< 4735 V nenslr. 6, Tel. Nr. 8888 ibune zm -vtt^wmlung , 12. Mai, 20 Uhr, Ilm« saal 33/1. Stock links. l.riobreSberilbt: 2. Sol« ntlaiiung des Reckinm: tandes;5.ÄMiedenes. Ter Borstand. IltrtNM.®* de-Sitmt-Wk« sonntaa. dem 8. Mai. Ironen-Sindev nubüiii tesdienites: Sroben-Linden: 14 Uh, 'ich: 13.30 Uh. u-»° ,g m den rumballen. i.****i-.. daz jT 3 '' Lü Ibolf. tmen der ell derlöbn/^^^Un?l lrot™ !*'L6t W gk je. MM’Stig» le «ebdnfel yne ?usein°nde, jj*"» -L'LLL 'Lrrrr uSLL dakte fe 'Serttout? £;?nn Sreunh he Imme, eint - büßten! Denn - 1 auf 2i|a8 Lippen 3m I Druckte sie ihn Ih„ Sareticn. Hastig rauchte ' Ebenso hastig rauchte g folgt.) «AM >WÜI.M leWWM .billiglind gufim MfÄÜ n,TelefMSSL^ so , moitr»1 nr.106 Erster vlatt (82. Jahrgang Samstag, Z. Mai 1952 Erscheint täglich,anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • DieSchalle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eichen. poKscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Unioersiläls Such- und $teinöru)in!erlopf stecken. Acht A er sie waren unausgesetzt um den Präsidenten bemüht Als Tardieu gegen 17 Uhr das Krankenhaus verließ, erklärte er Pressevertretern, Doumer habe seine Besucher erkannt und sich mit seiner Frau unterhalten können. Als Professor Gosset an fein Bett trat, habe er auch ihn erkannt und gesagt: „Da kommt ja Gosset!" Als Doumer von den Schüssen getroffen wurde, soll er ausgerufen haben: „Ist das denn m ö g I i ch?" Gegen 22 Uhr zeigte der Kranke eine gewisse Erregung und sprach einige Worte. Pros. Gosset vernahm, daß Doumer fein Erstaunen über seine Anwesenheit in einem Zimmer mit weißgestrichenen Wänden zum Ausdruck brachte. Man sagte Doumer darauf, er habe einen AutounfaU erlitten. Kurze Zeit darauf wurde ihm eine Morphiumeinspritzung verabreicht, die ihn beruhigte. Mm 1 Mhr verließ der Minister für nationale Verteidigung das Krankenhaus und erklärte, der Zustand Doumers sei außerordentlich ernst: die Verletzung der Schädelbasis habe sich auf das Gehirn ausgewirkt. Die Schwäche des Kranken nehme zu. Oer Tod des Präsidenten. Paris, 7. Mai. (IDIP. Funkspruch.) Um 4.40 Uhr ist der Präsident der Republik, Paul Doumer, den Verletzungen, die ihm bei dem Attentat bclge- drachl worden sind, erlegen. Am Sterbebett des Präsidenten weilten seine Gattin, seine Tochter und sein Schwiegersohn, ferner Minister Präsident Iardieu, der Minister für die natio nalc Verteidigung, pietri, der Innenminister und andere Mitglieder der Regierung. Um 5.15 Uhr wurde die Leiche des Präsidenten der Republik nach bcmElysLc übergeführt. Den Zug begleiteten Ministerpräsident Tardieu und die im Augenblick des Ablebens im Krankenhaus anwesenden Minister. Frau Doumer Hot einige Augenblicke später in Begleitung ihrer beiden Töchter das Krankenhaus ebenfalls verlassen. Als die Leiche im Elysse eintraf, erwiesen ihr die republikanische Garde und die anwesenden Polizisten militärische Ehren. Die sterbliche hülle istimElyfeevorlöusig aufgedahrt worden, angetan mit dem Großkreuz der Ehrenlegion und mit allen Orden und Ehrenzeichen. heute vormittag wird die Einbalsamierung erfolgen. Alsdann wird dos Publikum die Möglichkeit hoben, am Katafalk oorüberzuziehen. Die Einzelheiten über die Beisetzung des Staatsoberhauptes werden im Kodinettsrat, der um 11.30 Uhr im Außenministerium ftattfindet, festgesetzt werden. Wer ist der Attentäter? Ein offenbar irrsinniger russischer ^Smigrant, der den Anschlag verübte, um sich an Frankreich für die Duldung des bolschewistischen Regimes in Rußland zu rächen. Die Festnahme des Attenlälers. Äon der Menge fast gelyncht. Die Vefucher. die Augenzeugen des Anschlages waren, stürzten f i ch auf den Angreifer und richteten ihn durch Stock» und Faustschläge übel zu. Den anwesenden Kriminalbeamten gelang es nur mit Mühe, ihn vor der Lynchjustiz zu bewahren. 3n seiner Tasche fand man ein in russischer Sprache abgefaßtes Notizbuch, in dem u. a. folgender Satz geschrieben steht: „G o r- gulnto, Präsident dec russischen Faschisten und Mörder des französischen Stoatspräsidente n“. Oie Person des Täters. Ein irrer Emigrant mit seltsamer Vergangenheit. Gorgulow ist ein plump und bäuerlich aus- sehender Mann von 37 Jahren. Sein sonderbares Benehmen und seine unruhig flackernden Augen scheinen die Auffassung vollkommen zu bestätigen, daß man es mit einem gefährlichen Irren zu tun hat. Während feines Verhörs sprach er unausgesetzt vor s i ch h i n. antwortete unklar auf die an ihn gerichteten Fragen und summte von Zeit zu Zeit eine Melodie. Soweit aus seinen unjufammen- hängenden Reden hecvorgeht. bezeichnet sich der Attentäter als Dichter und Mystiker. Er erklärte. er fei vor vierMonaten ausPrag nach Frankreich gekommen und habe sich dann in Monte Carlo niedergelassen. Gegen den Präsidenten der Republik habe er persönlich nichts gehabt. Doch fei er ein fanatischer Gegner der Bolschewisten und habe als solcher gehandelt. Zu Ende des Verhörs erklärte der Attentäter ..Ich weih, daß ich sterben muh und werde als Soldat sterben" Seine Anhängerschaft habe ihn im Stich gelassen, er stehe allein. habe keine Helfershelfer und lasse sich nicht kaufen. Pawel Gorgulow ist von Geburt nicht Rational- ruffe, sondern Kubankosak. Er wurde im Jahre 1895 in bet Kosakenniederlassung Labinfkaja Staniza im Kaukasus geboren. Den Krieg machte er gegen Oesterreich und gegen die Türkei auf russischer Seite mit. Rach dem Kriege studierte er in Prag Medizin und galt schon damals unter seinen Bekannten für verrückt. Er hat einen Band Gedichte in völlig unzusammenhängenden Versen veröffentlicht. Ferner stammt eine politische Broschüre aus seiner Feder, die unter dem Rainen »Das grünt Programm, Wege zur Befreiung Rußlands" vollkommen phantastische Ideen enthält. Er bezeichnet sich gleichzeitig als Faschist, Antimonarchist, Republikaner und Demokrat. Oas Verhör. W.lde politische Phantasien. Das Ministerpräsidium veröffentlicht folgende amtliche Verlautbarung: Der Attentäter erklärte vor der Polizei, in Monaco eine national- russisch-faschistische, aber antimanarchistische Partei gegründet zu haben, die etwa 40 Mitglieder umfaffc. Diese Partei fei jedoch nach und nach zerfallen. Die Unterstützung, die die fowjetrusfische Regierung von einer grohen Anzahl europäischer Staaten erhalte. habe ihn dazu veranlaßt, einen .großen Schlag" auszuführen Zu diesem Zweck fei er nach Paris gekommen und habe den Präsidenten der Republik ermorden wollen. Er habe das Ziel verfolgt, Frankreich zu bewegen, Sowjetrußland den Krieg z u erklären. Er sei zwar eingroßerDer- ehrer Mussolinis und Hitlers, habe aber weder von Deutschland noch von Italien i r gendwelche Aufträge oder materielle Unterstützung erhalten. Er fei sogar ohne Wissen seiner Familie nach Paris gekommen und habe die Reise aus feinen eigenen Ersparnissen bezahlt. Am Donncrstagnachmittag habe er sich in dem Bureau der Vereinigung ehemaliger kriegsteilnehmender Schriftsteller vorgestellt und um eine Eintrittskarte für Die Eröffnung der Duchausstellung gebeten. Als man ihn nach seinem Ra men fragte, habe er sich feines Pseudonyms „B r a d" bedient, unter dem er in Europa und besonders in der Tschechoslowakei sehr bekannt sei, weil er in verfchiedenen dortigen Zeitungen Artikel veröffentlicht habe. In politischen Kreisen ist man überzeugt davon, daß der grejfe Staatspräsident feinem politischen Anschlag, sondern der Tat eines Geisteskranken zum Opfer gefallen ift. Gorgulow war zweimal aus Frankreich ausgewiesen worden, und zwar wegen illegaler Ausübung des Arztberu- f e s. Seine Diplome waren von den hiesigen Behörden nicht als ausreichend angesehen worden. Auch verfügte er nicht über genügend Existenz- mittet Oer Attentäter auf seinen Geisteszustand untersucht. Er will das Lindbcrgh-Vaßy geraubt haben Gorgulow wurde vom Untersuchungsrichter d i e Anklageschrift zugestellt. Sie lautet cilf Mordversuch an dem Präsidenten der Republik. Alsdann wurde er in das Sante- 6^ fängnis eingeliefert. Der llntcrfud)ungs» richtcr Hot drei medizinische Sachverständige bestellt, die Gorgulow auf seinen Geisteszustand untersuchen sollen. Er stellte den Antrag, daß ihm von Amts wegen ein Verteidiger zur Ver fügung gestellt werde. Das bei Gorgulow vorgcsun dcne, in russischer Sprache geschriebene Heil enthalt eine A r t Plädoyer, in dem Gorgulow erläutert, weshalb er den Präsidenten der Republik töten wollte. Nach seiner Ansicht lei Rußland Frankreich während des Krieges zu Hilfe gekommen, aber Frankreich habe nichts getan, um Ruß land zu helfen, das iowsetistifche Joch abzuschütteln. Am Schluß Des Aussatzes be- zichtigt sich Gorgulow selbst, den Sohn Lind- berghs geraubt z u haben. Er habe mehr als 60 000 Franken ausgegeben, um ihn entführen zu lassen. Das Kind werde als Geißel von russischen Terror, st en aus gezvAe n. Ha- oas bemerkt hierzu, dieler Schluß der Aufzeichnun- gen scheine darauf hin zuweisen, daß Gorgulow nicht im Vollbesitz seiner gsiftigen Fähigkeiten sei. Memels Sieg. Auf dein Leidensweg der Deutschen des Memel- landes ist dos Ergebnis der Wahlen z u m memeflänbifdjen Landtag ein Lichtblick in besonders dusterer Zeit In diesen lagen, in denen sich schwarze Wolken gegen die Ostmark drohend zujammenballen, ist Das laute Bekenntnis der Metnelländer zu ihrem Deutschtum ein leuchten des Fanal der Warnung, das hoffentlich nicht nur in Kowno verstanden werden wird. Trotz unerhörten Terrors durch die Schergen der litauifckten Machthaber ist die bisherige deutsche Mehrheit im memelländischen Landtag unerschuttert Von ins gesamt 29 Sitzen fallen wiederum insgesamt 24 den deutschen Parteien zu, während sich die Litauer wie bisher mit nur fünf Mandaten begnügen müssen. Die Memelländer haben mit dem Stimmzettel die richtige Antwort erteilt aus die litauischen Ent deutschungsbestrebungen, die seit dem bewaffneten Einfall der Litauer in Das im Auftrage der Bot schasterkonferenz von französischen Truppen besetzte Gebiet und dem Abzug der Franzosen im Februai 1923 nicht ausgehort haben, das kerndeutsche Land und seine Bewohner unter fri)ärffkn politischen und wirtschaftlichen Druck zu halten, wobei die neuen Herren. vor keiner Gewalttätigkeit zurückschreckten und auch die feierlich beschworenen Vertrage miß achteten. Denn das Memelland ist ja nicht litauisch Das Memelabkommen vom -V Mai 1921 zwischen den vier Schutzmächlen Frankreich, England, Ita lien und Japan einerseits und Litauen andererseits, gewährt den, Memelland weitgehende gesetzgeberische, finanzielle und verwaltungstechnische Autonomie unter der Staatshoheit Litauens. Aber die Uninter eisiertheit der Signatarmächte dieser Memelkonven- tion, die Gleichgültigkeit des Völkerbundes und die Ohnmacht des Reiches schufen die Lage, die Litauen mit der ganzen unverfrorenen Gerilfenheit und tückischen Brutalität eines selbst jahrhundertelang von Polen und Russen in gleicher Weise bedrückten Volkes ausnützte, um aui dem langsameren, aber sicheren Wege der Unterdrückung des Deutschtums sich zum Herrn Des Memellandes zu machen und damit das nachträglich zu erreichen, was ihm in Versailles durch den Widerstand von Franzosen und Polen versagt geblieben war. Der» Gebiet um Memel, 2400 OüäkftäkkNometer ijiit rund 140 000 Einwohnern, wovon nur 38 000 Litauer sind, ist der nördlichste Zipfel der Provinz Ostpreußen, der durch Das Diktat »on Versailles *.wm Reiche losgerislen wurde, obwohl er seit Der Bestellung Der baltischen Ostseeprovinzen zu Be ginn Des 13. IahrhunDerts Deutsches LanD ist unD niemals zu Litauen gehört hol. Auch Die vorn Deut jchen RitterorDen Dort angcfieDclten Litauer, Die erst INI tt> und 17. Jahrhundert größere zu hangenDe Siedlungen mit litauischen Ortsnamen bildeten, sind, obwohl sie ihre Muttersprache er halten haben, gut Deutsch gcroorDcn unD geblieben. Das wirD Durch nichts besser bewiesen als Durch einen Volksentscheid, Den Die Franzosen nach Der Besetzung Des Gebiets über Die Einführung litauischen Unterrichts veranstalteten unD wobei sich noch nicht einmal 2 v. H. Der litauisch sprechenDen Bevölkerung Dafür aussprachen. Das lag Damals ganz im Sinne Der französischen Politik, Die Dtn neugebilDctcn litauischen Staat schwach genug hallen wollte, um ihn später als leichte Beute Den Polen zuschanzen zu können, Denen es Dann ein leid) tes sein würde. Das mit Danzig Durch den Korridor Völlig isolierte Ostpreußen, Durch die Einverleibung Litauens mit Memel eine Insel in Der Flut Des polnischen Imperialismus, zu überschwemmen und nom Reiche loszureißen. Unter Dicfem Gesichtspunlt arbeiteten Polen und Frankreich in Versailles den litauischen Annexionsivunichen entgegen. Aber die Litauer stellten die Botschasterkonferenz, die nicht zu einer Entscheidung zwischen Den polnischen Anspru d)en UnD Den Wünschen Litauens fpmmcn konnte, vor ooUcnDete Tatsachen. WährenD Frankreich Durch Die Ruhrbesetzung engagiert war, brachen im Januar 1923 nach Dem Muster Des polnischen lieber falls auf Wilna litauische Freischärler ins Memel lanD ein unD entwaffneten Die französische Besatzung. Die Pariser Botschafterkonferen; trug insofern Der durch Diesen litauischen Gewaltstreich geschaffenen neuen Lage Rechnung, inDem |ic Litauen zwar Die Staatshoheit über Das MemcllonD übertrug, aber um Den gegen eine feste AnglieDerung an Litauen gerichteten Wünschen Pylens zu entsprechen, gc wahrte die Boftchaftcrkonserepz Dem MemellanD gleichzeitig Das in Dem schon erwähnten Memelabkommen nieDergelegle Recht auf Autonomie. Dieses Memclstatut unterstellt bas LanD einem oom litauischen StaatspräfiDenten ernannten Gou oerneur, seit 1927 Der berüchtigte Herr Anton Merkys. Er ernennt Den Präsidenten des Lan- desDirekloriums (seil 1931 den Deutschen Bött eher, seit dessen widerrechtlicher Absetzung und Verhaftung im Februar dieses Jahres, den Litauer I o l i f d) u s und nach Der VerhanDlung vor Dem Völkerbunbsrat im gleichen Monat Den Litauer Simmot). Das aus dem Präsidenten unD vier von Diesem ernannten MitglieDern gebildeten Landes Direktorium ist einem noch litau sichern Wahlrecht ocwählten Landtag von 29 Abgeordneten vergnt wörtlich. Der seinerseits oom Gouverneur berufen, geschlossen und aufgelöst wird Der Gouverneur kann auch gegen jedes Die Selbstverwaltung über 'chreitenDe Gesetz Einspruch erheben, wogegen Der LanDlag Den Volkerbundsrat anrufen kann. Diese kurzen verfassungsrechtlichen Ausführungen füiö vielleicht willkommen, um zu begreifen, welche Mög 1 lästerten bas Memelstatut ben Litauern bot, um in der Praxis Das -elbstverwaltungsrecht Der Memel, länber auszuhöhlen unD zu entaxrten. Wo die e Möglichkeiten inDeffen nicht ausreichten, haben sich Dir Litauer auch niemals ge'cheut, sich über Das Memelstatut glatt Hinwegzusegen, um ihr Ziel, d»e EntDeuischung des Memellandes, zu erreichen. Sp ist die politische Geschichte des Memellandes unter litauischer Herrschaft eine Kette von Rechtsbrüchen und offenen Vergewaltigungen. Memelbeschwerden gehören mit größter Regelmäßigkeit zur Tagesordnung einer jeden Ratssitzung des Völkerbundes, aber ohne daß es jemals zu einem energischen Einschreiten der Genfer obersten Instanz gekommen wäre. Seit den ersten Landtagswahlen, die erst anderthalb Jahre nach Verkündung der Memelautonomie stattfanden und den Groß-Litauern nur zwei Mandate einbrachten, datiert ein fortgesetzter Kampf zwischen dem vom Gouverneur ohne Rücksicht aus die Zusammensetzung des Landtags ernannten litauischen Direktorium und der starken deutschen Parlamentsmehrheit. Erst im Januar 1931 veranlaßten die fortgesetzten Beschwerden in Genf die litauische Regierung mit dem Direktor Böttcher erstmalig einen Deutschen^ zum Präsidenten des Landesdirektoriums zu ernennen. Mit dieser Berufung griff im Memelland ein neues System der Unterdrückung Platz. Denn diese der Zusammensetzung des Landtages entsprechende und vom Vertrauen der Bevölkerung getragene Regierung war keineswegs Hekr im eigenen Hause. Inzwischen waren so zahlreiche großlitauische Parteigänger in die verschiedensten Aemter h'incingebracht, daß es der neuen Regierung außerordentlich erschwert wurde, einen eigenen memelländischen Kurs durchzusetzen, zumal der Gouverneur mit Hilfe des seit Jahren über Memel verhängten Kriegszustands und einer brutal gehandhabten Pressezensur auch weiter seinen Einfluß rücksichtslos geltend machte. Die völlige Litauisierung der Lehrerschaft durch verwiegende Ernennung von Groß- Litauern zu Lehrern am Lehrerseminar und der Aufbauschule hat in den letzten Jahren beängstigende Fortschritte gemacht. Beide Anstalten sind wahre Brutstätten des groß-litauischen Gedankens geworden. Und auch' das neue Direktorium Böttcher konnte, wenn auch vom besten Willen beseelt, nichts daran ändern, da es sich vor vollendete Tatsachen gestellt sah, über die der litauische Gouverneur seine schützende Hand hielt. In engster Verbindung damit steht die rigorose Politik der Ausweisungen, die den Gouverneur in den Stand setzte, den kulturellen Zusammenhang des Memellandes mit dem Reich völlig zu unterbinden. Reichsdeutsche Redakteure, Lehrer, Beamte, Techniker und Facharbeiter haben in Scharen das Land verlassen. Durch Versagen der Aufenthaltsgenehmigung wurden deutsche Künstler daran gehindert, im Memel- land für deutsche Kultur zu zeugen. Seinen Höhepunkt erreichte der Kampf der Memelländer gegen diese litauischen Unterdrückung^versuche mit der rechtswidrigen Absetzung des Präsidenten Böttcher, dem von der litauischen Regierung zum Vorwurf gemacht wurde, er habe bei wirtschaftspolitischen Besprechungen in Berlin gegen Litauen intrigiert. Ein deutscher Protest in Genf hatte wenigstens den Erfolg, daß die Signatarmächte der Memelkonvention zur Klageerhebung gegen Litauen vor dem Internationalen Gerichtshof im Haag veranlaßt wurden. Litauen ließ sich indessen in seinem auf einen neuen Hewaltstreich hin- treibenden Äurs keineswegs stören. Der Gouverneur Merkys ernannte nach einem kurzen Zwischenregime unter völliger Umgehung der deutschen Parlamentsmehrheit den Litauer S i m m a t zum Prä- fibenten des Landesdirektoriums, der, nachdem die Memellänber Verhandlungen mit ihm ablehnten, ein rein litauisches Direktorium bildete und am 22. März 1932 vom Gouverneur den nicht gefügigen Landtag auslösen ließ. Die Neuwahl des Parlaments sollte die Signatarmächte der Memelkonvention nun vor dem Spruch des Haager Gerichtshofs vor die vollendete Tatsache stellen, die der litguischen Politik im Memelland dank der Schwäche des Völkerbundes und der Gleichmütigkeit der Schutzmächte so oft schon zu einem Erfolg ver- holfen hat. Die folgenden Wochen der Vorbereitung des Wahlkampfes find gekennzeichnet durch eine Kette von unerhörten Rechtsbrüchen und Vergewaltigungen, die dem einzigen Zweck dienen sollten, die durch brutales Willkürregiment gewonnene Machtstellung im Memelland durch Niederknüppelung des deutschen Elements zu verewigen. Im Zeichen des auch während des Wahlkampfes aufrechterhaltenen Kriegszustandes wurden die Wahlvorbereitungen der deutschen Parteien durch Redeverbote und Preßzensur fast gänzlich unterbunden. Doch nicht genug damit, man scheute auch nicht davor zurück, einen der tatkräftigsten Führer des memel- läpdischen Deutschtums, den Schulrat Meyer aus Heydekrug, den die Memelländische Volkspartei als ihren Spitzenkandidaten aufgestellt hatte, drei Wochen vor der Wahl unter einem nichtigen Vorwand zu verhaften und in ein litauisches Gefängnis abzu- schieben. So wurden die Deutschen mundtot gemacht. Um den litauischen Parteien ober, die bislang im Memelländischen Landtag in hoffnungsloser Minderheit waren, genügend Stimmvieh zuzutreiben, wurde vom Direktorium Simmat unter Umgehung des Einbürgerungsgesetzes und des Memelftatuts rund 9000 Groß-Litauern das Bürgerrecht verliehen und diese frischgebackenen Memelländer in die Wahllisten eingetragen. So hoffte man die Mandatszahl der litauischen Parteien im neuen Landtag wenigstens zu verdoppeln und den durch den deutschen Protest in Genf aus ihrer Uninteressiertheit aufgekäscherten Signatarmächten den schlagenden Beweis für den echt litauischen Charakter des Memellandes und den ständigen Rückgang des deutschen Elements erbringen zu können. Das Ergebnis des 4. Mai hat diese Hoffnungen Kownos trotz der unerhörten Wahlschiebungen und eines in den letzten Tagen des Wahlkampfes bis zu offenen Gewalttaten gegen deutsche Wähler gesteigerten Terrors, dank tiner bewunderungswü» digen Wahldisziplin, die auch die letzte deutsche Stimme an die Wahlurne brachte, grausam enttäuscht. Daß das Memelland kerndeutsch ist und bleiben will, ist durch die Wahl erneut vor aller Welt bewiesen. Die Memelländer und mit ihnen ganz Deutschland erwarten nun, daß der Völkerbund und die Signatarmächte der Memelkon- oention aus diesem einwandfreien und beweiskräf, tigen Zeugnis des Memellandes für fein Deutschtum nun endlich die notwendigen Folgerungen ziehen. Mit einer der bislang üblichen milden Ermahnungen an die litauische Regierung, die im Memelstatut niedergelegten Autonomierechte der Memelländer besser zu achten, kann es unmöglich getan fein. Litauen hat durch seine unerhörte Unterdrückungspolitik längst aufgehört, ein Rechtsstaat zu sein, der internationale Verträge achtet. Es hat durch sein Willkürregiment längst seine ihm vertraglich zugesicherten Rechte verwirkt. Auch hier ist es an der Zeit, an die Revision des Versailler Diktats zu denken und die Rückgliederung des Memellandes an das Reich zu verlangen, die allein das furchtbare Unrecht wiedergutmachen kann, das hier dreizehn Jahre hindurch im Namen des Völkerbundes unter den Augen der ganzen zivili- fierten Welt und unter Mitverantwortung der vier Signatarmächte an deutschen Stammesbrüdern von einem kulturell weit tiefer stehenden Volke verübt worden ist. Die Politik des offiziellen Deutschlands kann sich den 4. Mai 1932 allerdings nicht als Ruhmesblatt auf ihr Konto buchen. Ein unkulti- vierter, sich kaum seiner Existenz bewußter Kleinstaat wie Litauen, hat es sich erlauben können, dem deutschen Ansehen ins Gesicht zu schlagen. Das war der Eindruck draußen in der Welt, den die schwächliche Aktion des deutschen Auswärtigen Amtes vor dem Völkerbundsrat in Genf geweckt hat. UeberaU in den Nandstaaten, in Estland und Lettland sowohl, wie vor allem in Polen, konnte der Gedanke aufkommen, so etwas also kann unsereins gegen Deutschland riskieren. Daß von einem solchen Gedanken zur Tat nur ein kleiner Schritt ist, zeigen die unerhörten Pläne eines polnischen Handstreichs auf die Freie Stadt Danzig. Mag auch die Warschauer Regierung von ihnen abrücken, so ist doch nicht zu leugnen, daß die nationalistischen Kreise um die Oberstenclique Pilsudskis Morgenluft wittern. Durch die überaus matte Politik des Auswärtigen Amts gegenüber der litauischen Großmannssucht wird überall im Osten der Eindruck verstärkt, daß man sich den Deutschen gegenüber alles erlauben darf. Hoffen wir, daß die energische Tat der Memelländer auch der auswärtigen Politik des Reiches im nahen Osten den Rücken stärkt und ihr das Selbstbewußtsein wiedergibt, das zur rechten Zeit mit ruhiger Entschiedenheit herausgekehrt, gerade hier gewiß manches hätte verhindern können. Vor vierzig Jahren... Eine Erinnerung an die Ermordung Sadi Earnots im Zahre 1894. Zum zweitenmal in der politischen Geschichte der dritten Republik ist ein französisches Staatsoberhaupt ruchloser Mörderhand zum Opfer gefallen. 38 Jahre sind verstrichen, seit in einer Sommernacht des Jahres 1894 der Draht die Kunde von der Ermordung Sa bi Carnots , bes Präsibenten ber Französischen Republik, in alle Well trug. Es war jene Zeit, in ber Anarchistenattentate bie gekrönten Häupter wie die Staatsmänner ftänbig bebrohten. Am Sonntag, 24. Juni 1894, war Präsident Carnot zum Besuch ber Kolonialausstellung nach Lyon aekommen. Es war ein prächtiger Sommertag, bie Anwesenheit des Präsidenten ber Republik hatte gewaltige Menschenmassen aus der Umgebung von Frankreichs zweitgrößten Industriestadt zusammengeführt, und die Ausstellung war von Besuchern überfüllt. Präsident Carnot, vom Präfekten und dem Bürgermeister von Lyon geleitet, wurde durch alle' Teile der Ausstellung geführt, und die Besichtigung verlief ohne jeden Zwischenfall. Nach dem Besuch ber Ausstellung fanb zu Ehren bes Präsidenten ein Festmahl statt, und am Abend war neben einer Illumination der Stadt eine Festvorstellung im Theater anberaumt. Carnot, berühmt wegen seiner Unermüdlichkeit in der Erfüllung seiner Re.- präsentationspflichten, hatte sich umgekleidet und fuhr im Frack, geschmückt mit dem Großkordon der Ehrenlegion, in offenem Zweispänner zum Theater. Unterwegs schwang sich plötzlich ein Mann auf das Trittbrett des offenen Wagen; und versetzte mit einer Geschwindigkeit, die ei(i Eingreifen der Begleiter des Präsidenten unmöglich machte, Carnot einen D o l ch st o ß in den Unterleib. Lautlos brach der Getroffene zusammen; sofort kehrte der Wagen mit dem Schwerverletzten um, und es wurde unverzüglich eine Operation vorgenommen. Aber alle Hoffnung, den Präsidenten am Leden zu erhalten, war vergeben^. Wenige Stunden später, in den Morgenstunden des 25. Juni, hauchte Sadi Carnot seinen Geist aus. Der Attentäter, der von der wütenden Menge beinahe in Stücke gerissen worden war, konnte sofort verhaftet werden. Es war der italienische Anarchist C a s e r i o , der später zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. Die Tckt war auf Anweisung eines italieni- fdjen anarchistischen Komitees verübt worden. Caserio war durch das Los zur Ausführung des Anschlages bestimmt worden. Präsident Carnots sterblichen Uebcrrefte wurden nach Paris überführt und am 1. Juli unter’ ungeheurer Teilnahme ber Bevölkerung im Panthäon zur Seite seines berühmten Großvaters Lazard Nicola Marguerite (Tarnet, des „Organisators des Sieges" in dem Riesenkampf der französischen Revolution gegen die verbündeten Mächte Europas, beigesetzt. Vom Buchdruckerlehrling zum Präsidenten der Republik. Paul Ooumers politische Laufbahn. In manchen Kreisen wurde es dem französischen Präsidenten Paul Doumer übelgenommcn, daß er bei offiziellen Ausfahrten nicht im Frack, sondern im schlichten, schwarzen Besuchsanzug auftrat. Auch die Eskorte der republikanischen Garde, die früher als Begleitung nicht wegzudenken war. mußte nun zu Hause bleiben. Niemand nahm an. daß das Gefolge notwendig fei, um die Person des Präsidenten zu schützen; man bedauerte nur, daß Doumer so wenig Wert auf Repräsentation legte. Das hatte man von dem stattlichen Greis mit <•' dem dekorativen weihen Bart nicht vermutet. Als er gewählt wurde, hofften die Pferde- züchter, daß der Stall im Clysee, den Doumergue hatte ausräumen lassen, wieder aufgefüllt werden würde. Aber der neue Präsident dachte nicht daran. Sogar zur Parade am 14. Juli erschien er im Jackett, im Gegensatz zur Tradition, die den Frack mit dem großen roten Bond der Ehrenlegion vorschreibt. Paul Doumer hat sich in seinen politischen Anschauungen während seiner langen Laufbahn sehr gewandelt, aber er hat nie seinen proletarischen Ursprung verleugnet. Am 22. März 1857 wurde er im ärmsten Viertel der Stadt Aurillac geboren. Sein Vater war ein fleißiger, etwas mürrischer Arbeiter, ein Sonderling. mit dem schwer auszukommen war. Mit einem Witzwort sagte ein Abgeordneter über den Sohn, der die Charaktereigenschaften des Vaters geerbt hatte; „Wäre er nicht Präsident geworden, man könnte ihn für den Führer eines Trauerzuges halten" Daß er Präsident werden würde, konnte man vor einem halben Jahrhundert frei» lvh nicht ahnen. Rach dem Tode des Vaters zog die Familie nach Paris, und Paul Doumer. der älteste Sohn, kam als Lehrling in eine Buchdruckerei. Dann wurde er als Graveur von einem Warenhaus angestellt, wo er Einladungskarten und Prospekte mit Ornamenten zu versehen hatte. Das Gehalt betrug 50 Francs im Monat. Am Abend arbeitete er an seiner Fortbildung. Er wollte Lehrer werden, und als er cs geschafft hatte, gefiel ihm auch diese.' Beruf nicht. Run drängte es ihn, I o u r n a l i st zu werden, womöglich Politiker. Als Journalist gehörte er zum revolutionärsten Flügel der französischen Sozialisten. 2m Jahre 1880 wurde er zum erstenmal in das Parlament gewählt. Damals war er 51 Jahre alt. Es war eine aufgeregte Zeit, General Boulanger bedrohte bie Republik, *Sorruption^affären mürben aufgedeckt, unb die oppositionellen Abgeordneten fanden ein großes Betätigungsfeld. Doumer selbst fiel bei den Neuwahlen durch, aber er fiel sozusagen die Treppe herauf. Er hatte sich mit dem Kammerpräsidenten Floquet angefreundet, ber ihn in fein Bureau nahm, und im Jahre 1893 war Doumer auch wieder Ab- geordneter. Zwei Jahre darauf war er zum ersten- mal F i n a n z m i n i st e r. Inzwischen hatte er geheiratet, eine „gute Partie", die ihm wertvolle Verbindungen brachte. Die rote Farbe seiner Weltanschauung begann zu verblassen, Minister neigen zu Kompromissen, und Paul Doumer machte darin keine Ausnahme. Er entwickelte sich ähnlich wie ein großer Teil der führenden bürgerlichen Politiker Frankreichs, die alle einmal rote Revolutionäre waren. Der nächste Schritt, den Paul Doumer auf seinem Weg zu den höchsten Aemtern im Staat machte, wird sehr verschieden dargestellt. Seine Ernennung zum Generalgouverneur von Jndo- ch i n o ist niemals ganz geklärt worden, und die Sozialisten, von denen sich Doumer trennte, haben in diesem Zusammenhang immer von einem „Fall Doumer", von einer dunklen Affäre, gesprochen. Ob nun die offizielle Darstellung stimmt, die darin gipfelt, daß man einen zu radikalen Politiker durch ein schönes Amt aus Paris weglocken wollte, oder ob die Gegendarstellung richtig ist, daß Doumer für den Verzicht auf eine bestimmte Einkommensteuer von den Großbanken belohnt wurde — jedenfalls bedeutete dieses Amt den Wendepunkt in Doumers Geben. Als Marxist war er nach Jndo- d)inn gegangen, als gemäßigter bürgerlicher Politiker kam er zurück. Im Jahre 1905 wurde er vor- übergehend Kammerpräsident. Dann kandidierte er im Jahre 1906 zum erstenmal um die Präsidentschaft — und fiel durch. Fa11ieres besiegte ihn. Auch bei dieser Wahl soll es eine peinliche Angelegenheit gegeben haben; zumindest war Doumer verärgert und zog sich, in das Privatleben zu- riick. Darüber erzählt man sich eine hübsche Anekdote. Als Doumer in Gedanken versunken am Elysee vorüberging, trat ein fremder Mann an ihn heran und fragte verbindlich: „Entschuldigen Sie, mein Herr, was ist das für ein Palast?" Darauf antwortete der durchgefallene Doumer: „Das ist das Staatsgefängnis der französischen Republik. Die Verurteilten verbringen hier zumeist sieben Jahre, aber'n i ch t jeder hat das Glück, verurteilt zu werde n." Der Fremde war ein Journalist, der sich diesen Scherz erlaubt hatte und ihn dann veröffentlichte. Im Jahre 1912 wurde Doumer Senator, und er blieb es, bis er Präsident wurde. Von 1921 bis 1922 war er Finanzminister im Kabinett Briand, 1925 erhielt er noch einmal das Finanzministerium. Am 14. Februar 1927 wurde er bann Präsident des S e n a t s. Es ist noch in aller Erinnerung, wie er im vergangenen Jahre bei den französischen Präsidentenwahlen in Versailles über Briand triumphierte. Wer wird derMchsolger Doumers Am Dienstag Präsidentenwahl durch die Nationalversammlung. vermutlich am kommenden Dienstag, 10. Mai, werden Senat und Kammer in Versailles d i e Mahl des neuen Präsidenten vornehmen. Einer alten Tradition entsprechend wird wohrschein. lich Senatspräsident Albert Lebrun Kandidat für die Präsidentschaft der Republik sein, hat man doch schon anläßlich der letzten Wahl von seiner Kandidatur gesprochen, die ganz besonders von den Freunden poincares und Maginots empfohlen wurde. Ls ist aber damit zu rechnen, daß die Linksparteien ebenfalls einen Kandidaten auf ft eilen werden. Senatßpräfi- dent Lebrun ist 1871 in Mercy le-Haut (Lothringen) geboren. Dem Senat gehört er seit 1920 an. Er war verschiedene Male Minister, von Beruf ist er Berg, werksingenieur. Er ist eingeschrieben bei der Republikanischen Vereinigung, also der Fraktion poin- care-Millerand. Paris nach dem Attentat. Paris, 7. Mai. (WTB. Funkspruch.) Noch selten hat eine verobscheuungswürdige sinnlose Tat, für die ber Täter noch nicht einmal Halbwegs vernünftige Gründe angeben kann, eine Bevölkerung so In Er» regung gesetzt, wie bas Attentat, dem der Präsident der französischen Republik zum Opfer gefallen ist. Fast die ganze Rocht hindurd) hielten sich Hun - derttausende auf den Straßen auf, besonders vor den Gebäuden der großen Zeitungen, um die letzten Nachrichten zu erhalten. Die Zeitungskioske waren schon von gestern nachmittag an umlagert, unb bie Menge versammelte sich jeweils um irgenb jemanben, ber bie Ereignisse erläuterte unb feinem Unwillen über bie Tat Ausbruck verlieh. ■ Das Attentat spielte fid) in einem Milieu ab, bas bie verwerfliche Tat in einem befonberstra» gischen Lichte erscheinen läßt. Sie würbe nämlich in bem Raume verübt, in dem bie ehemaligen Frontkämpfer ihre Werte zur Ausstellung bringen. Doumer hat bekanntlich im Kriege seine vierSöhne verloren, unb alles, was mit biefem Verlust tatsächlich ober literarisch in Zusammenhang steht, übt auf ihn einen ganz beson- bereu Einbruck aus. Und nun hat, als ber Präsident in Gedanken bei seinen Söhnen weilte, ein Russe bie mörberische Waffe gegen ihn gerichtet. pariser preffestimmen. Paris, 7. Mai. (WTB. Funkspruch.) Die Presse bringt einmütig ihre Entrüstung über bas Attentat gegen ben Präsibenten zum Ausbruck. „Petit P a r i f i e n" erklärt: Wer Zeuge ber. Bestürzung unb ber Empörung gewesen ist, die bie" Pariser Menge bei bem Bekanntwerben ber Nachricht befun- bete, weiß, welche Achtung und welchen Respekt Paul Doumer als Präsident ber Republik genossen hat. — „Journal" meint: Niemanb wirb begreifen können, baß Paul Doumer auch nur ben geringsten Anlaß zu irgenbeiner feinbfeiigen Geste hat geben können. Für Frankreich, wo man instinktiv vor jebem politischen Attentat zurückschreckt, ist es ein seltsames Schicksal, bas Doumer nach Carnot von fremder Hand fällt. — „La R e p u b (i q u e" warnt, die Faschisten aus Rußland oder anderwärts für das Attentat verantwortlich machen zu wollen. Um ber Ehre ber Menschheit willen, müsse man an- nehmen, baß ber Mürber ein Geistes- g c ft ö r t e r sei. Man habe and) wahnsinnig fein müssen, um in Doumer einen Beschützer des Bolschewismus zu erblicken. Bestürzung in Genf. Genf, 6. Mai. (SU.) Die Nachricht von bem. Anschlag auf den Präsidenten der französischen Republik hat hier größte Bestürzung aus- gelöst. Die erste Mitteilung über den Anschlag wurde in der Sitzung des.Ausschusses der Abrüstungskonfc^enzfür Haushaltsfragen bekannt.' Der Vorsitzende, der portugiesische- Außenminister Vasconcelles, unterbrach die Sitzung unb gab ein Telegramm Tardieus über ben Anschlag auf Doumer bekannt. Oluf Antrag des deu.tschen Vertreters im Ausschuß, Oberst Karmann, wurde die Sitzung sofort zum Zeichen der Trauer abgebrochen. Sämtliche übrigen Ausschüsse der Abrüstungskonferenz haben gleichfalls ihre Arbeiten eingestellt. 2n den Wandelhallen des Völkerbundssekretariats wurde das Ereignis von den Abgeordneten, die in Gruppen zusammenstanden, lebhaft erörtert. Botschafter Graf Welczek hat dem rangältesten Mitglied der französischen Abrüstungsdelegation Du m o n t einen Besuch gemacht und ihm die Anteilnahme der deutschen Delegation an bem Attentat ausgesprochen. Hindenburgs Teilnahme. Berlin, 6. Mai. (WTB.) Reichspräsibent von Hindenburg fy.it bem Präsibenten ber französischen Republik anläßlich bes auf ihn verübten Attentats telegraphisch seine aufrichtigen Wünsche für baldige Genesung übermittelt. Reichskanzler Dr. Brüning hat an Minister- Präsident larbieu folgendes Telegramm gerichtet: Mit tiefer Entrüstung erfahre ich von bem verabscheuungswürbigen Anschlag auf bas Leben Seiner Exzellenz des Herrn Präsibenten Doumer. Ich bitte Sie, Herr Ministerpräsident, zugleich im Namen der Reichsregierung, meine aufrichtig .empfundenen Wünsche für bie balbige Wiederherstellung des Herrn Präsidenten ber französischen Republik entgegenzunehmen. Bombenanschlag ans den Zug des ägyptischen Ministerpräsidenten. Kairo. 6. Mai. (TTl.) Aus den Sonderzug des ägyptischen Ministerpräsidenten wurde i n der Nähe von Kairo ein Bombenanschlag verübt. Die Bombe explodierte vorzeitig, so daß nurdieSchienen aus- gerissen wurden. Zwei Bahnbeamte wurden getötet, drei verletzt. In dem Zug, der kurz darauf die Anschlagstelle passieren mußte, befanden sich der Verkehrsminister, der ErziehungH- miniftcr, der Vizepräsident der Kammer und andere bekannte Persönlichkeiten. Aus aller Welt. Eröffnung der Bibliothek des Deutschen Museums« Die feierliche Eröffnung ber Bibiliothek bes Deutschen Museums würbe burch einen Festvortrag eingeleitet, den ber Direktor ber Deutschen Bücherei in Leipzig, Dr. Uhlendahl, über „B i b l i o • theken — geftern unb heute" hielt. Einer Reihe ber für bas Deutsche Museum befonbers vcr- bienten Männer wurde bie Goethe-Mebaille für Kun st unb Wissenschaft burch den Vertreter ber Reichsregierung, Ministerialrat Dr. Donne- vert, überreicht. Mit der Goethe-Mebaille geehrt würben: Dr, Oskar v. Miller, Ministerpräsident Dr. Helb, Staatsminister Dr. Goldenberger, Oberbürgermeister Dr. Scharnagel, Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Z e n n e rf , Geheimrat Prof. Dr. C. v. Linde und Geheimrat Prof. Dr. -B e st e l m e y e r. Der 50. Geburtstag des ehemaligen Kronprinzen. Zur Feier des 50. Geburtstages des ehemaligen Kronprinzen veranstalteten nationale Verbände unter Leitung des NDO. einen Deutschen Abend im Berliner Konzerthaus Clou. Zahlreiche Offiziere ber alten Armee unb Marine wohnten ber Veranstaltung bei. Auf der Bühne konzertierte bie Stahl- helrnbunbskapelle. Die Begrüßungsansprache hielt ber 1. Vorfitzenbe bes NDP., Generalleutnant a. D. Waechter. Lebten wir nicht in einer Zeit, der bie Begriffe von Treue unb Dankbarkeit verloren seien, so sagte er, so würbe heute bie ganze Welt ben Geburtstag bes Hohenzollernprinzen feiern. Weite Kreise seien von Deutschlanbs Unschulb am Weltkriege überzeugt, aber keine Hand rege sich gegen den Artikel 231 Der Weg zur Rückkehr bes Kaisers müsse gebahnt werben. Es habe sich in ben letzten Wochen befonbers gezeigt, wie nötig -sei ' 'NCT ist. Q6.l’a) hlln. ’°Ben zAs. be. afes sonder?.' Sie tnUrvl rai n di« ,h "M. [r ^d a|le9 uj1 5»«jS ^derLAn- mmen. ZT Olt hu «„ .. ’ f 'Jlnrfu x *°n cr S,tf)lbelun. Ü2[n ?erSn «eben 'n '"st"iklio Dor Ä ift ts 'n ft ^rn°I DOn \ePUbliqU(" l°ict ondeiwon; lQd)fn.iu wollen. "-?"usie man an. Teisies. LMN9 '^n W des Solfdje. Gens, iachrichi hon dem. E Iraiyölildjffl /iurzung auZ- xt den Anschlag Ausschusses NL für Hau-- Vorsitzende, der iasconcelle« b ein Telegramm ' DoMtr bekannt, chen Verirr- armann, wurde -Zeichen der Amtliche übrigen renz haben gleich- 3n den Wandel- riats wurde das i. die in Grupvcn 'tert. Lotschallcr göllesten Mitglied :ga!ionDumonl i Die Anteil» elcgation an lahme. lchspräiidtnt Präsidenten dcr s aus ihn vcrüblkn aufrichtigen lefunfl übermittelt, hat an Minister- legramm gerichtet', rsahre ich von dem lg aus das Leben rasidenten Jounwr. üsidcnt, zugleich im !ine aufrichtig ür die baldige Wie- itnten der sranM- n. if den M erpräsidenten. us den Sondcrzug identen öurDc in ein Dombrn- Bombe Schienenaul« ahnbcamte wurden n Zug. der kurz altieren muhte, be- J der Erziehung^ - Kammer und ahrige Marianne f) a i n i I d) in Wien, die Nestorin der deutsch - österreichischen Frauenbewegung, ift es gewesen, die diesen schönen Gedanken aufgegriffen und ihm in Deutschland und Oesterreich Geltung verschafft hat. Seit 1924 haben wir nun den Muttertag. Wie feiern wir den Muttertag? Wie sollen wir ihn feiern? Wir sollen der Mutter gedenken, der toten, und der lebenden. Glücklich diejenigen, die nicht ihre Dankbarkeit nur noch durch einen Kranz auf ein Grab bezeugen, die Liebe und Dankbarkeit damit zum Ausdruck bringen können, daß sie der Lebenden eine kleine Freude bereiten. Was heißt Freude bereiten? Ihr ein sichtbares Zeichen der Liebe geben, ihr etwas- frijenFcn Cs braucht kein aroßarügcs Geschenk, keine Kostbarkeit zu sein. Eine Mutter ift mit so viel Kleinigkeiten zu erfreuen. Vielleicht hat sie lange Zeit einen Wunsch gehegt, den wir ihr erfüllen können. Vielleicht hat sie eine kleine Schwäche, eine Lieblingsfpeise, die wir ihr bringen können. Sonst genügt aber auch eine Blume, die wir ihr auf den»Fruhstückstisch stellen, ein paar Süßigkeiten, die wir ins Nähkörbchen legen. Auf das „W i e kommt es beim Schenken an, nicht auf das „Was". Und wo die Mittel zum Schenken fehlen, da kann ein Händedruck, ein liebes Wort, ein Handkuß die Gabe fein. Ein Versprechen, eine Bitte um Verzeihung für viele kleine Unter- laffnngen und Lieblosigkeiten. Eine Mutter versteht solch ein bedeutsames, nachdenkliches Geschenk. Ein Tag der Harmonie, des Familienzusammenschlusses, der Freude soll der Muttertag fein. Aber auch ein Tag dcr Selbstbesinnung, der stillen Einkehr. Kinder haben der Mutter nicht nur zu danken, ihnen liegt auch die Pflicht ob, ihr helfen zu muffen. Der Lebensabend mancher Mutter war früher meist ein geruhsames Ausklingen nach getaner Arbeit. Man hatte gespart, man war sonst gesichert, man war sorgenlos. Heute ist das vielfach ganz anders geworden. Ungesichert ist das Alter dcr meisten Mütter. Die Kinder haben da die Verpflichtung, an das Alter der Mutter zu denken und für sic zu sorgen. Unbemerkt für den Stolz einer Mutter müßen sie ihr die Arbeit, die Sorge für die Ihren, wenn die Zeit gekommen ist, aus den 5)änben zu nehmen verstehen. Das bitterernste Sprichwort muß zu Schanden werden: „Eine Mut- ter kann sieben Kinder ernähren, aber sieben Kinder nicht eine Mutter". Heilighaltung der Mutter, das ist die innere Bedeutung des Muttertages. M. T. Ntudienrat Or. Eduard Stohr t- Hnertoartct verschied am 4. Mai der Studienrat am Realgymnasium Dr. Eduard S t oh r. Die Anstalt erleidet durch seinen Heimgang einen schweren Verlust: hat doch der Verstorbene fein reiches Wissen und sein pädagogisches Geschick in seinen besten Mannesjahrcn acht -ahre lang freudig und erfolgreich in den Dienst der Schule gestellt, dcr er selbst als Schüler angehört hatte. Lange Iahre Assistent am chemischen Institut dcr Universität, vorübergehend auch in der Industrie tätig, Oberlehrer in Groß-Bieberau und Schotten, verfügte Stohr über außerordentlich umfangreiche Kenntnisse und war der gegebene Nachfolger seines verehrten Lehrers Professor Dr. Erb als Leiter des chemischen Kabinetts und Verwalter seiner Sammlungen. In vorbildlicher Treue und Gewissenhaftigkeit, mit Gerechtigkeit, Güte und stets gleichbleibender Freundlichkeit bildete er den Verstand feiner Schüler und sorgte gleichzeitig für ihr persönliche- Wohlergehen. So erwarb er sich die ungeteilte Liebe und Verehrung der ihm anvertrauten Iugend: sie kannte ihn bei aller Hochachtung für fein Wissen und Wirken als personifizierte Güte. Seinen AmtSgcnossen war der aufrechte deutsche Mann, der feine Kenner und Forscher der Natur feiner Heimat und frohe Wanderer ein lieber, treuer Freund, ein allezeit frohen, guter Kamerad, Er war kein Mann der breiten Ocsfcntlichkcit. aber zu jedem Opferbereit: auch für die Vereinigung ehemaliger Realgymnasiasten war er rastlos und erfolgreich tätig. Bornotizen. — TageSkalender für Samstag: Geflügel- und Dogelzuchtverein, 20.30 Uhr. .Pfälzer Hof", Monatsverfammlung. — Artillerie- Verein. 20 30 Sßr. .Hessischer Hol". TOhnaWve# Sammlung. Mtv., 2O.*J Ahr. bet Faulstich, Mitgliederversammlung. - VfB. 06, 21 Ubr, Las« «bei, Monatsvcrsammlung — B r K D., 20.30 Ufer, Sektionslokal, Vorträge. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße „KriminaIreporter 'Holm". — Astona-Lichlspiele. Scltcrswcg .Straßen der Weltstadt". - Wicsc^cr Lichtspiele, 20.30 Ahr, .Die große Attraktion". TageSkalender für Sonntag: Stadtthcatcr. 18.30 bi« nach 21 Uhr. .Morgen gebt« uns gut“. — Oberhcssischcr Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz. 11 bi« 13 11 br. Jubiläums-Ausstellung. Lichtspielhaus. Bahichof- strahe, 11.15 Uhr. .Es wächst ein Geschlecht"; ab 15 Uhr .Zu Befehl' Aftoria-Llchtspiele, SelterStoeg. .Straßen ber Weltstadt". - Wie- feder Lichtspiele, 16 und 20.30 Uhr. .Die große Attraktion". — AuS dem Stadlthcaterburcau wird unS geschrieben: Morgen. Sonntag, letzte Aufführung der Schlagcropereitc ..Morgen geht « uns gut TV Hans Müller schrieb den Test nach Motiven einer alten Wiener Posse, die bereit« berühmt gewordene Melodie erfand Ralph Bc- nayky. Die Gießener Aufführung unter der Spielleitung von Hcntrich Hub, dcr mit seiner Partnerin Eva Herms auch die Hauptrolle spielt und singt, bringt eine aroße Menge besonderer Ueberraschungen. Weil re daS letzte Mal ist, daß „Morgen geht's unS gut!" über die Gießener Bretter tanzt, hat die Intendanz bte ursprünglichen Operettenpreisc auf gewöhnliche Schauspielpreise ermäßigt Beginn 18.30 Uhr, Ende nach 21 Uhr. •• Verschärfung der Devisenbestimmungen sür Auslandreisen. Die De- vifenlage machte einige Verschärfungen der Bestimmungen für den Reiseverkehr nach dem Au«- land und dem Saargebiet notwendig. Die Dc- visenbcwirtschaftungsstellen werden für nicht geschäftliche Reisen fortan den Nachweis der Dringlichkeit der Reise verlangen: bei Reisen zum Äurgebraud) im Ausland ist hierbei die Vorlage eine« amtsärztlichen Zeugnisses ersorderlich. Don einigen ausländischen Kurverwaltungen usw. sind in letzter Zeit Prospekte vcrschidt worden, in denen deutschen Kurgästen empfohlen wird, bei einem beabsichtigten Kuraufenthalt im Ausland bereits einige Monate vor Antritt der Reise regelmäßig Ueberweisungen im Rahmen der Freigrenze oorzunehmen. Es wird amtlich gewarnt. auf ein solches Vorgehen eiirzugehcn. ,e Sommerurlaubskarten nicht vor dem 1. 3 u n i. Wie die Hauptverwaltung der Deutschen ReichSbahngesellschaft mitteilt, sind mit der Einführung dcr Sommerurlaubskarten so umfangreiche Vorarbeiten verbunden, daß eS unmöglich ist, den Wünschen zahlreicher Erholungs- suchender, die Fahrpreisermäßigung etwa am 15 ober 22. Mai einzujühren. zu entsprechen. Namentlich die Herstellung und Verteilung der vielen Tausenden von neuen Fahrkarten für olle Bahnhöfe sei in kürzerer Zeit nicht durchzuführcn. Ein früherer Einführungstcrmin alS dcr 1-Iuni könne daher nicht in Ausficht gestellt werden. •• Museen und Hei den turm sind am morgigen Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei gewöhnlichen Eintrittspreisen geöffnet. Preußisch - SÜ ddeuffchc Klassen- lottcric. Die Erneuerung der Lose zur 2. Klasse hat planmäßig spätestens bis zum 11. Mai, 18 Uhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie- Einnahme zu geschehen *• Einbruch im Zigarrenhaus Moeser am Bahnhof. In der vergangenen Nacht wurde in dcr Filiale des Zigarrcngcschäfts M o e (c r im Kolonnadcnbau an der Bahnhofstraße eingebrochen und etwa 15 000 Zigaretten dcr Marken „Attikoh", „Ravenklau", „Mercedes", „Ova", „Eckstein", „Neptun" und „Oberst" gestohlen. Die polizeilichen Ermittlungen sind im Gange. •* Verbi fügte Eisenbahnfahrten für Iugendüchc. Bei der Deutschen Reichsbahn besteht die Bestimmung, daß dcr Fahrpreis bei gemeinschaftlichen Fahrten Jugendlicher unter 20. Iahrcn zu Zwecken der Iugendpslege mit sachverständigen Führern aus dic Hälfte ermäßigt wird. Bisher wurde diese Vergünstigung nut gewährt bei Lösung von Fahrkarten für mindestens 10 Personen. Ictzt Hai sich die Deutsche Reichsbahn dazu entschlossen, diefe Ermäßigung bereit« bei Lösung von mindestens 6 Fahrkarten ein- hxkn zu lassen. Diese Bestimmung soll zunächst versuchsweise bis zum 31. Dezember 1932 Gültigkeit haben. Es ist zu erwarten, daß sie zu einer ständigen Einrichtung wird. Die Vergünstigung wird auch dann gewährt, wenn weniger al« 6 Teilnehmer vorhanden sind Es lohnt sich, sie noch bei 4 Teilnehmern in Anspruch zu nehmen. Die Ermäßigung beträgt bann aber für den einzelnen immerhin noch bei 5 Teilnehmern 40 v. H. bei 4 Teilnehmern 25 v. H. Allemal müssen aber mindestens 6 Fahrkarten zum halben Preis gelöst toertKyr. Auf 5 bis 9 Iugeudliche entfällt ein Führer, der dic gleiche Ermäßigung genießt, auf je weitere 9 Iugendlichc, auch wenn diele Zahl nicht voll erreicht ist, noch ein Führer. Das bedeutet, daß von 10 Jugendlichen an 2 Führer, von 19 Jugendlichen an 3 Führer usw. zulässig lind. Weitere Lokalnachrichten Im 2. Blatt Am wirksamsten sind Entfettungskuren jetzt im Frühling. Nehmen Sie 3 mal tflgl. 2 3 To I u - ha-Kerne. Zu hab.(jetzt verbilligt)in Apoth. **MV CLUB UfcHtcM. für Bilder-Sammler, sondern für Qualitäts-Raucher hestinrnit, denn echt macedonische Tabake sind so teuer, aber auch sol; gut, daß »Zugaben« (?) weder möglich noch notwendig sind. I Gr. Trumeausvie- I acl, ovaler Tisch, Herr SMienral Ur. Eduard Stahr Gießen, den 7. Mai 1932. 3613 D Wieseck, den 7. Mai 1932. 3646 D 3609 D wesend. Dank. Kaufgesuche"] Leihgestern, den 6. Mai 1932 3620 D Großen-Buseck. den 7. Mai 1932. 3652 D halten. . 362a D AöWÜWSme Schön möblierte jVel-mfetungen | Ter städtische immer u. | Empfehlungen 3631D billigst. 9 gesucht. 02888 Wilb. Happel, Fahrradhandlung, Asterweg 3 Ludw.Herrmann I. Bottenhorn. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Johannes Will VII. Montag, d. 9. 'Ulm, bin ich am Bahnhof Kinzenbach mit ein. Transport eventuell mit Kontor und Kellerräumen für sofort oder später zu vermieten. Schr. Ang. unt. 02795 an den Gieß. Anz. erb. Unerwartet und plötzlich wurde am Abend des 4. Mai unser lieber Amtsgenosse Im Auftrage des Vorstands: Sanilätsrat Dr. Becker, I.Vorsitiend. 3 evtl. 4 Zimmer u. Wohnküche, i. Neu- Neues, steuerfreies Motorrad komplett, .umständehalber äußerst billig zu verkauf. seseD Ludwig Römer L, Heuchelheim, Wilhelmstratze 2. Einige fast neue Runde SenenjiiwrtlMe M.MsziegiWe in jeder Grüfte teuer-u RoWhle S:.elenQornKuten u. Slurgaröeroöen Baudi u. tefeW 5d)lal-, speise- unö S.-ZlMern.a.Lag. aölt.ßüöjenmoöene mietfreie Wirtmt in Srantfurt a. m. lm. elektr. Klavier, Wert 3600 Jt) und Vermiet. l 13 Bett.) renov., weg. Krankheit sof. abzuAeben. Erfordert, zus. zirka 4000 Schr. Ang. u. 3616V a.d.G.A. 2 möbl. Zimmer1 t auch leer) m. sev. Ging., Gas, Elektr. u. Kochgelegenheit, ab 1. Zum zu verm. Wilhclmstr.8111. Privat- Reisende erh. kosten!, reichh., mod. Oberhemdenkollektionzugesandt. Sofortiger hoher Verdienst. Wäschefabrik, Schlieftf.253, Plauen i. P. zsioV 6/30 Blanoetet offen, maschinell u. Lack in bester Ber- fassung, aus Privathand preisw. z. vk. Schriftl. Ang. unt. 02915 a. d. G. A. LarlStiiürath Astcrweg 47. Neuzeitliche Wta-Mtiog 5 Klmtr. v. Giehen, 3 gr. Zimm., Wohnküche, Bodenkammer, gr. St. Gart, u. sonst. Zubehör sof. zu verm. Mietpreis 35 Mk., evtl, auch 2 Zimmer m. Wohnküche u.^Zubehör wie ob., Mic- tc 25 Mk. Schr. Ag. u. 02902 a. d. G. A. taen-FaM auch reparaturbed., desgl. steuerfreies Motorrad z. ff. ges. Schriftl. Ang. unt. 02873 a. d. G. A. 3-4-Zimmer- Wohnung möglichst mit Bad und Heizung zum 1. Juli gesucht. Schriftl. Ang. itrtt. 3659 D a. d. G. A. ZgrotacliöiwZimer mit Küche u. Zubeb. (teilw. jed. separat) zu vermieten. Schriftl. Ang. unt. 02912 a. d. G. A. 4-Zimmer-Wn. m. Küche für sofort od. später zu miet, gesucht. Mietpreis zirka GO RM. Schriftl. Ang. unt. 02917 a. d. G. A. Imperia- Moiorräöer steuer- und führerscheinfrei. 02866 O. Faber, Mühlstratze 22. Werkstatt zu vermiet. 02881 Kreuzplatz 12. bau, Krcu.zvlatz 8, zu verm. rsssD ^8fel!enge8uoke Zuverlässige, evgl Für ....Mw Selterswcg 20 1. Etage, mit Heiz., per sofort zu verm. Betten-Bär, Seltersweg 20, Laden Televh on4071 j 643 D Motorräder gebr. 2lrdie, 500 ccm,m. Seitenwg., 1 O.T., 500 ccm, mit Motosacoche- Motor sehr w. gef., 1 DKW., steuerfrei, 1 Viktoria-Motorfahrrad m. Sachs- motor, fabrikneu, weit unt. Preis. Alle dNasch. in sehr aut. Zust. Lohrey, Gr.Steinw.10. iulo- Gelegenheitskaui Mehrere 35SiA 8/40 PS Ovel-Li- mousinen, Modelle 1929—1930, sehr billig. Ovel, Gienen, Frankfurter Str. 52 Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, ferner für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Keusch und für die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Läuind Ferkel zum Verkauf an- Geschäftsdrucksachen Rechnungen Briefblätter Briefumschläge Postkarten Geschäftskarten hei Brühl, Schulstraße ? Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres unvergeßlichen lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank.« Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Frau Marie Kloos, geb. Wagner. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgang unserer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Sattler und die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Woge unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Wilhelm Haas und Angehörige. Lehrling am liebsten vom Lande, sofort ges. Schriftl. Ang. unt. 3637 D a. d. G. A. Neuwertiger Gasherd best. Fabr., 4fL, in. Backof., weift, billig zu verk. ozses Pfarrer Fllert, Heuchelheim Tel. 4250. Kugeln und Kege auch n. Berbands- vorsckr., werd, bill geliefert. Kugeln w u. 1 NM. an abgedreht. 0271« «öch. Scheid, Drechslermeister, Grostcn-Buseck. 3-Zimmer-Wu. Neubau, Bahnhofsnähe, m. Zentralhz. z. verm. Näh. [3627D Friedrichstr. 53 I. Schönes Lokal Für jung. Ehepaar gutes Geschäft zu vermieten, in sehr guter Lage. Konditorei, Bäckerei,Cafe, Gastwirtschaft mit Metzgerei u. Laden, alle Räume, auch Eiskeller, oorh. Auch f. Lebensmitt., Fut- terartik. gut geeign. Schriftl. Ang. unt. 3660 D a. d. G. A. LMs wavnen Sie 3bren23ett>ert>un$en auf Anzeigen ohne Nomen Zeugnisse, Urkunden ob. sonst wichtige Papiere beizufügm,- Abschriften genügen zur Einleitung v. Anstcllungsverhand« lunqen. Oft ist uns der Austraqacbcr unbekannt und in biesenFSIIen fön* ncn wir nichts tun für d. Wiedererlangung der Bewerbungsunterlagen Gietzette« Äuzeigev Haustochter Geb. jung. Mädch. sucht Stellung als HaustoclNer b. voll. Fam.-Anschl. Evtl. Mithilfe i. Geschäft, da gute kaufmänn. Kenntn. vorband. Taschengeld erw. v. schlicht 11. schlicht. Schriftl. Ang. unt. 02909 a. d. G. A. 2-Zimm.-Mng. mit Küche alsbald od. später zu verm. Hammstr. 5. 02907 MH kauft ständig [5415D Erich Seher, Juwelier, Bahnhofstrahe 1. Achtung! Komme Mittwoch, 11. Mai nach Qiaßen Zahle hohe Preise für getragenes 3390V Anzüge Hosen, Jacketts, Damenkleider, Militäruniformen, Schuhe und Federbetten. Ferner kaufe jeden PostenPartieware. Angebote erbet, an Kasseler Kleider-Börse Kassel, Müllerg. 2. Ruf 196. Sem- MW unt Delle Solen für Größe 1,75 Mtr. billig zu verk. [ 02886 Mabnkovv, Leltersweg 2 I. Laden Kirchenplatz 8 ist sofort zu vermieten. Bewerbungen sind beim Stadtvermessungsamt, Bergstr., Zimmer 8, abzu- geben.3375D Vereinigung ehemaliger Angehöriger ries Realgymnasiums Gießen Tief erschüttert geben wir unsren Mitgliedern Kenntnis von dem Ableben unseres lieben Kameraden Herrn Studienrat Dr. Edward Stohr Der Verblichene hat als Mitbegründer. Vorstandsmitglied und Schatzmeister sich außerordentliche Verdienste in unserer Vereinigung erworben. Wir werden sein Andenken stets in Ehren 2 Zimmer od. geraum. Mans., Höchstmiete 25 Mk., v. ruhig. Miet, ges schriftl. Ang. unt. 02848 a. d. G. A. tirlitoap gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02911 a. d. G. A. Verkäufe | 4 gute, junge 102868 Pferde zu verk. Näheres Jakob, Eichgärt. 37 WM führerscheinfrei, 2.00 ccm, in gut. Zull., ges. Genaue Beschreib., äuft. Preis, Baujahr. Schriftl. Ang. unt. 02821 a. d. G. A. Menrelser BoBiwntogen zu verkaufen. rosoD Schäfer, Lich.Ltr.9, Tel. 3429. Backstein- preffe Handbetrieb, billigst abzugeben. 02999 Löwer, Wabern, Bez. )>r ass. Bariälleri» 29 I., sucht Stelle in frauenlos. Haush. Zuschriften unter: I. M., Lauterbach (Oberh.),vosflag.,?«k8 aus unserer Mitte genommen. Mit vorbildlicher Pflichttreue und gutem Erfolg hat der \ erstorbene seine ganze Kraft der Anstalt, gewidmet, die er schon als ochuler liebte: mit Umsicht und reichem Geschick betreute er insbesondere die chemischen Einrichtungen. Seine Schüler verehrten den stets gerechten Lehrer und väterlichen Freund. Die Amtsgenossen schätzten ihn hoch als aufrechten Mann und stets hilfsbereiten Mitarbeiter, dessen schlichtes und immer freundliches V esen ihn allen menschlich so nahe brachte. ., , ; Wir beklagen den Heimgang des trefflichen Mannes aufs schmerzlichste und werden sein Andenken stets in Ehren halten. Im Namen des Kollegiums des Realgymnasiums: Angelberger, Oberstudiendirektor. W'MMWU gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02892 a. d. G. A. Gebrauchter kleiner Asvd zu kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02889 0. d. G. A. 2 Zimmer u. Küche in einem Neubau Nähe Gietzens zu verm.Mietvr.22 X Schriftl. Ang. unt. 02875 a. d. G. A. Möbl. Zimmer evtl. m. kl. Küche, u. Schlafstelle frei. __Wolkengasse J 7. 2 sehr schöne möbL Zimmer, Wohn- u. Schlaf;., Sonnens., in schön. Lage, per 15. Juni evtl. spät, zu verm. Zu erfr. i. d. Geschst. G.A.°«°» Schöne, grofte «8* 3-Zimmcrwohng. 111. Bad, Balk. und Alans.,1.St., Nähe. Klinik u. Bahnh. z. 1.6. od. 1.7. z. vrm. Näh.Schubertstr14p Gut ausgestattete 3-Ziwrtotang m.Badu.Mansard.» Zimmer Schubert- sirafte 6 zu vermiet. Näheres Licker Strafte 5 p. 2920D Intelligenter Mufflet - MM kann eintreten. Schriftl. Anmeld. u. 3611D a. d. G. A. Schulentlassener Lunge Stühle, Waschliscki, zweifl. Gasherd, Herren-4lnzng, kl. bis miftl. Fig., bill. abzugeben. 02883 Zu erfr. i. d. Ge- schäftsft. d. Gft. Az. Gebr. Schreibtisch sowie ein Koffer- Grammophon bill. zu verkaufen. [ 02077 Zn erfr. i. d. Ge- schäftsst. d. Gft. A;. | Mietgesuche | MmmJolMg mit Bad, in guter ruhiger Lage f.klein. Haushalt (3 Pers.) gesucht. Schriftliche ?lng. unt. 02818 an den Gieftener Anz. Beamter sucht M-Zimm-Mii. Friedensmietel auch c^eg. Mietberecktig.- Schein. Schr. Ang. u. 02897 a.d. G.A. Gr. 4-5-Zimmer- Wohnung m. Zubeh. f. 3 erw. Pers. ges. Schriftl. Angeb. mit Preis u. 02882 a. d. G. A. 91 cu! Schlager! Staubsaugbürste! Bis250St.v.Woche z.vk.Jnt.Leufez.B. ges. Friedr. Bach, Leipzig O 30/17. Tüchtiger, junger ÄljlilÄ- gefflllt sowie fass Fiaiio geg. bar f. 680 Pianobaus August Förster, Bahnhof str. 71.02990 Einige Fuhren gut. Heu abzugeben. 02906 Marburg.Str. 83 Gesucht: 3-Zimmer- Wohnung Mitte d. Sl» Schr. Ang. m. Preis unt. 02864 a. d. G. A. Jg., kinderl. Ehepaar sucht 2-3-Zinimer-Wohniing Mietber.-Sch. vorh. Schriftl. Ang. unt. 02865 a. d. G. A. Möbl. Zimmer, ungelt., v. 15. Mai ab gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02870 a. d. G. A. Motorrad 500 ccm, gesucht. Schriftl. Angeb. m. Barpreis, Zustand usw. unter 3635 D an den Gieh. Anz. Gebr. Zweier- FM-Voot ZU kaufen gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02878 a. ü. G. A. Wohnung modern, 7 Zimmer, Küche u. Bad, Zen- tralheiz.u.Warmw., sonnig gelegen, sof. od. spät, zu verm. s^D Kreuzplatz 8. Wohnung 6(01*15 nahe Südanlage, z. halben Friedensvr. zu verk. 5-Zimmer- wobnung beziehbar. Näh. durch l02883 Schaumberger&Sohn Ludwigürafte 30. Schöner Garten 650 qm groft, unter sehr giinit. Beding, zu verkaufen. 02900 Schiffend. Weg 24. Laden für sofort gesucht. Schriftl. Ang. unt. 02901 a. d. G. A ^0hnuny?t2U8vh^ S-Zimincr-Wohii. (Anlage), 50 RM. Miete, geg. 3-Zim.- Wohn. < am liebsten m. Balk.) zu tausch, ges. Schr. Ang. u. 3647 D a. d. G. A [ Stellenangebote | In beiter Geschäfts- Igge sind in einem Wohnhaus im Erd- geschotz 5 für Büro- zwccke geeignete Zimmer im ganzen oder geteilt mit oder ohne Lagerräume in dem Hintergebäude per 1. Ium oder später z. verm. Schr. Ang. u. 3482 D a.d. G.A. dienung. 02910 02867 Zhre Verlobung geben bekannt r Großen-Äuseck, den 8. Mai 1932 02803 Stakt Karten! Verlobte Lollar 02817 Statt Karten! Ihre Verlobung geben bekannt Lich 3622 D Ihre Vermahlung beehren sich anzuzeigen Wetzlar-Lahn - Gießen-Heffen, den 7. Mai 1932. 02885 Ihre Vermählung zeigen an Darmstadt (Landskronstraße 57), 7. Mai 1932 3604 V Carl Berg sen. Gießen, den 1. Mai 1932. 3632 D fehlen! 365oD Heinrich Weller Für die überaus große Anzahl Glückwünsche und Geschenke anläßlich meines 25 jährigen Geschästsjubiläums sage ich hiermit allen meinen herzlichsten Dank Lisa Wagner Heinrich Becker Wilhelmine Walz Erich Hofmann Gerichisasseffor Otto Dierheller Else Bierheller, geb. Beiling Für die mir anläßlich meines 90. Ge. burlstages erwiesenen Aufmerksamkeiten sage ich herzlichen Dank Karl-Heinz Schaufler Ellen Schaufler, geb. Zipp Ab heute Samstagabend Bootsbaus. 365 7 D Ottilie Znderthal Fritz Gerlach Karl Bobliug, Maigasse 18. Wellersburg, den 7. Mai 1932 3658 D Hanna Wackwitz Georg Pfaff Verlobte Rodheim a. d. Horloff 7. Mai 1932 &G. Vettfedern- Reinigung Decke 2 Mk., Kissen 0,50 Mk. Reelle Be- Frankfurt am Main Me-Märkte 9.Mai, 6. Juni, 4.Juli, 15. August, 3. Oktober, 5. Dezember 1932 Durchschnittlich. Auftrieb 700 Pferde all. Rassen, auch Schlachtpferde; größte Auswahl und beste Gelegenheit für Kauf oder Tausch. Ein Besuch dieser Märkte ist xu empfehlen. 3605 V Der Handel Sonntags verboten. Sonntag, d. 8. Mai, Aamstienausflug nach Annerod zu Kamerad Wallbott. Treffpunkt 2.30Uhr „Stadt Lich". Um | rege Beteilig, bittet I der Vorstand. re-ZD [Verschiedenes | Detektiv K. Gerz, Bad-Nauheim, Karstraße 17 erlebigtaüe vertrauliche Privat- u. GeschäftSanaele» genbeiten, wie Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung v Beweismat. in Straf- u. Zivilproz. streng diskr. Svrechst.:9b Treis' a. d. Lda. 8. Mai 4932 M. 3000.- gegen gute Sicherungen und pünktliche Zinszahlung v. Selbügeber sofort gesucht. Schr. Ang. u. 02857 a. d. G. A. Zn guter Fam. ist Klavier zur lägt, ungestört. Benutzung frei. Sckiristl. Ang. unt. 02895 a. d. G. A. I.Hpp.m. 13000Mk. bei mebrf. Sicherb. a. gut. städt. Amv. zu andern. Zins. gs. Schriftl. Ang. unt. 02879 a. d. G. A. | Stadttheater Gießen. Sonntag, 8. Mai, 18.30 b. n. 21 Uhr: Fremdenvorst. Aust. Abonn. Gewöhnl. Schauspiel-Pr. Zum letztenmal! Morgen gehts uns gut! Schlageroverette in 6 Bildern (nach ein. alten Wien. Posse) von Hans Müller. Musik von Ralph Benatzky. Dienstag, 10. Mai, 19—24 Uhr: Faust (1. Teil) Mittwoch, 11. Mai, 19.30—22 Uhr: Südweftd. Erstauff. Die Entscheidung der Lissa Hart. Donnerst., 12. Mai 10 bis geg. 12 Uhr: Geschl.Schüleroorft. Goethe-Morgenfeier Freitag, 13. Mai, 20—22.30 Uhr: Tie Entscheidung der Lissa Hart Sonntag, 15. Mai, 16.45—22 Uhr: Faust (1. Teil) Kl. Pr. 0.30-1.80^ Gießen, Hammstraße 14 Gießen, Ludwigstraße 21 z. Z- Wenings ö. Mai 1932 7000 RM. gegen gute Sicherheit gesucht. Sckriftl. Ang. unt. 02914 a. d. G. A. 4-5Ö00 M. auf 1. Hnv. f. Neubau zu leihen ges. Schriftl. Ang. unt. 02871, a. d. G. A. 3000 MK. als 1.Hypothek auf neuerb. Landhaus nur v. Selbstg. ges. Schriftl. Sing. unt. 02916 a. d. G. A. Hingsiwunsch! 2 junge Mädchen, 24 u. 27 Jahre alt, evgl., wünschen die Bekanntsch. zweier Herren pass. Alters zwecks späterer MWM Zuschriften nur mit Dild unter 02862 an den Gietz. Anz. Fräulein 35 F., ev., mit teil- weiicr Aussteuer, möchte mit solidem strebsamen Herrn zwecks Heirat bekannt werd-. Witwer mit Kind nicht ausgeschlossen. Sckriftl. Ang. unt. 02874 a. d. G. A. Ittif Dem SdjeiöttODf üt mir eine schwere 3teili8e Saöffflc Egge u. Botipann- rooage gcfioljlen morden. Für Mitteilungen, die zur Ermittlung d?s Täters führen, 20 Mk. Belohnung, y. Btüümann Beuhof. 02891 j Vereine- Gießener Turnerschast Sonntag, 8. Mai, vorm. 11.15 Uhr Film (Lichtspielhs.) I.-Es wächst ein Geschlecht 2. D2T.-Schwimm- meisterschaftcn. Besuch sehr zu emv- Nr. 106 Zweiter Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen) Samstag, 7. Mai 1952 ' .....■■■■■—■ ■ — ■. ■ ■ .1. I I~ J Mutter und Volk. Don (3eb. ftonfiftoriali at Dr. Lütgert, o. ö. Professor derTheol. an der UniversitätÄerlin Die Grundlage des Volkes ist die Familie. S't ist die Zelle, au» der jede Gemeinschaft sich bildet das Volk, dcr Staat. die Gclellichast. die Kirche Die Einheit, aus dcr alle diese Gemeinschaften bestehen, ist nicht der Einzelne. Keine Gemeinschaft entsteht durch den Zusammentritt einzelner Menschen, sondern jede besteht auS Familien. Wie auS der Zelle sich neue Zellen entwickeln, so bildet sich das Volk durch die Entwicklung der Familie. Das Wachstum des Volkes hängt von diesem Prozeß ab und seine Grundlage von der Gesundheit der Familie. Krankheit der Zelle suhrt zur Zerstörung dcS ganzen Organismus. Wem an der Gesundheit des Volkes und der Kraft dcS Staates, an dcr Leistung der Gesellschaft gelegen ist. dcr must für ein kraftvolles und gesundes Familienleben sorgen. Die Erhaltung eines gesunden, reichen Familienlebens ist deswegen die erste soziale P s l i ch t. Die Vcdingun- gen für daS Familienleben zu schaffen, ist die Hauptaufgabe der Sozialpolitik Zeder Zer- scyungsprozest beginnt und vollendet sich mit der Auflösung dcr Familie. Von dieser Zer- störung must deshalb dc^s Volk unter allen Um- ständen geschützt werden. Wirtschaftliche, soziale, politische Verhältnisse, woher sie auch kommen mögen, die das Familienleben gefährden, sind für den DolkSbcstand tödlich. Alle Tendenzen, die die Familienbildung unterstützen, können Unterstützung und Förderung verlangen. Die Ordnung des WirtlchcUtslcbens stehe unter dem beherrschenden GcscH der Pflege und dcS Schutzes deS Familienlebens. Der Bestand der Familie hängt vor allen Dingen ab von der Frau Der Mann hat seinen Beruf im Staat, im öffentlichen Leben, in Dcr Gesellschaft, in der Wirtschaft, in dcr Wissenschaft, in dcr Schule oder in der Kirche. Lein Wirkungskreis liegt austerhalb deS Hauses, aber die Quelle seiner Kraft und seiner Arbeit.ist die Familie, die Stätte, aus dcr alle Wirksamkeit hervorgeht und in die sie wieder einmündet. Insofern ist die Familie der Mittelpunkt des Volkslebens. Die Frau hat ihren Beruf in dcr Familie und im Hause Mit ihrer Fraycn- stellung und vollends mit der Mutterschaft ist ihr zü gleicher Zeit ihre Beruf und ihr Wirkungskreis gegeben. Mit der Mutterschaft ist ihr die höchste A u s g a b e gegeben, die es innerhalb der Gesellschaft gibt: denn in der Familie wird die neue Generation erzeugt und erzogen Seit sich unsere Aufmerksamkeit auf die entscheidende Bedeutung der Vererbung gerichtet hat. wissen wir auch, was die Mutter für die Gesundheit des neuen Geschlechtes bedeutet Wer für ein kraftvolles, leistungsfähiges, gesunde» und arbeitsfreudiges neues Geschlecht sorgen will, der must vor allen Dingen für d i e Mütter des neuen Geschlechtes sorgen Wieviel wird doch geschrieben und geredet über den Kinderreichtum der Familie und über die drohende Gefahr, dast auch im deutschen Volke bald mehr Särge als Wiegen stehen. Wo dies dcr Fall ist. di beginnt das Sterben eines Volkes. Niemals aber wird eine Frau aus sozialen, wirtschaftlichen oder hatriotifchen Motiven ihren Mutterberuf erfüllen, keine noch so gut gemeinte moralische Ermahnung hilft dazu. Hier entscheidet nur d i c Liebe der Frau zum Mann und zu den Kindern. Aber dafür kann und must gesorgt werden, dast den Müttern des Volkes ihre Mutterpflicht fo sehr wie möglich erleichtert oder doch wenigstens nicht erschwert wird. Von der Klarheit, mit der diese Aufgabe erkannt, und dem Ernst, mit dem fic in unserer Sozialpolitik, beispielsweise der Steuerpolitik, ins Auge gefastt und verfolgt werden müßte. Gestauter Bedarf in der Bauwirtschast. Dvn Äaurat Or.-Zng. Rieperi, M d.^W.X. Die Lage der Bauwirtschaft und das Schicksal, das ihr droht, kann nicht greller beleuchtet werden, als es das Institut für Konjunkturforschung in diesen lagen mit einem einzigen lapidaren Satz getan hat: „Wenn man alle bereits gegenwärtig erkennbaren Entwicklungstendenzen in Rechnung stellt, kann man eine Schatzung des b o ugewe rb l ich e n Produktionswertes für das Jahr 1932 auf eine Größenordnung von rund zwei Milliarden Mark wagen (gegenüber rund vier Milliarden Mark im Jahre 1931). (Eine Halbierung alio gegenüber dem Vorjahre, das feiner seits bereits nicht einmal mehr bie Hälfte eines „normalen" Bauvolumens brachte. „Ein Volk, das nicht baut, lebt nicht", hat man gesagt: Welch Grad von Abgestorbenheit demnach, wenn nicht ein mal ein Viertel des Bauvolumens übrigbleiben soll, das sich als notwendig erwiesen hat, um die vorhandenen baulichen Werte zu erhalten und den Neubedarf zu decken. Mag es auch angebracht fein, in Krisen Zeiten die natürlichen Wachstumstendenzen des volkswirtschaftlichen Apparates teilweise unbefriedigt zu lassen, mag es vorübergehend sogar vertretbar sein, den lausenden Erneuerungsbedarf aufzuschieben, so ergibt sich doch innerhalb kurzer Frist eine so starke Stauung des Bedarfes, dost die weitere Vernachlässigung einer Befriedigung die größten Gefahren für den aktionsfähigen Fortbestand des volkswirtschaftlichen Apparates überhaupt mit sich bringt. Um dies an einem Beispiel zu belegen: Im Hausbefitz, dessen Werl auf etwa 100 Milliarden- veranschlagt wird, müßten lediglich für die angemessene Erhaltung des Vorhandenen jährlich rund zwei Milliarden Mark aufgewendet werden. Das ist, wie jeder weiß, seit vielen Jahren nicht annähernd geschehen. Die Notwendigkeit größerer Instandfetzungsarbeiten (neue Eindachungen usw ) wie laufender Instand- haltungsarbeiten ist von Jahr zu Jahr gewachsen. In vielen Fällen droht die restlose Vernichtung größerer Werte, wenn nicht endlich der immer wieder zurückgestellte Bedarf aus feiner unnatürlichen Stauung befreit wird. Selbst in den schlimmsten Krisenzeiten ist es die Pflicht der Gesamtheit, dafür Sorge zu tragen, daß die von der Vernichtung be- drohten ungeheueren volkswirtschaftlichen Werte gerettet werden. Was hier vom Hausbesitz gesagt ist, gilt in ähnlicher Weile für den Straßenbau; /s gilt für alle baulichen Anlagen ufw., die aus einem volkswirtschaftlichen Bedürfnis heraus entstanden sind. Daß eine baugewerbliche Produktion im Umfange Dtyi zwei Milliarden Mark, wie sie für das Fahr find wir weit entfernt Bis jetzt ist die Lebenshaltung einer kinderreichen Mutter des unteren Mittelstandes nicht zu vergleichen mit der Buhe, Sorglosigkeit und Sicherheit der Eri- stenz einer Hausangestellten in einem gutsituierten Hause And doch hängt von her einfachen Rücksicht auf die Mütter für den Bestand unteres Volkes mehr ab als von manchen mit großem Geräusch verfolgten fozialen Tendenzen. Oft genug ficht cs so aus. als wenn nichts daran gelegen wäre, wenn kinderreichen Müttern das Leben möglichst schwer und sauer gemacht wird. Ein solches Versäumnis läßt sich durch private Fürsorge niemals ersetzen Die Erziehung des kommenden Geschlechtes ist in erster Linie eine Erziehung der Familie, d. h. im wesentlichen und in den entscheidenden Jahren eine Erziehung durch die Mutter. Was hier versäumt wird, kann weder durch die Schule, noch durch den Staat, noch durch alle möglichen Vereine und Gemeinschaften wieder eingeholt werden- Bis an fein Lebensende merkt man es dem Menschen an. was für eine 1932 zu erwarten ist, den geflauten Bedarf im Wohnungsbau sowie im öffentlichen Bau — der ge- werbliche Bau mag in diesem Zusammenhang beiseite bleiben — auch nicht annähernd zu decken vermag, ist offensichtlich Daß, wie cs das Institut für Konjunktursorichung des weiteren vorausfagt, im Jahresdurchschnitt 1932 allein im Baugewerbe mit einer Arbeitslosigkeit von 80o 000 bis 900 000 Arbeitern gerechnet werden muß (wozu noch eine entsprechende Vermehrung der Arbeitslosigkeit in den Hilfsindustrien usch. kommen wurde), ist einfach unerträglich Wie ist Abhilfe möglich' Zunächst und vor allem: die öffentlichen Bauten müssen zu den sonstigen Ausgaben des Staates wenigstens wieder einigermaßen in das gleiche Verhalt- n i $ gebracht werden, roie.es vor dem Kriege bestand und wie cs auch noch bis vor wenigen Jahren annähernd der Fall war. Denn für die öffentlichen Bauten ist vor dem Kriege von dem gesamten öffentlichen Finanzbedarf etwaein Drittel aufgeroenbet worden. aber bereits im verstossenen Jahre wurde dies Verhältnis in ganz unnatürlicher Weise auf etwa ein Zwanzig st e 1 her- untcrgedr lickt. Der Drang zum Sparen, her grundsätzlich sicher nicht bekämpft werden soll, darf sich eben nicht in der Weise betätigen, daß d i c Ausgaben für produktive Zwecke und zur E r h a 11 u n-g der für einen normalen Umfang der Volkswirtschaft notwendigen An lagewerte einfach gestrichen, dagegen die Verwaltungs- aufroenbungen kaum vermindert werden. Selbst wenn man davon absieht, eine Belebung der Bautätigkeit zur Milderung der Arbeitslosigkeit vorzufehen, und sich damit begnügt, nur den allerbringehbftcn Bedarf an öffentlichen Bauten ,zu befriedigen, müssen hierfür etwa 2,2 Milliarden Mark (gegenüber etwa 2,3 Milliarden Mark vor dem Kriege) eingesetzt werden; für den Wohnungsbau sind, insbesondere zur Erhaltung des Althausbesitzes, etwa 1,8 Milliarden Mark erforderlich; für den gewerblichen Bau wird man einen Rückgang auf 0,8 Milliarden Mark (gegenüber 1,2 Milliarden Mark in 1931 und noch 2.7 Milliarden Mark in 1929) hinnehmen müssen. Man kommt dann auf einen Oefamtbeharf der baugewerblichen Produktion von etwa 4,8 Milliarden Mark, der dasMindestmaß dessen dar- stellen dürfte, was erforderlich ist, um die oben angedeuteten Gefahren für die gesamte Volkswirtschaft zu vermeiden. Die Jahreszeit ist bereits soweit vorgeschritten, daß allenthalben regste Bautätigkeit herrschen müßte, statt dessen überall Kirchhofsruhe. Was zu geschehen hat, duldet keinen Aufschub mehr! Kinderstube, d. h. was fureineMutter er gehabt hat. Wer also für die Erziehung des Volkes sorgen will, der tut nicht genug, wenn er nur an die Schule und an die Kirche oder an alle möglichen sozialen Gemcinfchasten oder gar nur an den Sport denkt. - weitaus das Wichtig st e. was hier geschehen muß. ist da», was die Mutter tut. Was sie nicht getan hat. kann keiiz anderer mehr ersetzen. Der Einfluß der Frau auf das Dolksganze. der ihr zukommt, den sie nicht nur zu beanspruchen hat. sondern den das Volk von ihr fordern muß, besteht nicht in erster Linie gegenüber dem öffentlichen Leben und wird nicht gesichert durch das Wahlrecht der Frau, sondern er besteht vor allen Dingen in dem verborgenen und doch so mächtigen Einfluß der Mütter auf die physische Gesundheit und die geistige Entwicklung ihrer Kinder. Wieviele große und kleine Männer unseres Volkes t-agen die .Züge ihrer Mutter. Dcr Einfluß, den die Frau in dcr Gesellschaft hat. im Salon oder auf der Tanzdiele oder im Cafe, ist nicht entfernt zu vergleichen mit dem. Deutsche Sportler in den Anzügen, die jetzt der Deutsche Reichsausschuß für Leibesübungen für die Bekleidung der deutschen Olympia-Mannschaft bestimmt hat. Es handelt sich um eine zweiteilige Kombination aus einer zweireihigen kurzen Jacke und einer unten geschweift gehaltenen Hose. Der Anzug wird in zwei Farben geliefert, und zwar als Arbeitsanzug in Kornblau und für die Kampfe selbst in Weiß mit goldenen Knöpfen. was sie leisten kann und soll in dem nach außfn verschlossenen Kreis der Familie. And doch wird aus diesem, unter der Oberfläche verborgenen Kraftstrom viel zu wenig geachtet. Man braucht ja nur an die zeitgenössisch« Literatur zu denken: wieviel Erotik und tz e wenig Poesie des häuslichen Leben-! Diele unerschöpfliche Quelle dcr Dichtung erscheint fo manchem Literaten als unkünstlcrisch und philisterhaft. und wie weit verbreitet ist die Meinung. daß die Gemütlichkeit des häuslichen Lebens des Genies nicht würdig sei. während doch die ganz großen Männer unseres Volkes wie Luther und Bismarck häusliche Gemütlichkeit und weltgeschichtliche Großartigkeit miteinander ve,- bunben haben, wie der Stamm die Wurzel mit der Krone verbindet. Das Leben innerhalb dcS Wirkungskreises der Hausmutter verhält sich zum Wirken der Ocffentlichkcit und dcr Welt der Geschichte wie die Quelle zum Strom. Man kann deshalb sagen, daß das Geschick eines Volkes abhängig ist von seinen Frauen-Vicht in erster Linie von denen, die im öffentlichen Leben wirken, die in der Gesellschaft glänzen, die die Feder führen, sondern von denen, die als Mütter anspruchslos und unbemerkt die Hauptaufgabe erfüllen ohne selbst in die Ocffentlichkeit zu treten — und von denen, die zum öffentlichen Leben berufen sind, als Mütter ober als Gattinnen. Was für eine Summe von Arbeit. Liebe, Freude. Sorge. Letd. Verzicht und Erfolg liegt in dem Leben einer einzigen kinderreichen Mutter. Ein Veichtum, mit dem manches Leben, da- (ich auf der Bühne der Oeffentlichkeit abspielt. gor nicht zu vergleichen ist. Wenn wir in der schweren wirtschaftlichen, sozialen, moralischen, politischen und kulturellen Krisis unserer Zeit an die Zukunft unseres Volkes denken und uns fragen, was hier vor allem geleistet werden muß, bann mag sich jeder, der in Staat und Gesellschaft irgend einen Einfluß hat. vor allen Dingen eines sagen: sorgt dafür, daß die vielen jungen Paare, die heute in die Ehe treten, nicht mit der verschwiegenen oder ausgesprochenen verhängnisvollen Bedingung ihr gemeinsames Leben beginnen: Aber Kinder darf es nicht geben! Alle Erotik, mag sie mit noch soviel Poesie umgeben ©er Maikäfer. Bnn Georg Mühlen-Schulte. Der Gastwirt Oicfcbart sagte zu dem Kellner Max: „Max, der Lenz ist da; stell' den Garten raus!" Max holte die Kasten mit dem wilden Wein aus dem' Keller und baute damit ein Karree auf der Straße vor den Fenstern des Lokals. Er zupfte die Ranken des wilden Weins auseinander und schlang sie kunstvoll über die Eisenstäbe des Spaliers. Als er fo weit war, kam der Gastwirt Giefebart mit einem Pappfchöchtelchen vor die Tür. Er machte ein verfchmitztes Gesicht, der Gastwirt Giefebart. ..Max, rat" mal, was ich hier hab'!" „3d) weiß cs nicht. Herr Giefebart!" „'n Maikäber. dummes Luder! Von meinem Neffen, dem FerstgehiIsen. Er ist >'ach 'n bißchen flamm, aber so ist er gerade richtig. Da, — setz ihn mal oben auf eine Ranke! Unsere Gäste solln 'n Spaß haben." Der Kellner setzte den Maikäfer auf eine Ranke An diesem Tage nahmen der Börsenmakler Hahn und der Papierwarenfabrikant Quickly, ständige Gaste des Restaurants Giefebart, zum erstenmal draußen im Garten Platz. Hahn bestellte sich eine Bouillon, Quickly bestellte'sich ein Bier. „ „Gucken Sie mal da. meine Herren! sagte der Gastwirt Giefebart und wies auf eine Stelle über den Häuptern seiner Gäste. Danach ging er in das Lokal zurück. . ..Ein Maikäfer, wahryaftig!" rief Hahn, „scheint tot zll sein." „Der ist nicht tot!" erwiderte Quickly. „Dem sitzt bloß die Kühle von heute Nacht ein bißchen in den Knochen." Ich sage Ihnen, er ist tot!" beharrte'Hahn „Mai- fäfer sind furchtbar empfindlich gegen Frost. Wir hoben zu Hause ein Thermometer, das zeigt immer fett)--- Grad unter Null. Weil nämlich die Quecksilbersäule kaputt ist. April vorm Jahr bringt mein Junge aus 'm Wald einen Maikäfer mit. Der Mai- fäfer fliegt fidel im Zimmer rum. Plötzlich fehl er fid) auf das Thermometer, sieht, daß es sechs Grad unter Null sind, und fällt toRu Boden. Furchtbar pimplig, die Maikäfer." Gar nicht pimpelig! Ihrem Maikäfer.muß was anderes gefehlt haben. Vielleicht war er mit dem Herzen nicht in Ordnung, ober er hat bie «taupe gehabt ober die Rinderpest!" Ist ja lächerlich! Ein Maikäfer und Rinderpest! "Ganz egal, ich sage doch bloß so! Maikäfer sind ziemlich' abgehärtet, das können Sie mir glauben. Im Februar Neunzehnhundertfechzehn, in den Karpathen, da hatten wir doch eine Kälte, daß einem der Schlund zufror. Da habe ich einmal auf einem Patrouillengange drei erfrorene Maikäfer gefunden Ich habe sie mitgenommen, am Wachtfeuer aufgetaut, und was soll ich> Ihnen sagen, da sind die Maikäfer wieder zu sich gekommen " „Quatsch'" „Erlauben Sie mal, Herr Hahn, ich weiß doch, was ich spreche. Ich sehe den einen Maikäfer noch vor mir: ganz groß und leuchtend waren feine Augen, er zählte bis hundert, und dann flog er weg." „Nun hören Sie aber auf, Quickly! Kein Maikäfer kann bis hundert zählen. Das höchste, was mal einer erreicht hat, mar zehn, und das brachte er auch bloß fertig rocii er in einem Lindenbaum auf einem Schulhof faß und die Jungens immer rechnen hörte." „Daß ich bloß nicht lache, Herr Hahn' Daß ich bloß keinen Zwerchfellriß kriege! Ihr Maikäfer in Ehren, er kann ja fchließlich nichts dafür, daß er auf der Linde einer Schule faß, in der Sie bis zehn zahlen lernten. Bis zehn und nicht weiter „Herr Quickly, wenn Sie persönlich werden .!" . Aber cs gibt noch andere Maikäfer, Herr Hahn; Maikäfer mit hellem Kopf. Maikäfer mit weitem Horizont; Maikäfer, die sogar bis taufend zählen. Die stecken Sie und Ihre dämlichen Mit schüler in die Tasche, jawohl!" „Wirklich ein starkes Stück, muß ich sagen. Ich könnte Ihnen allerhand auf Ihre Anwürfe erwidern, Quickly. aber ich will mich beherrschen. Mir fommt cs bloß auf die eine Feststellung an: Ist der Mai fäfer tot ober ist er nicht tot! Ich sage, er ist tot! Sie sehen doch, daß er ganz still sitzt." „Das hat gar nichts zu sagen; er wird schlafen." „Schlafen? Hören Sie was?" „Was soll ich denn hören?" „Na, ich meine, wenn einer schläft, dann hört man es doch. Entweder er schnarcht, oder die Bettstelle knarrt, oder ..." „Mensch, Hahn, der Maikäfer hat doch keine Bettstelle." ' r „Also, daß Sie sich immer an solche Äußerlichkeiten klammern! Natürlich hat er keine Bettstelle. Braucht er auch nicht, wenn er Geräusch machen will." „Ader er will doch gar fein Geräusch machen" „Sagen Sie, woher wollen Sie das wissen. Quickly? Haben Sie eine Ahnung, was im Kopf eines Maikäfers vorgeht? Können Sie einem Mai- fäfer ins Herz gucken? Das können eie nicht, nicht wahr' Na, sehen Sie! Ein Maikäfer macht genau fo 'n Geräusch beim Schlafen wie Sie " „Womit soll er denn Geräusch machen?" „Weiß ich?! Vielleicht mit den Flügeln ober mit ben Kiefern ober mit sonstwas. Nehmen wir mal die Eikade. Die Eikade reibt die Hinterbeine anein» ander; damit macht sie einen Krach, daß Sie denken, eine Torpedobootsflottille fährt ab." „Mit den Hinterbeinen ?" „Ja, mit ben Hinterbeinen " „Hahn, mit Ihnen ist nicht zu streiten. Nächstens kommen Sie und erzählen mir, die Spinne spielt auf ihrem Netz Zither und singt Tonfilmschlager dazu." „Das ist doch ganz was anderes. Ich wiederhole nochmals: Hier handelt es sich bloß darum, ob der Maikäfer da oben tot ist oder nicht. Er ist natürlich tot" „Er ist natürlich nicht tot. Ich möchte wissen, woran er gestorben sein soll War doch gar nicht so falt heute Nacht Ich habe eine Stunde ohne Deckbett gelegen und nichts gemerkt." „Ja, Sie! Der eine hat eben die Natur und der andere bie. Ein Maikäfer ist furchtbar anfällig Wenn sich da in der Nacht bloß mal fo ein bißchen ein Flügel verschiebt, dann kann der Maikäfer am andern Morgen vor Schnupfen nicht aus den Augen gucken." „Erlauben Sie mal, was ist denn bann mit dem Engerling? Der Engerling liegt splitternackt in der Erde und kriegt keinen Schnupfen. Wie erklären Sie sich bas?" - „Ich höre immer Engerling. Wir sprechen doch hier non Maikäfer und nicht non Engerling " „Na, Engerling ist doch Maikäfer." „Engerling ist nicht Maikäfer. Machen Sie sich nicht lächerlich Quickly!" „Engerling ist doch Maikäfer! Ein junger Maikäfer ist er. Ein Maikäfer im Säuglingsalter foZusagen." „Und den lassen die Eltern nackt in der Erde liegen9 Erzählen Sie Ihre Räubergeschichten wo anders, Herr Quickly!" „Na. was sollen denn die Estern von dem Engerling machen? Sollen Sie ihn vielleicht in Windeln legen? Soll n Sie ihm eine Mütze stricken? Ein Wolljäckchen?" „Ach, hör'n Sie doch auf! Ist ja lachhaft mit Ihrem Engerling. Ein erwachsener Mensch soll solche Sachen in die Welt setzen! Der Maikäfer da oben ist tot. Basta!" „Er ist nicht tot. erkläre ich Ihnen. Ich habe eben deutlich gesehen, wie er das eine Bein bewegt hat." „Natürlich! Vielleicht hat er gehört, was Sie hier alles 3ufammengeiabbert haben, und nun hat er sich mit dem Bein on die Stirn getippt." „Ja J)ber er stimmt gerade seine Mandoline. Passen Sie auf, gleich fängt er an: Das ist die Liebe der Matrosen ..." „Ach, Sie haben ja einen Vogel, Quickly! Was sage ich. Sie haben einen Pinguin! Der Maikäfer ist tot. So tot, wie Sic mit Ihren Papierblumen, verstanden?!". „Sic kriegen gleich ein paar hinter bie Ohren, Hahn. Ich meine, ein Mann der heute fein Brot mit Hungertuchaktien an der Börse verdient, der hat es nicht nötig, sich über andere zu mokieren . . Außerdem, der Maikäfer ist nicht tot. Da — überzeugen Sie sich, — er krabbelt!" Die Herren haben sich von ihren, Stühlen erhoben; sie stehen sich mit zornroten Gesichtern gegenüber. In diesem Augenblick bewegt sich der Maikäfer Er machk einen schwerfälligen Rlcttcrnerfud) an brr Weinranke Plötzlich verläßt ihn die Kraft. Mit einem klicksendcn Geräusch fällt er von oben herunter direkt in die glühhetße Bouillon des Börsenmaklers Hahn. Der Börsenmakler Hahn ist einen bangen Atemzug lang starr. Dann nimmt er feinen Löffel, fischt ben Maikäfer aus der Taffe und wirst ihn auf das Tischtuch. „Bitte schön, er ist doch tot, — Sie Idiot!" sagt er triumphierend. Darauf gehen die Herren als Todfeinde auseinander Dod)ftf>ulnarf)ri(f)tetL Der ordentliche Professor Dr. Richard fioqueur von der Philosophischen Fakultät der Universität Tübingen (früher in Gießen) hat einen Ruf auf den Lehrstuhl der alten Geschichte an der Universität Halle erhalten. Profesior Dr. Eduard Schwyzer von der Uni- vrsität Bonn hak den an ihn ergangenen Rus auf den Lehrstuhl für vergleichende Sprachwissenschaft an der Universität Berlin als Nachfolger von Professor Wilhelm Schulze angenommen. Zur Wiederbesetzung des durch die Emeritierung von Professor Dr. Oskar Knoblauch erledigten Ordinariats für technische Physik an der Technischen Hochschule in München ist ein Ruf an Professor Dr. Georg Joos von der Universität Jena ergangen. Professor Dr. Arthur Steinwenter an der Universität Graz hat einen Ruf auf den durch ben Weggang von Professor Greller nach Tübingen erledigten Lehrstuhl für römisches Recht an der Universität Münster erhallen. [eir, ist nichts anderes als ein furchtbarer Zer- störungsprozoß. wenn, hinter ihr nicht als ihr eigentliches Motiv, als ihr Glück der Wille znm Kinde, die Mütterlichkeit steht. Es t hinreichend dafür gesorgt, dah dem her- ai; .den Geschlecht, den Eltern der unge- boeenen neuen Generation dieses von der Datur und von der Moral gesteckte Ziel: die Mutter- und Elternschaft schwer gemacht wird. Lind es gibt nid): viele Aufgaben, diewichtiger wären als diese: dre hierin beschlossene Gefahr für die Zukunft unseres Volkes zu überwinden. SerMMen Gießen im SommekIustverlehr iS32 Lin 1. Mai ist im europäischen Luftverkehrsnetz der Sommerflugplan in Kraft getreten. Dic Den che Luft-Hansa wird ihren Sommerluftverkehr auf den großen Durchgangsoerbindungen im In- und Auslande in annähernd gleichem Umfange wie im Dorjahre durchführen. Wenn der Flughafen Gießen in diesem Jahre am 2. Mai den Luftverkehr auf der Strecke Gießen — Frankfurt a. M. — Darmstadt — Mannheim — Karlsruhe — Baden-Baden — Freiburg — Konstanz eröffnen konnte, fo ist dies dem großen Entgegenkommen der Deutschen Lust- Hansa in finanzieller Beziehung zu verdanken. Es ist gelungen, den an die Deutsche Lust-Hansa zu leistenden Slredenbcifrag für die Stadt Gießen im vergleich zum Vorjahre ganz wesentlich zu senken. Die Deutsche Luft-Hansa hat auf diese Weise weitgehende Rücksicht auf die finanziell schlechte Lage der Städte genommen, um die ihr verkehrspolitisch wichtig erscheinenden Strecken und Flughäfen dem innerdeutschen Luftverkehr zu erhalten. Es ist ein erfreuliches Zeichen, daß die Deutsche Luft-Hansa auf diese Weise auch ihr großes Interesse an dem Flughafen und der Stadt Gießen bekundet hat. Die Flugzeuge der £uff-f)anfa landen in Gießen täglich. außer Sonntags, um 13 Uhr, und starten um 14.25 Uhr. Bon Gießen aus sind in einem Tage z u erreichen: Baden-Baden in 2!? Stunden, Basel in 2%, Bern in 4%, Darmstadt in %, Düsseldorf in 43A, Essen in 3%, Mülheim in 3%, Frankfurt a.M. in '■•, Freiburg in 3K, Friedrichshafen in 3%, Genf in 4V>, Karlsruhe in 2, Köln in 2%, Konstanz in 4, Lausanne in 5, Mannheim in 1%, München in 3, Paris in 5, Nürnberg in 2%, Saarbrücken in VA, Stuttgart in VA, Zürich in 3% Stunden. Alle übrigen Flughäfen des In- und Auslandes können von Frankfurt a. M. aus durch gute Luftverkehrsverbindungen, gegebenenfalls durch eine Be- darfsflugoerbindUng von Gießen nach Frankfurt am Main erreicht werden. Was für die schnelle Beförderung von Fluggästen gilt, trifft im gleichen Maße auch für die Beförderung von Postsachen und Frachtsendungen zu. Postsachen müssen angeliefert sein bei der Post- hilssstelle Flughafen 10 Minuten, bei dem Post, amt I 1 Stunde vor Abgang des Flugzeuges. Fracht- fenbungen müssen % Stunde vor Abgang des Flugzeuges auf dem Flughafen Angeliefert werden. Neben der Beförderung von Fluggästen ist in der Handelsluftfahrt gerade der Frachtverkehr immer mehr in den Vordergrund getreten. Aber immer noch kennen zu wenige Kaufleute die Möglichkeiten, die ihnen der Schnellfrachtversand bietet. Durch das Zusammenarbeiten von Eisenbahn und Flugzeug kann heute jeder noch so entlegene Ort an die Luftverkehrslinien angeschlossen werden. Die Kosten für den Lufttransport, der besonders bei größeren Entfernungen die Laufzeit der Frachten erheblich verringert sind, weit geringer, als man in Anbetracht der großen Vorteile vermutet. Da das Flugzeug in der Stunde durchschnittlich 150 Kilometer zurücklegt, ist der Luftfrachlverkehr in erster Linie Schnellverkehr. Eine weitere Zeitersparnis wird auch noch durch die beschleunigte Zollabfert'igung der Luftfrachten erreicht. Im Luftfrachtverkehr können von jedem Orte des In- und Auslandes Güter in beiden Richtungen befördert werden. Daß der planmäßige Luftverkehr eine Zukunft — auch für die Stadt Gießen — hat, beweist die troß der schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse feftguftel- lende wesentliche Erhöhung der.Be- nutzungsziffern im Jahre 1931 gegenüber den Zahlen der beförderten Fluggäste in den Vorjahren. Es ist ein erfreuliches Zeichen für unseren Flug Hafen, daß die Frequenz des Jahres 1931 175 Pro zent der Frequenz des Vorjahres betragen hat. 3m Interesse der Derkehrsbekange unserer Stadt tmn man hoffen, daß die, Entwicklung auch mei । günstig bleibt. Das Ergebnis der Gießener Winiernoihilfe 1931 2. Ein hervorragendes Hilfswerk für die notleidenden Mitbür§ Die drei Arbeitsausschüsse der Gießener W i n t ern o th i l f e 1 93 1'32 — ber Werbe- und Sammelausschuß, der Verteilungs-Ausschuß und der Finairz- und Kontrollausfchuß — versammelten sich am Mittwochnachmittag im Sitzungssaale des städtischen Wohlfahrtsamtes zu einer gemeinsamen Schlußsitzung, in der das Ergebnis des Hilfswerkes abschließend festgestcllt und die Arbeitstätigkeit der Ausschüsse beendet wurde. Die Rückschau auf die gemeinsame rege Arbeit zur Hilfeleistung für die notleidenden Mitbürger während des verflossenen Winters berechtigte zu der Feststellung, daß dieses Werk der freiwilligen Liebestätigkcit angesichts der überaus schwierigen Wirtschaftsverhältnisse als hervorragend bezeick)net werden muß. Lieber die Tätigkeit der einzelnen Arbecks- ausschüsse ist als besonders bemerkenswert zu berichten: Werbe- und Sammelausschuß. Der Ausschuß, der insgesamt 14 Sitzungen hielt, sah als erste Aufgabe die Beschaffung von Kartoffeln vor sich. Durch die Aus- schußmitglicder Kaufmann Leopold Mayer und Syndikus Röhr wurde der Kartoffelankauf bestens besorgt. Dadurch wurden 1 7 4 5 Zentner Kartoffeln zum Durchschnittspreise von 2,50 Mk. geliefert. Die Ausgaben hierfür beliefen sich einschl. Fracht und sonstige Llnkosten auf 4247,06 Mr. An die Hilfsbedürftigen wurde der Zentner zu 1,50 Mk. abgegeben, so daß also pro Zentner 1 Mk. von der Winternothilfe Zu- Ä wurde. Reben den angekauften Kartoffeln n aus bem kreise Gießen runb 800 Zentner Kartoffeln gestiftet, die von der Winternothilfe restlos verschenkt wurden. Ferner kamen aus dem Kreise Gießen,200 Zentner Obst, 180 Zentner Gemüse, 6 Zentner Hülsen- früchte, 3 Zentner Mehl, 1,5 Zentner Fett, 3 4 Zentner Fleisch- und Wurstwaren, kleinere Mengen Honig, Dötrobst und einige Kleidungsstücke, sowie 20 Mk. Bargeld. Diese Spenden waren hauptsächlich auf die Initiative der kirchlichen Frauenvereine im Kreise Gießen zurückzuführen, denen für ihre außerordentlich ersprießliche Sammeltätigkeit herzlicher Dank gebührt. Ferner flössen der Winterhilfe weitere umfangreiche Lebensmittelspenden von zahlreichen Gießener Firmen und von Privatpersonen ' in Gießen zu. Durch die rege Rachfrage nach Kartoffeln sah sich der Ausschuß in den letzten Wochen veranlaßt, nochmals 400 Zentner Kartoffeln zum Preise von 2,90 und 3,20 Mk. anzukaufen, die jetzt noch in kleinen Mengen unentgeltlich mit bevorzugter Berücksichtigung kinderreicher Familien abgegeben werden. Weiter war die Versorgung der notleidenden Familien mit Wäsche und Kleidungsstücken dringend erforderlich. Der Bericht des Ausschusses erwähnt hier zuerst die Spende des „Gießener Anzeigers" in^Höhe von 4500 Mark, aus der allein rund 300 Familien bedacht werden konnten. Der Gießener Textil- und Schuhwarenhandel unterstützte das Hilsswerk in den Monaten Oktober, Rovember und Dezember durch Sachspenden, ferner fütterten weitere Firmen dieser Branchen und auch Geschäfte des Kohlenhandels, des Lederhandels, die SHuhmacherinnung und die Schneiderinnung das Hilfswerk durch Warenspenden bzw. durch Arbeitsleistung. Die Um* änderungundIn standfetz .< gvon getragenen Kleidungsstück aus dem sehr erfreulichen (Ergebnis bet beiden Kleibersammlungen sowie der Reuanfertigung von Kleidern für Frauen und Kinder diente vor allem die von Frau Bürgermeister Dr. Seid ins Leben gerufene Rähstube in t$r Jugendherberge im Asterweg. Dadurch war es möglich, die Kleiderspenden fast re st los zu verwerten. 2m ganzen wurde in der Rähstube an 48 Rachmittagen gearbeitet, 20 Damen aus den Wohlfahrtsorganisationen übernahmen abwechselnd die Leitung. Rund 15 0 Familien sind von der Rähstube mit Kleidungsstücken bedacht worden. Bei der Heranschaffung der hochherzigen Stiftungen an Raturalien der verschiedensten Art und Kleidungsstücken war unser Reichswehrbataillon in unermüdlicher Weise tätig. Mit Hilfe der Reichswehr und der. Helfer der Technischen Rothilfe und des Fung- deutschen Ordens konnten nicht nur die Kleidersammlungen in Gießen musteraültig.durch- geführt werden, sondern es war auch dank dieser Hilfeleistung möglich, aus 52 Gemeinden des Kreises Lebensmittel heranzuschaffen und aus dem Wald der Gemeinde Staufenberg geschenktes Holz hierher zu bringen. Der Reichswehr - Garnison wird in dem Schlußbericht der Winter- nothilfe mit Rocht besonderer Dank ausgesprochen. Ebenso wird auch der übrigen? Helfer dankbar gedacht. Ferner wird mit hoher und dankbarer Anerkennung auf dieSpeisung von hilfsbedürftigen Kindekn durch unsere Reichswehr hingewiesen, die täglich 100 Liter Essen an durchschnittlich 150 Kinder in der Zeit von Mitte Januar bis Mitte Mai zur Verteilung brachte und die Kosten dieser Speisung aus freiwilligen Spenden der Angehöri- gen des Bataillons bestritt. Aus der dankenswerten Holzspende der Gemeinde Staufenberg erhielten etwa 180 Familien Brennmaterial. Weiter haben sich die Firmen Denninghoff, Ihring- Melchior in Lich, Konsumverein, Poppe L Co. uNd Schasfstaedt durch Bereitstellung ihrer Lastkraftwagen zur Hcranschaffung der Kartoffeln um das Hilfswerk verdient gemacht. Die Geldspenden der verschiedenen Organisationen und privaten Spender werden in dem Schlußbericht ebenfalls mit herzlichem Danke verzeichnet. Besondere Anerkennung gebührt Frau Dr. Koeppe, die das schwierige und arbeitsreiche Werk der Organisation und der Durchführung der beiden Haussammlungen in mustergültiger Weise bewältigte und in Gemeinschaft mit den Sammlerinnen die Genugtuung hatte, daß die vereinte dankenswerte Arbeit das Ergebnis von 4042 Mark erbrachte. Ebenfalls mit Dankbarkeit vermerkt werden die zahlreichen Veranstaltungen, deren Ertrag dem Sammelwerk zugute tarnen. Das Gesamtergebnis der Geld- und Materialiensammlung ist ein s ch ö n es Z e i ch e n f ü r die Opferbereitschaft der Bevölkerung der Stadt und des Kreises Gießen. Verteilungs-Ausschuß. Dieser Ausschuß hatte in zehn Sitzungen rund 1700 Anträge von Hilfsbedürftigen zu erledigen. Zuerst hatte der Ausschuß die Spende des „Gießener Anzeigers" im Gesamtbeträge von 4500 Mk. zu verteilen, wobei — wie oben schon erwähnt — rund 300 Familien berücksichtigt werden konnten. Im Winternothilfe-Ausschuß wurde mit Anerkennung vermerkt, daß diese Spende, entsprechend dem Willen der Stifter, zu Wareneinkäufen bei der Gießener Geschäftswelt verwendet wurde und dadurch neben der Hilfeleistung für notleidende Familien auch der schwer ringenden Geschäftswelt eine Einnahmequelle erschlossen werden konnte. Der Verteilungs-Ausschuß gewährte die Spenden, mit Ausnahme derjenigen an verschämte Arme, nicht in bar, sondern in Gutscheinen auf Waren, wobei die Gießener Geschäftswelt möglichst gleichmäßig berücksichtigt wurde. Für die Beschaffung neuer Kleidungsstücke für rund 900 Familien und Einzelpersonen wurden von dem Ausschuß 9562,26 Mk. ausgegeben. Aus den Spenden des Textil- und Schuhwarenhandels und den Kleidersammlungen durch'die Reichswehr konnten etwa 600 Familien bedacht werden. Rund 200 Paar Schuhe wurden an hilfsbedürftige Schulkinder verabreicht. 160 Familien erhielten die gespendeten 250 Zentner Briketts, außerdem wurden noch 250 Zentner Briketts angekauft und verteilt. Die Lebensmittelspenden aus dem Kreise Gießen, vorzugsweise Obst und Kartoffeln, sind an rund 1100 Familien verteilt worden. Die von Gießener Firmen und Privatpersonen gestifteten Lebensmittel kamen rund 900 Familien zugute. Auch die Kleinkinderschule in der Diezstraße, die Krippe im Evangelischen Schwesternhaus und die Zuflucht wurden mit Lebensmittelspenden bedacht. Zu Weihnachten wurden an etwa 830 Familien und Einzelpersonen Lebensmittelgutscheine im Gesamtbeträge von 3476 Mk. verteilt. 115 verschämte Arme erhielten Barzuwendungen im Betrage von 3260,30 Mk. Finanz- und Kontrottausschuß. Die sehr umfangreiche Arbeit der Kontrolle der eingegangenen Gelder, der Bewilligung von Mitteln für die vorgesehenen Ausgaben und die Prüfung der Rechnungsbelege oblag diesem Ausschuß, der in 20 Sitzungen seine Aufgaben erledigte. Das Gesamtergebnis der Geldspenden belief sich einschließlich einer Restsumme aus 1930/31 in höhe von 1295,55 Mark auf 25 370,74 Mark. Im einzelnen setzt sich diese Summe wie folgt zusammen: Rest aus 1930/31 — 1295,55 Mk., Spenden der Frauenhilfe (umfassend die zu \ckrn Zwecke gemeinsam wirkenden Gießener acauenvereine) 2400 Mk., Arbeitgeberverband )00 Mk., Oberhessischer Automobilklub 500 Mk., Bankenvereinigung 900 Mk., Gewerbeverein 180 Mark, Ertrag der Haussammlungcn 4042,50 Mk., Vorträge 418,48 Mk., Veranstaltungen 1474,86 Mark, Privatspenden 1194,20 Mk., Vereine und Vereinigungen 688,05 Mk., Dezirkssparkasse 6120,86 Mk., sonstige Eingänge 781,51 Mk., Kartoffel- und Aepfelerlös 2435,25 Mk., Zinsen 39,48 Mk. Die Gelbausgabe belief sich insgesamt auf 24 272,38 Mark. Im einzelnen verteilen sich die Ausgaben wie folgt: Beschaffung von Bekleidung 9562,26 Mk., Beschaffung von Lebensrnitteln 4408,08 Mk., Ankauf von Kartoffeln 5372,78 Mk., Ankauf von Brennstoffen 318,88 Mk-, Barunterstühung an verschämte Arme 3260,30 Mk.. Aufwendungen für Fracht. Porto und sonstige Linkosten 1223,48 Mk., Zuckersteuer 126,60 Mk. Aus der Geldwirtschaft der Winterhilfe 1931/32 verbleibt mithin ein Guthabensaldo von 1 0 9 8,3 6 Mark. Diese Summe soll für das kommende Hilfswerk als Barvorrat verbleiben. Das verausgabte Geld ist. mit Ausnahme des Kartoffelankaufs, der Gießener Wirtschaft zugeflossen. Oer Verlauf der Schlußsitzung. Lieber die Arbeiten der einzelnen Ausschüsse und die Mithilfe der verschiedensten Organisationen wurde in der Schlußsitzung von zahlreichen Damen und Herren ein rückschauender Lieberblick gegeben. Es berichteten: Frau Bürgermeister Dr. Seid, Frau Dr. Koeppe, Frau Sanitätsrat Dr.Schliephake, Stadtratsmitglied Leopold Mayer, Stadtratsmitglied Horn, FrauK r e u- d e r, Frau Rotar Peters, Frau Stadtratsmitglied Roll, Frau Medizinalrat Dr. Schenck, Syndikus Münch, Gewerkschaftssekretär O 11 i - I i e, Kaufmann Horst, Regierungsrat Dr. Bues, Oberfürsorgerin Schwester Anita Herrn a n n h und Frau Prof. Kramer. Zum Schluß sprach Bürgermeister Dr. Seid allen Spendern und Helfern, insbesondere dem Winternothilfe-Ausschuß und seinem Vorsitzenden, Verwaltungsamtmann K e i tz e r, den Dank der Stadtverwaltung und der Bürgerschaft für das große und in hohem Maße anerkennenswerte Hilfswerk aus. Amtmann K e i tz e r dankte noch seinen Mitarbeitern im Wohlfahrtsamt, die ihm bei der Winternothilfearbeit zur Seite standen. Aus -er provinzialhauptstodt. Gießen, den 7. Mai 1932. Oeuischnationale Volkspartei. In der vor einigen Tagen im Hotel Schütz abgehaltenen Mitgliederversammlung der D R V P. hielt, wie man uns mitteilt, Oberst a. D. Kock einen Vortrag über den Versailler Vertrag und die Reparationen. Er führte aus, daß eins der wichtigsten Probleme, welches uns, augenblicklich — und wohl mit Recht — am meisten beschäftigt, und von dem unsere Zukunft abhängt, das der Tribute sei. Ihre Berechtigung steht und fällt mit der Anerkennung des Artikels 231 des Versailler Diktates: „Die alliierten und assoziierten Regierungen erklären und Deutschland erkennt an, dah Deutschland und seine Verbündeten als Llr- hebcr aller Schäden verantwortlich sind, welche die alliierten und assoziierten Regierungen und ihre Angehörigen infolge des ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgezwungenen Krieges erlitten haben." An Hand der 14 Punkte Wilsons und der verschiedensten Roten Wilsons und. seines Staatssekretärs Lansing wies der Redner nach, daß der Vorfriede auf einer für Deutschland lebensfähigen Grundlage auf gebaut und daß dieser Vertrag mit dem Waffenstillstand als Völkerrechte lich fundiert und bindend zwischen Deutschland und seinen Kriegsgegnern anzusehen war. In dem Vorfrieden stehe nichts von der Kriegsschuldlüge, nichts von Tributleistungen durch Geschlechterfolge, nichts von einseitiger Entwaffnung und Wehrloshaltung, kein Wort über die Zerreißung des Ostens, die Abtrennung von Eupen und Malmedy und Rordschleswig, kein Wort von der entmilitarisierten Zone usw. Der Bruch des Vorfriedens durch das spätere Diktat von Versailles wurde den Feindbundstaaten nur dadurch möglich, daß die Revolution Deutschland das Rückgrat brach und das deutsche Volk die ungeheure Dummheit beging, sich selbst zu entwaffnen, ehe es den Frieden in Händen hatte. Dieser Bruch ist in der Geschichte der Kulturvölker eine einzig dastehende Llngeheuerlichkeit. Bekanntlich weigerte sich der damalige deutsche Außenminister Graf Brockdorf-Rantzau, diesen Vertrag zu unterzeichnen. Aber trotz seines energischen, oft wiederholten Widerspruches hat die deutsche Regierung sröi bo"Ät,“We Ä!Ä“ 9 Kudina! ju eÄ 1926, 1927 X6te Ene-Teil Mw :31 X Süfe M ^ntzous und S al^ ten Äetzna. erten über Deutsch. D°skrden«mnt>s lugen und den Dez eben. In der Z«ji linden m unserer orifeurmeifitr «j *•• Friedrich Löber, abre, KaiktalkeZZ SchasMdl, Fabrik 23. Erna Frieda cc. Grabenftrahe 12; .26 Jahre. Stein- illcrt, Schuhmacher« be 32; 22.: Johanna Fahre. Marburger verwaltungssekrelär, 23.: Friedrich Jvgrl, .. 67 Jahre. Meu, Sangendors, Dittve, 25.; Elisabeth Pia» ; Am Äiegelpsad kS. 'heobald, 80 Jahre. : Psesser, 6Mona!e. largarete Schneider, seckrahe 18. erhalle. Im April hen. Davon kommen 1, Literaturgeschichte ! und Dramen 16, '• US- Völkerkunde 2b 34 »ichte und Tao^c* 16, HaturoW-er.’ er- und Seewesen 1. Desundheitslchre I. Staatswilsenlcha t ,ort 1. Fremdsprc')' irts kamen 3 Bände. generFilmsloi^ intagobenb Dr. ®crb ujlragfer der no im eigenen wim ■ a aus die Entwicklung iten zwei Jahrzehnten .wischen der Smateur ematogrophir heraus. - Aoraussetzungen der r Hinsicht und ejtlarte Gleichzeitig erklärte er it der 21uinobnw, leflte Grund Ser lech-uichcn nefamera lehr leuht |ti enntniffe ersordere. In jysjfis * ’S * «A «*»<**. S»* '*'5" 11,0 Aur H ? ein S'e'E M lehr ne|er Id)1'*16' 2i'6A HM- [Ä: äs »t. »*£.»«■ iftet Ifi^Xiten l«’n* -n Derl^L dem ^«,,nsMgme'!'er filufifl fernftcf)cn muhten. Eine Ausstellung oller zugehörigen Apparate und Einrichtungen sand ungeteiltes Interesse bei allen Besuchern. “ Iungdeutsche Schwesternschaft Man schreibt uns: In Anwesenheit zahlreicher Gaste sand in dieser^Tagen ein Schwesternabend der Jung« deutschen Schwesternschaft statt. Nach der Eröffnung durch Brauchtum und Begrüßung verlas die cdjroc' stcrnschaftssührerin die Stellungnahme Artur M a h • r a u n s zum Ergebnis der Preutzcnwahl. Ter fiodr meister begrüßte es, daß nunmehr durch das Ende der bürgerlichen Mittelparteien der Weg frcigcwor- den fei für eine von weiten Streiten langst herbei- geschnte Neuordnung. Das Ziel dieser Neuordnung müsse die Schaffung einer politischen Heimat für jene weiten völkischen und nationalen Volkskreise fein, die aus innerster Ueberzeugung die Wclt um Hugen. berg und Hitler oblchncn. Diese »Forderung werde ganz besonders vertreten von der Iungdcutschen Bewegung, die nunmehr ihre ganze Ärafl dafür cm- fetzen werde, eine neue nationale Front zu schaffen, deren Grundlage Vernunft, Idealismus und Ver- antwortungsbemuhtsein sei. Im weiteren Verlauf des Abends hielt Frau Kranz (Butzbach, einen Vortrag über den Iungdeutschen Orden. Es schloffen sich Ausführungen über die Schwesternschaft und über die Ausgaben der Frau in Volk und Staat an, denen eine lebhafte Aussprache folgt- Lebhaft begrüßt wurde die Ankündigung >tarier Veranftol tungen. Am 24. UJlai wird im Gösteabend Fraulein Studienassessor Hirsch über den „Nationalsozialis-, mus und seine Stellung zur Frau" sprechen, am 31. Mai findet ein öffentlicher Vortrag von Maria Kohle, der vor allem in Kreisen des Auslands- deutfchtums bekannten Dichterin, statt. •• D. H T. Gießen. Schon eine Reihe von Jahren bestehen zwischen dem Oberhessischen (Sc- birgsvcrein Marburg und dem hiesigen Zweigverein vom D. H. E. srcundnc^chbarlichc Be- Ziehungen, die aus der gemeinsamen Arbeit im Dienste der Allgemeinheit durch Unterhaltung des WegebezeichnungSnetzcs entstanden sind. Am Sonntag waren nun — so berichtet man un£ — nahezu 50 Angehörige des T. Sy. C. Gießen einer Ginladung des O. Sy G. D. Marburg gefolgt, um bei herrlichstem Wanderwetter eine gemeinsame Moienfahrt um Marburg zu machen. Don Riederweimar ging es unter Führung einiger Herren deS Rachbarvereins in langsamem Anstieg zum Wald, vor dessen Rand man entzückende Blicke auf dos Lahntal, sowie auf Frauenberg. DünSberg, Hohensolms die Marburger, Gladenbacher und Hinterländer Berge genoß. - Durch schönen Hochwald, der sich eben anschickt, sein Frühlingskleid anzuziehen, führte der Weg zu einem idyllischen Ruheplatz mit einer Schutzhütte, „Runder Baum" genannt, wo sich inzwischen ein großer Teil Marburger Freunde eingefunden hotte. Die ganze Wanderschar ging jetzt zunächst die alte, aussichtsreiche Weinstraße entlang, später einen Höhenweg mit prächtigen Blicken auf die im schönsten Blütenschmuck prangende Musenstadt über das hochgelegene Schloß nach Marburg. Das gute Einvernehmen der beiden Vereine kam bei der Schlußrast in Marburg unter dem temperamentvollen Dorsitz von Architekt Da über recht zur Geltung. Frohe Reden Oie Lagt» im Mai. Frisches Grün auf Wiele und Feld, junges Laub an den Bäumen im hellen Schein her Maiensonne! Da zieht es den Weidmann mit allen Fasern seines Herons hinaus in den Wald. Trägt auch die Schulter die Büchse, so wird biefc doch nur die Ruhe des Revier- unterbrechen, wenn es gilt, einem Feinde des Wildes das Handwerk zu legen. Denn zu jagen gibt eS wenig, zu schützen viel. Die Brutzeit aller Wildhühner und der Enten hat begonnen, Iunghalen finden sich allenthalben, und auch Rw- und Rehwild setzt. 3cbcr jagende Hund, jede bummelnde Äatze stellt nun eine besonders große Gefahr dar. und auch Holzleser, soweit jetzt daS Holzlesen nicht überhaupt in der Sahzeit verboten ist. und Blumensucher sollten sich der besonderen Aufmerksamkeit deS Jägers erfreuen. Tritt auch dos Jagen als Erlegen des Wildes in den Hintergrund, so gewährt allein das 'Beobachten seines Wildes dem Weidmann vollkommene Freude. In wenigen Wochen beginnt die Jagd auf den roten Bock. Ihn zu bestätigen und zwischen Spreu und Weizen für den bevorstehenden Abschuß zu scheiden, ist nicht hur Weidmannslust, sondern auch Rotwendigkeit, wenn ein Rehstand richtig gepflegt werden soll. Diese Arbeit ist aber besonders leicht im Mai. wenn der Bock noch so regelmäßig seinen Wechsel hält, wie selten im Jahr und wo die Iagdlust noch nicht den Blick trübt und genaues Ansprechen verhindert. Die guten Böcke haben gefegt, überall finden sich Plätz- und Fegestellen. Roch ist es Zeit, die Pürschpsäde in Ordnung zu bringen, die ein Beobachten des Wildes gestatten, ohne es zu vergrämen. Die Hochsitze sind nachzu'ehen und zu prüfen, ob sie noch in Ordnung find. Reue müssen bald gebaut werden, damit sich das Wild an sie gewöhnt. Sie vermögen für den beobachtenden Weidmann zu einer Quelle reiner Freude zu werden. Bald beginnt auch das Wild, das ja in diesem Winter feine Rot litt, sich zu verfärben. und wenn dann Ende Mai der Bock seinen roten Rock trägt, beginnt des Jägers Ernte. Die Schußzeit beginnt in Preußen meist am 30. Mai ^siehe Bekanntmachungen der Dezirksausschüs . sen am 1. Juni. Schußzeit haben während des Monats nur noch Auer-, Birk- und Fasanenhähne. Dem Schutz der Gelege der Hübnerarten kommt eine besondere Bedeutung im Hinblick auf den Ausfall der Ricdcrjagc»- zu. Einmal gilt es den Schutt vor tierischen Feinden durchzuführen. Dazu gehören Krähen und Elstern, ferner Wiesel und Iltis. Wo der Dachs in Fasanenrevieren überhand genommen hat. ist in Hessen ab 16. Mai der Abschuß gestattet ^roh seiner Verlegung von allen möglichen Schädlingen, z. B. auch der tarnen und Puppen der Rachenbremse des Rehwildes, die ihn zum Helfer des Jägers stempelt, ist er in Fasanerien als Eierliebhaber unbeliebt. Leider gehen auch immer eine Anzahl Gelege durch Unverstand oder aus anderen Gründen verloren Denn Eier gelten vielfach als etwas, was man sich aneignen darf, ohne daß der Betreffende weiß, baß er Wilddiebstahl damit begebt Aufklärung ist am Platz. Besonders gefährlich aber wird die Zeit der Mahd. Roch sind durch den langen Rachwinter die Älccädcr weit zurück, die immer besonders gefährliche Brutstätten sind. Wächst der Klee jetzt stärker, so empfiehlt es sich, durch Absuchen mit dem Hund die Hühner öfters bochzumachen. um sie von diesem Brutplah zu vergrämen. Wer Wildäcker in seinem Revier hat, wird sie jetzt bestellen. Die Salzlecken werden kontrolliert und ergänzt. Das Herrichten und Reinigen der Suhlen sollte im Rot- und Schwarzwildrevier nicht vergessen werden. Wo der Fuchs stark zu Schaden' gebt und das Riederwild sehntet, ist die Zeit zum Graben da. Unweidmännisch wäre es. die Fähe abzuschießen und die Iungfüchse ihrem Schicksal - dem Hunger — zu überlassen. Hubertus. und Gegenreden, gemeinschaftliche Lieder. Sologesänge und Dialektvorträge unterhielten die Teilnehmer auf das beste Mit herzlichem Dank für die gebotenen Genüsse, sowie dem Gelöbnis weiteren gemeinsamen Zusammenarbeitens zum Wohle der wandernden Mitwelt trennten sich am Abend die Gießener von ihren Marburger Wanderfreunden. "Versicherung des gesamtenReise- gepäcks. Vom I.Mai ab werden die Ver- ficherungsgebühren für Gepäck und Erpreßgut. mit Ausnahme der Versicherungsgebühren für Aufbewahrung, um etwa 20 Prozent ermäßigt. Ferner wird vom I.Mai ab für zehntägige Reisen innerhalb Deutschlands eine neue Versicherung des gesamten Reisegepäcks. also auch des Handgepäcks, eingeführt, S.cfc Versicherung kann auch an den Fahrkartenschaltern abgeschlossen werden: sie füllt eine Lücke aus. da Reisende, die nur Handgepäck mit sich führen, eine preiswerte Versicherung bisher nicht ab- schließen konnten. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 8. Mai. Exaudi. Stadtkirche. 8 llhr: Pfarrassistent Kn eil. zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Mat- thausgemeinde; 9.30: Pfr. Becker: 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde: Pfr. Becker. — Iohannes- kirchc. 8: Pfr. Ausfeld: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Iohannesgemeinde. 9.30: Pfr. Bechtolsheirner: 11: Kinderkirche für die Lukas- gemcinbc; Pfr. Bechtolsheirner: 2": Bibelbefprcchung im Iohannesfaal: Pfr. Bechtolsheirner. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz: zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Luther- gemeinbe; 11 Kinderkirche für die Luther« gemeinde Pir. Lenz. — Clifabelh-ftleinkinder- idiule. 8.15. Christenlehre für die Neukonfirmierleu der Petrusgememde. 9.4V Pfarrer Lic Doos — 3m Saale der neuen ft rippe. 11: Kiftdergotterdienft für die Iohannesgemeinde. Pfr Ausfeld. — fton- firmandenjaal (Ciebigftrafte 56). 14: Taubstummen- potiesdienst; Pir Bechtolsheirner. — Reue Aula der Umoerfilät. 11.15 Universität- Gottesdienst;*Predigt: Privatdozent D Brunner — ftlein-Cinbcn. 9: Gottesdienst; L Minbergottesbicnft - Heuchelheim. 1": Hauptgottesbienst; 11 15 Katechismuslehre für bie weibliche Jugend. — Tiefe«,. Muttertag. 9.30. cdiu- lerchor; Kollekte. 10.4 V Kinbertirchc — Alten Pujrtf. 10 Gottesdienst — ftirchberg. 10: Kirchberg: 11: hl. Abendmahl für die Jugend von Rutters- hausen . 13 30: Lollar — Dausen Garbenteich 9; Haufen; 10.15. Garbenteich, anschließend Christenlehre — Tatynborn-Steinberg. l"3n Hauptgottesbienst. — (bruningen. 9: Hauptgottesbiens! — Cid). '> ?O: Stiftsbechant Kahn; Christenlehre siir bie mann, liche Jugend: 13.30: Festgott« di st Pfr Lenz, Münzenberg: Kirchengesangvereine und Posaunen- chor; Kollekte. katholische Gemeinden. Samstag, den 7. Mai. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte Sonntag, den N. Mai. 6. Sonntag nach Ostern Gießen. 6.30: Beichte: 7 Messe; Kommunion der Jungfrauen und Hausangestellten; 8: Kommunion: 9: Hochamt mit Predigt: 11 Messe mit Predigt; 14: Christenlehre und Andacht; 15: Versammlung der Jungfrauen Kongregation — Grünberg. 9.45: Messe mit Predigt — Hungen. 9.30 Hochamt mit Predigt und Christenlehre — Cid). 7 30: Hochamt mit Predigt: 20: Christenlehre und Andacht — Collar. 8 4V Messe mit Predigt. — Jlibba. 8.30: Hochamt mit Predigt. Montag, den 9. Mai. Caubad). 7.30 Uhr: Meße Dienstag-, 10. Mai. Gießen. 20 Uhr: Maiandacht. Snnntnnokientt ".Ävotbe e" nm 8.5.32 Dr. Steinreich, Dr. Schäffer, virsch-Avotbekc. __________________-Ix'-Hnr-.: • Hi mjcti.______________■‘I) Braucht man jum Schlafen Kraft? Man kann fid) so zermürbt oder er|d)öpit fühlen, daß ein Einschlafen unmöglich ist. Es tritt dann der paradoxe Fall ein, daß man vor lauter Ruhebcdürs- nis keine Ruhe findet. Wenn man diesen unnormalen Grad der Ermüdung überwinden und gesund schlafen wilst dann sollte man seinen Körper vor dein Schlafengehen noch einmal gehörig stärken — nicht mit einer schweren Speise, sondern mit einer leicht verdaulichen Kraftnahrung. Tausende von Menschen nehmen zu diesem Zwecke Dvomaltinc. Dos ist eine konzentrierte Kraftnahrung aus Mali, Milch, Eiern und Kakao, die den Magen nicht belastet, sondern sofort ins Blut übergeht. Ovomaltine wird abends am besten in Milch getrunken und schmeck! vorzüglich. Schon mit einer Dose zu RM. 1,15 aus der nächsten Apothele ober Drogerie können Sie einen Versuch machen. Wollen Eie erst eine kostenlose Geschmacksprobe, so erhalten Sie biefc von Dr. A. Wander G. m. b. H, Abteilung 79, Osthofen (Rheinhessen, DKW I Fronfanfrieb-Zweifakler = erhöhfe Leistung - Schwing- adisen-Dynastart — luxuriöse Ausstattung — elegante Linienführung — Jahressfeuer nur 76. - RM. Billigsfe Versicherung. Ferner di» anderen bewährten Frontanfriebfypen pwt l685.-1W.-2495.-iWf.al> Mt Hervorragendes Anzugsmoment • Erstaunliche Kurvensldierheif • Außerordentlicher Stundendurchschnitt • Gröfjfe Bequemlichkeit • Lange ♦♦ Lebensdauer ♦♦ SoHdßMci^ Vierzylinder-Zweifakfiffölor 1000 ccm (4 = 8) — Schnellgang — Öldruck - Vierradbremse — in der Leistung ebenbürtig den Wagen nächstslärkerer Klasse Ausserdem diä übrigen preiswerten Vierzylinder-Modelle iwt 2795rMLw3495. ■ TWLaJMxh Verlangen Sie unver- beim DKW-Vertreter Krahn & Comp., Gießen, Frankfurter Straße 82 »v Eine außerordentliche Chance ! Trotz Wirtschafta- und Finanzkrise steigende, Umsätze, ein Beweis unserer Stärke und Leistungsfähigkeit! Besonders befähigte, repräsentable Privat-Tuchvertreter (auch Herren, die sich umstellen wollen, wie abgebaute BeamteX die nachweisbar bei be**. Privatkundschaft, insbesondere hei behördl. Beamten und Angestellten der Industrie und Großbetiiebe gut eingeführt sind, werden gebeten, sich persönlich od. schriftlich bei uns zu rnelden. Verkaufs-Niederlage Deutscher Webstoffe. G. in. h. H. Deutschlands größtes Privat-Tuchversandhau- Vertrags-Lieferant in vielen Beamt en-Organisationen. Erleichterte Zahlungsbedingungen. Bezirksdirektion für Hessen, Hessen - Nassau. Karl Warnecke &. Co.. G.m.b.II.. Frankfurt a. Neue Tin Inzer Straße 24 . 3615V ■■ TcrtilwarcncPersandhauo ganz besonders leistunastälng, da Verkauf zu Fabrikvreiken erfolgt, fudit einen REISENDEN zunc Besuch von Privatkunden. - Es wollen sich feine Äelegenbeirsver- käufer melden, sond. nur ioldic Herren, die an lägst, unermüdl. Arbeiten gewohnt sind u. audi aus allerletzter Zeil Erfolge nadtmeii. fonnen. Es wird neb. nob. Prov. ein feuer Soc senzuschust gewährt. Schritt!. Ang. unter 3614D du den Gieß.Anzeiger. Vertreter gesucht, Ingenieur bevorzugt, für Einführung eines potentes von großer Bedeutung für Äutomobilbesiher (Lastwagen). Schriftliche Angebote unter 02899 an den Gießener Anzeiger. uimiiiHiniiiiiiimHiiniiiiiniiiniinnnnTTTiniiiiiiiiinHiiD <5000 sooo wooi ISOOl Po/tou. Liste 30 Pfr | LF.Ohnacker. Darmstadt, Schulstr. 16, Postsch. 15216, Frankfurt am Mein und alle Verkaufsstellen. wv Auszkilüuev aller Handarbeiten Elisabeth Heß. Bannboistr. 35. ‘21 b ^.Iuni: Franks. Str.17I.cesc» GIESSEN fy k 1 SCHUH HAUS Meye ■ T iBAHbL <98^ Wieder ille schönsten Schuhe zu Pfingsten! Die neuesten Modelle sind eingetroffen f.Damen, Herren u.Kinderin allen erdenklichen Sorten. Fabelhafte Damen- Spangenschuhe, Modefarben mit verschied. Garnituren LVev übernimmt den Ausbau und die Nutzbarmachung der bestehenden Organisation einer alten angesehenen Gesell» schafi in Leben, Unfall, Haftpflicht und Feuer als Snsvehoe für freigewordenen Äezirl gegen Gehalt, Dteifefoffen und prot»i< flon. Alter Äestand vorhanden. Angebot mit Lebenslaufund He» sultatsnachweifen. 0286i Subdireftion I der nsrüöetgtt ftUensuerMenings-Baiit Frankfurt/M., Röderbergweg 4 miiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiHiiiiiiiiiiniiiiiiiiiimjujiiiiiiiiiiiiii 2 Schlager. 41a man kaett I da -Vödu't- Icistungcn. Bestellen Sie RlllenMtaub- NaugbUrwten. glänz, begutacht., verbl. Leistung! Eint.-Preis nur.3.73R9N.v. St. ab Gießen. HttchMcnöfTner. fabelhaft glatt ausschneidend ohne Zacken oder Verletzung. Emi.-Preis nur 0.60 RM. v. St. ab Gießen. Quast-Ware! Rabatt bei Mehr- abnabme! Nur dch. Bohne. flleBen F.3554, Lidwlgitr.33. Tücht.Bertr.überall gelucht! miiiiiiiinmiiiiiiiniiiiiiimiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiinimiiiiiiiin Garteukies aller LUrt billigst 2996 D C.Rübsam«n,Zernspr.36SS .WEM,AM!" ^omon von ®ert Gothberg. Copyright by Martin Aeuchtwanger, Hall«. 9. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Draußen ging eine Tür. Eine tiefe, befehlende Stimme erklang. Lisa richtete sich auf. Ihre Hand schaltete alles Licht der großen Krone ein. Innerlich zitternd, nach außen hin ruhig, lehnte sie sich an den hohen Schrank. Ihre Hand spielte mit der kostbaren Perlenschnur. Eine gleichmütige Pose! Lisa Ausbrück hatte immer nur aus Posen bestanden! Lind jetzt mußte sie eine besonders gute Pose wählen. Die Situation erforderte cs. Die Tür ging auf. Doktor Ansbrück stand auf der Schwelle, verbeugte sich kurz. „Karl sagte mir, daß du hier seiest. Offen ge- standen, ich verstehe dich nicht. Wenn du etwas Wichtiges vergessen hast, konntest du mir ebenso gut schreiben." Sie lachte leise auf. „Du hast doch nicht im Ernst glauben können, daß ich dich verlasse?" Er schwieg! Starr hing sein Blick an dein Kleid, das Aenne getragen und das diese hier jetzt trug, um ihn zu sich zu zwingen nach — ihrem mißglückten Abenteuer. Eisig wurde dieser Blick, mit dem er sie ansah. Lind eisig, daß es der Frau bis ins Mark fror, klang auch seine Stimme: „Gib dir keine Mühe. Wir sind fertig miteinander. Für immer. Du müßtest mich besser kennen, als daß du auch nur eine Minute lang glauben konntest, mein Haus stehe dir offen, sobald du wicdcrkämst. Dein Abenteuer mit dem angeblichen Baron Ilzenescu steht zwischen uns, daß ich nun auch nicht einmal mehr aus Rücksicht auf deine Angehörigen und die Klvtschsucht anderer Menschen Rücksicht zu nehmen gewillt bin." Ihre Lippen waren weih und zitterten. „Was machst du mir zum Borwurf? Der Zank um den Schmuck kann doch--unmöglich der Grund fein?" „Ignoriere bitte nicht, was ich dir in bezug auf Ilzenescu sagte. Es hat auch gar keinen Zweck, daß wir uns streiten. Mein Entschluß steht fest: Ich nehme dich hier nicht mehr auf. Du verläßt mein Haus und kehrst zu deinen Eltern zurück — dein Vater ist orientiert." Sie schrie laut auf vor Entsetzen. „Rudolf, ich habe es doch eingefehen, wie töricht ich war. Ich werde dir von jetzt an sicher eine gute Frau sein, werde - dich nie wieder durch kindische Launen quälen." Sie war nähergekommen, hob flehend die Hände. Ein grausames Lächeln legte sich um seinen schönen, ausdrucksvollen Mund. „So host du vielleicht auch Ilzenescu gebettelt, als er dich davonjagte!" „Rtldolf!" „Du warst seine Geliebte! Denn du flohest mit ihm! Dann wurde euch von meinem Beauftragten die wertvolle Tasche abgenommen, und in jenem Augenblick, als der Gauner es erkannte, hattest du jeden Wert für ihn verloren. Das geht meist so. Wenn das Mittel zum Zweck ausgedient hat, wird es beiseite geworfen. Ich mache dir hierüber auch gor keine Vorwürfe. Das war deine Sache. Du bist alt genug, um zu wissen, welchen Schritt du tun willst. Du hast gewählt, Lisa, aber verlange nun auch nicht, daß ich über diesen Punkt noch mit dir streite." Sie kam näher, legte beide Hände auf seinen Arm. Er machte eine abwehrende Bewegung, diese schönen, gepflegten Hände von sich abzuschütteln. „Ich — bitte dich um Verzeihung, Rudolf." Er lachte hart heraus. „Mit ein paar demütigen Worten denkst du aus der Welt zu streichen, daß du den Weg der ehrbaren Frau verlassen hast?" „Ich habe — doch nichts getan!" „Lüge doch nicht. Lisa! Ilzenescu war hier in meiner Abwesenheit. Daß du die wertvollen Papiere für ihn stahlst, war nicht das Schlimmste. Wozu noch Worte? Geh!" Das Kleid an ihr machte ihn rasend. Aenne! Sie hatte dieses Kleid getragen. Die kleine, schöne, blonde Aenne! Er hatte sic bis gestern nicht gekannt. Llnd sie hatte nichts dazu getan, daß er sie nun liebte. Voll Verachtung ruhte sein Blick auf Lisa. Das sah ihr ähnlich. Roch in der gefährlichsten Situation glaubte sie, ihn durch ein betörendes Lächeln wieder^fesseln zu können. Wenn sie wüßte, wie gänzlich ausgelöscht sie in seinem Innern war durch diese Tat! Durch diese gemeine Tat des Diebstahls und die noch gemeinere ihres Ehebruchs, den sie nur aus Langweile begangen und — weil es ihr viel zu gut ging! Er hatte sie nicht mehr geliebt. Schon lange nicht mehr. Ihre Rücksichtslosigkeit und ihre unberechenbaren Launen hatten diese einst heiße Liebe vollständig zerstört. Trotzdem hatte er noch gestern früh nicht daran gedacht, sich von ihr zu trennen. Er hätte eine gute Ehe mit ihr auch weiterhin geführt, wäre ihr treu geblieben. Well er sich vielleicht ab und zu selbst die Schuld gan an den verschiedenen Auftritten. Lind weil er älter, reifer war als sie. Run aber hatte sie selbst den Kreuzweg bestimmt, an dem der gemeinsame Pfad sich trennte und jeder seinen eigenen Weg ging. Klar und ehrlich hatte Doktor Ansbrück sich gefragt, ob er auch so unbedingt und unerbittlich auf Trennung seiner Ehe nach den gestrigen Geschehnissen bestehen bliebe, wenn in diese Ereignisse Aenne Ohlen nicht mit hineingezogen • worden wäre. Sie, die rein und schuldlos in sein Haus gekommen war, die keinen Anteil hatte an» der zerstörten Ehe. Llnd er mußte sich die Antwort geben: Ja! Auch dann! Ein Mann wie er, verzieh niemals, was Lisa getan! Riemals! Llnd wenn er einsam blieb bis an sein Lebensende. „Ich bat um Verzeihung. Mehr kann ich nicht tun", sagte sie tonlos. „Ich kann mir denken, was dich das kostet, Lisa. Doch ein Mann verzeiht das nicht." Langsam ging sie zur Tür. Dann wandte sie sich um; das Weiche, Zerknirschte war abgefallen von ihr. Sie warf den Kopf zurück. „Ich gehe nicht! Du kannst mir nichts beweisen. Llnd du wirst dich hüten, der Welt mehr Skandal zu bieten, als nötig ist. Ich bleibe." „Du gehst, Lisa! Ich frage nicht nach der Meinung der Leute. Den Skandal hast du heraufbeschworen, nicht ich — willst du das künftighin immer bedenken!" „Llnd wenn ich nicht gehe?" „Dann werde ich gerichtliche Verfügung beantragen. Ich werde dir jedoch, solange du dich nicht wieder verheiratest, eine Rente zahlen. Sagen wir: monatlich fünfhundert Mark.' „Das ist ein Bettel im Vergleich zu deinem Vermögen!" schrie sie außer sich. „Du brauchst diesen Bettel ja nicht anzunehmen, Lisa! Wenn du es auf eine gerichtliche Entscheidung ankommen lassen willst, wirst du von dort aus jedenfalls gar nichts zugesprochen erhalten. Einige dich über diesen Punkt also lieber gütlich mit mir. Wie mir überhaupt daran liegt, alles gütlich zu schlichten und so wenig wie möglich Staub aufzuwirbeln." Lisa wollte sich auflehnen gegen die eherne Stimme, die so hart und gleichgültig über ihr Schicksal entschied. Ein Blick in sein düsteres, entschlossenes Gesicht aber lehrte sie, daß hier jedes Wort vergeblich sei. Langsam, taumelnd fast, ging sie hinaus. Ser Mann starrte auf die Sür; wandte sich brüsk um, sah zum Fenster hinaus'. Es schneite. Große weiße Flocken tarnten wie Federn leicht zur Erde nieder. Immer höher häufte sich der Schnee da draußen. In wenigen Tagen war Weihnachten. Ein einsames, trauriges Weihnachten würde es diesmal fein. Er besaß niemand mehr. Er würde sich also am Heiligabend mit einer Flasche Burgunder, einer guten Zigarre und einem Buch ini den Erker setzen und beobachten, wie ringsum die Weihnachtsbäume angezündet wurden. Die Frau, die seinen Ramen mißachtet, ihn vor einen Gauner entehrt hatte, die würde bei ihren Eltern oder vielleicht auch in Polzenhagen bei der Schwester und ihrem Schwager sein. Cs war gut so, daß ihre Angehörigen über sie wachen würden, denn gänzlich auf sich angewiesen, würde sie wohl bald genug im Sumpf der Großstadt versinken. Daß sie das Zeug dazu in sich trug, hatte sie jedenfalls jetzt zur Genüge bewiesen. Lind diese Frau hatte er einst geliebt! Hatte in ihr das Höchste gesehen, was ihm die Welt noch bieten konnte, Ünö hatte doch schon gar bald feststellen müssen, daß sie ihn nur genommen, weil er zufällig der Reichste gewesen war von allen Bewerbern. Daß sie ebenso gern einen anderen genommen hätte. Rach dieser Erkenntnis fiel ihm eine Trennung von dieser Frau nicht schwer. Riemand konnte ihm das verdenken. Don Lisa fort wanderten seine Gedanken zu Aenne. Das Harte, Grausame, das Lisa gegolten, schwand aus dem schönen Männergesicht. Ein weiches Lächeln lag um den Mund. Kleine Aenne, ich hole dich! Jetzt allerdings müssen wir warten, dürfen uns nicht-wiedersehen — ich sehe es ein. Du hast mir das Geld zurück- gegeben. Wie gut und rein du doch bist, Aenne! Ich weiß ja, wo du wohnst. Ich kenne ja alle deine Verhältnisse. Weiß, wie ehrlich und anständig ihr euch daheim durchs Leben schlagt. Kurze Zeit, Aenne, dann hole ich dich!, dachte er. Aenne erfüllte still ihre Pflicht. Aber sie war verändert. Link Madame Endiee, die sehr viel von dem jungen Mädchen hielt, sah sie einige Male besorgt an und hatte sie auch schon gefragt, ob sie sich nicht wohlfühle. Dann möchte sie doch lieber nach Hause gehen. Obwohl gerade heute sehr viel Arbeit fei. Aenne ertrug die neugierigen Blicke der andern jungen Mädchen kaum noch, aber sie hörte aus den Worten der Brotherrin auch heraus, daß diese, wohl ehrlich besorgt, sie doch nicht gern für heute entbehre. So blieb sie. Trotzdem ihr sehr elend zumute war und sie sich kaum auf den Füßen halten konnte. .Sie war sehr froh, als es endlich so weit war und sie wach Hause gehen konnte. Sie hatte bereits gegen Mittag zu Hause angerufen. Run waren sie beruhigt und wußten, daß sie heute pünktlich kommen würde. Kaum war Aenne auf der Straße, ging sie langsam, ganz langsam an den hohen Häuserreihen dahin. (Fortsetzung folgt.) iBzullöiMjungenfiu; Msce ufBEato Zur Haus-Trinkkur: Badeschriften durch die Niederlage in Gießen: Jean Weisel, Sonnenstraße 6, Telephon 3888 und durch die Kurverwaltung Bad Wildungen. bei Nierenjeiden, Harnsäure, Eiweiß, Zucker, 1951 : 19 400 Badegaste 3644 V Für Ihren Garten ein schönes Gladiolenbeet! Prachtmischung aller Sorten, gesunde, blühbare Zwiebeln I. Qualität.....100-Stück Mk. 5.50, 10 Stück Mk. 0.60 II. Qualität .... 100 Stück Mk. 3.00, 10 Stück Mk. 0.35 Samenhaus Heinrich Hahn Wolkengasse-T e1/3403 3306 A (fliahjsia- Jfygiene-fäeformftaus gustel ScfjlumBerger, gießen Seltersweg 3fr. 52 Fernsprecher 3fr. 4174 foiidergescfiäft für Sesundfteitsartiftel fr Öffnung demnächst tarnen-Sdöteilung Tfialysia-Bdelformer, Gdelmieder, Adelet usw. nach vor- 3Üglid) durchdachten Sflodellen, für jedes £eBensalter, für jeden FCörper zustand ^rasiana=^KompreßStrumpf ohne gummi, 3ur FCilfe 6ei äußeren und inneren FCrampfadern ^fyalysia-^ormatform-Sißuljwerli für 3) am en, FCerren und FCinder 'ßffalysia-ßfesuiidkost Fjalysia- 3fäfjr-, 3Cur- und 3)iätmittel, FCindernährmittel, FCräutertees, FCaus- und cVolhsmittel Tffalysia Scfjönfjeits- und ZKörp erpflegemittet Besichtigung, ßrßlärung und SdnproBe jederseit un- verßindlich. Fluf gründ fachlicher und ärstlicherseits erfolgter 3fus Bildung werden Sie Bestens Beraten 3541 r< XU"8 LEDERKOFFER Hartplatten -Vulkanfibre- und Kabinenkoffer gebe ich für Ihre Pfingstreiseh 10 Prozent Rabatt! Versäumen Sie diese günstige Gelegenheit nicht 02894 Aug.KilbingerNachf. J. 6. Höfle, Lederwaren nnd Reiseartikel ______Gießen. Selters weg 67 * Knipse Knospe, Blüte, Baum, Knips den ganzen Frühlingstraum! ♦ Wer noch nicht photographiert, sollte morgen anfangen und heute noch zu Photo-Winterhoff Kreuzplatz 9, gehen. 3534 A la Doppei-Falzziegel Biberschwänze Dachpappen aller Art 2576 v beste Fabrikate, allerbilligst C. Rübsamen Fernsprecher3659 Blumenschmuck für Balkon und Küsten Petunien - Geranien - Cobaea scandens Abholung und Bringen gratis! [3603d Gärtnerei Schwarz Klaviere s SaMvvivM r werd, sachgemäß r u. preiswert ge- | stimmt u. revar. - OöeiKx i Gienen,Ludwiöstr.5p | Telephon 2403. t Verkant v. neuen t u. gehr. Klav. Asbest- Platten 1,2, 3,4 und 5 mm, wieder am Lager. 6785 D CarlSchunck Torfmull Torssireu Dung-Kalk Zier-Kiese f. Gärten u. Gräber in größter Auswahl aus Lager. • «j&D Gebr. Kahl Telefon 2287. Wiederoerkäufer bitten besondere Angebote für Klein- u. Waggonbez.wverl. Bohnenstangen ver Ttiick 10 Pf. RoseuDÄ per Lick. 10—12 Pf. Baumpfähle per Ltück 0.60 Mk. Wasdwlähle per Stück 1.00 Mk. Schriftl. Ang. unt. 03538V a. d. G. A. Männer-Badeverein 1836 Unsere Anstalt ist eröffnet. Wir bieten: Lahn-, Lichl-Jnlt-, Sonnea- und Famll ienbäder 3624d Der Vorstand. IIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIW Ab Montag, 9. Mai, befindet sich meine Praxis GIESSEN, BAHNHOFSTR.73(Ecke Alicenstr.) Hch. Küthe staatlich geprüfter Dentist 02887 «W San-Rai Dr, M. SdmizeKalileyss, Nervenarzt. Frühjahrskur für 859 V g Nervenkranke und Nervös-Erschöpfte Spezialknranstalt Eoihelm im Tannas bei Frankfurt a. M. — Prospekte durch Unsere diesjährigen Sommer-Tanzkurse beginnen am Dienstag, dem 10. Mai, abends 8 Uhr Einzelunterricht und Privatkurse zu jeder Tageszeit Für Studierende Honorarermäbigung Tanzschule Bäulke Wolfstraße 31 3641 d Fernsprecher 3835 3352 A mit Wollrücken, la Qualität, 85 cm, Meter 2.« 85 u. 100 cm, Meter 1.60 Modehaus Salomon Schulstr.4 Verkauf im Parterrel ■ ■ ■ ■ < _ ■ in weiß u. farbig ■ WWxICnClI moderne Karo W W IvIWWI I od.kleingemustert■ *5 ehein.^ Als das trat, fteW aus liDn6pr!bwer6tn rtzÄ "L'SK Slabil'i'erunS ° Sr internationale mideln tonnte < . Ausdehnung renocrkehrs ; häilni5lhn,hi gÄ rcchlelhaMU-erd wurden, tue o ' wttMnBckeh ländern njJ J kommerziellen G- 6er pol*® Komitee veranlM wie cs dcr ionK land nur # einem grober neu könne. So kam der im Plan W die Handels in den zeitig ein Finanz' welches der War sollte, nämlich oi nalenZak^un systematische Form Verkehrs in Lerbi Notenbanken der zeplion, die dem alle Ehre machte u Neparationssragen Durchführung hieb Formalitäten besck len in gemeinskt endet hätte. Was ist heute Joung-Plau gew ganzen Welt hat verlassen und bc schwankenden W , der fremden Pal genommen, daß diesen Ländern r und wichtigste Ä lich stabiles (Selb nidjt belfer ift es b Planes nach einer gangen. Der fjanbi den. Die Ursache I hat da; Gesch als Andrew Mello die Adjustierung kW Hot es flusi und der Lebensstm sichtig! werden mi einem Abkommen, Landes übersteigt, jedes Abkommen z Mei Wege, dieses die Echuldforderum tnngssähigkeit de;' Politik den ersten 3 d'e Wirlschostssoch ' empsohlen. Sie leb daß die Politiker d Eliten. Ich h<,b, der Reparationen" der Politiker dos Ölungen belli veschrankungen und * ?°b"°hme ^els herbeigesüh ^chuldnerlander vei Gm Land, do; fc Welthandel oerflodi s» 8 ■‘»enn auch die ft; Stalle Länder der! «sUa** M t^nti^Sbabbai 11 L Aber f,c viel "'M >'« einig; “ui).'Jon at'ragt, '!C M )toot)l gnade heute en Ujcle der andern aber sie hörte aus , “UJ heraus, dah 1 vvch nicht gern für r Mr elend zumute ,ocn Füßen halten >ls es endlich so weit en konnte. Sie halte mse angerusen. Aun lhten. dah sie heute ^trahe. ging sic lang- hohen Häusmeihen folgt.) 1 ife, ««W jJ* i« ’9Wj5" fit ö hatte hfl , bre -h rieaJt*“« “«fa k,ne *tafa iu Lr^°-L ;§,$S 17 kenne ja nii, anllän- a In Gießen; ephon 3888 Nüdungen. _______wv_ ■■■■■■■ lilBI [.Wir bieten: iiliiiliitie Der Vorstand. h meine Praxis Ecke Alicenstr.) eprüfter Dentist tun r für a n k c Prospekte uu‘ Kentn- ■ S.» iül^e FerosPrechtf — Nr. 106 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheften)Samstag, 7. Mai 1952 Sahn frei für die Wirtschaft. Don Or. Hjalmar (Schacht, ehem. Deichsdankprasidenten. Als dos Dawes-Komitee 1924 zusammen - trat, stellte es den ©runölaß auf, dah das Reparo tionsproblem aus der politischen Sphäre hcrausge- nommcn werden und in die geschäftliche Sphäre überführt werden muhe. Aus diesem Grunde bezeichnete man die Stabilisierung der durch den Krieg ruinierten Wahrungen Europas als eine erste Voraussetzung und sprach ferner aus, dah Deutlchland keine Reparationen zahlen könne, wenn nicht seine Exportmöglichkeiten entsprechend gesteigert würden. Der Dawes-Plan erweckte eine grohe Menge von Hoffnungen. In der lat brachten die nächstfolgenden Jahre eine Rückkehr des Vertrauens in die friedliche Entwicklung der Weltwirtschaft und eine Stabilisierung sämtlicher Wahrungen, io dah sich der internationale Zahlungsverkehr reibungslos entwickeln konnte. Indessen zeigte sich bald, dah die Ausdehnungdes internationalen Warenverkehrs in keinem richtigen Ser- haltnis stand z u der Höhe der politischen Zahlungsverpflichtungen. Im we- fentlichen konnten die politischen Zahlungen nur auf- rechterhaltcn werden durch, übermahige private Kredite, die an die .Zahlungspflichtigen Lander gegeben wurden. Die Zahlungen aus einem gesteigerten kommerziellen Verkehr zu verdienen, war den Schuldner- ländern nicht möglich. Diese Diskrepanz zwischen kommerziellen Gewinnmöglichkeiten und der Hohe der politischen schulden war es, die das Poung Komitee veranlahtc, noch einmal festzustellen, genau wie es der Dawes-Plan getan hatte, dah Deutschland nur zahlen könne, wenn es das Geld aus einem größeren Warenumsatz verdienen könne. 5» kam der im Jahre 1929 ausgestellte Poung - Plan dazu, die Erweiterung des Welthandels in den Mittelpunkt zu stellen und gleichzeitig ein Jinanzinftruinent ins Leben zu rufen, welches der Finanzierung des Welthandels dienen sollte, nämlich die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich. Diese Bank ass systematische Förderin des internationalen Warenverkehrs in Verbindung mit den hauptsächlichsten Notenbanken der Welt war eine großartige Konzeption, die dem Namen des Komitee-Vorsitzenden alle Ehre machte und zu einer friedlichen Lösung d^r Reparationssragen geführt hätte, wenn man die Durchführung dieser Konzeption nicht auf die bloßen Formalitäten beschrankt, sondern sic mit gutem Wil- len in Hvmeinsämer Arbeit praktisch vollendet hätte. Was ist heute aus dem Dawes Plan und dem Poung-Plau geworden? In rund 40 Staaten der ganzen Welt hat man entweder den Goldstandard verlassen und befindet sich infolgedessen auf einer schwankenden Wahrung oder man hat den Markt der sremden Valuten unter so strenge .Kontrolle genommen, daß von einem freien Geldverkehr mit diesen Landern nicht mehr die Rede ist. Das erste und wichtigste Bestreben des Dawes-Planes, nämlich stabiles Geld überall, ist gescheitert. Und nicht besser ist es der großen Forderung des Poung- Planes nach einer Ausdehnung des Welthandels ergangen. Der Handel der ganzen Welt liegt in Scherben. Die Ursache liegt klar zutage. Die Politik bat das Geschäft getötet. Kein Geringerer als Andrew Mellon bei seinen Verhandlungen über die Adjustierung der interalliierten Schulden in 1926 hat es ausgesprochen, daß das Einkommen und der Lebensstandard der Schuldnerländer berücksichtigt werden müßten und daß das Bestehen auf einem Abkommen, das die Zahlungsfähigkeit eines Landes übersteigt, dieses Land berechtigen würde, jedes Abkolnmen zu verweigern. Nun gibt es zwei Wege, dieses Prinzip durchzuführen, entweder die Schuldforderungen herabzufetzen oder die Zahlungsfähigkeit des Schuldners zu steigern. Da die Politik den ersten Weg nicht gehen wollte, so haben die Wirtschaftssachverständigen den zweiten Weg empfohlen. Die letzten Jahre aber haben erwiesen, daß die Politiker den zweiten Weg nicht mitgehen wollten. Ich habe in meinem Buche „Das Ende der Reparationen" angeführt, daß dieses Verhalten der Politiker das Ende der Reparations- Zahlungen bedeutet. Zollerhöhungen, Einfuhrbeschränkungen und Valutaenlwertung sind die sicht barsten Maßnahmen, die den Rückgang des Welthandels herbeigesührt und die Zahlungsfähigkeit der Schuldnerländer vermindert haben. Ein Land, das schon im Frieden so eng mit dem Welthandel verflochten war wie Deutschland, mußte unter dieser Entwicklung ganz besonders leiden. Wenn auch die Finanz- und Wirtschaftskrise heute fast alle Länder der Welt ergriffen hat, so hat die Krisis für Deutschland doch ganz besonders schwere Rück- Wirkungen, weil Deutschland unter dem außenpolitischen Druck der Reparationen steht und weil neben dieser Reparcttionssorderung die ganze private Schuldverpflichtung besteht, die Deutschland in den letzten Jahren im Auslande kontrahiert hat. Gibt es irgendeinen wirtschaftlich denkenden Menschen in der Welt, der annehmen konnte, daß auch nur ein Pfennig Reparationen gezahlt werden sollte, bevor nicht die 'Verzinsung und Tilgung der privaten Schulden sichergestellt ist? Man sollte meinen, daß diese Frage gar nicht aufgeworfen zu werden brauchte. Aber es gibt Politiker, die die Ansicht ver- treten, daß die Reparationen den privaten Schulden oerangehen, oder ihnen gleichstehen. Und diese Politiker wundern sich dann noch, wenn das internationale Geschäft zuruckgeht und von einer Krisis in die andere sühn. Diese Politiker haben nicht begriffen, daß kein Staat ohne steuerkräftige Geschäftsleute leben kann. Sie halten es für möglich, daß man das Publikum, welches fein Geld in fremden Anleihen oder Krediten angelegt hat, benachteiligen kann, ohne die Fundamente besjB>irtfd)aftslebcns, ja der menschlichen Gesellschaft zu zerstören. Das deutsche Volk ist demgegenüber der Ansicht, daß das internationale Vertrauen in geschäftliche Abmachungen d i e wichtig st e Darbe- bingung für bie Wiebergesunbung ber Welt ist. Es Dcrtcibigt deshalb die These, daß alle privaten Schulden an das Ausland nicht nur bezahlt werden müssen, sondern auch allen politischen Schulden oorgehen. Ader auch in der deutschen innerpolitischen Führung gibt es eine große Diskrepanz. Wenn es hinsichtlich ber auswärtigen privaten Verpslich- tungen keinem Zweisel unterliegt, daß Verträge eingehalten werden müssen, so ist ber gleiche Grund- fatz leiber in ber beutschen inneren Politik nicht ein- gehalten worben. Unter bem Druck der Krisis hat die deutsche Regierung eine große Reihe von Notverordnungen erlassen, die den Grundsatz, daß private Verträge eingehalten werden müssen, völlig über den Haufen warfen. In der Frage der Höhe der Zinsabmachungen, des Rechts der Mietverträge, ber Freiheit ber Schulbeintreidung, ber freien Preisbildung unb in vielen anberen hat ber Staat bestehende Verträge zwischen Privatpersonen willkürlich geändert. Darum ist innerhalb Deutschlands heute genau das gleiche cingeirettn, was im internationalen Verkehr durch die politischen Eingriffe emgetreten ist, nämlich em völliges Auf- Horen desPertrauens und damit eine Lähmung ieder Initiative. Der Geschäftsmann ift ausgefchaltet, ber Politiker regiert. Das bebrütet, baß bas Geichast aufhort, baß die Steuereinnahmen zurückgehen, daß das Defizit im Budget steigt, daß die Arbeitslosigkeit zunimmt, daß die Wahrung international nicht mehr frei funktioniert, daß Zah- lungftorfungen eintreten, baß bie .Konkurse sich häufen usw. Dabei hat man leider das Gefühl, baß bie politischen Führer noch nicht einmal klar sehen, was sie eigentlich angerichtet haben. Denn alle Augenblicke hören wir immer noch Versicherungen von ben meisten Regierungen im In- unb Auslanbe, baß alles in Drbnung sei. Gibt es nirgends einen Lichtblick? Ich sehe den ersten Lichtblick darin, baß in einer Reihe von Landern einige politische Führer anfangen, von ber Verschleierung ber Dinge abzurücken unb bie Farbe r u n g nach Wahrheit unb klarer (fr- fen ntnis aufzustellen. Ich habe den Eindruck, daß bie Politik Englands in dieser Richtung einen Schritt vorwärts gemacht hat. Die Abwendung von dem sozialistischen Regime, welches die Finanz- und Wirtschaftslage nicht zu meistern verstand, hat England einen großen Schritt vorwärts gebracht. In der Abkehr vom sozialistischen unb bureautrati- fchen Regime, in ber Wieberherstellung ber Achtung vor geschäftlichen Kontrakten, sehe ich bie einzige Möglichkeit auch für Deutsch lanb, zur klaren Einsicht, zu gesicherten Geschäfts- grunblagen unb damit zur geschäftlichen Initiative zu kommen. Ich glaube, daß der Zeitpunkt nicht mehr fern ist, wo das englische Beispiel des parlamentarischen Regimewechsels in Deutschland nachge- ahmt werden wird. Die Welt ift der internationalen Konferenzen müde. Sie ist müde des Bureaukratis- mus Alle verstehen zu reden, keiner zu handeln. An Stelle solcher kollektiven Verantwortungslosigkeit brauchen wir wieder die Verantwortung des einzelnen Geschäftsmannes und die Verantwortung jeder einzelnen Regierung, die aus der Verpflichtung zur Herbeiführung nutzbringenden Geschäftslebens f e I b ft t ä t i g handelt, ohne auf Konserenzergebnisfe zu warten. lagen. Reichsfchuldduchfsrderungen gingen später leicht zurück toicticncr Wochcnmarklprcisc. * Gießen. 7. Mai. E-4 kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt Süßrahmbutter 130 PI, Landbutter 130. Kvchbutter 100. Matte 25 bie 30, Wirsing (gelb) 15 bie 20 «pro Ztr 12 bis 15 Mk ), Wirsing igrun) 25 lpro Zentner 20 bie 22 Mk >, Weißkraut 10 pro Zentner 6 bie 6.50 Mk >. Rotkraut 12 dis 15 ipro Zentner 8 bie 9 Mk i, Kartoffeln 4.5 «pro Zentner 3.80 bis 4 Mk i, gelbe Rüben 10 bie 12. rote Rüben 10 bis 12. Spinat 10 bie 15. Spargel 65 bis 100, ilntcrfoblrabi 5 bie 8. Feldfalat 80 bis 100, Tomaten 50 bie 60 Zwiebeln 18 bis 20. Meerrettich 30 bis 60. Rhabarber 15 bis 18. Schwarzwurzeln 25 bis 35. Honig 40 bis 45. Qlcpfel 10 bis 15. Dörrobfl 25 bis 30. Rütte 35 bis 40. jg Hähne 80 bis 90. Suppenhühner 70 bis 80 Pf. pro Pfunde Tauben 50 bis 70. Eier 6 und 7. Blumenkohl 30 biS 70. Salatgurken 40 'bis 60, Salat 20 bis 25. Rettich (neue) 15 bie 20. Oberkvhlrabi 20 bis 25. Sellerie 10 bis 30. Lauch 5 bie 10. Käse 5 bis 10 Pf pro Stück.- Radieschen 10 bis 15 Ps. pro Bund Rohköstler-Latein. Sic meinen, ich hätte als Rohköstler kein Vergnügen hinsichtlich der Beschaffung des Materials unb so ... Ich genieße die Jagd auf Gemüse in vollen Zügen, mit allem Drum und Dran, — mit Halali und Horrido! Ich schieß den Pilz im wilden Forst — kann ich gleichfalls singen, die Jagd ist fchwer, weil der Kerl sich so schlau versteckt. Was glauben Sie aber, mein Herr, wie vor allen e Dingen ein selbstgeschossener Kürbis ausgezeichnet schmeckt! Erbsen, Bohnen, Spinat, rote und gelbe Ruben schießt man in niederer Jagd ohne Leidenschast und Poesie. Wer aber des Jagers Kunst will weidgerecht üben, geht auf Morcheln, Artischoken und Sellerie! Spargel werden selbstredend mit dem Lasso gefangen. Wasserkresfe wird geangelt an des Baches Lauf. Wenn aber die Felder erst in Hcrbftfarben prangen, geht die Parforcejagd auf Sauerkraut auf! Puck. Epiclplan der frankfurter Theater. Opernhaus. Sonntag, 8 Mai, 1800 biß gegen 2230 Ufjr ..Die Walküre". Montag. 9.. Geschlossen. — Dienstag. 10 : 12.00 bis gegen 1400: ..Zaust"-Szenen (öffentliche Hauptprobe). 20.00 bis 22.30: ..Rigoletto". Mittwoch. 11., 20.00 bis gegen 2200: Szenen aus Goethes „Faust". Donnerstag. 12., 19.30 bis 22 30 „Der Freischütz". — Freitag, 13., 19.30 bis 22 30. „Die Zauberflöte" Samstag, 14 , 19.30 biß nach 22.30: „Die schöne Helena". Schauspielhaus Sonntag. 8. Mai. 20.00 bis gegen 2300 Ahr „Zero" (Uraufführung).— Montag. 9., 19.00 bis nach 24 00: „Zaust" (1 T ). — Dienstag. 10., 2000 bis gegen 2300: „Zero". — Mittwoch, 11., 20 00 bis gegen 23.00 „Zero". — Donnerstag, 12., 19.00 bis 2400: „Fault" (1. Teil). — Freitag. 13., 20.00 bis nach 22 30: ./Der Raub der Sabinerinnen“. — Samstag, 14., 19 30 bis gegen 21 30: „Elavigo". <5inaesanktt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) (Eine Bitte an das Polizeiomt. Wenn ich nicht irre, war es. 1929, als dieDoll- gummibereifung für Lastkraftwagen ab 1. Juli 1930 verboten wurde. Dis zu diesem Tage sollte diese ‘Bereifung durch luftgefüllte Reifen erseht werden. Der Termin wurde dann bis 1. 3uli 1931 verlängert, um den Uebergang zu erleichtern. Das Verbot war dadurch unerläßlich notwendig geworden, daß die vollgummibereiften Lastautos die Häuser stark erschütterten (und zwar nicht nur, wie früher vorwiegend betont wurde, in der Marburger Straße, sondern auch in anderen Stadtteilen mit noch höheren Steuerobjekten). Da erstaunlicherweise noch immer Lastautos mit Vollreifen die Stadt durchsausen, sei es einem erschütterten Hausbesitzer gestattet, Aufsichtsbehörde und Polizei auf diese aussichtsreiche Geldquelle aufmerksam zu machen. Der Verkehr wickelt sich allerdings teilweise in der Zeit vor 6 Uhr und nach 22 Uhr ab. Sollten sachdienliche Mitteilungen des Publikums notwendig erscheinen, fo wird es nut eines dahingehenden Wunsches bedürfen. ......r. Wirtschaft. Generalversammlung bei Buderus. Die gestrige ordentliche Generalversammlung der Duderusschen Eisenwerke. Wetzlar, in der ein Aktienkapital von 17 242 000 Mk. vertreten war, genehmigte einstimmig sämtliche Anträge der Verwaltung. Auf 300 000 Mk. Vorzugsaktien gelangt satzungsgemäh eine Dividende von 5 v. H. zur Verteilung, während das Stamm- kapitak dividendenlos bleibt. Die auf Grund der Rotverordnung erforderliche Reuwahl des Aufsichtsrates ergab einstimmig die Wiederwahl sämtlicher Mitglieder. Berlin fest und freundlich. ‘Berlin, 7. Mai. (WTV. Funkspruch.) 3n der Hauptsache war heute das anhaltende Interesse des Publikums für Aktien und Pfandbriefe der Grund für eine vielleicht etwas überraschende F e st i g k e i t. Die Kulisse, die gestern gegen Schluß des Verkehrs Abgabeneigung gezeigt hatte, deckte wieder, das Geschäft war allerdings weiter sehr ruhig, und die bis zu 2 Proz. betragenden Kursbesserungen waren in der Hauptsache eine Folge von Materialmangel. Auch das gestern mittag zu beobachtende Angebot am Farbenmarkt hat heute wieder vollkommen nachgelassen, so daß der Kurs um fast 2 Proz. anziehen konnte. Auch AEG.. Dekula, Siemens und Aku lagen 1,75 bis 2,50 Proz. höher. Rur Braun- kohlenwerte lagen ausfallend schwach und wurden bis zu 2.5 Proz. niedriger notiert. Contigummi wurden heute incl. Dividende mit 92.75 Prozent wieder notiert. Auch im Verlaufe blieb die Tendenz an den Aktienmärkten trotz dauernder kleiner Schwankungen recht freundlich. Einiges Geschäft entwickelte sich angeblich auf Käufe des Rheinlandes in Montanpapieren, aber auch Elek- trotoerte blieben beachtet, allerdings konnten AEG. ihren Anfangsgewinn von 2,25 PrvzMnicht voll behaupten. Tendenzstühend toirfle auch heute die Festigkeit am Markte der Reichsschuldbuch, forbenmgen, die gegen gestern abend um etwa 1 Proz. anzogen. Späte Fälligkeiten gingen mit 55 Prozent um. Am Pfandbriefmarkt waren die Kurse dagegen nur gut gehalten. Onöuftricobligationen lagen nicht ganz einheitlich. Deutsche Anleihen neigten teilweise zur Schwäche. Reichsbahnvorzugsaktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Don Auslandwerten neigten Mexikaner und Türken eher zur Schwäche, Ungarn notierten dagegen etwas fester. Im Verlaufe entwickelten sich noch einige Son- derbewegungen in Rhein. Vraunkohlen, Salzdetfurth und Conti-Linoleum, wobei diese Papiere etwa 2 Proz. gewinnen konnten. Aber auch Siemens und die anderen anfangs schon erwähnten Spezialwerte blieben weiter fest veranlagt Frankfurt fest Frankfurt a. Ul.. 7. Mai. (WTV. Draht- Meldung.) Die Wochenschlußbörse eröffnete auf weitere Deckungen der Spekulation, in Verbindung mit vorliegenden kleinen Kauforders der Kundschaft, in fester Ha l tu n g. Rach dem es an der Abendbörse auf Grund des Attentats auf das Oberhaupt der französischen Republik etwas schwächer geworden war. war man beruhigt, da es die Tat eines Geisteskranken war und man daher keine politische Verwicklungen befürchtet. Dei kleinern Geschäft ergaben sich auf fast allen Marktgebieten Befestigungen von 1 bis 2 v. H. Eine gewisse Anregung bot der feste Verlauf der gestrigen Reuyorker Börse. 3m Vordergrund des Interesses standen 3G., Reichsbank und einige Elektrowerte, die Erhöhungen von durchweg 1,5 bis 2 v. H. aufwiesen. Da es an Angebot fehlte, machte sich verschiedentlich Materialknappheit bemerkbar, die naturgemäß die Aufwärtsbewegung unterstützte. Durch recht feste Haltung zeichneten sich noch aus: Deutsche Linoleum, Kunstseideaktien, Phönix, Gelsenkirchen. Scheideanstalt und Reichsbahnvorzugsaktien mit Besserungen bis zu 2 v. H. Etwas niedriger lagen Aschafferchurger Zellstoff mit minus 0.5 v. H. Am Rentenmarkt lagen Deutsche Anleihen wesentlich ruhiger, doch blieben die Kurse gut behauptet. Reichsschuldbuchforderungen, besonders späte Fälligkeiten, setzten dagegen ihre Aufwärtsbewegung um weitere 0,5 v. H. fort. Goldpfandbriefe neigten weiterhin etwas zur Schwäche, während Liguidationspfandbriefe meist höher Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H. Lombardzinsfuß 6 v. H- iranMun a. Ul. Berlin Peri.,. Schluß-! tur< । t-Uhr- Kure Schluß-1 Ansan o- (vrs 1 Nurs e-ckiuß- 'ure 1-uhr- flur- C5d>lu6-, lur« 1 Slnfa: a- Rur» Dalum 6.5. 7.5. 6.5. 7.5. Datum 6.5. 7.5 6.5 7.S. 6% Deutsche Sietchranleibe o. 192", 7% Deutlet Rcichtanleihe v. 1929 6>4% SJounfl.ßtnlcibe von 1930 £eul|d)c «n(.-2lblös.-SchuN> mti Äu.los.-Reckten...... $e SSoUefiaal von 1929 (rWblb. 102%)...... Cberbeiicn Provinz Anleihe mü Autlos.-Rechten Deutsche Romm. SammelahL ilnleibf Serie 1 6% Franks. Hnp.-Bank »oldpse 15 unkündbar bi£ l‘J35 r% Tranks. Hvp.-Bank ttdörlc unkündbar btt 1936 Serie 16 4U% krankt. Hhp^Bank Liau. Bsandbriese... 43',% Rde "Ische Htw.-Bant-Ltou Goldpse. ... , ■ S% Pr. fcanbeopfantoTtdanftall, Psandbricse R. 19 f% Pr. Lande4vsandbriesanskaU. Psanddricse R- io <% Leiierretckilcke Holdren:e 4,20% ceilerreickilcke Sitderrente 4% Ungarische Soldrenle 4% Ungarische Gtaatircntt v. 1910 414% deSgl. von 1913 5% abgeN. ®olbmepfanei von 99 4% Türkische Zollanleibe von 1911 4% Türkische Bagdadbabn-Anleck Serie 1 4% frtfll. Serie U 5% £Rum5n. vereint). Rente v. 1903 4^%Rumänpereinb.Reutrv.l91ll 4% RumLniscke vereint). Siente t%% 1 Anatolier 58 68 T 50 32 39,13 74,5 73,75 78,25 76,65 73 3.8 । i i i i i iiii i i i i i i i i i i i i «£ i i i 59,5 67.5 53.75 41,25 4 50 38,75 73 5,25 2.25 2,45 2.35 4,3 3.9 13,6 £ 11 i i i i £ i i £ 11 i i i i i i i i i iii Hamburg-Slm crila late. . i Hamburg-Lüdam. Tampsschiss. ') Hansa Dampsjchiss . 0 Norddeutscher Llovd . . 6 LS. für Berkrbrtwelen 9HL . . Berliner Hanvel4gefellschasl . 8 ilo mm er,, und Privat-Bank . 7 Darmstädter unb Ratcknalbank 8 Deutsche Bant und Dtreonio-Scsellschaft... 6 Dresdner Bant...... 6 Reichsbank 12 S S.». . .... 2 Bergmann.........9 Dekir. LieseruvgigelelNchaft. 10 Lickt und Srasi . . 10 Hellen & Guilleaume. . 6Vi SeseUIchast sür Elektrische Unternebmunarn ... 9 Rbeiniscke Elektrizität .... 9 ednirfcn S Lo......U LIemenS L Hairke.....14 Lahme ver & Lo.......12 Buderu- . . ...... 4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener..... . 8 Harpener..........0 Hoeick Eisen.........6 Ilse Bergbau ....... 10 Slöcknerwerte ......... 6 Säln-Reuessen ......flu IQanntimann-Scbren . ... r Dtanrselder Bergbau.....0 cberichles. »eköwerke .... 8 Phönix Bergbau......4S Rheinische Braunkohlen. . . io «beinlkabl #• 82.25 18,5 20,5 37,5 20.5 113 69.5 55.5 51.25 83 34.5 13.5 18 114,5 26,75 71 52,5 106.5 24,5 59^5 19,75 13.65 20,5 14.25 82,5 19 20,5 37,5 20.5 114,9 25,25 54 70,25 37 55.9 69 51.25 104,25 83 24,5 59.25 34.75 38.5 27,5 24.25 36,25 35.25 18.5 148.75 40.25 13,13 13,9 115,75 27,25 54 70,75 38 57 70 52.25 106 84 24.9 59 4 35.75 33 27,13 120,5 24 36.5 14 35.75 18.75 148 5 49.65 ^ranrfun a. 1)1. aerun tiai,u6- 1-Uhr- R r# Echluß- für# 1 Ansang- Rur# Datum 6.5. 75 SitedeN Menton...... 7.. — — Bereinigte Ttahiwerke . . . . 1 16 16 16 15,75 CtaoiWincn . . . 16*/, —— 11,5 11,5 11,5 Kaliwerke Aschereleden . . . 10 82 — 83 83.5 Kaltwerke LSeitcregeln . . . 10 92 — 93 92,5 Kaliwerke Laliderrurib . - . U — 141,5 142 I. S. iyarbra-anouftru 12 96,5 98,4 96,9 98,5 Verein, ckem. Industrie Frank- sun a. M........ — — — —— Ecket deansiaU....... 10 126.75 127,5 — — Hrldschmtd!........ . 0 18.5 —— 18.5 — Rütger«werke....... . 5 31.5 — 31.75 31 Srerallgeiellickakt..... . 6 30,5 — — — Philips Hofmann .... . e 39,5 — 40 39,5 Zementwerl Heidelberg. . . — —— — Zementwerk Karlstadt. ... . 7 — — — — Savb 6 zrevtaa • • • . 0 — — — — Schultdere Pa^endo'er . . 15 — — 58,75 59 Sku (Lllgememe Sunbseid«) 0 — 40 38 40.5 ventbcrg ... 0 39 41 40 41 BtaftoM Saldbok..... 12 — — 29.5 30,5 Hellste!i Aickassenbnr, . . . 6 — 26 26,5 —- Teiiauer cka- . . . . . 9 — —— 89.4 89,75 r Motoren ..... . 0 11 — 11 5 11,13 Deutsche Linoleum .... . 6 33 35 34 34 Lrenstein & Koppel .... . 0 — 24,4 24,13 Leonbard Tie,...... . 8 — — 56 4 — aocnA'a ....... 15 — — 11.75 — Lbade ..... 200 — 200 201 '•ranthntn Matcktnev . . . . O — — — Olrltzner......... . C — — n nlrattrotrfe Höchst a. M.. . 8 — — — — Lüve-uticker Zucker 10 — — — DeoifenmarTl Berlin — Frankfurt a. 2TL Banknoten. 6. Mal 7. Mal Amtliche chielv Kotierung Brie' Amtliche «Seid Dotierung Brie Helsings«, . 7,123 7,137 7,123 7.137 dl len . . 51.95 52.05 51,95 52,05 Prag . . . 12.465 12,435 12,465 12,485 vudapekl . . — — — eoHa 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 170,93 171,27 170,93 171,27 CsU) . . 78,22 78.38 78,52 78,68 K-oenhage». 84,62 84,78 84.42 84.58 Ltockhol» 77,82 77,93 78.92 79,08 London. . . 15.45 15.49 15,45 15,49 KM 1 .008 1,012 1,018 1,022 4,217 Neuyorl . . 4,209 4,217 4,209 Brüssel. . . 59.09 59,21 59,09 59,21 .Italien . . . 21,70 21,74 21,70 21,74 Pani . . . 16,61 16,65 16,61 16,65 Lckwei» . . 82,17 82,33 82,22 82.38 Scarien . . 33,57 33,63 33,57 33.63 Taniig . . 82.77 82.93 82.77 82.93 Japan . . Sick c-e Han.. 1.389 1,391 1,369 1.371 0.294 0,296 0.299 0,301 Jugoslawin. Htifabo» 7.423 7,437 7,423 7.437 14,14 14,16 14,09 14,11 Berlin, tz Mai «eld bH3 «merrlannche Kota....... 4.20 4,22 Belgische Solei ........ 58,93 59,17 Dänische Stolen......... 84,43 84,77 Englische Roter, . ........ 15,41 15,47 Französische Notei........ 16,57 16,63 Holländische Noten........ 170,56 171,24 Italientiche Note»...... . 21,68 21,76 Norwegisch« Note»........ reur^Ti terreick, t 100 kchlllckg 78,04 78,36 Rumänische Note»........ 2.49 2.51 Schwedilche Note»........ 77,64 77,96 Schweizer Noten. ........ 81,99 82,31 €panucc 9iote» ........ 33.43 33.57 Lngaritcke Nore» ........ r abschließen wollen. Es ist, wie eine Untersuchung ergibt, aber nur vom deutschen Generalstab aufgesetzt worden, um Rußland irrezuführen ... Dumbadfe wird also einwandfrei als deutscher Spion entlarvt. Bekommt feine zwanzig Jahre Zuchthaus, Detter Goschkewitsch vier Jahre Zwangsarbeit. (Beide sind von Kerenski begnadigt worden. Dumbadfe wirbt jetzt in Amerika für die Unabhängigkeit Georgiens.) Man hat jenen Goschkewitsch noch in anderen Spionageprozessen verwickelt gesehen. Er gehört in den Freundeskreis des österreichischen Vizekonsuls A l t s ch i l l c r in Petersburg. Ja, ja, dieser Altschiller ist ein Kapitel für sich. Jedes Kind in Rußland wußte, daß er ein rücksichtsloser Spion für feine Heimat war. Nur der russische Kriegsminister will nichts ahnen. Er und seine Gattin sind mit dem sehr netten und begüterten Herrn leidenschaftlich befreundet. Altschiller bezahlt die kostspieligen Schneiderrechnungen der Frau Kriegsminister. Altschiller bezahlt die Reisen des Ehepaares. Altschiller nimmt Frau und Herrn Suchornlinoff in seinem Luxuslandhaus bei Wien monatelang als Gast auf. Altschiller bezahlt der Frau Kriegsminister ihre Autos. Altschiller verlockt sie zu den phantastischsten Ausgaben. Altschiller kommt für alles auf Dafür darf Altschiller im Arbeitszimmer des Kriegsministers tun, was er will. Altschiller öffnet Briefe, Altschiller beschaut sich alle Dokumente. Altschiller entscheidet mit, was, bei wem und wieviel bestellt wird. Altschiller beherrscht den Minister. Wir sind bei unseren Untersuchungen auf verwegene Dinge gestoßen. Frau Suchornlinoff trug Kleider, die sich die Zarin nicht leisten konnte. Be- stellte von jeder Fasson und Farbe stets mehrere Kleider in verschiedenen Schattierungen und hierzu die entsprechenden Garnituren Wäsche. Gehalt und Sonderzulagen des Ministers konnten nicht einmal ein Drittel der Ausgaben decken, die sie machte ... Diese Frau ist mitschuldig an seinem Untergang. Als er auf Grund des peinlichen Materials 19 16 verhaftet und der Peter-Pauls-Festung über- wiesen wird, als er zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, 1918 vom Revolutions- tribunal begnadigt wird, über Finnland nach Berlin flüchtet um hier in einem windigen Zimmer bei einer Wirtin in Friedenau auf den Hungertod zu warten, da hat Katharina Suchornlinoff ihn längst vergessen. Sie flieht während der Revolution mit einem schicken Georgier, wird an der Wolga mit zwei Pfund Zucker von den Bolschewiken verhaftet und wegen verbotener Spekulation mit ihrem Freunde übern Haufen geknallt ... Spione, Mörder und Betrüger. Mein Kampf gegen Anarchie und Bolschewismus. Von Slaaisrai a. O. Wladimir Orloff. IV. Eines Kriegsministers Glück und Ende. Nur die wenigsten Berliner wissen es: Draußen in Tegel gibt es eine Witte-Straße. Dort hat einmal in für uns glücklicheren Stunden Alexander III. Land erworben. Drum haben die Berliner die angrenzende Straße nach Witte genannt. Und auf diesem Gelände ist ein Grab, ein unscheinbarer Hügel. Dort ruht ein vom Leden zermalmter Mann. Er starb in irgendeiner Klinik in Berlin unter gräßlichen Dualen. In häßlicher Armut. Vergessen. Gestrichen. Und war doch einmal so groß. So berühmt. So machtvoll. So glücklich. So reich. Wladimir Suchornlinoff. Kein Begriff mehr heute, nicht wahr? Dachte ich's doch gleich. Diese Zeit rast und verachtet jedes Gedächtnis. Wladimir Suchornlinoff. Rußlands Kriegsminister. — Wann? Nein, nicht vor Jahrzehnten! Nein! Vor ein paar Jahren. Noch während des Krieges, der ihm den Hals brach. Ruht nun, noch heute von Zahllosen verdammt und verflucht von vielen geliebt und entschuldigt, draußen in Tegel. Seit höchstens fünf, sechs Jahren. Ist ein fabelhafter Ostizier. Mit Hirn. Fallt so- gleich aus der Menge auf. Donnerwetter, toller Draufgänger! Temperament! Phantasie. Man hat nicht so viele seines Schlages. Herein mit ihm in den russischen Generalstab! Ich sehe ihn noch vor mir. Kräftiger Mann, nicht sehr groß. Der- anlagung zum Dickwerden. Gepflegtes graues Bärtchen. Offenes, sehr gemütliches Gesicht. Ist Kriegsminister. Erklärt vor dem Kriege: Wir sind gerüstet. Wir können jederzeit losschlagen. Nach den ersten Schüssen stellt sich seine fahrlässige Luge heraus. Nichts ist vorbereitet. Uneinnehmbare Festungen fallen. Armeen weichen, weil ohne Kraft und zureichende Waffen. Keine Zufuhr, keine Gewehre, keine Munition. Alles veraltet. Keine Reserven. Skandal! Verantwortlich ist der Kriegsminister. Scheint sich aus selbstsüchtigen Motiven verschiedene Verfehlungen zuschulden kommen zu lassen. Man drängt den Zaren, daß er streng untersucht. Eine Kommission wird in Petersburg eingesetzt. Die soll den Dingen auf den Grund gehen. Ich gehöre zu ihr. Habe spe- ziell seinen Bekanntenkreis und seine Beziehungen zu Leuten die ausländische Spione sind, zu durchforschen. In vier Monaten häuft sich das be- lastende Material. Ein 400 Bogen starkes Buch enthält alles, was Rußland gegen seinen ehemaligen Kriegsminister zu sagen hat. Das Verfahren beginnt. Der Untersuchungsrichter geht an bis Arbeit. Ich soll u. a. eine für ihn fatale Angelegenheit aufklären. Drei russische Militärgrößen haben vor dem Kriege einen Rauchwürfel erfunden. Wird er fortgeschleudert, so erzeugt er bei der Entladung einen dichten Rauchvorhang. Truppen können unter seiner Deckung ihre Stellungen unbemerkt ver- schieben. Diese Erfindung wird jahrelang nicht beachtet. Suchomlinoff hat sich über den einen Erfinder geärgert, weil er in einem Artikel behauptet hat, daß die Wasserversorgung in einer Festung nicht aus- reiche. Da aber Suchornlinoff zuvor dem Zaren gerade das Gegenteil versichert hat, will er den Rauchwürfel nicht einmal prüfen, ja, sogar den Erfinder strafversetzen. Man läßt aber nicht nach. Dringt wegen dieser Würfel bis zum Zaren. Der Kriegsminister erklärt, daß man derlei Dinge ,m Auslande längst erprobt und als minderwertig wieder fortgetan habe. Der Zar läßt fich's aber zweimal vorführen, ist begeistert, ordnet die Massenherstellung dieser Waffe an. Suchomlinoff versteht es, zu unter» binden. . Juli 1914 erscheint ein französischer Offizier m Petersburg. Bei einer Truppenschau werden dem Gast die Rauchwürfel gezeigt. Die Erfinder bitten aber ihre Vorführungen in einem entlegenen Lager ohne ausländische Militärattaches vornehmen zu dur- fen, weil sie mit Recht Spionage befürchten. Man verspricht es ihnen. Trotzdem bringt Suchomlinoff einen deutschen General in seinem Wagen mit. Die Erfinder wollen ihre Würfel nicht zeigen. Suchomlinoff verbittet sich das Mißtrauen. Der Deutsche sei ein harmloser Mensch und verstehe nichts von derlei Sachen. , ... .Bitte, geben Sie mir doch zwei Rauchwurfei für mein Archiv mit!" bittet der Deutsche, Graf Dohna, den russischen Kriegsminister. Suchomlinoff über, reicht dem Deutschen die gewünschte Erfindung ferner Landsleute ... . Und in der Tat schon nach den ersten Kämpfen übersenden die Franzosen den Russen einen deut- schen Rauchwürfel, den sie nach einer Schlacht gefunden haben. Er entspricht genau der chemischen Zusammensetzung der russischen Erfindung. Nur die Russen selbst haben nicht ein einziges Exemplar angefertigt. Noch schlimmer ist ein anderer Fall, den ich zü untersuchen habe: Es ist ein paar Monate nach Kriegsausbruch. Beim Kriegsminister läßt sich ein Vetter seiner Frau, der Ingenieur Nikolai Goschkewitsch, melden. „Detter!", sagt der Besucher. „Bald ist der Krieg siegreich beendet. Drum will ich schon heute in allen Sprachen ein Lebensbild deiner Persönlichkeit vorbereiten. Die Welt soll sehen, welch ein Verdienst du dir durch deine genial durchgeführte Mobilmachung unserer Streitkräfte erworben hast. Zeige mir alle hierfür notwendigen Papiere!" „Wer soll denn dieses Buch schreiben?" „Diskretion! Vertraue mir, deinem Vetter! Gib mir vor allem auch das geheime Memoran- d u m über eure Maßnahmen, über eure Stärke, eure Ausrüstung und eure Versorgung! Du weißt doch, es ist ein historisch wichtiges Dokument, weil's doch' nur in drei handschriftlichen Exemplaren beim Zaren und bei dir liegt!" Suchornlinoff hat keine Bedenken, alle wichtigen Papiere feinem Vetter zu überlassen. Der kommt zwei Tage darauf wieder an. „Du, Vetter, du mußt mir zu einzelnen Punkten des Memorandums Erklärungen geben!" fordert ihn der Ingenieur auf. — „Das ist unmöglich! Das ist doch für euer Werk ohne Wert. Das kann nur einen Spion interessieren! Ich sage nichts!" erwidert ihm der Minister, verabschiedet sich von ihm, vergißt aber, das geheime Dokument zurückzufordern. Bald kommt Goschkewitsch wieder. „Sil id) habe zwei hervorragende Spione. Die haben in Berlin fabelhafte Beziehungen. Die betommnn alles heraus, was du nur wünschest. Die können mit dem deutschen Kriegsminister mit dem Marineminister, dem Auswärtigen Amt und dem Innenminister' in Berlin über den künftigen Frieden ver- handeln und wichtige Informationen nach Petersburg zurückbringen." — Suchomlinoff trägt es dem Zaren vor. Der gibt seine Zustimmung. Die beiden Vertrauten des Ingenieurs, ein gewisser Wassily D. Dumbadfe und Fürst Matschiabelli, werden mit Geld ausgerüstet und nach Berlin geschickt. Matschiabelli hat nie mehr etwas von sich hören lassen. Aber den zweiten erwischt man bei seiner Heim- kehr beim Überschreiten der finnischen Grenze und findet bei ihm das geheime Dokument und ein Referat in russischer Sprache, unter welchen Bedin- gungen die deutschen Minister einen Separatfrieden Rundfunkprogramm. Sonntag, 8. Mai. 6.15 Ufcr: Don Bremen: Hafenkonzert. 8.15: Katholische Morgenfeier. 9.15. Stunde des Chorgesangs. 10.00: Einführung in Wagners „Götterdämmerung", 3. Aufzug. Don Hans Rosbaud. 11.00: Stunde der Kammermusik. 11.30: Don Leipzig: Reichssendung: Kantate von Johann Sebastian Bach. 12.15: Aus dem neuen Rathaus in Schöneberg: Don der politischen Matinee des Berliner Derbandes der auswärtigen Presse, Ansprache des Reichskanzlers Dr. Brüning. 13.15: Zither-Konzert. 1410: Stunde des Landes. 15.00: Kinderstunde. 15-30: Dorarlberg und Bodensee, eine Fahrt in den Frühling. 18.30: „Die Frauenreiche des Altertums. Bilder von einer Reise." Don Erna Pinner. 18.55: „Frauenherrschaft und Mutterrccht." Don Georg Michael Waldeck. 19.30: Dreißig bunte Minuten. 20.00: Heidelberg: Goethe-Feier. 21.0b: Götterdämmerung. 3. Tag des Dühnenfestspiels, „Der Ring des Ribelungen". 3. Auszug. Montag. 9. Mai. 7.05 ilfcr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.00: Konzert auf Schallplatten. 13.00: Freiburg: Unterhaltungskonzert. 15-20: „Gehört die Frau ins Haus?", Dortrag von Dr. Agnes von Zahn- Harnack. Berlin. 17.00: Don Köln: Konzert. 18.25: „Dom Kulturtheater zu — was?", Dortrag von Dr. Adam Kuckhoff, Berlin. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19 30: Konzert des Rundfunkorchesters. 20-15: Schiller-Feier, Deryctrius, Fragment von Friedrich Schiller. 21.00: Konzert des Rundfunkorchesters. Dienstag. 10. Mai. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12.00: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13-00: Don Köln: Konzert. 15-20 bis 15-50: Hausfrauen- nachmittag. 17.00: Konzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Die Zuspitzung der Lage des Grundstücks- und Wohnungsmarktes nach dem 1. April 1932", Berichterstatter: Dr. Köbner, Syndikus der Industrie- und Handelskammer, Frankfurt a. M.-Hanau. 18.50: Das „Horoskop" unserer Zeit. Ünterhaltung mit einem Psychologen (Dr. G. A. Römer und 3of. Eberle). 19.30: „Musikalische Grundbegriffe — Ihr Wesen und ihre Bedeutung", Dortrag von Hans Rosbaud. 20.00: Mannheim: älnterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Mannheim. 20.45: Schwäbischer Frühling, Gedichte und Lieder aus anderthalb Jahrhunderten. 21.30: Freiburg: Kompositionsstunde, Otto Wartisch. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik des Tanzenscmbles der Stuttgarter Philharmoniker. Mittwoch, 11. Mai. 7.05 Ahr: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10.50: Stadt und Land, ein Wettbewerb von Schulklassen, eingeleitet von Alfons Paquet. 12.00: Don München: Konzert. 13.00: Konzert auf Schallplatten. 15.15 bis 16.00: Stunde der Jugend. 17.00: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: „Lebensstil der Großstädter", Vortrag von Stefan Großmann, Berlin. 18-50: Zeitfragen. 19.20: Reues aus aller Welt. 19.30: „Außer Dienst", eine Erzählung von Hermann Kesser, gelesen vom Autor. 20.00: Kurhaus Wiesbaden: Festkonzert anläßlich des 25jährigen Bestehens des neuen Kurhauses. Donnerstag, 12. Mai. 7.05 älhr: Bad Bertrich: Frühkonzert des Kurorchesters. 12-00: Konzert des Rundfunkorchesters. 13.00: Don Köln: Konzert. 1530 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17.00: Don München: Konzert. 18.25: „Reue Forschungen über menschliche Erblehre und Eugenik", Dortrag von Professor Dr. Sy Muckermann. 18-50: „Staatsverfassung der Dölker: Oesterreich", Dortrag von Professor Dr. Karl Strupp, Frankfurt a. M. 19.30: Freiburg: „Die Pilger von Mekka", komische Oper von Ehr. W. v. Gluck. 20.50: Karlsruhe: Aus Kindermund, Gedichte in badischen Mundarten. Rezitiert von Elly Schwab - Schneider. 21.00: Orchesterkonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart, Musik seit 1900. Freitag, 13. Mai. 7.05 illjr: Bad Bertrich: Frühkonzert des Kur- orchesters- 11.00: Opernhaus Frankfurt a. M.: Goethe-Feier, veranstaltet von dem Comite permanent des Lettrcs et des Arts des Völkerbundes. 13.10: Don Köln: Konzert. 15-20: Erziehung und Bildung — „Was liest unsere Jugend?". Dortrag von Dr. Otto Wehen. 17.00: Don München: Konzert. 18 25: Mannheim: Aerztevortrag: „Bronchial-Asthma und andere allerc^sche Krankheiten". 18.50: „Don den Pflichten des Lesers", Dortrag von Dr. Werner Milch. 19.30: Die Melody Gents fingen! 20.00: Im Fluge um die Welt, „Rum. Pfeffer und Bananen", ein Trip durch Mittel- und das nördliche Südamerika. 21.00: „Immer wieder mal Liebe", drei Einakter, eine Operette und Drumherum von Erik-Ernst Schwabach. 22.45 bis 24.00: Nachtmusik. Oberbeffeo. Landkreis Gießen. '£ Wieseck, 7. Mai. Unser Mitbürger Theodor Speyer vollendet heute in körperlicher und geistiger Frische fein 8 0. Lebensjahr. Herr Speyer betrieb bis vor drei Jahren eine kleine Zigarrenfabrik und Kolonialwarenhandlung. Auch als Mu« fiter ist er weithin bekannt geworden. Dem Turn- verein gehört er weit über 50 Jahre an; er ist Ehrenmitglied dieses Vereins. Im Vorstand der Spar- und Darlehnskasse war er bis Dezember 1931. 00 Klein-Linden, 6. Mai. Unter starker Beteiligung der Gemeinde feierten die beiden evangelischen Jugendvereinigungen ihr Jahres- und Stiftungsfest. Unter den Marschklängen des hiesigen Posaunenchors bewegte sich ein stattlicher Zug zu den Festwiesen am Allendörfer Wäldchen. Der Vorsitzende der Vereinigungen, Pfarrer Bremmer, hielt eine Ansprache. Der Bundes» gauroart des Weltbundes^ Müller (Rüdesheim), grüßte die Jugend und zeigte ihr die Wege zur Erreichung ihrer Ziele. Gemeinsam gesungene Lieder und der Zapfenstreich, von 'dem Posaunenchor vor» getragen, beschlossen die Vorfeier. Zürn Festgottes« dienst hatte Bundesgauwart Müller die Festpredigt übernommen. Er ermahnte die Jugend, sich aufzuopfern im Dienst für unseren Glauben,"der in der Liebe tätig sein soll. Singekreis, Mädchenchor und Sprechchöre der beiden Vereinigungen verschönten die Feier. Am Nachmittag zog ein langer Festzug durch unser Dorf zu den Festwiesen. Von Lang- Göns, Butzbach, Vilbel, Gießen und Rockenberg waren Jugendgruppen erschienen, um am Fest teil- zunehmen. Der Ortsgeistliche begrüßte zunächst di» Festversammlung, alsdann hielt Pfarrer Wahl (Lang-Göns) die Festrede. Die Gießener Wartburgjugend führte ein Theaterstück „Der Wunderkrug* auf und erwarb sich damit den Beifall der Zuhörer. Spiel, Tanzreigen und Gesang hielten die Jugend noch lange in fröhlichster Stimmung beisammen. Pfarrer Knell (Gießen) beschloß das Fest mit einer kurzen Ansprache. ' Sich, 6. Mai. In der vergangenen Nacht gegen 3.30 Llhr ereignete sich auf der Straße Sich—Eberstadt in der Nähe des Hofgutes CoUn- hausen ein A u t o u n f a 11. Der von Herrn Georg D u t t e r o n aus Hungen geführte Personenkraftwagen geriet in der Höhe des Hofgutes vor einer plötzlich die Straße überquerenden H a f c n f a ni i I i c zu hart an den Straßenrand, dabei überschlug sich der Wagen, stürzte in den Straßengraben, kam dabei aber wieder auf die Rader zu stehen. Der Führer des Kraftwagens, Herr Dutteron, erlitt eine leichte Gehirnerschütterung, sein Mitfahrer hat anscheinend ebenfalls eine Gehirnerschütterung und außerdem einige Schnittwunden im Gesicht davongetragen. Die Verunglückten wurden in die Chirurgische Klinik nach Gießen gebracht. Ihr Befinden gibt erfreulicherweise zu einer Beunruhigung keinen Anlaß. Der Kraftwagen wurde schwer beschädigt. )( Lich, 6.Mai. Die evangelische 3u- gcndvereinigung (Posaunenchor, Jugend- ring, Jungschar) veranstaltete dieser Tage in der Turnhalle einen sehr gut besuchten „Frohen Abend". Ein Begrüßungsgedicht wies auf den Sinn des Abends und der Jugendarbeit hin. Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen ein Spiel der Jungschar „König Winter", ein Hans- Sachs-Spiel „Der Krämerkorb" und ein Scherzspiel ,Zeter Squtznz". Die Ausführungen wurden von Mitgliedern des Jugendringes und des Posaunenchores sehr geschickt bestritten. Musika- lische Darbietungen einer kleinen Kapelle, in der auch die Herren Lehrer Stein und Hinkel und die Brüder Schmidt mitwirkten, unterhielten die Gäste sehr gut. Der Posaunenchor erfreute mit einigen Volksliedern. Pfarrer Draudt hielt als Leiter der Jugendvereinigung eine Ansprache und wies auf die Bedeutung rechter Jugendarbeit hin. Gedichtvortrag und Marsch beschlossen den prächtig verlaufenen Abend. Die Darbietungen fanden lebhaften Beifall. KreiS Schotten. § Ulrichstein, 6. Mai. In der letzten Nacht entstand aus bis jetzt noch unbekannter Ursache in der Scheune des Landwirts I.Scheich Feuer, durch das die Scheune mit allen Vorräten und land- wirtichaftlichen Maschinen vollständig d ernt d) t e t wurde. Der rasch herbeigeeilten Feuer- wehr gelang es, das Feuer auf feinen Herd zu beschränken. § Ober-Seibertenrod, 6. Mai. Der 30- jährige Landwirt Weber von hier wurde am Nach, mittag des Himmelfahrttages auf der Ohmftraße zwischen hier und Ulrichstein von einem Auto so unglücklich angefahren, daß er sehr schwere Verletzungen, u. a. zwei Bein- brüche, erlitt. Dr. Nicolai von Ulrichstein leistete dem Verunglückten die erste Hilfe und brachte ihn ins Laubacher Krankenhaus. Schanzensfr. 3 Tel. 2534 RUHL FETZER, Vie&ws gißtden gibt auch billigerem Kaffee abgerundeten Geschmack - und die gleiche Fülle und Farbe wie beim allerbesten. Gerade beim Wechsel vom besseren zum billigeren Kaffee bringt „Webers" den notwendigen Geschmacks-Ausgleich - und 5OOgr| KAFFEE fcinQ1 «K'md z tten. In der legten Nacht ibekannter Urfache m ^bche'chS'uer. ■n Borräten und land- ollltänd'g herbeigeeilten Feuer- uf seinen Herd zu be- d 6.M 2er 30- .hier wurde am Nach' »I d-- 0”*° Äg Hilfe und bracht' ö a. Ken. ^Übütg tP'tliU Aeodor IMtS?» lei. le klein7 j?p'yer "8- NÄn. ni5D‘" d°n ÜJiati. N legte fi*'*flanP?n Kä^>- ln’8Ungin ^m?001' °che. N dtarrcr r‘A'ü**? ül(?rmA°ues. dienend S^’ ®Ä* •ft»,! n„^ RackenL 2 °M Fest ltig tri?; I"6=ntr$ot|b .2fr Wunderlruo' gelten die ^gend Muna beisammen. Das Fes, mit vergangenen Aacht Jaufbcr Strahe *ci Holautes Lolin, er von Herrn Sevra Ke Personen. Hohe deS hvsgutes aye Überquerenden 1 den Strahenrand, Mn, stürzte in m dabei aber wie- Der Führer bei ervn, erlitt eine ein Mtsahrn hat Tehirnerschütterung wunden im Gesicht ckten wurden in die chen gebracht. Ihr |e zu einer Neun- Kraftwagen wurde angelische 3u- auncnchor, Jugend- ' : dieser Tage in der besuchten ..Frohen dicht wies aus den Jugendarbeit hin. allung standen ein Sinter", ein Hans- “ und ein Scherz- WvMm wurden ndvnger und des bestritten. Muiisa« men Kapelle, in der lein und Hinkel mitwirkten. unter. Der Posaunenchvr Medern. Planer der Jugendvereini. lies aus die Meu- hin. Ecdichtvortrag prächtig verlausenen sanden lebhaften Dürfen wir Ihre Matratzen aufarbeiten? Wir kauften für Sie besonders schöne und gute Drelle ein. Ö RM. kostet eine 3teihge Kapokmatratze aufzuarbeiten und 8.- RM. eine Sleilige Roßhaarmatratze. Kapokmatratzen kosten 43.50 48.- 56.- 60.- 75.- 83.- 95 - C. Röhr & Co. Wascbstoffe echffarbige Ware per Panama. 80 cm breit, gute indanthren- per Meter farbige Ware Grobe Posten Reste Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 auch in den niedrigsten Preislagen gute waschechte Qualitäten Kunntweiden-Beiderw and 70 cm breit, in entzückenden Streifen . gute Meter ommersprossen verschwinden!! । Durch die neueste Creme ,,Brika 1832". Erfolg sicher! ' Große Kurdose RM. 8.00 u. Porto. Alleiniger Versand: । Parfümerie Erika, Hannover22 Schlii ■ J. B. HAUSER, GIESSEN AM OSWALDSCAPTEM Rechnungen Br.efbIMtter Briefumech iMg« Poetkerten Geschäfte karten Zephir, 70 cm breit, für Knaben- u. Herren I emden. gute.echtfarbige Strapazierware, in vielen schönen Streifen......per Meter -.38, Wa*chknn*t*elde, 70 cm breit, 25 neue Muster, auch in anart. Pastelltönen, wirklich gute Ware, ohne Fehler . .per Meter -.55, -.48, Belderwnnd 70 cm breit, in schönen Streifen, echt indanthrenfarbig ...................per Meter Bade man telwt off e. 150—100 cm breit, in A Af hervorrag schönen Mustern, selbst verstänfü. 1 1 *1 alle indanthrenfarbig, p. Meter 3.95,3.—.2.7», fc«fcU •agte Onkel Mollig zu seiner heueren Ehehälfte alt er neulich durch die AumteHungeräume der Firma J. B. Häuter ging. Einen praktischen und modernen Roeder Herd mit Sehenfeuerung tah er dort und da er ohnedlet mit dem Gedanken umging, telne alte Räucherkitte autzuranglercn. to zögerte er auch nicht lange und Heß tlch dletet neue Modell In telner Wohnung aufetellen. Kommen Sie doch auch einmal In untere Autttellungträume. Sie werden erstaunt teln, wieviel neue Modelle an Küchenherden Sie bei une vorfinden. Glauben Sie nicht, daß auch Sie noch einen praktischen Küchenherd für wenig Geld bei uni erwerben können ? Wir erwarten Sie gern. L.Bernard Stoffspezialhaus, Giefoen, Plockstr. 16 __________________________________________3635 A Tupfen- Watch könnt melde entzück. Farbstellungen auf guter Grundware.................per Meter 1.28, -.96, Oberhemden-Popeline, 80 cm br, über 100 neue Muster, in nur erstklassigen wasch- echten Qualitäten. .per Meter 1,3», 1.25,1.10, Bedruckte Bember*Neldc, Originalware i herrlichen Millefleur-Mustem, garant. Indanthren, für Schlafanzüge usw., p. Meter Adler - Bcmbcrgtclde. 80 cm breit, für Sportblusen. Wäsche usw., weichfließende Ware, in schönen Farben.......per Meter Nehmea Sie zum Aufwaschen. Spülen und Reinigen Henkele (w) besorgt Dinen Henko das regenweiche Wasser zum Wäschewaschen. Sie brauchen nur einige Handvoll Henko ins kalte Wasser des Waschkessels zu schütten, und zwar bevor Sie die Persillösung hineintun. Dann ist es weich wie Regenwasser, dann erst haben Sie die gute Schaumkraft und volle Ausnutzung des Waschmiitels. prämienmarft Lauterbach. Mittwoch, den 8. Juni 1932. pseroe-, Rindvieh-, Ziegen-, Schweine- u. Krämermartt. Die Prämiierung wird von dem Land» wirtschastskammerausschuh für Oberhessen, dem Kreisrinderzucht., Kreisziegenzucht-, Kreisfchweinezuchtoerein und der Stadt Lauterbach gemeinsam ausgciibt. Prämiiert werden rein gezüchtete Tiere der Fleckoiehrasfe (Simmentaler) und Vogelsberger Rasse sowie Saanenziegen und Schweine des veredelten Landschweines nach folgender Klasseneinteilung. a) Rindvieh. 1. Jüngere Bullen: a) Fleckvieh, 15 bis 24 Monate alt, b) Rotvieh, 15 bis 30 Monate alt; 2. Aeltere Bullen (Fleckvieh und Rot- vieh: 3. Kühe mit 1 und 2 Kälbern; 4. Kühe mit 3 und mehr Kälbern; 5. Rinder, erkennbar tragend; 6. andere Rinder: a) Fleckvieh, 15 bis 24 Monate alt, b) Rotvieh, 15 bis 30 Monate alt. b) Ziegen. 1 Bocke, 3 Jahre und älter; 2. Bocke, 2 Jahre alt; 3. Böcke, 1 Jahr alt, 4. Ziegen, dreijährig und älter; 5. Liegen, zweijährig,' 6. Liegen, einjährig, milchend; 7. Zeitziegen; 8. Mutterlämmer, in 1932 geboren. c) Schweine. 1. Eber, 1 Jahr und älter; 2. Eber, 6 bis 12 Monate alt; 3. Sauen mit 3 und mehr Würfen: a) tragende, b) mit Ferkel; 4. Sauen mit 1 bis 2 Würfen: a) tragende, b) mit Ferkel; 5. Jungschweine über 6 Monate alt. Preisslistungen in Hohe von annähernd 1500 RM. stehen seitens der obenerwähnten Körperschaften zur Verfügung. Die Anmeldungen der Pramiierungs- liere find bis spätestens 23. Mai 1932 cn die Vorsitzenden der Luchtvereine zu richten, und zwar für Rindvieh und Ziegen an Herrn Direktor Schönheit, für Schweine an Herrn Lehrer Meyer, beide in Lauterbach wohnhaft Bei der Anmeldung von Rindvieh ist Herdbuchnummer und Klasse mit anzugeben Richt rechtzeitig gemeldete Tiere werden zur Prämiierung nicht zugelassen. Die Prämiierung für Herbuchtiere, Schweine und Ziegen beginnt vormittags pünktlich %'A Uhr, für Nichtherdbuchtiere vormittags pünktlich 10 Uhr. Mit diesem Prämiierungsmarkt ist eine Verlosung von Vieh und Geräten aller 21 rt verbunden Lole zu 0,50 RM. das Stück vermittelt die Bürgermeisterei Lauterbach. Das zur Verlosung kommende Vieh, nämlich drei Rinder, acht Schweine und zwei Ziegenlämmer, wird vorher auf dem gleichzeitig stattfindenden 3607D Rindvieh-, Ziegen- und Schweinemarkt angekauft. Unter den toten Gewinnen befinden sich u. a. ein Herren, und ein Domenfahrrad. Lauterbach den 4. Mai 1932 Hessische Bürgermeisterei: Walz. Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde IBeiter»- hain für Ri. 1932 liegt vom 7. bi» cin- schliehlich 11 Mai 1932 auf unserem Bureau zur Einsicht der Interessenten und zur Erhebung von Einwendungen offen. Es ist die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. 3625D Weitershain, den 6. Mai 1932. Bürgermeisterei Weitershain. Reinhart. I Bekanntmachung. Der nächste Viehmarkt in Dießen finde Dienstag, den 10. Mai 1932: Rindvieh (Nutzvieh ) Markt: Mittwoch, den 11. Mai 1932. Schweine markt. Austriebszeit an beiden Markttagen ooi 7 bis 8 Uhr vormittags. Auf dem Rindvicb markt wird samtl,ches Vieh gegen Maul und Klauenseuche Ichutzgeimpst Gießen, den 7 Moi 1932 Bürgermeisterei Gießen. _____I D: Dr. Rosenberg Vergebung von Sauarbeiten. Die Innenausbau-Arbeiten zur Wiedei Herstellung und Erweiterung der Evange llschen Kirche zu Flensungen (Oberhesser. werden auf dem Wege der öffentliche, Ausschreibung auf Grund der Reichsver dingungsordnung vergeben: 3621V Titel VI. Weihbinderarbeiten. Titel VII. Schreinerarbeiten Titel VIII. Schlosserarbeiten des inneren Ausbaues Titel IX. Glaserarbeiten Die Angebotsunterlagen können auf bet Hessischen Bürgcrmelfferei Flensungen, jo. weit Vorrat reicht, kostenlos abgeholt werden. Zur mündlichen Rücksprache und zur Einsichtnahme der Pläne und Zeichnungen steht die Bauleitung am Mittwoch, dem 11. Mai 1932, Nachmittag» ab 15 Uhr. zur Verfügung Die Eröffnung der Angebote erfolgt am Freitag, dem 13. d. M., vormittag» 10 Uhr, auf der Bürgermeisterei Flensungen im Beisein etwa erschienener Bewerber Bis dahin sind die Angebote dorthin verschlossen und postsrei einzusenden. — Zuschlogssrist höchstens acht Tage. 3m Auftrag der Evang. Kirchcngemeinde Flensungen: Die Bauleitung: Dipl.-3ng. Ernst Stephan, Regierungsbaumeister a. D., Erbach L O. Hauptstraße 64. V Weil Sie keine z, z Regentonne haben H 90/5% b Henkers lilqsch-und Bjeich-Soda Henko Zum Einweichen der Wäsche Zum Ille ich mach en des Wassers ■HHB* SJ.Jpor/ Spielvereinigung 1900 Gießen. 1900 (£iga) — VfB. Weidenau (Liga). Der morgige Sonntag bringt die Fortsetzung der Freundschaftsspiele. Morgen ist die Ligamannjchast des VfB. Weidenau auf dein 1900er Sportplatz zu Kost. Es geht ihnen ein guter Ruf voraus. Bereits im vorigen Fahre gaben sie hier öin Gastspiel, das die Weidenauer mit 3:1 als Sieger sah- Die (Säfte gehören der «onderliga des Südwestfalenbezirkes an, verfügen über eine beachtliche Spielstarke, pflegen ein weniger hartes aber gutes technisches Spiel und hinterließen in Gießen einen guten Eindruck. Ihre derzeitige Spielweise kann hier weniger bekannt fein; der Ausgang des Kampfes muß vielmehr von der Seile der heimischen Mannschaft beurteilt werden, die sich in einer Verfassung befindet, die hoffen läßt, daß das Spiel nicht wieder verloren werden muß. Man rechnet in jedem' Fall mit einem anregenden Spiel. Die Ligareserve ist spielfrei. Die 3. Mannschaft fahrt nach Schotten und müßte von dort unbedingt mit einem Siege zurückketzren. Die 4. Mannschaft ist voraussichtlich auch spielfrei, während die 5. mit besten Aussichten gegen die 2. des VfR. Lich antritt. Jugendfpiele. Sie 1. Jugend trägt ein Spiel gegen die erste Jugend von (Nidda aus. Beide Mannschaften sind gleich stark. - Die 2. Jugend weilt in Schotten und trägt gegen die dortige 1. Jugend ein Freundschaftsspiel aus. Die Dläuweißen werden einen schweren Stand Haden. - 3n neuer Aufstellung mißt eine 3. Jugend in Garbenheim ihre Kräfte mit der dortigen Jugend. Die 1. Schüler beteiligen sich in Butzbach an einem größeren Schülerturnier, das von 12 Vereinen, ausgetragen wird. Die 2. Schüler erledigen ein Rückspiel in Wieseck. VfB. Gießen. Ein Gesellschoflsrückspiel in Aschaffenburg. Man entsinnt sich dessen: im Vorspiel verloren zwar die VfBer aus eigenem Platze mit 4:2 Toren, das Spiel selbst bedeutete aber einen Wendepunkt zum Besseren für die Mannschaft, der sich in der Folge auch bestätigte. Gegen „Viktoria" Aschaffenburg zeigten die VfBer ein Spiel, das sich im besten Sinne von den bisherigen unterschied. Das Ergebnis von 4:2 für Aschaffenburg war für die Hiesigen durchaus ehrenvoll zu nennen Das Rückspiel, das nun in Aschaffenburg ausgetragen wird, dürfte für die Gießener allerdings eine bestimmtere Niederlage bringen. Der fremde Platz bedeutet für die Gießener ein nicht unwesentliches Minus. Ein kleiner Ausgleich ist dafür die Tatsache, daß die Gießener in bester und hauptsächlich (mit einer Ausnahme im Sturm) in der Ausstellung des Vorsonntags fahren. Man darf der Mannschaft des VfB. auf Grund der letzthin immer wieder gezeigten Leistungen zutrauen, daß sie den Gastgebern einen gleichwertigen Kampf liefert. Die 3. Mannschaft spielt gegen die überaus eifrige 1 Mannschaft des Turnvereins Wieseck. Bei aller technischen Ueberlegenheit, die man den Gießenern zutrauen sollte, wird es aller (Energie bedürfen. wenn man nicht auf dem Platz des Gegners eine überraschende Niederlage erleben will. Jugendspiele. Die l.Mannschast spielt am morgigen Sonntag in Butzbach und nimmt dort an einem Schülerturnier teil. Die Schüler des VfB. treffen dabei gleich im ersten Spiel auf die 1. Schüler der Spielvereinigung Fürth (9- Die 1. und 2. Jugend find spielfrei. $6. ,,Teutonia"Watzenborn-Sieinberg Die 2. Mannschaft des FC. „Teutonia" empfängt am Sonntag die 1. Elf des Sportvereins 1920 Heuchelheim- Heuchelheim befindet sich gegenwärtig in auffteigenber Form und wird den Teutonen nicht allzuviele Siegesausfichten lassen wollen. Trotzdem erwartet man ein für die Gastgeber ehrenvolles Ergebnis. Die übrigen Mannschaften - lediglich die Schüler spielen in Klein-Linden — sind spielfrei. Spielvereinigung 1926 Leihgestern. Die 1. Mannschaft der Spielvereinigung Leihgestern empfängt die 1. des FC. Grünberg. Die Gäste spielen in der A-ÄIaffe der Gruppe Grünberg und stellen einen- sehr beachtenswerten Gegner dar. Leihgestern wird sich aber den Sieg kaum nehmen lassen. Die Jugend empfängt die Jugend des Spv. Klein-Linden. Handball der Sp.-Vg. 1900. Als Gegner der 1. Mannschaft der Spielvereini- gung 1900 gastiert am Sonntag die gleiche Mann- schäft des Tv. Wehlar-Aiedergirmes hier. Die Turner-Els verfügt über eine ansehnliche Spielstärke, was schon daraus hervorgeht, daß sie der Sonder-Klasse der DT., in der vom Gau Hessen nur noch der Tv. Wetzlar spielt, angehört. Handball im VfB. Die Handballmannschaft hat für den morgigen Sonntag eine kombinierte Mannschaft des Turnvereins Heuchelheim zum Gegner. Die Heuchelheimer haben bereits beim Hallenhandball - Turnier ihre Stärke und die Art ihrer Spielauffassung gezeigt, auf die sich die VfBer von vornherein einftellen müssen. Handball im Gan Hessen (O.T.) Mio. Gießen 1. Jugend — Tv. Wehlar 1 Jugend im Kampf um die Gaumeisterschafl. Am morgigen Sonntag gelangt auf dem Platz des Mtv. am Schisfenberger Weg zwischen den Iu gendrnannschaften des Mtv. und des Tv. Wetzlar das große Entscheidungsspiel um die Gaumeisterschaft des Gaues Hessen zum Austrag. Bekanntlich wurden infolge der großen Anzahl der an den Verbandsspielen teilnehmenden Mannschaften die Spiele in drei Gruppen ausgetragen. Als Sieger aus diesen drei Gruppen gingen die Mannschaften der Vereine Tv. Wetzlar, Mtv. Gießen und Tv. Cappe'. hervor. Cappel verlor die Spiele der Gaumeisterrunde und schied aus. Das Vorspiel zwischen Wetzlar und Gießen endete Unentschieden 4:4. Das bevorstehende Spiel bringt nun die Entscheidung, der Sieger ist Meister (1931/32) des Gaues Hessen Beide Gegner |teUen ine zur Lauf hat er Chancen. GerSteniannschastslamps in Staufenberg. Launsbach — Odenhaufen — Staufenberg. Auf der Burg Staufenberg findet am morgigen Sonntag ein Gerätemannschaftskampf zwischen den Turnvereinen von Launsbach, Odenhausen und Staufenberg statt. Jeder Verein stellt sechs Turner/ von denen jeder je eine Kürübung am Barren, am Pferd und am Reck zu turnen hat. Zwei Turner befreiten je eine Kürfreiübuna. Die Mannschaft von Launsbach hat bereits viel Wettkampferfahrung und könnte mit den besten Aussichten in den Kampf gehen, wenn nicht die Vereine von Odenhausen und Staufenberg ebenfalls über vorzügliche Kräfte verfügten. Aus dem Lahn Oünsberg Gau. vezirksvorturnerstunden. Am morgigen Sonntag finden im 1. und 3. Bezirk Bezirksvorturnerstunden statt. Der 1. Bezirk turnt die Hebungen für das kommende (Sauturnfeft in Waldgirmes, die Vorturner des 3. Bezirks treffen sich in Hausen. Arbeiter-Turn- und Spdrtbund. Im Arbeiter-Tum- und Sportbünd herrscht am morgigen Sonntag wieder lebhaftester Spielbetrieb. Gießen ist mit zwei Mannschaften in Marburg zu Gast; Wiesecks I. und Jugendmannschaft spielen in Burkhardsfelden, Heuchelheims 1. hat Wetzlar zum Gegner, die 2. Mannschaft von Heuchelheim hat die I. von Blasbach zu Gast. Außerdem treffen die Jugendmannschaften der beiden Vereine aufeinander. Die Lollarcr weilen mit zwei Mannschaften in Großen-Buseck, Rod- heims I. gastiert in Watzenborn-Steinberg, die Jugendmannschaften der beiden Vereine stehen sich ebenfalls gegenüber. Waldgirmes entsendet seine 1. und seine 2. Els nach Hausen, Grünberg empfängt die Alsfelder mit zwei Mannschaften und Klein-Lindens I. ist in üaafen zu Gast. Frankenbachs I. gastiert in Staufenberg, Wißmars I. hat Daubringens I. zum Gegner, Annerod spielt auf eigenem Platz gegen Lang-Göns und Londorfs I. ist in Beuern zu Gast, ßinöenftrutb empfängt eine kombinierte Elf von Lich, ferner treten Krofdorfs und Vetzbergs 2. Jugend einander gegenüber. Im Rückspiel um den Aufstieg zur Kreisklasse empfängt Allendorss I. den Dc- zirksmeister des 6. Bezirks. Die Allendorfer werden sich energisch betätigen müssen, wenn die Aussichten, in. die Kreisklssse aufzusteigen, nicht in weite Ferne rüden sollen. Wieseck II — hausen i 3:2. Beide Mannschaften traten mit Ersatz an und ließen viel von ihren gewohnten Leistungen vermissen. Wieseck übernahm die Führung, jedoch konnte Hausen, durch einen schwachen Ball, den der Hüter der Gastgeber verärgert passieren ließ, zum Ausgleich kommen. Auf beiden Seiten wurde planlos gespielt. Wieseck kam nochmals zur Führung, doch stellte Hausen abermals den Ausgleich her. Wieseck erzielte ein weiteres Tor und damit den Sieg. — Wieseck 2. Jgd. gegen Hausen II 5:3. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bls 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. Lichtspielhaus Sonntag, 8. Mai, vormittags 1115 Uhr Kulturfilm: Es wächst ein Geschlecht Garten oder Acker imAltcnAeld zu vachten oder zu kaufen gesucht. Llchriftl. Angebote mit genauer Angabe über Lage u. Packt- bzw. Kaufpreis unter 3642V an ö. Gießen. Anzeig. Autofahrten1 Mod. 4-Sitz.-Llmousine kni 15 Pf. Telephon 2376. (Der Pechvogel) Hauptrollen : Ralph A. Roberts — A. Faulig — Ida Wüst — Lotte Werkmeister — Margot Walter — Henry Bender — Harry Halm — H. Speelmanns Neue Ufa-Ton-Woche 3645 C Der große Lacherfolg! LICHTSPIELHAUS • GIESSEN I Heute Samstag letzter Tag! I Der große Kriminal -To n f i 1 m Kriminalreporter HOLM I Ab Sonntag, dem 8. Mai Der große, lustige I Militär-Tonfilm - Schwank | IW» Artur Roberte;, Deutscher Beamtenwirlschaflshuud Ortsausschuß Gießen. Für unsereSondervorstellungam 9. Mai, abends 8 Uhr, Lustspiel „......Vater sein dagegen sehr!" sind noch Karten in allen Preislagen an derTageskassedes Stadt- theaters zu haben.___________3646d Roiiweilerschau Sonntag, den 8. Mai, 9 Uhr, findet auf dem Schützenhaus in Gießen eine Seveinsftbau statt, wo jeder Rottweiler für 1 RM. von Herrn Petreit Frankfurt gerichtet wird. Kein Rottweiler von Gießen und Umgebung darf fehlen lauch Nichtmitglieder», lede 9(ote bekommt ein Divlon. Anmeldung dortselbst, auch bei Gustav Müller, Bahnhofstraße Nummer 34.3553 d Verstellbare Liegesessel Peddigrohrmöbel Gartenschirme Korbwaren aller Art Stühle, Kinderstühle Größte Auswahl — la Fabrikate Spezialgeschäft [02904 PH.HENKEL- Sonnenstr.18 1 Dein Haus kannst Du BAUEN KAUFEN ENTSCHULDEN durch den ZWECKSPARVERBAND FÜR EIGENHEIME E. V. AACHEN HIN DEN BURG STRASSE 92 Gemeinnütziges Unternehmen Über 20000 Mitglieder- über 26,5 Millionen Mark bisher ausgezahltl FORDERN Sie noch heute ausführliche Unterlagen! General-Agentur Gießen Dipl.-Ing. L. F. Schmitt Friedensstraße 12 IrnMsdWmi Inhaber Ludwig Bierau Herrlicher Blick ins Lahn- nnd Salzbödelal Gute bürgerliche Pension, schön gepflegte Anlagen Morgen Sonntag, 8. Mai, nachm. 4 Uhr Gepälewellkampl d. Turnvereine anschließend 3608 D Tanzkränzchen WIM Jung und frisch bis ins höchste Alter durch unseren aus bukg. Knoblauchzwiebeln hergestellten „ERES" Knoblauchsast Er verjüngt den ganz. Körper, reinigt Blut und Darm, schafft gesunde Säfte, scheidet Harnsaure und Darmgifte aus, beseitigt Fäulnis und Gärungen im Darm, setzt den Blutdruck herunter und ist b iArterienverkalkung Herzleiden, Hämorrhoiden, Blutwallungen Blutandrang zum Kopf und Herz, Wechseliahrsbeschwerden sowie bei Darm-, Magen-, Gallen-, Leber», Blasen- und Nierenleiden, Gicht, Rheumatismus und Zuckerkrankheit ein stets bewährtes Naturmittel. Aber verlairgen Sie nur „ERES“KNOBLAUCHSAFT und weisen Sie Ersatz zurück. 206) v Preis p. Doppelfiasche RM. 2— Zu haben bei: Viktoria-Drog., Marktstraße 5; Löwen-Drogerie, Selteraw. 69; Drogerie Bornemann, Bahnhofstraße 17. Nutzholzversteigerung. Staatliche Obecförsterei Krofdorf am Mittwoch, dem 25. Mai 1932, 17 Uhr, im Freundfchen Saale zu Krofdorf: 3633D Försterei Krofdorf, Distrikt 20a, Lichen: 90 fm Stä. Kl. 2. Försterei Waldhaus Sarnmelhicb, Fichten: 25 fm Stä. Kl. la bis 2b; 1 Stg. I/II Kl. Försterei Stopelberg, Distrikt 84a und 87b, Lichen: 20 fm Stä. Kl. 2 bis 5; . 10 fm Schwellen 1. Kl.', Nadelholz: 5 fm Stä. Kl. 1b bis 3a. Deutsche Lebensretluogs-ßesellsM Bezirk Oberhessen Ein Lehrgang zur Ausbildung im Rettungsschwimmen mit anschließender Prüfung für den Grund-, Prüfungsund Lehrschein findet im Mai statt. Die Uebungsstunden sind festgelegt auf Mittwochs und Freitags von 7—8 Uhr abends. Erstmalig am 20. Mai 1932 in der Turnhalle des Turn-Vereins 1846 Giefcen, Steinstrabe 1. Für das Bad werden je nach Teilnahme 10 bis 20 Pfennig erhoben. Nicht zugelassen werden Jugendliche unter 15 Jahren. Schriftliche Anmeldung zu dem Lehrgang bis zum 15. Mai an den technischen Leiter Herrn Franz Sauer, Gießen, Großer Steinweg 14. 3649D Der Vorstand des Bezirks Oberhessen der D. L.-R.-G. Stadt-Cafe • Gießen Kaffeepreis herabgesetzt hat den 02872 Nähmaschinen Verlangen Sie das preisw. Angebot! Auf Wunsch Ratenzahlung! Alleinverkauf: Otto Reitr, Gießen, Asterweg 44, Tel. 3250. pfingsiaufenthatt im schönen Hochwaldhausen (Bogels- berg), am Fuße des Hvberodskovf. Herrliche Spaziergänge. Direkt am Wald gelegen. Gute Verpflegung, 4 Mahlzeiten 3,50 RM., volle Pension. 3612D Privatvension ..Waldeslmt", P. Meier. Tel.AmtHerbstein55.Balmst.Jlbeshausen Blumenkasten Blumengitter, Rosenstäbe [347aa Edgar Borrmann, Gießen