nr. 286 KvühauSgabe 182. Jahrgang Montag, 5. Dezember |952 Ertcheinl täglich,auher Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat imBild Die Scholle Monatr-vezugspreiL: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliiffe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben Postscheckkonto: ftronkfiirt am Main 11686. GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrnck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäts-Vuch- und Zteindruckerei N. Lange in Siehen. Schrlftleitung und Geschäftsstelle: Schnlllraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Fnedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Will). Lange: für Feuilleton Or H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfche»u und rür denAn» zeigenteil i.V.Th.Kümmel sämtlich in (Biegen. Das Kabinett Schleicher geht an die Arbeit. Einigung über eine wirtschaftspolitische Grundlage. — Warmbold und Freiherr von Braun bleiben imKabineti.-HeuteFühlungnahmeGchleichers mit dem Reichstagsprasidenten Göring. Die amtliche Kabinettsliste. Berlin, 4. Dez. (ÖIB.) Amtlich. Reichs- pväfibenfoon h i n d e n b u r g hat den Reichsminister General der Infanterie a.2, non Schleicher zum Reichskanzler ernannt und ihn bis auf weiteres mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichswehrmini st ers beauftragt. Reichskanzler von Schleicher ist gleichzeitig für die Dauer der Verordnung vom 20. Juli 1932 |RGV. I, 5. 377) zum Reichskommissar für das Land Preusten bestellt worden. Aus Vorschlag des Reichskanzlers ernannte der Reichspräsident den bisherigen Reichsminister ohne Geschäftsbereich Dr. Bracht zum Reichsminister des Innern, den Präsidenten der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung und Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst Geheimer Regierungsrat Dr. Syrup zum Reichsarbeitsminister; ferner bestätigte der Reichspräsident auf Vorschlag )es Reichskanzlers den Reichsminister Freiherrn von Reurath in seinem Amte als Reichsminister des Auswärtigen, den Reichsminister Gras Schwerin von Krosigk als Reichsminister der Finanzen, den Reichsminister Professor Dr. warmbold als Reichswirtschaftsminister, den Reichsminister Freiherrn von Braun als Reichsminisler für Ernährung und Lond- wirlschast. den Reichsminister Dr. Gärtner als Reichsminister der Justiz, den Reichsminister Freiherrn von El; - R u b e n a ch als Reichspost- und Reichsverkehrsminister, den Reichsminister Dr. Popih als Reichsminister ohne Geschäftsbereich, Uusterdem ernannte der Reichspräsident den Präsidenten des Deutschen Landgemeindetages Landrat a. D. Dr. ©erefe zum Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung. Berlin, 4. Dez. (CAB.) Die amtliche Veröffentlichung über die Ernennung des neuen Reichskanzlers und seines Kabinetts hat sich länger hinausgezogen, als man erwartet hatte. Ursprünglich wurde damit gerechnet, dast es möglich sein werde, die Ministerliste schon in den ersten Aachmittagsstunden des Samstag bekanntzugeben. Der Grund der Verzögerung lag darin, dast sehr eingehend über das Reichswirt- schastsministerium und das Reichs- ernährungsministerium verhandelt worden ist. Reichskanzler v. Schleicher ging von der Erwägung aus, dast es am zweckmäßigsten ist, auch die Frage einer einheitlichen Wirt- schaf ts- und Agrarpolitik grundlegend zu klären, damit Schwierigkeiten vermieden werden, wie wir sie in den letzten Monaten auf diesem Gebiete erlebten. Deshalb sollte von vornherein die Gewihheit geschaffen werden, dast zwischen diesen Ministerien eine einheitliche Auffassung über alle toefent» lichen Fragen besteht. Die Verständigung, die zwischen den an den Wirtschasts- und Handelsvertragsfragen hauptsächlich beteiligten vier Ministerien erzielt wurde, hat dem Kabinett in der Wirtschaftspolitik eine sichere Grundlage geschaffen, so dast auf diesem Gebiete für die nächste Zukunft eine größere Einheitlichkeit gewährleistet ist, als sie nicht nur im Kabinett Popen, sondern auch schon früher vorhanden war. Allerdings ist die Situation in der kritischsten Frage, der Kontingentierung, dadurch von selbst erleichtert worden, dast eine Reihe von Handelsverträgen in der nächsten Zeit a b l a u f e n ^und sich daraus automatisch Lösungsmöglichkeite.'. ergeben, die die Schwierigkeiten der Kontingentierungspolitik ausschalten. Jedenfalls kann Reichsaustenminister v. R e u - r a t h heute abend mit dem Dewusttsein nach Genf reifen, dast alles, was auf diesem Gebiet in der nächsten Zukunft erforderlich wird, sich abzuwickeln verspricht, ohne dast die deutschen Interessen dadurch gefahrvolle Rückschläge erleiden. Die amtliche Mitteilung über die Ernennung des Kabinetts enthält mehrere bemerkenswerte Einzelheiten, da ist zuerst die Aüance zu unterstreichen, dast Reichskanzler v. Schleicher nicht zum Reichswehr Minister wiederernannt, sondern bis aus weiteres mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Reichswehrministers beauftragt" worden ist. Der Reichspräsident hat die von ihm gewählte Form für die Leitung des Reichswehrministeriums offenbar vor allem deshalb vorgezogen, weil er Wert darauf legt, die Führung der Reichswehr möglichst von derPolitikfreizuhalten.in die General v. Schleicher als Chef des Kabinetts natürlich stärker hineingestellt ist. Die „Beauftragung bis auf weiteres" lästt dein Reichspräsidenten alle Möglichkeiten offen, um seine Entscheidung über die endgültige Besetzung des Reichswehrministeriums in sorgfältiger Heber leg ung zu treffen. Der Reichspräsident wird die weitere Entwickelung beobachten. 3n absehbarer Zeit freilich erwartet man in unterrichteten Kreisen noch keine Aende- rung für das Wehrministerium. Ferner ist in der amtlichen Mitteilung interessant, dast die Bestellung des neuen Reichskanzlers zum ReichskommissarfürdasLand Preuhen mit dem Vermerk versehen wird: „für die Dauer der Verordnung vom 20. 3uH 1932“. Darin kommt wohl zum Ausdruck, dast diese Verordnung keineswegs etwas Ewiges und Unabänderliches ist. Sie hat ja von vornherein auch mehr eine Art älebergangscharakter gehabt. 3m ganzen lästt sich also nach dem oben Gesagten feststellen, dast das neue Kabinett in erster Linie auf die Lösung der großen wirtschaftlichen Ausgaben abgestellt ist und die innenpolitischen Dinge, die in den letzten .Monaten zu scharfen Kämpfen geführt haben, dahinter zurücktreten. Die starke Betonung der wirtschaftlichen Aufgaben kommt übrigens auch in der Schaffung des Amtes eines R e i ch s k o m m i s s a r s für Arbeitsbeschaffung zum Ausdruck. Schließlich ist noch daraus hinzuweisen, dast in der Wiederernennung des bisherigen Außenministers der Wille zur Kontinuität der Außenpolitik erkennbar ist. Was wird Der Reichstag machen? Schleicher arbeitet auf eine Vertagung hin. Die neue Woche wird nun im Zeichen der Reichslagserüffnung flehen. Schon am Montag werden die Fraktionssihungen beginnen, und am Dienstagnachmittag findet dann bekanntlich die Eröffnung des neuen Reichstags statt. Es ist anzunehmen, dast in der Eröffnungssitzung nur die Kon ff i l u i e r u n g erfolgt, und dast am Mittwoch Reichstagspräsident Göring neugewählt wird. Es steht noch nicht fest, wann Reichskanzler von Schleicher seine Regierungserklärung im Reichstag abgibt. Der Zeitpunkt hängt von dem Ergebnis der Fühlungnahme des Kanzlers mit dem Reichstagsprasidenten und darüber hinaus also auch mit den Parteien ab. Man hatte erwartet, dast sie heute stattfinden würde. Das war aber nicht der Fall, da Reichstagspräsident Göring heute gar nicht in Berlin war. Dagegen ist übrigens hitter heute hier e i n g troffen, um vor der Reichstagseröffnung die übliche Verpflichtung seiner Fraktion vorzunehmen. Das Bestreben des Reichskanzlers geht bekanntlich dahin, den Reichstag zu einer längeren Vertagung zu bewegen. Solange über den Erfolg dieser Bemühungen keine Klarheit herrscht, ist auch noch nicht abzusehen, ob die Regierungserklärung noch in dieser Woche oder ob sie erst Anfang Januar abgegeben wird. Sicher wird auch hierüber bis Dienstag eine Klärung her- beigeführt werden. Die neuen Männer. Der neue Reichsarbeitsminister Friedrich Sy - rup wurde 1881 in Lüchow (Hannover) geboren. Rach Besuch des Realgymnasiums in Hannover und bestandener Reifeprüfung studierte er zunächst Maschinenbau und machte das Diplomingenieur- Dr. Syrup. e?amen. Dann studierte er 3ura, promovierte zum Dr. jur., wurde Referendar in der preußischen Ge- werbeaufsichtsverwaltung, 1907 Gewerbeassessor, später Gewerberat, Regierungsrat und im 3ahre 1918 Vortragender Rat und Geheimer Regierungsrat im preußischen Handelsministerium. 1919 erfolgte sein Eintritt in den Reichsdienst, in dem er seit 1920 als Präsident der Reichsarbeitsverwaltung, seit 1927 als Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsvermittlung und Arbeitslosenversicherung tätig ist. Am 16. 3uli 1932 wurde Syrup auf Grund der Verordnung über den Freiwilligen Arbeitsdienst zum Reichskommissar für den Freiwilligen-Ar- beitsdienst ernannt Der Neichskommissar für Arbeitsbeschaffung Dr. Günther ©erefe wurde 1893 auf Rittergut Gruna (Kreis Delitzsch) geboren. Er studierte Rechtsund Staatswissenschaften und kam dann zur Regierung in Potsdam als Regierungsasieffor. Als Kriegsfreiwilliger trat er bei Ausbruch des Weltkrieges in das Heer ein. Im Laufe des Krieges wurde er mehrfach schwer verwundet. Im April 1919 wurde er zum Landrat seines Heimatkreises Torgau ge i wählt, betätigte sich seitdem politisch und trat 1919 I als deutschnationaler Abgeordneter in den Provinziallandtag der Provinz Sachsen ein. Wegen seiner national-völkischen Gesinnung wurde er trotz heftigen Widerspruches der ganzen Kreisbeoölferung nach drei Jahren feiner Stellung enthoben und an die Regierung in Hannover versetzt. Er nahm jedoch daraufhin seinen Abschied und mibmetc sich der Bewirtschaftung seines Gutes. Politisch trat er als Mitglied des Reichstages von 1924 bis 1928 in den , Reihen der DNVP. hervor. Nachdem er die Leitung und den Vorsitz des Deutschen Landgemeindetages übernommen hatte, erfolgte im Ium 1928 seine Berufung als Mitglied in den Rcichswirtschaftsrat. ©erefe entfernte sich in seinen Ansichten immer mehr von denen der Führer der DNVP., indem er sich im Interesse des Landvolkes für eine mehr ■ positive Opposition einsetzte. Er trat deshalb 19291 aus der DNVP. aus und schloß sich der Christlich-' Nationalen Bauern- und Landvolkpartei an, in der er sogleich eine führende Stellung einnahm. 9ie Außenpolitik des Kabinetts Schleicher. Was ein französischer Journalist in der Wilhelmstrahe gehört haben will. Paris, 3. Dez. (TU.) Die „V i c t o i r e" veröffentlicht eine Erklärung, die dem Vertreter der „A g e n c e Radio" in der Wilhelmstrahe über die großen Linien der Politik der neuen Regierung gegeben worden sein soll. Darin heißt es u. a.: Da die allgemeine praktische Abrüstung wenig Aussicht auf ©elingen habe, werde nacy wie vor die Gleichberechtigungsforderung auf- rechterhalren. Deutschland denke nicht daran, seine militärischen Ausgaben zu erhöhen und sich einen Luftschutz zu gestatten, den seine Einnahmen nicht erlaubten. Die Reichswehr solle lediglich m o - d e r n i s i e r t werden Der haushalt der Reichswehr habe u. a. auch für rein zivile Schulungsausgaben aufzukommen. Von dem Arbeitstage eines Soldaten sei ein großer Teil für handelstechnische, industrielle oder landwirtschaftliche Kurse vorbehalten. Diese unproduktiven Ausgaben mühten sobald wie möglich beseitigt werden Der deutsche Soldat, der bei den Reichswehrmanövern Holztonis verwandte, sei demoralisiert durch das Gefühl seiner Unterlegenheit gegenüber einer in der nächsten Nachbarschaft vorhandenen auf das modern st e ausgerüsteten Armee. Gene- ral von Schleicher habe vor einigen Monaten die beunruhigten Offiziere versichern müssen, daß das Reich O st preuhen aus jeden Fall verteidigen werde. Die erregte Bevölkerung habe diese Trostworte verdient. Das wolle aber nicht sagen, daß Deutschland die Aufrüstung wolle. Man wäre zufrieden, wenn Polen der Verteilung einer gleichen Anzahl von Bataillonen auf beiden Seiten der Grenze zustimmen würde, selbst wenn als Grundlage die Heu- Keine Fortschritte in Genf. OiealienGegensähe.-Zrankreich bleibt in Gens, 4. Dez. (WTB.) Macdonald und Sir John Simon verhandelten Samstag nachmittag mit dem italienischen hauptdelegierten A l o i f i und mit Jlorman Davis, lieber den verlaus dieser Unterredungen wird nur bekannt, daß die englischen Vertreter alle Anstrengungen unternehmen, um die Besprechungen „ins Gleise" zu bringen. Es wird von englische, Seite mit grofjem Nachdruck betont, daß eine a u ß e r st e Anstrengung unternommen werden müsse, um die Rückkehr Deutschlands und damit das Schicksal der Abrüstungskonferenz zu sichern. Nachmittags trafen auherdem die japanischen Flottensachverständigeu mit ihren englischen Kollegen und die italienischen Flottensachverständigen mit Ihren amerikanischen Kollegen zu einer längeren Besprechung zusammen. Der französische Ministerpräsident herriot hatte Unterredungen mit dem polnischen Unterftaatsjefretär Grafen Szembek und dem japanischen Delegierten M a l s u o k a. Mit Macdonald wird herriot voraussichtlich erst wieder am Montag Zusammentreffen. Am Sonntagabend sind nach allgemeiner Auffassung keine Fortschritte in den Abrü- siungsbesprechungen zu verzeichnen. Neben der deutsch-französischen Kontroverse, als welche die Gleichberechtigungsfrage hier bezeichnet wird, ist eine Reihe alter und neuer Gegensätze zwischen den verschiedenen Mächten akut geworden. Der hartnäckige französische Widerstand gegen eine isolierte Behandlung der deutschen Forderungen hat besonders in englischen Kreisen die anfängliche Zuversicht stark beeinträchtig!. Dazu kommen die Komplikationeninder Flottenfrage durch das Wiederaufleben der französisch-italienischen Streitfragen und durch die hier noch unveröffentlichten japanischen Vorschläge, die den alten japanischen Standpunkt präzisieren und wegen ihrer großen politischen Tragweite bei verschiedenen Delegationen Bedenken erregen. Im Laufe des Nachmittags bestand zwischen den Sachverständigen der einzelnen Delegationen eine rege Fühlung. Macdonald, der morgens einen Ausflug nach dem benachbarten Annecy unternom- derGleichberechtigungsfrage hartnäckig. men Halle, gab nachmittags für die haupldelegierten einen Tee; diese Zusammenkunft hatte, wie erklärt wird, keinen politischen Eharatler. heule abend hatte herriot eine längere Unterredung mit Norman Davis, herriot äuherte sich heule abend seiner Umgebung gegenüber nach den heutigen Besprechungen dahin, daß Frankreich in der Abrüstungsfrage seine Auffassung nicht geändert habe. Die französische Delegation sei d a - gegen, daß die Gleichberechligungssrage jetzt am Anfang geregelt werde. Diese Frage könne wohl das Ziel der Konferenz sein, ihre Lösung dürfe aber nicht als Vorbedingung für weitere Verhandlungen gemacht werden. Die Gleichberechligungsfrage stehe in unlösbarem Zusammenhang mit der Schaffung eines europäischen Sicherheitssystems. Die französische Delegation widersehe sich auch etwaigen Plänen zur Vertagung der Abrüstungskonferenz und bestehe darauf, daß der französische Abrüslungs- und Slcher- hcilsplan von der Konferenz diskutiert werde. Macdonald stehl im Gegensatz zu herriot auf dem Standpunkt, daß die Frage der Wiederbeteiligung Deutschlands an der Abrüstungskonferenz entscheidend sei für den Erfolg der weiteren Arbeiten der Abrüstungskonferenz. In amerikanischen Kreisen hofft man, daß in den privaten Besprechungen doch noch Ergebnisse erzielt werden, die es erlauben würden, in verhältnismäßig kurzer Zeil die Konferenz vorläufig einmal zu vertagen. Persien kündigt die englische Oelkonzession. London, 3. Dez. (SU.) Rach längerer Aussprache genehmigte das persische Parlament die Kündigung der d'Arcy-Oelkonzession, die der 2lnglo-Perfian-Oil Company gegeben worden war. Die Festlichkeiten in der persischen Hauptstadt zur Feier dieses Ereignisses dauern ununterbrochen an. Die 3lluminierung der Häuser ist umfangreicher als bei sonstigen Gelegenheiten. 3n Kraftwagen fahren Hunderte von Menschen durch die Straßen und fingen begeistert Lieder. Der Vertreter der Anglo-Perfian-Oil Company hat dem t i g e R ü ft u n g s st ä r k e Deutschlands genommen würde. Eine deutsch-französische Annäherung könne nur von Dauer und für Deutschland wün- < sehenswert sein, wenn sie sich auf der festen Grundlage der Gleichberechtigung aufbaue. Die Gleichberechtigung sei eine Vorbedingung der modernen Wehrverträge, sowie der internationalen Abkommen. Wenn die Grundlage eines solchen Vertrages gelöst sein würde, würden einschlägige Besprechungen zwischen den Generalstäben das übrige tun können Man könne schon jetzt die normalen militärischen Beziehungen auf nehmen. Tardieu habe um die Ernennung eines deutschen Militärattaches nach Paris gebeten. Das werde im April nach Verabschiedung des neuen Haushalts erfolgen. Deutschland habe Freundschaften, auf deren Aufrechterhaltung und Förderung es Wert lege. Die Annäherung an Frankreich müsse sich so vollziehen, daß die Herzlichkeit dieser Freundschasten nicht beeinträchtigt, sondern daß die Freundschaften ergänzt würden. Das Kabinett von Schleicher würde gern zu seinem außenpolitischen Programm die Worte erheben, die nn jedem französischen Denkmal 3ii lesen seien: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Man lalle den Karren nicht vor die Ochsen spannen. Deutschland sei frei, seit die französischen Truppen das Rheinland verlassen hätten. Man solle nun seine Gleichberechtigung anerkennen und die Brüderlichkeit werde dann darauf folgen. Sie würde um so aufrichtiger sein, je vollkommener die Gleichheit sei. Persischen Finanzminister erklärt, daß die Gesellschaft das Recht der Regierung zur Kündigung der Konzession nicht anerkenne. Der Vorgang hat in Bagdad im Irak- staot starke Rückwirkungen ausgelost. Die irakische Presse .erklärt, daß die Kündigung der Konzession ein Beweis für die Wiedererstarkung Persiens sei. Der Irakstaat müsse ebenfalls darauf bedacht s ein, die Stellung des Volkes zu heben, dessen Rechte durch gewisse Abmachungen mit England beeinträchtigt worden seien. Hindenburgs Dank an papen Ein l erzlichesHandschrciben desNeichsprä- sidcntcu an den scheidenden Reichskanzler. Berlin, 3. Dez. (WTB.) Reichspräsi- d e n t v. Hindenburg hat an den scheidenden Reichskanzler v. Papen nachstehendes Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Ihrem Anträge um Entlassung aus den Aem- tern des Reichskanzlers und des Reichskommissars für das Land Preußen habe ich durch die anliegende Urkunde entsprochen. Schweren Herzens und nur veranlaßt durch Ihre persönlichen Borstel- l u n g e n lasse ich Sie in Würdigung der mir vorgetragenen Gründe aus diesen Aemtern scheiden; mein Vertrauen und meine Achtung für Ihre Person und Ihr Wirken bleiben unvermindert. Während Ihrer leider nur einhalbjährigen Tätigkeit als Reichsianzler und als Reichskommissar für Preußen habe ich Ihre hingebende und verantwortungsfreudige Arbeit, Ihre selb st lose Vaterlandsliebe und Ihre vornehmen Charaktereigenschaften hochschätzen gelernt. Ich werde die Zeit der Zusammenarbeit mit Ihnen nie vergessen. Für alles, was Sie in diesen schweren Monaten für unser Vaterland getan hüben, spreche ich Ihnen im Ramen des Reiches wie in eigenem Ramen meinen tief empfundenen Dank aus. Mit den besten Wünschen für Ihr Wohlergehen und mit kameradschaftlichen Grüßen verbleibe ich Ihr stets ergebener (gez.) v. Hindenburg. Ebenso hat der Herr Reichspräsident dem scheidenden Reichsminister des Innern Freiherrn v. ®ol)l und dem Reichsarbeitsminister Schäffer in persönliche nHandschreiben seinen Dank und Anerkennung für die geleisteten Dienste zum Ausdruck gebracht. Eine Kundgebung des schsidsndenReichskanzlers Berlin, 3. Dez. (WTB.) Eine Kundgebung des heute aus seinem Amte scheidenden Reichskanzlers von Papen: In dem Augenblick, wo ich das Kairzleramt, in das mich das Vertrauen des Herrn Reichspräsidenten berufen hat, an meinen Rachfolger abgebe, liegt es mir am Herzen, allenFreunden im Lande zu danken, die in den verflossenen sechs Monaten die Arbeit der Deichsregierung um die Wiedergewinnung unserer inneren und äußeren Freiheit, um die Grundlegung eines neuen und besseren konstitutionel- lenLebens, um autoritäre Staatsjührung gegen Parteiherrschast, um Arbeit und Brot für alle unterstützt Ijaben. Meine Arbeit hatte nur das eine Ziel: Dem Z u f a m m enschluß allerwahrhaft vaterländischen Kräfte zu dienen. In ihm liegt die Zukunft der Ration beschlossen, der wir alle heißen Herzens dienen. Kämpfen wir weiter „mit Hindenburg für das neue Deutschland"! Waisenrenten und Kmderzuschuß in der Angestelltenversicherung. Berlin, 3. Dez. (TU.) Die Reichsversicherungs- anstalt für Angestellten teilt mit: Nach der 4. Notverordnung durften Waisenrenten und Kinder- Zuschuß über das vollendete 15. Lebensjahr hinaus uom 1.1.1932 an auch in der Angestelltenoersichc- rung nicht nie h r gezahlt werden. Auf Grund der Ermächtigung in der Verordnung vom 19.10. 1932 haben Direktorium und Verwaltungsrat der Reichsversicherungsanstalt die 18-Iahres- grenze für den Bezug von Waisenrenten und die Gewährung von Kinderzuschüjsen als widerrufliche Mehrleistung eingeführt. Der Reichsarbeitsminister hat diesen Mehrleistungen z u - gestimmt. Mit Rückwirkung vorn 1. 10. 1932 werden hiernach Waisenrenten und Kinderzuschüsfe längstens bis zum vollendeten 18. Lebensjahre gezahlt, solange ein Kind nach Vollendung des 15. Lebensjahres Schul- und Berufsausbildung erhält oder infolge körperlicher und geistiger Gebrechen außerstande ist, sich l elbft zu unterhalten. Stiefkinder uni) Enkel können die Mehrleistung nicht erhalten. Zur Wiedergewährung der nach der 4. Notverordnung fortgefallenen Waisenrenten und Kinder- Zuschüsse und zur Gewährung der neuen Leistung in den Rentenfällen, die in der Zeit vom 1. Januar bis 1. Dezember 1932 entschieden wurden, bedarf es eines ausdrücklichen Antrages an die Reichsversicherungsanstakt. Schuldig nicht aussprechen au dürfen. Ich darf daher, so schloß der Vorsitzende, das Gesamtergebnis dahin zusammenfassen, daß der Angeklagte verdächtig bleibt, daß aber, sowohl für die Indizien, als für das Gesamtergebnis der Schlußstein, der Rachweis für die Schuld des Angeklagten, doch fehlt. Kunst und Wissenschaft. Der Schriftsteller Gustav Meyrink f. Der Schriftsteller Gustav Meyrink ist, einer Meldung aus München zufolge, im Alter von 64 Jahren in Starnberg gestorben. Meyrink war gebürtiger Wiener, lebte zunächst als Bankbeamter in Prag und kam erst verhältnismäßig spät zur Literatur; seine Stärke waren die Groteske und der phantastische Roman. Von seinen Büchern seien genannt: „Der Golem", „Das grüne Gesicht", „Walpurgisnacht", „An der Schwelle des Jenseits", „Der weiße Dominikaner". Aus aller Welt. Die die „Ersah Riobe" oussieht. Amtlich wird mitgeteilt: „Der Ches der Marineleitung hat die Schiffswerft Blohm & Voß in Hamburg mit dem Dau desneue. Segel- schulschi^fes als Ersatz für das Suzulscyiff „Riobe" beantragt. Das Schiss wird als Drei- mast-Bark der höchsten Klasse des germanischen Lloyd und unter dessen Aufsicht mit allen erforderlichen Sicherheitseinrichtungen gebaut. Die Abmessungen sind: Länge über alles 73 Meter, Länge zwischen den Loten 62 Meter, größte Breite 12 Meter, größter Tiefgang in vollausgerüstetem Zustand 5 Meter bei einer Wasserverdrängung von etwa 1500 Tonnen. Ein Hilfsdieselmotor Typ MAN, der dem Schiff eine Geschwindigkeit von etwa 8 Seemeilen verleiht. Das Schiff wird für eine Besatzung von 226 Mann eingerichtet. Die Karlsruhe" auf dem Dege nach kiel. Der deutsche Kreuzxr „Karlsruhe" hat den Hafen von Dcgo (Spanien) verlassen, um nach Kiel zurückzukehren. Damit findet die Weltreise des Kreuzers „Karlsruhe" ihren Abschluß. Schweres Verkehrsunglück in Wien. Auf dem Währinger Gürtel in Wien stieß ein Lastkraftwagen gegen einen Straßenbahn z u g. Das Auto wurde vollständig zertrümmert. Drei Personen kamen ums Leben. Eine Passantin wurde schwer verletzt. Auch in dem Straßenbahnzug gab es mehrere Verletzte. Raubmord in leget bei Berlin. Ein Kapitalverbrechen wurde in einer Wohnung in Tegel bei Berlin entdeckt. Eine Stenotypistin, die bei dem Generalversicherungsagenten Bessert beschäftigt ist, fand diesen in feiner Wohnung erschlagen auf. Alle Behältnisse, Schränke ' und Schreibtische waren aufgebrochen und durchwühlt. Zwischen dem Mörder und seinem Opfer Muß sich ein heftiger Kampf abgespielt haben. Tödlicher Absturz eines Ozeanfliegers. Der irländische Flieger Ellife, der einen 0 3 e a n f lu g in Richtung nach Europa unternehmen wollte, ist bei Rosario in Argentinien tödlich abgestürzt. Die Ergebnisse der Internationalen Telegraphenkonferenz in Madrid. Ein Mitglied der französischen Delegation äußerte sich über die Ergebnisse der Internationalen Telegraphenkonferenz in Madrid, die jetzt zum Abschluß kommt. Ein einziges Abkommen, betitelt „Internationales Fernmitte i lu n g sab k o m m e n" werde abgeschlossen werden, und zwar zum doppelten Pressetarif. Trotz der Opposition Englands, der Internationalen Handels- kammer und der Handels- und Industrie kreise sei die Einführung eines fünf Buchstaben umfassenden Codewortes an Stelle von bisher zehn Buchstaben beschlossen worden. Diese Neuerung werde ab 1. Januar 1934 in Kraft treten. Die Kreise, die Telegramme zu senden pflegen, würden jedoch dadurch nicht geschädigt, denn die Einführung des fünf Buchstaben umfassenden Codewortes würde eine öOprozentige Herabsetzung der Gebühren für die außereuropäischen und eine 70pro- zentige für die europäischen Länder mit sich bringen. DieGemeindewahlen in Thüringen Bei ruhigem Berkaus geringere Wahlbeteiligung. Weimar, 4.Dez. (TTl.) Am Sonntag fanden in sämtlichen Städten und Landkreisen des Landes Thüringen die Neuwahlen für die Gemeinde- und Kreisräte statt. Dcr Wahlakt schloß um 18 4Ihr. Rach den bisher vorliegenden Meldungen verliefen die Wahlen bei erheblich geringerer Anteilnahme der wahlberechtigten Bevölkerung störungslos und invollerRuhe. Die Wahlwerbung am Wahltage selbst war nur gering, wie überhaupt der Wahlkampf sich bis auf die Tätigkeit der Rationalso^ialisten und ihrer Führer unter Hitlers persönlichem Einsatz im engsten Rahmen bewegte. Die teilweise erhebliche Anzahl von Splitterlisten machte das nach 18 älhr einsetzende Wahlzählungsgeschäft zeitraubend und unübersichtlich. Die ersten Ergebnisse. Als erstes Ergebnis der thüringischen Gemeindewahlen liegt das aus Apolda vor. Von 19 234 Stimmberechtigten (am 6. November 18 838) beteiligten sich nur 12 200 (15 084), also 63,5 v. H. Von diesen entfielen auf die SPD. 2798 (gegen 3478 bei der Reichstagswahl am 6. November d. I.), KPD. 2184 (2574), NSDAP. 4430 (6389), Bürgerliche 2788 (zirka 2400). Die Mandat so erteilung im Stadtparlament stellt sich danach wie folgt, wobei die Vergleichszahlen sich auf die letzten Gemeindewahlen vor vier Jahren beziehen: SPD. 6 (8), KPD. 4 (2), NSDAP. 9 (6), Bürgerliche 6 (9). Amtliches Ergebnis aus Weimar (in Klammern letzte Reichstagswahl vom 6. Rovember): RSDAP. 7122 (11 003;, SPD. 3347 (5491), KPD. 2703 (3914), Ztr. 619 (636), DRVP. 2272 (3768), DVP. 1250 (2100), Bürgeri. Mi-tte 922 (443). Amtliches Ergebnis aus Jen a: RSDAP. 6249 (8420), Mandate 8 (1), SPD. 7479 (9615), 9 (11); KPD. 6513 (7442), 8 (5); DRVP. 1864 (3635), 2 (—), Staatspartei 28 66(2005), 3 (4); Bürgerl. Liste 3369 (2648), 5 (—). — Bei der Kommunalwahl des Jahres 1928 waren in der Bürgerlichen Liste der DRVP., DVP., Zentrum, Wrrtschaftspartei und die Christlich-Soziale Partei mit 14 Mandaten vereinigt, während diesmal in der bürgerlichen Liste nur die DVP., Zentrum, Wirtschaftspartei und Christlich-Soziale verbunden sind. Das Urteil im Bntlerjahnprozeß. Der Angeklagte wird sreigesprochen, bleibt jedoch des Landesverrats verdächtig. Die Urteilsbegründung. Leipzig, 3. Dez. (WTB.) In der Begründung zum Freispruch Dullerjahns betonte Senats- Präsident Dr. Dünger: Das Gericht fei sich dessen bewußt gewesen, daß eine Verurteilung nur auf Grund eines ganz exakten schlüssigen Beweises erfolgen dürfe. Den Beweis dafür, daß Bullerjahn aus Geldgier gehandelt habe, halte der Senat n i ch t f ü r erbracht. Landesverrat sei eines der schwersten und verächtlichsten Delikte. Einen Verrat dürfe man bei jemandem nur dann annehmen, wenn man dafür wirklich begründeten Anhalt habe. Bei Bullerjahn sei das n i ch t d e r Fall. Sein Vorleben, seine Abstammung und seine Erziehung deuteten dagegen. Wenn der Angeklagte einen Verrat aber doch begangen haben sollte, so sei das aus die Behandlung zurückzufüh - r e n, die ihm im Zusammenhang mit den Schrott- Schiebungen zuteil geworden ist. Der Senat halte es nicht für angängig, aus dem Mienenspiel, der Gangart, Tuscheln und anderen ähnlichen Momenten Schlußfolgerungen auf das Schuldbewußtsein des Angeklagten zu ziehen. Cs bestehe praktisch die Möglichkeit, daß der Kontroll-Kommission auch auf anderem Wege vertrauliches Material über das Wittenauer Werk zugetragen worden sei. / Der Senat nehme allerdings mit einer an Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit an, daß die Revisionen im Dezember und Januar auf besondere VerratsHandlungen zurückzuführen feien. Wie auf Grund von Auskünften des Auswärtigen Amtes jetzt fest- stehe, fei die Richträumung des Rheinlandes am- 10. Januar bereits beschlossene Sache gewesen. Dieser Beschluß habe nach außen hin • imi ....... i tasai begründet werden müssen, und es habe gegolten, das für Deutschland belastende Material schnell zu beschaffen. Man habe schärfere Kontrollmaßnahmen angeordnet und beschlossen, zur Durchführung unvorhergesehener Kontrollen überzugehen. Don einem französischen Minister sei gesagt worden, daß gerade der Wittenauer Fall eine dieser unvorhergesehenen Kontrollen gewesen sei. Zu berücksichtigen sei weiter, daß der französische Leutnant Jost als früherer Kriminalkommissar als ein besonders findiger Durchsucher anzusprechen fei. Ein ganz starkes Verdachtsmoment ist und bleibt aber der Besuch des Angeklagten im Horstweg, wo der französische Leutnant Jost wohnte. Die beiden Airwesenheiten am Horstwege lassen doch Wohl ^ine einwandfreie Antwort auf die Frage verlangen: Was wollte der Angeklagte dort? Eine solche einwandfreie Antwort hat Bullerjahn nicht gegeben. Seine Antworten sind unwahrscheinlich und auch mit älnwahrhaftig- keit verbunden. Wenn der Senat trotzdem nicht । zu einer Verurteilung gekommen sei, so einmal I deswegen, weil es doch nicht ganz ausgeschlossen I fei, daß der Angeklagte sich anz 25. Dezember bei Herns nach einer Stellung erkundigen wollte, und dann, weil es möglich, wenn auch unwahrscheinlich fei, daß der Angeklagte am 7. Januar vorübergehend und in Aufregung auf den Gedanken gekommen wäre, sich von Jost eine schriftliche Ehrenerklä * t u n g geben zu lassen. Endlich halte es der Senat für nicht ganz ausgeschlossen, daß der Angeklagte seine frühere Anwesenheit am Horstweg deswegen verschwiegen habe, weil er glaubte, dadurch Ver- dachtsgründe gegen sich zu schassen. Eine lückenlose und exakte Beweisführung sei nicht erbracht worden, so daß der Senat geglaubt habe, ein Renaissance des Klaviers. Don Professor Alexander Borovski, Präger des Dud-nsteinpreises. Die musikgeschichtliche Entwicklung des musikalischen schaffens der letzten Varkriegsjahre war gekennzeichnet durch eine immer stärker wuchernde Ueppigkeit des Orchesterklanges. Man Hütte angesichts der dominjerendenRolle desOrchesters von einer „Inflation der Instrumentierung" sprechen können. Das Klavier, eines der ursprünglichsten Musikinstrumente, war beinahe vollständig in den Hintergrund gedruckt. Nichtberufliche Musil er, die d as Klaoier- spiel pflegten, wurden leichthin als Dilettanten bezeichnet. Man vergaß dabei den geflügelten Ausdruck Hans v. Bülows, dieses einzigartigen Musikers des Geistes, daß Dilettant Liebhaber bedeutet. Em Kunstliebhaber muß aber seine Sache erst kennen, um sie zu lieben. Demnach muß ein echter „Dilettant" zugleich ein Kunstkenner sein. 3n der letzten Zeit hingegen scheint das Klavier wieder an Bedeutung und Ansehen zu gewinnen. Die vor kurzem eingeleitete Aktion zur Pflege der Hausmusik lenkt ebenfalls die B.icke auf dieses Instrument zurück. Es ist bezeichnend, daß im vergangenen Sommer bei einem internationalen Musikfest in Wien nicht weniger als 16 Klavier- konzerte aufgeführt worden sind. Wenn man vom Klavier spricht, so muß man bedenken, daß die größten Musiker gerade auf diesem Instrument lebendig werden, vor aLem Johann Sebastian Bach, der Baler aller deutschen Meister. Ja ganz Europa und Amerika verkörpert Bach den Jnbegriss deutscher Musikkultur. In England beispielsweise ist der Bach- Kultus tief eingewurzelt. Zu Ende des Sommers finden in London sogenannte Promenadenkonzerte statt, Veranstaltungen, die dort ungeheuer populär sind, und die durchaus volkstümlichen Charakter im besten Sinne haben. Das Publikum hört sich stehend 'm p^kätvoller Stille Meisterwerke der musikalischen Weltliteratur an. Nicht weniger als acht Abende sind dem Meister Bach gewidmet. Hans o. Bülow, dessen geniale Aussprüche zu zitieren man nie müde wird, hat nicht umsonst die Klavierwerke Bachs als den „Tripleextrakt der Musik" be.^ichnet. „Wenn alle Meisterwerke der Musik verloren gingen", pflegte Bülow zu sagen, „das wohltemperierte Klavier uns aber erhalten bliebe, so könnte man da raus we lzanze Literatur wieder neu konstruieren. Das wohltemperierte Klavier ist das alte Testament, an das wir glauben müssen". Daß Bachs Werke in ber letzten Zeit immer öfter auf dem Konzertpro- gramm erscheinen, hat auch andere, nicht nur kulturgeschichtliche Gründe. Bach ist heute durchaus aktuell. Die Konstruktivität seiner musikalischen Form, sein eiserner Rhythmus und seine Geistigkeit sind dem mechanischen Zeitalter nahe. Bach hat einen ungeheuren Einfluß auf die ganze moderne Musik ausgeübt. Die Führer des modernen musikalischen Schaffens in der ganzen Welt, Strawinski, Prokofieff und nicht zuletzt Hindemith erweisen in ihren Werken ihre Bewunderung und ihre Liebe für Bach. Neben Bach sind die Beethovenschen Kla- viersonaten eine Duelle unendlichen Genusses für den Musiker. Hat Bülow die Werke Bachs als das alle Testament bezeichnet, so nennt er die Beethoven schen Klavierfonaten das neue Testament, an das wir gleichfalls glauben müssen. Gerade der Mu- sikliebhaber erlebt beim Spiel Beethovenscher Sonaten eine geistige Genugtuung, die oft genug vollen Ersatz bedeutet für rein materiellen Erfolg. Den großen Meistern der Klaviermusik Bach und Beethoven reiht sich ebenbürtig der „göttliche" Mozart an. Die Klaviersonaten Mozarts bergen einen köstlichen Schatz von reinster Musik, die zu rem dramatischem Erlebnis wird. Ebenso darf hier Chopin, der Poet des Klaviers, nicht außer Acht gelassen werden. Seinerzeit wurde Chopin vorgeworfen, daß er Tänze komponiere. Seine Mazurkas sind aber aus tiefster Empfindung entstanden. Heute noch muß man die Gewack der Leidenschaft und die Schwermut, die aus diesen Klängen spricht, bewundern. In feiner Art ist Chopins Erscheinung in der musikalischen Weit ziemlich einzigstehend. Er ist der geborene Romantiker. Wenn unsere Zeit einerseits das Männlichstraffe bewundert, so hat sie andererseits eine begreifliche Sehnsucht nach dem Gegensatz. Ja, diese Sehnsucht kann sich in einem Maß übersteigern, daß ihr Ziel und ihre Erfüllung wird: der Kitsch. Chopin aber bleibt stets im wahrsten Sinne romantisch und lyrisch, ohne je kitschig zu sein, und befriedigt so in edelster Form den leichtverständlichen Drang des abgehetzten Menschen der Gegenwart nach einem Schluß Romantik. Darüber hinaus sieht der Klavierspieler in Chopin den Meister, bei dem man etwas Seltenes und Besonderes lernen kann, nämlich das, was man am besten als ,/befeette Technik" bezeichnet. Liszt, der unvergeßliche Virtuose, verkörpert gleichfalls eine Epoche in der Entwicklung des Klaviers. Liszt war es, der diesem Instrument ein fr- bis dahin noch nie erreichte kulturelle Höhe bSschied. Liszts Klaviertradition ist auch heute »noch maßgebend. Liszt Schule -war keine Schule in der alten Bedeutung des Worts. Es war keine trockene Schulmeisterei, sondern die künstlerische Emanzipierung des musikalischen Inhalts eines Werkes vom starren Schema. Liszts Schule war lebendig, sie lehrte die freie und nicht die sklavische Vorführung eines Werkes. Im Rahmen einer strengen Gesetzlichkeit gab sie der künstlerischen Individualität die Möglichkeit, sich frei und ungehemmt zu entwickeln. Das Klavier ist mit der Quintessenz des musikalischen Schaffens also eng verbunden, daß von einer Zurückdrängung des Klaviers, die man kommen sehen wollte, nicht die Rede fein kann.' Wir erleben vielmehr eine Renaissance dieses Instruments, und es ist bezeichnend, daß einer der modernsten Musiker, nämlich Strawinski, den wir heute bereits als Neo-Klassiker empfinden, seine letzten Werke für Klavier komponiert hat. Tonfilm: ^Strich durch die Rechnung". Ein neuer Ufa-Film, der in Rennfahrerkreisen fpielt und in einem großen und groß ausgemachten Radrennen seinen Höhepunkt uno Abschuß findet. Er dürste aber nicht nur Sportsleute interessieren, da er nebenbei auch em hübscher Unterhaltungs- und Spielfilm mit volksstückmäßigcm Einschlag -ist, über eine flott ab laufende Handlung, sauber w.ederge- gebenes M.lieu und eine kleine Liebesgeschichte verfügt, auch lebendig und wirkungsvoll photographiert ch. Der Regisseur Alfred Zeisler hat aus dcm Drehbuch (nach einer Komödie von Fred A. Anger- P1" her) alles Mögliche herausgeholt: eine pubbi- kumsfichere Mischung von Spannung, Humor und volkstümlichen Stonflitten. Außerdem bringt er eine bis in kleine Chargen hinein sorgfältig zusammen- ge(teilte und aufeinander abgestimmte Besetzung heraus. Heinz Rühmann Hot hier eine große Chance, sein Operettentalent auf etwas seriöserem »oben zu entfalten; er gewinnt durch angeborene Schlagfertigkeit und trockenen Witz, hat aber Gelegenheit, zu zeigen, daß er auch ernst fein kann, wenn er will und vor die richtige Ausgabe gestellt wird. Neben ihm vor allen anderen: Tony van Eyck, Reinhardts berühmtes Kätchen von Heilbronn, hier ein ganz einfaches, liebes und tüchtiges Mädel „aus dem Volk". Eine Menge guter Leistungen: WaIlburg natürlich, Speelmans, die elegante Flokina von Plate n, Tiedtke (ausgezeichneter Berliner Typ), Margarete Kupfer und Kämpers, um nur die wichtigsten #u nennen. — Der Film läuft seit gestern mit einem vielseitigen Beiprogramm bei großem Besuch im Lichtspielhaus. Aus der Bühne fanden R a - mona und Pola (Tanz, Akrobatik, Dressur) freundlichen Beifall. —r— Zeitschriften. — Das Tezemberh-eft der „Zeitwende" (C. Sy Veck'sche Verlagsbuchhandlung München) bringt einen Aussatz des Erforschers afrikanischen Volkstums, Vruno Gutmann, über den Weihnachtsbaum. Gutmann faßt den Paradiesesbaum des Alten Testaments, den Weltenbaum der Rord- völker und das Kreuz Jesu Christi in eine große Schau zusammen. Sie knüpft an alte deutsche Ueberlieferungen an und zeigt damit anschaulich die innige Verbundenheit von Christentum und deutschem DolRtum. Es ist deshalb kein Zufall, daß Gutmann den Weihnachtsbaum auch als Sinnbild einer im Boden verwurzelten, ins göttliche Licht emporwachsenden Volksgemeinschaft hin- ftellt. — Ein Schauder der geheimnisvollen Bedeutung des Baumes, die Gutmanns Meihnachts- betrachtung aufdeckt, liegt auch über dem Beitrag von Lisa Hohorst „Das verwunschene Schloß". Er enthält schlichte und anspruchslose Kindheitserinnerungen an ein zerfallenes Prunkschloß in der Rähe von Moskau und an seinen verwilderten Park. Diese Erinnerungen lassen uns lauschen auf das uralte Lied von vergänglichen und ewigen Dingen, das eine solche Waldwildnis singt. — Aus der Dezembernummer von Wester- manns Monatsheften. die man als Weihnachtsheft bezeichnen darf, sei besonders die mit rielen Dildwiedergoben versehene Abhandlung über „Otto Graf, ein süddeutscher Maler" von Oeftering erwähnt. Dem Leben und Werk be^ Karlsruher Malers, der ein Schüler von Friedrich Fehr ist, wird eingehende Beachtung geschenkt. Daß Geschwister oft die besten Erzieher sind, beweist Frau Dr. Doris Iaehner in einer Plauderei über die erzieherische Wirkung und das Beispiel, das Geschwister untereinander sich geben und das in manchem nachhaltiger ist, als pädagogischer Vorbedacht Erwasener. Daß das Schenken anläßlich eines frohen Festes eine besondere Aunsi ist, zeigt uns Dr. Max Schefold in feiner Weihnachtsrundschau über schöne Geschenke. Für das Fest besonders beftimmt sind die Abhandlungen über Weihnachtsgebäck von Dr. Anton Mayer und deutsches Holzspielzeug von Otto August Ehlers. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie Fälligkeit von Hypotheken und Grundschulden Noch der Notverordnung des Reichspräsidenten vom 11. November 1932 ist eine Kündigungssperre für Hypotheken bis zum 1. April 1934 getroffen worden insoweit der städtische Haus- besitz in Frage kommt. Bisher beftonb, wie schon in Nr. 270 des „Gießener Anzeigers", Seils 1, aus- geführt ist, lediglich ein Moratorium (Zahlungsauf- schub) für alle landwirtschaftlichen Hypotheken bis zum 1. April 1935. Außerdem bestand für alle nicht landwirtschaftlichen Hypotheken ein Kündigungsschutz bis zum 31. Dezember 1933 insoweit, als nicht vertragsgemäß fällig werdende Hypotheken in Frage kommen. Die nunmehrige wichtige Notoer- ornung besagt folgendes: Die Rückzahlung einer Forderung, die durch eine Hypothek an einem inländischen Grundstück gesichert ist, die also ins Grundbuch eingetragen ist, kann nicht vor dem 1. April 1934 verlangt werden. Dies gilt auch für eine bereits füllige Forderung, es fei denn, daß die Fälligkeit aus besonderem Anlaß vorzeitig eingetreten ist. Die Rückzahlung der Forderung kann früher verlangt werden, wenn hierüber eine vertragliche Vereinbarung und dazu ein besonderer Anlaß vorliegt, oder entsprechende Satzungsbeft'.mmungen vorhanden sind, oder wenn die Glaub igerrechte durch eine Verschlechterung des Grundstückes oder seines Zubehörs mit oder ohne Verschulden des Eigentümers oder eines Dritten gefährdet werden und wenn beispielsweise eine Verschlechterung des Pfandobjekts deshalb zu besorgen ist, weil der Eigentümer die erforderlichen Vorkehrungen gegen Einwirkungen Dritter oder gegen andere Beschädigungen unterläßt, Paragraphen 1133 bis 1135 BGB. Der Gläubiger einer hypothekarisch gesicherten Forderung kann, auch wenn dies nicht ausdrücklich vertraglich vereinbart ist, ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist vorzeitig kündigen, wenn der Schuldner länger als einen Monat mit einer Zinszahlung am Verzug, d. h. im Rückstände ist. Die Unzulässigkeit des Verlangens auf Rückzahlung einer Forderung vor dem 1. April 1934 findet nach der Notverordnung auch auf solche Forderungen Anwendung, die vor dem Inkrafttreten dieser Verordnung, d. i. der 17. November 1932, aus besonderem Anlaß vorzeitig fällig geworden waren, oder fällig gemacht werden konnten, wenn die vorzeitige Fälligkeit die Folge einer unpünktlichen Zahlung von Zins- ober Tilgungsbeträgen ist und die rückständigen Beträge binnen einem Monat, d. i. bis zum 17. Dezember 1932, nachgezahlt werden. Gerichtliche Entscheidungen (Urteile und sonstige vollstreckbare Schuldtitel) stehen der Anwendung bieder Vorschriften nicht entgegen. Letztere gelten nicht nur für Hypotheken, sondern auch für Grundschul- den und für Forderungen, die durch Grundschulden gesichert sind. Ter Gläubiger hat seinerseits, die Möglichkeit, zum 'Amtsgericht zu beantragen, daß die Hinausschiebung 'der Fälligkeit der oben bezeichneten Forderungen ganz oder teilweise unterbleibt, wenn,?s die wirtschaftliche Lage des Gläubigers erfordert. Tas Amtsgericht kann anordnen, daß Ratenzahlungen zu erfolgen haben. Zuständig ist 'das Amtsgericht, in dessen Bezirk das belastende'Grundstück liegt. Tas Gericht kann mehrere Verfahren des gleichen Schuldners miteinander verbinden, oder auch wieder trennen. Die Entscheidung des Amtsgerichts ist mit sofortiger Beschwerde anfechtbar. Die Entscheidung des Landgerichts ist alsdann endgültig und bindet Gerichte und Verwaltungsbehörden. Zur Erhaltung der W.r.sarn eit gegenüber dem össent.i en Glauben des Grundbuchs bedürfen die auf dieser Verordnung beruhenden Veränderungen der Fälligkeitsbeoingungen nicht der Eintragung ins Grundbuch. Ganz allgemein gilt diese Verordnung nicht 1. für Aufwertungsforberungen, Aufwertungshypotheken und Au wertungsg.undschulden, 2. für bankmäßige Personalkredite, die durch Hypotheken gesichert sind, für Grundschulden, die der Rehmer eines bankmäßigen Personalkredits auf einem ihm gehörenden Grundstück zugunsten des Kreditgebers bestellt hat, sowie für Eigen- tümergrundschulden, die der Äehmer eines bankmäßigen Personalkredits zu dessen Sicherung dem Kreditgeber abgetreten hat, 3. auch ohne daß die besonderen Voraussetzungen zu 2 vorliegen für Forderungen aus Darlehen, die aus Gemlligfeit oder sonst unter Umständen gegeben worden sind, aus denen zu entnehmen ist, daß eine langfristige Kreditgewährung nicht beabsichtigt war, sowie für Grundschulden, durch die solche Forderungen gesichert werden, 4. für solche Forderungen und Grundschulden, die den besonderen Kündigungsschutz des Kapitels III, §4 Absatz 1 der Aotverordwung vom 8. Dezember 1931 genießen, 5. für solche Forderungen und Grundschulden, deren Zinsen durch die Verordnung des Reichs- Präsidenten über die Zinserleichterung für den landwirtschaftlichen Realrredit genießen (Verordnung vom 27. September 1932) herabgesetzt worden sind, 6. für Forderung und Grundschulden, die einem Träger der Invalidenversicherung zustehen. Die Reichsregierung ist ermächtigt, zur Durchführung dcr vorstehenden, in ihrem allgemeinen Inhalt wiedergegebenen Rotverordnung Rechtsund allgnneir.en Verwaltungsvorschri ten zu erlassen, soweit das zur Erreichung des Zweckes dieser Verordnung erforderlich erscheint. Wechsel in der Leitung des Forstamts Gießen. Am 1. Dezember fand — wie man uns berichtet — die förmliche Verabschiedung des infolge des Altersgrenzegesetzes in den Ruhestand versetzten Obersorstmeistcrs Dr. Schüz und die Uebergabe des Amtes an den Rachsolger, Forstrat Lipp, durch Landforstmeister Dr. Hesse statt. Die Beamten des Forstamts hatten sich um 11 Uhr im Stadthause versammelt. Als Vertreter der Stadtverwaltung war der Beigeordnete Iustizrat Dr. Rosenberg erschienen. Landforstmeister Dr. Hesse würdigte in eindrucksvollen, von Herzen kommenden Worten die großen Verdienste des scheidenden Beamten und überreichte ihm ein Handschreiben des Finanzministers, in dem die besondere Anerkennung und der Dank der Staatsregierung für die langjährige, erfolgreiche Dienstführung zum Ausdruck kommt. Iustizrat Dr. Rosenberg legte in warm empfundenen Ausführungen dar, in welch' hervorragendem Maße Ober- forstmeister Dr. Schüz in feiner elfjährigen Gießener Tätigkeit sich besonders auch um die Bewirtschaftung des Gießener Stadtwaldes in ökonomischer und landschaftlicher Beziehung verdient gemacht hat, und sprach ihm den Dank oer Stadtverwaltung und der Stadt Gießen aus. Bewegten Herzens dankte Oberforstmeister Dr. Schüz für die ihm zuteil gewordenen Ehrungen DieZagd im Dezember. reichlich nassem Herbst naht der Winter heran. Tritt er sein Regiment nicht so bald mit aller Strenge an, dann verheißt auch der letzte Iagdmond des Jahres dem Weidmann noch mancherlei Freuden. Doch oft schon erwies sich bereits im Iulmond Schützen und Hegen als notwendiger als Jagen. Im Rot- und Damwildrevier wird nach beendigter Brunft nun vor allem der Abschuß von Kahlwild durchgeführt, während gute Hirsche und Schaufler im gepflegten Revier Schonung genießen. Rur solche Hirsche sollen noch der Kugel verfallen, deren Abschuß aus hegerischen Gründen wünschenswert erscheint. Wie im Rehrevier, so erstreckt sich der Kahlwildabschuß vor allem auf gelte Tiere. Echmaltiere und Wildkälber. Die Futterplätze sind herzurichten, damit bei starkem Schneefall alsbals mit der Fütterung begonnen werden fann. Tas wehrhafte, vielgeschmähte Schwarzwild steht, nachdem es bei reichlicher Mast feist geworden ist, in der Rauschzeit. Schweine und Sauen stecken in starken Rotten meist in den unzugänglichsten Dickungen, sind aber auch verhältnismäßig viel auf den Läufen, so daß der Pirschgang dem Weidmann Erfolg bringen kann. Dor allem wartet der Schwarzwildjäger auf Schnee. Die letzten schn.'earmen Winter haben den Bestand an Wildschweinen stark wachsen lassen, und Reviere, in denen jahrzehntelang kein Keiler mehr seine Fährte zog, kennen heute die Sauen wieder als häufiges Wechsel- oder gar als Standwild. Man wird daher jede Reue zum Kreisen benutzen, um durch Treibjagden den Bestand auf weidmännische Weife auf ein erträgliches Maß zurückzuführen. Für das Rehwild bringt der Dezember in Hessen die völlige Schonzeit, während weibliches Wild in Preußen noch geschossen wird. Bei normaler Witterung findet das Wild draußen mannigfaltige urch ihm zuträgliche Aesung genug. Tritt aber starker Schneefall ein, im schlimmsten Fall gepaart mit Glatteis, diesem gefährlichen Feind unseres Schalenwildes, dann ist Fütterung am Platze. Durch Darbieten von Hafergarben oder Haferstroh, von gutem Heu, Eicheln, Kastanien (wo das Wild sie kennt) und durch Fällen von Weichhölzern ist es leicht, seinen Wildstand vor größerem Schaden zu bewahren. Die Hasenjagden geben dem Jagdmonat sein besonderes Gepräge. Leider geht es auch in diesem Jahre nicht ohne Enttäuschungen ab. Die Berichte von den Hauptphasenlieferanten Wetterau und Rheinhessen sind 3.2. geradezu trostlos. Aber auch bei uns entsprechen die Strecken nicht dem, was man nach dem sommerlichen Besatz erwarten durfte. Es kann kein Zweifel sein und ist durch zahlreiches Fallwild belegt, daß der nasse Oktober fast erloschene Seuchen wieder hat aufleben lassen, die nicht eher abflauen werden als bis sich die Witterung gründlich geändert hat und Schnee und Frost die Verbreitung der Erreger erschweren oder verhindern. Es muß deswegen in diesem Jahre be- | sonders überlegt werden, in welchem Maße die Jagd ausgeübt werden kann, will man nicht Schaden anrichten, der Jahre hindurch fortwirken muß. Jedenfalls gebe man der schonendften Jagd art, der einmaligen Treibjagd, den Vorzug und erinnere sich dabei auch der großen Vorteile für eine pflegliche Jagdausübung, die das fast vergessene Standtreiben bedingt. Denn bann wird genügender Besatz erhalten bleiben, der den Stamm für das Folgejahr bildet. Die Hühnerjagd ging zu Ende. Damit ist das Huhn aus dem Jntereffenkreis vieler Revierinhaber verschwunden, die sich feiner erst Ende August wieder und nun um so lebhafter erinnern. Die dann wieder üblichen Klagelieder über schlechte Strecken, Mähmaschinen und künstlichen Dünger mürben sich z. T. erübrigen, wenn man im Winter auch des Rebhuhnes gedächte. Maulwurfshausengleich liegen die Hühner hungrig und matt auf der weißen Schneedecke, keine Deckung weit und breit, die Aesung unter dem weißen Tuch, eine leichte Beute von allerlei vierbeinigem oder geflügeltem Raubzeug. Dabei ist das Huhn für Hege so dankbar und empfänglich und diese Hege mit so wenig Arbeit und Kosten verknüpft! Abfall der Dreschmaschine mit feinen Unkrautsamen, ein paar Hände voll Weizen dazu und etwas groben Sand als Magen- steinchen, dies alles in einer Hecke, unter einem Reisighaufen oder auch einem Schutzdach aus Dachpappe gereicht, lohnt Arbeit und Mühe im kommenden Herbst reichlich. . Aehnliches gilt auch für den Fasan, der aller- dinas auch noch Jagdzeit hat. Wer Fasanen schießen will, muß füttern! Ubi bene, ibi patria lautet der Wahlspruch des buntschillernden Vogels, dessen zigeunerhaftes Wesen fast an die Steppenvölker seiner asiatischen Heimat zu erinnern scheint. Wenn der Frost einsetzt^ werden auch die E n t e n mehr und mehr zu uns kommen, denen sich Wild- gä nse oft beigesellen. Man muß nur die am längsten offenen Stellen in seinem Revier kennen, um mit Aussicht auf Erfolg den grünhalsigen Breit» schnabel beschleichen ober ihn auf den Zug oder beim Entenfall besagen zu können. Besonderes Interesse für den Jäger besitzt jetzt fein Raubwild. Denn die Bälge sind nun gut, nachdem seither zum Schaden der Iagdkasse viel minderwertiges Rauchwerk erbeutet worden ist. Der passionierte Jäger findet durch die vielen Arten der Bejagung wie Lockjagd, Drücken, Pürsch und Anstand bei der Raubwildjagd viel Weidmanns- freude. Glaubt er zum Eisen greifen zu müssen, soll dem rasch tötenden Fangwerkzeug der Vorzug vor dem Tellereisen gegeben werden, das in nicht sachverständiger Hand zu einer Gefahr und eine Quelle der Qual für unser Nutzwild werden kann. Daß nur der solche Eisen stellen darf, der sie auch unter allen Umständen bei Tagesgrauen, und zwar täglich alle nachsehen kann, sollte so klar sein, daß dem Anders- handelnden Entzug des Jagdscheins und Bestrafung wegen Tierquälerei gebührt. Hubertus. i und Anerkennungen und gab deck Dank weiter an seine Beamten, die ihn in unermüdlichem Fleiße unterstützt hätten. Er dankte insbesondere noch der land- und forstwirtschaftlichen Deputation der Stadt Gießen und der Stadtverwaltung, die immer, in der Erkenntnis des Wertes des Stadtwaldes, großzügiges Entgegengekommen gezeigt habe. Die Beamten des Forstamts Gießen hatten es sich nicht nehmen lassen, am Rachmittag eine kleine Abschiedsfeier zu Ehren ihres scheidenden Vorgesetzten zu veranstalten, die getragen war von der hohen Verehrung und Wertschätzung, die sich Oberforstmeister Dr. Schüz auch bei seinen Untergebenen erworben hat. Bornotizcu. — Aus dem Stadttheaterbiiro wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, zum erstenmal das Schauspiel „Der Dieb" von Bernstein unter H e y f e r s Spielleitung. Gewöhnliche Preise. 10. Vorstellung im Dienstag-Abonnement, 20 bis 22 Uhr. — .), Kolonialwaren 80,9 (minus 0,1 v. S).), industrielle Rohstoffe und Halbwaren 87,6 (minus 0,2 v. H.) und industrielle Fertigwaren 113,8 (minus 0,2 v. H.), davon Produktionsmittel 116,0 (minus 0,2 v. H.), Konsumgüter 112,2 (minus 0,2 v. H.). * Gelsenkirchener B e r g w e r k s - A G., Essen. Nach dem Bericht der Gelsenkirchener Berg- werks-AG., Essen, für das am 31. März 1932 beendete Geschäftsjahr ist die Förderung von Kohle im Berichtsjahre auf 3,85 (4,79) Millionen Tonnen zurückgegangen, die Produktion von Koks belief sich auf 0,41 (0,56), von Briketts auf 0,46 (0,45) und von Nebenprodukten auf 0,03 (0,04) Millionen Tonnen. Die Gasabgabe erfuhr eine Zunahme auf 52,26 (51,15) Millionen Kubikmeter. Die Kohlenförderung blieb um 19,58 v. H., die Herstellung von Koks um 25,81 v. H. zurück, wogegen sich die Briketterzeugung gegenüber dem Vorjahre infolge der Erhöhung der Beteiligung um 3,26 v. H. steigerte. Der auf den 14. Dezember einberufenen Generalversammlung wird vorgeschlagen, den nach Verrechnung von 6,73 (6,62) Millionen Reichsmark Vorjahresgewinnvortrag sich ergebenden Reingewinn von 6,29 (21,97) Millionen RM. auf neue Rechnung vorzutragen (im Vorjahre wurden 6 v. H. Dividende verteill). Die Gewinn- und Verlustrechnung zeigt einen Bruttoüberschuß von 31,08 Millionen RM., dem allgemeine Handlungsunkosten von 2,84, Zinsen von 6,07, soziale Versicherungen von 4,74, Steuern und Abgaben von 4,67 und Abschreibungen von 13,21 Millionen Reichsmark gegenüberstehen. frankfurter kLiermarkt. Frankfurt a. M.. 3. Dez. Das Geschäft verlief in der letzten Rovemberwoche und auch zu Beginn des neuen Monats trotz ermäßigter Preise außerordentlich schleppend, wobei nicht nur der Konsum starke Zurückhaltung bekundete, sondern auch Großabnehmer nur Käufe zu Deckungen des notwendigsten Bedarfs tätigten. Man beschränkte sich hierbei meist auf die billigen Kühlhauseier, die zunächst noch leicht anzogen, später aber infolge der matten Allgemeintendenz ihre Preise nicht immer behaupten konnten. Die Aussichten für die nächsten Tage werden infolge der nahenden Weihnachtsfeiertage an sich nicht ungünstig beurteilt, doch hänge viel von den weiteren Maßnahmen auf dem Gebiet der Kontingentierung bei anderen Importländern ab. Infolge der Einfuhrsperre in Frankreich, Italien, der Schweiz und Spanien kam verstärktes Angebot von holländischen und belgischen Eiern auf den deutschen Markt. Es notierten in Pf. per Stück loco Frankfurt (Main)r Bulgaren 9 bis 9,50, Jugoslawen 8,75 bis 9,25, Rumänen 9 bis 9,25, Polen 8,50 bis 9, Holländer 8 bis 11,50, Flandern 9,75 bis 10,50, deutsche Frischeier 9 bis 13, in- und ausländische Mittelund Schmuheier 6,75 bis 7. Kühlhauseier: Rumänen 8, Jugoslawen 7,75 bis 8,25, Bulgaren 8 bis 8,25, Russen 6,75 bis 7, Holländer 8,50 bis 9. Flandern 8,25 bis 9. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zulegt belchiosjenen Divid.nde an. — Relchsbankdiskont 4 o. H., Lombardzinsfuß 5 v. H. Frankfurt a. UI. -Serim Schluß- ture Schlugt. Llbcnd- börfe Schlug- lütte Schlugt. Millaa- bdrfc Oafu n | 2-12. | 3.12. 2J2- 3.12. 6% $eut1 ehe ?Held)»anlelbc v. 1021 6% ehern.7% Dt.ReichSanl. v. 1929 5’/i% Doung Anleihe von 1930 .. Deutsche '?bü.-91btö|.-Schulb mit Auolos. Rechten ............. 75,75 90.75 74,65 56,5 6,5 68,75 55,5 53,9 80,25 83,5 84,75 ' 78,5 79 9,25 t,05 u 3.75 4,13 4,13 6 10 4,9 21,9 90,5 15 56,65 6,45 68,4 55,5 54 79,9 83,75 84,5 78,5 78,5 9,25 1 6,75 3,6 4 4 6 10 75,25 91,25 75 56,7 6,5 68,65 53,75 ■ ■ 78 - 6 5,9 6,95 3.7 4 4,05 6 10 4,95 21,8 75,25 90,5 75,5 57,4 6,45 68,5 53,65 78 9,3 6 5,75 5.7 3,6 4,05 4,1 10 4,9 21,65 Deegl. oijne Auslos.-Rechte...... ti?0 eßem. 8% Hell. Bvlksstaat 1929 (rürf,wirrt). 102%)............ Lberhessen Provinz.Anleihe mit AuSIos. -Rechten ............ Deutsche .Komm. Lammeialt l.An leihe Gerte 1 mit Sluslos.-Rechten 6% ehern. 8% Franks. Hyp.-Banl Aoldpse. 15 unkündbar bis 1985 6% ehern. 7% Franks. Hiiv.-Banl CioRtufe. 16 unkündbar bis 1936 6yz% eben,. 4%% Franks. Hyp. Bank-Liqu.-Psanddriese ..... 6’/,% ehern. 4’/,% Rheinische .VtN'.-Bank.Liau..H)oldpse. ... 6% ehern. 8% Pr. Landeopfand briefanflalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehern. 7% Pr. Landespfand brieranstali, Pfandbriefe R. m 4% Oeslerreichilche Goldrente... 4,20% Oesterreichische Silberrente 4"n Ungarische Kvldrente .. <% Ungarische Staatsrente v. 1910 4'/2% betfll. von 1913...... 6% ähnelt. Goldtnerikaner von 99 4% Türkische Zoll anleihe von 1911 *% Türkische Bagdadbahn Anleihe Serie l............... 4% delgl. Serie II............. 5% Rumän. vereint). Rente v. inon 4^%Rumün.vereinh.Rentev 1913 4% Rumänische vereiich. Rente . 3%% Anatolier............... .'nanriun u. ja. Zteriiii Schluß- kurS Schlugt. Abend« bürte Schluß» kurS Schlugt. Mittag. börse Datum 2.12. 3.12. 2.12. 3.12. Hamburg.Amerika-Paket ..... i 17 18,4 17,75 17,65 Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0 Hansa Dampfschiff........... 0 — - 27 26,9 Norddeutscher Lloyd ......... 0 i9.£5 19.13 18,9 13,75 A.K. für AerkehrSwesen Akt. .. 0 44 46 44,5 45 Berliner Handelsgesellschaft.... -I 89,5 89 89,5 89,25 Commerz- tutb Privat-Bank ... 0 53,5 53,5 53,5 53,5 Deutsche B-inl und TiSconto- Gesellschaft................ 0 75 75 75 75 Dresdner Bank.............. 0 61,5 61,5 61,25 61,75 ReichSbank ................. 1 131 130,75 130.75 130 A.E.G...................... 0 34,9 33,75 34,65 34 Elektr. LieferungSgesellschast ... 5 74 74 74,75 75 Licht und Kraft ............. 6 99 99,75 98,75 99 Zelten & Guilleaume ........ 0 56,5 56 56 56 Gesellschaft für Elektrische Unter- nehmnngen............... -1 75,25 75 75 74,9 Rheinische Elektrizität ........ 6 78,5 79 79 81 Schulten & Co.............. 0 76,5 77 77 77 Siemens & HalSke........... 9 26,5 123 ,26,25 123,25 LahmeyerLCo.............. 10 115 — 115,5 115 Buderus ................... 0 44,25 44,13 44,25 44,65 Deutsche Erdöl ............. 4 82 81,5 81,5 81 Gelsenkirchener.............. 0 46 46,75 45 46.5 Harpencr................... 0 32,25 82,25 81,65 81 Hoesch Eisen —Köln-Neuessen.. 0 — 47,5 48 Ilse Bergbau ............... 7 — — 130 131 Jlfc Bergbau Genüsse........ 7 100,75 101,5 100.75 100,5 filötfncrroerfc ............... 0 45,25 45.75 45 44,65 ManneSmann-Röhren........ 0 59,75 60 59,5 59,5 ManSselder Bergbau......... 0 21.5 22 22,25 Dberschles. Kokswerte......... 0 — 42,65 42 Pbönir Bergbau...... 0 32,25 32,13 31,65 31.9 Rheinische Braunkohlen ...... O 179,5 179,5 179 178,5 Rheinstahl.................. 0 72,25 71,5 72,25 71,13 Frankfurt a.371. Berlin Schluß« lurs Schlugt. Abend« börs» Schluß» tuite Schlugt. Mulag« bör e Datum 2.12. 3.12. 2-12. 3.12- Bereinigte Stahlwerke..... ... u 29 29 28,13 29,13 Ctatii Minen ............ ... 0 17 16,5 '6,25 16 Kaliwerke Aschersleben..... ... 6 HO 110 109 109,25 Kaliwerke Westeregeln..... ... 6 115 115 114 114,9 Kaliwerke Salzdetfurth .... ... 9 173 173 173,5 173 Z G. Farben^Jndustrte .... ... 7 99 97,5 98,13 97,75 -Lcheideanstalt............ ...10 145 145,25 — Goldschmidt ............. ... 0 29,5 29,5 28,9 29,5 RütgerSiverke ............ ... 0 42 41,9 41,65 41,9 Metallgefellschafk.......... ... 0 35 35 35,5 35,13 Philipp Holzmann........ ... 0 55,5 57,5 55 57 Zementwerk Heidelberg .. Lementwerk Karlstadt...... ... 4 ... 0 47 47 56 Wayß L Frey tag......... ... 0 4,7 - — 4,5 Schultheis Patzenhofer..... ... 0 102,5 102,9 Mu (Allgemeine Kunstseide) ... 0 56 54,75 56,4 54,75 Beinberg................ ... 0 64,5 61 63,5 59,5 Zellstofl Waldhos ......... .. 0 45 46,5 45,5 46 Zellstoff Aschaffenburg .... ... 0 27,5 28,75 28,5 Dessauer GnS............ ... 7 96,75 97,5 Daimler Motoren......... ... 0 19,5 19,25 19,75 19,13 Deutsche Linoleum ....... Orenslein & Koppel ....... ... 0 ... 0 16,75 46,25 15,9 37,4 46,4 37,5 Leonhard Tietz........... ... 6 44 43,5 43,4 44.5 Ehade.............. .... 151 151,25 149,25 Krthner ................. ... 0 30 30 30 30,25 Mainkraslwerke Höchst a.M. ... 4 - - - Süddeutscher Zucker ...... ... 8 138 140 - 139 Devisenmarkt Berlin — Fraiikfurt'a.M.' 2.Dezember 3-Dezember Amtliche Dotierung Amtliche Notierung (»elb Sri e Geld Brie Helsingsor». 5,964 5,976 5,924 5,936 Wien....... 51,95 52,05 51,95 52,05 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... Sofia..... 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland .... 169,33 169,67 69,77 169,33 169,67 Cilo....... 69,63 68,93 69,07 Kopenhagen. 70,78 70,92 69,93 70,07 Stockholm... 74,23 74,37 73,72 73,87 London ..... 13,61 13,65 13.43 13,67 Buenos Mros 0,863 0,867 0,863 0,867 Neuhort.... 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel..... 58,26 58,38 58,27 58,39 Italien..... 21,38 21,42 21,36 21,40 Parts...... 16,45 16,49 16,45 16,49 Schweiz .... 80,92 81,08 80,92 81.08 Spanien.... 34,30 34,46 34.40 34,46 Danzig.... 81,80 81,96 81,77 81,93 Japan...... 1,849 0,851 0,849 0,851 Rio de Jan. 0,294 0,296 0,294 0.296 Jugoslawien 5,634 5,646 5.634 5,646 Lilladon.... 12,76 12,78 12,76 12,78 Banknoten. ___Berlin, 3.Dezember Geld Brief ' Amerikanische Roten........ 4,20 4,22 Belgische Roten................ 58,11 58,35 Dänische Roten ........... 69,56 69,84 Englische Roten ................. 13,39 13,45 Zranzosische Roten.............. Holländische Roten............... 16,41 16.47 168,96 169.64 Italienische Roten................ Norwegische Noten .............. 21,30 68,76 21,38 69,04 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling Rumänische Noten............... Schwedische Noten............... Gdjiueher Noten................. 2,47 73,55 80,74 34,26 2,49 73,85 . 81,06 • 34,40 Spanische Noten................. Ungarische Noten ................