Nr. 254 Svübaussabe 182. Jahrgang Mittwoch, 5. Moder <952 Erschelnl täglich, autzei Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monats=Be$ugspreis: Mit 4 Beilagen 'BOT. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt Hernfprechanschlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach-. richten Anzeiger Gießen Postscheckkonto: Zrontfnrl am Main 11686. MetzenerAMiger General-Anzeiger für Oberhesjen Drud und Verlag: vrühl'sche UniDer^rdts--Bud)= und Steindruckerei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für V mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspsennig; für Re- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr Fr Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil OTax Filter, sämtlich in Bietzen Steine Landtagsauflosung in Hessen. Oer sozialdemokratische Antrag auf Neuwahl des Landtags abgelehnt. — Begrenzung der Ministeraehälter auf 12000 Mar* D a r m st a d t, 4. Ott. (WHP.) Nach etwa zehnwöchiger Pause trat der Hessische Landtag bei schwachem Publikumsinteresse wieder zusammen. 2luf der Tagesordnung steht u. a. als dritter Punkt der sozialdemokratische Antrag auf L a n d- tagsneuwahlen. Nach vorausgegangener Sitzung des Aoliesten- rates eröffnet Präsident Werner erst um 12.50 Llhr die Sitzung. Vorher hatten die Fraktionen und Ausschüsse den neu eingebrachten nationalsozialistischen Zusahantrag zur Landtagsauflösung beraten, in dem die Nationalsozialisten ihre Zustimmung zu Neuwahlen abhängig machten von der Annahme folgender Gesetzentwürfe.' „Artikel I des Landtagswahlgesehes lautet: Der Landtag besteht aus 3 5 Abgeordneten, die in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wohl nach den Grundsätzen der Verhältniswahl auf vier Jahre gewählt werden." „Das Gehalt der hessischen Minister wird mit sofortiger Wirkung auf 12 000 Reichsmark festgesetzt Abzüge und Zuschläge erfolgen nicht. Aufwandsentschädigungen werden an die hessischen Minister nicht gezahlt. Alle den Artikeln I und II entgegenstehenden gesetzlichen Bestimmungen werden aufgehoben Das Gesetz tritt mit dem Beschluß des Landtags in Kraft " Präsident Werner begrübt als Nachfolger der in den Reichstag abgewanderten nationalsozialistischen Abgeordneten Kern und Dr. Wagner die Abg. Weller- Schlitz und Hartmann- Nieder-Ohmen. Zu der Vorlage über Kredite für die Materialprüfungsanstalt und das Wasser- baulabvrotorium der Technischen Hochschule Darmstadt erklärt Abg. Dr. Müller (NS.), daß nach der Ortsbesichtigung die Nationalsozialisten fetzt der Vorlage insgesamt zustimmen. Abg. Z i n n k a n n (S.) begrübt den „Llmfall" der Nationalsozialisten, die draußen stets mit Verschwendung öffentlicher Mittel durch die Regierungsparteien agitiert hätten, jetzt aber selbst Gelder für die Wissenschaft bewilligten. Die Vorlage wird gegen die Kommunisten angenommen. Der nationalsozialistische Antrag „Es dürfen keinerlei Aktenstücke vernichtet oder entfernt werden, insbesondere die Aufbewahrung der sog. „Dorten-Kiste" wird der Regierung besonders zur Pflicht gemacht", wird von dem Abg. Dr. Barth (Nat-Soz.) aus politischen Gründen angesichts des bevorstehenden Regierungswechsels als notwendig erachtet. Der Antrag wird mit den Stimmen der Nationalsozialisten und drei Bürgerlichen angenommen. (Soll auch in Hessen neugewähli werden? Die nationalsozialistische Vrdingunq: Verminderung der Abqeordnetenzaßl Nach der Beratung in den Ausschüssen folgt die Plenarberatung des sozialdemokratischen Antrages auf Auflösung des Landtages. Abg. Keil (Komm.) erklärt die Zustimmung seiner Fraktion zu Neuwahlen. Allerdings wisse die Arbeiterklasse, daß die Entscheidung über ihr Schicksal außerhalb des Parlamentes fallen müsse. Die letzten Wahlergebnisse, auch das Durchfallen des nationalsozialistischen Fraktionsführers als Dürgermeisterkandidat in Neustadt i. O. bewiesen den immer stärker werdenden Abbruch der Nationalsozialisten. In Oldenburg vertrete die NSDAP. Neuwahlen, in Hessen kriege sie es mit der Angst vor den enttäuschten Bauern zu tun. Im Ausschuß habe Herr Lenz sich auch mit 45 Abgeordneten einverstanden erklärt. 2lbg. Z i n n k a n n (Soz.) fordert Auflösung, um endlich im Landtag klare Verhältnisse zu schaffen. Der Siegesglaube des Nationalsozialismus sei zusammengebrochen, und die Nationalsozialisten versuchten nun den Rückzug hinter Bedingungen zu verbergen. Bei 30 Abgeordneten würde das flache Land im Landtag nicht vertreten sein. 56 Abgeordnete aus Einzel- wa h l k r e i s e n würden am besten den Willen des Volkes repräsentieren. 2lbg.Hoffmann (Z.) erklärt: Das Zentrum lehne Auflösung und eine so radikale Herabsetzung der Abgeordnetenziffer ab. Einer maßvollen Verminderung *,er Abgeordnetenzahl werde sich das Zentrum nicht widersetzen. Abg. G a l m (SAP.) stellt fest, daß die 32 Abgeordneten der NSDAP, dem Volke bisher nicht dos geringste gebracht hätten. Welchen Wert besitze der Parlamentarismus heute noch? Herr v. Papen ohne Partei und ohne Fraktion halte doch die Macht in Händen. Abg. Böhm (dn.) glaubt, die Sozialdemokraten witterten Morgenluft. Der Landtag müsse verschwinden, denn die Regierung sei heute niemand verantwortlich. Wer gegen die Auflösung stimme, erteile dem Kabinett Adelung-Leuschner unbe- Ichräntte ti)encrul. o.imacQt. Die Deutschnationaten stimmten Auflösung, Abgeovdnetenverminderung und Persönlichkeitswahlen zu. Abg.Glaser (Lv.) ist der Ansicht, daß der Auflösungsantrag jeder Sachlichkeit entbehre. Abg. Lenz (Nat.-Soz.) erklärt, die Nationalsozialisten hätten das Gefühl, daß ihre Bewegung zunehme an den Kräften, die letzten Endes die Entscheidung in Deutschland führen würden. Dem Volke wäre genutzt, wenn nur 35 Abgeordnete hier säßen. Das gelte auch für die Gehaltskürzung der Minister. Wenn eine Auflösung im Interesse des Volkes liege, würden die Nationalsozialisten dafür stimmen. Wenn die Sozialdemokraten für die Abgeordnetenverringerung auf 35 Abgeordnete einträten, sei die Auflösung sofort perfekt. Der Parlamentarismus habe heute abgewirtschaftet, und der Nationalsozialismus bediene sich parlamentarischer Gebräuche nur zur intellektuellen und legalen Wirkung. Ungeachtet aller Stimmenzahlen entscheide doch die innere fanatische Kraft des Nationalsozialismus, der bereits die Revolution darstelle. Abg. Dr. N i e p o t h (D. Vp.) meint, der sozialdemokratische Antrag könnte die labilen Mehrheitsverhältnisse beseitigen. Wenn die Nationalsozialisten sich jetzt hinter Bedingungen verschanzten, so müsse man ihnen erwidern, im Besitze der Macht könnten sie die Ministergehälter so festsehen, wie sie wollten. Der Mandatsverringerung auf 56 Abgeordnete stimme er zu. Nach weiteren Ausführungen der Abgeordneten Deutel (Kom.) und Widmann (Soz.), die gegen die Nationalsozialisten polemisieren und ihnen vorwerfen, daß sie zwar die Ministergehäl- ter senken, aber die Bezüge der oberen Beamten unc> die Höchstpensionen nicht entsprechend verringern wollten, folgten die Abstimmungen. Ole Abstimmung. Die Nniionatoz.allsten verlassen nach ilbleb'iu st des Amrams den Laal Zunächst werden die kommunistischen Zusahankräge abgelehnt. Einstimmig wird bei drei Enlhallungen der nnkionalsozialiftische Antrag angenommen, die Mini st ergeh Her aus 1 2 0 0 0 R M. herabzusehen bei gleichzeitigem Wegfall der Aufwandsentschädigung. Der nationalsozialistische Antrag, die Zahl der Abgeordnete auf 35 herabzusehen, wird gegen die Antragsteller, den deutschnationaten und den Landoolk-Abgordneten abgelehnt. Der sozialdemokratische Antrag, dieAbgeordnetenzahl wie vor dem Kriege auf 56 zu vermindern, wird mit den Stimmen der Nationalsozialisten des Zentrums und des Landvolks abgelehnt. Bei der Abstimmung über den sozialdemokratischen Auflösungsantrag verlassen die Nationalsozialisten den Sitzungssaal, so daß die zur Gültigkeit der Abstimmung notwendige Zahl von zwei Dritteln der Abgeordneten nicht an w e s e n d ist. Jür den Antrag selbst stimmen nur Sozialdemokraten, Kommunisten und der deutschnationale Abgeordnete Der Antrag ist also a b - gelehnt Hindenburgs Dank im Rundfunk. Eine Mahnung zur Einigkeit und zum festen Zusammenschluß hinter einer nationalen Staatsführung. * Berlin, 4. Ott. (TLl.) Die Worte, die der Herr Reichspräsident v. Hindenburg am Dienstagabend im Rundfunk an alle Deutschen g.r ch e. hat, wurden von einer Wachs- platte als Reichssendung auf alle deutschen Sender übernommen. Der Sprecher leitete die Sendung mit folgenden Worten ein: „Deutsche Hörer und HörerinnenI Sie alle haben von dem Verlauf des 85. Geburtstages des Herrn Reichspräsidenten und Generalfeldmarschalls v. Hindenburg gehört und gelesen. Sie haben den Tag miterlebt, sie haben Bilder gesehen von den Veranstaltungen, in denen der 85jährige geehrt und gefeiert wurde. Sie wissen, daß die Großen der Welt dem deutschen Reichspräsidenten ebenso Glück gewünscht haben, wie alle führenden Persönlichkeiten unseres Landes, auch die Führer der verschiedensten sich sonst heftig befehdenden Gruppen und Parteien. Aber diese Glückwünsche der Großen wiegen nicht so schwer, wie die zahllosen Wünsche und Gaben des Mannes aus dem Volke, dessen Name der 0ef- fentlichleit nicht bekannt ist. Gerade die Blumengrüße eines Kindes, die Gaben schlichter Frauen und die Wünsche einfacher Leute waren es, die dem Gefeierten die schönste Freude bereiteten. Denn mehr als politische Führer vermag das Volk selbst im Namen des Volkes zu sprechen." Es folgte bann die Ansprache des Herrn Ne i chs- Präsidenten als Dank für die ihm entgegen-- gebrachten Glückwünsche und Aufmerksamkeiten, sie hatte folgenden Wortlaut: „Zur Vollendung des 85. Lebens)ahres find mir aus allen Teilen des Reiches und auch von den Deutschen jenseits unserer Grenzen zahlreiche Glückwünsche zugegangen. All' diese Grüße und Gaben von groß und klein, von reich und arm haben mich lief gerührt. Ich habe diese vielen Zeichen persönlichen Gedenkens zugleich als Beweis treuer vaterländischer Gesinnung und Verbundenheit begrüßt. Mit besonderer Befriedigung habe ich auch davon Kenntnis erhalten, daß der Ruf der Hindenburg-Spende, die meinen alten k r i e g s b e s ch ä d i g t e n Kameraden und ihren Hinterbliebenen in Fällen der Not bisher so segensreich geholfen hat, guten Widerhall gefunden und neue Mittel zu diesem Zweck erbracht hat. So danke ich denn heute von ganzem Herzen allen, die meiner gedacht, die in meinem Sinne vielen Bedürftigen Hilfe gebracht und die mich durch das Gelöbnis treuer Mitarbeit am Wiederaufbau des Vaterlandes erfreut haben. Wir flehen vor schweren Aufgaben. Nach außen ringen wir um unsere Freiheit und unser Recht, im Innern um Arbeit und Brot. Nach wie vor wird es mein Ziel fein, als gerechter S achwalter des gesamten Volkes über den Parteien stehend alle Deutschen hierfür zusammenzuschließen. Ich baue dabei auf den gesunden Sinn des deutschen Volkes, dessen Geschichte lehrt, daß es sich auch in früheren Zeiten der Not und Gefahr einig hinter eine starke und von nationalem willen beseelte Führung gestellt hat. Es geht nicht um die Anschauungen und Wünsche von Personen, Gruppen und Parteien. es geht um das Vaterland. Es geht um Deutschlands Zukunft. Dieser zu dienen, für sie Opfer zu bringen, muh der Wille jedes deutschen Mannes, jeder deutschen Frau sein! Wer in dieser Erkenntnis zu mir steht und hält, hat mir die beste Geburtstagsfreude bereitet. In diesem Sinne: .vorwärts mit Gott!'" Schwimakeilen für den Holland und die deutschen Kontingente. Verhandlungen werden abgelehnt. Berlin, 4. Oft. (Täl.) Don holländischer Seite wird zu den heute mittag im Haag beendeten deutsch-holländischen Kontingentierungsverhandlungen eine amtliche Mitteilung herausgegeben, in der es heißt, daß die Regierung nach Kenntnisnahme der deutschen Pläne zu dem Schluß gekommen sei, daß die deutschen Vorschläge keine Grundlage für eine ersprießliche Erörterung darstellten. Die deutsche Anordnung habe erklärt, daß sie diese holländische Stellungnahme ihrer Regierung übermitteln werde. deutschen Außenhandel. Diese holländische Haltung hat, wie wir von unterrichteter Seite erfahren, hier starkes D e- f rem den hervorgerufen. Holland hat bekanntlich selbst seit einiger Zeit zahlreiche Kontingente, darunter für Schuhe, Trikotwaren, Textilwaren, Konfektion, keramische Waren festgesetzt, die die deutsche Ausfuhr nach Holla n d um etwa 50 Millionen Mark jährlich beschränken. Holland hat diese Maßnahmen getroffen, ohne vorher die deutsche Regierung davon zu unterrichten oder mit ihr in einen Meinungsaustausch über ihre Auswirkung einzutreten. Sei dieser Sachlage ist es unverständlich, daß sich die holländische Regierung der von uns angebotenen Erörterung über die deutscherseits beabsichtigten Kontingentierungsmaßnahmen entziehen will. tsnglanO ms Autzmetzer. Verbesserung der schwednch-englischen Handel:bezieh -naen Stockholm, 4. Oft. (WTB.) Das Regierungsblatt „S oc i a l d e m o k r a t en“ schreibt u. a. von den schwedisch-englischen Handelsbeziehungen. Ein Ausgleich der schwedisch-englischen Handelsbilanz wäre denkbar, wenn die Einfuhr englischer Waren nach Schweden vermehrt würde. Die Destrebungen in dieser Richtung, die seit einiger Zeit zu beobachten sind, haben jetzt durch die Kündigung des deutsch-schwedischen Handelsvertrags durch Deutschland weit bessere Voraussetzungen als bisher. Der deutsch-schwedische Handelsverkehr steht nämlich mit seinem Ausfuhrüberschuß zugunsten Deutschlands im Gegensatz zu der englisch-schwedischen Handelsbilanz. Wenn eine Neuordnung der schwedischen Käufe imAus- l a n d — so heißt es weiter - stattfinden soll, kann es keinem Zweifel unterliegen, in welcher Richtung diese Neuorientierung gehen wird. Oevisenverhandlungen mit Italien. Berlin, 4. Oft. (Täl.) Amtlich wird zu dem gestern bereits im Wirtschaftsteil erörterten Konflikt mit Italien mitgeteilt: Nachdem das mit Italien abgeschlossene Devisenabkommen von deutscher Seite gekündigt worden ist, wurde mit Italien eine Vereinbarung getroffen, durch die die Bezahlung der Einfuhr italienischer Weintrauben erleichtert werden sollte. Die italienische Regierung hat gleichwohl mit Wirkung vom 1. Oktober 1932 ab eine allgemeine Sperre für d i e Bezahlung deutscher Warenlieferungen nach Italien verhängt. Vor Ergreifung von Gegenmaßnahmen find zunächst Verhandlungen mit Italien eingeleitet worden, um eine Aufhebung der Zahlungssperre zu erleichtern. Rudolph Slatin f. Rudolph Slatin, der ehemalige Generalinspekteur des Sudan, ist in einem Wiener Sanatorium im 76. Lebensjahr gestorben. Slatin mußte sich vor kurzem einer Magenoperation unterziehen. Sein Zustand verschlimmerte sich in der letzten Zeit. Er war sich der drohenden Gefahr wohl bewußt, trotzdem aber bei verhältnismäßig guter Laune und erzählte auch noch in den letzten Tagen wiederholt von seinen Erlebnissen und seinen Erinnerungen an seine Gefangenschaft im Sudan. Vor acht Tagen trat eine leichte Bewußtseinstrübung ein. Dann begann der Todeskampf. Zuletzt trat der Tod durch Herzschwäche ein. Das Leben des verstorbenen Carl Freiherrn v. Slatin (Slatin Pascha) mutet mit feinem Reichtum an Erlebnissen und Abenteuern in exotischen Ländern an wie ein Roman. Schon den 16jährigen trieb die Abenteuerlust aus seiner Heimatstadt Wien in die Ferne. Er ging zunächst nach Aegypten, wo er mit bekannten Forschern wie Schweinfurt h, Rohlfs, Nachtigal und H e u g I i n bekannt wurde. Auf Anregung des letzteren bereiste er im Jahre 1874 — er war damals 17 Jahre alt — den Sudan bis hinauf nach Kordofan. 1876 kehrte er in die Heimat zurück und nahm 1878 als österreichischer Reserveoffizier am Bosnischen Feldzuge teil. Einem Ruf Gordon Paschas folgend, ging er dann aufs neue nach Aegypten, wo er, 22 Jahre alt, Gouverneur der Provinz Darfur wurde. Nun folgte sein langer ruhmvoller Kampf gegen d i e Mahd ist en. Lim sich die Treue seiner mohammedanischen Truppen zu erhalten, trat er sogar scheinbar zum Mohammedanismus über. Am Weihnachtsabend 1883 ereilte ihn jedoch das Geschick. Seine Truppen wurden aufgerieben, und er mußte sich dem Mahdi ergeben. Für Slatin begann nun eine furchtbare Leidenszeit von elf Jahren. Auf den unaufhörlichen Kriegszügen des Mahdi und seiner Nachfolger wurde er, zeitweise in Eisen geschlossen, mitgeschleppt und schwebte ständig in Gefahr, ermordet zu werden. Endlich gelang ihm im Februar 1895 die Flucht nach Afsuan. Er trat nunmehr als Oberst und mit dem Pascha-Titel in die anglo-ägyptische Armee ein und war 1898 während des Feldzuges Lord Kitcheners in Aegypten Chef des militärischen Nachrichtendienstes. 1900 wurde er englischer Generalmajor und Generalinspekteur des Sudan. Erst 1914 bei Ausbruch des Weltkrieges schied er aus dem anglo-ägyptischen Verwaltungsdienst aus, kehrte, mit dem Freiherrntitel ausge- zeichnet, in seine Heimat zurück und lieh sich in Südtirol nieder, wo er dann die Leitung der Kriegsgefangenenfürsorge des österreichischen Roten Kreuzes übernahm. 3n seinem Buch »Fe ue r und Schwert im Sudan" hat er sein abenteuerreiches Leben geschildert. Gießener Gtadttheater. Beginn der J bitäums-SPi lzcit: „Egmont" von (öocl e. Die gestern eröffnete neue Spielzeit ist die fünf- undzwanzigste seit dem Bestehen unseres Theaters, öie wurde — wie vor beinahe genau fünf Jahren — mit dem „Egmont" begonnen, und da der Theaterjubiläumswinter in das ausklingende Goethe-Jahr fällt, so ist der Auftakt, den man gewählt hatte, zugleich eine sinnreiche Huldigung und ein würdiges Praludipm des Kommenden. * Denn wenn auch dieses Trauerspiel nie die weitreichende Popularität genossen hat wie etwa der „Göll und der „Faust", so ist es doch, gleichsam auf der Grenze und in der Mitte stehend zwischen Frankfurt und Weimar, hinwiederum der stets etwas kühlen und publikumsfernen Klassiker-Sphäre entrückt geblieben, in der die strenge, nach griechischem Mast stllisierte Kunst des „Tasso" und der „Iphigenie" gedieh. Der „Egmont" hat, um es kurz zu sagen, allezeit etwas oom Festspielcharakter in sich gehabt, zumal in der Verbindung mit der feierlichen und ganz kongenialen Musik, die Beethoven im Jahre 1810 „aus tiebe zu Goethes Dichtungen" für das Drama geschrieben hat. ” Auch „Egmont" ist, wie alle oder fast olle wesent- lichen Schöpfungen Goethes „Bruchstück einer grasten Konfession", er ist „bedeutend" im Sinne des Dichters, künstlerisch und menschlich, und steht sehr kenn- zeichnend an einem gewichtigen Schnittpunkt seines Lebens, seiner persönlichen und geistigen Entwick- lung: er bedeutet: Abschied von der Jugend Abschied von Frankfurt, endgültigen Abschied von der geliebten und schönen Lili, von einer Verwirrung des Gefühls, einem Aufruhr des Herzens, dem sich Goethe schon einmal zuvor durch die Flucht in die vchweiz lahlings entzogen hatte. -luch künstlerisch ist der „Egmont", in Frankfurt begonnen, in Rom (1788) vollendet, gleichsam ein $rüdc Klagend etwa zwischen ?turm und Drang des „Götz" und der ganz « getnebenen, ungewissen Tragik des in klassischen Versen stlNsterten Tasso-Dramas. Volks-stuck und Liebesdrama in einem, politische «aQabe unb melodramatischer Heldengesang: so steht Ser „Egmont uns immer noch nahe. Vor dem SerprozeßWeiß confra„2üignfr D erlin, 4. Oft (ERD. Funkspruch. Eigene Meldung.) Rach zehntägiger Unterbrechung der Verhandlung wurden die Verhandlungen imDe- leidigunasprozeh des früheren Polizeivizepräsi- denken Weist und des Polizeipräsidenten Grze - sinski gegen die »Angriffs' -Redakteure Dr. Lippert urrd Krause fortgesetzt. Bei der Zeugenvernehmung gab der Kriminalassistent ScheperS zu, daß er den .Angriff"-Redakteuren daS Material über die nach feiner Meinung unzulässige Bevorzugung einzelner Spielflubs durch Dr. Weist gegeben habe. Sch. war im Spieldezernat beschäftigt und erklärte, er habe den Eindruck gehabt, daß man an höherer Stelle übel vermerke, wenn er gegen die vornehmeren Spielflubs habe einschreiten wollen. Er schilderte dann eine Auseinandersetzung über den Klub des Westens. 3n diesem Falle habe er die Anzeige ausgenommen und die Aussagen eines Zeugen protokolliert, daß Dr. Weist in diesem Klub spiele. Er wäre dann zuDr. Weist gerufen worden, der ihm in Gegenwart von Regierungsdirektor Scholz seiner Entrüstung dar» über Ausdruck gab, dah gegen diesen Klub vorgegangen worden sei. Auf eine Anfrage des Rebenklägers Dr. Weist bestätigte der Zeuge, dast Dr. Weiß vor allem darüber erregt gewesen sei, daß ihm feine Mitteilung davon gern a ch t wurde, dast sein Rame in dieser Anzeige eine Rolle gespielt habe. Oberverwaltungsgerichtsrat Hagemann erklärtem seiner Aussage, er habe sich immer gegen die allzu häufigen Razzien gewandt, weil sie mehr Schaden stifteten als Ruhen brächten. Bei stichhaltigem Material sei selbstverständlich ohne Rücksicht auf den gesellschaftlichen Charakter der Klubs borgegangen worben. Die anonymen Anzeig n. die von „unglücklichen Gatten" und „tiefbetrübten Müttern" eingegangen feien, hätten sich zumeist als Manöver der K o n k u r r e n z v e r - eine entpuppt. Der als Fachmann fürSpie- lerangelegenheilen bekannte Kciminalober'.nspek- torvonManteuffel bekundete, daß die Verfolgung des Spielerwesens nach dem Kriege dadurch erschwert worden sei, dast sich jeder der M i t s p i e l e r st r a f b a r m a ch t e, die Polizei also nurmitDeschuldigten zu tun hatte, wobei nicht viel zu ermitteln war. Der Zeuge sprach sich gegen die allzu zahlreichen Razzien aus. Damit war die Beweisaufnahme beendet: die Verhandlung wurde auf Mittwoch vertagt, der die Plädoyers bringt. Kleine politische Nachrichten. Seine Heiligkeit Papst Pius XI. hat dem Herrn Reichspräsidenten zu seinem 85. Geburtstage durch den apostolischen Runtius in Derlin seine besten Glück- und Segenswünsche übermittelt. * Der Reichsinnenminister hat den R e i ch s r u n d - funkkommissar Scholz ersucht, die Um- st e l l u n g des Rundfunkwesens beschleunigt weiterzuführen, um den bisher unvermeidlichen Zwischenzustanb mit seinen Begleiterscheinungen ab- zu kürzen. Die offenbar von persönlich interessierter Seite ausgehenden Gerüchte von dem bevorstehenden Rücktritt des Reichsrundfunkkommissars Scholz s sind völlig erfunden. * 3n dem Schlichterbezirk Bayern sind vom 28. September bis 3. Oktober rund 2600, im Schlichterbezirk Westfalen in der gleichen Berichtszeit rund 2400 und im Schlichterbezirk Mitteldeutschland 3200 Neueinstellungen erfolgt. * Der Reichspräsident hat den Reichsminister und Botschafter a. D. Wirkl. Geh. Rat Dr. S o l f zur Vollendung seines 70. Lebensjahres in einem herzlichen persönlichen Schreiben seine Glückwünsche ausgesprochen. * Reichskanzler o. Papen imb Reichsminister des Innern Freiherr o. Gayl haben dem Kolontal- ft a a t 5 i e t r e t ä r a. D. d r i e b r t ch v. L i n d e- q u i ft zur Vollendung des 70. Lebensjahres herzliche Glückwünsche ausgesprochen. * Der Verbindungsmann der Reichsregierung, F r e i- Herr von Lersner, ist 'n D r e s d e n emge- troffen um dem sächsischen Ministerpräsidenten Schick seinen Besuch abzustatten. Die Deutsche L a n d w i r t s ch a f t s g e s e lisch a f t hält in diesem Jahr« ihre Herbsttagung erstmalig in Danzig ab. Den Auftakt der Tagung bildeten am Montagabend Arbeitssitzungen zahlreicher Ausschüsse. Auch der Dienstagoormittag war mit Ausschwbsitzungen ausgefüllt. • Der päp stliche Legat ist aus Mexiko ausgewiesen worden. Er hat Mexiko im Flugzeug verlassen. Aus aller Welt. 5,5 Millionen Devisen verschoben. — Der größte Devisenprozcß Deutschlands. Vor der zweiten großen Strafkammer beim Landgericht I begann dieser Tage ein Devisenschie - bungsprozeß, der bisher als der größte Prozeß dieser Art angesehen werden kann. Der Hauptangeklagte ist der früher bei einer Berliner Großbank tätig gewesene Devisenhändler Emeran Sedlmaier, der mit einem Monatsgehalt von 1000 Mark und weiteren Tantiemebezügen bei der Bank angestellt war. Sedlmaier, der eingeschriebenes Mitglied der KPD. ist, wird des Vergehens gegen die Deoisenverordnung vom 23. Mai 1932 und der Urkundenfälschung beschuldigt. Es wird ihm vorgeworfen, 5 £ Millionen im ausländischen Besitz befindliche deutsche Effekten bei Berliner Banken verkauft und den Erlös wieder nach dem Auslande, hauptsächlich nach der Schweiz und nach Oesterreich, gebracht zu haben. Mitangeklagt wegen Beihilfe ist der Straßen- Händler Adam Neuhauser, den Sedlmaier bei den Banken, bei denen er die Devisen verkaufte, als seinen Onkel, einen Millionär, bezeichnete. Seine Hintermänner hat Sedlmaier, der sich gleich Neu- bairfer in Untersuchungshaft befindet, nicht genannt. Man vermutet, daß der Mittelsmann der südslavi- sche Rechtsanwalt S a j o w i c z ist. Krach im Hause Adlon. Der bekannteste Berliner Hotelier Louis Adlon klagte gegen seinen 25jährigen Sohn Karl, der in einem seiner Betriebe als Empfangschef angestellt war, und dem gekündigt wurde, nachdem er sich mit der Tochter eines Chicagoer Hoteliers verheiratet hatte. Karl Adlon hat sich, geweigert, die Kündigung anzunehmen und die Wohnung in dem Hotel zu räumen. Französische Regimenlskasfe mit 250 000 Franken gestohlen. Der Sekretär des Rcg.mentszahlmeisters des 178. französischen 3nfanterie-Regiments, namens O st e r m a n n, hat in den letzten Tagen mit der Regimentsfasse, d e 250 000 Franken (etwa 40 000 Mk.) Bargeld enthielt, ^b.e Flucht ergriffen. Man nimmt an, dast er sich in Paris aufhält. Fünfzehnjähriger erschießt seine Base. 3n Rostock fern es in einem Hause der Altstadt zu einem furchtbaren Llnglücksfall. Ein bei seinem Onkel zu Besuch weilender Ibjähriger 3unge eignete sich den Revolver seines Onkels an und spielte mit der Waffe. Plötzlich ging ein Schuß los, der der danebenstehenden Base des unglücklichen Schutzen in den Kopf drang. Das Mädchen war auf der Stell« t o t. Gedenkfeier auf hoher See für den Kreuzer „Karlsruhe". Auf der Fahrt von Pernarnbuco nach Trinidad veranstaltete der Kreuzer „Karlsruhe" in der Rahe der Untergangsstelle des tm Kriege infolge einer inneren Explosion gesunkenen Kreuzers ..Karlsruhe" eine Gedenkfeier, in deren Verlauf ein Eisernes Kreuz versenkt wurde. — Der kleine deutsche Kreuzer „Karlsruhe" (1912 erbaut und 4900 Tonnen groß) war bei Beginn des Weltkrieges in Westindien. Rach Ausbruch der Feindseligkeiten führte er von dort aus erfolgreich Handelskrieg. 17 feindliche Schiffe (insgesamt 76 000 Registertonnen) wurden von ihm erbeutet oder versenkt. Am 4. Rdvember 1914 fiel er einer inneren Explosion zum Opfer. 1916 wurde für das gesunkene Schiff ein Ersatzbau sertiggestellt, der bet Scapa Flow zusammen mH den anderen den Feindmächten ausgelieferten Schiffen versenkt wurde. Großfeuer in einer Pappenfabrik. 3nfolge Heihlaufens eines Lagers entstand in einer der vergangenen Rächte in der Pappen- fabrif Windi'cheschenbach ein Feuer, das in kurzer Zeit einen derartigen Umfang annahm, daß die gesamte Schleiferei, die Fabrikations- räume und die Kartonnagen-Abteilung sowie ein Teil der Lagerbestände und des Rohmaterials ein Raub der Flammen wurden. Der Schaden wird auf über 3 0 0 000 Mark geschätzt. Spanien wird Bundesstaat. Das Autonomiestatut für Katalonien -Wann kommen die baskischen Provinzen? Don unserem v. Ors.-Berichterftatter. Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Madrid, Oktober 1932. Während diese Zeilen geschrieben werden, befindet sich der spanische Ministerpräsident A z a n a in Barcelona, um dort den Katalanen feierlich das „Statut" zu überreichen, das dieser Region die Selb st Verwaltung innerhalb des jpa« Nischen Staates verleiht. Eine halbe Million Menschen umjubelten den Ueberbringer der Botschaft, Fahnen wehten, Militär paradierte, ein Freudenrausch schien die katalanische Hauptstadt erfaßt zu haben. Nach heftigen Kämpfen hat der autonomifti- sche Gedanke den Sieg über den unitaristischen davongetragen. Noch vor zwei Monaten schien es unmöglich, die Lösung dieses Problems in so kurzer Zeit herbeizuführen. Stärkster Widerstand gegen die Aufgabe irgendwelcher Rechte von feiten des Staates hatte sich im ganzen Lande bemerkbar gemacht, antikatalanische Demonstrationen in den Universitäten sowohl wie in gewerblichen und kaufmännischen Kreisen waren an ter Tagesordnung. Dabei wurde der Kampf nicht etwa nur von der politischen Rechten geführt, deren Presse allerdings sich mit allen Mitteln für die Aufrechterhaltung des Einheitsstaates eingesetzt hatte. Er fand auch bis weit hinein in die Reihen der überzeugten Republikaner Unterstützung, lieber Nacht beinahe fiel bann plötzlich dieser Widerstand zusammen, die Nationalversammlung nahm mit überwälti- gerober Stimmenmehrheit das katalanische Autonomieproiekt an, das vorher schon die Billigung der Regierung gefunden hatte. Dieser unerwartete Umfall ist eine direkte Folge des mißglückten monarchistischen älnter- nehmens vom August, das nicht nur die auf Grund des Republikfchuhgesehes erfolgte Lahmlegung der gesamten Rechtspresse mit sich brachte, sondern auch ein merkliches Aufschließen der gemäßigten republikanischen Parteien nach li nks zur Folge hatte. Sogar die Radikalen des ehemaligen Außenministers Lerroux, der sich ursprünglich die Aufgabe gestellt hatte, die Republik aus dem sozialistischen Fahrwasser in ein bürgerliches überzuleiten, gaben angesichts der eben überstandenen Gefahr ihre Oppositton in der Autonomiefrage auf und machten damit den Weg zur Gesetzwerdung des katalanischen Statuts erst endgültig frei. Damit konnte dann die Regierung jenes Versprechen, das sie als Revolutionskomitee den Katalanen gegeben hatte, um deren Mithilfe beim Umsturz zu gewinnen, einlösen — Katalonien ist autonom geworden. Während andere Lander Jahrhunderte hindurch blutig« und unblutige Kämpfe ausfechten mußten, um sich langsam zum Einheitsstaat zu- sammrnzuschweißen, schlägt Spanien den umgekehrten Weg ein. Fast 450 3ahre lang Einheitsstaat, von so manchen wegen dieses Glücks beneidet und bewundert, hat es nun mit der Autonomieerteilun-g an Katalonien den ersten und wichtigsten Schritt zu einer Lockerung dieses bisher unerschütterlichen Gefüges getan und damit einen Präzedenzfall geschaffen, der als Anfang zum Uebergang in'den Födera- tivstaat gekennzeichnet werden muß. Schon rüfjr t es sich auch in anderen spanischen Regionen und alle Anzeichen deuten daraus hin, daß vor allem die nordischen Provinzen, die Bascongadas und Ravarra, das katalanische Vorbild nachahmen und gleiche Rechte für sich fordern werden. Laut Verfassung muß solchen Wünschen Rechnung getragen werden und die augenblickliche Zusammensetzung der Rationalversammlung ist ebenfalls so, daß weitere Statute auf ihre Annahme rechnen können. Die Zukunft wird zeigen, ob dieses Verlassen des geschichtlichen Weges im 3nteresse des Landes gelegen ist oder nicht. Katalonien ist nunmehr „eine autonome Region innerhalb des spanischen Staates". Sein Gebiet umfaßt die Provinzen Barcelona, Tarragona, Lerida und Gero na. Die Katalanen wählen nach dem allgemeinen spanischen Wahlrecht e i n eigenes Parlament, dem der Präsident und ein sog. Exekutivrat zu entnehmen ist, die beide dem Parlament verantwortlich sind. Während der Präsident Katalonien repräsentativ vertritt, insbesondere auch hinsichtlich der Begehungen zum spanischen Staat, bildet der Rat, dessen Mitglieder etwa den deutschen Länderministern entsprechen, mit dem Präsidenten zusammen die Dollzugsgewalt innerhalb der Region. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Gleichstellung der katalanischen Sprache mit der spanischen, was in der Praxis die allmähliche Verdrängung der letzteren aus dem katalanischen Gebiet zur Folge haben kann. Auch die Organisation und Leitung des gesamten Schulwesens obliegt den Katalanen, lieber die Universität Barcelona sind Sonderbestimmungen getroffen, nach denen sie auf Antrag der Generalidad „auto= nemifiert" werden kann, wenn die Garantie gegeben wird, daß dabei die spanischen Belange nicht hinter den katalanischen zurückstehen. Mit anderen Worten: die Universität Barcelona kann auf Wunsch der Katalanen vom Staate losgelöst werden, was wiederum ein Gefahrmoment für die spanische Kultur darstellt. Auf dem Gebiete der Gesetzgebung räumt das Statut der Generalidad ebenfalls weitgehende Freiheiten ein. Das Fi n a n z p r oble m endlich ist so gelöst, daß die Generalidad vom Staat prozentuale Beteiligung an verschiedenen Steuern erhält, wenn es sich nicht um Gebiete handelt, die bereits vom Staat mit Beschlag belegt sind. Außerdem kann Katalonien aber auch Schuldverschreibungen herausgeben. Die Aufnahme ausländ ischer Kredite ist von der Genehmigung der Staatsregierung abhängig. Die Finanzlage wird alle fünf 3ahre vom Staat überprüft, der sich auch sonst eine Reihe von 3n- spektionsmöglichkeiten gesichert hat. Das Statut kann abgeändert werden auf Grund eines katalanischen Referendums oder auf Wunsch der spanischen Regierung in Verbindung mit einem Viertel der Stimmen der spanischen Rationalversammlung. Zur Gesetzwerdung der Reformvorschläge dagegen ist in beiden Fällen die Zweidrittelmehrheit der letzteren erforderlich. — 3m 3nteresse Spaniens ist zu hoffen, daß dieses den Katalanen gebrachte Opfer nicht vergeblich fein möge! düsteren Hintergründe ferner Welthistorie, inmitten des Freiheitskampfes der Niederländer wider die mächtige Herrschaft der Spanier erhebt sich meteorgleich die strahlend ansteigende und düster ab- brechende Schicksalslinie des Grafen Egmont. Und es stört uns an diesem Helden so wenig wie bei der Prinzessin Eboli im „Don Carlos" das Bewußtsein, daß die historischen Urbilder beider Gestalten mit ihrer dichterischen Verklärung nicht in Einklang zu bringen sind. Wir wissen, daß die wahre Eboli ^häßlich, daß der wahre Egmont, worauf schon Schiller in der berühmt gewordenen ersten Rezension des Trauerspieles hingewiesen hatte, ein verheirateter Mann war, der elf eheliche Kinder hinterließ, als er am 5. Juni 1568 zusammen mit dem Grafen Horn aus dem Marktplatz zu Brüssel hingerichtet wurde. ♦ Für uns behält die umbildende Stilisierung Goethes schon um deswillen ihre Gültigkeit, weil mit ihr das Bild eines der klassischen Liebespaare unserer Dichtung unlösbar verbunden ist: uns ist Egmont ohne Klärchen undenkbar: beide Namen sind uns längst zu einem Doppelbegriff geworden wie Romeo und Julia, wie Margarete und Faust. Wenn aber Egmont im Gegensatz zu andern Heldengestalten ein überwiegend passiver und gleichsam lyrischer Held ist, so wächst seine Geliebte überraschend aus der bürgerlichen Nachbarschaft Gretchens und des Kätchens von Heilbronn in die heroischen Bezirke der Johanna von Orleans hinein. « Und zu dem eben angedeuteten Bilde des Helden paßt sowohl der ganz illusionistische und melodramatische Ausklang des Trauerspiels, jener ebenfalls von Schiller getadelte „Saltomortale in eine Opern- weit" ... als auch der Begriff des Dämonischen, wie er im „Egmont" feine Gestaltung gefunden hat. Der Graf ist seinem Schicksal anheimgegeben und verfallen nicht anders als Wallenstein oder Cäsar: er vertraut seinem Stern bedingungslos in der Schicksalsminute, da das Gestirn, schon oerdunkell und verblaßt, hoffnungslos und verhängnisvoll zu sinken beginnt. • Und wie Beethovens Musik zu dem Goetheschen Drama die unsterbliche Verklärung zärtlich geliebter unb im Geiste verbundener Schwesterkunst bleiben wird, so werden im Sinne der angedeuteten Schicksalsidee allezeit Eamonts klassische Worte den Orgelpunkt bilden in der Melodieführung des Trauerspiels: „Kind! Kind! Nicht weiter! Wie von unsichtbaren Gefftern gepeitscht gehen die Sonnenpferbe der Zeit mit unsers Schicksals leichtem Wagen durch; und uns bleibt nichts, als mutig gefaßt die Zügel festzuhalten unb bald rechts, bald links, vom Steine hier, vom Sturze da, die Räder wegzulenken. Wohin es geht, wer weiß es? Erinnert er sich doch kaum, woher er kam." — * Die Aufführung, vom Intendanten Dr. P rasch persönlich vorbereitet und in Szene gesetzt, erwies sich als ein würdiger und repräsentativer Austakt zur neuen Arbeit. Die dramaturgische Behandluna war geschickt: gestrichen hatte man, wie es vielfach geschieht, die Szenen der Regentin und des Mac» chiaoell; herausgearbeitet die sich überschneidenden Komponenten des Trauerspiels: von den Dolks- szenen sich abhebend und von ihnen getragen das Bild des Helden; ihm gegenüber in scharfem und wirksamem Kontrast die spanische Gegenaktion (Alba). * Der Schauplatz ist Brüssel: in gehaltenen Farben und klarer Raumanordnung oom Bühnenbildner Löffler und vom Beleuchter Keim aufgebaut unb gegliedert, so daß jegliche Spieigruope ihren angemessenen Rahmen fand. Darstellerisch schienen uns die Szenen in Klärchens Haus, dann vor allem jene, vom klirrenden Marschrhythmus der fpanffchen Söldner gespenstisch verscheuchte, nächtliche Zusammenkunft der verängstigten Bürger ... und das erfreulich unpathetisch und ohne opernhafte Aus- schmückung wiedergegebene Kerkerbild besonders glücklich gelungen. * Die Beethovensche Bühnenmusik intonierte, durch- wirkte, begleitete das Spiel und ließ es in den triumphierend wiederaufgenommenen, stürmischen Schlußtakten der Ouvertüre symbolisch ausklingen. Unioersitätsmusikdirektor Dr. Temesvary hatte bie~ musikalische Leitung; er faßte die tüchtigen Kräfte des Orchesteroereins zu einem ge- schlosienen und oolltönigen Klangkörper zusammen und interpretierte feinsinnig und schmiegsam, stets auf gerechtes Zusammenwirken mit dem szenischen Ablauf bedacht, die wahrhaft strahlende Partitur. ♦ „Den Egmont gab Herr Hauer: nobel, groß- zügig und dabei so männlich, wie man ihn sich nur oenten kann und der Charakter der Rolle das gestattet; als Liebhaber unb Mann des Volkes, als Diplomat und als Offizier das Porträt eines Niederländers und Freiheitshelden, das der Phantasie leichter eingeht, als jenes in den Quellen festgelegte Bild des historischen Grafen. — Als Klärchen fah man neben ihm Fräulein Doering; sie entwickelte ihre Rolle folgerichtig etwa auf der mittleren Linie zwischen dem Gretchen und der Ieanne d'Arc: sie war eine zärtlich-heitere Liebhaberin, mehr freuld- ooll als leidvoll, und wuchs mit guter Steigerung in die halb schmerzliche, halb kriegerisch aufbegeh- renbe Stimmung der letzten Szenen hinein. * 3n größeren unb kleineren Aufgaben stellten sich einige neuengagierte Mitglieder des Ensembles vor. Rainer (Eggemann als Brackenburg: eine schlanke, bühnengerechte Erscheinung von angenehmer, klarer Stimme; er verstand der nicht Übermäßig dankbaren Rolle persönlichen Umriß zu geben. — Alfred Fier« ment (Buyck) führte sich mit der anschaulich gesteigerten Soldatenerzählung von der Gravelinger Schlacht vorteilhaft ein. — Kurt Hamel, frisch, blond und jugendlich, gab den Ferdinand; Wilhelm Di et en mit ruhiger Zurückhaltung Egmonts Sekretär: man kann nach diesen kurzen Proben freilich nicht über Umfang unb Eigenart ihrer darstellerischen Möglichkeiten urteilen. * Herr Kühne erschien als Herzog Alba, schon äußerlich wirksam als wichtigster Gegenspieler Egmonts gekennzeichnet: dem düsteren und kalten Prunk seiner spanischen Tracht entsprach die Auffassung in Haltung und Spiel, wobei statt des brutalen Gewaltmenschen im Herzog seine hinterhältige Diplomatie und bedenkenlose Verschlagenheit geschickt betont wurde. Ms Oranien an Egmonts Seite stand Herr Hey- Le,L' .^."dn^Llich mahnend und warnend, in feiner hellsichtigen Bedachffamkeit das rechte Gegenbild zu der sorglosen Heiterkeit unb Gutgläubigkeit öt» Freunbes. 21us der Bürgergruppe sei mit besonderer Anerkennung Hubs Schreiber Bansen hervorgehoben, eine überaus bewegliche, volkstümlich-phantastisch« i^igur; daneben Bruck, recht witzig als Schneiber Setter; und Dolck, als Soest, wie aus einem Bilde von Rembrandt. e Die Premiere fand verdientermaßen starken Beifall. Intendant und Dirigent mußten sich mit den Hauptdarstellern zeigen. hth. dod)fd>u1noAricbfea -Der außerordentliche Professor Dr. HanS Runge an der ilniberfität Kiel erhielt einen Ruf auf den Lehrstuhl der Geburtshilfe und Gynäkologie an der Uniberfitäi Greifswald. Aus der Provinzialhauptstadt Buntes Allerlei gerade so, als ob ein Strafbefehlsverfahren nicht stottgcfunden hätte. Bei einer Nichtzurücknahme des Einspruchs wäre allerdings die Möglichkeit einer Freisprechung oder Herabsetzung der Strafe, aber auch diejenige einer Heraufsetzung und einer Behandlung des Strafbefehls durch die Staatsanwaltschaft von einem strengeren Gesichtspunkt aus gegeben gewesen. So aber wurden die sämtlichen Strafbefehle rechtskräftig. Der eine Ausnahmefall, in dem unter Anwendung des hydraulischen Belastungsmessers ein Liebergewicht von 3350 Kilogramm festgestellt wurde, war milde zu beurteilen insosern, als dem angeklagten Unter» nehmer von dem Hersteller des Wagens eine unrichtige Bescheinigung hinsichtlich ) einet Tragfähigkeit ausgestellt worden war, er also im guten Glauben handelte. Der Richter ist an die Belastungsangaben in der Zulassungsbescheinigung gebunden. Die im Strafbefehl festgesetzte Strafe wurde auf 10 Mk. reduziert. Warum kräht -er Hahn? Der Hahn, der nach dem Wort in Shakespeares „Hamlet" „zur Trompete dient dem Morgen", ist seit unvordenklichen Zeiten als Wecker und Uhr benutzt worden. Aber mit den wissenschaftlichen Beweggründen, aus denen der Herr des Hühnerhofes seinen Ruf erschallen läßt, hat man sich erst in neuester Zeit beschäftigt. Ein russischer Gelehrter, D. S i n i t s i n, der seine Beobachtungen zu Minsk in Rußland ausführte, hat darüber eine Arbeit veröffentlicht, über die in der Pariser Akademie der Wissenschaft berichtet wurde. Sinitsin hatte einen Hahn in seinem Arbeitszimmer untergebracht und stellte nun fest, das) das Tier regelmäßig in der Zeit zwischen 23 Uhr und 5 Uhr von Stunde zu Stunde krähte; zwischen dem Hahnenschrei und dem Stundenschlag befand sich höchstens ein Spielraum von 10 Minuten. Vor 11 Uhr war der Hahn stumm, und nach 5 Uhr morgens krähte er nur noch unregelmäßig. Die Regelmäßigkeit der nächtlichen Stundenrufe war bei längerer Beobachtung sehr bemerkenswert. Es scheint, daß der Hahnenschrei weder durch Veränderungen des Luftdrucks noch durch Musik noch durch Licht oder durch Gespräche, die in seiner Gegenwart geführt wurden, irgendwie beeinflußt war. Das Krähen war um 2 Uhr und um 4 U^ morgen« am stärksten und Wurde von einem Flugel- f oblagen begleitet. Sinitsin ist über die Frage, Warum der Hahn kräht, zu keinem klaren Ergebnis gelangt. Er glaubt, daß die Umdrehung der Erde oder irgendwelche noch unbekannten Strahlungen dabei eine entscheidende Rolle spielen müssen. Er spricht die Vermutung aus, daß die Zeiteinteilung in zweimal 12 Stunden, die von der Menschheit angenommen worden ist, in Zeiten, da eine genaue Zeitmessung während der Rächt noch nicht möglich war, veranlaßt Rundfunkprogramm Samstag, 8. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Konzert auf Schallplatten. 13.30 bis 14.30: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Rachmittagskonzert. 18.25: „Arbeiterbewegung in Frankreich", Vortrag von Johannes Sassenbach. 18.50: „Die praktische Ausbildung von Luftschuhanlagen", Vortrag von Dipl.-Jng. K. Lautmann, Koblenz. 19.30: Karlsruhe: Lieder aus der späten Romantik. 20: Schwenningen: Bunter Abend. 22.45 bis 24: Von Budapest: Zigeunermusik. SebuMaMeiem... SMchränke... Geselligkeit Unpolitischer Brief aus der Reichshauptstadt. Vielleicht hebt sie die Geldschränke, die nichts mehr hinter ihren Geheimschlössern zu verbergen haben, auf, bis bessere Zeiten kommen. Vielleicht aber vermacht sie sie auch einem M u s c u m , damit pätere Generationen die Freude haben zu sehen, »aß einmal die Menschheit so viel G e l d besaß, daß sie in ihren Taschen keinen Platz dafür fand und es in diesen eisernen Ungetümen verbergen mußte. Und staunend, wie vor den Fossilien aus dem Ne- andertal, wird die Nachwelt vor diesen elf verwaisten Berliner' Geldschränken stehen ... Geselligkeit als Geschäft. Mit der F-lucht aus der großen in die kleine Wohnung, die in Berlin besonders wild eingesetzt hat, werden natürlich auch der.Gastlichkeit Schranken auferlegt. Andererseits hat man doch so viel Sehnsucht nach Berührung mit anderen Menschen. Auch ist in der Großstadt das Problem „Möbliertes Zimmer" brennender als anderswo, und so entsteht etwas, was man mit „Budenangst" bezeichnen könnte, und läßt die Menschen einander suchen in Eases, in Kinos, in Wirtshäusern. Warum soll man nicht aus dieser Erfahrung ein Geschäft machen ... in allen Ehren natürlich? Als Antwort auf diese Frage entsteht der „Klub für moderne Geselligkeit". Wir wollen doch da mal hereinsehen. Wie an der Schwelle aller irdischen Genüsse steht auch hier: das Zahlen. Der Beitrag kostet fünf Mark, einmalige Einschreibegebühr nochmal zwei Mark — ■*-: man maß sich seine Zweisamkeit etwas kosten lassen! Dafür wird man nun aber auch von der Frau Direktor empfangen, die uns lieblich lächelnd in einen Raum geleitet, der^aussieht wie ein Mittelding zwischen einer gut eingerichteten Privatwohnung und einem kleinen Rendezvous- Eafe. . Entschieden mehr Damen als Herren scheinen hier die „vornehme Geselligkeit" pflegen zu wollen. Immerhin haben sich bereits ein paar Pärchen gefunden, die flüsternd die ersten Dorpostengeplänkel miteinander führen. — Ein schlankes, rotblondes Mädchen, das bestimmt jünger aussieht, als es ist, und ein netter junger Mann stecken noch tief in der Literatur drin. Ich höre sie von Rilke zu Stefan Zweig, von Storm zu Wallace gewandt das Gespräch lenken, und wenn eine kleine Pause eintritt, dann Jagt einer von ihnen: „Haben Sie das gelesen?" — und schon ist das Schiffchen wieder flott. In einer anderen Ecke scheint man sich bereits seelisch nähergetreten zu sein. „Sie" ist füllig und in der reiferen Jugend, und „Er" das, was man wohl „gesetzt" nennt. Brocken des Gesprächs fliegen zu uns herüber ... tatsächlich, sie sind schon bei der Wohnungseinrichtung. „Betten nimmt man ja jetzt weniger, da hat man ja meist diese moderne Couch ..." meint sie sachverständig ... Die beiden können wir ruhig sich selbst überlassen, das wird schon ein gutes Ende nehmen. Wir haben genug gesehen von diesem harmlosen und freunMkfjen Gesellschaftsspiel und treten ins Freie. — Draußen und an uns vorbei fährt in schnellem Tempo ein Motorrad mit einem Jungen auf dem Führersitz und einem Mädel mit fliegendem, kurzem Haar auf dem Rotsitz. Es ist Samstagnachmittag, und wer kann, fährt zu den .Märkischen Seen" weit fort von der Großstadt. — Ob das nicht doch besser und bezeichnender ist für Berlin als alle „Klubs I für vornehme Geselligkeit"? Bornotizcn. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute, pünktlich 19.30 Uhr erste Wiederholung des Trauerspiels „(Sgmonf von Goethe in der Besetzung der Eröffnungsvorstellung. Spielleitung unb Bearbeitung Intendant Dr. P r a s ch , musikalische Leitung Llniversitäts- musikdirettor Dr. Temesvary. Erste Vorstellung im Mittwoch-Abonnement. Gewöhnliche Preise. Ende gegen 22.30 Uhr. — Als erste Vorstellung im Freitag-Abonnement Erstausführung des Schauspiels „Der 18. Oktober" von Walter Erich Schäfer; Spielleitung Peter F a s s o 11. Ein Schauspiel, das durch seine Gekonntheit und unpathetische Behandlung des Konfliktes, der sich schicksalsmäßig als tragischer Einzelfall auf dem Hintergrund einer Zeitwende löst, volkstümlich im guten Sinne geworden ist. * ** VerwaltungssonderzugHerbor n— Gießen — Heidelberg. sßom Bahnhof Gießen wird uns geschrieb' i: Am Sonntag, 9. Oktober, verkehrt ein Verwaltungssonderzug von Herborn über Wetzlar—Gießen—Frankfurt nach Heidelberg. Herborn ab 6.30 Uhr, Wetzlar 7.12, Gießen 7.36, Heidel- berg an 10.03. Rückfahrt Heidelberg ab 17.37, Gießen an 20.24, Wetzlar 20.45, Herborn an 21.29 Uhr. Der Fahrpreis ab Gießen betragt für Hin- und Rückfahrt 5 RM., für Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren die Hälfte. , ri ** Eine amtliche Verkaufsstelle für Postwertzeichen ist 'M Zigarrenhaus W. S t e p h a n in Gießen, Bahnhofstraße 24, eingerichtet worden. Gleichzeitig ist die Markenoerkaufsstelle bei Frl. Frieda 9 oft, Bahnhofstraße 33, aufgehoben worden. ** Provinzialausschuß-Sitzung. Am Samstag, 8.30 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit folgender Tagesordnung: 1. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes des Kreises Meiningen gegen den Landesfürforgeverdand Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Alsfeld, auf Erstattung von Fürforgeaufwendungen für Ernst Liefecke aus Pessin. 2. Klage des Bezirksfürsorgeverbandes Stadtkreis Frankfurt a. M. gegen den Landesfürsorgeverband Hessen, vertreten durch den Bezirksfürsorgeverband des Kreises Büdingen, auf Ersatz von Unterstützungskosten für Anna Bömer und Deren Kind Amalie Anna Bömer. 3. Bürgermeisterwahl in Harbach; hier: Berufungen des Kreisdirektors des Kreises Gießen sowie des Bürgermeisters Schomder in Harbach gegen das Urteil des Kreisausschusses des Kreises Gießen vom 23.April 1932 **" Die Hauskollekte der Anstalt für Epileptische in Rieder-R am- stadt. Manschreibtuns: In den nächsten Wochen läßt die Anstalt für Epileptische (Fallsüchtige) in Rieder-Ramstadt die ministeriell genehmigte Hauskollekte in der Stadt und im Kreis Gießen durch ihren Kollektanten erheben. Da es sich um ein Liebeswerk an den armen, höchst bedauernswerten Fallsüchtigen handelt, werden unsre Leser gebeten, den Kollektanten nicht leer von der Tür gehen zu lassen. Gebe jeder, was er kann. Jede, auch die kleinste Gabe ist willkommen. Zur Zeit werden 356, zum Teil sehr schwer kranke Fallsüchtige in der Anstalt betreut. Der Kollektant ist mit Ausweis und Kollektenbuch versehen. Landsturm tag in Gießen. Aus An- laß des Grenadiertages versammelten sich am Sonntag in unserer Stadt die Angehörigen des ehemaligen Landsturm-BataiUons XVIII, 9 zu einer Wiedersehensfeier. Aus allen Teilen Hessens waren die alten Kameraden in großer Zahl gekommen. Am Sonntagvormittag begaben sich die Teilnehmer zum Ehrensriedhof auf dem Reuen Friedhof zur gemeinsamen Gedächtnisfeier für die im Weltkrieg gefallenen und nach dem Kriege verstorbenen Kameraden. Die Gedächtnisrede hielt Kamerad Lehrer W e h r h e i m (Gießen). Anschließend legte der ehemalige Kampanieführer die 4. Kompanie, Dr. Topelmann (Gießen), einen Kranz nieder. Der Sonntagnachmittag brachte die eigentliche Wiedersehensfeier im Saale des Cafä Leib. Die Begrüßungsrede hielt Dr. Töpelmann. Er verlas dabei viele Briefe von Kameraden, die leider am Erscheinen verhindert waren. Dann würdigte er die Verdienste unseres Reichspräsidenten von Hindenburg und brachte ein Hoch auf Hindenburg und unser Vaterland aus, in das d«e Kameraden begeistert einstimmten. Kamerad Heinrich Lotz (Lich) sprach in humorvoller Weise über Erlebnisse im einstigen Landsturm-Bataillon und regte eine Zusammenkunft für das Jahr 1933 an. Karl Weitz i g (Gießen) brachte mit seinen heiteren Vor- trägen rechte Stimmung unter die Teilnehmer. Mit alben Militärmärschen und sonstigen Vorträgen einer guten Musikkapelle wurde die Feier umrahmt. Erst in später Nachtstunde sand die schön verlausen« Wiedersehensfeier ihr Ende. Große Strafkammer Gießen. • Gießen, 4. Okt. Die beiden heutigen Verhandlungen fanden unter Ausschluß der Öffentlichkeit statt. Die Urteile wurden öffentlich verkündet. . , , Ein wegen Sittlichkeitsverbrechen mehrfach vorbestrafter Schlosser von hier hat sich beim Baden an der Lahn an einem Kind vergangen. Er leugnete, wurde aber durch die sich ergänzenden Aussagen der Zeugen, Erwachsener und Kinder, überführt. Die Strafe lautete aufzwerJahre drei Monate Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. Der Haftbefehl wurde aufrechterhalten. Frei gesprochen wurde ein Händler aus Büdingen, der wegen Blutschande, verübt mit seiner Stieftochter, vom Schöffengericht zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt worden war. Die Verhandlung ergab wesentliche Bedenken gegen die Glaubwürdigkeit der Zeugin, die trotz ihres Zeugnisverweigerungsrechts den Angeklagten belastete, nachdem sie angeblich jal)re» lang geschwiegen hatte. Von ihrem letzten Dienstherrn wurde ihr ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: sie sei diebisch und verlogen. Es besteht die Möglichkeit, bafr sie sich durch ihre Aussage an ihrem Stiefvater rächen wollte, oder daß sie von dritter Seite ausgehetzt worden ist. Das erste Urteil wurde aufgehoben. wurde durch das regelmäßige Krähen des Hahnes in bestimmten Zeitabständen, und er läßt ein Zukunftsbild vor uns auffteigen, das die Züchtung einer Rasse von Hähnen voraussieht, die in ganz regelmäßiger Weise die Stunden an- zeigen. Jedenfalls steckt trotz dieser Bemühungen die Erforschung des Hahnenschreies noch in den Anfängen. Wer hat -en Radiergummi erfunden? Radiermefser und Radierpulver waren in alten Zeiten die Mittel, wenn man etwas Geschriebenes ober Gezeichnetes wieder entfernen wollte. Dazu kommt die Brotkrume, die Cennini um 1400 in feinem Malerbuch für das Auswischen von Dlei- stiftstrichen empfahl. Die Verwendung des Radiergummis ist, wie in der Frankfurter Wochenschrift „Die Umschau" mitgeteilt wird, erst anderthalb Jahrhunderte alt. Zuerst machte der englische Naturforscher Joseph Priestley im Jahre 1770 öffentlich auf diese Eigenschaft des Kautschuks aufmerksam. Er hatte sie bei dem Instrumentenmacher Edward Nairne beobachtet, der bereits seit einigen Jahren Kautschukwürfel zum Radieren verkaufte. In den Schriften der Pariser Akademie der Wissenschaften wird 1772 ein Hinweis auf den Radiergummi mitgeteilt, der von dem Portugiesen Joao Hyazinthe Magelhaens, einem Urenkel des berühmtenSeefahrers, stammte. Es ist aber nicht gerechtfertigt, wenn er im Jahre 1918 als „Erfinder des Radiergummi" zu Oporto ein Denkmal erhalten hat, denn Magelhaens lebte damals in England und stand mit Priestley in Briefwechsel, der ihn darauf hingewiesen hat. In Paris tauchten 1775 zuerst Radiergummis auf, die wegen ihrer schwarzen Farbe „peau de negre", Negerhaut, genannt wurden. Sie waren aber noch recht teuer, denn bei einer Seitenlänge von kaum mehr als 12 Millimeter kostete ein Stück Gummi 4 Franken. Amtsgericht Gießen. Nach vorausgegangenem Wortwechsel wurde ein hiesiger Einwohner in seiner Erregung gegen eine Frau, die bei ihm zur Miete wohnte, tätlich. Er trat nach ihr, packte sie am Kopfe und schlug sie mit der Faust. Dieses rohe Verhalten, namentlich einer Frau gegenüber, trug ihm wegen Körperverletzung eine Geldstrafe von 40 Mark ein. Außerdem hat er der Verletzten, die eine Zeit lang infolge ihrer nicht unerheblichen Verletzungen ihrem Berufe nicht nachgehen konnte, eine Buße von 20 Mk. zu zahlen. Am 14. Juli raste ein mit zwei Pferden bespanntes Fuhrwerk ohne Führer durch die Bahnhofstraße und setzte die Passanten m Schrecken. Einem beherzten Manne gelang es, an dem Lichtspielhaus die Pferde zum Stehen zu bringen. Der Führer des Fuhrwerks hatte auf der Straße gehalten und sich auf ganz kurze Zeit in ein Haus begeben, es aber unterlassen, die Pferde vorschriftsmäßig auszusträngen. Infolge eines Propagandaumzugs scheuten diese und gingen durch. Wegen ilebertretung der allgemeinen Straßenverkehrsordnung erhielt der unvorsichtige Wagenführer, dem Milderungsgründe zur Seite standen, eine geringfügige Geldstrafe. Weiter stand eine ganze Reihe von Einsprüchen gegen Strafbefehle wegen kleinerer Vergehen und Uebertretungen zur Verhandlung, namentlich solcher gegen die Polizeiverordnung über den Verkehr mit Kraftfahrzeugen vom 10. Mai 1932, die von den Folgen einer vorschriftswidrigen Be- laftung von Lastkraftwagen handelt. Sämtliche Einsprüche, mit einer Ausnahme, wurden nach Belehrung durch den Richter zuruckgenommen, und zwar noch vor Eintritt in die Verhandlung. Eine nachherige Zurücknahme wäre wirkungslos gewesen, und es hätte verhandelt werden müssen, Das prominententrio. Was in Berlin so im Lause des Tages an die Tür kommt — Darüber könnte, wer es könnte, einen dicken Roman schreiben. Andauernd klingelt es. Sechs Personen zwischen sechzehn und sechzig, die um Geld ober Essen bitten, Leute, Die Zitronen, Bürsten, Eier und elektrische Geräte verkaufen wollen, StuDenten, Die mit irgenDeinem Artikel handeln, um sich Das Geld für ihr Studium zusammenzu- verbienen. Es ist ein Heer, und man braucht nicht besonders rohen ober kalten Herzens zu sein, wenn man langsam gegen bie fast immer gleichbleibende Leibes- melodie, bie ba Durch bie Türritze gemurmelt wirb, ein wenig abgestumpft wirb. Kein Wunder also, baß sich einige Phantasiebegabte unter biesen durch bie Not zu Bettlern Geworbenen kleine Tricks aus« gebucht haben, um Die Aufmerksamkeit unb bas Mit- leib berer hinter ber Türspalte zu erregen unb hervorzustechen aus ber großen grauen Masse ihrer Kollegen. Da ist zum Beispiel bas P r o m i n e n t e n t r i o. Die Geburtstage von bekannten ober berühmten Leuten aller Art zu erfahren, ist nicht gerade schwer. Jedes Nachschlagewerk verrät sie. Unb eine Kartothek biefer Tage anzulegen, ist auch nicht schwierig. Drei abgebaute Kinomusiker tarnen auf diese Jbee. Unb nun ziehen sie, jeben Tag, vor bas Haus der verschiedensten prominenten Geburtstög- ler unb spielen: bem Politiker seine Parteihymne, bem Filmstar seinen letzten Erfolgsschlager, dem Wissenschaftler ein auf ihn umgedichtetes Stubentenlieb, dem Komponisten ober Librettisten ein Potpourri seiner Werke. Was sie ber Sportkanone aufspielen, habe ich nicht erfahren können, wahrscheinlich aber die Nationalhymne des Landes, in dem er seinen letzten Rekord hatte ... Welchem Prominenten wird ba nicht, so zwischen Geburtstagskuchen und gratulierenden Freunden, ein bißchen weich ums Herz? Kommen diese rührenden Leute unb spielen ihm sein Lied auf! Und weil die Eitelkeit den Menschen geläufiger ist als die Barmherzigkeit, so machen die drei Kmomusiker bessere Geschäfte als die, die nur ihr Elendssprüchlein durch Die Türritze murmeln. Herrenlose Geldschränke. Das Geld liegt auf der Straße, wird man sagen, wenn man von solchen Methoden des Geldverdienens hört. Ich glaube es kaum, und wenn, dann ist es ein bitteres Brot. Was aber vor ein paar Tagen wirklich auf der Straße lag oder besser stand, das war nicht das Geld, wohl aber ein Geldschrank. Ober vielmehr: elf Gelbschränke stauben in Berlin eines frühen Morgens auf bem Bürgersteig an verschiedenen Ecken ber Stabt. Wie sie bahin tarnen, weiß man nicht genau. Man nimmt aber an, baß nicht unweit davon mal wieder ein Unternehmen sich in Schwierigkeiten befunden habe, unb daß die Möbelträger, die die Bureaus ausräumten, wahrscheinlich zu hohe Sätze für den Gelbschrank verlangten; benn ein solcher ist entsetzlich schwer auch wenn nicht das Geringste darin ist. Und da wird sich so eine Firma wahrschein, lich gesagt haben, daß sie die Reste ber Konkursmasse nicht unbebingt in einen Geldschrank sperren müsse, ja daß der Besitz eines solchen sich bis auf weiteres wohl gar nicht lohne. Man ließ ihn auf der Straße, dem Schutze des Publikums empfohlen. Aber bas Publikum machte nur faule Witze über dieses altmodische Möbel, und so war die Stadt Berlin gezwungen, ihn auf eigene Kosten abtransportieren zu lassen. Gießen, den 5. Oktober 1932. Helft alle mit! Don Dr. Dohr nger, Generalsekretär der Liga der freien Wohlfahrtspflege. Der Aufruf zur neuen Winterhilfe der freien Wohlfahrtspflege ist ergangen. Reichspräsident und Reichsregierung haben sich zu ihm mit einem mahnenden Geleitwort an alle, die helfen können, bekannt. Städte und Gemeinden haben sich bereiterklärt, mithelsen zu wollen. Tausende von ehrenamtlichen Mitarbeitern wollen wiederum Zeit und Kraft für den Erfolg des allgemeinen, bitter notwendigen Hilfswerkes einsehen. Die Organisation des Hilfswerkes wird in allen Teilen des Reiches nach den bewährten Erfahrungen der letzten Winterhilfe durchgeführt. Mögen dieSpenderjetztkvmmenl Alles wird so eingerichtet, daß jeder Groschen, jedes Kleidungsstück und jeder Zentner Kartoffeln und Kohlen unmittelbar und zur rechten Zeit an den wirklich Hilfsbedürftigen gelangt. . Wir wissen, daß es diesmal eines gesteigerten Optimismus bedarf, um einen Sammlungsertrag zu erhoffen, der auch nur die allerdringendste Rot lindem kann. Denn die Rot drängt sich heute vielfach auch in die Kreise ein, die im vorigen Jahre noch geben konnten. Was im Vorjahr an Kleidung und Wäsche entbehrlich war, ist weg- gegeben, und gerade an Kleidung und Wäsche fehlt es. Aber die Opferbereitschaft des deutschen Volkes, die im vorigen Jahre 100 Millionen Reichsmark in Geld und Sachwerten als Winterhilfe für die verzweifelten Volksgenossen darbrachte, gibt uns die Hoffnung, daß der deutsche Hilfswille ungebrochen ist. Gewiß war ber Betrag dessen, was Reich, Länder unb Gemeinben, also die öffentliche Wohlfahrtspflege, an Unterstützungen ausgezahlt haben, unvergleichlich höher als der Ertrag des Sammelwerkes aus privaten Spenden. Aber es kommt bei jeder Hilfeleistung nicht bloß darauf an, daß gegeben wird, sondern wo, wie und wann die Hilfe einfetzt. Mit den freiwilligen Spenden, die in vielen Fällen unter eigener Entbehrung gegeben wurden, sind so viel innere Werte verbunden, daß ihre zugleich materielle und ideelle Hilfe für Hunderttaufende das wurde, was sie brauchten, um im Kampfe mit der Not nicht zu erliegen. Die ersten Zeichen für die neue Winterhilfe sind günstig. Die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft, die mit der Gewährung der Frachtfreiheit für Liebes- gaben zur Winterhilfe im letzten Jahre Die Grundlage für das Gelingen des ganzen Hilfswerkes geschaffen hat, hat auch für die neue Winterhilfe die Frachtfreiheit für solche Liebesgaben zugesagt. Auch Reichswehr und Schupo werden sich mit chren technischen Einrichtungen wieder zur Verfügung stellen. Von den ehrenamtlichen Kräften, die als selbstverständliche Pflicht die mühevolle Arbeit der Sammlung Ordnung und Verteilung der Spenden weiter auf sich nehmen wollen, habe ich schon gesprochen. Ihre Mitarbeit wird es ermöglichen, auch die Unkosten Der neuen Winterhilfe auf ein Minimum herabzusenken. , . Nicht bürokratische Methoden, sondern un- verzüglich wirksame praktische Erfahrungen werden Sammlung und Verteilung regeln, mit dem Ziele rechtzeitiger Hilfe, wo sie nottut. Alle Spenden bleiben grundsätzlich in dem sammelnden Bezirk und werden in ihm verteilt. „Wir wollen helfen!" ist das Losungswort auch der kommenden Winterhilfe. Die Sammlung hat auf dem Lande wegen der günstigen DrÄngunge t durch die Ern e breit '; k.ästig eingesetzt. Aber' auch in der Stadt muh zeitig gesammelt werden, um möglichst bald eine Heber» sicht über die Erträgnisse zu gewinnen. Nur rechtzeitiges Sammeln gibt der Winterhilfe die Möglichkeit, auch rechtzeitig und am rechten Ort zu polfen. Planloses Helsen führt zu Unwirt- schaftlichkeit und zu Verstimmungen. Wer helfen will, möge deshalb mit seiner Spende nicht zurückhalten. Auch hier gilt: Wer zeitig gibt, gibt doppelt! _ Q Heber der Not kann die Einheit einem Volkes zerbrechen. Die Not kann aber ebenso ein unlösliches Baud um ein Volk schmieden. Welche Wirkung die kommende Wintemot auf unser Volk haben wird, ist in die Hand unseres Volkes gelegt. Jeder, der jetzt noch selbstsüchtig an sich selbst denkt, ist ein Zerstörer der Einheit, 2eder, der im rechten Geist hilft, baut mit an der Einheit und Zukunft unseres Volkes. Darum: „Wir wollen helfen!" Laten für Mittwoch, 5 Oktober. 1609: der Dichter Paul Fleming in Hartenstein (Sachsen) geboren; — 1813: Eleonore Prochaska Heldin Des Befreiungskrieges, in Dannenberg gestorben; — 1857: Der Schriftsteller Fedor von Zabeltitz in Spiegelberg geboren; — 1862: Der Kolonialpolitiker Wilh. Solf in Berlin geboren; — 1880: der Komponist Jaques Offenbach in Paris gestorben. 9J.-fpori Die Mittelrheinische Wirtschaft für das Wirischastsprogramm Papens in g2gn«r VfB. mit 6:0 Toren. gerecht. Drei den Grün-Weißen zugesprochene Elfmeter konnten nicht verwandelt werdenI (Ritter fehlte.) Loden der Privatwirtschaft sie die einzige Möglichkeit zur Ge- Das Spiel brachte eine mehr als ungleiche Orange-Club Berlin. Parti«, zumal die Gäste nicht nur technisch, son- | gcn dessen Bombenschüsse jedesmal knapp über das Tor. Ein feines Zusammenwirken von Heilmann und Lippert führte durch Letzteren zum Führungstreffer. Darm markierte Heilmann durch prächtigen Kopfball Rümmer 2. Eine Flanke Arnolds fand Heilmann auf dem Posten, der auf 3:0 erhöhte. 3m Gefühl des sicheren Sieges wurde nun das Spiel von den Hiesigen auf die leichte Schulter genommen Bottenhorn unternahm einige flinke Angriffe und holte bis zur Pause ein Tor auf. Rach dem Seitenwechsel kämpfte 1900 gegen den Wind, jedoch konnten die Gäste diesen Vorteil nicht wahrnehmen, da die Zusammenarbeit Sn deren Reihen viel zu wünschen übrig läßt. Die bessere Ballbehandlung und das exaktere Zuspiel der Gießener brachte auch jetzt das Eästetor des öfteren in Gefahr. Arnold erhöhte bald auf 4:1, dann hob H?i'mann einen Eckball Bests hoch ins Tor (5:1). Vorübergehende Schwäche in 1900s Läuferreihe und Verteidigung lieh Bot- ter.horn einen zweiten Gegentreffer erzielen. Fast ■mit dem Schlußpfiff stellte Arnold auf Flanke von links durch einen sechsten Erfolg das End- , rcsultat mit 6:2 her. Das Spiel stand unter der einwandfreien Leitung von Schiedsrichter Dau- ser-Wetzlar. Die Gäste hinterließen, wohl ent- Hern auch körperlich weitaus stärker war em Cs waren zumeist Spieler der 2. Mannschaft. Die VfB^r hatten kaum etwas zu bestellen, das Spiel konnte nicht begeistern. iUeber den Reingewinn wurde den Vorschlägen von Vorstand und Aufsichtsrat entsprechend verfügt. Die Anstellungsverhältnisse des Rechners und des Kontrolleurs wurden geregelt. Rach der Reichsnotverordnung vom 21. Dezember 1931 und der hessischen Ausführungsverordnung müssen die Satzungen der Sparkassen in vielen Punkten geändert werden. Das Ministerium hat Mustersatzun- gen herausgegeben, die in der Versammlung besprochen wurden. Der Aufsichtsrat ist in seiner Bedeutung und Stellung gehoben worden, ein Drittel seiner Mitglieder wird in Zukunft vom Kreisamt ernannt. Die «Versammlung nahm die Wahl der von ihr zu wählenden sechs Mitglieder vor, die seitherigen Mitglieder wurden wiedergewählt. 3n der weiteren Aussprache wurde beklagt, daß bei der neuen Senkung der Zinsen nur die Landwirtschaft berücksichtigt worden sei, nicht auch das Gewerbe, das auch sehr unter den schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen leide. Iustizrat Dr. Reh und Direktor Seipp gaben nähere Auskunft und baten die Gemeindevertreter, unter der • Bevölkerung aufklärend zu wirken, damit das alte Vertrauen zu den Sparkassen mehr und mehr gestärkt werde. Streik oder andere Maßnahmen die Erreichung dieses Zieles zu untergraben, wenden. 2In die mit großem Beifall aufgenommenen Vorträge schloß sich eine angeregte Aussprache an. Die Versammlung erklärte sich dann für folgende Entschließung: „Die Vereinigung der Arbeitgeberverbände am Mittelrhein und der Mittelrheinische Fabrikanten- Verein begrüßen lebhaft das Programm der Reichsregierung zur Hebung der Wirtschaft. Sie anerkennen die in ihm enthaltene Abkehr von der in den letzten 14 Jahren verfolgten Politik des Staatssozialismus und der Ueberlaftung der Privatwirdschaft, eine Politik, die in Verbindung mit den außenpolitischen Lasten den Zusammenbruch der Wirtschaft und die heutige grenzenlose Arbeitslosigkeit verschuldet hat. Sie erachten die Vorschläge im ganzen als geeignete Grundloge zur Gesundung der Wirtschaft und zur Wiedereinschaltung der brachliegenden Arbeitskräfte in den Produktionsprozeß Sie vertrauen darauf, daß der Weg ziel- bewußt weiterverfolgt und den im einzelnen bestehenden Bedenken noch Rechnung getragen wird. In diesem Sinne richten sie auch an alle ihre Mitglieder die dringende Aufforderung, an ihrem Teil mitzuhelfen, damit dem Vorgehen der Reichsregie- rung der Erfolg nicht versagt bleibt." die Bedingungen, unter denen Steuergutscheine für die Neueinstellung von Arbeitskräften gewährt werden. Abschließend wies er darauf hin, daß die Vereinigung der Arbeitgeberverbände am Mittelrhein ihren Mitgliedern bei der Durchführung der einzelnen Maßnahmen mit Rat und Tat zur Verfügung stehe, daß jedoch bei der Ausnutzung der einzelnen gegebenen Möglichkeiten jederzeit das hohe Ziel der Verordnung, nämlich die Behebung der Arbeitslosigkeit, vorangestellt werden müsse. Die Vereinigung werde in diesem Sinne, unter Ablehnung jeglicher Versuche einer irgendwie mißbräuchlichen Ausnutzung der Verordnung, sich gegen etwaige Versuche der Gewerkschaften,'durch VfB. 1. Jugend — Muschenheim 1. Jugend 8:1 (4:0). Ein Spiel, das die eifrigen Gäste jedoch immer im Rachteil sah. Trotzdem war der Kampf nicht ein eckig. Die technisch reiferen VfD.er kamen in jeder Spielhälfte zu 4 Toren, Mulchenheim konnte gegen Schluß den wohlverdienten Ehren- tveffer erzielen: Das neue deutsche Meisterpaar im Gesellschaftstanz. Das dieser Tage in Wiesbaden ausgetragene Turnier um die deutsche Meisterschaft im Gesellschaftstanz endete mit einem Sieg des Paares Fernand-Geurts vom Rot-Weiß-Club Dad-Rauheim. Zweites Paar in der Sonderklasse wurden die bisherigen achtfachen deutschen Meister Herr und Frau Reumann vom Blau- Wirtschaft. * Wirtschaftsankurbelung im mitteldeutschen 3ndustrierevier. Bei Len braunschweigischen Kohlenbergwerken in Helmstedt bestand die Absicht, den Abraumöetrieb „Treue", wie in den Vorjahren, so auch in diesen: Herbst stillzulegen. Es sollten am 1. Oktober etwa 370 Bergleute zur Entlassung kommen. Die Firma hat sich entschlossen, die beabsichtigte Stillegung zunächst nicht durchzuführen. — Die Prehlitzer Braunkohlen°AG., Meuselwitz, hat zur sofortigen Ausführung den Reubau eines Kohlenfördertunnels im Betrage von 120 000 Mk., eines Dri- kettschuppens im Betrage von 20 000Mk. und eine älmänderung von maschinellen Geräten im Betrage von 40 000 Mark vergeben. — Die Betriebe lder Deutersitzer Kohlenwerke-AG. ruhten seit April d. 3., eine Wiederaufnahme des Betriebes war für den 1. Oktober vorgesehen. Es sind bereits im September 65 Mann und am 3. Oktober weitere 35 Mann eingestellt worden. — 3n den Betrieben der Mansfeld-AG. für Derghau und Hüttenbetrieb, Cisleben, soweit sie dem Tarifvertrag unterliegen, wird ab 1. Oktober bis, auf weiteres die Arbeit in der Weise gestreckt, daß von jedem Arbeiter in je zwei Monaten drei Feierschichten verfahren werden. Auf diese Weise soll die Rcu- einstellung von 600 Mann ermöglicht werden. Frankfurter Abendbörse still. Fr a n k f u r t a. M., 4. Okt. Die schon im Mittags- verkehr vorherrschende Zurückhaltung blieb aus den bekannten Ursachen auch an der Abendbörse in weitgehendem Umfange bestehen, zumal die Kursmeldungen von den Auslandbörsen keine Anregung boten. Unter dem Druck der Geschäftsstille bröckelten die Kurse im Vergleich zu den leicht erhallen Berliner Schlußkursen wieder ab. JG.-Farben verloren Shc Gäste entpuppten sich vom Anpfiff ab als ein schneller und zäher Gegner. Rach kurzer Spieldauer schon erhielt VfB. durch reichlich harte Entscheidung des Schiedsrichters einen Elfmeter zugesprochen, der vom Torwart zur Ecke abge- lentt wurde. Die Ecke verwandelte Wilhelm durch ' 2MbQl1 Sum Führungstreffer für die Grün- Weißen Ockershausen griff weiterhin tapfer an und beherrschte zeitweise das Feld. Bei einem Gedränge vor ihrem Tor kam es durch Handspiel zum zweiten Elfmeter für den VfB., aber der Ball ging auf den Torwart. VfB. spielte reichlich zerfahren. Ein rascher Durchbruch des Rechtsaußen brachte Ockershausen den Ausgleich Geaen Schluß der ersten Spielhälfte kam VfB. mehr auf Vorschuß kamen die Stürmer aber nicht' Das Eckenverhältnis lautet bei Ende der Halbzeit 4:0 für VfB. 0 !$% 9uunn-'*inirfhc von 1930 Seutfd).- iHitl.-eibldl.-edjulb ml! 66,5 66,2 66,5 ' 66,5 Ü!uäloi..9ied)icn . 53,25 53 53,13 1 52,9 Deo,n. ohnr '?lu#k'|..£Red)te . . 6% rbem 8% £>r|i. «olfvftaat 1989 6,5 6,55 6,55 6,55 inunahlb 102%)...... 64,5 65,5 63 Cberhclien Prvv>n,»AnIeche ml! Uluciof -Nrchlrn .... Srurtdie Komm. Lammelabl. 52,5 53 — — Änlcibi" Gene i . . . 6?'n ebftn. 8% -Tt.inri. Hnp.-Ban! 49,75 49,9 49,75 49,5 WoloiMr. r. imfünbbat bld 1935 6% ehem 7% Franki Hyv -Äanl 77 77 — — Gvldv' 16 untünbbar bi» 1936 6V„ cbem. 4VS% -rrmM.HvP.- Ban! Vinn $!ii»Dbriefe . . . 76,5 76,65 — — 79,25 79,13 — — - b'/.".. cbem. 4h% Sibeintjche Hvv Bon! i'lou K«olbpie. . . 6°o ehem 8% pr. r'anveepland. 79,9 79,65 — — brielanftü l«fan6brtefc R. 19 6% ehem. 7% Pr. Uandeepsand- 73 73,25 73 orielintflüli Tfimbbriefe 8L io - - - — 4% OeftecreitbiKtie WoiDteiue . 10 10 10.4 4,20°o üeftenclditidje Gilbenentr 1,25 1,25 1,25 7,13 7 4"„ Unyarildic OJelfrente . . . 7,25 7 4% Ungarische Gtünwrcntcö. 1910 6,9 _ <'.% bcsol. fon 1913 . . . . _ 6,2-5 6,8 r>% adzesl. Violdmertlancr von 99 L2? 7.95 4% Türkische NoUanleihe von 1911 4% TUrkUche Bagdavvabn-Anleld. 3,75 3,85 3,75| 3,8 4% bclfll. Serie li....... 6% Rnniän. verclnh. Rente v. 1903 4,2 3,8 4,1 4,025 4,4 3,75 4,13 3,9 4H%8himdn.Deretnb.!Nentce.l913 *% Rumänische vervinh- Rente 8|fc% L Anatolier...... 10 5,13 18,25 9,75 5.13 18,9 9,75 5 18,4 10,13 5 18.6 stran'suri o.M. Berlin Schluß- kurS Schluß!. Abend- börfc Schluß« kurS Schluß!. Mlilag. börfc Datum 3-10. 4.10. 3.10. 4.10. varnvurg-Amerua Pate. t Hamburg-Lüdam. Dampfschtsj. 0 Hansa Dampsschtss . . . , Nordbeutscher Lloyd.....< A S Mr Berlebriwesen Mt. . o 16,75 17,25 16,25 17 40 ]6 29 17 39,5 90,5 53,5 16,13 28,25 16,65 40,13 91,75 53,5 Bertlner Handelsgesellschast . 4 Commcrj. und Privai-Bank . 0 90 91 53,6 53,5 Darmstädter und 'Jiartonalbanl ö Deutsche Bank Und Tt»conlo.GesellschaU... 0 Dresdner Bank...... 0 Reichs bank....... 1. 75 61,75 124,75 75 61,73 125 75 61,75 125 75 61,75 125,5 A.C.®............0 31 31,25 31,25 31,9 Bergmann.........c — — 20,75 20,75 Elektr. LieferungSgesellkchaft. 5 — — 68,5 65,5 Licht und Kraft...... g 88 85,75 87,25 85,75 stellen & chuiUeaume.... ö 55 54 55,25 54,5 HeseNschaft für Elektrische Untcmcbmungnt .... 4 Rheinische SiektüzttLl . . . SB 71 70 71 69.5 76 76 76 Lchuckeri & do....... 0 72,13 71,25 70,75 72,25 Siemens & HalSle..... 9 115 116,5 115 117.65 Lahmeyer «Es...... . 10 116,85 117 115,25 117 Buderus..........4 39 38,4 38,5 39 Deutsche Erd»!.......5 72,75 73,25 73 Selsenürchena.......s 38 37,5 37,13 37,25 Harpeoer..........0 Hoejch Eise».......... 0>le Bergbau.......10 Ilse Bergbau Genüsse ..... SUitfncrwcrtc........6 ManneS mann-Rohren .... 6 ManSselder Bergbau.....0 73 71.5 72,25 73.9 52,25 I 1 SÄS? 3ts 36,75 130,5 97,25 M.75 52,13 35,75 127,25 95.9 33,75 52,13 Oberschies. Sokswerte . ... 8 Pbünir Bergbau. .....<% Rdetniiche Braunroble»... 10 Rbetnsiahi..... ... 6 2 « 1 8 1 25,75 172 64 37 25,9 173.5 64 36,65 25,75 170,5 64.25 Jrantlun a. 371. 25trlm Schluß« furö Schluß! Abend« börfe Schluß« furö Schluß!. Mittag» börft Datum 3.10. ' 4.10. 3-10. 4.10. Riebect Montan .... 7/. — _ _ Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 20 19,9 19.9 ! 20,13 Otavi Minen....... c 16,5 17,25 16,9 Kaliwerke Aschersleben ... 6 — 103 101,5 Kaliwerke Westeregeln ... Kaliwerke Salzdetfurth . . . 6 8 — 107,5 165 109 168 107 166,5 3. ®. Farben-Industrte . . 7 95,25 94,25 95,65 94,75 Scheideanstalt. . . 10 135,25 135,25 Goldschmidl........ . ( 27 40,25 27,25 40,5 34,75 26,75 40,65 35,25 27,5 40,4 34,5 Rütgerswerke....... Metallgeiellschafl...... . 0 . 0 Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . . 0 59 57 57,5 56,75 . 4 . 0 51,5 - 51 50 5 Wayß & streytag..... — Schulihet« Patzenhofer . . 0 - 52 1 52i5 Mu (Allgemeine Kunstseide') 0 55,25 56,13 55,5 i 55,75 Bembrrg... Zellstoss Waldhos . . ' ' ' 0 52 50,5 50,9 50,4 0 45,75 45,5 ; 46,4 flellltoif Aschajsenbura . Dessauer «Bag....... Daimler Motoren . . 0 . 7 - «:9s « 29 20 45,5 45,5 29 90,75 19 1 46 34.65 46,5 29 90 19,4 45,25 32,5 45,5 Deutsche t’lnoleura . . Lrenstein L Koppel . . Leondard Dietz...... Sveruka..... . V . 6 -ibabe........ 13 165 167] 165,5 strankfurler Maschtn«, . . . Gripner..... •o° 28,5 | 2?1 — Mamkraslwerke Höchst a. M. : 4 29 Eitddeutscher Zucker .... . s| 125^5 1 125 | 125,25 Devisenmarkt Berlin — Jtanffarl a. TH. 3-Oktober 4-Oktober Amtliche Rotieruna Amtlich» Rollern na G'w I Brie- Helstngsor« Wien. . . Prag . . Budapest. Sofia . . Holland . OSlo. . . Kopenhagen Stockholm London. . Buenos Airei Neunork . Brüssel. . Italien. . Paris . . Schwetz . Spanten . Danzig. . Japan . . Rio de Ian. Jugoslawien Lisiabon . 6.264 51.95 12,465 3,057 169,18 73,18 75,37 74,58 14,54 0,890 4,209 58,36 21,58 16,48 81,10 34,42 81,82 1,019 0,297 6,194 13,23 r 6,276 52,05 12,485 3,063 169,52 73,32 75,53 74,72 14,58 0,894 4,217 58,48 21,62 16,52 81,26 34,48 81,98 1,021 0,299 6.206 13.25 lantnoten. 6,264 51,95 12,465 3,057 169,18 73,18 75,37 74,58 14,53 0,890 4,209 58,37 21,58 16,48 81,10 34,39 81,82 0,999 0.294 6,144 13,23 6,276 52,05 12,485 3,063 169.52 73,32 75,53 74,72 14,57 0,894 4,217 58.49 21,62 16,52 81,26 34,45 81,98 1,001 0,296 6,156 13,25 ________semn, 4.Oktober Meld ?rW Amerikanische Roten . . . Belgische Roten.....* * * * Dänische Roten....... Englische Roten...... „ran,ostsche Roten....... Holländische Roten....... Italienische Roten...... Norwegisch« Roten....... Deutsch-Oesterreich, * 100 LchMna Rumänische Roten...... Schwedische Roten..... Schweizer Roten......* * Spanische Roten....... Ungarische Roten . 4,20 58,21 75,00 14,49 16,44 168,81 21,52 73,00 2,46 74,40 80,92 34,25 4,22 58,45 75,30 14,55 16,50 169,49 21,60 73,30 2,48 74,70 81,24 34,39 gk.O So«’“’’ $i, 3«’! 1 ÄZtz K« «„■SS Adler, Ali Du Ao Un De lonb du erste Berlin die de lung 'hre K mehr als c.n verl' Querschnitt durch, & AV immer Bieter ter Aürokralie und J Sientr triumphier MhällnismaW Staaten bereitel m inals nach W ©cncralftab vtw S sche Heer sich i> stellt. Ein leuchte Namen werte deutsche Selch'chte eine lletermacht'' de tlie.i Flieger Joelle, Mthofe^ und im geschoßt lämvsenten Fußt fempfic gegen z feiMchen ®efd lachend rot üanpfftaffeln er Die Fesseln öc sucht, den Geist fl Toll zu erwürge! Wohl wurde die bis heute noch ge, war jedoch die tei nach . dem Ktegc .ÄgelslugMgezusa Ulate das üistnn folge wurden errei gen (amen der schwachen deutschen loten und Pilotin faß allen interna die Deutschen En Maschinen erreicht« und wurden vorbi ganzen Welt. Allein die wehr ist auch heute ni boten. Während i durch Zehntausend, bedroht werden, fi Re ni$t in der wn. Eine deut! das Gebot der Siu nach der Lchöpsung gruppe noch eimne wetzt, w.e sehr De schm Dersprechun^ noch unfrei ist. § kinigm Monaten Dehlgleichheit ert Ostung, nicht um e ste an. sondern u Mlrtzrnvssen. D Alt. beg. ^ulunst und toan ^blauen £ auf dje Deutschlands Ehre y$er Winter steh ^'g-n, die es ? Ö sanktionier ^^"nentagc MdindeAir um das s heute MtJ f8 ö Mturls < 8U de ssiSe sfe verende SS-U'ä W i;’u finöer hnte'- gen, 'ft es lerven?^ iu