Hi. 105 Erstes Blatt 182. Jahrgang Zreitag, b. Mai 1952 Erscheint täglich, anher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustriert, Gießener FamilienbMtter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr vezugrprelr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zernsprechanschlüfte unter Sammelnummer 225l. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger riehen. Postscheckkonto: Zranksurt am Blain 11686. Gießener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck uhö verlrg: vrühl'sche U«iverst1Str-vuch. und Sleinöriderti H. Lange in Siehea. Zchriftleitnng und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die lagesnummcr bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 tnm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- silomeanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20', mehr. Chefredakteur. Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.TKnriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Mar Fist«, sämtlich in Gießen. Lleberwäliigender Wahlsieg der Memelländer. Trotz Wahlierrors und Maffeneinbürgerungen der Litauer behält der memelländische Landtag Memel, 5- Mai. (IU Junffprud)) Bei den Lanbtagswahlcu am Millmoch haben die memelländischen Parteien trotz litauischen Terrors und der widerrechtlichen (Einbürgerung von Tausenden von Grohlitouern einen überwältigenden Lieg errungen. Nach dem vorläufigen Gesamtergebnis der memelländischen Canb- logswahl ergibt sich folgendes Bild: • Deutsche: 1932 1930 Sitze Memellänbifchc Volkspartei 17 922 (13 709) 8 (8) Memellänbifchc Lanbw.-P. 24 442 (15 810) 11 (10) Sazialbemokratcn 5 114 (6 870) 2 (4) Arbeiterpartei (komm.) 5 390 (2 062) 3 (2) Litauer: 1932 1930 Sitze Grotzlilauische Volks- unb Arbeiterpartei 7 055 (1 900) 3 (3) Litauische Lanbwirte 4 906 (6 978) 2 (2) Splitter: 1932 1930 Sitze verband der lit. Landwirte 620 — 0 (0) hausbesiherliste 236 — 0 (0) Der neue Landtag wird also, abgesehen von kleinen Verschiebungen, fast genau dieselbe Zusammensetzung haben, als der von den Litauern aus- geiöfle frühere Landtag. Die Aenderung des § 72 des litauischen Wahlgesetzes, die durch Stimmensplitte- rung gegen die Mehrheitsparteien gerichtet war, Hot sich gegen die litauischen wünsche gerichtet. Vie Splillerparteien, zu denen die Liste der Hauswirte und des Verbandes der Landwirte zählen, sind zu einer hoffnungslosen Bedeutungslosigkeit gesunken. Da die Londwirtschoftsparlei die höchste Ziffer an Rcststim- men mit 1239 oufweist, mutzte ihr noch ein Mandat, ebenso den darauf folgenden fiommuniflcn mit 935 Stimmen ein Mandat gegeben werden. Die Volksportei und die Landwirtschaslspartei haben die Mehrheit im neugewählten Memelländisäzen Landtag errungen. Die grotzlitauischen Angriffe sind somit abgeschlagen. Dies (Ergebnis ist erreicht worden durch eine geradezu vorbildliche wahlbeleiligung. In sehr vielen Orlschosten hoben 100 o. h. der wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, in allen Ortschaften aber über 90 o. h., und die Wahlbeteiligung liegt durchschnittlich bei 95 bis 96 o. H. Nur durch di^es Bekenntnis zur Autonomie ist die Massen- einbürge'tung litauischer Staatsbürger zu sehr erheblichem Teil wieder ausgeglichen worden. Sieht man von dieser Masseneinbürgerung ab, die den Groh- lilauern einen kleinen Gewinn ermöglichte, so ist zu sagen, datz die allen grotzlitauischen p a r t e i e n , die sich auf die ländliche Bevölkerung stützten, verloren haben. Die Sozialdemokraten haben Wähler an die links von ihnen stehende Arbeiterpartei der Kommunisten verloren. was jedoch nur eine Verschiebung innerhalb der memelländischen Arbeiterparteien bedeutet. Der Eindruck in Berlin. seine starke deutsche Mehrheit. Valhcmolratic habe für ihre manchmal etwas undurchsichtige Haltung in her Frage der Autonomie von den Wählern die verdiente Quittung erhalten. (Simaf tritt ohne Vertrauensfrage zurück. Memel. 6. Mai. (TU.) In einer Unter» rchung mit dem Vertreter der Telegraphen-Union teilte der Vorsitzende des zur Zeit amtierenden Grotzlitauischen Direktoriums. 6 i m a t. auf die Frage, welche Folgerungen er aus dem Ergebnis der Wahlen ziehen werde, mit. datz er zurücktreten werde, ohne hd) dem Landtag zur Vertrauensfrage zu stellen. Zu welchem Zeitpunkt das geschehe, stehe noch nicht fest. Er werde jedenfalls die Geschäfte weiterführen, bis ein neues Direktorium gebildet fei. Im Falle einer schwachen Mehrheit der Volkspartei und der Landwirtschastspartei würde er versucht haben. weiter zu regieren. Da aber die Mehrheits- Parteien mit 19 von 29 Mandaten in den neuen Landtag einziehen würden, so stehe lein (£nt- schlutz fest. Schließlich gab Sirnot zu. datz ihm daS Ergebnis doch außerordentlich überrascht hätte. Wo blieben die litauischen Stimmen? Ohne Maffeneinbürgerung nicht ein einziges Mandat. Memel, 5. Mai. (IU.) Die litauischen Parteien verfügten bekanntlich im letzten Memel- ländischen Landtag über insgesamt fünf Sitze. Da aber bei der jetzigen Wahl durch die wider rechtliche Einbürgerung von Groß- litauern noch etwa 9 0 0 0 litauische Stimmen hin zugekommen sind, was bei der für das jetzige Ergebnis errechneten Wahl- teilungs.zahl von 2100 winde st cns vier M o n- baten entsprechen würde, so hätten die Litauer rein rechnerisch neun Sitze erhalten müssen. In Wirklichkeit aber stehen ihnen nach dem Wahlergebnis auch diesmal nicht mehr als fünf Mandate zu. Nimmt man an, datz bic neu Eingebürgerten geschlossen für bic litauischen L i st e n gestimmt haben, so ergibt sich bic Frage, w o die bisherigen Anhänger ber Litauer im Memelgebiet geblieben sink». Bei ber Landtagswahl im Jahre 1930 erhielten bic Litauer insgesamt, also ohne bic Einbürgerung, 10 054 Stimmen. Wenn sie jetzt aber ihre Stimmenzahl trotz ber hohen Wahlbeteiligung unb der 9000 „neuen Memelländer" nur auf 12005 Stimmen fteigern konnten, so ergibt sich daraus die Tatsache, datz den Litauern ihre ganzen bisherigen gebietsansässigen Anhänger bis aus 1951 daoongelaufen sind. Wären die Maffeneinbürgerungen also nicht erfolgt und wäre bic Wahlbeteiligung nicht eine höhere gewesen, so hätten bie Litauer wahrscheinlich überhaupt kein Mandat erhalten. Im einzelnen erhielten der im Memelgebiet ansässige Großlitauer Borchert 4509 Stimmen, bei der Landtagswahl 1930 jedoch 6856, die übrigen grotzlitauischen L i st e n unter Führung ber litauischen Schützenvereinigung 6886, 1930: 1961, ber litauisch-orientierte Verband ber Land- wirtschaft 610, 1930 jeboch 1237, einen Gewinn also haben lediglich die ausgesprochen grotzlitauischen Listen unter Führung der Schützenvereinigung er- halten. Aber auch hier beträgt ber Gewinn noch nicht einmal 5000 Stimmen, während die Zahl der Neueingebürgerten etwa 9000 beträgt. Es ist also nicht ausgeschlossen, datz auch ein Teil ber Neueingebürgerten für bie Meme^l ländischen 2 i ft e n geftimmt haben. Fest aber steht, datz bic Zahl ber ortseingesessenen Anhänger her Litauer bis auf einen Bruchteil zusammengeschmolzen ist. Bestürzung in Kowno. Fnncrpolitischc Folgen der Wahlniederlage Kowno, 5. Mai. (IU.) Das mcincllänbi|d)c Wahlergebnis' hat in Momnoer politischen Kreisen w i e eine Bombe einge schlagen Den Ursachen ber selbst für die stärksten Pessimisten über rafchend gekommenen Niederlage stehl man in Re gicrungsfrcifcn vorläufig noch völlig ratlos gegenüber. Wie verlautet, wird bas Kabinett noch am Donnerstag beim Staatsprdfibentcn zu einer Sitzung zusammentreten, um über die Lage zu beraten. Der Ausgang her Wahl, ber als ein völIiger" Zu - fammenbrud) der bisherigen Memel- land-Politik der Negierung bezeichnet wird, dürste, so glaubt man in politischen Kreisen, ohne Zweifel schwerwiegende i n n c r p o litt f d) c Folgen haben unb wahrscheinlich auch Personaloeränderungen im Kabinett und eine Abberufung des Gouverneurs Merkys nach sich ziehen. Allem Anschein nach denkt man auch daran, unter Umständen d i e Wahl für ungültig zu erklären, da in Kowno behauptet wird, cs hätten Reichs- deutsche bei der Wahl mitge stimmt. Englische Blätter über die Memelwahlen. London, 6. Mai. (WTB. Funkspruch.) „Mor- ning Post' nennt das (Ergebnis der Abstimmung im Memelgebiet einenschwerenSchlagfürLi tauen. Der Berliner Korrespondent des Blattes sagt: Die Bevölkerung hat mit Nachdruck erklärt, datz sie noch nicht litauisch geworden ist. Der Berliner „Times" Vertreter berichtet: In Berlin sieht man in dem großen Erfolg der Memellandpartei einen klaren Beweis dafür, daß ber Wiberstand gegen bic litauische Politik, nicht, wie behauptet mürbe, bas Werk einer kleinen Gruppe von Deutschen ist, sondern daß er bic tief eingerour- zelte Entschlossenheit ber Bevölkerung bezeugt, bic Verletzung ihrer autonomen Rechte nicht z u billigen. Mcmcl ein deutsches Land. Berlin, 5. Mai. (TL! ) Der Wahlsieg der Memelländcr hat in Berliner amtlichen Kreisen unverhohlene Befriedigung ausgelöst. Cs wird darauf hingewicsen. daß die MemcUänder unzweideutig bekundet hätten, datz das Mcmcl- gebiet ein deutsches Land ist und datz seine Bevölkerung deutsch fühlt und deutsch denkt. Die litauischen Gewalt- und Terrormatznahmen hätten gerade das Gegenteil von dem erreicht, was beabsichtigt war. nämlich eine Stärkung des Deutschtums und eine bis zur Selbstauslösung gehende Schwächung der litauischen Partei. Die Niederlage der Litauer sei um so vernichtender, als selbst di e widerrechtlichen Einbürgerungen nicht vermocht hätten, die bisherige Zahl der litauischen Landtagsmandate zu erhöhen. Die Reichsregierung erwartet nunmehr, datz bie Llnterzeichnermächte des Mcmcl ab- kommens mit allem Vachdruck darauf dringen, datz die litauische Regierung den so überwältigend fum Ausdruck gekommenen Volkswillen re- pektiert und daß alle Gewaltmatznahmen schn ellstens wieder rückgängig gemacht werden. OaS „Memeler Oampfboot" zum Wahlergebnis. Mcmcl 6. Mai. In einem Extrablatt stellt das Organ der Memelländifchcn Volkspartei, das „Me- meler Dampfboot", u. a. fest: Die Wahlen vom 4. Mai feien ein gewaltiges unb erheben des Bekenntnis der 'J)l e m e 11 ä n b c r für bie Autonomie des Mcmclgebicts unb für bie memellänbifchc Heimat geworben. Der groß- ütauischc, mit Gewalttätigkeiten aller Art und mit einem nicht bekannten Ausmaß an Agitation geführte Generalangriff fei auf allen Fronten sieg reich abgeschlagen worden. Die litauischen Bi ft en hätten eine große Schlappe erlitten. Die So- Danzig lehnt die Auslieferung der Zollverwaltung an Polen ab. Danzig, 4. Mai. (WTB.) Der Senat der Freien Stabt Danzig hat am 2. Mai dem Hohen Kommissar des Völkerbundes seine Antwort auf den polnischen Antrag auf Auslieferung der Danziger Zollverwal- tung an Polen zugehen lassen. Der polnische Antrag ist rechtlich unzulässig und sachlich unbegrünbet. Rechtlich steht er im Wider- spruch zu ben Verträgen von Versailles unb Paris, nach benen zwar bas polnische Zollrecht unb der polnische Zolltarif in Danzig gelten, bie Verwaltung aber in ber Hand ber Freien Stabt Danzig bleiben sollte. Sachlich versuchte bie polnische Regierung die Wieberausnahme ihrer alten Forderung mit bem Vorwurf zu begrün- ben, daß bic Danziger Zollverwaltung bic Einheit bes Zollrechtes unb bcs Zollgebietes ber Danzig- polnischen Zollunion störe. Nicht Danzig ist ber Störer biefer Einheit. Dan-zig hat seine Pflichten auf dem Gebiet des Zollwesens mit unerwiderter Loyalität erfüllt. Es ist der polnischen Regierung in zehnjährigem Bestehen des Zollvereins nicht gelungen, auch nur einen einzigen Fall bcs ..Ungehorsams" gegen bas für Danzig verbinbliche polnische Zoll- recht auszubecken: „ungehorsam" ist die Danziger Zollverwaltung nur solchen Anweisungen gegenüber gewesen, mit denen bie polnische Regierung ihrerseits versucht hat, völkerrechtswidrige unb vertragswidrige Forderungen zu stellen. Das polnische »Finanzministerium hat z. B. verlangt, baß bie Danziger Zollverwaltung außer- zollgeletzliche Maßnahmen wie wirtschaftspolitische, gcsundshcitspolizeiliche, ficherheits- polizeiliche unb prcssepolizeilichc Befehle Polens durchführe. Das polnische Finanzministerium glaubt ferner, Meinungsverschicbcnhcitcn über bic Auslegung ber Danzig-polnischen Verträge, beren Entscheidung bem Hohen Kommissar bes Dölkerbunbes zusteht, f e I b ft cntscheibcn unb bamit die Entscheibung bes Hohen Kommissars präjudizieren zu können. Danzig hat keine Opfer unb Bemühungen gescheut, bie Einheit bes Zollrechtes unb bcs Zollgebiets im Danzig polnischen Zollverein zu erhalten, auch ba, wo ber Zollverein lebenswichtige Berufs- ftänbe Danzigs bebroht, roh? z. B. die Danziger Landwirtschaft. Die Herstellung der Einheit bes Zollrechtes unb ber Einheit bes Zollgebietes ist auch nicht bas wirkliche Ziel bes neuen polnischen Antrags. Diese Einheit hat Polen selbst immer roieber durch vielfältige Form ber Benachteiligung ber Danziger wirtschaft gestört. Die polnische Gesetzgebung ist in ben letzten Jahren in Wirklichkeit zu einer Hauptmasse gegen Danzig geworben. Die Wirkung ber Ucbergabc ber Danziger Zollverwaltung an Polen würbe sein, daß die Danziger Wirtschaft Polen oollkom- men ausgeliefert würbe. Die Danziger Beamten. bic nach bem polnischen Vorschlag in ben polnischen Zollbienst beurlaubt werben sollen, wären Polen gegenüber eiblich verpflichtet, alle Maßnahmen „zur Stärkung ber Republik Polen", and) solche, bie gegen Danziger Rechte verstoßen, nicht nur zu dulden, sondern der Danziger Regierung gegenüber zu verschweigen und aus polnischen Beseht sogar selb st auszu. führen. Die polnische Grenzwache wird in gewissen Fällen „kraft eigenen Rechte» e i n Teil der Wehrmacht des polnischen Staates“. Danziger Beamte mühten also aus Danziger Boden polnische ftriegs- d i e n st e leisten. Danzig würbe bamit entgegen den Beschlüssen de» Dölferbunbsratcs ein militärischer Stutzpunkt Polens: Danzig würde auch Marinebasis, da bic polnische Grenzwacht sich bcroaffnclcr Boote unb ftultcr be- bient. Mit ber Annahme bcs polnischen Antrags aus Auslieferung ber Zollverwaltung an Polen wäre Danzig militärisch, staatsrechtlich unb wirtschastspoli. tisch in ber hanb Polens, cs würbe aufhören, eine Freie Stabt zu sein. Ein englischer Konferenzpton für Lausanne. London. 6. Mai. (WTB Funkspruch > ..Daily Telegraph' will berichten können, die englische Regierung hab« gleichzeitig mit dem Vorschläge, die Lausanner Konferenz am 16 Juni zu eröffnen. einen Arbeitsplan für die Konferenz vorgefchlagen, der folgende drei Stadien umfasse 1. Erörterungen zwischen den vormaligen alliierten Hauptmächten Großbritannien. Frankreich. Italien, Japan. Belgien einerseits und Deutschland anderseits unter eventueller Teilnahme eines amerikanischen Deobach t e r s 2. Die kleineren vormaligen alliierten Mächte, die ein direktes Interesse an Reparationen haben, wie Jugoslawien. Rumänien. Portugal und Griechenland, oder die an ähnlichen Zahlungen interessiert find wie Polen und die Tschechoslowakei, werden zu den Verhandlungen zugezogen. 3. Im letzten Stadium der Verhandlungen, in dem bic finanziellen und wirtschaft- llchen Probleme Süd Osteuropas und möglicherweise auch Probleme allgemeinerer Art wie Währungsfragen zur Erörterung kommen werden, follen noch weitere Einladungen ergehen. Diese würden umfassen. Oesterreich. Ungarn, Bugarien, die Türkei und wahrscheinlich ehemals neutrale Staaten, deren finanzielle uno kommerzielle Interelsen und deren eventueller Beistand für wichtig gehalten wird. Lloyd George fordert Taten. Nach zehn fahren einer Politik des Händeschütteln^. London, 5.Mai. (WTB.) „Ich bitte Sic dringend, um der Welt willen, einen Appell an die Na tionen der Welt zu richten, daraus zu bestehen, daß wir endlich mit Mut, Entschlossenheit und, wenn notwendig, mit Kühnheit die schwe ren Probleme in Angriff nehmen, vor denen wir flehen." Mit diesen Worten schloß Lloyd George eine Rede auf einem vom Verband der Aus landsjournalisten gegebenen Frühstück. Lloyd George zog einen Vergleich mit der Zeit vor den Jahren. „Zehn Jahre internationale Bemühungen" — so rief er aus — ebn Jahre .Händeschütteln und zehn Jahre völlige Uebcrcinftimmunq aus allen Kon scren.zcn! Ballige Ucbercinftinunung, daß abgeruftet werden muß: völlige Ucbereinflimmung, daß die Abrüstung von anderen oorgenommen werden muß. Völlige Ucbereinftimmung, daß die Handels schranken beseitigt werden müssen, ebenso aber völ lige Ucbereinftimmung, daß der andere sie be fettigen muß. Dies ist heute die Lage der Welt!" Nach einem Rückblick aus feine und Brionds vergeblichen Versuche vor mehr als zehn Jahren, unter Teilnahme der Vereinigten Staaten, eine Konferenz zustande zu bringen, auf der die Hindernisse für den europäischen Frieden, nämlich Schulden, Reparationen, die Behandlung der Minderheiten und A b r ü ft u n g erledigt werden sollten, rief Lloyd George aus: Vor zehn Jahren war es z u früh für den gesunden Menschenverstand, um sich durchzufetzen — ich frage mich, ob es jetzt, zehn Jahre danach, nicht zu spät ist. Wenn wir nicht Brüder fein können — so schloß er — laßt uns wenig st ens Nachbarn fein, freundfchastlich und hilfreich. Die Goldverieilung Ursache der Wirischastsdepression. Eine Rede Lenator Äorahs. Washington, 6. Mai (TU.) Senator Borah, der Vorsitzende des Auswärtigen 2Iusfd)uffes des Senats, sprach vor der Presse über die Ursachen ber Weltwirtschaftskrise und ihre Behebung. Er erklärte u. a., der kommende Sommer bringe entweder eine Wirtfchaftserholung oder ein unbeschreibliches Chaos. Als Haupturfache des Niederganges der Weltwirtschaft bezeichnete Borah die Ungleichmäßige Verteilung des Goldes. Es werde allgemein angenommen, daß die Genier Abrüstungskonferenz keinen Erfolg haben werde. 85 v. H. der Haushalte der europäischen Nationen würden von den militärifchen Ausgaben verschlungen. Zur Wiederher fteUung der Weltwirtschaft schlug Borah vor: 1. Weitgehende Rüstungsbeschränkung, um die Volkslastcn zu erleichtern, 2. Regelung der Tributfrage unb 3. Wiedereinführung des Silber ft anbarbs in allen früheren Silber- Nationen. In diesem Zusammenhang wies Bomch auf die Erholung der englischen Wirtschaft seit Aufgabe des Goldstandards hin. Amerika und Frankreich haben 70 v. H. des gesamten Goldoorrates der Well in den Händen. Diese Goldanhäufung sei die Ursache des Rückganges aller Warenpreise. Die übrigen Rationen der Welt müßten sich mit dem Rest des Goldvorrates begnügen, wobei nur etwa zwei Golddol- lar auf den Kopf der Bevölkerung kämen. Unter diesen Nationen befänden sich hoch- Magdcburg, 5. Mai. (TU.) Als Auftakt zur Reichs-Stahlhelm-Führertagung fand am Mittwochabend ein Fackelzug, verbunden mit großem Zapfenstreich aus dem Domplatz statt. — Am Himmel- sahrtstag begann nach einem Fcstgottesdienst im Dom die eigentliche Tagung mit dem Führerappell in der überfüllten Stadthalle. Als erster hielt der 1. Bundesführer Franz S cldt e eine Rede unter dem Leitwort „Unser eigener We g". Deutschland lebe in einer Zeit, die nicht zur Ruhe kommen könne, weil über das LandSklavcnketten gespannt seien, die das freie Wachstuin und die freie Bewegung hinderten. Der Stahlhelm sei von keiner Partei abhängig. Er sei vollkommen frei und unabhängig in seinen Handlungen, in seinem Gebaren und in seiner Organisation. Wenn der Stahlhelm zur Reichspräsidententrage Stellung genommen habe, so habe er das für nötig gehalten, weil es trotz selbstlosester Arbeit nicht gelungen sei, die Nationale Opposition zu einen. Durch Wahlen werde Deutschland nie gesund. Die Gesinnung mache es, der Mut, die Tapferkeit, die sclbstgcwolltc freiwillige Disziplin. Der Stahlhelm sei nicht parteipolitisch. Wenn der Stahlhelm politisch denke, dann denke er staatspolitisch. Der eigene Weg des Stahlhelms, der sich vom Weg der Parteien und der Interessenverbände gewaltig unterscheide, liege klar. Deutsches Kulturgut, dcut- Berlin, 6. Mai. (TU.) Der ehemalige Kronprinz Friedrich Wilhelm, der am Freitag seinen 50. Geburtstag feiert, hotte eine Unterredung mit dem Berliner Vertreter der Asso- ciated-Preß, Louis P. Lochner, in der er einen Appell an das amerikanische Volk richtet und es um Verständnis dafür bat, worum cs jetzt in Deutschland gehe, das durch wirtschaftliche Sorgen und demütigende Beschränkungen seiner Hoheitrcchle zur Verzweiflung getrieben werde. Wenn er aus Anlaß seines 50. Geburtstages gebeten werde, der amerikanischen Oefsentlichkeit etwas zu sagen, so könne er nicht vorbei an dem grauenhaften Elend in Deutschland, an der ständig wachsenden Verzweiflung, nicht vorbei an den Erscheinungen der fortschreitenden Zer- störungf der mit unerbittlicher Folgerichtigkeit Tag für Tag große und kleine, in langen Jahren mühevoller und zäher Arbeit geschaffene Wirtschofts- Organismen zum Opfer fielen. Man sage in Deutschland: Not lehrt beten. Gewiß! Aber Not, wenn sie ein gewisses Maß überschreite, wenn sie so groß werde, daß cs als sinnlos erscheine, noch zu kämpfen, mache die Menschen, denen der Glaube an eine sittliche Weltordnung abhanden gekommen sei, schlechter. Solche Not bringe Verzweiflung und Verzweiflung kenne keine Hem mun = gen. So rufe er mit ganzer Leidenschaft denen, die ihn hören wollten, zu: Was ist aus unserem deutschen Volk gemacht worden, das mit einer Kraft und Hingabe ohnegleichen länger als vier Jahre einer Welt von Feinden standgehalten habe! Es fei nicht wahr, und läng st als falsch bewiesen, was man von einer deutschen Schuld am Ausbruch des Weltkrieges zu behaupten wage. Wie stehe es heute mit der These der Notwendigkeit eines Kampfes für die Freiheit der kleinen Nationen, mit der die USA. in den Krieg gegen Deutschland eingetreten seien? ilnb wie stehe es mit den 14 Punkten Wilsons, auf deren Erfüllung Deutschland auch heute noch ein Necht habe? Sie wurden in Paris preisgegeben. Wie sehen sich heute die L a n s i n g - N o t e n an, WHP. Darmstadt, 4. Mai. Der Finanzausschuß des Landtages setzte heute die Etatberatung bei Kapitel 22 «Ober re chnungskammer) fort, das mit 216 000 Mark Einnahmen und 347 000 Mark Ausgaben (bei den Personalausga- ben minus 96 000 Mark) abschließt. Don national» sozialistischer Seite wurde angefragt, ob aus Ersparnisgründen nicht eine Z u s a m m e n l e gu n g der hessischen Oberrechnungskammer mit anderen süddeutschen Ländern möglich sei. Die nationalsozialistische Fraktion selbst halte die hessische Einrichtung für gut und schließe sich der andersartigen Auffassung des Reichssparkommissars nicht an. Non Regierungsseite wurde der Meinung Ausdruck gegeben, daß eine Zusammenlegung verschiedener Rechnungshöfe Ersparnisse nicht bringen würde, wahrscheinlich würden Baden und auch Württemberg, die hessische Einrichtung der Oberrechnungskammer in ihrem Bereich einführen. Die Regierung legte dem Ausschuß eine Statistik vor, wonach Hessen im Verhältnis zu seiner Gröhe die wenigsten Revisionsbeamten angestellt habe. Der Ausschuß schloß sich der seit Jahren getroffenen Feststellung an, daß die Unabhängigkeit der Oberrechnungskammer gegenüber dem Ministerium aufrechterhalten entwickelte Länder wie z.B. Deutschland und England. Die ungeheure Goldanhäufpng in Amerika und Frankreich verringere naturgemäß die Kaufkraft der übrigen Nationen. Infolge des niedrigen Preisstandes habe sich die ursprüngliche Schuldensumme der Schuldnerländer verdoppelt. Es sei daher unmöglich, daß die europäischen Nationen jemals ihre Kriegsschulden an Amerika bezahlen könnten. sche Freiheit, deutscher Lebensraum, deutsche Nahrungsfreiheit sei nur zu erhalten oder neu zu erreichen, wenn auch im deutschen Volk das zur Selbstverständlichkeit werde, was das schweizer Volk zum Ideal der ganzen Nation erhoben habe: Die Bereitschaft aller zur Landesverteidigung. Das Schicksal gab Deutschland die schwere Lage der Mitte, die offenen Flanken und als Schutz und Wall nur die Eigenschaften seines Soldatentums. Wir wollen nicht angreifen, wir wollen nur sichern das, was uns gehört. 'Aber wir müssen wieder haben, was man uns freventlich genommen hat. Weil die anderen es nicht sehen, was Deutschland fehlt, wenn seine Frontsoldaten in seiner Führung fehlen, darum haben wir die Berechtigung, unseren Weg zu gehen und aus der höchsten Notwendigkeit und Verantwortung als eines der stärksten deutschen Lebenselemente das deutsche Frontsoldatentum in den Freiheitskampf für Deutschland mit einzusetzen. Der Bundeskanzler Major Wagner sprach über „Der Stahlhelm im Kampf um den Staat". Jung- stahlhelm-Reichsführer und -Landesführer v o n Moro z o m i c z richtete einen „Weckruf an die deutsche Jugend" zum Dienst am Vaterland in schwerster Not. Als letzter Redner sprach der zweite Bundesführer Oberstleutnant D ii st e r b e r g über „Die ewige Soldatenaufgabe des Stahlhelms". durch die der deutsche Kaiser zwischen sein Volk und die damals ebenso verlockende wie verlogene Aussicht auf einen guten Frieden gestellt worden fei? Was sei es mit dem Diktat von Versailles, das - aufgebaut auf der Lüge von der deutschen Kriegsschuld — Deutschland ungeheuerliche Demütigungen auf- zwang und untragbar Lasten auferlegte?" Ahnt ihr freien stolzen Amerikaner, was es heißt, ein großes stolzes Volk auf der Grundlage einer Lüge unter Sonderrecht zu stellen? 3ft es noch nötig, darzulegen, was es allein bedeutet, einem Volk, das in Jahrhunderte alter Geschichte geworden ist, dessen Grenzen überdies nach allen Seiten offen sind, das Recht auf die Selbstbestimmung seiner Rüstung zu nehmen? Ich werfe gerade diese Fragen auf, weil sie mitten hinein in die brennende deutsche Schmach, weil sie in das entsetzliche deutsche Elend hinein- grcifen. Dies Diktat von Versailles, unter dem die ganze Welt leidet und der Geist, aus dem es entstanden, ist letzten Endes schuld an allem äl n h e i l. Gewiß, Ihr Amerikaner habt es nicht unterschrieben, aber Ihr habt es ermöglicht, und Ihr duldet immer noch den dadurch geschaffenen unmöglichen Zustand. Es bedarf heute wohl keiner Begründung mehr, daß nur mit dem Ende der Reparationen, mit dem AufhöreneinerBeschränkung der deutschen Hoheitsrechte unserem arbeitswilligen, leistungsfähigen und stolzen Volk endlich die ihm innewohnende Schöpsungs- krast und der Sinn für eine friedliche Gestaltung des Lebens der Volker wiedergegeben wird. Nur durch Wiederher st ellungeiner vernünftigen Ordnung in dieser Welt könne auch den amerikanischen Nöten begegnet werden. Der Kronprinz verwies zum Schluß auf Friedrich den Großen, der in der Stunde der großen Entscheidung des amerikanischen Volkes mit genialem Weitblick erkannte, was damals K für Amerika und die Welt das Richtige war. werden müsse. Das Kapitel wurde gegen die Kommunisten angenommen. Die Kapitel 23 (Derwaltungsgerichts- Hof) mit 4000 Mark Einnahmen und 15000 Mark Ausgaben, 24 (Staatsarchiv) mit 200 Mark Einnahmen und 39 000 Mark Ausgaben, sowie 26 (Postgebühren) mit 12000 Mark Ausgaben wurden in der vorgesehenen Form genehmigt. Kapitel 27 (Innenministerium) schließt mit 7000 Mark Einnahmen und 356 000 Mark Ausgaben ab. Von nationalsozialistischer Seite wurde eine Aenderung gemäß dem Re- giftraturbienft bei den Reichsbehörden vorgeschlagen. Von der Regierung wurde zugesagt, die Vereinfachungsvorschläge zu prüfen. Mit sieben Stimmen «bei Stimmenthaltung der Nationalsozialisten wurde der volkspartei- liche Antrag abgelehnt, die Stelle des Ministerialdirektors auf den Inhaber zu stellen und den Staatsratsposten als ordentliche Stelle aufzuführen. Bekanntlich sind in Hessen alle Dtaatsräte auf den Inhaber gesetzt. Der kommunistische Antrag, die Aufwandsentschädigung des Innenministers zu streichen, wurde mit den Stimmen der Sozialdemokraten und des Zentrums gegen die Kommunisten bei Stimmenthaltung der Nationalsozialisten abgelehnt und das Kapitel selbst mit dem gleichen Stimmenverhältnis genehmigt, ebenso Kapitel28 (Stellvertretungs- und Aushilfsposten) mit 53 000 Mark Ausgaben. Dr.desl antwortet ans den Offenen Brief derpolizetbeamten Darmstadt, 5. Mai. (WSN.) Der nationalsozialistische Abgeordnete Dr. Best hat unter dem 4. Mai auf den bekannten Offenen Brief des Landesverbandes der Polizeibeamten Hessens e. B. vom 25. April 1932 geantwortet. In dem Offenen Brief heißt es u. a.: „Sie haben in Ihrem Schreiben vom 25. April 1932 Aeußerungen, die ich nach einer Zeitungsnachricht in meiner Landtagsrede vom 19. April 1932 gemacht haben soll, zitiert und an mich die Frage gerichtet, ob ich bereit fei, diese Aeußerungen außerhalb des Landtags zu wiederholen. Ich stelle zunächst fest, daß Ihr Zitat nicht dem genauen Wortlaut meiner Landtagsrede entspricht und empfehle Ihnen, von diesem Wortlaut in dem Stenogramm des Landtagsamts Kenntnis zu nehmen. Zu dem aus dem amtlichen Stenogramm ersichtlichen Wortlaut meiner Landtagsredc stehe i ch in vollem Umfang. Die Auslegung meiner Ausführungen muß ich jedem überlassen, der davon Kenntnis nimmt.“ Oie NGOAP. in Preußen. Ein Aufsatz Kubes über die nationalsozialistischen Absichten. München, 5. Mai (TU. Funkspruch.) In der „Nationalsozialistischen Korrespondenz" wird unter der Ueberschrift „Das Zentrum in der Zwickmühle“ ein Artikel des nationalsozialistischen Führers in Preußen, Kube, veröffentlicht. Cs heißt darin u. a., die Nationalsozialisten verzichteten auf ihren Anspruch, im Reich und in Preußen die Macht und die volle Verantwortung zu übernehmen, nicht. Aber erst wenn die Birne reif sei, würden sie handeln, Die Nationalsozialisten warteten auf die Stunde, die ihnen die reife Frucht ihres Kampfes in den Schoß fallen lassen müsse. 3m Preußischen Landtag würden sie die kleine Gruppe der Deut- schenVolkspartei ritterlicher behandeln, als man die nationalsozialistische Landtagsgruppe behandelt habe. Sie würden es nicht dulden, daß man die sieben deutschvvlksparteilichen Abgeordneten zu Herrn Hugenberg zwinge, der so gern ernten mochte, was Hitler gesät habe. Der deutschnationalen Preußenfraktion stünden die Nationalsozialisten mit kühler Sachlich, feit gegenüber. In ihr Fahrwasser lasse man sich nicht zwingen. Der Artikel schließt: Unsere Vorbereitungen für die fachliche Arbeit wie für den-weiteren Kampf um den Staat sind getroffen. Beleidigungsklage Hillers gegen Minister Treviranus. München, 4. Mai. (TU.) Das Parteibureau der NSDAP, teilt mit: Der Reichsvcrkehrsminister Treviranus hat anläßlich einer Rede behauptet, daß die nationalfozialiftifche Führung für die Auflösung der S 21. außerordentlich dankbar fei und auch dankbar sein müsse für die Beseitigung einer Unruhegefahr in ihren eigenen Reihe n". Diese Behauptung eines aktiven Ministers stellt eine außerordentlich schwerwiegende Herabwürdigung des Führers der NSDAP, dar, dem damit der Vor - wurf des Gefinnungsverrots an treuen Kampfkameraden gemocht \oirb. Adolf Hitler hat daher seinen Rechtsbeistand, Dr. Hans Frank II., beauftragt, gegen Treviranus Strafantrag und Beleidigungsklage einzureichen und erwartet, daß Treviranus selbstverständlich von sich aus auf die derzeitigen Regierungsparteien im Reichstag im Sinne der umgehenden Immunitätsaufhebung für Durchführung der Klage einwirken wird. Das österreichische Kabinett Buresch zurückgetreten. Wien, 6. Mai. (WTB. Funkspruch.) In einem Minislerral beschloß die Regierung ihre Demission. Bundeskanzler Buresch erstattete dem Bundespräsidenten Niklas darüber Bericht. Der Bundespräsident wird das Kabinett mit der vorläufigen Fortführung der Geschäfte betrauen und mit den Parteiführern in Besprechungen über die Bildung der neuen Regierung eintreten. Der Derfassungsausschuß, der um 11 Uhr über die bekannten Auflösungs- a n t r ä g e beschließen sollte, wird verschoben, da es nicht üblich ist, daß Ausschüsse während einer Regierungskrise lagen. Der Christlich-soziale Parkeivorstand hatte sich in einer kurzen Sitzung für die Demission der Regierung ausgesprochen. Aus aller Welt. Macdonalds zweite Augenoperation glücklich verlaufen. Arn Donnerstag wurde Macdonaldarnrech- t en Auge wegen Grünen Stars operiert. Eine ärztliche Mitteilung besagt, daß die Operation erfolgreich verlaufen ist. (Eröffnung der Bibliothek des Deutschen Museums. Der am Samstag zu eröffnenbe Bibliothekbau des Deutschen Museums würbe bereits von der Presse besichtigt. Im ersten Stock befindet sich der Ehren raum der Bibliothek. Die Zahl der getarnten Bücher beträgt heute 145 000 Bände und die der laufenden Zeitschriften 1200. Diese Werke werden noch ergänzt durch 48 000 Pläne und Zeitschriften, 13 000 Urkunden und Handschriften. über 1000 Portraits und über 500 000 Patentschriften in etwa 6000 Bänden. Alle diese Bestände wurden in den Räumen der neuen Bibliothek untergebracht. An den Ehrenraum schließt sich die P a t e n t s ch r i f t e n st e l l e an, die neben der deutschen Patentliteratur auch eine große Anzahl ausländischer Patentschriften enthält. Der L e s e s a a I der Dücherschau enthöÜ Regale mit rund 1000 nach verschiedenen Gruppen aufgcftclHen Büchern allgemein verständlichen Inhalts, die so aufgeschlagen sind, daß ohne die Benutzung eines Katalogs jeder Besucher sich schnell mit den gewünschten Büchern vertraut machen kann. Die Technisch-Naturwissenschaftliche Handbibliothek bietet den Platz für 15 000 Bände und 1200 Zeitschriften. Zahlreiche Arbeitsplätze stehen den Besuchern zur Verfügung. An die Handbibliothek schließt sich die Nachs chlage-Abteilung mit 3000 Bänden an. Eine besonders wertvolle Abteilung ist weiter die Urkunden-, Handschriften- unb Portraitsammlung. Zu dieser Abteilung gehören die sieben Forscherzimmer, in denen sich mit Spezialarbeiten beschäftigte Gelehrte ihren Aufgaben widmen können. Die frühere „Vaterland" nach 18 Jahren wieder in Deutschland. Di ad) 18 Jahren traf der Riesendampfer „Levi a- t h a n" der United States Line (die frühere deutsche „Vaterland" der Hapag) wieder in einem deutschen Hafen ein. Das mit 276.Meter Länge heute noch größte Schiff der Welt fiel bekanntlich auf Grund des Versailler Diktats an die ehemaligen Feindbundmächte. Es war im April 1913 bei Blohm & Voß in Hamburg vom Stapel gela'.ifew.mnb hatte erst zwei Ausreisen hinter sich. Zum Empfang des Schiffes hatten fid) auf der „Eolumdus-Kage" in Bremerhaven eine große Menschenmenge eingefunden. In der Nähe des Hoheweg-Leuchtturms an der Wesermündung begegneten sich „Leviathan" und „Europa". Es war ein eindrucksvolles Bild, wie die beiden Riesenschiffe die üblichen Flaggengrüße austauschten. Eine Besichtigung des früheren deutschen Dampfers erinnert schmerzlich daran, welche Wunden der deutschen Vorkriegshandelsflotte durch bas Versailler Diktat geschlagen wurden, erinnert aber auch angesichts der ausfahrenden „Europa" daran, welches Ausmaß dank der uner- schütterlichen^Zöhigkeit des Hanseatengeistes der A u f- b a u der deutschen Handelsflotte nach dem Weltkrieg wieder erreicht hat. Arbeit für die deutsche TDerftinbuftrie. In diesen Tagen erfolgte in Hamburg bei der „Deutschen Werft" ber Stapellauf zweier neuen Großtankschiffe für die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft (Stanbard-Dapolin). — Es hanbelt sich um die ersten Schiffe einer ganzen Serie von sechs neuen Großtankern von je 17 800 Tonnen, die sich gegenwärtig für die „Stanbarb“ bei beutschen Werften in Auftrag befinben. Diese Aufträge stellen in heutiger Zeit einen beispiel- gebenben Versuch zur Konjunkturbelebung bar. Denn außer ber „Deutschen Werft" unb beim Bremer „Vulkan“ in Vegesack, liegen auch bei der „Germania-Werst", Kiel, je zwei Schiffe von 17 800 Tonnen auf Stapel, so daß heute insgesamt drei bcutfd)c Großwerften in ihrem Neubau-Ressort voll für bic D. A. P. G. beschäftigt werben. Wer die Verhältnisse im Schiffbau kennt, weiß, was cs für bic Werftinbustrie bebeutet, durch schwere Zeiten, wie die äugens blicklichen, die gelernte Stamm-Arbeiterschaft hin- durchbringen zu können. Die neuen Aufträge geben schätzungsweise über 10 000 Menschen Arbeit. Allein konnte der Bremer „Vulkan" etwa 1000 Arbeiter jetzt neu einstellen. So ist auch nach dem Kriege die D. A. P. G. der größte Auftraggeber für Tankschiffe geblieben. Bundestag des Reichsbundes der höheren Beamten. Wie uns soeben mitgeteilt wird, hält der „Reichs» bund ber höheren Beamten" seinen diesjährigen Bundestag am 7. Mai in Eisenach ab. Am Vormittag findet eine öffentliche Sitzung statt, auf der Dr. Bohlen, Berlin, der Besoldungsreferent des Reichsbundes, auf Grund eines durch Fragebogen gewonnenen Materials über „Die Lebenshaltung der höheren Beamten" sprechen wird. Dann berichten Oberstudienbirektor Dr. Bolle, Berlin, und Landgerichtspräsident Dr. Ernst, Allenstein, über „Die Not des akademischen Nachwuchses". Am Nachmittage sind die Aussprachen und die internen Beratungen. Davon dürste der Punkt: Wahl des ersten Vorsitzenden besonderes Interesse beanspruchen, da dieser Posten seit Rücktritt des jetzigen Oberbürgermeisters von Dresden Dr. Külz nicht besetzt gewesen ist. Schon wieder eine Falschmünzerwerkstatt ausgehoben. Seit Anfang April tauchten in Stuttgart falsche Fünsmarkstücke in sehr großer Zahl auf. Der Täter wurde bei der Verbreitung von Falschstücken f e st g en o m m c n. Er ist bereits wegen Münzverbrechens vorbestraft und hatte zur Zeit Strafunterbrechung zur Verrichtung von G a r t e n a e s ch ä s t e n bei seinen Eltern, die einen Gemüsehandel betreiben. Diese Zeit benutzte er dazu, um in dem Gartenhaus des Pachtgrundstückes wiederum Falschgeld herzustellen. Drei Kinder vom Blitz getötet. Ein Blitz schlug in das Kinderheim ber Ortschaft Polukno im Wilnagebiet ein. Drei Kinber, ein Knabe und zwei Mädchen, waren auf ber Stelle t o t. Wettervoraussage. In ber Rinne tiefen Druckes, die sich von Spanien über Frankreich, Deutschland und die Ostsee bis nach Estland hin erstreckt, gelangen verschiedenartige Luft- massen nad) dem Festlande. An ber Südseite eines Kernes über Dänemark wird eine Staffel milder Ozeanluft bis in unseren Bezirk vorgeschoben, ber aber wieder kühlere Luft nachfolgt. Die Wetterlage bleibt daher weiterhin etwas wechselhaft. Die vorübergehende Aufheiterung wird wieder durck Aufzug von Bewölkung unterbrochen, die teilweise Niederschläge und durch die verschieden temperierten Luftmassen auch Gewitterstörungen mit sich bringt. Auch die Temperaturen sind demzufolge gewissen Schwankungen unterworfen. AussichtenfürSamstag: Teils wechselnd bewölkt, teils aufheiternd, nach vorübergehender Erwärmung wieder kühler, vereinzelt etwas Niederschlag, zum Teil gewitterhatter Art. Lufttemperaturen am 5. Mai: mittags 10,9 Grad Celsius, abends 5,5 Grad; am 6. Mai: morgens 2,3 Grad. Maximum 11 Grad, Minimum —0,8 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 5. Mai: abends 12,8 Grad , am 6. Mai: morgens 7,2 Grad Celsius. — Niedersck)löge 0,2 mm. — Sonnenscheindauer 6% Stunden. IGEMO Die Zeilverhälinisse verlangen billige Artikel. Monson bringt sie in den hochwertigen Igemo-Erzeugnissen. Verlangen Sie bei Ihrem Händler Igemo-Artikel und achten Sie auf die blau-rote Packung. Igemo bedeutet wahrhafte« Qualität und Billigkeit» 10. igemo Shampoo 25. igemo Toiletteseife 25. /gemo Hautcreme SO. igemo Hautcreme 50. igemo Zahnpaste igemo Rasiercreme K< igemo Rasiercreme SO. igemo Rasierseife 75.igemo Rasierseife Irn. igemo Mundwasser MreriagiW des Stahlhelm in Magdeburg. Eine JUöc Seldtes über den eigenen Weg des Stahlhelm. Der Kronprinz an die Adresse Amerikas. Mehr Verständnis für die deutsche Not. - Amerikas Verantwortung für das Diktat von Versailles und seine unheilvollen Folgen für die Weltordnung. Oie Etatsberatung im Finanzausschuß des Hessischen Landtages. 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(Ein jeder von ihnen kann die Gesell- schäft in Gemeinschaft mit einem Bor- standsmitgliede oder einem anderen Prokuristen vertreten und ist auch zur Veräußerung und Belastung von Grundstücken ermächtigt. Die Generalversammlung vom 23. März 1932 hat beschlossen, a) die kraft Gesetzes mit Beendigung der Generalversammlung außer Kraft tretenden Bcstim. mungen des Gesellschaftsvertrages nämlich § 13 (Zusammensetzung und Amtsdauer des Aufsichtsrats), § 14 Absatz 1 (Dergü- tung des Aufsichtsrats) und § 27 Absatz Id (Gewinnanteil des Aufsichtsrots) in teilweise geänderter Fassung wieder einzufügen: b) den Gescllschastsvertrag in § 15 (Streichung von Absatz 4 und Absatz 7 letzter Satz und Aenderung der Bestimmungen über die Berufung des Aufsichtsrats), § 17 (Ausschüsse des Aussichtsrats) und § 18 (Stimmrecht der Aktien) zu ändern. Oscar Schlitter ist nicht mehr Dor- standsmitglicd, ebenso nicht mehr Emil Georg von Stauß, Dr. Peter Brunswig, Johannes Kiehl, Dr. Otto Abshagen, Dr. Jacob Berne, Otto Sperber, Dr. Kurt Weigelt, Fritz Wintermantel, Fritz Bruck, Karl Burghardt, Fritz cheinrichsdorff, Dr. Ernst Mandel, Oswald Rösler, Dr. Karl Ernst Sippell, Hans Rummel. 3560D Gießen, den 3. Mai 1932. Hessisches Amtsgericht. | JUietgesuohe | Mm,Wohnung mit Bad, in guter ruhiger Lage f.klein. Haushalt (3 Pers.) gesucht. Schriftliche Ang. unt. 0281S an den Gießener Anz. | Empfehlungen) Knoblauchsaft daS uralte Hausmittel f. Verkalkte, Blutdruckleidende KräuterhauN meines Ladengeschäfts in Herren- n. Damenileidunfi Ich bitte meine verehrte Kundschaft von Gießen und Umgegend, mir das bis jetzt entgegengebrachte Vertrauen weiterhin darzubringen. Einige Beispiele meiner preiswerten Qualitäten: Herren-An züge Sakko. Sport u. Knickerbocker, teils 4teilig Mk. 12.50, 22.50. 28. . 35.-. 38.- und hoher Der moderne Slipon. . . . 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Deutschnallonale Soltspartei Die hieiige Ortsgr. des „Stablbeltn " lädt uns zu ihrem Deutschen Abend a.Samotag,7.Mai, abends 8.30 Uhr, in das Eais Leib ein. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung. ***□) Ter Vorstand Monats-Versammlung Samstag, 7. Mal 1932, abends 8 - Uhr, im BeshischenHof H'd uiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiD Kaufmännischer Verein SamStag, 7. Mai, abends 8*, Ubr, im Saale des Hotel Prinz Karl • Licblhllder-YorlrigK Verkehr einst und jetzt Einführung der Nelz-Bezirkskarten Zu obigen Vorträgen des Verbandes reisender Kaufleute sind unsere Mitglieder nebsiwerten Angehörigen böfl. ein- geladen. (3596D fliiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiD CieöerfrniHi Sonntag, 8. Mai: fierten ousfliig Deylar—Honig- müble-Ktricken- wäldchen—Wetzlar, 4Std.Abs.8,04Ubr Sonntagsk.Wetzlar. das Fachgeschäft ia dar ScholstraJa. Anmachholz gibt laufend billig ab Radiostangen d 3 Mk. Bohnenstangen 12 Pf. H. Schäffner Schiffenberg. 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Stütze Die Trauerfeier findet Montag, den 9 Mai, nachmittags 2 Uhr, in der Kapelle des Neuen Friedhofs statt Verkauf im Parterre zum Aussuchen! 3577 A Schul- Gestern nachmittag entschlief sanft nach kurzer schwerer, mit großer Geduld ertragener Krankheit unsere liebe unvergeßliche Tochter, Schwester. Enkelin, Nichte, Kusine und Patin Man bittet von Beileidsbesuchen und Kranzspenden absehen zu wollen. MH oder ohne Beltenschutz 25 2 ■- o c o ■ c = s 3 •- 4, - 5 = Elegant und anatomisch richtig Kirchliche Mchrichten. Israelitische Gemeinden. j]rnditifdK Relegionsgesellfchaft Sabbatfeier b"N 7. Mai. Freitag abend 7.30 Uljr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4; Sabbatausgang 8.45. — Wochengottesdienst- morgens 6.30; abends 7 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 7. Mai. Vorabend 7.30 Uhr; morgens 8.30; abends 8.05 und 8.45 Uhr.__ Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Für die Hinterbliebenen: Isaak Rosenberg. Großen-Buseck, den 5. Mai 1982. Alle, die uns In unserem Leid helfend zur Seite standen und uns in so wohltuender Weise ihre Teilnahme bezeugten, bitten wir. auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank entgegenzunehmen. Lehrer Philippi und Familie. In tiefer Trauer: Lina Stohr und Kinder Familie Julius Stohr. fliX3 Kaufe WWWs in welchem eine 3= od. 4-Znnmwohng. beziehbar ist.Tausch- wohg.vorb.Lchrifti. Angeb.v.Lausbesitz, u. 02850 a. d. G. A. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und für die vielen Kranz- und Blumenspenden bei dem Heimgange unseres lieben Entschlafenen sagen wir allen auf diesem Wege unseren herzlichen Dank. Luise Neidei und Kinder. GIESSEN - SE LT E RS WEG Mein lieber, guter Mann, der treusorgende Vater seiner Kinder, unser lieber Bruder. Schwager und Onkel Herr Dr. Eduard Stohr Studienrat ist am Mittwochabend infolge eines Herzschlages heimgegangen. erforderlich, die sich in erster Linie ttt der 'RrS* tung auf Wiederherstellung der Freiheit der Wirtschaft und ihrer Rentabilität bewegen mühten. Rachdem die Rechnungsablage für 1931 32 erstattet und den Rechnungsprüfern Entlastung erteilt worden war, wurde der Voranschlag der Kammer für das Rechnungsjahr 1 9 32 3 3 beraten. Der Voranschlag, der infolge Einsparungen eine weitere Senkung erfahren konnte und in Einnahmen und Ausgaben mit 25 900 Mark abschlieht, wurde genehmigt. Hinsichtlich der Steuervorauszahlungen wurde fest- gestellt, dah durch die Hinausschiebung der endgültigen Veranlagung der staatlichen Gewerbesteuer für 1931 ein den gewerbesteuerpflichtigen Vetrieben äußerst nachteiliger Zustand geschaffen worden ist. Äe hessischen Industrie» und Handelskammern haben bereits Schritte unternommen, um eine möglichst wohlwollende Handhabung der Stundungsanträge zu ermöglichen. Sie werden auch weiterhin bemüht sein, hier Milderungen zu schaffen. Zum Schluß nahm die Vollversammlung entschieden Stellung ge-g^n d i e Bestrebungen auf Schaffung eines Kraftverkehrsmonopols, da eine derartige Maßnahme der natürlichen Verkehrsentwicklung zuwiderläuft und für die Wirtschaft- völlig untragbar ist. Günstiger Gelegenheiten!! Umständehalber eine neue 02849 Küchen - Einrichtung solide Verarbeitung, besteh, aus Büfett, Anrichte mit eingebaut. Tonnen, Tisch und 2 Stühle für 195.— Mk. gegen Barzahlung zu oerk. ftnrl Fung, Ebelftraste 22 v. imimmiiiiiiiiiiiiiiiinliiim Lich.Kavitalanlagc Um mit laden (Zentrum Gießens) für die Hälfte des Friedenspreises zu verkauf. Schr. Ang. u.02846a.d.Gß.Anz. kJ«.: ® a ■ PrinzeßrÖcke, Charmeuse, mit eleg. Spitze oder gesticktem Motiv, bes. schön......Stck. 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Dazu komme noch, daß die Darlehen und Hypotheken der Kasse in den meisten Fällen auf Grund- und Hausbesitz gegeben seien und demgemäß festliegen. Nachdem Herr Werner noch besonders auf die Gegenüberstellung der Bilanzen 1930/31 ein gegangen war, konnte der Vorsitzende 'des Aufsichts- ratcs, Bürgermeister S ch o in b e r, die Bilanz von 1931 bekanntgcbcn. Geschäftsbericht und Bilanz wurden ohne Aussprache genehmigt. Die Entlastung des Vorstandes wurde zurückgcftellt, jedoch den seit Dezember neugewählten Vorstandsmitgliedern das volle Vertrauen der Mitglieder ausgesprochen. Die Betriebsrücklage, sowie der Reingewinn aus 1931 wurden dem Rückstellungskonto überwiesen. Eine sehr rege Aussprache entspann sich über die Vorkommnisse, die zur Entlassung des früheren Direktors führten, sowie über die an verschiedene Mitglieder gewährten zu hohen Kredite, die zu größeren Verlusten führten. Nachdem über diese Angelegenheiten Klarheit geschaffen war und die Mitglieder wußten, daß sie nicht zur Abdeckung herangezogen werden, sondern die vorhandenen Reserven zur Abdeckung dieses Ausfalls vollständig reichen, waren alle davon überzeugt fwas aus den Aeuße- Mark. Der Mitgliederstand hat sich wenig geändert. Der seitherige Jahresbeitrag von 6 Mark pro Mitglied wurde beibehalten. Die Vorstandswahl hatte, nachdem der seitherige Schützenmeister W. K r e i ck e r sein Qlmt Zur Verfügung gestellt hatte, folgendes Ergebnis: Schützenmeister für 1932 wurde Bürgermeister HogY. zu Beisitzern wurden A. Enders, W. K r e i ck e r, W. M i - ch e l, E. M o e n n i g. K. P i tz, Dr. F. R o ß b a ch und Gg. T roller (Rechner) gewählt. Das Eröffnungsschießen wurde auf den 8. Mai. das Hauptschießen auf den 21. August und das 21b» schießen auf den 25. September festgesetzt. ■+- Ulfa, 4. Mai. Pfarrer Crull. der feit einer Reihe von Jahren segensreich in unserem Kirchspiel wirkte, wird uns im Laufe dieser Woche verlassen, um die ihm übertragene Pfarr- stelle in Trais-Horloff zu übernehmen. Da zur Zeit keine Pfarrvikare verfügbar sind, mußte bis zur Wiederbesehung der Stelle das Pfarramt Eichelsdorf mit der Vertretung beauftragt werden. Zum Kirchspiel gehört auch die Gemeinde Stornsels. Industrie- und Handelskammer Friedberg. * Friedberg, 4. Mai. Die Industrie- und Handelskammer Friedberg hielt dieser Tage eine gut besuchte Vollversammlung ab. Der Vorsitzende der Kammer, Herr H i r s ch, wies in seiner Begrüßung auf die schwierigen Verhältnisse hin, unter denen die Wirtschaft heute zu arbeiten habe. Die Verschlechterung der Wirtschaftslage sei weiter fortgeschritten. Umsatz und Gewinn hätten in Industrie und Handel im allgemeinen, mit wenigen Ausnahmen, ein Minimum erreicht, das an die Existenzpfeiler der Betriebe ernstlich rüttele. Ein Saisonplatz wie Bad- Rauheim habe unter den gegenwärtigen Verhältnissen ganz besonders zu leiden. Es seien durchgreifende Maßnahmen der zuständigen Stellen -nnn “: IUU Evde z. Auf füllen gesucht. Sehr. Ang. m.Pr. u. 02843 a.d.Gst.Anz. Gebrauchtes Am«» zu kaufen gesucht. Schr.Ang. u. 02-8,52 an denGiest.Anzeig. Sprungfähiger Vogelsberger 9erööuHiöolle zu verkaufen. 0,ew 4l. Ranft, Beuern bei Gießen. Limousine, ösitzig, 6 Zylinder, fast neu, ww.2-Sitz. Sportwagen, und 4-Sitzer- M8Ä Tourenwagen billig zu verkauföh. o.Fadsr.Jahrzeuge. Hilde Volkmann im 8. Lebensjahre. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Familie Karl Volkmann vn., Gastwirt Die Beerdigung findet Samstag, den 7. Mai, nachmittags 4 Uhr. vom Trauerhause Brauhausstraße 15 aus statt. 3586 D Hingen der Redner ßeroorgfng), daß sie der Kaste ihr volles Vertrauen wieder schenken können. Zum Schluß wurden nod) einige geschäftliche Angelegenheiten besprochen, die zur weiteren Aufklärung der Mitglieder beitrugen. Mit der Aufforderung des Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Bürgermeister S ch o m b c r, die Spargroschen zur Kasse zu bringen, zur gegenseitigen Hilfe, wurde die Versammlung geschlossen. f Treis a. d. L d a., 4. Mai. Vom l.Mai ab werden auf der hiesigen Station Sonntagsrückfahrkarten nach Gießen ausgegeben, die von Samstag mittag 12 Uhr ab gelöst werden können. Damit ist einem dringenden Wunsche unserer Einwohnersckxaft Genüge getan. •a, Leihgestern, 5. Mai. Es war seither ein merkwürdiger Zustand, daß die in den Briefkasten am Stationsgebäude Großen-Linden eingeworfenen P o st s e n d u n g e n nach L e i h g e st e r n mit Ge bühren für den Fernverkehr versehen werden mußten, während Postsendungen nach Großen Linden als Ortsbestellung gelten, obwohl das Stationsgebäude, an dem der Briefkasten befestigt ist, in der Leihgesterner Gemarkung steht. Dem Einspruch eines hiesigen Bürgers entsprechend, hat nun die Oberpostdirektion Darmstadt angeorbnet, daß in Zukunft alle in diesem Briefkasten zur Auflieferung kommenden Briefsendungen für den Zu stellbezirk Leihgestern fortan den Gebührensätzen für Ortsbriefsendungen unterliegen. Krcis Schotten. Laubach, 5. Mai. Dieser Tage fand im „Schühenhos" die Hauptversammlung desSchüt ° zenvercins statt. Schützenmeister Wilhelm Kreicker erstattete zunächst Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, dem zu entnehmen war, daß die Beteiligung an den letztjährigen Schießen befriedigend war. Die von dem Rechner Georg T r ö l l'e r vorgelegte Zahresrechnung ergab bei einer Einnahme von 730 Mark und einer Ausgabe von 701 Mark einen Ucberschuß von 29 e u MM - iIHN o r -„.bS Auto- Gelegenheitekäufe! 4 20 PS CücbSiabriolett neuwertig. 2534A 4 20 PS offener Viersitzer generalüberholt, preiswert Opel. Gießen Frankfurter Str.82. 1 offene Holzhalle 61/3X1272 m, billig abzugeben. 3579D Beyligenslaedl 4 Co., A.-G. Nr. 105 Zweites Blatt Sreilag, 6. Mai 1952 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen) Aus der Provinzialhauptstadl. Sieben, den 6. Mai 1932. Landgenchispräfibeni Treuenhagen. Am 1. Mai trat Landgenchispräsident Neuen Hagen auf Grund des Gesetzes über die Alters- {renze der Staatsbeamten in den Ruhestand, nach- cm er am 25. Januar d. I. sein 65. Lebensjahr vollendet hatte. Präsident Ludwig R e u e n h a g e n ist ein Sohn der Provinz Oberhessen. Seine Wiege stand im nahen Heuchelheim, dem damaligen Dienstsitze seines dort als Oberförster lebenden Paters. Im Frühjahr 1885 bestand er die Reifeprüfung am Gymnasium zu Gießen, besuchte dann die heimische alma mater Ludoviciana, sowie die Universität Göttingen uNd bestand nach nur^jechssemestrigem Studium die Za lultätsprusung, Seinen juristischen Pordercitungs dienst begann er am Amtsgericht Alsfeld, setzte ihn dann bei dem Amtsgericht und dem Landgericht Gieften, ferner bei dem bekannten Rechtsanwalt. Reichs- und Londtagsabgeordnetcn Dr. Gut fleisch als dessen Stellvertreter fort, den er auch wahrend seiner häufigen und lange währenden Abwesenheit von Gießen selbständig vertrat. Den Schluß seines Vorbereitungsdienstes bildete seine : Tätigkeit am Kreisamt Gießen. Nach gut bestandener Staatsprüfung wurde Ludwig Neuenhagen zum Gerichtsassessor ernannt, be- ; schastigte sich dann bei der Staatsanwaltschaft Gie ßen, war als Amtsonwalt in Alsfeld tätig, ebenso als stellvertretender Amtsrichter in Herbstein, später wieder, wie damals üblich, als Hilfsgerichtsschreibcr om Landgericht Gießen. Nach Bcrwendung als Amtsonwalt in Friedberg, Gießen, Bingen und Offenbach versah er erneut das Richteramt bei den I Amtsgerichten Beerfelden und Darmstadt II und vom Frühjahr 1895 an erstmals bei dem Amtsgericht Gießen Nach weiterer Verwendung am Obcrlan- hesgcricht Darmstadt, wurde Gerichlsossessor Neucn- hagcn durch Dekret vom 12. Juli 1895 zum Amts- richler bei dem Amtsgericht Gießen ernannt, um on diesem Gericht bis zu seiner Ernennung .zum Landrichter im Februar 1904 zu wirken. Im No vember 1907 trat Landgerichtsrat Neuenhagcn in den Rrcisausschuß des Kreises Gießen ein, im Mai 1916 in den Provinzialausschuß der Provinz Ober- Hessen. Als Vorsitzender der Kammer für Handelssachen wurde er im November 1920 zum Land- gcrichtsdircktor beförbert und am 12. März 1924 , als Nachfolger des in den Ruhestand tretenden Ge- I hcimerats Dr Güngerich zum Präsidenten des Land- * xenchts der Provinz Oberhessen ernannt. In voller körperlicher und geistiger Frische tritt Landgcrichlspräsident Äeuenhagen, dem Gesetz folgend, jetzt von seinem ihm lieb gewordenen hohen richterlichen Amte zurück, das er im Bewußtsein feiner großen Verantwortlichkeit in vorbildlicher Pflichttreue, die den Grundzug seines Wcsens bildet, nnd — wie alte ihm vorher übertragenen Acmtcr - in unermüdlicher Schaffensfreude verwaltet hat. Ausgestattet mit hervorragenden Kenntnissen auf allen Gebieten des Rechts und der Rechtsprechung erfreute er sich bei seinen richterlichen Kollegen und Rechtsanwaltschaft. sowie bei den Derwaltungsgerichten hohen Ansehens, dieses nicht zum wenigsten auch bei der Bürgerschaft Gießens und der Provinz, - die ihm zahlreiche Ehrenämter übertrug. 11. a. ist , er auch Kirchenvorsteher der Mathäusgemeinde | und Mitglied des Gesamtkirchenvorstandes, sowie des Landeskirchentags. Bei der kirchlichen Gc> setzgebung der letzten Jahre hat er in hervorragender Weise mitgewirkt. Landgerichtspräsident Reuenhagen sieht der hessische Iuristenstand nur mit tiefstem Bedauern aus dem aktiven Dienste scheiden. Dies kam in einer kollegialen Feier zum Ausdruck, die chm zu Ehren die Richter des Amts- und Landgerichts. sowie die Staatsanwaltschaft, die Rotare •t 5 C-3 • 5 2 »ö ers 3 ZSI-L 5» S Sszr. o 2 c w» ä Naturgeschichte des Geldes. Robert Reumanns Roman „Die Macht". „Dieses Buch ... ist dos zweite des Kreises „Sint- > flut" — handelnd von der Naturgeschichte des Geldes." Ein mit Zolas „L’argent“ berühmt gewordenes, allezeit aktuelles und eigentlich unerfchöpsliches Thema. Robert Neumann, der Wiener, bemal, tiflt es auf knapo 600 Seiten* — in einem virtuosen Stil und einem rapiden Tempo, ohne einmal i nachzulassen oder den Faden zu verlieren, so daß man das Buch wie einen Kriminalschmöker am ir liebsten an einem Abend auslesen möchte. • Neumann fängt die Sache auf seine Weise an: mit der Geschichte des ritterlichen, unzeitgemäß rc- i rnantischen und etwas naiven Georgierfürsten Ka- rachan, der mit zweiunddreißig Edlen seines Volkes die russischen Sowjetstaaten mit Kriea überziehen f wollte: natürlich wird der Einfall abgeschlagen, und i'. die Welle der Flucht schwemmt den Karachan über Konstantinopel nach Europa. Dort würde man seine ■ unbedeutende Spur schnell aus den Augen verloren h: haben, wenn er nicht zwei Druckplatten aus dem Zusammenbruch gerettet hätte — die erobernden Geor- | gier hatten wahrend ihrer nur etliche Tage dauernden Herrschaft eigene Banknoten fabriziert —: auf Grund dieses Besitzes gerät der kindliche und ein - wenig hinterwäldlerische Reiterfürst aus dem Kau- kasus alsbald in den verwirrenden Wirbel derer, die in Europa erbittert, offen ober versteckt, um „die Macht" kämpfen. Unb nun knüpft der Roman an bas an, was schon in der „Sintflut", bem Epos vom Fegefeuer der Inflationszeit, mit einer oft erschreckenben Hell- . schtigkeil geschildert worden war. Der Karachan wirb in bas unendlich verzweigte Aufgebot von Einzel- Personen und Gruppen verstrickt, für welche der Besitz der Macht, des Geldes und also unter Um- - siänben auch [euer beiden harmlos aussehenden Kupferplatten lebenswichtig werden kann. Die überaus komplizierte Handlung ist meisterhaft ’ ausgebaut: die Vorgänge greifen wie die Glieder : emer Präzisionsmaschine ineinander. Der Schauplatz wechselt über ganz Europa: in Wien, München, Genf Paris, Berlin liegen die Brennpunkte. Die Fäden spannen sich in vielsacher Ueberschneidung vom Völkerbund zur Börse, von den Sowjets zu einer politischen Geheimorganisation, von der Bank zum Anwaltsbureau und von da in die Klinik, ins ♦ Robert Neumann: „Die Macht". Roman. 585 Seiten. Paul Zsolnay Verlag, Berlin, Dien, Leipzig 1932. — (72) — Robert-Koch-GedenkfeierinGießen Am Dienstag fand im Überfüllten Drohen Hörsaal des Physiologischen Instituts eine Festsitzung der Medizinischen Dcsell- schatt Gießen zur Erinnerung an die Entdeckung deS Tuberkelbazillus durch Robert Koch statt. Die Feier bestand darin, daß einige Herren aus ihrem Sonder- gcbict über Ausschnitte des TuberkuloseproblemS berichteten Der Borfihende. Professor Gg Herzog, hob zunächst die Bedeutung der Entdeckung hervor Am 24. März waren es 50 Jahre, seit Robert Koch über seine Entdeckung des Tuberkelbazillus in der Berliner Physiologischen Gesellschaft berichtet hat. Angesichts dieser Tat dürfen wir Deutsche heute, wo man uns unbezahlbare Schulden in Gold und Geld errechnet hat, mit Rach- druck Darauf Hinweisen, daß in dem Kampf gegen die Seuchen das Wohl der Menschheit unbestreitbar von keinem 'Solle mehr gefördert wurde, als von deutschen Männern. Hierin sind die andern unsere Schuldner geblieben! Die Leistungen eines Robert Koch in ihren Auswirkungen für das Wohl der Bölker übertreffen jedenfalls bisher weit die Bemühungen der Staatsmänner im Bölkerbund um dieses Wohl Als erster Vortragender sprach bann Professor Gg Herzog unter Demonstration entsprechender Präparate über die Erscheinungsformen der Lungentuberkulose und betonte namentlich die neue Rankesche Einteilung in drei Stadien, die zum ersten Male eine kausal befriedigende Erfassung der fo wechselvollen Bilder der Tuberkulose brachte: sie beruht auf der Zusammenfassung pathologisch - anatomischer Beobachtungen. klinischer Erfahrungen und immun- obiologischer Kenntnisse. Das erste Stadium ist nach Ranke gegeben durch den Primäraffekt, den Ort der ersten Auseinandersetzung des Körpers mit den Bazillen, und den von da aus mehr oder weniger weit infizierten, regionären Lymphknoten. In der Regel tritt diese Erstinfektion bereits im Kindesalter ein In etwa 80 von 100 Fällen sitzt diese Erstinfektion in der Lunge. Das zweite Stadium betrifft die Verallgemeinc- rung der Tuberkulose im Körper < Miliartuberkulose ufto.) Das dritte Stadium stellt die isolierte Organtuberkulose dar. In der Lunge geht Diese häufig vom sogenannten Frühinsaltrat aus und ist charakterisiert durch eine Ausbreitung von der Spitze zur Basis. Dieses dritte Stadium ist die Tuberkuloseform der sog. Lungenleidenden. Zum Beweis, daß auch dieses Stadium selbst wenn es weit fortgeschritten ist. noch heilbar ist. wies Herzog auf die Tatsache hin. daß eine Frau 96 Jahre alt wurde, bei der die obere Hälfte der Lunge nach fast vollständiger Zerstörung in narbige Ausheilung übergegangen war. Am Schlüsse feiner Ausführungen betonte Gg Herzog, daß besonders die Geschichte der Tuberkulose-gelehrt hat. daß der Bazillus allein nicht die Krankheit macht, sondern daß beim Zustandekommen der Krankheit und der Krankheitsformen D'.e Reak- tionSlage des lebenden Körpers und seiner Organe eine wesentliche Rolle spielt, wobei unter Reaktionslage die Summe aller zu einer bestimmten Zeit gegebener, durch Allgemein- und Organkonstitution durch Resistenz und Immunität. durch Ernährung. Klima ulw. bedingter Abwehrkräste verstanden werden. Die Rcaknons» läge verbessern, heißt heilen' Als zweiter Redner sprach Prosessor Iefio- n e k über Beziehungen des Haut- organes zum tuberkulösen Krank- heitsprozeß und zog aus den Ergebnissen crperimentcllcr Untersuchungen den Schluß, daß die natürlichen Abwehrkräfte pcs Körpers gegen den Tuberkelbazillus dem Hautorgan entstammen Professor Dr Brügge mann besprach sodann die therapeutischen Erfolge. die bei Patienten mit Lungen» und Kehlkopftuberkulos? in der Heilstätte Selter sberg erzielt werden konnten. Bei guter Heilungstenden; der Lungencrkrankung konnten bei der Kehlkopstuber- kulose sehr besriedigende Teilerfolge erreicht werden. Auch bei zweifelhafter Prognose der Lungentuberkulose waren die Erfolge noch recht gut. Selbst bei ausgesprochen schlechter Prognose wurde die Kehlkopftuberkulose in einzelnen Fällen so weit noch gebessert, daß ein krankhafter Befund im Kehlkopf klinisch nicht mehr nachzuweisen war. Es wurden Dann die therapeutischen Ergebnisse an Kehlkopfbildern demonstriert, sowie eine Reihe von Patienten, die Wochen- und monatelang heiser waren, und mit ihrer klaren Stimme den Erfolg der Behandlung selbst bezeugen konnten. Den letzten wissenschaftlichen Bortrag an diesem Abend hielt Professor Z w i ck über den derzeitigen Stand der Beziehungen der tierischen Tuberkulose zur menschlichen. Außer der ilebertragung von tierischen Tuberkelbakterien auf den Menschen durch den Fleisch- und Milch- genuh. wobei namentlich Kinder und solche Per- sonen gefährdet feien. Die in nähere Berührung mit tuberkulösen Kühen kommen, (Melker. Schweizer). komme die Infektion durch Tuberkelbaktenen vom Typus gallinaceus durch tuberkelbazillenhaltige Eier in Betracht. Die Gefahr einer solchen Ansteckung des Menschen sei jedoch nicht so groß, wie dies in letzter Zeit von anderer Seite dar- gestellt werde. Zur Verhütung der Insektions- gesahr durch die tierische Tuberkulose für den Men- sch en dienen verschiedene gesetzgeberische Maßnahmen. namentlich auch das neue Milchgesetz. Ferner bieten die modern geleiteten Geflügelzucht- und Farmbetrieve die Gewähr für die Lieferung einwandfreier Eier. und Rechtsanwälte Gießens bei einem Zusammensein im nahen Annerod veranstalteten. In noch niemals gesehener Einmütigkeit und Doll- zähligkeit brachte die Iuristenschaft dem scheidenden Präsidenten durch Den MunD des Land- gerichtsdirektors S ch m a h 1, Des Rotars Justiz» rats Dr. Rosenberg, des Rechtsanwaltes Mendelsohn und des Gerichtsreferendars Harnisch ihre unumschränkte Anerkennung für sein allzeit objektives Wirken zum Ausdruck, ebenso für sein allzeit hilfsbereites Wesen gegenüber allen, mit denen er dienstlich oder außerdienstlich, als Vorgesetzter und als Mensch in Berührung kam. Dankbare Verehrung und Liebe aller. Denen er bisher Helfer. Freund. Berater und Richter war. werden ihn durchs fernere Leben geleiten und ihm für sein gesegnetes Wirken danken. Vornotizeri. — Tageskalender für Freitag: Stadt- theater, 20 bis 22.45 Uhr, „Der Graue". — Oberhesi. Sunftoerein, Turmhaus am Brandplatz, 15 bis 17 Uhr, Jubiläums - Ausstellung. — NSDAP., 20 30 Uhr, Cafs Leib, öffentliche Versammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Kriminalreporter Holm". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: „Straften Der Weltstadt". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute. Freitag, 6. Mai, als 29. Vorstellung im Freitagabonnement zu gewöhnlichen Preisen Wiederholung Der Schüker- tragödie „Der Graue" von FrieDrich Forster. Mit diesem Stück wurde ein neues, aufstrebendes Talent der Bühnendichtung entdeckt. In der Titelrolle Raimund Schelcher. Für den erkrankten Karl Heyser spielt Peter Fasfvtt die Cafs, in Hinterhäuser und Fremdenpensionen — kurz, von der graften und der kleinen Politik, vom Schlachtfeld der Kurse und des Wirtschaftskrieges ins private und allerprivateste Leben der Alltäglichkeit hinein. Und gerade hierin, in der Verknüpfung von Einzelschicksalen mit dem rasenden Ablauf eines europäischen Machtkampfes, beruht eine der stärksten Anregungen dieses Romans. Auf Seite 437 erklärt der Autor selber, sein Buch sei ein gutes Buch, und wir haben keinen Anlaft, dagegen Einspruch zu erheben: wir wissen, daft Neu- mann unter anderem einer der gerissensten Techniker und eine der glänzendsten Formbegabungen in dcr modernen Literatur ist. Wir deuteten bereits an, daß dieser Roman, rein handwerklich und kompositionell, ausgezeichnet geschrieben sei. Neumann arbeitet mit all Den raffinierten Mitteln, die wir schon bei ihm kennenlernten. (Man fühlt sich des öfteren an Früheres erinnert: an seine literarischen Parodien, an die „Hochstaplernovelle", an die „Karriere" zum Beispiel). Er montiert Zeitungsausschnitte, Börsenberichte, Briefstellen und Telegramme in feinem Be- richt, er wendet Die moderne Filmtechnik der Gleichzeitigkeit und der Uebcrblenbungen an. Aber feine erzählerische Sicherheit ist so groß, daft sie stellenweise Gefahr läuft, Manier .zu werden: abgesehen von einer gewissen Nonchalance im vielfach österreichischen Provinzialismus feines Vortrags — der Autor rückt oft über Gebühr in den Vordergrund, ins Gefüge des epischen Ablaufs ... mit kleinen Ansprachen an den Leser, mit Einschaltung, Vorschau, Rückerinnerung, mit ironischen Marginalien, wie sie uns ebenfalls schon früher bei Neumann begegnet find. Uebrigens wird man auch im Laufe der Lektüre gewahr, Daft er Juristerei und Medizin durchaus studiert hat: er weift da unheimlich Bescheid, und seine Kenntnisse «flammen offenbar mehr aus Der Praxis des täglichen Lebens als aus Kolleg und Seminar. Er unterbricht beispielsweise den breiten Fluß der vielschichtigen und verzweigten Handlung mit einem akademisch satirischen Zwischenspiel, dessen schonungslose Deutlichkeit deprimierend wirkt . . und mit einem anderen Zwischenspiel noch, welches in die geheimsten Kammern menschlichen Daseins hineinführt. Aber alles — auch die zarte und traurige Liebes- geschichte jener Mirjam Feuerbach, die wir schon aus der „Sintflut" kennen — alles bleibt immer im großen Zusammenhang eines überpersönlichen, schicksalhaften Lebensganges, alles fügt sich an irgendeiner Stelle hinein in das verwirrend und beklemmend ineinanDcrgrcifenbe Getriebe Der wirtschaftspolitischen Maschinerie von Europa, in Den erbarmungslosen und allgegenwärtigen Kampf am Die Macht. Der Epilog kehrt mit Der Rundung einer romantischen Lebenskurve wieder zum Vorspiel zurück: das rasende Räderwerk Der westlichen Zivilisation hat Den Fürsten Karachan, wie oorauszusehen war, bald aus Der Bahn gefdfleuDert; cs hat,ihn ein wenig mit- laufen lassen, dann ausgeschaltet, mattgesetzt und schließlich betäubt und geschlagen wieder an den Aus- gangspunkt zurückkehren lassen. Zuletzt ist alles wieder wie am Anfang — als ob nichts gewesen wäre —: abermals reitet Der Karachan mit zweiund- dreißig Fürsten aus dem Kaukasus in die Täler hinunter, um Die Sowjets mit Krieg zu überziehen, unD aus diesem Kampf wird es keine Flucht und keine Heimkehr geben. — Nicht jeder wird dieses Buch (von dessen Fülle und Vielgestaltigkeit wir hier nur eine kleine Andeutung geben können) in allen seinen Teilen anerkennen und bejahen: aber jeder, der sich ihm überläßt, wird von dem stürmischen Ablauf seiner Ereignisse in eine Spannung hineingezwungen, die ihn bis zuletzt gc> fangenhält. Und auch wer sich sträubt gegen manches ober vieles was der Roman als Wirklichkeit fchil- Dert mag betroffen fein von der Energie und der erzählerischen Leidenschaft, mit der diese Wirklichkeit künstlerisch geformt und Dargeboten wird, »y- Tonfilm: „^riminafreporfer Holm". Das ist eine nicht übel angekurbelte, interessante und spannend ausgemachte Sache: ein Kriminalfilm, aus Realistik, Romantik und Der zur Entlastung Der Nerven stets angebrachten Dosis Humor bekömmlich und unterhaltsam gemischt. Das Manuskript von Erich Philippi hat ein paar ocr bläffende Tricks und hübsche Ueberraschungen in die flüssig ablaufende Handlung eingebaut: die Regie von Erich Engels arbeitet, besonders zu Anfang, mit allerlei Montagen und Uebcrblenbungen und Den ficht im übrigen das Milieu eines vornehmen Gebirgshotels auch landschaftlich und skisportlich geschickt auszunutzen. Die Hauptperson. Kriminalreporter Peter Holm (mit kaum überhörbarem Anklang an den berühmteren Kollegen Sherlock» wird von Hermann S p e e I m a n n s gegeben; das ist ein netter, handfester Junge vom besten reichshaupt- städtischen Typ, Dem trotz einem merklichen Kunst- fehler alle Sympathien des Zuschauers sicher sind. Auch sonst eine mit richtiger Auswahl verteilte Besetzung; F a 11 e n ft e i n als Komiker von ausregen- Der Ahnungslosigkeit. Harry Hardt, guter Bekannter aus vielen Geiellschafts- und Kriminalstücken, Rolle Des alten Meyer Stelleitung Peter Faf- sott. Beginn 20 Ubr. Ende 22 45 ilbr. — Schon jetzt fei binqerotdcn auf Die günstige Gelegenheit, Dtc große Schlageroperette ,Morgen gedtS uns gut" mit Der köstlichen Musik von Ralph Benatzkv am Sonntag als Fremdenvorstellung zu gewöhnlichen Schaulpielpreisen zu sehen. Die Aufführung steht unter Leitung von Heinrich Hub, Der auch Die Hauptrolle spielt unD singt •• Der Himmeliahrtstag hat — entgegen alles Erwartungen, die man am Mittwochabend angesichts Der Regenfallc hegen konnte — doch noch seinem guten Ruse als Ausslugstag erster Ordnung alle Ehre gemacht. Schönes, wenn auch etwas kühles Fruhlingswettcr, lockte Tausende von Wanderer'» hinaus in die herrliche Gottcsnatur und bracht« allen Ausflugsgaststätten das langersehnte flott« Geschäft. UeberaU herrschte Hochbetrieb, ganz beton« ders aber in Den Mittags- und frühen .stactzmittagr- stunden auf dem Schisfcnberg, wo anläßlich dcS Sternwanderung — über die mir besonders berichten — große AiZanderscharen au» der engeren uni weiteren Umgegend zu Gast weilten. Mu Beiriedi« gung können heute die Wanderer und die Ausflugs« gaftroirte auf den schonen Tag zurückblicken. • • Universitäts-Gottesdienst. Am Sonntag, b. Mai, 11.15 Uhr, findet in der Neuen Aula ein Universitäts Gottesdienst statt. Die Predigt hält Studentenpfarrer Privatdozent D. Brunner. • • M a i e n b I a s e n. Bei dem am Samstag, 7. Mai. vorn Turme der Iohanneskirche um 19 Uhr ftattfinbenben Maienblasen werden folgende Stücke zu Gehör gebracht; 1. Wie groß ist des Allmächtigen Güte: 2. Abenddämmerung (Idylle) von Rub: 3. Wenn's Mailüfteri weht. • • Schützt Die Anlagen! Das städtische Hochbauamt verössentltcht in unserem heutigen Blatte eine Bekanntmachung, in Der eindringlich ermahnt wird, untere stäDtischen Anlagen mehr als bisher vor Verunreinigung Durch Wegwersen aller möglichen Gegenstände zu bewahren und vor Der Zerstörung oder Beschädigung Durch Mensch und Tier zu schützen. Dieser Tlppell an Den Gemeinsinn aller Burger verdient nachDrück- lichste Unterstützung. IeDermann sollte bedenken, daß gut gepflegte unD sorgsam erhaltene Anlagen auch ihm eine Quelle Der FreuDe sein werden. Aus Dieser Erkenntnis ergibt sich von selbst Die Schlußfolgerung. Diesen wertvollen Besitz zu schonen unD zu schützen. * Rechtzeitig Platzmachen für gemeinnützige Fahrzeuge! Das Polizeiamt teilt mit: Gs wird oft beobachtet, Daß Den Fahrzeugen Der Polizei und Der Feuerwehr, sowie Den Fahrzeugen des Kranken- und Rettungsdienstes und den Spreng- und Kehrmaschinen von anderen Wegebenutzern nicht rechtzeitig und genügend Platz gemacht wird, so Daß sie in ihrer Bewegung gehemmt werDen. Es toirD Darauf aufmerksam gemacht. Daft nach § 25 Der VerorD- nung über Krastsahrzeugverkehr vom 15. Juli 1930 Diesen Fahrzeugen rechtzeitig und genügend Platz gemacht werden muß. Die Polizeibeamten sind angewiesen, streng auf Die Befolgung Dieser Bestimmung zu achten. •’ Iahresfeste der evangelischen Kirchengesangvereine. Es sei auch an dieser Stelle auf die Iahresfeste der evangelischen Kir- chengesangvereine Des Dekanats Gießen hingewicß die am Sonntag, 8. Mai, in ® r o ft e n • 2 i n D e n und in L i ch gehalten werden sollen. Die Teilung wurde durch Die große Zahl der Sänger veranlaßt, für die fast keine Kirche genügend Rcuun zur Aufstellung bot. In Großen-Linden beginnt der Gottesdienst um 14 Uhr (Festprediger Pfarrer Reu Ich- Leihgestern), in Lich um 13.30 Uhr (Festpredigcr Pfarrer L e n z-Münzenberg). Die Nachfeiern fin- den nach der Kaffeepause in den Turnhallen statt. Mit dem Fest in Großen-Linden ist die Feier d> s 25jährigen Bestehens des dortigen Vereins verbunden. (Siehe heutige Anzeige.) Elga Brink, aus der amerikanischen Produktion; Eric Wirk von der Berliner Staatsoper (früher in Frankfurt), als Neuerscheinung beim Film: Anny Schwarz und Beierle, der seinen Kriminalkommissar schon nachgerade zu einem Typus entwickelt hat. — Alles in allem: eine angenehm prickelnde Abendunterhaltung im Lichtspielhaus. —r— Kompliziertes Verfahren. Don Hans Webau. Eduard ist kein Charakter Im Gegenteil. Eduard ist unsicher. Eduard ist schüchtern. Eduard ist zerstreut. Eduard schwankt wie ein Rohr im Winde Einerseits will er sich verloben. Mit Fräulein Ruth. Anderseits ist er befreundet mit Fräulein Inge. Was tun? , „Aber das ist doch furchtbar einfach", schlagt ihn Oskar auf die Schulter. „Wenn du zu feige bist, dcr Inge zu sagen, daß du die Ruth heiraten willst, Dann schreibst du es ihr." Eduard denkt nach. „Schreiben ?" murmelt er, und seine Augenbrauen ziehen sich zu schwarzen Büschcn zusammen. „Nein. Dann mache ich schon lieber die Sache mit.den Grammophonplatten." „Grammophonplatten?" fragt Oskar. „Wieso?" „Was meinst du", fahrt Eduard fort, „wenn ich Der Ruth Die Platte schicke: Dein ist mein ganzes Herz ... Weift sic Dann Bescheid?" „Allerdings", nickt Oskar, „dann weift sie Bescheid '„Und wenn ich Der Inge Die Platte schicke: Weh, Daft wir Icheiden müssen ... und auf Der Rückseite steht: Laß alle Hoisnung fahren — „Ra ja", seufzt Oskar, „zwei Briefe hätten cs auch getan. Aber wenn Du Die Sache Durchaus kompli- yeren willst: es geht auch fo." „Also gut", freut sich EDuard, macht sich auf Den Weg und kauft Grammophonplatten ein. Drei läge später treffen sie sich roieDer. „Nun^* fragt Oskar. „Wie ist es?" „Verlobt!" flüstert EDuard. „Gratuliere", lacht Oskar, „und wie hat sich Ings abgefunden?" „Wieso Inge " zpckt Eduard die Achsel. „Inge ist meine Braut." „Aber was Denn? Wie Denn?" erschrickt Oskac. „Tu hast Doch nicht etwa —?" „Natürlich", murmelt EDuarD, „ich habe Die Gram, mophonplatten, als ich sie zur Post gab, verwechselt * „Na ja", neckt Oskar, „hab' ich es Dir nicht gleich geiagt. Die Sache mit Den Grammophon platten bedeutete nur eine unnötige Komplizterung. Wievi?! einfacher und billiger wäre es gewesen, wenn Du Die Briefe verwechselt hättest." Das Echo -er Notverordnungen Wirtschaft Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfüß 6 v. H. Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.M. 68,5 70,4 ■■40 40 40 Banknoten. 38,5 84 5,25 32 2,13 199,75 200,75 37,25 13,25 40 96,5 38 39,5 24.5 59,75 15 0 o 12 6 9 0 d 0 8 15 23,5 35,25 35.5 55 51,75 106 59 36 38,5 27,13 123 24,25 37 35,25 18.9 148,75 40,4 23.25 58,5 35,25 36,5 27.25 122 24 37 13 35 149.5 40 59 38,75 42 30 90,5 10,25 33 24,25 56,4 39 42 4,13 53,25 68 36,75 55 70,5 51,9 105 84.75 70,75 35.5 55 51,25 106,75 85 Oie Gparkaffen-Einlagen Ende März. Berlin, 4. Mai. (WTB.) Ende März beliefert sich die Sparkasseneinlagen bei den Deutschen Sparkassen auf 9 9 5 0,4 7 Millionen Mark gegenüber 9987,77 Millionen Mark Ende Februar. Der Berichtsmonat weist mithin eine Abnahme um 37,3 Millionen Mark auf gegenüber einer Zunahme um 100,49 Millionen Mark im Februar. 2,25 4,25 8,2 4 5,4 5,25 6,13 2,25 2,25 2,25 4,2 8,55 4 13,65 Organisationsformen haben müssen, als die aufgelöste SA. Die kommunistische „W ? l t am Aden b" spricht von einem Kreuzzug gegen Freidenker und bezeichnet die Notverordnung gegen die Wehrvcr- bande als einen entscheidenden Schlag gegen sämtliche Schutzorganisationen der Arbeiterklasse, wogegen die SA. ganz öffentlich ncuausgezogen werden könne. zrühjah dn Gü' Anter der Leit wertes MH. Di die Gauvorturners: mäßige Frühjahrs Tezirksturnwarten Turnwarten der E 58,9 ; 38,25 40 । 29,75 27.5 i 90,25 10,25 1 32: 24 56 10 10 6'/. v . 9 11 14 12 Elekir. Lieserungsgesellschast. Licht und Kraft ..... gelten & Guilleaume. . . . Gelellichaft für Elektrische Unternehmungen . . . . Rheinische Elekinzilö, . . . Schuckeri L Co....... Siemens L Haiöle..... Lahmeoer L Eo....... Frankfurt fest. Frankfurt a. M., 6. Mai. (WTB. Draht- Meldung.) Die heutige Börse Eröffnete trotz der schwachen Haltung in Reuyork in weiter fester Grundtendenz. Das Geschäft kam nach der Unterbrechung durch den Feiertag nur sehr langsam in Gang und wies auch später feine Belebung auf, da Kauforders der Kundschaft fehlten. Nennenswerte Anregungen lagen ebenfalls nicht vor. Da für einige Spezialwerte anscheinend immer noch Decouverts bestehen, schritt die Kulisse zu neuen Deckungen, so daß gegenüber der Abendbörse vom Mittwoch meist Ku rserhöhttngen zu verzeichnen waren. Das Hauptinteresse konzentrierte sich auf IG., Deutsche Erdöl und Rüt- gerswerke, die Befestigungen bis zu 1,5 Proz. auswiesen, wobei man auch auf die feste Haltung der Petroleumaktien an den internationalen Börsen verwies. Etwas regeres Geschäft hatten noch Elektroaktien, von denen Licht & Kraft, AEG., Siemens und Chadeaktien bis zu 2 Proz. bzw. Mark höher tendierten. Montanwerte lagen nur mäßig höher, Kaliaktien blieben trotz der relativ 4% Oesterreichtiche Goldrente . . 4,20% Oesterreichische Silberrenie 4% Ungarische Gvldrente .... 4% Ungarische Staatsrente v. 1910 4%% desgl. von 1913..... 6% abgesi. Goldmexilaner von 99 4% Türkische Zollanlcihe von 191) «^Türkische Bagbadbahn-Anleshe 4% desgl. Serie II...... 6% IRumän. verein h. Mente v. 1903 4^r%Rumän.vcreinh.Rentev.lSl» 4% Rumänische vereinh. Rente . e%% l. Anatolier Letzte Nachrichten. Rücktritt des Reichswirtschastsministers Warmbold. Berlin, 6. Mai. (MTB. Funkspruch.) Reichs- wirtschastsminister Dr. w a r m b o l d Hal sich infolge von Meinungsverschiedenheiten in wirtschaftspolitischen Fragen veranlaßt gesehen, nach Rückkehr des Reichskanzlers um Entbindung von seinem Amte zu bitten. Der Herr Reichspräsident hat diesem Dünsche nach Vortrag des Reichskanzlers Dr. Brüning heute entsprochen. Mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichswirtschaftsministers ist bis auf weiteres Staatssekretär Dr. Trendelenburg beauftragt worden. Geheimrat Prof. Or. Giesser f. Berlin, 6. Mai. (WTB. Funkspruch.) Der Geh. Fustizrot und frühere ordentliche Honorarprofessor an der Berliner Universität Dr. Jakob R i e s s e r ist Der Schottens Kreishaushalt für 1932. Der Kreisausschusz des Kreiszs Schotten hat dieser Tage den K r c i s h a u äTfa ltsplan des Kreises Schotten für das R j. 1 9 3 2 festgestellt. Der Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit 241 578 Mark, gegen 266 874 Mark im Vorjahre ab. Davon entfallen auf die Betriebsrechnung 188 104 Mark (211 477 Mark), auf die Vermögensrechnung 53 474 Mark (55 397 Mart). 3n der Betriebsrechnung werden im einzelnen verzeichnet: Allgemeine Verwaltung: Einnahmen 1974 Mark (im Vorjahre 3283 Mark), Ausgaben 17 952 Mark (im Vorjahre 19159 Mark): Polizeiwesen: Einnahmen 2500 Mark (2500 Mark), Ausgaben 3520 Mark (3720 Mark): Schulwesen: Einnahmen 15 Mark (15 Mark), Ausgaben 1500 Mark (2100 Mark): Kunst und Wissenschaft: Einnahmen nichts, Ausgaben 470 Mark (570 Mark): Bauwesen: Einnahmen 1629 Mark (1924 Mark), Ausgaben 6390 Mark (7145 Mark): Allgemeine Förderung der Wirtschaft: Einnahmen 1000 Mark (1000 Mark), Ausgaben 5820 Mark (7800 Mark): Wohlfahrtspflege und Gesundheitswesen: Einnahmen 25 844 Mark (45 130 Mark), Ausgaben 89 687 Mark (112 778 Mark): Anstalten und Einrichtungen: Einnahmen 1915 Mark (1746 Mark), Ausgaben 6450 Mark (6086 Maik): Finanz- und Steuerwesen: Einnahmen 152 760 Mark (155 625 Mark), Ausgaben 47 769 Mark (43 786 Mark): Grundstücksverwaltung: Einnahmen nichts, Ausgaben 30 Mark (30 Mark): Kapitalvermögen und Kapitalschulden: Einnahmen 467 Mark (254 Mark), Ausgaben 8516 Mark (8303 Work). Die Vermögensrechnung weist im einzelnen folgendes auf: Reste- und Ausgleichsstock: Einnahmen und Ausgaben je 47 874 Mark (48 050 Mark): Kapitalvermögen: Einnahmen und Ausgaben je 5600 Mark (7347 Mark. Die Kreisumlagen sind auf 90000 (97500) Mark veranschlagt. Der Sondervoranschlag des Bezirksfürsorgeverbandes und des Kreisjugendamts schließt wie folgt ab: Ausgabe 85 431 (108 024) Mk. Einnahme 22 078 (40 816) Mk.. mithin Fehlbetrag 63 353 (67 208) Mk.. der aus Kreissteuermittcln zu decken ist. Die Dermögensübcrsicht nach dem Stande vom 1. April 1932 weist ein Vermögen im Werte von 107 200.81 Mk. und Schulden in Höhe von 110 080,30 Mk. auf. Der Verwaltungsbericht für 1930 teilt mit, daß in der Betriebsrechnung für 1930 die Einnahmen und Ausgaben mit je 187 261,70 Mk. sich ausgleichcn, in der Vermögensrechnung dagegen bei 70 589,65 Mk. Einnahmen und 22 715,49 Mark Ausgaben ein äleberschuß von 47 874,16 Mark verbleibt. Fernen Osten lösten Befriedigung aus, obwohl eine direkte Auswirkung auf die Wirtschaft hiervon kaum ausgehen dürfte. Aus der Industrie war eine günstige Meldung lediglich in den gebesserten Stickstoff- aufträgen für den Monat April, die allerdings Sai- sonbegmn sein dürften, gewesen. Die Spekulation sah sich zu Deckungen und Rückkäufen veranlaßt, was zum Teil wohl damit zusammenhängt, daß das energische Vorgehen der Zollfahndungsstelle das Hereinkommen deutscher Effekten aus dem Auslande so gut wie unterbunden hat. Es trat sofort Mate- rialknappheit hervor, und Papiere wie Bemberg, Junghans, Allgem. Lokal- und Kraft, Harpener und Licht und Kraft zogen daraufhin bei verhältnismäßig kleinen Umsätzen etwa 2 Prozent an. Contigummi wurden wegen der Dividendenstreiligkeiten immer noch nicht notiert. Die Abschlüsse im Salzdetfurth-Konzern schienen zu enttäuschen, jedenfalls gaben Salzdetfurth und Westeregeln um je 1,5 Prozent nach. Auch Reichsbankanteile eröffneten XA Prozent niedriger, im übrigen ergaben sich meist Gewinne bis zu 1 Prozent. Im Verlaufe wurde es nach einigen Schwankungen nochmals fefter, die Gewinne betrugen bis zu 1 Prozent, Salzdetfurth erholten sich um 2 Prozent. Am Rentenmarkt war das Geschäft teilweise recht lebhaft. Reichsschuldbuchforderungen lagen etwa 1,5 Prozent höher, Deutsche Anleihen waren auf die Umtauschhoffnungen in die neue, geplante Prämienanleihe haussierend, auch Reichsbahnvorzugsaktien zogen im Verlaufe 1 Prozent an. Jndustrieobliga- tionen und Goldpfandbriefe lagen nicht ganz einheitlich, im großen und ganzen aber nur wenig verändert. Von Ausländern waren Türken freundlicher, während Ungarn eher zur Schwäche neigten. Am Geldmarkt sind die Sätze auch heute noch unverändert, eine fühlbare Erleichterung nach dem Ultimo ist noch nicht festzustellen. Togesgeld blieb 5% Prozent und darüber, Monatsgeld war nicht zu hören. * Hessische Eisenbahn AG., Darmstadt. Die Generalversammlung der „Heag" genehmigte ohne Debatte sämtliche Anträge der Verwaltung und stimmte der Verteilung von 10 Prozent Dividende (wie im Vorjahre) aus dem erzielten Reingewinn von 472 295 (472 728) Mark zu. lieber die finanzielle Lage der Gesellschaft wurde mitgeteilt, daß das Aktienkapital nach wie vor mit 4 Millionen War! unverändert bleibt, während bei den Anleihen Rückkäufe bzw. Tilgungen vorgenommen wurden. • Dividendenvorschläge im Salzdetfurth - Konzern. 3n den Aufsichtsratssitzungen des Salzdetfurth^Konzetns wurden die Beschlüsse über die den Generalversammlungen der Konzernwerke vorzulcgenden Bilanzen für das Geschäftsjahr 1931 gefaßt. Die KaliwerkeSalz- dctfurth AG., Bad Salzdetfurth, weist einen Reingewinn von 2 750 360 Mark (i. V. 4 399 646 Mark) aus, von dem wieder 6 Proz. Dividende auf die Vorzugsaktien und 9 Proz. (i. D. 15 Proz.) auf die Stammaktien gusgeschüttet und 219 859 (189 146) Mark auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. Die Kaliwerke Aschersleben, Aschersleben, weisen einen Reingewinn von 1 567 948 Mark 30 Mar! (30 Malli: ilolschulbrn: Sinnig Ausgaben 8516 Mall taeisl im einzelnen Ausgleichsstoä: Sin- 47 874 Mall (48 050 Annahmen unb Aus- Marl. nb auf 90 000 (97 500) beS Dezirksfur- 'cs Äreisjugenb- ab: Qluigabe 85 431 >2018 (40816) Ml. 7208) M, her au« v\V rsichi nach dem weih ein Dcmögen lllk. unb Schulden in luf. für 1930 teilt mit, ng für 1930 bic Sin- lit je 187261,70 M!. errnögcnsrcchnung da- mahrncn unb 22715.49 erlchuh von 47874,16 nöt er unter bielcr W !t bic Redastion dem rlei Verantwortung-) e Uachtpolizel? chtvolizci, die aber ihre am Ortsausgang nach ier in Sanntagnachten -amstag- unb Sonntag- ÄSZ »Ä ! "u ft* /beW<”. "’i" W rere!fnnte$n senbericht: 3. Entlastung des Rechners; 4. Wahl des Vorstandes; 5. Verschiedenes. 3595d___________________Der Vorstand. Herzliche Einladung zum Massest der evang Kirchen- gesangvereine des Dekanats Gießen am Sonntag, dem 8. Mai, inGrosien-Lindeu und Lich Beginn des Gottesdienstes: in Großen-Linden: 14 Uhr, in Lich: 13.30 Uhr. 35-14 d Nachversammlung in den Turnhallen. Z.A.: Staubach, pst, zu Watzenborn-Steinberg Bienet, (alten, Raumen, Brenn6oii5iflemelil,We, MWllleneGarlenWnsSen kaufen Sie billig und gut im Sägewerk Kröck Abendstern, Telefon 3560. Ototi 3540 A Entzückende Modelle in Lack und farbig , Lack, braun und schwarz Boxkalf Orig.Goody.Welt Die moderne Opanke .... Oauidt Modelle elegant wie »everue 6,69 Luxvssthuhe. aber bilhQ Gießen: S£s Ls -T A^Lner D°\e W "ti- Ä poflfN zr-Wltanill Jerp P" gestern n ein Hve Jerlehm Der Ter Präiidc Paris, b.' Präsident Bou Der ptäfjb einem HlilgM mittags in eil sleller, die am slallele buch um 15 llhr u er vom strie Reynaudu Vereinigung, C Nach der Lc raumes begab sonen, in den Russe Gor einem fronjofi Präsiden! sich > genäherl hatte um, j o g c i n । einander 1 kugeln du denk der jammen. Z Schriftsteller J Sicherheilspoliz f r i stürzte sich later und ivurd unterstützt. 3ny Wvtenün 'm aus schnellstem Das abscher deuten der si für das franz Teilnahm wird. Auch w des Mitgefühl: als Mittel der immer er sich eine Handlung k,ung bar. Am Stichwahl sammensetzung wird. Bisher auch bescheiden sichtest einer U im Sinne eine Zeichen dafür i l'andigung im würden als bc dos Stichwahl abgewartet w fürchten, daß Leidenschaften umjchwunc das erstemal/ *4cm Fana'ti Iahte. Der K- E-r Barauss- We Ergebni ^i'lche llhouuii lassen, üaüe ist diese 1 “??b|ef)bare F 3uftai ^ertragen Am Kran! Paris r SS 5'/” «he ""«men8»" ®fäSh(S« ia|nen n„' 9e[n hJQnnt( aiußten äLe °us Die e,s'.?°ren 1-6 i Nero j 5