''«S’s'fe d-, ,71900. * 13:2. ÄS bcn !l)n 5nnl$>- als nner ; ÄS?« -ZK nbt hnii Qnn an. npä oÄ man to«. 9« ^b^utibtn der Treffer. 3n der « überlegen, konnte nicht über, »eschlagen W falt durch. ler ®. ffeche bei ßannildf Bilb link Maier- Hempel und Heu Siegerin im Damen. -SÄ *Ss. « *S3?* urell-n 3nU n flb nh cn wurde 2 Mr. onaKL?eÄ Wj#? leqrunbct. y*9 w $id- ^25 Vertreter de LinrichtuE j ,eA\atTnie^ einlchaft K JJn und llÄfiSU1 -rege^^heaterirose *&&•"* * * m - beider Vereine trenn- ieden von 5:5. aldginne, ’ 2:3. i sich beide Mannfchaf- >iel. Die Säfte zeigten , und es gelang ihnen. ,en knappen Sieg i» - Marburg » hl. iner kombinierten AI Mannschaft von Meng es den Giehenern. landen. -(notigen. er Barwa errege >11 den GuropaW über 500 m mrf 47vrf- Mm Zeiten, die erye ter Sechrtageren' ^Februar wurden als .bei verpM- . Mk- Nr. 5 Erst« Blatt 182. Jahrgang Donnerstag, 7. Januar M2 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat, Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzeu. Postscheckkonto: Zronlsurt am Main 11686. MetzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen VrvS und Verlag: vrühl'sche Universitälr-Vuch- und Zteindruckerei K Lange in Stehest. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Zchuftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig: für Ne. Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 'Reichspfennig, Platzvorschrist 20 °, mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Mich. Lang«. DerantwoNlich für Politik Dr. Fr. Wich. Gange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max FiUer, sämtlich in Gießen. England gegen eine Verschiebung der Tributkonferenz. Eine Rede des britischen Außenministers vor den ausländischen Journalisten. London, 6. Ian. ($11.) Die Bereinigung der ausländischen Presse in London gab am Mittwoch im Savoy-Hotel dem englischen Außenminister Sir John Simon ein Frühstück, auf dem Simon über die politische Lage sprach. Innerhalb der nächsten vier Wochen würden drei große Konferenzen zusammentreten und auf jeder müsse das Foreign Office eine wichtige Rolle spielen. Der Zeitpunkt für die Dributkonfe- renz sei noch nicht endgültig festge - legt. Die englische Regierung würde eS als einegroßeErleichterung begrüßen,wenn die Konferenz sobald wie möglich eröff- n e t werden könne, da auch in England die Wiedereröffnung des Parlaments vor der Tür stehe. W«nn es nicht gelinge, einen früheren Zeitpunkt alL den 18. Januar oder einen Zc.tpunkt etwa um den 18. Januar herum sicher- zustellen, so würden einige der Minister schwerlich teilnehmen können, obwohl sie den Wunsch dazu hätten. Sir John Simon ließ durchblicken, daß dem Ministerpräsidenten Macdonald nur die Woche, die mit dem 18. Januar beginnt, gelegen sei. Der Schahkanzler sei wohl auf jeden Fall verpflichtet, nach Lausanne zu gehen, und e r s e l b st hoffe, ihn zu begleiten. Die Tributkonferenz werde kaum schon beendigt sein, wenn die Vertreter der Mächte von einem Ende des Genfer Sees zum anderen hinüberwechseln müßten, um an der zum 25. Januar beginnenden Sitzung des Völkerbundsrates teilzunehmen. Es sei möglich, daß hier einige sehr schwierige und Besorgnis erregende Fragen aufgeworfen würden, die Europa und Asien angingen. Die dritte wichtige Tagung sei die am 2. Februar beginnende Abrüstungskonferenz, wobei der Minister hinzufügte, daß mit allgemeiner Zu- ftimmung versucht werde, an diesem Zeit- Punkts« st zuhalten. Es sei von allergrößter Bedeutung, daß auf jeder der vorerwähnten Konferenzen eine Lösung angestrebt werde, und daß man auch willens sei, eine solche zu sinden. Selbst, wenn die endgültige Lösung noch in weiter Ferne liege, so sollten doch alle Kräfte angespannt werden, um einen wirklichen und erheblichen Schritt nach vorwärts auf dem Wege zu einer Lösung sicher^ustellen, auch wenn es nur eine Lösung in Anschnitten sein sollte. Der Minister betonte dann, daß die letzten Zollverordnungen lediglich Rotstandsarbeiten gewesen seien. England habe nicht die geringste Absicht, irgend jemandem Unzuträglich- feiten zu bereiten. Es sei ein Irrtum, anzunehmen, daß die Maßnahmen Teil einer vorgefaßten Zollpolitik seien. Wir müssen, so schloß Simon, die Ursachen und Beweggründe unserer Handlungen gegenseitig verstehenlernen und in diesem Geiste wird England sein Bestes zum internationalen Frieden beitragen. Vor neuen Besprechungen mit Krankreich. Tas Ziel der Londoner Politik ist Wiederherstellung des Vertrauens. London, 6. San. (ERD.) Angesichts der morgen erfolgenden Rückkehr des Premierministers aus Lossiemouth setzte heute eine erhöhte Tätigkeit im Regierungsvierte l ein. Zahlreiche Minister waren wieder an ihren Arbeitstischen, und für heute nachmittag war eine Sitzung des Kabinettsausschusses anberaumt, der sich mit Finanzfragen zu befassen hat. Der Vertreter des Schatzamtes, Leith Roß, begibt sich am Freitag ju weiteren Verhandlungen mit französischen Schahamtsvertretern nach Paris zurück, und die Haltung, die er bet seinen Pariser Besprechungen einnehmen wird, bedarf selbstverständlich dringender Erwägung. Die britische Regierung ist weiterhin darauf bedacht, daß die Lausanner Reparationskonferenz am 18. Januar eröffnet wird, da sie die Auffassung vertritt, daß eine Regelung des Reparationsproblems eine Frage äußerster Dringlichkeit ist. Bekanntlich sind in den letzten Tagen Andeutungen erfolgt, daß Frankreich eine weitere Verschiebung b i s zum 2 5. Januar begrüßen wurde. In London fürchtet man, daß dadurch eine gegenseitige Beeinträchtigung der einander zeitlich nabe liegenden Konferenzen stattfinden könnte. Der 25. Januar als Beginn der Reparationskonferenz wird daher von britischer Seite als ungeeig- n e t bezeichnet und erklärt, dieser Zeitpunkt liege zu spät, um ein wirksames Arbeiten zu ermöglichen. Man ist der Auffassung daß die Verzögerung im Zusammentritt dieser Konferenz sowohl deren eigenen Erfolg als auch den der Abrüstungskonferenz beeinträchtigen könnte. Times schreibt, nach Ansicht der britischen Regierung sollte die Lausanner Konferenz zu einer Vereinbarung führen, die zur W i e d e r h e r st e Itun g des Vertrauens in Deutschland fuhrt, nicht nur des Vertrauens der Deutschen in ihre eigene Lage, sondern auch des Vertrauens der Welt zu Deutschland. Man hofft, einen praktischen Plan zu finden, der dieses Vertrauen wieder herstellt imZ) zugleich den politischen Schwierigkeiten Rechnung trägt. — Aehnlich äußern sich auch die anderen Morgenblätter. Eine Kundgebung des Reichstags vor Lausanne? Eine Anregung des Christlich.sozialen VolksdienftcS. Berlin, 6.3an. lDDZ.) Die »Tägliche Rundschau", das Hauptblatt des Christlich.Sozialen Dolksdienstes, nimmt gegen eine Vertagung der Tributkonferenz und auch die Schaffung eines Provisoriums Stellung und schreibt dann u. 0. folgendes: »Für den Kampf um die Endlösung ist der Zusammenschluß aller deutschen Parteien zu einer Einheitsfront nach außen notwendig. Es würde ein schönes Zeichen deutscher Entschlossenheit sein, wenn alle Brücken bei der Polemik den außenpolitischen Gesichtspunkt berücksichtigen würden. Es ließe sich vorstellen, daß derReichstag sich vor der Lausanner Konserenz versammelt und in einer einmütigen Kundgebung d i e Forderung des deutschen Volkes vertritt. Es ließe sich vorstellen, daß das Auftreten der deutschen Minister begleitet wird von einer würdigen Mahnung des Parlaments, von einem Aufruf an d i e Welt, der die deutsche For- Berlin, 6. Jan. Die deutschen Botschafter von hoesch (Paris), von Neurath (London) und von Schubert (Rom) werden am Donnerstag in Berlin erwartet. Sie werden hier B e - sprechungen mit dem Reichskanzler und den für die Tributfrage zuständigen Reisortministern haben, um sich eingehend über die Absichten der Reichsregierung zu unterrichten, wie dies vor allen größeren internationalen Konferenzen zu erfolgen pflegt. Der Tributausschuh des Reichs- k a b i n e t I s wird voraussichtlich am Donnerstag zum erstenmal zusammentreten, um sich mit der kommenden Konferenz zu beschäftigen. Am Mittwoch war Reichskanzler Dr. Brüning Gast des amerikanischen Botschafters S a d e 11 auf einem Frühstück zu Ehren seines Pariser Kollegen E d g e, das zwar ganz privaten Charakter hatte, bei dem jedoch die Konferenz von Lausanne eingehend erörtert sein dürfte. Gegenüber den sich häufenden Meldungen aus dem Ausland, wonach man in Lausanne eine Art kurzfristige oder längerfristige Verlängerung des bestehenden Zustande» anstrebe, verlautet an zuständiger Berliner Stelle, daß die Reichsregierung nach wie vor eine endgültige Lösung erwarte. Der Nachdruck, mit dem von deutscher Seite eine Endlösung immer wieder gefordert wird, dürfte dem Ernst der Lage entsprechen, der anscheinend bei den Regierungen der Gläubigerländer noch immer nicht genügend erkannt wird, der aber jeder deutschen Regierung das Gesetz des handelns vorschreibt. Mit einer Deutlichkeit, die jeden Zweifel aus- schlieht, nimmt das Berliner Zentrumsorgan, die Paris, 7. Jan. (WTV. Funkspruch.) Vri- ands Befinden soll, wie es heißt, derart sein, daß man es fast als bestimmt annimmt, er werde sich nicht zur Konferenz nach Lausanne begeben können. Unter diesen Umständen dürfte die französische Delegation unter Führung von Finanzminister Flandin. vielleicht mit Unterstützung eines anderen Ministers, stehen. Ministerpräsident L a - v a l wird höchstwahrscheinlich der Eröffnung der Reparationskonferenz beiwohnen und dann später erst, wenn die Arbeiten ihrem Ende entgegengehen, sich wieder nach Lausanne begeben. Als Datum des Zusammentritts der Reparationskonferenz wird heute der 2 0. Januar genannt. „Echo de Paris" erklärt, daß sich die bevorstehende Reparationskonferenz den Beschluß der Bankiers, die kurzfristigen Kredite nur für ein Jahr zu verlängern, zu eigen machen mühte. Die Gläubiger hätten gewisse Aen- derungen im Rahmen des TZoung- moratoriums vorzunehmen, und es so für Deutschland annehmbarer zu machen, als die Rege- derung einer E n d l ö s u n g noch einmal aller Welt darstellt." Der Appell der »Täglichen Rundschau" hat in parlamentarischen Kreisen lebhafte Beachtung gefunden. Er geht auf schon längere Zeit zurücll. egende Besprechungen vonParlamentariem ?urüd, die daran interessiert sind, der a m t - ichen deutschen Außenpolitik von innen her eine kraftvolle Stütze zu geben. Und zwar geht der Gedanke dieser Kundgebung von einer Gruppe jüngerer Parlamentarier aus verschiedenen Parteien aus. Offizielle Verhandlungen zwischen den Frakttonen haben darüber aber noch nicht stattgefunden. Von dem Echo, das die Anregung der „Täglichen Rundschau" in der Öffentlichkeit findet, wird es vielmehr abhängen, ob diese Bestrebungen sich schon in der am nächsten Dienstag stattfindenden Sitzung des Aeltestenrates des Reichstages bei der Entscheidung über den kommunistischen Antrag auf Einberufung des Reichstages irgendwie auswirken werden. In Regierungskreisen hat man von den Bestrebungen des Christlich-Sozialen Volksdienstes erst durch die jetzige Veröffentlichung Kenntnis erhalten. Man macht in der Wilhelmstrahe darauf aufmerksam, die ganze Welt wisse ohnehin, daß das deutsche Volk in der Ablehnung derTri- b u t l a st e n und in dem Verlangen nach einer Endlösung einmütig z usammenstehe. „Germania", zu den Bestrebungen einer neuen Zwischenlösung der Tributfrage Stellung. Das Blatt schreibt: „Es scheint notwendig, sestzustcllen, daß sich die grundsätzliche deutsche Auffassung in der Reparationsfrage nicht geändert hat und daß sie auch von den Verhandlungen, die zwi- scheu London und Paris gepflogen werden, nicht geändert werden kann. Diese Auffassung geht dahin, daß aus schnell st em Wege eine endgültige Lösung gefunden werden muß, die der deutschen Zahlungsunfähigkeit Rechnung trägt. Kombinationen, als wenn Deutschland sich be- reilerklärt habe, einer Verschiebung der endgültigen Entscheidung auf einen mehr oder minder späten Termin zuzustimmen, entsprechen nach unseren Jn- jormationen keineswegs den Tatsachen." Die deutsche Regierung ist der Auffassung, daß die Konferenz so schnell wie möglich zusammentreten muß. Selbstverständlich muß dabei Voraussetzung sein, daß bis dahin auchdie Stillhalteverhandlungen zu einem Abschluß gelangen, damit Deutschland bei den Verhandlungen auf der Reparationskonferenz tefflofe Klarheit über I seine gesamten Zahlungsverpflichtungen schaffen kann. Auch die an den Stillhalteverhandlungen beteiligten Bankenkreise sind der Auffassung, daß ihre Verhandlungen bis zum Beginn der Lausanner Konferenz zu einem Ergebnis führen müssen. Sie hoffen, mitte Januar das neue Stillhalteab- ; kommen fertiggeftellt zu haben. Jn allen Regierungsund Sachverständigenkreisen steht man aus dem I Standpunkt, daß höchste Gefahr im Verzüge ist, und daß die Konferenz unbedingt zu einem end- I gültigen Ergebnis führen muh. lung im Vertrage vorn Januar 1930. Solch« Abänderungen würden nach einer einjährigen Prüfung vielleicht eine neue Retusche erfahren. Die Sachverständigen des englischen Schatzamts würden am Freitag in Paris erwartet. Es fei aber festzustellen, daß derEtandpunktdesbritischenSchah- amtes und der der französischen Regierung von einer Angleichung noch weit entfernt seien. London beharre darauf, daß Deutschland in seiner jetzigen Lage mehrere Jahre Ruhe brauche. — „O e u v r e" erklärt: Die Berliner Bankierkonferenz hat nur zu einer Verlängerung der eingefrorenen Kredite gelangen können, weil man in der gegenwärtigen Lage die Bedingungen für eine annehmbare Stabilisierung nicht hat abschätzen können. Lausanne steht also in Gefahr, nicht einmal s0 weit ge^en zu können, wie man es in Basel getan hat. Das Gewerkschaftsblatt „Le Peuple- wendet sich scharf gegen eine llebertragung der Methoden derDankierkonferenz auf die Reparationskonserenz. Das Blatt erhofft von einer endgültigen Regelung des Reparationsproblems das Wiederaufleben der Wirtschaft, sowie eine Einigung Europas gegenüber Amerika Der Boungplan sei tot, schreibt „LePeuple", und was man auch in Lausanne sagen und tun möge, sicher sei, daß die Reparationszahlungen für mehrere Jahre gestrichen würden. Es wäre grotesk, glauben zu wollen, sie könnten je wieder aufleben. Das Wirt- schaftsblatt „Information" schreibt, die Schlußfolgerung sei wohl nicht zu kühn, daß eS nach Ansicht der Mehrzahl der Baseler Sachverständigen gut wäre, wenn man d i e Schulden überhaupt beseitigen könnte. Bedauerlich sei die Entdeckung, daß Frankreich von nun an nahezu das einzige Land sei, das das in den Verträgen festgelegte Recht verteidige. Aber Tatsachen seien nun einmal Tatsachen. In Frankreich mache sich eine gewisse Sinnesänderung bemerkbar, deren Riederschlag der bekannte Artikel der „Depeche de Toulouse“ sei, in dem die Streichung der Reparationszahlungen gefordert wurde. Die große Geste des radikalen Blattes sei bei der gegenwärtigen innerpolitischen Lage in Frankreich schwer durchführbar. Trotzdem habe der Artikel des Blattes einen großen Wert, indem er einen neuen Fingerzeig gebe. Das Blatt habe einen Akt deS Mutes vollbracht und gezeigt, wie man die großen internationalen Diskussionen ansehen müsse, und zwar in einem Licht, das den wahrenJnterefsen Frankreichs nützlicher sein könne als die fortgesetzten Beschwerden, die doch ohne Wirkung bleiben müßten. Kriegsminister Maginot f. Paris, 7. Jan. (WTB. Funkspruch.) Kriegsminister Maginot ist heute früh um 2 Uhr (französischer Zeit) gestorben. — Andrs Maginot wurde 1877 in Paris geboren und war zunächst De'rwaltungsbeamter. Seit 1910 gehört er der Deputiertenkammer an. Im Ministerium Barthou wurde er 1913 Unterstaatssekretär des Kriegsministeriums und hat als solcher damals das Gesetz über die dreijährige Dienstzeit durchgebracht, während er nach dem Kriege für die 18monatige Dienstzeit eintrat. Er gehörte bann verschiedenen Kabinetten an. Unter Poin« care erhielt er das Kriegsministerium. Als 1924 Poincare Herrivt Platz machte, trat auch M. zurück. Erst nach dem Rücktritt des Kabinetts der nationalen Einigung im Rovember 1928 mit dem Ausscheiden der Radikalen trat M. wieder in die von Poincare abermals gebildete Regierung als Kolonialminister ein. Rach Briands Rücktritt und der Reubildung der Regierung am 3- Rovember 1929 durch Tar- dieu übernahm Maginot wiederum das Kriegsministerium, das er auch im zweiten Kabinett Tardieu vom 3. März 1930 sowie im Kabinett Laval vom 27. Januar 1931 inne hatte. Maginot hat immer zu den Anhängern der schärfsten Tonart gegenüber Deutschland gehört, der in zahlreichen Reden vor der Kammer und im Lande sich schroff gegen jedes Entgegenkommen Frankreichs in der Abrüstungsfrage aussprach. Umbesetzung des Kabinetts? Paris, 7. Jan. (CNV. Funkspruch. Eigene Meldung.) Angesichts de» Todes Maginot» und der Erkrankung Briands werfen heute mehrere Blätter die Frage auf, ob Laval nur Maginot durch eine andere Persönlichkeit ersehen oder dem Präsidenten der Republik die Gesamtdemission de» Kabinett» anbieten wolle: hierdurch hätte Laval die Möglichkeit, eine Umbesetzung seines Kabinetts vorzuneh- mcn. Sollte nur der Posten Maginots neu beseht werden, dann käme nach Meinung der Presse nur sein Fraktionsgenosse Oberst Fabry, Redakteur de» „Jntranfigeant“ in Frage. Sollten die Gerüchte zutreffen, daß auch der Po st en Briands umbeseht werden soll, so käme hierfür — wie verlautet — Paul-Boncour unter Umständen in Frage. London ist zuversichtlich über die Entwicklung in Indien. London, 7. Jan. (WTD. Funkspruch.) Die Blätter sind einmütig bet Ansicht, baß bas energische Vorgehen bes Vizekönigs gegen den indischen Rattonalkongreß erfolgreich gewesen ist. Die brittschen amtlichen Kreise halten es für fraglich, ob die Kongreßanhänger, bie durch die Massenver- Haftungen plötzlich ihrer Führung beraubt worden sind, imstande fein werden, planmäßige Kampfmahnahmen zu organisieren. Man rechnet übrigens damit, daß sich bie politisch gemäßigte Richtung in Indien bi« gegenwärtig erschütterte Stellung der extremen Rationalisten zunutze machen wird, um in den Vordergrund zu treten. Deutschland fordert aufdemschnellfienWegeendgültigeLösung Botschaster-Treffen in Berlin. Brian- kommt nicht nach Lausanne. Oie schärfere Tonart in den Vordergrund geschoben. - Zlandin an der Spitze der französischen Delegation. Schweres Hochwasser in der Muldeniederung. Oie Lleberfchwemmung bei Bitterfeld und Dessau. — Eine Einheusfront der Not. Rettung des Dammes im Kreise Dessau. — Das Wasser fällt. Dessau, 6. Ian. (2BIB.) Die Hochwassergefahr ist hier ans das höchste gestiegen. 3n Dessau faulen die Sirenen sämtlicher Fabriken. Iehnih und Raguhn sind umflutet und von der Außenwelt abgeschnitten. Sämtliche Schuhmann- schäften |inb ausgerückt, um die Dämme zu fchühen. Der Damm der Mulde ist bei Rehau gebrach e n. Der Staatliche hochwasserfchuh, Teno und Ordnungspollzei find dabei, ihn wieder zu schließen. Die Dörfer Rehau und Sollnitz sind in größter Ge- fahr. Die ganze Mulde-Aue bildet weithin einen einzigen See. Der in das Hochwassergebiet der Mulde entsandte Sonderberichterstatter des WTB. meldet vom ersten Teil seiner Fahrt Eilenburg — G ü b e n, daß die Flutwelle hier bereits Dor» über ist. Sn Eilenburg ist ein Fallen des Wasserspiegels in den letzten 24 Stunden DESSAU ,♦SOLLNITZ ♦ RETZAU bruch BITTERFELD c ROSSLAU COSWIG Das Hochwasser der Mulde hat am Mittwoch um 21 Rhr in Dessau seinen höchsten Stand erreicht. Den Bemühungen der Feuerwehr, der Technischen Rothllfe, des Stahlhelms, des Reichsbanners, der SA.'Mannschasten, der Reichswehr und Hunderter von Arbeitslosen ist es gelungen, d i e gefährdeten D a m m st ü ck e in der Aeberschwemmungszone bei Retzau, Sollnitz und Riesau im Dessauer kreise zu erhalten. Dank der vereinten Anstrengungen ist die größte Gefahr beseitigt. 3n fieberhafter Eile wurden Reservedämme angelegt, da sich das Hochwasser an mehreren Stellen bereits durchgefressen hatte. Von Bitterfeld wird jetzt ein Fallen des Wassers um 30 Zentimeter gemeldet. Oer Oammbmch bei Kehl. Schwere Hochwasserschäden im Hanauer Land durch die Lleberfluiung der Kinzig f,;#* Die Durchbruchstelle des Kinzigdammes bei Kehl. um 70 Zentimeter zu verzeichnen. Dis zum Eisenbahndamm ist die Gegend ein unübersehbarer See. Don einzelnen in der 2Iue liegenden Gebäuden ragen nur noch die oberen Teile heraus. Wiesen und Felder sind weithin vom Wasser bedeckt. Dur die Kronen der Däume sehen aus dem Wasser heraus. Auf der Strecke nach- Guben muhte in der vergangenen Dacht verschiedentlich an den Deichen gearbeitet werden. Das Wasser drohte hier bei den von der Mulde weit entfernt liegenden Orten den Damm zu durchbrechen. Mit Sand- socken, Steinen, Pfählen und Dung- hausen muhten die Dämme gesichert werden. Sn Bitterfeld ist das ganze Gebiet der Muldeniederung weithin eine einzige Wasserfläche. Die in die Stadt führende Chaussee durchzieht diesen unübersehbaren See als schmaler Streifen, der nur wenige Zentimeter über der Wasseroberfläche liegt. Hinter Bitter- feld-Wolffen beginnt das Katastrophengebiet. Sn Schnitz ist der gesamte Verkehr unterbunden. Die Straßen sind teilweise bis Meterhöhe von Wasser bedeckt. Ein während der Dacht unterspültes Dammstück bei Retzau—Solln h brach heute früh auseinander und konnte bisher nicht geschlossen werden. Die Fluten wurden durch einen zurückliegenden Auhendamm aufgehalten. Eine Kompanie Reichswehr aus Dessau, Technische Dothilfe und Einwohner bemühen sich um die Sicherung des äuherst »gefährdeten Dammes in Raguhn. Dach Eintritt der Dunkelheit arbeiten die Mannschaften in angestrengtester Arbeit im Scheinwerferlicht weiter. Da überall ein langsames Fallen des Wasserspiegels zu verzeichnen ist, hofft man, den Damm halten zu können. 3n Anhalt wurden Abteilungen der staatlichen Ordnungspolizei an mehreren Stellen eingesetzt. Für die Berechnung der Flutwelle reichen die Tabellen der anhaltischen Dasserbauverwaltung nicht aus, da das Hochwasser höher st eigt.alsindenhoch- wasserjahren 1 8 97 und 1 909. Auf der kreisslraße Dessau-Roßlau steht das Wasser in einer Breite von etwa fünf Kilometer. Die hochwafser- welle der Mulde nähert sich jetzt dem sog. Wörlitzer Winkel, der Einmündung der Mulde in die Elbe, unterhalb von Dessau. Die Gefahr wird dadurch erhöht, daß die Flutwelle sich hier mit der Hochwasserwelle der Elbe trifft. Kehl, 5. San. (WTD. Von unserem Sonderberichterstatter.) Der plötzlich eingetretene Witterungsumschwung am vergangenen Samstag führte der Kinzig große Wafsermengen zu, deren Abfluß in dem flachen Gelände des Hanauer Landes nicht schnell genug vor s i ch gehen konnte. So kam es zu einem Dammbruch und einer Unterspülung der Eisenbahngleise der Strecke Appen w e i e r—K ehlin einem Ausmaß von etwa 30 Meter. Man hoffte, die Lücke trotz der anströmenden Wossermassen noch rechtzeitig schließen zu können. Aber das Wasser war gewaltiger als die unermüdliche Arbeit der Bevölkerung. Die Schneeschmelze auf dem Schwarzwald ging bei Föhnwitterung ständig weiter und vergrößerte den Zufluß. Alles Mühen war vergebens. Sn den späten Abendstunden des Montag fraßen sich die Wassermassen weiter Bahn und ergossen sich mit furchtbarer Gewalt in das neue Kinzigbett, an dessen Erstellung schon seit längerer Zeit gearbeitet wird. Schier Unmenschliches ist an den gefährdeten Stellen geleistet worden. Unerschöpfliche Mengen von Steinen, Kies und Holz wurden in die Durchbruchsstelle geschüttet. Andere Dammstellen wurden mit Faschinen gesichert; aber es schien, als ob alle Bemühungen umsonst fein sollten. Reißend wälzte sich die wütende Kinzig dahin und überflutete schließlich das ganze Gebiet von Auenheim. Das Deu- dorf von Auenheim war am meisten gefährdet. Unermüdlich riefen die Kirchenglocken zur Wafser- wehr auf. Mit Geräten und Werkzeugen, mit Pechfackeln und Laternen eilte die Bevölkerung aus der ganzen Umgebung herbei, um den bedrohten Auenheimern zu helfen. Seht, wo die Wassermafsen sich langsam verlaufen — teilweise abgeleitet durch Abzugskanäle — ist noch nicht zu übersehen, wie groß der Schaden sein wird. Die Gefahr des Einsturzes für eine Reihe von Häusern im Deudorf von Auenheim konnte befeiLgt werden Unermeßlich groß aber wird der Schaden sein, den die Landwirte durch den Verlust der Saat und das Wegschwemmen der Ackerkrume erleiden. A n der Bruchstelle des Dammes ist die Arbeit den ganzen gestrigen Tag über und in der Dacht zum Mittwoch weiter gegangen. Cs gelang, die Mitte zu schließen, so daß der Eisenbahnverkehr heute morgen wieder ausgenommen werden konnte. Verluste an Vieh sind nicht eingetreten. Stunnflutgefahr an der schleswig-holsteinischen Westküste Sm Laufe des Mittwochabends sind an der ganzen Wasserkante wiederum st ürmische Süd- Westwinde aufgetreten, die in den späten Abendstunden die Stärke sieben gleich 15 Sekundenmetern erreichten. Der Sturm trägt erhebliche Wassermengen in d i e Clbmün- düng, so daß bei der nächsten Fluttide am Donnerstagfrüh gegen 4 Uhr mit einem erh 5H- tenWasser stände von etwa 0,75 Meter über normal gerechnet wird. Für die schleswig-holsteinische Westküste hat der öffentliche Wetterdienst eine Sturmflutwarnung erlassen, da hier schon bald nach Mitternacht ein erhöhter Wasserstand von etwa 1,5 Meter über normal zu erwarten ist. Bei dem infolge des Sturmes ungemein starken Wellengänge ist auf der Elbe in der Dähe von Finkenwärder ein Motorsegler, dessen Dame und Herkunft unbekannt ist, untergegangen. Das Schicksal der Besatzung, die aus zwei bis drei Mann bestanden haben dürfte, ist noch ungewiß; man befürchtet aber, daß sie ertrunken ist. Unwetter auf dem Kanal. Die Vorboten eines schweren S'urmes, der vom Atlantik sich dem europäischen Festland nähert, erreichte am Mittwochnachm ttag das südliche England. Die Schiffahrt im Kanal war stark behindert und mehrere Unglückssälle haben sich ereignet. Auf der Themse ist ein kleineres Motorschiff untergegangen, unmittelbar, nachdem die Mannschaft, die völlig erschöpft war, von einem Rettungsboot übernommen worden war. An der Südküste waren infolge zahlreicher Hilferufe verschiedene Tettungs- boote in See gegangen. Mehrere Fahrzeuge waren in starker Bedrängnis. Der Zerstörer „Vendettä" mußte ebenfalls wegen Maschinenhavarie nach Portsmouth eingeschleppt werd n. Die atlantische Flotte hat die Ausre.se zu den Frühjahrsmanövern wegen des Sturmes auf Don- nerstag verschoben. Die Zerstörer, die bereits ausgelaufen waren, kehrten in den Hafen zurück. Einer von ihnen erlitt eine Beschädigung am Steuerruder und mußte ins Schlepptau nach dem Hafen gebracht werden. Die Windstärke überschritt zuweilen 123 Stundenkilometer. Der Dampfer, auf dem Lloyd George von seiner Cey- loner Erholungsreise zurück!chrte me de e estern abend aus dem Aermelkanal, daß er mit starkem Sturm und sehr schweren Seen zu kämpfen habe. Kleine politische Nachrichten. Der frühere Reichsarbeitsminister Dr. Brauns ist zum Vorsitzenden des Re ichs- ausschusses für Aerzte und Krankenkassen ernannt worden. * Der DanziaerVolkstag lehnte den durch das Volksbegehern gestellten Antrag auf Auslösung Des Volkstages mit 43 Stimmen der Regierungsparteien gegen 25 Stimmen der Linksparteien ab. lieber den Antrag wird nunmehr em Volksentscheid stattzu- finden haben. * Der Landesverband Preußens des Reichs« bundes der höheren Beamten teilt mit: Beim Landgericht 1 Berlin ist die Klage eines Oberstudiendirektors und eines Oberstudienrates gegen den preußischen Fiskus eingegangen, in der unter Bezugnahme auf den einstweiligen Beschluß des preußischen Staatsrates vom 30. Sept. v. S. die Berfas- sungswidrigkeit und Rechtsungültigkeit der preußischen Sparverord- nung vom 12. September v. S. in eingehenden Die Ueberschwemmung des Eisenbahndammes bei Börßum (Braunschweig). Ausführungen bargelegt und der zufolge bei Sparv.r.rd. u g gekürzteGehaltsbetrag von den Klägern zurückgefordert wird. Auch fettens anderer Beamtenkategorien liegen bereits ähnliche Klagen vor. * Der neue faschistische Parteisekretär Starace hat die yn Sahre 1925 erlassene Aufnahmesperre von neuen Parteimitgliedern aufgehoben. Ein Rundschreiben besagt, daß es' j e * dem guten Staliener möglich sein soll, in den Reihen der Faschistischen Partei zu kämpfen, falls er den Dachweis über eine reine politisch« und moralische Vergangenheit erbringen kann. AmishauptmannSwahlen in Mecklenburg. Schwerin, 7. San. (TU.) Am Mittwoch wurden in verschiedenen Qlemtern Mecklenburgs die Amtshauptmannswahlen durchgeführt. Sn Par - ch i m wurde der Rechtsanwalt Dr. Z eitler - München, der als nationalsozialistischer Kandidat aufgestellt war, gewählt. Auch zum Stellvertretenden Amtshauptmann wurde ein: Dationalfozialist gewählt. Sn Ludwigslust wurde der bisherige Amtshauptmann S t a e ck e r (bürgerlich) gewählt. Zum Stellvertretenden Arnts- hauptmann wurde ein Dationalfozialist gewählt. Sn Grevesmühlen wurde mit den Stimmen der Bürgerlichen und der Sozialdemokraten Regierungsrat Schnappauf zum Amtshauptmann gewählt. Auch hier wurde ein Dationalfozialist Stellvertretender Amtshauptmann. Aus aller Wett. Dortmunds Finanznot. Der Dortmunder Bürgermeister Hirsch begibt sich mit dem Finanzdezernenten nach Berlin, um mit den zuständigen Stellen über Maßnahmen zur Behebung der Finanznot der Stadt Dortmund zu beraten. Bor allem soll versucht werden, die drohend» Gefahr weiterer Z e ch e n - S t i l l e g u n. gen, die der Stadt neue Lasten auferlegen würden, abzuwenden. Den städtischen Beamten könnt» am 2.Januar erst ein Sechstel des fälligen Monatsgehalts ausgezahlt werden. Wann das zweite Sechstel zur Auszahlung gelangt, ist noch ungewiß. Die bedrängte Finanzlage der Stadt ist vor allem auf die starke Steigerung der Wohlfahrtsunterstützten zurückzu- führen. In den letzten Taaen find der Stadt von der Regierung insgesamt 500 000 Mark überwiesen worden, die aber noch nicht einmal zur Deckung der allernotwendigsten Ausgaben ausreichen. Der Ge- famtbebarf für den Monat Januar beträgt rund 6 Millionen Mark, gegenüber einem voraussichtlichen Eingang von 2,6 Millionen Mark. Schwerer Orkan über Riederländifch-3ndien. Diederländifch-Sndien wird von einem schweren Orkan heimgesucht. Die Telephon- und Telegraphenverbindungen mit den Snseln Bali und Lombok sind mtterbrochen. lieber die Orkan- Katastrophe liegen bisher noch keine näheren Meldungen vor. Die holländischen Blätter äußern die Ansicht, daß die angerichteten Verheerungen auf den um diese Sahreszeit seine größte Stärke entwickelnden West monfun zurückzuführen sein dürften, der durch die Regenwasser stark an* geschwol' 'c Flüsse über die Ufer getrieben haben d...fte. Da die Unterseekabel unterbrochen sind, dürfte gleichzeitig damit e i n Seebeben aufgetreten fein. Obwohl sich auf Bali mehrere Vulkane befinden, wird ein Vulkanausbruch für unwahrscheinlich gehalten. Aufrechterhaltung der Preisbindung für Zeitschriften. Auf Grund der Vierten Notverordnung hat der Reichswirtschaftsminister durch einen Zwischenbescheid für die Zeit bis zum 31. Januar 1932 die Aufrechterhaltung der Preisbindung für Zeitschriften unter Zugrundelegung ihrer bisherigen Preise bewilligt. Ein neues Riefen-Transozean-Flugboot geplant. Der holländische Flugzeugerbauer Koolhoven will ein Flugboot für den Transozeanverkehr bauen, das zweimal s o groß, sein soll wie der „D o X". Es soll mit zehn Motoren von 1000 PS ausgerüstet werden. Die Nutzlast soll 42 Tonnen bei einem Gesamtgewicht von 100 Tonnen und die Höchstgeschwindigkeit 210 Stundenkilometer betragen. 3n den Alpen tödlich verunglückt. Der 23;ährige Kurt Friese aus Hirschhorn a. D., Medizinstudent in Freiburg i. D., ist am Fletschcrtobel im Gebiet der Mittagsspitze bei Feldkirch bei einer Klettertour etwa 400 Meter tief abgeftürat und zerschmettert liegengeblieben. Die Leiche wurde geborgen. Streikunruhen in Holland. Sn der Stadt Enschede, dem Zentrum des Textilarbeiterstreiks im Sndustriegebiet von Twente, kam es wiederholt zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Streikenden. Die Ausständischen hatten sich zusammengerottet, um Arbeitswillige, unter denen sich auch einige aus benachbarten deutschen Grenzorten stammende deutsche Arbei- t e r befanden, tätlich zu bedrohen und ihre Wohnungen zu beschädigen. Die Menge eröffnete beim Herannahen von Polizeipatrouillen auf diese ein Steinbombardement, wodurch Polizisten verletzt wurden. Die Beamten gaben Schreckschüsse ab. Dach Eintreffen von Verstärkungen wurden die Straßen mit der blanken Waffe gesäubert. Ein versicherungsbetrüger bestellt einen Einbruch. Der Pächter oes W.nterfe.dpalastes in Berlin, Leo Potrzela, in dessen Räumen vor einigen Tagen ein Geldschrankeinbruch verübt wurde, ist verhaftet worden. Die Kriminalpolizei ermittelte, daß Potrzela den Einbruch selbst durch zwei gedungene Verbrecher hat ausführen lassen. Der Geldschrank, in dem sich nur 500 Mk. befanden, war mit 20 000 Mk. versichert. Potrzela wollte sich diese Summe durch seine Einbruchsbestellung aneignen. Schweres Unglück beim heben eines Fährankers. Dachdem der Betrieb der Oderfähre bei Pommerzig, Kreis Crossen, infolge Eisganges stillgelegt werden mußte, sollte der Anker der Fähre mit Hilfe eines vorüberfahrenden Dampfers gehoben werden. Der mit sechs Mann besetzte F ä h r k a h n kam dabei dem Schaufelrad des Dampfers zu nahe und schlug um, so daß sämtliche Snsassen ins Wasser fielen. Während vier Mann gerettet werden konn- ten, ertranken zwei Landwirte. Beide waren Familienväter und hinterlassen fünf bzw. zwei unversorgte Kinder. Oer Berlin, 6. nanzminister £ kanzler Brün die Absichten ■ des Etats l! einstimimmg her fizit von 167 Wi gen, sondern a> Hungen beseiti die Mitwirkung i einstimmend Bert gen noch nich Ergebn is gef Absicht Preuße öchlachtsteue denken erhoben Hebung eine Men, dievoml 3uifommen nach Länder verteilt öleuer soll ir fline Segen! St-Mi sK.' Dxnn «'LsthtalsoZ VS llty m Könnten wir a L“ *un haben, nii 5? eVir n,d LUnb §°ben 5enn man ein ft geht's?" e ,le Antwort-' p Wend?" ünd'r ? Olauben b ?r °"en Ums fed,*10 SW Men? Uc d° ^hmer) A e ft Trosts ireunho J' N>e< s*;?; * selbst' ?Qs Li ^"de^eh'? ist Oie Detterlaae. * tDtrdter ------Vti 4 5 ~l_a Qoruna 10, 6, 25, 60. 60, 50, Zwiebeln 10 bis 12, Meerrettich 30 bis Schwarzwurzeln 25 bi- 35, Honig 40 bis bis bis bis bis 8 Mk.), 5 Ml.), 8 am.). io, Pf. lb Ju. k. weinbe stände der Reichsmonopolverwaltung auch In diesem 3ahre nicht annähernd auf das noch ertragbare Mast herabgesetzt werden könnten. Es müsse deshalb eine Senkung der Verkaufs preise erwogen werden, wodurch auch der Schmuggel und die Schwarzbrennerei eingedämmt werden könnten. Der ausfallende Rbsahrückgang könne nicht allein durch die ungünstige wirtschaftliche Lage und die Mästigkeitsbewegung erklärt werden, sondern zweifellos hätten auch die hohen Preise dazu beigetragen, die Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Trinkbranntweines mit den billigen ausländischen Südweinen zu schwächen. Oer Rechnungshof empfiehlt Branntwempreissenkung. Berlin, 6. 3an. (VDZ.) Der jetzt dem Reichstag zugegangene Bericht des Rechnungshofes über die Prüfung der Bilanz ixr Spiritusmonopolverwaltung für das Gc- Ichäftsjahr 1929 30 kommt zu dem Ergebnis, bäh infolge des sehr erheblichen QI b - 1 ahrückganges die hohen Drannt- Blumenkohl 20 bis 40, Endivien 8 bis Oberkohlrabi 8 bis 10, Sellerie 10 bis 40 per Stück. Oie neuen Postgebühren. Ermäßigungen ab 15. Januar. 3m Amtsblatt des Reichspostministeriums /fitlwoct}' d. 6 efdnuar WZ Uh E neBiersteuer»undBierpreissenlung? Berlin, 6.3an. (TU.) Wie wir von zuständiger Stelle erfahren, prüft man augenblicklich im Reichsfinanzministerium, wieweit die Erleichterung in der Bier steuer bemessen werden kann, um eine spürbare Senkung der Bierpreise zu erreichen. Die Entscheidung darüber soll noch im Laufe des 3anuar bekanntgegeben werden. Der Reichskommisfar für die Preisüberwachung wird von dieser Entscheidung des Reichsfinanzministeriums seine Stellungnahme zu den Bierpreisen abhängig machen. Wie wir weiter hören, steht man im Reichsfinanzministerium einer Diersteuer- senkung durchaus wohlwollend gegenüber, zumal man sich von einer Bierpreissenkung eine Zunahme des Dierumsahes verspricht. Man rechnet also damit, dast sich eine Steuerermäßigung nicht nachteilig auf die Steuereinnahmen auswirken würde. Oer Statsausgleich in Preußen. Berlin, 6.3au. (ERD.) Der preußische Fi- nonzminister Dr. Klepper hatte mit Reichskanzler Brüning eine Hnterredung, um über die Absichten Preußens für den Ausgleich des Etats 1 9 3 2 mit dem Reiche eine Heber- einstimmung herbeizuführen. Da Preußen das De- - fizit von 167 Millionen nicht nur durch Einsparungen, sondern auch durch Einnahmeerhöhungen beseitigen wlll, ist bei dem Ausgleich die Mitwirkung des Reiches notwendig. Wie übereinstimmend berichtet wird, haben die Besprechungen noch nicht zu einem endgültigen E r g e b n i s geführt. Da gegen die ursprüngliche Qlbsicht Preußens, auf Einführung einer Schlacht st euer, von der Reichsregicrung Bedenken erhoben worden sind, ist jetzt die Erhebung einerSalzsteuerin Erwägung gezogen, dievomReich eingeführt und deren Aufkommen nach einem Schlüssel auf die einzelnen Lander verteilt werden soll. Auch diese neue öl euer soll indessen bei der Reichsregierung keine Gegenliebe finden. jetzt die Verordnung zur Aenderung der Postordnung veröffenllicht worden, mit der die kürzlich beschlossenen Gebührensenkungen für Fernbriefe, Fernpo st karten und Pakete bekanntgegeben werden. Die Ermäßigungen treten am 15. 3anuar in Kraft. Es werden künftig erhoben: für Briefe im Fernverkehr bis 20 Gramm 12 Pf., über 20 bis 250 Gramm 25 Pf., über 250 bis 500 Gramm 40 Pf.; für Postkarten im Fernverkehr 6 Pf.; für Pakete die in der nachfolgenden Hebersicht zusamm<»ngestellten Gebührensätze, zu denen bei Richtabhvlung eine Zustellgebühr von 15 Pf. für jedes Paket hinzutritt, die auch vom Absender vorausgezahll werden kann. Der Freimachungszwang für Postpakete wird gleichzeitig aufgehoben, für nichtfreigemachte Pakete bis 5 Kilogramm einschließlich wird neben dem Fehlbetrag ein Gebührenzuschlag von 10 Pf. nacherhoben. Die neuen Pakeigebühren betragen im einzelnen: Weißkraut 7 bis 8 (per Zentner 4 bis Rotkraut 8 bis 12 (per Zentner 7 bis gelbe Rüben 8 bis 10, tote Rüben 8 Spinat 20 bis 25, Hnterkohlradi 5 Grünkohl 8 bis 10, Rosenkohl 20 Feldsalat 80 bis 100, Tomaten 50 Matte 25 bis 30. Käse (10 Stück) 50 bis 120, Wirsing 8 bis 12 (per Zentner 7 bis Kartoffeln 4 (per Zentner 3 bis 3,50 Mk ), Aepfcl 8 bis 10, Birnen 8 bis 10, Rüsse 35 bis 40, Dörrobst 30 bis 35, junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 80 bis 90, Enten 80 bis 100, Gänse 90 bis 100 Pf. per Pfd.; Tauben 50 bis 60, Eier 11 bis 13, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 15. Notverordnung und Außenpolitik ^eichsfina«zminister Dietrich zur Lage. mache wie bei den Ausgaben einen Strich darunter, aber sorge dafür, daß man die Freuden vergangener Jahre in einem Teil des Gehirnes oerwabrt, aus dem man sie immer wieder leicht heroorholen kann. Man wird sie manchmal nötig haben. Dafür aber vergesse'man gründlich alle Mißstimmungen, Zerwürfnisse usw. Damit soll man sich nicht beschweren. Und hat man sich mit irgend jemand überworfen, glaubt man gar, er wäre Feind, hat man sich geärgert ... Strich drunter! Das neue Jahr verträgt nicht, daß man mit solchen Lasten weiterwandert. Alle brauchen für die nächsten Monate gana freie Schultern. Wn. Ein Gchulhaus-Zubiläum. Die Stadtknabenschule (Pestalozzi- schule) wird heute 40 Jahre alt. Am 7.Januar 1892 zogen die 15 Knabenklassen der Gießener Volksschule in ihren Neubau ein. Die Einwcihungs- feierlichieiten waren am 19. Dezember 1891 vorausgegangen. Der Modestein jener Jahre, der rote Blendstein, gab dem Schulhaus das Kleid. Seine inneren Einrichtungen waren den pädagogischen und schulhygienischen Forderungen der Zeit angepaßt. Gut belichtete Klassensale, Spezialsäle, Zentralheizung, Brausebad usw. machten das -aus zum best- eingerichteten Schulhaus unserer Stadt. Die Fünfziger der „verflossenen" Jahrgänge 1878—1881 und der „kommenden" von 1882—1885, soweit sie einst- mals Schüler der Gießener Volksschule waren, werden sich des Einzugs wohl noch gut erinnern. Fünfzehn Klassen mit über 700 Knaben empfingen von da ab hier ihren Unterricht. Sie waren vorher in verschiedenen Häusern untergebracht gewesen: im Schulhaus in der Schulstraße (an seiner Stelle steht heute der rote Blendsteinbau, der bis vor kurzem die Stadtpost in sich barg), im Schulhaus in der Neustadt (heute Wohnhaus) auf dem Oswaldsberg (heute unter dem Namen „Alte Aliceschule" wieder Schulhaus für Dolksschulkinder), in einem alten Hause auf dem Kanzleiberg (1 Klasse) und 1 Klasse im Hause der Stadtmädchenschule (heute Goethe- schule). Mit dem Einzug in das neue Haus waren alle Volksschulkinder Gießens in — für damalige Zeit — einwandfreier Weise eingeschult. Möge es der Stadtverwaltung gelingen, in absehbarer Zeit die neue Pestalozzischule in den Gidjgärten fertigzustellen. Der Dank aus frohen Kinderherzen wird der Verwaltung die in den letzten Jahren für den Ausbau von Schul- Häusern gebrachten und in Bälde noch zu bringenden Opfer reichlich lohnen. K. Gictzener Wochenmarktpreisc. ' G i e ß e n, 7. 3an. Heutige Wochenmarktpreise: Butter 100 bis 110 Pf. (Kochbutter von 80 Pf. an). Aus Oer provmztoldauptstotn Gießen, den 7. 3anuar 1932. Strich drunter! Der Kaufmann hat in diesen Tagen die Bilanz gezogen. Er hat die Seiten der Einnahmen und die der Ausgaben zusammengestellt, Inventur gemacht und dann — oft mit Herzklopfen — errechnet, was ihm an Gewinn geblieben ist. Da wird oft nicht viel übrig bleiben, manchmal gar nichts. Aber der Ordnung halber macht er Bilanz. Das ist fo. Er will klare Ueberficht haben, er will sehen, wo er steht. Zum Schluß macht er einen dicken Strich unter alles. Könnten wir andern, die nichts mit Warenverkauf zu tun haben, nicht auch einmal eine Bilanz ziehen? Könnten wir nicht einmal sehen, wie es mit unfern Soll- und Habenseiten steht? Wenn man einen Bekannten trifft und ihn fragt: „Wie geht's?", erhält man in den meisten Fällen die Antwort: „Schlecht!" „Den Verhältnissen entsprechend?" Und dabei ist es oft gar nicht so schlimm. ‘Siele glauben eben, sie müßten in diesen Zeiten unter allen Umständen -und womöglich recht laut jammern, damit die andern nicht daraus ausmerksam würden, daß es ihnen im Grunde genommen gar nicht so schlecht geht. Wir hatten einmal eine Zeit, da sprach man von „Neureichen". Könnte man jetzt nicht auch von „Neuarmen" sprechen, von ihnen, die den andern noch das Leben sauer machen und mithelfen, daß wir die bitteren Tage erst recht fühlen, an Stelle daß sie trösten und Hoffnungen er- "wecken? Wenn jemand den Schnupfen hat, ist er meist bestrebt, seine Mitmenschen zu meiden, um sie nicht anzustecken. Diese Neuarmen machen aber gerade das Gegenteil. Sie stecken viele mit ihrem Gejammer an. Wohl heißt es: „Geteilter Schmerz ist halber Schmerz", und es bringt immer Erleichterung und etwas Trost, wenn man sich mit einem treuen Freunde ausgesprochen hat. Aber jene neuarmen Menschen haben eigentlich gar keinen Schmerz, sondern nur das Bestreben, mit ihrem schalen Pessi- mismus auch andern, denen noch etwas Fröhlichkeit blieb, das Leben zu verbittern. Sie vergiften sich selbst das Dasein, erfüllen die Gegenwart mit noch mehr Aerger, als ohnehin schon vorhanden ist. Man ziehe einmal in dieser Hinsicht in seinem Innern die Bilanz! Wenn man ehrlich ist, muß man zugeben, daß man auch im vergangenen Jahre manche schöne Stunde gehabt hat, sei es mit Freunden zusammen, int Familienkreise ober sonstwo gewesen. Freude findet man immer, wenn man nicht gar zu verbohrt ! ist und nur Häßliches sehen will. Man nehme alle diese schönen Stunden auf die Seite der Einnahmen, ** Der Ortsmittelpunkt von Gießen. Wie das Polizeiamt mitteilt, ist gemäß den Durch- führungsbestimmungen über den Ucberlandverkehr mit Kraftfahrzeugen vom 19. November 1931 als Ortsmittelpunkt der Stadt Gießen die Straßen- kreuzung Frankfurter Straße — Seltersweg — Süd- anlage — Westanlage bestimmt worden. " Heftiger Sturm und starke Regenfälle gingen im Laufe der letzten Rächt und b s heute früh über unsere Stadt hinweg. Von Sturmschäden ist uns bisher nichts bekannt geworden, dagegen haben die ausgedehnten Regenfälle ein weiteres Ansteigen der Flußläufe zur Folge gehabt. An flachen Stellen trat die Lahn über ihre Hfer. Die Wieseck hat verschiedentlich ebenfalls ihr Flußbett verlassen. Zu Bedenken besteht jedoch bis jetzt kein Anlaß. ” Senkung der R ol l g ebühren. 3n Würdigung der allgemeinen Preissenkungsbestrebungen der Reichsregierung hat die Reichsbahndirektion Frankfurt a. M. mit Wirkung vom 11. 3anuar ab die Rollgebühren der bahnamtlichen Güter- und Cxprcßgutbestatter in Eron- berg, Diez. Frankfurt a. Qit, Fulda, Gießen, Offenbach und Wetzlar herabgesetzt. Die Senkung beträgt abgesehen von den beiden untersten Gewichtsstaffeln, für Expreßgut an den Orten ohne Zoneneinteilung bis zu 10 Prozent, an den übrigen Orten in der ersten Zone bis zu 10 Prozent in der zweiten Zone biS zu 15 Prozent und in der dritten Zone bis zu 20 Prozent. Der neue Qluf- bau des Rollfuhrwesens wird bei allen 'Bahnhöfen mit Güterbestätterei ab 1. März 1932 durchgeführt " 25jähriges AmtSjubiläum. 3n diesem Monat sind es 25 3ahre, daß Herr 'Alfred Fröhlich hier in den Vorstand der Israelitischen Religionsgesellfchaft gewählt wurde, dem damals noch die Herren Hofrat 3. Grünewald und L. Bär angebörten. Rach Wegzug des Herrn L. Bär nach Frankfurt a. M. übernahm — so schreibt man uns — Herr Fröhlich den Vorsitz im Vorstände, dessen Schriftführer er lange 3ahre vorher gewesen war. Herr F r ö h - l ich hat seit dieser Zeit in aufopfernder Hingabe und feinem Verständnis sein Amt voünldlich verwaUet, und seinen rastlosen 'Bemühungen ist es zu verdanken, daß die Israelitische Religionsgesellschaft am 23. Dezember 1923 die ersehnten Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechtes erhieft. 3m 3ahre 1930 gab sich die neue Gemeinde Israelitische Religionsgesellschaft" ein neues Statut, wonach ein Vorstand und Beirat von je fünf Personen die Gemeindevertretung und den nach dem Gesetze notwendigen Lteuerausschuß repräsentieren. Herr Fröhlich, ein guter Kenner der jüdischen Gesetzesvorschriften im Sinne des überlieferten 3udentuins, war stet- ein eifriger Förderer aller 3nstitutionen seiner Gemeinde und hat es bis auf den heutigen Tag verstanden, die 3nteressen der Gemeinde nach jeder Seite hin zu wahren. Aus Anlaß dieses Jubiläums wird die 3sraelitische Religionsgesellschaft am Samstag, 9. 3anuar, vormittags 8.30 Hhr in ihrer Synagoge, Steinstraße 8. einen Fest- gottesdienst abhalten. Mögen dem 3ubilar noch viele glückliche 3ahre zum Wohle und Gedeihen seiner Gemeinde beschieden sein. •• Dienstjubiläen bei der Reichsbahn. Reichsbahnsekretär Heinrich Hamel konnte, wie wir gestern schon kurz berichteten, am 2.3anuar auf eine 25jährige Tätigkeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Der Jubilar ist geborener Gießener und seit 3ahren im Aufsichtsdienst des Personenbahnhofes beschäftigt. Dahnhofsschaffner Heinrich Walther, wohnhaft in Daubringen, konnte in diesen Tagen ebenfalls auf eine 25jährige Dienstzeit bei der Reichsbahn zurückblicken. Er ist seit vielen 3ahren an der Bahnsteigsperre des Bahnhofs Gießen tätig. Den beiden Jubilaren wurden durch Amtmann Dörr Glückwunschschreiben der Reichsbahnver- toaltung überreicht, außerdem wurden ihnen zahlreiche Ehrungen von Seiten der Kollegen zuteil. " Wirtschastsbetrieb auch in <3 il» zügen. Seit gestern wird in den zwischen Frankfurt a.M. und QHtona verkehrenden Eilzügen E 71/72 (E 71 in Richtung Altona Gießen an 10.18 Hhr, Gießen ab 10.24 Hhr; E 72 in Richtung Frankfurt Gießen an 20.16 Hhr, Gießen ab 20.20 Hhr) von der Mitropa versuchsweise Wirtschaftsbetrieb eingerichtet. Zum Verkauf an die Fahrgäste gelangen kalte Getränke, Rauchwaren, Kaffee, Fleischbrühe, Eierspeisen, warme Würstchen u. dgl. Die Verabreichung an die Fahrgäste erfolgt in den Abteilen während der Fahrt durch das Personal der Mitropa. Der Versuch wird voraussichtlich Ende 3anuar auch aus daS EilzugSpaar E 161/162, dos zwischen Frankfurt a.M. und Berlin verkehrt, ausgedehnt. ©womtnios Oneuer, dnato oedttKl» wolkig, e •Ktgew * Schnee cxtrauoein «"edel X Gew.fer ©Windstille *O» K* (eichte» Osi mssige» Südsüdwest q stürmische -orawesi Oie etene fliegen mit dem wmdc Pie Baden Stationen stenenoen Z* len geDtn die Temperatui an. Pie Linien verDmden Orte gletcLCM tut «reresniveau umgerectuieten Luttdruo Wettervoraussage. Heber Skandinavien lagert das Störungssh st em, welches uns das unbeständige, stürmische und regnerische Wetter gebracht hat. Während der verflossenen Rocht sind recht erhebliche Rieder schlaaS- mengen gemessen worden, die auf den Bergen bis zu 25 Millimeter betrugen. Mehr und mehr seht jetzt die Rückseitenwirkung des Fallgebietes ein, d. h. ozeanische Luft aus nördlicheren Breiten kommt zum Vordringen. Somit beginnt wieder Temperaturrückgang, der Witterungscharakter bleibt aber vorerst noch etwas wechselhaft. 3edvch reißt die Wolkendecke des öfteren auf, was zu Aufklaren führt. Riederschläge in Form von Schauern treten auf, die auf den Bergen in Schnee übergehen. Der gleichzeitig von Westen einsetzende Luftdruckanstieg dürste wahrscheinlich später beruhigend auf die Wetterlage einwirken und weiteren Temperaturrückgang bis zu Frost Hervorrufen. Aussichten für Freitag: Wechselnd wolkig mit Aufklaren, kälter, noch Schauer, auf den Bergen teils als Schnee. Aussichten für Samstag: llebergang zu beständigerem Wetter, teils wolkig, teils aufklarend, Nachlaßen der Schauertätigkeit, weiterer Temperaturrückgang mit Nachtfrostgefahr. fein, der sich in einigen Monaten in der Wahl des Reichspräsidenten entspinnen wird. Hier wird sich zeigen, ob das deutsche Volk gesonnen ist, einzusehen, daß man nur mit Einsicht, Beharrlichkeit und rücksichtsloser Anspannung aller Kräfte die Rot meistern kann, aber nicht dadurch, daß man irgendeinem Phantom nachläuft, das dem deutschen Volke Wunder verspricht. Der Minister beschäftigte sich weiter mit der Frage der Arbeitsbeschaffung, die leider im vergangenen 3ahre nicht mit der wünschenswerten Energie betrieben worden sei. Durch die Auftragövergebung der Reichsbahn und die Hmaestaltung der Siedlung sei wohl etwas, aber nicht genug erreicht. Schon sind wir, fuhr der Minister fort, in einem Zustand, bei dem die Gefahr besteht, daß der Staat in einem Maße in die Privatwirtschaft hinein- gedrückt wird, die kaum zu ertragen ist. Die ganz großen Gebilde, die seit Kriegs- schluh in Deutschland entstanden, sind eine Gefahr für Volk und Wirtschaft. Man wirst der Reichsregierung vor (namentlich von nationalsozialistischer Seite), daß sie die schweren Mißgriffe, die manche große Wirtschaftskapitäne, gemacht haben, toleriert; davon ist gar keine ’ Rede. Die Reichsregierung hat überall sich eingesetzt dafür, daß jeder verhaftet und eingesperrt wird, der in unverantwortlicher Weise auf dem Rücken anderer gewirtschaftet hat. Aber die Reichsregierung kann nicht in die 3 ustiz eingreifen und gegen Personen vorgehen, die nicht gegen die Gesetze verstoßen haben, wenn sie vielleicht auch wirtschaftlich Fehlgriffe machten. Die Reichsregierung kann und wird ihre Pläne durchsetzen, und das Volk wird durch die Schwierigkeiten der Zeit hindurchkommen, wenn es entschlossen ist, an seinem Teil den Kampf um seine Zukunft cruszunehmen. Stuttgart, 6. 3an. (WTB.) Reichsfinanzminister Dietrich hielt hier eine Rede, in der er besonders auf die Feststellungen des Baseler Eon- oerauSschusses hinwies, daß von einer Zahlung der geschützten Annuitäten auch im nächsten Jahre keine Rede sein könne und daß alle Voraussetzungen des Voungplanes entfallen sind. Ganz besonders wichtig sei aber die, wenn auch in verklausulierter Form ausgesprochene Feststellung, daß ohne eine gründliche Reuordnung des Reparativ n s p r o b l e m s eine Genesung nicht eintreten wird. Es steht also heute, erklärte der Minister, nach Meinung aller Sachverständigen fest, daß die gegenwärtige Krise in erster Linie auf die I Zahlungen Deutschlands und die Verrechnung der Kriegsschulden unter den Alliierten zurückzuführen ist, aber ebenso sehr sind schuld die unm ög lich en Friedensverträge, die den Kriegszustand in latenter Form fortgesetzt haben, und die wirffchaftlichen Fehlgriffe der vergangenen 3ahre mit ihrer Heberspekulation in Wertpapieren und in Waren. Die Rotverordnung vom 8. Dezember steht in engem Zusammenhang mit den Zuständen, die I durch die Reparationen und die Fehler der Welt- ^wirtschaft heraufbeschworen sind. Sie verfolgt fünf große Ziele: 1. die Senkung der Preise und Gestehungskosten, um auf dem Weltmarkt konkurrenzfähig zu bleiben; 2. den Ausgleich des Reichsetats, von dem 3. ab- hängt die Erhaltung und Behauptung der deutschen Währung; 4. die Sicherung der deutschen Stellung in den Verhandlungen über Reparationen und Schulden und 5. den Schutz des inneren Friedens. Aber so wichtig der Inhalt dieser Rotverord- nung ist: entscheidend für die Zukunft des deutschen Volkes wird der Ausgang des Kampfes nitSlieboi4 n a & m e. -UM tem? !a"Wtn, '"«Mikit Mg. « tour- Mrr; rSr tos» Wett. nanjnol. Mtt Hirsch begibt * U ^rlin, un! zur "Werden, biebtoj ^"'«Ml-gun. Kriegen mür« Beamten fonnli ^^lel bes falli« ^gezahlt werden. w Auszahlung gelangt >fQngte Finanzlage der larkeSteigeruila nstuhten zurückzu- en sind der Stadt von Mark überwiesen einmal zur Deckung der 'n ausreichen. Der ®e. t Qanuar beträgt rund über einem Voraussicht' Uionen Mark. sleberlänbifchJnbien. )itb von einem schweren Telephon- und Zele# den Inseln 2 ali und hen. Hebet die Orkan- ’ et noch keine näheren .irdischen Glättet nutzem erichteten Verheerungen heil seine gröhte Stärke sunzuiüctzuführenlein Äegenwasset stark an- kt die Ufer getrieben rr/erfeekuLe/ un- gleichzeitig damit e i r. sein. Obwohl sich aus e befinden, wird ein jrfcheinsich gehalten, binbung für Zeltschrlsten. Notverordnung hat bet iutd) einen Zwischenbe- um 31. Januar 1932 die der Preisbindung lur rundelegungihrer bewilligt. ojran-Jlugboot geplant, igerbauer Koolhoven den Transozeanverkehr ) grob, fein soll -us 3fbn Motoren van KW .Nutzlast soll 42 Tonnen ’on 100 Tonnen und ' Stundenkilometer betra- )lid) verunglückt. -riese aus ter5m£t lieget )e geborgen. n in Holland- cholt zu ZU'°i und der festen sich luss^Milige. un- e auf ^fLfltbet' ndc deutsche » SffSgäi: e Beamten Erkungen IcrtaW«1*,« einig« ■n -M Z-S ' $1Ud net fie* -N Ät?^2eid! Erwähnenswert ist, daß im Paketverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Reich die Gebühr der jeweilig nächstniedrigeren Zone in Ansatz gebracht wird. Bis neue Fernpo st karten zu 6 Rpf. her- gestellt sind, verkauft die Post vom 15. Januar ab die bisherigen Karten mit dem 8-Rpf.-Stempel zu 6 Rpf. Wer feinen Vorrat von Karten zu 8 Rpf. bis zum 14. nicht aufbrauchen kann, erhält vor dem 15. Januar auf Wunsch für jede unverdorbene Karte Wertzeichen zum Betrage von 8 Rpf. Vom 15. Januar ab werden nur noch verdorbene Karten gegen Wertzeichen im Betrage von 6 Rpf. und gegen Zahlung einer Gebühr von 1 Rpf. für das Stück umgetauscht. Bornotizen. — Tageskalender für Donnerstag: DHV., 20.30 Hhr, Heim, Lonystraße 18, Vortrag über „Die Macht der Presse". — Bund der Lahnfreunde, Monatsversammlung bei Hopfeld. — Kurzschrift-Verein von 1861, 19 Hhr, Doethe- schule, Eröffnung des Anfänger-Lehrgangs. — Damen-Dereinigung 1877/78, 20 Hhr, Stadt Mainz, Weihnachtsfeier. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Reserve hat Ruh". — Astoria-Licht- spiele, Scltersweg: „Die Himmelhunde", „Der Detektiv aus Liebe" und ,.3n die Falle gelockt". — Aus dem S t a d 11 he a te r b u re au wird uns geschrieben: Morgen, Freitag, 20 Hhr als dreizehnte Vorstellung im Freitag-Abonnement Gerhart Hauptmanns Traumdichtung: „Han- ncles Himmelfahrt". Spieldauer von 20 bis 22 Hhr. — Samstag als Schülervorstellung 15.45 Hhr Ausführung des Schauspiels „Wilhelm Teil" von Schiller. Schulen und Schüler erhalten Schülerpreise. Ende 18 Hhr. — Am Dienstag, 12. 3anuar, Hraufführung deS Schauspiels „Verstehen wir uns" von Peter Preradovic. Die Rolle der Großmutter spielt bei der Hraufführung Frau Prasch-Grevenberg als Gast. — Der Goethe-Bund hat, wie man uns mitteilt, für den 3. Dichterabend dieses Winters den Dichter Werner Deumelburg eingeladen. Dcumelburg ist der Verfasser der großen Werke . Sperrfeuer um Deutschland", „Deut'chland in Ketten" und „Gruppe Vosemüller". Das Interesse an Kriegslitcratur ist sehr gewachsen. Doch leider droht das Kricgserleben, dem unsere Generation unterworfen war, in die Zerrissenheit verschiedener Weltanschauungen hineingezogen zu werden. 3n Beumelburgs Schaffen finden wir die Darstellung des Krieges, die mit unbedingter ge- fchichtlicher Zuverlässigkeit das persönliche Erleben jener Millionen verbindet, die im Felde gestanden haben. So dürfte der Vortragsabend dieses Dichters wieder ein literarisches Ereignis werden. (Siehe gestrige Anzeige.) 8 Thortsnav^ iKX V6. 3 Xio T3 i_q *7 O Qlermo>-genf Pakete 3 1. Zone 8 bis 75 km Gebühr 3 5. Zone s über 750 km 3 2. Zone über 75 8 bis 150 km 3 3. Zone über 150 g bis 375 km 3 4. Zone über 375 8 bis 750 km bis 5 kg —,30 —.40 —,60 —,60 —,60 über 5 „ 6 „ —,35 —,50 —,80 —,90 1 - „ 6 „ 7 „ —,40 —,60 1,— 1,20 1,40 ■ 7 N 8 n —,45 —,70 1,20 1,50 1,80 ■ : 00 3 : CO 1 : —,50 —,80 1,40 1,80 2,20 - 9 -10 „ —,55 —,90 1,60 2,10 2,60 Warten Sie Ausverkauf s-Hs- Salomon zu vermieten. 0106 Lurt von Mnchow, Vlelchfiraße 22« Westanlage 38 An der Johähneskirche 6 Gießen, Januar 1932 Die trauernden Hinterbliebenen. •*6D Gießen (Gnauthstraße 6), den 5. Januar 1932. Brauerstrnße 27. 143 V 155 D Vereine Zuverlässige [Verschiedenes! Butzbach. 51D 15’0 Winterkur für 3563 V Birklar, den 7. Januar 1932. 158D u. Brm. Uhr. versteigert: 1390 Geschäfts-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 m m Lichtspielhaus • Gießen j§- Kulturfilmveranstaltung Beginn 8. Januar. 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Jug vor dem Konkurs wirtschaftlichen ll atzen wollte, un Zronlreich aber iiüßg machen. 2 nigs nach Pi pewefen zu sein, nche G(<.Jer ben IQr ichEie I ’M bemc ÖQ ab?rChe0eIboo Anstalt unon ie8kirche6 tf98 melntn Herr, -Aoss Januar 1932 li. lee ?n ch. hn. I id. t auf der Hardt. iot en. an- XD ster üb. Jill. Samstag, d.r.Ja«. abends 81', Uhr ordentliche tari-tamlui mder.ZtadtLich" «nirfiliefe. gemütl. veiiammcnieiu. "v Ter Vorstand. Samstag,d.S.Jan abends 8", Uhr )en, ie, ‘Dtl. isch. int. I Vereinsabend ?i WrIWp üoi ItöliMoaiMi )t, l!.V„ Aebeil. isi d er, , U»r: W. L— J8.-R.191 Ukr: [er WnT Unscbl. Bir.L <1 ,!v.8m. 138D * Stadttheater an üte, liib- Alt. f. zu iter. ’♦ nh. ng. 13 Gießen, «D Freitag, d. 8. Fan. 20 bis 22 Uhr 13. Vorst. Freitag« Abonnement. Gemöbnl. Preile l Hannele* Himmelfahrt Traumdicktung m 2 Akten von stierh. Hauptmann. Schaufenster! edrigsten Preis«"! Überschuhe 2,20 an ", ei / -in poste" „8.50" 1 7.5°- , reguläre" K Nr. 5 Zweites Blatt Landnöten. Die latente Krise, die schon seit langem über Jugoslawien lag, ist jetzt zum offenen Ausbruch ge- kommen mit dem Rücktritt — oder man kann ichon sagen, mit dem Sturz — des Kabinetts Ziwk 0 witsch. Fast genau auf den Tag drei Jahre hat der General-Diktator die Macht in Hän« den gehabt. Aber der Erfolg ist ihm versagt geblieben, so völlig versagt geblieben, daß nicht nur er selbst abgewirtsckaftet hat, sondern daß auch der König vor der Gefahr steht, die Zeche zahlen zu müssen genau so wie Alfons von Spanien die Rech, nung Primo de Riveras begleichen mußte. Immer- hin allerdings mit dem Unterschiede, daß in Iugo- slawien derKönigderTragerdesganzen Experimentes gewesen ist. Er war — wohl mit Recht — davon über* -eugt. daß der serbo-kroatisch-slowenische Staat, wie er aus den Pariser Verträgen hervorge* gangen war, auf parlamentarischer Grundlage nie lebensfähig gemacht werden konnte. Dazu waren die kulturellen und nationalen Gegensätze zwischen den drei Völkern diel zu groß. Es hätte nur einen Weg gegeben, um hier Abhilfe zu schaffen: Die Vildung eines Bundes st aates, der in feine drei natürlichen Teile sich gliederte, den Völkern tul- ' turelle und sprachliche Autonomie lieh unb sich damit begnügte, die Außenpolitik wie das Heeres- Wesen zunächst zu vereinheitlichen. Aber die Ältserben waren durch den Kriegsausgang ctrvhenwahnsinnig geworden: obwohl sie in dem Lande Jugoslawien nicht einmal die Mehrheit bildeten, wollten sie die Herrschaft für sich allein, die Kroaten und Slowenen waren für sie gerade gut genug zum Steuerzahlen. Der Erfolg war natürlich, daß die andern Völker sich das nicht gefallen lassen wollten, die Kroaten unter RaDitsch drohten mit dem Auf* rühr, im Parlament fielen Schüsse, und der König glaubte daher, die Krise nut durch einen Derfassungssturz zwingen zu können. Er tft zwar die Parteien los geworden, das alt* serbische System aber hat er fortgesetzt, er hat das Land neu gegliedert unter Dergewolti* gung der Rationalitäten, hat sich da* durch die Feindschaft der Kroaten und Slowenen erhalten, aber auch die Ältserben nicht befriedigt, so daß es immer einsamer um ihn wurde. Es war also schon ein Verzweiflungsstreich, daß Ansang September dem Land eine neue Verfassung oufoktroyiert wurde. Die auf Grund die- ser Verfassung ausgeschriebenen Wahlen wurden fast von der gesamten Bevölkerung boykottiert, das neue Parlament hängt daher völlig in der Luft. Immerhin wäre es vielleicht möglich gewesen, über diese politischen Schwierigkeiten Hinwegzukommen, wenn sie nicht von der Gefahr des wirt- ichaftlichen Zusammenbruches überschattet wurden. Jugoslawien fteht heute unmittelbar vor dem Konkurs, hauptsächlich deshalb, weil es die wirtschaftlichen Wege nach Deutschland nicht benutzen wollte, um Frankreich nicht zu verstimmen. Frankreich aber kann auch nur schwer Geld noch flüssig machen. Der letzte Bittgang des Königs nach Poris scheint ziemlich ergebnislos gewesen zu sein, der Rücktritt des Kabinette und feine Wiederbetrauung in etwas veränderter Form ist also schon beinahe ein Vabanquespiel, und es ist mehr als fraglich, ob der bereits beginnende Absturz Jugoslawiens überhaupt noch aufgehalten werden kann. * Die Reichsregierung hat in ihrem Kampf gegen die Kapitalflucht unverkennbare Erfolge zu verzeichnen. Zahlen lassen sich darüber ja schwer geben. Aber die Viertelmilliarde, die für die Reichsbahnanleihe gezeichnet ist — und die ja schließlich die Amnestie für die Kapitalflucht bedeuten sollte — läßt doch erkennen, daß von den vielen Milliarden, auf die noch vor einem Ilahr das deutsche steuerslüchtige Kapital im Auslande geschäht wurde, das meiste zurück- gekehrt ist. Allerdings, es gibt zwei Formen von Weltrekord 1885. Von Hans Riebau. Der alte Herr Gostroff redet nicht viel. Wenn er aber schon einmal das Wort ergreift, bann hat er auch etwas Besonderes zu erzählen. „Kinder", sagte er neulich, als das Gespräch auf Sport, Höchstleistungen und Weltrekorde tarn, „alle heutigen Rekorde sind bereits gebrochen und überboten worden, als man das Wort Weltrekord noch gar nicht kannte. Entweder — das ist schon sehr lange her — nannte man solche Leistungen »Heldentat , oder — das ist noch gar nicht so lange her — grober Unfug"." „Aber erlauben Sie mal", widersprach Kannerau, „erstens hat eine Heldentat nichts mit grobem Unfug, und dieser nichts mit einem Rekord zu tun, und zweitens erinnere ich mich nicht, daß zum Beispiel der Aerrnelkanal vor 1900 von einem Menschen durchschwommen wurde." „Sie haben genau das richtige Beispiel gewählt", sagte Gostroff und strich sich den Bart. „Zwar: Der Aerrnelkanal ist schon kurz vor der Jahrhundertwende durchschwommen worden. Aber es hätte nicht viel gefehlt, und man hätte den Amerikaner, der diese Tollheit unternahm, ins Irrenhaus gesperrt. Und weiter bin ich in der Lage, meine Behauptungen an einem besonderen, exakten Fall zu beweisen. Der Aerrnelkanal hat an der schmälsten Stelle eine Breite von vierzig Kilometer. Die Entfernung von Helgoland aber nach der dänischen Insel Fanö beträgt hundertzwanzig Kilometer. Run, meine Herrschaften, im Sommer 1855 bin ich von Helgoland nach Fanö geschwommen." „Hoho!" schrie die Tafelrunde, und das Zimmer wurde von einer Lachsalve bis in die Grundfesten erschüttert. Gostroff aber blieb ernst. „Sie lachen", fuhr er fort, „und Sie finden — vermute ich —die Tatsache lächerlich, daß ein so unsportlich aussehender Mensck wie ich eine solche Leistung vollbrachte haben soll. Was ich aber beweisen will, ist nicht meine persönliche Schwimmkunst, sondern ganz etwas anderes. Aber lassen Sie mich erzählen. Im Sommer 1885 war ich zur Kur in Helgoland. Jeden Tag fuhr ich mit dem Segelboot zur Düne hinüber, um zu baden. Da aber das Reglement in der eigentlichen Badeanstalt recht streng und das Schwimmen überhaupt verboten war, ging ich stets zur Südspitze der Düne, zog mich aus und schwamm dort ganz allein in der See herum. Aber das Schwimmverbot war nicht ohne Grund erlaßen. Eines Tages, ich war nur etwa dreißig Meter vom Strand entfernt, wurde ich von Glehener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheflen) Donnerstag, 7. Januar 1932 ----------------- Kapitalflucht, öle eine ist die Abwanderung des Gelbes, die andere ist die Abwanderung des Kapitalisten, der sich irgendwo jen- feils unserer Grenze häuslich niederläßt, nur um die dort vorhandenen günstigeren Steuermöglichketten auszunutzen. Don dieser andern Form ist in den letzten wahren in steigendem Umfange Gebrauch gemacht worden. Es ist uns bekannt, daß zumal die Schweizer Kantone eine sehr eifrige Propaganda getrieben haben. Sie machten deutschen Millionären geradezu Angebote, die prakttsch darauf hinausliefen, daß bei einer Riederlassung in der Schweiz nur ein Einkommen von etwa 30 000 Mark jährlich zu versteuern sei. Alles was darüber hinausging, fiel dann unter den Tisch. Di« einzig« Bindung war. daß solche Steuerzahler in der Schweiz feine Geschäfte treiben könnten, sie behielten deshalb ihr Geschäft in Deutschland bei. Lind seitdem waren die Schlafwagenzüge aus Basel und Konstanz nach Berlin immer überfüllt von Leuten, die aus Gründen der Steuerersparnis sich nach der Schweiz verzogen hatten, ihr Geschäft in Deutschland aber Wochen* endmähig noch nebenher weiterführten. Die Reichsvegierung hat recht, wenn fie diesem groben Unfug mit allen Mitteln ein Ende machen will. Sie hat dazu den Steuer st eckbrief erfunden. Wer nach dem 31. März 1931 — bedauerlich nur, daß der Termin nicht noch mehr zurückdatiert ist — seinen Wohnsitz aus volkswirtschaftlich nicht gerechtfertigten Gründen ins Ausland verlegt hat und nicht in absehbarer Zeit zurückkehrt, muß zunächst eine Reichsflucht* steuer von ein Viertel seines gesamten steuerpflichtigen Vermögens zahlen. Tut er das nicht, dann wird fein gesamtes inländisches Vermögen beschlagnahmt und ein Steuersteckbrief gegen ihn erlassen, abgesehen von einer Gefäng* nisstrafe, die noch gegen ihn verhängt werden kann. Sein Vermögen verfällt bann zugunsten des Reiches, das dadurch gleichzeitig Gläubiger aller derjenigen Personen wirb, die dem Eteuer- fiüchtigen noch etwas schulden, und Urnen eine Zahlung unmittelbar an den Steuerflüchtling verbietet. Eine ausgesprochen konfiskatorische Maßnahme also, die aber fachlich begründet und not* wendig ist. Es handelt sich, da für die Reichsflucht* steuer nur Personen mit einem Vermögen von mehr als 200 000 Mark in Frage kommen, um einen verhältnismäßig kleinen Kreis von Personen, die meisten werden den Steuerbehörden jetzt schon betauet fein, und sie werden gut daran tun, schleunigst nach Deutschland zurückzu* kehren. wenn sie nicht enteignet werden wollen. « Auch im vergangenen Jahre hat fich d i e Reichsmarine zahlreichen Beschränkungen unterwerfen müssen, die ihre durch den Dersail* ler Vertrag ohnehin schon oft auf ein Minimum zurückgeschraubte Bewegungsfreiheit noch weiter eingeengt haben. Die im Haushaltsplan ange* setzten, aber inzwischen zusammengestrichenen De* träge konnten infolgedessen nur der allernotwendigsten Aasbildungs* und Llnterhaltungsarbeit zugeführt werden. Am stärksten haben das die Marinewerften zu spüren bekommen, die einen nicht unerheblichen Anteil ifjrer Delegschaf* ten entlassen mußten. Hinzu kam. daß es sich nicht mehr lohnte, immer neue Summen in das stark überalterte Schifssmaterial hineinzustecken, das zu einem nicht unerheblichen Prozentsatz außer Dienst gestellt wurde. Zwar hat der Reichstag ein Schiffsbauprogramm verabschiedet, das eine vollkommene Erneuerung derFlotte vorsieht. Die Baufristen sind aber aus finanziellen Gründen so auseinandergezogen, daß viele 2 a h r e ins Land gehen werden, bis auch das letzte alte Schiff ausgedient haben wird. 3m Augenblick liegen bei der Reichsmarine die Dinge so, daß durch das Ausscheiden einer Reihe von Einheiten dieKampfkraftweiterge- schwächt worden ist, während erst nach Ablauf einer größeren Pause das Soll an Schiffen wieder vorhanden sein wird. einer derart starken saugenden Strömung ergriffen, daß ich nicht mehr dagegen an schwimmen konnte. Ich trieb ins offene Meer. Eine Stunde lang kämpfte ich gegen Dünung und Strom. Dann fühlte ich, wie meine Kräfte zu erlahmen begannen!" Die Tafelrunde lauschte, halb amüsiert, halb gespannt. „Und bann", lächelte Kannerau, „schwammen Sie noch die kleine Strecke bis nach Däne- mark." „Dann", fuhr Gostroff fort, ohne auf den Zwischenruf zu reagieren, „legte ich mich auf den Rücken, um mich zu erholen. Meine Lage war verzweifelt, das wußte ich. Rur ein Zufall konnte mich retten. Der Zufall kam. Roch während ich auf dem Rücken lag, fühlte ich, wie mich etwas streifte. .Ein Fisch', dachte ich. Aber wie ich instinktiv zugriff, mich an dem fcstzuhalten, das wenigstens etwas anderes als Wasser war, hatte ich ein Tau in der Hand, ein faseriges, etwas glitschiges Tau. Und das merkwürdigste: das Tau bewegte sich, glitt durch meine Hände. Natürlich klammerte ich mich fest. Sofort bildete sich vor meinem Hals eine kluge Bugwelle. Ich wurde mit ziemlich großer Geschwindigkeit durch das Wasser gezogen. .Gerettet', dachte ich, ohne zunächst zu wißen, um was es sich handelte. Und erst Stunden später merkte ich, daß es die Trosse eines Schleppnetzes war, an der ich mich festhielt, und daß ein kleiner, heftig schaukelnder Fischdampfer mich und das Schleppnetz durch die Dünung der Nordsee zog." „Donnerwetter", sagte Kannerau, „und dann—?" „Das weitere ist kurz erzählt", fuhr Gostroff fort. „Nach drei Stunden etwa wurde das Netz eingezogen. Ich stand, halb erstarrt, umgeben von Tausenden von silbernen, zappelnden Fischen, auf dem Deck des Dampfers. Die Besatzung musterte mich, als wäre ich ein Meeresungeheuer. .Was nun?' sagte der Kapitän. .Nach Helgoland kann ich Sie nicht zurückbringen. Aber ich komme ganz nahe an der Insel Fand vorbei, und wenn Sie sich zutrauen, noch eine Viertelstunde zu schwimmen ..." Ich nickte, bekam einen Grog und einen Teller voll Essen, ruhte mich aus, und als wir auf der Höhe von Fanö waren, sprang ich über Bord. Als ich das Ufer erreicht hatte und durch das seichte Wasier watete, gab es am Strand — ich schwamm gerade auf die Badeanstalt von Rindby zu — einen Auflauf. Badegäste, Fischer, Strand- roärter, Frauen und Kinder liefen zusammen. Ich ging mitten in das Menschenknäuel hinein. Dann taumelte ich und fiel um. Das Meer hatte mir doch zuviel Blutwärme entzogen. Die mehr als ungünstigen Verhältnisse der Reichsmarine — von den etwa sünszehntausend Mann dürfen überhaupt nur achttausend an Bord verwendet werden — haben die uns feindlich gesinnte ausländische Presse nicht abgehalten. ihre alte Hetze gegen unsere bescheidenen und durch die Siegermächtc selbst bestimmten Reubauten fortzusetzen, vornehmlich aber das im vergangenen Jahre von Stapel gelaufene Panzerschiff .Deutschland" zu einem Wunder- schisf mit überirdischen Eigenschaften zu stempeln. Wir hoffen, daß das neue Jahr unserer Marine keine weiteren Erschwerungen bringen wird und daß die vorgesehenen Ersatzbauten programmähig zu Ende geführt werden können. Ratürlich ist es die Sorge um unseren Küstenschutz, die uns zwingt, nicht mehr länger mit Schiffen zu arbeiten, deren ehrwürdiges Alter Geschwindigkeit und Kampfkraft aus das ilngünftigftc beeinflußt. Aber unsere Motte hat auch noch eine andere Ausgabe: sie muh die deutsche Flagge in ausländischen Häfen zeigen, muß fremde Völker auf uns aufmerksam machen und propagandistisch wirken. Das ist Denn auch im vergangenen Jahr durch die Schul- und Ausbildungskreuzer geschehen und hat zur Folge gehabt, daß unsere Marinemannschaften in Den angelaufenen Häfen nicht nur begeistert empfangen würben, fonDern auch Durch fremDc Schiffe in Deutschen Häfen Gegenbesuche erhielten. • 3n einer Denkschrift des Reichsministers des Snnem über Die gesundheitlichen Verhältnisse Des Deutschen Volkes ist ein besonderer Abschnitt Der Frage Des BevölkerungsstanDes unD Der Bevölkerungsbewegung getoiDmet. Heber Den Bevölkerungsausbau im Deutschen Reich. Das ohne Das Saargebiet eine Einwohnerzahl von 64,48 Millionen hat, sagt Die Denkschrift, daß infolge Der überaus starken Geburtsjahrgänge von 1890 bis 1910 Die Altersklassen um Das übliche Heiratsalter besonders stark sind, die höheren Altersklassen Dagegen verhältnismäßig sehr schwach besetzt. 2m Vergleich zur Vor- kriegszett sei infolge Des im Kriege gestiegenen Frauenüberschusses von den Männern cm größerer, von Den unter 45jährigen weiblichen Personen jedoch ein geringerer Anteil ver he i- ratet Die Heiratshäufigkeit hatte sich in Den Jahren 1925 und 1926 aus Dem letzten Vorkriegsstand von 7,7 Eheschließungen auf 1000 Einwohner gehalten: Tic stieg 1927 aus 8.5 und erreicht« in Den 3abren 1929 30 einen Höchststand von 9.2 und sank Dann im Jahre 1930 «bis 8.7 auf 1000. Diese Entwicklung, Die erst im zweiten Halbjahr 1930 einsetzte, hat sich im ersten Halbjahr 1931. wenigstens in Den Großstädten, deutlich fortgesetzt Trotz Der zahlreichen jungen Ehen hält Der Geburtenrückgang, abgesehen von einet unwesentlichen Geburtenvermehrung im zweiten Halbjahr 1928. unnerminDcrt an. Die Zahl Der Lebendgeborenen betrug im Deutschen Reich gegen 1900 mit 35,6 und 1913 mit 27,5 im ersten Jahr« nach der Inflation 20,5 auf 1000 Einwohner, stieg 1925 aus 20,7 und ist seither mit Der geringfügigen Ausnahme 1928 regelmäßig gefallen; sie erreichte 1930 nach Den vorläufigen Angaben Di« Zahl von 17,5 auf 1000 Einwohner. Damit ist die Zahl Der auf 1000 Der 15- bis 44jährigen weiblichen Bevölkerung berechneten GebenDgeborenen, Die 1913 noch 116,5 betrug, auf 67,2 zurückgegangen. Die Bevölkerung hat sich mehr unD mehr an Die KinDerlosigkeit oder Die KinDerarmut gewöhnt; ein großer Teil Der jungen Ehepaare, besonders in den Städten, will völlig kinderlos bleiben oder höchstens ein Kind haben. Die zahlenmäßige Erhaltung des Dolksbestandes wird aber nur bei etwa drei Lebendgeburten je Ehe gewährleistet. Der Mangel an Rachkommen ergibt sich besonders deutlich, wenn man die heutigen Ge- burts- und Sterbeziffern, um die eine solche Berechnung störenden Einwirkungen des gegenwärtigen, ungewöhnlichen Altersaufbaus auszuschatten, für eine Bevölkerung mit seit vielen Jahrzehnten unverändertem Altersaufbau und völlig gleichmäßiger Bevölkerung umrechnet. Eine bemerkenswerte Reisebilanz. Die ersten Erfahrungen mit Sonntags-Rückfahrkarten über weite Strecken. Die Deutsche Reichsbahn hatte für die Weih- nachts- und Neujahrsfesttage durch die Ausgabe von S 0 n n t a g s r ü ck f a h r k a r t e n nach den meisten Orten des Reichs mit erweiterter G ü ltigkeitsdauer eine Maßnahme getroffen, die die uneingeschränkte Anerkennung der Bevölkerung fand. Die Fahrgeldersparnis in höhe von 33; Prozent hat viele Leute veranlaßt, eine Reise zu unternehmen, die vielleicht nicht gemacht worden wäre, wenn die normalen Tarife der Reichsbahn Geltung gehabt hätten. So aber herrschte während der Weihnachtsfeiertage und zwischen den Jahren auf den Bahnhöfen allenthalben lebhafter Betrieb: auf verschiedenen Strecken mußten sogar Vorzüge gefahren werden. Die Ausgabe der Sonntagsrückfahrkarten für weitere Strecken erforderte, wie jetzt nach dem Ablauf der Ausnahmeregelung zutage tritt, umfangreiche Vorbereitungen. Es galt meist, eine ganze Anzahl Fahrkarten zu beschaffen, da naturgemäß die üblichen Sonntagskarten ausgegeben wurden und diese nicht über ihren üblichen Aktionsradius hinaus Geltung hatten. Von besonderem Vorteil war bei dieser Sonderregelung die Möglichkeit der Benützung von tkit- und v-Zügen, für die natürlich die üblichen Zuschläge bezahlt werden mußten. Es war notwendig, Starten, die über den Bereich der Sonntagskartengültigkeit von Gießen hinaus gebraucht wurden, vorherzubestellen, wenn man nicht gezwungen sein wollte, während der Reise vom Zuge aus nachzulösen. Die Kartenbestellungen waren bei der Fahrkartenausgabe der Reichsbahn und bei den Reisebureaus (in Gießen im Hapag-Reisebureau am Seltersweg) vorzunehmen. Die Beschaffung bzw. der Austausch der Kar- ten vollzog sich völlig reibungslos. Allerdings konnte man sich der viel geäußerten Ansicht nicht verschließen, daß man die Ausgabe der Starten durch die Ausfertigung von Blankofahrscheinen Hotts erleichtern können. Born Bahnhof Gießen aus wurden über 1000 Sonntagsrückfahrkarten-Bestellungen erledigt. Das Hapag-Reisebureau am Seltersweg wurde dabei sehr stark in Anspruch genommen. Don Arbeiterrückfahrkarten, die unter bestimmten Voraussetzungen ausgegeben wurden, machte man ebenfalls viel Gebrauch. Es wurden in Gießen sehr viele Fahrkarten nach Berlin und Hamburg gelöst. Auffällig stark war auch der Absatz an Fahrkarten für Reisen in das rheinisch-westfälische Industriegebiet. Die Wintersportter ließen sich die billige Reisegelegenheit ebenfalls nicht entgehen. Nach dem Schwarzwald, nach Winterberg und nach anderen Sligebieten wurden viele Fahrkarten verlangt. Verschiedene Gießener verbrachten ihren Weihnachtsurlaub in den Alpen. Interessant sind ferner einige besondere Feststellungen Der Reichsbahn in Gießen. Obwohl Der Verkehr (gemessen an Der geringen Frequenz, Die bei normalen Fahrpreisen zu erwarten gewesen wäre) eine beDeutenDe Steigerung aufwies, liegt die Berkehrszifser doch 20 Prozent unter der der Deihnachtsfelertage des Borjahres. Als ich die Augen wieder aufschlug lag ich im Zimmer des Strandvogtes. Ein paar Leute redeten auf mich ein. Nun, ich verstehe nicht dänisch. Ich nickte, sagte ja und nein, wie es gerade kam. Jemand radebrechte deutsch. Auch das verstand ich nicht recht. .Ich komme von Helgoland', sagte ich schließlich. Das wurde verstanden. Der Strandoogt trampte mit dem Fuß auf. Dann schlief ich ein. Als ich zwei Tage später, nachdem Telegramme zwischen Helgoland und Fanö hin und her gegangen waren, die Insel verließ, hatte ich" — Gostroff griff in die Tasche und legte ein vergilbtes Blatt Papier auf den Tisch — „dieses Dokument bei mir. Es lautet in deutscher Uebersetzung: Herr Wilhelm Gostroff, wohnhaft in Potsdam-Deutschland, wird wegen Badens bei Ebbe und an unerlaubter Stelle in eine Höchstpolizeistrafe von vierzig Kronen genommen. Herr Gostroff, der in leichtsinniger Weise von Helgoland nach Rindby geschwommen ist, wurde der Helgoländer Polizeibehörde zwecks weiterer Be- ftrafung namhaft gemacht. Herr Gostroff wird auf Anordnung des Provinzialpräsidenten von Aarhus aus Dänemark mit sofortiger Wirkung ausgewiesen. Die Kosten der Ausweisung, insbesondere seiner Polizeidetachierung bis zur Grenze, hat Herr Gostroff zu zahlen. Das deutsche Konsulat in Esbjerg ist verständigt worden. „Sehen Sie", lächelte Gostroff und hob sein Glas, „so verfuhr man im Jahre 1885 mit Weltrekorden. Zu Ehren der preußischen Gendarmeriestation auf Helgoland aber muß gesagt werden: sie hat — „mangels einwandfreier Klärung des Tatbestandes" — von meiner Bestrafung abgesehen." Filmbilariz 1931. Wie glljährlich, so werden auch Dieses Llahr wieder Umfragen über Die 10 besten Filme Des Jahres veröffentlicht. Eine Berliner Zeitung hat aus einem gewalfigen Material, Das ihre Rundfrage lieferte, als Den meistgenannten Film „Mädchen in Uniform“ an Die Spitze ihrer Liste gestellt Dann folgen: „Ser Kongreß tanzt", „Ci- marron“, „Kameradschaft", „Berge in Flammen", „Der Weg ins Leben", „Sfippy", „M“, „Marokko" (.Herzen in Flammen") und „Der Mörder Dimitri Karamasoff". Diese Auswahl scheint nur in wenigen Titeln mit Der übereinzustimmen, Die in amerikanischen Filmkreisen seit langem erörtert toirD. Dort hat Die meiste Aussicht auf Die erste Stelle Der Film „„Der öffentliche Feind“. Diel genannt sind als Anwärter auf Den Ru^n, zu Öen 10 besten zu gehören: „Cimarron", „Skipph", „Der blaue Engel", „Tabu“, „Zwei Herzen im Dreivierteltakt". Auch „Marokko". „Lichter Der GroßstaDt", „Trader Horn", „Der lächelnde Leutnant" werden viel genannt. Dazu kommt Der französische Film ..Die Million“ unö Der neueste Densationserfolg Greta Garbos „Susan Cenof“. Auch Die eben erst Dem amerikanischen Publikum vorgeführten Filmwerke „ Frankenstein" nach dem Schauerroman Der Frau Shelley unD „Arrowsmith" nach Dem Roman von Sinclair Lewis werDen genannt. Heber Die Frage: „Welcher Filmschauspieler hat in Diesem Jlahr Den größten Eindruck gemacht?“ besteht aber in Amerika kein Zweifel. Da wird fast einstimmig Der neue Stern, das Wunderfind Jackie Cooper, genannt, in dem Die Amerikaner einen neuen Liebling entdeckt haben. Erst nach ihm kommen so erfolgreiche Filmstars wie Sarnes Cagney, Lionel Barrymore, Wallace Beery unD Leo Earrillo. Unter den beliebtesten Filmdiven des LlahreS stehen neben Den bekannten Romen Greta Garbo, Marion Davies unD Rorma Shearer, Marlene Dietrich unD Marie Dreßler an erster Stelle, währenD nach ihnen noch Ioan CrawsorD, Ann HarDing unD Sallh Eilers genannt werden. Preise, die noch zu holen sind. Es gibt einige Stiftungen, Deren Summen noch niemate verteilt werden konnten, weil Die gestellten Bedingungen bisher nicht erfüllt wurden. Einige dieser Preise, Die noch zu holen sind, werden in Der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" zusammengestellt. So liegen bei Der Göttinger Gesellschaft Der Wissenschaften seit Dem 2ohre 1908 100 000 Mk. für Denjenigen bereit. Der eine Der schwersten Aufgaben Der Mathematik, das Fermatsche Problem, löst. 100 Pfund Sterling erwarten Denjenigen, Der eine so starke magnetische Kraft in feinem Körper nachzuweisen vermag. Daß seine Annäherung Die MagnetnaDel eines Kompasses ablenkt. 3n Paris ist ein Preis von 100 000 GolDsronken für Denjenigen Forscher ausgesetzt werDen, der imstande ist, eine Verbindung von unserer Erd« mit den Bewohnern anderer Planeten herzustellen. Lochschulnachn'chten. Amtlich wird die Versetzung Des ord. Professors Dr. jur. Friedrich Klausing in Frankfurt am Main in gleicher Eigenschaft nach Marburg bestättgt. Er übernimmt hier Den Lehrstuhl für deutsches bürgerliches Recht. Auch die begrüßenswerte Maßnahme der Reichs- bahn konnte hier angesichts der schlechten Wirtschaftslage den Ausgleich nicht herbeiführen. Trotzdem soll das finanzielle Ergebnis der Reichsbahn nichtungün ft ig sein, da der Ausfall von 33A Prozent des Fahrpreises besonders durch die ge- steigerte Benützung der V-Züge mit unverbilligten Zuschlagskarten zum großen Teile wieder ersetzt wurde. 90 Prozent aller Reisenden, die Lil- und V-Züge benutzten, waren im Besitze von Sonntagsrückfahrkarten. Eine weitere Feststellung ist noch sehr bemerkenswert: die Einnahmen an den Fahrkartenschaltern gingen am dritten Wcihnachtsfeiertag und In den folgenden Tagen um nahezu 40 bis 50 Prozent gegenüber den gleichen Tagen des Vorjahres zurück, eine Tatsache, die wohl darauf zurückzuführen ist, daß alle Reisenden, die Gießen besuchten, im Besitze von Sonntagsrückfahrkarten waren und für ihre Rückkehr von Gießen aus keine Karten zu lösen brauchten. Die Maßnahme der Reichsbahn hat sich auf ver- fchiedenen Gebieten des wirtschaftlichen Lebens unzweifelhaft günstig ausgewirkt. Es wäre zu wünschen, daß diese erweiterte Gültigkeit der Sonntagsrückfahrkarten auch für künftige Festtage stets Geltung fände. S.jfxfporf 10 Lektionen Kuß-all. Von Otto Nerz X*). (Schluß.) Wenn wir nun auch wissen, wie man einen Ball stößt und wohin, wie man sich auf den einzelnen Positionen des Spielfeldes verhalten soll und mit wem der Verteidiger. Läufer oder Stürmer meist zusammenzuarbeiten hat — so fehlt uns doch noch der Aeberblick über das Feld, das blitzschnelle Erkennen der Kampflage und der taktischen Schwächen des Gegners. Die Fähigkeit, die Spiellage im Ganzen zu erfassen, ist nun mehr oder miwder eine natürliche Veranlagung: aber da man solche Feldherrn- künste im Alltagsleben selten entwickeln kann, muß jedes Futzballtraining gleichzeitig zur Ausgrabung verschütteter strategischer Talente benutzt werden. Das moderne Fußballspiel stellt darin hohe Anforderungen: keine Mannschaft ist heute noch darauf eingeschworen, bloß weit zu passen und jede Lücke in den Feindesreihen zu einem Durchbruch zu benutzen (Kick-and-rush-System) oder flach, hart und kurz den Ball in allen Richtungen umherzujagen, damit der Gegner bei der Verfolgung müde wird (schottischer Stil). Welchen Stil man wählt, kommt auf Spielfeld. Wetter und Gegner an. 3ft der Platz klein oder hart und das Wetter gut. dann „kick and ruft)“ (stoß' und lauf'): der Ball wird wiederholt von einem Flügel zum anderen gespielt, dadurch zieht sich die gegnerische Hintermannschaft an den Flügeln zusammen: überraschend flankt man dann den Ball zur Mitte, und der Mittelstürmer brennt zum Tor durch. 3st der Platz groß und feucht, dann kann man den Gegner ermüdens indem man den Ball immer in Dreiecken hin- und her-, vor- und zurückspielt und dabei langsam vorrückt, bis man in einem günstigen Augenblick den Ball ein- sendet. Natürlich hängt auch sehr viel von den eigenen Fähigkeiten ab — mancher kann eben mit weiten Stößen sicherer arbeiten, als im kurzen Zuspiel zum Rebenmann. Die Hauptsache ist, daß man jede Einseitigkeit vermeidet: absolut sicher ist keine strategische Regel, denn der Gegner kann seinerseits etwas Unvermutetes tun, und der ganze schöne Plan war nutzlos! Das Zusammenspiel im Dreieck von drei benachbarten Spielern ist insofern gut, als der Gegner sich gezwungen sieht, in das Dreieck hineinzulaufen, er ist dann aber sofort ausgeschaltet. der Ball wird nach vorn gegeben und in einem neuen, weiter vorn liegenden Dreieck gespielt. Aber wenn irgendein Grobian dazwischen- fährt und sich den Ball wirklich holt, ist es wieder Essig mit dem Dreieckspiel. Letzten Endes zählen eben nur die Tore — es ist besser, daß man den *) Dgl. die Hummern 165. 170. 178. 185, 199, 226, 260, 277 und 304 des „Gießener Anzeigers" von 1931. B-all irgendwie behält, als daß man ihn bei einer schönen Kombination an den Gegner verliert. Achte darauf, daß um dich her freier Platz ist! Wenn drüben auf der anderen Seite ein Gedränge um den Ball entsteht, passe scharf auf, wer den Ball hat und wer ihn wohl bekommen wird — und mische dich nicht dazwischen, wenn du merkst, daß ein bedrängter Mitspieler dich mit einem schönen Ball versorgen will und du damit durchbrennen kannst! Anderseits darfst du aber einen Gegner nicht frei im Feld stehen- lassen. wenn es wahrscheinlich ist, daß er den Ball bekommen soll. Welchen Gegner der einzelne Läufer. Verteidiger und Stürmer speziell aufs Korn nehmen soll, ist bereits in den früheren Kapiteln gesagt worden. Lind füttere immer den Kameraden mit Bällen, dessen Standort jeweils am günstigsten für das Vordringen zum Lor ist! Es ist weiter nichts als Eitelkeit, wenn man den Ball durchaus nicht abgeben will und deshalb zu lange dribbelt oder einen von vornherein aussichtslosen Durchbruchs- versuch macht: und diese Sucht, den Ball selbst zu bellten, hat noch immer geschadet. Ein schlechter Spieler in guter Stellung ist stets besser als ein von Gegnern ummauerter Scharfschütze. 3a, wenn ein Spieler als hoffnungslos dämlich bekannt ist, dann ist ein Pah zu ihm oft das Beste, denn auch der Gegner kennt seine Dämlichkeit und achtet deshalb weniger auf den Betreffenden — und so dumm, einen gut zugespielten Ball nicht gut wieder abzugeben, ist hoffentlich niemand! Ratürlich haben alle Regeln in diesem Kapitel wie in den vorigen nur dann Wert, wenn die Lage des Spiels nicht etwas anderes erfordert. Der ganze Sport wäre ja reizlos und langweilig, wenn nicht auch etwas Anerwartetes Vorkommen könnte, was alle mathematischen und theoretischen Berechnungen umkippt. Aber ich hoffe doch, daß sich mancher manches zu Herzen genommen hat und an den nächsten Sonntagen mit mehr Freude, Eifer und Vorteil Fußball spielt. Süddeutfchland gegen Berlin. Zwischenrunde um den DFB.-Bundespokal. Der kommende Sonntag bringt die beiden Zwischen- bzw. Vorschlußspiele um den Fußballpokal des DFB., jene Trophäe, die feit der Vorkriegszeit bereits ausgespielt wird, deren Wert aber in den letzten 3ahren bei den Landesverbänden des DFB. sehr verschieden eingeschätzt wird, bei den meisten Verbänden sogar so beträchtlich gesunken ist, daß sie schwache Mannschaften stellten. um möglichst schnell aus dieser Konkurrenz zu verschwinden. Süddeutschland, früher in den Pokalkämpfen tonangebend, hat in den letzten beiden 3ahren wieder mehr Wert auf die Pokalspiele gelegt, im Vorjahre den Pokal gewonnen und auch diesmal eine Mannschaft ausgestellt, die man als recht stark bezeichnen kann, wenn sie Vornan von Elottlde von Siegmann- Stein. Copyright by Martin Feuchtwange r, Halle. 10 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Graf Friedrich trat mit geballten Fäusten vor den Bruder hin: „Also das ist das Mädchen, das sich nach deinen eigenen Worten glücklich schätzen soll, dir ihr Herz und ihr Geld vor die Füße zu legen? Das Geld wirst du verprassen, das Herz wirst du zertreten, du. der in seinem schrankenlosen, leichtsinnigen Lebensgenuß vor nichts zurückschreckt." Hans Egon sah ihn hochmütig an. „(Seit wann machst du dich zum Hüter anderer? Oder" — er sah feinen Bruder lauernd an — »was ist denn das mit eurer geheimnisvollen Bekanntschaft? Es ist ja sehr merkwürdig, daß ich davon nichts weih. Wenn es mir nicht zu lächerlich erschiene, weih Gott, ich könnte sogar eiser- süchtig aus dich fein.“ Gras Friedrich sah seinen Stiefbruder verächtlich an: 7Das paßt zu dir: nicht einmal vor der Reinheit einer Birgit Sibelius macht dein Zynismus halt! Frage sie selbst, sie wird dir eine einfache Erklärung geben für jenen belanglosen Zufall, dem ich ihre Bekanntschaft verdanke. Aber glaube nicht, daß ich ruhig zusehen werde, wenn du dieses Mädchen unglücklich machst. 3ch werde über sie wachen, wie über eine Schwester.“ »Sieh an“, entgegnete Hans Egon schneidend, „du ereifer ft dich ja merkwürdig. Solltest du vielleicht — es wäre zum Lachen — Feuer gefangen haben? Der verliebte Schwager, das neueste Lustspiel im Hause Tannenaue." „Sorge dafür, dah aus diesem .Lustspiels wie du es nennst, kein .Trauerspiel' wird“, schloß Graf Friedrich drohend, brach aber im gleichen Augenblick ab, denn Birgits lichte Gestalt erschien auf dem Treppenabsatz. Weihnachten war vorüber. Die Kerzen des Christbaumes hatten zu Birgits jungem Eheglück leuchtender gestrahlt denn je. Angesichts ihrer Seligkeit waren selbst aus dem Herzen des Konsuls die Bedenken gewichen. Wer konnte auch Hans Egon widerstehen, der mit seinem liebenswürdigen Zauber alle Herzen gewann, die er gewinnen wollte? Der einzige bittere Tropfen in Birgits Glücksbecher war die unerklärliche Zurückhaltung des Schwagers, die so seltsam abstach von seiner sorglichen Ritterlichkeit bei ihrem ersten Zusammentreffen in der Seilergasse. Wohl hatte er die Hochzeitsfeierlichkeiten mitgemacht und war in seiner stattlichen Gröhe wie seinem männlichen Ernst das Ziel mancher bepudernder Mädchenblicke im Kreise der glänzen- n Festgesellschaft gewesen. Auch der Konsul patte sich mit außergewöhnlich warmen Worten über den Bruder seines Schwiegersohnes ausgesprochen, was Hans Egon mit sauer-süher Miene anhörte. Seine Verstimmung wäre noch größer gewesen, wenn er geahnt hätte, dah die klare, charaktervolle und gehaltene Art dieses Bruders dem Konsul eine gewisse Beruhigung auch für das Glück feiner einzigen Tochter gab. Die Rauensteinschen Eigenschaften, dies waren die Gedanken des Konsuls, waren also doch nicht nur die der leichten Genießer, sondern auch die der ernsten und zielbewuhten Arbeiter! Konsul Sibelius hoffte im stillen, daß sich auch bei Hans Egon, nun er in einer gesicherten Ehe lebte, diese Eigenschaften durchsetzen würden. Um so mehr bedauerte auch er es. dah Graf Friedrich sich sofort nach den Hochzeitsfeierlichkeiten in die Einsamkeit von Tannenaue vergraben hatte. Richt einmal den Weihnachtsabend hatte er, trotz der herzlichen Einladung, mit dem jungen Paare zusammen im Hause des Konsuls verbracht, sondern sich mit feinen Pflichten gegenüber feinen Leuten und feiner Arbeitsüberlastung entschuldigt. Sofort nach der Verlobung war er in das einfache Mühlenhaus hinübergezogen und hatte dem jungen Paa» das gesamte Schloh zur Verfügung gestellt, das mit dem Geld des Konsuls auf das geschmackvollste eingerichtet wurde, um die zwar kostbare, aber doch alte Einrichtung modern zu vervollständigen. Graf Friedrich hatte sich in das einfache Mühlenhaus nichts anderes mitgenommen als die Möbel, die in den Privatzimmern seines verstorbenen Vaters gestanden hatten. Der Konsul, der wohl wußte, daß Graf Friedrich ohne eigenes Verschulden mit schweren Sorgen zu kämpfen hatte, verbuchte es, auf zartfühlende Weise ihm durch seine Verbindungen neue Barmittel zu verschaffen: aber Friedrich hatte mit einer unbegreiflichen, beinah verletzenden Schärfe abgelehnt. Als das junge Paar an einem schönen Vorfrühlingstage des Februar von feiner Aegypten- reise zurückkehrte in die nordische Heimat, als die Glocken der kleinen Dorfkirche den festlichen Einzug der Reuvermählten in das Rauensteinsche Schloh einläuteten, weilte Graf Friedrich auf einer Geschäftsreise, die, wie er hinterlassen hatte, unaufschiebbar gewesen war. Es gab Birgit einen Stich ins Herz, als sie den Schwager nicht unter den sie Begrüßenden fand: aber die stürmische Zärtlichkeit ihres vergötterten Mannes lieh sie vergessen, daß noch ein zweiter Schlohherr hier zu Hause war. Das Gastspiel der schönen Tänzerin Dolores hatte sich über Erwarten verlängert. Ihre Stock- auch nicht gerade da- Allerbeste darstellt, was der Süden auf die Deine bringen könnte. Süddeutschland, in der Vorrunde spielfrei, trifft nun in der Vorschlußrunde in Saarbrücken auf den Berliner Verband, dekr sich nun endlich bequemt hat, seinen Widerstand gegen Saarbrücken als Austragungsort aufzugeben. 3n der Vorrunde siegte Berlin über Mitteldeutschland 4:3. — 3m zweiten Spiel des Tages treffen sich in Hamburg Rorddeutschland und Südostdeutschland, die in der Vorrunde mit 4:3 und 3:0 den Baltenverband bzw. Westdeutschland aus dem Rennen warfen. 3n beiden Spielen rechnet man mit Siegen der plahgebenden Landesverbände. Süddeutschland wartet mit der bewährten Hintermannschaft der deutschen Rationalelf Kreh—Schütz—Stubb, in der Läuferreihe mit Leinberger als Führer und dem 3ntetnationalen Grämlich auf und im Angriff wirkt als Vertreter der älteren Garde der Münchener 3ntemationale Dergmaier mit. 51m diese Spieler herum sind Leute gruppiert, die sich bisher ebenfalls mehrfach repräsentativ betätigten. Wir halten diese Mannschaft für stark genug, auch die Berliner zu besiegen und sich für das Endspiel gegen den Hamburger Sieger, wahrscheinlich den Norddeutschen Verband, zu qualifizieren. Deutsche Eishockeyspieler doch in USA. Der Berliner Schlittschuhclub hat jetzt aus Amerika die Mitteilung erhalten, daß die abgeschlossene Wettspielreise nicht mehr abgesagt werden könne. Die Amerikaner wollen sogar die Kosten für die Expedition übernehmen, so daß sich Deutschlands Eishockeyspieler wahrscheinlich docy an den olnm- pischen Winterspielen beteiligen werden, da die Absage eigentlich nur aus finanziellen Gründen erfolgt war. Wieder Amateurrennen in Frankfurt. Am kommenden Sonntag finden auf der Frankfurter Winterbahn wieder Amateurrennen statt. Es werden gefahren ein Hauptfahren, ein Einzelfahren über 50 Kilometer, das mit 45 Rennungen ein Rekord-Meldeergebnis gefunden hat und in zwei Vorläufen ausgetragen wird. 3m Entscheidungslauf muh jeder Fahrer, der fünf Runden zurückliegt, ausscheiden. Kurze Sportnotizen. M i t 5:0 (3:0) siegte Süddeutschlands Fußballelf in Stuttgart gegen Budapest vor 15000 Zuschauern in einer bestechenden Form. Bayern München fertigte am Dreikönigs- tage vor 28 000 Zuschauern in einem Meister- schafts-Schluhspiel mit 3:1 (2:0) München 1860 ab. Ungarn hat jetzt endgültig beschlossen, sich in Anbetracht der ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse nicht an den Olympischen Spielen in Lake Placid und Los Angeles zu beteiligen. • Englische Meisterin im Eiskunstläufen wurde in Manchester die Elfjährige Megan Tay- lor vor der gleichallrigen Cecilia Eolledge und der 13jährigen Joan D i x. • Zu den Spielen um den Davis-Pokal haben sich bisher 20 Nationen gemeldet, während bei der letzten Austragung fast die doppelte Zahl vertreten war. Daten für Donnerstag, 7. Januar. Sonnenaufgang 8.30 Uhr. Sonnenuntergang 16.32 Ahr. — Mondaufgang 8.49 Ahr, Monduntergang 15.15 Ahr. 785: Der Sachsenherzog Widukind getauft; — 1831: Reichspostminister Heinrich v. Stephan, der Gründer des Weltpostvereins, in Stolp in Pommern geboren; — 1845: der ehemalige König Ludwig III. von Bayern in München geboren. holmer Triumphe ließen ihren Agenten nicht ruhen. Dem schwedischen Gastspiel folgte eine Tournee durch Dänemark, nach vierzehn Tagen Kopenhagen brachte ihr der rührige Agent schon wieder einen Vertrag, einen mit Paris; und in Paris feierte man die berückende Kunst der schönen Argentinierin so nachhaltig, daß sie noch weitere vier Wochen auf französischem Boden blieb. So wurde es Februar, ehe sie wieder nach Stockholm zurückkehrte, wo Bankier ©riefen sehnsüchtig auf sie wartete. Er hatte ihr in dem vornehmsten Villenviertel von Stockholm eine luxuriös eingerichtete Wohnung gemietet, in der er aus- und einging. Geschultes Personal stand ihr zur Verfügung, geleitet von Paolo, dem Anentbehrlichen und Verschwiegenen. Soeben kam Dolores an. Sie entstieg einer eleganten Limousine und schritt, die Arme voll Blumen, an Ericsens Seite durch die wohlig erwärmten. im Licht glänzenden Räume, in denen eine Fülle kostbarer Dlumenspenden dufteten. „Das hast du sehr schön gemacht, mein Lieber“, sagte sie mit einem gnädigen Kopfnicken und hielt ihm flüchtig die gepuderte Wange hin. „3ft wichtige Post eingelaufen?“ Paolo, der Diener, verbeugte sich und reichte ihr auf einer silbernen Platte einen Stapel Briefe und Zeitungsausschnitte. „3ch habe bereits sorttert, Madame“, erklärte er. Dolores warf achtlos den Rosenstrauß, mit dem sie hereingekommen war, auf einen Tisch. Paolo nahm ihren Pelz ab und trug die Sachen hinaus. Dolores setzte sich bequem in ihren Schreibtischsessel. „Zigarette!“ sagte sie flüchtig zu dem dicken Bankier, schlug die schöngeformten Beine übereinander und begann zu lesen. Sie las so eifrig, dah sie ©riefen völlig vergessen hatte. Jetzt lachte Dolores mitten in ihrer Lektüre auf: „Was sagst du dazu? Run hat sich Rauenstein doch wirklich diesen kleinen, faden Goldfisch geangelt; man schreibt es mir soeben aus S. Ich bin, weiß Gott, neugierig, wie lange er dieses ,Elück im Winkel' aushalten wird. 3edenfalls brauchst du auf ihn" — sie betonte unmerklich das „ihn" und lächelte dabei etwas vielsagend — „nicht eifersüchtig zu sein. Dafür ist es allerdings auch vorbei mit den Antiquitäten aus Schloh Tannenaue, an denen wir beide so schön verdient haben." ©riefen lächelte zynisch: „Das ist auch das einzige, was ich dabei bebaute; aber vielleicht gelingt es dir, den Grafen beim nächsten Gastspiel in S. aufs neue von deinen Reizen zu überzeugen, falls es unser Geschäftsinteresse erheischen sollte. Du kennst ja mein Oberbeffen. Landkreis Gießen. • Heuchelheim, 6. Ian. Am Samstag hielt die hiesige Freiwillige Feuerwehr im Gasthaus „Zum Schwan" ihre Generalver» s a m m l u n g ab. Zu Beginn der Versammlung nahm der erste Kommandant die Ehrung einiger Kameraden vor, die aus Anlah ihrer 50jährigen aktiven Tätigkeit bei der Wehr mit einer Ehrenurkunde des Herrn Reichspräsidenten ausgezeichnet wurden. Rach dem Jahresbericht und der Rechnungsablage hielt Lehrer Dr. Reid einen interessanten Vortrag über die Geschichte von Heuchelheim im 16. und 17. Jahrhundert. Der Vortrag fand aufmerksame und dankbare Zuhörer. I Lauter, 6. Jan. Am Sonntag fand in der Wirtschaft Sack eine Abendunterhaltung des Schützenvereins unter Leitung des 1.Vorsitzenden Karl Schlörb statt. Zwei mit großem Drifall aufgenommene Theaterstücke unterhielten die Gäste auf das Angenehmste. Tanz beschloß den Abend. Kreis Friedberg. WER. Bad-Rauheim, 6. Ian. An der hiesigen russischen Kirche, W-einem ruffi- fchen Verein in Berlin gehört und zuletzt im Jahre 1925 anläßlich der Anwesenheit eines hohen russischen Geistlichen benutzt wurde, werden augenblicklich verschiedene dringende Reparaturen ausgeführt. Da der Eigentümer nicht über genügend Mittel verfügt, hat er vom hessischen Staat einen Zuschuß von 3000 Mark zur Durchführung der notwendigsten Arbeiten erhalten. — Gestern abend wurde ein 67jähriger Bettler, der bis vor kurzem im Friedberger Versorgungshaus untergebracht war, von einem Auto aus Friedberg erfaßt und zu Boden geschleudert. Er trug so schwere Schädelverletzungen davon, dah der Tod alsbald eiutrat. Kreis Büdingen. △ Nidda, 6.3an. Die Sammlung für di- Winternothilfe in unserer Stadt hatte einen sehr guten Erfolg. Es konnten an Bedürftige etwa 35 Zentner Kartoffeln, 30 Zentner Repfel, eine größere Menge geräucherter Fleischwaren und sonstige Lebensrnittel verteilt werden« Ferner gingen etwa 500 Mk. an barem Geld ein, das in Form von Gutscheinen, die nur für lebensnotwendige Waren beiden hiesigen Geschäftsleuten gültig waren, zur Verteilung gelangte. Die Geldspenden werden allmonatlich weiter gesammelt, da sich eine größere Zahl hiesiger Einwohner zu monatlichen Beiträgen während des Winters bereit erklärt hat. Eine Sendung von Obst, Gemüse und Kleidungsstücken wird der Offenbacher Nothilfe übersandt. Kreis Schotten. □ Laubach. 6. Jan. Anter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde am Sonntag der allgemein beliebte und geachtete Oberreallehrer i.R. Ludwig Gerhard zur letzten Ruhe bestattet. Nach einem Choral, gespielt von der Kapelle der Freiwilligen Feuerwehr, und Gesangsvorträgen des Kirchenchors und des Gesangvereins „Harmonie" hielt Pfarrer Kornmann die Grabrede, in der er u. a. auf die aufopfernde Tätigkeit des Verstorbenen in vielen Ehrenämtern hinwies. Kränze legten nieder: für den Kirchenvorstand Wilh. Stotz, für die Stadt Laubach Bürgermeister H ö g y, für den Evangel. Bund, Zweigverein Laubach, Dekan V o 1 p. für den De- kanatsausschuß des Kreises Schotten Dekan Widmann (Gedern), für das Lehrerkollegium oec Realschule und des früheren Gymnasium Fridericianum Studienrat Vetter, für den Gesangverein „Harmonie" Heinrich S i l ß , für den Kirchenchor Friedrich Rudolf S i l h . für den Hessischen Reallehrerverein Reallehrer Haas, für den Reichsbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Prinzip: Bei einem guten Geschäft muh man beide Augen zudrücken können." Sie lachte flingenb: „Geschäftssinn brauchst du einer Dolores del Fonza nicht beizubringen. Was sagst du übrigens zu meinen neuen Verbindungen mit der Zentrale in P arid?“ „Sehr gut“, entgegnete er, „wenn wir ohne Gefahr nach Amerika schmuggeln können." „Das laß nur meine Sorge fein!“ And nach einem argwöhnischen Blick zur Tür flüsterte sie leise in sein Ohr:... * 3n dem Park von Tannenaue brachen zwischen dem wellen Laub die ersten Anemonen hervor und kündeten den beginnenden Frühling an. Die Amseln fangen am frühen Morgen schon ihr süßes Locklied vor dem Fenster der jungen Gräfin Birgit. Die Weiden am Mühlenteiche jenseits der Schloßmauer wehten mit grünen Schleiern in der leicht erwärmten Dorfrühlingsluft. Anten an dem blanken Flusse, der die Mühltrieb. standen die kleinen Blüten der Schneeglocken. Täglich fielen neue Vogelstimmen in den immer größer werdenden Chor der gefieberten Frühlingsboten ein — die ganze Natur schien glückbebend neuer Blüte entgegenzuträumen. Die junge Schloßherrin stand gedankenvoll an dem weit geöffneten Fenster des Frühstückszim- mers. Noch hatte sie den Hufschlag in Erinnerung, der von Hans Egons Rappen verhallend von der Dorfstraße her zu ihr herübergeklungen war. Mechanisch ordnete sie Schneeglöckchen und Primeln in einer kleinen kristallenen Schale, die auf dem reich gestickten, schneeig weihen Tuche zwischen den hauchdünnen Porzellantassen stand. Wie anders war doch das Leben hier in den letzten Wochen geworden, seitdem Hans Egon fast täglich in die Stadt hineinritt. Was ging in ihm vor? Wohin waren der glückliche Aebermut und der süße Frieden ihrer ersten Ehewochen entwichen? Was trieb ihn in die Stadt? Was lieh ihn schon beim Frühstück ungeduldig nach der Ahr sehen, als könnte er es nicht erwarten, von hier fortzukommen? Was hatte sie ihm getan, dah er nicht nur zerstreut, nein, auch oft genug fast unhöflich und schroff zu ihr erschien? Oder war sie vielleicht überempfindlich? War sie ihm vielleicht nicht mehr reizvoll genug? Mit leicht ermüdetem Schritt ging sie zu dem hohen Darockspiegel und musterte prüfend Gesicht und Gestalt. Nein, noch sprachen nichts als ein paar Schatten unter den Augen von ihrem veränderten Zustand. Gern hätte sie ihn gefragt, was diese Anruhe in ihm hervorrief, aber sie war eine Sibelius. Lieber wäre sie zugrunde gegangen, als ein Vertrauen von ihm zu erzwingen, das freiwillig zu gewähren er nicht bereit war. (Fortsetzung folgt.) Weih zieht Weih 8 61' Bd6, g6. Schwarz 9 Bc4, c5, e3, an Die fliänae: Meisters bewc tm internaturi Partie. We S 1. d2-d4 2. c2-c4 3. Sbl-c3 Diese alte, vc fehung ist Wied 4. c4Xd5 5.Ddl-a4+! 6. Da4xd4 7. Dd4xd5 Ob das 2ai bringt, korrekt falls erlangt i und mit Hilfe Angriff. 8. Lcl-g5 Dorsichtiger i Ckgner nicht \ Partie gestatte: L... 9. Dd5-d2 10. Lg5xi6? Dies placier Es sollte 10. . 10.... 11 e2—e3 Hierauf ist nügenbe 2lntt Ortsgruppe L und für den 2 lAuPpertsburg kennen, daß fi, Charakter, edl Pflichttreue, so viel 'Bettrauen }m 3ahre 1863 ivng die dortig das Lehretsemi, Wendung fand 6 dann als Der Bendorf a. d < Lehret in »ommet 1898 vi S°lms-Lau! ver hiesigen S hatte et bis iur an wat et bis Detfehung in S.S™ tz-rr bettoUu?inem - . 61 Dauern rbc her erc6°n fechs SS sS‘. p# -d? J.a9en A1 tflen. fielen. KK ^bare g in btr SfÄt **■•> «T8$; iebbe^ irJ/& An btt Müst'9'6nat**i t Ä J?1» * Gingen. Sammlung für bl« ' un -rer L! L ^konnten an Sebütf. 30 Senin« T-N?ucherter Fleisch, Mittel verteilt weiden. < an barem ®elb ein. W .die nur für leben-, NWigen Geschäftsleuten ung gelangte. Die Sell», 'uA weiter gesammelt, ! hiesiger Einwohner k ährend des Winters be« oenbung von Obst, ®e< m wird bet Offenbacher Hotten. it Unter grober Anteil» wurde am Somtag btt geachtete Oberreallehrei rd zur letzten Duhe deal, gespielt von der Äa< ieuerwehr, und Gesangs- rs und des Gesangvereins rrer Kornmann b;t a. auf die aufopfernd m in Dielen Shrenämtco nieder: für den Kviche, für die 6W Laube- :ür den Evangel. 2und, ÄnDvlh, für ben$t- s Schotten Delm Di d- )as Lehrerkollegium oer ieten Gymnasium Fridt- tter, für den Gelang- inrich Silh, für den rdolf Silh, für den Hel- Aeallehrer Haas, für che Kricgsgräberfürforge, ^Mmchmänbeidt t bu einet Dolores W • Das sagst du übngens düngen mit der Zen» te er, »wem wir oh« ao« Tür nährte r« menauc brachen zvM erften Anemonen hew° S »WAS ^Mrgen schanz -MS LA-??SLL ^-Ls-. n Huslchl°Aend von bet tappen vcM e&f>n«ä1Äe, in«™1 Mt*SÄ**** ch dasLe^sgonja» tiS&s OsGs J und Sest^' Achast^ ? \a ein Pvn ^ust^ e Gchach-Ecke. Gearbeitet von W Orbach. Alle für Me Redaktton bestimmten Mitteilungen, Lösungen usw. lind zu richten an die Schachredaktion des „Gießener. Anzeigers". Problem Nr. 311. Don 3. Mihalik. 8 7 6 5 3 2 4 1 ß W h 8 7 6 5 4 3 2 Weih. Schwarz, a b c d e Weih zieht und seht in drei -Zügen matt. Weih 8 Steine: Ka4; Dfl; Lc8, e5; Sd7, el; Bd6, g6. Schwarz 9 Steine: Ke4; Th6; Lb6, f7; Sh4; Bc4, c5, e3, g5. Partie Nr. 230. Abgelehntes Damengambit. Die glanzende Kombinotionsgabe des Weltmeisters beweist sich auch in der nachstehenden, im internationalen Turnier zu Bled gespielten Partie. Weih: Plre (Jugoslawien). Schwarz: Dr. Aljechin. I. d2-d4 1. d7-d5 2. c2-c4 2. e7-e6 3. Sbl — c3 3. c7-c5 Diese alte, von Dr. Tarrasch herrührende Fortsetzung ist wieder in Mode gekommen. 4. c4Xd5 4. c5xd4 5. Ddl-a4+! 5. Lc8-d7 6. Da4xd4 6. e6xd5 7. Dd4xd5 Ob das Bauernopfer, das Aljechin hier anbringt, korrekt ist. mag zu bezweifeln sein: jedenfalls erlangt er aber eine rapide Entwicklung und mit Hilfe des Gegners einen stürmischen Angriff. 1. ... 7. Sb8-c6 8. Lei — g5 Vorsichtiger und besser war hier 8. e3, das dem Gegner nicht soviel Angriffspunkte als in der Partie gestatten würde. 8. ... 8. Sg8-f6 9. Dd5-d2 9. H7-h6 10 Lg5xf6? Dies placiert die schwarze Dame zu günstig. Es sollte 10. ..., Lh4 geschehen. 10. . .. 10. Dd8xf6 11 e2-e3 11. Q—0-0 Hierauf ist der Anziehende schon um eine genügende Antwort verlegen. Aeuherst elegant und rasch entscheidend. 12. 0-0-0 13. Sc3-d5 14. Dd2xd5 12. Ld7-g4 13 Td8xd51 14. Lf8-a3! 15. Dd5-b3 Zu sofortiger Vernichtung würde die Annahme des Opfers führen, wegen: 15- bxa3, Dal + 16. Kc2, Lxdl 4- 17. Dxdl, Dxa2+ 18. Kcl, Dxa3 4- 19. Kbl. Db4 4" 20. K beliebig, 20 TdS und gewinnt 15. .. . 15. Lg4xdl 16. Db3xa3 16. Df6xf2 17. Da3-d3 17. Ldl-g4 Fehlerhaft wäre hier 17. .... TdS? wegen 18. Sh3. 18. Sgl —f3 19. Dd3-f54- 20. Df5xf3 21. Kcl -c2 18. Sg4xf3 19. Kc8-b8 20. Df2-el4- Verhältnismähig am besten war noch das Bauernopfer durch ,21. Ddl; nach dem Textzug gerät Weih in ein Mattneh. 21. ... 22. Df3-g3-l- 23. Kc2-b3 24. Kb3-a3 24 ..., 21. Th8-c84-! 22. Sc6-e54-! 23. Del-dl4- oder 24. Kb4, Dd24- usw. 24. Tc8-c5! Aufgegeben. Gegen die Drohung 25. ..., Ta5 4- 26. Kh4, Da4 4- 27. Kc3, Tc5 4~ 28. Kd2, Tc2 4- 29. Kel, Db4 4~ usw. ist keine genügende Parade zu erfinden. Lösung des Problems Ar. 307. Don E. Darain, München. - 1. Tdl-d5l Kxd5. 2. Db54-, Kd4 oder Kd6. 3. Lxe5 matt. 1. .... Kc3. 2. Lxe54-, Kc2 oder c4. 3. Db2 oder b4 matt. 1. ..., Sd2 oder e2. 2. Lx e5, beliebig. 3. Db5 matt. Aus der Schachwelt. Beim Turnier um die Buydesrneisterschaft des Schwäbischen Schachbundes ging Wiedemann, Heilbronn, mit 4-5 vor Seibold, Aachen, mit + 4'/r als Sieger hervor. — Auf dem Oberfränkischen Schachkongreh errang die oberfränkische Meisterschaft Cd Hahn. Bayreuth, vor Probst, Koburg. — 3m Meisterturnier des Schwedischen Schachoundes siegte C. Lurndin mit 4-6‘/2 vor Stoltz mit 4~ 6 und Stahlberg mit 4_51/a- Die Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedakttonStisch. Lin Menschenfreund. Vor einem Bäckerladen steht eine einfache Frau mit einem kleinen Töchterchen an der Hand, das jämmerlich weint. Kommt ein Herr des Wegs und fragt, warum denn die Kleine so weine. „Ach", sagt die Mutter, „es möchte gern einen Kringel da aus dem Fenster haben, und ich habe doch kein Geld dazu!" Großzügig gibt der Herr der Kleinen ein Mark» stück und beauftragt sie, sich das Gewünschte zu kaufen. Nach kurzer Zeit kommt die Kleine aus dem Laden wieder heraus und händigt dem Herrn das Wechselgeld aus. „Sehen Sie", sagt er zu der Frau, „jetzt ist uns allen dreien geholfen. Ihre Tochter hat einen Kringel, der Bäcker hat ein Geschäft gemacht, und ich bin eine falsche Mark los!" (Lust. Bl.) Ortsgruppe Laubach, Molkereibesitzer C t l i n g und für den Bezirkslehrervercin Lehrer D e b u s (Ruppertsburg). Aus allen Reden war zu erkennen, dah sich der Verstorbene durch lauteren Charakter, edle Gesinnung, Zuverlässigkeit und Pflichttreue, sowie durch verständn soolle Einsicht viel Vertrauen erworben hatte. Geboren zu Lich im Jahre 1863 besuchte er nach seiner Schulentlassung die dortige Präparandenschule, anschließend das Lehrerseminar in Friedberg. Seine erste Verwendung fand er im Jahre 1883 in Dettenhausen, dann als Verwalter der ersten Leyrerstelle in Allendorf a. d. Lda. Von 1885 bis 1898 wirkte er als Lehrer in Geilshausen. Dann wurde er im Sommer 1898 von dem damaligen Grafen Friedrich zu Solms-Laubach auf die erste Lehrerstelle an Der hiesigen Stadtschule präsentiert: diese Stelle hatte er bis zum Jahre 1905 inne. Von dieser Zeit an war er bis zu seiner im Mai 1928 erfolgten Versetzung in den Ruhestand als Reallehrer an dem ehemaligen Gymnasium Fridcrici in m und ' e. späteren Realschule tätig. Während seiner 45jäh- rigen Lehrertätigkeit versah er das Amt eines Organisten, war fast 30 Jahre Dirigent des Laubacher Kirchengesangvereins und 15 Jahre Dirigent des von ihm gegründeten Gesangvereins .Harmonie". Gerhard bekleidete auch lange Jahre das Amt eines Kirchenvorstehers. Rach dem Kriege wurde er in den Stadtvorstand gewählt, dem er bis zu seinem Tode angehörte. Ucber 20 3ahre verwaltete er das Rechner- und Schriftführeramt des Evangel. Bundes, Zweigverein Laubach. Er war auch Gründer der Ortsgruppe Laubach des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und leitete sie als Vorsitzender bis zu seinem Ableben. Mit Oberreallehrer Gerhard ist ein echt deutscher Mann dahingegangen, dessen Andenken von der Einwohnerschaft Laubachs und allen denen, die mit ihm in seinem arbeitsreichen Leben zu- fammengcwirkt haben, stets in hohen Ehren gehalten wird. Kreis Lauterbach. & Lauterbach, 6. Jan. Dieser Tage wurde hie Lauterbacher Gemeindejagd auf die Dauer von sechs Jahren neu verpachtet. Bisher erbrachte die 3agd jährlich einen Betrag von 1500 Mk- Die jetzige Versteigerung ergab jedoch nur Angebote in Höhe von 515 Mk. Ob der Gemeinderat unter diesen Umftänöcn den Zuschlag erteilt ist, noch fraglich. — Gestern abend ereignete sich hier ein schwerer Verkehrsunfall. Ein Personenauto fuhr ziemlich schnell und. wie Augenzeugen berichten, a u f der falschen Straßenseite gegen den von der Bahnabfertigung kommenden Postwagen. Bei dem Zusammenprall stieß der eine Scherenbaum des Fuhrwerks durch die Windschutzscheibe des Autos und drang bis zum Verdeck durch. Das Auto geriet dann gegen die Dordkante, überschlug sich und kam auf den Bürgersteig zu liegen. Bei dem Unfall erlitt der Führer des Personenkraftwagens keinerlei Verletzungen, dagegen trugen der Gespannführer und ein neben ihm sitzender Postschaffner, die beide vom Sih geschleudert wurden, erhebliche Verletzungen davon. Das Pferd wurde ebenfalls verletzt. Starkenburg. Handwerkertagung in Groß-Gerau. WSR. Groß - Gerau, 6.3an. Der Bezirksverband Groh - Gerau hatte die Vertreter der ihm angeschlosfenen Gewerbevereine und Innungen zu einer Tagung nach Groß-Gerau eingeladcn. 3n der gut besuchten Versammlung beschäftigte sich das Handwerk mit den Vorgängen in der Hessischen Handwerkskammer. Die Versammlung forderte schärfstes Eingreifen der Organisation für das Verbleiben des Syndikus Dr. K o 11 b a ch und nahm eine entsprechende Entschließung einstimmig an. 3m weiteren Verlaufe der Tagung machte der Vorsitzetrde Ausführungen über größere Geldbeträge, die die Hamburger Lebensversicherungs-Gesellschaft aus ihren Mitteln der Hessischen Handwerkskammer zur Verfügung stellte. Die Verwendung dieser Gelder zur Abdeckung von bestehenden teuren Groß - Krediten finde nicht die Zustimmung der Handwerker und liege auch sicherlich nicht im Sinne der Geldgeber. Rheinhessen. Oie Veruntreuungen des Notars Bohn' WSR. Mainz, 5. 3an. Ende Rovember wurde der verheiratete 58jährige Rotar Friedrich Karl Bohn von hier wegen Veruntreuung von angeblich 30 000 Mk. verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis eingcliefert, nachdem er vorher einen Selbstmordversuch unternommen hatte. Rach mehrwöchentlicher Prüfung der Bücher und Belege durch die Oberrechnungskammer Darmstadt tonnte schon ein Fehlbetrag von über 40 000 Mk. festgestellt werden. Die weiteren Feststellungen der Oberrechnungskammer ergaben nunmehr einen Fehlbetrag von ungefähr 80 0 0 0 M k., doch wird die Befürchtung ausgesprochen, daß dieser Betrag aller Voraussicht nach sich noch wesentlich erhöhen wird. Preußen. Kreis Wetzlar. I Hörnsheim^ 6. Ian. Im Hause des Viehhändlers Julius Rosenbaum von hier entstand ein D e ck e n b r a n d, der seinen Ursprung in der auf dem Speicher befindlichen Räucherkammer hatte. Der Brand wurde rechtzeitig bemerkt und konnte mit Hilfe von Rachbarn bald gelöscht werden. Der Sachschaden ich nicht unbeträchtlich. ' Kreis Biedenkopf. C Bischoffen, 6. 3an. Vom 27. Dezember bis zum 3. 3anuar wurde hier in der Kirche eine Evangclisationswoche abgehalten. Sekretär Kreutzkamp vom Iugendbund E. C. hielt an jedem Abend Vorträge, die auf eine Erneuerung des Glaubenslebens hinzielten. Rach- mittags wurden Bibelstunden gehalten. Die Abendvorträge waren nicht nur aus der Gemeinde, sondern auch von den benachbarten Orten sehr gut besucht Lichtstreik in Bad Homburg und Umgegend. WSR. Bad Hornburg, 6.3an. Um die Senkung des Preises für den von der Frankfurter Lokalbahn gelieferten Strom zu erzwingen, sind die Verbraucher in Oberursel bereits in den Strom streik eingetreten. 3n einer Versammlung der Der- braucherorganifationen von Bad Homburg und Friedrichsdorf ist nunmehr beschlossen worden, auch in diesen beiden Orten mit dem Lichtftreik zu beginnen. Der Beginn des Streiks soll in den nächsten Tagen bekannt - gegeben werden. Es wurde eine Kontrollkommission gebildet, die die Durchführung deS Beschlusses zu überwachen hat. Büchertisch. — »Kalender für Geflügelzüchter- aut das 3ahr 1932, herauSgegeben unter Mitwirkung bekannter Züchter von Fritz Pfenningstorff, 800 Seiten mit 150 Schwarzabbildungen und 2 Farbtafeln (Postfrei i,30 Mk.). Verlag Fritz Psenningstorff. Berlin W 57. 595. — Der Kalender bietet viele treffliche Ratschläge über Stall* bau, Zuchtregeln, Fütterung und Mast, Brut und Aufzucht, Krankheitsbekämpfung, Selbstbau von Geräten, Enten- und Gänsehaltung, Auswahl der Hennen nach äußeren Merkmalen usw., praktische Vordrucke für Buchführung, Eier- und Bruttabel- len. Er ist ein vorzügliches Lehr- und Rachschlagebuch der modernen, gewinnbringenden Geflügelzucht. Wirtschaft. * D i e Einlagen bei den deutschen Sparkassen. Ende Rovember 1931 beliefen sich die Spartasseneinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 9744,67 Mill. Mk., gegenüber 9936,22 Mill. Mk. Ende Oktober 1931. Der Derichtsmonat weist eine Abnahme um 191,55 Mill. Mk., gegenüber einer Abnahme von 283,34 Mill. Mk. im Oktober 1931 auf. * Hanomag arbeitet weiter. Das Verkaufsgeschäft der Hanomag erleidet keinerlei Unterbrechung. Der Kundendienst im Werk, wie auch bei den Händlern, wird nach wie vor durchgeführt. Die Auslieferung von Ersatzteilen erfolgt in gewohnter Weise, ebenso werden Reparaturen erledigt. Es besteht bei allen Beteiligten der feste Wille, die Schwierigkeiten in kürzester Frist zu überwinden. Reichsmark allgemein befestigt. Berlin, 6. 3an. (WTD.) An den internationalen® cvisen Märkten waren im allgemeinen nur geringe Veränderungen gegen gestern festzustellen. Das englische Pfund eröffnete unverändert zu seinem gestrigen Schlußstand mit 3,3610, um später auf 3,3625 herunterzugehen. Gegen den Gulden stellte es sich auf 8,40, gegen Paris auf 85,60, gegen Zürich auf 17,23 und gegen die Reichsmark auf 14,20. Der Dollar behauptete sich gut, eher tendierte er fester, so zog er in Amsterdam wieder auf 249 an. Die Reichsmark war ebenfalls fester, in Zürich befestigte sie sich auf 121,50, in Amsterdam auf 58,9250 und in Paris auf 603. Die Rorddevisen, die Südamerikaner, der holländische Gulden und der Frank waren unverändert. Am Rachnlittag konnte sich die R e i ch s m a r k allgemein befestigen, da der Verlauf der Berliner Stillhalte Verhandlungen und eine optimistischere Beurteilung der bevorstehenden Lausanner Konferenz anregten: in Amsterdam befestigte sie sich auf 59,10, in Zürich auf 121,55, in London auf 14,15 und in Reuyork auf 23,75. Das englische Pfund war dagegen eher wieder eine Kleinigkeit leichter und ging gegen den Dollar auf 3,3590 zurück. Gegen den Gulden notierte es 8,37, gegen Paris 85,53, gegen Zürich 17,22 und gegen Brüssel 24,1550. Der Dollar war g u t gehalten. Die Rorddevisen tendierten leichter, von den Südamerikanern lag Rio etwas fester, Buenos dagegen etwas schwächer. Erhebliche Steigerung 0er Nachfrage in Frankfurt. Frankfurt a. M., 6.3an. Tendenz: sehr fest. Die sensationellen Kurssteigerungen der Dawes- und Vvunganleihe an den internationalen Börsenplätzen bildeten die Grundlage dafür, daß heute im hiesigen Telephonverkehr eine weitere erhebliche Steigerung der Rachfrage in Erscheinung trat. Hinzu kam noch eine günstigere Beurteilung des Standes der Reparations- dislusfionen. Diese Motive bewirkten anderseits starke Zurückhaltung der abgebenden Kreise, so dah die Kurse neuerlich eine Erhöhung erfuhren. Am Aktienmarkt zogen in erster Linie Elektropapiere das 3ntereffe auf sich, die ihren Kursstand um 3 bis 5 v. H. bessern konnten. 3G.»Farben horte man etwa 1,5 Prozent hoher, Reichsbankanteile wurden ungefähr im gleichen Ausmaße fester genannt. Bei den übrigen Großbankaktien ergaben sich keine wesentlichen Veränderungen. Am Montanmarkt waren gleichfalls leichte Kurssteigerungen zu beobachten. Schifsahrts- papiere wurden etwa 1,5 bis 2 Prozent höher bewertet. Von der festen Haltung der deutschen Anleihen im Auslande konnte naturgemäß auch der Rente n m a r f t profitieren. Bei regerer Rachfrage gewannen Gold- und Liguidationspsandbriefe etwa 1 bis 1,5 Prozent. Auch kurzfristige Schahanwei- fungen erfreuten sich guten Interesses, Reichsschuldbuchforderungen verkehrten in festerer Haltung. Dagegen konnte man ein Rachlassen der Kauflust für Reichs-Altbesitz, die in letzter Zeit stärker gesucht waren, beobachten, doch blieb der Kurs unverändert. Von 3ndustrie-Obligationen blieben Westdeutsche Werte gefragt. Berlin fest und rege. Berlin, 7. Ian. (WTB. Funkspruch.) Da die außenpolitische Lage weiter günstig beurteilt wurde, die Aufwärtsbewegung der deutschen Bonds im Auslande anhielt und gestern auch in Neuyork stürmischen Charakter angenommen hatte, blieb die Stimmung im heutigen Freiverkehr nicht nur fe st, sondern das Geschäft war auch aus so st allen Marktgebieten recht rege. Das Hauptinteresse des anlagesuchenden Publikums konzentrierte sich auch heute auf den fest- verzinslichen Markt, doch waren hier die Kursbesserungen verhältnismäßig geringer als bei den Aktien, bei denen sich sofort wieder Materialmangel zeigte. Während die Goldpfandbriefe im allgemeinen nur 1 bis 2 v. H. gegen gestern gebessert lagen, betrugen die Befestigungen an den Aktienmärkten häufig 2 bis 3 v. H. und mehr. Trotz der Verschlechterung des Kaliabsatzes im Dezember, der ja wohl auch in der Hauptsache nur auf die vorauszusehende Preisermäßigung durch die Notverordnung zurückzuführen war, waren Kaliwerte bis zu 5 vH. höher. Für Bürbach nannte man sogar einen etwa 10 v. H. höheren Kurs, so daß sich der Abstand gegen die Wintershallaktien wieder auf etwa 15 v. H. vergrößert hat. Weiterhin waren Schissahrtsaktien lebhaft und fest. Auch bei Kunstseidewerten gingen die Besserungen über den Nahmen des Durchschnittsgewinnes hinaus. Am Bankenmarkt war die Tendenz im ganzen ruhig. Handelsanteile konnten ihre vorübergehende Schwäche überwinden und erholten sich gegen gestern um etwa 2 v. H. Bei Reichsbank- anteilen betrug der Gewinn gegen gestern 3 n. H. Obwohl Clektrowerte ziemlich lebhaftes Geschäft hatten, gingen hier die Gewinne im allgemeinen nicht über 2 o. H. hinaus. Auch Farbenaktien waren nur in diesem Ausmaße gebessert, ebenso Farbenbonds. Neichsbahnvorzugsaktten setzten ihre Aufwärtsbewegung um etwa 2 v. H. fort. Auch für Montanwerte erhielt sich das feit einigen Tagen zu beobachtende Interesse, ebenso biteben Spezialpapiere, wie Chor- lottenburger Wasser, Dessauer Gas, Deutsche Erdöl, Rütgerswerke, AG. für Verkehrswesen usw. gefragt. Am Anleihemarkt war heute Neubesitzanleihe bevorzugt und etwa 0,90 v. H. höher. Bei einer heute an der Hamburger Börse erfolgten öffentlichen Ver- fteigerung verschiedener Aktienposten fand die auf den Markt gelangte Ware meist noch etwas über den marktgängigen Kursen leicht Aufnahme. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M. Banknoten. b.Januar 7. Januar Bmilicbe Notierung 9Imllid>t Notierung »rief Gelb 23rit' 4>elftngfor* . 6,044 6,056 6,044 6.056 Wien. . . 49,95 50,05 49,95 50,05 Prag . . . 12,47 12,49 12,47 12.49 Budapest . . 64,93 65,07 64,93 65.07 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3.063 Qollanö . . 169,13 169,47 169.08 169,42 Oslo .... 77,17 77,33 77,42 78.08 fiopenbagai. 78,12 78,28 78.62 78,78 Gtorfiolm . 80,02 80,18 80,52 80,80 London. . . 14,12 14,16 14.24 14.28 Buenol Wre« 1,048 1,052 1,048 1,052 Neuvoct . . 4,209 4,217 4,209 4.217 Brussel. . . 58,54 58,66 58.49 58,61 Italien. . . 21,33 21,37 21.38 21,42 Pari» . . . 16,52 16,56 16,51 16.55 Gdiroet» . . 82,12 82,28 82.12 82,28 Spanien . . 35,66 35,74 35,61 35,69 Danjig. . . 82,02 82,18 81.97 82,13 Japan . . . 1,449 1,451 1.449 1,451 Rio de Jan.. 0,251 0,253 0.245 0,247 Jugoslawien. 7,433 7,447 7,433 7,447 LiilaLoo . . 12,89 12,91 12,94 12,96 __________Berlin, 6. Januar amentamidje Note*....... Belgische Noten......... Dänische Noten ........ Englische Noten......... iZranzösischc Noten Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch.Leslerreich, • 100 Schilling Rumänische Noten ...... Schwedische Noten........ Schweizer Noten Spanische Noten Ungarische Noten . Geld 4.20 58.38 77.94 14.08 16,48 168,76 21,26 77,00 2,48 79,84 81,94 35,53 Äeles 2,50 80,16 82.26 35,67 4,22 58,62 78.26 14.14 16,54 169,44 21,34 77,30 Reichsbankdiskont 7 v. h., Oombardzinsfuh 8 o. h. frankfurter Lchlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 7. Ian. Auftrieb: Rinder 151 Stück. Kälber 811, Schafe 317, Schweine 440. Es wurden notiert: Beste Mast- und Saugkälber 40—43, mittlere Mast- und Saugkälber 35 bis 39, geringe Kälber 29—34; Schafe: Mastläm- mer und jüngere Masthämmel, Weidemast 22—26, mittlere Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 16-21; Schweine: vollfleischige Schweine von zirka 240—300 Pfd. Lebendgewicht 41—44, desgl. von zirka 200-240 Pfd. Lebendgewicht 41—44, deSgl. von »irta 160—200 Pfd. Lebendgewicht 38—43, fleischige Schweine von zirka 120—160 Pfd. Lebendgewicht 34—40. Marktverlauf: Kälber und Schafe ruhig, geräumt, Schweine schleppend, ausverkauft. Aus dem Amtsverkündigungsblatt. * Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 1 vom 5. Januar enthalt: Stand der Maul- und Klauenseuche in Hessen. — Die Ausführungsbestim- mungen zum Milchgesetz. — Falsche Reichsbanknoten. — Preisschilderzwang. — Maul- und Klauenseuche in Eberstadt und Muschenheim. — Dienstnachrichten. Letzte Nachrichten. Morgen Unterredung Brüning - Groener - Hitler. Berlin, 7. Jan. (WTB. Drahtmeldung.) 3m Laufe de» Freitag wird eine Aussprache zwischen dem Reichskanzler, dem Reichswehrminister <0r oener und dem Führer der Nationalsozialisten Adolf Hitler stattfinden, deren Gegenstand im wesentlichen i n n e r p o l i l i s ch e Fragen bilden. Dabei wird voraussichtlich das Verhalten der Ra- tionolsozialistischen Partei zur Frage der demnach, fügen Reichspräsidenlenwahl zur Erörterung gelangen. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Gottesdienst der Israelitischen Religionsgesellschaft. Sabbatteier den 9. Januar 1932. Freitag abend: 4 20 Uhr: Samstag vormittag: 8.30 Uhr, Predigt; nachmittag: 4 55 Uhr: Sabbatausgang 5.35 Uhr. — Wochengottesdienst: morgens 7.00 Uhr, abends 4.30 Uhr. Israelitische Religion-gemeinde. Gottesdienst in der Synagoge lSüdanlage). Samstag, 9. Januar 1932. Vorabend: 4.30 Uhr; morgen-: 9Uhr; abends: 4-55 und 5.35 Uhr. Mein Inventur-Ausverkaufbe!“ 8. Januar 1932 Eine sehr günstige Gelegenheit zum Einkauf bester Schuhwaren! 144D Weitere Preissenkung 149 C Die Himmelhunde 1. t^otz d*r erfolgten Preissenkung im Jahre 1931 um 23% 2. 3. Sonderangebot für Freitag und Samstag 55^ Milchener Heringe Stück 8 H Warenaogabe nur an Mitglieder! H7A Ä Margarine-Fabrik sucht zum Teil herabgesetzt, daher sichern Sie sich Ihren Vorteil im Silßrahm-Margarine-Werke H. Meyer-Lippinghausen Inventur- Ausverkauf! Lippinghausen bei Herford 141V 19.25 in unserem am 8. 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