m. 155 Erstes Blatt 182. Zahrgmg Dienstag. 5. Zull 1932 Erschein» täglich, anher Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter .^Heimat im Bild Die Scholle Monatr-Vezugspretr: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanfchliiffe unter Sdmmdnummer 2251. Anschrift für Drahtnach- richtens Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvck und Verlag: vrühl'sche Univer^ntts-Vuch- und Steinöruderei TL Lange in Stehen. Zchrtftleitung und Seschaftrstelle: Zchulftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Rs» Klarneanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20°/„ mehr. ThefredaKteur^ Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Or.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Das belgisch-holländische Zollabkommen. Politische Gefahren für Deutschland. Don G. Arendonck, Brüssel. Das in Lausanne unterzeichnete Zollabkommen zwischen Belgien-Luxemburg und Holland ist wohl keinem Staatsbürger der beteiligten Staaten überraschend gekommen. War doch seit der Osloer Zusammenkunft oft genug die Rede davon, daß man mit den skandinavischen Staaten einig sei, der überhandnehmenden Reigung anderer Staaten zur Schutzzollpolitik eifrige Bemühungen zur Wiederherstellung des Freihandels entgegenzusetzen. Daß Belgien an diesen Bestrebungen in erster Linie beteiligt sein muh, ergibt sich aus der Tatsache, daß es wie kaum ein zweiter Staat von der Ausfuhr lebt, und wul.de durch das Schreiben König Alberts an den Ministerpräsidenten Renkin wieder deutlich. Es ist ja nur ein bescheidener Anfang, wenn diese Lander sich gegenseitig verpflichten, keine neuen Einfuhrzölle zu beschließen und die schon vorhandenen Tarife zunächst um 10 v. H, später aber um mehr zu senken. Lind selbst wenn die Senkung auf 50 bis 60 v. H. durchgeführt wird — wovon in der letzten Zeit manchmal gesprochen wurde — bleiben zwei Fragen zu lösen: Wie werden Holland und Belgien-Luxemburg mit den Ländern zurechtkommen, denen sie Meistbegünstigung gewährt haben? Un& werden d i e skandinavischen Länder wirtschaftlich vom British Empire so unabhängig sein, daß sie wirklich dem Lausanner Abkommen bei t re t en? Weit davon entfernt, ihren Willen zum Freihandel der übrigen Welt aufzwingen zu können, stehen Belgien und Holland auch vor der Möglichkeit, daß sich aus diesem Vertrage, der den Abbau der Zölle einleiten und die Schranken zwischen den Ländern und Völkern niederlegen soll, gerade das entwickelt, was sie zu bekämpfen wünschen, nämlich eine Absonderung, eine auf Holland und Belgien-Luxemburg beschränkte bis zu gewissem Grade autarkische Gemeinschaft, die durch ihre inneren Abmachungen anderen das zufügt, was sie war dabei, Holland in dieselbe französische Einflußspäre hineinzuziehen, die damals Belgien längst umfaßte und von Feindschaft gegen Deutschland erfüllt war. Wäre es nach diesem Herrn gegangen, dann wäre Holland schon damals so in den Griff Frankreichs gekommen — zunächst durch solch eine wirtschaftliche, dann aber von sich selber fernhalten will, eine Behinde - rungderAusfuhr. Groß genug für eine solche geschlossene Zollunion wäre ja diese Gemeinschaft: Es handelt sich doch nicht allein um die gut sechszehn Millionen Menschen, die Holland und Belgien- Luxemburg bewohnen: ein Zollverband dieser drei Staaten würde auch den Kongo st aat und die niederländischen Kolonien umfassen, eine Gesamtbevölkerung, die größer ist als die des Deutschen Reiches, und ein Gebiet, das sogar mehrmals so groß ist. Zwar lauten die Abmachungen heute dahin, daß dritte Staaten sich dem Abkommen unter gleichen Bedingungen anschließen können, aber der wirtschaftliche und politische Druck der Weltmächte kann es durchaus mit sich bringen, daß diese Gemeinschaft sich seindlich gegen eine dritte Macht richtet, wie zum Beispiel Deutschland. Denn wenn dies Abkommen auch in erster Linie durch die wirtschaftliche Entwicklung der letzten Zeit, infolge der französischen Kontingentierungen und der englischen Schutzzölle, mit solcher Beschleunigung zustande gekommen ist, so geht es doch auf alte Pläne zurück, die letzten Endes nicht wirt- fchaftlicher, sondern politischer Natur sind. Und diese Pläne sind noch nicht so alt, daß ihre Väter heute tot oder vergessen waren. Die meisten von ihnen leben noch, sind in der Politik durchaus noch tätig und keineswegs zur Ohnmacht verdammt. Sie sitzen in Belgien, und zwar unter den Vorkämpfern Frankreich und den Feinden Deutschlands. Da ist Herr Eugene B a i e zu nennen, der schon 1905/06 eine Zollunion zwischen Belgien und Holland empfahl und anstrebte. Sein Hintergedanke auch durch politische Einbeziehung — das es verpflichtet gewesen wäre, auf Seiten der Entente in den Weltkrieg einzutreten. Derselbe Eugene Baie, der mit seinem Plan übrigens nicht allein stand, gehörte in der Kriegs- und Nachkriegszeit zu den Annexionisten, die Belgien auf Kosten seiner Nachbarn erweitern und den Niederlanden Holländisch-Limburg, Zeeuwsch-Vlaanderen, Süd- beveland und Berg-op-Zoom abnehmen wollten, mit dem Ziele, die Verwelschung dieser gemanischen Gebiete ebenso zu versuchen, wie es die vlärnischen Gebiete immer noch spüren. Don diesen Französlingen wird denn auch das jetzige Zollabkommen zwischen Holland und Belgien-Luxemburg nur a l s eine Dor stufe zu einer Zollunion mit Frankreich auf- gefaßt und gefördert. Roch vor nicht allzu langer Zeit hat der ehemalige belgische Minister Forthomme _ ausführlich dargelegt, welcher Ämweg heute nötig ist, um die ersehnte Bereinigung mit Frankreich, zunächst in Gestalt eines Zollbündnisses, zu erreichen. Augenblicklich hat der angebetete südliche Rachbar nämlich kein Interesse an einem solchen Bündnis. Auch ihn bedroht die Weltkrisis, und seine Verantwort« liehen meinen es den verarmten französischen Dauern und den zahlreichen Arbeitslosen nicht antun zu dürfen, daß sie sich mit einem Lande vereinigen, das nur eine begrenzte Aufnahmefähigkeit und dabei selbst eine große Produktion Hern'oi wieder in Lausanne. Fortsetzung der Besprechungen der deutschen und französischen Delegation mit Macdonald. Lausanne, 5. Juli. (MTV. Funkspruch.) h e r r i o l, der heule früh wieder in Lausanne eingelrofsen ist, hat sich um 9 Uhr in Begleitung von Germain-Martin und Bonnet z u Macdonald begeben. Die Unterredung dauerte 1z Stunden. Bei ihrem Abschluß weigerten sich die französischen Minister, irgendwelche Auskünfte zu geben, indes bemerkte Germain-Martin lächelnd: „Wir haben immer noch die Taschen leer, find aber voll von hoffnungen." wenige Minuten nach dem Weggang der französischen Minister traten Reichskanzler von Papen, Reichsaußenminister Freiherr von Reurath und Reichsfinanzminister Graf Schwerin- Krosigk bei Macdonald ein. Was geht in Lausanne vor? Bleibt es nicht bei dein deutschen „Wein“ ? Essen, 5. Juli. (CNB. Funkspruch.) Unter der Ueberschrift „Was geht in Lausanne vor?" veröffentlichen die hiesigen Zeitungen einen Aufruf der vaterländischen Vereine zu einem Vortrag, in dem Professor Dr. Grimm noch einmal mit aller Deutlichkeit und Schärfe auf d i e U n a n - nehrnbarkeit her jetzigen Gläubigerforderungen in Lausanne Hinweisen wird. Professor Dr. Grund wird noch eimnal auf die Tatsache Hinweisen, die ganz vergessen worden zu sein scheint, datz wir bereits 11,096 Milliarden Mark mit den 9) o u n g = und Daweszahlungen entrichtet haben, daß diese ungeheure Summe aber nicht aus eigenem gezahlt wurde, sondern daß sie geborgt worden ist. Diese Tatsache ist im Baseler Bericht vom 23. September 193.1 festgestellt worden. Bei einer Verzinsung von 6 Prozent belaufen sich die von Deutschland hierfür allein zu zahlenden Zinsen auf 660 Millionen Mark im Jahre, hinzu kommen 85 Millionen Mark Zinsen aus der Dawesanleihe, weitere 65 Mill. Mark aus der Pounganleihe, ferner die amerikanische Schuld von 40 Millionen Mark, die belgischen Markforderungen mit 25 Millionen Mark, so daß wir a u s den bisherigen Anleihen alleinmitjährlich875Millionen Mark Zinsen belastet sind, selbst, wenn die ganze Rechnung gestrichen wird. Der Vortragende wird erneut aufs schärfste unterstreichen, daß wir unmöglich zu den bestehenden Verpflichtungen neue Restzahlungen hinzunehmen können, sondern daß es unbedingt beim „deutschen Nein" bleiben muß. Die Auffassung in England. London wünscht einen ,/Erfolg" der Konferenz um jeden preis. London, 5. 3uIL (ERB. Funkspruch. Eigene Meldung.) In einem Leitartikel zollt „Times" der Rolle, die Macdonald in Lausanne gespielt hat, anerkennende Worte und führt dann weiter aus, es würde unerklärlich sein, wenn Zeit und Kraft vergeudet werden sollte, wegen einzelner Punkte, die viel weniger wichtig sind als das Prinzip, über das «ine Vereinbarung erreicht sei. Deutschland habe sich bereit erklärt, einen gewissen Beitrag zu leisten, und die anderen Mächte haben sich bereit erklärt, auf Reparationsannuitäten zu verzichten, oder auch nur davon zu sprechen. Das Geld, das Deutschland bezahlen werde, solle der gemeinsamen Sache zur Wiederher st ellung Europas gewidmet werden. Das Erreichte sei zu wertvoll, als daß es verworfen werden dürfte wegen der letzten Einzelheiten oder wegen des Datums der Ratifizierung. Wenn eine oder die andere Delegation in der letzten Minute die Vereinbarung wegen dieser oder jener Bedingung zerstöre, dann werde ihr die Welt das nicht so leicht verzeihen. Selbst die Höhe des deutschen Beitrages sei verhältnismäßig unwichtig. Ob die Summe 2 Milliarden oder das Doppelte ausmache, hab« gar nichts mit Deutschlands Zahlungsfähigkeit zu tun. Die Summe sei unendlich geringer als die Gesamtsumme, die vor nur zweieinhalb Jahren von den Sachverständigen im Haag als zahlbar erklärt worden sei. Sie habe keinen Zusammenhang mit den großen Summen, die die anderen europäischen Mächte technisch noch immer an die Vereinigten Staaten schulden. Die Summe sei das Wahrzeichen dafür, daß die Reparationen der Vergangenheit angehörten. Es verlautet, fährt Times fort, daß ine deutsche Delegation eine Anregung wegen der Abrü- stungs- und Reparationsklausel des Versailler Vertrages gemacht habe. Demgegenüber sei in erster Linie zu bemerken, daß kein Vertrag durch eine einzelne Grupp« von Unterzeichnern revidiert werden könne und in Lausanne seien nur d i e Reparationsmächte vertreten. In zweites Linie errege die bloße Erwähnung einer Vertragsrevision auf vielen Seiten s o weitgehende Bedenken, daß ganz unnötigerweise Aufregung und Verwirrung in die Konferenz hineingebracht werden würde. Aber tatsächlich würde die Vereinbarung, die jetzt in Sicht sei, an und für sich auf eine Abänderung des Vertrages hinauskommen, da sie praktisch die Annullierung des ganzen Reparationsabschnittes bedeute. Wenn man in Lausanne den Reparationen ein Ende mache, dann sollte es nicht schwer sein, eine Klausel zu finden, die zum Ausdruck bringe, daß durch die Beseitigung der Reparationen logischerweife Teil 8 des Versailler Vertrages einschließlich des Artikels 231 hinfällig wird. Eine solche Klausel würde so bei einigen Mächten auf Widerstand stoßen, aber die Anregung scheine keine so schwierig« Situation geschaffen zu haben, wie dies noch vor gar nicht langer Zeit der Fall gewesen wäre, denn wenn es der deutschen Delegation gelänge, die „Leiche der Kriegsschuld lüge" mit nach Berlin zu bringen, so würde sie damit einen inne r p o l i t i f d) e n Erfolg erzielt haben, der viel wichtiger sei, als das Risiko einer Verzögerung der Ratifizierung durch die Signatarmächte. hat. Viel freundlicher würde Frankreich dem Gedanken gegenüberstehen, wenn Belgien noch Holland zum Bunde mitbrächte. Der Weg zu dem ersehnten Zusammenschluß muh daher über eine Zollunion mit Holland führen. Wer hinter die Kulissen der belgischen Politik gesehen hat, wird unschwer erraten, daß auch die anderen Drahtzieher und Macher der belgischen Außenpolitik aus dem liberalen Lager, die Hymans und Deveze, diesem gewundenen Wege nicht abhold sind. Was Holland betrifft, so hat schon 1906 der holländische Minister de Beaufort die politischen Bedenken erkannt und geltend gemacht, die dem Partner Belgiens aus einem solchen Bündnis erwachsen müssen. Dieselben politischen Bedenken bestehen heute in erhöhtem Maße angesichts der ungeheuren Machtsteigerung Frankreichs und der Schwäche Deutschlands. Holland aber ist augenblickilch in derartigen wirtschaftlichen Röten, daß seine Verantwortlichen für politische Bedenken kein Gehör haben. Absichtlich schweigt auch die große holländische Presse über die politischen Gefahren, die dieser Vertrag für Holland mit sich bringt, daß es nämlich — ob im Krieg oder Frieden — früher oder später in Frankreichs Schlepptau kommen muh. Diese Gefahr ist um so größer, als der holländische Generalstab von heute — man erinnere sich der erstaunlichen Darlegungen des Generals Sehfsardt — stark von Frankreich beeinflußt wird und der Ansicht ist, Holland müsse sich bei einer Verletzung niederländischen Gebietes durch Frankreich nicht zur Wehr setzen, sondern an seiner Seite gegen Deutschland mitmarschieren! So kann dies Zollabkommen zu einem Glied« in der neuen Einkreisungskette werden, die Frankreich um Deutschland legt. Wäre das Gegenteil der Fall, bestünde die Möglichkeit, daß Belgien, besonders bei Hinzutritt der skandinavischen Staaten, dem Vasallenverhältnis zu Frankreich durch diesen Vertrag entrückt würde, so hätte Frankreich längst eines seiner Druckmittel auf Belgien angewandt, um dies Abkommen zu verhindern, so wie es das deutsch-öster- r e i ch i s ch e Zollbündnis verhindert hat. Wahlaufruf der Staafspartef. Berlin, 5. Juli. CNB.) Der Führer der Deutschen Staatspartei, Reichsminister a. D. Dietrich, hat an die Mitglieder und Freunde der Partei einen Aufruf erlassen, in dem es heißt: „Verfassungsmäßig nicht zuständige Kräfte haben die Regierung Brüning zu Fall gebracht und die Auflösung des Reichstages herbeigeführt. Aus den Vorarbeiten für die Befreiung von den Reparationen und aus den Aufgaben zur Bewältigung der Sorgen des nächsten Winters wurde das Kabinett herausgerissen und an seine Stelle auf einem verfassungsmäßig nicht einwandfreien Wege ein Kabinett von Angehörigen des Adels und des Militärs gefetzt. Die zurückgetretene Regierung hat die Einstellung der Reparationszahlungen im vorigen Jahr erreicht. Herr von Papen erntet jetzt, wo sie gesät hat. Sie hat mit außergewöhnlicher Sparsamkeit den Etat des Reiches um fast vier Milliarden gesenkt. Die Deutsche Staatspartei führt den Kampf um die Erhaltung von Republik und Demokratie, um die Sicherung der Volksrechte und um die Erhaltung des selbständigen deutschen Menschen. Die Deutsche Staatspartei als die Partei der Mitte, die bisher allein gegenüber der rechtsradikalen Sturmflut Widerstandskraft bewiesen hat, geht nicht ohne Aussichten in diesen Kampf, zumal dafür gesorgt werden wird, daß diesmal bei uns keine Stimme mehr verloren gehen wird. Wir rufen das arbeitende Bürgertum in Stabt und Land, das der Freiheit und der Republik die Treue hält, als Mitkämpfer auf. Jetzt muß sich entscheiden, ob wir noch ein Staatsvolk find, das feine geschichtliche Aufgabe versteht. Oie Ruhr-Gpartakiade. Auch der letzte Sonntag hat mit einer unerhört langen Verlustliste des bürgerkriegs- ähnlichen Zustandes, in dem wir uns befinden, abgeschlossen. Tote und Verwundete sind zu verzeichnen, viele Verletzte sind gar nicht in die Krankenhäuser geschafft worden, weil sie von ihren Parteifreunden in Sicherheit gebracht wurden. Man weiß also nur, wieviel Menschenleben das letzte Wochenende gefordert hat und kann ungefähr abschähen. wieviel Personen außerdem ein Opfer der blutigen Zwischenfälle geworden sind. Herr Severing hat nun allerdings vor kurzem versichert, daß er mit seiner Polizei für Ordnung und Sicherheit sorgen würde, es scheint aber, als ob er etwas zu dick aufgetragen hat. Mindestens darf man feststellen, daß seine Polizeipräsidenten doch nicht die vorbeugenden Maßnahmen ergreifen, die ihnen auch trotz der neuesten Regelung der Uniform» und Demonstrationsfrage gestattet find. 3 m Ruhrgebiet durfte die Kommunistische Partei am Samstag und Sonntag ungehindert eine Spartakiade abhalten, als deren Ergebnis drei Tote und 30 mehr oder weniger schwer Verletzte zu verbuchen sind. Man wird sich mit Recht die Frage vorlegen dürfen, wohin wir eigentlich treiben sollen, wenn man der Kommunistischen Partei Massenversammlungen, die sich dazu noch über mehrere Tage erstrecken, gestattet und durch diese Zusammenballungen erst Unruheherde schafft. Herr v. Gayl hat zwar den politischen Parteien eine größere Bewegungsfreiheit eingeräumt, aus den Kreisen der Lausanner Delegatton hört man jedoch, daß die täglichen Schreckensnachrichten doch eine recht unerfreuliche Wirkung auslöfen. Lins scheint, als ob sowohl außen- wie innenpolitische Gründe in ausreichender Menge vorliegen, um die Reichsregierung zu veranlassen, jetzt endlich so durchzugreifen, daß wir etwas plötzlich wieder aus der Periode des täglichen Mordes und der täglichen blutigen Zusammenstöße h e r aus- ko m m e n. Kundgebung der GpO. im Berliner Lustgarten. Berlin, 4. Juli. (TU.) Die Sozialdemokratische Partei veranstaltete am Montag im Lustgarten eine Kundgebung, an der sich das Reichsbanner, die Eiserne Front und alle sympathisierenden Organisationen beteiligten. Man sah außer den schwarz- rot-goldenen Fahnen viele rote mit den drei weißen Pfeilen. Reichstagsabgeordneter Künstler forderte einleitend zur Abkehr vom Bruderkampf und zur gemeinsamen Front gegen den Faschismus auf. Reichstagsabgeordneter Dittmann führt u. a. aus, noch stehe die parlamentarische Freiheitsfront, der Kern des deutschen Freiheitsheeres gegen den Faschismus, dem es nicht gelingen dürfe, die Macht an sich zu reißen. Der Redner machte Hitler verantwortlich für die Zuspitzung der politischen Gegensätze und die sozialen Auswirkungen der letzten Notverordnung. Hitler habe die proletarischen Anhänger als Landsknechte an den Kapitalismus verkauft. Aber auch diese modernen Landsknechte würden, wie die alten, vom freiheitsliebenden Volke und der Eisernen Front geschlagen werden. Abgeordneter Stampfer klagte Hitler und den Reichskanzler an, sie hätten durch einen geheimen Pakt, den sie vergeblich abzuleugnen versuchten, namenloses Unheil über die mittellosen Schichten dxs deutschen Volkes gebracht. Wenn man der Sozialdemokratie auch noch das Reden verbieten wolle, so werde sie die Wahrheit von Mund zu Mund tragen. Die SPD. sei friedlich, wer sie aber angreife, der werde zurückgeschlagen, wie das im „Dorwärts"-Gebäude geschehen sei. Es sei ein heiliger Kampf, den die Sozialdemokratie zu führen habe. Die Kundgebung schloß mit dem Gesang der Internationale. Eine Wahlrede Geverings. Rienburg (W§er), 4. 3uli. (TU.) Auf einer Kundgebung der SPD. führte der preußisch« Innenminister Severing u. a. aus: In Zeiten wie den augenblicklichen komme es nicht auf die Sicherheit des einzelnen, sondern auf die Sicherheit der Gesamtheit an. Die Abberufung der Regierung Brüning habe eine Einbuße des deutschen Ansehens im Auslande zur Folge gehabt, habe die Uneinigkeit des Volkes vermehrt und die Gefahr eines Bürgerkrieges heraufbeschworen. Mit der Aufhebung des Uniform- Verbotes habe die Regierung von Papen einem Wunsch der RSDAP. Rechnung getragen. Die RSDAP. habe polittsch« Erfolge bisher nicht zu verzeichnen. Wenn der Rationalsozialismus durch die Tat beweise, daß er fruchtbare Arbeit zu leisten imstande sei, würde die SPD. ihm die Anerkennung nicht versagen. Man könne 13 Millionen Wähler nicht ignorieren und bei der Mitarbeit am Staat ablehnen. Es fei nötig, die Bastionen des demokratischen Staates solange wie irgend möglich zu halten. Den augenblicklich regierenden Männern sei nicht abzusprechen, daß sie gute Patrioten und von dem guten Glauben an den Erfolg ihrer Arbeit beseelt seien, aber sie müßten ihren Patriotismus nicht nur mit Worten, sondern auch mit der Tat beweisen. Die Regierung von Papen sei ein Kabinett der Llltrarechten und als solches auf die Gnade der RSDAP. angewiesen. Von diesem Kabinett werde kein Segen ausgehen. Cs nehme den Aerm- sten der Armen das Letzte, was sie besitzen. Ist Gorguloff geisteskrank? -lm 24. Juli beginnt der Prozeß gegen den Mörder des französischen Präsidenten. Der Termin des Prozesses gegen den Mörder des französischen Präsidenten, den Russen Gorguloff, ist jetzt endgültig auf den 24. Juli festgesetzt worden. Die Ansichten darüber, ob Gorguloff geisteskrank oder für seine Tat verantwortlich sei, sind noch immer geteilt. Der älntersuchungsrich- ter erklärte, daß er Gorguloff vollkommen durchschaut habe und ihn für g e i st i g durchaus normal halte. Der Verteidiger des Attentäters dagegen behauptet, daß sein Mandant geistesgestört sei und ins Irrenhaus gehöre. Es liegen dem Gericht die Gutachten von drei medizinischen Sachverständigen vor. Die Urteile der Aerzte lauten übereinstimmend dahin, dah Gorguloff keinerlei körperliche oder psychische Anormalien aufweise und im Sinne des Strafgesetzbuches als für seine Handlungen im vollen Maße verantwortlich betrachtet werden müsse. Der Attentäter sei ein pathologischer Lügner. Als man ihm die Frage vorlegte, weshalb er denn so häufig die Unwahrheit sage, gab er offenherzig zur Antwort, der Reklame wegen! Ungeklärt ist noch die Frage, ob Gorguloff mit Personen in Verbindung gestanden hat, die von dem Attentatsplan vorher gewußt haben und als Mitschuldige anzusprechen wären. Auch in der Frage über die politische Zugehörigkeit Gorguloffs besteht noch älstklarheit. Wahrscheinlich wird das Gericht diesen Punkt bei der Verhandlung überhaupt mit Stillschweigen übergehen. In ber Un- tersuchungshaft wird Gorguloff vollkommen isoliert gehalten. Sein Verteidiger besucht ihn nur sehr selten. Der Besuch seiner Frau wurde untersagt, weil Gorguloff wiederholt Selbstmord- absichten geäußert hat und man befürchtet, daß seine Frau ihm Gift zustecken könnte. Gor- gulof- arbeitet an seinen Memoiren. Er will darin das Programm der russischen Faschisten ausführlich erläutern und eine genaue Begründung für das Attentat gegen den französischen Staatspräsidenten geben. Wie er sagte, habe er an einem Freispruch kein Interesse, er sei auch dagegen, dah sein Verteidiger versucht, ihn als geisteskrank erklären zu lassen. Er wolle möglichst bald hingerichtet werden, denn er habe den Irrtum feiner Tat erkannt und wolle büßen. Ein mecklenburgisches Amt meldet Konkurs an. Schwerin, 5. Iuli. (TH.) Das Amt H a - genow hat mit seinen 4000 Seelen eine Schul- denlast von3 Millionen Reichsmark, mehr als sämtliche übrigen Aemter von Mecklenburg- Schwerin zusammen. In einer Versammlung teilte Amtshauptmann Dusch mit, daß das Amt Ha- genow seinen Verpflichtungen nicht mehr nachkommen könne. Sämtliche Zins- leistungen müßten ab 1. Iuli eingesteIlt werden. Der einzige Ausweg, der sich aus der Mißwirtschaft seines Amtsvorgängers, des sozialistischen Amtshauptmanns a. D. Dr. Wohlers entwickelt habe, sei d e r K o n k u r s. Daher habe sich der Amtsausschuh entschlossen, den entscheidenden Schritt zu tun und beim Amtsgericht die Eröffnung des Konkurses für das Amt zu beantragen. Der Antrag sei im Laufe des Montagvormittag dem Gericht zugeleitet worden. Aus aller Welt. Ein Nationalsozialist in Frankfurt erschossen. Frankfurt a. M., 4. Juli. (WSN.) Nach Beendigung eines nationalsozialistischen Umzuges kam es am Montagabend in verschiedenen Teilen der Stadt zwischen heimkehrenden Nationalsozialisten und politischen Gegnern zu Zusammenstößen und Schlägereien. In der Langestraße wurden Nationalsozialisten von Korn- munistenbeschossen, wobei einNational- s o z i a l i st g e t ö t et und einer verletzt wurde. Eine polizeiliche Darstellung war bisher nicht zu erhalten. Große GuslavAdolf-Feier in Nürnberg. Anläßlich des Gustav-Adolf-Iahres veranstaltete die evangelische Gesamtkirchengemeinde von Rürnberg eine Massenkundgebung im Stadion, nachdem schon am Samstag eine große Gedenkausstellung im Germanischen Museum eröffnet worden war, die eine große Zahl von Erinnerungsstücken aus der Schwedenzeit vereinigt. Die Kundgebung, die mit unabsehbaren Menschenmassen das weite Rund des Stadions fast völlig ausfüllte, stand vorwiegend unter dem Zeichen des Sports. Zahlreiche Rasenspiele, originelle Turnübungen in Massen und vor allem ein eindrucksvoller Fahnenreigen in historischen Kostümen, der die alten Beziehungen Nürnbergs zu Schweden darstellte, gaben der Veranstaltung den gebührenden Rahmen. Rach einer Begrüßungsansprache des Rürnberger Dekans D. Weigel begrüßte Oberpfarrer Dr. Klingler- Göteborg namens der schwedischen Kirche die Versammelten und wies auf die geschichtliche Bedeutung Gustav Adolfs hin, der mit seinen heldenhaften Taten den Grundstein für die deutsch - schwedische Verbundenheit gelegt habe. Es folgten Fanfaren-Ehöre und Sprechchöre. Ein Fackelzug, der mehrere tausend Teilnehmer umfaßte, zog nach der Feier in die Stadt ein, wo mit einem gemeinsamen Choralgesang das Fest seinen Abschluß fand. Deutsche Luftfahrt-Derbewoche. Ein Treffen sämtlicher Flugsportvereine von Groß-Berlin auf dem Zentralslughafen in Tempelhof bildete den Abschluß der Deutschen Luft- fiihrt-Werbewoche 1932. Sämtliche Luftfahrtvereine boten dem zahlreich erschienenen Publikum interessante sportliche Vorführungen dar. Außerdem wurden im Vortragssaal des Flughafens aufklärende Vorträge über die einzelnen Gebiete der Flugsportbewegung gehalten, die durch Lautsprecher auch im Freien übertragen wurden. — Das besondere Interesse des Publikums fanden verschiedene Schleppfahrten d er Segelflieger des Akademischen Turnbundes und der Akademischen Fliegergruppe der Berliner Hm* versität. Lebhafte Aufmerksamkeit erregte ein Autoschleppstart: dank günstigen Aufwindes konnte der Flieger eine Höhe von 500 Meter erreichen. Deutsche Teilnehmer der Sowjel-polarexpedttion. An der großen arktischen Sowjetexpedition, zu der die Eisbrecher „Sibijako" unter Führung von Professor Schmidt und „Russanoff" unter Führung des von der Nobile-Expedition her bekannten Professors Samojlowitsch in See gehen werden, nehmen zwei deutsche Gelehrte teil, die jetzt in Leningrad eingetroffen sind. Der Forscher Joachim Scholz wird auf dem Franz-Josef- Land überwintern, um die Erscheinungen der atmosphärischen Elektrizität zu untersuchen. Der andere Deutsche, Kurt Wolkef, ein Gehilfe des in Grönland umgekommenen Forschers Professor Wegener, wird in Nowaja Semha den Winter ^ubringen, um die Verhältnisse der dortigen Eisschichten nach den von Wegener ausgearbeiteten Methoden zu untersuchen. Leiterin der arktischen Polarstation „Nordland" ist die russische Biologin Frau Rjabzewa Demme, die im Winter 1930 auf Franz-Josefs-Land wissenschaftliche Untersuchungen angestellt hat. Die Italienische Goethe-Gedenkwoche in Frankfurt. Exz. Prof. Dr. Farinelli eröffnete die Vortragsreihe der „Italienischen Goethe- w o ch e" mit einer Vorlesung über „Go e t h e und R o m", die er in der Aula der Frankfurter Universität hielt. Nachdem er die Grüße Italiens überbracht hatte, leitete er seine Betrachtungen damit ein, daß er nach Goetheschen Worten die ungeheure Wirkung charakterisierte, die Italien und besonders Rom auf den Dichter gehabt haben. Kennzeichnend für das Glücksgefühl, das Goethe auf italienischem Boden empfand, sind seine Aussprüche, daß er nur in Rom unbedingt glücklich gewesen sei, und daß er dort empfunden habe, was eigentlich ein Mensch sein Aordpol, wohin wanderst du? Don Bruno H. Bürgel. Der unzugänglichste Punkt unseres Planeten, der Rordpvl, soll künftig in den „Brennpunkt des Verkehrs" rücken. Cs gibt ernste wissenschaftliche Kreise, die da eine große Luftverkehrsstrahe entstehen sehen, denn der kürzeste Weg von Rord- amerika nach Iapan, nach den Brennpunkten des tzu neuem Leben erwachenden Erdteils Asien, führt über die eisigen Regionen. Mit dem so merkwürdig ausgezeichneten Punkt der Erde hat es nun eine besondere Bewandtnis. Es scheint, als ob er gar nicht festliegt, als ob er wandert. Es wäre im Zeitalter der Dölkerversöh- nung nicht mehr als recht und billig, daß jedes Land einmal eine Weile in de?r Besitz des Rord- pols kommt: di« Eskimos haben ihn lange genug besessen, warum sollen ihn nun nicht einmal wir Deutschen oder die Italiener haben? Dabei ist es noch gar nicht ausgemacht, ob wir ihn nicht schon einmal hatten. Das klingt freilich sehr unwahrscheinlich aber einmal lag unsere Heimat am Aequator der Erde, es wuchsen hier Palmen, die Sonne stand zur Mittagszeit im Zenit, und es war so heiß wie heut bei unfern schwarzen Brüdern am Kongo. Wer will wissen, ob nicht mitten in Deutschland auch einmal der Rordpvl lag? Freilich, es gab damals noch kein Deutschland, es gab vielleicht noch gar keine Menschen auf unserm Stern, aber die Kontinentalscholle, auf der wir heute leben, war schon vorhanden, und sie lag damals an einem andern Punkt der Erde. Die Wegenersche Theorie von der Verschiebung der Kontinente ist eines der geistvollsten wissenschaftlichen Gedankengebäude, vor allem deshalb, weil es schier unzählige Rätselfragen der Erdgeschichte mit einemmal und ohne Gewaltsamkeiten und Llnwahrscheinlichkeiten befriedigend beantwortet. Es ist in höchstem Maße bÄlagenswert, daß der Forscher im Eise Grönlands, das er mehrfach durchquerte, ums Leben kam. Rach ihm entwickelten sich, wie heute Wohl allgemein bekannt ist, alle Erdteile aus einem einzigen mächtigen Hr-Kontinent, einer riesigen Scholle, die sich zerteilte. Der große Wandlungsprozeß ist auch heute noch nicht zu Ende! Die Erdteile, die wir früher für absolut fest und unbeweglich hielten, „schwimmen" gewissermaßen weiter. Sie tauchen mit ihren Sockeln tief in noch heiße „plastische" (nachgebende) Schichten ein, sind darin einigermaßen beweglich. Die Rotation der Erde um ihre Achse und andere Einflüsse bewirken nach Wegener auch heute noch eine fortgesetzte „Verschiebung der Kontinente". Man ist eben dabei, diese Fortbewegung mit Hilfe feiner Meßmethoden festzustellen. Meß« resultate aus Grönland und von einigen Sternwarten Rordamerikas liegen schon vor, und wenn sich die großen Kontinentalblöcke der Festländer nach diesen Messungen auch nur um zwanzig oder dreißig Meter un Iahr weiterbewegen und voneinander entfernen, so kann doch kein Zweifel sein, daß vor vielen Iahrmillionen Länder und Meere anders verteilt waren. Danach müssen wir z. D. annehmen, daß zur „Steinkohlenzeit" (also in jener Erdepoche, da in feuchtwarmen Urwäldern die Pflanzen grünten, die später zugrunde gingen und das Material für unsere Steinkohlen lieferten) der Aequator mitten durch Europa, ja, gerade durch die Gebiete lief, die wir heute bewohnen. Diese (Stein- kohlenzeit liegt freilich etwa 300 Millionen Iahre hinter uns: es gab noch kein Deutschland, kein Frankreich, keine Maschinengewehre und keine Börsennotierungen, ja, nicht einmal Menschen, kurzum, es war eine idyllische Epoche. Natürlich lag damals auch der Rordpol ganz wo anders, nämlich nicht sehr weit von Kaliforniens Küste, im Stillen Ozean. Der Südpol war der Südspihe Afrikas nahe, und so wird es erklärlich, daß wir dort, aber auch im heute heißen Australien, ja in Südamerika, im südlichen Brasilien, uralte Spuren langer und mächtiger Vereisungen finden. Wo aber heute unser Rordpol liegt, muß es damals warm gewesen sein, denn er lag so weit vom Pol entfernt wie heute Rom von seinen Eisfeldern. Aus Spitzbergen hat man Steinkohlenlager gefunden, in Grönland versteinerte Reste von Weinstöcken, Lorbeer- und Ruhbäumen, alles Zeichen dafür, daß in diesen heute dem Pol nahen Gebieten einst ein warmes Klima geherrscht haben muß. — Es gibt bekanntlich sehr alte Berichte bei den nordischen Völkern, daß vor Tausenden von Iahren kühne Seefahrer nach Grönland und Neufundland gelangten und dort eine üppige Vegetation, ja könne. Prof. Farinelli ging sodann auf Goethes Verhältnis zur Antike ein. Er schilderte, wie Goethe unter der Klarheit und Reinheit des italienischen Himmels endgültig das Stürmende und Drängende seines Wesens überwand und beim Erleben der Antike das Geordnete, Maßvolle und Ge- setzmäßige in Leben und Kunst fand. „Tasso", „Egmont" und „Iphigenie" waren schon vor der italienischen Reise konzipiert, ihren innersten Sinn und Gehalt, ihre Vollendung verdanken sie aber Rom. — Namens des neuen Goethe-Instituts in Rom haben dessen Präsident Ge utile und dessen Germanist der römischen Universität, Professor G a - b e t t i, an den Oberbürgermeister der Stadt Frankfurt, Landmann, ein Begrüßungstelegramm gerichtet, in dem sie der Stadt Frankfurt ihre aufrichtigen Glückwünsche darbrin- aen. Auch der Rektor der Universität Rom und Prä- sideut der Italienischen Akademie, Exz. Professor F o r m i ch i, haben zur italienischen Goethe-Ge- denkwoche Begrüßungstelegramme an die Stadt Frankfurt und an Exz. Prof. Farinelli als den Vertreter Italiens, gerichtet. Das Absturzunglück im Oehlal. Rach den am Montagnachmittag vorliegenden Einzelheiten find die drei im Acherkogel tödlich verunglückten Wiener Touristen das Opfer eines doppelten Mißgeschicks geworden. Die drei Touristen haben anscheinend im Rebel und Regen des 2. Iuli bei dem Aufstieg den Weg verloren und sind dort längere Zeit herumgeirrt, anscheinend bis zum Südgrat des Acherkogels, von dem sie wieder zurückgekehrt sein dürften, ohne die Spitze erreicht zu haben. Als sie während des Unwetters die Hoffnung aufgeben muhten, am gleichen Tage zurückzukehren, haben sie anscheinend auf einer Felsnase ihr Lager aufgeschlagen. Die Leichen der Touristen waren mit allen Kleidungsstücken, die die Bergsteiger mit sich geführt hatten, umwickelt. Die Wolleibchen waren um den Unterkörper geschlungen und die Füße staken in ihren Aer- meln. So waren die Touristen offenbar die Rächt über im Freien geblieben und haben den Tag und besseres Wetter obwarten wollen. Während sie in dieser Lage aus geöffneten Rucksäcken Rahrung zu sich nahmen, hat offenbar eine Lawine oder ein Steinschlag die Touristen gegen 22 Uhr erfaßt, und da sie aneinandergeseilt waren, wurden alle drei über die steile Wand 150 Meter in d i e Tiefe gerissen. wo sie mit schweren Kopfwunden tot liegen blieben. Daß dies der Hergang der Tragödie sein dürfte, zeigt auch der Umstand, daß auch die Rucksäcke, offen, wie sie waren in die Tiefe stürzten. Während der Bergungsarbeiten wurden die Toten noch einmal durch eine Lawine verschüttet und auch die Der- gungsmannschasten waren zweimal in Gefahr, unter eine Lawine zu geraten. In den ersten Rachmittagsstunden wurden die Leichen nach Oeh gebracht. Sie werden in Lautens bei Oetz bei- gesetzt. 135 Todesopfer des Unabhängigkeltstages in USA. Der Unabhängigkeitstag soderte wiederum im ganzen Land viele Todesopfer. Bei Kraftwagen- und Dootsunfällen sowie beim Abbrennen von Feuerwerk und bei Schießereien kamen 125 Personen ums Leben. Außerdem wurden an dem Tag in den Bergen Kentuckys mehrere Blutfehden ausgetragen, wobei zehn Personen getötet und acht verletzt wurden. Der neue Vulkanausbruch in den Anden. Rach Meldungen aus Santiago d« Chile sind außer dem Vulkan Quizapu auch die Vulkane Descabezado, Grand« und Dlanco in Tätigkeit getreten. Die Rauchsäulen erreichten eine Höhe von mehr als 1000 Meter und verdunkelten den Himmel. In vielen Stadien, darunter auch Santiago de Chile und Volparaiso sind hsi^e Aschenregen niedergefallen. Pin weites Gebiet, das sich von San Fernando bis Talca erstreckt, ist von einer weihen Aschenschicht bedeckt. Die Asch« ist bedeutend gröber als die bei dem letzten Vulkanausbruch im April und riecht stark nach Schwefel. Auch Malarques auf der argentinischen Seite der Anden wurde mit Asche überschüttet. Viele Städte, darunter einige von den Vulkangebieten weit entfernte, wie die Küstenstadt San Antonio, mußten infolge der Verdunkelung des Himmels durch die Aschenwolken 'Wein und Getreide fanden. Trifft das wirllich zu, dann muh vor noch nicht sehr langer Zeit das Klima in diesen Breiten ein wesentlich anderes gewesen sein als heute. Ia, verschiedene Forscher, so Biedcnkapp, Tilak, Warren, versuchten den Rachweis zu führen, dah der Rordpol die Urheimat der arischen Völker sei, wie aus vielen Heberlieferungen, Sagen usw. hervorginge. Da sich selbst in den uralten heiligen Büchern der Perser und Inder Bemerkungen finden, die auf strenge Kälte, Eis, Schnee, Polarlichter, lange Winternächte hinzuweisen scheinen, sind solche Vermutungen nicht von der Hand zu weisen. Wie sorgfältig die Werkzeuge und 'Methoden sind, mit denen die heutige Wissenschaft arbeitet, mag daraus erhellen, daß es gelungen ist, Verlagerungen des Rordpols nachzuweisen, die kaum zehn Meter betragen. Sie werden hervorgerufen durch jahreszeitliche Wettereinflüsse. Zwischen Sommer und Winter finden gewaltige Masfen- verlagerungen auf dem Kreisel Erde statt, die seine Drehungsachse ein wenig beeinflussen: die Schneebelastung der Kontinente, die großen Luftdruckschwankungen (Transporte von Luftmassen!), die Riederschlagsmengen, die bald auf der Rord- halbkugel, bald auf der Südhalbkugel größer sind, wären hier zu erwähnen. Alte Bekannte. Ein mecklenburgisches Städtchen hatte vor dem Krieg Garnison und daher auch einen Exerzierplatz. Seit der Boden des Platzes nicht mehr vom Stechschritt der Soldaten festgetreten wurde, hatten sich die Ortseinwohner den Platz als Tummel- stätte ausgewählt. Der Ortsvorstand aber hatte mit dem Platz viel weitergehend« Pläne und lieh ein Schild anbringen: Cs ist verboten, den Exerzierplatz zu betreten: muh Wiese werden! Am Rande des Platzes stand auch eine Pappel. Diese trug eines Morgens das folgende Schild: Cs ist verboten, die Pappel abzuhauen: muß Pfirsichbaum werden! — Ein Engländer hat einmal gesagt, es gebe keine neuen guten Witze, alle Witze seien schon gemacht, nur die guten erhalten sich am Leben, deswegen sei jeder gute Witz uralt. Auch dieser. Im Krieg batte sich ein i Etcppenk mm n'ant eine Wiese u a\ flügm lass»«. I Die Fronttruppen wurden mit folgendem Schild l am Hellen Tag ble elektrische Beleuchtung etn* schalten. Ein großer Teil der Bevölkerung ist au« dem vulkanischen Gebiet entflohen. Die Vulkanausbrüche waren von einer heftigen Kältewelle begleitet. Die Ausbrüche haben am Sonntag Plötzlich wieder aufgehört. Rur aus dem Quizapu zeigt sich «ine leichte Rauchwolke. Zwei Raubmörder zum Tode verurlelll. Das Hamburger Schwurgericht verurteilte di« Angeklagten Gerhardt und Gerner wegen Gemeinschaftlichen Mordes in Tateinheit mit schwerem Raub zum Tode. Die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihnen auf Lebenszeit aberkannt. Gerhardt und Gerner hatten am 12. August des vergangenen Jahres den Kaufmann Nitze in feinem Büro am Steindamm überfallen, ihm den Schädel zertrümmert und bann den Gelbschrank ausgraubt. Vor Gericht hatten die beiden angegeben, erwerbslos gewesen zu sein und wegen großer Schulden unbedingt Geld beschaffen zu müssen. Motorrad gegen Wohnwagen: Ein Toter, zwei Schwerverletzte. In der Rächt zmn Sonntag fuhr ein Schausteller aus Gelsenkirchen mit einer Zugmaschine, an der vier Wagen angehängt waren, auf der Strahe von Reersen nach Krefeld. In der Rähe von Holterhof machte er Halt, um «in Rad an seinem Wohnwagen in Ordnung zu bringen. Dabei fuhr ein mit drei Personen besetztes Motorrad ohne Licht in übermäßiger Geschwindigkeit von hinten auf den Wohnwagen auf. Dieser wurde vollständig zertrümmert. Der Führer des Motorrades war sofort tot, bie beiden Mitfahrer wurden schwer verletzt. Die Verunglückten sind drei Arbeiter des Krefelder Telegraphenamtes. Flugzeugabsturz in Spanien. Heber dem Flugplatz von Carabanchel ist ein Flugzeug abgestürzt. Der Pilot und zwei Insassen kamen dabei ums Leben. Einer von ihnen hatte sich durch Absprung mit dem Fallschirm zu retten versucht, der sich jedoch wegenderzugeringenHöhe nicht öffnete. Eine ganze Sladl durch eine Munikionsexplosion zerstört Die Stadt T u n b e i an der Huhai-Eisenbahn in der Mandschurei soll durch die Explosion eines Munitionslagers vollständig zerstört worden fein. Viele Menschen seien dabei ums Leben gekommen. Das Räuberunwesen in der Mandschurei. Ein Zug mit dem stellvertretenden japanischen Generalstabschef in der Mandschurei wurde auf der Strecke nach Mukden von 300 Räubern an- Gegriffen, die jedoch durch das Feuer des den Zua sichernden Panzervorzuges in die Flucht geschlagen wurden. Zehn Räuber wurden getötet. Religionskampfe in Indien. Die Kämpfe zwischen Hindus und Mohammedanern forderten in Bombay 10 Todesopfer und über 100 Verwundete. Es mußte erneut der Belagerungszustand erklärt wer- den. Englische Truppen wurden zum Eingreifen ge- zwungen. Englischen Quellen zufolge werden die Unruhen von einer äußerst gut finanzierten Organisation geleitet, der bedeutende Persönlichkeiten angehören. Die Hindus und Mohammedaner sind gegenseitig in ihre abgegrenzten Bezirke eingebrochen, haben mehrere Häuser in Brand gesteckt und H u n . derte von Läden geplündert. Ein Hindutempel wurde von den Mohammedanern erstürmt, zerstört und in Brand gesteckt. Ein englischer Polizei- Offizier wurde von einem Mohammedaner ange- schossen. Ständige Kraftwagenverbindung Frankfurt—Köln? Die in einer Interessengemeinschaft zusammen- gefahten Kölner Rundfahrtunternehmer haben sich entschlossen, bei den Behörden die Genehmigung der Einrichtung einer, ständigen Kraftwagenverbindung Köln—Frankfurt au erreichen. Begründet wird dieser Schritt mit der Tatsache, dah infolge der Wirtschaftsverhältnisse der Fremdenverkehr beträchtlich zurück- gehe, wodurch die Benutzung der Wagen zur Rundfahrt ständig weiter in den Hintergrund trete. Die zahlreichen stilliegenden Personenwagen, meist fast neue, hochwertige Sechs- und Siebensitzer, sollen ab 1. Iuli eingesetzt werden. Geplant ist, vormittags um 6.30 Uhr Köln zu ver- gewarnt: Exerzieren verboten, soll Kartoffelfeld werden! Am angrenzenden Wäldchen prangt« bald darauf auch ein Schild: Richt abholzen, wird Obstgarten! Zeitschriften. — In der Julinummer von West ermann« M o n a t s h e f ten erscheint der neue Roman von Alfred Karrasch „Winke, buntes Wimpelchen". Die Reize dieser schlichten warmherzigen Geschichte liegen in der starken Männlichkeit des Helden, in der Treue und Liebe des Sohnes, in den satten Schilderungen des nordischen Küstenlandes am Haff, in der tiefen Heirnatlichkeit, dem wechselvollen schicksalhaften Geschehen und in dem Bekenntnis zu Volk und Heimat. Von dem übrigen reichhaltigen Inhalt erwähnen wir nur kurz: Dr. Theodor Heinrich Mayer „Tragödien im Polarland"; Kasimir Ed- schmid „Der Taunus und seine Bäder", sowie die Schilderung „Ein Tag auf der japanischen Eisen- bahn" von Maria Piper. Interessant ist auch die Abhandlung von Helene Voigt-Diederichs „Meine Bücher suchen mich", sowie der Aufsatz von Theo Nußbaum „Blumengärten im neuzeitlichen Städtebau", der die Grundsätze, Absichten und Möglichkeiten der städtischen Gartenbaupflege zeigt. — Das Iuliheft der „Z e i t w e n d e" (C. H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München) wird eröffnet mit dem Aufsatz „Krisis im Rechtsleb-n" von Wilhelm Kohlhaas. Cin erfahrener Jurist untersucht unvoreingenommen die Vorwürfe, die man gegen Gesetzgebung, Rechtsprechung und Verwaltung erhoben hat. Geistvoll beleuchtet der bekannte Musikwissenschaftler Hans Ioachim Moser den Weltanschauungswandel in der gegenwärtigen Kunst, der sich in der Abkehr vom Individualismus und Subjektivismus, in der Hinwendung zum Objektiven und zu einer neuen Religiosität dokumentiert. Moser schließt mit sehr ernsten, nachdenklich stimmenden Betrachtungen über den heutigen „Kulturabbau". Gar manches Wort hat Erich Walch in seinem Aufsatz „Die Gefahr des Bolschewismus" unseren Salonbolschewisten aus intellektuellen Kreisen ins Stammbuch geschrieben, um zum Schluß aufzu- rufen zu der einen großen Entscheidung: Für oder wider den Bolschewismus! lassen und um zufahren. Die Wald, über 16 Mr wieder von Frankfurt ab» Fahrt geht über den Wester- Altenkirchen und Höchst und soll nicht länger als drei Stunden dauern. Die Fahrtko ten sollen ungefähr denen der z w e i - ten Klas e der Reichsbahn entsprechen. Aus öer Provinrialhauptstodt Dießen, den 5. (Juli 1932. Lob der Zaulheii. Weshalb soll das Vergnügen unserer Sonntage eigentlich Arbeitsleistung fein? Man nennt diese Vergnügen, wenn sie recht aufreizend sind, mit einem modernen Wort „Vetrieb", ein Volkswort, das eigentlich eine gewisse Weisheit in sich birgt, denn es drückt aus, daß man den modernen Arbeitsbetrieb des Alltags in die Betriebsamkeit der Vergnügungsindustrie hineinbrachte. Aber der kluge Arzt, der in Shakespeares „König Lear" lehrte: „Die beste Würt'rin der Ratur ist Ruhei", würde in dieser Zeit nachdrücklicher seine Mahnung wiederholen, denn auch der Tätigste und Arbeitsfreudigste bedarf hie und da der völligen Ruhe, der Ausspannung. Liegen nicht zuletzt Unruhe und Unrast, die schlechte Stimmung der Massen, darin begründet, daß die Erholungszeit zu sehr der--Arbeit, der Arbeit des Vergnügens gewidmet wird? In der „Komödie der Irrungen" läßt Shakespeare, der oft die Ruhe preist, die Aebtissin sagen: „Wo süß Erholen mangelt, was kann folgen, Als trübe Schwermut und Melancholie, Der grimmigen Verzweiflung nah verwandt? Und hinterdrein ein zahllos siecher Schwarm Don bleichen Rebeln und des Lebens Mördern? Das Mahl, den Scherz, den süßen Schlummer wehren Verwirrt den Geist und muh den Sinn zerstören .. Gott hat den Sonntag zum Tag der Ruhe gesetzt, auf daß wir uns rüsten in Bedachtsam- keit zu neuem Werk. Man versuche einmal, einen solchen Feiertag der Seele ohne Hast, ohne schnelles und gieriges Genießen zu verbringen. Man schaue einmal in sich und um sich und lasse die Zeit ruhig an sich vorübergleiten, man mühe sich, nichts anderes zu tun als--nichts zu tun! Das Landvolk hat in seiner Ursprünglichkeit und in seinem Lebensinstinkt hier das Richtige erfaßt. Rach schwerer Landarbeit, dem sonntäglichen Kirchgang und dem Mittagsmahl lag behäbige Ruhe über dem Dorf oder der kleinen Stadt. Die sonst so Arbeitssamen standen herum, plauderten, tranken ein Glas Vier, oder machten, wenn sie jünger waren, ein Tänzlein, aber alles das war wohl abgewogen, ähnlich den Gebärden, die der Sämann hat, wenn er Korn in den hoffenden Acker wirft. Und danach fühlt sich der Mensch neu gestärkt, der faule Sonntag war der Quell neuer Arbeitslust. Es ist ein köstlich Ding, einen solchen Sonntag an sich vorübergleiten zu lassen, der Sammlung zu pflegen, auf äußerlichen Betrieb zu verzichten. Man wird finden, daß die Gedanken sich glätten, Schwermut und Verdruß sich legen und neuer Lebensmut aufsteigt, wie nach einer Zeit der Ruhe der Lebenssaft in Daum, Strauch und Blume. Zrauengruppe des DDA. Gießen. Die Gießener Frauengruppe des DDA. hatte dieser Tage zu einem Vortragsabend im „Hindenburg" über die Pfingsttagung des VDA. in Elbing geladen. Die Vorsitzende, Frau Margarethe Eger, begrüßte die erfreulich zahlreich Erschienenen und machte auf die nicht genug au betonende Wichtigkeit der DDA.-Arbeit für unsere als Minoritäten unter fremder Herrschaft lebenden Volksgenossen aufmerksam. Sie kündigte für die nächste Woche (Sonntag, 10. Juli) den Besuch von 12 jungen Oberschlesierinnen an, die die große deutsche Heimat kennenlernen sollen, bat um Gastfreundschaft für sie in Gießener Familien und betonte, daß hier eine Gelegenleit zu praktischer Betätigung in der VDA.-Arbeit sei. Dann ergriff die Rednerin des Abends, Frau Maria Birnbaum, das Wort zu ihrem Vortrag, einer lebendigen und warmherzigen Schilderung der diesjährigen Pfingfttaguna des DDA. in Elbing und anschließender ostpreußischer Eindrücke. Sie legte eingangs den besonderen Charakter dieser Tagung dar: es war das Erlebnis des Ost e ns für die aus ganz Deutschland Zusammengekommenen, das Erlebnis der Not Ostpreußens, aber auch die erhebende Erfahrung der Volks- gemeinschaft, in der alles Trennende unterging, gleichsam „vom blauen Wimpel zugedeckt wurde^ nach einem Worte des 1. Vorsitzenden Reichsminister a. D. G e ß l e r. Es war ein Wagnis, die Tagung auf diesen heißen Boden zu verlegen, schon wegen der großen Entfernung, noch mehr aber wegen der politischen Gefahren, die Städte und ziviler Lustschuh. Daß heute ein ziviler Luftschutz notwendig ist, darüber besteht wohl bei keinem Deutschen, welcher Partei er auch angehört, ein Zweifel mehr. Die Vorbereitung eines erfolgversprechenden Luftschutzes der Zivilbevölkerung ist eine wichtige Reichsaufgabe, an der aber auch die kommunalen Behörden mitwirken müssen. Die Provinz Ostpreußen war vor einigen Tagen Schauplatz der ersten großen Hebungen, die die Möglichkeit eines zivilen Luftschutzes in weiterem Rahmen fest- stellen sollten. Es ist klar, daß etwas Vollkommenes dabei noch nicht gezeigt werden konnte, daß wir erst in den Anfängen der Arbeit stehen, eine brauchbare Luftschutzorganisation zu schaffen. Die Oftpreußen-Uedungen sollten neben der Schulung der Bevölkerung in erster Linie wichtige und notwendige Grundlagen für die planmäßige Weiterarbeit erbringen. Die Anlage der Hebungen war so gestaltet, daß man sich stets im Rahmen des Wirklichkeitsfalles hielt. Gibt es nun einen wirksamen zivilen Luftschutz? Darf man annehmen, daß ein Luftschutz, wie er in diesem Rahmen organisiert war, sich lebensfähig und zweckvoll erweist? Ein guter Kenner der Luftschutzfragen befaßt sich in eingehender Weise in der „Voss. Ztg." mit diesem Problem. Er bejaht diese Frage mit einer gewissen Einschränkung. Die erste Einschränkung, so bemerkt er, ist die, daß ein völliger Schutz nach allgemeiner Ansicht — auch in anderen Landern — unmöglich ist. Die Wirksamkeit wird naturgemäß weiter beschränkt durch das Fehlen eigener militärischer Luftstreitkräfte, die auch vom Abwehrstandpunkt aus als einer der wichtigsten Schutzfaktoren angesehen werden müssen. Immer aber bleibt ein gewisser Grad von Wirksamkeit beim schon die kleinste unvorsichtige Aeußerung heraufbeschwören konnte. Aber die von allen geübte Disziplin war so untadelig, die 7000 Teilnehmer zeigten eine solche Beherrschung, daß kein Mißton die Harmonie störte. Das Schlußwort des Begrüßungs- telegrammes von Hans Grimm: „Der deutschen Liebe zum Gruß" traf vollkommen das Wesentliche dieser Tagung, deren tiefster Sinn war, dem deutschen Osten die Liebe Alldeutschlands zu zeigen. Nachdem Frau Birnbaum Einzelschilderungen der Tagung und besonders erhebende Eindrücke aus den Arbeitsgruppen der verschiedensten Stände und Berufe gegeben hatte, ließ sie zum Schluß die Tagung selbst und eine große Reihe ostpreußischer Stadt- und Landschaftsansichten im Lichtbild lebendig werden. Man sah viel Schönes, viel Erfreuendes, aber man sah auch mit Trauer und Empörung an den Bildern aus dem Korridor die lln- finnigfeit und Grausamkeit der heutigen Grenzziehung. Die Vorsitzende sprach zum Schluß der Rednerin den Dank der Versammlung aus. die mit lebhafter Teilnahme folgte. E. R. Bornotizen. — Tageskalender für Dienstag. Odenwälder Heimatvereinigung: Zusammenkunft 20 Mr im „Cafe Ebel". — Zeltmission Oswalds- garten: 16 Mr, Bibelstunde; 20.15 Mr, religiöser Dortrag. — Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Ein toller Einfall". Gießener Wochcnmarktpreise. • Gießen, 5. Iuli. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter Pfund 90 bis 1,00, Süßrahmbutter 1,30; Landbutter 1,10 bis 1,20; Matte 25 bis 30; Wirsing 10; Weißkraut 12; Spinat 15; Römischkvhl 10 bis 12; Dohnen 30 bis 55; Spargel 30 bis 50; Erbsen 20; Tomaten 35 bis 45; Zwiebeln 15; Rhabarber 8 bis 10; Pilze 50; Kartoffeln (alte) 5; Kartoffeln (neue) 10 bis 12; Aepfel (ausländische) 50 bis 60; Dörrobst 30 bis 35; Kirschen 35 bis 40; Heidelbeeren 45; Stachelbeeren 20; Johannisbeeren 30; Erdbeeren 35 bis 50; Pfirsiche 55 bis 75; Himbeeren 60; Honig 40 bis 45; junge Hähne 80 bis 90; Suppenhühner 70 bis 80; Tauben Stück 50 bis 70; Käse 5 bis 10; Eier 8; Blumenkohl 30 bis 60; Salat 8 bis 10; Salatgurken 25 bis 35; Ober-Kohlrabi 10 bis 12; Rettich 10 bis 12; gelbe Rüben Bund 12 bis 20; Radieschen 8 bis 10; Kartoffeln Zentner 4,80 Mk. * * • Rückständige Clektrizitätsgel- der vom Mai können an das städtische Elektrizitätswerk noch bis zum 15. Iuli ohne weitere Kosten bezahlt werden. Wer diese letzte Zahlungsfrist nicht innehält, hat mit Unannehmlichkeiten zu rechnen. Man beachte die heutige Bekanntmachung. ZrauenvereinSiagung in Geilshausen. T Geilshausen, 4. Iuli. Der Kreisver - band Gießen des Derbandes evangelisch - kirchlicher F r a u e n v e r e i n e glatten Funktionieren des vorgesehenen Schutzsystems anzunehmen. Das ist die Verhütung der vollen Auswirkung der Gefahren zu einer hoffnungslosen Katastrophe. Gelingt nur diese Vergütung, so hat der zivile Luftschutz eine wichtige, ja entscheidende Wirkung ausgeübt. Die Organisation eines zivilen Luftschutzes muß reibungslos arbeiten, oder sie ist nutzlos. Das vielgliedrige, in allen seinen Teilen aufeinander abgestellte System muß von langer Hand vorbereitet, in allen Einzelheiten durchgeübt und von Personen getragen werden, die chre speziellen Funktionen genauestens beherrschen und jederzeit im Gesamtrahmen selbständige Entschlüsse zu treffen wissen. Ausbildung des einzelnen im kleinen, Erziehung der Führer zum sachgemäßen Handeln im Rahmen des Ganzen, ist auch auf diesem Gebiet ebenso dringend und wichtig, wie auf irgend einem anderen der Landesverteidigung. Um die Forderung nach gründlicher, systematischer Arbeit bis zum letzten Mann, kommt auch der zivile Luftschutz nicht herum, wenn er seine Aufgaben erfüllen soll. Größeres Interesse aller technischen Kreise an dem Luftschuhproblem könnte bei der Vorrangstellung der deutschen Technik Ergebnisse erwarten lassen, die denen in anderen Staaten überlegen sind. Die Aufklärung der breiten Massen über ihr Derhalten ist notwendig. Die Hebungen haben dem Interesse an solchen Fragen einen gewaltigen Auftrieb gegeben. Es bedarf planmäßiger Arbeit, um die zwar einfachen, aber unerläßlichen Kenntnisse bis an den letzten Volksgenossen heranzubringen. in Hessen hatte für den gestrigen Sonntag die Frauenvcreine des Lumdatales und des nordöstlichen Teiles des Kreises Gießen zu einer Tagung in unsere Gemeinde eingeladen, zu der auch die Vereine zahlreich erschienen waren. Wohl 800 Teilnehmerinnen waren int Walde beim Gottesdienst, in dem Pfarrer Wahl (Lang-Gons) predigte, versammelt. Der Posaunenchor Londorf eröffnete mit einem Vorspiel die Feier, hierauf sang der Kivchenchor Londorf unter Leitung von Lehrer Tr in ka us. In seiner Predigt ermahnte Pfarrer Wahl, Liebe zu üben an jedermann. Rach der Kaffeepause, in der alle Tagungsteilnehmer Gäste der Einwohnerschaft waren, begann dann die Rachversamml ung. Da der vorgesehene Saal die vielen Menschen bei weitem nicht faßte, aog man unter Dorantritt des Posaunenchors wieder zu dem herrlichen Platz im Walde. Hier war es zuerst wieder der Posaunenchor, der mit dem Liede „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre...“ die Anwesenden in die rechte Stimmung brachte. Der Männergesangverein Geilshausen, der sich in anerkennenswerter Weise in den Dienst der Sache gestellt hatte, fang den ergreifenden Chor „Dolksgebet". Pfarrer Thorn (Odenhaufen) begrüßte die Der- fammlung und bat die Frauen, Dienst am Menschen zu üben als Gottesdienst, „denn alles ist an Gottes und an seiner Gnad gelegen“. Der Lon- dorfer Kirchenchor fang das Lied „O Täler weit, o Höhen.. “ Hieraus überbrachte die Kreisver- bands-Dorsihende, Frau K r e u & e r (Gießen) die Grüße von Dekan Guß mann (Lollar-Kirchberg) und von Dekan Schmidt (Grünberg), die beide dienstlich am Erscheinen verhindert waren. Frl. Wahrendorf, die Geschäftsführerin des Landesverbandes, dankte der Gemeinde Geilshausen, die alles so gut vorbereitet hatte, und der Vorsitzenden des Kreisverbandes Gießen, Frau Kre u d er, die in vorbildlicher, nimmermüder Arbeit die Tagung ermöglicht hatte. Die Rednerin betonte, daß diese Zusammenkünfte Geschenke Gottes seien in dieser Zeit, wo so viel Gottlosigkeit, Geschwätzigkeit und Tlnsittlichkeit die Menschen erfaßt habe. Die Frauen seien dazu berufen, die Jugend trotz aller Hoffnungslosigkeit zum evangelischen Glauben zu bringen und durch Gott Sicherheit in die Cxistenzlosigkeit zu schaffen, denn ohne Glauben ginge ein Volk zu Grunde, auf jeden einzelnen käme es an. Der Haß, der durch die Rot in unferm Vaterland sich breitmacht, könne nur durch die Waffen der Liebe bekämpft werden. Danach müßten die Mütter die Kinder erziehen, damit sie Liebesdienste verrichten, ohne immer gleich auf Dank zu rechnen, denn dies wäre die rechte Rotgemeinschaft. Rach» dem der Männerchor das Lied „Der liebe Herrgott hält die Wacht...“ vorgetragen hatte, sprach Frau K r e u ö e r über „Persönliche Einstellung zur Rotzeit. Mit dem gemeinsamen Liede „Unfern Ausgang segne Gott", schloß die schön verlaufene Feier. Weriungsflngen des Ohm-Lumdaial- Sängerbundes. ll M e r I a u, 4. Iuli. Die Sängervereinigung Merlau beging am Sonntag die 5 e i c x ihres 50jährigen Bestehens. Gleichzeitig hielt der Ohm-Lumdatal-Sangcr- bunb in unserem Orte sein Wertungssingen ab. Am Morgen fand FestgotteSdicnst statt, der durch die Mitwirkung der Sängervereinigung, sowie der Schulkinder (Leitung Lehrer Dönges) verschönt wurde. Im Anschluß daran wurde das Wertungssingen durchgeführt. 22 Vereine beteiligten sich. Vertreten waren die Vereine von Kesselbach. Lardenbach, Lehnheim, Merlau, Riedcr-Gcmündeir, Rieder- Ohmen. Ruppertenrod, Rüddingshausen, Stangenrod, Stockhausen, Weickartshain, Weitershain, Allendors a. d. Lumda, Atzenhain, Bobenhausen, Beuern, Bleidenrod, Burg-Gemünden, Freienseen, Flensungen, Groß-Eichen und Homberg a. d. Ohm. Jeder Verein sang zunächst den vorgeschriebenen Pflichtchor „Mein Deutschland" und dann ein selbstgewähltes Lied. Der Wertungsrichter, Oberreallehrer Blaß, Gießen, gab zum Schluß eine kurze Kritik der Leistungen ab. Im Schulhof wurde anschließend eine ©au- ku n dge bun g veranstaltet, die gleichzeitig eine Ehrung für den festgebenden Verein Merlau zu seinem 50jährigen Bestehen darstellte. Der erste Vorsitzende des Bundes, Decker (Kesselbach), begrüßte zunächst die Sänger und Ehrengäste. Er dankte den Vereinen, daß sie sich in so großer Zahl eingesunden hatten. Zwar wolle man nicht Feste feiern, um ihrer selbst willen, als vielmehr den Idealen, dem deutschen Liede dienen. Die Kundgebung sollte das Wollen der Sängerschaft verkünden und dazu beitragen, die Röte unserer Tage überwinden zu helfen. Das deutsche Lied sei das höchste Kulturgut unseres Volkes, das zu pflegen die große Aufgabe sei. In seinen weiteren Ausführungen übermittelte er dem festgebenden Verein die herzlichsten Glückwünsche zu feinem (Jubiläum. Dem Vorstand überreichte er ein Bild Zelters, der ein Schrittmacher der deutschen Sängerbewegung war. Die Kreisverwaltung Alsfeld ließ durch Regierungsrat Dr. Groß herzliche Glückwünsche übermitteln. Im (Hamen der Frauen und (Jungfrauen des Dorfes wurde dem Jubelverein eine schöne Schleife überreicht. Pfarrer l-ic. S t u m p f sprach im Auftrags der Kirchengemeind? und des Kirchenvorstandes der Sängervereinigung Merlau die Glückwünsche aus. Mit dem Dortrag der Massenchöre „Mein Deutschland" von Mangold und dem Liede „Draußen ist alles so prächtig" (unter der Leitung von Lehrer Dönges gesungen) klang das Fest aus. Wettervoraussage. Unfer Wetter steht zunächst noch unter dem Einfluß hohen Druckes. Da aber durch Ne kräftige Erwärmung das Barometer immer weiter zum Sinken gebracht wird, dürfte auch bei uns ein über Frankreich aufgetretener Tiefausläufer, der für Gewitterstörungen charakteristische Merkmale zeigt, zur Geltung kommen und eine vorübergehende Beeinflussung der Schönwetterlage mit sich bringen. Nach Dorüberzug der Gewitterstörungen, die auch vereinzelt Regen verursachen, wird sich wieder mehr aufheiterndes Wetter einstellen. Aussichten für Mittwoch: Aufheiternd, aber noch bewölkt, warm, lokale Gewitterstörungen. Aussichten für Donnerstag: Nach Gewitterstörungen, wieder mehr aufheiterndes Wetter. Lufttemperaturen: Am 4. Juli: mittags 25,0 Grad, abends 18,9 Grad; am 5. Juli: morgens 17,4 Grad, Maximum 27,2 Grad, Minimum 10,8 Grad Celsius. Sonnenscheindauer 15 Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter Tiefe. Am 4. Juli: abends 26,4 Grad; am 5. Juli: morgens 18,6 Grad Wie man den Durst der Kinder stillt nnd dabei Körper nnd Nerven kräftigt.. Wenn man bedenkt, was die Kinder im Sommer alles zusammentrinken, dann erscheint die Frage berechtigt: Soll man nicht noch mehr als bisher auf den Rührwerk der Getränke achten, damit der kindliche Körper einen wirklichen Ruhen von der Dielen Flüssigkeit hat, die er in sich hineintrinkt? — Ein erprobtes Rezept für ein ausgesprochen nahrhaftes und dabei kühlendes Getränk ist folgendes: Man schüttet 3 Teelöffel der bekannt rn Ovomal- ttne-Kraftnahrung in eine Glas kalte Milch, rührt kräftig um und gibt evtl, noch etwas fein gehacktes Eis hinzu. DaS ist bann ein leicht verdauliches, erfrischendes Getränk und schmeckt vorzüglich. Ovomaltine — die konzentrierte Krastnahrung aus Malz, Milch, Eiern und Kakao — geht sofort ins Blut über und stärkt den ganzen Organismus. Schon zu RM. 1,15 erhalten Die eine Dose Ovomaltine in der nächsten Apotheke oder Drogerie. Wünschen Sie aber vorher eine kostenlose Geschmacksprobe, dann schreiben Sie an Dr. A. Wander G. m. b. Sy, Abteilung IV 79 Osthofen (Rheinhessen). 5036V 04076 Am Sonntag, dem 3 Juli, nachmittags entschlief sanft und unerwartet mein lieber Gatte und Vater Heinrich Rühl, Postassistent i. R. In tiefer Trauer: E. Rühl, geb. Kehr / Heinrich Rühl. Gießen, den 5. Juli 1932. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Iuli, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt - Beileidsbesuche dankend verbeten. Damen-Altets-Vereinigung Gießen 1879-1929 Wir erfüllen die traurige Pflicht, Sie von dem Ableben unserer lieben Alterskameradin Lina Geiß in Kenntnis zu setzen. 5027 d Die Beerdigung findet Mittwoch, den 6. Juli, nechm. 3‘'JJhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Beteiligung wird gebeten. Der Vorstand. MMomsfest W 5)250 Mittwoch, 6. Juli, nachmittags 2 Ubr Festredner die Herren Pfarrer: Haas,Frankfurt, Conrad,Nümbrecht undHerrMissionarBaßfeld,Tüsseldorf DeiiöcBesTonni. Sportabzeichen! AbnahmeimSchwiminen Mittwoch, 6. Juli, 18 Ubr, u. Sonntag, beni0. . Die ersten leht weilte ?Ele sich u ^ber ton, "ndwirj tw Me et b ''tz Scholl »Das sollt Leip. toot ei fr v- M ihr ZK dÄ S5*« loZ ?or’ S Soziale VMtbt der Ausgeber v. GteNen« angeboten Ist es, die ein- gegangcn^Sewerbungs- unterlagen (Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Lichtbilder u.dgl.l schnellstens lurüdguf. Z)ie (Stellung» suchenden sind dankbar Dafür, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeigneten Tätigkeit auf diese Weise unterstützt und sind auf diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Gßetzenev Anzeiger SGlocken-Messing Kompressor Da der Apparat i.all en großen Frauen verbänden Beamtenvereinen und Behörden Deutschlands jahrelang eingeführt, bürgt er für Qualität .Leistung. Uebertnfft sämtliche Waschmaschinen Deutschlands in seiner Arbeitsleistung. D.R.P.516364 Unter Protektorat Pro!. 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Berliner Blätter bringen ausführliche Darstellungen über die Rettung der seit dem 17. Mai verschollenen deutschen Australienflieger Bertram "nd Klausmann. Danach sind die Flieger nach einer sechs Wochen langen Irrwanderung durch die Wildnis bei Kap Dernier, 250 Meilen westlich von Port Darwin, von zwei australischen Buschnegern durch Zufall am 26. Juni aufgefunden worden. Einer der Eingeborenen alarmierte ein von der australischen Regierung nach den Fliegern ausgesandtes Suchkommando, das dann die Absendung eines Motorbootes mit Lebensmitteln, Kleidung X Ländungstelle • Ort der AuHindung 'S H» Darwin Wyndham - W . v G / Karte der Nordwestecke von Australien. Chefpilot Bertram und fein Monteur Klauhmann. 16 f ' w und Medikamenten veranlaßte. Die beiden Flieger waren bei ihrer Auffindung derart erschöpft, daß sie nur noch „Brot, Bro t!“ ausrufen konnten und dann zusammenbrachen. Ihre Kleider waren bei der Wanderung durch den Busch in Fetzen gerissen und nach und nach verlorengegangen. Ihre letzten Wasser- und Eß- Vorräte waren bereits seit Wochen erschöpft. Die ganz« Zeit hindurch waren sie in einem Umkreis von etwa 18 Kilometern um ihr Flugzeug herumgeirrt. Wie Klausmann später erzählte, waren beide seit dem 2 2. Juni bewegungsunfähig. Sie hatten sich hinter einen Steinhaufen niedergelegt, um den Tod zu erwarten. Di« Flieger waren nach der Ueber- fliegung der Timorsee wegen Denzinman- gels zur Landung gezwungen worden. Drei Tage lang suchten sie zunächst nach einer menschlichen Ansiedlung. Dann standen sie plötzlich wieder vor ihrem Flugzeug und konnten hier wieder etwas Nahrung zu sich nehmen. Sie montierten dann einen Schwimmer ab und fuhren auf das Wasser hinaus. Rach fünftägiger Irrfahrt auf dem Wasser erblickten sie in unmittelbarer Rähe einen Dampfer. Alle Rufe und Signale blieben vergeblich. In einer Entfernung von knapp einem Kilometer fuhr der Dampfer an ihnen vorüber. Das Doot wurde schließlich an Land getrieben, und die Flieger nahmen mechanisch ihre Wanderung wieder auf. Rach mehrtägiger Wanderung ohne Rahrung und ohne Wasser erlebten sie eine neue Enttäuschung. Ein Heller Feuerschein ließ sie die Rähe einer menschlichen Ansiedlung vermuten, sie waren aber durch ein Duschfeuer genarrt worden. Trotz aller Entbehrungen ermunterten sie sich gegenseitig und nahmen den Marsch wieder auf, bis sie schließlich hinter einem Steinhaufen niedersanken. „Wi r fühlten und sahen nichts mehr I“, so erklärte Klausmann, „sogar unser Geruchssinn versagte den Dienst und unsere Augen gaukelten allerlei Trugbilder vor". Als die beiden Flieger die letzte Hoffnung aufgegeben hatten, erschienen nach sechswöchigem Umherirren die Retter in Gestalt der beiden Duschneger. Bertram seht seinen Flug fort Wie aus durchaus zuverlässiger Quelle weiter mitgeteilt wird, sind Verhandlungen im Gange, die ermöglichen sollen, daß Der tr am seinen 21 u ft r a licnflug fortsetzen kann, und zwar mit der Iunkersmaschine „Atlantis", die bis auf den einen Schwimmer nicht weiter beschädigt ist. Adolf Hitler nimmt in München den Vorbeimarsch der SA. und SS. ab. L« AST.: Sausest im Lahn-Sünsberg-Sau. Oie Ergebnisse. Turner, Oberstufe. Zwölfkampf: 1. Wilhelm Ferber, Waldgirmes, 207; 2. Wolter Dierau, Lollar, 200; 2. Wilhelm Speier, Odenhausen, 198; 3. Heinrich Römer, Wieseck, 195: 4. Wilhelm Schmitt, Waldgirmes, 194; 4. Heinrich Weller, Ahbach, 184; 5. Ernst Deibel, Lollar, 182; 5. Waldemar Grote, Lollar, 182; 6. Wilhelm Karber, Odenhausen, 180; 7. Otto Dender, Rodheim, 178; 8. Hermann Röhl, Wieseck, 175; 9. Ludwig Olemoh, Londorf, 162 Punkte; 10. Otto Agel, Ahbach; 11. Adolf Hildebrand, Wieseck. Reunkampf: 1. Wilhelm Ferber, Waldgirmes, 157; 2. Walter Dierau, Lollar, Albert Drescher, Lollar, je 151; 3. Heinrich Römer, Wieseck, 149; 4. Wilhelm Schmitt, Waldgirmes, 147; 5. Wilhelm Speier, Odenhausen, 142; 6. Wilhelm Karber, Odenhausen, 140; 7. Heinrich Weller, Ahbach, 137; 8. Emst Deibel, Lollar, 135; 9. Otto Dender, Rodheim, 133; 10. Ludwig Hettche, Lollar, 131; 11. Waldemar Grote, Lollar, Hermann Röhl, Wieseck, je 129; 12. Ludwig Olemoh, Londorf, 125; 13. Adolf Hildebrand, Wieseck, 121 Punkte; 14. Otto Agel, Ahbach; 15. Georg "Bernhardt, Waldgirmes. Volkstümlicher Vierkampf: 1. und Ehrensieg Otto Dietz, Lollar, und Helmut Großhaus, Lollar, je 75; 2. Emil Winter, Launsbach, 73; 3. Otto Schardt, Hausen, 71; 4. Reinhard Schieferstein, Launsbach, 67; 5. Hans Pfaff. Kesselbach, 65: 6. Wilhelm Hofmann I., Alten- Duseck, 64; 7. Wilhelm Bepler, Kinzenbach, 63; 8. Willi Diehl, Lollar, Heinrich Rühl, Beuern, je 62; 9. Ernst Hasselbach, Londorf, Emil Decker, Ruttershausen, Hugo Winter, Launsbach, je 59; 10. Wilhelm Hofmann II., Alten-Duseck, Phil. Launspach, Reiskirchen, je 58; 11. Wilhelm Frank, Lollar, 57; 12. Heinrich Veite, Ahbach, 56; 13. Karl Klein, Dollar, 55; 14. Friedrich Dalser, Reiskirchen, August Decker, Wieseck, je 54, Turner, Mittelstufe. Zwölfkampf: 1. Karl Heitz, Wieseck, 216; 2. Willy Lepper, Waldgirmes, 193; 3. Wilhelm Schmitt.Waldgirmes, 188; 4. Fritz Geier, Ahbach, Elisabeth erobert sich das Glück Vornan von Margaret Ankelmann Copyright by M. Feuchtwanger, Halle. Siebzehntes Kapitel. Elisabeth war eine andere geworden. Rieck- würdig still Pflegte sie dazusitzen, alle Fröhlichkeit schien verloren zu sein. Frau Schelmer fragte immer wieder besorgt, ob ihr etwas fehle. Elisabeth beruhigte die alte Dame. Sie sei ganz gesund, brauche nur sehr viel Ruhe. Irgend etwas mußte in Dresden vorgegangen sein das wußte Frau Schelmer. Aber die erfuhr nicht, .was eigentlich los war. Auch Eckertsburg rückte nicht mit der Sprache heraus. Die ersten Tage war er noch öfters gekommen; jetzt weilte er wieder auf seinem Stammgut, wollte sich um die Emtearbeiten kümmern. Auch darüber konnte sich Frau Schelmer nicht genug wundem, daß Lothar auf einmal den eifrigen Landwirt herausbiß. Sogar das Gut bei Leipzig wollte er verkaufen, sich nur noch der heimatlichen Scholle toibmen. Was sollte das heißen? Es sah aus, als ob Lothar Leipzig ganz den Rücken kehren wollte. Sogar seine große Gemäldesammlung ließ er sich nach Schloß Eckertsburg schicken. Es war ein Glück, daß die Wintersaison begann. Da würde Elisabeth wenigstens wieder auf andere Gedanken kommen. Sie hatte allerhand Gastspielverpslichtungen übernommen und_ nicht viel Zeit, ihren trüben Gedanken nachzuhängen. * Der Rovernber hatte sich unfreundlich ange- lassen. Stürmisch war es draußen und naßkalt. Hm so gemütlicher war es in dem behaglichen Zimmer, in hem die drei um den Teetisch saßen. Elisabeth hatte schon ein großes, anstrengendes Gastspiel hinter sich und war glücklich, für einige Tage zu Hause zu fein. Sie war froh und zufrieden, wie schon lange nicht. Die Rähe des geliebten Mannes belebte sie. Sie kostete das Wenige aus, was das Schicksal ihr gab, war dankbar, wenn er nur da war. "Behaglich summte der Teekessel, das Aroma des würzigen Trankes schwebte durch das Zimmer. Eckertsburg erzählte wieder einmal von Iapan, anschaulich und lebhaft. Frau Schelmer mußte ihn immer wieder ansehen; er kam ihr heute so verändert vor. So jung und so aufgeräumt. Er konnte sogar herzhaft lachen! Plötzlich fing sie einen Blick auf, den Lothar zu Elisabeth hinüberschickte. Iäh durchfuhr es sie, als sie diesen Blick sah. Dann sah sie zu Elisabeth hinüber. Oh, sie konnte verstehen, daß der Mann diese Frau liebte. Wunderschön war Elisabeth und so jung-, daß kein Mensch ihr ihre fünfunddreißig Iahre angesehen hätte. Ihr Teint war blütenT^n s:' hatte ihm nichts arrh-^-- Sie trug einen fliederfarbenen Hausanzug, der sie vorzüglich kleidete. Ihre Augen waren froh und heiter wie selten in den letzten Monaten. Plötzlich wurde die Ruhe gestört. Das Mädchen kam herein und meldete "Besuch. Elisabeth sah die Karte nicht an. Es würden wieder Herren sein wegen irgendeiner Wohltätigkeitsgeschichte. Sie ging hinüber in das Empfangszimmer. Dort stand Hubert Heilmann. „Elisabeth!" „Was fällt Ihnen ein, Herr Landgerichtsrat, mir hierher zu folgen?" „Meine Liebe zu dir, Elisabeth, die mich nicht mhen läßt. Ich konnte nicht anders, ich mußte kommen." „Haben Sie nicht so viel Pietät, Herr Landgerichtsrat, um das, was einmal war, nicht zu zerstören? Müssen Sie auch noch die Erinnemng vernichten, die Erinnerung daran, daß ich Sie einmal geliebt habe?" „Elisabeth, ich danke dir für dieses Wort. Du hast mich einmal geliebt, und du hast inzwischen keinen anderen Mann gefunden, gehörst keinem anderen an. Vielleicht, daß es doch noch einmal ein Glück für uns geben kann, Elisabeth? Döse Menschen haben uns auseinandergerissen, mich in eine verhaßte Che gezwungen. Aber noch ist es nicht zu spät. Ich befreie mich von den Fesseln, ich mache mich frei für dich, Elisabeth. Wir beide gehören zusammen, >ir werden glücklich werden...“ „Cs tut mir leid, Herr Landgerichtsrat, Ihnen diesen Traum zerstören zu müssen. Ich fühle nichts mehr für Sie, meine Liebe au Ihnen ist tot — seit vielen, vielen Jahren schon. Und sie ist nicht erwacht, auch dann nicht, als ich Sie wiedergesehen habe. Sie haben Pflichten, Ihrer Frau und Ihren Kindern gegenüber; Sie dürfen nicht wieder herzlos handeln und roh! Cs ist zwecklos, wenn Sie meinetwegen Ihre Zeit weiter vergeuden. Lassen Sie uns in Frieden auseinandergehen, uns gegenseitig ein gutes Andenken bewahren!" „Das kann nicht dein Ernst fein, Elisabeth. Ich glaube dir nicht, daß deine Liebe für mich gestorben ist. Aus dir spricht nichts anderes als die beleidigte Frau, die es nicht verzeihen will, daß ich mich einst von ihr gewandt hatte." „Sie irren, Hubert Heilmann. Meine Liebe zu Ihnen ist tot, war gestorben von dem Augenblick an, da ich erkennen mußte, sie einem Unwürdigen geschenkt zu haben. Richts mehr ist davon übriggeblieben. Wir haben uns nichts mehr zu sagen. Es ist besser für uns beide, wenn wir diese Unterredung beenden, wenn wir uns nie mehr Wiedersehen." „Du weisest mir also die Tür, Elisabeth? Du schickst mich fort?" „Muß ich das nicht, wenn Sie nicht selbst so viel Takt besitzen, ein^ufefjen, daß Ihre Anwesenheit mir peinlich ist?' Hubert Heilmann stand da und starrte auf die Frau, die er jetzt mehr liebte als je. Er sah sie vor sich in ihrer blühenden Schönheit, die einst ihm gehört hatte, die er hatte küssen dürfen in ""-ehrender Leidenschaft. Und er wußte, daß auch sie der tiefsten Leidenschaft fähig war, daß unter der kalten Oberfläche ein heißes Herz pulsierte. Eine jähe Verzweiflung erfaßte den Mann, eine Raserei, die ihm den Verstand raubte. Er wußte nicht mehr, was er sagte. „Gut, ich gehe. Aber erst noch ein Wort. Wenn du mich auch heute noch zurückweist, ich werde dich doch noch zu gewinnen wissen. Im allgemeinen pflegt man ja beim Theater nicht so abweisend zu sein, und ich denke, auch du wirst keine Ausnahme machen...“ „Herr Eine empörte Männerstimme fiel dem Landgerichtsrat ins Wort; Eckertsburg stand plötzlich da, wie aus dem Doden gewachsen. Er schlang seine Arme um die zusammengesunkene Frau, zog sie an sich, streichelte beruhigend ihre Wangen. Dann wandte er sich zu Heilmann. „Herr Landgerichtsrat, ich habe den größten Teil Ihrer Unterredung mit Fräulein Pfilipp gehört. Ich weih, daß Sie kein schlechter Mensch sind, sondern nur ein haltloser, daß Verzweiflung Ihnen Ihre letzten Worte diktiert hat. Meine Braut und ich wollen Ihnen deshalb verzeihen. Wir wollen Sie und Ihre Familie nicht unglücklich machen. Ieht darf ich Sie aber bitten, uns zu verlassen. Und daß Sie sich meiner zukünftigen Frau auf keine Weise mehr nähern werden, darauf brauche ich Sie wohl nicht mehr aufmerksam zu machen." Heilmann warf noch einen scheuen "Blick auf Elisabeth Pfilipp, verbeugte sich stumm und verließ das Zimmer. Elisabeth saß wie betäubt in dem Sessel, in den Eckertsburg sie hatte gleiten lassen. Sie fuhr sich mit den Händen an die Stirn. Ein Schwindel der Glückseligkeit hatte sie erfaßt. Kam endlich das Glück doch noch zu ihr? Scheu hob sie den Kopf. Eckertsburg stand mitten im Zimmer, den glühenden Blick auf Elisabeth gerichtet. Dann breitete er beide Arme aus. „Elisabeth!" „Lothar — Lothar..." Eckertsburg hielt die zitternde Frau in feinen Armen, preßte ihren Kopf fest an den seinen in einem berauschenden Wonnegefühl. Sie gehörte ihm, nur ihm, nichts mehr konnte sie trennen. Elisabeth war fein, ganz fein! Er bog sich zurück, sah in ihre Augen, aus denen ihm eine Welt von Liebe entgegenstrahlte. Wie töricht sie gewesen waren, die ganzen, langen Jahre über! Waren an dem Glück Dorübergegangen, das auf sie gewartet hatte. Aber jetzt, jetzt war es da. Mit einem seligen Lachen beugte er sich herunter, zu Elisabeths Mund. Ihre Lippen fanden sich zum ersten, endlosen Kuh. Dann saßen sie beisammen, in einen tiefen Sessel geschmiegt: „Elisabeth, ich kann nicht mehr lange warten — du muht mein werden — wann werden wir heiraten?" , „Wann du willst, Liebster; ich gehöre dir, fett langem!" „Oh, du! Und wenn ich nun sage: sofort? „Dann füge ich mich deinem Wunsch, wie ich mich allen deinen Wünschen fügen werde." „ Also keine Angst mehr?" „Hab' ich doch nie gehabt..." „Jetzt flunkerst du, Elisabeth", sagte er und drohte mit dem Finger. „Komm her, ich will dir alles sagen", sagte sie und zog ihn näher zu sich heran. „Angst? Angst hab' ich eigentlich nie vor dir gehabt. Es war nur — wie soll ich mich ausdrücken — ich fühlte die Macht, die von dir ausging. Ich war ihr vom ersten Augenblick an verfallen, liebte dich, ohne daß ich es wußte. Damals, als ich krank war und du mich küßtest — oh, ich hab' es wohl gefühlt —, da wußte ich auf einmal, dah ich dich liebte. Aber du warst so ruhig, so kalt, gingst an mir vorüber. Manchmal dachte ich, daß ich sterben müßte vor Kummer ..." „Süße, du! Ia, ich war ein Tor, dah ich mir selbst mein Glück verschloß. Aber es war nichts als Angst. Die Angst, von der gefeierten Künstlerin einen Korb zu bekommen wie alle anderen. Ich haßte deinen Beruf, haßte die Menschen, die um dich waren dich feierten. Und ich glaubte nicht, dah du mich alten Mann lieben könntest. Aber du willst mich, ja?" „Ach du, ob ich dich will..." Eckertsburg drückte ihre beiden Hände vor seine brennenden Augen. „Liebst du mich, Elisabeth?" „Ja, Lothar, ich liebe dich. Du bist der einzige Mann, den ich wirklich geliebt habe und immer lieben werde." „Und könntest du deiner Kunst entsagen, nur mir gehören?" „Gs gibt nichts, was ich nicht freudigen Herzens für dich tun könnte. Ich will ja nichts anderes, als dir gehören, dich glücklich machen." Wortlos kühle er sie, immer und immer wieder. * In vier Woch«n sollte die Hochzeit fein. Elisabeth war es gelungen, ihre vertraglichen Verpflichtungen auf gütlichem Wege zu lösen. Ein einziges, letztes Konzert wollte sie geben, um sich von ihren vielen Freunden zu verabschieden. Es wurde ein unerhörter Triumph für die Sängerin. Man wollte sie nicht vom Podium gehen lassen, die Menschen rasten vor Begeisterung. Das Podium war im Ru in einen Dlumenhain verwandelt. Endlich konnte Elisabeth sich losmachen. Erschöpft kam sie in das Künstlerzimmer. „Tut es dir nicht leid, Elisabeth, das alles auf geben zu müssen? Dich mit meiner Liebe zu begnügen, wo Tausende dir zu Füßen liegen?" Eckertsburg fragte es, während er sie in feinen Armen hielt. Leise schüttelte sie den Kopf. „Rein, Lothar. Es gibt nichts für mich auf der Welt als deine Liebe. Man hatte mich vergöttert, in der ganten Welt. Und ich war nicht einen Tag glücklich. Glücklich bin ich erst, seitdem ich weih, daß du mich liebst." Drauhen tobte noch der Iubel der Menschen, die nach Elisabeth riefen. In dem engen, kleinen Zimmer aber standen ttoei Glückliche, die in einem langen Kuß die Welt vergaßen und die endliche Erfüllung ihres Lebens feierten (Schluß.) 185: 5. Richard Dehler, Kinzenbach, 184; 6. Karl Weller, Wieseck, 181; 7. Wilhelm Räuber, Waldgirmes, 180; 8. Ernst Zecher, Staufenberg, 177; 9. Heinrich Muskat, Ahbach, Otto Müller, Lollar, Karl Reinstädtler, Dorlar, je 175; 10. Friedrich Kaletsch, Lollar, 174; 11. Eugen Schleenbecker, Kinzenbach, Leo Müller, Norbeck, je 173; 12. Albert Schmitt.Waldgirmes, 169; 13. Ludwig Knortz, Ahbach, Wilhelm Müller, Wieseck, je 168; 14. Paul Decker, Waldgirmes, 166; 15. Karl Vogel, Staufenberg, 161; 16. Ludwig Reinschmidt, Steinbach, 160 Punkte; 17t Ewald Leib, Kinzenbach; 18. Heinrich Kraft, Staufenberg. Neunkampf: 1. Karl Heitz, Wieseck, 156; 2. Willy Lepper, Waldgirmes, 155; 3. Wilhelm Schneider, Odenhausen, 151; 4. Wilhelm Schmitt, Waldgirmes, 149; 5. Heinrich Muskat, Atzbach, 144; 6. Wilhelm Räuber, Waldgirmes, 140; 7. Otto Müller, Lollar, 137; 8. Karl Weller, Wieseck, 135; 9. Richard Depler, Kinzenbach, 132; 10. Wilhelm Stroh, Wißmar, Ludwig Knortz, Ahbach, je 130; 11. Ernst Zecher, Staufenberg, 129; 12. Karl Rainstadtler, Dorlar, 128; 13. Wilhelm Müller, Wieseck, Fritz Geier, Ahbach, je 127; 14. Wilhelm Krauskopf, Rodheim, Fritz Geißler, Lollar, je 126; 15. Karl Vogel, Staufenberg, 124; 16. Ludwig Reinschmidt, Steinbach, 123; 17. Eugen Schleenbecker, Kinzenbach, 122; 18. Paul Decker, Waldgirmes, Friedrich Kaletsch, Lollar, je 121; 19. Werner Cchmulbach, Mainzlar. 120 Punkte; 20. Albert Schmitt, Waldgirmes. Turner, Unterstufe. 1. Willi Werner, Wieseck, 171; 2. Wilhelm Moos, Lollar, 158; 3. Hans Mank, Wieseck, 157; 4. Erich Pfeiffer, Launsbach, Hans Reinhardt, Odenhaufen, je 150; 5. Albert Stamm, Waldgirmes, 143; 6. Heinrich Schmidt, Kesselbach, Ludwig Fuchs, Mainzlar, je 146; 7. Albert Schneider, Lollar, 145; 8. Karl Kümmel, Wieseck, Albert Lepper, Waldgirmes, je 144; 9. Willi Fink, Lvl- . lar, 143; 10. Heinrich Schneider, Odenhausen, 141; 11. Karl Scherer, Wieseck, Friedrich Vogel, Staufenberg, je 139; 12. Karl Allgeier, Lollar, 138; 13. Rudolf Junker, Wieseck, 136; 14. Arthur Na- than, Mainzlar, Alfred Göbel, Wieseck, je 134; 15. Willy Schmitt, Waldgirmes, 133; 16. Ernst Körber, Alten-Duseck, Willi Eisenhut, Wieseck, je 130; 17. Karl Weimer, Waldgirmes, Heinrich Reif, Daubringen, Hans Allgeier, Lollar, je 129; 18. Ewald Schmitt, Waldgirmes, 128; 19. Helmut Lich, Londorf, 127; 20. Wilhelm Metz, Kesselbach, Erich Schmidt, Launsbach, je 126; 21. Kun- rat Eintz, Rodheim, 124; 22. Gustav Stamm, Waldgirmes, Wilhelm Zecher, Daubringen, Karl Dern, Lollar, Erich Klinkel, Lollar, je 123; 23. Wilhelm Hasselbach, Rodheim, 120 Punkte; 24. Wilhelm Wagenbach, Daubringen, 25. Ernst Ferber, Waldgirmes, Wilhelm Cloos, Atzbach Karl Müller, Lollar, Wilhelm Decker. Rvdheim, Helmut Pfaff, Launsbach. Jugend. Volkstümlicher Vierkampf: 1. Christian Möbus, Reiskirchen, 92 Punkte; 2. Heinrich Kormann, Londorf. 88; 3. Willi Will, Ruttershausen, 84; 4. Heinz Schmidt, Kinzenbach, Willi Dest, Wihmar, je 71; 5. Adolf Klinkel, Lollar, 70; 6. Heinrich Weimer, Daubringen, 65; 7. Wilhelm Pfaff, Kesselbach, Ewald Mandler, Wißmar, je 62; 8. Heinrich Hillgartner, Kesselbach, Karl Opper, Daubringen, je 61; 9. Wilhelm Platt, Rodheim, Willi Decker, Wißmar, Wilhelm Lepper, Alten-Duseck, Gustav Schimpf, Kesselbach, je 60; 10. Wilhelm Spaar, Mainzlar, Anton Roth, Steinbach je 58; 11. Ernst Ludwig Ott, Ruttershausen, 57; 12. Walter Müller, Lollar, 55; 13. Leonhard Launsbach, Reiskirchen, 54 Punkte. 14. Willi Schleenbecker, Ruttershausen; 15. Werner Komp, Lollar; 16. Heinrich Schnecker, Allertshausen. Turner, Altersstufe. Reunkampf: 1. Karl Gießel, Waldgirmes, 153 Punkte; 2. Eduard Keller, Rodheim, 150; 3. Otto Reeh, Wieseck, 149; 4. Heinrich Ruppenthal, Hausen, 140; 5. Karl Sarnes, Hausen, 133 P. Turnerinnen, Unterstufe. 1. Anni Wirbelauer, Wieseck, 117 Punkte; 2. Anna Moos, Lollar, 114; 3. Ruth Dietz, Collar, 3. Draun, Wieseck, je 113; 4. Anneliese Wehling, Wieseck, 112; 5. Erna Doch, Vordeck, Hedwig Schwabe, Lollar, je 110; 6. Elli Felde, Staufenberg, Elisabeth Koob, Lollar, 108; 7. Elli Schmidt, Wieseck. 107; 8. Herta Agel. Lollar, Erna Bittendorf, Mainzlar, je 105; 9. Minna 3ung, Wieseck. Marie Dierau, Wieseck. je 103; 10. Erna Hofmann, Lollar, 102; 11. H. Henning, Wieseck, 100 Punkte. Turnerinnen, Oberstufe. Ehrensieg: Paula Hildebrandt, Wieseck, 157 Punkte; 1. El. Seipp, Lollar, Ottilie Schreiner, Wieseck, je 153; 2. Lina Erb, Wieseck, 152; 3. Minna Loh, Wieseck, 143; 4. Lina Grün, Lollar ,138; 5. Alma Decker, Lollar, 136; 6. Herta Kutscher, Lollar, 132; 7. Martha Röhl, Wieseck, Anna Pausch, Wieseck, 130; 8. Minna Seibert, Wieseck, 120 Punkte; 9. Auguste Möser, Wieseck, 1900’# Leichtathleten siegen In Offenbach. Die Nationalen Wettkämpfe des BSC. 99 Offenbach hatten eine sehr starke Besetzung aufzuweisen. Die 1900er griffen mit nur 6 Athleten in die Ereignisse ein und schlugen sich gut. Leider mußte durch einen Unfall von Fr. Koch auf die Schweden- und 3X200-Meter-Staffel verzichtet werden. Heber 50 Meter, Klasse III, traten 40 Teilnehmer an. Koch hatte sich bis zum letzten Zwischenlauf durchgesetzt. Bei 40 Meter erlitt er einen Muskelriß, der ihn für die weiteren Wettkämpfe außer Gefecht setzte. Ge i st mußte wegen zweimaligen Fehlstarts ausscheiden. Den 200-Meter-Vorlauf gewann Koch überlegen, konnte jedoch zum Endlauf nicht mehr antreten. Sie 800 Meter waren eine sichere Sache für den Frankfurter Eintrachtmann Schilling, der 2:02,2 Minuten benötigte. Peters lief sehr gut und holte sich in 2:04,2 Minuten den zweiten Platz; 3. wurde Polizei-Spo. Darmstadt; B e p p e r l i n g mußte aufgeben. Das Kugelstoßen, Klasse III, gewann Gugel mit 12,43 Meter; 2. wurde Michel vom Polizei- Spo. Darmstadt mit 11,83 und 3. Luh, OSC. Gießen mit 11,77 Meter. Heber 5000 Meter lief Schaaf ein großes Rennen. Nach dem Start übernahm der allgemein als Favorit geltende Haag von Darmstadt 98 unter gutem Anfangstempo die Führung. (Zwischenzeit für 1500 Meter 4,25 Minuten). Nach der dritten Runde führte Schaaf vorübergehend. Habich-Darmstadt gab neben weiteren neun Teilnehmern des zwölf Mann starken Feldes auf. In den letzten 200 Meter fetzte Schaaf zu einem energischen Endspurt an und siegte in der guten Zeit von 16,02 Minuten vor Haag in 16,04 Minuten. An 3. Stelle kam Grölz vom OSC. Gießen in 16,20 Min. ein. 2O'knp3ugenbrennett des Lahngaues. Am vergangenen Sonntag veranstaltete der Gau Lahn im BDR. fein Jugenorennen mit Start und Ziel Restauration „Schützenhaus". Die Beteiligung war in diesem Jahre nicht so gut wie im vorigen, jedoch wurden sehr gute Leistungen gezeigt. Als Sieger aus diesem Rennen ging Erich Sommer vom RE. „Germania" Gießen in der Zeit von 29 Min. hervor. Sodann folgte Ernst Haas, RE. „Germania" Gießen in 31 Min. und im Endspurt schlug dann noch Adolf Härder, ebenfalls „Germania" Gießen, den Aßlarer Fahrer W. D e b u s in 32,30 Minuten. Großes iReifc und Fahriurnier in Herborn. Am 9. und 10.3uli findet in Herborn (Dillkreis) ein großes Reit- und Fahrturnier des Verbandes Nassauischer Reit- und Fahrvereine und des Kreisreiterbundes Oberlahn, Sitz Marburg, statt. Die bis jetzt vorliegenden Meldungen gestatten einen äleberblick der Veranstaltung. Außer prominenten Turniergrößen hat sich auch die Reichswehr gemeldet. Mit diesen zusammen werden sich die besten Vereine im Regierungsbezirk Wiesbaden an den einzelnen Konkurrenzen beteiligen. Die Reitergruppe Wiesbaden-Erbenheim wird als Titelinhaberin einen schweren Stand haben, die Verbandsstandarte erfolgreich zu verteidigen. Hochinteressante Schaunummern, wie sie bisher in dieser Zusammenstellung kaum gezeigt wurden, werden die einzelnen Konkurrenzen ergänzen. Wirtschaft. Berlin ausgesprochen fest. Berlin, 5. Juli. (WTB. Funkspruch.) Die Aufwärtsbewegung, die sich bereits gestern nachmittag weiter fortgesetzt hatte, hielt auch heute an. Die Tendenz zu Beginn der Börse konnte als ausgesprochen f e ft bezeichnet werden. Eine ganze Reihe von Momenten beeinflußte den beuti» gen Verkehr in recht günstigem Sinne. Heber Lausanne war man, obwohl neue Nachrichten von Belang noch nicht Vorlagen, weiter optimistisch gestimmt. Die feste Tendez und die anhaltende Nachfrage nach deutschen Werten im Auslande, vor allem die Hausse der Poungan- leihe in Paris, wirkte gleichfalls anregend, hinzu kam noch die Nachricht, daß bei den Londoner Stillhalteverhandlungen, die heute beendet werden dürften, schon eine Teileinigung erzielt sei, wobei man für die Zukunft statt des augenblicklich bestehenden 6- bis 7prozentigen Zinssatzes einen Normalsatz von 5 Prozent feftlegen will. Die bereits erwähnte Festigkeit der deutschen Anleihen im Auslande kommt besonders deutlich darin zum Ausdruck, daß Deutsche Dollaranleihen in Neuyork seit Anfang Juni bis jetzt um fast 40 Prozent ihres Wertes gestiegen find. Die Erklärungen, die der Reichswirtschaftsminister gestern in Lausanne bezüglich der deutschen Privat- schulden und der zukünftigen Zinsgestaltung abge- geben hat, riefen, besonders am Rentenmarkt, größere Beruhigung hervor. Das Interesse des Publikums, das nach dem 1. Juli eingesetzt hatte, hielt weiter an und erstreckte sich wiederum auf Aktien und festverzinsliche Werte, ferner wollte man beobachten, daß S ti ll h a lt e g e l de r an beiden Märkten Anlage suchen. Jrn großen und ganzen ergaben sich 1- bis 3pro- zentige Besserungen, doch konnten Spezialwerte darüber hinaus noch stärker anziehen, so Salzdetfurth, Chade, Siemens, Reichsbank, Berger, die bis 5 v.H. fester lagen. Das Geschäft war lebhafter als an den Vortagen und erstreckte sich nicht nur auf Spezialpapiere, sondern auch auf Nebenwerte. Deutsche Anleihen lagen sehr fest, vor allem Alt- und Neubesitzanleihe. Am Pfandbrief- Markt schien sich das Hauptinteresse auf Gold- pfanbbriefe und Kommunalobligationen zu konzentrieren. Reichsschuldbuchforderungen besserten sich um ca. 0,75 o. H. Im Verlaufe wunde es zunächst auf Realisationen etwas schwächer, später war die Kursgestaltung aber nicht einheitlich. Die anfangs stark gesteigerten Werte schwächten sich bis lv. H. ab, während andere wieder etwas fester lagen. Variable Jndustrie- obligationen lagen sehr fest, Gelsenkirchen verloren dagegen später 2 v.H. Der Geldmarkt war in sich weiter leichter, doch erfuhren die Sätze noch keine größeren Veränderungen. Tagesgeld stellte sich auf 5,75 v. H. auf der unteren Grenze, vereinzelt war es schon 5,65 v. H. erhältlich. Monatsgeld blieb unverändert. Privatdiskonten waren stärker gesucht. Sranffurf weiter fest. Frankfurt a. M., 5. Juli. (WTB. Drahtmel- düng.) Obgleich aus L a u { a n n e keine neuen Nachrichten Vorlagen, war die Tendenz bei Beginn der heutigen Börse außerordentlich fest, da man im Verlaufe der Woche bestimmt mit einer Einigung rechnet. Stärkere Anregung schöpfte die Börse einmal aus der festen Haltung der deutschen Werte an. den kontinentalen Börsen (Neuyork war gestern wegen Feiertag geschlossen), und zum anderen, weil von der Kundschaft zahlreiche kleine Kauforders Vorlagen. Die Kulisse schritt zu neuen Deckungen und Meinungskäufen, so daß bei lebhaftem G e - schäft gegenüber der Abendbörse weitere St eigerungen von 1 bis 2 Prozent zu verzeichnen waren. Besonders fest lagen einige Spezialwerte, wie Reichsbank, Siemens, Ilse, Bergbau-Genüsse und Kali-Aktien, die Erhöhungen von 2)4 bis 4 Prozent aufwiesen. IG. eröffneten etwa 1 Prozent hoher, auch Deutsche Erdöl setzten ihre Aufwärtsbewegung mit erneut über 1 Prozent fort. Elektrowerte lagen durchweg von % bis VA Prozent fester, Chade gewannen 4 Mark. Am Montanmarkt war die Haltung uneinheitlich. Während Harpener, Mannesmann und Rheinstahl bis zu VA Prozent fester tendierten, lagen Gelsenkirchen im Angebot um etwa 2 Prozent niedriger, ebenso blieben Stahlverein nur knapp behauptet. Holzmann und Zellstoff Waldhof verzeichneten Besserungen bis zu VA Prozent, wogegen Zement Heidelberg leicht nachgaben. Nach den ersten Kursen ergaben sich zum Teil neue Steigerungen bis zu 1 Prozent, später bröckelten dann die Kurse auf Gewinnmitnahmen der Kurse leicht ab. Der Rentenmarkt zeichnete sich ebenfalls durch weitere Festigkeit aus, da auch hier Kauforders des Publikums zur Ausführung kamen. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen gewannen bis zu % Prozent. Gold- und Liquidationspfandbriefe etwa Vi bis 1 Prozent. Sehr fest lagen Dollarbonds bei Steigerungen bis zu 3 Prozent, wobei sich Marktleere zeigte. Jtinöermartt in Gießen. Auf dem heutigen Rinder - Nuhviehmarkt in Gießen standen 916 Stück Großvieh, 138 Fresser und 219 Kälber zum Verkauf. Auswärtige Käufer waren zahlreich vertreten. Es kosteten: Hochtragende Kühe oder Milchkühe: 1. Qualität 350 bis 420 Mk., 2. Qualität 200 bis 260 Mk., 3. Qualität 110 bis 150 Mk.; Schlachtkühe: a) 150 bis 250 Mk., b) 50 bis 110 Mk.; Rinder: halb- bis dreivierteljährig 50 bis 120 Wk., dreiviertel- bis zweijährig 80 bis 160 Mk., tragend 170 bis 320 Ml.; Kälber: das Pfund Lebendgewicht 0,20 bis 0,28 Mk. Ausgesuchte Tiere über Notiz. — Marktverkauf: Schleppend, geringer Lleberstand. Neue Wege für den Waschtag! Man schreibt uns: 3e wertvoller die Qualität der Wäsche ist, um so mehr stehen die Hausfrauen heute vor der Aufgabe, die Reinigung der Wäsche nach den heutigen Ansprüchen der Hygiene, der Materialschonung, wie der Sparsaiy- keit an Geld und Zeit durchzuführen. Die meisten Frauen sind schon so weit aufgeklärt, daß heute nicht mehr durch Reiben, Bürsten, Schlagen, Walzen, also schädigend, sondern durch Druck- und Saugluft (Sauerstoff) die Wäsche schonend gewaschen und intensiv gespült werden kann. 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Tiatoan, TotunODstna, Wertmeliler-Äbtelleefee. 3>«d-Ji,r,at.Ltarpiaaefrei. Bekanntmachung. Die bereits fälligen Stromgelder Im Stadt- und Ueberlandgebiet für den Monat Mai 1932 können noch bis zum 15. d. M. ohne Soften bezahlt werden. Bei Nichtzahlung bis zu diesem Termin erfolgt Beitreibung und Stromsperre auf Kosten des Abnehmers. 5031D Gießen, den 4. Juli 1932. Direktion der Elektrizitätswerke, Heberlandanlage und Straßenbahn der Stadt Gießen. _________________ S t o l t e.____________________ Mittwoch, den 6. Juli, nachm. 2 Uhr, versteigere ich dahier, Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 5030D 1. 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Zwangsweiser Verkauf aus freier Hand: 4 Rauchtische, 1 Tisch, nußb. pol. mit Wachstuch, 2 Klubsessel mit Plüschbezug, grauem Untergrab, 1 Chaiselonguedecke, 2 Ziertische, 1 weißer ovaler Spiegel, 6 Stühle mit Kunstleder, 2 Wandbilder mit Goldrahmen, 1 Hocker, 1 Bild, Stilleben, unter Glas, 1 Schlafzimmerbild mit Goldrahmen, 1 Schreibmaschine, Adler 7, Nr. 5008, 4 Herren- überzieher (kariert), 1 Partie Anzug- ftoffe, Wattierleinen. Junker, Gerichtsvollzieher in Gießen, Wiesecker Weg 16, Telephon 3383. Druckschriften In gefalzten Bogen In Heftform In gebundenen Auegaben klar In der Schrift übersichtlich angeordnet sorgfältig gedruckt dienen den Belangen von Handel und Verkehr, Industrie und Gewerbe, Landwirtschaft und Behörden. Lieferung eohnell, gut und preiswert BrOhl'sche Druckerei, Oleßen, SchulstraBe 7, Anruf Nr. 2251 Das muß an den Geräten liegen. Natürlich, denn erst neulich Ist Onkel Mollig zu Häuser gegangen und hat sich ausgesucht, was er zur Bestellung seines Gartens braucht. Gutes Werkzeug, halbe Mühe, so dachte er und er hatte recht. Man sieht es an seinem strahlenden Gesichte, und sogar der Pussy ist erstaunt darüber, wie die Arbeit zetzt flutscht und zur Spielerei wird. Das sollten Sie sich auch merken. Manches Stück Ihrer Gartengeräte und -Werkzeuge bedarf der Erneuerung u. auch manche Modernisierung und Erneuerung hätten Sie vorzunehmen, damit Sie künftig auch Freude an Ihrem Garten haben und die Schweißtropfen nicht so rinnen. - Alles, was Sie brauchen : Gartenschläuche, Schlauchwagen, Rasenmäher, Gießkannen, Scheren und anderes mehr führt Häuser gebrauchstüchtig, gut und billig. Ihre Gartenwerkzeuge also künftig nur von Häuser. J-B Lh > J- B. HÄUSER, GIESSEN AM OS WAL DSC ARTEN 4549 A