nr. .'0 Erster Slatt 182. Jahrgang Zreitag. 5. Zebruar 1932 Erschein» täglich, nutzer Sonntags und Feiertags Beilogen: Die Illustrierte Siebener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Hlonats-Beiigspreis: Mit 4 Beilagen NM.l 95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Aach bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlöfse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten^ Anzeiger tiefte*, prßschecklonto: siranlfurt am Main 11*8«. Siebener 2lnjdger General-Anzeiger für Gberhessen Und b«ö Verlag: vrLhl'fche U«jverßtätr-V»ch- unö Steinbruderti R. Lange in Gieren. 8chnstleitnRg und Geschästzstelle: ScbulitTafft 7. Annahme von Anzeiaen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne« klameanzeigen von 70 mm Brette 35 Neichspfennig, Platzvorschrift 20 °, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Tdyrio«; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filler, sämtlich in Gießen. Englands Llebergang zum Schutzzoll. Neville Chamberlain verkündet den neuen allgemeinen Zolltarif von 10 Prozent. Ausnahmen für die Dominions und Kolonien. — Kampfzuschlagzölle bis 100 Prozent. London. 4. Febr (TU.) Olm Donnerstagnachmittag gab der Schaylanzier Neville Chamberlain im Unterhaus feine Pläne für die neue Zollpolitik bekannt. Der Tag fei nun gekommen, fo begann Chamberlain feine Ausführungen. wo die Regierung die schwierig st e Frage in Angriff nehme, um deren Willen fie gebildet worden fei. Ihre früheren Maßnahmen zur Einschränkung der Wareneinfuhr seien ein voller Erfolg gewesen Dank deS Patriotismus und der Opferwilligteit deS englifchcn Steuerzahlers seien de Einnahmen auS den Der- kehrssteuern und den Steuern auf die höheren Einkommen um 50 v. Sy höher gewesen, a l - im Dorjahr. Wenn die Stauern während des Restes dieses Dierteljahres weiter in demselben Maße eingingen, so könnten anderweitige Derluste ausgeglichen werden und der englische Staatshaushalt werde ohne Fehlbetrag abschließen. Der Außenhandel zeige zwar gewisse Anzeichen einer Desserung, aber die Grundfragen der Reparationen und Kriegsschulden seien noch nicht einmal ungerührt worden, und die j ü n g- sten Ereignisse im Fernen Osten hätten erneut Grund zu Desorgniffcn gegeben. Die hauptsächlichsten Industrien in England könnten nur schwerfällig in Bewegung gesetzt werden. Die Eisen- und Stahlindustrie verharrten in einem Zustand deS Stillstandes Schiffahrt und Landwirtschaft befanden sich noch immer auf ihrem tiefsten Stand. DaS englische Pfund sei zwar während einer langen Zeit wunderbar stabil gewesen. Die Regierung glaube aber, dah bas Bettrauen nicht voll wlederhergestellt werden könne, solange die Handelsbilanz ungünstig wäre. Vie Einfuhrüberschüsse hätten in den Jahren 1929 bis 1931 über 200 Millionen Pfund betragen. Angesichts dieser tage müsse die Regierung Mahnahmen ergreifen, am die Handelsbilanz zu verbessern. Gleichzeitig wolle die Regierung die Finanzen des Landes festigen und durch Mahnahmen, die auf keinen Fall der Bevölkerung eine befondcrs schwere Last auferlegten, neue Einnahmequellen schaffen, womit auch eine Art Versicherung gegen eine Erhöhung der Lebenshal- tungskosten verbunden fein solle. Die Regierung schlage daher vor, durch einen mäßigen Schutzzoll, der von wissenschaftlichen Gesichts- punkten aus der Lage der Industrie und der Land- wirtfchaft angepatzt ist, den englischen Fabriken und dem englischen Boden Arbeit zuzuführen, die bisher wo anders geleistet worden fei. Gleichzeitig ergreife sie die Gelegenheit, um den Ländern des englischen Weltreiches besondere Vorteile anzubieten. Die Grundlage der Vorschläge sei ein allgemeiner Wertzoll von 10 v. h. auf alle Einfuhren nach England mit gewissen Ausnahmen, worunter Weizen, Brot, Rohwolle, Rohbaumwolle. Tee, Jleisch fallen. Die Tabak-, Zucker-, die Mac Kenna- und die Safe- guarbing-, sowie die Zölle gegen die unnatürliche Einfuhr und die jüngsten landwirtschaftlichen Zölle, blieben bestehen wie bisher. Ferner werde ein unabhängiger beratender Ausschuß ein- gesetzt werden. Dieser habe die Ausgabe. Empfehlungen auszuarbeiten, welche zusätzlichen Zölle erhoben werden sollen. Er werde das Recht haben, entweder Wertzölle oder Sonderzölle, dauernde oder nur zeitweilige Zölle zu empfehlen, hinsichtlich der Dominions und Indiens habe die Regierung befchlosien, datz weder der allgemeine, noch der Zusatzzoll vor der Ottawa-Konferenz auf sie angewandt werden sollen. Sie schlage ferner vor. daß alle Erzeugnisse der Kolonien, Protektorate und Mandate von den allgemeinen und dem Zusatzzoll befreit bleiben sollen. Die Maßnahmen gegen die Länder, die besondere sich gegen England richtende Fälle hallen, würden besonders erwogen werden. Das Handelsministerium werde im Einvernehmen mit dem Schatzamt ermächtigt werden. in solchen JäQen einen Zoll bis z u 10 0 v. h. zu erheben, der zusätzlich zu den Zusahzöllen auf irgendwelche waren hinzutritt, die aus den England schadenden Ländern nach England eingesührt werden. Die Zölle könnten in einer besonderen Verordnung f eftgelegt werden. Die Regierungsoorschläge, fo schloß Chamberlain seine Rede, stellten einen sorgfältig durchdachten Plan dar und das Kabinett glaube, daß er im Interesse der Nation liege und den gegenwärtigen Umständen in den anderen Teilen der Welt am besten angepaßt wäre. Der Schatzkanzler beendete seine Rede unter lautem Beifall von den Regierungsbänken. Die Vorschläge Chamberlains auf eine allgemeine Erhöhung des allgemeinen Zolltarifs um 10 o.h., auf Einsetzung eines Zollausschuffes und auf Vorzugsbehandlung für die Dominions werden in drei vonein ander getrennten Entschließungen dem Unterhause vorlegte. In der Unterhausdebatte betonte Sir Herbert Samuel, daß der lOprozentige Taris nur einen äußerst geringen Teil von Waren ohne Zoll (affen würde. Die Maßnahmen würden von dauerndem Charakter (ein. Die von dem neuen Ausschuß zu schassenden Zolle wurden das Land endgültig i n ein protektionistisches Land verwandeln. Sir Herbert Samuel kündigte an, daß die Regierung dcm Parlament binnen kurzem eine Landwirtschaftspolitik oorlegcn werde, die dazu bestimmt sei, die Handelsbilanz zu st ä r t e n. Das Gesetz gegen die anormale Einfuhr würde im Mai ablaufcn, bann würbe vielleicht weitere zeitweise Gesetzgebung für eine kurze Periode erforderlich fein. Gegen die Geldhamsterer. Ein nad)nhmcn tverter Feldzug Hoovers in USA. Washington, 4. Febr (2U.) Präsident Hoover hat sich am Mittwochabend in einer Art Ausruf an die Bürger der Bereinigten Staaten gewandt mit der Bitte, sie in seinem Kampf gegen daS Geldhamstern zu unterstützen. In einer Erklärung, die das Weihe Haus ausgegeben hat, werden die Führer der WirtschastSverbände gebeten, am SamStag zu einer Besprechung nach Washington zu kommen, um über den Feldzug gegen die Geld- Hamsterer zu beraten. Hoover erklärt, datz mehr als 1,3 Milliarden Dollar (über 5,4 Milliarden Mark) verstecktgehalten würden. Es ist daS erstemal seit dem Kriege, dah die Regierung so nachdrücklich die Oeffentlichkeit ausfordert. sich an einem .nationalen Feldzug" zu beteiligen. Rach den Aeuherungen Hoovers verletzt jeder Geldhamsterer nicht nur seine eigenen Interessen und die seiner Familie, sondern er handelt auch gegen die Allgemeininteressen. CS sei dringend notwendig, dah der Geldumlauf wieder verstärkt werde. In unterrichteten Ärcifcn wird die Erklärung HooverS auf die Tatsache zurückgeführt, dah zahlreiche Einleger ihr Geld von den Danken abgehoben haben, weil sie befürchten, unter 11m- ständen ihr Gesd zu verlieren. Manche an sich gesunde Bank sei deshalb zugrunde gerichtet worden. Das unwirtschaftliche Verhalten eines Teiles der Oeffentlichkeit sei einer der wesentlichsten Ursachen für die derzeitige Depression. Die Abnistungskonserenz konstituiert sich. Sine deutsche Jnitiallve in Gens? Wird Dcutschland eine» eigencnAbrüstunstsentwtirf vorlegen? Genf, 4. Fcbr. (TU.) In Konferenzkreisen wird vielsach die Erwartung ausgesprochen, dah die deutsche Regierung im Laufe der Abrüstungskonferenz mit dem Entwurf eines allgemeinen Abrustun.gsabkommens hervortreten wird. Man weist darauf hin, dah die deutsche Regierung bei den Derhandlungen des vorbereitenden Abrüstungsausschusses den von diesem Ausschuß ausg.arbeitetenA b t o m mengen t to u r f, der ausdrücklich die Entwassnungs- bestimmungen des Dersailler Bertrages aufrecht erhält, mit großer Entschiedenheit ab- gelehnt hat und auf Teilgebieten wiederholt eigene Dorschläge gemacht hat. Ferner hat die deutsche Regierung bisher den von der Mehrheit des Abrüstungsausschusses vertretenen Standpunkt, daß eine allgemeine Abrüstung nur auf der Grundlage einer gewissen Herabsetzung der H e e r e s h a u s h a l te durchgeführt werden könnte, immer wieder als völlig ungenügend bezeichnet und eine gerechte Befchränkung der Rüstungen gefordert. Der deutsche Standpunkt hat bisher die grundsätzliche Unterstützung der amerikanischen, der italienischen und der sowjetrussischen Abordnung gefunden. Im Hinblick auf die entscheidende Bedeutung, die die Abrüstungsfrage gerade für Deutschland besitzt, rechnet man daher allgemein damit, daß die deutsche Regierung die Initiative ergreifen und ihrerseits der Abrüstungskonferenz einen ins einzelne gehenden Entwurf eines allgemeinen Abrüstungsabkommens verlegen wird, das auf der gerechten Herabsetzung der Rüstungen, wie auf der Einschränkung der Heereshaushalte beruht und dem bisher stets von Deutschland in der Abrüstungsfrage eingenommenen Standpunkt entspricht. Vom deutschen Stanbpunft aus muß barauf hin- gewiesen werden, daß ein derartiger deutscher Vorschlag die heute noch schwer gerüsteten europäischen Machte zu einer eindeutigen Stellungnahme zu den im Völkerbundspakt und im Versailler Vertrag festgelegten Abrüstungsverpflichtun- gen zwingen und damit die unvermeidlich geroor- bene Klärung der Haltung der übrigen Mächte zur Abrüstungsfrage herbeiführen werde. Oie ersten Gegensätze. Vcnesch odcrPolitis sollen einflußreiche Poften bekommen. Genf, 4. Febr. (WTB.) Irn weiteren Verlauf der Fühlungnahme, die seit dem Beginn der Abrüstungskonferenz zwischen den Delegierten der einzelnen Delegationen ftattfinbet, hatte heute nachmittag der deutsche Vertreter Botschafter R a • dolny eine Unterredung mit dem französischen Delegierten Kriegsminister Tardieu lieber die Vorbereitungen zur Konstituierung der Konferenz macht bas hier erscheinende Journal des Nations" nähere Mitteilungen, die zeigen, daß schon bei den technischen Plänen die politischen Gegensätze eine Rolle soielen. Dem Blatt zufolge soll Henderson die Absicht haben, die Konferenz zu beschleunigen und vor allem tue allgemeine Aussprache so rasch wie möglich abzuschlicßen. Aus den weitgehenden Befugnissen des Präsidenten ergibt sich die Wichtigkeit der Frage, welche Staaten in dem Präsi- bialbureau vertreten fein sollen. Von größter politischer Bedeutung ist die noch nicht geklärte Frage des Vorsitzes der General- kommission. der die eigentliche politische Arbeit der Konferenz Zufällen wird. .Journal des Nations" nennt für diesen Posten zwei Namen, die keinesfalls auf allgemeine Zustimmung rechnen können: den tschechischen Außenminister Bene sch und den griechischen Ge- sandten P o l i t i s. Außerdem spricht das Blatt von der Tendenz, den Rumänen Titulescu „zum 1. Vizepräsidenten" zu ernennen, damit er gegebenenfalls Henderson „bei seiner schweren Verant- I wortung unterstützen soll". Eine sehr starke Opposition habe sich gestern gegen die Wahl eines japanischen Vizepräsidenten I geltend gemacht. lleue schwere Kämpfe um Tschapei. Oie japanischen Angriffe auf den Aordbahnhof abgeschlagen. - Oie Chinesen leisten heftigen Widerstand. Moskau (über ftorono), 4.Jebr. (I1L) wie die lelegrapen-Agentur ber Sowjetunion meldet, haben Donnerstag morgen 15 schwere japanische Bombenflugzeuge, alle japanischen Kriegsschiffe unb bie Lanbbatterien ein starkes Je u e r auf b le chinesischen Stellungen eröffnet. Tschapei würbe furchtbar zerstört. Der Nordbahnhof ist vollkommen zusammengeschofsen. Beide Parteien hatten große Verluste. Rach dem Artilleriefeuer gingen die Japaner vor. Die B e - schießung von wufung wurde für zwei Stunden unterbrochen. Rad) Londoner Meldungen aus Schanghai sind bic Chinesen beim Tlorbbahnhof bei Regen- unb leichten Schneefällen nach Artillerievorbereitung zum Gegenangriff vorgegangen. Zeitweise konnten bie Chinesen zwei Bataillone japanischer Seefolbafen umzingeln. Hunderte von Häusern in Tschapei wurden durch Jener zerstört. Die internationale Niederlassung ist durch bie Brände stark bedroh t. Auch in bas Hauptquartier fielen chinesische Granaten. Auf ber Straße nach wufung hatten sich chinesische Jeanen in behelfsmäßiger Uniform in einem Schützengraben verschanzt, um einen möglichen japanischen Angriff von biefer Seite her abzuwehren. JTad) dem furchtbaren japanischen Cuftbombarbe- ment auf Ifchapei, das volle vier Stunden anbauerte, sind bie Chinesen noch im Bf- fiff ber Ruinen bes Bahnhofes von Tschapei. Sie halten auch bie Wusung- Joris, obwohl triefe nochmals von ben Japanern erneut bombardiert worden find. Die Chinesen zeigen eine bemerkenswerte Entschlossenheit und leisten mit ihren Gewehren. Maschinengewehren unb Mörsern — bies siub bie einzigen Waffen. die sie besitzen — einen bewunderungswürdigen widerstand. Rad) der „Times" soll, vom militärischen Standpunkt aus betrachtet, bie ganze japanische Aktion gegen das Stadtviertel ein Jehler gewesen sein. Die chinesischen Streitkräste um Schanghai herum sollen ungefähr 2 5000 Manu zählen, von denen aber nur ein kleiner Teil gegen bie Japaner gekämpft habe. 6s werbe schwierig für bte Chinesen sein. Verstärkungen heran zudringen. da viele japanische Kriegsschiffe ben ganglfe abpatrouillieren. Japans Znedensbedingimgen. Ärine Vermischung der Mandschureifrage mit Schanghai Tokio. 4. Febr. (WTB.) Die japanische Antwort auf die Dorfchläge der Mächte wurde um 18 ilfor (Ortszeit) den drei 'Botschaftern Überreicht Die .TimeS" veröffentlichen eine Erklärung des japanischen Autzenministers I o - schisawa. in der es u. a. heißt Die japanische Regierung unterscheidet klar zwischen dem mandschurischen «Streitfall und den Ereignissen in Schanghai. Solange dieser Tlntcrschied nicht anerkannt wird, wird die japanische Politik mißverstanden. Die Interessen Japans in der Mandschurei sind von ungeheurer wirtschaftlicher und politischer Bedeutung. Die Mandschurei ist für Japan eine Angelegenheit von Leben und Tod, wahrend die japanischen Interessen inSchang - h a t denjenigen der anderenMächteähn- lich sind. Japan hat in Schanghai keine gebietsmäßigen oder polittschen Absichten. Gs wünscht nur friedlich Handel zu treiben und seine Staatsangehörigen zu schützen. Die Ermordung eines japanischen Priesters und ein beleidigender Artikel gegen die kaiserliche Familie sind nur der Höhepunkt einer langen Reihe von j a p a n - feindlichen Handlungen gewesen, die durch die Annahme der japanischen Bedingungen abgeschlossen würden. Japan ist zur Annahme eine- vernünftigen Abkommens Äur Wiederherstellung des Friedens unter ehrenvollen Bedingungen bereit. Durch Zurücknahme der chinesischen Truppen muß die Sicherheit der japanischen Staatsangehörigen erreicht werden. DaS muß geschehen, bevor die japanischen Truppen zurückgenommen werden können. Oer erste chinesisch-japanischeLustkampf. London, 5. Febr. (WTB. Funkspruch.) Zu dem Kampf zwischen zwei chinesischen Flugzeugen und sechs japanischen Bombenfliegern, in dessen Derlauf eine japanische Maschine ab stürzte, meldet Reuter, daß die Ehinesen bisher den japanischen Luft- angrisfen beinahe wehrlos gegenüber- gestanden hätten. Dieser erste Zusammenstoß in der Luft werde sich vielleicht als Einleitung großer Luftgefechte über der internationalen Niederlassung Herausstellen. Denn es verlaute, daß heute vormittag auS Nanking 18 chinesische Flugzeuge eingetroffen sind, deren Besatzung äußerst kampflustig sei. Die Arbeit des preistommiffars. Berlin, 4. Febr. (TU.) Der Reichskommissar für Preisüberwachung, Dr Goerdeler. berichtete der Presse über die bisherigen Auswirkungen der Preissenkungsaktion. Die R i ch t z a h l für die Lebenshaltung ist seit der Bildung des PreiSkommissariots um 6,3 D.Sy z urück - gegangen. (Seit Januar 1927 durch die Notverordnung ist bekanntlich angeregt worden, da die Löhne unter den Ianuarstand 1927 nicht heruntergedrückt werden sollen - ist die Reichs- richtzahl um 14 v. H. gefallen gegenüber dem Höchstsatz vom März 1929 sogar um 20 v. H. Goerdeler äußerte sich bann im einzelnen über die Möglichkeit, in langfristige laufende Verträge einzugreifen. Er hat hierfür gewiffe Grundsätze aufgestellt. Wenn ein langfristiger Vertrag auf der einen Leite durch Lieferung der Ware bereits erfüllt ist, wie das bei Abzahlungsgeschäften der Fall ist, so kann eine Preislenkung nicht mehr in Frage kommen, sondern lediglich eine entsprechende Verlängerung des Zeitraums, in dem bie Zahlung z u leisten ist. Bei langfriftigen Vertragen, bei denen die Leistung von beiden Parteien an einen längeren Zeitraum gebunden ist (beispiets- weise im Prioattelephonwesen), hat der Abnehmer ein Recht daraus, daß bei dem Teil der Leistung, ber erst in Zukunft erfolgt, eine Senkung vorgenommen wird. Bei log. Rifikooerträgen erscheint ein (Eingreifen des Reichskommissars nicht möglich, da ein Kaufmann, ber sich in einer Zeit absinkender Konjunktur auf einen längeren Vertrag einlaßt, auch das Risiko hierfür selbst tragen muß. Auf dem Gebiet der gebundenen Preise Haden sich gewisse Schwierigkeiten ergeben, da in ber deutschen Wirtschaft etwa 56 000 gebundene Preise bestehen. Um diese Schmie- rigkeiten zu beseitigen, wird in den nächsten Tagen eine vereinfachende Verordnung erscheinen, in ber angeordnet werden soll, baff bie'21 rt b e r P reisse n k u n g auf ber Verpackung ober Verhüllung aufgebrurft werden muff. Schließlich äußerte sich der Reichskommissar über bie öffentlichen Tarife im Gas- unb Elektrizitätsmefen Die hier erzielten Ver- billigungen seien leider nicht sehr erheblich. Immerhin habe eine große Anzahl von Gaswerken (über 300) eine Senkung bes Preises um annähernd 2 P f. vorgenommen. Man mülle auch die starke Verbundenheit der Gas- unb Elektrizitätswerke mit ber Finanzlage der Ge» m e i n b e n berücksichtigen. Wenn es möglich roerbe^ bei ben Selbstverwaltungen unb Selbstoerwaltungs- törpern wieder eine gewiffe Stetigkeit bet Ausgaben zu erreichen, so würde man auch zu einer entsprechenben Verbilligung ber EleP trijitäts- unb Gaspreise gelangen formen. der ,tun Hindenburg und das Ausland. Eine Glimme aus Schweden. Stockholm, 4. gebt. (CAD.) Anläßlich der Bildung des Sahmschen Hindenburg.Ausschusses und der vielen Sonderbestrebungen im Hinblick auf die Rcichspräsidenten-Reuwahl schreibt das konservative „Svenska Dagbladet": Außerhalb der Grenzen Deutschlands erscheint es vollständig unfaßbar, daß man in irgendeinem Lager des Landes blind für den unschätzbaren Besitz sein kann, den das deutsche Dolk und das Deutsche Reich in der Person Hindenburgs hat. Als seine Kandidatur zuerst 1925 auf tauchte und damals sehr umstritten war, schrieben wir, daß Hindenburgs Wahl zum Reichspräsidenten Deutschlands wiedergewonnenes Selb st vertrauen bedeuten und daß sie Achtung und Vertrauen außerhalb Deutschlands schaffen würde. Jetzt läßt sich mit ebenso großer Sicherheit sagen, daß eine nationale Zersplitterung, die nicht einmal vor Hindenburgs heroischer Pflichterfüllung und seiner noch heute für Deutschland erweislichen Bedeutung Halt macht, allem, was deutsch ist, eine schwere Riederlage bedeuten würde. Washington und Hindenburg. Eine historische Parallele. Heidelberg, 5. Febr. (WSN.) In der Reihe der deutschen Washington-Feiern fand in der Aula der Neuen Universität in Heidelberg vor geladenem Publikum die erste Gedächtnis-Kundgebung statt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Vortrag von Prof. Dr. Carl Wittke von der Ohio- Universität in Columbus (USA.), der nach einer eingehenden Schilderung des Werdeganges und der Bedeutung von George Washington für das amerikanische Volk einen Vergleich zwischen Washington und 5) t no en « bürg zog. In Amerika werde dem greisen Reichspräsidenten eine fast er ft a u n I i d) e 23 er • ehrung entgegengebracht. Das Ansehen und die Achtung, die er im Auslande genieße, seien u n - übertroffen und unbe st ritten. Vielleicht mehr als in Deutschland, wo die Lelden- chaften der innenpolitischen und des wirtschaftlichen Kampfes den Blick trüben, gelte in Amerika die überragende Gestalt Hindenburas als die Ver- korperung des wahrhaft Deutschen in des Wortes bestem Sinne. Nach einer ungewöhn- licken Karriere, verschieden, aber auch wieder voller Ähnlichkeit mit dem militärischen Führer im ame rikanischen Unabhängigkeitskrieg und Amerikas ersten Präsidenten habe auch Paul o. Hindenburg sich einen Platz in der Geschichte und in den Herzen seines Volkes zu erwerben gewußt, so daß auch für ihn die Worte gelten, die einst bei Washingtons Tode gesprochen wurden: „Der erste im Kriege, der erste im Frieden, und der erste In den Herzen seiner Mitbürger." Die Aktion desHindenburgausschuffes. Berlin, 4.Jebr. (MTV.) Der hindenburgous. schuß teilt mit: Rach den bisherigen Feststellungen haben sich am ersten und zweiten Linzeichnungstage für die Dolkskandidalur Hindenburgs insgesamt 2 7 7 OOO Personen eingetragen, davon in Berlin insgesamt 63 000. Bisher liegt weder das Ergebnis des ersten, noch des zweiten Einzeichnungstages vollständig vor. Oie Einbürgerung Hitlers. Oie Aktion Or. Fricks nicht perfekt geworden. m ü n ch e n, 4. Jebt. (OB.) von der V r essest e l l e d e r R s D A P. und Dr. F r i ck wird nochmals auf das bestimmteste versichert, daß die Ernennung Hitlers zum thüringischen Beamten und damit seine Einbürgerung als Staatsangehöriger des Deutschen Reiches nicht perfekt geworden sei. Als Hiller von den Bemühungen Dr. Fricks gehört habe, sei ihm der eingeschlagene Weg überaus peinlich gewesen und et habe dringend ersucht, die Schritte wieder rückgängig zu machen, was dann auch geschehen sei. Oos Gutachten des Reichsinnenministeriums. Eine etwa erfolgte Ernennung rechtsu« wirksam. Berlin, 5. 3an. (CRB.) Der Reichsinnenminister Groener hat noch gestern abend dem Reichskanzler ein Gutachten zugehen lassen, das zu den Dokumenten der thüringischen Regierung zur Frage der Einbürgerung Adolf Hitlers Stellung nimmt. Das Reichsinnenministerium steht auf dem Standpunkt, daß, wenn eine Ernennung durch den damaligen Minister Frick in der von den beiden Beamten geschilderten Weise erfolgt wäre, zweifellos der ganze Vorgang rechtsunwirksam sei. Es würde sich, falls Minister Frick die Urkunde vollzogen hätte, um eine Scheinernennung gehandelt haben, da weder der Ernennende noch der Ernannte die Abs'icht gehabt hätten, die Deamteneigenschaft herzustellen. Wie weiter verlautet, ist nach Kenntnis des Reichsinnenministeriums irgendein Antrag auf Einbürgerung nicht gestellt worden. Ein derartiger Antrag mü’Ve zunächst beidenzustLndigenLandesbehörden eingebracht werden. Das betreffende Land müßte dann, falls es selbst mit der Einbürgerung einverstanden ist, beim Reichsinnenministerium sogenannte Fragebogen einreichen, die alsdann den anderen Ländern mitgeteilt würden. Falls von irgendeiner Seite Einspruch erhoben würde, müßten sich die beiden Läirder miteinander in Verbindung sehen, um die von dem einen Land vorgebrachten Bedenken auszuräu- men. Erfolgt auch das nicht, so muh sich der Rtzichsrat mit der Angelegenheit befassen. Protest der nationalsozialistischen Jührertaaung. München, 4. Febr. (TU.) Die Rational- sozialistische Parteikorrespondenz veröffentlicht eine Entschließung der Reichsführertagung der R SD AP. in der es heißt: „Die heute in München zur Reichsführertagung vollzählig versammelten Mitglieder der Reichsleitung, sämtliche Gauleiter sowie Reichstagsund Landtagsabgeordnete haben mit Entrüstung Kenntnis genommen von den sich immer mehr häufenden verfassungswidrigen Un t e r d rück u n g sm aß n ah- men gegen die RSDAP. Diese Unterdrückungsmaßnahmen können in der Zeit jetzt beginnender Wahlkämpfe um Reichspräsidentenschaft und Landtag selbst nicht mehr durch Artikel 48 der Reichsverfassung gedeckt werden, da der die Wahl- freiheit gewährtet st endeArtikel 12 5 der Reichs Verfassung auch nicht vorübergehend durch Artikel 48 außer Kraft gesetzt werden kann. Weiter gibt die heutige Führertagung der RSDAP. aufs neue ihrer Empörung darüber Ausdruck, daß die wiederholt durch feierliche Protesterklärungen und lieber* reichung von einwandfreiem Material zur Kenntnis der Regierung gebrachte marxistische Mordseuche in verstärktem Maße weiterwütet. Die Versammlung stellt vor der ganzen Ration feierlich fest, daß sich damit die zuständigen Regierungsstellen im Reich und in den Ländern mit einer ungeheueren Verantwortung vor dem deutschen Volke beloben haben." Zusammenarbeit der christlichen Konfessionen. Der „Paritätische Ausgleichsausschuß", eine vom Kirche.chräs de: te r Dr. Bähr- Kassel und dem Reia)stagsaogeord- neten Joos geleitete evangelisch-katholische Arbeitsgemeinschaft, die ohne kirchliche und parteipolitische Bindung bei Grenz- und Streitfragen zwischen den beiden christlichen Bekenntnissen a l s ausgleichende Stelle dienen will, hielt seine Hauptversammlung in Berlin ab. Die eingehenden Beratungen galten u. a. der Pari- tätsfrage, die an Hand von Referaten von llniversitätsprofessor D. Muler-Kiel, Amtsgerichtsrat i. R. Dr. Lohmann-Weilburg, Reichsminister a. D. Dr. Bell, M. d.R., und Frau Oberin D. v. Tiling, M. d. R., Berlin, erörtert wurden. Hier sollen zunächst die für die weitere Behandlung notwendigen objektiven Unterlagen beschafft werden. Auch bei der aktuellen Frage des Schulabbaues wurden gemeinsame Schritte verabredet. Die Siedlungsfrage wurde im Beisein von Vertretern des evangelischen und katholischen Siedlungsdienstes behandelt. Gegenüber der Freidenker- und Gottlosenbewegung wurde die Rotwendigkeit e n g st e r gegenseitiger Fühlung aller positiven christlichen Kräfte betont. Zur Geburtenfrage wurde eine Entschließung angenommen, worin der Ausschuß u. a. fordert, daß in der Gesetzgebung Strafbestimmungen gegen die Abtreibung aufrechterhalten bleiben, daß die soziale und die eugenische Indikation als Strafausschließungsgrund nicht in die Gesetzgebung ausgenommen werden und daß der öffentliche Vertrieb und die öffentliche Anpreisung von Verhütungsmitteln verboten bleiben. OerZentrumsführerOr.Heß gestorben Berlin, 4. Febr. (WTB.) Der Vorsitzende der preußischen Zentrumsfraktion Dr. Heß ist im St. Rorbert-Krankenhaus soeben verschieden. Dr. Heß hatte sich vor einiger Zeit ein Dein amputieren lassen müssen und befand sich bereits auf dem Wege der Besserung, als ihn eine Grippe befiehl, die durch eine Lungen- und eine Rippenfellentzündung kompliziert wurde. Dr. Heß, der als einer der besten Redner im Preußischen Landtag das Ohr aller Parteien hatte, stand erst im 54. Lebensjahr. Er war in Köln geboren und widmete sich dem Schulwesen als Schulrat und späterer Leiter der Schulen- und Kirchenabteilung bei der Regierung in Koblenz. In parlamentarischen Kreisen wird der beachtliche Einfluß hervorgehoben, den Dr. Heß nicht nur innerhalb der Koalition mit den Sozialdemokraten, sondern auch gegenüber Der Regierung Braun gewinnen konnte. Hetz war eine feste Stütze der Weimarer Koalition. Heiteres aus dem Sklarek-prozeß. Berlin, 4. Febr. (TU.) In der Donnerstag- sihung im Sklarek-Prozeh wurden die den Skla- reks zur Last gelegten Konkursdelikte erörtert. Dabei wurde festgestellt, daß die Bilanzen in den Jahren 1924—1928 vollständig falsch waren und feinen Zusammenhang mit den Geschäftsbüchern hatten. Die Bankschulden wurden in die Bilanzen nicht vollständig ausgenommen. 1928 war bei den Skla- reks eine llnterbilanz von 5 Millionen vorhanden, aber auch hier wies die Bilanz einen Gewinn von 200 000 Mark auf. Als hierbei Leo Sklarek wieder davon sprach, daß sie keine Betrüger feien und sie ihren Frauen nichts übereignet hätten, kam es zu einer heiteren Rede und Gegenrede zwischen Leo Skla - r e k und dem Vorsitzenden, Amtsgerichtsrat K e fine r. Dors.: „Und wem gehört Ihre Wohnung?" Leo Sklarek (sehr kleinlaut): „Die gehört allerdings meiner Frau. Aber ich erinnere nur an unsere Pferde." Dors.: „Don Pferden verstehe ich nichts." Leo Sklarek: „Dafür verstehen Sie um s o mehr von anderen ®a chen Herr Vorsitzender, Sie könnten doch Generaldirektor eines großen Konzerns sein." Dors.: „Ich fühle mich aber hier Wohle r.“ Leo Sklarek: „Wenn statt unserem Bruder Max Sie die Führung der Sklarekschen Geschäfte 1 gehabt hätten, dann hätten wir jährlich an dem Monopolvertrag 20 Millionen verdient.“ Dors.: „Wir sind hier nicht dazu da, um uns gegenseitig Komplimente zu sagen. Ich will Si> 'ver einmal fragen, wie war es denn mit Ihrem ^alon? Hat den nicht bei der Zwangsversteigerung eine Hausangestellte erwarb e n?" Leo Sklarek: „Die hatte, glaube ich, reiche Verwandte." Vors.: „Und die reichen Verwandten ließen sie in Stellung gehen." Leo Sklarek: „Das kommt mir jetzt wirklich auch recht eigenartig vor." Der Vorsitzende wandte sich dann schließlich an Willi Sklarek und fragte: „Wissen Sie, was Debitoren sind?" Willi Sklarek antwortet hieraus sehr stolz: „Jawohl, Herr Vorsitzender. Das haben Sie mir neulich erst erklär t.“ Oie Enteignung der Jesuiten in Spanien. Madrid, 5. Febr. (TU.) In der Kammer richteten die Agrarier und Basken an die Regierung eine Anfrage über die Auflösung des Je« suitenordens und besonders über die entschädigungslose Enteignung der Ordensgüter. Die Stimmung war von Anfang an sehr erregt. Zu stürmischen Szenen kam es, als der radikalsozialistische Justizminister A l b o r n o z die Verteidigung des Dekrets gegen die Jesuiten begann. Besonders bemerkenswert waren seine Erklärungen über die Enteignung, die in dem Satz gipfelten: „Die Gesellschaft Jesus ist aufgelöst: eine nichtbestehende Gesellschaft kann kein Eigentum haben." Die Einwürfe der katholischen Parteien der Kammer wurden durch die radikal- sozialistische und sozialdemokratische Mehrheit niedergeschrien. Nur mit Mühe konnte der Kammerpräsident Handgreiflichkeiten verhindern. Der Lärm wurde erst beendet, als eine Entschließung der Mehrheitsparteien eingebracht wurde, daß die ganze Frage verfassungsmäßig b e - r e i t s festgelegt sei und daß sich damit jede weitere Aussprache erübrige. Der Antrag wurde gegen die 45 Stimmen der Katholiken angenommen. Die Jesuiten haben mit Ablauf des Mittwoch ihr gesamtes Eigentum dem Staat widerstandslos übergeben und zum größten Teil das Land verlassen. Kleine politische Nachrichten. Der staatsparteiliche Abgeordnete Schreiber hat im Hessischen Landtag einen Antrag eingebracht, in dem die Regierung aufgefordert wird, dafür einzutreten, daß die Reichs- reform im Sinne des dezentralisier- t e n Einheitsstaates durchgeführt wird. Falls diese Initiative sehlschlaoen sollte, soll die Regierung mit den Rachbarlandern aus die Schaffung eines besonderen Reichsgebietes im Rhein-Main-Gebiet Einarbeiten. • Die Frist zur Einreichung von Dorsch! ag e n für das R e i ch S e h r e n m a l bei Berka ist am 1. Februar ab gelaufen. Die Zahl der eingegangenen Entwürfe ist überaus groß. Das Preisgericht wird voraussichtlich Anfang März zusammentreten. ♦ Im Berliner Kurfürstendammprozeß beantragten die Anklagevertreter u. a. gegen Graf Helldorf wegen einfachen Landfriedensbruches in Tateinheit mit Aufreizung zum Klassenkampf zwei Jahre Gefängnis, gegen den Stabschef Ernst und den Jundstahlhelmführer Brandt je 1% Jahre Gefängnis sowie gegen diese und zwei weitere Angeklagte Haftbefehl. * Der Ständige Internationale Gerichts- h o f hat im Danzig-polnischen Minderheitenstreit in Uebereinftimmung rr.it dem von der Freien Stadt Danzig vertretenen Standpunkt entschieden, daß die Danziger Gesetze und die Danziger Verfassung als Rechtsgrundlage für die Beantwortung der vorliegenden Frage in Betracht komme. Er hat ferner die, vvlnische These bezgl. des von Polen vorgebrachten Anspruches auf Gleichbehandlung polnischer Staats- angehöriger und anderer fremder Staatsangehöriger polnischer Abstammung im Gebiete der Freien Stadt Danzig mit Danziger Staatsangehörigen der deutschen Majorität z u r ü ck gern i e s e n. Mehrere französische Industrielle aus dem ehemaligen Kampfgebiet, die sich wiederholt um Steuernachlässe bemühten, haben nunmehr beschlossen, falls ihnen binnen eines Monats feine Erleichterungen gewährt werden, jegliche Steuerzahlung zu verweigern und ihre Betriebe zu schließen. Unterstaatssekretär Mills ist als Nachfolger Mellons zum amerikanischen Schatzamtssekretär ernannt worden. Mellon übernimmt an Stelle des Generals Dawes den Botschafterposten in London. Aus aller Welt. Die Zersehungsversuche bei der Reichswehr. Zu den gestern vom Berliner Polizeipräsidenten gemeldeten Verhaftungen wegen Zersetzungsversuchen bei der Reichswehr erfahren wir aus dem Reichswehrministerium, daß die kommunistischen Zersetzungsversuche in keinem Falle einen Erfolg gehabt haben. Bei dem Soldaten, der in einem Caiä mit einem Kommunisten zusammen- gewesen ist, handelt es sich um den Mann, der die erste Anzeige erstattet hat und dessen Zusammentreffen mit dem Kommunisten mit der Polizei zum Zwecke der Festnahme verabredet war. Das Wrack des U-Bootes „M 2" gefunden. Rach achttägigem Suchen ist das Wrack des Unterseebootes „M 2“ in der Rächt zum Donnerstag 5,8 Seemeilen vom Leuchtturm Portland Dill entfernt aufgesunden worden. Es liegt in der Rähe von vier Wracks, die schon in den ersten Tagen des Suchens festgestellt worden waren und etwa an der Stelle, an der der Kapitän des Dampfers, Thnesider, das 11-Boot hatte tauchen sehen und an der späterhin zwei Signalflaggen gefunden wurden. Die Entdeckung erfolgte durch die Unterwas- serschallapparate des Unterscebootsab- wehrfahrzeuges .Torrid". Als die Suchleinen auf ein Hindernis auf dem Meeresgründe stießen, wurden Taucher abgeseht, die bald darauf melden konnten, daß man „M 2“ gefunden habe. Während der Rächt haben die Taucher weitere Feststellungen über die Lagö des Wracks vorgenommen. Der gesamte Park an Hebefahrzeugen in Portsmou h ist alarmiert und soll die Hebearbeiten sofort beginnen, sobald der Befehl der Admiralität hierzu einläuft. Fachkreise nehmen an, daß! der Derlust des H-Bootes höchstwahrscheinlich durch eine Wasserst offexplosion der Akkumulatoren erfolgt ist. Das Wrack des H-Dootes „M 2“ liegt, wie die Blätter melden, Seite an Seite mit einem während des Krieges gesunkenen deutschen 11 - D o o t und einer britischen 11 - D o o t f a 11 e, einem sogenannten Qu-Doot. 8 Tote bei einem Flugzeugunglück bei Los Angeles. In den Tehachapi.Bcrgen nördlich der Stadt Los Angeles wurden die Ueberreste eines seit einer Woche vermißten Pas sa gier- flugzeuges entdeckt. Der Pilot und die sieben Passagiere wurden als verkohlte Leichen aufgefunden. Das falsche Etikett. Auf einem Kopenhagener Müllabladeplatz ereignete sich ein furchtbares Giftdrama. Einige Müllarbeiter und ein Kutschet fandenFlaschen im Müll, deren Inhalt sie für Likör hiel - ten und au stranfen. Kurz darauf traten bei den Leuten schwere Veraiftungserschei- nungen auf. Ein Arbeiter starb, zwei liegen tn hoffnungslosem Zustand im Krankenhaus. Es Han- beit sich um Flaschen, die das Etikett einer Likörfirma trugen, jedoch miteinemOiftftoff gefüllt waren. Die Flaschen waren von einer kleinen Farbenfabrik gekauft und anscheinend mit Probelösungen gefüllt worden, die man j^äter fortwarf. Man nimmt an, daß vielleicht noch mehr Leute, vor allem Arbeitslose, die den Abladeplatz aufsuchten, aus den Flaschen getrunken haben. Eine internationale Schwindlerbande festgenommen. Einer internationalen Schwindlerbande ist in Wien das Handwerk gelegt worden. Die Mitglieder der Bande trieben sich in Deutschland, Oesterreich und anderen europäischen Staaten herum und machten Geschäfte auf Grund von Empfehlungsschreiben, die sie bei Gesandtschaften, Konsulaten und Handelskammern mit falschen Dokumenten erschwindelt hatten. Ohne je gedient zu haben, traten sie mit diesen Papieren als schwerkriegsbeschädigte Offiziere auf und setzten zu Ueberpreisen u. a. Bleistifte ab. Der Schwindel ging so glänzend, daß die Bande ihre Tätigkeit in den letzten zwei Jahren sogar in zahlreiche nord- und südamerikanische Staaten verlegte. Wie riesig die Summen waren, die sie einheimsten, geht daraus hervor, daß die Schwindler in einem Falle allein 17 000 Schilling erbeuteten. Run konnten fünf Mitglieder der Bande festgenommen werden. Fevergefecht zwischen Einbrechern und Landjägern. Zu einem nächtlichen Gesucht kam es zwischen Einbrechern und Landjägern am Dienstagabend in der Rähe von Tribsees (Pommern). Zwei Landjäger bemerkten ein anscheinend mit einer Panne im Sommerweg stehendes Auto. Als die Landjäger nach den Ursachen des Aufenthaltes forschen wollten, zogen der Wagenführer und ein Wageninsasse ihre Pistolen und feuerten auf die Beamten, die Deckung hinter dem eigenen Wagen suchten und das Feuer erwiderten. Rach- dem die Landjäger ihre Munition verschossen hatten, gelang es ihnen, sich mit ihrem Wagen, trotzdem die Reifen zerschossen und auch der Kühler durch Kugeln beschädigt worden war, in Sicherheit zu bringen. Als die herbeigeeilte Derstärkung an den Tatort kam. war das fremde Auto verschwunden. In der Rächt darauf wurde der Wagen kurz vor R o st o ck a u f de r C h a u f s e e aufgefunden. Die von der Rostocker Krimi nalpolizei auf genommenen Rachforschungen haben zur Derhaftung von vier verdächtigen Männern geführt. Bei den Derhafteten wurden zwei Reunmillimeter-Armeepistolen. eine Mauserpistole, und etwa 450 Mark Bargeld gefunden. Der Wagen trägt das Kennzeichen aus Raumburg a. d. S. Oie Wetterlage. lirerj Ingi •0 \O. Oslo ■ADi rdu eni O 6 ini *7 $>Loi M ■n ' den flAwr Wz 47 Üfy* HM Owolkenlos ® heiter. 3ntfo Bedeckt, ® wolkig. ® Bedeckt «Regent * Sehnet graupeln. eMeBel "R6ewirer.(§)Windstille. «O«5ehr leichter Osi massiger Südsüdwest (S stürmischer Nordwest Die Piene fliegen mit dem Winde. Pie Beiden Stationen stenenden Zahlen gehen die Temperatur an. Pie Linien ueromden Orte tml.gleichen nuf Meeresniveau umqerechneteo Luftdruck Wettervoraussage. Durch die Bewegung der finnländischen Störung nach Rußland hin hat ein Kaltlufteinbruch stattgefunden, der die Ostsee, Polen und Ostdeutschland berührt. Aber auch das von Island nach dem Mittelmeer gehende Hoch hat sich jetzt östlich nach Skandinavien gedreht und baut über Schweden einen Hochdruckkern auf. Somit wird Zufuhr kälterer Luft geschaffen, die auch über Mittel- und Westdeutschland an Raum gewinnt und zu Temperaturrückgang führen wird. Aussichten für Samstag: Dunstig und wechselnd wolkig, dabei zeitweise auch Bewölkungsrückgang, kälter, vereinzelt geringe Riederschlage, zum Teil als Schnee. Aussichten für Sonntag: Rachtsrost- gefahr und vielfach dunstig und wolkig. Lufttemperaturen. Am 4. Februar: mittags 5,4, abends 4,8; am 5. Februar: morgens 4,5; Maxi» mum 7,1, Minimum 3,6 Grad Celsius. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 4. Februar: abenbf 3,4; am 5. Februar: morgens 3,2 Grad Celsius. w t. finite :t Wui’jüitr. ®liteff. DZ'ft für 8Ug,Qld,tn .te,S LL'K d°s Etike». T*n' ■ ?** »ä •ÄSfiA ?LL7r Jt toorben. Die M. 1 M in Deutschland 6laü,e" wm au Vrund von b-' L! * MUkem, jenltn n^toin. «U I4?'T “ata Ql» l<6toerltitai. .? ®f und knien iu « -öanbe chre Tätigkrit p sogar in zahl, ludamerilanischk >e riesig bk Summen :n, geht daraus hervor nem Falle allein 17000 in konnten fünf QHil. Mmen tverden. Ochern und Caabjägta ^e'echt kam eS zloischen lern am Dienstagabend eeS lPommerns. Zwei anscheinend mit einer chendes Auto. Als die achen des Aufenthaltes 7 Wagenführer und dn ölen und feuerten hing hinter dem eigenen Zeuer ertoiderten. Aach, ßunilion verschossen hat- mit ihrem Wagen, trotz- m und auch der Wühler worden war, in Sicher- hcrbeigeeilte Derstärkung das fremde Auto veracht darauf wurde der 'auf derShausfec >n der Aoslocker Krimi UachsodchuMn Haden vier verdächtigen Wän- verhafteten wurden zwei itv'.en, eine Maul.r- lllarl Bargeld gefunden. Kennzeichen aus Aaum- •fferlflst «Mit' A y W M 25r*yÄ S5ry.«Xri sä» ‘«"•iff-vS -Äto-6 KsK*S>y< «•* In’ Aus der provinzialbauytstadt Drehen, den 5. Februar 1932. Vie,33routalkex. i öinc schone alte Litte zur Förderung de« Obstbaues lebt jetzt in Bruchstedt nn Breite Langenlalza wieder auf. Durch den Krieg und die Kriegsfolgen war sie eingeschlafen. 6in gemeinsamer Beschluß de« Ortsvorstande« und de« Gemeindcrate« legt nunmehr, wie früher, jedem 'Brautpaar, da« sich im Dorf verheiratet, die Verpflichtung auf, der Gemeinde zwei Aepfel - oder Birnbäumchen zur Anpflanzung zu übergeben. Die Brautpaar«, die feit dem Jahre 1914 in Bruchstedt geheiratet haben und deren Ehen noch bestehen, erklärten sich zum größten Teil bereit, je ein Apsel- bäumchen nachträglich der Gemeinde zu strsten. Die Ortsverwaltung konnte daraufhin vierzig Bäumchen pslanzen und den so oebdbcten Weg wieder wie in alter Zeit ..Brautalle«' zu nennen. Do» ist ein Vorkommnis, über da» Großstädter vielleicht mit dem Lächeln der Ueberlegenheit hin- Weggehen, andere Leser, die mit dem Leben auf dem flachen Lande durch Berus, Wohnort oberJMb- fiammung enger verbunden sind, werden diese Sitte al» ein schone» Beispiel empfinden, da» sie ihrem Ort zur Nachahmung empfehlen. Bei die- ser Gelegenheit erinnert man sich an ein Derk de» Großen Rurfürften Friedrich Wilhelm von Brandenburg, der nach der Beendigung des Dreißigjährigen Krieges und unter dem Eindruck der furchtbaren Verwüstungen in feinem Lande anordnete, kein Bauernburlche dürfe eher heiraten, bi» er eine bestimmte Anzahl von Nutzdäumchen gepflanzt habe. Was damals Befehl war und für ein Land galt, wird heute in jener Gemeinde Thüringens freiwillig ausgeführt und dient der Gemeinde. In diesem Dien st an der Gemeinde und damit an der Allgemeinheit sehen wir da» Besondere de» Beispiel». Zwei Obstbaume werden von einem Brautpaar gestiftet und von der Gemeinde gepflanzt. Nicht für das Brautpaar, auch nicht für die Gemeindeverwaltung, deren vermögen direkt nicht verbessert werden soll. Gepflanzt werden die beiden Bäumchen für alle Einwohner: jeder unter ihnen soll daran zunächst seine Freude und später auch seinen Anteil am Nutzen haben. Wer darau» folgern wollte, auf diesem Dege würde der Privat- besitz geschmälert und fein oinn verunstaltet, be- findet sich im Irrtum Der Zusammenschluß von Bürgern in einer Gemeinde bedeutet mehr als nur eine politische Bereinigung lokalen Charakter», die irgendwie im Neichsganzen statistisch sestzulegen ist Männer und Frauen eines Orte» sollen zunächst einmal zusammenstehen, um sich gegenseitig zu helfen und vereint stark zu fein, «oll ein derartiger Zusammenschluß nützliche Wirklichkeit werden, so verlangt das, daß jeder um da» Wohl der anderen willen seine besonderen egoistischen Wünsche zurückzustellen hat, während die Allgemeinheit dafür eine freiwillige Verpflichtung auf sich nimmt, daß sie dem in Not geratenen Einzelwesen ihre Hilfe ange- beiden lalle. Da» Helfen ist heute etwas so Selbst- verständliches geworden, daß der schöne menschliche Gedanke leider dabei abgenutzt ist. Man hat ihn in die Form eines Gesetze» gegossen, und damit ist die Hilfe an sich etwas Unpersönliche» geworden. Um so beachtenswerter ist jedes Beispiel, da» von einer freiwilligen Hilfe der Einzelperson für die Allgemeinheit Zeugnis ablegt. Die „Brautallee" kann dem besinnlichen Menschen manche nützliche Lehre geben. Schön wäre es, wir fänden in Zukunft in jeder Gemeinde so eine Straße, die durch ihre Existenz verkündet, daß die Gemeinde keine Versorgungsanstalt ist. Dann noch eher eine Versicherung auf Gegenseitigkeit. f Asta Lohlen in Gießen. Gestern fand an bet Landesurüversttät die Wahl zum allgemeinen Studenten- Ausschuß statt Die Wahl, deren Ergebnis für da« Dvmmerfcmester 1932 und für da« Wintersemester 1932 33 gilt, verlief in vollster Ordnung Wahlberechtigt waren rund 1800 Studierende, von denen 1483 ab stimmten, so daß die Wahlbeteiligung rund 80 v. H betrug. Don den abgegebenen Stimmen entfielen aus Lifte 1 Ra- tionalsvzialistischer Deutscher Sludentenbund 767 Stimmen (im Vorjahre 745) 13 (im Vorjahre 14) Sitze: Liste 2 Droßdeuftche Arbeitsgemeinschaft 397 (461) Stimmen =■ 7 (8) Sitze: Liste 3 Gruppe für Asta-Reform 106 (0) Stimmen = 2 (0) Sitze: Rote Liste 87 (bei der vorigen Wahl unter der Bezeichnung Republikanische Arbeitsgemeinschaft 136) Stimmen — 1 (3) Sitze: Liste 5 katholische Arbeitsgemeinschaft der katholischen Studentenvereine und der katholckchen Freistudenten 114 (0) Stimmen 2 i0) Litze > Wechsel im Vorsitz r der Handwerkskammer? Wie wir von gut unterrichteter Seite hören, hat sich der in jüngster Zeit in zahlreichen Handwerkertagungen stark angegriffene Handwerks- kammerpräsident Rohl, Darmstadt, zunächst a u f längere Zeit vom Vorsitz der Handwerkskammer zurückgezogen. Die Kammergeschäfte werden zur Zeit von dem Stellvertreter deS Dorfitzenden. Bauunternehmer Becker, Gießen, geführt. Ob dieser Entschluß R o h l S al« Vorläufer seine« endgültigen Rücktritts vom HandwcrISkammer-Vorsitz anzusehen ist, entzieht sich biS jetzt unserer Kenntnis. Zünfuhrtee der Gesangschule Meyer. Frau Herta Meyer und ihre Schüler konnten sich bei dem Aünfuhrtee zu Gunsten der Winter- nolhilse am Sonntagnachmittag in der Krippe eineS gut besetzten Saale« erfreuen. Die Zuhörer folgten aufmerksam einer interessanten Vortrags- folgc, die sich au« Solo-Liedern und Ensemble- Werken zusammensetzte und den Mitwirkcnden mannigfache Gelegenheit gab, ihr Können zu zeigen. Der Ausbildungsstand der ausführenden Damen und Herren ist ein guter, und der künstlerische Erfolg des Abend« stellt die Lehrtätigkeit Frau MeyerS in« beste Licht. Jeden der beiden Teile, die durch eine Tee- und Imbißpause unterbrochen wurden, leitete ein Vor- spruch von Herrn Schmoll ein, der sehr eindrucksvoll und klar sprach. Ein Quartett, Beethoven« .Ehre Gott««", machte den Anfang. 5tL Zwang, Frau Woelke, Frl. Otto und Herr Philipp erledigten diese Aufgabe sehr gut. Au- Mozart« .Zauberslöte" hörte man dann zwei Terzette. in denen Frl. Zwang und Frau W o e l k e im Verein mit Frl. Haase erfolgreich wirken konnten. Frau v. R e ck o w s Stimme hat die gleichen guten Qualitäten, wie sie früher schon fest- gestellt wurden: ihr Vortrag zweier Lieder von DrahmS gefiel recht gut. S:hr sympathisch w rkte Wolfram« Arie au« dem Tannhäuser, die Herr Dr. Schrumpelt mit seiner wertvollen Stimme vortrug. Auch von Frl. Ottos Wied?rgabe W Gebet« der Elisabeth au« dem Tannhäuser läßt sich dasselbe sagen: ihr Vortrag ist wesentlich innerlicher geworden. Rach der Pause hörte man noch ein Duett aus Mignon (Frau v. Reckow und Herr Dr. , Schumpe11) und da« bekannte Lied au« dem Waffenschmied .Auch ich war ein Jüngling“, mit dem sich Herr Philipp in vorteilhaftester Weise vorstellte. Seine Stimme ist sehr klangsroh und weich und fein Vortrag von erfreulicher rhvthmi- fchev Präzision, was übrigen« auch von Herrn Dr Lchumpelt gift, der zum Schluß mit Frl Otto zusammen noch Volkslieder fang, die in ihrer Art der Wiedergabe ganz ausgezeichnet ge- rieten. Die beiden Stimmen paßten sehr gut zusammen. Frau Elfriede Fischer begleitete am Flügel miribrer bekannten sicheren Anpassung und Hilfsbereitschaft. Lebhafter Beifall, der sich auch Wiederholungen erzwang^quittierte den AuSführenden und Frau Herta Meyer den vollen künftlerischen Erfolg de« Abend«. Bornotizcn. — lagkskalender für Freitag Stadl- tbeater Girßi-n, „Äopf in der Schlinge“, 20.15 bi» 22.15 Uhr. — Dberhtfl. ÄunftDcrcin, Turmbau» am 'Drandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — DHC, Hotel Hopseid, Monatsverfammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Trara um Liebe". — Asto ria Lichtspiele, Seltersweg „Helden der Luft“. — Aus dem 6tabttbeaterbureau wird uns geschrieben: Heute, 20.15 Uhr, al» 17. Vorstellung im Freitagabonnement zu gewöhnlichen Preisen Wiederholung der erfolgreichen flriminal- fahre von John Bradley, „.stopf in der Schlinge“. Ein spannender Iheaterabenb, ein aktuelles Problem: der Indizienbeweis. Spielleitung Wolfgang Kühne. Ende 22.15 Uhr — Eine kirchenmufikalijche Feierstunde veranstaltet die Manner- und Frauenvereinigung der Matthausgemeinde am morgigen Sonntag, 20 Uhr, in der etabttirche. Mitwirkende find: Frau Ilse S ch m i d t - W i f s e n d o r f (Sopran). Frau Gretel Woelke (Alt), Frau Elfriede Fischer (Cembalo), das stammerorchester der Gießener Volkshochschule (Leitung und Solo-Dio (ine: Herr Musiklehrer Franz Bauer jun ), Fräulein Käthe Kehrmann und Herr Helmut Eger Soloflöten); an der Orgel: Herr Stabtorganift Heinz Simon. Die Namen der Künstler, sowie eine sorgfältig zusammengestellte Dortraasfolge geben ben Besuchern bie Gewähr für feierlime unb einbrucksvolle Stunden. (Siehe gestrige Anzeige.) -- Familienabend der LukaSgc- m ein de. Am nächsten Sonntag veranstaltet die LukaSgemeindc in ihrem Gemeindesaale einen Zamilienabend, bei dem ein Vortrag mit Lichtbildern über die oberitalienischen Stützte Florenz, Verona, Ravenna und den Gardasee gehalten werden soll. Die GefangSschule der Frau Dr. Meyer wird gesangliche Darbietungen bringen. (Liehe heutige Anzeige.) • D i e Hindenburg-Listen. Die Ein- zeichnungslisten für die Wiederwahl deS Reichspräsidenten v. Hindenburg liegen nach den bis jetzt bekannten Dispositionen deS Ausschusses für die Wiederwahl Hindenburgs noch für weitere zehn Tage offen. 3n unserer Geschäftsstelle kann die Einzeichnung in diese Listen von 8 bi« 18 ilfcr vorgenommen werden. ** Sitzung des Provinzialausschus- f e s. Samstag, 6 Februar, 9 Uhr beginnend, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäubes zu Gießen eine öffentliche Sitzung des Provinzialausschusses der Provinz Oberhessen statt mit sollender Tagesordnung: 1. Verkündung des Urteils in Sachen: Klage des Ludwig Schneider und Genossen in Gillingen gegen die Gemeinde Dillingen wegeft Aufwertung des Ortsbürpereinfouf»gelbe»; hier: Berufung der Gemeinde v'llingen gegen da» Urteil be» Kreisausschusse» des Steife» Gießen vom 9 Mai 1931 — 2. Klage des Isidor Katz in Griedel gegen den Bescheid de» Srei»amt» Fried berg vom 30 November 1931 wegen Versagung be* Danbergewerbeschein» für 1Q32 — 3. Antrag be» Srei»amt~ Friedberg auf Untersagung be* Gewerbebetrieb» des Reinhard Kroll in Fried- b e r a als Darlehensvermittler. — 4 Die Festlegung der Verautung für den Bürgermeister Hübner in Bübingen. — 5. Äurgcrmeifterwahl in Beuern; hier: Berufung 1 be» Kreisbirektor» des Ä reife» Gießen. 2 be» Zohann Karl Bell off in Beuern gegen ba» Urteil be» stteisausschuffe» be» Kreise» Gießen vom 28. November 1931. •• Straßensperrung, mitgeteilt vom Oberhessischen Automobil-Club Ev (AvD ), Gießen: Degen Einsturzgefahr ber Nibberbrücke bei Dinbecken ist die Provinzialstrahe Heldenbergen—Windecken bis auf weitere» für ben gesamten Kraftfahrzeug- und Fährverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt für den Durchgangsverkehr über Friedberg — Vilbel — Bergen — Mainkur — Hanau, für den Lokalverkehr über Hohen — Osthelm — Dinbecken unb umge- fehrt ' Fremtzenvorstellung am Fast- nachtsfonntag im Gießener Stadt- theater Au« dem Stadttheaterbureau wird un« geschrieben: Wegen Erkrankungen im Personal kann die auf den Rachmittag angefetzte erste Wiederholung de« Schwanke« ..Die drei Zwillinge" nicht stattsinden Dann diese Vorstellung als Fremdenvorsteiluna wieder erscheint, wird rechtzeitig bckanntgegcben. S« soll aber besonders betont werden, daß von dieser Aenderung die für den Abend angefetzte Erstausführung der neuen Schwankvperette ,.Die tolle Lola" nicht berührt Wirtz. Man wird sich also am FastnachtS- sonntag im Gießener Stadttheater einen vergnügten Abend bei schmissiger Musik verschossen können. e* Dienstjubiläum bei der Reichsbahn Der DahnhosSschasfner Bruno H ä u « - l e r, Liebigstraße 63. konnte gestern auf eine 25jährige Dienstzeit beim Bahnhof Gießen zurückblicken. Dem Zubilar wurden au« diesem Anlaß zahlreiche Ehrungen bereitet. *' Ober hessischer Schäserkag Der diesjährige Oberhesfische Schäsertag findet am nächsten Sonntag von 10 Uhr ab in Ridda statt. Alle Schäfer, Schafhalter und Freunde der Schafzucht sind dazu eingeladen. (Siehe gestrige Anzeige ) *e SchwererUnsall. Gestern gegen 14 Uhr ereignete sich Am Kugelberg ein schwerer iln- gludefall. Der sechsjährige Ernst Joch um lief, anscheinend während deS Spiele«, vor einen Personenkraftwagen, der eben im Anfahren begriffen war Der Kraftwagenführer verfuchtc zwar, wie er bekundet, den Wagen sofort ^um Stehen zu bringen, es gelang ihm jedoch nicht, der Zunge geriet unter die Räder unb wurde überfahren Der Chauffeur brachte das Kintz zunächst in die elterliche Wohnung und ein Arzt wurde schleunigst gerufen, der die sofortige lieber- führung des Kinde« in die Chirurgische Klinik anordnete. Rach der Röntgenuntersuchung liegt ein schwerer Echädelbruch vor, der noch gestern abend eine Operation notwendig machte Der Zustand des bedauernswerten Kindes ist bedenklich. 8 extra billige Strumpftage Vom 5.bis13.Febr■ meiner bekannt guten n Damen- und Kinderstrümpfe und Herrensocken zu auffallend niedrigen Preisen z. Verkauf. Keine II. Wahl. Keine Partieposten. 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S S 3 5 3 3 ! 8 «r 5 Q, o Ai = 01612.^ » 3 a 3 = 3 er 8 o y= 8 0 Q = 68 61 = M = ' ~3 2ä 5 y 613 2.35 J* 3 in 2 3 2. a_ ffi 3 3 ©3_= 3 8 la 3 D V> 5 LS öS 3 3 So = e 2 5 ca® S Q 3 ff Ä 3a'r "crA = S-S 3» g 23 üT" y e D —' m 3 9c= 3 8 Ü® 17 «3 100 ßrtotrbi Son Dr.< ö«-o OT °5«3 Ts« ©5 6)3 -•0-6- -3-8 a-~ y 3 V B.613 8 S^2 o _ 3 Er 3 —■ 3 = V» 3=3 "o"3 äb^aga — ft ' er n % G D m 3 8 D ca” «"• o 33 8 2 8 "=3 g-i ts 3e 3 " 8 §8 3 « 3 o: 3 3 (S S°3® 3 = 3 2 DÜ2 1 § = -3 3 ^3yS 615 3 egS' »'S'» 1= g- e-8 3 ©2. ° 3:5 er 3 „ «* 2 8 -r- H= 2 3 2 es -re -="» y '3 615 y e = A ’•? 3 er 3 8 5"= ” 2.A61 a-O'Sffa D 2 o-< »g'as ’ S ffL ’ H 3-S.o - S H8-3- "d* «> ’ |3«gg@ * 0 0-0 ■iü 3 r -3 CST3 3 E rFi—,« 2 ~ . 3 ro.2.2 " = 3« 3 cp 2. ^A = O 8 LSE' 3 3 sä«§: • ' J* 5'8 * <32 61 s X- G ?L««e. 2 SS2 S'?» ~ ^ = -« -=5g <3Z” 3 - ö D 3 3 « SQ§.<2? - E~61 6)' 3 ^3-4 3-3 5 O öy" O K?3 - D 2.3 3®3 E 5 3 G e5 ßvi o o 2,-g- 28» »g«1=3 ä = s SZ§x»s — D 2 Q "’■§ ZL3-8Z o o- -i a P- 2jfi mSg 3 «»__3 ■ 5-32 y= 613—2 D-2> 3« 3 §.| §61« 612.1^ = 5 aO* 3 <» •n O kö — er p j Söi3 SESäS-ä ®je Hungerd brüll vor sich , "en Gepolt^ W gehört Hai Sen verdenken' ö°vpt nicht ,u vpleten. die Pr iu? Angchen orten 5-ni1 g'fenftongen i ^"Ntogs zwei E ? diese «1‘. die uns v eÖÄ LsL SS" Äa|w । «Mja'M ftenT’« 'MÄ" °b' ,e°fi teai LZ. öa® LS 2. E—3 3§ C:® CT (3 2 So^^o-3 ' O . 8 re ca C O *? 8 2 S» %2t&V fe’t* £’ mÖ'l,utC ? cs ^ipolitis- l-hvn^Mde -ßL ghr, überhaA^r js &•%» s,erben, ^e 5^5 So«* von einer Kn abwechselnd d e des oder des' wendig war. Ew schon ausreicht, et Gcrmam sm geplalt-n und rcclolgen. M1 Deutschland abz (taoten auszulief kn Vertrag vo **6"® Serben und M, weder zu blind ' Stall der wirtb stehen. ö.e konnte sie sonnten aber lebenslähige neu' dem ein einheiti W. wurde nui schasllicher und Oesterreich hat lassen, um in di recht zu leben, freut, teils von unversöhnlichen Ileberlieserung dem unzulänglü Staatsmann erst tert ist. weil er; weil ec sich an eigentlich das wat lein diplom Schober eine der bereitete, sonder eine zollpvlitisch' mitteleurvpäischi selbst leben Jernunst nun i sehen muh, so L Zollmklon Tals erst, wenn die bezahl^ haben.! das Sprung außer FranlreicI um Mittel« und sich einzMen. Mg ins SttK völketung hviiti bete Aber die auch leider im recht zum Epi Immerhin a die aus dem < haben, die ab gen verfügen, Wohl ober für k mobilmachen la haben das Erb gelben Klerikal Doppelmonarchi einen Block ge< läßt sich nicht Verbindungen k der Christlich^ ST®3 G 2 -g 61 er- A O: r CPO» g:ts 53 G.n «• IP O 33 3>2 si: —■ o • cd ; 3 8 513 D: CD O" ’ A 3 AZ-M 32.<^Z.^ = ^K 3 Z- er ” 3.q‘d § 2 „3 $=t8 7^-33 B-3 3 A ^^3-» b,2.2_ • b —1 •S' 'tc 3 3«" 0 A 3 2 P* s-® 3 *5 2 3 ? Ad' bS.8 tgi® °3on = <3^« — 2 2 a E-SjrZS A Ifl3 ■yl 2 AZ O: c __«r 8 2.3 ZG = 3a2 z zz © ° o o A , 3> , in ~ ' «C?« 3 ea' * ö O-G a «'3' — = 38 5 <$(?) o- Z'2.12 A «3^35-= 2"= S=S®"^8 er r 3 rfÄ 3 2 2.a »-) S - 8'<2?o 61 d er ?-^ 2. 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Wenn es nur ein innerpolitisches 8r» eigniS wäre, eine Rückwirkung der Feindschaft, die ein großer Teil der Ehristlichlozialen und der Heimwehrleute gegen HanS Schober hegen, ginge rS an. Oesterreich ist so klein, daß es tich selbst schon innetpoli tische Stürme der Leidenschaft leisten muh, um von der öffentlichen Meinung Europas überhaupt wahrgenommen au werden. Aber Dr. Hon» Schober ist nicht deshalb ousgefchifft worden, weil gewisse Leute seine starke Hand fürchten. HanS Schober ist vielmehr das Opfer der Tragödie, die das Schicksal der Deut, lchcn Mitteleuropas in sich schließt. Oesterreich tonn nicht leben, aber jeden Tag sterben Die Urheber de« Vertrages von St Der. inain hoben aus Oesterreich ein Staatsgcbilde ge. schaffen, das nicht leben kann und nicht leben soll. Dost Oesterreich nicht leben kann, wird durch die dreizehn Rochkriegsjahre bewiesen, in denen e« von einer Krise in die andere taumelte, in denen abwechselnd die finanzielle Hilfe des Völkerbun- deS oder des internationalen Finanzkapitals notwendig war Eine finnlofc Grenzziehung. die allein schon auSreicht. um die Urheber des Vertrags von St. Germain für olle 3cit mit dem Fluche einer geplalton und gepeinigten Bevölkerung zu verfolgen. foll dazu dienen, Oesterreich von Deutschland abzudrangen. um eS den Nachfolge- floaten auszuliefern Aber die Ltaatsmannner, die den Dertrog von St. Germain entworfen hoben, die dabei den Einflüsterungen der Tschechen, der Serben und Rumänen unterlagen, waren entweder zu blind oder zu einfältig, um die innere Kraft der wirtschaftlichen Entwicklung z u verstehen. Sie konnten die T-oppelmonarchie zerreißen, he konnten aber an ihrer Stelle nicht ebenso lebensfähige neue Staaten fchoffen, denn woS vordem ein einheitliches WirtfchaftSgcbiei gewesen war, wurde nun zu einem Tummelplatz wirt- schastlicher und sozialer Gegensätze Oesterreich Hot olles versucht und nichts unter, lassen, um in diesen dreizehn Jahren schlecht und recht zu leben, teils von Ehristlich-Svzialen betreut, teils von einem Mischmasch, das atid) auS unversöhnlichen Gegensätzen von geschichtlicher Ueberlieserung bestand 3n HanS Schober ist dem unzulänglichen Staatswesen Oesterreich ein Staatsmann erstanden, der nicht deshalb geschei- tert ist, weil er zu srich handelte, sondern deshalb, weil er sich an eine Ausgabe heranmachte, die eigentlich daS Problem Europas ist. ES war kein diplomatisches Spiel gegen Europa, daß Schober eine deutsch-österreichische Sollunion vorbereitete. sondern ein überlegter Versuch, durch eine zollpolitische Eingliederung Oesterreichs in den mitteleuropäischen Raum dieses Oesterreich selb st lebensfähig zu machen. Da sich die Vernunft nun doch einmal im Völkerleben durch- setzen must, so wird a»ch eine deutsch-österreichische Zollu^on Tatsache werden, aber wahrscheinlich er ft. wenn die Völker Europas teures Lehrgeld bezahl^ haben. Oesterreich soll einstweilen nur noch daS Sprungbrett lein und bleiben, das außer Frankreich noch andere Länder gebrauchen, um Mittel- und Südosteuropa machtpolitisch für sich einzusetzen Vielleicht hätte Oesterreich den Weg in» Freie schon gefunden, wenn seine Bevölkerung politisch und national eine Einheit bildete Aber die unselige Zerrissenheit, die wir ja auch leider im Reich kennen, macht Oesterreich erst recht zum Spielball einer ränkesüchtigen Politik. immerhin gibt eS in Oesterreich noch Kräfte, die auS dem Zusammenbruch nichts gelernt haben, die aber über internationale Verbindungen verfügen, die sich zwar nicht für Oesterreich, wohl aber für besondere parteipolitische Interessen mobilmachen lassen. Die Ehristlichsozialen haben daS Erbe und die Äachsolge deS schwarz- gelben Klerikalismus angetreten, der in der Doppelmonarchie sehr ost mit Tschechen und Polen einen Block gegen daS 'Deutschtum bildete. VS lästt sich nicht mit Sicherheit feststellcn. wie die Verbindungen beschaffen find, die gewisse Zirkel der Ehristlich-Sozialen vor allem in Paris unterhalten. Daß diese Zirkel unter Umständen bereit find oder sein werden, dynastische Interessen auSAuspielen, um dem immer um feine Sicherheit befolgten Frankreich die Gewähr zu bieten, dast bie IvMillionen Deutsche in Mitteleuropa sich nicht staatlich zusammenfchließen. ist leider Tatsache. Frankreich yat eS in seiner Weife geschickt ausgenutzt, indem cS finanzielle Hilfe zufagte. odfchon jedermann in Wien und Pans willen must und weist, dast Oesterreich fo wie eS heute ist. nicht leben kann. Daran wird auch eine neue Regierung nicht» ändern, die sich offen von Deutschland abkehrt, die eS vielleicht fertig bringt, den Anschluß preiszugeben, um dafür eine neue Doppelmonarch,e einzutauschen. Wer diese Entwicklung rückschauend übersieht, entdeckt auch, warum Frankreich sich leiden- schostlich der Zollunion widersetzte. Selbst der Haager Gerichtshof hat feiner- *eit in dem Mehrheitsgutachten anerkennen muffen, daß rechtliche Hindernisse der deutsch-österreichischen Zollunion nicht im Wege stehen. Um so größer waren die politischen Hindernisse. denn Frankreich ist über ganz Europa hinweg besorgt, dast die Heiligkeit der Vertrage aufrechterhalten bleibt, daS heißt, dast sich n,r- aendwo ein Ansatz bildet, um die Beute aus den Versailler Verträgen zu bedrohen. Denn der VundeSkanzler Pr Vuresch hd) von dem einigsten Staatsmann trennt, über den Oesterreich zur Zeit verfügt, fo muß die Verbindung mit gewissen außenpolitischen EinlluNen doch wohl schon stärker geworden sein. alS d,eS für Oesterreich gut ist. Eine Regierung, der Schober nicht angehört, hat im Rationalrat keine Mehrheit, kann also jeden Tag gestürzt werden, ohne daß Rcuwahlen vielleicht eine andere Lösung bringen DaS Wefen de» Staatsmanns besteht darin, daß er einigermaßen den Gang der Entwicklung zu überleben vermag Wer übersieht heute in Oesterreich bie Entwicklung, die sich damit zufrieden gibt, über finanzielle Sorgen von beule Hinwegzukommen, ohne sich viel darum zu kümmern, daß die s'nanziellen Sorgen von morgen und übermorgen sehr viel größer sein werden? Oie Jagd im Februar. „Jagd im Februar?" Falt allenthalben zeigt der Schustkalender des Monat» Hornung schwarze Felder — Hegezeit. Darum ist leider für viele Jäger der Februar ..lote Zeit". Ein gefährliche» Wort, da» bedeutet, dast man nunmehr nach beendetem Ablchust von Rutzwild daS Revier fich selbst überläßt, mag dort vorgehen, was will. Sei eS. dast ..mager die Aefung und bitter die Rot. und hinter dem Wild einherfchleicht der Tod", oder daß Unberufene und Unberechtigte ihr heim licheS Handwerk treiben und mit ost tierquälerifch- sten Methoden dem Wilde nachstellen. Gefahr droht in solchen Zeiten mehr denn je. und „tote Zeit" gibt eS für den Heger und Pfleger feine» DildeS nicht. Der überaus milde Verlauf be< Winter» hat bi« jetzt das Wild noch keinen Schaden nehmen laffen. wenn fich auch verschiedentlich wieder ähnliche Krankheitserscheinungen, wie im vorigen Rachwinter, beobachten ließen. Die Schußzeit de« Rot - und Damwildes ist in den meisten deutschen Ländern zu Ende gegangen. Wo daS Gesetz einen Abschuß noch ge- stattet, wie in Hessen für männliche» Wild, wird der weidgerechte Jäger nur noch wirklich kranke und kümmernde Stücke der Büchse freigeben. Im Schwarzwildrevier erwartet man in diesem schneearmen Winter sehnlich den weißen Leithund, um die Sauen mit Aussicht auf Erfolg besagen zu können. Da» Rehwild macht befonderS in Revieren mit Eichelmast einen gefunden Eindruck, und die Böcke haben vielfach schon gut geschoben, ein Anblick. der da» Hegerauge erfreut. Die Frühlingswitterung der Januarwochen hat •bie Hafen an ihre Pflichten zur Erhaltung der Art erinnert. Hoffentlich findet der zu erwartende Satz nicht dann das im Januar fehlende Winterweltcr vor. Milder Winter und Eichelmast haben die Wildtauben vielfach dazu verleitet, im Winter hier zu bleiben, und fchon im Januar konnte man vereinzelt da» Rufen des Ringeltaubers hören. dem die Frühlingsfonne ans Herz griff. Unsere Wildhühner haben nirgends Rot gelitten. Wo die Fafanen gefüttert wurden, find fic treue Gäste geblieben Die Jagd auf F a f a n e n h ä h n e ist noch weiter offen, während Hennen jetzt überall geschont sind. Ebenso ist der Abschuß von Wildenten gesetzlich untersagt, während Gänse, die in der letzten Zeit öfter» als Wintergäste beobachtet werden konnten, weiterhin schußbar sind. Gegen Ende des Monats wird der Vogelzug einsetzen; da» Leben in der Ratur. wo die Hasel- nnst schon blüht und die Weidenkätzchen silbern glänzen, erwacht aufs neue. Unser R a u b w i l d ist in die Ranz- oder Rollzeit eingetreten. Die Zeit ist da, wo die Arbeit mit dem Erdhund häufig den größten Erfolg am Fuchsbau verfpricht. wenn die Jähe mit einigen Verehrern fich dort steckte. Auch Iltis, Wiefel und Marder ranzen oder verraten wenigsten» ein der Ranz ähnliche« Gebaren, während die echte Ranzzeit entgegen früheren Annahmen nach unteren heutigen Kenntniffen ihrer Biologie wenigstens bei den echten Mardern in den Sammer fäll. Jedenfalls bietet aber biefe Zeit bei allen oft eine Gelegenheit zu erfolgreicher Bejagung. Der Dachs hat in Preußen fchon Schonzeit, in Heften beginnt fie am 16. Februar, wenn fich oft schon Junge im Ban befinden. Wenn sich auch immer noch Gelegenheit zu jagdlicher Betätigung findet, fo bleibt doch daneben Schutz und Pflege des Wildes die Hauptaufgabe. Vor allem find alle Wildwechsel oft zu kontrollieren und auszugehen, auf alle verdächtigen Zeichen im Revier ist zu achten, Zufammenarbeit und gegenteilige Verständigung der Rachbarreviere und der Schuhbeamten find nötiger denn je Fütterung ist unnötig, to- lange da» Wetter bleibt, wie e« ist. Rur der Satan muß belfer behandelt werden, wenn er fich wohl fühlen und bleiben toll Heublumen, Spreu und etwa» Weizen oder Mai» find auch in den heutigen Zeiten erfchwinglich und lohnen fich unbedingt. Wo noch keine S a l z l e ck e n find, müssen fie fo vorbereitet und angelegt werden, daß fie dem Wild bekannt find und angenommen werden, wenn die Gefahren des Frühjahrs kommen. Streut man bei einer neu angelegten Lecke reichlich Eicheln, die überall zu finden find, ober bietet man Hafer ober ähnliche Leckerbetfen, fo werden die Lecken rafch gefunden und finden regelmäßige Besucher. Dolche Hegeeinrichtungen find in zahlreichen Revieren bi» jetzt unterblieben, weil fie neu verpachtet werden. Um fo wichtiger ist es, das Versäumte nach der Verpachtung baldigst nachzuholen. Wer ein Waldrevier aus fremder Hand nur auf 6 Jahre pachtet, farn gar nicht energisch genug die Wildpflege betreiben, wenn er in der kurzen Zeit, die ihm zum Ausbau zur Verfügung steht. Freude erleben will. Hubertus. Daten für Freitag, .».Februar, 1808: der Maler Karl Spihweg in München geboren. — 1861: der Luftfchiffer August von Parscval in Frankenthal geboren. 1875: Papst Pius IX. erklärt die preußischen .Maigefehe" für ungültig. Daten für Lamstaq, «.Februar. 1919 Eröffnung der Deutschen Rationalver- fommlung in Weimar. — 1922: Kardinal Ratti wird Papst (Pius XI.). Oberheffen. Gemeinderatssihung in Äüdingen. !! Büdingen. 4 Febr Der Gemeinde- r a t beschäftigte l,ch gestern erneut mit der früher Ichon beschlossenen Anstellung eine# Berufsbürgermeisters für untere Stadl Ein Antrag aus der Vürgerlchasl, weiterhin einen ehrenamtlichen Bürgermeister die Verwaltung der Stadt wahrnehmen zu lasten und in der gegenwärtigen Zeit auf einen BerufSbürger- meiltet zu verzichten, wurde in geheimer Abstimmung gegen bie Mitglieder der sozialdemokratischen Fraktion abge lebnt Ebenso verfiel ein Antrag auf Aenderung der OrlSfatzung über die Eingruppierung des Berufsbürgerineister» gegen bie Stimmen der SPD der Ablehnung Der Gemeinderat defchloß fodann, die Beruf«- bütger meister ft eile zur Befetzung auszufchreiben. den Ablauf der Meldefrist auf den 26. Februar fcftzufetzen und die Wahl au< den 9 März anzuberaumen. Gin Antrag der SPD. vor dem Wahltag in einer besonderen Sitzung die Gesuche der Bewerber zu fichten und da» Programm der in bie engere Wahl kommenden Bewerber in öffentlicher GemeinderalSfitzung zu hören, wurde gegen die Stimmen der SPD. abgelcbnt. Der Gemeinderat nahm hieraus Kenntnis von einer Verfügung de» KreiSamt« Büdingen, in der mitgeteilt wird, daß gegen den Schuhmann Mehget ein Verfahren wegen Meineid» in zwei Fällen und wegen Verleitung zum Meineid in einem Falle eröffnet wurde, und daß Mehger mit fofortiger Wirkung und zunächst für die Dauer de» Strafverfahren« seine» Amtes enthoben ist Der Beschluß vom 18 Januar über die A in t »- niederlegung de» Beigeordneten D i e m c r wurde durch Verzicht de» Demeinde- rat» auf die Amtsniederlegung hinfällig, fo baß Beigeordneter Diemer sein Amt weiterhin versieht Eine Erhöhung der Realfteuersähe zur Deckung eine» eventuellen Mehrbedarf« für das Rechnungsiahr 1931 wurde abge lebnt Im übrigen beschäftigte man fich noch mit einer Anzahl Heincrer Vorlagen. GtadivorstandSsihung in Alsfeld. Alsfeld, 4 Febr. In der jüngsten Stadt vorftvndssitzung befaßte man fich mit bei Prämien Markt-Lotterie für bas Jahr 19 3 2. Die mit dem Markte verbundene 2 et. Richard Volker, berufen. et hat den Ruf angenommen und wird feine Lehrtätigkeit im kommenden Sommersemefter aufnehmen Prof. Dr R. H i 11 m a i r von der Technischen Hochschule in Dresden hat einen Rus auf den an der Universität Tübingen freiwerdenden Lehr stuhl für englische Sprache und Literatur erhalten. Als Nachfolger des verstorbenen Prof. Dr. Peter Wagner wurde der Privatdozent Dr. K. Gustav Feilerer, Direktor des musikwissenschaftlichen Seminars an der Universität M ü n st e r, auf den Lehrstuhl für Mufikwisienschoft an der Universität Freiburg (Schweiz» berufen; er hat bereits feine Ernennung erhalten. durch die Zunahme der Wohlfahrisenverbslosen in den nächsten Monaten steigern werden. Der Vorsitzende erklärte, daß er an die Inhaber der indu- striellen Betriebe der Stadt Alsfeld demnächst mit dem Ansinnen herantreten werde, die noch zahlreichen auswärtigen Arbeiter durch einheimische Arbeitslose und Wohlfahrtserwerbslose zu ersetzen. Landkreis Gietzen. * Treis a. d. Lda., 4. Febr. Dieser Tage fand hier bei Gastwirt Lemp die zweite Versammlung der hiesigen Vereinigung der Gewerbe treibe nd en und Landwirte statt, die überaus zahlreich besucht war. Der Cin- berufer, Wilhelm Euler, betonte, daß es sich nur um wirtschaftliche, nicht um politische Fra. gen handle. Darauf wurde er einstimmig zum Vorsitzenden, der Vauernbundführer Heinr. V e r g - Höfer zu seinem Stellvertreter, Schlossermeister Kaspar Euler zum Schriftführer gewählt. Sodann wurden die einzelnen Punkte der Tagesord- nung eingehend beraten, zunächst die Vehand- lung von Steuerstundungsanträgen durch den Gemeinderat. Es wurde gefordert, daß der Ge- meinderat, oder vielmehr die Bürgermeisterei diese Anträge, falls der Gemeinderat nicht zuständig ist, befürwortend an die zuständige Behörde wei. terleiten sollen. Sodann entspann sich eine längere Aussprache über die der Versammlung zu hoch erscheinenden Gehälter der Gemeindebeamten, und es wurde der Gemeinderat ersucht, diese Gehälter auf den Vorkriegsstand zurückzuversetzen. Die Stelle eines Flurschützen soll, weil unnötig, aus Ersparnisgründen ganz gestrichen werden: bezüglich der Krankenschwester soll der Gemeinde- rat mit dem evang. Dekanat Gießen in Verbindung treten, damit dieses die Anstellung der Schwester wieder, wie vor dem Krieg, übernimmt, während unsere Gemeinde einen entsprechenden Gehaltszuschutz leisten soll. Weiter wurde gewünscht, daß der von der Gemeinde zum nächsten Landgemeindetag zu entsendende Vertreter beauftragt wird, dahin zu wirken, dah die Grundgebühr für elektrischen Strom erheblich herabgesetzt wird. Auch wäre es zeitgemäß, endlich wieder die Mahngebühren für Steuerrückstände auf Vorkriegshöhe, also auf die Hälfte herabzusehen. Aachdem der Vauernbundführer B e r g h ö f e r die Anwesenden noch ermahnt hatte, sich nicht gegenseitig zu bekämpfen, sondern für die Zukunft gemeinsam zusammenzustehen, um für das Wohl des Volkes bessere Zustände zu erkämpfen, wurde die Versammlung vom Vorsitzenden geschlossen. * Albach, 4. Febr. Zwecks Gründung eines Obst- und Gartenbauvereins sprach dieser Tage Baumwart Konrad Schöne (Lich) über „Pflege und Pflanzung des Obstbaumes". In der Hauptsache ging er auf die Schädlingsbekämpfung ein und gab wertvolle Anregungen. Auf Veranlassung des Redners wurde sodann ein Verein für Obst- und Gartenbau gegründet, -em sofort 21 Mitglieder beitraten. Eine weitere Versammlung findet am Montag, 8. Februar, statt. )( Steinberg, 4. Febr. Dieser Tage fand die Generalversammlung des Männergesangvereins „Harmonie" statt. Rach der Begrüßung durch den 1.Vorsitzenden, Langlih, trug der Rechner Carl die Rechnung vor, die mit einem ansehnlichen äleberschuß abschloh. Die Vorstandswahl ergab die einstimmige Wiederwahl der seitherigen Vorstandsmitglieder, lediglich für den 2. Vorsitzenden wurde Karl Kaiser gewählt. Der Monatsbeitrag wurde auf 30 Pf. herabgesetzt. Die Arbeitslosen sind vom Beitrag befre't. "Eberstadt, 4. Febr. Dieser Tage konnte Herr Wilhelm Müller I. auf eine 32jährige Dienstzeit als Beigeordneter unserer Gemeinde zurückblicken. Zugleich waren es 25 Jahre, daß er als Ortsgerichisoorsteher und Standesbeamter der Gemeinde Vorstand. Aus diesem Anlaß wurde dem Jubilar von Bürgermeister G ö r l a ch und dem gesamten Ortsvorstand eine Ehrenurkunde für treue Dienste überreicht. Von Geldundliebe. oman von Grete von Saß. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle 4 Forttetzung Nachdruck verboten Ob Hans-Achim heute auf sie warten würde? fragte sich Helene Schadow, als sie den Laden verlieh. Ihr war recht beklommen zumute. Dah er sie auf einer Unwahrheit ertappt, war ihr unsäglich peinlich. Sie wünschte fast, er käme an diesem Tage nicht. Es schneite, die Luft war grau und erfüllt von rieselnden Flocken. Das schlechte Wetter wird ihn davon abhalten, zu kommen, sagte sie sich, Und sie empfand es fa't als ein Glück, dah es schneite. Sie überquerte den Fahrdamm, blieb einen Augenblick wartend stehen, um ein Auto an sich vorüberzulassen. Plötzlich stand Hans-Achim vor ihr. Sie erschrak so, dah sie seinen Gruß nicht zurückgab. Wortlos reichte sie ihm die Hand. Und dann gingen sie eine Weile schweigend nebeneinander her. In einer menschenleeren Straße blieb er stehen, sah Helene an und sagte unsicher, stockend: „Helene, das heute vormittag — mein Erscheinen bei Goldmann Söhne — das war für dich sehr peinlich — ich kann es dir nachfühlen. Willst du mir glauben, dah ich vorher bemüht gewesen, es zu verhindern?" „Ja — jo, Achim." Eie faßte nach seiner Hand, drückte sie fest. „Sprechen wir doch nicht mehr darüber — mit keinem Wort." „Verzeih, Lene! Ich will dir nur sagen, dah mir die Situation ebenso peinlich gewesen ist wie dir selbst." Sie widersprach, hastig, aus dem Bedürfnis heraus, offen gegen ihn zu sein: Wie mir selbst - nein, Achim, das kann gar mcht sein!" Sie schüttelte den Kopf, zog ihr Taschentuch aus dem Aermelumschlag ihres Pelzes, wischte sich damit die Feuchtigkeit aus dem Gesicht. Und während die Schneeflocken über sie hinstoben, sprach sie auf Achim ein: „Achim, mir war die Sache nicht nur peinlich sie war mir eine Qual. Bedenk doch: ich stand vor dir als ertappte Lügnerin--Doch doch! Achlm, versuch nicht, es zu beschönigen. Du wuhtest es nicht anders, als dah ich Verkäuferin bei Goldmann Söhne bin, weil ich es dir so gesagt habe. Längst hätte ich dir gestehen müssen, dah es nicht so ist, dah ich als Mannequin mein Brot verdiene. Mir fehlte der Mut zu diesem Wirischast. • Deutsche Continental-Gas-Ge- schäft, Dessau. Das abgelaufene Geschäfts- jahr verlief in den Konsumziffern ohne wesentliche Veränderungen gegenüber dem Vorjahre. Die Gesamt-Gasabgabe betrug 297 960 000 Kubikmeter, das sind 5,5 Prozent weniger als im Vorjahre. Die Gesamt-Glektrizitätsabgabe betrug 600 088 000 Kilowattstunden, das sind 2 Prozent weniger als im Vorjahre. Die Bilanzsitzung ist, wie üblich, für Mai in Aussicht genommen (im Vorjahre 9 Prozent Dividende). Berlin ziemlich gut gehalten. Berlin, 5. Febr. (WTD. Funkspruch.) Schwächere Meldungen von den Auslandbörsen, die in den gestrigen Abendstunden in Berlin eintrafen, gaben der Spekulation Veranlassung, noch kurz vor Schluß des Verkehrs auf der erhöhten Kursbasis Gewinne mitzunehmen, so daß verschiedentlich stärkere Einbußen (2 bis 3 Prozent gegen die Tagesschlußkurse) festzustellen waren. Auch im heutigen Vormittagsverkehr schien die Tendenz zunächst weiter zur Schwäche zu neigen, zumal die aus England eintreffenden Meldungen über neue Schutzzollmah- nahmen verstimmten. Als dann aber verhältnismäßig spät das Geschäft einsehte, stellte sich heraus, daß die Kurse auf der ermäßigten Abendbasis doch ziemlich gut gehalten waren. Man argumentierte, daß der Export nach England in den letzten Monaten so wie so nur noch unbedeutend gewesen wäre, so daß aus den neuesten Maßnahmen der englischen Zollpolitik für den deutschen Außenhandel keine größeren Rachteile mehr erwachsen könnten. Auch zeigte das Publikum wieder ^aufinteresse, das sich allerdings immer nur auf Spezialwerte erstreckte. Relativ am besten waren die Auslandwerte Chade und Svenska gehalten, aber auch Bankaktien, die ja schon seit Wochen stabil liegen, änderten ihren Kursstand kaum. Montane gaben etwa 0,5 Prozent nach, Kunstseidewerte um 1 Prozent. Der Schiffahrtsmarkt verlief vernachlässigt. Für Elektrowerte hörte man ziemlich nominelle Kurse auf gestriger Basis. Kalipapiere büßten etwa 2 Prozent ein, und auch Petroleumwerte und Schultheis lagen um etwa 1 Prozent abgeschwächt. Im Zusammenhang mit den Gerüchten über den Dividendensatz hatten Dessauer Gas weiter feste Veranlagung und waren etwa 2 Prozent höher. Auch die übrigen Tarifwerte erfuhren hierdurch eine Anregung, ihren gestrigen Kursstand änderten sie allerdings nur unwesentlich. Ebenso blieben die Reichsbahnvorzugsaktien auf letzter Basis gefragt, während Farbenbonds im Einklang mit den Aktien etwa 2 Prozent ein- büßten. Die Spanne zwischen den beiden Werten ist somit etwa 13 bis 14 Prozent geblieben. Sonst war es am Anlagemarkt heute sehr still. In Pfandbriefen entwickelte sich nur langsam das Geschäft, doch hielt das Interesse für Reichsschuldbuchforderungen an. Deutsche Anleihen lagen behauptet. Frankfurt freundlich. Frankfurt a. M., 4. Febr. Im heutigen telephonischen Effektenfreiverkehr fehlte es zwar an Anregungen, doch war die Tendenz im Anschluß an die Befestigungen von gestern nachmittag weiterhin recht freundlich. Besonders für Re- benwerte machte sich mehr Interesse bemerkbar, dagegen blieben Spezialwerte auf dem erhöhten Riveau meist gut behauptet. Cs zeigte sich verschiedentlich etwas Anlagebedürfnis seitens des Publikums, und auch die Spekulation nahm einige Deckungen und Meinungskäufe vor. Stärker gefragt waren am Aktienmarkt Gesfürel und Dessauer Gas, die etwa 2 Proz. höher lagen. Montanpapiere verzeichneten Kürsbesserungen von etwa 1 P^^nt. IG.-Farben, Reichsbankanteile, Siemens, v^yudert und Licht L Kra.t blieben unverändert. An den übrigen Aktienmärkten ergaben sich kaum Veränderungen, nur Zellstoff Waldhof lagen etwas höher. Die Umsatztätigkeit war im allgemeinen klein. Am Rentenmarkt waren Rcichsschuldbuch- forderungen gefragt und fest. Lebhaftere Rachfrage verzeichneten auch Schahanweisungen der Städte, der Reichspost und Reichsbahn. Liquida- tions- und Goldpsandbriefe lagen ebenfalls gut gefragt, während Kommunalobligationen auf gestriger Basis offeriert und zum Teil etwas schwächer waren. Von deutschen Anleihen blieben Altbesih behauptet, im übrigen lagen sie unverändert. Auslandrenten ohne Interesse. Im Rachmittagsverkehr wurde die Stimmung am Aktienmarkt allgemein etwas f e st e r. Im Vordergründe des Interesses standen Energieversorgungswerte, von denen Dessauer Gas, Charlottenburger Wasser etwa 2 Proz. anzogen. Auch sonstige Elektrowerte stellten sich um etwa 1,5 bis 2 Proz. fester, besonders Gesfürel und Siemens. IG.-Farben und andere Werte gewannen ebenfalls bis zu 1 Prozent. Am Markte der festverzinslichenWerte blieben Reichsschuldbuchforderungen in Front, auch Reichsaltbesitz waren jetzt mehr beachtet und bis 0,5 Proz. fester. Interesse erhielt sich ferner für Schatzanweisungen, während der übrige Markt ohne Veränderungen verkehrte. Von fremden Werten lagen Anatolier etwa 0,25 Prozent freundlicher. Am Geldmarkt ging Tagesgeld auf 6,75 Proz. zurück. Devi enmarkt Berlin - - Frankfurt a. 2H. 4. Februar 5. Februar Amtliche Notierung Amtliche Notierung Meld Artel Geld Briet Helsingsar» . 6.394 6,406 6,444 6,456 49,90 50.05 49,95 50,05 Prag . . . 12,465 12.485 12,465 12,485 Budapev . . 56,94 57,06 58.94 57,06 Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,48 169,82 169,55 169,89 Oslo .... 78,92 79,08 79.02 79.18 RoDcnhagai. 79,92 80,08 80,12 80,28 Stockholm . 81,42 81,58 81,52 81,68 London. . . Buenos Aires 14.48 14,52 14,52 14,56 1,043 1,057 1,043 1,047 Neuvvrt 4,209 4,217 4,209 4.217 Brüssel. . . 58,65 58,77 58,67 58,79 Italien. . . 21,68 21,72 21,84 21,88 Daris . . . Schweiz . . 16,56 16,60 16,56 16,60 82,07 82,23 82,09 82.25 Spanien . . 33,22 33,28 82,18 33,07 33,13 Danzig. . . 82,02 82,02 82,18 Japan . . . Rio de Jan.. 1,499 0,257 1,501 1.494 1,496 (1,259 0,252 0,254 Jugoslawien. Lissabon . . 7,463 7,477 7,463 7,477 13,19 13,21 13,24 13,26 Banknote«. Berlin, 4 $et>r"ar Geld Zries Amerikanische Noten . . . 4,20 4,22 Belgische Noten..... 58,48 58,72 Dänische Noten..... 79,74 80,06 Englische Noten..... 14,44 14,50 Französische Noten.... Holländische Noten .... «... 16,52 169,11 16,58 169,79 Italienische Noten . . . 21,66 21,74 Norwegische Noten.... 78,74 79.06 Deutsch-Oesterreich, • 1OO Schl,, a Rumänische Noten .... 2,49 2,51 Schwedische Noten .... • Ä - 81,24 81,56 Schweizer Noten. . . . * * * 81,89 82,21 Spanische Noten . . . 33,08 33,22 Ungarische Noten . . Aeichsbcmkdlskont 7 v. h. Lombardzinsfuß 8 o. h. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 U.,r. 16 bis 17 Uhr Samstag nachmittag geschloffen Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne selgefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. 21 n 5 ei : e n a fträge find lediglich an die Geschäftsstelle zu richten. Geständnis. Du hast mir einmal gesagt, daß du es nicht begreifen kannst, datz Frauen sich zu diesem Beruf hergeben können. — Bitte, unterbrich mich nicht, Achim. Ich mutz dir erklären, wie ich zu dem Beruf kam. Laß uns, bitte, weitergehen!" Sie schritten langsam die Straße hinunter, während Helene erzählte: „Ich trat als Verkäuferin bei der Firma ein. Weil ich nicht branchekundig war, bekam ich nur ein kleines Gehalt, bai kaum für meinen notdürftigsten Lebensunterhalt ausreichte. — Ich muß aber, wie du weiht, meine Schwester unterstützen, die es so namenlos schwer hat. Elli kann doch leider gar nichts verdienen. Ihr sind die Hände gebunden. Die Pflege ihres kranken Mannes und die Versorgung ihrer zwei kleinen Kinder nehmen sie ganz in Anspruch. Ihr Leben besteht nur aus Pflichterfüllung und Entbehrung. Es war mir oft so schmerzlich, dah ich ihr nicht genügend helfen konnte. Siehst du, da konnte ich nicht nein sagen, als mir mein Chef eines Tages die Stellung als Mannequin anbot. Zweihundert- fünfjig Mark Monatsgage erhielt ich zu Anfang. Die ist inzwischen aus zve fj-.n'cer'a ^tzig g stiegen. — Leicht ist der Beruf nicht, Achim, und mir wurde er zuweilen unerträglich — immer dann, wenn ich daran dachte, wie du über die Mädchen denkst, die ihn ausüben." „Lene, da hast du mich mißverstanden. Ich halte nichts von dem Berus als solchem — er erscheint mir unerfreulich, ilnö aus diesem Grunde kann ich nicht begreifen, wie sich Frauen dazu hergeben können. Hast du mich nun verstanden. Lene?" Er blieb wieder stehen. Sie nickte, den Blick zu ihm erhoben. An ihren langen schwarzen Wimpern glitzerten Tropfen. — Weinte sie? — Hans- Achim hielt ihre Hand. „Lene, nun ist doch alles gut, nachdem wir uns ausgesprochen haben." Zwei Tränen liefen langsam über ihre Wangen. „Lene, Liebste — fei gut!" Er preßte ihre Hand, warf einen raschen, spähenden Blick um sich und im nächsten Moment hielt er fie im Arm, kühte Im Schutze der Dunkelheit ihre zuckenden Lippen... „Lene noch nicht hier?" fragte Friedrich Echa- öoto, der zum Abendessen kam. Seine Mutter sah flüchtig von der Arbeit auf. „Ist es denn schon so spät?" „Es ist bereits acht Uhr, Mutter! Zeit, daß du auch Feierabend machst. ^.gleich!" sagte sie, stichelte aber weiter. Olbrich xog sich einen Stuhl an den Tisch heran an dem die Mutter arbeitete. „Das Kleid muh bis morgen mittag fertig meber"0816 n<88 füc Fräulein Münch- »2lha! — Wohl auch für die Reise bestimmt?" Sie wußte nichts von einer Reise und sah Friedrich fragend an. Dieser berichtete, was er davon wußte. Der Kommerzienrat hatte ihm nämlich mitgeteilt, dah sie in den nächsten Tagen nach Flinsberg fahren würden. Fünf Personen. 2m Auto natürlich. .„Unfer Wagen faßt gerade soviel Personen. Münchmehers Wirtschafterin, die alte Frau Braun, fährt mit dem einen Dienstmädchen, mit der Hedwig, morgen schon per Bahn voraus. Um das Haus wohnlich zu machen, sagte sie mir. — Du fragst ja gar nicht, Mutter, wer die fünf sind!" „Ich bin nicht neugierig, Friedel! Was geht's mich auch an?!" „Frau Geheimrat Tönnies mit Sohn und Tochter sind es." Run ließ sie doch vor Staunen die Hand in den Schoß sinken, sah Friedrich groß an. „Was kann das zu bedeuten haben?" fragte sie. „Weih Lene davon?" Ein Achselzucken war die Antwort. Die Mutter wandte langsam den Blick ab, stichelte hastig weiter. Friedrich sah ihr dabei zu, bemerkte, dah ihre Hand etwas zitterte. Er ahnte, was sie erregte, hatte auch gleich die Bestätigung seiner Ahnung. „Lenes Verhältnis zu dem jungen Tönnies macht mir schwere Sorgen!" sagte sie leise. „Sie liebt ihn. — Wie soll das nur einmal enden?" Run sah sie den Sohn doch wieder an. Mit einem langen, nachdenklichen Blick. ..Hoffentlich gut, Mutter!" Eie konnte nicht daran glauben. Hans-Achim muhte doch' einmal reich heiraten. Fräulein Münchmeher war doch wohl schon dafür aus- ersehen, seine Frau zu werden. Man hatte schon so allerlei darüber gehört. „Und nun die gemeinsame Reise, mit der doch sicher etwas beabsichtigt ist. Den jungen Leuten soll Gelegenheit geboten werden, sich näherzukommen. Pass' auf, Friedel, nach dieser Reise erfolgt die Verlobung Hans-Achims mit Rose Münchmeher." „Mutter, der kommt mir nicht so vor, dah er sich seine Frau von anderen aussuchen läßt —" Sie atmete schwer auf. „Rein — nein, ich kann nicht daran glauben dah es zu einem guten Ende kommt. Für Lene wird es noch grohes Herzeleid geben." Elli klapperte im Nebenzimmer mit Geschirr Sie deckte den Tisch zum Abendessen. Dann kam sie ins Zimmer, erinnerte die Mutter daran, daß es bereits halb neun Uhr sei. Sie habe die Kinder gefüttert und ins Bett gebracht. Run müsse man endlich essen. Ihr Mann sei schon ungeduldig. Helene könne nicht verlangen, dah man auf sie warte. Sich mitten in ihrem Redestrom unterbrechend, fragte sie die Mutter: Konfirmanden- tewnikantf Qualität?,’ blau Kau Mk. 16.501 Km Soinstagab bimtag des 3. Be Suni' und Sport mit 12 Delegierte ÖD5 abgelousene । und wurden lurz xeigte, datz sich i «ickelt hat. Der § riedigenden Star prache wurde d Hrlosrav! ^Ävewneiste S SrE gdelp *■ S 8-5^ < Der Sturn eno. v üb chr gut. “JJ gj Hellen aber aus s ££ Lore und Örfc gab d denn das L ging auf das Sauf dem Pol ^Rheinfranlen M 5. Tor für vurden nun unV .je Latten. Dre .«chlreicher, M chränkten Ml. 5Mpo dd Spiel Den Hatten to !,rch ihre.Schuh' ter, vergönnt.. len sich die T Hieben nicht unv Sie Chatten toai 1 orragenb. Sllbeiier-2 Landfriedensbruchprozeß in Gießen. * Gießen, 4. Febr. Die gestern abend unter* brochene Verhandlung wurde heute früh wieder ausgenommen. Die Plädoyers des Staatsanwalts und der beiden Verteidiger dauerten gegen zwei Stunden. Der Staatsanwalt vertrat die Ansicht, daß ein großer Teil der Schuld bei dem An>» getlagten H. liege. Hätte er nicht wegen belangloser Kleinigkeiten seine Parteigenossen aufgeregt und hätte er nicht den ilcberfall auf den Zeugen Sch. unternommen, so wäre die ©rregung der Gemüter als Grundlage der späteren Vorgänge nicht entstanden. Die Behauptung, daß Sch. angegriffen habe, sei, widerlegt: er fei mittels eines hinterlistigen Ueberfalles und mit lebengefährdender Behandlung niedergeschlagen worden. Der Strafantrag lautete auf zwei Monate Gefängnis. Weiter sei der Landfriedensbruch zweifelsfrei erwiesen. Die zusammen- gerottete Menge, die sich trotz mindestens dreimaliger Aufforderung durch die Gendarmerie nicht entfernt habe, hätte den „Solmser Hof" zu stürmen versucht und einen Steinhagel gegen das Gebäude gerichtet. Soweit aus dem Gebäude geworfen worden sei, könne von-Motwehr nicht geredet werden, da sich die im Haus Befindlichen selbst in Notwehr befunden hätten. Der Staatsanwalt beantragte gegen die beiden Rädelsführer je sechs Monate, gegen die übrigen Landfriedensbrecher je drei Monate Gefängnis. v Der Verteidige r der wegen Landfriedensbruchs Angeklagten suchte zunächst die Glaubwürdigkeit der Zeugen anzuzweifeln. Die Behauptung des Angeklagten H., er sei von Sch. angegriffen worden und habe sich nur gewehrt, fei nicht zu wiederlegen. Der Sturm auf den „Solmser Hof" stelle sich zunächst nur als Versuch des Landfriedensbruchs dar, der straflos sei, weil die auf die Ermahnungen des Wachtmeisters zurückgehende Menge ihren Plan aufgegeben habe. Der Steinhagel sei in Notwehr erfolgt, da zuerst aus dem „Solmser Hof" geworfen worden fei. Der Verteidiger beantragte die Freisprechung seiner Klienten. Ebenso plädierte auf Freisprechung der Verteidiger der beiden wegen verbotener Waffenführung Angeklagten. Kein Zeuge habe sie beobachtet, und auf die Angaben ihrer Mitangeklagten Gegner fei kein Wext zu legen. Nach langer Beratung verkündete das Gericht das bereits gestern in einem Teil der Auflage berichtete Urteil: Wegen Landfriedensbruchs erhielten zwei Angeklagte (Rädelsführer) je sechs Monate, zchn je drei Monate Gefängnis, einer wurde freigesprochen. ebenso wurden die wegen unbefugter Waffenführung Angeklagten freigesprochen. Der Angeklagte H. erhielt weiter wegen Körperverletzung zwei Wochen Gefängnis, die mit der Strafe wegen Landfriedensbruchs zu zwei Monaten einer Woche zusammengezogen wurden. In der Begründung führte der Vorsitzende des Gerichts aus, daß der Angeklagte H. zweifellos angegriffen habe: schwere Körperverletzung sei indessen nicht erwiesen. Ebenso stehe nach der Beweisaufnahme der Tatbestand des Landfriedensbruchs in einheitlichem Zusammentreffen mit 2luflauf fest. Die Menge habe sich trotz der dreimaligen Aufforderung des Gendarmen nicht entfernt und mit dem Steinhagel Gewalt gegen das Gebäude verübt. Notwehr wegen des angeblichen Wurfs aus dem „Solmser Hof" komme nicht in Frage. Die beiden wegen verbotenen Führens von Waffen Angeklagten wurden mangels Beweises freigesprochen. „Du siehst ja so bedrückt aus! Was ist dir? Wovon spracht ihr?" Und die Mutter wiederholte ihr in kurzen Umrissen, was sie mit Friedrich gesprochen hatte, Friedrich erhob sich. „Na also, Mutter, nun sei auch wieder munter* Er legte seine Hand auf Ellis Schulter. „Ich denke, nun ist es Zeit zum Essen. Um neun Uhr muh ich fort.“ Er wohnte nicht mehr bei der Mutter, hatte zwei Stuben ganz nahe bei der Garage, die sich in der Solmstrahe befand. Zu den Mahlzeiten kam er zu feiner Mutter. Sie setzten sich eben zu Tisch, als die Korridorklingel schrillte. Friedrich ging, um nachzusehen, liier da sei. Er lieh die Stubentür hinter sich auf. ßina Knorpe stand vor ihm. Ob er ihr einen Gefallen tun würde? Ihr Vater sei nicht zu Hause, sonst hätte fie diesen gebeten. „Ja, was denn?" „Einen Korb Wäsche auf den Trockenboden tragen.“ Er lächelte. Sie sah ihn mit ihren großen, hellblauen Augen bittend an, strich eine feuchte Haarsträhne aus ihrem hübschen, erhitzten Gesicht. Endlich sagte er: „Ja, selbstverständlich! Einem jungen Mädel kann ich nie etwas abschlagen.“ „Ach, das ist nett! Fast fehlte mir die Courage, Sie zu bitten. Und wenn meine Arme nicht schon so müde wären vom Waschen, hätte ich mir den Korb allein hinaufgetragen.“ Sie versuchte die aufgestreiften Aermel herunterzuziehen. Er hinderte sie daran und tätschelte ihre bloßen, rundlichen Arme. Sie wich einen Schritt von ihm zurück. „Nicht doch!" sagte sie, hatte aber dabei ein lockendes Lächeln auf den Lippen. Elli rief von der Stube her, wer da wäre. „Die Lina, Elli!“ „Na, dann kommt doch herein! Es zieht!" „’n andermal, Frau Taube — heute nicht!" rief Lina zurück. Sie kam öfters zu den Schadows. Ließ ja ihre Kleider von Frau Schadow machen. Glaubte, dadurch ein gewisses Anrecht auf die Freundschaft der Familie zu haben. Aber so, wie sie jetzt ausfah, wollte fie sich nicht zeigen. „So — na, denn wollen wir an die Arbeit gehen", sagte Friedrich. Er mußte den Seinen erst Bescheid sagen, dah sie nicht mit dem Essen auf ihn warten sollten. Er kam schnell zurück, nahm seine Mühe vom Garderobeständer, und dann schritt er neben Lina die Treppe hinunter. Das Waschhaus war im Hofe. „Was bekomme ich dafür, dah ich den Korb hinauf trage?“ fragte er scherzend und legte feinen Arm um ihre Schulter. (Sortierung folgt) Gießen, «5 % 's,0-3 j)i Jx Ami ! ,»u W Bekam Die bereits fö ■Stabt- unb liebet ■nat Dezember 19: 15. b. Hl. ohne ko Nichtzahlung bis ' .-Beitreibung unb des Abnehmers. Gießen, ben 4. der ElektchM- unb Straßrnbl ENNhol- Vk U t- im @a ^lhgeslern aus b 6°^rei Leih'geji ML J» Rehherke 51 °>ikb i>er ■Mc 2060 SJL-S’pori gen) und QL h Tragend. " v,nt'“ xau uf[ jujiqm : gen Landsriedensbnichs et- ; te (AädelSsühm) je secks Fünf Runden zurück: 9. grini 245 Punkte. ßcDlscber Verband iür psjctabe Hygiene Anzüge' Kommunikanten- 1.10. 0.90, 0.50 Gießen. Telephon Gießen, 'Jclephon 2060 eörydt aus! Das ist bitt Neamtadt 36 0719 Facharzt Dr. Storck preiswert 957 a 0720 ilter- »tl#* Schorn/ZimS 181 Punkte. Zurückgelegt wurden 3292,600 Kilometer. Qualitätsware, preiswert blau Kammgarn, Melton Mk. 16.50 16.50 21.- 25.- 29.- .1.25, 0.90, 2.25, 2.00, .ILO. 1 10, 1L5, 2.30, 0.65, 0.45, Bel Metzgerei Selbt Marktplatz n verbotenen Führens von i wurden mangels Sdntild Im Samstagabend fand in Wieseck der Bezirks- hrntag des 3. Bezirks im 9. Kreis des Arbeiter- Tim- und Sportbundes statt. 24 Vereine waren Wo gibt*« jeden Abend ab 5% Uhr den warmen echt bayerischen Leberkäse ncllaulen siegte der Amerikaner Jack e a in 43,3 Sek., nor Vernt Evensen (Rortoe. 0.70 1.85 0.90 1.50 1.85 0.35 ung verkündete das -nicht " einem Teil der Auslage Srieffaflen der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) L. H. 6. Dei Personen, die im Haushalt oder Betrieb eine- andern eine QlrbeitSkraft ersetzen immengezvgen wurden. mg führte der Dvrsihend« ■ I der Angeklagte A. zweisel- — ; schwere Körperverletzung | e abgelausene Geschäftsjahr lagen acdruckt vor l wurden kurz erläutert. Der Geschäftsbericht Sie, dafe sich da» Turnen günstig weiter ent- elt Hot. Der Kassenbericht verzeichnete einen be- iebigenben Stand der Finanzen.. In der Aus- -oche wurde dem Vorstand alle Anerkennung Nutz- und Srennholzversteigerung Stöcke: Luche 11,2 rm, Eiche 10,6 nn. Dom Brennholz werden die blau unter- stnchenen Nummern nicht versteigert. Es v.rd vorherige Besichtigung des Holzes ertpfohlen. Dießen, den 4. Februar 1932. Hessisches Forstomt Schiffenberg. Nicolau». Samenhaus Heinrich Hahn Bahnhofstraße. Teleph. 3403 ArbeiterTuni» und Gportbund. vezirkslurnlag. Brennholzverkauf. vberförsterei Lrandobcrndors (Sankhardl und Gönsrod). Freitag, den 12. Februar 1932, 10 Uhr, in Brandoberndorf, „Deutsches Hous": 60 Eichenschcit, 25 Eichenknüppel, 8800 Eichenwellen. 964V 383 Buchcnscheit, 180 Buchenknüppel, 30 Nadelholz Scheit und Knüppel. Der Preuhische Staatsoberförster. nirb (Äanaba). Da- 5000 -Me- • ne Haufen holte sich der Rme- Olympische Winterspiele eröffnet. Dei herrlichem Winterwetter und bei einem Luherordenllichen Andrang von Zulchauermasten au- allen Teilen Amerika- wurden am Donner-, tag in dem kleinen nordamerikanischen Städtchen LakePlacid die Olympischen Winterspie e 1532 eröffnet. 03on einem Sammelplatz au- bewegten sich gegen 10 ilfir moraerr- die Vertreter der 17 Stationen -um Ei-stamon, wo fte unter bnr Klängen der amerikanischen Nationalhymne und unter dem Jubel von 40C0 Zuschauern ihren Einzug hielten. 211- sich der Zug vor der Tribüne formiert hatte, hielt Gouverneur Roosevelt seine Vegruhung-- anlprache und anlchliehend leistete der bekannte Polarilicger Kommandant Byrd den olnmpischen 6ib. Damit waren die Olympischen Winterspiele eröffnet und bereit- eine halbe Stunde später nahmen die ersten Kämpfe ihren "Beginn Die ersten Lrgebnlste. Vei den ersten au-getragenen Wettbewerben konnten sich die Rmerikaner gleich zwei Goldmedaillen sichern. 3m 500 • Meter • 3i4» Wiederaninahme der Praxis Samstag, den 6. Februar Elegante Maßanfertigung im eigenen Atelier Mk. 125.- 138.- 148.- 158.- Maßkonfektion aiu Maßstoffen mit einer Probe nach genauen Maßen an gefertigt . . Mk. 89.- 98.- 108.- Leinsamen doppelt gereinigt Leinsamen-Schrot zu Futterzwecken empfiehlt 1.35, 1.15, 0.85 ,....0.95, 0.50 125. 0.95 1.25, 0.95 0.95, 0.70 1.75, 1.50 4.25, 3.50 rikaner Jaffe» in 9:40,8 Min. vor Murphy (USA.) und Logan (Kanada« 3m ersten Et-hockey, spiel blieb Kanada erst nach Verlängerung über Amerika mit 2:1 Tressern knapp Sieger. Dazweite Ei-Hockehtreffen de- Tage- brachte dann am "Nachmittag einen deutschen Sieg. Unsere Nationalmannschast konnte bei heftigem Schneetreiben gegen Polen mit 2:1 einen zwar knappen, aber verdienten Sieg erringen. Obige Waren sind in meinem Spezial-Strumpffenster 16 Markt 16 ausgestellt, um dessen gütige Beachtung ich bitte I Vorteilhaftes Angebot nur reguläre, gute Qualitäten meines Lagers Konkursverfahren. lieber das Vermögen der Firma Jakob Abt (Inhaber Jakob Abl) In Stehen. Lbel- strohe 7, wird heute am 3. Februar 1932; nachmittags 5 Uhr, das Konkursverfahreu eröffnet, da sie ihre Zahlungen eingestellt Hot. Der Kaufmann hermaun Kirchner, Sie» feen. Am Nahrungsberg 16, wird zum Konkursverwalter ernannt. Kontursforderungen sind bis zum 24. Februar 1932 bei dem Gerichte anzu« melden. e 956D Es wird zur Beschluhfossung über die Beibehaltung des ernannten oder die Dahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretendenfalls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände und zur Prüfung der angemeldetcn Forderungen aus Mittwoch, den 2. Mär; 1932, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer 204, Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen. für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 24. Februar 1932 Anzeige zu machen. Giefeen, den 3. Februar 1932. Hessisches Amtsgericht Giefeen. Fichte 2. Kl. 03 Hdt. Wellen. Buche 3. Kl. w Hdt. Wellen, Hainbuche 3. Kl. 0,7 Hdt. Wellen, Liche 3. Kl. 15 Hdt. Wellen, Ahorn 3 ÄL 0,9 Hdt. Wellen, Fichte 3. Kl. 37,8 H)t. Wellen. Dauerwellen Jeder Kopf 10 bl» 12 Mark inkLWaschen und Wasserwellen. Die Dauerwellen werden mit dem weltbekaMtea Thrine-Ayparat her- gestellt. Arbeitslose auf alle Be- oienungspreise 20 % Rabatt! Damen- und Herren-Salon Meißner >rei Monate SesLng. -'gesprochen, ebenso wurden — -r------ ~ m er Wassensührung Tnae. .tul 72 Delegierten vertreten. Die Berichte über vchen. Der Ängellagle H n Korperverlehung zwel lkI niS.diemt der Strafe de- V chs -u zwei Donatei» r Einladung zu dem 4. öffentlichen Vortrag am Sonntag, dem 7. Februar, ▼arm. 11.15 Uhr Im löraaal der Nervinklinlk GioBon Geheimrat Sommer u. Frl. Dr. Seiger: Die psfcMe Mene der Frau Eintritt frei! 946D Sommer. Ä* * t d°-dL 9 feiner Klienten. 4 Zreisprechung der 2er« m ff« verbotener Das. SlJ?“ tzug- habe sie be- Angaben ihrer nütangeNoa- ^ech zu legen. Kirche und Schule. Laudfreitz Gictzen. >: Alt en - Vufeck, 4. Febr. Sine stark besuchte ÄrciS • Tcrbanbdtagung der Evangelischen Fraucnveretne sandhier fealt. jSHc Cmletlung bilbcte ein Gottesdienst, den der Frauenchor unter Leitung von Ehormeister Ql i c o l a i verschönte und in dem Pfarrer Werner (Erzhaulen) predigte. In der Rachversamln- limg im Saale von Einhäuser begrütttc nach gemeinsamem Gesang Pfarrer Naumann im Namen de- crilidxn Zrauenverein-, de- Frauenchor- und de- Mädchenkran^>>. Die VorlMende, Frau Äreuber (©iefeen), überbrachte ®rüftcvon Superintendent D. Wagner und Dekan Gufern a n n : erschienen waren die Vereine von Rlten- "Vuseck, Rödgen. Annerod. Steinbach, ©aalen und Di deck mit über 300 Frauen. Frau Rau (Klein- Linden) gab den Jahresbericht Die Versamm- lungcn in Wieseck, Londorf und Frosten-Linden waren gut besucht Die Rechnung ergab eine Einnahme von 283,17 Mk und eine ÄuSgade von 274,56 Mk. Die TorfiRcnbe sprach sehr zeitgemäfe über .Die persönliche Einstellung zur Tot". Pfarrer Werner (Erzhausen» hielt den Hauptvvr- trag über .Totgemeinschast". Sie will im Verband den Vereinen Hellen, deren praktische LiebeS- werke bedroht lind. Diese Gemcmbenot zeigte er an dem Schicksal seiner Gemeinde, wo der Frauenverein mit Gemeindehaus und Kleinlinderlchule ein starkes Vollwerk gegen die Gottlosendewegung schuf: er unterhält auch die Krankenpflege. Sin sehr anschaultcheS Bild von Opferfreudigkeit und Zusammenhalten entrollte sich den Hörem. Die Versammlung des nächsten Jahre- soll in "Annerod stattfinden. Aach einem Schlußwort de- Ortsgeistlichen und einem Lied fchlofe die Tagung mit einer Tellersammlung für Erzhausen. Preußen. KrciS Biedenkopf. ' Günterod, 3. Febr. Dieser Tage hielt der hiesige Obst- und Gortenbauveretn eine Versammlung ab, die sehr gut besucht war. Der Redner, Landwirtschastsrat Ionnikau (Gladenbach), sprach über das Thema „Obstbaumpflege und Sortenwahl". Der Vortrag brachte eine Fülle wertvoller Anregungen und manchen beachtenswerten praktischen Ratschlag. Eine kurze Aussprache schloß sich an. Sefannimachung. Die bereits fälligen Stromgelder im Stadt» und Ueberlandgediet für den Mo- [ nxt Dezember 1931 können noch bis zum li.d. M. ohne Kosten bezahlt werden. Bei 7>ihtzahlung dis zu diesem Termin erfolgt, keitrcibung und Stromsperre auf Kosten des Abnehmers. 962D Giefeen, den 4. Februar 1932. Direktion der Elektrizitätswerke, Ucberlandanlage und Stragenbahn der Stadt Giefeen. 9.93.: Kuntzemüller. fall ging auf da- Tor. Die Torleute waren aber tztzr auf dem Posten Bald sandte der Halblinke Rheinfranken einen Strafwurf unhaltbar zum . Treffer ein. Kurz danach führte ein Freiwurf era 5. Tor für die Rheinfranken. Die Ehatten mben nun unsicherer Diele Schüsse gingen an e Latten. Die Rheinsranken verteidigten nun :hlreicher, um den Sieg zu halten und be- i ränften sich auf einzelne Durchbrüche. Da- k-.-npo de- Spiele- erfuhr aber keine Minderung. Xm Ehatten war lediglich noch ein Torerfolg urch ihre Schustkanone, den Mittelstürmer Wager. vergönnt. Mit dem Ergcbni- von 5:3 trenn» Irt sich die Mannschaften. Die Rheinsranken li eben nicht unverdient Sieger in diesem Kampfe, v.« Ehatten waren besonder- im Feldspiel her» wiederholte ihr in tai« t Friedrich gesprochen hatte. nun sei auch wieder Eier. nb auf Ellis Schulter. ,t zum Ellen. Um neun Uhr mehr bei der Mutterhatte ab» bei der Garage, du R L. 3» H Weilen itter. .. n -tifd) als die Äornbor* Swft’üS'Ö die Stubentur &inkr "diesen gebeten- W auf den Troäenboden Freitag, den 12. Februar, vormittag» 1-, Uhr, im Gasthaus „Zur Krone" in Cctbgeltern aus den Forstorten ^chmders- l»3f, Rehhecke, Rabenpfuhl, Altgehegt der siorsterei Leihgestern. 961D 1. Nuhholr: Derbflaagen, Eiche: l.RL 1 Stck., 2 Kl. B Stck , 3. Kl. 2 Stck. (Forstort Rehhecke 18). Fichte: 1. Hi. 42 Stck., 2. Kl. 205 6:ck-, a.Kl. 270 Stck. (Forstort Altgchegl ?3> Nutzscheiter, Eiche, Kl. 2: 5 nn (yorft- rr Rehhecke 51 u. 65); Nuhreisig. Fichte: 4,5 rm (Forstort Rabenpfuhl 49); das utrige Nutzholz wird später versteigert. 2. Brennholz: Scheiter, nn: Luche 1. Kl. 2,7, 2. Kl. 4,9, Eiche 1. Kl. 3,9, 2. Kl. 1Ä Ahorn 1. Ml. 2, liefet l.Kl. 42,3, 2 Kl. 7, Lärche l.Kl. 3, (z. V. HauSsohne), ist der Wert der gewährten freien Station, Kleidung. Taschengeld auch bann zu den Einkünften zu rechnen, wenn ein besonderer Dienstvertrag nicht besteht. Sonderleistungen und der einkommensteuerfreie Teil kommen yierbei nicht zum Abzug. Da die genannten De- 500 Mk. übersteige^ ra- nervöser, kamen kaum über die Mitte, ereilen aber aus zwei ra'chen Durchbrüchen zwei .«terc Tore und damit den Halbzeitstand. 21 ach (■ Wechsel verkürzten die Ehatten durch Wag- it sofort nach Anstofz auf 3i2. Strafwürfe und ssriwürfe gab e- in der Folge auf beiden ©ei- tu denn das Spiel nahm an Härte zu. Mancher Die besten Doppelblut-Orangen Paterno-Bergfrucht 3 Pfund BI. 1.10 erhalten Sie bestimmt nur morgen auf dem Wochenmarkt bei IP IIM K Stand vor der neuen Markthalle und im Laden-Geschäft Frankfurter Straße 36. Tel 2103. (*») irbeiler-Gemgvereiii „EinlracM“, Gießen Gegr.1873. Chorleiter: H. Meyer,Wieseck Sonntag, 7. Februar 1932, nachm. 4 Uhr, inderl^uen Aula der Universität Gießen grobesVolkskonzert xngnniten der „GleSaaer WlntenethlHe“. mtwirkande: Saloaorehester W. Erengel, verstärkt aal ca. 30 KMaatler Frau Berty Jensen-Schrelfcer, GleBen (Alt) Beadackter Chor des Arh.-9ea.-V. Eintracht VORTRAGSFOLGE: 1. Weltliche Kantate Mozart für Gern. Chor, Solo und Orchester — Vorpiel — Alt-Solo — Chor * 2. Ein Immortellenkranz auf das Grab Albert Lortzings Rosenkranz 3. Die Mühle im Schwarzwald, Eilen berg Männerchor mit Drehest erb egl ei tung PAUSE 4. Musik u.Chöre zu Rosamunde.Schubert Ouvertüre — Zwischenakt-Musik I — Geisterchor — Ballettmusik I — Romanze (Alt-Solo: Frau Berty Jensen- Schreiber) — Hirtenmelodien — Jägerchor (f. Frauen-, Männer-u. Gern. Chor) — Ballettmusik II — Hirtenchor (Gern. Chor, Soln-Quartctt) 667 D 5. Große Fantasie aus der Oper „Der Freischütz“ C. M. v. Weber 6. An der schönen blauen Donau. Strauß Walzer f. Gern. Chor m. Orchesterbegl. Karten im Vorverkauf sind zu haben bei den Mitgliedern u. an der Kasse. Preise d. Plätze: 1. PI. 0.75,2, PI. 050,3. PI. 0.25 Mk. Frdr.Teipel ____________________________________95 < A Das Unglück der Bobfahrer. Das Befinden unserer Olgmpiabobfahrer, die am Dienstag schwer verunglückten, hat sich noch nicht gebessert. Am schwersten scheint Brehmc verletzt zu sein, dessen Zustand als sehr bedenklich bezeichnet wird. Grau hat einen Schulter- und Hüftbruch da- vongetragen, Hopmann eine tiefe Fleischwunde am Unterschenkel, dagegen ist der Ersatzmann Grotki nur leicht verletzt. Schmeling-Sharley-Kampf perfett. Die Boxkommission des Staates Neuyork hat jetzt endgültig den Kampf um die Weltmeisterschaft im Schwergewichtsboxen zwischen dem deutschen Titelverteidiger Max Schmeling und dem Amerikaner Zock Sharken für den 16.3uni in Neuyork genehmigt. Beide Boxer haben je 2500 Dollar als Bürgschaft hinterlegt. Der Betrag verfällt beim Nichtantreten eines der beiden Kämpfer. Die Kommission hat im übrigen Schmelings Manager Joe Jacobs für den nächsten Dienstag geladen und voraussichtlich wird sie Schmeling jetzt endlich als Wellmeister anerkennen. Kurze Gportnotizen. Der bekannte deutsche Mittel- r^6einfranfcn* Handballmeister der llniverfitat. »Rheinfrankea — Ehatlia 53 (3:1). Lach dem der allgemein erwartete AuAgang der »rUppenspiele mit .."Ldelphia" und „Ehattia" \1 Gruppenmeister insofern eine Äenderung er ijr, al- „Ädelphia" un Vorschluferundenspiel streckenläufer Danz, der in den beiden letzten Jahren für den SE. Eharlottenburg startete. wird zukünftig die Farben de- VfL. Hellen- ichem Iusammentresstn mit Irny W sich trotz V.r mg des ®tnbarmen nicht n Ttrinhagei Gewalt gegen L Notwehr wegen M an- 1 dem „Solmser Hvs" lommt für feine Hrbeil zuteil. Der bisherige Vorstand wurde wiedergewähll. Das diesjährige Kinderfest wurde dem Verein Leun übertragen. Nach Erledigung einiger Anfragen fand die Tagung mü einem tumerüeb ihr Ende. Bezirkstag. Am Sonnlagoormillag fand bann, ebenfalls in Wieseck, der Bezirkstag statt. Es oerfammellen sich die Delegierten aller Bezirksoereine, um die Berichte über da» ab gelaufene Geschäftsjahr ent- gegenzunehmen. Von 60 Bezirksoereinen waren 33 Vereine mit 88 Delegierten vertreten. Der Dezirks- Dertreler Kuntzemüller eröffnete die Tagung. Auch hier lagen die Berichte gedruckt vor und wiesen eine gute Entwicklung der Bewegung aus. Der Bezirk konnte im vergangenen Jahre 13 neue Vereine aufnehmen und zahlt nun, ohne die Kinder, rund 3000 Mitglieder. Die finanzielle Lage des Bezirke» ist gut zu nennen. Es ist ein ansehnlicher Kassenbestand vorhanden. Zn technischer Beziehung konnte besonder» die Fufeballbewegung eine starke Aufwärtsentwicklung feftfteQen. Aber auch andere Sportarten wurden eifrig gepflegt. Der Vertreter des Kreises, Kreiskassierer Heiliger (Offenbart)), hielt im weiteren Verlauf der Versammlung einen Vortrag über die Entwicklung der Bewegung im Kreis und im Bund und forderte die Delegierten zu weiterer energischer Mitarbeit auf. Das neue Bezirksstatut wurde einstimmig angenommen. Ein Abänderunasantrag des Bezirksjugendletters sand ebenfalls Annahme. Ein Antrag auf Herabsetzung des Bezirksbeitrages wurde einstimmig angenommen. Das diesjährige Bezirksfest wurde dem Verein Grofeen-Linden übertragen. Zum Be- zirksvertreter wurde Kegel (Wetzlar) gewähll. Im übrigen wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder wiedergewählt. Schön-Tietz Sieger im 5. Frankfurter Sechstagerennen. Der Schlusiabend deS V. Frankfurter Sechstagerennen- brachte den Veranstaltern ein fast auS- verkaufte- HauS. Die 7000 Zuschauer erlebten noch einmal bewegte Stunden. Immer wieder versuchten die Mannschaften Vausch/Hürtgen, Döbel Di- nalc und van Kempen Vralpenning, durch einen Rundengewinn an die Spitze zu kommen, aber die führenden Schön'Tietz waren sehr wachsam, sie setzten den AuSreifeern stet- nach und konnten unter dem 3ubcl de- Hause- um 11 Ufer al- Sieger durch- Ziel gefeen. Mit ihnen hat die frag» lo- beste Mannschaft das Rennen gewonnen. Da- Endergebnis lautete: 1. Schön/Tietz 243 Punkte. — Sine Runde zurück: 2. Rausch/Hürt- gen 447 Punkte: 3. van Kempen/Vraspenning 341 Punkte: 4. Döbel/Dinale 257 Punkte: 5. Eharlier- Denees 233 Punkte: 6. Kroll/Maidorn 117 P. — Zwei Runden zurück: 7. Warnbst^'Droccardo 122 Punkte. — Drei Runden zurück: 8. Severgnini-Re- Ztvangsverfleigemng. 77% Am Donnerstag, dem 11. Februar 1932, vormittag» 9 Uhr, wird im Amtsgerichtsgebäude, Zimmer 106, das im Grundbuch von Giefeen dem fiarl Euler und besten Ehefrau Marie geb. Menzel in Gießen zu- geschriebene Anwesen Kirchstrofee 13, Flur 1, Jlr.1150 -- 631 qm hosreile. geschätzt 24 692 Reichsmark, versteigert. Die amtsgerichlliche Verfügung ist an der Ortstafel Bergstraße 20 (Stadthausl zur Einsicht ousgehängt. 87031) Giefeen, den 14. Dezember 1931. I.A. des Hessischen Amtsgerichts Giefeen^ Leo, Ortsgerichtsoorsteher. efen. Sben'o ftche nach dcc Konfirmanden- Talöestanö M Sanblrtt> l9et ; tr nickt c1 $ M'ä Falles unh ,ei si-h Äy iw., "e ben,ßolmf2nb0ann?ri't I ! M* i-n ätaSr&Sat”* r XKäS 1 Damen-Strümpfe, echt Sgypt. Mako.... Damen-Strümple, Se de Damen-Strümpfe, Agfa-Trav s-Seide... Damen-Strümpfe, Seide mit Flor Damen-Strümpfe, Woll-Mako.......... Damen-Strümpfe, reine Wolle Her en-Socken, Baumwolle Herren-Socken, Mako-Fantasie Damen-Unterz.ehschlüpfer........... Damen-Hemdhosen, Mako Damen-Hemdchen, Maü gut, aber überraschend brachte ein Freiwurf i die rechte Ecke den Rheinfranken den Füh- i«gareffet. Das tour bereit- in der 2. Minute. I.« Ehatten führten weiterhin schöne- Konrbina- r>A-spiel vor und bald fiel der Ausgleich. Der Ztttclftürmcr der Ehatten brachte noch manchen Auf) auf da- Tor der Gegner, der Torwart der steinfranken war aber lehr auf dem Posten, larübergehend beherrschten die Ehatten da- Feld. « Sturm war sehr aktiv. Die Rheinfranken. SflSF ich nte b;c Soutagt, Saft fehlte wenn meine mir den ! Waschen, M 'S-.!»- | D!UlÜLle aber dabei