Aeitag, 4. November 1932 182. Jahrgang nr. 260 -Svühaussabe GietzenerAnjeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitäls-vuch- und Zteindruckerei K. Lange in Gießen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7. Annahme von aujeiger. für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrift 20" , mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein undfürdenAn- zeigenteil i. D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Benagen: Die Illustrierte (Lietzener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monats vezugsprets: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Poftfchecklonlo: Frankfurt am Main 11686. I I ft Gin Berliner Straßenbahnho,. in dem jeder Verkehr ruhl. Streikposten bewachen den Eingang. Verbindlicher Schiedchpruch im Berliner Derkehrsstreik. Dingeldey aniwortet Schnee. Reichstagsabgeordneter Dingeldey hat auf den Brief des Gouverneurs a. D. Dr. Schnee u. a. folgendes geantwortet: Die Tatsache der Veröffentlichung Ihres Schreibens muß ich als in einem unlöslichen Gegensatz zu den in Ihrem Schreiben selbst wiederholt betonten persönlichen Bindungen zwischen führenden Persönlichkeiten und Mitgliedern der Deutschen Volkspartei und Ihnen stehend bezeichnen. Ich glaube nicht, daß es eine der Haltung der Persönlichkeit in der Politik dienende Methode ist, der Partei, der man sich viele Jahre verbunden fühlte, Die Entscheidung über die Kontingente vertagt. Getreidepreis-Stützung zum Schuhe des deutschen Getreidebaues beschlossen. in der man arbeiten konnte, und von der man mitgetragen wurde, mitten im W a h l k a m p f und unmittelbar vor einer Wahlentscheidung durch die Veröffentlichung eines solchen Schreibens Schaden zuzufügen. Diese Empfindungen scheinen mir um so berechtigter, als ich aus dem fachlichen Inhalt Ihres Schreibens keineswegs den eigentlichen Grund Ihrer Trennung von der Partei zu ersehen vermag. Sie wissen, das) ich mit Ihnen die Zusammenfassung aller nationalen Kräfte zum Wiederaufbau unseres Vaterlandes und zu seiner Befreiung vom Druck des Versailler Diktates für eine unbedingte Notwendigkeit halte. Sie wissen, daß ich als Führer der Partei zur Erreichung dieses Zieles mit allem Nachdruck und schließlich im Kampf gegen die Neichsregie- rung Brüning für die Heranziehung der nationalsozialistischen Bewegung zur Verantwortung eingetreten bin. Es ist die Schuld des Führers der nationalsozialistischen Bewegung, da er durch eine Lieber- spannung seiner Forderungen wahrer Verant- wovtungsfreudigkeit auswich, daß es nicht zur Mitwirkung der nationalsozialistischen Bewegung gekommen ist. Ihre Zeilen lassen vermuten, daß Sie die Erfüllung der nationalsozialistischen Bedingungen für richtig und staatspolitisch segensreich betrachten. Denn sonst müßten Sie sich mit Ihrer Anklage wegen des Scheiterns der Verhandlungen an die in Wahrheit schuldigen nationalsozialistischen Führer wenden.... Ich bedauere, daß Sie einer wirklich autoritären Regierung, die sich auf den Willen des Herrn Reichspräsidenten von Hindenburg stützen kann, in einem Augenblick Schwierigkeiten machen, in dem Sie nichts an deren Stelle zu setzen vermögen. Freiburg, 3.Noo. (WTB.) Reichswehrminister von Schleicher, der seit etwa 14 Tagen in Badenweiler zur Kur weilte, hat heute °°rmtttag Badenweiler verlassen und im Laufe des heutigen Tages von Freiburg aus die Ruckreise nach Berlm anqetreten. Er wird am Sonntag in Berlin eln- treffen, da er auf der Fahrt nach der Reichshaup - ftadt noch die Städte Konstanz, Nürnberg und Weimar besuchen will. Burgfrieden vom 6. bis 19. November. Berlin, 3. Nov. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat durch eine auf Grund des Artikels 48 Abs. 2 der Reichsverfassung erlassene Verordnung ein mit dem Wahltage in Kraft tretendes Verbot aller öffentlichen-Politischen Versammlungen, also auch solcher in geschlossenen Räumen, erlassen, das zu dem in Kraft bleibenden Demonstrationsverbot hinzutritt. Das Verbot aller öffentlichen politischen Versammlungen ist auf die Tage vom 6. bis 19. November befristet. Zweck dieses Verbotes ist es, daß nach Abschluß des Wahlkampfes eine Entspannung der durch ihn hervorgerufenen starken politischen Erregung eintritt und daß den Polizeibeamten, an deren Dienst die letzten Wochen erhöhte Ansprüche gestellt haben, eine Ruhe- und Erholungspause gegönnt wird. Weitere Besserung der Wirtschaftslage. Das Arbeitsbeschafsungsprogramm der Reichsregierung als Antriebskraft. Berlin 3 Nov. (3. u. H.) Nach der Lieberficht der Handelskammern und Wirtschaftsverbände über die wirtschaftliche Lage rm Oktober setzte sich die Besserung der Berlin 3.Nov. (TLl.) Am Donnerstagabend wurde in der BVG.-Streiksache folgender Schiedsspruch gefallt: Die Lohne werden für alle Kategorien mit Ausnahme der Fahr- kartcn-Ausgebcrinnen um Swei Pfennige aekürzt. Das Lohnabkommen gilt bis 31. Dezember 1932 mit vierwöchentlicher Kündigung. Der Manteltarif wird bis 31. März 1933 verlängerter ist sechs Wochen vorher kündbar und gilt un übrigen, falls keine Künvigung eintritt, für ein weiteres Jahr. Die Gewerkschaften lehnten diesen Schiedsspruch ab. Die BVG. hat ihn angenommen Lim 20.30 Llhr begannen die Vorverhandlungen über die V e r bi n d l i ch k e l t s e r - klärung beim Schlichter für den Bezirk Brandenburg. Der Schlichtungsausschuß Hot den BVG-Schiedsspruch für verbindlich erklärt. Die BVG. wendet sich nunmehr m einem vlakatierten Aufruf an sämtliche Arbeitnehmer mit der Aufforderung, die Arbeit bis spätestens Frei- faa 4 November, 14 Uhr, wieder aufzunehmen, widrigenfalls die f r i st l0 se Entl a s s u n g erfolgt. Verhaftung von Streikposten. Berlin 3. Nov. (TU.) In einer Unterre- I Huna zwischen dem Polizeipräsidenten M e l cher, I Polizeikommandeur Oberst P o ten Regierung - 1 direktor K r e tz s ch m a r und den zuständigen Re- Verlin, 3.Nov. (D3IB.) Amtlich wird mik- geteilt: Die Reichsregierung befaßte sich in ihrer kabinetlssihung vom 2. und 3. November mit Agrarfragen. Sie ist der Aussaffung, daß ein Abgleiten der Getreidepreife verhindert werden muh. Für die Landwirtschaft tragbare Getreidepreise sind nicht nur im Hinblick auf die gesamte wirtschaftliche Bedeutung und die Notwendigkeit der Erhaltung des Getreidebaues erforderlich, sondern auch um einen Zusammenbruch der O st h i l f e a k t i 0 n , die Gefährdung der bisher für den Osten aufgewendc- len Mittel und die dadurch bedingten unübersehbaren Folgen für alle Wirtschaftszweige des gan- zen Reichsgebietes zu verhindern. Die Reichsregierung hat daher die hierzu erforderlichen Maßnahmen beschlossen. Die Reichsregicrung hält es für ebenso dringlich, andere ebenso gefährdete Zweige der deutschen Land w i rt s ch asl zu schützen, um das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen landwirtschaftlichen Produktionszweigen zu erhallen und eine ungesunde Ausweitung einzelner Zweige auf kosten anderer zu vermeiden. Sie hat demgemäß der Kontingentierung der Butte r e i n s u h r aufgrund der mit mehreren Ländern getroffenen Abreden ihre Zustimmung erteilt. Sie hat ferner den Bericht der k 0 m m i s s i 0 n entgegengenommen, die in Brüssel, im Haag, in Rom, Paris und Kopenhagen über die Kontingentierung weiterer land- und forstwirtschaftlicher und gärtnerischer Erzeugnisse, insbesondere der bäuerlichen Veredelungswirtschaft verhandelt hat. Die Reichsregicrung veranlaßte, daß das besonders reichhaltige Material, das diese Verhandlungen ergeben haben, unverzüglich gesichtet und bearbeitet wird. Nach Abschluß dieser Arbeit wird sie ihre Entscheidung im einzelnen treffen. ZndleserWvÄeteineEnlscheidung Berlin, 3. Nov. (CNB.) Wie wir erfahren, steht der Zeitpunkt der Entscheidung über die Kontingentsfrage noch nicht fest In unterrichteten Kreisen rechnet man aber nicht damit, daß sie noch , in dieser Woche erfolget. Diese Auffassung wird gestutzt durch d^e auch in dem Kommunique unterstrichene Reich- Ha 11 ig ke i t de s M a te r i a l s das die Verhandlungen der Kontingentierungskommission ergeben haben und das erst gesichtet und bea^ Leitet werden muß. Diese Bearbeitung soll.n<^> der amtlichen Mitteilung unverzüglich durch- ae führt werden. Alsdann wird sich das Reichs- kabinett erneut mit dem Problem beschäftigen und seine Entscheidung treffen. Heute Rundfunkrede des Kanzlers. Berlin, 3. Nov. (WTB.) Reichskanzler von Papen spricht am F r e i t a g, 4. November von 20 bis 20.15 Uhr im Deutschen Rundfunk über alle Sender zur Lage. ReichSwehrmmisler 0. Schleicher au der Rückreise. gierungsstellen wurde von Regierungsseite die Ansicht vertreten, daß es sich bei dem Berliner Verkehrs streik um einen ungesetzlichen Streik handele, gegen den ein energisches Vorgehen gerechtfertigt sei. In Auswirkung dieser Llnterredung wurden im Laufe des Tages bereits vor mehreren DDG.-Bahnhöfen Streikposten verhaftet und der Politischen Polizei zugeführt. 52 Funktionäre der RGO. wurden fe st gen0m men. Die „Rote Fahne" und die „Welt am Abend sind bis zum 12. November verboten worden. Aufrufe der NSOAp. Bolle Unterstützung des Streite. Berlin, 3. Nov. (TU.) Die Gauleitung Berlin der NSDAP, veröffentlicht im Prew ßischen Pressedienst der NSDAP, folgende Erklärung zum Streik bei der Berliner Verkehrsgesellschafft: Wir Nationalsozialisten erkennen die Forderun- aen der BVG.-Arbeünehmer an. Wir werden es nicht zulass en, daß unter dem Papen-Regime die Lebenshaltung deutscher Arbeiter unter dos Niveau von ch i n e s i s ch e n Kulis herunter- qedrückl wird. Wir machen deshalb den berechtigten Streik nicht nur mit, sondern wir stellen uns kämpfend und führend an seine zpjhci Achtung! kein Nationalsozialist leistet Streikbrecherarbeil!" Die Nationalsozialistische Betriebs- zellenleitung, Gau Groß-Berlin, hat folgenden Aufruf erlassen: „Arbeitnehmer der BVG.! Die am 2.11. stattge- . undene Ur-Abstimmung des Personals der Berliner Verkehrs-Gesellschaft hat in einer überwältigen- den Mehrheit den Streik gegen den neuen Lohnabbau beschlossen. Die Direktion der BVG. versucht, durch diesen Lohnraub für wenige Wochen ihre Geldsorgen loszuwerden. Sie will, wie schon so ost, die früheren Schulden und die Mißwirt- chaft des ehemaligen sozialdemokratischen Aufsichls- rats-Vorsitzenden Reuter und seines Parteifreundes Bro'lat auf Kosten der Arbeitnehmer zu einem Teil wieder gulmachen. Darüber hinaus wird der Streik der BVG. von nationalsozialistischen Betriebszellenorganisationen als wirtschaftlich berechtigt anerkannt. Es muß endlich einmal Schluß gemacht werden mit der ewigen Lohnkür- zerei. Auch die öffentliche Meinung der Berliner Bevölkerung ist für die im Streik stehenden BVGer. Dieser Verkehrsstreik in Berlin dürfte nicht der Schluß, sondern wahrscheinlich der Anfang zu größeren Streikaktionen für die nächste Zeit fein. Der Streik der Arbeitnehmer der BVG. hat seine sittliche und moralische Berechtigung. BVGer, eine einheitlich geschlossene, wirtschaftliche Front aller bei der BVG. Schaffenden muß gebildet werden. Hoch die Fahne des deutschen Sozialismus für den freien Staat der deutschen Arbeit. Die Reichspresse st eile der NSDAP, teilt zu dem Streik der Berliner Verkehrsgesellschaft mit: „Die Nationalsozialisten lassen es nicht zu, daß unter der Regierung v. Papen die Lebenshaltung deutscher Arbeiter auf ein noch tieferes Niveau heruntergedrückt wird als auf Grund einer Notverordnung, öie sich anerkanntermaßen lediglich zugunsten der Großbanken auswirkt, ohne daß im übrigen die geringste Aussicht für eine wirkliche Ankurbelung der Wirtschaft besteht. Die Nattonal- soziali'sten vertreten im Gegenteil den Standpunkt, daß alle weiteren Lohnkürzungen infolge der dadurch bedingten Minderung der Kaufkraft vor allem neue Schädigungen der gesamten Wirtschaft im Gefolge haben müssen. Demgemäß nahmen die Nationalsozialisten das I n t e r e s s e der Gesamtheit wahr, indem sie sich direkt an dem Streik der BVG. zur Ver- hinderung dieser wirtschaftsschädigenden Lohnkürzungen beteiligen." OasEcho in derBerlinerpresse Berlin, 3. Nov. (TLl.) Der Berliner Verkehrsstreik findet in der Berliner Presse größte Beachtung. Alle Blätter, mit Ausnahme der kommunistischen, heben hervor, daß Nationalsozialisten und Kommunisten Arm in Arm den Streik durchführen, und knüpfen an diesen Streik politische Betrachtungen. So schreibt der „L 0 k a l a n z e i g e r": Das also ist das wirtschaftspolitische Programm der Berliner Nationalsozialisten, der politische Streik Arm in Arm mit den Kommunisten, nicht etwa der Streik ordnungsgemäß vertretener Lohnforderungen. Er ist die brutale Ausnutzung des Streiks zu politischen Machtzwecken. Das ist die reinste Form des politischen Klaßenkampfes, die es überhaupt geben kann. Die „Nachtausgabe": Die wirkliche Gruppierung der politischen Kräfte in Deutschland ist enthüllt. Gemeinsam haben den wilden Streik des Personals der Berliner Verkehrsgesellschaft Nationalsozialisten und Kommunisten vorbereitet und durchgeführt. Die „DAZ.": Ein solcher Streik bei einer Arbeitslosenziffer von 6 Millionen ist eine Groteske, die am allerwenigsten von einer autoritären Staatssührung geduldet werden kann. Besonders bedauerlich ist, daß die Nationalsozialisten in völliger Liebereinstirnmung mit der „proletarischen" Losung, unter der sie den gegenwärtigen Wahlkampf führen, sich dem kommunistishen S.reik zur Verfügung gestellt haben. Der „Vorwärts": Die BVD.-Arbeiter müssen einsehen, daß die Berufsinteressen in den Gewerkschaften zu suchen sind und nicht dort, wo man am Feuer eines Lohnstreits kommunistische oder nationalsozialistische Parteisuppen kochen " D^e^B 0 s s i s ch e Z e i t u n g": Dieses brüderliche Zusammenwirken von Nationalsozialisten und Kommunisten bei der Inszenierung von etreus ist keine Neuerscheinung, aber zum ersten JKalc tritt es in solchem Umfange und so augenfällig in der Reichshauptstadt in Erscheinung. Tae Grenzen zwischen Nationalsozialismus und Bolschewismus sind in der letzten Zeit noch enger geworden, als vorher. In der jüngsten Zeit ist nicht nur eine Gleichartigkeit der Kampfesweife, sondern auch der Kampfesziele wahrzunehmen. Die Deutsche Tagesztg.": Die Vorkämpfer für die breiten Massen, für die Werktätigen, haben hier einen Erfolg ihrer Agitation erzielt, der einzig und allein eben diese Zehntausende von Werktätigen empfindlich trifft. Besonders bezeichnend ist die Tatsache, daß zu diesem Schlag gegen das werktätige nichtkapitalistische Berlin die Kommunisten gemeinsam mit den Nationalsozialisten ausgeholt haben. Die „Berliner Börsenztg": Die Beteiligung der Nationalsozialisten an dem Derkehrs- streik, der auf dem Rücken der Berliner Bevölkerung durchgekämpft wird, ist ein mit schlechten Sachen geführtes Konkurrenzmanöver gegen die Kommunisten. Man kann nur hoffen, daß die vernünftige Mehrheit in der nationalsozialistischen Partei durch Druck auf die Verantwortlichen dafür sorgt, daß dem Treiben einiger instinktloser Unterführer bald ein Ende bereitet wird Wirtschaftslage, wenn auch langsam, fort. Neben der Eisenindustrie machte sich die Besserung vor allem im Bergbau bemerkbar. Die H i n d e r u n g s g r ü n d e für ein schnelleres Tempo in der Besserung, das bei der bestehenden Krise schon erfahrungsgemäß kaum zu erwarten ist, liegen vor allem in der Unsicherheit der innerpolitischen Lage, den erneuten Erschwerungen des Außenhandels, dem Kaufkraftschwund und dem Zurücktreten saisonmäßiger Belebungsmomente. Dabei ist zu berücksichtigen, daß die Belebung einzelner Teile der Wirtschaft unmittelbar auf das Arbeitsbeschaffungsprogramm der Reichsregierung zurückgeht, also noch nicht in einer selbständigen Entwicklung der Wirtschaft eine Stütze findet. Immerhin war insbesondere in der ersten Hälfte des Monats eine Zunahme der Beschäftigung festzustellen, die umso bemerkenswerter ist, als die gleiche Zeit der Vorjahre einen sprunghaften Rückgang in der Beschäftigung erkennen ließ. Heuer Appell Brauns an Hindenburg. Berlin, 3. Rov. (CAD.) Ministerpräsident Staun empfing heute nachmittag Vertreter der Presse und gab ihnen eine Darstellung der Verhandlungen des alten preußischen Staatsministeriums mit dem Reichskommissar über die Wiedereinsetzung in das Amt. Er erklärte, daß alle versuche, zu einer Verständigung zu gelangen, gescheitert seien. Nachdem nun alle Mittel erschöpft seien, sehe er sich gezwungen, sich morgen erneut an den Herrn Reichspräsidenten zu wenden. Er werde ihm in einem Briefe offen darlegen, wie sich die Dinge feit dem Empfang beim Reichspräsidenten entwickelt hätten. Dabei werde er auseinanderfetzen, daß, worüber nach seiner Meinung bei dem Empfang eine Verständigung herbeigeführt worden sei, die loyale Durchführung des Urteils des Staatsge- rechtshofes durch die Reichsregierung leider nicht eingetreten sei, daß man im Gegenteil versuche, mit kleinlichen Mitteln die Wiedereinsetzung der alten preußischen Regierung in ihr Ämt zu verhindern. Weiter werde er darauf Hinweisen, daß der Herr Reichspräsident berufen sei, das Urteil auszuführen. Er werde ihn deshalb bitten, den Reichskommifsar anzuhalten, endlich dafür zu sorgen, daß das alte preußische Ltaalsministerium wieder in sein Amt eingesetzt werde. Zum Schluß werde er noch betonen, daß er alles getan habe, um zu einer Verständigung zu gelangen; um so mehr müsse er es bedauern, wenn er gezwungen sei, sich noch einmal an den Staatsgerichtshof zu wenden. Zur Begründung des Briefes an den Herrn Reichspräsidenten führte Dr. Braun noch aus, daß sich seine Bemühungen um die Wiedereinsetzung ins Amt nicht nur auf die Räume, sondern auch auf die Verfügung über hie Akben und die Beamten erstreckten. Der Reichskommissar wolle, daß die Mitglieder der alten preußischen Staatsregierung die Beamten immer durch den Staatssekretär anfordern. So aber sei die Erfüllung der Aufgaben, die das Leipziger Urteil ihm zuweise, nicht möglich, namentlich dann nicht, wenn es sich um eilige Fälle handle. Ministerpräsident Dr. Braun fügte noch hinzu: Wenn übrigens erzählt werde, daß er die Absicht habe, mit einem Reichsbannerkommando in der Wilhelmstraße einzuziehen, so verkenne man doch seine ganze Einstellung. Schließlich nahm auch Staatsminister Hirt- siefer noch das Wort, um zu betonen, daß es nach Auffassung des Staatsministeriums wohl möglich sei, die acht preußischen Ministerien in sechs oder vier zusammenzulegen. Das alte Staatsministerium habe aber nicht daran gedacht, das Wohlfahrtsministerium so zu „sezieren", wie es jetzt geschehen sei. Auf die Dauer könnten bei dieser Reorgaugisation keine Ersparnisse gemacht werden. Oie Aussprache im Reichsrat-Ausschuß. Berlin, 3. Rov. (DDZ.) 2m großen Reichs- rats-Sitzungsfaal trat heute vormittag der Reichsratsau sschuß für Verfassung und Geschäftsordnungsfragen zusammen. Den Vorsitz übernahm Reichsinnenminister Freiherr v. G a y l selbst, der in Begleitung des Staatssekretärs Dr. Z w e i g e r t, des Ministerialdirektors Dr. G o t t h e i n e r und anderer Beamter seines Ministeriums erschienen war. Für Preußen waren die Ministerialdirektoren Brecht und B a d t anwesend. Außer den Ländern, die durch ihre Hauptbevollmächtigten vertreten waren, waren auch die preußischen Provinzvertreter vollständig erschienen. Auf der Tagesordnung stand offiziell die Geschäftslage des Reichsrats. Tatsächlich handelte es sich jedoch um eine Sitzung, die als Ersah für eine öffentliche Auseinandersetzung zwischen dem Reich und der preußischen Regierung zw.scheu beiden vereinbart worden ist, damit eine vertrauliche Aussprache über die Differenzen stattfinden kann. Die Sitzung des Reichsrats war von etwa einstündiger Dauer. Man einigte sich dahin, daß in der nächsten Woche eine neue Sitzung des Verfassungsausschusses stattfinden soll, in der die Verfassungsfragen besprochen werden sollen. 2m Anschluß an die Sitzung fand jedoch eine interne Besprechung der Hauptbevoümäch- tiglen der verschiedenen Länder ohne Beteiligung der Reichsregierung über das weitere Verhalten der Länder statt. Auch die interne Besprechung dauerte nur kurze Zeit. Sowohl die Ausschußsitzung, als auch diese Konferenz waren streng vertraulich; irgendwelche Auskünfte über den Verlauf der Besprechungen waren nicht zu erlangen. Der endgültige Termin für die nächste Ausschutzsitzung steht noch nicht fest; es ist lediglich in Aussicht genommen, daß sie Ende nächster Woche stattfinden soll. 2m Anschluß an die interne Besprechung der Ländervertreter im Reichsrat ohne Beteiligung der Reichsregierung hatte der preußische Ministerial- diroktor Dr. Brecht noch eine vertrauliche Aussprache mit Provinzialvertrekern. Auch über diese Verhandlungen wurde von ben Beteiligten st r e n g st e s Stillschweigen gewahrt. Allgemein wird in Kreisen des Reichsrats wie der Reichsregierung erklärt, eine Entscheidung der Verfassungsstreitfragen werde erst erfolgen können, wenn das Ergebnis der Reichstagswahlen vom 6. November vorliege. Aus diesem Grunde dürfte auch die nächste Sitzung des Verfassungsausschusses des Reichsrats auf das Ende der nächsten Woche gelegt worden sein. Das Zentrum für Neubildung einer Regierung. Berlin, 3. Rov. (VDZ.) Der Vorstand der Zentrumsfraktivn des Preußischen Landtages hat sich am Mittwoch und Donnerstag eingehend mit der Lage befaßt, die infolge der Maßnahmen der Reichsregierung nach dem Leipziger Urteil in Preußen entstanden ist. Wie das VDZ.-Bureau erfährt, ist der Vorstand der Zentrumssraktion mit dem Kabinett Braun der Auffassung, daß die Maßnahmen der Reichsregierung dem Sinn und Buchstaben des Leipziger Urteils, besonders angesichts dessen Begründung, widersprechen, und vor allen Dingen mit dem Wunsch des Reichspräsidenten auf eine friedliche Zusammenarbeit nicht zu vereinbaren sind. Der Vorstand der Zentrumsfraktion ist der Ansicht, daß es nun Sache des Preußischen Landtages sei, möglichst bald durch Schaffung einer verfassungsmäßigen Staatsregierung dafür Sorge zu tragen, daß der Reichskommissar für Preußen bald der Vergangenheit angehöre. Der Fraktionsvorstand ist von seinem Standpunkt aus bereit, alle dahingehenden Bestrebungen zu unterstützen. Der Preußische Landtag wird, einer Vereinbarung im Aeltestenrat vor der letzten Vertagung gemäß, in der Woche vom 14. bis 19. Rovember zu seiner nächsten Tagung zusammentreten. Oie Amtsenthebung des Eutmer Dürgermersters. Hamburg, 3. Rov. (CRB.) Zu der A m t s - Hebung des Eutiner Bürgermeisters Dr. Stoffregen durch den nationalsozialiistischen Regierungspräsidenten Dr. B ö h m ck e r erfährt das „Hamburger Fremdenblatt", daß der Regierungspräsident Einblick in gewisse Ermittlungsarbeiten in den Bombenlegeraffären hatte haben wollen. Dr. Stoffregen habe aber jede Auskunft ab gelehnt mit dem Hinweis darauf, daß er durch die S t a a t'S - anwaltschaft in Lübeck zur Geheimhaltung verpflichtet sei. Ein neuer englischer Abrüstungsvorschlag. London, 4. Rov. (WTB. Funkspruch.) „Daily Mail" berichlel: Der kabinetts-llnkeraus- fchuß für die Abrüstungsfrage hielt gestern abend eine Sitzung ab. heute wird wahrscheinlich das Kabinett in einer Sondersitzung den Entwurf der britischen Vorschläge prüfen, die der Außenminister nächste Woche in Genf unterbreiten wird. Bezüglich der Abrüstung in der Luft hat, wie verlautet, der Außenminister persönlich folgende Vorschläge ausgearbeitel und dem Unterausschuß vorgelegk: 1. Die Bomben- und Kampfflugzeuge aller Länder seien entweder ganz abzu- schaffen oder aber sehr weil einzuschränken. 2. Aller handelslufkverkehr wird künftig einer internationalen Kontrolle unterstehen. 3. Die Zahl der im privaten Besitz befindlichen Flugzeuge wird für jedes Land kontingentiert. „Daily Mail" bemerkt dazu, gegenwärtig bestehe im Kabinett keine volle Einigkeit. Ls sei noch nicht sicher, ob der Plan Billigung finde» werde. Rücktritt des südslawischen Kabinetts. Wien, 3. Nov. (TU.) Die amtliche österreichische Telegraphen-Agentur verbreitet folgende Meldung aus Belgrad: Ministerpräsident Dr. S r s k i t s ch übermittelte am Donnerstagabend dein König den Rücktritt des Gesamtkabinetts. An maßgebender Stelle wird erklärt, daß der Rücktritt nur durch die Gründung der neuen Regierungspartei und die Wahl des neuen Parkeiausschufses hsrvor- gerufen worden und demnach zunächst nur formaler Natur fei. Oer Grund für Zalefkis Rücktritt. London, 3. Roo. (WTB.) Der Pariser Korrespondent der „Morning Post" glaubt, der Hauptgrund für den Rücktritt Zaleskis fei der Anschluß der polnischen Regierung, den polnisch- r u s s ischen Nichtangriffspakt zu ratifizieren, ohne den Abschluß der entsprechenden russisch-rumänischen VevhanAungen abzuwarten. Aus aller Welt. „Graf Zeppelin" in Friedrichshafen gelandet. Das Luftschiff „Graf Zeppelin" ist am Donnerstag gegen 14.30 Uhr von seiner neunten und letzten diesjährigen Südamerikafahrt nach Friedrichshafen zurückgekehrt und nach einer Rundfährt über der Stadt um 15 Uhr glatt gelandet. Unter den 21 Fluggästen, die die Rückfahrt mitgemacht haben, befindet sich der Adjutant des spanischen Kriegsministers 5> c r r e r a, ferner eine Familie mit drei Kindern. Etwa 200 Kilo Postsachen — das sind 50 000 bis 60 000 Briefe und Postkarten — wurden befördert. Die Führung hatte Kapitän Lehmann. Reues deutsches Schnellflugzeug. Die Junkerswerke in Dessau haben ein neues leistungsfähiges Schnellflugzeug fertiggestellt, das die deutsche Zulassungsnummer D 2400 und die Wertsbezeichnung „2u. 60" trägt. Es wurden zur Bekämpfung des Luftwiderstandes Wege gegangen, wie sie bisher im deutschen Flugzeugbau nicht üblich waren. Das Schnellflugzeug ist völlig aus Metall gebaut, jedoch hat man das gesamte Flugzeug mit Schleiflack überzogen. Das erste Schnellslugzeug von Junlers ist von gelb-roter Farbe und glänzt durch die Polierung wie eine Autolimousine. Beim Fahrgestell ist die Kabine so angeordnet, daß das Fahrgestell in den Rumpf eingezogen wird. Der Rumpf ist völlig rund gebaut. Das Flugzeug ist 13 Meter lang und 15 Meter breit. Cs ist ausgerüstet mit einem BMW.-Motor mit Luftkühlung. Der Motor leistet 450 PS. Das Flugzeug ist gebaut für vier Fahrgäste und zwei Führer. Die Reisegeschwindigkeit reicht an die 300- Stundenkilometergrenze heran. Flugzeug im Schneeskurm obgestürzl. — Zwei Schwerverletzte. Das Leichtflugzeug 1673, mit dem der Pilot Morzik 1930 den Europaflug gewann, wurde bei Oberankenreute auf dem Wege von Friedrichshafen nach München von einem heftigen Schnee- sturm an einen Fabrikschornftein geschleudert und stürzte ab. Die rechte Tragfläche uno die Steuerung wurden zertrümmert, der Motor aus der Maschine gerissen. Der Flugzeugführer Pummer aus München erlitt, ebenso wie sein Fabrgaft Pfitzer, außer einer Gehirnerschütterung schwere andere Verletzungen. Die Maschine, die das nationalsozialistische SA.-Zeichen trug, war zu einem Werbeflug nach Friedrichshafen eingesetzt; auf dem Rückfluge nach München ereignete sich das Unglück. Opernsängerin Gertrud Dindernagel t- Die Berliner Opernsängerin Gertrud Bindernagel, die wie erinnerlich, vor kurzem von ihrem Manne, dem Bankier Hintze, nach einer Aufführung in der Städtischen Oper in Berlin durch einen Revolverschuh schwer verletzt worden war, ist im Krankenhaus Westend an Embolie gestorben. Gülerzug fährt in eine Arbeiterkolonne. — Drei lote, mehrere verletzte. 3n Rothenburgort bei Hamburg ereignete sich ein schweres Unglück Ein Güterzug, der sich auf der Fahrt von Harburg-Wilhelmsburg nach Hamburg befand, fuhr am Brückendamm i n eine Arbeiterkolonne hinein. Drei Arbeiter wurden getötet, zwei schwer und mehrere leicht verletzt. Vier Krankenwagen sorgten für den Abtransport der Verletzten. Der Rottenführer Krupa ist fest genommen worden. Krupa, dem vorschriftsgemäh ein Mann als Aufsichtsposten zur Verfügung stand, hat diesen Mann in der Rotte Mitarbeiten lassen, ohne ihn seiner Bestimmung entsprechend zu verwenden. Rur diesem Umstand ist es zuzuschreiben, daß der Zug in die Arbeitergruppe hineinfuhr. Schwerer Raubüberfall in Göttingen. Dor dem Göttinger Landgerichtsgebäude wurde ein schwerer Raubüberfall verübt. Dem 18jährigen Kassenboten Heise der Göttinger Gewerbebank wurde von zwei Motorradfahrern seine Aktentasche mit 5000 Mark Silbe rgeld, zwei Schecks in Werte von je 16 000 Mark und mehrere Ueberweisungsschecks entrissen. Heise setzte sich zur Wehr, mußte sich aber, als die Räuber auf ihn schossen, zu Boden werfen. Er wurde nicht verletzt. Ein bin» zuspringender Passant wurde gleichfalls von den Tätern angegriffen. Die Täter konnten mit ihrem Motorrad die Flucht ergreifen. Die Räuber schossen dauernd auf ihre Verfolger und entkamen. Explosion auf einem finnischen Dampfer. Auf dem finnischen Dampfer „Gantoise" (3900 Tonnen) wurde durch eine Explosion in einem Kohlenbunker ein Mann getötet, drei Mann wurden schwer verletzt. Todessprung vom 103. Stockwerk. Ein Unbekannter sprang vom 10 3. Stockwerk des Empire-States-Gebäudes in Neuyork, des höchsten Gebäudes der Welt, in selbstmörderischer Absicht in die Tiefe. Hundegebell und Kükengezwitscher. Don Hans Germann. Eduard war Zauberkünstler gewesen, und was seine Gattin ist, die hatte ihm dabei assistiert, weil sie laut Tarifvertrag „freie Reise" hatte, aber sie sah damals ganz schmuck aus und konnte auch ein bißchen beim' Zaubern helfen — tja, und nun sind sie beide alt und mürbe geworden und freuen sich, mal zehn Märker pro Tag zu verdienen, das bekommen sie nämlich vom Film geboten für Mitwirkung an der Kultur, und das ist gut genug bezahlt, denn sie können alle zwei nicht Diel, im Gegenteil, ihre Fähigkeiten find recht bescheiden und nur selten zu verwenden. Was kann Eduard? Ach, um die Wahrheit zu sagen: Eduard kann weiter nichts als bellen. Bitte? Jawohl: bellen. Wie ein Hund. Wie verschiedene Hunde. Er hat sich darin geübt und bringt sowohl den wütenden Bernhardiner als auch den schelmischen Dackel naturgetreu zustande. Und seine Gattin Pauline? Nun, Pauline kann leider, kann leider, leider nur tüten. Küken sind ihre Spezialität. Sie hat sich dermaßen hineingelebt in die Küken, daß alte, erwachsene Glucken von ihr getäuscht werden. Also Eduard kann Hundegebell, und Pauline kann Kükengezwitscher. Und jetzt sind sie einträchtig draußen im Kulturatelier und warten, bis sie an ber Reihe sind. Früh um acht waren sie pünktlich zur Stelle. Er mit seinem Hundegebell und Pauline mit ihrem Kükengezwitscher. Und dann haben sie sich still in einen Winkel verkrochen und haben gewartet. Sie warten noch. Sie sind das gewöhnt. Bis Mittag haben sie ab und zu ein bißchen geprobt. Er hat geknurrt und gewinselt und wauwau gemacht, und Pauline hat mit feiner, dünner Stimme immerfort gepiepst. Und nun harren sie ihres Auftritts. Das Warten ist gar nicht so langweilig. Immerfort gibt es was zu sehen und zu hören. Man dreht einen Kulturfilm. Kultur darf nicht viel kosten und darf nicht lang sein. Nebenan im Atelier wird auf jegliche Art von Kultur strengstens verzichtet. Nebenan wird ein Drama in den Cordilleren gedreht. Hunde müssen Schurken aufftöbern. Es sind auch Bären leihweise zur Stelle. Seit Vormittag neun Uhr wurden ausschließlich die Bären gefilmt. Einer ist dabei totgeschossen worden. Das ist so in den Cor- billeren. Das muß so sein. In den Cordilleren gibt's leine Kultur. Pauline piepst für sich hin, um zu sehen, ob sie die Küken noch kann. Sie kann sie noch. Gut. Eduard haßt den Regisseur von nebenan. Der Man 'f)at ihn noch nie engagiert. Der Mann legt kein Gewicht auf Natürlichkeit. Der Mann läßt alles künstlich Herstellen. Mit Instrumenten und so fort- sck)rittlichen Dingern. Wenn bei ihm ein Vogel pfeifen muß, dann wird das mit der Pfeife nach- sychronisiert. Höchst verächtlich. Und jetzt sind die Bären dran. Immer noch. Ein wilder Kerl mit der Nilpferdpeitsche wütet unter den Bären. Die Bären geben ihr Bestes her. Das Gebrüll wird bann später nachgeliefert. Höchst verächtlich. Aber der Regisseur, obwohl er doch brüllen könnte, weil's stumm gedreht wird, der Regisseur ist sanft und leise. Unangenehmer Mensch. Und jetzt kommen die Hunde an die Reihe. Herrliche Tiere. Sie sollen bellen, aber sie bellen nicht. Kaum haben sie die Bären erblickt, da ziehen sie die Schwänze ein und sagen nicht einmal Piep. Der Regisseur ist verzweifelt. Stunden vergehen. Eduard muß grimmig lachen. Die Hunde bleiben und bleiben ohne Ton. Und die Szene mit den Hunden sollte natürlich der Einfachheit halber mit Ton ausgenommen werden. Eduard hockt in einem Winkel und platzt vor Schadenfreude. Er hat einen hohen Stehkragen um und einen abgeschabten Cutaway und eine grasgrüne Weste. Ich schätze ihn auf Ende Sechzig.' Gibt's denn da keinen Ausweg? Der Regisseur, der sanfte und geduldige Herr, berät sich mit seinem Stabe. Schließlich erinnert sich einer, daß nebenan Kulturfilm ftattfinbet, und daß daselbst Hunde- gebe-ll in kleineren Mengen abgegeben wird. Also erscheint ein Parlamentär und leitet Verhandlungen mit dem Regisseur des Kulturfilms ein — von wegen leihweifer lleberlaffung des Hundegebellerzeugers. Eduard wird gerufen. Eduard hört sich den Fall an. Die Leute in den Cordilleren sind geschmissen, wenn Eduard ihnen nicht aus der Patsche hilft. Aber Eduard umgürtet sich mit Stolz. Eduard weigert sich entschieden. „Nee", sagt er bedächtig, „der nimmt unsereins nie. Lassen Sie den Mann mit die Maschine bellen." Das sagt Eduard, und Pauline pflichtet ihm selbstbewußt bei. Ihr Gatte kann wauwau machen wie ein richtiger Köter, aber für die Sache mit den Cordilleren ist er zu schade. Er solle man ruhig mit die Maschine machen ... Und endlich kommen die beiden dran. Eduard bellt wie ein Alter. Er bellt, daß die Wände wackeln. Der Kulturfilm ist klein, aber außerordentlich oho. Driqinata-ufnabmen aus dem Reiche unserer mit Recht so beliebten Haustiere. Auch eine Katze wirkt mit, die kann einfach alles und bekommt pro Aufnahmetag achtzig Mark, feit sie zuletzt einen so durchschlagenden Erfolg erzielte. Eduard kann die Katze nicht leiden. Sie ist echt. Er mag das Echte nicht und mag die Maschine nicht. Mensch ist genau dazwilchen. Eduard ist Mensch. Auch Pauline. Pauline hat in ihrem Winkel gezwitschert, was das Zeug hält. Als das Zeug nicht mehr hielt, wurde sie vom Kulturfilmregisseur gerufen. Die Uhr zeigte sechs Minuten nach sieben. Das Atelier mi/mmelte von Küken. Von den Küken war ein einziges als prominent befunden worden, und Pauline hatte ihm ihre Stimme zu leihen. Pauline hielt sich nicht zurück. Pauline piepste und zwitscherte aus Leibeskräften. „Halt!" donnerte der Regisseur, „piepsen Sie leiser!" Und Pauline piepste mit Sordine, von ihrem diese Darbietung voll und ganz würdigenden Gatten errötend beobachtet. Und dennoch hagelte es Anschnauzer. Pauline piepste wie irrsinnig. Pauline fühlte die Ohren der Welt auf sich gerichtet und starb vor Ehrgeiz. In Schweiß qehabet vollendete sie ihre Küken-Szene, die später herausgeschnitten wurde. Einerlei — sie haben an der Kultur tonfilmisch mitgewirkt, und das kann ihnen keiner entreißen. Testament eines alten Seebären. Das Testament eines Veteranen der englischen Marine, des John Harding, der eine Zeitlang Hornist unter dem englischen Admiral Lord Fisher war, wird jetzt veröffentlicht. Er war Mitglied der Victorianischen China-Marine-Vereinigung, und an sie richtete er das folgende Schreiben in seinem 74. Jahr: „Da ich nun wohl bald die mir zugemessene Lebenszeit erreicht habe und den Ruf ins Jnseits erwarte, bitte ich die Kameraden, die folgenden Wünsche nach meinem Tode zu erfüllen. Laßt keinen griesgrämigen Le chenbestatier das bißchen Fleisch verscharren, das von mir noch übrig bleibt. Legt mich selbst in eine Kiste und bedeckt sie mit dem Union Jack (englische Fahne). Mietet einen Lastwagen, fahrt in ein paar Droschken hinterher und begrabt mich bei meinen Kameraden auf dem Friedhof von Fawkner. Macht auf dem Wege Halt bei der nächsten Destille und hebt dort einen, wofür ich die Summe von 5 Pfund hinterlasse. Ich werde unterdessen draußen warten. Dann fahrt weiter. Aus dem Friedhof angekommen, soll einer von Euch ein paar Worte an Unfern Herrn richten und ihn bitten, mich so anzunehmen, wie ich bin. Wenn ich dann in der Grube verstaut bin, dann soll der Hornist die „Letzte Post" blasen, so laut er kann, und vielleicht noch ein anderes Stück. Ich hinterlasse ihm dafür ein Pfund. Danach bitte ich Euch alle, mir ein Seemanns-Lebewohl zuzurufen, zu unferm Klub zurückzukehren und auf das Andenken an Euern alten Kameraden und auf unser nächstes lustiges Zusammensein auf der Himmelswiese zu trinken." Die Anordnungen des alten Seebären wurden von der Vereinigung buchstäblich so ausgeführt, wie er es gewünscht hatte. Zeitschriften. — In dem reichhaltigen Rovemberheft von Westermanns Monatsheften würdigt Hans von Hülsen Gerhart Hauptmann anläßlich seines 70. Geburtstags. Eine illustrierte Abhandlung von Carl Meißner bringt uns den Maler Leonid Pasternak nahe. Reden dem Roman „Die Elixiere des Glücks" von Max Halbe finden wir eine Rovelle, „Ein Verbrechen dunkelt durch die Jahre", von Wilh. v. Scholz. Professor Dr. Verwehen plaudert über „Die Idee der Bruderschaft in der Geschichte der Menschheit". Eine sehr interessante Abhandlung findet der große Kreis der Kamerafreunde in dem Artikel von Otto Aug. Ehlers, „Kunst der Kamera", der mit schonen Dckdwiedergaben geschmückt ist. Dr. Robert Richter stellt die Irrtümer, die bei früheren Wiedergaben des „Abendmahl von Leonardo da Vinci" unterlaufen sind, richtig. Erwähnt seien noch die Abhandlungen „Reues Leben in der Grabmalkunst" vvn Prof. Dr. von Grolmann, und „Die Sprache der Tiere", von Prof. Dr. Bastian Schmid. Das Heft wird durch eine große Anzahl von ein- und buntfarbigen Abbildungen geschmückt und dürfte wieder das Interesse weitester Kreise finden. Hochschulnachrichten. Der Ordinarius der Psychiatrie an der Marburger Universität Dr. Ernst Kretschmer hat den Ruf an die Universität D ern als Rachfolger von Prof. Wilhelm v. Speyr abgelehnt. Kraepelin wurde 1923 Extraordinarius in Tübingen und siedelte drei Jahre später als Rachfolger von Stertz nach Marburg über. Sein Spezialgebiet ist medizinische Psychologie und Psychotherapie, ferner Konstitutionsforschung. im deutschen Aus Buntes Allerlei Vornotizerr. dem Stadttheater-Bureau Im Flugzeug über den Himalaja. Der höchst« Punkt der Erde, der Mount Everest, an dem bisher alle Desteigungsver suche gescheitert sind, soll jetzt mit Flugzeugen überwunden werden. Eine englische Expedition trifft gegenwärtig Borbereitungen, um dieses groß angelegte Projekt, das durch Ladh Houston finanziert wird, in Kürz« zu verwirklichen. Theoretisch bietet der Mount Everest einer Aeberfliegung durch Flugzeuge keine Schwierigkeiten, da die Höhe mit ^Spezialapvaraten ohne weiteres zu erreichen ist. Bur liegt der Gipfel, den man überfliegen will, inmitten einer Dergwelt, in der ein« Notlandung den sicheren Tod bedeutet. Ferner weih man aus den Erfahrungen der Expeditionen, das) in diesen Höhen entsetzliche Stürme toben, denen nichts zu widerstehen vermag, und die gerade für Flugzeuge eine große Gefahr bilden. Deswegen ist man der Ansicht, daß die Expedition, bi« in Bordbengalen am Fuß der Gebirgskette starten will, sich an eines der gefährlichsten Abenteuer in der Geschichte der Fliegerei wagt. Trotz allen Bedenken wird das Projekt von dem englischen Luftfahrtministerium und der indischen Begierung in jeder Weise gefördert. Es ist beabsichtigt, auf jeden Fall zwei Maschinen aufsteigen zu lassen, die mit Sum» apparaten ausgestattet werden, um eine wechselseitige Kontrolle zu ermöglichen. E,ne Maschine soll den Mount Everest überfliegen, wahrend von der anderen Maschine der Borgang selbst gefilmt werden soll. Das «ine Flugzeug wird von Lord Douglas geflogen werden. Ein Güdsee-Insuianer unter Eskimos. Fidschi-Jim, ein Samoaner, der als Freund des Polarforschers Stefansson bekannt geworden iift wird seit vier Monaten vermißt. Wie aus Vancouver in Kanada berichtet wird, sind die Nachforschungen der berittenen Polizei an den Küsten des Polarmeeres, wo er seine Fallen ausgestellt hatte, ergebnislos verlaufen, und man fürchtet, daß er auf dem Treibeis ins Meer auf Bimmerwiedersehen hinausgeschwommen ist. Die drei Harzburger Forderungen — Beseitigung des Marxismus, Durchkämpfen der deutschen Eleich- berea)tigung und der deutschen Wehrhoheit, 6tär= tung oer nationalen Wirtschaft und Selbsthilfe der Wirtschaft — mit starker Hand in Angriff genommen und auf diesem Gebiete bereits sehr wesentliches erreicht. Hinter und in dieser Arbeit hätte sich Hitler stellen müssen. Der Redner begrüßte weiter die Arbeit des Kabinetts Papen zur Befreiung und Stärkung unserer Wirtschaft, ferner die Milderung von sozialen Harten aus der Juli-Notverordnung, er warnte vor weiterem Pessimismus und empfahl, bei aller kritischen Betrachtung der Dinge, doch einen gesunden Optimismus. Mit Nachdruck warnte er weiter vor allen wirtschaftlichen und währungspolitischen Experimenten. Er forderte zu einigem Zusammenstehen aller nationalen Kräfte auf, verlangte umfassende Maßnahmen zur Stärkung des Mittelstandes, sowie eine Sozialpolitik auf gesunden Grundlagen. Von diesen Leitgedanken beseelt, werbe die Deutschnationale Partei um die Unterstützung der Wählerschaft, damit das gegenwärtige Reichskabinett für die weiteren Arbeiten zur Rettung i«n, >at, * Studentische Abendandacht. Heute von 20 bis 20.30 Uhr findet in der Kapelle des Alten Friedhofs eine studentische Abendandacht statt. Auch Bichtangehvrige der Universität können an dieser Andacht teilnehmen. ** Neue Wohnhausbautender Baugenossenschaft 1 89 4. An der neuen Straße zwischen dem Alten Steinbacher Weg und Licher Straße werden demnächst im Auftrag der Gieße- । ner Baugenossenschaft 1894 vier neue Doppelwohngebäude in Angriff genommen. Die Gebäude, die als Einfamilienhäuser geplant sind, werden | unterkellert und zwei Stockwerke hoch gebaut. Der , Bauherr hat die Ausführung an drei Firmen , vergeben. ** Arbeitsjubiläum. Auf eine 25jährige Meistertätigkeit bei der Firma Carl Emmelius, Zigarrenfabriken, hier, konnte am 1. Bovember der Werkmeister Heinrich Stecker aus Alten-Duseck zurückblicken. *♦ Ein Fünfundsiebzigjähriger. Der Kaufmann Isaak Stern, Inhaber der Textil- firma Ivsef Stern Söhne, Steinstraße 19, begeht am morgigen Samstag seinen 75. Geburts- ta*; Eine Achtzigjährige.. Frau Kätchen Schraner Wwc., geb. Iakobi, Glaubrechtstr.5 wohnhaft, eine geborene Gietznerin, feiert am 5. November in seltener geistiger Frische ihren 80. Geburtstag. *» Generalversammlung des T v. 1346 Gießen. Die diesjährige Iahreshaupt- Versammlung des Turnvereins 1846 im „Bayrischen Hoff war gut besucht. Di« rege Mitarbeit b«r Mitglieder kam bei der Erörterung der vom 1 Sprecher dem Oberturnwart und den Fachwarten gegebenen Berichten zum Ausdruck, in benen die Arbeit in den einzelnen Abteilungen und die schönen Erfolg« des vergangenen Icchres gerecht« Würdigung fanden Der Kassenbericht, dem di« Zeitverhältnisse ihren Stempel aufdrückten ergab, daß der Borstand mit den sehr beschränkten Mitteln so gewirtschaftet hat, wie es das Ansehen und der Zweck des Vereins, aber auch die z. Z. notwendig« Sparsamkeit erforder- «en Der Boranschlag für das neue Turniahr, der «instimmig angenommen wurde, läßt dem Turnrat nur wenig Spi«lraum für besondere Tätigkeit, und es bedarf aller Anstrengung, um Die großen Aaimschutzgebiele der Erde Dankbare Aufgaben internationaler Zusammenarbeit. In der Wahlversammlung der Deutschnationalen Dolkspartei am Mittwochabend im Cafe L^ib gestern schon kurz erwähnt, als erster Minister a. D. H e r g t. Der Redner unseres Volkes gestärkt werden könne. Rechtsanwalt Zimmer-Gießen besprach zunächst die Vorgänge bei der Bildung des Kabinetts Papen, und betonte dann, daß die DNVP. dieses Kabinett nach seinen Taten beurteile und aus Grund der bisherigen Leistungen sich hinter es stelle. Der Redner erinnerte sodann an die Bereinigung der Reparations rage, an die endliche Aufrollung der deutschen Gleichberechtigungs- und Wehrhoheits- Forderung, owie an die Inangriffnahme der staatlichen Organisation zur Ertüchtigung der Äugend. Bei allen diesen Aufgaben hätte das ganze deutsche Volk sich hinter die Regierung stellen müssen. Bei einer Betrachtung über die Wirtschaftspolitik begrüßte der Redner im Interesse der Landwirtschaft die Kontingentierungspläne der Reichsregierung, und er fügte hinzu, das Kabinett sei auf dem richtigen Wege, wenn es sich das Recht zur Regelung der Einfuhr vorbehalte,und darauf bedacht fei, den Ernährungsraum des deutschen Volkes sicherzustellen. Zur Innenpolitik bemerkte der Redner, erst und allein durch das entschlossene Zugreisen des Kabinetts Papen fei in Preußen der Marxismus ausgeschaltet und eine enge Verklammerung zwischen Preußen und Reich im Sinne Bismarcks in Angriff genommen worden. In dem Prozeß vor bem Staatsgerichtshof habe die Regierung Papen im wesentlichen gesiegt. Bei der weiteren Reformarbeit ] müsse sie sich vor Augen halten, daß das Lebensrecht des deutschen Volkes über allem stehe. Der Redner kam bann auf die Verhandlungen zwischen der NSDAP, und dem Zentrum zu sprechen, die er mit ironischer Kritik behandelte. Die innerwirtschaftlichen Maßnahmen des Kabinetts Papen zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit bezeichnete er als eine Großtat, die sich in den nächsten Wochen und Monaten erst noch richtig auswirken werde. Zu den jetzigen Männern der Reichsregierung könne das Volk wieder Vertrauen haben. Die DNVP. fordere, daß diese Männer ihre Polittk auch nach dem 6. November fortsetzen könnten. Eine parlamentarisch-demokratische Regierung dürfe nicht wieder ans Ruder kommen, die Macht des Reichstags muffe zurückgeschraubt werden. Di« DNVP. trete mit dem Kabinett Papen für eine konservative Staatsführung im Geiste Friedrichs des Großen» Kaffer Wilhelms I. und Bismarcks ein. Nichts wolle die DNVP. beim Ringen um dieses Ziel für ihre Partei, sondern alles nur für Deutschland. Die beiden Reden wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Politische Gegner der Referenten machten viele und zum großen Teil lautstarke Zwischenrufe. Den beiden Vorträgen folgte, eine Aussprache mit einem Vertreter der SA., abschließend sprach ein Pfarrer aus Kassel in eindringlicher Weise über die Notwendigkeit zur Einigkeit ..... Volke. sprach, wie v , Redner der Minister „ betonte einleitend, es sei vom nationalen Standpunkt aus sehr bedauerlich, daß die Nationalsozialisten in den Parlamenten Mehrheiten mit den Kommunisten gebildet hätten, denn die Kommunisten seien doch eine revolutionäre Partei, ziu einen nationalsozialistischen Zuruf: „Wir auch! bemerkte der Redner, er habe hinzufügen wollen, daß doch die NSDAP, etwas anderes fein wolle. Er habe das Gefühl, daß angesichts der Verwirrung der Meinungen nicht ganz disziplinierte Elemente in der NSDAP, eine starke Enttäuschung ihrer Hoffnungen erleben und dann den Abmarsch nach der anderen Seite antreten würden. Hier rief stua. theol. Wendnagel: „Wir haben doch keine Arterienverkalkung", worauf es zu dem gestern gemeldeten Vorfall kam. Nach dem Auszug der SA. aus dem Saale führte Minister Hergt u. a. aus, durch die Wahl müsse die unnatürliche Reichstagsmehrheit von Kommunisten und Nationalsozialisten beseitigt, aber auch eine Mehrheitsbildung von N^DAP. und Zentrum unmöglich gemacht werden. Dem Zentrum machte der Redner den Vorwurf, daß es 13 Jahre lang immer mit dem Marxismus zusammengegan- qcn und der Steigbügelhalter derer gewesen sei, aus deren Reihen die Gottlosenpropaganda betrieben werde. Die Deutschnationalen seien für eine autoritäre Regierung, die keineswegs außerhalb der Verfassung bleiben müsse. Obwohl die Deutschnationalen mit dem Kabinett Papen nicht verbunden seien, könnten sie ein solches Regiment tolerieren. Wenn Hitler einsehe, daß er heute schon im Niedergange sei, werde er wohl umlernen. Hitler stehe jetzt vor einem Trümmerhaufen der Ideale seiner Partei. Ser Redner kritisierte Hitlers Telegramm an die tL.gcn des Potempaer Mordes verurteilten Beuthener SA.-Leute und erklärte u. a., Beisitzer. ** Der Zentralverband der Arbeitsinvaliden und WitwenDeutsch- l a n d s , Ortsgruppe Gießen, hielttwie man uns berichtet, am Mittwoch eine Mitgliederversammlung ab. Im Mittelpunkt der Bersammlung stand ein Bortrag des Bezirksleiters Adler, der in seinen Ausführungen gegen die^verschärften Ab- baurnaßnahmen, die von den Fürsorgeverbänden verfügt wurden, Protest erhob. Die anwesenden Arbeitsinvaliden, Witwen und Waisenvertreter forderten eine Entschließung an die städti- während früher das Vertrauen zur Objektivität unserer Justiz nur von links her in Zweifel gezogen worden sei, geschehe jetzt bedauerlicherweise das gleiche von der NSDAP, aus. Oberstes Gesetz der Politik aller Parteien müsse völlige Selbstlosigkeit der Führung und Voranstellung des vaterländischen Interesses über das Parteiinteresse sein. Gerade unter den heutigen Verhältnissen sei es höchste vaterländische Pflicht, für alle nationalen Parteien, sich jm Kampfe gegen das Ausland hinter die Regierung zu stellen. Auch im Hinblick auf die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit muffe jetzt alles getan werden um positiv zu wirken. Selbst wenn man, wie auch die Deutschnationalen, nicht in allen Punkten mit dem Kabinett Papen übereinftimme, feien doch viele Möglichkeiten der Tolerierung gegeben Wenn die politischen Kräfte unseres Volkes ficb dieser Aufgabe versagten, entstehe ein Staats- notftanö der nur durch Staatsnotrecht auf Grund des Artikels 48 behoben werden könne. Die nationale Regierung müsse auch weiterhin die bisherige Initiative entfalten. Das jetzige Kabinett habe die den großen Anforderungen, die das neue Turn- jrhr mit seinem 15. Deutschen Turnfest in Stuttgart stellt, gerecht zu werden. Di« Neuwahlen 3um Turnrat ergaben größere Beränderunge" weil der seitherige 1. Sprecher W. Erl« b von seiner Wiederwahl abzusehen. Durch einstimmigen Beschluß der CDcr, ammlung wurde er zum Ehrenvorsitzenden mit Sitz und Stimme im Turnrat ernannt. Zum 1. Sprecher wurde der seitherige 2. Sprecher A. Neining einstimmig gewählt, an dessen Stelle trat als 2. Sprecher Fr. Wiegand. Auch die übrigen W.ch.en wurden in großer Einmütigkeit und fast alle durch Zuruf getätigt. Der Turnrat seh) sich nunmehr außer den Borgenannten wie folgt zusammen: K. Erb, Oberturnwart und Frauen- turntoart, F. Linker. H. Zimmermann und L. Gerhardt, Schriftführer, L. Schneider, Rechner, W. Scheid, Gegenschreiber, W. Laudon, Zeugwart, K. Müller, Männer- turnwart und Pressewart, K. Strack, Spiel- wart, Th. B a u b e l, Sportwart, Fr. Sauer, Schwimmwart, K. Hergenröther, Fechtwart, Gg. Wahl, Wanderwart, Gg. Bellof, K. Reuter (2. Turnwart) und O. H a i n st a d t, Aus der Provinzialhaupiüadt. Gießen, den 4. November 1932. Hassia-Bezirksiag in Gießen. Am Sonntag fand im „Postkeller" der Herbst- begirkstag des Hassia-Bezirkes Gießen statt. Die 29 angechlossenen Bereine waren durch zahlreiche Kameraden vertreten. Nach der Begrüßung konnte der Bezirksvorsihende, Professor Dr. Krämer, Gießen, zunächst dem langjährigen Bezirksschriftführer, Kam. Keil, die ihm vom Präsidium der Kriegerkameradschaft „Hasfia" verliehene silberne Ehrenmünze für seine Berdienste um das Kriegervereinswesen aushändigen. Alsdann berichtete der Borsihende über den Derbau d s t a g iu Alzey. Als besonders bedeutungsvoll bleibt zu erwähnen, daß der jährliche Berbandsbeitrag von 2 Mk. auf 1,80 Mk. gegen gewichtige, von Bertretern vorgebrachte Gründe, herabgesetzt wurde. Der nächstjährige Verbands- tag, um den sich Nidda und Bad-Nauheim beworben hatten, findet in Nidda statt. Hebet die Fürsorge für Kriegsbeschädigte, Kriegerhinterbliebene, Anfall- und In- validenrentner usw. berichtete der Fürsorgeleiter der Provinz Oberhessen, Kam. B o n h a r d , Gießen. der einen Heberblick über die starken Kürzungen auf allen Gebieten gab. Er wies auf die Bertragsverhältnisse mit den Versicherungsgesellschaften hin, deren Rückvergütungen, die im übrigen zur Hälfte den Vereinen zugute kommen, die Durchführung der Fürsorgeangelegenheiten, die für alle Mitglieder vollkommen kostenlos geschieht, ermöglicht. Der Bezirksvorsihende gab anschließend seine Eindrücke von der am 16. Oktober in Büdingen abgehaltenen oberhessischen Tagung der Kriegsbeschädigten und Kriegerhinterbliebenen der Hassia wieder, die erneut das in allen Kreisen vorhandene Interesse feststellte, zum anderen aber auch gezeigt habe, daß von unseren Fürsorgestellen das Menschenmöglichste für die Opfer des Krieges und der Arbeit getan wird. Heber das Kleinkaliberschießwesen sprach der Bezirksschießwart, Kam. Klein, Gießen. Der Verband der Kleinkaliberschühen der Hassia zählt säst 7000 Mitglieder, während der Bezirk Gießen 22 Schießabteilungen verzeichnet. Ein ge Kleinkaliberschießstände wurden im letzten Jahre von den Vereinen bzw. Schießabteilungen neu errichtet. Die Bundesmeisterschast hat wiederum die Schießabteilung des Kriegervereins Gießen errungen. Heber die Jugendbewegung referierte der Bezirksjugendführer, Kam. V o n h a r d, Gießen, der dabei auf die Tätigkeit der Dezirks- jugend, w e der einzelnen Iugendabteilungen Hinweisen konnte, um dann anschließend ausführlich über die Aufgaben des Reichskuratoriums für Iugendertüchtigung und dessen Zusammen- arbeit mit den Weyrsportverbänden zu berichten. An verschiedenen Stellen im Reiche sind Geländesportschulen errichtet. Für die Provinz Oberhessen kommt die Geländesportschule auf dem Truppenübungsplatz Ohrdruf in Frage. Die einzelnen Kurse dauern drei Wochen. Zu dem Novemberlursus werden zwei Hassia- Iungmannen entsandt, während für den Dezemberkurs der Hassia-Iugend Oberhessens vier Stellen zur Verfügung stehen und auch bereits beseltt sind. Weitere interne Verhandlungen schiff en sich an. e Ve i k acu g toir e ne besondere Sitzung der Schieß5eiter des Bezirks unter Geltung von Bezirtsschießwart Klein, Gießen, vorauLgegangen. in der neben der Behandlung von Fragen des Schießwesens die Anträge zur Provinzschießleitertagung besprochen wurden. Wahllundgebung der Deutschnationalen Volkspartei. fen, und Polen und die Tschechoslowakei haben sich zur Anlage eines internationalen Schutzparks an ihren Grenzen in ter Tatra zusammengetan. Frankreich, das lange zurückstand, kann sich heute eines herrlichen Naturparks für die alpin« Tier- und Pflanzenwelt im Dergm.nssiv von Pelvoux in den Daupyine-Alpen und des mehr als 15 000 Hektar messenden Schutzgebietes in der Camargue rühmen. Auch in Frankreichs afrikanischen Kolonien finden sich mehrere dieser Anlagen, während weitere erst in der Entstehung begriffen sind. Eine besondere Stellung aber nimmt in dieser Bewegung Belgien mit seinen riesigen Schöpfungen in Afrika ein. An erster Stelle steht hier dec 350 000 Hektar bedeckende Albert-Naturschutzpark, in dem den großen Seen Zentralafrikas unmittelbar benachbarten Gebiet gelegen, dem sich in dem Ruwenzori-Park und Leopold- Nationalpark zwei weitere gewaltig« Schutzgebiete zugesellen sollen. Der Gedanke einer internationalen Bereinigung für Naturschutz hat zuerst auf einem Kongreß zu Bem, auf dem die Regierungen von 17 Staaten vertreten waren, im Iahre 1913 Wurzel geschlagen. Aber der Ausbruch des Weltkrieges zerstörte diese Pläne, die erst 1928 wieder ausgenommen wurden. Es trat das „Internationale Amt fürNaturschuh"ins Leben, das es sich zur Hauptaufgabe macht, alle Dokumente, die sich auf Fragen beziehen, bi« unmittelbar oder mittelbar mit dem Naturschutz in allen Teilen der Welt zusammenhängen, zu sammeln. Die Bereinigung, an deren Spitz'« der Professor der Belgischen Kolonial-Hniversität I. M. D e r - scheid steht, besitzt eine umfangreiche Bitlivthek und ein reichhaltiges Archiv, das allen, die sich für diese Fragen interessieren, zur Verfügung steht. Auch wird von der Vereinigung eine Zeitschrift, die „Internationale Revue der Gesetzgebung zum Naturschutz, herausgegeben, die alle wichtigen einschlägigen Gesetze, wie die auf Iagd, Fischerei, Forstwirtschaft, die Schaffung von Naturparken usw. bezüglichen, veröffentlicht, ^hre praktische internationale Zusammenarbeit hat sie bei der Schaffung des Albert-Parks bewiesen, in der vom belgilchen König Albert eingesetzten wissenschaftlichen Kommifsion zur Verwaltung dieses einzigartigen Naturschutzgebietes besteht ein Drittel der Mitglieder aus hervorragenden Gelehrten aller Länder. E. B. Auf dem Wege, der von den Vereinigten Staa- term betreten wurde, ist als nächster Staat das britische Weltreich gefolgt. In den verschiedensten Weltteilen, in Canada, Neu-Seeland, in Australien, Südafrika, Indien und den Malaienstaaten entftanben ebenso Schuhpark« wie in englischen Großstadtgebieten. In den letzten 20 Iah- ren macht sich auch unter den übrigen Volkern «in förmlicher Wetteifer in diesen Naturschuhbestre- schen Behörden, die in folgendem Wortlaut den zuständigen Stellen zugehen soll: „Die am Mittwoch, 2. November 1932 abgehaltene Versammlung der Ortsgruppe Gießen des Zentralverbandes dec Arbeitsinvaliden und Witwen Deutschlands erhebt nach eingehender Aussprache gegen den erfolgten Abbau in der Sozialrentnerfürsorge schärfsten Protest. Di« Versammlung vertritt di« einmütige Auffassung, daß die bereits getroffenen Einsparungen in der Sozialrenttierunterslühung nicht nur die größte Beunruhigung unter den Sozialhilfsbedürftigen hervorgerufen hat, sondern daß diese Abbaumaßnahmen in der Zeit der größten Not, unter der diese Kvdise besonders zu leiden haben, unverantwortlich sind. Die Versammlung ist sich dessen bewußt, daß gegenwärtig fast alle Städte und Gemeinden mit großen finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, aber dessenungeachtet dürften Einsparungen in dieser Weise nicht voraenommen werden. Den meisten Sozialhilssbedürftigen war es vor dem Abbau ihrer Hnterstühung noch nicht einmal möglich, sich den notwendigen Lebensunterhalt zu beschaffen. Durch die jetzt durchgeführten Abbaumaßnahmen ist es diesen Kreisen unmöglich, weder Miete noch sonstige Abgaben bezahlen zu können. Di« Arbeitsinvaliden und Witwen betrachten die vorgenommene Kürzung als eine außerordentlich unbillige Härte und soziale Hngerechtigkeit. Die Versammlung ist vielmehr der Auffassung, daß cs noch andere Möglichkeiten gibt, Einsparungen vorzunehmen und erwartet von der Stadtverwaltung, daß sie umgehend alle Maßnahmen ergreift, um die bereits durchgeführten Verschlechterungen rückgängig zu machen, damit die schon zur Zeit in größter Armut lebenden Sozialhilfsbedürstigen , nicht völlig der Verzweiflung anheimsallen." Eskimos, die zuerst sein Verschwinden feststellten, hatten aus Aberglauben nichts für seine Rettung getan. Sie teilten ihre Beobachtungen dem Missionar Pater ©riffln mit, der di« Polizei benachrichtigte. Wenn, wie anzunehmen ist, Fidschi-Iim zu seinen Väter versammelt wurde, dann hat mit seinem End« ein eigenartiges Lebensschicksal seinen Abschluß gefunden, die Laufbahn eines braunen Kindes der Südsee, das, von den tropischen Gesilden seiner Heimat verschlagen, in dem eisigen Klima des Nordens das Land seiner Wahl und seines Glückes fand. Fidschi-Iim, der eigentlich Iim Asesela hieß, wurde in der Südsee auf Samoa geboren. Als junger Mensch gehörte er zu einer Gruppe von Eingeborenen, die 1893 auf der Welt-Ausstellung von Chikago zu sehen waren. Nach dieser Berührung mit der Kultus welk begab er sich nach San Franzisko, um nach der Heimat zu fahren, aber er ließ sich oon eint» gen Hawaileuten überreden, auf einem Segelschiff Dienst zu tun. Mit diesem Fahrzeug gelangte er nach einigen Monaten nach der Herschel-Insel, di« schon 300 Kilometer innerhalb des Polarkreises liegt. Er war, ohne es recht zu wissen, Matrose auf einem Walfischfahrer geworden mit einem Vertrag, der ihn drei Iahre an das Schiff band. Aber der Sohn des Südens gewöhnt« sich gut an die Härten der nördlichen Witterung, und als er glücklich nach San Franzisko zurückkam, ging er mit einem anderen Walfischfahrer wieder nach dem Norden, dessen so ganz andersartige Reize es ihm angetan hatten. Der „Ruf des Nordens" war an Iim, den Süd- see-Insulaner, ergangen, er folgte ihm, wie viele, andere, und wurde von dieser Welt des Eises nicht mehr losgelassen. Er wurde zum 3äger und Trapper und fühlte sich in der neuen Hingebung wohl. Stefansson begegnete diesem seltsamen Polarmenschen zum ersten Male 1906, freundet« sich mit ihm an und gewann ihn 1914 für drei Iahre zur Teilnahme an seinen Expeditionen. Der ka» nadische Forscher erklärte, daß Fidschi-Iim einer der tüchtigsten Männer sei, die er jemals im Norden getroffen. Er war fleißig und mäßig, gewandt im 3agen und unerschrocken in jeder Ge- Das unaufhaltsame Vordringen der Menschen in früher unerforschte Gegenden, wie «s sich besonders in dem letzten halben Iahrhundert in Afrika vollzog, hat viel« Züge, die dem Land« ihr charakteristisches Gepräge gegeben, verschwinden lassen. Hm der großen Gefahr zu begegnen, die in der vollkommenen Ausrottung von Tieren und Pflanzen besteht und die in manchen Kolonien in dem gänzlichen Verschwinden des Großwildes mit Ausnahme weniger örtlich beschränkter Gebiete oder in der Herabsetzung des Waldbestandes von ursprünglich 92 auf 5 bis 10 Prozent in erschreckender Weis« zum Ausdruck kommt, ist man in vielen Ländern zur Schaffung von Naturschutzgebieten übergegangen, die, von jeder zerstörenden Menschenhand unberührt, getreu ihren ursprünglichen Charakter und die hier heimische Flora und Fauna bewahren. Diese Bewegung des Naturschutzes, aus dem Verantwortungsgefühl gegenüber künftigen Generationen entsprungen hat ihren Ausgangspunkt in den Vereinigten Staaten, wo im Iahre 1872 der V «k 1 o w st o n e - Park als erster Naturschutzpark entstand. Heute zählt man in den Staaten nicht weniger als 20 große Nationalparks, deren Gesamtfläche rund drei Millionen Hektar beträgt; dazu kommen noch etwa 40 kleinere Schutzgebiete oder Nationaldenkmale mit einem Flächeninhalt von einer Million Hektar. Diese Stätten sind nicht bloß ein unverletzbares Asyl für die Tier- und Pflanzenwelt des Landes; viel« unter ihnen zeichnen sich auch durch ihren historisch, geologisch oder archäologisch bem er lenswerten Charakter aus. wird uns geschrieben: Heut« 20 Hhr zu Operettenpreisen Wiederholung der Operette: „Die Tom aus Wien", von Ernst Steffan (Leitung: 3nten- dant — Mvehl — Däulke); 5. Vorstellung im , -----.... ... ....... - - . Freitag-Abonnement. — Morgen 15.45 Hhr zweite Hungen geltend. Die Schweiz legte den grvßartt- Schülervorstellung: „Der 18. Oktober", von Wal- gen Naturpark im Engadin an, Italien den Rater Erich Schäfer. Ende 17.45 Hhr. Schülerpreise, tionalpark in den Abruzzen, Spanien schuf Iagd- — Das Lustspiel: „ Freie Bahn dem Tüchtigen" schutzgebiete in ®aJüten unb Asturien. An der von August Hinrichs (Spielleitung: Karl Heyser) Spitze der europäischen Staaten steht heute Schwe- aelanqt am Sonntag, 6. November, 18.30 Hhr, den mit seinen 14 Nationalparken. als Fremdenvorstellung zu ermäßigten Preisen Aber auch Deutschland ^Mlaiw, Oester- letztmalig zur Aufführung. I reich haben zahlreiche Naturschutzgebiete geschaf fahr. Mit seinem Trapperleben erwarb er viel Geld; dieses führte er niemals bet sich, sondern legte es auf einer Bank an. 3m 3ahre 1917 riet Stefansson den Samoaner, er solle doch nun, da er ein wohlhabender Mann geworden, das Leben im hohen Borden aufgeben und nach der Heimat zurückkehren. Fidschi begab sich daraufhin nach San Franzisko, aber dort traf er einen Landsmann, der ihm über die Verhältnisse zu Hause Mitteilungen machte, die ihm augenscheinlich nicht befriedigten. Außerdem war es ihm schon in San Franzisko zu heiß. Er kehrte daher im Frühjahr 1919 nach seiner Wahl-Heimat zurück. Oie Sprache der Affen. Der amerikanische Gelehrte Harner hat neuerdings den Versuch gemacht, mit Hilfe eines Phonographen die „Affensprache" zu erlernen. Er hielt die verschiedenen Töne, die von Affen in Käfigen ausgestoßen werden, auf der Walze fest und notierte dabei, welchem Gefühl diese Töne entsprechen. Zu Hause ließ er den Phonographen laufen und versuchte, die Affenworte selber auszusprechen. Dabei stellte er fest, daß die Affen zur Bezeichnung von Begriffen wie Essen, Trinken, Hand und sogar für einen so abstrakten Begriff wie Wetter, besondere Töne oder Worte haben. Bach seinen Behauptungen lieben es die Affen, vom Wetter zu sprechen. Ein ganz besonderer Laut existiert bei ihnen zum Ausdruck der Gefahr oder überhaupt zur Bezeichnung von etwas Furchtbarem. Harner lernte dieses Wort auszusprechen. Als er es dann vor einem seiner Affen aussprach, begann dieser vor Angst zu zittern, so daß es sehr schwer war, ihn zu beruhigen. Als er das Wort wiederholte, verkroch sich der Affe in die fernste Käfigecke, und als Harner das Wort zum dritten Male aussprach, verfiel der Affe in solche Angst, daß er aufhörte, von ihm Bohrung zu nehmen und nicht mehr erlaubte, daß man ihn streichelte, obgleich er bis dahin ganz zahm war. Weiter fand Harner, daß die verschiedenen Affenarten ihre besondere Sprache haben, daß sie jedoch, wenn sie in einen gemeinsamen Käfig gesetzt werden, bald lernen, einander zu verstehen; obgleich jede Art weiter in ihrer Sprache spricht. Oie Llrfache des Flugzeugunglücks im Spessart. Das amtliche Ergebnis der Untersuchung. WSB. Frankfurt a. M., 3. Bov. Heber das Flugzeugunglück im Spessart gibt der Reichs- verkehrsminister folgendes bekannt: Die Untersuchung durch die Landesbehörde, an welcher sich der Be chsverkesirsminister durch einen Kommissar der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt be- teil'gt hat, hat zu folgendem Ergebnis geführt: Flugzeugführer Schulz hat Teile der Strecke Bürnberg—Frankfurt in Wolken fliegen müssen. Es herrschte starker Gegenwind. Heber dem Spessart ist der Flugzeugführer — wahrscheinlich in dem Glauben, das Gebirge bereits passiert zu haben — nach unten durchgestoßen, um vor Frankfurt rechtzeitig Erdsicht zu erhalten. Beim Herauskommen aus den Wolken befand er sich in einem engen, von bewaldeten Höhen umgebenen Talkessel. Das jähe Hochreißen des Flugzeuges aus der unerwartet gefährlichen Lage hat ossenbar jene Heberbeanspruchung des Tragwerkes hervorgerufen, der kein Flugzeug gewachsen ist. Der linke Flügel ist bei diesem Vorgang abgebrochen. Der Hnfall gleicht dem Flügelbruch, dem seinerzeit der bekannte Weiterflieger Behring beim Herauskommen aus den Wolken in anormaler Fluglage zum Opfer fiel. Der Befund der abgebrochenen Fläche läßt die Aufklärung des Hn* falls als einwandfrei erscheinen. Der Motor ist nach dem Stande der Instrumente bis zum letzten Augenblick einwandfrei gelaufen. Sämtliche Leichen geborgen. WSB. Rohrbrunn, 3. Bov. Bach angestrengten Bemühungen ist es heute gegen Mittag gelungen, die stark verstümmelten Leichen des Flugzeugführers Schulz und des Bordfunkers Frank unter der zertrümmerten Führerkabine des verunglückten Flugzeuges zu bergen. Hm 15 Hhr wurden die Leichen nach dem Leichenhaus Aschaffenburg verbracht, wohin bereits am Mittwoch um 22 Hhr die Leichen der drei tödlich verunglückten Passagiere übergeführt worden waren. 3m Laufe des Freitags werden die Leichen der Verunglückten in ihre Heimat übergeführt. Einbrecher plündern ein Wetzlarer Goldwarengeschäff. WSB. Wetzlar, 3. Bov. 3n der Bacht ist in das Hhren- und Goldwarengeschäft von Pingel in Wetzlar, Bahnhofstraße, ein schwerer Einbruchdieb st ahl verübt worden. Die Diebe drangen von der Lahnseite in den Garten des Hauses, lösten einige Latten und gelangten an die Hinterfront. Dann durchschnitten sie mit einer Stahlsäge ein Sicherheitsgitter, rückten mehrere Standuhren beiseite und konnten dann ungestört Auswahl unter dem wertvollen Material halten. 3nsgesamt sind Hhren, Ringe, Ketten und sonstige Wertgegenstände im Betrage von über 1 000 Mk. gestohlen worden. Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß es sich um geübte Großstadtverbrecher handelt. Don den Tätern fehlt jede Spur. Kommunistische Geheimdruckerei ausgehoben. WSB Frankfurt a. M., 3. Okt. Der hiesigen Kriminalpolizei ist es gelungen, in der Fahrgasse eine kommunistische Geheimdruckerei ausfindig zu machen und auszuheben. Außer einer Druckmaschine und Druckstöcken wurden kommunistische Zersehungsschriften gefunden. Die Druckerei wurde beschlagnahmt. Auf der Suche nach Försters kistole. WSB. Frankfurt a. M., 3.Bov. Die Er. mittlungen in der Angelegenheit des Raubmordes an dem Brotkutscher Wagner gehen nach wie vor weiter. Der Polizei ist es darum zu tun, dem verdächtigen Förster zu beweisen, daß er eine Pi st ole besessenhat, dessen Besitz er bisher leugnete. Bunmehr hat sich ein Zeuge gemeldet, der gesehen haben will, daß F. vor dem Cafe Handelshof eine Pistole 6,35 Millimeter gekauft hat, und zwar wurde der Kauf am 30. September getätigt, also einen Tag vor dem Mord. Die Polizei sucht nun weitere Zeugen, die bei diesem Kauf zugegen waren oder etwas davon wissen. Strengste vertrauliche Behandlung ihrer Bekundungen wird ihnen zugesichert. Handball im Gau Hessen (O.T.) Die Ergebnisse des Sonntags. M e i st e c k l a s s e: Tgem. Friedberg — Turnv. Münchholzhausen 6:8. ^-Klasse: Tv. Lich — Tv. Garbenteich 3:4; Tv. Großen-Linden I — Tv. Lützellinden l 10:7; Tv. Dorheim — TSV. Butzbach II 3:0. L-Klasse: Tv. Braunfels — Tv. Bieder- girmes II 0:6; Tv. Krofdorf l — Tv. Lützellinden II 2:1; Tv. Biederkleen l — Tv. Lang-Göns 5:5; Tv. Holzheim — Tv. Steinfurth 4:1; Tv. Pohlgöns II — Tv. Biederweisel 5:1. S-Klasse: Tv. ©rüningen I — Tv. Großen- Linden II 2:2. Der größte Teil der vorgesehenen Spiele mußte wegen spielunfähigen Plätzen ausfallen. Handball um das Heffenbanner. 2lm Mittwoch wurde das Spiel zwischen Realgymnasium und Oberrealschule ausgetragen. Das Halbzeitergebnis von 2:1 entspricht den Leistungen beider Mannschaften. 3n der zweiten Spielhälfte gelang es den Oberrealschülern bei starker Heberlegenheit, den Sieg mit 5:1 sicherzustellen. Die Oberrealschüler haben nun das Hessenbanner, das sie bereits im vorigen 3ahre gewannen, im Endspiel zu verteidigen. Kommerzienrat Schill-Osthofen 7V Jahre. Bach Dr. Thiemer feiert wieder einer der bekanntesten Persönlichkeiten der DT. Geburtstag. Kommerzienrat Schill in Osthofen bei Worms, der Kassenwart der Deutschen Turnerschaft und zugleich 3nhaber zahlreicher turnerischen Ehrenämter im Mittelrheintreis und Gau Rheinhessen, vollendet am kommenden Samstag sein 70. Lebensjahr. Kommerzienrat Schill genießt überall eine seltene Beliebtheit durch sein außerordentlich liebenswürdiges Wesen, seinen unermüdlichen Schaffensdrang und sein großes Können und Wissen. Auch im öffentlichen Geben spielt Schill eine beachtliche Rolle durch fein Wirken in zahlreichen städtischen und staatlichen Ehrenämtern. Neusel boxt in Frankfurt a. M. Seitdem der ehemalige Deutsche Schwergewichtsmeister der Amateure, der Bochumer Walter B e u s e l, als Berufsboxer die Serie seiner schö. en Auslandserfolge mit dem sensationellen Sieg über den Schwergewichtsmeister des britischen Imperiums, den Mulatten Larry Gains gekrönt hat, gilt er als der zur Zeit „aktuellste deut che Boxer". Walter Beusel wurde zu einem Kampf im Frank- futter Fefthallen-Ring fest verpflichtet. Als Termin wird der 26. Bovember genannt. Frankfurt hat seit zwei 3ahren keine Derufsboxkämpfe mehr gesehen. Sollte die Veranstaltung am 26. Bovember ein ansprechendes Programm bringen, so dürfte wohl ihr äußerer Erfolg gesichert sein. Kurze Sportnotizen. Ern st Henne (München) legte auf der Tat- Rennstrecke bei Budapest mit seiner 750=ccm=BMW» Maschine den Kilometer mit fliegendem Start in der neuen Weltrekordzeit von 14,73 Sekunden zurück. * Beim Berliner Sechstage-Rennen wird Adolf Schön (Wiesbaden) nicht mit seinem ständigen Partner Buschenhagen, sondern mit Oskar Tietz eine Mannschaft bilden. A m S e ch s t a g e - R e n n e n in Ehikago, das soeben seinen Anfang nahm, sind auch vier deutsche Fahrer: Frankenstein (Köln), Wissel (Berlin), Dülberg (Dortmund) und Petri (Berlin) beteiligt. 15 Spieler der führenden Vereine sind in Mannheim-Ludwigshafen für die wilde Berufsspielerbewegung angeworben worden. * Das neue Prager Eisstadion, das in diesem Winter auch Schauplatz der Weltmeisterschaften im Eishockey sein wird, soll am kommenden Sonntag mit einem Eishockey-Länderkampf Tschechoslowakei — Frankreich eingeweiht werden. ♦ V Der Kreis „Auslan d" der Deutschen Turnerschaft zählt zur Zeit in 21 Staaten 210 Vereine mit 36 531 Mitgliedern. * Italien h a t sich bereit erklärt, die ersten Europameisterschaften in der Leichtathletik schon im Jahre 1933 durchzuführen. Wirtschaft. * Die Deutsche Reichsbahn im September. 3m Güterverkehr der Deutschen Reichsbahn betrug der Derkehrszuwachs im September 7,8 Prozent gegenüber dem Vormonat. 3m Personenverkehr trat mit dem Ende der Sommerferien ein starker Rückgang ein. Die Betriebseinnahmen beliefen sich auf insgesamt 249,45 (253,02 im August) Mill. Mk., während sich die Ausgaben auf 261,45 (254,03) stellten. * Rheinis che Metallwaren- und Maschinenfabrik AG., Düsseldorf. 3n der gestrigen Aufsichtsratssitzung wurde die Bilanz für das am 30. Sunt 1932 abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Sie schließt nach Abschreibungen in Höhe von 2 015 877 (2 041 530) Mk. und einer Zuweisung von 300 000 Mk. zur Reserve mit einem Heberschuß von 89 276 Mk., der vorgetragen werden soll. Das Aktienkapital von 20 Mill. Mk. bleibt also wieder ohne Dividende (i. D. 395 762 Mk. Reingewinn, wovon 200 000 Mark der Reserve zugeführt und 195 762 Mk. vorgetragen wurden). Die leichte Geschäftsbele- bung im neuen Geschäftsjahr hat es der Gesellschaft ermöglicht, 530 Arbeiter und Angestellte seit Mitte des 3ahres neu «inzustellen. Frankfurter Abendbörse freundlich. Frankfurt a. M., 3. Bov. Die schwache Stimmung des heutigen Mittagsverkehrs übertrug sich nicht auf die Abendbörse, da man unter dem Eindruck des freundlichen Anfangs in Beu- York stand und außerdem von einem Abflauen des Berliner Verkehrsstreiks sprach. Die Stimmung war somit etwas freundlicher, obwohl das Geschäft nicht nennenswert in Gang kam. Hm Bruchteile eines Prozentes höher notierten AEG., Zellstoff Aschaffenburg, Conti Linoleum und 3G--Farben. 3m Verlaufe konnten sich weitere He'ne Besserungen durchsetzen, besonders für Rheinstahl bis zu 0,75 Prozent. Am Rentenmarkt war ebenfalls eine freundlichere Stimmung vorherrschend. Während Alt- und Beubesitzanleihe vernach- läsfigt waren, wurden in Reichsschuldbuchforde- rungen einige Hmsähe getätigt. 6prozentige Deutsche Reichsanleihe von 1927 zogen 0,25 Prozent an. Beubesitzanleihe 6,15, Altbesihanleihe 51, 6proz. Deutsche Reichsanleihe 72, Schutzgebiete 5,80, 4proz. Rumänen 4,15, Berliner Handelsgesellschaft 89, Buderus 37, Harpener 70,50, Aschersleben 97, Phönix 25,25, Rhe'nstahl 64,25, AKH. 53, AEG. 32,10, Bekula 112, 0, Chade- aftien 155, Conti-Gummi 100, Daimler 18,50, Scheideanstalt 140, Deutsche Linoleum 43, Licht und Kraft 85,25, 3G.°Farben 94,10 bis 94,25, Felten 52,50, Gesfürel 66,50, Metallgesellscha^t 33,50, Rütgerswerke 38,75, Siemens 114, Zellstoff Aschafsenburg 27,10, Reichsbahn-Vorzugsaktien 87,75, Hapag 15,90, Borddeutscher Lloyd 16,50, Conti-Linoleum 35. Befferurigsanzeichen der Konjunktur Oie Commerz- und Privatbank zur Wirtschaftslage. 3m Rovernberberichl der Commerz- und Privat-Bank AG., Hamburg-Berlin, wird festgestellt, daß der Schwebezustand, in dem sich unser Wirtschaftsleben seit der Anfang September erfolgten Bekanntgabe des Arbeitsbefchaf- fungsprogrammes der Regierung befindet, auch heute noch anhalte. 3mmerhin fei bemerkens- ferert, daß sich bereits im Oktober eine Reihe von Vorauswirkungen der Maßnahmen gezeigt habe, die vor etwa 8 Wochen vom Reichskabinett getroffen worden find. Während man anfänglich hinter den günstigen Berichten aus den einzelnen 3ndustriezweigen eine Art „Zweckoptimismus" vermutete und teilweise annahm, daß diese Aeuherungen weniger van einer bereits vollzogenen Geschäftsbelebung, als von dem Wunsche nach einer solchen diktiert waren, seien in der Zwischenzeit diese Bedenken jedoch anscheinend zerstreut worden, und es sehe sich allmählich die allgemeine Heberzeugung durch, daß die für Zwecke der Arbeitsbeschaffung mobil gemachten Kräfte ausreichen werden, um den sonst mit Beginn der kälteren 3ahreszeit eintretenden Rückgang nicht nur auszugleichen, sondern vielleicht sogar eine absolute Verminderung der Arbeitslofenziffern herbeizuführen. Dies könne man sowohl aus den Mehranforderungen schließen, die im Güterwagenverkehr an die Reichsbahn gestellt wurden, als auch aus der teilweisen Befestigung der Schrottmärkte, die eines der empfindlichsten Konjunkturbarv- meter darstellten. Weiter horte man besonders aus der Eisenindustrie von einer Besserung auf fast allen Märkten, ebenso aus der Maschinenindustrie. Aehnliches gelte von der Textilindustrie. Eine nicht völlige Hebereinftimmung mit dieser Entwicklung scheine anderseits daraus hervorzugehen, daß, wie sich aus den Zwischenbilanzen der Banken und den Statusveröffentlichungen der Reichsbank ergibt, d ie Geldansprüche der Wirtschaft noch keine ins Gewicht fallende Ausweitung erfahren haben. Die anhaltende Entlastung der Reichsbankausweife könnten sogar zu dem Schluffe führen, daß das Wirtschafts- Volumen eher im Zeichen einer neuerlichen Einschrumpfung stand. Die 3nduftrieberichte sprechen aber gegen eine solche Annahme. Die rückgängige Bewegung des Geldumlaufes wird teilweise auch damit erklärt, daß bisher gehamsterte Bolen allmählich wieder in den Verkehr zurückfliehen, was für die langsame Wiederkehr des vertrauens in die Stabilität unsrer finanziellen Verhältnisse spricht. Vielleicht wäre es bereits wieder zu der Maßnahme einer neuen Diskontsenkung gekommen, wenn nicht die Schwäche des englischen Pfundes, das von etwa 14,50 Mark auf etwa 13,85 Mark zurückging, für England bei einer etwaigen Fortsetzung dieser Bewegung die Gefahr einer Erhöhung der englischen Bankrate nähergerückt hätte. Kurszettel -er Berliner und frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Divid.nde an. — Reichsbankdiskont 4 o. H.. Lombardzknsfuß 5 v. H. Frankfurt a. M. Berlin Jronffurt a.M. Berlin Frankfurt a. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — «. Frankfurt t.gie(cf)e|i. BolkoNaat 1929 Commerz, und Privat-Bank . 0 53,5 53,5 53,5 53,5 Kopenhagen. 72,73 72,87 72,18 72,32 (rud.iahlb 102%)..... 66,9 66,5 66,9 66,5 Darmstädter und Rationalbani 0 — Stockholm . 73,29 73,37 72,73 72,87 Oberhellen Provinz-Anlelhe mh Deutlche Bank und g. G. Farben-Industrte . . . 7 94,9 — 94,75 93,75 London. . . Buenos Atre« 13,98 14,02 13 85 13,89 Anslos.-Rechten . . 53 54,5 — — Dtseonlo-Geselllchasl . 0 75 75 75 75 Scheideanstalt....... 10 140 140 —— -- 0,918 0,922 0,918 0,922 Deutlche Komm. Sammelabl. Dresdner Ban!...... 0 61,75 61,75 61,75 61,75 Goldschmidt........ . 0 26,5 26,75 26,5 26,9 Ncuqork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Anleihe Serie 1 49,13 48 48,75 — ReichSban! ...... 1 125,9 126 125,65 124,75 Rütgerswerke....... Metallgelellichaft...... . 0 39,25 38,75 39 38,65 Brüssel. . . 58,52 58,64 58,52 58,64 6% ehern. 8% n-tanll. Hyp.-Banl . 0 33,5 33,5 —- 33 Italien. . . 21,56 21,60 21,56 21,60 Golow . 15 unkündbar bis 1935 77 77 —— —— A.C.G.......... . 0 32,65 32,13 32,9 31,65 Paris ... 16,52 16,56 16,54 16,58 6% ehern 7% itranll Hi,p.-Banl Bergmann........ . 0 — — 20,75 20,75 Schweiz . . 81,12 81,28 81,19 81,35 Golvv 16 unkündbar bis 1036 76,5 — — Elektr. Lieserungögelellschaft. b 67,5 65 67 65 Philipp Holzmann..... . 0 54 52,65 54,9 52,5 Spanten . . 34,52 34,58 34,52 34,58 6%% ehern 4 yt% .rraiiks.Hyp.- Bank flau Ptandbriefe Licht und Straf t . . . « 85.25 85,25 86,25 85 Zementwerk Heidelberg. . . Cementwerk Karlstadt. . . . . 4 49,5 49,5 — Danzig. . . 82,08 82,24 82,04 82,20 81,9 81,65 — —- Selten & Guilleaume.... 0 53 52,5 53,25 — . 0 50 48,1 — — Japan . . . 0,889 0,891 0,889 0,891 6‘/2% ehern. 4 Vt% Rhetullche Gesellschasr für Elektrilchr 66,4 66 Watch & Frey tag..... . 0 4,8 4,8 — 4,5 Rio de Ian.. 0,294 0,296 0,294 0,296 ^üi’..i8an'-Uinu «@olbp,e. . 6% ehern 8% Pr. LandeSvland» brielankio Pfandbriefe R. 19 81,5 82,13 — —• Unternehmungen .... 4 67 66,5 Jugoslawien. Lissabon . . 5,634 5,646 5,634 5,646 73,75 Khctntlche Elektrizität . . . SB 73 — 73,5 —— 12,76 12,78 12,76 12,78 73,75 73,75 73,25 Schuckerl & (So....... 0 69,5 66,5 68,5 67,25 Schultheis Patzenhoser . . . Aku che Goidrenie . 11,25 11 11,1 — Buderus......... 4 38 37 37,75 37 0 27 28 26,75 Amerikanische Noten . . . 4,20 4,22 4,20% Oesterretchische Silderrenlc 1,05 1,05 1,05 — Deutlche Erdöl...... 6 72 70 71 70 Dessauer Gas....... . 7 — — 88,5 18,5 87,65 Belgische Noten..... 58,36 58,60 4% Ungarifdie Goldrenle . . . 6,3 6,3 6,3 6,3 Geilenkirchener...... 8 37,25 36,5 37,25 36,25 Daimler Motoren..... . 0 18,5 18,5 18,25 Dänische Noten..... 71,81 72,09 4% Ungartlche Staatsrente v. 1910 6,2 6,2 6,2 Haärener......... Voesch Eilen........ Mle Bergbau....... Ilse Bergbau Genülle . . . 0 71 70,5 70,13 70 Deutsche Linoleum .... . 0 44 43 44 42,75 Englische Noten..... 13,81 13,87 4'/z% Dc6gl. von 1913 6,3 6,3 6 34,5 34 Orcnstein & Koppel .... . 0 —— — 33,25 31,75 Französische Noten.... 16.50 16,56 6% abgest. Goldmexilaner Von 09 6,13 6,25 6,25 10 — — 126 Leonhard Tietz...... . 6 44 42 44 42,75 Holländische Noten.... Italienische Noten .... 169,26 169,94 4% Türkische Zollanlell>e von 1911 3,3 3,4 3,3 3,4 97,5 96,9 97 95 Svenska......... O — — — — • • 21,50 21,58 4% Türkische Äagdabbahil-AnleU^ Stlodnetmcne . ..... . 6 33 32 32 31,75 Ch aoe........ . 12 — 157 159,75 154,5 Norwegische Noten . . . . 70,11 70,39 Serie I........ . 3,5 3,5 3,55 — Mannesmann-Röhren . . . . 6 50,13 49,5 49,5 49,9 Deutsch-Oesterreich, i 1OO Schilling — A% deenl. Serie II...... 3,4 3,5 3,45 3,5 ManSselber Bergbau .... . 0 19 19 Rumänische Noten .... 2,47 2,41 p4 Rumän. ver Inh. Rente v. 1903 4,9 5,25 5,3 5,25 Oberschlei. KolLwerke . . . . S 38,65 38,65 frankfurter Maschinen . . . Gritzner......... Mainkraftwerke Höchst a. M.. —— — — Schwedische Noten .... 72,55 72,85 /, 26,25 25,25 26 25,25 . O 26,5 26 27 Schweizer Noten..... 81,01 81,33 4,2 4,15 4,15 4,15 »rheinische Braunkohlen. . . Rheinstahl........ 10 165 160 160,75 159,5 . 4 54,5 52,75 — Spanische Noten..... 34,38 34,52 Anatolier..... 20,13 20,25 20,2 20,4 . 6 64,75 64,25 64,25 63,5 Süddeutscher Zucker . . . . . 8 131,5 130,5 130,75 Ungarische Roten .... — —