m. 182 Svübausgabe 182. Jahrgang Freitag, 5. August 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monatr-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüste unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Gießen. postschecklonto: $rantfnrt am Main 11686. Metzeuer Anzeiger General-Anzeiger für Gberhesfen Vri'S und Verlag: vrühl'sche Unwer^iüls-Vuch- und Sleindruckerei R. Lange in Siehen. Zchnstleitung und Geschäftsstelle: Lchulstraste 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u 0 mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton l)r H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießek. Die Sicherung des politischen Burgfriedens. Das Reichskabinett beschließt verschärfte Strafbeftimmungen gegen politischen Terror. Die Kabinettssitzung. Alle notwendigen Beschlüsse vorbereitet. v e r l i n. 4. Aua. (OIL) Die in Berlin anwesenden Milgliederder Reichsregierung sind heule um 11 Uhr unler dem Vorsitz des Reichsinnenmini st ers von Gayl zu einer Minislerbefprechung zusammengelreten. 3n dieser Besprechung Hai die Reichsregierung auf Grund der eingegangenen Berichte eingehend die innerpolitische tage erörtert und über entsprechende Maßnahmen gegen d i e sich in der letzten Zeit häufenden Terrorakte beraten. Dabei ist man überein gekommen, d i e bestehenden Strafbestimmungen ganz wesentlich zu verschärfen. Man hat im einzelnen grundsätzlich feflgelegl, welche Schrille unternommen werden sollen. Rach unseren Informationen werden die -Maßnahmen jedoch zunächstnochnicht erlassen, da man sievonderweiteren Entwicklung abhängig machen will. Aus Grund des Ergebnisses der heutigen frabineflsberahingen ist die Reichsregierung aber jederzeit in der tage, sofort die beschlossene verordnungg zu erlassen, wenn die tage dazu zwingt. Die die Telegraphen-Union ergänzend erfährt, durfte es lediglich von den Vorgängen der nächsten 18 Stunden abhängen, ob die verschärfenden Bestimmungen zur Bekämpfung des Terrors, die vom Reichskabinett bereits beschlossen worden sind, durch eine neue Rotverordnung des Reichspräsidenten i n Kraft treten sollen. Da diese neuen Bestimmungen u. a. auch d i e Todes st rafe vorsehen, will man zunächst noch abwarten, ob sich diese äußerste Maßnahme nicht doch noch umgehen läßt, da sie im Falle ihres Inkrafttretens dann auch mit unverminderter Schärfe durchgeführt werden müßte. Die Aburteilungen würden durch Sondergerichte auf dem schnellsten Dege zu erfolgen haben. Bekanntlich war in der Verordnung über den militärischen Ausnahmezustand vom 20. Juli d. I. die Todesstrafe gleichfalls angedroht. Sie würde auch ohne Verhängung des militärischen oder zivilen Ausnahme- zuftandes in einer besonderen Rotoerordnung zur Sicherung des Friedens übernommen werden können. Roch feine Ruhe in Ostpreußen Weitere Bombenanschläge nnd Lchictzcreien Königsberg, 4. Qlug. (TU.) Sn der Nacht zum Donnerstag wurde in Ortelsburg in das Kaufhaus Robert Reumann aus einem vorüberfahrenden Kraftwagen eine Brandbombe geworfen. Die Auslagen fingen zu brennen an. Durch Splitter wurde noch eine Schaufensterscheibe des gegenüberliegenden Kaus- hauses Mendel zertrümmert. Bisher ist ermittelt, daß der Wagen von Allenstein kam und nach dem Anschlag in Richtung Sedwabno fuhr. — Sn der Umgebung von D r e n g f u r t haben sich am Mittwoch mehrere Ueberfälle auf Rational- sozialistcn ereignet. Auf den Hofbesitzer Walter Macckenburg aus Abbau Marienthal wurden in der Rächt auf dem Rachhausewege vier scharfe Schüsse abgegeben, die ihn jedoch nicht trafen. Ebenfalls in der Rächt wurde auf denSturm- sührcr Willi Mattern aus Drengfurt, der mit seinem Motorrad unterwegs war. in der Rähe eines Waldes geschossen. Auch hier gingen die Schüsse fehl. Der nationalsozialistische Obermelker Otto D e l n i h in Wiclcrau wurde in seiner Wohnung von einer Schar politi- scher Gegner buchstäblich belagert und aufgefordert. herauszukommen. Als statt seiner der Untermelkcr Bernand ans Fenster trat, wurde von draußen eine gefüllte Flasche gegen ihn geschleudert, die ihn am Kopf traf und schwer verletzte. — Bon dem Kommunisten Szyper wurden auf der Straße in Drengfurt die der RED AP. angehörende Frau Bastigkeit und der ebenfalls zur RSDAP. gehörende Sch ach tmc ist er Wiestcr durch Schüsse aus einem Tesching schwer verletzt. • ^urtf» die politische Polizei konnten die beiden Schutzen und ^Messerstecher festgenommen werden, die an der Ermordung des S A. - M a n - nes Fritz Schulz in Berlin führend beteiligt waren. Inzwischen hat einer von ihnen der 37jährige Händler Hartmann, ein G e st ä n d n i s abgelegt. Er gab zu, geschossen zu haben. Sn die Wohnung des Ortsgruppenleiters der REDAP. in ® u t ten tag (Schlesien) wurde eine Handgranate geworfen, die Sachschaden anrichtete. Bon den Tätern fehlt bisher jede Spur. Sn Wiehe an der Unftrut wurden bei der polizeilichen Durchsuchung des kommunistischen Derkehrslokals acht hochexplosive Sprengkörper in einem geschickt getarnten versteck gefunden. Drei Sprengkörper waren aus Konservenbüchsen hergestellt, die neben dem Sprengstoff auch eine große Anzahl gußeiserner Stücke enthielten und Deren Anwendung schweren Schaden angerichtet hätte. Die übrigen fünf waren Handbomben. Der Besitzer des Lokals und ' sein Sohn, die der örtlichen kommunistischen Partei angehören, wurden verhaftet. • Wie der „Völkische Beobachter" meldet, ist in der vergangenen Rächt der SA.-Mann Hans Kiefer in der Rähe der Silberhvrn-Schule von Kommunisten beschossen und durch einen Drustschuß schwer verletzt worden. Die Täter konnten flüchten. Sn der gleichen Rächt wurde der Trnppsührer Simon Max Meier von 20 bis 25 Kommunisten beschossen, die nach Abgabe einer Salve ebenfalls flüchteten. Dank an die Polizei. Ein Schreiben des Reichskanzlers an Tr. Brach'. Berlin, 4. Qlug. (WTB) Der Reichskanzler hat an den mit der Wahrnehmung dec Geschäfte des preußischen Ministers des Sn» nern beauf. aqten Bevollmächtigten des Reichskommissars Dr. Bracht folgendes Schreiben gesandt: „Die beispiellose Härte des Wahlkampfes hat an die Polizei außergewöhnliche Anforderungen gestellt. Die noch nie gekannte Zahl und Größe der Wahlversammlungen, die Siedehitze der Wahlleidenschaft, aber leider auch Die Versuche offenen Terrors haben alle Zweige- unD DienstgraDe, insbesondere auch in der Reichshauptstadt, b i s zur Erschöpfung in Anspruch genommen. Leben und Gesundheit haben tapfere Beamte zum Schuhe Der Allgemeinheit geopfert. Allen Beteiligten, Führern unD Beamten, Den Dank DerReichsregierung auszusprechen, ist mir ein besonDeres BeDürfnis. Sch bitte Sie, Herr Reichskommissar, diesen meinen Dank an d i e preußische Polizei zu übermitteln. Sch hoffe, Daß Der von Dem Herrn Reichspräsidenten verordnete Burgfrieden der Polizei eine wohlverdiente Ruhepause bringt, gebe aber auch Der Zuversicht Ausdruck, daß Shre Warnung vor Gewalttaten und Shre Zusicherung an Die Beamtenschaft, sie bei pflichtgemäßem Waffengebrauch in Schuh zu nehmen, zur Wiederherstellung geordneter Zu stände im Lande beitragen werden." Der „Angriff" gegen den Reichsinnenminister. Ungenügende Bekämpfung des Kommunismus. Berlin, 4. Qlug. (ERB.) Der „Angriff" bringt in cfroher Aufmachung auf der ersten Seite erneut eine scharfe Polemik gegen |)ie Reichsregierung und insbesondere gegen den Reichsinnenminister Freiherrn v. Gayl. Das Blatt macht der Regierung Den Vorwurf, daß sie nicht mit Der notwendigen Schärfe gegen d i e Kommuni st en vorgehe und daß bei ihr immer wieder „jene unselige Gleich- Teilung vertierter Bluthunde unD nationaler Deutscher" zu finDen sei, Die „so bezeichnen!) für Das System Brüning" gewesen fei. Erst möge man mit Dem „roten MorDgesinDel" restlos aufräumen und dafür sorgen, daß nicht jeder Rationalsozialist stündlich darauf gefaßt fein müsse, plötzlich aus dem Hinterhalt eine Kugel durch Den Kopf gejagt zu bekommen, Dann toerDc Die SA. selbst Daran Denken können, auf Mittel zur Rotwehr zu verzichten. Es verlautet sogar gerüchtweise, Daß Herr v. Gayl sich mit dem Gedanken trage, örtliche SA. -Verbote durchzuführen. Ein solches Vorgehen wäre geradezu ein Spiel mit dem Feuer und würde Der Rationalsozialistischen Partei Das Aufrechterhalten Der Disziplin, Das Durch Das unverstänDliche Verhalten Der Regierung ohnedies schwer genug ist, einfach unmöglich machen. Ein Vorgehen gegen die Rationalsozialistische Partei oder gegen die SA. würde eine Verschärfung der Krise bedeuten, vor Der wir nicht eindringlich genug warnen können. Ausschreitungen in Limburg vor dem dichter. Sn Limburg sank) Die VerhanDlung gegen vier SA.-Leute statt, Die in Der Rächt zum Montag Drei junge Leute, Die sie versehentlich mit einem Manne verwechselten, mit Dem Der SA.-Führer Differenzen gehabt hatte, verprügelten unD mit einem Messer verletzten, so Daß Der eine Der jungen Leute einen lebensgefährlichen Stich davontrug. Die Angeklagten wandten ein, daß die Angegriffenen dadurch, das) sie beim Erscheinen der Angeklagten davon liefen, den Srr- tum veranlaßt hätten und daß durch die Tatsache, daß einige Tage vorher in unmittelbarer Rachbarschaft ein Rationalsozialist von einem Reichsbannermann erstochen und ein zweiter schwer verletzt wurde, sie sich in einer Erregung befunden hätten, die sie zu Llnbesonnenheiten hinriß. Das Gericht erkannte gegen den Sturmführer Sans auf ein Sahr drei Monate, gegen den SA.-Mann Muirsch, der der Messerstecher gewesen sein soll, auf zwei Sahre Gefängnis, gegen den SA.-Mann Sunter auf sechs und Den SA.-Mann Siilcher auf fünf Monate Gefängnis. — Am gleichen Vormittag fand Die Verhandlung gegen Den Kommunistenführer Reh ans Limburg statt, der am Samstagabend einen Rationalsozialisten mit einer Anzahl Kommunisten umstel - len ließ unD Den Rationalsozialisten mit Der Faust niederschlug. Reh erhielt e i n Sahr Gefängnis. Sn allen Fällen wurde mit Rücksicht auf die überall jetzt festzustellenden politischen Ausschreitungen Strafaufschub nicht gewährt. Ein Heichsiagsabgeordneier wegen Waffenmißbrauchs vor Gericht. Görlitz, 4. Qlug. (XII.) Vor dem Erweiterten Schöffengericht Görlitz hatte sich der sozialdemokratische Reichstagsabgeordnete D u ch w i h (Görlitz) wegen Wasfenmißbrauchs und Führung einer Waffe in einer politischen Versammlung zu verantworten. Am 7. Dezember v. S. war es in einer sozialdemokratischen Versammlung, bei der Duchwitz als Redner auftrat, zu Zusammenstößen zwischen Reichsbannerleuten und Ralionalsoziaüsien gekommen, in deren Verlaus Buchwitz von seiner Schußwaffe Gebrauch machte und mehrere Schüsse abgegeben hatte, durch die jedoch niemand verletzt wurde. Der Angeklagte wurde zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Eine Don unserer Berliner Redaktion Smmer noch findet in der Auslandspresse, besonders der Der französischen Rechten, ein Rätselraten über Die zukünftigen Pläme Des Reichswehrmini st eriums statt. Auch Die polnische Presse hat, was in Deutsch- lanD wenig beachtet toorDen ist, des Reichswehrministers QlnfünDigung von einem Umbau Der Reichswehr zu einer beispiellosen Hetze gegen Deutschland) verwandt. Sn Frankreich wie in Polen nimmt man an, Deutschland plane bereits im nächsten Sahr die Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht, wodurch sich automatisch die deutsche Wehrmacht auf fiefen- bis achthunderttausend Mann erhöhen würde. Daß es ein einfaches Mittel gäbe, jeden Umbau ober Ausbau der deutschen Reichswehr zu verhindern, nämlich, mit öer eignen Abrüstung z u beginnen und damit die rechtlichen Bestimmungen des Versailler Vertrages einzulösen, hat man weder in Frankreich noch in Polen begriffen. Wie aber auch die im Sanuar 1933 beginnende Abrüstungskonferenz ausgehen möge, und man rechnet in Der ganzen Welt nach Den bisher gc- machten Erfahrungen mit einem erneuten Fehlschlag, Die maßgeblichen Kreise des Reichswehrministeriums denken nicht an die Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht. Man ist sich in Heeresfachkreisen einig, daß das Zeitalter der allgemeinen und gleichmäßigen Ausbildung des Volkes für den Kriegsfall endgültig vorüber ist. Das englische Beispiel von 1914 hat bewiesen, wie schnell eine militärisch brauchbare Truppe aus. gestellt werden kann, wenn die notwendi- gen Rahmenverbände geschaffen sind und das gesamte Volk über eine gute spvrtlicheSchulung verfügt. Der moderne Krieg, so folgern die Fachleute, wird ein Ärieg des organisierten Spezialistentums sein. Dieses Spezialistentum, das die neuzeitlichen Waffen, die die Technik zur Verfügung stellt, vorbildlich meistert, kann bereits im Frieden aus seine Ausgabe vorbereitet werden und braucht zahlenmäßig die Stärke von 100 000 bis 200 000 Mann nicht zu überschreiten. Berlin, 4. August. (TU.) In der Verordnung über die Neugliederung von Landkreisen vorn 1. August 1932 werden im Kapitel II Vorschriften über d i e Rechtsfolgen der Grenzänderung gemacht. Jin Abschnitt 1 heißt es, im Falle des Zusammenschlusses werden Rechtsnachfolger der aufgelösten Landkreise die Landkreise, zu denen sie zusammengeschlossen sind. Der Abschnitt 2 behandelt Rückwirkung der Änderung von Grenzen der Landkreise auf andere Grenzen. Die Wahlbezirke für die Wahl der Provinziallandtage sind neu festzufetzen. Eine Veränderung des Gerichtsbezirks tritt nicht ein. Die Kirchenverhältnisse werden nicht berührt. Im Absatz 3 wird in einzelnen Teilen das Landesrecht neu geregelt. Der Abschnitt 4 trifft Vorschriften bezüglich des Provinzrechtes und gleichzeitig des Rechts für die Gebiete, die in eine andere Provinz eingegliebert, bezw. zu einem neuen Landkreis zusammengeschlossen worden sind. Der Abschnitt 5 bestimmt, daß bie Amtszeit Der Ehrenbeamten der ausgelösten Land- Dewährungsfrist von drei Sahren wird Dem Angeklagten zugebilligt, da er unüberlegt gehandelt hat. Sn Der Urteilsbegründung führte Das Gericht aus. daß Rotwehr oder Rot st and nicht Vorgelegen habe, so daß Der Angeklagte beider ihm zur Last gelegten Vergehen schuldig sei. Der Deutsche Grwerkschaflsbund zur letzten Notverordnung. B e r l i n , 4. Aug. (ERB.) Der Vorstand des Deut scheu Gewerkschaftsbundes veröffentlicht eine Erklä rung, in der es u. a. heißt: Die inzwischen erfolgte Durchführung der letzten sozialpolitischen Notverordnung hat die von den Verschlechterungen Betroffenen sowie die gesamte Arbeitnehmerschaft in einen Erregungszustand versetzt, der für ein geordnetes staatliches und kulturelles Leben als gefahrbringend bezeichnet werden muß. Wir halten es deshalb für unsere Pflicht, die Reichs- regierung darauf aufmerksam zu machen, daß eint Beseitigung de r s ch l i m_m ft c n Härte n dieser Notverordnung in kurzer Frist erfolgen muß. Wir sehen mit größter Besorgnis, daß von sozial reaktionären Kräften der Versuch gemacht wird, die Reichsregierung zu Maßnahmen zu veranlassen, die praktisch eine Preisgabe der Rechtsslel- lung der Arbeitnehmer zur Folge Halle. Unsere Mitglieder fordern in dieser Stunde, da die sozialen Schutzrechte aufs äußerste gefährdet sind, auf, trotz aller Empörung sich nach bestem Vermögen für Ruhe und Ordnung einzusetzen. Viel wichtiger Dürfte cs sein, Der Heranwachsenden Generation eine gleichmäßige weh r- sportliche Durchbildung Des Körpers und Geistes mitzugeben und Die „totale Mobilmachung" auf alle Betriebe auszudeh- nen. Der moderne Krieg wird infolge Der Wassen- sernwirkung. zumal Der Luftwaffe, die Unterschiede zwischen Kämpfern und Richlkämpsern weitestgehend aufheben. Die Sicherung Der Richtkämpfer und die technische Vör- bereitung Der gesamten Sndustrie ist mindestens ebenso wichtig wie Die Ausstellung einer schlagkräftigen Truppe. Wenn es also wirklich nach dem Scheitern a-Iler Abrüstungsversuche zu einer Deutschen Rüstungsfreiheit kommen sollte, so wirD sich Die deutsche Wehrmacht aller Wahrscheinlichkeit nach entweder mit der jetzigen Reichswehrstärke begnügen oder nur eine geringe Heraufsetzung vornehmen. Dagegen wird man öic Dienstzeit- Verpflichtung auf vier ober fünf Sahre herabzusetzen versuchen. Sn ber Praxis genügen vier ober fünf Sahre vollauf, um einen an und für sich tauglichen und bereits wehrsportlich vorgebilbeten Solbaten zu einem in allen Fragen bes neuzeitlichen Krieges bewanderten Führer heranzubilden. Allerdings reicht Die heutige Bewaffnung des Reichsheeres in keinem Falle aus. Ein Heer ohne schwere Artillerie, moDernc Flugzeuge, Kampfwagen und eine hoch entwickelte Ga-lampftechnik ist gegenüber Den anDeren Armeen Der europäischen Militärstaaten so gut wie wehrlos. Die Pläne Der für einen Umbau Des deutschen Reichs- Heeres 'Verantwortlichen werden also in erster Linie dahin gehen, bie Bewaffnung Der Deutschen Wehrmacht zu ergänzen unD z u vervollkommnen. Die nächsten Monate toerDen im Zeichen einer verstärkten außenpolitischen Aktivität Deutschlands in London und in Rom stehen, um entweder zu einem gemeinsamen Druck auf Frankreich und seine Vasallenstaaten zu kommen, ober aber durch ein stillschweigendes Einverständnis Roms und Londons Die deutsche Wehrhoheit zurückzuerlangen. kreise mit Dem Inkrafttreten dieser Verordnung endet. Der Abschnitt 6 behandelt die Rechtsverhältnisse der besoldeten Beamten bei an den Grenzänderungen beteiligten Landkreise. E; wird u. a. bestimmt, daß die besoldeten Beamten in den Dien st desRechtsnachfolgerL treten. Zur Uebernahme eines solchen Amtes iß ein Beamter aber nur verpflichtet, wenn das Am: gleichwertig ist. Unter dieser Voraussetzung iß er auch zu gelegentlicher Dienstleistung verpflichtet! Die besoldeten Beamten im Dienste eines Rechts» nachfolgers können Pensionierung Den langen, wenn sie 58 Jahre alt sind und mim bestens 10 Jahre pensionsfähige Dienstzeit hintei sich haben. Besoldete Beamte, bei Denen diese Voraussetzungen nicht zutreffen, sind auf ihren Anlraz zu enUassen gegen Zusicherung von später eintreten dem Ruhegehalt. Lebenslänglich angestellte bZol bete Beamte können aber auch eine Abfin dungssumme verlangen, die nach Dienstjahrei gestaffelt ist. Auf Probe oder SßiDerru1 Aach MckgewinniW her deutschen Wehrhoheit. Wie wird der Umbau der Reichswehr aussehen? Oie Durchführung der Verwaliungsreform in Preußen. LlebergangSbestimmungen für die Zusammenlegung der Landkreise. Ore Weltanschauung des Jaschrsmus. Ein grundsätzlicher Rom, 4. August. (TU.) Mussolini hat für die neue italienij'chc Enzyklika einen Aufsatz über die politische und soziale Lehrmeinung des Faschismus geschrieben. Einleitend erklärt er, daß er den Faschismus nicht aufgrund einer fertigen Lehre geschaffen habe, sondern zuerst sei er dem Gesetz des Handelns gefolgt. Mussolini sagt dann weiter: Der Faschismus hat heute seine eigene Zielsetzung in allen Fragen, die materiell und geistig die Völker >der Welt bedränaen. Vor allem glaubt der Faschismus, was die Zukunft und die Entwicklung der Menschheit im allgemeinen anbetrifft — und zwar abgesehen von jeder Bezugnahme auf die gegenwärtige Politik — nicht an den ewigen Frieden. Er weist daher den Pazifismus zurück, der den Verzicht auf den Kampf und die Feigheit gegenüber dem Opfer verbürgt. Rur der Krieg führt alle menschlichen Energien zur höchsten Spannung und drückt den Völkern, die die Tugend besitzen, ihn zu führen, einen Stempel des Adels auf. Alles andere ist Ersatz, der den Menschen niemals sich selbst gegenüberstellt in der Entscheidung über Leben und Tod. Eine Lehre, die von der vöraussetzenden Forderung des Friedens ausgeht, ist dem Faschismus fremd — ebenso auch, Aufsatz Mussolinis. wenn sie wegen ihrer Nützlichkeit in bestimmten politischen Lagen hingenommen werden, alle internationalistischen und sozialen Konstruktionen, die, wie die Geschichte beweist, im Winde zerflattern, wenn, gefühlsmäßige ideelle und praktische Gründe das Herz der Völker im Sturm zerfetzen. Der Faschismus verneint entschieden jene Lehre, die die Grundlage des sogenannten wissenschaftlichen und marxistischen Sozialismus bildet, das heißt die Lehrmeinung des geschichtlichen Materialismus. Der Faschismus leugnet, daß die Zahl durch die Tatsache allein, daß sie Zahl ist, die menschliche Gesellschaft leiten kann. Er leugnet, daß diese Zahl durch eine periodische Befragung regieren kann. Er lehnt in der Demokratie d i e sinnlose konventionelle Lüge von der politischen Gleichheit ab. Den liberalen Doktrinen ist der Faschismus völlig entgegengesetzt sowohl auf dem Gebiet der Politik, wie auch auf dem der Wirtschaft. Deutschland hat seine nationale Einheit außerhalb und gegen den Liberalismus erreicht; gegen eine Lehre, die der deutschen Seele, die vorwiegend monarchistisch ist, fremd zu sein scheint, wogegen der Liberalismus das geschichtliche und logische Vorzimmer der Anarchie ist.' Durchführung dieser Reform mit ihren in das Wirtschaftsleben des platten Landes einschneidenden Maßnahmen b e d a u r e. Die erwartete Ersparnis werde vielfach durch die der Bevölkerung erwachsenden erheblichen Mehrkosten wieder aufgehoben werden, zumal die Auswahl der Kreis st ädte den Verkehrs- und Wirtschaftsinteressen teilweise keineswegs Rechnung trage. Das Schicksal der deutschen privatfchulden im Ausland. Amerika gegen eine Neuregelung. Aeuyork, 4. Aug. (END.) Sn politischen und wirtschaftlichen Kreisen Amerikas hat das in vereinzelten Meldungen der amerikanischen Presse wieöergegebene Gerücht, daß Deutschland angeblich beabsichtige, auf der kommenden internationalen Wirtschastskonferenz eine Einschränkung des Dienstes der deutschen Privatschulden zu erlangen, Anlaß zu lebhaften Diskussionen gegeben. Aach „Aewhork Times" wurde in Kreisen des Staatsdepartements erklärt, daß über eine derartige Absicht Deutschlands keine offizielle Mitteilung eingegangen sei. Man sei daher nicht geneigt, zu glauben, daß Deutschland einen derartigen Versuch unternehmen werde, zumal ja die Wirtschaftskonferenz eine Zusammenkunft von Regierungs- Vertretern sei, während die Regelung von Privatschulden eine Angelegenheit der Privatwirtschaft sei. Abgesehen von der Einwirkung eines derartigen Schrittes auf die Struktur der deutschen Kreditwirtschaft, müsse darauf hingewiesen werden, daß das Reichs bereits in Lausanne großes Entgegenkommen gefunden hätte und daß das Bestreben, jetzt weitere Konzessionen zu erlangen, ungünstige Rückwirkungen zeitigen könne. Diese Anschauung der Dinge werde offenbar auch von der Reichsbank und den Führern der deutschen Industrie vertreten. Keine Meinungsverschiedenheiten im Kabinett über die Zinsfrage. Berlin, 4. Aug. (CAB. Funkspruch.) In einem Berliner Blatt ist behauptet worden, daß Reichswirtschaftsminister Professor w a r m b o l d gegen die Zinskonvertierung Stellung genommen und daraus eine Kabinettsfrage gemacht habe. Demgegenüber wird amtlich erklärt, daß in der Frage der Zinskonvertierung innerhalb des Reichskabinetts keine Meinungsverschiedenheiten bestehen. An eine generelle Konvertierung der Zinsen wird überhaupt nicht gedacht. Selbstverständlich ist eine Senkung des Zinsfußes erstrebenswert. Die Zinssenkung kann aber nur auf dem Dege privater Verhandlungen mit dem Auslande und soweit die inländischen Schulden in Frage kommen, auf individuelle Weise geregelt werden. Hartnäckige Unverschämtheit. Erneuter Protest Polens in Berlin zurüttgcwicsen. Berlin, 4. Aug. (TA.) Der polnische Gesandte begab sich am Donnerstagnachmittag 18 Ahr zum Reichsaußenmini st er, um mit ihm, wie verlautet, „laufende Angelegen- 6eiten“ zu besprechen. 3m Berlaufe der Besprechungen wurde seitens des polischen Gesandten auch die Angelegenheit des Flaggenzwi- schenfalls in Warschau gestreift, nachdem die polnische Regierung bereits, wie berichtet, eine Rote an die Reichsregierung gesandt hatte. Sn dieser Rote hat die polnische Regierung, ohne auf Einzelheiten einzugehen, lediglich noch einmal ihren Protest zum Ausdruck gebracht. Die Rote wird von der Reichsregierung unverzüglich beantwortet werden und zwar in demselben Sinne, den der Reichsaußenminister dem polnischen Gesandten gegenüber bereits am 2. August zum Ausdruck gebracht hatte, daß nämlich der Sachverhalt bereits geprüft sei und das Verhalten des deutschen Geschäftsträgers von Rin- telen durchaus der internationalen Aebung entsprochen habe. Aus diesem Grunde müsse der Protest der polnischen Regierung zurückgewiesen werden. Das Lausanner Protokoll vom Hauptausschuß des österreichischen Nationalrats angenommen. Wien, 4. Aug. (TU.) Der hauptausschuß des österreichischen Rationalrals hat nach längerer Aussprache das Lausanner Protokoll mit elf gegen zehn Stimmen angenommen. Durch einen Antrag des Landbundes werden hierbei die Bestimmungen des Protokolls so ausgelegt, daß auch weiterhin für Beschluß des völker- bundsrates Einstimmigkeit gelte, wenn sie sich auf Bestimmungen beziehen, die sich aus der Uebernahme des Genfer Protokolls vom Iahre 1922 ergeben. Die Befugnisse des Kontrollausschusses, die Bedingungen für die vorzeitige Rückzahlung der Anleihe im Iahre 1942 festzusehen, soll s i ch nur auf die technischfinanziellen Bedingungen beziehen. Ein Rückschluß auf die Abstimmung in der Vollversammlung, die in der nächsten Woche stattfindet, ist trotz dieser Annahme noch nicht möglich, da die Kärntener Parteiinstanzen des Landbundes neuerlich auf Vertagung bestehen. KriegsrüstMgm in Südamerika. Mobilmachun^sfikber in Bolivien und Para nah. Buenos Aires, 4. August. (TU.) Obwohl weder Bolivien noch Paraguay eine Kriegserklärung herausgegeben haben, geht doch in beiden Ländern die Mobilmachung weiter. In der Hauptstadt von Paraguay verteilt das Rote Kreuz weiter Gasmasken an die Zivilbevölkerung. Die Regierung läßt große Mengen von Gasmasken anfertigen, denn der bolivianische Flugzeughafen ist nur vier Flugstunden von Asuncion entfernt. Zivilisten drängen sich zum Heeresdienst. In Puerto Nueoo mußte die Polizei Hunderte von Zivilisten wieder von den Fahrzeugen herunterholen, auf denen sie zu den Truppen an die Grenze fahren wollten. Hunderte von jungen Mädchen umlagern das Kriegsministerium ; und verlangen Unterricht im Schießen. Kinder ziehen durch die Straßen und singen die Nationalhymne. In La Paz, der Hauptstadt Boliviens, befürch- ! tet man, daß ein etwaiger Krieg zu einer Sperrung der Grenzen Boliviens durch die benachbarten Neutralen führen werde. Das wäre eine sehr schneidende Maßnahme, da Bolivien keinen Zugang zum Meere hat, während Paraguay jederzeit Zufuhren aus dem Paraguayfluß erhalten kann. Praktisch würde sich also ein solcher Schritt der Nachbarstaaten zu einer Unterstützung Paraguays auswirken. Die bolivianische Gesandschaft veröffentlicht eine Erklärung, in der gesagt wird, die gegenwärtige Lage sei infolge eines Abbruches der Washingtoner Äusgleichsver- handlungen durch Paraguay und infolge des paraguayanischen Angriffes auf die bolivianischen Häfen Santa Cruz und Florida im Gran Chaco entstanden. Die Bolivianer hätten die paraguayanischen Forts Corrales, Toledo und Bougueron als Vergeltungsmaßnahmen besetzt. Der Präsident des Völkerbundsrates hatte sich bekanntlich an Bolivien und Paraguay gewandt und die beiden Staaten an ihre Verpflichtungen als Mitglieder des Völkerbundes erinnert. Der Ratspräsident hatte zugleich die Mitglieder des Völkerbundsrates aufgefordert, sich seinem Schritt anzu schließen. Deutschland ist nunmehr dieser Aufforderung nachgekommen und hat seine Gesandten in Bolivien jjnö Paraguay beauftragt, sich in freundschaftlicher Weise der Vorstellung des Ratspräsidenten anzu s ch l i e ß e n. Oie Oeuische Volköpartei im neuen Reichstag. Berlin, 4. Aug. (ERD.) Die Rationalliberale Korrespondenz wendet sich unter der Heber- schrift „Grundlose Erörterungen" gegen die Meldungen über die künftige Taktik der Deutschen Volkspartei, in denen die Frage aufgeworfen wurde, ob die volksparteiliche Fraktion in ein Hospitantenverhältnis zu den Deutschnationalen treten wolle oder ob sie sich mit anderen kleinen Fraktionen zu einer technischen Fraktion der Mitte vereinigt. Wir stellen fest, erklärt die Korrespondenz, daß in der Deutschen Volkspartei wederdaseine, noch das andere geplant wird, zunächst soll man überhaupt erst einmal abwarten, ob der nächste Reichstag eine arbeitsfähige Versammlung ist. a n g o st e i l t e Beamte können, ernenn sie 50 Jahre alt find ober 10 Jahre Dienstzeit verzeichnen, gegen ihren Willen nur unter Bewilligung des gesetzlichen Rul>egehalts entlassen werden. Ist diese Voraussetzung nicht gegeben, jo ist eine Abfindung zu gewähren. Die Beamten sind unter Umständen auch verpflichtet, in den Dienst eines anderen unbeteiligten Landkreises überzutreten. Für entbehrlicherklärte Beamte, die eine pensionsfähige Dienstzeit von mindestens 10 Sahren zurückgelegt haben, sind auf Antrag zu pensionieren. Die preußischen Landkreise sind verpflichtet, nach Maßgabe der verfügbaren Stellen entbehrliche Beamte zu übernehmen. Heber die Unterbringung der für entbehrlich erklärten Beamten in den Landkreisen entscheidet eine Schieds stelle. Gegen die Verfügung der Schiedsstelle steht den betroffenen Beamten der Einspruch zu. 3m Kapitel 111 wird die Auseinandersetzung zwischen den betroffenen Provinzen und Landkreisen geregelt. Abschnitt 1 bringt Vorschriften bezüglich der Eigentumsverhältnisse der Provinzialstraßen, sowie über das Beteiligungsverhältnis der Provinzen an den Dotationen und den Heberweisungen bei der Kraftfahrzeugsteuer. Abschnitt 2 regelt die Auseinandersetzung zwischen Landkreisen. Kapitel IV (Heberleitung und Sntrafttreten) bestimmt, daß die Kreistage folgender Landkreise aus gelöst werden: Strehlen, Breslau, Reumarkt, Guhrau, Hirschberg, Lüben, Glogau, Rothenburg, Grüneberg, Grafschaft Hohenstein, Segeberg, Plön, Rendsburg, Frankenberg, Hnterwesterwald, Wetzlar, Ahrweiler, Mayen, Euskirchen, Bonn und Erkelenz. Den Wahltag für die Wahlen zu den Kreistagen der neugebildeten Landkreise bestimmt das Staatsministerium. Bis zur Reuwahl des Kreistages wird in jedem Landkreis ein kommissarischer Ausschuß eingesetzt, den die Aufsichtsbehörde bestellt. 3m Landkreise Wetzlar treten die i n der Provinz Hessen-Rassau geltenden Vorschriften übet die Verfassung und Verwaltung der Landgemeinden, Städte, Kreise und Bezirksverbände und der Provinz in Kraft, die entsprechenden bisher geltenden Vorschriften außer Kraft. Solange der Landkreis Wetzlar nicht durch Satzung die Einführung der in der Provinz Hessen-Rassau geltenden Vorschriften beschließt, gelten für den Landkreis Metzlar die in der Rheinprovinz geltenden Vorschriften über die Verfassung und Verwaltung der Aemter. Protest der Landgemeinden gegen die Zusammenlegung. Berlin, 4. Qlug. (ERB.) Der Verband der preußischen Landgemeinden wendet sich in einer längeren Erklärung gegen die von der preußischen Staatsregierung durch Rotverordnung verfügte Aufhebung von 51 Landkreisen. Der Protest wird mit der Erklärung begründet, daß nennenswerte Ersparnisse bei einer solchen Reform in der unteren 3 nstanz nicht anftün* * den, die Rachteile, die der Bevölkerung dadurch erwüchsen, vielmehr die fiskalischen Ersparnisse bei weitem überfliegen. Die Landgemeinden feien grundsätzlich durchaus keine Gegner einer gesunden, organischen Cßertoal- tungsref orm; die jetzige Maßnahme einer meist nur schematischen Zusammenlegung nehme keine Rücksicht auf die wirtschaftliche Entwicklung und den historischen Werdegang. Statt schematische Zusammenlegung wäre organische Aufteilung erforderlich gewesen. Der Landgemeindeverband werde jede gesetzliche und rechtliche Möglichkeit ausnuhen, um diese Maßnahme wieder rückgängig zu machen. Oeutschnaiionale Kritik. B e r l i n , 4. Aug. (TU.) ,Zu der Zusammenlegung von Landkreisen veröffentlicht die Landtags- fraktionderDNVP. eine Erklärung, in der sie darauf hinweist, daß sie eine schematische Zusammenlegung von Kreisen stetsbekämpft habe und die Unter Großaffen und Leoparden. Abenteuer in der Kalahari. Von Francis Burnett-Cursett. Kapstadt, Ende 3uli. Vor einigen Tagen erhielten wir den Auftrag, zwei Paare junge Gorillas festzunehmen und sie am Schiffskai in Mombassa abzuliefern. — Der Auftrag hört sich einfach an, aber bloß um zum Ziel zu gelangen, geht ein kleiner Hmweg durch Die ungeheuren Wälder des Kongo. Einen zusammenklappbaren Käfig mit automatischen Türen hatte ich dazu gebaut, womit wir zunächst einmal auf Äffen proben wollten. Rach einigem Suchen fanden wir einen idealen Platz, wo wir unsere Zelte aufschlugen. Es war am Fuße der Felsen einer hübschen Anhöhe, hinter den Felsen erstreckte sich die weite, endlose Fläche der Sandwüste bis über den Horizont hinaus. Sicher verborgen in unserem Versteck verbrachten wir einen Rachmittag mit der Beobachtung von „Herrn und Frau Affe zu Haufe" und durch unsere starken Feldgläser verfolgten wir ihr natürliches und glückliches Leben. Wie Kinder jagten sie sich im Spiel über die unfreundlichen Felsen und die nahen Dünen. Mit nonchalanter Eleganz bummelten einige mit absurdem Wiegen des Körpers und der Glieder umher. Andere saßen und blinzelten in die heiße Sonne, während sie sich an den verschiedensten Körperteilen kratzten; wieder andere sprangen und rannten in alle Richtungen, fielen übereinander her, um sich zu kneifen und zogen sich gegenseitig am Schwanz. Während sich dies lebhafte Treiben abspielte, sah ein alter Äffe auf einem erhöhten Punkt inmitten der Felsen und wachte pflichtgetreu über Das Völkchen. Seine Blicke flogen hin und her Durch das umgebende Land und plötzlich, während er irgendeinen alarmierenden Laut ausstieß, streckte er den Kopf vor und blickte starr auf einen verdächtigen Punkt im Felsspalt. Rach sekundenlangem Starren bellte er dreimal kurz und heftig. Das Resultat war, daß die Affen von allen Seiten zusammenschofsen. Sie fielen von den Däu- men, jagten aus den Felsen und den Spalten hervor und rannten wie die Wahnsinnigen die Schlucht herab, schreiend und knurrend, wie von Furien gejagt. Weit im Westen, wo Himmel und Sand zusammenfließen, verschwanden die letzten goldenen Strahlen der untergehenden Sonne, und langsam hüllte Dunkelheit die Wüste ein. Die Affen schliefen jetzt fest; die Zungen umarmten die Körper ihrer Mütter, die Männchen schliefen in einem Ring rund um die Weibchen, und die Posten, nun verstärkt, wachten aufmerksam von ihren erhöhten Punkten. Mittlerweile hatten wir genug von den Gewohnten der Affen gesehen, um nun mit unserem Fang beginnen zu können. Wir wollten am nächsten Tage damit anfangen. Da wir nun auch wußten, daß Leoparden in der Rähe waren, bewegten wir uns sehr vorsichtig. Hnsere Falle war in der Qlrt eines Vogelkäfigs gebaut. Sie war zerlegbar, um den Transport zu erleichtern. Oben und an beiden Enden befanden sich automatische Klappen, die sich schlossen, wenn das Tier in die Falle ging. Auf die Klappen wirkten Federn, die ihrerseits durch die Last des Tieres in Bewegung gesetzt wurden, wenn es im Käfig war. Das Ganze war von starker Konstruktion, das Material Stahl und die Stangen 5—8 Zoll dick. Am nächsten Tag starteten wir, und um Mittag hatten wir die Freude, einen großen männlichen 2lffen gefangen zu haben. Der Affe war kaum gefangen, als auch schon ein Hausen Wahnsinniger Den Käsig umgab. — Wir blieben natürlich versteckt in unserem Zufluchtsort. Einer aus dem Haufen, unzweifelhaft die Gattin des gefangenen Tieres, versuchte ihn aus dem Käfig zu ziehen. Sie steckte ihre Hände durch die Stangen des Käfigs, ergriff das Männchen beim Kopf und versuchte ihn durch die Stangen zu ziehen, bis das Männchen so fest eingeklemmt war daß er sich weder vorwärts noch rückwärts bewegen konnte. Ein toller Kampf erfolgte Das Männchen versuchte, sich selbst zu befreien, während das Weibchen fortfuhr, nach außen zu ziehen. Der wahnsinnige Haufen von Affen lief fortwährend herum, die ganze Zeit wild gestikulierend und rufend. Das Weibchen zog und zog, und das Männchen gab alle Versuche auf, sich zu befreien, bis der sogenannte „Befreier" so energisch zog, daß er dem Männchen das Genick brach und ihn auf der Stelle tötete. Sn diesem Augenblick stieß der wachhabende Affe seinen Warnungsruf aus und der ganze Trupp floh in die Verstecke der Schlucht. * Mit den ersten Strahlen der ausgehenden Sonne kehrten wir zu unserer Beobachtung zurück. Da lag das Weibchen — tot neben dem Körper ihres Gatten. Man konnte sich Öen Grund ihres Todes nicht erklären, — vielleicht war es die Trauer... Mein Kamerad sagte, er wollte die beiden Körper begraben, aber da ich einen Malariaanfall herannahen spürte, nahm ich an dieser Verrichtung nicht teil. Einer der Boys begleitete meinen Freund zu dem Platz unter einem großen Baum, der etwa 100 Meter von unserem Camp entfernt war. Mein Partner war nur mit seinem Revolver, Kaliber 46, bewaffnet. Während ich auf seine Rückkehr wartete, lag ich auf meiner Bettdecke und vertrieb mir die Zeit mit dem Putzen meines Beiles, das ich mir selber gemacht hatte. Statt eines flachen Kopfes hatte es eine etwa 3 Zoll lange, scharfe Spitze. Während ich damit beschäftigt war, hörte ich das schwache Echo eines Revolverschusses. 3ch sprang auf und ging aus dem Zelt. Sm selben Äugenblick hörte ich rufen und sah den Eingeborenen, der meinen Freund begleitet hatte, auf unser Camp zurennen. 3ch lief ihm entgegen. Kaum in Hörweite, rief er in gebrochenem Englisch: „O Baas, ein Tiger tötet den anderen Baas!" Sch jagte zu den Platz, wo mein Freund war, und fand ihn dort im Kampfe mit einem Leoparden. Mit der rechten Hand hielt er die Katze an der Kehle, während die Linke das Gesicht schützte. Sein Revolver, der ihm offenbar aus der Hand geschlagen worden war, lag ein paar Fuß davon entfernt. 3ch konnte sehen, daß die Kräfte meines Kameraden langsam nachließen, denn das Hngeheuer riß seinen rechten Arm in Fetzen. Offenbar war er von dem Leoparden überrascht worden und hatte mit dem Revolver auf ihn geschossen, ihn dabei nur leicht verwundend. Das Tier hatte ihn angesprungen und ihm den Revolver dabei aus der Hand geschlagen. 3ch sprang vor und mit einem starken Stoß trieb ich dem Tier die Spitze meines Beiles in den Schädel bis ins Hirn und tötete es augenblicklich. 3ch befreite meinen Freund, der jetzt vor Schmerzen und Blutverlust in Ohnmacht fiel. Mit Hilfe des Boys trug ich ihn sofort zum Camp, wo ich den verwundeten Arm auswusch und verband. Da ich fürchtete, daß eine Ader zerrissen war, band ich den Arm ab. Dann schrieb ich eine kurze Mitteilung an die nächste Polizeistation, erzählte, was geschehen war und bat sie, die nächste medizinische Hilfe herbeizuholen, während ich den verwundeten Mann zu ihrem Camp transportieren wollte, der etwa 70 Meilen entfernt war. Die Mitteilung ließ ich durch den flinksten Boy unserer Mannschaft befördern, den ich mit dem Versprechen eines guten Lohnes anspornte. Eiligst bauten wir eine Bahre, und der Verwundete, der nun in hohem Fieber und Delirium lag, wurde auf die Bahre gelegt und mit sechs Boys, die ihn trugen, brachen wir auf. * Am nächsten Rachmittag erreichten wir die Polizeistation, wo der Mediziner (ein Missionar) gerade angekommen war. Er konnte die eben entstehende Blutvergiftung hemmen, und mein Freund wurde zum nächsten Krankenhaus gebracht, wo er bret Monate bleiben muhte — sein Arm war für immer gelähmt. Aus unserem Gorillafang wurde nichts... Kampf bis aufs Messer gegen das Bad! Mechmed Mahomed Ben Mustapha glühte vor Entrüstung, als ihm dieser Tage früh auf einer Pariser Polizeiwache — ein Bad verordnet wurde. Ein Bad? Rimmermehr! Bis auf den heutigen Tag hat er ein glückseliges Leben geführt ohne sich jemals der Prozedur eines Bades unterziehen zu lassen. Hnd daran läßt er nicht rütteln! Vergeblich versucht der Wächter des Gesetzes ihm verständlich zu machen, daß nun einmal jeder Gefangene die Zeit seines Aufenthaltes m diesem Gebäude mit einem Bad zu eröffnen hat. Der vohn der Wüste bleibt unerschüttert. Als man vom Zureden schließlich zur Anwendung von Gewalt übergehen wollte, griff er nach dem Messer — und niemand wagte, sich dem Empörten zu nähern. Die Wache wurde nrt; Offiziere und fünf Mann verstärkt, -über Mahomed, der seine Bewaffnung inzwischen durch eine Eisenstange vervollständigt hatte, war in einet verzweifelten Verfassung und zum äußersten bereit, seinen Grundsatz, sei es auch mit öem Leben, zu verteidigen. Run versuchte man es mit Tränengas; auch hier blieb der Erfolg aus, weil die Fenster leider offen standen. Endlich. drei volle Stunden nach Eröffnung der Verhandlungen, gelang es den mit Gasmasken versehenen Beamten, den Mann zu überwältigen. Aber es wäre alles gar nicht nötig gewesen: Mechmed Mahomed Ben Mustapha wurde von selbst ganz sanft und gefügig, als er horte, daß das Bade°Problem zunächst einmal vertagt worden war. Aus der provinzialhauptstadt. Giehen, den 5. August 1932. Dank des hessischen Innenministers an Polizei und Gendarmerie. Der hessische Minister des Innern spricht in einem Rundschreiben den Beamten der staatlichen Polizei und der Landgendarmerie für ihre aufopfernde Tätigkeit, die sie im Interesse der Auf- rechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit dem Staat in den letzten Monaten geleistet haben, feinen besonderen Dank und Anerkennung aus. Gleichzeitig ermächtigt der Minister die zuständigen Stellen zur Erteilung eines Sonderurlaubs von drei Tagen an die Polizei- und Gendarmeriebeamten als Ausgleich für die durch die auher- ordentlich vermehrte Dienstleistung eingetretene Ikebecanstrengung. e * Eine Neunzigjährige. Am morgigen Samstag kann Frau Henny Dock, wohnhaft Bahnhofstraße 34, ihren 90. Geburtstag feiern. Die Jubilarin, die in Zween an der Wasserkante geboren wurde und seit 23 Iahren in Gicßen wohnt, ist noch sehr rüstig. •• Gießener Reichswehr zum Turnier in Siegen. Gestern abend wurden auf dem hiesigen Dahnhof 30 Mann der Maschinengewehrkompanie, drei schwere Maschinengewehre und die notwendige Anzahl Pferde nach Siegen verladen. Die Gießener Reichswehr wird mit diesen Mannschaften in Siegen an einem Reit- und Fahrtournier teilnehmen und dabei neben reitsportlichcn Wettkämpfen auch eine große Fahr- übung bestreiten. ** Der Ausbau der Damm st raße ist nahezu fertiggestellt. Die Straße hat nach der Herstellung eines festen Unterbaues bestes Kleinpflaster erhalten. Die schöne alte Scheune und das alte Haus, die vor einiger Zeit abgebrochen wurden, werden nun bald völlig in Vergessenheit geraten. Der Verkehr durch den Engpaß am Einhorn dürfte durch die Fertigstellung der Damrn- strahe eine wesentliche Erleichterung erfahren. " Ein kleiner Motorrad - Unfall ereignete sich gestern gegen 19.45 Uhr an der Persiluhr in der Kaiserallee. Ein junges Mädchen stürzte in der Kurve vom Soziussitz eines Motorrades und erlitt bei dem Sturz einige Hautabschürfungen. Der Unfall lief glimpflich ab. Die Sanitäter, die bald zur Stelle waren, brauchten nicht in Anspruch genommen zu werden. — Iugendarbeit im GdA. Die großen Angestelltenverbände haben es sich zur besonderen Aufgabe gemacht, auch die Jüngsten des Berufsstandes, die Lehrlinge aus den Kontoren und Büros, in ihren Reihen zu sammeln und sie für das Leben und ihren Derus zu ertüchtigen. Ueber den Umfang seiner Jugendarbeit berichtet bet Jugendbund im Gewerkschaftsbund der Angestellten wie folgt: Im Jahre 1931 wurden 3971 Vorträge von 51 480 Jungen und 49 562 Mädeln besucht. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahre eine Steigerung um rund ein Viertel. An der Scheinfirmenarbeit und an Derufsarbeits- gemeinschaften nahmen an 20 551 Abenden 194 330 Jungen und Mädel teil, worin fast eine Verdreifachung innerhalb zweier Jahre zum Ausdruck kommt. An den Heimabenden beteiligten sich 407 424 Jungen und Mädel an 27191 Abenden. Recht lebendig ist aber auch die Kör» ^erarbeit im Jugendbund des GdA. Sport wurde in jeder Form getrieben, auf jeder Tagung traten fast alle Anwesenden zur Gymnastik an. Die Mädel hatten ihren eigenen Reichs-Mädel- Sport- und Spieltag. Zeltlager und Freizeitwochen finden statt, die gesundes Ferienleben mit ernster Arbeit verbinden. Dünsbergturm renoviert und erhöht Vor 33 Jahren wurde der Dünsbergturm errichtet; inzwischen war seine Erneuerung dringend nötia geworden. Wind und Wetter, Regen und Frost haben dein Herrn auf der Höhe arg zugesetzt. Die Bauart jener Zeit war wohl auch den Unbilden der Witterung da oben noch nicht gewachsen. So hatte besonders 'der Kopf des Turmes sehr gelitten. Bei seiner (Erneuerung wurde nun der Turm zugleich um 3,80 Bieter erhöht, denn bei seiner Errichtung hatte man die Fichten unterschätzt, die im Wettbewerb mit dem Turm diesen allmählich geschlagen hatten und ihm über den Kopf zu wachsen begannen. Wenn auch die Forstbehörde dem Dünsbergoerein entgegenkommt und die höchsten Fichten fällt, wenn auch zu erwarten ist, daß in einiger Zeit der ganze Fichtenbestand da oben geschlagen wird, so mußten doch alle Besucher die Beeinträchtigung des Rundblicks bedauern. Run sind vor allem der Tatkraft des Turmerbauers, des Herrn Baurat H. Meyer, die (Erneuerung und die Erhöhung zu danken. Er schlug sie vor und führte sic aus. Und nun lobt das Werk den Meister. Der Dünsbergoerein aber ist stolz, daß er das Wagnis übernahm und jetzt allen Freunden unserer Heimat den Turm in seiner neuen erheblich verschönerten Oeftalt übergeben kann. Der Kopf ist jetzt ganz aus Eisenbeton hergestcllt und außerdem mit einem schönen w e i t a u s l a d e n - den Dach gedeckt. Das alte Blechgehäuse über der Treppe konnte verschwinden. Wer nun auf den Berg kommt, schaut verwundert und bewundernd hinauf zu der schönen, in kräftigen Farben gehaltenen Turmhaube. Wer dann durch den innen völlig erneuerten Turm hinaufsteigt, wird sich entzückt an dem plötzlich ganz anders gewordenen freieren Fernblick ringsum erfreuen. Biel tiefer schauen wir In die Täler, viel freier schweift der Blick über den Wald weithin auf zahllose höhen. Das Wagnis, das der Dünsbergoerein übernahm, war kein kleines. Durch sparsame Wirtschaft hatte er ein kleines Kapital zurückgelegt. Freundliche Spender aus Gießen und Wetzlar haben gern noch einige hundert Mark gestiftet. Wieder wie vor 33 Jahren hat Herr Baurat Mener eine Reihe von Firmen bewogen, daß sie nahezu alles benötigte Material schenkten, so vor allem die Firmen Gail, Pi stör und Rübsamen in Gießen, sowie die Firmen A b e n d st e r n und Buderus in Wetzlar. Die Gemeinde R o d h e i m ließ die Stangen zum Gerüst oben schlagen und im wesentlichen haben Fellingshäuser Männer an dem Werk geschasst. Run ist der Dau fertig, rings der Platz wieder hergerichtet. Und so mögen die Wanderfrohen wieder zu unserem Berg kommen über eine der erneuerten Markierungen ab Bieber, Fellingshausen, Krofdorf, Lollar oder Wetzlar, ober auf selbstgesuchten Pfaden, etwa über den Himberg oder durch den Krofdorser Forst, um sich zu erfrischen, den herrlichen Ausblick zu genießen und die Schönheit unserer Heimat zu preisen. Zum Glück findet ja der Wanderer in unseren Wäldern noch Frieden und Stille. 3u gleicher Zeil ist auch der ’THtenbergturm bei Hohensolms wieder hergestellt worden. Er konnte vor kurzem der Oeffentlichkeit übergeben werden. Eine Tageswanderung ab Bieber über Altenberg, Hohensolms, Helfholz zum Dünsberg (gelbes, liegendes Kreuz, schivarzer Punkt, weißer Strich) gehört zu den schönsten Fahrten unserer Gegend und das zu jeder Jahreszeit. Dank sei allen gesagt, die zum Gelingen des Werkes beitrugen. Run ist zu hoffen, daß der Verein neue Mitglieder gewinne, damit er seine Kasse wieder etwas auffüUe; denn noch harren notwendige und wünschenswerte Aufgaben der Erfüllung; die Unterhaltung des Baues, der Umgebung und der Wege erfordern stets Mittel. In Bälde hofft der Verein, zu einer einfachen Feier auf feinen Berg einzuladen, um allen Wanderern das gelungene Werk zu zeigen. Prof. Dr. M i 11 e r m e i e r. Ein folgenschwerer Siadiratsbeschlnh. WSR. Friedberg. 4. Aug. Der hiesige Stadtrat hat in seiner letzten Sitzung erneut die Angleichung der Realsteuerfähe an Len Landesdurchschnittssah abgelehnt. Da diese Angleichung aber die Voraussetzung für die Reichshilfe in der Wohlfahrts» sürsorge bildet, wurde der Stadtverwaltung nunmehr vom Kreisamt mitgeteilt, daß die Reichs- Hilfe schon für den Monat Juli nicht mehr an die Stadt Friedberg ausgezahlt würde. Oie künstige Mindeststrafe für Landsriedensbruch WSN. Darmstadt, 4. August. Vor der Großen Strafkammer fand am Mittwoch eine größere Berufungsverhandlung statt, in der Urteile gegen Kommunisten abgeändert wurden. Don besonderem Interesse waren dabei die Ausführungen des Vorsitzenden in der Begründung des Urteils. Es wurde erklärt, daß es nun S chluß fei mit der Verhängung von Mindeststra- f e n für Landsriedensbruch. Unter einem Jahr Gefängnis komme fein Landfriedensbrecher mehr davon. Erregung im Kreise Biedenkopf. WSR. Dicdenkopf, 4. Aug. Die Absicht, den Kreis Diedenkops an den Dillkreis anzuglic- dern, hat hier starke Erregung hervorgcrufen. Man befürchtet durch diese Maßnahmen eine Bedrohung der Existenz der Stadt und ihrer verschiedenen Einrichtungen. Der Kreis hat sich in den vergangenen Jahren stark in Reubauten auf eigene Rechnung engagiert, die alle von Beamten bewohnt werden. Da man der Auffassung ist, daß dem Verlust des Landratsamts der des Finanzamts und anderer Behörden fol- ?en wird, sieht man keine Möglichkeit, diese Heu- auten noch öermieten z u können. Man befürchtet weiter, dann auch das Gymnasium nicht mehr halten zu können. Die Aufregung über den Beschluß der Regierung ist verständlich. Ob die eingeleiteten Abwehrschritte allerdings Erfolg haben, ist fraglich. Ungünstige Finanzlage des Obertaunuskreises. WSR. Bad Homburg, 4. Aug. Hier fand heute die Sitzung des Kreistages statt. Bürgermeister Füller -Oberursel brachte den Haushaltsplan ein. Er führte dabei u. a. aus, daß die Finanzlage des Kreises sehr ungünstig sei. Die Hilfsmaßnahmen des Reiches seien keineswegs ausreichend. Wie im Vorjahre zeige der Etat ein Defizit. Dazu würden sich die Reichssteuerüberweisungen und die Einnahmen aus den Kreisabgaben gegen das Vorjahr noch verringern. 6597 Arbeitslose seien zu betreuen; ihre Zahl sei gegen das Vorjahr noch erheblich angewachsen. Der Etat schließe ab in Vermögen und Schulden mit 2 803 473,26 Mark, Vermögen einschließlich der Hauszinssteuerhypotheken in Höhe von 2 039 492,38 Mark und 448 815,49 Mark Schulden, der Hauptetat mit 1 393 340 Mark in Einnahme und Ausgabe. Der Sonderetat des Kreiswohlfahrtsamtes zeige bei einer Einnahme von 1 368 800 Mark einen ungedeckten Fehlbetrag von 726300 Mark. Zur Deckung dieses Fehlbetrages soll eine Beihilfe des Staates in Anspruch genommen werden. Es wurde vorgeschlagen, eine Kreisabgabe von 50 Prozent gegenüber der vorjährigen von 40 Prozent zu beschließen. Diese Vorlage wurde von allen Parteien einmütig ab* gelehnt. Dadurch erhöht sich der Fehlbetrag noch um 114 718 Mark. Roch im Vorjahre hatte die Linke den Kreisetat angenommen. Buntes Allerlei. In Kreugerö Stahlkammer gefangen. Ein höchst unheimliches Abenteuer erlebten zwei Finanzsachverständige, die mit der Prüfung der Kreuger-Affaire beauftragt sind. Es handelt sich um den britischen Vertrauensmann 3. M. Leckie und einen schwedischen Kollegen Jacobson. Nachdem sie ihr Tagewerk beendet hatten, betraten die beiden in dem Stockholmer Kreu- ger-Gebäude eine große Stahlkammer, um dort einige wichtige Schriftstücke aufzubewahren. Ein Angestellter, der vorbeiging, während sie sich in dem Raum befanden, stieß zufällig an die Tür, so daß sie ins Schloß fiel. Zwar steckte ein Schlüssel, aber es sind zwei Schlüssel notwendig, um die Tür zu offnen, und der zweite war mit den beiden Finanzmännern eingeschloffen. Der Angestellte schlug sofort Alarm und aller bemächtigte sich eine große Aufregung, denn man fürchtete, die Luft in der Stahlkammer würde sich bald so verschlechtern, daß die beiden Gefangenen ersticken mühten. Einige Beruhigung trat ein, als man erfuhr, daß die Stahlkammer mit einer besonderen Lüftungsvorrichtung versehen ist. Man rief sofort einen Kunstschlosser herbei, der mit fieberhaftem Eifer daran arbeitete, das Schloß zu offnen. Aber über eine Stunde mühte er sich vergeblich und erklärte schließlich, daß die einzige Hoffnung für das Aus- brcchen der Tür in dec Anwendung eines elektrischen Bohrers liege. Während man diesen besorgen wollte, besann sich jemand, daß ein Beamter noch andere Schlüssel zu der Stahlkammer besitze. Dieser wurde herbeigeholt, und die beiden Männer tonnten nun aus der peinlichen Gefangenschaft befreit werden, ohne daß sie außer der Angst Schaden erlitten hatten. Um derartige Vorkommnisse zu vermeiden, sind in den Vereinigten Staaten die neuesten Stahlkammern mit einer Telephon-Anlage versehen, durch die man bei einer etwaigen unfreiwilligen Einsperrung mit der Außenwelt in Verbindung treten kann. Oer Schrei nach dem braunen Ei. In den englischen Hühnerhöfen herrscht große Aufregung: die guten, braven Eierlegerinnen sollen von der gewohnten weihen Farbe der Schalen abgehen und sich zu einem ..Sonnenbraun" bekehren. Vor einigen Wochen teilten, wie ein Londoner Blatt berichtet, einige grohe Firmen des Eierhandels ihren Lieferanten mit, dah sie in Hinkunft weihe Eier nur zu 40. dagegen braune zu 60 Prozent aller gelieferten Ware abnehmen würden. Mit Mühe gelang es, einen Aufschub dieser Maßnahme, die jetzt, mitten in der Brutzeit. gar nicht durchführbar ist. bis zum Herbst 1933 zu erwirken. Was ist aber der Grund sür diese plötzliche Forderung? Die Erfahrung wie wissenschaftliche Untersuchungen haben längst gezeigt. daß keinerlei Zusammenhang zwischen der äußeren Farbe und dem Nährwert oder dem Geschmack des Ei s besteht. Trotzdem kann man auf dem Markt wie auch in allen Geschäften immer wieder den Wunsch der Hausfrauen nach „farbigen“. d. h. braunen Eiern hören. Und diese ihuncr wiederholte, wenn auch unbegründete Forderung, hat eine Hausse in braunen Eiern hervor- gerufen. Sie ist aber für die englischen Eier- lieferanten um so unerwünschter, als gerade jene Hühnerart, das weiße Leghorn, das am besten den Anforderungen einer modernen Geflügelzucht im großen entspricht, weihe Eier legt. Daß die Vorliebe für braune Eier nicht überall geteilt wird, beweist das Beispiel Amerikas, wo weihe Eier besonders bevorzugt werden, die außerdem auch noch den Vorzug haben, daß beim Durchleuchten besser der Zustand ihres Inneren erkenntlich ist. . 'M Erstes Originalbild aus Los Angeles: Der feierliche Empfang der deutschen Olympiateilnehmer in dem reich geschmückten Stadthaus von Los Angeles. Spaten in Ruh'! Abend im Lager der Arbeitsfreiwilligen. Von Friedrich Sattler. Die Sonne, die es fast zu gut gemeint hat an diesem langen Julitag, wirst die Schatten schon Ichräg. Vor der Baracke, die dem Trupp als Kaserne dient, lagern im Schatten der spärlichen Bäume die achtzig Stahlhelmer des sreiw : lI > - e n Arbeitsdienstes. Vor einer Stunde find ie, das Arbeitsgerät geschultert, in Gruppenordnung eingerückt, wieder einen Schatten brauner, wieder die Muskeln stählerner die Augen blitzender. Was dann kam, war jeden Tag dasselbe: Spaten und Beilpicken im Schuppen verstaut, hinein in die Baracke, herunter die schweißnassen Kleider, die Badehose übergezogen und dann Antreten zum Baden. Langsam, damit das heiße Blut den Uebergang zum kühlen Naß gefahrlos fand, ging es zum Ufer des nahen kleinen Flüßchens. Im Wasser aber zeigte sich, daß der arbeitsschwere und sonnenheiße Tag die Kräfte der Jungens noch nicht aufzubrauchen vermocht hatte. Das gab die richtige Resonanz für das nach ihrer Rückkehr wartende Kommando „Antreten zum Essen hol en!" Der Feldkessel dampfte und bro- beltfc. Es war genug da und trotzdem blieb nichts übrig, wenn es auch noch zu einem zweiten Schlag für Hans Jmmerran, Peter Haurein und noch einige andere gereicht hatte. Inzwischen suchten sich schon ein paar Unverwüstliche zu verkrümeln. Das Städtchen war nahe und seine Mädchen mochten schon warten. Aber leider stellte sich heraus, daß der Weg dorthin vorerst noch nicht gangbar war. „Zufällig", natürlich, was sonst, „zufällig" tauchte plötzlich die Gestalt des Kommandoführers auf. „Naaaa?" Sonst sagte sein lächelnder Mund nichts. Verlegenes Hüsteln, Schlucken, unsicher irrende Augen. Da war die gefürchtete Frage: „Kochgeschirre schon sauber? Stiefel gefettet? Drillich in Ordnung? Kommen Sie, meine Herrschaften, ich mochte Sie gern loben, wenn es stimmt". — Es ist nicht zu leugnen, manchmal erweist sich, daß alles in Ordnung ist. Endlich ist auch das alles geschafft. Nun wird erst richtiger Feierabend. Einige wenige machen von Ehrern Recht des Ausgangs bis zum Zapfenstreich um 22 Uhr Gebrauch. Die Mehrzahl jedoch findet sich vor der Baracke in größeren und kleineren Kreisen zusammen. Da ist schon die Harmonika, viele, fast alle fallen in das Lied ein. Der Abendwind nimmt es auf feine Schwingen und trägt es hinaus über Feld und Heide, über Deutschland, das immer noch in Ketten liegt und neben vieler Arbeit so nötig ein Lied gebrauchen kann. Da und dort knallen Karten auf das Brett, auf dem Schach-Schlachtfeld stürmen Fußvolk und Reiterei, einer versucht sich sogar noch mit dem Baumstamm, bei dem es „nur auf den letzten Druck, nur auf einen Kniff ankommt", die er aber bisher noch nicht herausgebracht hat. Ein Dutzend Sachverständiger steht um ihn herum und erteilt die unfehlbarsten Ratschläge. Plötzlich knallt es, als ob ein Autoreifen geplatzt wäre. Ein Jndianergeheul antwortet Was denn? Nur Ruhe, es ist ja nur ein „kleines" Schinkenklopfen In diesem Trubel sitzen einige ungerührt und schreiben ihre Briefe. Im rechten Winkel zur Baracke liegt ein kleinerer Anbau, in dem sich die Schreibstube, die Wohnräume der Führer und die „Kammer" befinden. Hier sitzen am langen Tisch der Kommando-„Häupt- üng", die Rottenführer und der Lagerfeldwebel, der auch Kammerunteroffizier ist. Die fünf Führer, von denen bei dem kleinen Kommando die Rottenführer selber mit Hacken und Spaten Mitarbeiten, sind sich der Große ihrer Verantwortung wohl bewußt. Ihre erste Sorge gilt der Arbeitsleistung, di sie auch heute wieder durchberechnen. Die Einte' lung für den nächsten Tag wird beraten. Nu kommt der Lagerfeldwebel an die Reihe, der m sorgenzerfurchter Stirne einen pessimistischen Voi trag hält über die Bestände der „Kammer". (E gibt keinen Feldwebel ohne sorgenzcrfurchte Stirn Endlich rechnen sie mit heißen Köpfen, ob und wo sich an harmlosen Vergnügungen, etwa einer ei zieherischen und doch fröhlichen Sonntagsradfen fahrt, aus der schmalen Kolonnenkasse, die auch all Anschaffungen für Sportzwecke tragen muß, heram schinden läßt. Als sie damit fertig sind und zur Verzweiflun des Feldwebels (es gibt bei Anschaffungen nur ve zweifelte Feldwebel!) eine kleine Summe für de nächsten Sonntag ausgeworfen haben, kommt do Gespräch auf die Einzelnen in der Kolonne. Ma möchte es kaum glauben, die Abteilung hat mel verschiedenartige Veranlagungen als Köpfe. D Fünf, von denen der Kolonnenführer und der Lage feldwebel noch alte Frontkämpfer aus de Weltkrieg sind, verstehen sich auf Führung. S wißen, daß Führung „Vorleben" bedeutet. Kam, radschaft in höchster Vollendung. Sie tauschen ihi Ansichten über jeden Einzelnen ihrer „Jungs" au legen sich Richtlinien fest für ihre Bclxandlung, hn eine Bremse, da ein Ansporn, dort auch einmal d Kandare. Aber Angst haben sie im Ernst um keine einzigen, sondern nur Liebe, oft zu den Widerspei stigsten die heftigste. Eben roden sie von einem, von Meyer III, bi ihnen wie sonst keine Sorgen macht. Einer, d« sich aus Kraftüberschuß kaum zu Helsen weiß. S reden alle durcheinander, der Feldwebel ist roüter auf ihn, und hätte ihn am liebsten weiß Gott n gesehen (Feldwebel sind immer wütend!), nur d Kommandoführer sitzt schweigend und nachdenklii da. Plötzlich sagt er: „Kamerad Braun, lassen S bitte das Kommando antreten. Natürlich nur sowe die Jungs da sind. Ich denke, es ist die Mehrzahl Der jüngste Rottenführer steht sofort auf. Er tri vor die Tür. Seine Signalpfeife schrillt über b( Platz. Der Kommandofuhrer tritt vor die Leut läßt rühren und in zwanglosem Halbkreis um fi lagern. Dann beginnt er zu reden: „Jungkameraden! Ich habe Euch heute ganz 6 sonders beobachtet, um zu sehen, wie Ihr über di sen außergewöhnlich heißen Tag hinwegkommt. 0 freut mich sehr. Euch meine uneingeschränkte Ai erfennung aussprechen zu können. Als Dank mach ich Euch eine Zusatzleistung anoertrauen und i hoffe, daß ich damit Euren Beifall finde. Wir rid ten eine Nachtwache ein, sechs Mann und el Wachthabender für jede Nacht. Die Aufgaben bi fer Nachtwache, den Dienst, die Ablösung arbeit jeder selbst, sowie er sich denkt, im Laufe der näd ften zwei Tage aus. Der beste Vorschlag oder eil Zusammenfassung dieser Vorschläge wird als Wach bienftorbnung von mir bestätigt werden. De Nachtdienst, d. h. seine Organisation, die Ablösung die Kontrolle usw. übergebe ich dem Kamerade Meyer III. der hierfür als Vorgesetzter gilt. Traue Sie es sich zu, Jungkamerad Meyer III, den neue Dienst einwandfrei zu versehen?" Ueberrascht, ab( doch gestrafft in der Haltung, tritt der Angeredet vor: „ „Jawohl, Herr Kommandoführer!" — „Dan ist es gut. Ich beauftrage Sie hiermit. Fronthei Kameraden. Stillgestanden! Tretet — weg!" ... Keiner im Konrmando, der nicht versteht und fu nicht freut. Bald bläst bas Horn zum Zapfenstreich SJL-tfpoti 2er Mannschaftsfahren im Gau Lahn des S03R. 21m vergangenen Sonntag veranstaltete der Gau Lahn des Lundes Deutscher Radfahrer fein 2er= Mannschaftsfahren über 75 Kilometer mit Start und Ziel Gießen (2Balltor). Dem Gaustraßen- fahrwart Kehr (Gießen) stellten sich nur zwei Mannschaften und zwar die Mannschaften vom Gießener Radfahrer-Verein von 1885 (Spatz, E. Muhl, QBittmann) und vom RC. Germania 1899 Gießen (Pre iß, Faust). -Zuerst startete die Mannschaft des RC. Germania, der nach fünf Minuten die Mannschaft des GRV. 1885 folgte. Die „Germanen" vergrößerten sogleich ihren Abstand erheblich und lagen bereits bei 50 Kilometer etwa drei Minuten vor ihrem Gegner. Dann aber rangen ihnen die „85er“ wieder Minute um Minute ab und gewannen das Rennen in der Zeit von 2:33,16 Stunden. Die Mannschaft des RC. Germania benötigte 2:36,18 Stunden. Turngau Lahn-OünSberg. Am nächsten Sonntagnachmittag ■ kommt in Steinbach ein schon lang geplanter Mann- fchaftsgerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Hausen 1 864, Reiskir- chen und Steinbach erstmalig zum Austrag. Der Tv. Steinbach verbindet damit fein diesjähriges Abturnen. Don Gerätemannschaftskämpfen konnte bisher schon des öfteren berichtet werden. Aber stets waren es solche stärkerer Vereine, die über eine größere Anzahl bester Turner verfügen. Aus diesem Grunde ist der obenerwähnte Gerätemannschaftskampf besonders zu begrüßen, da hier kleine Qkreinc ihre Kräfte im friedlichen Wettkampf messen wollen, trotzdem sie nur eine ganz geringe Zahl von guten Turnern in ihren Reihen haben. Es turnen sechs Turner eines jeden Vereins je eine Kürübung an Darren, Pferd und Reck, zwei Turner außerdem eine Kürfreiübung. Die Leistungen der fünf Vesten ergeben die Mannschaftsleistung. Der Ausgang des Kampfes ist offen. Herberger Trainer in Westdeutschland. Als Rachfolger von Ralph Hoke übernimmt am 1. September der bekannte Derliner TB.- Stürmer Josef Herberger den Posten eines Sportlehrers des Westdeutschen Spiel-Verbandes. Ein weiterer ehemaliger Tennis-Borusse hat wieder Stellung in Westdeutschland erhalten. Der frühere repräsentative Berliner Läufer Kurt Otto ist zu Schalke zurückgekehrt, wo et bereits einmal als Fußball-Lehrer tätig war. Olympia 4932. Tolan Doppelsieger. — Zwei vierte Plätze für Deutschland bei den Leichtathleten. Die sensationellen Ergebnisse der ersten •Tage wirkten sich am Mittwoch in Los Angeles in einem Rekordbesuch aus. Allein bei den Leichtathleten im Kolosseum fanden sich über 10 0 0 0 0 Zuschauer ein. Es war ein Tag der Amerikaner, denn bis auf das 50-kilometer-Gehen konnten sie alle leichtathletischen Entscheidungen des Mittwochs gewinnen. Mit dem 110- Meter -Hürdenlauf fing cs an. Hier siegte erwartungsgemäß Georg Saling-USA. in 14,6 Sek. vor seinen Landsleuten Beard und Jack Keller. Vierter wurde der Engländer Finlay vor seinem Landsmann Lord Burgh- len. Welscher- Deutschland, für den es schon ein Erfolg war, daß er überhaupt in den Endlauf kam, mußte sich mit dem sechsten Platz begnügen. Mit außerordentlicher Spannung wurde die 2 0 0- Meter-Entscheidung erwartet. Nachdem Vorchmeyer in der Vorentscheidung ausgefallen war, tarn als einziger Deutscher nur Arthur Ionath in den Endlauf. Ionctth hatte seine Vorentscheidung in 21,5 Sek. vor dem Südafrikaner Walters und Eddie Tolan gewonnen. Im Endlauf hatte Ionath die ungünstige Außenbahn erwischt, er konnte hinter dem in der neuen olympischen Rekordzeit von 21,2 Sek. siegenden Tolan und dessen Landsleuten Simpson und Metcalfe nur Vierter werden. Die beiden letzten Plätze belegten Lutti-Argentinien und Walters-Südafrika. Amerikanische Siege gab es auch im Diskuswersen und im Stabhochsprung. Hier lauteten die Ergebnisse wie folgt: Diskuswer- fen: 1. Anders'sen-U^A. 49,49 Meter; 2. Ladorde- US2L 48,47 Meter; 3. Winter-Frankreich 47,85 Meter; 4. Noel-Frankreich 47,74 Meter; 5. Donogan Ungarn 47,07 Meter; 6. Madaresz-Ungarn 46,52 Meter. — Stabhochsprung: 1. Miller-USA. 4,315 Meter (Weltrekord); 2. Nishida-Iapan 4,30 Meter; 3. Jefserson-USA. 4,20 Meter; 4. Graber-USA. 4,15 Meter; 5. Mochizuki-Iapan 4,00 Meter; 6. de Castro-Brasilien 3,90 Meter. Das 50-Kilometer-Gehen stellte bei der großen Hitze außerordentliche Anforderungen an die Teilnehmer. Die beiden teilnehmenden Deutschen H ä h- n c l und Sievert hatten mit dem 4. und 6. Platz einen ganz netten Achtungserfolg. Sieger wurde der Engländer Green in der mäßigen Zeit von 4:50,10 Stunden vor dem Letten Dahlin, dem Italiener Frigerio, Hähnel (Deutschland), Rivolta (Italien) und Sievert (Deutschland). Bei den Borkämpfen des Tages gab Dr. Pelher im dritten Borlauf zum 1500-Meter-Rennen. an aussichtsloser Stelle liegend, auf. Im ersten Vorlaus zum 80-Meter-Hürden-Rennen der Damen stellte Frl. D i d r i ck s o n (USA.), die am Montag schon das Speerwerfen mit einem neuen Weltrekord gewann, mit 11,8 Sekunden eine neue Welthöchstleistung auf. — Beim Modernen Fünfkampf führt nach der zweiten Uebung, dem Degenfechten, der Schwede T h o s e l d t vor Pacini (Italien) und Lindmann (Schweden). Die Deutschen Miersch, Reiner und Nauds halten bei 24 Teilnehmern den 9. bis 11. Platz. Beim Freistilringen, an dem Deutschland nur im Weltergewicht mit dem Hamburger Föl - denk teilnimmt, sind bislang erst zwei Entscheidungen gefallen. Im Schwergewicht siegte der Schwede Richthoff und auch im Mittelgewicht kam mit Ivar Johanns son ein Schwede zum Sieg. Bei den weiteren Entscheidungen im Freistilringen konnte sich der Deutsche Földeak im Weltergewicht nicht durchsetzen, er verlor feinen dritten Kampf gegen den Kanadier Macdonald und konnte nur Vierter werden. Bei den Bahnrennen der Radfahrer wurde der Holländer van E g m o n ö Olympiasieger im 1000-Meter-Malfahren vor dem Franzosen Chaillot, gegen den er zwei von drei Endläufen gewann. Gray (Australien) holte sich den Titel im Zeitfahren. Misterschasts-Regatta in Passau. Am 6. und 7. August kommen auf der idealem Rennstrecke der Kachletstufe bei Passau die sechs Rennen der 21. Deutschen Rudermeisterschaften zur Durchführung. Mit der Organisation wurde vom Deutschen Ruderverband der Passauer Ruderverein beauftragt, dem auch zugleich die Durchführung der 29. Donauverbandsregatta übertragen wurde. Zu den Meisterschaftsrennen gingen die älnterschriften von 26 Vereinen mit 31 Booten und 112 Ruderern ein, während unter Einbezug der übrigen Rennen insgesamt 40 Vereine mit 119 Booten und 501 Ruderern und Steuerleuten gemeldet haben, also ein ganz ausgezeichnetes Meldeergebnis. Besonders ist die Beteiligung von Vereinen aus Gießen, Frankfurt, Mainz, Offenbach, Mannheim, Stuttgart und Saarbrücken hervorzuheben, außerdem nehmen Vereine aus fast allen übrigen Ruderplätzen des Reiches teil und aus dem Ausland haben Wien und Budapest ihren Start zugesagt. Es ist daher mit äußerst spannenden Kämpfen und guten sportlichen Leistungen zu rechnen. Die wichtigsten Rennen haben folgende Besetzung gefunden: Vierer ohne (Steuermann: 1. Spind- lersfelder AD. Sturmvogel Berlin; 2. Berliner DD. Alemannia, 3. Offenbacher RD. 1874. Einer: 1. Willy Dohme (Gubener RE.); 2. Heinrich Steinte (Cannstatter RC.); 3. Eduard Paul (Frankfurter RG. Sachsenhausen); 4. G. Schäfer (Dresdner RD.); 5. W. Fahrender^ (RE. Kurhessen Kassel); 6. H. Kubick (RD. 2llbatros). Vierer mit Steuermann: 1. Spind- lersfelder RD. Sturmvogel Berlin; 2. Gießener R G. 7 7; 3. Wiener RD. Donauhort; 4. RD. Sturmvogel Leipzig; 5. Saarbrücker RG. Tlndine. Zweier ohne Steuermann: E. und 3. Stange (RD., Bayer-Leverkusen); 2. W. Eich- horn/W. Zahn (Mannheimer RC.); 3. G. Graffun- tzer/H. Llrbschat (RC. am Wannsee); H. Golden- baum/W. Schloen (RC. Diktoria Danzig). Doppelzweier. F. 3oedt/K. Timpe (Gießener R. G. 7 7); 2. W. Dvhme/M.See- ling (Gubener RC.) K. Viering ^E. Staufenbiel (Magdeburger RG.; 4. K. Schulz/F. Sporrmann (RG. Wicking Berlin): 5. Richard Beckadolph/G. Döls (Angaria Hannover) G. und L. Ahrens (WSD. Godesberg). Deggendorfer RD. Achter: 1. Mainz-Kasteler RG.; 2. Berliner RC. 3. Gießener RG. 77. 4. Würzburger RD. 75. 5. Lübecker RG. 85. Großer Einer: 1. Steinte (Cannstatter RC.); 2. Kubick (RD. Albatros Klagenfurt); 3. Schäfer (Dresdner RD.); 4. Fahrenberg (Kurhessen Kassel); 5. Dr. Käufer (RD. Hungaria Budapest); 6. Paul (Frankfurter RG. Sachsenhausen). Kaiser-Dierer: RD. Donouhort Wien; 2. Saarbrückener RG. Unbine; 3. Sturmvogel Leipzig. Gast- Vierer : Wiener RC. Lia; 2. RV. Wicking Linz. 3. RD. Druna Brünn. Doppelzweier: 1. Teindl/Schimek (RD. Donauhort Wien) Dohme Seeling (Gubener RC.) 3. G. und L. Ahrens (WSD. Godesberg); 4. Frie- ling/Staufenbiel (Magdeburg. RG.) Schulz/Dorr- mann (RG. Wicking Berlin) Kurz-Becker (Deggendorfer RD.), Doday/Dr. Käufer (RD. Hungari Budapest). Erster Achter: 1. Würzburger RD. 75. 2. Mainz-Kasteler RG. Kurze Gportnotizen. Vor 6000 Personen siegte am Mittwochabend Paul K r e w e r in einem 100-lcm-Dauerrennen in Halle in 1:21:23,4 Stunden vor Schindler, Sawall, Metze und Möller. Zu den Radweltmeisterschaften in Rom werden vom Bund Deutscher Radfahrer Möller (Hannover), Sawall (Berlin), die Kölner Berufsflieger Engel und Steffes, die Amateurflieger Dafch und Richter (Köln) und die Amateurstraßenmeister Scheller (Nürnberg) und Lohmann (Bochum) entsandt. Als ein gutes Geschäft haben sich die Davispokalspiele in Paris erwiesen. Das Interzonenfinale brachte 200 000 Franks mehr als im Vorjahre, und auch die Herausforderungsrunde blieb mit einer' Gefarnteinahme von 1 970 000 Franks noch um 100 000 Franks über der Einnahme des letzten Jahres. Bezirksfchöffengerichl Gießen. Dor dem Dezirksschöffengericht stand zur Aburteilung ein nationalsozialistischer Redner wegen Vergehens gegen das Republilschuhgeseh und Beleidigung. Der Angeklagte soll in einer nationalsozialistischen Versammlung in Büdingen am 7. Rovember 1930 in seinem Schlußwort erklärt haben, Hindenburg tue nur das, was ihm die Roten vorschrieben, mit Severing habe er (der Angeklagte) schon Schnaps getrunten, den die Frau Severing habe verdienen müssen, der verstorbene Minister Stresemann habe durch die Unterzeichnung des Locarnovertrags auf deutsches Gebiet verzichtet und damit Landesverrat begangen und schließlich soll er sich über Grzesinsky ehrverletzend geäußert haben. Das Gericht sah als erwiesen an, daß die Behauptungen gefallen sind mit Ausnahme der in Beziehung auf Gr. gefallenen, erblickte aber in der über Hindenburg gefallenen Aeußerung keine Be°^ schimpfung im Sinne des Republikschuhgesehes. Dagegen verurteilte es wegen die über Severing und Stresemann getanen Aeußerung den Angeklagten zu einer Gefängnisstrafe von zwei Monaten unter Zubilligung von bedingtem Strafaufschub auf vier Jahre bei Wohlverhalten und Zahlung einer Butze von 150 Mark. Langfristige Wettervoraussage 2Bitferung5ootau5fage für Rorddeutschland westlich der Oder, West-, Mittel- und Süddeuifchland (ohne Alpenvorland) für die Zeit vom 5.—14. August 1932. Herausgegeben von der Staatlichen Forschungsstelle für langfristige Wettervorhersage in Frankfurt a. M. Die Witterung wird zunächst immer noch ziemlich unbeständig, im ganzen zwar freundlich, aber zu öfteren Gewitterregen geneigt fein. In der nächsten Woche ist mit etwas beständigerem und wärmerem Wetter zu rechnen. Wirtschaft. Stand und Aussichten der Wirtschasts- konjunktur in Deutschland. Berlin, 4. Aug. Rach dem Wochenbericht des Instituts für Konjunkturforschung sind folgende, hauptsächliche Entwicklungslinien der Wirtschaftstätigkeit zu erkennen: Saisonmäßige und außer- konjunkturelle Kräfte haben das Produktionsvolumen etwas über den Tiefpunkt vom Januar dieses Jahres gehoben. Eine konjunkturelle Besserung 'liegt aber nicht vor, da die relativ günstige Produktionsgestaltung der letzten Monate zum großen Teil auf außergewöhnliche Momente (Russenaufträge) zurückgeht, in allerjüngster Zeit treten sogar die depressiven Tendenzen wieder stärker hervor. Dementsprechend neigt auch die Arbeitslosigkeit wieder zum Ansteigen. Wenn die bisher wirksamen Tendenzen anhalten, besteht die Gefahr, daß fich die Absahnot in der nächsten Zeit eher noch verstärken wird und die Preise infolgedessen weiter rückläufig bleiben. Bevor nicht die Kreditmärkte der Unter- nefjmertätigteit einen größeren Spielraum geben, kann auch keine Wendung des Konjunkturverlaufes erwartet werden. Den Unternehmungen muß vor allem die Möglichkeit gegeben werden, kurzfristige Kredite zu konsolidieren und langfristige zu konvertieren. Bleiben die angelsächsischen Regierungen bei ihrer Wirtschafts- und Währungspolitik, so würde das den Anfang einer Entwicklung bedeuten, in deren Verlauf das internationale Kapitalzinsniveau vermutlich rasch sinken dürfte. * * Vertagung der Internationalen Stick st offkonferenz. Die internationale Stickstofskonferenz, die im Anschluß an die früher in Paris, London und Berlin geführten Verhandlungen feit Anfang dieser Woche in Scheveningen stattgefunden hat, ist heute vertagt worden. Die Konferenzteilnehmer äußerten sich sehr befriedigt über das erzielte Ergebnis. Die Delegationen, die inzwischen abgereift sind, sprachen die Erwartung aus, dah auf einer weiteren, für demnächst in Aussicht genommenen Zusammenkunft auch die bisher noch nicht gelösten Fragen geregelt werden würden. * Frankreich und die schwedische Zündholzeinfuhr. Unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik hat gestern vormittag ein Ministerrat stattgefunden, in dem der Budget- Minister u. a. bekanntgab, daß gegenwärtig Verhandlungen mit der schwedischen Zündholzgesell- schaft im Gang seien, durch die man versuche, die Laufzeit der 1927 abgeschlossenen Verträge über eine 30jährige Belieferung des französischen Marktes mit schwedischen Zündhölzern um fünf Jahre z u verkürzen. Die französische Monopolverwaltung wolle möglichst nach und nach Frankreich von der Belieferung mit ausländischen Zündhölzern frei machen und auch die französische Zündholzausfuhr steigern. * Generaldirektor Gl ässe (scheidet aus dem Rord-Lloyd. Wie die „DAZ." aus Hamburg berichtet, hat sich Generaldirektor Ernst ©löffel entschlossen, aus feiner leitenden Tätigkeit beim Rorddeutschen Lloyd auszuscheiden. Er wird auch nicht weiter im Aufsichtsrat des Rord-Lloyd verbleiben. Zu seinem Rachfolger wurde Direktor B r ö t j e bestellt, der im 62. Lebensjahr steht und seit mehr als 40 Jähren beim Rorddeutschen Lloyd tätig ist. Seit 1906 leitete er die Frachtabteilung nach Ostasien. 1926 wurde er zum stellvertretenden Direktor ernannt. Frankfurter Abendbörse. Frankfurt a. M., 4. Aug. An der Abendbörse blieb die feste Grundstimmung erhalten und bei etwas belebteren Umsätzen ergaben sich meist neue kleine Kursbesserungen. Interesse zeigte sich für IG.-Farben, Scheideanstalt, AKäl., Otavi Minen, die gegen den Berliner Schluß etwa 0,5 Prozent anzogen. Das Geschäft wickelte sich indessen nur innerhalb der Kulisse ab, die auf die weiter festen Auslandbörsen neue Deckungen und Meinungskäufe vornahm. Im Verlaufe schrumpfte das Geschäft zwar stark zusammen, die erhöhten Kurse blieben aber gut behauptet. Am Rentenmarkt fanden einige Umsätze in Reichsschuldbuchforderungen statt, auch Schuhgebietsanleihe waren etwas beachtet, während deutsche ' Anleihen vernachlässigt lagen. Alt- besih 48,90, Reubesih 5,90, Schutzgebietsanleihe 3,30, Otavi Minen 13,75, Rheinstahl 50. AKäl. 39,50 bis 39,75, Scheideanstalt 138,50, IG.-Farben 89, Gesfürel 61, Siemens 122,50, Reichsbahn- Vorzugsaktien 76,75, Hapag 13. Kurszettel der Berliner und Franksurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt befchlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 v. H, Lombardzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Frankfurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abcnd- börse Schluß» für» Schluß!. Mittagbörse Schluß« kurs Schluß!. Abend« börsc Schluß« tu re Sckluß!. Ülllfag« börlc Schluß- furt Gchlußk. Abend- börsc Schluß« kurs Schlußk. Mittag' börse Saturn 3.8. 4.8. 3.8. 4.8. Datum 3.8. 5.8 38 4.8. Dalum 3 8. 4.8 3.8. 4.8. 6% Teunche Retchsanleihe v.184, 62 62 62 62,5 pamvurg-Amerua Pme. . I, 11,75 13 11,65 13 Riebeck Montan...... — — — — 6% ehem. 7%2t. ReichSanl. 0.1929 67'8 68,9 68 69.5 Hamburg-Südam. Dampsschisj 0 - — — — Bereinigte Stahlwerke . . . . c 10,75 12 11 12,4 5'-2% D»ung°Au!eihe von 1930 . Deutsche Anl.-Abtös.-Schuld mil 60 60 60 60.75 Hansa Dampsschiss . . ( - — — — Otavi Minen....... c 12 13,75 12,13 13,25 48,7 48,9 48,75 Norddeutscher Lloyd .... . I 12,9 14,4 12,65 14,25 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 93,25 93,!?5 104 94,75 94,25 AuSIos.-Rechten...... 48,4 21.(55. für Verkehrswesen Akt. . 0 32 31 31 31 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 104 103 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . . 5,9 5,9 5,85 5.85 Berliner Handelsgesellschaft . 4 89,5 89,5 89,5 89,5 Kaliwerke Salzdetfurth . . 9 159 162 159 162,25 6% efietn 8%$cii. Boiksstaat 1929 (tücßdljlb. 102%)...... Commers und Privat-Bank . 0 16 16 53,5 53,5 —— 50 51 Darmstädter und Nattonalbank 0 18,25 18,5 18,5 Oberhessen Provinz-Anleihe mit 43,75 45,5 Deutsche Bank und I. G. Färben-Industrie . . . 7 88,25 89 88,4 88,65 Auslos.-Rechten...... — — Disconto-Geseilschast. . . O 75 75 75 75 Scheideanstalt....... 10 137,5 138,5 — Deutsche Komm Gammclabl. 45 45,4 44,5 Dresdner Ban! ...... O 18,25 18,25 18,5 61,75 Goldschmidt........ . O 17,5 17 17 16,65 Anleibe Serie 1...... 45,13 Reichsbanl........ 11 126 126 126 126 Rütgerswerke....... . 0 32,5 33,25 32,65 33,5 6% ehem. 8% Franks. Hyp.-Banl 69,5 Metallgesellschast...... . 0 25 27,75 25,5 28 Golopse. i:> unkündbar bis 1935 70 — — A.E.G........... . 0 27 28,5 27,13 28,75 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bant Bergmann........ . 0 20,75 20,75 Goldv'e 16 unkündbar biS 1936 5'.% ehem. 4'/.% Franks.Hyp^ Bank Liqu Pfandbriefe . . . — — — — Elektr. LieserungSgesellschast. 5 59 59 59,5 60 Philipp Hvlzmann..... . 0 34 39 34,5 39 79,5 79 — — Licht und Kraft...... Felten & Guilleaume.... Gesellschaft für Elektrische 6 0 71,75 38 72 41,75 71 38,9 71 41.5 Zementwerk Heidelberg. . . . 4 . O 36 31 37 31 — 5-/2% ehem. 4>/r% Rheinische Hnv.-Ban'-Liau -Goldpse. . 80,5 80,65 Wayß & Freytag..... . O 4 4 — — — Unternehmungen .... 4 60 61 60,25 60,75 6%, ehem 8% Pr. Landespsand- Rheinische Elektrizität . . . 5B 64 64 65 briefanstm Pfandbriefe R. 19 68 68,5 68 68 Schuckert & (So....... 0 63,75 64,5 63 64.25 Schultheis PaNenhoser . . . Alu (Allgemeine Kunstseide) Bemherg......... 56 56,5 6% ehem. 7% Pr. Landespsand- briefanstal! Pfandbriefe 9t. v 68 68,5 — — Siemens & Halske..... LahmeyerLEo....... 9 10 121 87 122,5 88 122 87 122.5 88 0 0 37 32,5 39.5 32 37 31,75 39 33 Buderus......... Deutsche Erdal...... Zellstoss Waldhos..... 0 29,5 27,5 28,5 27,75 4% Ocsterretchische Goldrenie . 10,4 10.4 10,13 10 4 26,5 29 26,5 28,65 Zettstoss Aschaffenburg . . . 0 18 17 18 16,75 4,20% Leslcrreichische Siiberrenle 1,05 1.05 1,05 ö 70,75 71 71 71,13 Dessauer Gas....... . 7 — — 84 85,75 4% Ungarische Goldrentc .... 5,75 5,9 5,8 5,8 Gelsenkirchener...... 8 32 34,25 32,5 34 Daimler Motoren..... . 0 13 13.5 13 • 13,13 -1% Ungarische Slaalsrenle v. 1910 6,5 6,5 6,4 6,13 Harpener......... O 50 50,5 50,25 50,65 Deutsche Linoleum .... . 0 32 33 24 32 4'.% desgl. von 1913...... — — — Hoesch Eisen........ 6 — — 22,5 25,4 Orenstein & Kopp-l .... . 0 — 23,13 25,5 abgesi. Goldmexikaner von 99 5 5,25 — 5,4 Ilse Bergbau....... Ilse Bergbau Genüsse . . . 10 —— — — — Leonhard Tietz...... . 6 44 44,4 44,75 44,75 4% Türkische Zollanieihe von 1911 3,4 3.4 3,5 3.6 — 96,5 95,25 95 Svenska...... 0 — 4% Türkische Bagdadbahn-Anleih Klocknerwerle....... 6 22 21 24,25 166 — 166 167,5 ^ctie l.......... — — 3,5 3,7 Mannesmann Rvüren . . . 6 37,25 — 37,5 38.9 4% desgl. Serie 11...... 3,425 3.45 3.6 Mansfelder Bergbau .... 0 11 — 11 13 5% Rumän. verelnh. Renie v. 1903 4,3 4,3 Oberschlei. Lokswerte . . . 8 — 30,75 31,5 Frankfurter Maschinen . . . Gritzner...... _ _ — 4-/2%Rumän.vereinh.Rentcv.l913 8,1 - 7,9 8.05 Phönix Bergbau...... 13 15 13.25 14,9 17,5 17,25 4°„ Rumänische Vereins). Rente 3,95 3,9 3.9 3.9 Rheinische Braunkohlen. . . 10 174 168 174 167,5 Mainkrastwerke Höchst a. M . 48 47,5 _ --,«% Anatolier...... 17,8 17,3 17,25 Nheinstahl........ 43 50 47,75 50 Süddeutscher Zucker .... . 8 106 105,25 106 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a.2H. Banknoten. 3.August 4. August Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Aries Geld Aries HelsmgsorS . 6,344 6,356 6,344 6.356 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest. . —— — —— — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,63 169,97 169,63 169,97 Oslo.... 73,98 74,12 73,78 73,93 Kopenhagen. 79,47 79,63 79,22 79,38 Stockholm . 75,87 76,03 75,62 75,78 London. . . Buenos Aires 14,78 14.82 14.75 14.79 0,913 0,917 0,908 0,912 Neuyork . . 4,209 4.217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,36 58,48 58,35 58,47 Italien. . . Paris . . . 21,44 21,48 21,46 21,50 16,48 16,52 16,48 16,52 Schweiz . . 81,90 82,06 81,89 82,05 Spanien . . 33,97 34,03 33,97 34,03 Danzig. . . 81,97 82,13 81,97 82,13 Japan . . . 1.149 1,151 1.149 1,151 Mo de Jan.. 0,325 0,327 0.325 0,327 Jugoslawien. 6.693 6,707 6.693 6,707 Lissabon . . 13,49 13,51 13,49 13,51 Aerlin, 4.August Gew Eric? Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 50,19 58.43 Dänische Noten......... 79,04 79.36 Englische Noten......... 14,71 14,77 Französische Noten........ 16,44 16.50 Holländische Noten........ 169.26 169.94 Italienische Noten....... 21,42 21,50 Norwegische Noten........ 73.60 73,90 Deutsch. Oesterreich, ä 1OO Schilling — — Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ 75,45 75,75 Schweizer Noten......... 81.71 82,03 Spanische Noten......... 33,83 33,97 Ungarische Noten........