V y 0- » I ihlius von Greenwich eil x eine Uhr mit Kette uni i batte, ifc hatte dies bi I f hoher Lee getan, h I t Röntgenftrahlen \tx I eine Operation wiet? " * Wettej, Omnituj ÄÄ verschlucken Nadeln un e wieder zeigt, dah d: herbeigeführt wird, so: >egie die Entfernung g, 'ierigkeiten gelingt. Km ie daß dem Mann c ib. Än manchen Kranke- |tln, große Nägel, Nasi- die den Magen von Pc in englifcher Ehirurg au- ig größerer ßegenftän.' iefeitigung kleinerer, a ine gefährliche Bauchfei Ls gibt Leute, die imm* und deren Unterleib ii -n mit Narben übersät if z.ßcplnnk- 7^ M rung Snc^ 6,286 52-01 2,485 3,063 69,97 73,2? 75,38 74,98 14,Ö 0,917 4,217 58,4 21.** 16,535 81.69 33,93 82- 0,951 ,323 6,707 13,33 ' \tnoUk d 50,18 75,15 14,57 16-^5 169- 21,5» 73,05 2^49 74,75 81,31 33/73 M, T274 51-95 12,465 3,0Ü 169.58 73,23 75.« 74,92 14,61 0,91» 4,209 58,34 21,60 16^ 81,49 33,g 01.97 ,959 0F> 6,693 13,31 ~T22 50,42 75,45 14,0 ’s,5h icg,89 «’S 73,35 IÄ 33J1 $ 3,0« «: 75,U 75,« 14,65 0,922 4,21 58,46 21.« 16.^ 81.69. 33.93 ß.13 W96' 0,323 6,7« 13,33 # _ $tantfut^Jül Ltznitt ift inzwischen I-' allgemeinen wird eu .friedigendes Ergebnis tn vuttemarkt. it der festen SÄ« > hier eine weitere Erhe Angebot war ziem '- >r infolge der wefentl-- lij) geräumt wurden, "U» tzerlaufspreife des.^?" Tonnen): MB*W itsche Butter erste Quast i 6-icrmartt. «r,nh -er ganzen Do- " en die Preise 5Ä 1.5 PseMS^ S-AK s^ss Montag, 5. September 1952 182. Jahrgang llr. 208 Erstes Blatt . Erscheln« lägltd), außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild DieScholle Monats Bezugspreis. Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr . , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsvrechanschlöffe anter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach» richten- Anzeiger Liehen. Postscheckkonto: $rantfurt am Main 11686. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Dnid und Verlag: vrühl'sche Univer^lais-Vuch- und Steinöruderet R. Lange in Stehen. $d)riftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Ns- stlameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20° , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Das Reichökabineti verabschiedet den Wirischafisplan. Oie neuen Notverordnungen werden morgen der Oeffenttichkett übergeben. Berlin. 3. Sept. (ERB.) Wie das Wolfs» burcau erfährt, hat das Reichskabinett das vom Reichskanzler in Münster angekündigte Wirtschaftsprogramm fertiggestellt Cs besteht aus zwei Verordnungen. Die Hauptverordnung muh vom Reichspräsidenten unterschrieben werden; sie wird der Presse für die Dienstagszeitungen übergeben werden. Die Reise eines Ministers nach Reudeck ist nicht mehr notwendig, weil der Plan der Reichsregierung dem Reichspräsidenten bereits bei dem Besuch des Kanzlers in Reudeck im einzelnen unterbreitet worden ist. Diese Verordnung enthält die Ermächtigung zu den ongekündigten Mahnahmen, die die Wirtschaft wieder vorwärts treiben sollen. Das Kernstück ist in den Steueranrechnungsscheinen zu sehen. Es bleibt bei der vorgesehenen Höhe von 1500 und 700 Millionen, im ganzen also 2,2 Milliarden Morl. Dieser Teil der neuen Maßnahmen tritt noch der Verordnung am 1. Oktober in Kraft; inzwischen werden Durchführungsbestimmungen ausgearbeitet werden, die den Zweck haben, eine geordnete Lösung des Problems in der Praxis sicherzustellen und Mißbrauch oder sonstige Schwierigkeiten auszuschließen, von denen in der Öffentlichkeit bereits die Rede war. Das gilt insbesondere für die Verteilung der Prämien bei Mehr- befchästigung von Arbeitern. Außer der korrekten Handhabung bei der Verteilung spielt auch die Frage eine Rolle, wie ein unlauterer Wettbewerb vermieden wird. Schon aus diesen Andeutungen ergibt sich, daß die Durchführung sehr sorgfältig vorbereitet werden müß. Daraus ist zu erklären, daß die Inkraftsetzung dieser Maßnahme erst zum 1. Oktober erfolgt. Die zweite Verordnung enthält dieReurege- I u n g des Tarifwesens in dem ebenfalls bereits von. Reichskanzler angekündigten Sinne, durch die Zulassung von Abweichungen von geltenden Tarifen sollen bedrohte Betriebe vor dem Erliegen geschützt und damit einem weiteren Anwachsen der Arbeitslosigkeit vorgebeugt werden. Dabei geht die Reichsregierung davon aus, daß Willkür und Vorwände zur Umgebung der Tarife ausgeschlossen werden müssen. Deshalb ist als letzte Instanz hier der Schlichter eingeschaltet. Wenn also zwischen Unternehmer und Belegschaft eines Werkes eine Einigung nicht möglich ist, so liegt bei einer staatliche neutralen Stelle, dem Schlichter, die letzte Entscheidung. Dieser Weg bietet nach Ansicht unterrichteter Kreise die Gewähr für eine sinngemäße und ordentliche Anwendung. Zum anderen sollen aber auch künftige Tarife auf diese elastischere Tarifpolitik abgestellt werden. Auch dazu enthält diese Verordnung die Handhabe. Diese Verordnung tritt bereits am 15. September in Kraft. Der Sinn der beiden Verordnungen ist, daß die von der Reichsregierung angestrebte 'Belebung der Wirtschaft von zwei verschiedenen Seiten her unterstützt werden soll. Dem Unternehmer wird ein größerer Anreiz zu stärkerer Betätigung gegeben; aber gleichzeitig will die Reichsregierung auch das Tarifwesen als solches und als Ganzes durch eine Anpassung an d i c R o t w e n d i g k e i t e n der Wirtschaft erhalten. Um die Oeffentlich- keit in diesem Sinne aufzuklären, werden die beteiligten Minister Anfang der neuen Woche neben der Unterrichtung der Presse auch im Rundfunk erläuternde Vorträge halten und damit den großen Rahmen ausfüllen, den der Reichskanzler in feiner Münsterschen Rede gegeben hat. Oie Gieuerguischeine. Berlin, 3.Sept. (TU.) Amtlich wird mitge- teilt: In einem Teil der Presse ist die Behauptung aufgestellt, daß die Herausgabe von Steuergut s ch e i n e n im Hinblick auf Artikel 87 der Reichsverfassung nur auf Grund eines G e - s e tz e s erfolgen könne. Hierzu ist zu bemerken, daß die Steuergutscheine, die bei der Zahlung gewisser fälliger Steuern und bei der Mehrbeschäftigung von Arbeitnehmern ausgegeben werden, nicht dazu dienen, dem Reiche Geldmittel im Wege des St r e 6 i t 5 3 u beschaffen. Sie sind keine Kreditschuldverschreibungen des Reiches, sondern Gutscheine, die bei späteren Steuerzahlungen zur Anrechnung gebracht werden. Die Reichsregierung bedarf daher zu ihrer Ausgabe keiner Kreditermächtigung. Sie hätte übrigens zum Beispiel auf Grund des sog. «chuldentilgungsgesetzes vom 12. Mai 1932 genügend Kreditermächtigungen zur Verfügung, um auch Schuldverschreibungen auszugeben. Da' es sich um keine Kreditbeschaffung handelt, kommt auch eine Zurverfügungstellung von Einläsungsmitteln, die späterhin in den Etat eingestellt werden müßten,' nicht in Betracht. Schon aus diesem Grunde sind die in der Presse gezogenen Schlußfolgerungen nicht zutreffend. Im Wege der Notverordnung, die Gesetzeskraft hat, können Steuersenkungen auch für die Zukunft vorgenommen werden, ohne daß dadurch die verfassungsmäßigen Rechte des Reichstags berührt werden. Eine Partei der Negierung? Stuttgart, 3. Sept. (TU.) In einem Artikel mit der Ueberfchrift „Große Pläne." — „Eine Partei für die Regierung?" beschäftigt sich das Organ des württembergischen Zentrums, das „Deutsche Volks blatt", mit angeblichen Plänen des Reichskanzlers. Es wird da u. a. ausgeführt: Man weiß, daß Bestrebungen im Gange sind, eine neue Partei zu gründen. Dieses neue Gebilde soll alle die zusammenfassen, welche sich in konservativer Gesinnung und in der Anerkennung der Grundsätze autoritärer Staats- führung, die das Kabinett von Popen vorkündigt und durchzuführen sucht, einig wissen. Vor allem glaubt man d i e Kreise des Stahlhelms und anderer Verbände für die Neugründunq gewinnen zu können. In den Kreisen der Deutschnationalen ift man geteilter Meinung, ob man diese Pläne unterstützen oder ablehnen soll. Was für einen Namen man wählen wird, wissen wir nicht. Eine ganz ausgesprochene Regierungspartei wäre sie auf jeden Fall. Im Lichte dieser Bestrebungen geroinht natürlich der entschiedene Wille der Reichsregierung, d c n Reichstag auf zulös e n, eine besondere Bedeutung. Die neue Partei könnte nämlich im Falle eines ihr günstigen Wahlausganges eine starke parlamentarische Stütze für das Kabinett werden. Vielleicht haben diese Pläne auch die Nationalsozialisten mit dazu veranlaßt, die Verhandlungen mit dem Zentrum so zu führen, daß an ihrer Ernsthaftigkeit kein Zweifel mehr bestehen kann. Dom Appell der Frontsoldaten. Generalfeldmarschall von Mackensen nimmt vom Auto aus die Parade der Fahnenkompanie des Stahlhelms ab. Auseinandersetzungen in derGpO. Von unserer Berliner Redaktion. Berlin, 5. Sept. Seit längerer Zeit schon machen sich Symptome für neue Strömungen in den Linksparteien bemerkbar. Die Tatsache, daß im nationalsozialistischen Lager bestimmte weitgehende wirtschaftspolitische Anträge der Sozial- demokraten ernste Würdigung gefunden haben, scheint doch verschiedene Leute stutzig gemacht und aus Möglichkeiten hingewiesen zu haben, die sich hier unter Umständen für eine Zusammenarbeit ergeben könnten. Don der äußersten Rechten her sucht neuerdings Otto Straßer durch die Bildung seiner .schwarzen Garde" mit verstärkter Energie den Ring nach ganz links auf der Linie eines revolutionären nationalen Sozialismus zu schließen. Auf einer Tagung, auf der kürzlich der Landrat G e r e k e sein Finanz- und Arbeitsbeschaffungsprogramm vortrug, fand er neben der Unterstützung durch einen nationalsozialistischen Redner auch die freudige Zustimmung eines Reichsbanncrvertreters. Die Leute, die in der sozialdemokratischen Partei, in den Gewerkschaften und im Reichsbanner zur Zeit die Organisation noch in Händen haben, b e - kämpfen natürlich aus rein politischen Gründen diese Strömungen aufs lebhafteste. Das hat aber scheinbar nur zur Folge gehabt, daß die Opposition nur schärfere Formen angenommen hat. Diese Opposition wird allerdings aus zwei ganz verschiedenen Quellen genährt. In der Reichstagsfraktion haben Vertreter einer jüngeren und radikaleren Richtung jetzt die schärfsten Vorwürfe gegen die Opportunitätstaktik Brauns und Severings erhoben, weil sie die Machtpositionen der SPD. aus der Hand gegeben hätten, „ohne alle Mittel der Verteidigung zu erschöpfen". Daneben laufen aber Strömungen im Reichsbanner mit dem Ziel, die von der SPD. besoldeten Parteifunktionäre von ihrem Fuhrerposten :m Reichsbanner zu entfernen und an ihre Stelle von der Parteiorganisation unabhängige Persönlichkeiten zu stellen. Auch aus Gewerkschaftskreisen mehren sich die Vorwürfe gegen eine Opportunftats- Politik, die mehr den Interessen der Parteiorganisation als klaren wirtschaftlichen und sozialen Zielen gedient habe, und darum vor allem während der Regierungszeit Brünings den Gewerkschaftsinteressen sehr oft entgegengestanden habe. Wenn es natürlich auch illusionistisch wäre, von einem beginnenden Zerfall dieser Partei zu sprechen, so zeigt es sich doch immer klarer, daß unter dem Einfluß der so stark angewachsenen Volksbewegung auf der Rechten auch hier die Widerstände gegen eine Parteiführung zu erwachen beginnen, an der die Entwicklung des letzten Jahrzehnts anscheinend vorbeigegangen ist, ohne tiefere Eindrücke zu hinterlassen. Süddeutsche Demokralentagung. Bietigheim bei Stuttgart, 4. Sept. (ERB.) Tie Demokratische Partei Württembergs veranstaltete hier einen Süddeutschen Temokraten- tag. Auf der Vertreterversammlung wurde von allen Rednern der feste Wille zur Weiterarbeit im Rahmen der Demokratischen Partei bekundet. Der württembergische Wirtschaftsministcr Dr. Maier betonte, daß Süddeutschland den Berus zur Führung im Reich habe, weil es nach seinem älteren Dersassungsleben. seiner gesellschaftlichen Schichtung und seinem wirtschaktlichen Aufbau seit jeher die Grundlage einer volksmäßigen Demokratie in höherem Maße besitze als der Rorden. Der frühere Reichsfinanzminister Dietrich lehnte die augenblickliche Präsidialregierung ab, da sie innenpolitisch Verwirrung geschaffen habe und außenpolitisch in der Gefahr einer Isolierung sei. Die Ausgabe von 2,2 Milliarden Steueranrechnungsscheinen bezeichnete er als ein kühnes Tlnternehmen, das ein Anborgen der Etats späterer Jahre bedeute und nur dann glücken könne, wenn die Papiere von der Reichsbank, soweit sie überhaupt dorthin kommen, lombardiert werden. Daß ZentrumundRa- tionalsozialisten zu einer Koalition kämen, wäre durchaus wünschenswert. In einer Entschließung wurde zum Zusammenbleiben und zum entschlossenen Widerstand gegen eine unheilvolle politische Entwickelung mit undurchsichtigen Endzielen aufgefordert. Minister KlaggeS zur politischen Lage. Braunschweig, 4. Sept. (LU.) In einet Kundgebung der RSDAP. am Sonntag sprach Minister Klagges über die politische Lage. Er führte u. a. aus, daß die augenblickliche politische Lage bestimmt werde durch die Tatsache des Wahlerfolges der Rationalsozialisten. Die augenblickliche Regierung scheine zu glauben, ohne Reichstag regieren zu können. Das sei ein grundlegender Irrtum. Der Rationalsozialismus sei mit dem Zentrum Koalitionsverhandlungen eingegangen, nicht etwa, weil die Ansichten des Zentrums sich mit denen des Rationalsozialismus deckten, sondern nur deshalb, weil eine Koalition mit dem Zentrum die Möglichkeit biete, eine von einer Mehrheit getragene Regierung zu bilden, die selbstverständlich nur im nationalsozialistischen Sinne regieren würde. Die Sendung der jetzigen Reichsregierung sei beendet; sie müsse aus dem Wahlausgang die Konsequenzen ziehen. Daß der neue Reichskanzler ein Rationalsozialist sein werde, werde wohl niemand zu bezweifeln wagen. Gottfried Keder über die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung. München, 3. Sept. (CNB.) Im „Völkischen Beobachter" äußert sich Gottfried Feder in einem längeren Artikel, überschrieben „Das Papen- G c l d", zu den Plänen der Reichsregierung über die Finanzierung der Arbeitsbeschaffung. Feder, der die Pläne der Reichsregierung ab lehnt, schreibt U. a., wie man die Wirtschaft damit ankurbeln wolle, werde das ewige Geheimnis des Herrn von Papen und feiner Mitarbeiter bleiben. Sein Vorschlag beweise klar, daß Herr von Papen auch noch nicht einen Hauch von nationalsozialistischer Wirtschaftsführung verspürt habe. Sein Verfahren würde mitten hinein in d i e gefähr- lichsten Währungsexperimente führen. Nur wäre eine offene Inflation wenigstens „ehrlicher" als die vorgesehene verschleierte Art und Weise der „Geldschöpfung", wie sie der Papenplan beabsichtige. Danziger Braunhemdentag. Danzig, 4. Sept. (ERD.) Der Gau Danzig der RSDAP. veranstaltete heute auf der Kampfbahn Riederstatt einen Braunhemdentag, zu dem Stabschef Röhm und Prinz August Wilhelm als auswärtige Redner erschienen waren. Prinz August Wilhelm legte erneut ein starkes Bekenntnis zm: nationalsozialistischen Partei ab und erklärte, daß die Deutschnationalen das ernten wollten, was die Rationalsozialisten gesät hätten. Reichstagsabgeordneter F 0 r st e r, der Danziger Gauleiter der RSDAP., erklärte, daß die Rationalsozialisten nicht mehr gewillt seien, die Maßnahmen der Danziger Regierung zu billigen und die Auflösung des Danziger Volks - t a g e s forderten. Dem Danziger Senat, den sie bisher unterstützten, ohne in ihm vertreten zu sein, müßten die Rationalsozialisten nunmehr kündigen. Die Stahlhelmführer an den Reichspräsidenten. Berlin, 4. Sept. (TU.) Die Bundesführer des Stahlhelms haben aus Anlaß des Reichs-Front- soldatentayes folgendes Telegramm an den Reichspräsidenten gerichtet: „Die in Berlin aufmarfdjicrten Stahlhelmkameraden ent- b eten durch uns ihrem hochverehrten Reichspräsidenten und Generalfeldmarfchall die ehrerbietig st en und herzlichsten Grüße. Der Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, gelobt dem Herrn Reichspräsidenten seine treue Gefolgschaft für Die unabhängige Staatsführung, die die innere und äußere Freiheit des deutschen Volkes erkämpfen wird. Front Heil! Gez. Franz S e l d t e , gez. D ü ft e r b e r g." R ei chs Präsident 0. Hindenburg hat auf das Telegramm folgende Antwort gesandt: „Den zum 13. Frontsoldatentag versammelten Kameraden vom Stahlhelm danke ich bestens für das Gelöbnis treuer Gefolgschaft und für die übersandten Grüße. Diese in kameradschaftlicher Gesinnung erwidernd, übermittele ich den Wunsch, daß der 0 e ift der Schick salsverbundenheit und Wehr- Hastigkeit aller Volkskreise Würde und Kraft nach innen und nach außen und damit unterem Vaterlande eine Stellung geben möge, wie sie ihm gebührt. Schulverwaltungsreform und evangelische Elternschaff. Berlin, 3. Sept. (TU.) Zu der geplanten Schulverwaltungsreform in Preußen hat die preußische Abteilung des Evangelischen Elternbundes an D r. Bracht ein Schreiben gerichtet, das die Notwendigkeit einer Vereinfachung der Schulverwaltung ausdrücklich anerkennt, sich jedoch gegen eine Verminderung des kollegialen Einflusses wendet. Der Vorzug der kollegialen Schulverwaltung liege darin, daß sie eine Ausgleick-smöglichkeit für die verschiedenen an die Verwaltung herangetragenen Wünsche — insbesondere weltanschaulicher Art — bieten und dadurch der Schulverwaltung den Charakter großer Stetigkeit gebe. Nunmehr drohe die Gefahr einer bürokratischen bzw. politischen Behandlung der Schulfragen. Es gelte die kollegiale Zusammenarbeit nicht preiszugeben, sondern sie vielmehr durch Heranziehung auch der am Schulleben interessierten Verbände und Gruppen außerhalb des Kollegiums enger und wirksamer zu gestalten. Es erscheine schwer möglich, die so verschieden gelagerten Aufgaben für das Volksschulwesen und für die höheren Schulen in einer Behörde zu vereinigen. England und die deutsche Wehrfreiheit. Ruhige Auffassung in London. London, 4. Sept. (WTB.) Die englische Sonntagspresse ist sich über die Berechtigung der deutschen Forderung auf Gleichberechtigung einig. Dagegen gehen die Auffassungen darüber auseinander, ob Zeit und Art der Geltendmachung des Anspruches günstig gewählt seien. „Observer" erklärt: Die Genfer Konferenz hat überhaupt keine Fortschritte in Richtung auf die Einlösung des Versprechens von Versailles gemacht. Wenn sie nicht eine schmerzliche und bleibende Erinnerung an den Fehlschlag hinterlassen soll, dann muß sie ihre grundsätzliche Zustimmung zu der gerechten Forderung geben, die Deutschland jetzt vorgebracht habe. Die gegenwärtige deutsche Regierung habe einige ins Auge fallende Beweise praktischer Klugheit gegeben und nichts berechtige zu der Annahme, daß sie diese Qualität verlieren werde, wenn man ihr die Hand zu wirklicher Zusammenarbeit anbiete. — Auch „S u n d a y T i m es" gibt zu, daß die deutsche Forderung in ihrem Wesen oernunf- tig genug und schwer zu widerlegen sei. Das Blatt erinnert daran, daß das Refunte lediglich den klar umrissenen Standpunkt wiederhole und unterstreiche. . „ In einem Aufsatz im „News C h r o n i c l e heißt es, die Forderung Deutschlands nach Rü- stungsgleichkeit sei ursprünglich von Stresemann und Brüning gestellt worden. Nur weil sie damals kein Gehör gefunden habe, sei die Welt jetzt genötigt, sie in anderer Sprache und anderer Tonart von General von Schleicher und Herrn Hitler entgegenzunehmen. Die meisten französischen Staatsmänner und einige britische Staatsmänner seien entschlossen, keine Rüstungsaleichheit anzuerkennen. Sie wollten nicht, daß ihre Länder bis auf den deutschen Rüstungsstand abrüsten und ebenso nicht, daß Deutschland bis auf ihren Rüstungsstand aufrüstet. Aber es sei ausgeschlossen, daß das heutige Deutschland mit seiner leidenschaftlich patriotischen Jugend s i ch durch Gewalt niederhalten lasse. Aus aller Welt. mutet, daß Brand st iftung vorliegt. Ob der historische Hildegardis-Altar ebenfalls em Raub der Flammen wurde, konnte noch nicht fest- gestellt werden. Gronau in Tokio. Der deutsche Flieger v. G r o n a u ist im Flughafen von Tokio glatt gewassert. Arn Flug- Hasen hatte sich eine große Menge von Zuschauern eingesunden, um das Eintreffen Gronaus zu erwarten. Der Kaiser hatte einen Vertreter ent- sandt. Auch zahlreiche Vertreter der japanischen Armee und Marine waren erschienen. Der Bürgermeister von Tokio und mehrere Vertreter der Behörden hielten an Gronau Ansprachen, in denen sie die Verdienste des deutschen Fliegers und seine Lei st ungen aus dem Weltfluge würdigten. — Gronau beabsichtigt, eine Woche in Tokio zu bleiben, um sich von den Anstrengungen des Fluges zu erholen und gleichzeitig die technischen Errungenschaften der japanischen Fliegerei kennenzulernen. Für den Aufenthalt Gronaus in Tokio wird von japanischer Seite in großzügiger Weise gesorgt werden. Die Hutchinsons in Grönland gelandet. Vach einem Bericht des Landvogts über Südgrönland ist der amerikanische Flieger Leutnant Hutchinson mit seiner Familie von Hopedale auf Labrador kommend, in der Kolonie Godthaab im Hhdroplan eingetroffen. Hutchinson beabsichtigt, seinen Flug baldmöglichst quer übev das Inlandeis nach Angmaksalik und danach über Island und die Faroer nach Großbritannien fortzusetzen. Breslau ehrt Gerhart Hauptmann. In Breslau fand dieser Tage in Anwesenheit des Dichters die Eröffnung der im Museum für Kunstgewerbe und Altertümer untergebrachten G e r - hart-Hauptmann-Ausst ellung statt. Die Ausstellung soll das Werden des Dichters in der Heimat sichtbar baqteUen. Ebenfalls in Breslau erfolgte die Einweihung des neuen Gerhart- Hauptmann°T Heaters. Das Bauwerk stellt einen von der Volksbühne durchgeführten Umbau des früheren Thalia-Theaters dar. Die Einweihungsfeier gestaltete sich zu einer großen Kundgebung f ü r Hauptmann. Der Dichter wurde vom Publikum stürmisch begrüßt. In einer Aussprache wies Hauptmann darauf hin, daß Breslau feine geistige Vaterstadt sei. Hier habe er seine ersten und tiefsten Theatereindrücke empfangen. Im Anschluß an die Ausführungen des Dichters wurde fein Glashüttenmärchen „Und Pippa tanzt" mit einer von Dr. Edmund N i ck geschaffenen Musik aufgeführt. Den Abschluß der Breslauer Hauptmann-Ehrungen bildete ein Ehrenabend, den die Stadt Breslau im Schloß veranstaltete, und zu dem sich die Spitzen der Behörden sowie Vertreter von Kunst und Wissenschaft aus dem ganzen Reiche eingefunden hatten. Ein Turner überbrachte Gerhart Hauptmann einen Staffelten st ab, der in siebenstündigem Lauf von etwa 1OOO schlesischen Turnern vom Kamm des Riesengebirges nach dem Breslauer Schloß getragen wurde. Er enthält eine Widmung an Gerhart Hauptmann und ist unterzeichnet von den Städten Breslau und Hirschberg und den Gemeinden Schreiberhau, Bad Salzbrunn und Agnetendorf, deren Ehrenbürger Hauptmann ist. Der schlesische Dichter und Kleist- preisträger Gerhard Menzel überbrachte den „Gruß an den Dichter", Wilhelm Boelsche den „Gruß an den Freund". 100 Jahre Gustav-Adolf-Verein. Der Evangelische Verein der Gustav-Adolf-Stiftung, der Träger des Hilfswerks für die deutsche evangelische Diaspora in aller Welt, begeht unter Anteilnahme des ganzen evangelischen Deutschland vom 18. bis 2 0. September in Leipzig und Lützen die Feier seines 100jährigen Bestehens, zu der auch zahlreiche Führer des evangelischen Auslandsdeutschtums erwartet werden. Gottesdienste in allen Kirchen der Stadt und Umgebung und eine Kundgebung amDölker- schlachtdenkmal mit Ansprache von Staatsminister a. D. Dr. Boelitz leiten am Sonntag die Feier ein. Am Montag empfängt der Rektor der Universität den Verein in der Aula. Abends findet die Begrüßungsversammlung statt, bei der führende Vertreter der Diasporakirchen zu Wort kommen werden. In der ersten öffentlichen Hauptversammlung wird die Iubiläumsgabe, „Eine Million in Groschen", überreicht werden. Der württembergische Prälat D. Dr. Hoffmann, Ulm, spricht über das Thema „Die weltweite Bedeutung des Gustav-Adolf-Dereins im Blick auf Heimat und Volkstum". In der zweiten Hauptversammlung wird über das Iubiläumslie- beswerk abgestimmt werden, für das der Zentralvorstand den Dau der deutschen evangelischen Kirche in Athen, die Kai- serswerther Diakonissenarbeit im In- und Ausland und die Heranbildung von kirchlichen Führern und Helfern für Polen vorschlägt. Am Dienstag begeben sich die Teilnehmer zu einer Gustav-Adolf-Ge° dächtnisfeier n a f) Lützen. Brandkatastrophe bei Rüdesheim. In dem in der Nähe von Rüdesheim gelegenen Dorfe Eibingen brach in einer der vergangenen Nächte Feuer aus, das einen verheerenden Umfang annahm. Die Hildegardiskirche, bas Pfarrhaus, bie Schule mit Lehrerinnenwohnung, bas Rathaus mit ber Gemeindekasse und ein Privathaus fielen dem Brand zum Opfer. In der Kirche befand sich eine neue Orgel, die erst am vergangenen Sonntag eingeweiht worden war. Das Werk, ein Geschenk des Pfarrers, das einen Wert von 30 000 Mark hatte, wurde ebenfalls von den Flammen vernichtet. Die Feuerwehren von Eibingen, Rüdesheim, Geisenheim, Oestrich und Eltville waren bis in die Vormittagsstunden hinein angestrengt tätig, bis es gelang, dem rasenden Element Einhalt zu tun. Die Hildegardiskirche, die erst vor drei Jahren anläßlich ihres 750jährigen Bestehens restauriert worden war, ist vollständig ausgebrannt. Die Reliquien der heiligen Hildegard, die in einem wertvollen Schrein untergebracht waren, konnten zum Glück gerettet werden. Bei den Rettungsversuchen wurde ein Postbeamter aus Eibingen erheblich verletzt. Die Staatsanwaltschaft Wiesbaden besichtigte die Brandstätte. Man verNeukonstruktion eines schwanzlosen Flugzeugs. Der bekannte Kunstflieger und deutsche Meister Gerh. F i e s e l e r führte dieser Tage über Kassel einen wohlgelungenen Flug mit einem schwanzlosen Flugzeug aus, das nach Entwürfen der Fieseler-Flugzeugwerke in Ihringshausen gebaut worden ist. Die Maschine sieht in der Luft wie ein zusammengedrängtes Dreieck aus und entfaltete während ihres Fluges eine große Wendigkeit und Schnelligkeit. Fieseler ist mit der Konstruktion vollkommen zufrieden. Demerkens- wert ist die verhältnismäßig hohe Geschwindigkeit von 250 Kilometer, die Fieseler bereits beim ersten Flug erreichte, ebenso die Höhe von 1000 Meter, wobei hervorzuheben ist, daß die Maschine bei voller Belastung glänzend steigt. Die Maschine wird von den Fieseler-Flugzeugwerken als schnelle und sichere Reisemaschine für private Fliegerei herausgebracht werden. Der belgische Kohlenarbeiterstreik. Die Beilegung des Streiks in der belgischen Kohlenindustrie hängt, wie aus Brüssel gemeldet wird, jetzt hauptsächlich von der Haltung der Zechenbesitzer ab. Die Arbeiter ha- &en sich in den örtlichen Versammlungen zu 66,7 Prozent für die Annahme der neuen Vermittlungsvorschläge des Arbeitsministers ausgesprochen. Der außerordentliche Kongreß des sozialistischen Dergarbeiterverban- des, der sich dieser Tage in Brüssel versammelte, beauftragte seine Delegierten, mit der Besprechung dieser Vorschläge in der nächsten Sitzung, der gemischten, aus Arbeitgebern und Arbeitnehmern zusammengesetzten Bergbaukommission. — Infolge des mmmehr seit 8 Wochen dauernden Streiks hat sich in der letzten Zeit ein empfindlicherM angel an Hausbrandkohlen herausgestellt. Unglück bei einem Motorradrennen. — (Ein Toter, mehrere Verletzte. Bei dem Motorradrennen in Dufala bei Gotenburg ereignete sich ein schweres Unglück. Zwei Motorräder stießen zusammen. Durch den Anprall wurde ein Motorrad in bie Z u s ch a u e r m e n g e geschleudert. Mehrere Personen würben verletzt. Eine Person starb sofort, während eine zweite so schwere Verletzungen erlitt, daß sie kaum mit dem Leben devonkommen wird. Auch einer der Motorradfahrer trug schwere Verletzungen davon. neuntes Betiilttis Roman von Hertha Fricke LIrheberrechtsschutz: Verlag Oskar Meister, Werdau 13. Fortsetzung. Nachdruck verboten. Di« großen Siedlungen der Arbeitergärten kamen. Drollige Lauben und Häuschen, spielerische Windmühlen und Wetterfahnen, mit viel Liebe gepflegte Gärten. Eine Ziehharmonika spielte ein schwermütiges Lied. Junge Stimmen sangen dazu. Ein Liebespärchen koste auf einer Dank. Kinder winkten den Reisenden vergnügt zu. Eva-Marie sah alles mit frohen Augen an und dachte daran, Renate davon zu erzählen. Plaudern war eigentlich ihr Hauptdienst und oft gar nicht leicht! Denn sie muhte unterhaltend sein, heiter und interessant, sich nicht wiederholen! Aber aus der Reise hatte sie wieder allerhand Eindrücke gesammelt, für die nächst« Zeit war es nicht so schwer, Gesellschafterin zu sein und nicht zu langweilen. Sie durchfuhr die Dahnhöfe von Derlin. Dald würde sie da sein! Und Doktor Heinrich würde dastehen mit seinem strahlenden Gesicht, den Hut schwenkend und „Willkommen in der Heimat" rufen. Eva-Marie ordnete ihre Frisur ein wenig, nahm den Hut aus dem Gepäcknetz, der Zug lief ein. Aber kein Hut winkte, kein strahlendes, junges Männergesicht, kein Doktor Heinrich, soweit sie auch schaute. Dort, dort vielleicht, nein doch, wieder eine Enttäuschung! Wie hatte er doch geschrieben: „Ich bin ganz besttmmt auf dem Bahnhof und trag« Ihren Koffer mit Wonne durch ganz Derlin!" Wo war er? Was war geschehsn? Run, es muht« doch klar werden! Warum denn so ärgerlich sein? Ein Arzt kann doch einmal aufgehalten werden! Eva-Marie nahm selbst ihr Gepäck und suchte der großen Enttäuschung Herr zu werden. Es gelang nicht! Es war ihr, als solle sie lieber umkehren, als schwebe ein großes Unglück mit schweren, grauen Flügeln auf sie zu. Als sie aus der Bahnhofshalle trat, kam ihr Andresens Chauffeur entgegen. Er zog di« Mütze und nahm ihr den Koffer ab. Die gnädige Frau schicke ihn, das gnädige Fräulein abzuholen. „Das ist sehr liebenswürdig von der gnädigen Frau!" sagte Eva-Marie. „Ich bin froh, daß Sie da sind, Steffen!" „In der Rächt zum D-Zug war ich schon einmal hier", erzählte Steffen, als er den Wagen schloß. „Der Herr Dr. Andresen mußte plötzlich abreisen!" „Wohin denn?" fragte Eva-Marie gespannt. „Rach Hamburg!" antwortete der Mann. Dann kurbelt« er an und fuhr los. „Da ist ja di« Erklärung!" tröstete sich das Mädchen. „Es war ja sein größter Wunsch, Assistent an der Barmbecker Heilanstalt zu werden!" Aber ihre große Freude war dahin, und die lähmende Furcht vor etwas Entsetzlichem, das da kommen würde, wollte trotz der Erklärung nicht weichen. Und was war ihr Derlin ohne Heinrich Andresen! Das Auto hielt. Sie stteg aus. Da sprang Renates kleine Tochter ihr entgegen und fiel ihr um den Hals. „Oh, Tante Eva-Marie! Wie gut, daß du wieder da bist! Muttt freut sich schon so sehr auf dich. Es geht ihr viel besser! Sie darf sogar «in bißchen aufstehen." Eva-Marie küßte das Kind. „Ich will mich nur ein wenig zurechtmachen, dann bin ich bei euch! Wo ist Muttt?" „Auf der Veranda!" sagte die Kleine. „Komm nur, komm nur, ganz fix!" Dann sprang sie wieder davon. Eva-Marie ging in ihr Zimmer. Da stand auf dem kleinen Mahagonitisch ein köstlicher Strauß toter Rosen, und daneben lag ein Brief. Oh, sie kannte die liebe Handschrift! Sie drückte ihr Gesicht in seine Rosen, und es war ihr, als ob er sie liebkose. Dann wusch sie sich, zog ein frisches Kleid an, tat die Feldblumensträuße in den Wasserkrug, damit sie sich erholen sollten, und lächelte. Den Brief legte sie in den kleinen Schreibtisch. Sie hob sich ihn auf für den Abend, wie die Kinder sich irgend etwas aufhvben, um sich «ine Freude aufzusparen. Dann lief sie zu Renate hinüber. Di« sah, ja si« sah ganz behaglich in einem der tiefen großen Pedoigrohrsessel und streckte der Freundin lächelnd die Hand entgegen. Oh, es war doch ein anderer Anblick, als wie sie so hilflos dalag vor der Operation! „Renate, wie glücklich bin ich, dich wiederzusehen!" sagte Eva-Marie erfreut, und damit kam ihre ganze, sonnig« Fröhlichkeit wieder. Renate klingelte und bestellte Tee. Sie ließ für drei decken. Für sich, Eva-Marie und die Klein«. Ließ noch Cis aus der Konditorei besorgen, und es war ein Erzählen und Lachen bei den dreien, daß es nur so «in« Art hatte. Eva-Marie hatte ganz die düst«ve Stimmung vergessen, die sie auf dem Stettiner Bahnhof überkam. Was sollte sie auch traurig sein? Renate ging es soviel besser, in ihrem Zimmer standen Heinrichs Rosen, und sein lieber Brief wartete auf sie. Da trat Schwester Elisabeth «in, grau und streng. „Guten Tag, Schwester! Ich bin auch wieder da! Wie geht es Ihnen?" sagte arglos Eva- Marie und bot ihr die Hand. „Besten Dank, ich bin gesund!" antwortete die Pflegerin. „Ich habe nur zu bestellen, daß Herr Andresen Fräulein von Diemen zu sprechen wünscht!" „Ich komme!" sagte Eva-Marte befremdet. Was sollte das sein? Wieder überkam sie das unbehagliche Gefühl nahenden Unheils. Rasch ging sie den Korridor entlang zum Herrenzimmer. Sie llopfte und horte „bitte" sagen. Da trat sie ein. Herr Karl Andresen saß am Schreibtisch ohne aufzusehen von seiner Arbeit. Das empörte Eva-Marie. Was hatte si« dem Mann getan? „Herr Andresen ließen mich rufen!" sagte sie laut. „Einen Augenblick!" antwortete er ungeduldig. „Ihre Zeit ist wohl nicht so ausgefüllt tote meine!" Eva-Marie biß sich auf die Lippen. Der Mann war offenbar feindlich. Was lag hier vor? Hatte sie ihn vielleicht irgendwie fühlen lassen, daß sie von seiner bösen Tat wußte? Daß sie ihn verachten mußte, weil er sich Renate erworben hatte durch Lüge? Daß er den Mann betrogen hatte, der da draußen in Gefangenschaft litt? Ihn und Renate? Sie meinte doch, sie habe sich in der Gewalt gehabt. Sie wäre ihm immer höflich und geziemend begegnet, zu ändern war ja doch nichts mehr. Und nun dies unhöfliche Benehmen! „Wenn Sie noch beschäftigt sind, Herr Andresen", sagte sie stolz und kalt, „darf ich wohl in einer halben Stunde wieder kommen!" „Ditte!" antwortete Andresen schneidend. Da ging Eva-Marie auf ihr Zimmer. Sie wollte Renate nicht so gegenübertreten. Sie war tief beleidigt. Einen Augenblick saß sie so. Dann griff sie nach Heinrich Andresens Brief. Vielleicht enthielt der eine Aufklärung, einen Fingerzeig. „Liebes, gnädiges Fräulein! Kleine gute Eva- Marie!" stand da herzlich wie immer. Eva-Marte atmete auf. „Wie schmerzlich es mir ist, abrsisen zu müssen, ohne Ihnen guten Tag sagen zu können, das kann ich Ihnen nicht sagen! Sie wissen aber, wie sehr ich mich auf Ihr« Rückkehr freute. Mögen meine Rosen Sie statt meiner grüßen. Sie verstehen, was die roten Rosen sagen! Oft kommt die Erfüllung eines großen Wunsches gerade dann, wenn wir keinen Sinn dafür haben. Sv geht es mir! Aber ich darf das Schicksal nicht tadeln! Wie lang« wünschte ich mir die Stellung in den Hamburger Heilanstalten! Run bekomme ich si« plötzlich durch den Ausfall eines Kollegen, und ich muß sofort antreten, sonst kommt mir ein anderer zuvor. Es ist das Sprungbrett, über welches ich zu einer Selbständigkeit gelange, die eine sichere Zukunft gewährleistet. Richt mehr lange, liebes Mädchen, dann stehe ich so sicher, daß ich die Frage tun darf, zu der nur eine auskömmliche Stellung berechtigt! älnd für diesen großen Preis muß ich es mir schon versagen, Sie heute wiederzusehen! Aber ich bin ein wenig in Sorge um Eva- Marie! Die vortreffliche Schwester Elisabeth hat es in Ihrer Abwesenheit verstanden, meinen Bruder Spinale Kinderlähmung in Mecklenburg. Das Mecklenburg-Strelitzer Staatsministerium hat als Vorbeugungsmaßnahme gegen die weiter« Ausbreitung der spinalen Kinderlähmung die Schließung aller Schulen des Landes bis zum 18. September angeordnet. Besonders in Reustrelitz und älmgegend traten Reuerkrankungen auf, von denen bereits sechs tödlich verlaufen sind. Schwere Ueberschwemmungskalaslrophe in der Mandschurei. Infolge großer äleberschwemmungen in der nördlichen Mandschurei sind mehr als eine Million Menschen in Verzweiflung. Lebensmittel. Kleider und Unterkunft werden dringend benötigt. Flieger, die die betroffenen Strecken überflogen haben, beschreiben sie als große ©een, aus denen die Gipfel der Hügel wie Inseln hervorragen. Viele der heimgesuchten Einwohner haben das Räuberhandwerk ergriffen und in den Städten werden Abwehrmaßnahmen getroffen. Der Premierminister hat beschlossen, einen Aufruf um Hilfe an die ganze Welt zu richten. Hochwasser und Brückeneinsturz in Texas. — Zahlreiche Todesopfer. Im amerikanischen Staate Texas hat sich dieser Tage infolge des Hochwassers des Rio Grande ein schweres Einsturzunglück ereignet, das zahlreiche Todesopfer forderte. In Laredo stürzte die Cisenbahnbrücke über den Rio Grande, deren Eckpfeiler vom Hochwasser unterspült waren, plötzlich ein und riß zahl- reich« Amerikaner, die von der Drücke aus das Hochwasser beobachteten, mit in die reißenden Fluten. Man rechnet damit, daß wenigstens 2 0 PersonendenTod gefunden haben. Disher konnten nur drei Leichen geborgen werden. Das Unglück ereignete sich vor Tausenden von Zuschauern. — Die Farmer im Rio Grande-Tal haben mit ihrem Vieh und ihren Habseligkeiten höher gelegene Gebiete ausgesucht. Das Hochwasser ist im Wachsen begriffen. Militt.r und Rotes Kreuz haben im Hostwassergebiet Hilfsstationen eingerichtet. Geldstrafe für Erzherzog Karl von Habsburg. Aus Barcelona wird gemeldet: Es steht nunmehr fest, daß der verhaftete Erzherzog Karl von Habsburg und Bourbon nicht an der spanischen Aufstandsbewegung teilgenommen hat. Er ist aber zu einer Geldstrafe von 1 0 000 Peseten verurteilt worden, weil er an seinem Auto monarchistische Abzeichen angebracht hatte. Er muß diese Summe innerhalb von 24 Stunden bezahlen. Sollte seine österreichisch« Staatsangehörigkeit einwandfrei festgestellt werden, dann wird der Erzherzog aus Spanien ausgewiesen werden. Wettervoraussage Die Kaltluft hat weiteren Luftdruckanstieq veranlaßt und zum Aufbau eines Hochdruckgebietes über Frankreich und Südbeutschland geführt. In seinem Bereich wirb zunächst vielfach aufheitern- des Wetter herrschen, jedoch freien für das herbstliche Hoch charakteristische Frünebelbildungen auf. Auch werden in der Nacht die Temperaturen stark zurückgehen, während tagsüber infolge der Sonnenstrahlung Erwärmung einsetzt. Da sich aber über Irland Vorläufer einer neuen Störung bemerkbar machen, dürfte die Schönwetterlage nicht für längere Zeit gesichert sein. Aussichten für Dienstag: Nach kühler Nacht und Frühnebelbildungen tagsüber vielfach aufheiternd und wärmer, trocken. Lufttemperaturen am 4. September: mittags 18,4 Grad Celsius, abends 11 Grad; am 5. September: morgens 6,6 Grad. Maximum 20 Grad, Minimum 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 4. September: morgens 19 Grad; am 5. September: morgens 13,6 Grad Celsius. — Sonnenscheindauer 10% Stunden. für sich «inzun«hmen und vielleicht ein wenig geg«n Si«! Ich hoffe, daß Sie keine unangenehmen Stunden dadurch haben. Denn Renate hat Sie ehrlich lieb und würde Sie schwer entbehren. Ihr vor allem gönn« ich das Glück Ihrer sonnigen Rähe. Wer weiß, tote lange sich der Zustand der Kranken auf der heutigen Höhe hält! Halten Sie aus, kleine Eva-Marie! Wappnen Sie sich mit Gleichgültigkeit gegen die spitzen Angriffe der ärmlichen Seele Elisabeths! Ich habe vergebens versucht, Renates Wunsch zu erfüllen und Ersatz für di« grau« Rönne zu schaffen. Es war unmöglich, jemand zu finden. Mein Bruder toeigevte sich auch, er glaubt, ich handle in Ihrem Einvernehmen. Und die Abneigung Renates gegen diese nach seiner Ansicht unersetzlich« Person sei eine krankhafte Laune seiner Frau, der man nicht nachgeben solle. Mein Bruder ist manchmal ungerecht, liebe Eva-Marie! Aber wir wollen es ihm verzeihen, denn er ist nicht glücklich. Eine geliebte Frau haben, die dem Tode geweiht ist, ist schwer! älnd schwerer noch, wenn man den Eindruck hat, sie gibt ihm die Schuld an ihrem schweren Leiden. Denn seit sie krank ist, habe ich sie noch nte freundlich mit ihrem Gatten gesehen, und sie ist doch sonst so liebenswürdig! Schreiben Sie mir bald, liebe Eva-Marte! Ich glaube an Sie, und ich denke, Sie nehmen alles in Ihre tapferen, kleinen Hände, die ich tausendmal küsse. Ihr Heinrich Andresen." Eva-Marie faltete den Brief zusammen und verwahrte ihn. „Heinrich hat recht!" dachte sie. „Ich will tapfer sein und mit dieser Elisabeth fertig werden! Was will sie mir denn, wenn ich meine Pflicht tue, und mir nichts zuschulden kommen lasse? älnd tote komme ich dazu, empfindlich zu sein! Ich bin doch in Stellung, wenn Frau Renate mich auch verwöhnt!" Entschlossen ging sie zu Andresens Zimmer zurück und klopfte an. „Din ich jetzt angenehm?" fragte sie und machte ein so freundliches Gesicht, daß auch Karl Andresens abweisende Miene etwas freundlicher wurde. „Rehmen Ste Platz, Fräulein von Diemen!" Eva-Marie setzt« sich in den Sessel, der seinem Schreibtisch gegenüberstand. „Es ist zu unser aller Verwunderung ein Stillstand in der Krankheit meiner Frau eingetreten!" begann er. „Ja!" sagte Eva-Marte. „Wie wunderschön ist das! Die Wissenschaft unserer Aerzte ist ja so fortgeschritten, daß kein Mensch die Hoffnung verlieren braucht!" „So, meinen Sie, Sie Schäfchen!" Eva-Mari« ärgerte sich über seinen Spott. Si« beherrschte sich aber. (Fortsetzung folgt.) Aus der Provinzialhaupistadi Nachdruck verboten Ohne Gewähr 2. September 1932 22. Ziehungslag 173832 4599 SJl.-'fpOTt 144821 334572 160192 141145 137952 2 Prämien zu e Abzeichen enge- immc innerhalb von seine österreichische cei festgestellt wer. 1 aus Spanien kamen spannende Kämpfe zu sehen. Das Turnier brachte folgende Schlutzergebnissc: Einzel: Henkel (Frankfurt a. M.) — Clatz (Darmstadt) 6:0, 6:0. Gemischtes Doppel: Guesche - Kassel —t Werner • Kleinlogel 8:6, 6:4. Dameneinzel: Frau Richter (Frankfurt am Main) — Frl. Binder (Wiesbaden) 6:1, 7:5. Gemischtes Doppel: Frl. Zint-Kleinlogel — Frl. Lefeldt-Henkel (Frankfurt a. M.) 6:1, 7:5. Hessischer Handwerker, und Gewerbeiag in Ingelheim. Oie Forderung des Handwerks. Im Gewinnrade verblieben: fe 500000, 100 Schlußprämien zu je 8000, 2 Gewinne zu je 75000, 2 zu je 50OJ0, 8 zu je 2o000, 32 zu je 10000, 130 zu je 5000, 234 zu ]e 3000, 652 zu je 2000, 1366 zu je 1000, 2324 zu je 500, 7012 zu je 400 M. 246559 257141 304427 64 »romn. ,u 2000 Dk. 1279 26164 27510 33810 60696 63243 64730 86330 91056 94125 95835 99414 107220 137219 157133 179322 179603 215167 228399 254104 267524 299275 311727 336410 374020 384558 395456 74 »etotnne »n 1000 M. 31248 44538 45248 47966 66704 74317 82453 32528 124327 129111 139172 144821 185143 188069 192695 194594 212629 215259 231886 235324 235398 239917 258904 ------ 301318 304363 305104 308915 311523 ------ 337912 342218 367077 376734 ySs? ller >nber ajJ^en 7bCT,n fts In brt jungen in v * Ä S e,nen M «u richte b°t sich di^ «r« des Ai» "öunglücj er, °"°Pser |ot. enbahnbriicke üb« ?r b°m Hochwasscr 'Ä E M. drucke aus das £ b-e reihenden l5 wenigstens 2 0 haben. Bis- Mvrzrn werden. 3t Ausenden von Rio Brandes ^^Habseligleiien Zucht. Das lssen. Nilit,..- und vassergebiet Hilfsr In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M. gezogen 4 ©rtolnne ,u 10000 M. 70659 286629 2 Gewinn» ,u 5000 M. 231112 14 Gewinn« »u 3000 AI. 70336 133130 176595 240731 248286 250388 255766 46 Gewinn, ,u 2000 M. 10939 12060 13684 22906 27218 42360 185600 202512 203222 235935 243988 249316 263421 276019 281574 300050 302998 307169 324132 345301 368526 368735 379077 104 Gewinn, »u 1000 M. 7031 13785 19038 19980 46402 47711 49203 56869 63014 71878 76651 76460 ----- 79875 89910 103786 131510 134505 135654 ----- ------ ------ ------ 176577 371938 ®«».nl,6?n 600 M. 2035 13819.14897_16195 19521 24976 28346 45844 55260 60948 73643 74643 86279 88946 .101002J 02784 105310 H6454 11.9654 389051 ______ ______ 214 Gewinne »u 500 M. 1356 ---- . 11240 12988 19960 20017 23859 25005 31013 33095 39621 41813 46345 64126 60679 68283 75023 76786 ----- 81842 85834 88447 95067 98028 99476 ...... ..... 126268 128465 SUNLICHT SEIFE „GUT WAR SIE IMMER SCHON - ABER JETZT AUCH SO BILLIG! * Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Intendanz des Stadttheatcrs Gießen hat für Mittwoch, 7. September, 16 Uhr, „Max und Moritz" und all die anderen lustigen Gestalten, die von Wilhelm Busch bekannt sind, zu einem einmaligen Gastspiel nach Gießen eingeladen. Die Vorstellung findet zu kleinen Preisen statt. ** Stadttheater-Abonnement. Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in acht Raten und nicht, wie in der Anzeige vom 3. September irrtümlich bekanntgegeben wurde, in drei Raten. ** E i n Kinderspielplatz an der D a m m st r a ß e. Der durch den Abbruch der Scheune und des alten Hauses an der Dammstraße geschaffene Platz, der nur zum Teil für den Ausbau der Dammstraße in Anspruch genommen wurde, soll in seinem restlichen Teil zu einem Kinderspielplatz umgestaltet werden. Es ist vorgesehen, einen Sandspielkasten anzulegen sowie einige Ruhebänke aufzustellen. Die neue Spielplatzanlage wird, auch wenn sie nicht sehr groß fein kann, doch manches Kind aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich der Fahrbahn fernhalten. Wirtschaft erschüttert, sondern auch die Grundlage des Staates. Richt Wirtschaftsprogramme, auf lange Sicht abgestellt, können die wirtschaftliche Lage andern, sondern nur tatkräftiges Handeln. In weiteren Ausführungen kam Redner dann eingehend auf die Haltung der neuen Reichsregierung gegenüber dem Handwerkerstande, auf die Steuerpolitik, die Durchführung des Preisabbaues, auf die heutige Lohn- Politik und nicht zuletzt auf die Schwarzarbeit zu sprechen. Als einen Krebsschaden bezeichnete Redner das Bestehen einer ungeheuren großen Zahl von Betrieben der öffentlichen Hand. Der mit großem Beifall aufgenommene Dortrag endete mit einem Hoch auf das deutsche Handwerk und das deutsche Vaterland. _ _ . . , . Der Präsident dankte dem Redner und gab sodann eine Entschließung bekannt, rn der die Forderungen des hessischen Handwerks zusarn- mengesaht waren. Die Entschließung (die wir morgen im Wortlaut wiedergeben werden), wurde von der Versammlung einstimmig angenommen. Hierauf gab der Präsident der Hoffnung Ausdruck daß bald dem deutschen Handwerk und dem deutschen Daterlande wieder bessere Zeiten bevorstehen möchten. Die in großer Zahl erschienenen Festteilneymer hatten nun noch eine Stunde Zeit, um sich die Schönheiten und Sehenswürdigkeiten Ingelheims zu besehen, das anläßlich der Tagung un Festge- wand prangte; als ein weiteres Hauptereignis des Tages galt der große historische Festzug. Heber 40 Gruppen in bunter Reihenfolge bildeten ^Rcäh^dem Festzug. der sich in Ober-Ingelheim auflöste, begann auf dem FestPlah ein Winzerfest das wiederum alle Festteilnehmer im Vanne hielt. Der dritte Tag brachte dann auf dem Festplah in Ober-Ingelheim ein Kinderfest und als Abschluß ein großes Feuerwerk. Wohnungen, in den verschwenderisch ausgestatteten «chlössern selbst war bis weit in das vorige Jahrhundert hinein die Beleuchtung unzuläng- l i d); erst in der allerneusten Zeit, mit der schnellen Entwicklung und Vervollkommnung der elektrischen Glühlampe und der wachsenden lichtwirtschaftlichen Erkenntnis, wurde uns eine wirklich gute, allen praktischen Anforderungen gerecht werdende Beleuchtung gegeben. Als ein für die gesamte Kulturentwicklung äußerst segensreicher Umstand darf es bezeichnet werden, daß das elektrische Licht heute schon sehr billig ist, daß es nur etwa ein Drittel so teuer ist wie die frühere Petroleumbeleuchtung. Und das ist wohl für Menschen, die an die tieferen Zusammenhänge der Dinge glauben, kein blinder Zufall; denn das Geschenk eines guten, künstlichen Lichtes, bas jede Arbeit fördert und das Leben als Ganzes gesünder, schöner, freudvoller macht, soll allen zugute kommen. Eine gute, das Leben verschönernde und die Arbeit erleichternde Beleuchtung ist heute für jeden, auch den bescheidensten Haushalt erschwinglich. Aber merkwürdigerweise wird selbst in den elegantesten Wohnungen heute in der Regel noch v i e l zu spärlich beleuchtet, und die Möglichkeiten, die praktisch und ästhetisch mit der Beleuchtung gegeben sind, werden fast nirgends voll ausgenutzt. Beträge, so klein, daß man nicht davon reden würde, wenn sie auf irgendeinen anderen Posten des Lebensbedarfes entfielen, werden eifrig diskutiert und zu hoch befunden. Weil das elektrische Licht so billig ist. soll es so gut wie gar nichts kosten, man stellt da gleichsam Sparsamkeitsrekorde auf; um Pfennigwerte werden wichtige positive Lebenswerte geopfert. Das ist zweifellos nur möglich, weil, wie eingangs gesagt, das Licht noch nicht „standesgemäß" eingeorbnet ist. Reichlich und gut beleuchten könnte heute mit einfachen Lichtträgern schon der wirtschaftlich Heinfte Mann. Müßten die wohlhabenden und reichen Klaffen dementsprechend, ihrer sonstigen Le- benshaltung gemäß, überreichlich, verschwenderisch, mit allen Raffinements unb allem Luxus ihre Hauser und Wohnungen beleuchten, so würde dennoch die Beleuchtung für sie nur einen relativ ganz kleinen Bruchteil sonstiger, für oft recht untergeordnete Zwecke vorgesehener Ausgaben ausmachen. Man muß sich einmal klar darüber werben, wie billig das elektrische Licht tatsächlich ist: für 47 Pfennige schon kann man eine 25-Watt-Larnpe vierzig Stunden lang leuchten lassen, für wenige Mark im Monat kann man sich heute wirklich eine vollkom- mene, bas Heim im höchsten Maße behaglich und schön gestaltende Beleuchtung leisten! Auch für den allerbescheidensten Haushalt ist, wie gesagt, eine wirklich gute Beleuchtung ohne allzugroße Opfer erschwinglich. —m- Ingelheim a.Rh., 4. Sept. Der Hessische Handwerker- unb Gewerbeverbanb hatte zu leiner diesjährigen Tagung nach Ingelheim einge.aden. Trotz der Rot der Zeit waren aus allen Gauen Hessens die Handwerker und Gewerbetreibende zahlreich erschienen Im Rahmen der Tagung hat der Ortsgewerbeverein Ingelheim eine Gewerbeschau veranstaltet. Den Wert dieser Gewerbeschau erten- nenb, hatte die feierliche Eröffnung der Schau am Samstag ein zahlreiches Publikum angelockt. Der Samstag brachte bann noch bie Ausfchußfitzung des Hess Handwerker- und Gewerbeverbandes. In der Sitzung würben in ber Hauptsache interne Angelegenheiten behanbelt unb vor allem bie Entschließung, die der Hauptversammlung am Sonntag zur Annahme oorgelegt wurde, gefaßt. Auf Antrag des Ortsgewerbeoereins Schotten (Oberhessen) wurde noch als nächster Tagungsort Schotten beschlossen. Am Abend des ersten Tages fand abschließend ein in jeder Weise großartig gelungener Rheinischer Abend in der Turnhalle zu Rieder-Ingelheim statt. In Anwesenheit hoher Persönlichkeiten nahm ber Abenb unter Mitwirkung der Ingelheimer Vereine einen harmonischen Verlauf. Der Sonntag begann mit ber Hauptversammlung des Hess. Handwerker- und ©eroerbeoerbandes. Präsident Diedert (Eberstadt) eröffnete bie Versammlung. Sodann sprach Obermeister Francois (Magdeburg), der in eingehenden Ausführungen die Forderun - gen des Handwerks behandelte. Er führte U. a. aus: Nicht nur bie kleinen, nein auch die großen leistungsfähigen Handwerksbetriebe sind am Ende ihrer Kraft. Die Reserven sind erschöpft. Die Lasten, die unserem Schäften jeden Sinn und Wert genommen haben, haben nicht nur bie Grunblagen ber vielleicht ein W Sie leine unangcneh- n Denn Senate M Hie schwer entbehren. e lange M.Kiu Dm>sch V.AU >t A« “nÄ Wte Laune l£ner lottc Mein 2ru- "»ÄTS ST?ärer nod). Und l-hvu" bic HW änoe. Brie! rf^le V» LKS 1 „ Siemen! it n^er *»£ E£ to== E o:»u r .=s- cs® -■ 4>-«J E £s2« = =£& .0 ’jac'tjz 2 2 "-'tS C CO“ !.£>? u Q X <- ajL^- e“*: - %'S=« = c - 5 = :^ E^S E -Ä = L - 0=" ®= r 2 0' S-0.E5.1-' «.=~aS- ==e!^ c-S u k. '- fiO Oberhefsen. Aus dem Gemeinderai Lich. D Lich, 3. Sept. 3n der jüngsten Sitzung des Gemeinderats machte der Bürgermeister zunächst Mitteilung von dem plötzlichen Tode des prakt. Arztes Dr. Roth in Lich und führte aus, daß Herr Lr. R 0 t h durch feinen Beruf mit allen Kreisen der Bevölkerung in enge Berührung gekommen und insbesondere dem ärmeren Teil der Einwohnerschaft ein Freund und Helfer gewesen sei. Die Trauer und das Mitgefühl sei allgemein. Der Verstorbene sei der Mitbegründer und uneigennützige, opferfreudige Gönner und Förderer der freiwilligen Sanitätskolonne gewesen und habe auch bei der Reueinrichtung des Krankenhauses der Stadt wertvolle Dienste geleistet. Als Zeichen der ehrenden Anerkennung und der Trauer erhoben sich die Mitglieder des Gemeinderats von ihren Platzen. Sodann befaßte sich der Gemeinderat mit der beantragten Wahrung eines Meßbriefes über das von der Standesherrschaft Lich im Jahre 1925 erworbene Siedlungsgelände im Brennofen und stimmte dem Derwaltungsvorschlage. den von dem Dermessungsamt gefertigten Meßbrief nur teilweise zur Wahrung zu bringen, zu. Im weiteren Verlauf der Sitzung befaßte sich der Rat mit der Wasserversorgung der Stadt Lich. Der Bürgermeister legte dar, daß die Wasserversorgung der Stadt im allgemeinen als ausreichend anzufehen sei. Von der Einführung von Wassermessern müsse mit Rücksicht auf die sehr hohen Kosten abgesehen und durch Anschluß einer neuen Quelle versucht werden, die Wasservorforgung so zu gestalten, daß ein Wassermangel selbst während eines sehr heißen Jahres nicht eintreten könne. In Ausführung eines früheren Beschlusses habe er eine kleine Bohrung an dem nahen Dreuerberg vornehmen lassen. Das Ergebnis. sei nicht ungünstig. Das Kulturbauamt Gießen empfehle eine Tiefenbohrung mit Probepumpen. Die Kosten hierfür würden sich auf etwa 500 Mark belaufen. — Rach Erledigung sonstiger kleinerer Vorlagen tagte der Rat noch in geheimer Sitzung. Landkreis Gießen. — Lich, 4. Sept. Die gestrige Trauerfeier für den am 31. August in Essen verstorbenen praktischen Arzt Dr. Hermann Roth legte noch einmal Zeugnis für die große Verehrung ab, die der Entschlafene sowohl als Mensch wie auch als Arzt in weiten Kreisen genoß. Die Trauerfeier wurde nach einem Choral der Feuerwehrkapelle durch eine liturgische Andacht in der Kapelle eröffnet. Die Sanitätskolonne Lich, deren verdienstvoller Führer Dr. Roth gewesen war, trug dann den Sarg unter den Klängen eines Liedes des Roth'schen Männerchores zu Grabe. Stiftsdechant Kahn gab in seiner Trauerrede noch einmal der großen Trauer um den Verstorbenen Ausdruck und ließ das Bild des Mannes, Familienvaters und Arztes vor dem geistigen Auge der Trauerversammlung erstehen. Rach Gebet, Einsegnung und Segen wurde eine große Anzahl von Kränzen niedergelegt. Eine Einbrecherbande verurteilt. WER. D a r m st a d t, 3. Sept. Im Herbst 1931 wurden in der näheren und weiteren Umgebung von Egelsbach zahlreiche Diebstähle, meist schwe- rer Art, verübt. Geplündert wurden Gartenhäuser, Jagdhütten und Wohnhäuser. Als Täter wurden neun Männer aus Egelsbach ermittelt, die sich am Freitag vor dem Dezirksschöffen- gericht zu verantworten hatten. Sie gaben an, alle aus Rot gehandelt zu haben. Der Hauptangeklagte ist allein an 21 Diebstählen, davon 15 schweren, beteiligt gewesen. Die übrigen Angeklagten waren geringer beteiligt. Einer wurde mangels Beweises freigesprochen. Der Hauptangeklagte erhielt ein Jahr drei Monate Gefängnis, zwei weitere bekamen acht bzw. fünf Monate und der am wenigsten Beteiligte 14 Tage Gefängnis, letzterer mit Bewährungsfrist. Büchertisch. — Im Verlag Wilhelm Schaefer & Co., Berlin und Leipzig, erschienen unter dem gemeinsamen Titel „Schicksale des Lebens" vier fesselnd geschriebene Bände, die wie Sensationsromane zu lesen sind, und in denen erzählt wird, wie der bekannte Psychographologe Rafael Schermann durch die von ihm entwickelte Methode die Aufklärung schwieriger und komplizierter Kriminalfälle herbeiführte. Die folgenden Bände liegen vor: „Die drei Testamente des Fürsten T"; „Um eine halbe Minute"; „Der Selb st mord des Toten" und „Seine Braut der Hochstaple r". Allen vier Bänden ist eines gemeinsam: sie zeigen, wie Schermann seine graphologische Arbeit in den Dienst der Kriminalistik und jener Menschen stellt, die durch das Leben in schwere Konflikte verwickelt wurden. — (191/194.) — stoss Waldhof, Reichsbank und Daimler mit festigungen bis zu 1 Prozent. Am Pfandbriefmarkt ergaben sich Erhöhungen bis zu 2,5 Prozent. Stadtanleihen und Industrieobligationen erschienen größtenteils mit Plus-Plus-Zeichen und wurden bis zu 3 Proz. höher notiert. Auch Staatsanleihen und anders Gebiete des festverzinslichen Marktes setzten ihre Aufwärtsbewegung fort. Von fremden Werten gewannen Ungarische Goldrente 1 Prozent. Im Verlauf blieb die Börse fest, doch war die Kursgestaltung nicht ganz einheitlich. Die Veränderungen nach beiden Seiten etwa 0,50 bis 1 Prozent. Gegen Schluß setzte sich eine neue Befestigung durch, so daß die Börse zu den höchsten Tageskursen schloß. Fast sämtliche Hypothekenaktien lagen 2 bis 3 Proz. höher und auch sonst stellten sich nennenswerte Erhöhungen ein. Tages- geld war zu 5 Prozent unverändert. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 5. Sept. (WTB. Drahtmel- duny.) An der Produktenbörse war die Tendenz zu Beginn der neuen Woche befestigt, da die Mühlen und der Handel größere Deckungen vornahmen. Da das Angebot von Weizen und Roggen ziemlich knapp war, ergaben sich überwiegend Befestigungen bis zu 3% Mark. Hafer lag vernachlässigt und fünf Mark niedriger. Die Weizenmehlpreise wurden weiter etwas ermäßigt. Trotzdem war keine Belebung im Geschäft zu verzeichnen. Roggenmehl war in der Forderung etwas erhöht und auch die Abrufe waren etwas besser als seither. Am Futtermittelmarkt konnten die Preise bis zu V* Mark anziehen, besonders fest lagen von ölhaltigen Futtermitteln Soyabohnen, da das Angebot infolge der Ueberschwemmungen in der Mandschurei äußerst klein ist. Es wurden notiert: Weizen, gesund, mahlbar, 221 bis 222,50, Roggen, gesund, mahlbar, 170 bis 172,50, Sommergerste für Drauzwecke 175 bis 177,50, inländischer Hafer 145 bis 150, Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0, mit Austausch veizen 33,60 bis 34,45, Weizenmehl, niederrhein.sches, mit Austauschweizen, 33,60 bis 34,20, Roggenmehl 25,50 bis 26,75, Weizenkleie 8,25, Roggen- kleie 8 bis 8,25, Erbsen 25 bis 35, Linsen 20 bis 52, Heu 3,60 bis 4, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepretzt 2, gebündelt 1,80, Treber 10,50 bis 10,60 Mk. Tendenz: fester. Gelbfleischige Kartoffeln, hiesiger Gegend, 1,75 bis 1,80 Mk. Tendenz: ruhig. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 5. Sept. Auftrieb! 1657 Rinder, darunter 383 Ochsen, 168 Dullen, 551 Kühe, 460 Färsen, ferner 607 Kälber, 88 Schafe, 5016 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 31 bis 33 Mk., (ältere) 28 bis 30, sonstige vollfleischige 23 bis 27; Dullen: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 29, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 21 bis 25; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 27, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 20 bis 24, fleischige 14 bis 19; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 34, vollfleischige 28 bis 30, fleischige 23 bis 27. — Kälber: beste Mast- und Saugkälber 39 bis 42, mittlere Mast- und Saugkälber 34 bis 38, geringe Kälber 28 bis 33. — Schafe: Mastlämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 26 bis 30. — Schweine: vollfleischige Schweine von etwa 200 bis 300 Pfund Lebendgewicht 44 bis 48, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 48, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 37 bis 44, Sauen 34 bis 40 Mk. — Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberstand. Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine ruhig, geringer Ueberstand. Verantwortlich für Lokales, Provinz, Sport und Wirtschaft i. 23.: H. L. Neune r. Wirtschaft * Stützung des Draugerstenmark- t e s. Die Verhandlungen über die Einlagerung von Draugerste zur Stützung des Draugersten- marktes sind nunmehr zum Abschluß gekommen. Die Einzelheiten für die Durchführung der Aktion sind den beteiligten Länderregierungen mitgeteilt worden. Der Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft hat etwa 1,25 Mill. Mark zur Verfügung gestellt, um die Einlagerung von Braugerste durch den Handel und die Genossenschaften auf die Dauer von drei Monaten in^den Ländern Bayern, Württemberg, Baden, Thüringen und Hessen zu ermöglichen. Auch die wichtigsten preußischen Produktionsgebiete sind in die Aktion unter Beteiligung der preußischen Regierung einbezogen worden. * D i e Wirtschaftslage der Fleischwaren - Industrie im August. Vom Reichsverband der deutschen Fleischwarenindustrie e. V. wird uns geschrieben: Der Fleischwaren- markt stand im August unter dem ungünstigen Zeichen der Belastung durch die Schlachtsteuern in verschiedenen Ländern und war beeinträchtigt durch die außerordentlich große Hitze. Für Fleischdauerwaren, insbesondere Rohwürste, war durch den Absatz in den Kur- und Badeorten eine Belebung zu spüren, die jedoch nicht an die saisonübliche Steigerung des Absatzes in den Vorjahren heranreichte. Im übrigen stand der Absatz von Fleischwaren weiterhin unter stärkstem Preisdruck. Es war den Fleischwarenfabriken weder möglich, mit ihren Preisen den starken Preissteigerungen im Anfang des Monats insbesondere für Schweine zu folgen, noch die außerordentlichen Belastungen durch die Ealzsteuer und die sich auf immer mehr ßänber ausbreitende Schlachtsteuer einzukalkulieren, zumal diese Steuern obendrein der erhöhten Umsatzsteuer unterliegen. Berlin: Grundstimmung weiterhin fest. B^ r H n, 5. Sept. (WTB. Funkspruch.) Während die Spekulation im heutigen Dormittogsverkehr aus Furcht vor einem Rückschlag Zurückhaltung übte und auch zu Beginn der Börse noch Realisationsneigung bekundete, kaufte das Publikum in eher noch verstärktem Umfange weiter. Man konnte aber feft- ftellen, daß sich das Publikumsinteresse schon wieder stärker spezialisiert, so daß die Kursentwicklung keine einheitliche war. Zum Teil stießen die Kaufaufträge auch auf leere Märkte und hatten dadurch übermäßig große Kursgewinne zur Folge. Als bevorzugt sind heute Farben, Elektro-und Montanpapiere zu nennen, von denen Phönix, HEW. (auf Dividendenvorschlag von 8,50 nach 10 v. H.) und RWE. mit Plus-Plus-Zeichen erschienen. Auch Schiffahrtsaktien notierten plus-plus und wurden bis zu 2,13 0. H. über Samstag festgesetzt. Ferner standen Textilwerte im Vordergründe, von denen Bremer Wolle 7 v. H. über letzter Notiz lagen, Aku 2,65 v. H. höher eröffneten und Bemberg zunächst nur Plus- Plus-Notiz hatten. Später wurden sie 7,75 v. H. höher festgesetzt. Auch HEW. gelangten 7 v. H. über Samstag zur Notiz. Farben nahmen die Parigrenze, nachdem die zu diesem Kurs vorliegenden Derkaufslimite annulliert worden waren. An sonstigen Bewegungen sind noch BEW. mit plus 4,50, Ilse mit plus 5,25 v.H., Wintershall mit plus zirka 4 v. H., Chade mit plus 4,50 Mark, Rheag mit plus 4,25 und Feldmühle mit plus 3,25 0. H. zu erwähnen. Im Durchschnitt betrugen die Gewinne sonst etwa 2 v. H. Deutsche Kabel eröffneten 1,90 v. H. niedriger auffallend schwach. Jrn Verlaufe erfuhren die anfangs besonders gestiegenen Spezialwerte unbedeutende Abbröckelungen, die Grundstirnrnung blieb aber weiter fest. Am Rentenmarkt war das Geschäft im Vergleich zu den Aktienmärkten nicht ganz so lebhaft. Reichsschuldbuchforderungen wurden aber trotzdem bis zu 1,50 v.H. hoher genannt. Industrie- obligationen lagen im Einklang mit den Aktien ebenfalls kräftig gebessert, Vereinigte Stahlbonds gewannen nach Plus-Plus-Notiz 2>7d v. H. Liquidations- und Goldpfandbriefe wurden bis zu 0,50 v. H. hoher taxiert. Deutsche Anleihen waren ebenfalls befestigt. Von Auslandsrenten lagen die 5prozentigen Bosnier etwas schwächer, während Mexikaner, Ungarn, Anatolier und Mazedonier weiter ausgesprochen fest tendierten. Die nach den ersten Kursen eingetretene leichte Abschwächung wurde schnell überwunden, bei einer ganzen Reihe von Papieren wurden neue Höchstkurse erreicht, die bis zu 2 v. H. über Anfang lagen. Am Berliner Geldmarkt erfuhr der Satz für Tagesgeld zwar eine Ermäßigung auf 5,65 0. H. an der unteren Grenze, die Erleichterung macht aber nur langsame Fortschritte. Am Wechselmarkt herrschte stärkere Zurückhaltung, wobei die erwartete Diskontsenkung eine Rolle spielt, das herauskommende Material war sehr knapp und die Nachfrage ziemlich beträchtlich. Frankfurt unverändert fest. Frankfurt a. M.. 5. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Auch zu Beginn der neuen Woche machte die Aufwärtsbewegung der Kurse große Fortschritte, da das Publikum mit Käufen in verstärktem Ausmaß am Markte war. Hinzu kam noch die weitere Hausse an der Reuhorker Börse und die augenblickliche innerpolitische Lage, die eine wesentliche Beruhigung erfahren habe. Daneben erwartet man aus dem Wirtschaftsprogramm der Reichsregierung eine wesentliche Be- febung für die verschiedensten Industrien. Bei lebhaften Umsätzen ergaben sich gegen die Wochenschlußbörse durchschnittlich Kurserhöhungen von 1 bis 3 Prozent. Spezialwerte lagen darüber hinaus bis zu 4 Proz. und am Kunstseidemarkt Bemberg sogar 8 Proz. fester. Rach den ersten Kursen bröckelten die Papiere auf Realisationen der Spekulation leicht ab. Später setzte sich aber eine Befestigung durch, weil die Käufe des Publikums überwogen. Markante Besserungen hatten IG., AEG., Ges- fürel, Rhein. Elektro Mannheim, Aku, Dekula und Phönix Bergbau, die von 3,25 bis 4 Proz. gewannen. Mehr gefragt waren ferner Schiffahrtsaktien mit Erhöhungen bis zu 2,5 Proz. Die übrigen Montan-, Elektro- und Chemiewerte verzeichneten Gewinne von 1,25 bis 3 Proz. Bon Dau- unternehmungswerten lagen Zement Heidelberg 3 und Holzmann 1 Proz. höher. Fester eröffneten noch Dt. Linoleum, Tietz und Contigummi, die bis zu 2,75 Proz. anzogen, ferner Salzdetfurth, Zell6250 A ■ I* bei allen Hausfrauen beliebt wegen ihrer Güte • — 5 Würfel nur 17 Pfg. —— Empfehlungen a) b) Haus-, Laden- und Bureaumöbel aller Art, 1 Spindelpresse mit Werkzeug, 1 Vervielfältigungsapparat, 1 Vulkanisieranloge, 1 Klavier, Schuhe aller Art, Grammophone mit Platten, 1 Teppich, Äassenschränke, Standuhren, 1 Personenwagen, 1 Harmonium, 1 Ausputz- maschine, 1 Schreibmaschine, 1 Badewanne, 1 elektrische Backhaube, 1 Radioapparat, 1 Motor, 1 Bild, Ferngläser, Spielsachen aller Art. voraussichtlich bestimmt: 1 Büfett, 1 Kredenz, 1 Ausziehtisch, 4 Stühle, 1 Teppich, 2 Stoffsessel. Hebbel, Gerichtsvollzieher, Gießen. 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