Donnerstag, 6. Oktober 1932 182. Jahrgang Nr. 235 Erstes Statt Annahme van Anzetgen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rs» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennitz, Platzvorschrift 20 X mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhefsen vn'S und Verlag: vrühl'fche Univer^lüis-Vuch. und Stetntruderei R. Lange in Sietzen. Schriftlettung und Geschäftsstelle: ZchuMatze r. Erschein, «ägltch,nutzer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr . . -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach- richten Anzeiger Sietzen. Postscheckkonto: granlfurt am Main 11686. n, 5. Oki. (111.) 3n politischen Kreisen Lon- Londo k e n mit seinen wünschen zu vereinen. in allem eine, für einen tropischen Staat erstaunliche Energie entwickelt. Der Itare-Faixena, bei Quelz und an der Euleteriofront kam es zu erbitterten Kämpfen mit der Armee der Födera- „Daily Telegraph" sagt: In einigen Kreisen werde es für möglich gehalten, das) die Abrüstungskonferenz durch Annahme gewisser Resolutionen, von denen die eine eine energische Rüstungsverminderung versprechen würde, die Deutschland zur Heber» Prüfung seiner Haltung veranlassen könnte. 2n anderen Kreisen werde ein solches Verfahren für hoffnungslos gehalten. Inzwischen frage es sich, ob es nicht unter den gegebenen Umständen angebracht wäre, daß Großbritannien und Italien als Garantiemächte des Locarnopaktes über die besten Mittel zur Behebung der deutsch-französischen Schwierig- dons herrschte am Mittwochabend fast durchweg der Eindruck, daß die englische Regierung den Plan einer Londoner Konferenz, auf der zwischen den fünf Möchten Amerika, England, Deutsch- land, Frankreich und Italien die deutsche Gleichberechtigungsforderung bespro- nettSmitg lieber für die Krefelder Kundgebung der Landmannschaften von Eu Pen- Ma lmedhEinsprucherhoben. Gesandter Graf Lerchenfeld hat bei einer eingehenden Aussprache mit dem belgischen Ministerpräsidenten den deutschen Standpunkt in dieser Frage nachdrücklich vertreten und insbesondere zum Ausdruck gebracht, baß die Frage Eupen-Malmedy für Deutschland mit der jetzigen Regelung, die keine sinngemäße Ausführung des Versailler Vertrages darstelle, in keiner Weise erledigt sei. Kommumstenierror in Spanien. Madrid, 5. Okt. (TU.) An verschiedenen Orten Spaniens haben die Kommunisten die Arbeitslosen zu Gewalttätigkeiten aufgehetzt. So haben in Cuenca arbeitslose Kellner mehrere Restaurants und Kaffeehäuser mit Steinen beworfen. Auch eine Schule wurde von einem Steinhagel getroffen, wodurch die Kinder schwer gefährdet waren. Die Arbeitslosen sind vor das Zivilgouvernement gezogen und belagern das Regierungsgebäude. Polizeiverstärkung ist aus Madrid angefordert worden. In mehreren Dörfern der Provinz Badajoz haben die Arbeitslosen d i e Gutshöfe überfallen und rauben die Schafherden und plündern die Mühlen. In D i g o haben streikende Fischer die Wohnhäuser der Schiffseigner angezündet und greifen diese auf der Straße mit Pistolen an. In Ferrol haben unbekannte Täter eine Kirche ein geäschert. abgeschlossen. Die Eisenbahnverbindung ist unterbrochen, Militärposten hindern jeden Verkehr, Santos, der große Kaffeehafen von Sao Paulo in dem die deutschen lleberseedampfer anzulegen Pflegen, ist blockiert, und eine strenge Zensur wacht darüber, daß nicht die geringste Nachricht über die schweren Kämpfe m die Presse von Rio de Janeiro oder der anderen Mr DeMiani) keine Aendemng der tage. Die Auffassung in der Wilhelmstraße. - Die Abrüstungskonferenz ohne Deutschland ein Torso. Berliner Echo. Berlin, 6.Okt. (TU.) Die Berliner Blätter nehmen zum Scheitern des Londoner Konferenz- planes Stellung. Der „Lokalanzeiger" sagt, daß für die Reichsregierung eine sehr klare Lage entstanden sei. Sie könne abwarten, was ihr von Genf angeboten werde. Die englische Regierung habe im übrigen in ihrer sehr vorsichtigen und offiziösen Reuter-Erklärung durch die Hervorhebung der „ablehnenden Haltung der französischen Regierung" selbst festgestellt, daß die sog. „Schuld" am Scheitern der Londoner Konferenz nicht in Berlin, sondern in Paris zu suchen fei. Offenbar wolle die englische Regierung jetzt in Genf eine Art Kompromiß für die deutsche Forderung auf Gleichberechtigung zustande bringen und dann Deutschland vor die Wahl stellen, ob es dieses Kompromiß annehme oder ablehne. Die „B o s s i s ch e Zeitung" meint, die englische Regierung wolle jetzt offenbar der Entwicklung Zeit lassen. Für Deutschland sei diese Wendung äußer st überraschend und wenig erwünscht. Offenbar habe die "Aussprache zwischen Simon und Herriot in Paris ergeben, daß Frankreich die deutsche Gleichberechtigung nicht zugestehen wolle und darauf dürfte es zurückgehen, daß England seinen Konfevenzplan aufgebe. — Die „Deutsche Allgemeine Zeitung" hebt hervor, daß das «cheitern der Londoner Konferenz in Berlin nicht weniger bedauert werde, als in London, denn Deutschland sei bei den Vorbereitungen zu dieser Konferenz bis an die Grenze des Möglichen gegangen, um dem Kampf gegen die Abrüstung ein Ende zu bereiten. Durch die Schuld Frankreichs habe die europäische Politik wieder einmal eine große Chance versäumt. Wenn England jetzt die ganze Frage ohne deutsche Beteiligung weiter zu treiben versuche, so noch primitiv mit der Natur verbunden sind und sich in ihren Handlungen nicht durch Heber- legungen hemmen lassen. Gana heißt auf Spanisch: Lust, Verlangen. Wan kann oft die Redensart hören Jo hago, porque me da la Gana“, d. h. „ich tu es, weil mich das Verlangen dazu treibt“. Dieser Satz ist eine ausreichende Begründung für manche, uns Europäern unverständliche oder übereilte Handlung. Hinzu kommt die Steigung der Kreolen für politische Verschwörungen. und unterstützt werden die Bürgerkriege und Revolutionen durch die riesigen Entfernungen, wo es keine Verkehrswege gibt, und durch oie dünn gesäte Bevölkerung in den kultivierten Gebieten. Die luxuriösen Großstädte sind wie Oasen, wie Fremdkörper, und die hochgebildete Oberschicht hat nur wenig Berührungspunkte mit den Ureinwohnern und Mischlingen. Brasilien, das größer als Europa ist, hat kaum 40 Millionen Einwohner, Paraguay, das im Kriege mit Bolivien liegt, nur eine knappe Million und Bolivien dreiundeinhalb Millionen. Im Bürgerkriege zwischen Rio de Janeiro und Sao Paulo können die Truppen nicht wie in Europa manövrieren. Schlachten werden geliefert, aber eine Verfolgung ist unmöglich, da sich die Frei- scharen in halb unbekanntes Land zuruckziehen und von neuem sammeln können. Deutschland verzichtet nicht auf eine Revision in Eupen-Malmedy. Berlin, 5. Oft. (CRB.) Die belgische Regierung hat, wie schon gemeldet, bei dem deutschen Gesandten in Brüssel gegen d i e Sympathie-Erklärung deutscher Kabi- feiten beraten. , .v,. Während „Daily Telegraph den britijchen Konferenz-Vorschlag als endgültig gescheitert an- sieht meint „Times", es sei „noch nicht iicher , und an anderer Stelle, es sei „nicht wahrscheinlich", daß die Konferenz zustande kommen werde. Das Blatt erklärt, bisher hätte nur Italien die Londoner Einladung angenommen. Das französische Kabinett habe gestern keine Entscheidung England verzichtet auf seinen Konferenzplan Herriots Widerstand Hai die englische Vermittlung scheitern taffen. Krieg im Kaffeeparadies. Von E. von tlngern-Sternberg. Der Aufsatz schildert die Lage in Brasilien kurz vor Eintreffen derRachricht von der Unterwerfung der Aufständischen von Sao Paulo unter öie Zentralregierung in Rio de Janeiro. Bdrlin, 5. Okt. (CRB.) Das Scheitern des englischen Vermittlungsversuches ist nach Auffassung deutscher Kreise das Ergebnis der Herriot- schen Politik, die sich der Londoner Konferenz gegenüber genau so eingestellt hat wie vorher zu der deutschen Forderung der Gleichberechtigung. Deutschland ist soweit entgegengekommen, daß es sogar bereit war, die Zuziehung anderer Mächte in Kauf zu nehmen, obgleich sich dadurch das Verhandlungsthema naturgemäß verschieben mußte. Wenn die Konferenz trotz dieser konzilianten Haltung Deutschlands scheitert, ehe sie überhaupt zustandegekommen ist, so also doch nur deshalb, weil Herriot es grundsätzlich ablehnt, auf die für Deutschland unerträglichen Diskriminierungen zu verzichten. , Natürlich würde es für die Reichsregierung feine ileberrafdjung bedeuten, wenn b i e Ab - rüstungskonferenznun ohne Deutschland weitergeführt wird, wie es nach dem Scheitern des Macdonaldschen Vermittlungsversuches die Absicht der englischen Regierung zu werden scheint. Die Reichsregierung hat damit von vornherein gerechnet. Eine neue Situation würde also bei der Fortführung der Abrüstungskonferenz gegenüber dem, was wir erwartet haben, nicht eingetreten sein. Dabei ist man sich auch auf der Gegenseite darüber im klaren, daß d i e Abrüstungskonferenz ohne Deutschland ein Torso ist und niemals zu wirklich entscheidenden Ergebnissen gelangen kann, die geeignet sind, eine Befriedung der Welt her- beizuführen. So ist ganz offensichtlich auch die englische Auffassung zu bewerten, die ausdrücklich die Hoffnung unterstreicht, Deutschland doch noch wenigstens zu einem späteren Termin zur weiteren Mitarbeit bewegen zu können. tivtruppen des Präsidenten Vargas in Rio de Janeiro, in denen die modernsten, grausamem Kriegswaffen zur Verwendung kamen. Auf beiden Seiten wird mit Erbitterung weiter gekämpft, alle Vermittlungsaktionen scheitern, und es ist möglich, daß der Bürgerkrieg bcttd weitere Kreise ziehen und andere Staaten, von Para am Ama- zonenstrom bis ' im südlichen Rio Grande do Sul mit den zahlreichen deutschen Kolonien, in den blutigen Hexenkessel verwickeln wird, denn überall sind die Leidenschaften ins Brodeln geraten. Rio de Janeiro ist von Sao Paulo vollständig chenl-nd verseht. '____... . buntschillernde Vögel umkreisen das Deck, Bamn- riefen, an denen wie züngelnde Schlangenleiber Lianen nach dem Schiff fassen, tauchen am Ufer auf, weiße Häuser, vor denen schwarze Negerkinder spielen, gleiten vorüber, und wenn die Dunkelheit hereinbricht, die schwarz und undurchdringlich ist, zaubert das elektrische Licht wunderliche Reflexe im Wasser, und die Bordmusik wird vom Heulen der Brüllaffen begleitet. shington gesandt worden. Doch verlaute, daß ein amerikanischer Vertreter alsDe- o b ach te r eingeladen werde. Frankreich hat einen neuenPtan Paris, 6. Okt. (WTB. Funkspruch.) Die französische Delegation soll einen präzisen und konkreten „konstruktiven" Plan fertig gestellt haben, der im Augenblick vom französischen Kabinett geprüft wird. Dieser Plan soll das A b r ü st u n g s - mit dem Sicherheitsproblem kombinieren. Seine Hauptpunkte sollen ein Vorschlag über den Kompensativpakt, ein Kontroll - und Sank-- tionssystem, die Internationalisierung der Zivilluftfahrt, die Beschränkung unp Herabsetzung gewisser spezifizierter Angriffswaffen entsprechend der Entschließung der Abrüstungskonferenz vom 22. Juli d. I. und schließlich die Aufrechterhaltung der. durch den Versailler Vertrag vorgesehenen militärischen Klauseln mit gewissen Abänderungen sein. die Reise nach London aufgebe. Der- fd)iebene Blätter fahren schwerstes Geschütz gegen Macdonald auf und versteigen sich sogar zu der Behauptung, daß sich der englische Premier- Minister gegenüber Deutschland gebun- d e n habe und daher um jeden Preis seine Initiative durchdrücken wolle. Heber die Stellungnahme der f r anz ö s i s ch en Regierung verlautet bisher Sicheres nicht. Der offiziöse „Petit P a r i f i e n" schreibt, die Entscheidung Frankreichs werde in erster Linie von der Einstellung Deutschlands, aber auch von dem Programm der Konferenz selbst abhängen. Gleichberechtigung fei ein Ausdruck, unter dem man sehr viel verstehen könne. Man möchte also, bevor man sich an den grünen Tisch sehe, sich genau über den Gegenstand und die Auswirkungen der fünftigen Debatte klar werden. Das Organ Herriots, Ere Rouvelle, erklärt: Wir haben keine grundsätzlichen Einwendungen gegen eine Konferenz, wie die in London geplante, aber das Problem muh klar gestellt werden. Da es sich um das Studium der Gleichberechtigungsfrage handelt, ist wesentlich daß daran alle diejenigen teilnehmen, die es angeh't. Also Polen, die Tschechoslowakei, Sud- Die französische Presse versucht unter Hinweis darauf, daß die englische Initiative auf Einberufung einer Fünfer-Konferenz nach London namentlich bei den Delegationen der kleinen Staaten Beun- . - - - . ruhigung ausgelöst habe, einen besonders st a r- slawien und Belgien. Druck auf Herriot auszuüben, damit er | Brasilien ist kein Land wie die anderen, es ist einWeltteilfürsich, ausgedehnter als Europa, ein Land der schroffsten Gegensätze. Im Norden, im Amazonasgebiet endlose Hrwälder, die keines Weihen Fuß betreten hat, in denen, überwuchert von giftigen Dschungeln und bewacht von I ro^en sollte nicht mehr weiter oer- Indianerstämmen die den Eindringling mit ihren , [ wird Die von herriot vorgebrachten Ein- auf £ Ein Paradies der Anacondas und Klapperschlan- französische Z n st i m m u n a. Wenn der 21 gen, eine fieberschwangere, furchtbare Wildnis. An fang der Aussprache von vornherein beschrankt der' Bolivianischen Grenze liegt die Provinz werde, so würde, wie „Daily Telegraph" sagt, der Mcttto Grosso, deren nördlicher Teil auf dem At- Meinungsaustausch seinen praktischen wert las als weiher Flecken bezeichnet sein mühte, verlieren. 3n London sei man jedenfalls der Denn auch dort steht der Forscher vor unergrün- Ansicht, daß eine ausgiebige Erörterung der verdaten Geheimnissen. Dorthin hat sich letzt die t^jcbenen Auffassungen die notwendige voraus- Ä™.S«K?Ä JäÄ SST«.;-" !°. der angeblich von wilden Indianern gefangen ge- praktische Losung zu finden. Der Amerikaner Vor halten wird. man Davis habe herriot und Simon den drln- 3n Brasilien kommen der Luxus der Zivilisa- gendenWunschAmerikas dargelegl, daß die tion und die Wildheit einer unbezwungenen Na- europäischen Mächte bald Schritteergreisen tur in allernächste Berührung. Man landet in togfen die zu einer Lösung führen könnten. ?men$IK^nGQmnSn8,1i^ VoÄ Wahren-, bi-h-r 'M. dl- W-g u-r.re.-u Reichtum, von Wohlleben und von Deguemlich- wurde, daß eine Fortsetzung der Abrüstungskonferenz feiten einer modernen Kultur umgeben, man ohne Beteiligung Deutschlands undenk- schifft sich auf einem der eleganten Stromdampfer har sei. äußerl man jetzt die Ansicht, daß die Arbeiten ein und fährt den Amazonas 1500 Kilometer bis dieser Konferenz unbedingt fortgesetzt wer- Manaos hinauf. Schon am ersten Tage der Reise, mfi«cn vnd daß ebenso wie bei den Erörterungen wenn sich der Dampfer durch das' Lnfelgewirr der Abrüstungsbureaus die deutsche Richt- Mündung wmdet. glaubt - W ^n Mar. L e,,, H , n , . u f , f n . . . e . w°rd-n -- - ~ ~ ' müsse. Man hofft, daß der weitere Gang der Abrüstungskonferenz eine Lage schafft, die es Deutschland ermöglicht, seine Mitarbeit am Abrüstungswerk Die Hfer des Stromes verengern sich allmählich, man fährt in einem grünen Korridor dahin, der ab und zu von Pflanzungen unterbrochen wird. Hnd dann nach tagelanger Stromfahrt legt man am Quai der Hrwaldstadt Manaos an. Am Anfang des Jahrhunderts noch ein unbedeutender Flecken, nahm die Stadt bald einen ungeahnten Aufschwung. Sie wurde zum Zentrum der Gummigewinnung, Millionen wurden verdient und Millionen wurden dort in Luxus unb in Orgien vertan, das weihe Gold verhieß jedem Reichtum, man brauchte es bloh zu greifen; aber dann tarn der große Rückschlag, die (Summi- preise sanken, und der Bankerott brach über Manaos herein. Aus der Glanzzeit sind noch manche Prachtbauten gebtieben, und mit dem Auto kann man mitten in den Hrtbalb fahren, wo wilde Indianer und Raubtiere die letzten Villen der Stadt umschleichen; hinter Manaos hört jede Zivilisation auf, dort hinter dem grünen Vorhang öe« . ___________ _ Hrwaldes liegt auf Tausende von Kilometern getroffen. Angeblich Wunsche Herriot genauere ein zum großen Teile unbekanntes Brasilien. Informationen darüber, was geplant Fährt man vbn Para südwärts längs der Küste werde, bevor er sich festlege. Auch aus Berlin ü be r Pe r n a m b uc o und B a h i a n a ch R i o I läge noch keine Antwort vor. Macdonald habe de Janeiro, so legt der Dampfer im schönsten t>en 11. Oktober für die Konferenz vorgeschlagen. Hafen der Welt an. Alles ist Farbenpracht und Falls die Konferenz doch noch zustande komme, Herrlichkeit ein Traumbild des Paradieses. Die dann werde es wahrscheinlich einige Millionenstadt mit den prachtvollen Avenüen, mit Tage später werden. Angesichts der Ertta- den modernen Straßenzügen versinkt im tropischen rung der amerikanischen Regierung, daß sie an Grün der Hügel, und im Hinterlande bis zu den bet Frage der Gleichberechtigung nicht mterei- Bergen von Sao Paulo reiht sich eine reiche Plan- siert sei, sei keine Einladung an W a - tagv an- die andere. Von dort, aus dem Staat | Sao Paulo, stammt der K a f f e e r e i ch t u m --------------------------" Brasiliens, aber von dort kommt auch die Städte die sich noch in der Gewalt der Zen° schwereKrise. die das Wirtschaftsleben er- tralregierung befinden, bringt. Der Kommanbant schüttert und ben K e i m z u m D ü r g e r f r i e g e &cr Hauptstabt, Oberst Alberto, hält bie Be- gelegt hat, denn Rio de Janeiro liegt mit dem völkerung mit eiserner Hand nieder, der geringste Staat Sao Paulo in blutigem Kampf. Unter der I -Erdacht mit Sao Paulo zu sympathisieren, führt seltsam klingenden Bezeichnung M. M. D. C„ das Verhaftungen und zu Verurteilungen durch sind die Anfangsbuchstaben der früheren Revolu- ^ag Standgericht, und so weih man in Rio, ob- tionsführer Miragaia, Martins, Dvakio und Ca- ^hl man bisweilen in der Ferne Kanonendonner margo, hat sich in Sao Paulo ein Kriegstomitee ^ren fanTli nicht, was an der Front des Bürgergebildet, das eine Armee von etwa 200 000 Mann fricgeg vor sich geht. aufgestellt hat, die Etappen organisier^ das besonders schwer wird durch bie Kämpfe der Geldwesen ordnet, die Frauen in bie Herstellung » «s <» <. k) a n b e l getroffen. Aus Sao Paulo von Munition und ins Sanitätswesen einstellt und | 6Dn 0antog Unb Rio be Janeiro pflegten täglich etwa .15 000 Sack Kaffee befördert zu werben. Heute stauen sich biese Vorräte ungenutzt auf unb vergrößern ben an sich Aon ungeheuren unverkäuflichen Heberschuß an Brasilkaffee. Im Lause ber letzten Jahre haben sich zur Disposition ber Regierung etwa 18 Millionen Sack Kaffee angesammelt, bie, um den Markt zu halten, nicht zu billigen Preisen Der schleudert werden sollen, und die deshalb zmn Teil verbrannt werden. Der Weltverbrauch an Kaffee beträgt in runden Ziffern 24 Millionen Sack, jedoch wäre Brasilien allem in der Lage, 30 Millionen zu produzieren. Europa Hai seine eigenen schweren Sorgen, und so bringt benn nur ein schwaches Echo von den blutigen Kämpfen in Brasilien, vom Hrtoalb» frieg im Gran-Chaco unb von ben Revolutionen im sübamerikanischen Kontinent über ben Ozean herüber Die Psychologie ber borkigen Menschen mag eine anbere sein, bas Blut ist heißer, bie Leidenschaften entzünden sich leichter, aber die Leiden sind dieselben. Graf Keyserling nennt die Südamerikaner ..Gaüamenschen". die wünschten wir ihm dazu besten Erfolg. Die Reichs« k regierung müsse sich vorläufig auf die aufmerksame ' diplomatische Beobachtung der Abrüftungssaboteure beschränken. — Die „B ö r s e n z e i t u n g' meist darauf hin, daß man in gut unterrichteten politischen Kreisen Berlins noch kurz vor dem Eintreffen der Londoner Meldungen das Zustandekommen der Konferenz etwas optimistischer beurteilt habe, aber Herriots Intransigenz sei wieder einmal stärker gewesen als der gute Wille Englands. Wir brauchen eine Aenderung des Wehrsystems. Grüner über aktuelle Wehrfraaen. Berlin, 5. Oft. (EBB.) Hier svrach Reichswehrminister a. D. Groener über „aktuelle mit Empörung Kenntnis genommen von dem ungeheuerlichen Urteil gegen St. Lippert und Krause. Es sollen hier auf Grund der Rotverordnung Männer ins Gefängnis geworfen werden, die nach bestem Wissen und im Interesse der Volksgesundheit Zustände beleuchtet uni) sich mit Persönlichkeiten befaßt haben, die durch Zeugen, und Sachverständigenaussagen im Verlaufe des Prozesses jedenfalls vor der gesamten Oeffentlich- keit aus Klägern zu Angeklagten wurden. Während sich für die tägliche Verleumdung Adolf Hitlers und der Führer der deutschen Freiheitsbewegung kein Staatsanwalt findet und kein Gefängnis öffnet, werden nationalsozialistische Iournalisten, die aus ihrer Ueberzeugung im öffentlichen Interesse kein Hehl machen, mit schwersten Strafen belegt. Die Reichsarbeitsgemeinschaft erbebk gegen dieses Urteil, das völlig unhaltbar ist. allerschärfsten Protest.' Oie Bürgermeisterwahl in Reustadt (Odenwald). DTR. Wie die Pressestelle der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz mitteilt, hat bei der Bür- germeisterwahl in Neustadt im Odenwald über- Haupt kein Nationalsozialist kandidiert, geschweige denn Gauleiter Lenz. Don bürgerlicher Parteiseite wurde allerdings u. a. auch ein Kandidat namens Lenz aufgestellt. Auch das Wolffbüro bestätigt, daß es sich um ein Mißverständnis handelt. (Bauleiter Lenz hat nicht kandidiert, sondern ein Neustädter Einwohner gleichen Namens. Wehrfragen". Deutschland fordere Abrüstung und Gleichberechtigung. Es müsse in die Lage versetzt werden, seine Grenzen zu verteidigen. Hierfür sei aber nicht allein die Zahl und Art der Waffen, sondern vor allem eine Aenderung des Wehrsystems entscheidend. Deutschlands gegenwärtige Reichswehr sei trotz hervorragender Leistungen nicht in der Lage, allen Aufgaben gerecht zu werden. Rotwendig sei, eine auf allgemeiner Wehrpflicht beruhende Miliz mit kurzer Ausbildungszeit, insbesondere in den Grenz- gebieten, neben die Reichswehr zu schalten. Die Dienstzeit der Reichswehr müsse herabgesetzt werden. Dadurch würden auch genügend Mittel frei, um die Aenderung des Wehrsystems ohne wesentliche Mehrheit herbeizuführen. Diese Forderungen bedeuten keine Aufrüstung, sondern lediglich die Herstellung der einfachsten Doraussetzunggen der Landesverteidigung. Oas Urteil im Prozeß Weiß contra „Angriff". Gefängnisstrafen für beide anceklagten Redakteure. Berlin, 5. Oft. (CNB.) Im Prozeß gegen die verantwortlichen Redakteure d e s „A n gr i f f" «wegen Beleidigung des bisherigen Berliner Pvlizei- vizepräsidenten Dr. Weiß und des früheren Polizeipräsidenten Grzesinski beantragte Oberstaatsanwalt Dr. Burchardi gegen den verantwortlichen Lokalredakteur Krause eine Gefängnisstrafe -von fünf Monaten und gegen den verantwortlichen politischen Redakteur Dr. Lippert eine Geldstrafe von 1500 Mark. Die Strafkammer verurteilte Dr. Lippert wegen Beleidigung des Polizeioize- prcflbenten Dr. Weiß und wegen übler Nachrede gegen Dr. Weiß und den Polizeipräsidenten Grzesin- fti z u drei Monaten Gefängnis; der Angeklagte Redakteur Krause erhielt wegen der gleichen Vergehen fünf Monate Gefängnis. Die Kosten des Verfahrens fallen den Angeklagten gur Last. In der Urteilsbegründung erklärte der Vorsitzende, daß die Angeklagten den Wahrheitsbeweis für ihre Behauptungen nur lehr lückenhaft angetreten hätten. Bei der Nachprüfung der Frage, ob die Angeklagten i n entschuldbarem guten Glauben gehandelt hätten, habe das Gericht feststellen müssen, daß die diesbezüglichen Unterlagen so dürftig waren, daß ihnen dieser gute Glaube nicht ^gebilligt werden konnte. Auch die Anwendung des Paragraphen, der die Wahrung berechtigter Interessen behandelt, komme für die Angeklagten nicht in Frage. Nationalsozialistischer Protest. München, 6. Oft. (TU.) Die »Reichs arbeit s g e m e i n sch a f t der nationalsozialistischen I o u r n a l i st e n" hat an den Reichsjustizminister ein Telegramm gesandt, in Dem es heißt: „Sie Reichsarbeitsgemeinschaft hat Parteien im Wahlkampf. Reichspropagandatagung der NSDAP. München, 5. Oft. (TU.) In München begann die dreitägige Reichspropagandatagung der RSDAP., gleichzeitig mit einer Pressetagung der Parteiverbände. Die gemeinsame Sitzung wurde, wie die Reichspressestelle der RSDAP. mitteilt, vom Reichsorganisationsleiter Gregor Straßer eröffnet. In der Geschichte der Ration, so führte Straßer u. a. aus, werde einmal der 1 3. A u g u st, an dem man den Führer der größten politischen Bewegung Deutschlands die ihm zukommende Führung der Regierung verweigert habe, als ein Verbrechen angesehen werden. Ohne Rückhalt im Volke gebe es keine wirkliche Regierung. Wenn die heute noch regierenden Herren wirklich überzeugt waren, daß das nationalsozialistische Programm schon nach sechs Wochen scheitern müßte, warum hätten sie dann eine solche Angst vor den Rationalsozialisten? Aber die Drahtzieher wüßten nur zu genau, daß das nationalsozialistische Arbeitsbeschafsungspro- grgmm, wenn die RSDAP. regiere, nicht scheitern, sondern daß eine nationalsozialistische Rez gierung es auch durchführen werde. Das jüdisch- liberalistische System, das sich aus Furcht vor dem Rationalsozialismus in die Arme der Reaktion werfe, wisse, daß man vor der grundlegendsten geistig revolutionären Entscheidung stehe, die jemals das deutsche Volk zu fällen hatte. Der innere seelische und geistige Aufbruch des deutschen Volkes sei da, als das sichtbare äußere Ergebnis des Kampfes Hitlers und seiner Bewegung. Rach kurzen Ausführungen des Reichswahlleiters der RSDAP, Staatsminister a. D. Dr. Frick, über die technischen Wahlvorbereitungen und die Aufstellung der Wahlvorschläge wurde in die Sondertagungen der Landesinspektoren und Gauleiter, der nationalsozialistischen Haupt- fchriftleiter und der Verlagsleiter eingetreten. In der morgigen Reichspropagandatagung, die sich mit der politischen Haltung und der Durchführung des Wahlkampfes befaßt, wird Adolf Hi tler das Wort ergreifen. Der Deutsche Nationalverein zur Reichstagswahl. Berkin, 5. Oft (ERD.) Der Vorstand des Deutschen Rationaldereins gibt zur kommenden Reichstagswahl seinen Freunden Richtlinien, in denen es heißt: Der Deutsche Rationalverein hat vor dieser Reichstagswahl den Versuch gemacht, die Parteien der bürgerlichen Mitte zusammenzuführen, um erneuter Zersplitterung vorzubeugen. Dieser Versuch ist mißlungen. Eigene Wahlbeteiligung an der kommenden Reichstagswahl lehnt der Deutsche Rationalverein ab. Der Deutsche Rationalverein erwartet aber von seinen Mitgliedern und Freun- den, daß sie in ihrem bisherigen Wirkungskreis alles daransetzen, um zu verhindern, daß der Wahlkampf in der Hauptsache mit Erbitterung zwischen den Splittern der Mittelparteien geführt wird. Der Kampf hat den radikalen Parteien rechts und l i n k s zu gelten. Gestörte Wahlversammlungen. Essen, 5.Oft. (END.) In einer deutsch- nationalen Wahlversammlung im Städtischen Saalbau kam es zu stürmischen Auseinandersetzungen zwischen dem Hauptredner, dem Reichstagsoizepräsidenten Graef und zahlreich er- schienenen Nationalsozialisten. Die Polizei mußte eingreifen und einige Störer aus dem Saale führen, unter ihnen den Führer der Essener Na- ttonalsoziatisten Zilkens. Die Nationalsozialisten stimmten darauf Kampflieder an und verließen schließlich die Dersammlung. — Auch in Berlin, wo die Deutschnationale Volkspartei acht Wahloer- sammlungen in den verschiedenen Stadtgemeinden veranstaltet hatte, kam es überall zu heftigen Lärm- szenen und Störungsversuchen durch nattonalsozia- listische Besucher. Die Störungen machten es in allen Fällen notwendig, daß die Polini eingreifen mußte, um einen ordnungsmäßigen . Ablauf der Versammlungen zu gewährleisten. Das Zentrum und papen. Kampf um eine Wahlplattform. TU. M ü n st e r, 6. Oft In einer Versammlung des Alt-Windhorst-Dundes sprach Landtagsabg. Graf vonGalen über die Stellung des Zentrums zur Regierung von Papen. Bis jetzt habe das Zentrum noch feine Wahlparole. Richt ohne weiteres könnten die Zentrumswähler einer offiziellen Parole folgen. Es sei vielmehr ihre Pflicht, diese Parole mitzube stimmen. Brüning sei nicht gestürzt worden wegen einiger Dinge, die, wie die Siedlungsfrage, in seiner geplanten Rot- vervrdnung standen, sondern weil Hindenburg die große Bewegung des Rationalsozialismus in die Verantwortung einspannen wollte und weil in diesem Punkt Meinungsverschiedenheiten bestanden, zum mindesten über den Zeitpunkt, wann der Rationalsozialismus einge- sparmt werden sollte. Die verantwortliche Entscheidung Hindenburgs, der eine Rechtsregierung wollte, müsse anerkannt werden. Denn der Reichspräsident wollte damit zugleich d i e älebernahme der Gesamtmacht durch den Rationalsozialismus verhindern. Die Verhandlungen Papens mit Hitler über die Regierungsbildung seien an der Mehrforderung Hitlers gescheitert Das habe einen unerwarteten Er- folg gezeitigt: die Kraft der nationalsozialistischen 4. Fortsetzung. Rachdruck verboten! Und er durfte yichts gegen ihn unternehmen, mußte es dulden, daß er in sein Haus kam. ilnb alles um diese Frgu, die vor drei Iahren in seinem Leben gewesen war und von der er heute noch nicht wußte, ob es von ihr nicht von allem Anfang an ein wohlüberlegtes, mit diesem Manne, der heute in seinem Hause war, abgekartetes Spiel gewesen war. Vielleicht! Vielleicht aber tat er ihnen auch unrecht! Oder — ging das Spiel sogar so weit, daß Altendorf überhaupt nur hier in diese Stadt gekommen war, um sich an ihm zu rächen? Sich Zugang zu seinem Hause zu verschaffen? Wie töricht Hilma auf diese ganze Angelegenheit hereingefallen war! Eie bezog des Sängers Interesse nur auf sich! Wie sie ja von jeher sich immer in den Vordergrund gedrängt hatte. Was bezweckte Altendorf eigentlich? Altendorf? Ein Künstlername! Als er ihn vor drei Iahren kannte, war er Heinz Lerhoff. War er ein eleganter Weltenbummler! Lieh er im Gespräch durchblicken, daß er es nicht nötig habe, zu arbeiten, spielte dabei auf riesige Unternehmungen seines Vaters in Holland an. Ein warmer, berauschender Abend in Baden» Baden. Die schöne Frau Rora Sellin ihm, Loh- ^arten. gegenüber auf der Terrasse des vornehmen Vom Kurgarten klangen betörende Melodien herüber, und eine weiche, träumerische Stimmung war in ihm. Seit Wochen waren sie nun täglich zusammen, ©eit vier wundervollen Sommerwochen. Da tauchte Heinz Lerhoff auf! Der Sohn deS schärfsten Konkurrenten der Lohgarten-Werke! Er war bald genug der Liebling der Gesellschaft, rind der schönen Rora Sellin näherte er sich mit eleganter Selbstverständlichkeit. llnb — sie ließ ihn abfallen! Sie zeigte ganz offen, baß Jic seine Gesellschaft nicht mochte, lind Hemz Lerhoff lächelte höhnisch. Dann kam die schwere Auseinandersetzung der beiden Herren an jenem Dallabend, und eS kam der Augenblick, wo Heinz Lerhoff sagte: .Ich weiß nicht, was Sie wollen, Herr Loh- Ufr1 toUl '* na^rc "üch meiner Frau, so viel »Ihrer Frau? Ist Rora Sellin Ihre Frau?" Bos SM loiiö Den Ski Roman von Gert Nothberg. Copyright by Martin Feuchttoanger, Halle (Saale) „Ia! Cs hat einen kleinen Zank zwischen uns gegeben; ich bin ihr nachgereist — noch zwei bis drei Tage und ich werde meine Frau küssen, so viel ich will." Fritz Lohgarten hatte sich steif aufgerichtet. „Verzeihung! Mir wurde Frau Lerhoff als Rora Sellin und als junge Witwe bezeichnet." „Ach ja, Rora liebt schon immer solche Sachen. Unb mir macht sie' Spaß. Aber nun werden Sie doch einsehen, daß..." „Gewiß, Herr Lerhoff, ich habe längst eingesehen. Und — ich reise noch heute ab." „Wie Sie wünschen. Mich hätte Ihre Anwesenheit in Baden-Baden durchaus nicht gestört. Doch — wir haben noch eine Kleinigkeit zu besprechen. Ihre Firma hat mit der Orsleh-Com- Pany Verträge geschlossen?" „Ich wüßte nicht, wie ich dazu käme, Ihnen Rede und Antwort zu stehen", hatte Lohgarten verächtlich erwidert. Ieht schon wußte er, in was für eine raffinierte Falle er gegangen war. Der andere klemmte das Einglas ein, lachte hohnvoll. „Richt? Ich denke aber doch, daß Sie sich be- hnnen werden. Ich würde es mich etwas kosten lassen, mein Herr!" Ohne ein weiteres Wort verließ Lohgarten das Zimmer. Am anderen Morgen, als er packte, fap er ruxb einmal seine wichtigen Papiere durch' ™ ?Ä^ge mit der Orsleh-Company fehlten! Gestohlen! L^hoff hotte sie ihm gestohlen! Kein <3tocifel — sie, nur sie konnte es getan haben. Em ungeheurer Ekel packte ihn. So also arbeiteten heute Menschen, die um jeden Preis zum Ziele kommen wollten. Was sollte jetzt geschehen? Der Generaldirektor der Orsleh-Company war bereits vor einigen Tagen abgereift. Die ganzen, wochenlangen Verhandlungen in Baden-Baden waren umsonst; er hatte nichts mehr in Händen Und die Firma Lerhoff würde nicht zögern, die nunmehr geschaffene Situation gründlich auszu- nühen. Ein Telegramm nach dem andern jagte er hinüber in die Staaten, ohne eine Antwort zu erholten. Aber in den Dörsenzeitungen las er von der Verbindung der deutschen Firma Lerhoff mit der amerikanischen Orsleh-Company I Cin Schaden, der ihn ruinieren konnte. Es kam nicht dazu! Aber es wußte keiner von den vielen durcharbeiteten Rächten des Chels der Lohgarten-Werke. Er schaffte es! Der Schurkenstreich hatte ihm das Lebensmark nicht genommen. Aber es blieb eine wunde Stelle im Herzen Fritz Lohgartens. Daß er sich in einer Frau so hatte täuschen können, das verzieh er sich nie! Und nun tauchte der Mann, der durch ein verächtliches Manöver ihn damals hatte schädigen wollen, plötzlich hier in dieser Stadt auf. Rein, in sein Haus hatte er sich geschlichen. Er war heute ein berühmter Sänger! Richtig, der Mann hatte damals in Baden- Baden anläßlich des Geburtstages des reichen Rumänen in einer Herrengesellschaft einige Lieder zum besten gegeben. Und er erinnerte sich auch, daß man Lerhoff den guten Rat gab, sich mit dieser wunderbaren Stimme Geld zu verdienen. Aber er hatte nur gelacht. Ihm, Loh- garten, war dieses Lachen- da als unsympathisch und eitel erschienen, trotzdem er ihn kaum kannte. Denn zu diesem Zeitpunkt hatte er ja noch keine Ahnung gehabt, daß Rora Sellin die Frau dieses Mannes sein könnte. Was wollte Lerhoff, oder wie er sich jetzt nannte, von ihm? Denn er wollte doch wieder etwas. Mit einem ganz bestimmten Ziel war er hierhergekommen! Aber er sollte ihn gewappnet finden. Die Lerhoffs schienen es sich zur Aufgabe gemacht zu haben, die alte Firma Lohgarten zugrunde zu richten. Es würde ihnen jedoch nicht gelingen. Riemals würde es ihnen gelingen! Fritz Lohgartens Züge wurden hart. In den Hellen, blauen Augen brannte es. "Seine Freunde würden jetzt gesagt haben: „Aha, jetzt nimmt Lohgarten sich etwas aufs Korn! Ietzt kann der andere sich freuen!" Fritz Lohgarten richtete sich hoch auf. Seine nervige, gestählte Hand strich über die heiße Stirn. Einen kurzen Augenblick noch des Rachdenkens, dann ging der Chef der Lohgarten-Werke wieder zur Gesellschaft zurück. Drittes Kapitel. „Dedaure sehr, Mama, ich kann dir da keinerlei Ausschluß geben — nur soviel, daß ich nicht wünsche, daß Altendorf in meinem Hause verkehrt." Frau Lohgarten war außer sich. Oder, besser gesagt, sie tat so! Innerlich triumphierte sie nämlich. Fritz war eifersüchtig! Er war eifersüchtig auf ben Sänger, weil der sich so auffällig um Hilma bemüht hatte. Vornehm-lässig hob sie die Schultern. "■^Kin lieber Sohn, ein bißchen näher wirst du M^ voch erklären müffen. Schließlich bin ich als IHutter bod) erfreut, wenn ein solch berühmter uch um Hilma bewirbt. Daß er bai tut, paben alle unsere Gäste am gestrigen Abend fest- stellen können." hätte gewünscht, Hilma wäre zurückhaltender gewesen." Äaum hatte er es gesagt, bereute er eS auch fajon. Denn er sah das strahlende Lächeln seiner Bewegung sei gebrochen und, weil der Ratio» nalismus der Verlierer sei, sei er so zahm ge* worden, daß er sogar Verhandlungen mit dem Zentrum begonnen habe und sich auf den Boden der parlamentarischen Demokratie stelle. Was das Regierungsprogramm angehe, so müsse auffallen, daß die Reichsregierung sich so entschieden zu christlichen Grundsätzen bekenne. Das Agrarprvgramm der ReichSregierung sei zu billigen, während das s v - zialpvlitische Programm im Hinblick auf die generelle Ermächtigung zu schweren Bedenken Anlaß gebe. Beim Wirtschaftsprogramm sei entschieden Mitarbeit erwünscht, um insbesondere den arbeitenden Schichten bald wieder zu einer besseren Lage zu verhelfen. Auch dem kulturpolitischen Programm müsse man weitgehend zustimmen. Eine Tolerierung des Regierungsprogramms durch das Zentrum werde aber bisher für unmöglich erklärt. Der Parteivorstand habe eine programmatische Kundgebung in Aussicht gestellt, die Prälat Kaas am 14. Oktober in Münster verkünden soll. Diese Kundgebung solle die klaren Linien der zukünftigen Zen- trumspolitik enthalten und die Plattform für den Wahlkampf bilden. Die katholische Arbeiterschaft stehe geschlossen zu den Parolen des Par- teivorstandes, wohingegen die Zentrumswähler zum größten Teil ganz anders eingestellt feien. Sie fäben in dem Kampf gegen das Kabinett Papen den Kampf um die Rettung der formalen Parlaments- demvkratie und verständen infolgedessen nicht die Verhandlungen mit den Rationalsozialisten. Diese Wähler wünschten, daß das Zentrum das Kabinett Papen toleriere und daß man in dieser Stunde, wo es um die Zukunft des Da> terlandes gehe, m i t a r b e 11 c. Sie forderten eine starke Staatsautorität und ständen geschlossen hinter dem Reichspräsidenten. DieKandidatenliste derDVp.sürHeffen Frankfurt a. W., 5. OIL (WER.) Der Landesausichuh der Deutschen Dolkspartei des Wahlkreises Hessen-Darm st adt trat heute in Frankfurt zu einer Sitzung zusammen und stellte für die Reichstagswahl folgenden Wahlvorschlag auf: 1. Rechtsanwalt Singel- dey - Berlin, 2. Bürgermeister Dr. Riepoth - Schlitz, 3. Lehrerin i. R. Frl. (Birnbaum- Gießen, 4. Metzgermeister Becker- Offenbach, 5. Landwirt Pfeiffer- Schwabei heim (Rhein- Hessen). 6. Fabrikant Heyne, Regierungsrat a. D., Offenbach, 7. Polizeiverwaltungssekretär Ahl- Darmstadt, 8. städtischer Angestellter Heu- lohn- Darmstadt. Hindenburgs Geburtstag in der italienischen presse. In einem Geburtstagartikel der „I r i b u n a* heißt es: das Leben Hindenburgs war ein einziger Weg der Treue und Pflichterfüllung. Als er in dem schweren Augenblick des Jahres 1925 noch einmal auf feine Ruhe verzichtete und die Verantwortung für das Reich auf sich genommen habe, habe er zweifellos überraschende staatsmännische Gaben entwickelt. Der Aufsatz fährt dann fort: über Hindenburg als Staatsmann endgültig zu urteilen fei jedoch noch zu früh, die Geschichte werde zeigen, ob er mit dem Ausschluß Hitlers und seiner jungen Bewegung denselben Weitblick bewiesen habe, wie auf dem Schlachtfeld von Tannenberg. Nachprüfung der Lage des Gelsenkirchener Konzerns. B e r 11 n, 6. Ott. (CNB. Funkspruch.) Amtlich wird bestätigt, daß der Mitinhaber des Bankhauses Hardy & Co., Bankier von Flotow, im Auftrage der Reichsregierung dieLage der Gelsenkirche- ner Bergwerks AG. an Ort und Stelle nach- Stiefmutter, und er wußte, daß sie ihn jetzt falsch verstanden hatte. Frau Lohgarten trat zu ihm, legte die Hand auf seinen Arm und sagte mit süßem Lächeln: „Das heißt also, daß du bereit bist, meinen innigsten Wunsch zu erfüllen?“ „Rein! Davpn kann keine Rede sein. Ich wollte nur sagen, daß Hilma mit ihrem allzu großen Entgegenkommen dem Sänger gegenüber sich nur unnötig dem Gespött ausseht", sagte er hart. Verletzte Eitelkeit und wilde Empörung schüttelten sie. Fast keuchend sagte sie. „Es geht dich nichts an, was Hilma tut. Äach- dem du sie verschmähst, kann es dir ganz gleich sein, w?n sie heiratet." „Gewiß! Ich möchte dich aber bitten, in vier Wochen in unsere Villa am Pfeilsring überzu- siedeln. Mit Hilma! In meinem Hause bin ich der Herr, und ich allein bestimme, wer eingeladen wird." Fassungslos sah sie ihre Macht diesem Manne gegenüber vollständig vernichtet. Im Grunde genommen aber hatte sie ja niemals irgendeine Macht über ihn besessen. Er war nur viel zu gutmütig gewesen, um ihnen groß hineinzureden, wenn sie sich etwas wünschten oder wenn sie irgend etwas veranstalten oder besuchen wollten. Ietzt aber handelte es sich um Schwerwiegende». Wenn sie sich seinen Wünschen nicht fügen wollten, bann war es besser, sie hatten ihren Haushalt für sich. „Unerhört!" Frau Lohgarten muhte sich, eine hohcitsvolle Haltung xu zeigen. Dann fuhr sis fort: „älnd das wagst du mir zu bieten?" „Gewiß! Ich sehe keinen andern Ausweg." „Und wie hast du dir die finanzielle Regelung gedacht?" Er nannte ihr die Summe, die er ihnen monatlich zur Verfügung stellen wollte. Eine ganze Weile war Frau Lohgarten sprachlos, dann aber sagte sie außer sich: „Einen solchen Bettel wagst du uns anzubieten? Davon können wir nur ganz bescheiden leben.“ „Gewiß! Cs ist aber immer noch dreimal so viel wie das, was du zur Verfügung hattest, ehe mein Vater dich zur Frau nahm. Es war mir hier schon immer zu viel. In einer solchen Zeit, too andere Menschen hungern und darben, sind glänzende Festlichkeiten nicht angebracht; aber ich habe euch eben um des lieben Friedens willen leben Wunsch erfüllt. Was diesen Herrn Alten» dvrf anbetrifft, muh ich unerbittlich bleiben. Er betritt mein Haus nicht mehr." „WaS sollen die Menschen dazu sagen? Sie haben es doch schon gestern feftgefteUt, wie du Herrn Altendorf gegenüber stehst , sagte sie, und sie wußte nicht, was jetzt zu tun sei. (Fortsetzung folgt.) Aus der Provinzialhauptstadt wie falsch sollte nur % LAi 7t . ..prc.se. G ictzcner ■MÜH ttB MMÜ icn «« d-S krt. ontn itbtn ijifltr i i«n nmal rtunfl )t er i erd« ichen« ei je. n, ob wirb haidy lt der belach« Bahnhofstraße: „Die elf Schillfchen Offiziere . Astoria Lichtspiele, Seltersweg: „Der König Steppe" und „Drei Tage auf Leben und Tod". t tzmd -ein: icinen 16- im« roch, »in« M :dm Ku- ante :ge' »eine l »u den, sie llen. M doU* LhaU 6üt- ci' leid) Kleine politische Nachrichten. Wie die „DAZ." meldet, werden im Zuge neuer Ersparnismahnahmen im Auswärtigen Dienst insgesamt 20 Konsulate aufgehoben werden. Der Haushalt sah die Beseitigung von sieben Konsulaten vor. Unser Gießener Reichswehrbataillon wird sich, wie bereits int vorigen Winter, auch in den bevorstehenden Wintermonaten an der Speisung von hilfsbedürftigen Kindern unserer Stadt im Rahmen der Gießener Winternothilfe 1932/33 beteiligen. Bekanntlich hat unser Bataillon im vorigen Winter täglich etwa 150 Kindern eine kräftige und schmackhafte Mittogsmahlzeit geboten, deren Kosten von den Angehörigen der Garnison durch freiwillige Spenden aufgebracht wurden. Ferner stellt das Bataillon der Gießener Winter- . ^rtreten nothilfe aus dem Ertrag des 1. Hessischen Grenadiertages eine Barspende von 1000 Mark zur Unterstützung von hilfsbedürftigen Familien zur Verfügung. Die großzügige und opferfreudige Mithilfe der Offiziere, Hnteroffi- ziere und Mannschaften unseres Bataillons wird sicherlich in allen Kreisen der Bürgerschaft die verdiente dankbare Anerkennung finden. inländische 11 bis 12, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 23, Endivien 10 bis 15, Oberkohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 8 bis 10, Sellerie 10 bis 35; das Bund: Radieschen 10 Pfennig. Beamten-Versammlung der NSDAP. Die Rationalsozialistische Deamten-Arbeitsge- meinschaft und die Arbeitsgemeinschaft nationaler Reichsbahnbeamter hatten zu gestern abend zu einer öffentlichen Beamten-Versammlung im Der Führer der brasilianischen Aufstän« dischcn, General Berthold Klinger, ist verhaftet worden und in Rio de Janeiro ins Gefängnis gebracht. Er wird voraussichtlich vor ein Kriegsgericht gestellt werden. an der Haardt wurde die Taufe des neuen Weins vorgenommen. Der Rame wurde durch Stimmzettel gewählt. Der 32er erhielt die Bezeichnung „A n k u r b le t“. Bekanntlich trug der 31er den Rainen „K r i s l i n g". Tod auf der Stelle eintrat. Der Pfälzer 32er heißt „Ankurbler". Auf dem pfälzischen Weinlesefest in Reustadt al so t, ehe ■ mit sind er Ville" fl. vier iid>. Inge* Reichswehrhilfe für das Gießener Winierhilfswerk. i’Ue» ttbe Dor. I in Of. >ge- ^n« den Aus aller Welt. Autounglück bei Venedig. — Drei Tote. In der Nähe von Benedig stürzte ein Kraftwagen mit sieben Insassen in der Dunkelheit bei einer schmalen Kurve in einen 500 Meter tiefen Abgrund. Drei Personen wurden getötet, vier Passagiere wurden auf die Böschung geschleudert und erlitten nur leichte Verwundungen. Dreijähriger Knabe erschießt feine Schwester. jeluns prach- ,Sie >it du * yfw , eine je si» ar- :n« ’9 u T r x rA.f(s jedem Volksgenossen der Luftraum gegönnt werde. Im Finnischen Meerbusen sind einem Schiffs- Glicht allein der nationale Gedanke dürfe im Unglück acht Menschenleben zum Opfer ge allen. Vordergrund stehen, vielmehr gelte es, sozial Ein ausländisches Schiff erbat von dem russischen ^in Die Regierung von Papen könne mit Dampfer „Prijemny" einen Lotsen. Ein Mit acht ^ren Maßnahmen das Volk nicht retten, denn Personen besetztes Boot sollte ben Lotsen hinüber- fermsten werde immer noch mehr genommen, bringen. Das Boot stieß jedoch mit dem Dampfer Industrie aber Geld zugeworfen. Wer von zusammen und s a n k. Alle acht Insassen ertranken. i>en Industriellen rigoros gewesen sei und rück- ------ sichtslvs Arbeiter auf die Straße gesetzt habe, ..............erhalte jetzt in Form der Prämie für Arbeiter- --------------------------------—-------- einstellung eine Belohnung. Herr von Papen hätte besser getan, in seinem Programm die Rot des Volkes mehr zu berücksichtigen. Die Entwicklung der Verhältnisse in der jüngsten Vergangenheit werde nur dazu geeignet sein, der RSDAP. neue Kräfte zuzuführen. Der Reichstag, der am 6. Rovember gewählt werde, sei für die Regierung ein entscheidendes Faktum. Als zweiter Redner sprach Reichsbahnobersekretär G a u b, Frankfurt, über „Reichsbahn und Beamtenratswahlen". Am 9. und 10. Oktober sollen die Beamtenratswahlen bei der Re.chsbahn stattfinden. Viele Reichsbahnbeamte wünschten, daß Schluß gemacht werde mit einer Politik, die die Verschacheruny der Reichsbahn an das internationale Finanzkapital verschuldet habe. Unfähigkeit und zum Teil auch Tlnehrlichkeit habe das bisherige System charakterisiert. Bei der Reichsbahn gebe es drei Gruppen, die sich berufen fühlten, die Interessen der Eisenbahner u_ Das geschehe aber mehr oder weniger in einer Form, die durchaus nicht immer im Interesse der Mitglieder liege. Man sympathisiere in diesen Organisationen mit marxisti- schen Gedankengängen. In seinen weiteren Ausführungen kennzeichnete der Redner die Berufsorganisationen der Eisenbahnbeamten im einzelnen, charakterisierte in Verbindung damit die Auswirkungen des Voungplans und die gegenwärtige Lage der Reichsbahnbeamten. Die Arbeitsgemeinschaft nationaler Reichsbahnbeamten folge der Lehre Adolf Hitlers, als einer Bewegung, die das Wohl des gesamten deutschen Volles im Auge behalte. Diese Arbeitsgemern- schast erstrebe als Wesentliches die Verwirklichung des Gedankens: „Die Reichsbahn wieder dem deutschen Volle!" Man wolle den deutschen Eisenbahner zum Rationalsozialisten erziehen. Das bedeute nicht, daß man mit der 'Beamten- pflicht in Konflikt komme, denn man kämpfe für die ganze Ration. Die Beamtenratswahlen des kommenden Wochenendes seien von entscheidender Bedeutung für die Position des ReichHbahn- beamlen und für den Kurs in marxistischem oder nationalsozialistischem Sinne. „Rational und Sozial" müsse die Parole lauten. Die beiden Referate lösten eine Aussprache aus. Je ein Vertreter der Gewerkschaft der Lokomotivführer und des Deutschen Deamten- bundes sprachen gegen die Ausführungen der ßlau$unkt4Pf. mit und ohne (yltundstück, R F ASTORIA G • M • B • H Oer Mord an dem Offenbacher Broiknischer. Frankfurt a. M., 5. Okt. (WSN.) Die Polizei hat bis jetzt den Raubmord an dem Brot- Rutscher Wagner noch nicht klären können. Einwandfrei festgestellt ist, daß die beiden jungen Leute, die verschiedentlich zur Zeit der Tat^ Kraftwagen anzuhalten versuchten, nicht als Täter jjt Frage kommen. Sie sind ermittelt worden und wollten lediglich, da sie in Bieber wohnen, einen gutmütigen Chauffeur suchen, der sie ein Stück Wegs mitnahm. Das gelang ihnen auch später. Als Täter kommt ein 1,70 Meter großer, mit Sportanzug und Sportmütze bekleideter Mann in Frage. Um die Mithilfe 'des Publikums wird dringender als je gebeten. Ein Gießener unter demBerdacht des Mordes feste enomrnen. Frankfurt a. TI., 6. Okt. (WTB- Drahtmel- düng.) Der Kriminalpolizei gelang es, heute morgen den am 24. Juli 1897 in G i e ß e n geborenen Schuh- wacher Joseph Förster in seiner Unterkunft in der Großen Fischergasse, wo er unangemeldet wohnte, sestzunehmen. Auf Förster ist durch verschiedene Zeugen der Verdacht gelenkt worden, daß er als Täter inderMordsachedesBrotkutschers Wagner in Frage kommen könne. Inwieweit dieser Verdacht gerechtfertigt ist, müssen die heute einsetzenden Vernehmungen erst ergeben. Der Eingelieferte wird im Laufe des Tages verschiedenen Zeugen, die den Täter an der Uferstraße gesehen haben, gegenübergestellt merben Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr. 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. „Haarglanz“ gibt dem Haare Glanz! 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Jugendklasse: Tv. Großen-Linden — Mtv. Gießen 3:15; TG. Friedberg — T. u. Spv. Butzbach 7:2. Handball im Lahn Oünöberg Gau. Gauklasse: Londorf I — Mendorf I 3:0 (1:0). Das Spiel entwickelte sich von Anfang an in einem scharfen Tempo und sah beide Mann- schäften vorerst noch sehr zerfahren. Erst in der 15. Minute erzielte Londorf das Führungstor. Der Meister versucht nun mit aller Macht den Ausgleich herbeizuführen, scheiterte aber an der Hintermannschaft der Plahbcsiher. Trotzdem beide Mannschaften sich noch redlich bemühten, blieb ihnen vor der Pause ein zählbarer Erfolg versagt. 3n der zweiten Hälfte wurde Londorf besser und mit einem weiteren Tor stand das Spiel bald 2:0. Kurz vor Schluß errang Londorf noch ein weiteres Tor. Mlendorf blieb selbst das verdiente Ehrentor versagt. Londorf steht mit 10: 0 klar an der Spitze. Erda I — Garbenheim I 5:6 (3:4). Daß in Erda nur schwer zu gewinnen ist, mußte am Sonntag auch die Mannschaft von Garbenheim erfahren. Nachdem der Platzbesitzer einige Gelegenheiten ausgelassen hat, erzielte der Gast kurz hintereinander drei Tore. Sn einer Drangperiode Erdas holt die Mannschaft den Ausgleich heraus, mußte aber mit einem weiteren Tor für den Gast die Führung wieder abgeben. Nach dem Wechsel für beide Mannschaften noch je zwei Tore. Wißmar I — Launsbach I 2:8 (1:5). Obwohl, der Platzbesitzer einen sehr guten Gegner abgab, hatten die Gäste das Spiel jederzeit in der Hand und siegten, wenn auch etwas hoch, jedoch jederze't verdient. Ahbach II — Waldgirmes I 2:3 (0:0). Beide Mannschaften zeigten vor dem Wechsel keine sonderlichen Leistungen und brachten daher auch keinen Erfolg zustande. Nach dem Wechsel kam der Gast etwas mehr auf und errang auch zunächst mit einem Tor die Führung. Es dauerte schon eine geraume Zeit, bis Atzbach zum Ausgleich kam, dem durch ein weiteres Tor die Führung folgte. Die Gäste rafften sich nun, nachdem die Mannschaft schon in der zweiten Hälfte mit nur zehn Mann spielte, noch einmal zusammen und vermochte auch durch zwei Tore Ausgleich und Sieg zu erringen. Lollar II — Nordeck I 9:2 (7:1). Das Spiel war eine große äleberraschung insofern, daß man mit einem derartigen hohen Sieg des Platzvereins nicht gerechnet hatte. Der Platzbesitzer fand sich sofort gut zusammen, während die Gäste einen sehr nervösen Eindruck machten. Durch technisch und taktisch besseres Spiel gewann Lollar verdient. hausen I — Steinbach I 9:0 (4:0). Die Gäste traten mit zahlreichem Ersah an. Der Torwart hielt vorzüglich und bewahrte die Mannschaft vor einer noch höheren Niederlage. Nachdem Hausen sich gefunden hatte, fielen die Tore in regelmäßigen Abständen. Dutenhofen — Dorlar 3:2. Mit zahlreichem Ersah spielte am vergangenen Sonntag die Mannschaft von Dorlar in Dutenhofen. Der beste Mann war der Torwart, der die Mannschaft vor einer höheren Niederlage bewahrte.' Spielvereimgung 1926 Leihgestern. Leihgestern I — Laubach 1 4:1 (3:1). Drei Mannschaften der Spielvereinigung Leihgestern standen am Sonntag in Punktspielen auf dem Plan. Die 2. Mannschaft weilte bei der Dritten vom DsR. Butzbach und konnten dank besserer Technik zwei Punkte mit nach Haus« nehmen. 2:0 lautete das Ergebnis. Die Schüler hatten die Schüler von Klein-Linden im Pflichtspiel zum Gegner und siegten 5:0. Sodann traten die ersten Mannschaften von Leihgestern und Laubach auf den Plan. Laubach spielte während der ersten Halbzeit mit nur neun Mann. Das Spiel begann in raschem Tempo. Bald nach Beginn sprang dem Mittelläufer der,Ball an den Arm und der gegebene Elfmeter wurde prompt verwandelt. Bei diesem einzigen Erfolg für Laubach blieb es während des Spieles. Bald darauf brachte ein Foulelfmeter für Leihgestern den Ausgleich. Der Sturm der Gastgeber griff nun mächtig an. Der Halbrechte verwandelte mit einem schönen Kopfball zum zweiten Treffer. Einige Strafstöße verfehlten ihr Ziel. Die Gäste verteidigten sehr'geschickt. Sn der 17. Minute erhöhte der Mittelstürmer auf 3:1. Der Nest der ersten Halbzeit verlief ereignislos. Nach der Pause erschienen die Gäste komplett. Das Spiel gestaltete sich nun spannender. Die Gäste suchten Dorsprung zu erzielen. Sn der 7. Minute erhöhte der Rechtsaußen durch einen Fernschuß auf 4:1. Hart und verbissen wurde weitergekämpft. Ein weiterer Elfmeterball für Leihgestern ging an den Tormann. Die Platzelf ging nun zum Endspurt über, weitere Erfolge blieben aber aus. Der Kampf wurde sehr fair ausgetragen. Der Schiedsrichter leitete gut. Ä. f. K Lich. Steinbach I — Lich I 1.-2. Auf fremdem Gelände gelang es den beiden aktiven Mannschaften, je zwei wertvolle Punkte zu erringen, die für die Gestaltung der Tabelle von großer Bedeutung sind. Noch erbittertem Kampfe, der manchmal auch reichlich hart geführt wurde, konnte die Oer kaufmännische Stellenmarkt im September. Nach den Feststellungen der Kaufmännischen Stellenvermittlung im Deutschnationalen, Hand- lungsgehilfen-Derband zeigte der kaufmännische Stellenmarkt in der ersten Septemberhälfte einige Merkmale der Beruhigung. Sie sind aber sowohl nach den Gebieten als auch nach den Fachgruppen durchaus uneinheitlich. Sn Süddeutlchland behauptete sich die im August einsehende rückläufige Bewegung des De- werberzugangs. Sn Mitteldeutschland liegt der Andrang etwa gleich August. Sn den nordwcst- und norddeutschen Wirtschaftsgebieten dagegen trat im September, gemessen an der Entwicklung im August, wieder eine fühlbare Belastung ein. An ihr hatten die Betriebe der Metallindustrie, Cxpor Industrie und hauptsächlich der hanseatische Exporthandel besonderen Anteil. Das Dermittlungsgeschäft hielt sich in der ersten Monatshälfte allgemein im ganzen Reich in den Grenzen mäßiger Besserung. Die Be- sctzungöaufträge wurden etwas freudiger erteilt. Das Bild änderte sich aber fast augenblicklich am Tage der Reichstagsauflösung. Der Eingang von Besetzungsaufträgen wurde zögernd und stockte hier und da gänzlich. Neben den politischen Sorgen wirkte sich alsbald auch di« Befürchtung aus, Kaufkrastschrumpfung als Auswirkung der Notverordnung könne den Konsum bedrohen und also die Ankurbelungsmaßnahmen der Regierung in sich ausheben. Dazu kam eine pessimistische Beurteilung der Geschäftslage in der Cxportgüter- industrie und namentlich in den Handelsunter- nvhmungen der hanseatischen Wirtschaftsgebiete. Dementsprechend wurde die Entscheidung über Neueinstellungen häufig zurückgestellt. Auch will man zumeist die Ausführungsverordnung über die Zuteilung von Steueranrechnungsscheinen abwarten. Hoffnungen auf eine Entspannung des Stellenmarktes gründen sich demnach Ende September hauptsächlich auf den etwaigen Erfolg des steuer- rechtlichen Teiles der Notverordnung. * E i n Hilfsprogramm für die deutsche Hotelwirtschaft. Die außerordentliche Notlage des deutschen Hotelgewerbes hat den Reichsverband der deutschen Hotels dazu veranlaßt, in einer auf den 6. Oktober nach Berlin einberufenen außerordentlichen Tagung und in anschließenden Besprechungen mit den zuständigen Reichs- und Staatsbehörden ein dringend gewordenes Hilfsprogromm zu erörtern, in dessen Mittelpunkt die Entlastungswünsche der Wirtschaft bezüglich der das Hotelgewerbe besonders drückenden Steuern stehen. Berlin nach schwächerem Beginn erholt. Berlin, 6.Ott. (WTB. Funkspruch.) Die Börse eröffnete heute in schwächerer Haltung, und die Kursverluste beliefen sich in der Regel auf 0,5 bis 1 v. H. Vereinzelt waren auch Rückgänge bis zu 2,75 v. H. festzustellen, doch lagen besondere Gründe für deutsche Sonderbewegungen nicht vor. Es handelte sich eben darum, daß zufälliges Angebot auf enge Märkte traf. Als Grund der Abschwächungen gab man den auch in Neuhork überraschenden scharfen Rückschlag an 6cr Stock Exchange, sowie das Scheitern der englischen Bemühungen um eine Konferenz in London zur Behandlung der deutschen Gleich- berechtigungsforderung an. Aus der heimischen Industrie lagen eher günstige Momente vor. Die Spareinlagen haben zugenommen, am rheinisch- westfälischen Eisenmarkt herrscht eine bessere Stimmung, verschiedentlich wurden weitere Neueinstellungen vorgenommen, und man hörte Näheres über die bereits gestern bekannten Russenaufträge für die AEG. Rein börsentechnisch hätte sich die Erschwerung der Baisse-Geschäfte eigentlich etwas auswirken müssen. Es kam aber nur ganz vereinzelt zu kleinen Besserungen bis zu 1,25 v. H. Auch im Verlaufe ergaben sich zunächst weitere Abbröckelungen bis ^u 1 v. H. Erst dann bewirkte eine stärkere Befestigung am Montanmarkt, an dem besonders in Stahlvereinsaktien größere Käufe des Rheinlandes, teilweise wohl auch des Auslandes erfolgten, Ldß eine allgemeine Erholung eintrat. Eigentlich schwächer waren im Verlaufe nur noch Bemberg, &ie mehr als ihren einprozentigen Anteilsgewinn verloren. Zu erwähnen wäre noch, daß Leopolds- 1. Mannschaft, die fast das ganze Spiel mit zehn Mann austragen mutzte, ihren starken Gegner mit 2:1 Toren knapp, aber sicher schlagen. Auch die 2. Mannschaft war in guter Schußlaune und schlug ihren Gastgeber, die 2. Mannschaft von Nieder-Weisel, mit 6:3 Toren. Jugend und Schüler mußten hohe Niederlagen hinnehmen. Die Jugend verlor gegen Steinbergs Jugend 5:0, die Schüler verloren gegen Steinbergs Schüler mit dem gleichen Ergebnis. Fußballklub 1926 Großen-Bufeck. Grohen-Buseck' — Nieder-Weisel 7:0. Am Sonntag hatte die 1. Mannschaft die gleiche von Nieder-Weisel zu Gast. Obwohl die Gastmannschaft nicht schlecht war, mußte sie doch eine überraschend hohe Niederlage hinnehmen. Die Großen- Busecker lagen schon von Anfang an in Führung. Bis zur Halbzeit fielen fünf Tore, denen die Gäste nichts entgegenzusetzen hatten. Einige Durchbrüche von Nieder-Weisel waren zur Erfolglosigkeit verurteilt. Nach der Pause vermochten die Einheimischen nur noc.) zwei Tore zu erzielen, während die Gäste abermals leer ausgingen. Das Resultat konnte für Gro- ßen-Buseck noch weit höher lauten, wenn der Sturm entschlossener und schußfreudiger gewesen wäre. grub«, anfangs mit Minus-Minus-Zeichen erschienen. Deutsche Anleihen lagen etwas schwächer, Altbesitz verloren etwa 0,5 v. H^ Variable Industrieobligationen lagen behauptet, Reichsschuldbuchforderungen konnten sich bei lebhafterem Geschäft um 0,25 bis 0,5 v. H. bessern. Sm allgemeinen lagen Deutsche Renten aber eher schwächer. Auslandrenten waren geschäftslos, soweit Notierungen zustandekamen, ließet sich Abschwächungen feststellen. Am Geldmarkt hat die Entspannung nach Abdeckung der Lombards bei der Reichsbank jetzt stärke re Fortschritte gemacht. Der Tagesgeldsatz ging an der unteren Grenze auf 4,5 v. H., zum Teil sogar schon auf 4,38 v. H. zurück. Monatsgeld 5 bis 7 v. H. Am Privatdiskontmarkt war die Nachfrage heute natürlich etwas stärker. Frankfurt schwächer. Frankfurt a. M., 6.Ott. (WTB. Drahtm.) Die schwache Haltung der gestrigen Neuyorker Börse rief zu Beginn des heutigen Börsenverkehrs stärker« Verstimmung hervor und löste bei der Kulisse wieder Glatt st ellungen und vereinzelt Blankoabgaben aus, so daß die Tendenzaus der ganzen Linie zur Schwäche neigte. Der Versuch der englischen Regierung, die gespannte außenpolitische Situation durch die Einberufung einer Fünfmächtekonferenz nach London zu beheben, der gestern noch «ine anregende Wirkung aus- übte, kehrte sich ins Gegenteil um, da englische Zeitungen das Zustandekommen dieser Konferenz stark bezweifelten. Auch die Tatsache, daß trotz des Kupontermins Käufe des Publikums aus- blieben, veranlaßte die Spekulation zu Abgaben. Gegen die Ahendbörfe ergaben sich daher meist Abschwächungen bis zu 1 Prozent. Darüber hinaus lagen am Elektromarkt Siemens 2,5 Prozent niedriger, Bekula verloren 0,5 Prozent, während AEG. behauptet blieben. Mehr rückläufig waren noch Aku und Zellstoff Waldhof mit je minus 1,75 Proz., SG., Rütgerswerke, Reichsbank, Dt. Linoleum und Zement Heidelberg gaben bis zu 1 Proz. nach. Am Montanmarkt eröffneten zwar Gelsenkirchen 1 Proz. schwächer. Die Mehrzahl der Kurse blieben aber gut behauptet und lag später sogar etwas fester, vor allem di« Werte der Stahlvereinsgrupp«. Schiffahrtsaktien blieben etwa behauptet. Am Anleihemarkt fetzten Altbesitz 0,25 Prozent niedriger ein, späte Reichsschuldbuchforderungen lagen dagegen in gleichem Ausmaß höher. Gold- und Liquidationspfandbriefe lagen bei kleinem Geschäft nur wenig verändert, während Kommunalobligationen weiter offeriert waren. Am übrigen festverzinslichen Markt herrschte Geschäftsstille. Nachdem vorübergehend auf Grund der relativ festen Haltung der Montanwerte weitere Erholungen eingetreten waren, neigte die Tendenz im Verlaufe wieder zur Schwäche, wobei die Anfangskurse noch leicht unterschritten wurden. Die älmsatztätigkeit hielt sich in denkbarengen Grenzen. Tagesgeld war zu 3,75 Prozent unverändert und leicht. frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. W., 6. Oft Austrieb: 197 Rinder, 1029 Kälber, 433 Schafe, 667 Schweine. Cs notierten: Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 41 bis 44, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 40, geringe Kälber 30 bis 35. Schafe. Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weide- mast) 24 bis 27, mittler« Mastlämrner. ältere Masthämmel und gut genährt« Schafe 19 bis 23, fleischiges Schaf Vieh 15 bis 18. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 46. vvllfleischige Schwein« von «twa 200 bis 240 Pfund Lebendgewicht 42 bis 46, vollfleischige Schweine von «twa 160 bis 200 Pfund Lebendgewicht 40 bis 45, fleischig« Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund Lebendgewicht 38 bis 43. Marktverlauf: Kälber und Schafe rege, geräumt; Schweine ruhig, aus- verkauft. Srieffaften der Redaktion. (Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung.) L. Sch., wiefeck. Die Adresse lautet: Se. Königliche Hoheit Ernst Ludwig, Großherzog von Hessen und bei Rhein, Darmstadt. Neues Palais. Wirtschaft. Kirche und Schule. y Schotten. 5. Olt. Am Sonntag und Montag tagte die Iahrestagung des Ober- hessischen Missionsvereins für Ba- f e l, dem über die Hälfte aller oberhessischen Kirchengemeinden angehört, in unserer Stadt. Der Vormittagsgottesdienst gehörte unserer Gemeinde, die zahlreich versammelt den Ausführungen von Missionar Gaul (China) lauschte. Der Posaunenchor Wallernhausen, 15 Mann stark, unter Leitung seines Dirigenten H i l s. Nieder Mockstadt, verschönte durch vorzüglichen Vortrag einiger Musikstücke den Gottesdienst. Er wirkte dankenswerterweise auch bei den übrigen Veranstaltungen mit und gab über Mittag Platzkonzerte. Die Versammlung, die als Dekanats- m i s s i o n s f e st nachmittags in der geräumigen neuen Turnhalle gehalten wurde und unter Teilnahme der umliegenden Gemeinden und unserer Gemeinde die Turnhalle völlig besetzte, wurde von Pfarrer Römer. Schotten, dem Leiter des Dekanatsmisfionsvereins, eröffnet. Es sprachen ferner Missionar Kiehlnecker (China. Nord- Borneo), der bekannte Volksschriftsteller Heinrich Naumann. Nanzenhausen, und Missionar 2auf. Der Vorsitzende des Oberhessischen Missionsvereins für Basel, Dekan Guhmann, Kirchberg, begrüßte in kurzen, herzlichen Worten die große Versammlung; der erste Geistliche Schottens, Dekan Widmann, sprach das Schlußwort. Zu der Sahresversammlung des Oberhessischen Missionsvereins für Basel hatten sich zahlreiche Teilnehmer im Saale „Zur Krone" am Wontagvormittag eingefunden, darunter der Superintendent der Provinz Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner, Gießen, und der Vorsitzende der Hessischen Wisfionskonferenz, Professor Werner, Friedberg. Die Eröffnung hielt Dekan a. D. Dolp, Laubach. Nach dem Sahresberichte des Vorsitzenden, an den sich eine Diskussion an- schloß, und nach der Rechnungsablage von Pfarrer H a u b a ch, Watzenborn, die einen günstigen Kaffenbestand ergab und Genehmigung fand, sprach Missionar Kiehlnecker (China, Nord- Dorneo) über: „Die Einwirkung chinesischer Kultur auf fremde Religionen". Einbrüche bei Strafanstaltsbeamten. * Butzbach, 6. Oft. In der Nacht zum Mittwoch wurde hier bei dem Strafanstaltsoberwachtmeister Grafen st adt eingebrochen und von dem Tcster Eßwaren, eine Flasche Kognak und eine Chaiselonguedecke gestohlen. Vermutlich der gleiche Täter verübte nun in der letzten Nacht einen Einbruch bei dem Strafanstaltsdirektor Hainer. Was hier gestohlen wurde, ist bis jetzt noch nicht bekannt, da die polizeilichen Feststellungen zur Zeit der Niederschrift dieser Zeilen noch im Gange sind. Mädchenmord in Frankfurt. TU. Frankfurt a. M., 5. Ott. Die Polizei verhaftete den 21jährigen kaufmännischen Angestellten Robert Stubenrauch und feine beiden 17 und 18 Jahre alten Freunde, die im Dezember v. S. die 19jährige Hausmrgestellte Emma Busse von einer Mainbrücke nachts in den Main geworfen hatten, so daß das Mädchen ertrank. Man glaubte seinerzeit, die B. hätte Selbstmord verübt. Nunmehr stellt sich aber heraus, daß St. das Mädchen gemeinsam mit seinen zwei Freunden nachts von der Maiu-Neckar-Brücke in den Main geworfen hatte, um sich des Mädchens zu entledigen, da das Verhältnis nicht ohne Folgen geblieben war. Zuchthaus für einen Oarlehensschwindler. WEN. M a i n z, 5. Ott. Das Dezirksschöffen- gericht Mainz verurteilte heute nach dreitägiger Verhandlung den vorbestraften 33jährigen Kaufmann Karl Löwenstein von hier unter Anrechnung zweier früherer Strafen von 3 Sahren 6 Monaten Gefängnis und 1 Sahr 6 Monaten Zuchthaus zu insgesamt 4 Sahren Zuchthaus, 900 Mk. Geldstrafe und 5 Sahren Ehrverlust. Die Mitangeklagte kaufmännische Angestellte Maria Fronweiler wurde unter Anrechnung einer Gefängnisstraße von 2 Monaten zu 3 Monaten Gefängnis mit fünfjähriger Bewährungsfrist verurteilt. Die beiden Angeklag- tten hatten im Mai 1929 unter der Firma „Bankkommissionsgeschäft Fronweiler" in verschiedenen Zeitungen als Darlehensvermittler inseriert, ohne überhaupt nur mit einem einzigen Kreditinstitut in Verbindung zu stehen. Von Darlehenssuchenden, die sich auf die Inserate hin meldeten, hatten die Schwindler im Verlaufe von vier Monaten über 7000 Mk. an Gebühren eingenommen, die sie für sich verbrauchten. Irgendwelche Darlehen haben sie nicht vermittelt. Wettervoraussage. Heber Polen hat sich ein Hochdruckgebiet aufgebaut, dessen westliche Ausläufer bis in unseren Bezirk rorgreifen. Anderseits hat sich die Jsland- störung weiter südöstlich entwickelt und über den britischen Inseln zu verbreiteten Regenfällen geführt. Im Grenzbereich zwischen hohem und tiefem Druck wird bei uns das Wetter durch weiterhin aufgleitende Warmluft zwar vielfach neblig und bewölkt sein, doch sind keine bedeutenderen Niederschläge zu erwarten. Aussichten für Freitag-: Neblig-bewölkt mit zeitweiser Aufheiterung, nachts Temperaturen noch in Gefrierpunktnähe, meist trocken. Lufttemperaturen am 5. Oktober: mittags 10,2 Grad Celsius, abends 7,2 Grad; am 6. Oktober: morgens 4,2 Grad. Maximum 10,6 Grad, Minimum 3 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Oktober: abends 11 Grad; am 6. Oktober: morgens 9 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 1 Stunde. Bücherschrank Zhre Vermählung geben bekannt Eiche gebeizt 6618V zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 5. Oktober 1932 6997 D Heute Donnerstag, 6. Oktober 701« C 7018 A Die neue Weinernte wird kleiner ausfallen als im Margarine 1-Pfd.-Paket Mk. 0.20 Allg.Schweizerkäse,VtPfd.Mk.O.BB FeinstKuchenmehl mit 30% Auslandsweizen Jlt. 20, statt. 69980 Neu! Wein in Literflaschen! 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Knipsen Sie Ihren Fußball - Favorl:en mitten im Kampf, das macht Spaß und Ist gar ment schwierig. Ein hochempfindlich. Film (25") u. etwas Geschick, dann geht’sl Für spannende Sportbilder gibt es übrigens auch stets gut zahlende Abnehmer (Zeitungen usw.) Das Aufnahmematerial stets frisch u. Photo-Beratung stets kostenlos bei § Zwangsversteigerung 56^2 Am Donnerstag, dem 13. Oktober 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichls- gebäude zu Gießen, Zimmer 107, das dem Sattler Ludwig Müller w Gießen zuge- schriebene Anwesen Neustadt 9 Flur 1, Jlt. 949 = 143 qm Grabgarten, Jlur 1, Nr. 950 = 444 qm hosreite, geschätzt 18 775 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, Bündels Briketts (Rheinische Union-Briketts) liefert frei Haus 1/ »»LI Tel. 2287 7002d VCDh Kahl iiiiiiiiiiiiiiiiiinnniiiiiiiiiiiiiinimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Wir suchen einen im Lebensversicherungsfach bewanderten Herrn als Reise-Inspektor für die Kreise: Giefien. Wetzlar, Oberlahnkreis, Usingen und Friedberg Geboten werden zeitgemäße Bezüge sowie Anteil- Provision Zuschriften sind zu richten an die Berlinische Lebensversicherungs - Gesellschaft Berlin SW 68, Markgrafenstr. 11. Eine Höchstleistung Prima Bierwurst Pfd. Mk. 0.75 Kleine Preise0 50-1.40. Jugendliche unter 14 Jahren zahl en halbe Preise Mitglieder des Goethe-Bundes erhalten gegen Einlösung des Gutscheins Nr. 2 aus dem blauen bzw. violetten Gutscheinheft Karten zu 0.50 und 1.00. Vorverkauf: Musikalienhandlung Challier, Hapag-;_ Reisebüro und an der Tageskasse^ Möbelfabrik Karl Hahn Gießen, Löberstraße 17 Das Ergebnis der Auslosung wird in den Tageszeitungen demnächst öffentlich bekanntgegeben. Gießen, den 3. Oktober 1932. Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Dr. Seid. Freitag, den 7. Oktober 1932, nachm. 2 Uhr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28, zwangsweise gegen Barzahlung: 5 Waschkommoden/ 5 Nachttischchen (roh) und 1 Zimmerteppich. Die Versteigerung findet bestimmt statt. Meknet, Gerichtsvollzieher fr. A., aller Art schallsicher und ßlOüiCTÜO 161(1(111 ? leicht, werden ausgeführt durch Schriftl <>lnnp(1 rmau«r A I «iioron, SS’H"eü.mit j „ vreiSang. u. 05769 Gießen, Lahnstraße Nummer 3. an den Gieß Anz Der Goethefilm Deutschlands ist ein unvergeßliches Erlebnis. In fesselnder Spannung reiht sich Bild an Bild. Im Goethehaus zu Frankfurt a. M. beginnend, geht es in mitreißendem Fluge bis an die Stätte, wo sich Goethes Leben vollendete. Zu gewaltiger Höhe steigt die Handlung des Films an durch die unvergleichliche Darstellung eines Helnr.ch George als Götz von Berlichingen, eines Friedrich Kayisler als Faust und all der vielen Künstler von Bedeutung. Nur für dieses Filmwerk, das unter der künstlerischen Oberleitung des Reichskunstwarts Dr. Edwin Keds- lob bergesteUt wurde, sind die Räumlichkeiten und Reliquien der Goethe Stätten von den Behörden zur Aufnahme freigegeben worden. Die zeitgenössische Musik all der großen Meister um Goethe in vollendeter Wiedergabe ist von tiefgehender Wirkung. Prominente Solisten, ein Meisterorchester, große Chöre und dazu die echten Instrumente der Goethezeit, gestalten diesen Film mit seinen lebendigen Vorgängen zu einem Wunder des Jahres. Ein Film, den sich Jeder Deutsche ansehen sollte. Mit Scheibengardine für alle anderen Zwecke zu verwenden 2 — Mark mehr aus der Seltersweg73 Dürkheimer Rotwein Wermut-Wein Tarragona Malaga Zwangsversteigerung 35*2 Am Donnerstag, dem 27. Oktober 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen, Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen dem Karl Andreas Schreier, Möbelschreiner zu Gießen, zuge- schriebene Anwesen Kirchenplah 11 Flur 1, Rr. 465 = 279 qm hofreile, geschätzt 51 345 RM., versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. 6619D Gießen, den 19. September 1932. I. A. des'Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsoorsteher. Zwangsversteigerung 25*32 Am Donnerstag, dem 10. November 1932, vormittags 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude zu Gießen Zimmer 107, das im Grundbuche von Gießen a) dem hinter lang, Ludwig, in Gießen, zu Vi, b) der hinter lang, Katharina, geb. Kuppel, daselbst zu V», beide verstorben, zugeschrie- bene Anwesen Kalserallee 5 7001D Flur 3, Ar. 114J/io = 272 qm hofreite, geschätzt 10110 RM., zum Zwecke der Nachlaßauseinandersetzung versteigert. Die amtsgerichtliche Verfügung ist an der Ortstafel, Bergstraße 20, Stadthaus, zur Einsicht ausgehängt. Gießen, den 3. Oktober 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: _______Leo, Ortsgerichtsoorsteher._______ Bekanntmachung. Die öffentliche Ziehung der Auslosungs- rechle zu den Ablösungsanleihen der Stadt Gießen für das Jahr 1932 findet am Mittwoch, dem 19. Oktober 1932, 16 Uhr, auf Zimmer Rr. 6, im Stadthaus, Bergstraße Süßer 1 Traubenmost tägl. frisch gekeltert, während der Weinlese im Ausschank u. über die Straße. Weinstube Naaf's Häuschen WaMorstr. 32 — Xe’. 3520 Offeriere fft. Tilsit. Vollfett-Käse. Versand in Postkolli gegen Nachn., Pfd. 60 Pf., bei größerer 216n. billiger. Bertr. an erstkl. Geschäfte angenehm. Dampf- molker. Alxnnpönen, Kr.PillkallenOstvr. Familien-Drucksachen Verlobungsanzeigen Vermählungsanzeigen Geburtsanzeigen bei Brühl. SchulstraBe 1 Wer erteilt MMkNvkMM? Schrift!. Angeb. m. Preisang. u. 05768 a. d. Gieß. Anzeig. Pianos neu u. gebr., gegen 9ratenvreisw.z.verk. Pianohaus August Förster Gießen, Bahnholstr.71 IS