilm zu interessieren. Seit dem Aufkommen des Tonfilms hat auch der Kulturfilm seine äußere Form geändert. Bis dahin wurde der notwendige erklärende Text in Zwischentiteln verarbeitet, die oft recht langatmig ausfielen, jetzt dagegen hat der Dramaturg in dieser Hinsicht freiere Hand bekommen, es stehen ihm mehr Möglichkeiten offen, die (Erläuterungen abwechslungsreich und lebendig zu gestalten. Die Aufnahme der „Originallaute“ ist allerdings nicht immer der gangbarste Weg. Abgesehen davon, daß sich viele Vorgänge, die im Kulturfilm behandelt werden, völlig geräusch- l o s abspielen, — auch einen Reisefilm könnte man nicht durchweg mit Originalgeräuschen illustrieren. Das Weltgeschehen ist akustisch lange nicht so er- W eich den Knimalsgraphen erfand. Zum 40 Geburtslage M de Ischen Films Don Max (Slladanorvsky Die deutsche Filmindustrie feierte kürzlich ein interessantes Jubiläum: den 40. Geburtstag des deutschen Films- Vor 40 Jahren nämlich vollendete der heute noch lebende Berliner Erfinder Max Sklada- n o w s k y den ersten Filmaufnahmeapparat der Welt. 3m nachfolgenden erzählt der - leider viel zu wenig bekannte — Erfinder selbst, wie fetne Erfindung zustanderam. Wenn ich berichten soll, wie ich den Kinemato- graphen erfand, so muß ich dazu bis zum 18. Rv- vember 1879 zurückgehen. An diesem Tage hielt mein Vater zum ersten Male einen wisfenschah- l che c Bo trag in der damcl gen „Berlirer öl?ra in Berlin, in der Friedrichstraße, dem heutigen Apollo-Theater, bei dem ich den Projektions- a p p a r a t bediente, der die zum Vortrag nötigen B.lder riesengroß entwarf. Von diesem Tage an verfolgte mich die Sehnsucht, diesen starren Pro- jclt onsbildern Leben einzuhauchen. Aus meiner Kinderzeit besaß ich noch ein Spiel- zeug, das sogenannte Lebensrad, eine große Papptrommel mit seitlichen Einschnitten, durch d 2 man gezeichnete Bildstreifen erblickte, die vc_.cn annahmen, sobald die Trommel schnell gedreht wurde. Sinnend sah ich oft vor diesem Spielzeug, und mir kam der Gedanke, dah hier der Weg sei, den ich weiter zu beschreiten hätte. Ende der achtziger 3ahre des vorigen 3ahr- Hunderts hatte ich durch Zufall einen Kodak in d e Hände bekommen, der mit einer Filmspule für photographische Aufnahmen geladen war. Mit diesem Material hielt ich es für möglich, mein Ziel zu erreichen und machte mich an die Arbeit. Da inzwischen der Herbst herangekommen war, mußte ich meinen Vater auf seinen Vortragsreisen begleiten, die im Monat März des folgenden 3ahres ihr Ende fanden. Dann hatte ich zuerst für Reuherstellung der Projektionsbilder zu sorgen, und in meiner freien Zeit machte ich mich fortgesetzt an die Lösung meiner Aufgabe. Zuerst h eß es. einen Aufnahme-Apparat herzustellen, der bisher unbekannt war, denn für den Rcgativfilm muhte ein intermittierender Mechanismus geschaffen werden, der das Filmband ruckmähig abzog, und während des kurzen Stillstandes zur photographischen Aufnahme bereit war- Da mir keine Barmittel zur Verfügung standen, muhte ich mit meiner Hande Arbeit und den einfachsten Werkzeugen diesen Apparat schaffen. der im 3ahre 1892 für die Erstaufnahmen bereit war- Das Objektiv an diesem noch heute existierenden Aufnahme-Apparat war sehr einsach und kostete 3 Mk., ich konnte also wegen seiner geringen Lichtstärke nicht genügend Auf» nahmen innerhalb einer Sekunde machen. Als ich eine gut gelungene Serienaufnahme von ungefähr 48 Einzelbildern innerhalb sechs Sekunden fertiggebrachl hatte, kopierte ich diese Bilder auf Zelloidinpapier, schnitt sie auseinander, legte sie der Reihenfolge nach übereinander, blätterte sie schnell durch, und hatte die Wiedergabe des Lebens in natürlicher Folge vor mir. Für mich war also die lebende Photographie im 3ahre 1 892 erfunden. . Olun hieb es. diesen Apparat und auch einen Projektionsapparat mit gleicharbeitendem, intermittierend wirkendem Mechanismus in Präzisionsarbeit Herstellen zu lassen, aber daran ha- verte es Ich besah n'cht daS Geld dazu. Freunde oder Bekannte tonnten nicht helfen, selbst reiche Leute drehten mir den Rücken. Der Projektions-Apparat ergab sich aus meiner Erfindung des Aufnahme-Apparates denn der intermittierende Mechanismus der das Filni- band bei der Aufnahme fortschaltete, war auch an diesem Dersuchs-Projektions-Apparat der wichtigste Gegenstand. Da meme ersten. «Seinen, aufnahmen nur sechs bis acht Bilder h ' Sekunde hatten, war das Flimmern bei '° dah -ch ,°°°i | Apparate nebeneinander aufstellte, die abwech- sÄ die Bilder entwarfen, worauf das Flimmern verschwand. 3m 3uli des 3ahres 1895, als ich mehrere Serien fertig hatte, unternahm ich mit dem Apparat Probedarstellungen in dem Saal in Pankow, Berliner (Strafte 27, in dem sich heute ein großes Kino befindet. Eines Tages fuhren vor diesem Etablissement die beiden Direktoren vom „Wintergarten", die Herren Dorn und Baron, vor, die davon gehört hatten, daft ich etwas „Reues" probiere, sahen sich die Darstellungen an und engagierten mich sofort für den Monat Rovember für den „Wintergarten", mit der Vertragsklausel, daft ich vorher meinen „Biofco p" genannten Apparat nicht öffentlich darstellen dürfe, Hnd so geschah es. daft die erste öffentliche Darstellung eines Kinematographendurch mich am 1. Rovember 1895, im „Wintergarten" zu Berlin, stattfinden konnte. Oer Tonfilm bekommt neue Stimmen. So sehr auch der Tonfilm gegenüber feinen ersten Anfängen schon vervollkommnet ist, so lassen die meisten Apparaturen doch noch viel zu wünschen übrig, und man hat geschäht, daß im Durchschnitt die Kinos bisher nur etwa die Hälfte der Tonwerte bei der ursprünglichen Aufnahme ausnuhen. Ein bedeutender Fortschritt auf diesem Gebiet wird nun von dem Generaldirektor der amerikanischen Western Electric-Ge- sellschaft. 3. E. O t ter son. in einem Filmblatt angekündigt. Otterson steht heute an der Spitz« der amerikanischen Film-3ndustrie, denn er ist der Vertreter der großen elektrischen Organisation die den Siegeszug des Tonfilms möglich gemacht hat. Er stellt die Macht hinter bem Thron von Hollywood dar. Rach einer großen Anzahl von Versuchen mit der Hebertragung von Musik auf telephonischem Wege ist man soweit gekommen, daß die Darbietungen des berühmtesten amerikanischen Orchesters, der Symphoniker von Philadelphia, von ihrem Konzertsaal nach einer Anzahl von anderen weithin im Lande verstreuten Sälen so getreu übermittelt werden formten, daß es selbst für das feinste Die deutsche Kulturfilmproduktion wird heute in der ganzen Welt als führend anerkannt. Der deutsche Kulturfilm hat sich die verschiedensten Gebiete wissenschaftlicher Forschung erobert und mit echt deutscher Gründlichkeit ganze Arbeit geleistet. Filme wie „Tanzendes Holz". „Sichtbarmachung der Luft", den dramatischen Kampf des kleinen Mungo mit der giftigen Brillenschlange möchte man immer wieder sehen. Und immer mehr erweist es sich, daß cs überhaupt kein Gebiet gibt, das einer Behandlung durch den Film nicht zugänglich wäre. Der Kulturfilm ist schon heute aus dem Vorprogramm der regulären Kinos in Vor- tragssäle und den Lehrplan von Schulen und Universitäten gedrungen. Aber vorläufig noch in viel zu geringem Maße. Wie inter- effant läßt sich der geographische Unterricht gestalten, wenn einem der Film die fremden Länder mit ihren Menschen, ihrer Fauna und Flora lebendig vor Augen führt! Wie klar und verständlich werden komplizierte physikalische und chemische Vorgänge, wenn der Filmtrick ihre Geheimnisse enthüllt! Wie offenbart sich die Seele der Natur, wenn der tote Buchstabe und die unbewegte Zeichnung dem photographischen Leben selbst weicht, wenn man sehen kann, wie sich eine Blüte entfallet, wie sich eine Zelle teilt, wie sich ein Organismus bildet. Wie wächst und schärft sich das Verständnis für dos Weltgeschehen, für Eigenart und Psychologie fremder Völker, wenn man sie in ihrer Heimat beobachten kann! Es gibt kaum ein Lehrmittel, das zur Verbreitung einer wahren Volksbildung geeigneter wäre, als der Film. Bisher hat sich eigentlich nur die medizinische Wissenschaft der Hilfe des Films in größerem Umfange bemächtigt. Das otubienobjeft ist hier der lebendige Mensch, man kann deshalb nicht, wie etwa in der Chemie ober Physik, nach Belieben Experimente anstellen und wiederholen. Der Film ermöglicht es, seltene Krank- heiten oder Krankheitsfälle zu fixieren unb jederzeit oorzuführen, oder etwa von berühmten Chirurgen vorgenommene Operationen Hunderten von Zuschauern mit unübertrefflicher Deutlichkeit zu zeigen. Darüber hinaus gibt es ein Gebiet mibizinisch- biologischer Forschung, bem der Film überhaupt ganz neue Möglichkeiten eröffnet hat: bie Mikro- b i o l o g i e. Ein unschätzbarer Helfer für ben Forscher ist hier vor allem der Zeitraffer, ber otunben unb Tage bauernbe Vorgänge auf eine Zeitspanne von wenigen Minuten zusammenrasst unb deshalb ihre Bewegung beutlid) erkennen läßt. Mit Hilfe bes Zeitraffer Films kann man z. B. den Prozeß der Teilung einer Zelle in allen Phasen zusammenhängend beobachten, ober bie Entwicklung eines Gewebes verfolgen, eiroa das Eindringen ber schöblichen Krebszellen in ein bis dahin gesundes Gewebe. Ganz neue Einblicke in bie mikroskopische Welt vermittelt auch bie Zeitlupe, burch welche bie Bewegungen verlangsamt werben. Auf diese Weise gelang es, bie Fortbewegung winziger Infusorien. bie durch eine Wellenbewegung vom Flimmerhärchen geschieht, genau zu studieren, was ohne Hilfe des Zeitlupen-Films infolge ber ungeheueren Schnelligkeit der Flimmerbewegung gar nicht möglich war. Auch in der, Physik haben Zeitlupe unb Zeitraffer schon neue Erkenntnisse geliefert. So würben z. B. befonbere Zeitlupen-Kameras konstruiert, bie 30 000 unb mehr Bilder He Sekunde aufnehmen können, so baß ber Flug eines Geschosses, eine elektrische Entlobung usw. bei ber Vorführung als langsamer Vorgang erscheint unb bem Stubium zugänglich wirb. — Großaufnahme unb Trick, Zeitlupe unb Zeitraffer unb jetzt auch das Mikrophon, sind bie Hilfsmittel, die es ermöglichen, bas ganze Weltgeschehen unb Weltwifsen, über das wir verfügen, stets reprobuk- tion&bereit auf ben geschmeidigen Zelluloibstreifen zu bannen. Unb es erscheint durchaus nicht unwahrscheinlich, baß in einigen Jahren ber Anschauungsunterricht burch den Film ben gleichen Raum beanspruchen wirb, wie bas Lernen aus Büchern unb Vorlesungen. Ohr unmöglich ist, die Wiedergabe von dem Original zu unterscheiden. „Eine solche Wiedergabe von Musik ist das 3deal, das wir auch für den Tonfilm erstreben", erklärte Otterson. „Wir haben es zwar noch nicht ganz erreicht, aber die neuesten Tonfilm-Apparaturen, die jetzt in Hollywood benutzt werden, kommen diesem höchsten Ziele doch schon recht nahe. Diele arneri- kcmische Kinos Huben schon diese Vervollkommnung eingeführt und die akustischen Eigenschaften ihrer Säle so verbessert, daß die neue Tonfülle wirksam zur Geltung kommt. Wie häufig kam bisher der Tadel, den man gegen die Stimme eines Darstellers oder einer Darstellerin richtete, auf Rechnung der Wiedergabe, die ganz unzulänglich war. Run hat der Tonfilm neue Stimmen bekommen, und man wird staunen, wie die alten Lieblinge dadurch neue und stärkere Persönlichkeiten gewinnen." Eine andere Reu hei t, die im amerikanischen Kino eingeführt wird, ist die Heber tragung von Opern oder Dramen, die zu gleicher Zeit pantomimisch auf der Bühne dargestellt werden. 3n England hat man kürzlich einen ähnlichen Versuch gemacht, als die Rolle des Don 3ose in „Carmen", die in Madrid von dem berühmten Sänger Michele Fleta gelungen und nach dem Orpheus-Kino in der englischen Hauptstadt übertragen wurde, dort von dem Pantomimen A. M. O t h e r zugleich verkörpert wurde. Ganz tadellose Hebertragangen gelingen aber bisher nur auf dem Landweg und nur mit Hilfe der Telephon- und Telegraphenleitunaen, weil die drahtlose Hebertragung zu starken Störungen ausgesetzt ist. Es wird binnen kurzem möglich sein, Muster- Aufführungen von einer großen Bühne nach Hunderten von Theatern zu übertragen, und um tne körperliche Anschauung zu ermöglichen, die im Rundfunk fehlt, können -anrornimliche Vorstellungen veranstaltet werden, durch die die Hebertragung eine viel plastischere Wirkung aus- üben wird. Solche Hebertragungen sind in den Vereinigten Staat en bereits vorzüglich gelungen. fb. Wirtschaft Nachdruck verboten Ohne Gewähr 5. September 1932 24. Ziehungstag 185162 212283 266117 280363 370608 354965 81931 83029 85167 85622 90129 91814 Gewinnrade verblieben: 2 Prämien zu Statt Karten Großen-Buseck Gießen (Kaiserallee 10) den 7. September 1932 05139 M ÜM fische Seefisch« S «™ 6. ®. «Uinbenn BalmboMrake 61 5759 d Telefon 3866 Jeden Husten beseitigt Bexalit! 135975 221700 293442 327087 384963 106422 141624 179908 218606 252596 286014 316685 337319 375920 108597 134917 167740 185613 199199 226710 244589 268515 291413 324634 341626 363800 378652 122982 155167 190327 219798 273977 287392 324304 339615 376388 135281 160926 193205 220494 251120 281931 301954 336722 363273 384214 114099 142918 169920 186397 200335 238120 255156 269261 303426 327613 342651 367813 381718 129493 157251 191225 225390 275997 295230 325413 342131 384780 138752 153179 194565 221854 254399 282624 309889 342122 373326 386750 223351 288015 371248 117652 152550 173429 189206 201861 239811 256041 278658 307025 330055 343381 368295 383495 135345 162709 199415 228566 281595 297921 328286 351722 391949 144850 175642 199989 231145 258123 284731 316088 356863 374321 389291 137403 168576 200283 230697 282951 302757 328934 353262 125136 164825 180483 195760 215224 241993 263181 280824 321386 334035 360974 373458 141340 169912 210136 241797 285656 304712 332059 358024 148185i 178217 207907 245879 268910 290930 325799 360244 377813 394389 118958 196233 387121 154734 233388 296396 330791 389321 118449 156498 179399 195496 203910 240848 256657 279922 314198 333712 345223 373070 387442 147031 175684 206758 240420 263027 238253 316206 358277 375198 392666 105780 128377 164982 185357 198395 221502 242333 263959 286043 323454 341023 361087 374680 237291 241266 248100 296157 311217 325278 378050 382941 385914 126422 149226 179881 212803 246057 272026 298732 326634 363025 382390 395153 Im 2 ®*tohxne ,u 25000 W. 60293 4 Oetoinn« ju 10000 M. 146816 8 Gewinne zu 5000 M. 54389 362414 10 Dewinne zv 3000 M. 110357 Kreuzplatz 10 6279 A (Flasche 1.40 Mark und 2.75 Mark.) Haupt-Niederlage: Engel-Apotheke, Marktplatz. 4668V Herst.: Otto Stumpf A.-G., Chemnitz 24699 28942 32091 43861 50863 56822 58940 68709 78139 96888 97392 108117 111368 117975 118602 für Drauzwecke 175 bis 180, inländischer Hafer 145 bis 150, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0. mit Austauschweizen 33,60 bis 34,45, Weizenmehl, niederrh., mit Austauschweizen 33,60 bis 34,20, Roggenmehl (60 v. H.) 25,50 bis 26,75, Weizenkleie 8,25 bis 8,35, Roggenkleie 8 bis 8,25 Mark. 62 ©etoinne »u 2000 9H. 2178 3313 40095 41435 65466 73747 77176 102956 114860 127796 181050 Schrift!. Ang. unt. 05140 a. d. G. A. Auf jede gezogene Rümmer sind zwei gleich hohe Gewinne gefallen, und zwar je einer auf die Lose gleicher Rümmer in den beide« Abteilungen I und H Ab Donnerstag: Peter Voß, der Millionendieb __________________________________________________________6281 C Karl Stephan Luise Stephan, geb.Thron Vermählte 56135 58113 73182 94541 119761 172044 206436 214182 219981 254027 254360 258471 262923 301347 304597 314275 326579 Gewio nauszug 5. Klasse 39. Preußisch-Süddeutsche (265. Preuß.) Staats-Lotterie. Büchertisch. — Prof. Dr. K. Schmidt, Die Anfänge 3 Bildern, 8 S. — Derselbe, Die Dirigenten der Kurmusik zu Bad-Nauheim Mit des Kurorchesters zu Bad-Nauheim von 1853 bis 193 2. Mit 1 Bildbeilage. 20S. Friedberg i.H., 1932, Verlag C. Bindernagel. — (224.) — Der Verfasser bietet den zahlreichen Besuchern und Freunden Bad-Nauhcims einen lieber- blick, der die Leser von den Zeiten Edmund Neumanns (1853 bis 1872) bis zu Heinz Bongartz, dem jetzigen Leiter des Kurorchesters, führt. Für Gießen hat dos erste Schriftchen seine besondere Bedeutung insofern, als darin eines früheren Mitgliedes des Kurorchesters gedacht wird, das noch unter E. Neumann mitspielte. Es ist dies der allbekannte hochgeschätzte Musiklehrer Franz Bauer sen., dessen Anteil an der Entwicklung des musikalischen Lebens in Oberhessen erst jüngst (1932) in einer ebenfalls von Prof. Schmidt verfaßten Schrift gewürdigt wurde: Dr. med. Martin Lorenz, ein Lebensbild. (Verlag C. Bindernagel, Friedberg in Hessen.) Auch der prächtige Kapellmeister der 116er, Musikdirektor Krauße, wird in beiden Schriften gebührend berücksichtigt. Die Büchlein sind mit interessanten Bildern, ausgestattet und kosten 50 dzw. 60 Pf. Sie seien hiermit bestens empfohlen. Prof. Dreher. 255386 69483 220903 113415 224897 3n der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 3n der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen je 500000, 100 Schlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 25000, 26 zu je 10000, 106 zu je 5000, 182 zu je 8000, 460 zu je 2000, 942 zu je 1000, 1606 zu je 500, 4906 zu je 400 M. 399447 399787 128 Oetoinn« gn 1000 UL 3059 3871 17566 30229 30249 42886 54976 59272 65103 65809 65835 85520 190 Gewinne zu 500 M. 2062 6350 20768 28017 29830 38533 47626 48898 49697 55831 5893060569 8 Oetoiane ga 5000 M. 16117 101333 227934 18 Gewinne an 3000 UL 56558 96533 210035 212957 252076 281319 323753 LichtspieHhaus Gießen Heute Mittwoch zum letztenmal Anny Ondra — Georg Alexander in der bek. unsterblichen Operette Die Fledermaus Aul der Bttbne: Gastspiel der weltberühmten Clowns ' 3 Daniels Mittwoch eintrefiend: Schellfische o. Kop! das Pfund v. 26 4 an Kabeljau ohne Kopf das Pfund v. 25 an Seelachs ohne Kopf das Pfund v. 25 d an FUet d. Pfd. v.WMan Filet Marke „Fifl“ das Pfund v. 48 -3 an Schollen d.P!d.5(M Rotzungen d.PId.6(M Heilbutt 1. Ausschnitt das PtundlKM leb. Karpfen Pfd. 115^ leb. Aale Pfd. 120 Räucherwaren I8gl. frisch empfiehlt 1. Koch Nachlolo. Mäusburg 16,Tel.3612 343013 365433 36 ©etoinne au 2000 UL 24527 30041 39992 43949 49274 88240 104091 112444 158469 172045 197663 199355 298005 318292 326704 350053 387156 387486 70 Gewinne m 1000 M. 10219 23698 36220 51582 362002 366230 366513 376334 ______ ______ 160 Gewinne >u 500 M. 17892 19157 19562 20014 chinesischer Freiwilliger ausgesetzt sind. Japan hat die direkte und kürzeste Verbindung der koreanischen Küste mit dem gesamten mandschurischen Bahnnetz erhalten, die im Ernstfall gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Die japanischen Karten liegen heute offen auf dem Tisch. Während der Völkerbundsausschuß sich noch immer mühselig mit der Ergründung der Ursachen und Wirkungen des mandschurischen Konflikts abgibt, gibt sich Japan keine Mühe mehr, etwas zu verbergen. Die „offene Tür" ist endgültig zugeschlagen. Daß unter diesen Umständen nicht nur die amerikanische Annäherung an Sowjetrußland eines Tages vollendete Tatsache werden, sondern auch der geplante chinesische Nichtangriffspakt mit Moskau zum Abschluß gelangen und damit die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen erfolgen wird, kann man kaum mehr bezweifeln. Während sich hier die über Nanking und Moskau nach Washington gehende Front immer deutlicher abzeichnet, versucht Japan jetzt, durch seine Verhandlungen über einen etwaigen Verkauf der Ostchinabahn an Frankreich dieses finanziell an der Mandschurei zu interessiren und damit auch politisch festzulegen. Es ist vorderhand fraglich, bis zu welchem Grade Tokio hier erfolgreich sein wird. Vielleicht werden die kommenden Schuldenoerhandlungen Frankreichs mit seinem amerikanischen Gläubiger schon zeigen, ob Paris nicht lediglich seine japanische Karte unter ganz anderen Verhältnissen ausspielen und zu ganz anderen Zwecken gebrauchen will. Japan spielt hier um einen hohen Einsatz, es spielt den Kampf um sein Leben. Es schätzt die Inanspruchnahme der Großmächte durch ihre eigenen Sorgen so hoch ein, daß es jetzt die Zeit zum entscheidenden Vorgehen in der Mandschurei für gekommen hält. Es wird sich in den nächsten sechs Wochen zeigen müssen, ob es richtig kalkuliert, da dann die Regenperiode dort jedes Kriegführen un- möglich macht und die kommende Generalauseinandersetzung erneut um eine Saison bis zum Frühjahr verschiebt. gelegten militärischen Aktion im ®e> biet der eigentlichen russischen Einflußzone, längs der Ostchinabahn, gegeben, die die japanischen Tanks, Artillerie und Bombenflugzeuge gleich bis zu den beiden äußersten Zipfeln der Ostchinabahn vorgeschoben hat. Zunächst wurde die Station Mandschurin, der russische Uebergang von der Baikalseite her nach der Nordmandschurei, und sodann auch die gegenüberliegende Grenzstation Pogranitschnaja, der Austritt der Bahn nach der russischen Küstenprovinz, besetzt. Die ganze Linie befindet sich nunmehr in mandschurisch-japanischem Besitz. Schon hat der sowjetisttsche Generalkonsul in Charbin die „Verantwortung für die Folgen dieses japanischen Vorgehens abgelehnt". Es wurde von feiner Seite angedroht, daß auch die Sammlung eines japanischen Flugzeuggeschwaders von 300 bis 500 Maschinen in Charbin als eine Provokation angesehen werden muß. Darauf hat aber Japan seinerseits mit der Entsendung des Generalstabschefs M a z a k i und des Hauptkommandierenden H o n d s e h o nach Charbin geantwortet, was wiederum auf bevorstehende militärische Ereignisse schließen läßt. Damit sind die alarmierenden Nachrichten aber noch nicht erschöpft. Es ist in der europäischen Presse im allgemeinen wenig beachtet worden, daß Japan durch die Fertigstellung einer Zweiglinie der südmandschurischen Bahn, die den koreanischen Hafen S e i s i n mit der Strecke Charbin-Tschang- t s ch u n verbindet, die Möglichkeit erhält, unter Umgehung der mandschurischen Häfen seine Truppen direkt über Korea nach der Mandschurei zu befördern. Damit ist nicht nur Zeit gewonnen, da der weite Seeweg erspart bleibt, es spricht auch das Moment der Sicherheit mit, weil die japanischen Truppen jetzt nicht mehr den gefürchteten Angriffen Knoblauch^1 M wertvolle Di6 MX. 1.50. ■ --- Obligationen verloren bis zu 3 Prozent. Auch Auslandrenten lagen heute erstmalig schwächer und erschienen teilweise mit Minus-Mi- nus-Zeichen. Am Geldmarkt blieb die Situation weiter unverändert. Eine neue Erleichterung konnte nicht eintreten, und der Sah für Tagesgeld steUte sich wieder auf 5,63 Prozent und nur vereinzelt auf 5,50 Prozent an der unteren Grenze. Am Wechselm arkt ist das Geschäft weiter stiller geworden. Frankfurt stark abgeschwächt. Frankfurt, 7. Sept. (DTB. Drahtmeldung.) An der heutigen Börse trat die befürchtete Reaktion auf die rapide Auswärtsbewegung der letzten Tage prompt ein. Die Börse war auf der ganzen Linie stark abgeschwächt. Don der Kundschaft lagen umfangreiche „Bestens-Order" vor, und auch die Kulisse schritt in verstärktem Ausmaß zu Glattstellun- gen, nachdem bereits an der Abendbörse eine Abschwächung eingetreten war. Eine ganze Anzahl von Werten erschien mit Minus - Minus - Zeichen und kamen mehrprozentig niedriger zur Notiz. Bei lebhaften Umsätzen betrugen die durchschnittlichen Einbußen 3 bis 5 v.H. und darüber hinaus lagen einige Spezialwerte bis zu 8 o.H. schwächer. Die stärksten Verluste hatten Scheideanstalt mit minus 8 v. H. und Lahmeyer mit minus 7,50 v. H. Am Elektromarkt gaben Siemens 6,50 v. H., Licht und Kraft 5 n. H., Rheinische Elektro Mannheim 4,50 v. H., AEG., Bekula, Felten, Gesfürel und Schuckert von 3 bis 4 v. H. nach. Starke Rückgänge stellten sich ferner am Montan m a r k t ein, wo Harpener und Mannesmann je 5,25 v. H., Buderus und Phönix je 4,50 v. H., Gelsenkirchen, Rheinstahl, Klöcknerwerke und Stahlverein bis zu 4 v. H. verloren. IG. eröffneten 4 v. H., Deutsche Erdöl und Rütgerswerke je 3,50 v. H. und Metallgesellschaft 2 v. H. niedriger. Schiffahrts- papiere waren bis zu 3 v. H., Zellstoff« und Kunst- seideaktien dis zu 5,50 v. H., schwächer. Bon Einzel- werten setzten Reichsbank 2,75 o. H., Daimler 3,25 v. H., Deutsche Linoleum 3,50 v. H., Allgemeine Lokal und Kraft sowie Contigummi je 4,50 v. H. niedriger ein. Ohne Notiz und mit Minus-Minus- Zeichen erschienen noch Zement Heidelberg, Goldschmidt und Zellstoff Aschaffenburg. Am Rentenmarkt war die Tendenz ebenfalls schwächer. Die schon gestern abgeschwächten Deut- schen Anleihen gaben um weitere 0,50 bis 0,75 v. H. und Reichsschuldbuchforderungen um 1 v. H. nach. Goldpfandbriefe, Stadtanleihen, Kommunal- und Jndustrieobligationen sowie Länder- und Reichsanleihen lagen durchweg bis zu 3 v. H. niedriger, ebenso gaben Liquidationspfandbriefe weiter nach. Am Auslandsrentenmarkt ergaben sich ebenfalls Kursrückgänge bis zu 1,50 v. H. Im Verlaufe blieb die Haltung schwach und meist ergaben sich Rüchgänge von 1 bis 2 v. H. Merklich niedriger tarnen noch Goldschmidt, Aschaffenburger Zellstoff und Holzmann zur Notiz, die bis zu 6,50 v. H. einbüßten, Zement Heidelberg lagen schließlich 4 v. H. niedriger. Tagesgeld war zu 4 o. H. weiter leicht. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 7.Sept. Es wurden notiert: Weizen, gesund, mahlbar, 222,50, Roggen, gesund, mahlbar. 172,50 bis 175, Sommergerste (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) London, August 1932. Lausanne, der Kampf um die alliierte Front gegen Amerika, die Konferenz von Ottawa, die amerikanischen Wahlen — das alles lenkte den Blick von einem der wichtigsten und gefährlichsten Unruhezentren der Weltpolitik, vom Fernen O st e n , ab. Aber gerade im Schatten dieser Ereignisse bereitet sich dort unverkennbar eine neue üßenbung vor. Wenn auch der deutsche Leser, dem das Hemd näher am Leibe ist als der Rock, vorläufig meist noch uninteressierter Zuschauer ist, so wird in der angelsächsischen Oeffentlichkeit schon seit einigen Wochen wieder zum Alarm geblasen. Nach den Schüssen von Tokio ist entgegen allen Erwartungen zunächst eine Ruhepause eingetreten. Vielfach wurde erwartet, daß infolge dieser Schüsse auch die Flinten an der russisch-japanischen Front losgehen würden. Aber Japan sah seine Zeit noch nicht gekommen, seine Mühlen mahlen langsam, und die Spannung verlagerte sich. Aber unter der Oberfläche arbeitete man mit Vollkraft weiter, suchte vor allem die Frage der beiderseitigen Bundesgenossen zu klären und — wartete im übrigen die nächsten Zwischenfälle ab. Diese sind nun eingetreten, und zwar nicht ver- einzelt. Durch die Beschlagnahme der man» dschurischenZölledurchdieRegierung Puji, das neue aktive Eingreifen der Japaner in der Mandschurei, die chinesisch-russische und russisch- amerikanische Annäherung auf der einen und die japanisch-französische auf der anderen Seite sowie durch andere Umstände mehr ist das eingetreten, was man als das Ende der mandschurischen Ruhepause bezeichnen kann. Die Tatsache der Beschlagnahme der Zölle hätte kaum Aufsehen erregt, wenn d i e Zolleinnah- men Chinas nicht für den Dien ft der Auslandanleihen verpfänd e-t worden wären. So aber entstand die Lage, daß die Nankingregierung sich infolge dieses Vorgehens der Regierung Puji außerstande erklären könnte, den Zin- fenbienft weiter zu leisten.' Da der Leiter der mandschurischen Zollverwaltung nunmehr ein Japaner ist, die größten Anleihegläubiger Chinas aber England und die Vereinigten Staaten sind, erfolgte zunächst ein Schritt der beiden angelsächsischen Botschafter im Tokioter Auswärtigen Amt. Dort wurden beruhigende Zusicherungen abgegeben und u. a. darauf hingewiesen, daß die Mandschurei sehr wohl in der Lage sei, aus den Gesamtzolleinnahmen von 32 Millionen ihren Anteil von 12 Millionen für den Schuldendienst zu leisten, wonach ihr immer noch 20 Millionen verblieben, die auf der Einnahmenseite des Haushalts eine sehr beachtliche Rolle spielen würden. Der ganze Zollkonflikt ist aber selbstverständlich weniger eine finanzielle, als vielmehr eine p o - litische Angelegenheit. Die Beschlagnahme der Zollverwaltung soll nach außen hin die völlige Selbständigkeit der Mandschurei unter Beweis stellen. Daß hinter diesem Entschluß der Regierung Puji Japan steht, kann auch die Tokioter Regierung nicht mehr leugnen. Der japanische Kriegsminister A r a k i erklärte am 30. Juni, die japanische Stellung in der Mandschurei habe eine grundlegende Aenderung erfahren. Nachdem das Tokioter Parlament mit großer Mehrheit den Beschluß gefaßt hat, daß der mandschurische Staat nunmehr von Japan offiziell anerkannt werden müßte, fei in absehbarer Zeit mit einer Deklaration über die neue Politik Japans in der Mandschurei zu rechnen. Die Nankingregierung habe den Versuch gemacht, das mandschurische Problem in unmittelbaren Verhandlungen mit Japan zu lösen, dafür bestehe aber gegenwärtig kein Anlaß mehr. Für Japan sei nur noch Her Gesichtspunkt maßgebend, daß eine wirtschaftliche Einheit aus Japan, KoreaundderMandschurei geschaffen werden müsse. Und eine wirksame Illustration zu dieser Erklärung bildet ein Kommentar des Tokioter Blattes „Nitschi-Nitschi", das am 2. Juli schrieb, China müsse endlich auf den Traum verzichten, je wieder die Mandschurei zu gewinnen, und eine Anerkennung würde zweifellos auch den Zollstreit automatisch schlichten. Diese Haltung läßt an Eindeutigkeit nichts mehr zu wünschen übrig. Die in Schanghai erscheinende amerikanische „China Weekly Review" brachte dieser Tage eine Karikatur, die die von einem schwer bewaffneten Japaner bis auf einen kleinen Spall zu- geschlagene „offene Tür in der Mandschurei" zeigte. In dem Spalt aber war die Hand eines Amerikaners eingeklemmt, der von dem Japaner mit sanfter Gewalt herausgedrängt worden war. Wenn man dieser Karikatur die Meldung des diplomatischen Korrespondenten des „Daily Telegraph" vom 18. Juli entgegenhäll, der über die Möglichkeit der Entsendung eines amerikanischen „Beobachters" nach Moskau berichtete, was nach seiner Auslegung einer halbamtlichen Aufnahme der Beziehungen Amerikas zu Räterußland gleichkommen würde, so ist in dieser Gegenüberstellung die Bedeutung der fortschreitenden Frontenbildung in der Mandschurei aufgezeigt. Noch bleibt zwar der Bericht des „Daily Telegraph" unbestätigt, Moskau gibt aber der Washingtoner Regierung manche gute Chance, und Japan sorgt gleichermaßen auch durch seine militärische Aktivität für eine zunehmende Klärung zur Krise. Denn es ist unverkennbar, daß sich auch an der eigentlichen „Front" in der Nordmandschurei neue Gewitterwolken zusammenballen. Die Bekämpfung des chinesischen Banditenwesens hat den Japanern den nicht unerwünschten Anlaß zu einer groß a n • Großhandels-Indexziffer für August. Die vom statistischen Reichsamt für den Monatsdurchschnitt August berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 95,4 gegenüber dem Vormonat um 0,5 Prozent gesunken. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 91,0 (minus 1,6 Prozent), Kolonialwaren 83,4 (minus 0,7 Prozent), Industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,6 (plus 1,2. Prozent), und industrielle Fertigwaren 115,8 (minus 0,9 Prozent). * Einfuhr englischer Baumwollgewebe vor dem heutigen Inkrafttreten der Zolländerungen. Vor dem Inkrafttreten der deutschen Verordnung über Zolländerungen vom 26. August 1932, die u. a. auch einen SOprogentigen Wertzollzuschlag aus die bisherigen Zollsätze von Wollgeweben enthält, ist gestern der Versuch gemacht worden, mehrere Tonnen Baumwollgewebe in den regelmäßig zwischen Croydon— Köln—Berlin verkehrenden Flugzeugen zu verfrachten. Abschwächungen an der Berliner Börse. Berlin, 7.Sept. (WTB. Funkspruch.) Die schon seit Tagen fällige Reaktion auf die starken Steigerungen der letzten Zeit ist heute eingetreten. Schon gestern konnte man Realisationen der Börse beobachten, die man zum Teil mit dem für diesen Monat fälligen Abbau der Dörsenlombards aus den alten Terminengagements in Zusammenhang brachte, heute zeigte aber auch das Publikum erstmalig größere Reigung zu Gewinnmitnahmen und hatte überwiegend Derkaufsorders an die Märkte gelegt. Das Fehlen des Terminhandels stellte sich hierbei als ein Manko heraus, da die Markte dem Abgabedruck keinen Widerstand entgegensetzen konnten, und unverhältnismäßig große Kursverluste die Folge waren. Während als Hauptgrund für diese Abschwächung die Abgabeneigung des Publikums angegeben wurde, so glaubte die Spe- hdatiorT, von sich aus ebenfaUs als Verkäufer auftreten zu müssen, da sie die innerpolitische Lage wieder für gespannter hält, und der schwächere Schluß der gestrigen Reuyorker Börse bewies, daß die Haussebewegung auch international eine Unterbrechung erfahren hat. Die Rohstoff- m ä r k t e meldeten allerdings unverändert feste Tendenz. Die llmsahtätigkeit blieb zwar weiterhin recht lebhaft, die zu den ersten Kursen vor- liegenden Verkaufsorders übertrafen alle Erwartungen und führten zu einer starken Abschwächung des Kursniveaus. Für eine ganze Reihe von Papieren erschienen Minus- Minus-Zeichen an den Maklertafeln und Kursverluste bis zu 5 Prozent waren eigentlich die Regel. Darüber hinaus büßten Papiere wie Bayrische Motoren, Schubert Sr Salzer, Julius Berger. Aku, Demberg, Stöhr, Deutsch-Atlanten, Erdöl, Leopoldgrube, Ilse, Goldschmidt, Deutsche Linoleum, RWE., Siemens usw. bis zu 7,5 Prozent ein. Bei den besonders stark gedrückten Papieren zeigten sich später leichte Erholungserscheinungen. Auch die fe st verzinslichen Papiere koimten sich der schwachen Allgemeintendenz nicht entziehen, doch waren die Rückschläge am Rentenmarkt nicht so erheblich und das Geschäft wesentlich ruhiger als an den Aktieli- Märkten. Deutsche Anleihen büßten bis zu 60 Pfennig ein, Reichsschuldbuchsorderungen gi gen um etwa 1 Proz. zurück und Industrie- Briefkasten der Redaktion. Fußballspiel vom Sonntag. Don anonymen Einsendungen können wir keinen Gebrauch machen. Ein Mittwoch-Abonnent des Stadttheaters. Anonyme Einsendungen können nicht berücksichtigt werden. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport und Wirtschaft i. V.: H. L. Neune r. Mandschurische Wendung Von unserem ^-Berichterstatter.