i 1 Xt * KM / „ W * •• ' *6 •• .■> V-> ■ x ' ' ■ - «r. 208 Srübaussave niontag, 5. September 1952 182. Jahrgang Stahlhelmappell auf dem Berliner Frontsoldaieniag I der 0.58 1.25 .. 1.45 Annahme von Anzeigen für die Tagtenuetmer bis zum Nachmntog oorher. Preis für 1 mm hohe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennitz, Platzvorfchrift 20° , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Gange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyrlot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Bietzen. und Märschen unter starkem Beifall zu Gehör ge- bracht hatten, erfolgte der Einzug von 2500 mit Eichenlaub geschmückten Fahnen aus allen deutschen Gauen. Die Fahnenträger zogen im Parademarsch in Achterreihen an den Tribünen vorbei. Der Landesführer von Groh-Berlin, Major a. D. von Stephani, begrüßte bei dieser Gelegen- heit die Ehrengäste und im besonderen Reichskanzler von Papen. Der Große Zap- fenst reich und das Deutschlandlied sowie ein Riesenfeuerwerk, das in großen Leuchtbuchstaben den Stahlhelmruf Front Heil!" brachte, beschlossen die eindrucksvolle Kundgebung. Der Abmarsch der Massen vollzog sich reibungslos. itten, sn, icken auchsfähig? reiswert auf I Freiübungen, Hindernislaufen, außerordentlich interessante Gas- und Sanitätsübungen sowie Ordnungsübungen. Mehrere Flugzeuge kreisten dauernd über dem Stadionrund. Rachdem dann vereinigte Stahlhelmkapellen in Stärke von 500 Mann eine Reihe von Liedern Landwirlschast und Mrtschastsprogramm. Ein Briefwechsel zwischen Hugenberg und dem Reichskanzler. — Die Reichs- regierung für Anwendung von Kontingenten zur Beschränkung der landwirtschaftlichen Einfuhr. w ehrführer Für st Starhernberg in gleitung zweier Unterführer. Oie Reichsregierung. Etwas später erschienen die Vertreter des Tempelhofer Feldes zogen sich zwischen 8 und 9 Uhr die Heeressäulen zusammen und nahmen die befohlene Aufstellung. Die Zahl der nach Berlin geeilten Stahlhelmer hatte alle Erwartungen übertroffen. Mit 180 000 Teilnehmern hat der 13. Reichsfrontsoldatentag alle seine Vorgänger weit übertroffen. Oie Ehrengäste. Um 930 Uhr war der Aufmarsch beendet Die Zahl der Zuschauer ist auf 300 000 ju schätzen. Wiederum war eine große Zahl von Ehrengästen zugegen. Der Kronprinz und die Kronprinzessin waren bereits von 9.30 Uhr ab anwesend, während die Prinzen Litel-Friedrich und Oskar mit ihren Potsdamer Kameraden in Reih und Glied marschierten. Reben dem greifen Generalfeldmarschall von Mackensen, den.die Zuschauer besonders huldigten, sah man den Kammerherrn und früheren R-cichstagsabgeordneten von Oldenburg- Ja nusch au. Zahlreiche hohe Reichswehroffiziere wohnten von Anfang bis zu Ende dem Appell bei, ebenso der österreichische oberste Heim- Reichs- und Staatsregierungen: Reichskanzler von Papen, Reichswehrminister von 6-chleicher, Reichsinnenminister Freiherr von G a y l, Reichsernährungsminister Frhr. d. D r a u n, Reichsfinanzminister Graf Schwerin von Krosigk, die preußischen Minister 5>r. Bracht und E r n st, der württembergische Minister S ch ä s e r , mit ihnen zahlreiche hohe Ministerialbeamte. Man sah auch viele Parla- ntentaricr und Vertreter der Wehrorganisationen. Besonders herzlich wurde der Reichskanzler von den Zuschauermassen begrüßt. Uni 10.30 Uhr schritten die beiden Bundesführer Seldte und Düsterberg die endlose Front der Feldgrauen ab, die in vier Reihen auf- fleftcllr waren, dahinter die Motorradbrigade, die Berpflegungsstasfeln und die Sanitätsabteilun- g-tn. Tausende von schwor;-weiß°roten Fahnen lochten im Winde. Rach dem Abschreiten der Front bestiegen die Bundesführer die Rednerkanzel, neben der mehrere Hundert zu weihende Fah- it-tn aufgestellt waren. ©er 1. Bundesführer Seldte e rklärte in seiner Ansprache u. a.: Zum zweiten- mal steht der graue Heerbann der alten Frontsoldaten in der Reichshaupt- ftabt. Damals, im Jahre 1927, waren wir 100 000, !>’ute haben wir diese Zahl weit überschritten. Damals traten wir mit der Verkündung unserer ___eisten Stahlhelinbotschaft zum erstenmal aktiv »or die Oessentlichkeit als die neuen be ° vrußtenStaatsbürgereiner werden- den Ration; heute sind die Forderungen der Stahlhelmbotschaft in weitgehendem Maße das Programm der deutschenReichsregie- cung. Heute sind wir so weit, daß soldatisches Denken und soldatische Haltung wieder verstanden .werden in Deutschland, daß die Dinge, die die anderen nicht meistern konnten, von selbst an und herankommen: An die Besten, an die Zähe- sien, an die Tapfersten und Treuesten — an Deutschlands Soldaten. Dieser Erfolg ter soldatisch-nationalen Idee ist euer Erfolg, meine Kameraden. Die alte deutsche Armee ist l icht mehr, aber der Geist der Disziplin, der Leist des Dienens am Ganzen, der Geist des Opfers für die Gemeinschaft, dieser Geist der eiten Armee, der Geist der Front, mit dem wir den Gei st eines neuen deutschen Staatsbürgertums verbinden, weht unter den alten ruhmreichen Farben heute wieder auf diesem historischen Feld. Der Stahlhelm, der Een grauen Rock trägt, in dem 1914 ein einiges Dolk zum Schutze der Heimat auszog. dieser Stahlhelm ist keine Partei. Er kämpft nicht für sch, sondern für Deutschland. Er will nicht die Gewalt, sondern das Gesetz. Er fordert nicht die staatliche Macht, sondern den machtvollen Staat, unter dem Deutschland in freier, friedlicher Arbeit einer besseren Zukunft entgegengehen tonn. Berlin, 4. Sept. (TU.) Sn den frühen Morgenstunden des Sonntags, als noch nächtliches Dunkel über der Stadt lag und strömender Regen niederging, hallten die Straßen der Berliner Vororte bereits vom Gleichschritt der Stahlhelmkolonnen wieder, die sich in Richtung zum Tempelhoser Feld bewegten, das für den großen Aufmarsch zum Reichsfrontsoldatenappell ausersehen war. Trotz der frühen Morgenstunden waren schon tausende von Menschen auf den Straßen, um das ungewohnte Bild zu sehen. Gegen 1 Uhr hörte der Regen auf. Ein kräftiger Wind fegte die Rässe hinweg und die Sonne trat zeitweise hinter den Wolken hervor. Sc Heller es wurde, und je näher die Kolonnen dem Tempelhoser Feld rückten, um so größer wurden auch die Menschenmassen, die die Straßen umsäumten und die Marschgruppen begleiteten. Eine glänzende Organisation hatte es 0.48 0.58 1Sfähigkeit isi*tigen! Die Vetwalümgsresotm in Preußen. Eine amtliche Mitteilung des Reichskommiffars über die geplante Neuorganisation Hitler am Grabe des erschossenen SA.-ManneS Gatschke. Berlin, 3. Sept. (ERB.) Auf dem ßuifen- städtifchen Friedhof sand die Beisetzung des kürzlich erschossenen SA. - Mannes Herbert Gatschke statt. Zu der Trauerseier. die unter einem riesigen Ausgebot von Mitgliedern der SA. - und SS- - Abteilungen von statten ging, war Hitler persönlich erschienen. Auch Goebbels, Göring, Graf Helldorf und viele andere nationalsozialistische Führer nahmen an der Beerdigung teil. Am offenen Grabe nahm Adolf Hitler das Wort. Seine Ausführungen gipfelten in dem Gelöbnis, daß das, was für so viele, die gesallen seien, heilig gewesen, von den Ueberlebenden niernalsverfälscht, verzerrtundvcr- kauft werden könne. Der Gedanke an die Märtyrer der Bewegung werde ihm. wenn einmal eine Schwäche drohen sollte, hart und unerbittlich machen. — Ein großes Aufgebot von Polizei hatte in weitem Umkreise des Friedhofes Absperrungen vorgenommen. Die Trauerfeier verlief ohne Zwischenfälle. dr) d)emi tägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte vießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle monatsBejugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr. , -.25 Auch bei Nichterscheinen oon einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt, zentsprechanschlvsfe unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sieben. Postscheckkonto: Arankfnrl am Main 11686. des früheren Provinzialschulkollegiums. Die Landeskulturverwoltung werde in die Snstonz des Regierungspräsidenten eingegliedert. Die Kulturämter blieben bestehen, die Landeskulturämter würden ausgelöst. Die Kreisbe- Hörden blieben in ihrer bisherigen Selbständigkeit grundsätzlich erhalten. Der Landrat solle die Möglichkeit erhalten, den technischen Kreisbehörden gegenüber die Rotwendigkeiten der allgemeinen Verwaltung zu vertreten. Er werde außerdem ermächtigt, bei Gefahr im Verzüge einstweilige Anordnungen zu treffen und solle in Zukunft neben der Kommunalaufsicht über die Landgemeinden auch diejenigen über die Städte bis 1 0 0 0 0 Einwohner übernehmen und auch die S ch u l- a u f s i ch t in den sogenannten äußeren Angelegenheiten der Volksschulträger führen. Der Dekonzentration in Derwaltungssachen entspreche die Erweiterung der Zuständigkeit des Kreisausschusses als Beschlußbehörde und Derwaltungsgericht an Stelle des Bezirksausschusses. Eine radikale Vereinheitlichung aller Rechtsmittelfristen solle größere Klarheit im Verwaltungsrecht schaffen. Sn der Verordnung wird schließlich die Anstellung ehrenamtlicher Bürgermeister in kleinen Städten, Erleichterung der kommissarischen Verwaltung der Aemter in der Rheinprovinz und Westfalen durch städtische Bürgermeister in Personalunion und umgekehrt vorgesehen. Reu geregelt wird auch das Recht der Zwangsvollstreckung gegen Gemeinden undGemeindeverbände. Scröättniffen enb > greife für iämt- September 1932 M tox\ ÄMt, da ;h VVN den Pn»w n Haus, w grohhandlmig Telephon 3888 legenheit! lerbeiletfe, 6- unbl2> nh nieit unter Preis SÄ® WM »Ä- EMl.B|rk,nhlir* S5Ä4 tafle te Qualitäten nnd H* n Fernspreeh*^ Berlin. 3. Sept. (211.) Eine amtliche Mitteilung über die Verordnung zur Vereinfachung und Verbilligung der Verwaltung in Preußen besagt u. a., dah, nachdem die Verordnung über die Reugliederung von Landkreisen d e n H n t e r- bau in der Kreisinstanz gleichmäßiger gestaltet habe, nunmehr die Verwaltung sowohl in der Mittel- wie in der Kreisinstanz neu organisiert wird. Die Reform steckt sich vier Hauptziele, nämlich Reuordnung des Verhältnisses zwischen Ober- und Regierungspräsident, Eingliederung der Sonderverwaltungen in die allgemeine Landesverwaltung, Reuorganisation der Kreisinstanz und starke Dekonzentrierung der Verwaltung nach unten. Für das Verhältnis zwischen Oberpräsident und Regierungspräsident sei die R ü ck s i ch t auf b i e zukünftige Reichsreform entscheidend. Wenn der preußische Oberpräsident zugleich der Kommissar der Reichsregierung werde, müsse er die erforderliche Autorität in allen Verwaltungsangelegenheiten der Provinz besitzen und von unnötiger Detailarbeit befreit sein. Der Schwerpunkt der laufenden Verwaltung liege beim Regierungspräsidenten, dec nahezu sämtliche Zwecke der allgemeinen Landes- Verwaltung vereinige. Die Sonderverwaltungen würden völlig in die allgemeine Landesverwaltung eingegliedert. Die Angelegenheiten des höheren Schulwesens würden dem Oberpräsidenten zugewiesen unter Aushebung der kollegialen Verfassung Bundesführer Seldte.bei der Ansprache. Dann wiederholte der 1. Bundessührer das Gelöbnis des Bundes, das Gelübde auf die Stahlhelmfahne und viermal wiederholten die feldgrauen Massen den Eid ihres Führers: „Wir geloben es!", dckh es wie Donnergrollen über die weite Fläche hallte. Stahlhelmer und Zuschauer, eine halbe Million Menschen, sangen dann das Deutschlandlied, dem das Lied vom Guten Kameraden folgte. Oie Parade. Im Anschluß daran weihte der zweite Bundesführer Oberstleutnant a. D. Düsterberg die neuen Fahnen. Um 12.30 Uhr begann dann bei strahlendem Sonnenschein auf dem Tempelhoser Feld die eigentliche Parade, der Borbeimarsch der 180 000 Stahlhelmer aus allen deutschen Gauen im Paradeschritt vor den Bundesführern und den Ehrengästen. Zuerst kam der Landesverband Groß- Berlin, ihm folgten all die vielen anderen Landesverbände des Bundes der Frontsoldaten. Den Vorbeimarsch des besonders stark vertretenen Gaues Schlesien nahm neben den Bundesführern auch der Kronprinz ab, der bei dieser Gelegenheit die Mitglieder der Reichsregierung, die der Parade mit sichtlichem Interesse folgten, herzlich begrüßte. Die mit Blumen geschmückten schier endlosen Kolonnen und insbesondere die den einzelnen Landesverbänden voranmarschierenden Fahnenkom- p a n i e n wurden oon der unermüdlich stundenlang ausharrenden Menschenmenge immer wieder mit lautem Jubel begrüßt. Reichskanzler oon Pupen wohnte dem Vorbeimarsch bis gegen 15 Uhr bei. Der Vorbeimarsch der Stahlhelmkotonnen^an den Bundessührern dauerte länger als acht Stunden. Die Dunkelheit war schon längst hereinqebrochen, als die letzten Züge nach 21 Uhr das Tempelhoser Feld verließen, um in ihre Quartiere abzurücken oder sofort zu den Abfahrtsbahnhöfen zu marschieren Den Abschluß bildete die Dorbeifahrt der außerordentlich starken M o t o r r a d b r i g a d e. Die Ab- marjchstraßen waren wieder von Menschenmassen umsäumt, die die Stahlhelmer freudig begrüßten. Der Abmarsch vollzog sich in musterhafter Ordnung. Zu größeren Zwischenfällen ist es, soweit bisher bekannt, nirgends gekommen. Die noch in Berlin bleibenden Stahlhclmer werden am Montag eine Reihe von Besichtigungsfahrten unternehmen. Am Montagabend findet dann noch ein kameradschaftliches Zusammensein statt. Die beiden Bundesführer hatten am Vormittag Kränze am Ehrenmal sowie an den Denkmälern Friedrichs des Großen und Kaiser Wilhelm I. niedergelegt. Oer Stahlhelm -Wehrfport- abend im Stadion. Berlin, 3. Sept. (XU.) Seit den frühen Rachmittagsstunden strömten Zehntausende von Menschen zu dem Stahlhelm-Wehrsportabend znach dem Stadion in Grünewald. Das Stadion selbst war schon lange vor dem Beginn von Zu- schauern überfüllt. Die beiden Bundessührer Seldte und Duesterberg wurden stürmisch begrüßt. Die Reichsregierung war vertreten durch den Reichskanzler, den Reichsinnenminister, der das Stahlhelmabzeichen trug, den Reichsernahrungs- minister und den Reichsfinanzmimster. Reichs- wehrminister Schleicher ließ sich durch den Obersten v. Bredow, den Ches des Militärarntes, Der- treten. Don der Reichswehr waren u. a. anwesend Generalleutnant v. Rundstedt, Gras von Psitzendorf Stadtkommandant von Berlin Gene, ral Hasse 'und der Snsanteriesührer III General v. Waldow, die Reichsmarine durch die Bizeadmi. rate Freyberg und Groh. Der Kronprinz, Her- zog Adolf Friedrich von Mecklenburg. Generalfeldmarschall v. Mackensen. General v. IDatter, sowie zahlreiche andere hohe Offiziere der alten Armee und der Marine wohnten den Uebungen von An- WM, »SS :äb,,geD ^teteFMle- paDZcisCD' ÄS sz-s» GietzeimAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Vrvek und Verlag: vriihl'jche Univer^lütr-Vuch- und Stetnöniderei TL Lange in Stehen. Schnftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Berlin. 3. Sept. (TU.) Geheimrat Hu gen- berg hat an den Reichskanzler von Papen einen Brief gerichtet, in dem es u. a. heißt. Es ist nach Lage der Dinge unvermeidlich, daß die von meiner Partei seit langem gesorderte grundsätzliche Umstellung der landwirtschaftlichen Handelspolitik auf das Kontingentsystem nunmehr beschleunigt durchgeführt werden muß. Die Erfordernisse der deutschen Währungspolitik führen zu den gleichen Forderungen wie diejenigen ün^ ferer handelspolitischen Lage. Ein unseren dürfnissen und unserer finanziellen Leistungsfähigkeit angepaßtes Kontingentsystem ist eine der gesamten deutschen Wirtschaft zugute kommende Maßnahme. Auch die Frage der Schuldenregelung, die zugleich die Frage der Ermöglichung einer künftigen gesunden deutschen Zinsfuhentwicklung ist, bedarf der Beschleunigung. Sie kann nur im Zus ammenhang mit einer Herabsetzung der Aus- landzinse n erreicht werden. Wie unsere Auslandgläubiger wissen, ist eine solche durch die Devisenlage Deutschlands unvermeidlich geworden. Das rapide Absinken der Preise der bäuerlichen Veredelungswirtschaft ist eine Erscheinung. die bei der Gesamtlage Deutschlands verhängnisvolle Wirkungen haben muß. Diese ständige weitere Verschlechterung der deutschen Wirtschaftsgrundlagen mit durchgreifenden Mitteln abzustoppen und wiedergutzumachen, ist eine dringende Rotstandsmaßnahme. Wenn in diesen Punkten nicht geholfen wird, steht zu befürchten, dah auch die zur Ankurbelung der übrigen Wirtschaft und zur Einschränkung der Arbeitslosigkeit angekündigten Maßnahmen nicht die erhoffte Wirkung haben. Vielmehr droht der fortschreitende Verfall der Landwirtschaft die Kaufkraft des deutschen Volkes weiter einzuschränken und die Aufnahme der durch Gewerbe und Snbuftrie hergestellten Güter in großem Umfange unmöglich zu machen. papens Antwort. Reichskanzler von Papen hat darauf u. a. wie folgt geantwortet: Sch stimme m der Beurteilung der Lage durchaus mit Shnen ein. Schon unter dem Gesichtspunkt der deutschen Devisenlage ist eine Entlastung des deutschen Marktesvonübermähiger landwirt- sch a f 11 i ch e r Einfuhr unerläßlich. Sm Grundsatz hat sich daher die Reichsregierung f ü r d i e Anwendung von Kontingenten entschieden, soweit die Derhandlungslage das zuläht. Wenn ich auf diese Fragen in meiner Rede in Münster nicht näher eingegangen bin, so ergab sich dies lediglich daraus, daß ich mich dort nur mit den Grundzügen der nächsten Rotverordnung besaht habe. Sn dieser können die erwarteten Maßnahmen zum Teil deshalb nicht enthalten sein, weil es zu ihrer Durchführung neuer Vorschriften bedarf, zum Teil deshalb, weil die bezüglichen Vorbereitungen noch nicht abgeschlossen sind. Sch darf andererseits Mitteilen, öafj über das zunächst beabsichtigte Maß hinaus heute beschlossen ist, dem Herrn Reichspräsidenten eine Entlastung von der Grundsteuer durch Steuergutscheine in Höhe von 40 v. H. des Steuerbetruges Voranschlägen. Sch bitte, überzeugt zu fein, dah im übrigen die erforderlichen Maßnahmen mit äuhersterBe- schleunigung zu Ende geführt werden sollen. Das Reichskabinett ist sich völlig klar darüber, daß die Rettung der Landwirtschaft eine deutsche Lebensfrage ist. Es wird Sache der Reichsregierung sein, unter Wahrung der Sntereffen der gesamten deutschen Wirtschaft die Reihe der schon durchgeführten einschneidenden Hilfsmaßnahmen für die Landwirtschaft zu einem ausreichend wirksamen Gesamtwert *u vervollständigen. Abschluß des Deutschen Katholikentages in Essen. Kardinalerzbischof Gchutte-Köln Hali die Kestpredigi vor 200 000 Andächtigen. Essen, 4. Sept. (TU.) Seinen Höhepunkt fanb der Deutsche Katholikentag am Sonntagvormittag in dem Festgottesdienst auf dem Baldeneyer Berg, der zu einer gewaltigen Glaubenskundgebung der deutschen Katholiken wurde. Schon am frühen Morgen setzte eine wahre Völkerwanderung zu jenem Berge ein. Mit rund 200000 Menschen darf die Zahl der Teilnehmer wohl kaum zu hoch angegeben sein, die das von hohen Fahnenmasten umsäumte weite Feld des Berghanges füllten. 9n dem Halbrund um den Hochaltar hatten die Fahnen der katholischen Studentenvereine, die Abordnungen der Arbeiter und Knappen, der Gesellen- und Jungmännervereine, der Sturmscharen und der Deutschen Jugendkraft, der Sebastian-Schützen und der Ehrengarde Aufstellung genommen. Glockengeläut, kirchliche Orchestermusik und Lolksgesang leiteten den Gottesdienst ein. Auf der zum Altar führenden via triumphalis hielt die hohe Geistlichkeit ihren Einzug. Ans den beiden Thronsesseln nahmen Nuntius Orsenigo und der Erzbischof von Köln, Kardinal Schulte, Platz. Kardinal Schulte hielt die Festpredigt, in deren Mittelpunkt er das Apostelwort „Erneuere deine Sinnesart, werde wie Christus war", stellte. Die Pontifikalmeffe zelebrierte Nuntius Orsenigo. Mit dem Volksgesang „Fest soll mein Taufbund immer stehen" mit kirchenmusikalischen Vorträgen und Glockengeläut nahm die Glaubenskundgebung ihr Ende. Am Nachmittag fanden in den AussteNungs» hallen die beiden großen öffentlichen Schluß- Versammlungen statt, in denen nach Ansprachen von Kardinal Schulte und von Nuntius Orsenigo der österreichische Justizminister Dr. von Schuschnigg und Reichsarbeitsminister a. D. Dr. Brauns sprachen. Mit Schlußworten der Präsidenten fanden die beiden Versammlungen ihren Abschluß. — Der Sonntag brachte neben zahlreichen Einzelveranstaltungen noch eine große Standeskundgebung der katholischen Dauern Deutschlands und eine Beamtenkundgebung des Katholischen Beamtenvereins. In der Mitgliederversammlung vom Samstag hatte u. a. Professor Hermann Muckermann (Berlin) über katholisches Ehe- und Familienleben gesprochen. Er wies darauf hin, daß keine der fünfzig deutschen Großstädte mehr aus innerer Lebenskraft wachse. Die Hoffnung, daß der schwindende Nachschub vom Lande her ausgeglichen werden könne, sei ein Irrtum. Im Gesamtdurchschnitt der Großstadtfamilien, auch der katholischen, reiche die Zahl der Kinder nicht mehr hin, um die Eltern zu ersetzen, was um so verhängnisvoller sei, als es sich um gesunde Familien handele. Hauptursache dieser Erscheinung sei die gewollte Lebensverneinung, die Abwehr de>s Kindes. In manchen Großstädten sei die 'Zahl der Fehlgeburten, die zum größten Teil gewollt waren, bereits größer als die Zahl der Geburten. Zur Bekämpfung dieser Niedergangserscheinungen forderte Prof. Muckermann eine allgemeine gründliche Beratung und Belehrung der jungen Menschen vor der Eheschließung, Einrichtung katholischer She- beratungsstellen sowie vor allem wirksame Maßnahmen zur Erleichterung der Lage gesunder kinderreicher Familien, wobei er auch auf die Bedeutung eines großzügigen Arbeitsbeschaffungsprogramms hin- wies. Abg. Joos berichtete über das Thema: „Die Großstadt als Heimat". Frau Staatspräsident Bolz sprach über „Die Aufgaben der Caritas in der Großstadt". Aeber „Die Schule in der Großstadt" referierte Generalsekretär Döhler, Düsseldorf, älniversitäts- professor Dr. Dehn, Bonn, sprach sodann als Festredner über das Thema „Student und Volk". Im Lichtspielraum der Lichtburg fand eine von den „Neudeutschen", einer Vereinigung der katholischen Schüler höherer Schulen, veranstaltete Morgenfeier statt. Pater Schneidewirth(OFM.), Paderborn, hielt eine Ansprache, in der er betonte, daß der Geist wieder herrschen müsse über der Gott-Ersatz-Maschine. Hieran schloß sich die Aufführung des Singspiels „DerHei- lige und die Maschine" von Henri Gheon. Im Kruppsaal des Städtischen Saalbaues fand die Hauptversammlung des Augustinusver- e i n s statt. Aniversitätsprosessor Prälat D. Schreiber, Münster, M. d. R.. hielt einen Vortrag über „Wandlungen der politischen Jdeen- lehre und ihren Einfluß auf die Politik des Jahres 1932". Frankreichs Antwort auf die deutsche Rüstungsdenkschrist. Paris weicht dirctlen Verhandlungen aus. Paris, 4. Sept. (TU. Funkspruch.) Wie an zuständiger französischer Stelle verlautet, soll die französische Regierung nicht die Absicht haben, in ihrer Antwort an die Reichsregierung zur Sache selbst Stellung zu nehmen. Man werde sich vermutlich darauf beschränken, den Empfang der Denkschrift zu bestätigen und auf die weitere „Prozedur" hinzuweisen. Deschlüise seien noch nicht gefaßt, doch könne man sich wohl denken, daß die französische Regierung die Angelegenheit an den am 20. September in Genf zusammentretenden Abrüstungsausschuß als ständige Instanz verweisen werde. Im „Dureau" sei auch Deutschland vertreten und könne seine Forderungen xur Sprache bringen. Man weist hier besonders darauf hin, daß Polen die Wiederaufrüstungsforderung Deutschlands kategorisch ab lehne und die interessierten Mächte bereits in diesem Sinne verständigt habe. Der polnische Botschafter ist am Samstag vom Ministerpräsidenten Herrivt enrpfangen worden. Innerhalb des französischen Kabinetts herrsche vollkommene älebereinstim- mung. „Petit Parisien" glaubt zu wissen, daß eine vertrauliche direkte französische Antwort an Deutschland nicht werde in Frage kommen können, weil nach dem Vertrauensabkommen ein Meinungsaustausch der Mächte geboten scheine. Der endgültige Text der französischen Antwort würde dem Italienische Autostraßen. Don £)r. Gustav W. Eberlein, iRom. Wer vor einigen Jahren über die Halbinsel flog, die wie ein Sprungbrett ins Mittelmeer hineinragt, sah da unten Motorboote kreuz und quer über Land flitzen, fliegenden Gischt zu beiden Seiten, brodelndes Kielwasser hinter sich, ganz gleich, ob es die Apenninen hinaufging oder durch die flache Campagna. Hinter Neapel ballte sich der Schaum zu förmlichen Wolken und wenn zwei oder drei der merkwürdigen Amphibien hintereinander herrasten, schien die ganze Landschaft vernebelt. Denn die vermeintlichen Motorboote waren Autos und mahlten im Staub. Nach einer Statistik aus jenen Tagen erreichte ein Ballonreifen, der es in England auf 100 Lebenseinheiten brachte, in Frankreich 90, in Deutschland 70 und auf dem Balkan 35 — in Italien gab er schon erheblich früher seinen Geist auf. Auf allen Straßen herrschte jenes lustige Schottersystem, das den Automobilen die Rolle der Dampfwalze zu- wies, gang und gäbe war der Witz, die große italienische Neifenfabrik zahle der Regierung jährlich soundioviel dafür, daß sie von dem bewährten Regime nicht abwich. Auf den Nebenstraßen trifft man es Übrigens heute noch an, besonders in den Bergen, oder wenigstens zur Hälfte: am 15. Oktober wird der Schotter, der den Sommer am Straßenrand verdöste, ausgestreut und am 15. April wieder zusammengerecht. Sechs Monate auf Butter, sechs Monate in Schuttmoränen. Die Straßen in Italien, konnte daher ein ausländischer Fachmann schreiben, sind entweder sehr gut oder sehr schlecht. Dieses Entweder-Oder fängt jetzt aber an sich zu verschieben, in amerikanischem Tempo bricht das Bessere durch, das berühmte „weiße Band" der Aufsatzschreiber verschwindet wie die Kette im Maul der stromaufwärtsfahrenden Neckarschiffe, die spritzenden Motorboote können keinen Flieger mehr irreführen: schwarze Riemen überflechten den großen Stiefel. Alle diese asphaltierten oder geteerten Verkehrswege bezeichnet der Italiener als autostrade, als Autostraßen, die aber praktisch in drei grundverschiedene Klassen getrennt werden müssen. Die erste ist unsere normale, staubfreie Straße für den Gesamtoerkehr: die zweite bildet das Reservat für Personenfahrzeuge, unter Ausschluß der Fahrräder, Lastwagen, Fuhrwerke und Fußgänger; die dritte Kaste wird soeben geschaffen: die Camionale oder, wie der planmäßigen Kabinettsrat am Mittwoch vorgelegt werden, und dieser dürfte einstimmig sowohl den allgemeinen Sinn wie die Wendungen der französischen Antwort billigen. Schon im gestrigen Ministerrat hätten die Minister einmütig und ohne Vorbehalte der Haltung des Ministerpräsidenten Herriot beigepflichtet. — Der „Figaro" gibt der Hoffnung Ausdruck, daß die französische Antwort, wenn sie wirklich am Mittwoch endgültig festgelegt werden soll, von der Erinnerung dieses Tages, d. h. des Jahrestages der Marneschlacht, getragen sein möge. Hysterie in Paris. Eine Stimme der Wahrheit im Chor der Schreier. Paris. 4. Sept. (Täl.) Die Pariser Presse veröffentlichte lange Artikel über den Stahlhelmtag in Berlin und ergeht sich dabei in heftigen Ausfällen gegenden angeblichen Militarismus in Deutschland. So schreibt der „Temps", die Parade der Stahlhelmer kläre die Weltöffentlichkeit endgültig über Z w e ck und Ziel der deutschen Forderung auf Gleichberechtigung auf. Das wahre Deutschland bestätige mit brutaler Offenheit, daß es wieder einmal ein Militär st aat werden wolle. Der „Jntransigeant" schreibt, den Stahlhelmern fehlten nur nochdieGe- wehre und Kanonen, deren Lieferung die Reichswehr jedoch im gegebenen Augenblick übe:» nehmen werde. Schleicher, der der großen Parade beigewohnt habe, sei sichtlich befriedigt gewesen, sein Heer um 180 000 diszi- Name sagt, die Spezialstraße für Camions oder Lastwagen. Mailand ist mit seinen Wunderstraßen vorangegangen, indem es die Karte hernahm und nach den beliebtesten Ausflugspunkten, nach den berühmten Seen, schwarze Pfeile schoß. Wer jetzt nach der Arbeit oder auch in einem freien Stündchen dazwischen in Como baden will, der wirft sich in seinen Wagen und rutscht hin. Die rund 30 Kilometer schwirren in ein paar Minuten ab, denn er läuft keine Gefahr, einen Fußgänger vor dem Kühler zu sehen oder wegen einer Kreuzung langsamer fahren oder hinter einem Fuhrwerk bremsen zu müssen. Ein Bahndamm, mit Unter- und Ueberführungen, ein schnurgerader Einschnitt ist diese Straße — und damit wäre neben vielem Lob auch schon ein Stück Tadel ausgedrückt, ganz abgesehen davon, daß dieses Rennvergnügen etwas kostet. Man zahlt an der Eingangssperre kaum weniger als am Schalter der Eisenbahn. Dazu kommt die vom ästhetischen Gesichtspunkt aus verfehlte Einschnürung durch zu hohe Seitendämme, die wiederum viel zu dicht mit Akazien bepflanzt sind, so daß man mit Scheuklappen vor den Augen dahinrast und nur den einen Wunsch hat, möglichst bald Luft zu kriegen. Die Sache wird, offen gesagt, bald langweilig, und das brutale Aufeinanderolatzen unzähliger Reklametafeln als Ersatz für den Ausfall der Landschaft zu empfinden, muß einer schon recht kommerziell gestimmt sein. In der Tat haben diese Nachteile schon viele Fahrer veranlaßt, „ihrer" Straße wieder den Rücken zu kehren und die ein wenig längere, aber billigere und abwechslungsreichere Straße der Allgemeinheit zu wählen. Gute Normalstraßen sind der Tod der Spezialstraßen — das ist die Lehre, die man aus dem Mailänder Musterfall ziehen kann. Reine Autostraßen können überdies auch der Tod des Autos sein, wenigstens behaupten das die Mailänder, die die ebene, ständig Höchstleistungen des Motors provozierende Fahrbahn Cimitero getauft haben, den Autofriedhof. Ein paar Buckel auf dem Wege zum Paradies, einige Hindernisse vor der Seligkeit: das scheint doch besser zu sein. Nicht alle Städte haben einen See vor den Toren, aber das Meer ist auf, einer schmalen Halbinsel immer bei der Hand, und so warf sich der Zug nach dem Strand auf die Autostraßen. Sie sind wahrhaft zum Förderer der Volksgesundheit geworden, denn wer kein eigenes Auto hat, kann den Autobus nehmen, sie haben den Mietskasernen kräftige L-unaen gegeben, sie rücken die Städte ans Ufer, sie geben plinierte Soldaten erhöhen zu können. Nur der „Petit Parisien" gibt zu, daß die Parade keinerlei herausfordernden Charakter gegen Frankreich oder Polen getragen habe. Auch die Rede Seldtes am Samstag habe keinerlei Drohungen gegenüber dem Auslande enthalten. Die Mitglieder des Stahlhelms machten nicht den Eindruck von Operettenfiguren. Man habe es vielmehr m i t echten, ehemaligen Frontkämpfern zu tun. Mussolini unterrichtet sich über die deutsche Wehrforderung. R o m , 3. Sept. (TU.) Amtlich wird gemeldet: Der Che-f der Regierung empfing den beut- scyen Botschafter von Schubert, mit dem er eine Unterredung über die von der Reichsregierung aufgeworfene Frage der Gleichberechtigung hatte. Alle Blätter bringen diese Mitteilung an hervorragender Stelle, zum Teil sogar in Fettdruck. Die Presse enthält sich, wie üblich, einer eigenen Stellungnahme, wohl aber kommt z. B. in der lieber« schrift des „Lavoro Fascista" die hiesige Auffassung deutlich zur Geltung. Diese Ueberschrist lautet: „Eine geschichtliche Wirklichkeit". Diese Wirklichkeit wird augenscheinlich zur Aufregung in Frankreich in Gegensatz gestellt. Aus aller Wett. Amerikanerin in der Schweiz ermordet. Die 20jährige Amerikanerin Jeanne Ibers- Hofs aus Massachusetts wurde, einer Meldung aus Bern zufolge, im Zermatter-Tal in der Nähe der Ortschaft St. Niklaus ermordet aufgefunden. Die junge Dame war von Zermattz wo sie mit ihrer Schwester weilte, allein mit ihrem Fahrrad ins Wispertal hinuntergefahren. Ein Raubmord scheint nicht vorzuliegen, da die Barschaft bei der Toten gefunden wurde. Als Täter kommt möglicherweise ein Oesterreicher in Frage, der vor Dekanntwerden der Tat von der Polizei im Dorfe Stalden zur Feststellung seiner Personalien angehalten worden war. Zehn Arbeiter von einer einskürzenden Maner verschüttet. — Drei Tote. Ein schweres Unglück, bei dem zehn Arbeiter verschüttet wurden, ereignete sich bei einem Neubau in Mailand. Bei dem Anbau des Fundaments stürzte eine bereits aufgeführte dicke Hauptmauer von etwa vier Meter ein und bbgrub die zehn Unglücklichen unter dem Schutt. Die Feuerwehr konnte erst nach stundenlangen, äußerst vorsichtigen Rettungsarbeiten die Verschütteten bergen. Drei ftarben bald danach an den schweren Verletzungen, während die übrigen schwer verwun- b e t im Krankenhaus liegen. Unfetgang eines Hamburger Schoners — vier Mann ertrunken. Der in Helsingborg beheimatete Dampfer „Wanja" teilte d«rch Funkspruch mit, daß er vier Mann der Besatzung des in Hamburg beheimateten Schoners „Clare Elise", der in der Nähe des Feuerschiffes „Svenska Björn" gesunken ist, gerettet hat. Die Geretteten sind der zweite Steuermann K ü nz e 1 und di« Jungmatrosen Wehrauch, Höckel und Radau. Von Bord des Dampfers sah man, wie der Schoner langsam sank, aber bevor der Dampfer die LlnfaUstelle erreichen formte, waren der Kapitän, der erste Steuermann und noch zwei Mann der Besatzung des deutschen Schoners ertrunken. Zusammenstoß zwischen Flugzeug und — Straßenbahn. In Cinisello bei Mailand st ü rzte dieser Tage kurz nach dem Start wegen Motordefekts ein Z i - vilflugzeug in eine Straße der Stadt ab. Eine gerade ankommende Straßenbahn fuhr auf das brennende Flugzeug auf, wobei mehrere Insassen der Elektrischen verwundet wurden. Der Pilot erlitt ebenfalls schwere Verletzungen. Starker Rückgang der deutschen Auswanderung. Im zweiten Vierteljahr 1932 sind insgesamt 1 37 4 Deutsche nach Hebersee aus- gew ändert. In dieser Ziffer prägt sich ein starker R-ü ck g a n g der deutschen Auswanderung aus; im gleichen Vierteljahr des Vorjahres sind noch 3172 Deutsche nach Aebersee aus- gewandevt. Im gleichen Zeitraum 1930 sogar 10 504. Dreißig Schwerverletzte bei einem australischen Reilersesi. Ein merkwürdiger Unfall ereignete sich bei einem großen Reiterfest in Adelaide, das zu Ehren des größten Pferde- und Viehzüchters Australiens, ©ir Sidney Kidmans, veranstaltet wurde. Eine Herde Pferde wurde scheu und jagte in die insgesamt 40 000 Personen zählende Zuschauermasse hinein. 30 Personen wurden schwer und hundert weitere leicht verletz . 28. Internationale Lufttransporttagung in Venedig. In Venedig wurde dieser Tage die 2 8. Sitzung der Internationalen Lufttransport-Vereinigung IATA durch eine Begrüßungsansprache des italienischen Luft- sährtministers B a 1 b o eröffnet. Den Vorsitz der Tagung, an der Vertreter fast sämtlicher europäischer Luftverkehrsgesellschaften teilnehmen, führt der Präsident der italienischen Luftverkehrsgesellschaft Societä Aerea Mediterranea. Auf dem Programm der JATA-Konserenz stehen Besprechungen wirtschaftlicher, technischer und luft- rechtlicher Art. Direktor Wronski von der Deutschen Lufthansa, der Vorsitzende der Post- kommission der IATA, wird u. a. auch über den Ausbau der Zusammenarbeit der Verkehrsmittel ein Referat erstatten. Oer Fuchsjäger am Kap Zoe. Tragisches Schicksal im hohen Norden. Von $. Arnold. i sinsalls in Eis ' i ei, suchten mzw a-a i.'hnrh hH5 ( jfre jedoch das ( »eenheit zu ent fräbeis zu kam; fliehen, daß unfi toste in fcjn^L'te bii rettet kV« Iren em*? W J fei Änstrengunge ' hi Grunde kehrt. *Denig später s : Expedition teil Ja 1 tfi’lM jede Hütt inzWichen Freu 1 irotg. Wir mußte le; Regierung mi I letung der Ung! f In Zeichen der 1J s Tinen langen A h ne u Kollegen aus tt Karte Zeit für r ' dqß der Gelehrte ' bi it machte, weil U Kehr Lebensmitt keinerlei Schuld, die Expedition ni ', Ter Zustand b sicher, er litt ge TSV* £ Mime über o licken-, wenn He Reise zu^bM L sicheren rod v s3er Fuchssüger, Ipzebrochen fein, i 60i ihm gehört: Leise plätscherten die Wellen an den Kiel unseres Bootes, das sich im strahlenden Sonnenschein auf den tiefblauen, klaren Fluten des Fanefjords vor dem herrlichen Städtchen Molde wiegte. Ich lag mit meinem Detter, dem Urbild eines Norwegers, im Boote und schaute in die Wolken, die in wundersamen Gestalten, an Gletscher, Eis und Schnee erinnernd, über uns dahinzogen. Möwen wiegten sich im lauen Winde, Heringsschwärme strichen durch die Flut, Fischerboote zogen an uns vorüber, kurz, es war ein strahlender Sommertag in Norwegen. „Sieh die Wolken, sie erinnern mich an Eis und Schnee, Felsen und Gletscher; so mag wohl «das Eisland hoch oben im Norden bei euch aussehen, wo du so lange warst", wandte ich mich an meinen Vetter. Er holte gelassen eine der Angelschnüre über den Bootsrand auf, löste einen stattlichen Dorsch von der Angel, schlug den Kopf des zappelnden Fisches gegen die Ruderbank und warf den Dorsch zu den anderen Fischen, die wir gefangen hatten. Dann ihnen einen Hafen. Rom, Florenz, Padua verlieren ihren Binnencharakter, verlieren ihn bewußt und mit Willen, der Staat sträubt sich nicht aus falsch verstandenem Eisenbahninteresse dagegen, er zetert nicht über die Konkurrenz, sondern unterstützt im Gegenteil den Aufschwung des Autoverkehrs. Nach den entlegensten Ortschaften in Italien führen jetzt Autobuslinien. Wenn sich die Eisenbahnen, so meint Mussolini, den Rang ablaufen lassen, nun, dann haben sie es eben nicht besser verdient. Weg damit, Gras drüber! Oder noch besser: Bahn und Straße. Hier zeigte Rom den Weg. Im Altertum hatte es in Ostia einen ausgezeichneten Hafen, der nach dem Verfall des Imperiums versandete, vom anschwemmenden Tiber immer tiefer ins Land zurück- geschoben wurde und im Mittelalter als Lebensstrang zwischen Stadt und Meer völlig zerriß. Der gelbe Tod, die Malaria trat ihre Herrschaft an, die bis in unsere Tage dauerte. 211 s aber Mussolini, das Erde der Ahnen antretend, die Wiederaufnahme der Verbindung befahl, Bahn und Autostraße, entdeckte mit einem Schlage die Hauptstadt ihren Lido und verleibte ihn kurzerhand samt einer stundenweit entfernten riesigen Pineta, einem bis dahin in fürstlichem Privatbesitz befindlichen Pinienwald, der Hauptstadt ein. Der 25 Kilometer breite Steppengürtel war besiegt, eine moderne Badestadt entstand im Fluge, selbst der Seehafen soll jetzt in Angriff genommen werden. Auf dieser vorbildlichen Autostraße, neben der links und rechts je eine gleichfalls geteerte Straße für den übrigen Verkehr einherläuft, zahlt man keine Gebühr, ist jebe Geschwindigkeit erlaubt und nachts kann und darf nur mit Stadtlichtern gefahren werden, denn die Straße ist entsprechend beleuchtet. Sie wurde so zur verkehrsreichsten Nacht- straße, in zwei ununterbrochenen Ketten, wie bei einem Paternosteraufzug, rollen die Wagen aneinander vorbei. Wunderbar, diese warmen Sommernächte am römischen Meer, eine wie die andere voll großer Sterne, niemals Staub und Hitze, niemals Regen. — _ Don Florenz ist es dreimal so weit an den Strand, immerhin, in einem Dreiviertelstündchen schafft man’s leicht. Der dumpfe Amokesfel schreckt nicht mehr. Die Herren in Padua springen vom Bürostuhl ins Auto und vom Auto in die Gondel, denn man hat jetzt eine Brücke nach Venedig hinübergebaut, und von der Gondel in den Strandkorb, wo die Signora schon wartete. Das moderne Italien eignet sich gut für Wochenendbetrieb. versah er seine Angel mit einem neuen Köder, griff in die Tasche und zeigte mir eine kleine, braune Tabakspfeife, eine ganz gewöhnliche Pfeife, wie wir sie selbst zu rauchen pflegen. „Diese Pfeife erinnert mich immer wieder, wenn das Gespräch auf den Norden meiner Heimat kommt, an das Schicksal von Männern, das seinesgleichen sucht", sagte er. „Du machst mich neugierig", erwiderte ich, „wenn ich nicht zu trübe Erinnerungen in dir erwecke, so wäre ich dir dankbar, wenn du mir von jenen Männern, deren Geschick dir so nahe zu gehen scheint, erzählen wolltest." Mein Vetter sann eine Weile vor sich hin, bann begann er: „Hoch oben im Norden, am Kap Zoe, hauste ein Fuchsjäger, der in Eis und Schnee seinem harten Handwerk nachging und die kostbaren Pelze besorgte, die unsere Damen so gern tragen. Durch den besonders schnell einbrechenden Winter und das starke Eis wurde er vor einigen Jahren einmal von jeder Verbindung mit der Außenwelt Nach dem Wasser die Berge. Der „Straße des Meeres" hat der Duce die „Straße der Berge" auf. dem Fuße folgen lassen: in 40 Minuten huscht man von der Piazza Venezia, die 10 Meter über dem Meeresspiegel liegt, auf den 100 Meter hohen Monte Cavo in den Albaner Bergen hinauf, um auf den Quadern des Jupiterheiligtums vor gold- schimmerndem Frascati die Jahrtausende, Himmel und Berge über der ungeheuerlichen nächtlichen Campagna durcheinanderstürzen zu sehen. Zu Goethes Zeiten wäre das eine Tagreise mit alpinen Abenteuern gewesen. Wer wagte sich vor einem Kindesalter im Wagen über Neapel hinaus? Behauptete nicht Maeterlinck, in Sizilien die Hölle erlebt zu haben, als er eine Panne hatte? Ein nordischer Journalist, der tollkühn einen Kleinwagen dorthin steuerte — also, Roß und Reiter sah man niemals wieder. Oder, um nicht zu übertreiben: nach Jahr und Tag kam er als gereifter Fußgänger zurück. Jetzt haben sie dem Reich der Maffia ein Netz parkettglatter Autostraßen ubergeroorfen und nebenbei eine den Aetna hinaufgefuhrt. Autostraße auf den Krater hinauf, jawohl, durch Urwälder und rauchende Lava hindurch. Am 28. Oktober dieses Jahres tut der Duce den ersten Spatenstich zur ersten Spezialstraße für Lastkraftwagen, der Genua mit Mailand verbindenden Camionale. Hundert Millionen kostet der erste Ab- schnitt. Dafür werden die Schiffsbäche unmittelbar an die lombardische Hauptstadt herangebracht. Wer denkt nicht an das Rom der Cäsaren, das seine Macht ausbreitete über den ganzen Kukturkreis, indem es vor allem Straßen baute? Zeitschriften. — Sm Suli-Augusthest der Europäischen Gespräche (Verlagsbuchhandlung Dr. Walther Rothschild. Berlin-Grunewald) wird von dem holländischen Gelehrten Dr. H. E. Enthoben in einem „Kiderlen-Wächter und die deutsche Agadir-Politik" betitelten Aufsatz die deutsche Marokko-Politik und damit zusammenhängend die Politik gegenüber Frankreich im Licht neuester Quellen und Meinungen dargestellt. Aus wei- terer Vorkriegszeit wird von Maximilian Claar das Thema „Die garibaldinische Idee nach Garibaldi" erörtert; er sieht in den als große Staatsaktion auf gezogenen italienischen Feiern zum 50. Todestag Garibaldis einen Ausdruck dafür, daß der Garibaldismus heute restlos im Faschismus aufgegangen ist. W freit Sni« Ä W» Tie Menschen, die iren sind, übet] fcimbern sich fr [ererben venu .Freizeit danach je?enid[[8 durch ■ Duh jemand vi se r. Tie wenig bah beim \ .Körpergewicht < feilte. Statt de Me ein Dein ü M gänzlich un. i Gutsitzendes, b .1 M lange nicht Jörger Faktor 0R- tzvhe Absät 9! den dein Fuße i MM und a: leibst er jno Hornhaut; ?■ 'kniete durch Aeik MlaK Kerzen, hie b w fe Mäuie JS W IS Man, “4 W le; linb8^Unf«n , die ltotite jsgäfe ®Qnn derA erste runken. ^Un9 °6 •alnfrK r-«. raß, tz, pln 3 i - Seilbahn ° >Qb- mehrere da, ungen. ”*"* ^°um 1930 sogar Ne 1 Metltfi. MSZ o ®2e )e "[^ rkn,ttofl in Benebig. •Wjtt Lage bie 28, tionalen Luft, un« JAT2 burch "alieni'chen Luft, met Den QJorfitj der Jaft sämtlicher euto« lösten teilnebmen, italienilchen Luftver. ^erea Mediterranea. TA-Konferen- stehen t, technischer und lüft. Dronski von her iorsihenbe ber Post- rb u. a. auch über menatbeit ber leferat erstatten. Zoe. «^geschnitten, und es war unmöglich für ihn, ohne »reichende Nahrungsmittel in der Einsamkeit die ä mnie Kälte des Winters zu überstehen. Ich be- Rnd^nich damals auf dem Observatorium in Kings- Wi) auf Spitzbergen und meldete mich sofort zu fcier Hilfsexpedition für den Fuchsjäger. Zwei Tage Mr 'Abgang'der Expedition zog ich mir eine schwere » iloergistung zu, die ich damals grimmig oer- richte, da sie mich hinderte, meine Absicht aus- sühren. Heute bin ich dieser Blutvergiftung dank- ir, denn sie rettete mir das Leben. , 'zlber ich will in meiner ErMlung nicht vorgrei- n. Die Expedition brach also ohne mich auf, fie stand nur aus zwei Männern und war auf Anisa eines Gelehrten, meines Mitarbeiters im Ob» oatorium, mit allem nötigen Proviant für drei onate versehen, um die Reise durchzuführen, die richt allzu lange dauern konnte. Aber ein Tag rftrid) nach dem anderen, ohne daß wir etwas n dem Fuchsjäger oder unseren Kameraden ii L n 7uh hatte mich von der Blutvergiftung erholt und anb darauf, an einer neuen Hilfsexpedition teil- trnen zu dürfen, die unsere beiden Kameraden id den Fuchsjäger auffucben sollte. Unter Leitung 18, erfahrenen Eismeerschiffers fuhren wir ab id hatten mit grimmigen Nordweststürmen und i»r grausigen Kälte zu kämpfen. Die Hütte des ichsjagers auf Kap Zoe erreichten wir auch, fan- aber; keine Spur unserer Gefährten. In der nie ersahen wir aus den Aufzeichnungen des uhsjägers, daß dieser nicht mit Hilfe gerechnet und io auf eigene Faust auf den Heimweg begeben he. Diese Heimreise war an und für sich schon rsrungslos, wurde aber dennoch von dem tapfe- - Manne über das Fjordeis versucht, da er we- iskens, wenn auch nur geringe, Hoffnung hatte, fc; Reise zu überstehen, während er in Kap Zoe ttt’ sicheren Tod vor Augen sah. I Der Fuchsjager ist verschollen, er wird im Eise abgebrochen sein, denn wir haben nie wieder etwas 6ti ihm gehört: unsere Gefährten befanden sich et nsalls in Eis und Schnee in höchster Not, und ter suchten verzweifelt nach einer Spur von ihnen, ohe jedoch das geringste Anzeichen von ihrer An> »tienheit zu entdecken. Wir hatten mit schwerem Treibeis zu kämpfen und mußten zähneknirschend «itichen, daß unsere Expedition den uns erwarten- fcci Anstrengungen nicht gewachsen war. Aus die- |(m Grunde kehrten wir erfolglos um. ' Bitnig später jedoch nahm ich an einer neuen Öipeöition teil. Wir kreuzten die ganze Nordküste erlang, jede Hütte untersuchten wir nach unseren irglücklichen Freunden, aber auch diesmal ohne (Erfolg. Wir mußten das Schlimmste annehmen. Don d, Regierung wurde getan, was überhaupt zur Shilling ber Unglücklichen geschehen konnte, aber ! Hornhaut; erstere durch Druck bei zu enger, khtere durch Reiben bei zu weiter Fußbekleidung. Der Plattfuß, welcher große Deschwer^n vcr- rächen kann, ist oft eine Folge zu vielen Stehens. ke>nerzen, die bis zur Hüfte ziehend, die ^-dmp- bme von Ischias vortäuschen, sind charakteristisch bfür. §urch dauernden Blutandrang nach den Deinen Bd damit verbundene Etauungserscheinungen, wie sc burch vieles Stehen bedingt sein können, treten manchmal Krampfadern auf. Sie sind nicht truü häßlich, sondern werden auch gefährlich, wenn sc platzen und große Blutverluste Hervorrufen. L.rH sind sie bisweilen Dorläufer der schwer- hdenden llnterschenkelgeschwüre. Ebenso schädlich wie zu viel Stehen, kann auch p viel Sitzen für unseren Körper sein, besonders, h auch hierbei gedankenlos viele Fehler gemacht P.iden. Biele Menschen hocken, statt zu sitzen. SaPei wird der Oberkörper zu weit nach vorn gbeugt, die Brust eingedrückt, die Wirbelsäule gErümmt. Der Brustkorb verkümmert, die Wirtz L'äul« verkrüppelt. Die Lungen verlernen es. sh richtig, d. h. vollständig auszudehnen, denn !».- hab nmi'i-r adt h^L seine [jaule- '^Surop^Ä- Mndlung L °°n NO ktzM wollen. Sie machen Spaziergänge, turnen oder treiben Sport. So gibt instinktiv der Körper selbst seine Bedürf- Nisse, seine Wünsche kund. Es heißt nur, darauf achten, dem willfahren. Todessturz vom Fahrrad. Am Samstag gegen 11 Uf>r kam die etwa 20jährige Studentin Marie Germer von Gro- ßen-Linden (die Tochter des dortigen Geistlichen), als sie die Frankfurter Straße in Klein-Linden entlang fuhr, so unglücklich zu Fall, daß sie mit schweren Kopfverletzungen bewußt- los liegen blieb. Ein kleiner Junge,, der kurz vor der Derunglückten die Straße überqueren wollte und anscheinend dadurch den Unfall heraukbeschwor, wurde ebenfalls im Gesicht, an den Armen und an den Deinen verletzt. Der wenige Minuten später an der Alnfallftelle erschienene Arzt Dr. Wagner von Gießen, leistete erste Hilfe und veranlaßte die Lieberführung in die Chirurgische Klinik zu Gießen. Wie wir erfahren, .ist die Derungluckte noch im Laufe des Samstagnachmittags den erlittenen Verletzungen (schwerer Schädelbruch) erlegen. Bernard Ette im Lichtspielhaus. Bernord E t t 6, der von Radio und Schallplatte her nicht unbekannte Jazzsinfoniker gastierte am Sonntagöornüttag mit seinen 15 Solisten — deren jeder ein Künstler genannt werden darf — im Lichtspielhaus Bahnhofstraße. Ein umfangreiches, lebendiges Programm gelangte zur Aufführung. Den Zuhörern wurde Musik geboten, die zu Tanz und Fieoe'o'glock unterhaltsamstes Element darstellen mag. Aber auch als Konzertmusik offenbarte sie hohe Reize. Die zwei Stunden im Lichtspielhaus bewiesen es eindrucksvoll genug und waren nicht verloren. Die Geduld der Zuhörer wurde zunächst aus eine harte Probe gestellt. Die Musiker (das Konzert sollte bereits um 11 Uhr beginnen) trafen erst um die vorgesehene Anfangszeit von Wiesbaden her ein, Um so ernsthafter bemühten sich die Künstler, das Publikum zu entschädigen. Einiges aus dem Pro- qromm fei herausgegriffen. Den einleitenden Darbietungen rein tanzrhythmischer Prägung folgte em Xylophonsolo, virtuos vorgetragen, wie alles, was man im Laufe des Gastspiels zu Horen bekam. Em Trompetensolo von hohem Reiz lies manche un- bekannte Möglichkeit dieses Instrumentes erkennen. Die überaus originelle Interpretation löste anhal- tenben Beifall aus. Ein Glanzstück des Programms stellte die Wiedergabe der Ouvertüre zu „Orpheus in der Unterwelt" dar. Jaques Offenbachs leben- sprühende Komposition hatte eine nicht wesentliche Umgestaltung erfahren, die allerdings weniger motivischer als technischer Natur mar^ da ja die Instrumentation des jazzsinfonilchen Orchesters berücksichtigt werden mußte. Die Kapelle spielte mit einem hinreißenden Schwung, der sich besonders im Finale zu großartiger Wirkung steigerte. Robert «tolzs Wien wird bei Nacht erst schon wurde — eben- fall umgestaltet — auch sehr reizvoll wiedergegeben. Geigengeflüster, nachfolgendes Lwrte der Trompeten, Gesang, orchestrale Aufnahme der Themen, lösten sich in scheinbar willkürlicher Folge ab, sicherten aber den Erfolg. Der Sänger, ber über eine sehr sympathische Stimme verfugte mußte sich bes öfteren zeigen. Im zweiten Teil bes Programms gefiel befonbers bas Lieb „Grün ist bie cheibe , bas vom Orchester sehr oielgeftattig miebergegeben wurde Ammy Walker gehlund will wiederkommen Oer populärste Oberbürgermeister der Welt. Jimmy Walker, der populärste Aeuyorker und wohl der populärste Oberbürgermeister der Welt, sieht, wie ihm sein Prozeß gegen Aooscvelt verloren geht. Es liegt in der Art dieses lebenslustigen Stadtoberhauptes, in einem solchen Fall selbst kurzen Prozeß zu machen. Während das Gericht prüft, ob Waller noch würdig sei, das Amt eines Bürgermeisters von Aeuyork fürder zu bekleiden, wirft Waller — auf gut Deutsch gesagt — dem Gouverneur den Kram vor die Füße. Dieser Optimist, den man nie anders gesehen hat als mit lachendem Gesicht, in den Amtsstuben, bei hochoffiziellen Empfängen und auch nächtens auf heimlichen Bergnügungstouren in jene Gefilde, wo man sich für den Endkampf um die Prohibition mit Wein und Whisky stärkt, vertraut auf seine Popularität und hofft, daß seine Aeuyorker bei der Neuwahl dem Gouverneur eine gründliche Lektion erteilen werden, ilnb wenn nicht? Was kann daS für Walker bedeuten? Biele Industrie- und Handelshäuser wären bereit. Walker sein Körpergewicht in Gold zu geben, wenn sie ihn als Repräsentanten gewinnen könnten. Wo ist in ganz Amerika ein zweiter Mann mit so nettem Gehabe, so gewinnendem Lächeln und so tadellos sitzenden Anzügen? Das Rücktrittsgcsuch Walker« ist von lakonischer Kürze. Ss besteht auS 17 Worten. Beigefügt ist eine lange Erklärung, die eine Anklageschrift gegen den Untersuchungsausschuß und die DerhandlungS- rnethoden des Gerichts in Albany darstellt. Waller erklärt darin, daß es für ihn mit jedem Tag klarer geworden sei, einer außerordentlichen Inquisition unterworfen zu werden. Sr vergleicht das Verfahren vor dem Gouverneur mit der Praxis eines summarischen Kriegsgerichts, die gegenüber den hier geübten DerhandlungS- rnethok^n noch liberal erscheinen müsse. Rach der Bekanntgabe deS Rücktrittsgesuchs erklärte Walker, wie immer lächelnd, daß er sich jetzt viel besser fühle, er werde Reuyork verlassen und sich eine schöne lange Erholung gönnen. Die Erholung wird wohl bis Rovember dauern, wenn die Reuwahlen ftattfinben. ES ist jedoch möglich, daß die Aufsichtsbehörden Reuwahlen erst dann wieder zulassen, wenn die normale ArntSperiode Wallers abgelaufen ist. das wäre erst im Herbst 1933. Die Leitung der Geschäfte übernimmt nach dem Gesetz biS zur Reuwahl eines Bürgermeisters automatisch der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung. Die Aussichten. daß Waller wiedergewählt wird, siwd nicht schlecht. Man nimmt in Amerika Korruptionsfälle nicht so tragisch wie in Europa, d. h. einem so beliebten Mann wie Walker gegenüber drückt der Amerikaner gern ein Auge, wenn es not tut, sogar beide Augen zu. Waller wurde nach Abschluß der Rechtsstudien erst Dankmann, dann Baseballmanager und — Schlagerdichter. Viele seiner Schlager waren zu ihrer Zeit fast so populär wie ihr Verfasser heute. Dann ließ er sich als Anwalt nieder und als er für den Posten deS Oberbürgermeisters kandidierte, gab die Beliebtheit seiner Schlagertexte bei der Wahl den Ausschlag. Das ist Amerika. Und in diesem Land kommt ein Mann wie Waller nicht unter die Räder. und durch Gesang (nach bem Text von Hermann Löns) zu stärkster Wirkung gesteigert würbe. Dem Liebe „Dein ist mein ganzes Herz!" aus Lehärs „Das Lanb bes Lächelns^ war ber Erfolg von vornherein gegeben. Besonders gefiel hier bas Unisono ber Geigen. Bernarb E11s zeigte sich in bem bekannten Walzerlieb „Zwei Herzen im Dreivierteltakt" als Violinvirtuose von seiner stärksten Seite. Marsch unb Foxtrott „Hoppla, jetzt komm ich!" gefiel ob seiner Originalität; ein luftiges Walzerpotpourri, burch allerlei mimische Scherze oeroollstän- bigt, beschloß bas anregende Programm. Das Publikum dankte dem Orchester und seinem temperament- vollen Dirigenten mit anhaltendem Beifall. Freiwilliger Arbeitsdienst auf dem Sportplatz. Die Spielvereinigung 1 9 00 trug sich schon seit langer Zeit mit dem Gedanken, den Sportplatz an der Liedigshöhe auszugestalten und in seiner gairzen Gröhe für den Sportbetrieb nutzbar zu machen. Die Projekte scheiterten bisher an der Finanzierungsfrage. Runmehr tritt man aber dem lang gehegten Plane näher. Der Freiwillige Arbeitsdienst soll zu den Erdbewegungsarbeiten (um die es sich ja in der Hauptsache handelt), herangezogen werden. Der Verein hat einen entsprechenden Antrag gestellt, der inzwischen vom Landesarbeitsamt Frankfurt genehmigt wurde. Die Arbeiten wurden bereits heute morgen in Angriff genommen. 20 Erwerbslose unter 25 Jahren werden voraussichtlich bis zum 31. Dezember Beschäftigung finden. Vorgesehen ist die Schaffung eines weiteren Spielfeldes in der Größe von 85x45 Meter (unmittelbar in der Rähe des Einganges), ferner die Verkürzung des Hauptspielfeldes und eine entsprechende Verkürzung der Aschenbahn von 424,70 Meter auf 400 Meter. Auf dem östlichen Teil der Sportplatzanlage wird ein Tennisplatz geschaffen. Eine Untermauerung eines Teiles der Umfriedigung ist ebenfalls vorgesehen. Die Arbeitsdienstwilligen rekrutieren sich aus den Erwerbslosen des Vereins. Cs ist erfreulich, daß die Spielvereinigung 1900 auf diese glückliche Weise nach ihren Kräften der Erwerbslosigkeit steuern hilft. "Ein F ün f u n d s ie b z ig j äh r ige r. Der Schlosser Louis Goß begeht am morgigen Dienstag, 6. September, in aller Rüstigkeit seinen 75. Geburtstag. Es war dem Jubilar vergönnt, in diesem Jahre mit seiner Ehefrau die goldene Hochzeit zu feiern. ** Zirkus Straßburger abgereift! Der Zirkus Straßburger, ber am Freitagmorgen in Gießen eintraf unb noch am 2Ibenb fein erstes Gastspiel gab, hat nach nur noch vier weiteren Vorstellungen gestern abenb seine Zelte mieber abgebrochen. Noch im Laufe ber Nacht würben bie Wagen verloben. Gegen 1.20 Uhr heute morgen ftanb ber Sonberzug bereits zur Abfahrt nach Wetzlar fertig. Um 6.56 Uhr verließ ber umfangreiche Sonberzug den Gießener Bahnhof. Es oerbient in bie,em Zusammenhang bie Tatsache befonbere Erwähnung, baß burch bie exakte Zusammenarbeit ber Reichsbahn mit ber Zirkusleitung ber umfangreiche An- unb Abtransport völlig reibungslos vor sich gehen konnte. Für bie hiesige Reichsbohnbienststelle ergab sich burch bas Gastspiel bes Zirkus eine umfangreiche Mehrarbeit, ber man jeboch bank sorgfältiger Vorbereitung unb bank bes Einsatzes aller Beamten vollauf gerecht werben konnte. Der Zirkus Straßburger wirb bereits heute abenb in Wetzlar feine Eröffnungsvorstellung geben. •* Zugverlegung aus Anlaß des Zirkusga st spiel s. Aus Anlaß des Gastspiels des Zirkus Straßburger in Wetzlar werden die Personenzüge Rr. 474 Gießen—Limburg, Gießen ab 22.18, Rr. 1649 Gießen—Dillenburg, Dießen ab 23, am Dienstag, 6. September später gelegt. P 474 Gießen—Limburg fährt in Gießen um 22 48 und in Wetzlar um 23.16 Uhr ab. P 1649 Gießen—Dillenburg fährt in Wetzlar fünf Minuten später — also um 23.21 Llhr — ab. P 1734 Wetzlar—Grävenwiesbach fährt in Wetzlar um 23.20 älhr ab. * Dezirks-Lehrerverein Dießen- Land. Der Dezirks-Lehrerverein Giehen-Land hielt am Samstagnachmittag im Zeichensaal der Goetheschule eine Konferenz ab. Rach herzlicher Begrüßung durch den Vorsitzenden, Lehrer Hofmann (Lang-Göns) hielt Lehrer Dr. Del) (Gießen) einen Vortrag über das Thema „Moderner Zeichenunterricht in der Volksschule". Der Redner gab zunächst einen Rückblick über den Zeichenunterricht in den letzten Jahrzehnten, führte dann in den neuzeitlichen Zeichenunterricht ein und machte die Zuhörer, unter denen sich auch Lehrer aus den benachbarten De^irksvereinen befanden, mit einem Lehrgang für die vier Zeichenjahre der Volksschule bekannt. Eine Ausstellung von Schülerarbeiten lieh erkennen, welche Anregungen schöpferisch gestaltender Art den Kindern im neuzeitlichen Zeichenunterricht geboten werden. Lehrer Hofmann als Vorsitzender dankte unter dem Beifall der Anwesenden dem Redner für seine interessanten Ausführungen. Die Konferenz sand ihre Fortsetzung im Hotel Köhler. Es wurde über interne Angelegenheiten beraten. Deutsches G, Frisches Ei! In den langjährigen Bemühungen um Qualitätssteigerung unb Abfatzbefferung auf bem Gebiet ber Geflügel, unb Eierwirtschaft ist jetzt ein gewisser Abschluß erreicht. Die Eierveroronung vom 17. März 1932 will Drbnung schaffen auf bem beutschen Sier- markt. Sämtliche aus bem Auslanb nach Deutschland eingeführten Eier müssen ben Stempel bes Her- kunftslanbes tragen, b. h. jeber Käufer, insbefonbere bie Hausfrau, benen an ber Frische bes Eies am meisten gelegen ist, können letzt erkennen, woher bas einzelne Ei stammt, welchen Weg es bereits zurückgelegt hat. Es stempeln beispielsweise: Land: Kennzeichnung: Belgien = Belgica Bulgarien - Bulgarin Dänemark = Dani sh Estlanb -- Estonia Finnlanb Frankreich Griechenlanb = Finlande -- France -- Grdce Hollanb -- Holland Italien -- Italia Litauen = Lithuania Rußlanb - USSR Schweiz = Suisse Spanien - Espania Uruguay -- Uruguay Darüber hinaus müssen Eier, bie im In- ober Ausland im Kühlhaus lagen, besonbers gekennzeichnet fein mit einem Dreieck, bas in ber Mitte ein K zeigt. Konservierte Eier müssen ben Ausbruck .Konserviert" tragen. Die damit erreichte Uedersicht- lichkeit wirb noch verstärkt burck bie Schaffung ber beutschen Eierhanbelsklassen. Die Hanbels- klassen (Stanbarbs) ber Eieroerorbnung orbnen bie Ware in zwei Gütegruppen zu je fünf Gewichtsgruppen. Die Gütegruppe 1 „Postfrische Eier" (G 1) un*' bie Gütegruppe 2 „Frische Eier" (G 2) ist kenntlich an bem runben Stempel „Deutsch", ber außerbem bas Gewicht bes einzelnen Eies enthält, nämlich S = Sonberklasse, A - Große Eier, B - Mittelgroße Eier, C = Gewöhnliche Eier unb D = Kleine Eier. Bei dieser Ware hat ber Käufer bie Gewähr, Qualitätseier zu erhalten, bie feinen Be- bürfniffen unb ben 2lnforberungen ber gesetzlichen Vorschriften entsprechen, benn jeber an bem Verkauf unb bem Vertriebe biefer Eier Beteiligte — ob Landwirt, Sammelstelle, Groß- oder Kleinhändler — ist aufs strengste verpflichtet, laufend darüber zu wachen, daß bie Ware im Zeitpunkt bes Verkaufs unb ber Weitergabe ben vorgeschriebenen Sebin- gungen entspricht. Die bei ben Lanbwirtschastskam- mern gebildeten Ueberwachungsstellen sorgen laufend für die Innehaltung ber Bestimmungen. Die beutschen Käufer haben es nunmehr in der Hand, bei jedem Kauf bie Entscheibung zugunsten bes beutschen Erzeugnisses unb ber beutschen Han- belsbilanz zu treffen. SJl.-'fpoit Llm den Städte-Achter. Gießener Rudecgesellschafi siegt mit großem Vorsprung. In Anwesenheit zahlreicher Freunde des Rudersports gelangte am gestrigen Rachmittag der Kampf um den Wanderpreis des Städte-Achters von Gießen und Wehlar zum Austrag. Leider war diesmal die Stadt Wehlar nicht im Rennen, so daß die Veranstaltung zu einer rein lokalen Angelegenheit der Gießener Rudervcreine wurde. Das Rennen begann sehr pünltlich. Erwartungsgemäß setzte sich der Achter der Gießener 'Rudergesellschaft bereits nach einem kurzen Bord-an-Bord-Karnpf über 150 Meter an die Spitze und behauptete sie unentwegt. Allmählich wurde der Vorsprung vergrößert und im Ziel lag der Achter der GRG. mit etwa über drei Längen in Front (Zeit: 6: 19,4 Minuten.) Zwischen den Mannschaften des Vereins Rudersport und Ruderklub Hassia entwickelte sich anfänglich ein heftiger Kampf, den der Verein Rudersport für sich entschied. Mit einer knappen Länge vor dem Achter des Ruderklubs Hassia ging die Mannschaft von Rudersport durch das Ziel. Der siegreichen Mannschaft der Gießener Rudergesellschaft wurden allseits — auch von den Ruderern der beiden unterlegenen Boote — herzlichste Glückwünsche zuteil. In einer kurzen Ansprache begrüßte der Vorsitzende des Ruderklubs Hassia, Herr S ch ü ß l e r. die vielen Zuschauer, die Mannschaften, insbesondere aber den Vertreter der Stadt, Herrn Bürgermeister Dr. S e i p. Bürgermeister Dr. S e i p nahm sodann die Preisverteilung vor, beglückwünschte die Mannschaft der GRG. zum Siege und wies auf den Sinn des Wettkampfes und den Sinn der Stiftung des Wanderpreises hin. Mit einem dreifachen kräftigen „Hipp-Hipp-Hurra" auf die teilnehmenden Mannschaften beschloß er seine Ansprache. Der Vorsitzende der Gießener Ruder- gescllschaft, Herr H o ch st ä t t e r, übernahm zum Schluß den Wanderpreis zu treuen Händen. Sonntag der KußbalL-tteberraschungen. Spiele der Gießener Mannschaften. Der gestrige Sonntag brachte zwei große lieber« raschungen. Die beiden Gießener Fußballmannschaften lieferten Ergebnisse, wie sie nie erwartet wurden. Die Liga der Spielvereinigung verlor gegen die 1. Mannschaft des FC. Frohnhausen mit 3:1 Toren. Im Spiele selbst wurde nichts Besonderes gezeigt. Schon bei Halbzeit stand der Kampf 2:0 für die Gäste. Die Liga des BfB. gewann gegen die Liga des Sportvereins Wetzlar mit 2:1 Toren. Zwar wurden die Grünweißen glückliche Sieger: das Ergebnis bleibt ober trotzdem eine riefengroße lieber« rafchung. Die 1. Iugendmamifchaften der beiden Vereine lieferten sich ein Lokaltreffen, das die Jugendlichen der Spielvereinigung für sich entscheiden konnten. 4:2 lautet das Ergebnis. Die Schülermannschaften der beiden Vereine trennten sich mit dem Ergebnis von 2:0 für VfB. Die übrigen Mannschaften der Spieloereinigung waren spielfrei. Die Ligareferve des VfB. gewann gegen die 1. (Elf von Flensungen mit 1:0. Die 3. verlor gegen die 1. von Sportfreunde Wetzlar mit 1:2 Toren. Fußball in Hessen-Hannover. Rur knappe Favoritensiege. Der zweite Kampftag sah in der Oberliga von Hessen-Hannover allenthalben gleichwertige Mannschaften in hartnäckigen Kämpfen. Die Mannschaften aus der Provinz machten den Kasseler Vertretern das Leben recht schwer, sie sind ebenfalls ausgezeichnet für die Punktkämpfe gerüstet und werden in den zukünftigen Spielen nicht kampflos die gewonnene Vorherrschaft an die Kasseler Vereine wiederum abtreten. Hermannia Kassel kam auf eigenem Platze gegen die Marburger Kurhessen nur zu einem 0:0. Spielverein Kassel mußte sich gewaltig strecken, um schließlich gegen die Hersfelder Hessen 3:2 zu siegen. Auch die Fuldaer Borussen kamen in Marburg über die dortige Germania nur zu einem knappen 4:3- Erfolg, und die Kurhessen Kassel konnten in Göttingen gegen 05 den 2:0-Sieg erst nach der Pause sicherstellen. Lleberraschungen am Main. Die Verbandsspiele des 4. Septembers. Die Kämpfe um die Placierung in der Tabelle der Gruppe Main werden allmählich eine sehr spannende Angelegenheit. Kein Sonntag vergeht ohne Heberraschungen, ohne daß nicht der ober jener Favorit Punkte lassen muß. Diesmal mußte der Meister Eintracht in Bieber sich ein 1:1- Llnentschieden gefallen lassen, mit dem man wohl nach dem sicheren Sportvereins sieg am letzten Sonntag nicht gerechnet hatte. Auch die mit an der Tabellenspitze liegenden Offenbacher Kickers konnten in Reu-Isenburg nur ein 2:2 herausholen, so daß nun der Fußballsportverein als lachender Dritter nach seinem sicheren 4:0- Erfolg gegen Hanau 93 allein in Führung liegt. Die größte Lkeberraschung des Tages aber war die 1:2°Riederlage von Union Rieberrad gegen den Renting Sportfreunde Frankfurt auf eigenem Platze. Rotweih hatte mit Friedberg keine Mühe: mit 6:0 lieh er dem Reuling keine Chance. Verbandsspiele der Gruppe Hessen. In der Gruppe Hessen waren bislang nur noch die beiden Wormser Vereine Wormatia und Alemannia- Olrimpia ungeschlagen. Am Sonntag haben nun die „Kombinierten" die führende Wormatia 3:2 (1:1) schlagen können und sich damit selbst an die Tabellenspitze gesetzt. Al-Ol. weisen 9:1 Punkte auf. Mit 8:2 Punkten folgen Wormatia und Mainz 05 auf dem zweiten Platz. Mainz 05 hat Kastel mit 3:2 abfertigen können. Auch in zwei anderen Spielen gab es Siege der Platzherren. Langen fertigte Wiesbaden 2:0 ab und Urberach schlug Bürstadt 2:1. Lorsch und Mombach trennten sich mit einem 1:1. Frankfurter „Goethe-Staffel". Turnverein 1860 gewinnt vor Turnverein Vorwärts. Zum neunten Male trugen am Sonntag die Frankfurter Turner ihren alljährlichen Staffellauf aus, der aus Anlaß des Goethe-Iahres als „Goethe-Staffel" benannt wurde. Die Veranstaltung war im Gegensatz zu den früheren Iahren anders aufgezogen. Statt der 30 Läufer wurden für die Strecke nur noch 23 Läufer eingesetzt und außerdem wurde der Main nicht mehr durch einen Läufer auf der Brücke, sondern durch zwei Schwimmer überquert. Diese Reueinteilung und die durch den Ausfall einiger Läufer vergrößerten einzelnen Teilstrecken machten den Lauf wesentlich schwieriger. Die Entscheidung in der Haupt- klasse fiel auf den beiden Schwimmstrecken im Main. Der als Erster ins Wasser gegangene Turnverein Vorwärts kam erst als Dritter ans Land, während der Turnverein 1860, dessen erster Schwimmer erst als vierter Mann ins Wasser gehen konnte, als Erster das Frankfurter User erreichte, so daß der erste Läufer auf der Frankfurter Seite einen Vorsprung von 100 Meter erreichte. Diesen Vorsprung verteidigten die 1860er zähe auf der ganzen Strecke. Der Tv. Vorwärts, der bisher fünfmal den Staffellaus gewonnen hatte, kam zwar noch auf etwa 20 Meter heran, konnte aber den Sieg des Turnvereins 1860 nicht verhindern. Die übrigen drei Teilnehmer an der Hauptstaffsl, Turngesellschaft und Turnverein Sachsenhausen und Turngemeinde Eintracht, spielten nur am Anfang eine Rolle. Der Tv. Vorwärts Bockenheim hielt sich durch Siege in der S-Klasse, bei den Jugendlichen und den Schülerinnen schadlos. Rach Schluß des Laufes, dem auf der ganzen Strecke, besonders an beiden Mainusem, aus der alten Drücke und am Ziel sehr viel Zuschauer beiwohnten, fand ein Werbemarsch zum Goetheplah statt, wo die Siegerverkündigung, verbunden mit einer Goethe- Ehrung, stattfand. Deutscher Radrennfahrer wird Weltmeister in Hom. Der deutsche Radrennfahrer Richter (Köln) gewann am Samstagabend bei den Weltmeisterschafts- kämpfen in Rom den Entscheidungslauf der Amateurflieger gegen den Italiener Mozzo und damit den Titel eines Weltmeisters. Der zweite deutsche Teilnehmer Fracht (Breslau) wurde in diesem Rennen Dritter. Kurze Sportnotizen. Die erste Niederlage erlitt am Samstag der deutsche Fußballmeister Bayern München im Verbandsspiel gegen den Lokalgegener Teutonia mit 1:0. Die übrigen Samstags-Verbandsspiele in Süddeutschland hatten folgende Ergebnisse: Germ. Nürnberg — DfR. Fürth 1:2, SV. Feuerbach — Spfr. Eßlingen 6:3, Phönix Karlsruhe — FB. Rastatt 3:0. * (Ein zweites Handball-Länderspiel gegen Oesterreich wird Deutschland auf Wunsch der Oesterreicher, die Revanche gefordert haben, wahrscheinlich im Oktober in Wien austragen. * Indiens Hockey-Elf kam zu einem neuen, glänzenden Erfolg. Holland wurde in Amsterdam vor 12 000 Zuschauern mit 9:1 (5:0) überlegen ab-- gefertigt. Süddeutsch land siegte im Handball-Reprä- fentatiofampf gegen Mitteldeutschland in Darmstadt vor 3000 Zuschauern mit 9:6 (3:3). * Weißensee 96 kam durch einen Sieg über den Bremischen Schwimm-Berband in die Schlußrunde zur Deutschen Wasserballmeisterschaft. Die Internationale Alpen-Meisterschaft der Sport- und Rennwagen ist in beiden Klassen an die deutschen Fahrer Hans Stuck (Mercedes) und Caracciola (Alfa Romeo) gefallen, die auch beim letzten Lauf der Meisterschaft, dem Mont Ventoux-Bergrennen in ihren Klaffen überlegene Sieger blieben. Chiron gewann auf seinem Bugatti-Wagen in der großen Klaffe das Mafarky-Rennen bei Brünn. Nuvelari auf Alfa Romeo erlitt als Führender einen Defekt. In der kleinen Klaffe-blieb der deutsche Fahrer Burgaller auf Bugatti siegreich. Großes Arbeitsbienstwerk in Friedberg Friedberg, 3. Sept. (WSN.) Die Ufa- Regulierung im Stadtteil Fauerbach wird zu einer der größten Arbeiten gerechnet, die in Oberhessen durch den freiwilligen Arbeitsdienst zur Durchführung kommt. Im ganzen sind bei diesem Projekt 135 Jugendliche beschäftigt. In Verhandlungen mit dem Arbeitsamt Frankfurt a. M. konnte jetzt sogar eine Profekterweiterung erzielt werden. In den neuen Plänen ist u. a. ein Brückenbau vorgesehen, ferner wird durch Ausfüllung im Baugelände neuer wertvoller Ackerboden gewonnen und dem Ufatal entlang eine Obst- allee angelegt. Es werden weitere 30 junge Leute für einige Monate Beschäftigung erhalten. Kindesentführung? WDR. F r a n k f u r t a. M., 3. Sept. Rach Mitteilung der Friedberger Polizei will ein 13- jähriger Schüler aus Frankfurt a. M. von Autoinfassen am Donnerstag gewaltsam nach Friedberg entführt worden sein. Der Iunge gibt an, daß er in Frankfurt von den Insassen des Kraftwagens nach einer bestimmten Straße gefragt worden fei; bei dieser Gelegenheit habe er die Aufforderung erhalten, in den Wagen zu steigen und bis zu der genannten Straße mit- zufahren. Als der Wagenführer dort nicht gehalten habe, versuchte er durch Schreien die Passanten aufmerksam zu machen. Erst am Bahnhof in Friedberg habe man ihn abgeseht. Auf der ganzen Strecke habe er um Hilfe gerufen; die Insassen des Wagens hätten die Fenster des Wagens geschlossen und ihm schließlich den Mund zugehalten. Briefkasten der Iteöoffwn. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) 100. 1. Für die Geschäftsschulden Ihres Sohnes, der bereits volljährig ist, sind Sie in keiner Weise haftbar. 2. Zur Gültigkeit eines Bürg- schaftsvertrages ist nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch schriftliche Erteilung der Bürgschaftserklärung erforderlich. Eine etwaige Klage des Gläubigers, die sich nur auf die angebliche Bürgschaftsübernahme stützte, müßte deshalb von vornherein kostenfällig abgewiesen werden. 3. Sie haben gegen den Zahlungsbefehl zu Recht Widerspruch erhoben. In dem jetzt folgenden Prozeß | können Sie auch Ihre Ehefrau als Zeugin benennen, obwohl das gar nicht nötig ist; eine Anzeige gegen den Gegner „wegen falscher Angaben" wäre aber ohne Erfolg. Buntes Allerlei. Oer verhaftete Omnibus. In Mailand ist ein voll mit Fahrgästen besetzter Auto-Omnibus „verhaftet" worden. Als zwei Männer das Gefährt, dessen Türen nur automatisch vom Fahrer aus geöffnet werden können, verlassen wollten, schrie plötzlich einer von ihnen: „Richt die Tür öffnenI Mir ist meine Tasche gestohlen worden." Der andere protestierte dagegen und erklärte, er müsse unbedingt aussteigen. Ein Schutzmann wurde herbeigerufen, und da es ihm nicht angenehm erschien, alle Fahrgäste auf der Straße zu untersuchen, so hatte er den glänzenden Gedanken, den ganzen Omnibus mit Inhalt zu verhaften, indem er dem Fahrer den Befehl gab, den Wagen nach der nächsten Polizeiwache zu steuern. Änter einem Chor von Einsprüchen dec Passagiere, die diesen unfreiwilligen Umweg nicht mitmachen wollten, und zum größten Erstaunen der Leute, die an den Halteplätzen warteten, um einzusteigen, fuhr der Omnibus schnurstracks nach der Polizeiwache, und dort muhten sich sämtliche Insassen einer Untersuchung unterwerfen. Unter ihnen wurden zwei alte Bekannte der Polizei gefunden, aber keiner von ihnen war im Besitz der fehlenden Tasche. Diese entdeckte man mit unversehrtem Inhalt unter einem der Sitze. Die beiden Verbrecher wurden dabehalten, die übrigen Fahrgäste wurden nach dieser unfreiwilligen Exkursion entlassen. Oie Llhr im Magen. Das Verschlingen von allen möglichen unverdaulichen Gegenständen kommt häufiaer vor, als man denkt. In erster Linie sind es Geisteskranke, die sich alle möglichen Dinge einverlc den, die man sonst höchstens in einem Straußenmagen zu finden gewohnt ist. Aber auch Schmuggler verschlingen Diamanten, Goldfachen und anderes, um auf dies« Weife dem Zoll zu entgehen, Verbrecher „nähren" sich mit den Dingen, die sie gestohlen haben, sobald sie gefaßt werden, um sie auf diese Weise zu ver« bergen. Auch Selbstmörder verschlucken Nadeln und Messer, obwohl sich immer wieder zeigt, daß dadurch nur selten der Tod herbeigeführt wird, fon< dern der modernen Chirurgie die Entfernung gewöhnlich ohne große Schwierigkeiten gelingt. Kürzlich wurde in das Krankenhaus von Greenwich ein Seemann eingeliefert, der eine Uhr mit Kette und ein Federmesser verschluckt hatte. Er hatte dies bereits vor einer Woche auf hoher See getan. Die Gegenstände wurden mit Röntgenstrahlen festgestellt und konnten durch eine Operation wieder^ herausgeholt werden, ohne daß dem Mann ein dauernder Schaden entstand. In manchen Krankenhäusern werden Billardkugeln, große Nägel, Rasiermesser usw. aufbewahrt, die den Magen von Pa. tienten entstammen. Wie ein englischer Chirurg ausführt, ist die Entfernung größerer Gegenstände meist leichter als die Beseitigung kleinerer, wie Nadeln, die bisweilen eine gefährliche Bauchfellentzündung Hervorrufen. Es gibt Leute, die immer wieder Nägel verschlucken und deren Unterleib infolge der vielen Operationen mit Narben übersät ist. Wirtschaft. • Die Indexziffer der Großhandelspreise vom 3 1. August. Die vom Statistischen Reichsamt für .den 31. August berechnete Großhandelsindexziffer ist mit 95,2 gegenüber der Vorwoche um 0,4 v. Sy gestiegen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten: Agrarstoffe 89,7 (plus 0,3 v. H.), Kolonialwaren 83,5 (plus 0,4 v. Sy), industrielle Rohstoffe und Halb- waren 88,5 (plus 0,8 v. H.) und industrielle Fertigwaren 115,4 (minus 0,1 v. H.). * Saaten« und Ernte st and Anfang September 193 2. Durch das vorwiegend trockene und heiße Augustwetter ist die Getreideernte allgemein gefördert worden. Fast überall ist das Getreide bis auf geringe Reste unter Dach und Fach gebracht. Nur in Ostpreußen, wo in der ersten Monatshälfte starke Unwetterschäden auftraten, sowie in klimatisch ungünstigen Lagen ist noch ein größerer Teil der Halmfrüchte auf offenem Felde. (Einen genaueren Ueberblid über den Gesamtausfall der neuen Getreideernte zu Anfang September werden die in den nächsten Tagen zur Veröffentlichung gelangenden Ergebnisse der neuen Vorschätzung bringen. Für das Wachstum der Hackfrüchte war das trockene Wetter im allgemeinen weniger günstig. Die Futterpflanzen, Wiesen und Weiden haben ebenfalls durch die Trockenheit im August verschiedentlich gelitten. Mit dem zweiten Schnitt ist inzwischen fast überall begonnen worden. Im allgemeinen wird ein nach Menge und Güte befriedigendes Ergebnis erwartet. Franksurtcr Buttermarkt. Im Zusammenhang mit der festen Tendenz int Auslande setzte sich auch hier eine weitere Erhöhung der Preise durch. Das Angebot war ziemlich «klein, so daß die Läger infolge der wesentlich besseren Rachfrage ziemlich geräumt wurden. Sowohl deutsche wie auch holländische Butter zog um 5 Mark an. Die Verkaufspreise des. Großhandels lauten (in l-Ztr.-Tonnen): holländische Butter 130 bis 132, deutsche Butter erste Qualitäten 127 bis 130 Mark. Frankfurter Eiermarkt. Die Tendenz war während der ganzen Woche fest und bei slottem Absatz zogen die Preise gegenüber der Vorwoche von 0,50 bis 1,5 Pfennig an. Die Zufuhren waren ungenügend. Es notierten in Pfennigen per Stück ab loco Frankfurt a. M.: Bulgaren 7,50 bis 7,75, Rumänen 7,25 bis 7,50, Polen 7 bis 7,25, Memelländer und Litauer 7,25 bis 7,50, Holländer 8 bis 9,75, Dänen 8 bis 9,75, Flandern 8,75 bis 9, Bayern 7,75 bis 8, deutsche Frischeier 9 bis 10,50, in- und ausländische Mittel- und Schmutzeier 6 bis 6,50. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frantsurt o. M. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schluß- lurs Schluß!. Mittag- börse Oatum 2.9. 3.9. 2-9. 3.9. 6% 2cur,d)e :Keid)»anleii)e u. 192. 64,5 65 64,5 64 -.% ef)cm.?%St RcichSanl. 6.1929 5’/z% Doung-Anlcihewon 1930 Deutsche Ant.-Ablös.-Schuld mii Auslvj.-Rechten...... 71.75 73 70,9 — 64 65 64 65 53,25 54,13 52,4 54 DeSgi. ohne Auslos.-Rechte . . 6,2 6,45 6,1 6,55 6% ehem 8%t>ch". Bolksstaat 1929 -rUckzahlv. 102%)..... 58,5 - — Oberhessen Provinz-Anleihe mH Auslos.-Rcchtcn ..... 49 50 — — Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1...... 50 51,5 49,25 51 6% ehem. 8% ,yranff. Hyp.-Banl Gvtdpie. 15 unkündbar bis 1935 70,5 73 — — 6% ehem. 7% Franks. Hyv^Baul (liulcmte 16 unkündbar bis 1936 — — — — 6'/,% ehem. 4>/2% Franls.Hyp.- • Bank Lian Pianvbriese . . . 5¥»% ehem. 4'/-% Rheinische Hiw. Bans Liau.-Goldpse. . . 78 79,25 — — 79 80 — — 6% ehem. 8% Pr. Lanvcspsand- oriefanftal: Psandbricse R. 19 68 70,5 67,5 69,5 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- bririnnflal: Pfandbriefe R. V' 68,5 70,5 — — d% Oesterrelchhche Golvrenie . 11 11 11 11,13 4,20% Oesterrcichische Silberrente 1,25 — 1,45 4% Unaarlsche Golorente .... 7,9 8 7,75 8,3 4°„ Ungarische Slaaisrente v. 1910 6,6 7,75 7,75 7,9 4>/z% tcügl. von 1913..... 5% abzcst. Goldmexilancr von 99 — 6,75 7 7,5 7,13 7,1 7,13 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4.1 3,9 3,8 3,9 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih Serie 1......... 4 3,9 _ 4 4% bc8(|l. Serie ll...... 4.95 3,95 — 3,95 5% Ruman. vereint).Rente 8.1903 6,75 6,9 6,8 6,8 4^r%>Rumän.vereinh.Ncnlcv.l913 11,75 11,75 11,9 12 4% Rumänische vereint). Mente 5,7 5,75 5,75 5,4 216% Sinnt nli' 1R 17.3 17.65 Sranffurt 0.271. | Berlin Schluß- kur» Schlußk. Abend« börse Schlußkurs Schlußk. MNtag- börsc Oalum 2.9. 3-9. 29. 3.9. »amvurg-Amerua Pare. Hamburg-Südam. Dampsschiss 0 16,13 17,75 16 17,75 . 0 — — 31,5 Pausa Dampsschiss . . . < _ — 25 27 Norddeutscher Lloyd .... . ( 16.9 17,65 16,65 18 A.G. fftr Verkehrswesen Akt. . 0 46.75 48,5 46,4 48 Berliner Handclsgcsellschast . 4 90,5 91 91 90,5 Commerz, und Privat-Bauk . Darmstädter und Nationalbanl 0 53,5 53,5 53,5 53,5 0 18,5 18,5 Deutsche Bank und Disconio-Gesellschast . 0 75 75 75 75 Dresdner Bant...... 0 18,5 18,5 61,75 61,75 Reichsbanl ...... 1! 132 132 131.5 132 ül.E.G........... . 0 41 42,5 40,65 43,13 Bergmann........ . 0 —— — — 23 Elcktr. Lieserungsgesellschast. 6 72,5 74,5 72,25 75 Licht und Krast...... 6 88 88,75 87,75 89,75 Felten & Guilleaume.... Gesclischasl sür Elektrische 0 52 55,25 53,5 54 Unternehmungen .... 4 74 75 73,75 75,65 Rheinische Elektrizität . . . KB 74 74,5 73,75 73,75 Schuckcrl L Eo....... 0 76,5 80,5 76,5 79,65 Siemen» & Halske..... 9 140,5 143,75 140 142,65 Lahmeyer & So....... 10 95,5 97 93,5 98,75 Buder».......... . 4 36 38,5 35 38 Deutsche Erdöl...... . 5 77,75 79,25 77,5 78,25 Gelsenkirchener...... . 8 41 42,5 40,5 42 Harpener......... . 0 74 75 72 75,25 Hoesch Eisen........ rille Bergbau....... . 6 10 138 — 36,65 135 38 136 Ilse Bergbau Genüsse . . . 94,5 95 94 97 ä'lvdnenücrie . ..... . 6 35 36,5 34,9 36.75 Mannesmann-Rohren . . . . 6 54 55,75 53,75 55 Marisfelder Bergbau .... . 0 23 23,5 23,75 24.9 Oberschles. K okswerke . . . . 8 41,5 43,25 Phönix Bergbau...... 4'/i 23,75 24,75 23,65 25 Rheinische Braunkohlen. . . 10 186,5 186 186 186,5 Rbein-tabi........ . 6 61,5 63,5 61 62,75 Frankfurt a. 371. Berlin Schlußkurs Schlußk. Abendbörse Schlußkurs Schlußk. Mltlag- bSrse Datum 2.9. 3.9. 2.9. 3-9. Riebeck Montan...... 7,: — — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 20 21 19,5 20,75 Otovi Minen....... 0 17,5 20 18,25 19,65 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 110 115 110 113,5 Kaliwerke Westeregeln . . . « 115,5 121 115,25 119 Kaliwerke Salzdetfurth . . . 9 181 185 181,75 185,5 I. G. Farben-Industrie. . . 7 95,5 98,25 95 96 Schetdeanstalt....... 10 138,75 139 —— ■— Goldschmidt........ . 0 31 32 29,9 31 Rütgcröwerke....... . 0 39,5 41,75 38,75 41 Metallgeieilschaft...... . t) 38.5 39,75 38 39 Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Ecmcntwerk Karlstadt. . . . . o 56 56,5 55,5 55,5 . . 0 53,5 41 55 42 — — ÜLayß & Freptag..... . e 6 6 — Schultheis Patzenhofer . . . Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 o 52 55?5 60,65 50,5 61,25 55,9 Beniberg......... 0 55 61 55,25 61,75 Zellstoff Maldhos..... 0 43,75 45,5 43,25 45,75 Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 28,5 30 28,75 30 Dessauer Gas....... . 7 —— — 91,65 94,25 Daimler Motoren..... . 0 22,5 24 21,65 23,75 Deutsche Linoleum .... . 0 47,5 51 47,75 50,5 Lrcnstein & Koppel .... . 0 — — 35,9 36,5 Leonhard Tietz...... . 6 47,75 50 48,25 51,2 SvenSka......... . (l — — — Ehade.......... 12 174 173,5 174 176 frankfurter Mcffchtneu • • . Gritzner......... . 0 . 0 19,5 19 19 Mmnkrastwerke Höchst a. M.. . 4 57 Süddeutscher Zucker .... . 8 127,5 122 125,5 124,5 Devisenmarkt Berlin - - Frankfurt a. 211. 2-September 3-September Amtliche Notierung Amtliche Notierung (»CIO Bries (Selb 1 Äriei HelsingsorS . 6,274 6,286 6,274 6,286 Wien.... 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12.465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . — Sofia . . . 3,057 3,063 3.057 3,063 Holland . . 169,63 169,97 169,58 169,92 OSlo.... 73,13 73,27 73,23 73,37 Kopenhagen. 75,22 75,38 75,32 75,48 Stockholm 74,92 74,98 74,92 75,08 London. . . Buenos Aires 14,59 14.63 14,61 14,65 0,913 0,917 0,918 0,922 Reuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,34 58,46 58,34 58,46 Italien. . . 21,60 21,64 21,60 21,64 Paris . . . -6,495 16,535 16,495 16,535 Schweiz . . 81,53 81,69 81,49 81,65 Spanien . . 33,87 33,93 33,87 33,93 Danzig. . . 82,09 82,18 81.97 82,13 Japan . . . 0,949 0,951 0,959 0,961 Rio de Jan.. 0,321 0,323 0,321 0,323 Jugoslawien. Lissabon . . 6,693 6,707 6,693 6,707 13,31 13,33 13,31 13,33 Banknoten serlin, Z. September Geld Arles , Amerikanische Roten . . . 4,20 4,22 Belgische Roten..... 58,18 58,42 Dänische Roten..... 75,15 75,45 Englische Roten..... 14,57 14,63 Französische Roten . . . . 16,455 16,515 Holländische Roten.... Italienische Roten .... 169,21 21,56 169,89 21,64 Norwegische Noten.... 73,05 73,35 Deutsch-Lesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten .... 2,49 2,51 Schwedische Noten .... e e • 74,75 75,05 Schweizer Noten..... 81,31 fii .fi.i Spanische Noten..... 33,73 33JJ7 Ungarische Noten .... • • e