Zreltag, 4. November 1932 182. Zahrgang Nr. 260 Erstes Blatt Ausruf Hugenbergs Oie Ausklänge -es Wahlkampfes Annahme von Hiijeigen für die Tagcsnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Will). Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undsürdenAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Biegen. ligen Abrüstung durch Verminderung und Begrenzung der nichtdeutschen Rüstungen finde Die Aussprache um die Reichsrefom 6in persönlicher Schritt des bayerischen Ministerpräsidenten in Berlin. kunft zu verlangen. Das siegreiche Frankreich hätte seinerzeit den Krieg aus fremdes Gebiet tragen können, aber es habe bei Friedensschluß die Waffen niedergelegt. Habe man das etwa vergessen? Er jedenfalls nicht! Er würde gewisse Derzichtleistungen als eine Art Servitut ansehen. Frankreich habe stets die Interessen aller Menschen zu verteidigen versucht. Lr kapituliere nicht vor seiner Pflicht. Man dürfe keine leichtfertige Lösung annehmen. Hierauf nahm der Radikale Kongreß eine Ent- schueßung an, in der die allgemeine Politik der Regierung gebilligt wird. Oie „Times" über Abrüstung und Beriragsrevision C o n b o n, 4. Rov. (MTV. Funkspruch.) „Times" schildert in einem Leitartikel die Stimmung der englischen Oesfentlichkeit zur A b r ü st u n g und zu einer territorialen Revision des Versailler Vertrages. Das britische Volk habe, so schreibt das Blatt, gegen ein Wiederaufleben des Wettrüstens eine uneingeschränkte Abneigung, sei jedoch fürgrundsählicheAnerkennung des deutschen Anspruchs auf Gleichberechtigung. Der Gedanke einer freiwit- ausmünde, ausbauen. Brüning spricht in Breslau. Breslau, 4.Rov. (ERB.) 3n einer Zen- trumskundgebung in der Breslauer Jahrhundert- Halle sprach am Donnerstagabend Reichskanzler außer Dienst Dr. Brün in g. Er erklärte u. a-, der Sinn dieses Wahlkampfes fei, dem Volke klar zu zeigen, wo der Hebel zu einer Losung anaesetzt werden müsse, die verhindere, daß Deutschland in immer neue innenpolitische Kamme hineingezogen werde. Es gebe heute in DeutiA land Wichtigeres zu tun, als nach dem Spruch des Staatsgerichtshofes erneut über die Aus- [equng dieses Urteils Streit zu beginnen. Spätestens nach den Wahlen müsse die Möglichkeit geschaffen werden, die wirkliche D i l a n z d e r deutschen innen- und außenpolitisch e n S i t u a t i o n mit der Regierung zu ziehen. Der Redner setzte sich dann mit der Haltung des Zentrums zur R SD AP. auseinander. Bei den Verhandlungen sei davon ausgegangen worden daß die Verfassung geschert undauf rechterhalten werden teilte. Wenn Hitler fortfahre, die ganze Macht zu fordern, dann werde er den jetzigen Machthabern die Macht dauernd in die Hände spielen. Das Zentrum erstrebe, Ruhe und Stabilität zu schaffen. Es wolle nicht, daß die Arbeit von Jahren umsonst vertan werde und kämpfe gegen eine Erschütterung des Rechts- und Verfassungsbegriffes und eine Rückwärtsrevidierung von Volksrechten. Auch er, Brüning, habe die Reichsreform vorbereitet und trete für eine Zurückdrän- gw n g des überspitzten Parlamentarismus und Parteiwesens, für eine Wahlrechtsreform und für eine Stärkung der Stellung des Reichsrates ein. Aber der Art. 54, wonach die Regierung das Vertrauen des Reichs- Drei Staatsmänner über die Abrüstung Ein bemerkenswerter Artikel der Londoner „Times". ,-daß schon jetzt unzähliche Menschen gerade in diesen Tagen mir innerlich Abbitte leisten und sagen, welch ein Glück, daß diese Bewegung nicht mit dem Schicksal dieser Regierung verbunden ist. Ich war bereit, die Führung zu übernehmen, aber man wollte das nicht, im Gegenteil, schon aus der ganzen Art der Beteiligung an dieser Regierung geht eindeutig hervor, was man beabsichtigte. Ministerohne P o r t e - feuille, ohne jede Bedeutung, verfassungsmah-g gänzlich wortlos. Ich habe danach kein Bedürfnis. Hitler führte dann in Anlehnung an frühere Wahlreden aus, daß das einzige, was ihn bestechen und verführen könne, die Macht und die vuy- r unq selbst seien. Wenn man läge, wie er dazu komme, die Führung zu fordern, so muj.e er fragen, wie Herr von Papen dazu komme sie ihm zu yer- meiaern. Die 14 Millionen, die heute hinter ihm stünden, seien mehr als eine Zahl: fit'■ f«en bes beugen Volkes letzte Hoffnung, und diese 14 Mil- fionen erwarteten von ihm eins daß, mennsie eingesetzt würden, bann auch wirklich des deutschen Volkes große Stunde gekommen fei. Wenn Deutich- land wieder emporsteigen wolle, müße man dort beginnen, wo die Katastrophe ihren Ausgang nahm. Deutschland müsse wieder stark sein. Er wolle die bürgerlichen Parteien nicht vernichten, sondern sie zusammenhalten, um eine deutsche Gemeinschaft aufzu- richten. Die Zukunft gehöre denen, die sich hm- geben in Opfern, Tatkraft und glühenden Liebe zum deutschen Volk. Herriot. Toulouse, 4. Rov. (WTD.) Der von seiner Madrider Reite unmittelbar hierher zum Partei- kongreh der R^ikalen zurückgekehrte Ministerpräsident Herriot hielt gestern abend vor dem Kongreß eine große Rede, in der er nach einer 'Betrachtung innerpolitischer Fragen zum A b - rüstungsproblem u. a. folgendes erklärte: Kleber den Hooverschen Abrüstungs- p l a n habe er sich seine Ansicht Vorbehalten, um ihn ernstlich studieren zu können. Hier handele es sich um verwickelte, technische Fragen, von deren Lösung das Leben der Kinder Frankreichs ab- bänae Der Hoover-Plan sehe eine pro Porti onelleDerteilungderStreitkräfte vor Wenn er also für eine Bevölkerung von 60 iNittionen 100 000 Mann vorsehe, dann würde Frankreich nur 62 000 Mann haben dürfen. Ter französische Plan zur Organisierung des Friedens sei natürlich nicht vollkommen, aber es sei doch.ungerecht, Dorwürfe gegen diefenigen zu erbeben die zum drittenmal die 2ni lative zugunsten des allgemeinen Friedens ergriffen hatten. Er fierriot, werde niemals die Sicherheit von der Abrüstung trennen lassen. ^ankreich habe vier Jahre lang unter einer ^naaHon A leiden gehabt. Habe er nicht das Recht M sein Land G a r a n t i en f u r d ie Z u- den Auseinandersetzungen, die sich an die Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held angeschlossen haben. Es sei eigentlich verwunderlich, daß die Reichsregierung sich überrascht zeige. Auf der Ministerbesprechung in Stuttgart sei ihr klar und eindeutig zum Ausdruck gebracht worden, daß die Länderregierungen gegen das Vorgehen gegen Preußen schärfste Bedenken hätten und es als nicht dem Sinn und Geist der Verfassung entsprechend bezeichneten. Das Verhältnis zwischen Reich und Preußen sei im übrigen das Kernstück der Reichsreform und lasse sich nicht auf Grund des Artikels 48 losen. An dieser Auffassung, vorwiegend der süddeutschen Regierungen habe sich nichts geändert. Die Auslegung des Leipziger Urteils durch die Reichsregierung sei nicht geeignet, den Widerspruch der Länderregierungen zu mildern. Oeutschnationale Erklärung aus Bayern. München, 3.Rov. (ERB.) Der Wirt- schaftsausschuh der DRVP. in Bayern hat aus Anlaß der scharfen Angriffe, die der bayerische Ministerpräsident Dr. Held in Wählerversammlungen gegen die Reichs- regierung richtete, eine Verlautbarung veröffentlicht, in der u. a. gesagt wird, Dr. Held habe die in seinem Amt als bayerischer Ministerpräsident gebotene Sachlichkeit verlassen und als Parteimann den Kampf gegen das Reichskabinett entfesselt, der weder der Einflußnahme Bayerns auf die bevorstehende Reichsreform, noch den wohlverstandenen Unter» essen der bayerischen Wirtschaft dienlich sei. Reichskanzler v. papen. Paris. 4. Rov. (MTB. Funkspruch.) Reichskanzler von Papen hat einem Berliner Milorbeiter des Pariser „Lxcelsior" auf verschie- dene aktuelle Fragen geantwortet. Der Reichskanzler gab seiner festen Hoffnung Ausdruck, die ihm g e st eilten Aufgaben durchführen zu können, andernfalls werde er nicht eine Sekunde länger an der Regierung bleiben. Zum Gleichberechtigungsproblem führte der Reichskanzler aus, es handle sich um das Recht, genau das gleiche tun zu können, wie die anderen. Auf die Bemerkung seines Besuchers, daß die Reparationsftreichung vielleicht eine Notwendigkeit für Deutschland gewesen sei, aber bie Gleichheit in der Rüstungs- r a g e materiell nicht denselben ernsten Charakter tragen würde, erwiderte der Reichskanzler: „3m Gegenteil, einen noch ernsteren Charakter!" Zunächst haben wir Anspruch auf materielle Sicherheit. Abgesehen davon gibt es eine Eigenliebe und die Selbsterhaltung. Der Besucher wies den Reichskanzler daraus hin, daß zwischen Paris und Berlin großes Mißtrauen herrsche. Der Reichskanzler erwiderte, mit Mißtrauen werde man niemals eine gute Politik treiben können. 3n Lausanne habe er mit h e r - r l o t eingehende freimütige Unterredungen gehabt, herriot wüßte, wie er das Problem der deutsch - sranzöfifchen Beziehungen ansehe. Aus den konstruktiven Plan hernots einzugehen, lehnte der Reichskanzler mit dem Hinweis ab, daß er den Plan er ft genau kennen müsse. Vielleicht bilde er eine Diskussionsgrundlage. Mussolini. Paris, 4. Rov. (TU.) Mussolini gewährte einem Vertreter der Pariser „Live r t e eine Unterredung, in der er sich über dte Abrüstung und eine französisch-italienische Zusammenarbeit auf dem Balkan äußerte. Auf die Frage, ob man die Abrüstung ohne Kon- trolle durchführen könne, erwiderte Mussolini, die Abrüstung könne nur durch den aufrichtigen und festenWillen allerMachte verwirklicht werden, d. h. sie müsse eine Art Vertrauenvhandlung zwischen den Völkern darstellen. Wenn diese Voraussetzung nicht gegeben sei, würden alle anderen Garantien unwirksam bleiben. ,. r , . , ft „ Was die französisch- i t a l i e n ische Zusammenarbeit auf dem Balkan an* lange 7° sei eine wirtschaftliche Verständigung zwischen den landwirtschaftlichen und den mou- ?triellen Kreisen beider.Nachbarstaaten besond^s für bestimmte Erzeugnisse wünschenswert Sie dürfe aber nur aus dem Boden voll komme ner Gleichheit durchgefuhrt werden^ und dürste britten (Staaten kein enS (Haden zufügen. Diese Zusammenarbeit dürfe ledockn i e m a ks zur Schaffung vonMonopolen fuhren. Italien stehe jeder wirtschaftsmonopolcherung ablehnend gegenüber. Was die Aufnahme von A u s l a n & a n l e i * H-N ange&e, fo h°b>,-in Land immer nach dem Grundsatz gehandelt: Italien hilft sch selbst. Er sei der Lleberzeugung, daß E u r o p a endlich den Weg einer internationalen Zusammenarbeit beschreiten müsse, um die gegenwärtigen Schwierigkeiten zu uberwinven. Eine Politik der Vereinsamung sei Selbstmord. Die Folge einer fachen Politik fei die Lähmung der wechselseitigen ^zrehung r^ der Riedergang der Erzeugung und des Außenhandels. Hitler über denAusgangspunkt | der Wirtschastsnot. Hannover, 3. Nov. (TU.) 3n bem 40000 Personen faffenben Zelt sprach heute Aböls H i t - l e r Er begründete sein Verhalten am 13. August roie in seinen letzten Wahlreden und erklärte weiter, statt des Einflusses auf die Führung habe man ihn mit dem Reichsinnenministerium verantwort- lick, machen wollen für den Polizeieinsatz bei Unruhen die die Notverordnungen der Regierung aus- lüsen'müßten. Er habe solche Zumutungen viele Jahre genau erkannt. Nachdem es nicht moglch genasen sei die Bewegung zu vernichten, habe man sie Ws Trommler angesehen, der die Massen nationalisieren solle. Die Herren von heute schienen ver- aessen zu haben, daß der Ausgangspunkt 87rK°t°str°ph° nicht in der Wirt- rlnft sondern im politischen Leben i/aein dem sich das Volk weltanschaulich aufge- !7ilt'habe Das Dritte Reich werde nur einen Sinn haben, wenn die geistigen Wurzeln wieder in das Volk hineinwüchsen. Die Entscheidung werde nicht i-r Millionen erkämpfen, andern sie werde in der Zukunf fallen, wenn zu den 13 Millionen noch weitere 30, ja 40 Millionen gestoßen seien. Hitler in Kassel. 4. Nov. (Lpd.) Dor etwa 35 000 Men- gestern abend Adolf Hitler hier in LVnA. „Ich S'aub°", MC Hitt-r u. a„ Lenkt Held ein? m ü n d) e n, 3. Rov. (TU.) Wie verlaulel, hat der bayerische Ministerpräsident Dr. Held bei der Reichsregierung Schritte unternommen, die geeignet sind, eine wesentliche Entspannung der Lage herbeizuführen. Die „Bayerische Staatszeitung" erhält aus Berlin zu der Erklärung der R e i ch s - regierung über die Heldrede vom Mittwoch einen Drahtbericht, in dem es u. a. heißt. Wie uns der bayerische Gesandte Erz. v. P rege r erklärte, ist er vom Staats e.retär ' kanzlei erst am Freitagnachmittag über die Absichten der Reichsregierung im einzelnen unterrichtet worden, also erst nach Abschluß der Freitagsihung des R e i ch s k a b i n e 11 s, in welcher die Beschlüsse der Reichsregierung über den Entwurf der Verfassung und Reichs- reform gefaßt worden waren. Der Gesandte hatte jedoch bereits am Freitagvormittag vor dem Beginn der Kabinettsberatungen im Auftrage der bayerischen Regierung eine Tarnung an öie Reichsregierung übermittelt, das .Kabinett möge nichts unternehmen, was das grundsätzliche Verhältnis zwischen Reich und Preußen ändern würde. Außerdem hat die Informierung des Gesandten nicht auf eigene Initiative der Reichskanzlei hin, sondern erst auf Grund der erwähnten Warnung stattgefunden. / B n zuständiger bayerischer Stelle wurde diese Darstellung ausdrücklich bestätigt. Erklärungen Adelungs. D a r m ft a b t, 3. Nov. (WSN.) Wie die „Darm- ftäbter Zeitung", das Regierungsorgan, nutteilt, nahm Staatspräsident Dr. Adelung Stellung zu Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monals-Sezugrpreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: firanlfvrt am Main 11686. GietzeiierAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: rZrühl'sche Universitäts-Such- und Zleindruckerei K Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstraße 7. Berlin, 3.Rov. (TU.) Der deutschnakionale Parteiführer Dr. H u g e n be r g erläßt zur Wahl einen Aufruf, in dem es heißt: Parteien st aat oder unabhängige Staatsführung, das ist die Frage, der die Entscheidung des 6. Rovember gilt. Im Reiche haben wir eine von den Parteien unabhängige S'ÄS Von V V°: 9em«Ä «ß* Ä Aussicht auf eine Vereinbarung zur Vernnnoerung, ieren Par.e reg m nt durch ein anderes P a r- Begrenzung oder Abschaffung gewisser Klassen teiregiment ersetzen? Wer beides nicht will, aggressiver Waffen sei nicht so sernliegend, daß man wer einen neuen, auf dem nationalen Gedanken sie dadurch komplizieren solle, Deutschland zu er- aufgebauten, aber von Sozialismus freien Staat mutigen Waffen herzustellen, die vielleicht morgen will, wer eine unabhängige und starke unter „Heiner Zustimmung ab« werden Das ideale Verfahren wurde natürlich fern, Zuers Deutschnationale Dolkspartei wählen. Deutfchland auf gleichem Zug in die / , Konferenz zurückzubringen, dann eine Die wirtschaftlichen Konvention über den künftigen Umfang und Lha- rafter der Rüstungen aller Länder auszuarbeiten jW^CrUtigCtt (JCF und schließlich jeder Ration die Freiheit zu lassen, ^Berlin 3 Rov. (ERB.) Dte DRVP. veran- innerhalb der neuen Grenzen zu handeln. staltete heute abend eine Kundgebung im Sport- Ueber die territorialen Bestimmungen bei der der Parteiführer H u genb c r g der Friedensverträge sagt die „Times", grundsätzliche Ausführungen über die wirt- das englische Volk sei allgemein der Ansicht, daß in sch östlichen Forderungen de rDR BP. Versailles Fehler begangen worden seien, und über die Stellungnahme der Deutschnatrona- dah die Ungerechtigkeit gewisser Bestimmun- len zu den Derfassungsreformplänen gen sich im Laufe enthüllt habe und daß früher oder mach.te ^^ie, Ätzern die Rückkehr zu später Revisionsmahnahmen erfolgen geordneten Nationalwirtschaft in mühten. allen hochstehenden Ländern bringe die Heilung der __ Krise und die Wiederbelebung des gesunden inter- 1 nationalen Warenaustausches. Jedes Land müsse bei sich selbst Hand anlegen und vor allem Deutschland durch autonome Schuldenregelung. Mit dem Kapitalismus, wie wir ihn hätten, gehe es nicht. Das Internationale, zwischen den Staaten vagabundierende Kapital ist der Feind aller. Es muß eingefangen und unschädlich gemacht werden. Das nationale Kapital aber soll für das verantwortlich sein, was es tut, darum Ehrengerichte für die wirtschaftenden Menschen und Zu- rückdrängung des anonymen, namenlosen Unternehmers. Neben dem persönlichen Unternehmer und dem persönlich verantwort- licken Besitzer einer Kapitalmehrheit soll nicht etwa der Staat ober d i e Gemeinde als Inhaber der großen Werke stehen, sondern der organisierte, sich selbst verwaltende Berufsstand, insbesondere die orgamjierte Landwirtschaft, deren Verknüpfung mit dem gewerblichen Leben in aller Interesse liegt. So würde an Stelle des bisherigen regellosen Durcheinanders wechselnder anonymer Kapitalsmächte in den höheren Machtstufen des Wirtschaftslebens, ohne daß der Staat wirtschaftet, ein geordnetes Gerippe ständischer und verantwortlicher Kapitalsmächte treten. Mit einem kranken Volk, fuhr der Redner fort, könne man keine Verfassung machen, und das, was jetzt auf diesem Gebiet geschehe, seien nur N o t- ftan-bsarb eiten. Aber es dürfe nichts geschehen, was dem großen Ziele zuwiderlause. Die berufsständische Gliederung sei eine wirtschaftlche Selbstverwaltung, die dem Staate eine Fülle von Arbeiten abnehme, ohne über den Staat zu herrschen. Wir wollen keinen Parte i e n - I staat, so betonte Hugenberg, sondern einen Staat I einheitlichen nationalen Willens. Der neue Staat wird auch die Frage, was politisch notwendig ist, nicht durch Urteil eines Staatsgerichtshofes behandeln lassen. Ueber den konfessionellen Zwiespalt soll der nationale Einheitsgedanke die Brücke schlagen. Das nationale Leben des neuen Staates werde sich auf der nationalen Schule, die in die Schule derallgemeinenWehrpflicht i;ce5 bedürfe, dürfe nicht abgefchafft, oder in ic ne.: tx-featikben Grundlagen abgeändert werden. DaS Zentrum kämpfe für das sacrum impcrum des Rechtes und der Verfassung Der Wahlaufruf der Landvoitpariei. Berlin, 3. Rov. Der Dorstand der Landvolk- pariei erläßt folgenden Aufruf zur Reichstag S w a h l: „Zur ReichLtagswahl stellt die Landvolkpartei (Christlich-Rationale Bauern- und Landvolk- Partei) in allen Wahlkreisen eigene Listen aus. Aus wahltechnischen Gründen hat die Landvolkpartei eine Listenverbindung mit dem Bayrischen Bauernbund abgeschlossen. Dieses Bündnis hat den Zweck, Stimmenverluste zu vermeiden, wenn es nicht gelingen sollte, in einem Wahlkreis einen eigenen Kandidaten der Landvolkpartei durchzubringen. Die Landvollpartei wird in ihrer absoluten Selbständigkeit durch dieses rein taktische Dorgehen nicht berührt. Alle Stimmen, die für das Deutsche Landvolk abgegeben werden, kommen ihm zu gute. Die Landvolkpartei will keine Zersplitterung im nationalen Lager. Im Gegenteil, sie sucht diejenigen Wähler an die Wahlurne zu bringen, die beim Fehlen einer eigenen Landvolkpartei nicht zur Wahlurne gingen. Die Landvolkpartei ist keine Gegnerin der Stadt. Sie kämpft lediglich für die Gleichberechtigung des Landvolks gegenüber der Stadt. Die Landvolkpartei sieht in einem bodenständigen, freien, gesunden Bauerntum die Grundlage und Voraussetzung des Wiederaufstiegs unserer Gesamtwirtschaft und unseres Dolles. Die Landvolkpartei sieht im Marxismus und Kommunismus, den sie mit allen Mitteln bekämpft, nicht allein den Todfeind des eigenen Berufsstandes. sondern auch den Zerstörer der geistigen und sittlichen Kräfte unseres Gesamtvolkes. Tie Landvolkpartei ist Gegnerin des heutigen parlamentarischen Systems und der Weimarer Verfassung. Mehr denn je ist die Rettung unseres Vaterlandes aus tiefster Rot und Elend eine Frage der Persönlichkit. Teshalb sieht die Landvolkpartei in eiwrr überparteilichen Präsidialregierung den einzig möglichen Weg des Wiederaufstiegs. Tie Landvolkpartei kämpft für die Sammlung aller nationalen und sittlichen Kräfte des Landvolkes. Ihr höchstes Kampfziel ist die äußere und innere Freiheit unseres Gesamtvolkes." Im Wahlkreis 33 Hessen-Darmstadt wird der Wahlvorschlag der Landvolkpartei von dem Landwirt Heinrich Fenchel in Ober-Hörgern (Kreis Gießen) als Spitzenkandidaten geführt. Oer Verkehrsstreik in Berlin. 52 kommunistische Führer verhaftet. Berlin, 4. Noo. (WTB.) Im Zusammenhang mit dem wilden Streik bei der BVG. nahm die Polizei am Donnerstagabend die Berliner Bezirksleitung der Revolutionären Gewerkschafts- Opposition (Jndustriegruppe Gemeinde und Verkehr) fest. Die Mitglieder dieser Gruppe befanden sich in einer Versammlung, die den Zweck hatte, einen Sympathiestreik der Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke anzuzetteln. Insgesamt wurden 52 Funktionäre festgenommen. Zusammenstöße vor einem Straßenbahnhof.—Ein Toter. Berlin, 4. Nov. (ERB. Funkspruch.) Vor einem Betriebsbahnhof in Berlin-Schöneberg kam es heute morgen zu Zusammenrot- tungen streikender BVG.-Arbeiter, die die Polizei auseinanderzutreiben versuchte. Die Beamten. wurden tätlich angegriffen und derart bedroht, daß sie von ihrer Schußwaffe Gebrauch machen mußten. Auch aus der Menge sollen Schüsse gefallen sein. Eine Person wurde so schwer verletzt, daß sie auf dem Transport ins Krankenhaus starb. Zwei weitere Personen wurden verletzt. Der Erschossene und die drei Verletzten find sämtlich S Ä.- L e u t e. Auch unter den Kommunisten, die sich an der Zusammenrottung beteiligt hatten, sollen mehrere Personen verletzt worden sein, die aber von ihren Kameraden fort geschafft worden sind. Fortsetzung -es Streiks? Berlin, 3. Rov. (ERB.) Don einer Stelle, die sich als Zentrale Streikleitung der Derkehrsarbeiter bezeichnet, wurde gegen Mitternacht den Redaktionen eine Erklärung zugeleitet, wonach sich an den Beschlüssen der Streikleitung durch die Derbindlichkeitserklärung nichts ändere. Der Streik werde fortgesetzt. Freispruch des „Mobe^ckommaudanien. Höhere Gewalt als Ursache der „Aiobe--Katastrophe. Kiel, 3.Rov. (WTB.) Im weiteren Verlauf der Kriegsgerichtsverhandlung wegen des Unterganges der „R iobe" wurden die Personalien des Angeklagten, Kapitänleutnant Ruhfuh, verlesen. Aus einem Führungszeugnis des Inspekteurs des Bildungswesens der Marine, Konteradmiral Schultze, ist hervorzuheben, daß Kapitänleutnant Ruhfuh als Offizier, wie als Kommandant der „Riobe" eine hervorragende Dienstauffassung gezeigt habe. Seine Leistungen seien ausgezeichnet gewesen, so daß sie ihn als geeignet erscheinen ließen, unter vielen zum Führer des Schiffes ausgewählt zu werden. Als Kommandant erklärte Kapitär.leutnant Ruhfuh, trage er für alles, was auf dem Schiffe geschehen sei, die volle Verantwortung. Er gab dann eine ausführliche Darstellung von dem Unglücf. Zum Schluß seiner Aussage erklärte er: „Ich fühle mich nicht schuldig. Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen alle Maßnahmen getroffen, die mir als altem Segler bei Gefahr nötig erschienen. Ich hatte keinen Grund, mehr Segel zu bergen, da ich nach meinen Erfahrungen hinter der auf- kommenden Gewitterbö nicht soviel erwarten konnte, als tatsächlich dahintersteckte." Es wurde dann die Frage erörtert, wieviel Zeit verstrichen fei, von dem Einfallen der Bö und dem Augenblick, wo das Schiff als verloren anzusehen war. Kapitänleutnant Ruhfuh meinte, daß es sich um Bruchteile von Sekunden gehandelt habe. Auf eine weitere Frage des Vorsitzenden gab Kapitänleutnant Deiner Hände Werk Vornan von Klothilde von StegmannStein. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) 7 Fortsetzung. Nachdruck verboten. Siebentes Kapitel. Schweigend stand sie neben ihm, der jetzt mit der Hand hinauswies in die lichte Weite: „Sehen Sie, Fräulein Hiltrud, wie diese Rächt alles verschönt, was in ihr ist! Sogar die Werk- türme umgibt sie mit einem Zauber, so daß sie ihrer prosaischen Bestimmung fast entrückt scheinen." Leise sagte Hiltrud: „Sie sprechen von gütigen Feen. Baron Grikson, die in solchen Mondnächten unterwegs sind, um den Menschenkindern Gaben zu bringen. Mir scheint, Ihnen hat solch eine Fee die @abe verliehen, die Ratur mit anderen Augen zu sehen. Ich habe bisher nie etwas Schönes an unseren Werktürmen finden können und an den kleinen bescheidenen Häusern. Auf einmal aber erkenne ich auch, daß eine Schönheit in ihnen verborgen liegt. Man hat mich nur nie gelehrt, darauf zu achten." Mit warmen Blicken sah Olaf das junge Mädchen an. Wie sie so dastand, das feine, zarte Gesicht mit einem verwunderten und ernsten Ausdruck auf die Landschaft vor sich gerichtet, schien sie ihm als eine ganz andere. Alle die blasierte Müdigkeit und Oberflächlichkeit schien von ihr abgefallen, dies ganze hochmütige Besserwissenwollen, das ihn an ihr störte. Hier neben ihm stand ein junges, liebreizendes Mädchen, das mit verträumten Augen in das Wunder der Frühlingsnacht hinauslauschte. Eine warme Welle stieg ihm zum Herzen. Wie wundersam erglänzte das matte Gold des Mädchenhaares, auf dem der Mond sein Licht wie in leichter Zärtlichkeit ruhen ließ ... Wie fein war der Ansatz der durchsichtigen Stirn unter diesem Blondhaar, das Profil der feinrüdigen Rase, der Wangen und des mädchenhaften blaßrosa Mundes. Wie aus Mondlicht und Traum gewoben, stand die ganze lichte Gestalt neben ihm, Sehnsucht und Verlangen ins Herz gießend. Aber er bezwang sich. Dieses Traumbild zeigte sich im grellen Tageslicht oft so anders, so ganz anders. Er konnte es jetzt nicht fassen, daß dieser zarte, sehnsüchtige Mund oft so törichte, hochmütige Worte finden konnte, daß diese Augen, die jetzt mit schwärmerischem Ausdruck dem wandernden Mond folgten, verächtlich und hart blicken konnten. Vielleicht aber hatte er jetzt in diesem zauberhaften Augenblick Hiltruds wahres Wesen erkannt? Dann war alles das, was ihn an ihr immer wieder zurückgestoßen, weniger sie selbst, als die Folge einer falschen Erziehung durch die kalte, stolze Mutter. Wenn es so war, dann vermochte man sicherlich Hiltruds wahres Wesen zu erwecken — durch die Liebe. Liebe vermochte ja so viel bei einer Frau. Liebe konnte eine Frau zum Engel oder zum Teufel machen. Unwillkürlich rückte Olaf näher an Hiltrud heran, deren Hand auf der Birkenlehne der kleinen Brücke lag. Wie zart und schmal war diese Hand; es war eine Kinderhand fast. Sie würde nie imstande sein, wenn etwas Schweres an sie herantrat, das Leben zu meistern. Immer würde ein anderer da sein müssen, der sie stützte und hielt. Die Hand ihrer Mutter, Frau Melanies Hand, war eine andere: lang, fest, mit harten Fingern, eine Hand, die wußte, wo sie zugreifen, wo sie abweifen mußte. Hiltrud war wohl zu sehr das Geschöpf dieser Mutter: aber vielleicht würde sie auch das Geschöpf eines Mannes werden, der es verstand, sie in die richtigen Bahnen zu lenken. „Wissen Sie, Fräulein Hiltrud", sagte der Mann leise, „daß ich glaube, ich habe schon Glück gehabt und habe eine der guten Feen gesehen?" Ein Schauer lief durch die Seele des Mädchens; das stolze, kühne Gesicht des Mannes hatte jetzt einen so weichen Ausdruck, wie sie nie für möglich gehalten. Sie fühlte feinen Blick mit heißer Zärtlichkeit auf ihrer Hand ruhen —, und in einem plötzlichen Gefühl mädchenhafter Scheu Aog sie die Hand fort. Hätte Olaf zu ihr gesprochen, keck und werbend, wie sie es allzuoft von den jungen Leuten ihres Kreises erfahren, sie wäre nicht so verlegen gewesen — denn noch immer hatte sie jeden Menschen in die ihm gebührenden Schranken zurückweisen können. Aber diese Art des jungen Mannes weckte ungeahnte, scheue Regungen in ihr. Doch gerade diese zurückweichende Bewegung der Mädchenhand war es, die Olaf aus seinem Traume schreckte. Gewaltsam riß er sich zusammen, schüttelte die sehnsuchtsvolle Stimmung ab. Man kannte sich ja noch viel zu wenig. Was er aber von Hiltrud kannte, war viel zu widerspruchsvoll. So war er beinahe froh, als jetzt die raunende Sülle der warmen Nacht unterbrochen wurde von lauten, fröhlichen Rusen, die drüben vom nahen Strande des Flusses herüberdrangen. Man unterschied ein paar Iungmännerstim- men. Einer rief ein Kommando. Es rauschte etwas, wie wenn ein Boot zu Wasser gelassen wurde; dann antwortete eine weichere, hellere Stimme, und ein Mädchenlachen mischte sich in das Dunkel der Männerstimmen. „Wer geistert denn da so spät noch bei Ihrem Bootsteg herum, Fräulein Hiltrud?" fragte Olaf „Wollen wir einmal nachsehen?" Hiltruds Gesicht veränderte sich jäh — der hochmütige, böse R u h f u ß an, daß Bullaugen und Schotten zum Teil geschlossen, zum Teil aber geöffnet gewesen seien. Es habe kein Grund Vorgelegen, das Schiff in allen feinen Teilen abzuschließen. Es wurde dann in die Zeugenvernehmung eingetreten. Oberbootsm ann Kühn, einer der Ueberlebenöen der „Riobe", bestätigte, daß die Bö ganz überraschend gekommen sei. Er habe ähnliches noch nicht erlebt. Kapitänleutnant Ruhfuh sei ein sehr vorsichtiger Seemann. Das Schiff selbst sei wohl seefest gewesen, aber es habe sich leicht auf die Seite gelegt. Oberleutnant zur See Lott war Wachossi- zier auf der „Riobe". Er hat gleich Kühn den Eindruck, daß es bei der herrschenden Wetterlage nicht unbedingt notwendig gewesen wär«, die Obersegel zu bergen. Auch die übrigen als Zeugen vernommenen Lieberlebenden der „Riobe" bestätigten das plöhliche Auftreten der Bö, die mit ungeheurer wucht eingefallen fei, deren Gefährlichkeit aber vorher nicht zu erkennen gewesen sei. Kapitän Thomsen, Führer des Feuerschiffes „Fehmam-Delt", erklärte, die aufkommende Bö habe nicht sehr gefährlich ausgesehen. Die Fort- nahme der Obersegel bei der „Riobe" scheine ihm jedoch der Wetterlage angemessen gewesen zu sein. Korvettenkapitän K ü m p e 1, der frühere Kommandant der „Riobe", betonte, Kapitänleutnant Ruh fuß habe von Anfang an guten seemännischen Sinn und Verständnis gezeigt. Er habe die Lieberzeugung gehabt, daß Ruhfuh jeglicher Lage gewachsen sei. Zur „Riobe" selbst habe der Zeuge volles Vertrauen gehabt. Rach Schluß der Beweisaufnahme erstatteten die Sachverständigen ihr Gutachten. Aus ihren Berichten ging übereinstimmend hervor, daß Kommandant Ruhfuh gar nicht anders habe handeln können, als es geschehen sei: es habe sich um eine Bö gehandelt, wie sie in unseren Breiten nur sehr selten vorkomme. Das Unglück sei daher auf höhere Gewalt zurück- zuführen. In seinem Plädoyer betonte Kriegsgerichtsrat Becker, von einem Verschulden desKorn- mandanten könne nicht die Rede sein; denn mit einem derartigen außergewöhnlichen Naturereignis habe er nicht rechnen können. Er stelle daher die Freisprechung des Kommandanten anheim. Der Verteidiger des Angeklagten schloß sich diesem Antrag an. Kapitänleutnant Ruhfuh verzichtete auf das Schlußwort. Das Gericht sprach dann den Kommandanten Ruhfuh frei. Oie Urteilsbegründung. In der Begründung des Urteils führte der Vorsitzende, Kriegsgerichtsrat Schuck, u. a. aus: Nach Auffassung deS Gerichts steht ober fällt die Anklage gegen den damaligen Kommandanten der „Niobe" mit der Bejahung oder Verneinung der Frage: „Entspricht die Segelführung beS Schiffes am 26. Juli der herrschenden allgemeinen Wetterlage?" LaS Gericht hat diese Frage im positiven Sinne beantwortet. Als Vorfrage war dabei zu prüfen: „Sind vom Kommandanten der „Niobe" die Wetterverhältnisse an dem Nachmittag mit der notwendigen Sorgfalt beobachtet worden?" Daß daS geschehen ist, ergibt sich nicht nur aus den Gutachten der Sachverständigen, sondern auch aus dem, was das Gericht aus den Aussagen der . Zeugen und dem Ergebnis der Beweisaufnahme annehmen mußte. Dabei steht fest, daß Kapitänleutnant Ruhfuß sich zu keiner Zeit von den Ereignissen jenes Rachmittags hat überraschen lassen. Es ist nicht ein einziger Zeuge ausgetreten, der auch nur einen Anhaltspunkt dafür hätte geben können, daß eine Möglichkeit bestanden hätte, die Böe, die schließlich die „Riobe" zum kentern brachte, Ausdruck, den es so oft annahm, entstellte die zarten Züge. „Mein Stiefbruder treibt sich da wieder mit den jungen Leuten vom Hofe hemm", sagte sie verächtlich. „Er kann und kann die alten Gewohnheiten nicht ablegen und gibt sich immer noch mit den IungenS ab, mit denen er als Kind zusammen auf dem Werkshof gespielt hat. Er ist eben in dieser Hinsicht nie richtig erzogen worden." Hiltmds ganzer Aerger, in diesem Augenblick gestört worden zu sein, entlud sich in den scharfen Worten. Schweigend ging Ola,f neben ihr her. Er bereute es nicht, sich vorhin im Zaum gehalten zu haben, obwohl die Versuchung, den zarten, hochmütigen Mädchenmund zu küssen, ihm das Blut in den Kopf getrieben hatte. Aber nun war ja hier wieder jene Hiltrud, die er nicht begreifen konnte, die hart und hochmütig über ihren Bruder uni. seine Iugendsreund- schast urteilte. Dabei schien dieser Kurt Bremer ein ganz famoser Junge zu sein, ganz der Schlag des alten, verehrten Kommerzienrats Bremer. Es war Olaf Erikson, der selbst in einem großen, heiteren Geschwisterkreis oben auf dem großen Gut von Björking auf gewachsen, unbegreiflich, daß junge Menschen in einer Familie nicht zusammenhielten. Aus Hiltmds Art dem jüngeren Stiefbruder gegenüber sprach beinahe etwas wie Hatz. So erwiderte er nichts daraus; nur nach einer Weile, während sie dem Werksufer entgegengingen, sagte er wie beiläufig: „Wissen Sie, Fräulein Hiltmd, daß bei uns auf dem Gutshof von B'örking heute noch die Leute bei unS mit am L if he sitzen?" „Wie?" fragte Hiltmd erstaunt zurück. „An welchem Tische?" „Nun, am Tische mit meinen Eltern und unS. Wir haben eine große Halle; in der wird allabendlich das Essen für die Eltern, für alle Kinder und auch für die Leute aufgetragen. Lind es gibt keinen Llnterschied zwischen ihnen und unS. Ich erzähle Ihnen daS nur, um Ihnen zu zeigen, daß ich die Einstellung Ihres BmderS Kurt sehr gut verstehe. Ich selbst habe heute noch meine alten Iugendfreundschaften unter den IungenS unserer Leute. Auf den Menschen kommt es mir an, Fräulein Hiltmd, nicht auf den Namen und Stand..." Hiltmd sah ihren Begleiter unsicher an. Von klein an hatte bei ihrer Mutter der Satz gegolten, daß man sich von den Angestellten zurück- palten müsse. Lind nun fand sie, daß ein Aristokrat wie Olas eine solche Neigung verstand. Ganz betreten ging sie neben ihm dem Ufer zu. Lind nun sahen sie schon die fröhliche Gmppe, die sich da unten um baS Motorboot tummelte. Es schienen lauter Jungens zu sein, die fünf luftigen jungen Menschen, die sich da in ihren vorher zu erkennen. Sie war plötzlich da, gleichzeitig faßte eine riesige Jauft das Schiff und drückte es in kürzester Zeit auf und unter wasser. Ls kann keine Rede davon sein, daß der Angeklagte Fahrlässigkeit bei der Führung seines Schiffes gezeigt hat. Konnte aber baS Gericht feststellen, daß eine solche Fahrlässigkeit nicht vorliegt, dann ist der Angeklagte auch nicht verantwortlich zu machen für das Kentern des SchiffeS. Das Gericht hat festgestellt, daß für das Kentern lediglich die Segelführung kausal geworden ist, nicht etwa daS Ofenstehen der Bullaugen und Niedergänge. Denn selbst wenn aus dieser Tatsache eine gewisse Sorglosigkeit angenommen werden könnte, so wäre sie bedeutungslos, weil diese Sorglosigkeit nicht für das Kentern des SchiffeS die Llrsache war. Die zweite Frage war: „Hat der Kommandant, nachdem daS Schiff gekentert war,r„ im Rest Meter 2.50, 0.40 0.60 1.00 1.50 1.50 1.75 2.00 Bierwurst . . . Mettwurst, fein . Mettwurst, grob . 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Schwarzen Brett, Universität, l.St.I. Stadttheater Gießen. ,M5d Samstag, 5. Nov., 15.45—17.45 Uhr (2. Schülervorst.) Auher Abonnement Schülerpreise 0.40 bis 1.30 Mk. Der 18. Oktober Schauspiel in 3 Akt. o.W.Erich Schäfer. =Salomon Nohnev, reine Borsten 2 3 4 5 6 Kilo 1.40 2.10 2.80 3.50 4.20 RM. LNavken-LNop ©5A Weih. Kohlerenann Neustadt 12 O649o Fernruf 3676 Freitag, 4. November 1932 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderheyeii, Nr. 260 Zweites Blatt S.jlxfport Spitzenleistung Breitenarbeit Grundsätzliche Kragen in Leichtathletik und Kußball. Wirtschaft lichst beide Kategorien, dre -- — - — Jubiläums - Verkauf! * n^iu. a« n..a|jt ät ist das Prinzip des Kaufhaus Schneider 1932 ,- ... . ielzb werd ich sie o‘oi SS 20 TZ Nach § 22 durften neueingestellte Arbeitnehmer, die mindestens 24, aber nicht 40 Stunden in der Woche beschäftigt werden, nur dann mitgezahlt werden, wenn ihre Arbeitszeit der durchschnittlichen Arbeitszeit der Arbeiterschaft oder der Angestellten- schäft entsprach. Nach der neuen Fassung wird nur verlangt, daß die Neueinqestellten trie gleiche Arbeitszeit haben, wie die Gruppe von Arbeitnehmern, der sie nach der Art ihrer Arbeit zugehoren. Wenn beispielsweise in einem Textilbetrieb die Spinner und die Weber verschiedene Arbeitszeit haben, so müssen neueingestellte Weber, um mit- qezählt zu werden, die Arbeitszeit der Weber, neu- eingestellte Spinner die Arbeitszeit der Spinner ew, das einen guten -sentlich für die Kurssache, daß heute keine Preußen. Kreis Wetzlar. (D Atzbach, 3. Nov. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung mit der Angelegenheit der Nichtauszahlung^ eines vom Kreis früher zugefagten, infolge von Sparmaßnahmen jetzt aber gesperrten Zuschusses zum Neubau der Klein! inder sch ule. Von den bisherigen diesbezüglichen Verhandlungen mit der Kreisbehörde wurde Kenntnis gegeben. Durch einstimmigen Beschluß ersucht nunmehr die Gemeindevertretung die Verwaltung, den Anspruch der Gemeinde auf diesen Zuschuß geltend zu machen und eventuell eine gerichtliche Entscheidung herbeizuführen. (Schluß des redaktionellen Teils.) immer kaufen Außerdem ist es ja gar nicht der Sinn des Durch- I schnitts, im Vordergrund zu stehen. Ganz abgesehen davon, daß die Schaffung kleiner Spitzenklassen im- I Die Aenderungen entsprechen den Wünschen der beteiligten Wirtschastskreise. * *BetriebsstillegungbeiderJlseder Hütte und dem Peiner Walzwerk. Von der Ilseder Hütte in Groß-Ilsede und dem Walzwerk in Peine wird bekanntgegeben, daß tue beiden Betriebe aus Mangel an Aufträgen am 6. November auf einige Monate in demselben Umfange wie bei der letzten Schließung stillgelegt werden. Von dieser Maßnahme werden etwa 1800 Arbeiter betroffen. Berlin freundlich, bei ruhigem Geschäft. Die Breitenarbeit wurde also übertrieben, und wenn man sie weiterhin auf Kosten der Spitzenleistung übertreibt — es sieht beinahe danach aus — wird man erstaunt feststellen, daß auch sie weniger stoßkräftig wird! Es klingt paradox, ift aber 10: je mehr man sie forciert, desto ^weniger leistet sie. Wir können nun gleich diesen Satz auf den Kops stellen und finden eine neue Wahrheit: ,e mehr man di» Spitzenleistung forciert, d. h. ihre Züchtung allein betreibt, desto weniger wird erreicht Denn wenn man nur noch an die Kanonen denkt und nicht mehr an die, die gern nacheifern wollen, so werden die Kanonen von selbst aussterben. Im Fußball hat man in Deutschland ein ähnliches Bild. Der Durchschnitt ist durchweg erheblich besser geworden, aber an Spitzenmannschas- ten sind wir, erst recht im Verhältnis zum guten Durchschnitt, sehr arm. Das werden die Leute vom (Fußball) Bau sicherlich bestätigen. In der Praxis wird also eine erfolgreiche Anwendung der beiden Systeme so auesehen, daß möglichst beide Kategorien, die Spitzenkonnerunb^solche^ haben. . . .. Zugleich mit dieser Verordnung wird die^ „Bestimmung der Saison- und Kampagnegewerbe vom 26 September 1932 in erweiterter Fastung neu erlassen. Die wichtigste Aenderung ist die Aufnahme des gesamten Einzelhandels (mit Ausnahme des Handels mit Drogen und Apothekerwaren) in die Liste der Saisongewerbe. Das ermöglicht, die Sonderbestimmung -des § 23 Abs. 2 Satz 2 der Durchführungsbestimmungen zu streichen, wonach Aiehr- befchäftigung vm Zusammenhang mit Sonderverkaufen oder Saisonschluß- oder Jnventurverkaufen oder mit dem Weinachtsgeschäft nicht mit anzurechnen ist. mer ein Ansporn sind und dadurch, die „Masse" mit Ehrgeiz durchsetzen. In der Leichtathletik liefe es also auf eine stärkere Beachtung der überragenden Leute hinaus, wobei allerdings auf eine große Gefahr geachtet werden muß. Es zeigt sich nämlich zu oft, daß die Cracks auch Crackallüren annehmen und dadurch der Führung aus den Händen gleiten. Italien kann uns in vielem ein Vorbild sein. Dort hat Mussolini die Sportregimenter nur so aus der Erde gestampft. Es besteht beinahe staatliche Sportpflicyt, und trotz dieses Massenbetriebes wird die Spezialisierung der Spitzenkönner nichl vergessen. Hier haben wir in den letzten Monaten studieren können, wie beides richtig ineinandergreifen kann — Breitenarbeit und Spitzenleistung — und wie es sich gegenseitig befruchtet. Auch Japan hat das richtige Prinzip verfolgt. Auf der einen Seite Massenaushebungen vorgenommen, auf der andern die bedeutendsten Sportsleute der Welt verpflichtet, um mit ihrer Hilfe, sei es durch Training, sei es durch Vorbild, die Kanonen zu züchten, die dann zur schweren Artillerie in Los Angeles wurden. In Deutschland neigt man leider dazu, entweder das eine oder das andere zu sehr zu verfechten. Zwei Schlagworte machen Sportaktiven und Sporttheoretikern in neuerer Zeit viel Kopfzerbrechen: Breitenarbeit und Spitzenleistung. Tatsächlich verbergen sich hinter diesen Ausdrücken wichtige Probleme, die namentlich nach den Olympischen Spielen akut geworden sind. Auch beim letzten Fußball-Bundestag gab es über Breitenarbeit lebhafte Debatten. Meist wird bei der Behandlung dieses Themas aneinander vorbeigeredet. Man vergißt oft, daß Breitenarbeit zum guten Teil von der Spitzenleistung abhängt und umgekehrt. Damit haben wir eigentlich schon die Lösung. Die Frage kann nicht lauten, ob Breitenarbeit oder Spitzenleistung, sondern wie bringt man beide „Systeme" in Einklang miteinander. Die deutsche Leichtathletikführung hat besonders viel mit ihrer Breitenarbeit agitiert. Sie kam zum Ausdruck im quantitativen Anwachsen der Bewegung, namentlich aber auch in den größeren und durchschnittlich wesentlich besseren Feldern bei den deutschen Meisterschaften. Oder populär gesagt, man hatte nicht mehr wie einst nur einen Hauben, einen Dr. Peltzer, 'einen Bedarfs, sondern konnte von Jahr zu Jahr mit mehreren Spitzenkönnern aufwarten. Die Front war überall breiter geworden, man hatte größere Auswahl unter guten Sönnern. Diese Entwicklung war solange erfreulich, wie die eigentliche Spitzenleistung darunter nicht litt, resp. mit der Entwicklung der ausländischen Konkurrenz Schritt hielt. Als zwar der Durchschnitt immer noch besser wurde, uns aber Koryphäen vom Schlage der eben genannten Meister mehr und mehr fehlten, fand die Breitenarbeit, starke Kritik. Los Angeles bewies, daß sie berechtigt war. Es mußte also ein Fehler gemacht worden sein, und der lag in der Uebertreibung der Breitenarbeit und der Vernachlässigung der — Propaganda! Gerade in Führerkreisen vertritt man heute allzu oft noch die irrige Auffassung, man könne der Masse mit breiter Front, mit Quantität, mit gutem Durchschnitt imponieren. Da fällt natürlich die sportfeindliche These von der Minderwertigkeit des Rekordttims, des Cracktums auf nahrhaften Boden. Es wird darüber vergessen, daß auch die ideal gedachte Breitenarbeit Schiffbruch erleidet, wenn Spitzenleistung ihr nicht — eben durch Propaganda in der Masse — die Wege bereitet. Die Erfahrungen der Deutschen Turnerschaft, die mit Vorliebe Spitzenleistungen verschleiert, sprechen nicht gegen die Äuffassüng, denn das Turnen ist seiner Natur nach weit weniger auf „Rekord" eingestellt als jegliche sportliche llebung. leicht anziehen. Das Renteninteresse scheint heute eher etwas nachgelassen zu haben. Deut» sche Anleihen waren ebenso wie Reichsschuldbuchforderungen bis 0,25 v. H. gebessert, auch Industrieobligationen besserten sich, mit Ausnahme der Höscy bonds, die 1 v. H. verloren. Der Markt der Steuergutscheine lag sehr ruhig. Auslandrenten erfuhren im allgemeinen keine Veränderungen. Die Tendenz am Geldmarkt war heute als weiter leicht zu bezeichnen, doch traten Veränderungen in den Sätzen nicht ein. Die Nachfrage nach Privatdiskonten hielt an, auch Schatzwechsel und Reichsschatzanweisungen blieben zu den bekannten Terminen gesucht. Frankfurt freundlich, aber still. Frankfurt, 4. Nov. (WTB. Drahtmeldung.) Nachdem sich die freundliche Grundstimmung der gestrigen Abendbörse schon auf den Vormittagsverkehr übertragen hatte, stand Die heutige amtliche Börse gleichfalls im Zeichen einer leichten Befestigung. Der Grund hierzu lag wohl einerseits in der optimistischen Beurteilung des Wahlausgangs, anderseits in der Geringfügigkeit des Angebots. Günstig wirkten ferner verschiedene Meldungen über Neueinstellungen und die etwas gebesserte Lage am Stickstoffmarkt. Das Geschäft wurde indessen in seiner Entfaltung gehemmt durch die immer noch bestehende Unsicherheit bezüglich des Berliner Verkehrsstreiks und der innerpolitischen Sage überhaupt. Es waren daher nur fleine Umsätze zu verzeichnen. Die Besserungen hielten sich im allgemeinen im Rahmn von 1 v.H. Von Chemiewerten gewannen I. G. 0,13, Scheideanstalt und Rütgers- werke je 2,5 v. H., Deutsche Erdöl 1 v.H. Von Elek- troroerten waren Bekula behauptet, AEG. lagen 0,13, Licht & Kraft 1,75 und Siemens 2 v. H. fester. Weniger Interesse zeigte sich für Montanpapiere, Rheinstahl zogen 0,75 und Buderus 1,5 v.H. an. Don Nebenwerten gewannen Junghans 0,5 0. H. Der Renten markt lag gleichfalls freund- (ich, wenn auch wenig angeregt. Etwas Interesse bestand für späte Reichsschuldbuchforderungen, Neubesitz waren gehalten, Altbesitz etwa 0,40 0. H. höher. Auch Schutzgebiete konnten eine Kleinigkeit profitieren Von Jndustrieobligationen lagen Stahlver- einbonds gut und Reichsbahnvorzugsaktien knapp behauptet. Am Pfandbriefmarkt war das Geschäft rege. Nachfrage bestand besonders nach Goldpfandbriefen der Franksufrter Institute. Auch Liquidationspfandbriefe waren beachtet und etwas höher, während Kommunalobligationen ziemlich unverändert blieben. Im Verlaufe war die Stimmung am Aktien-, wie am Rentenmarkt weiter freundlich. Die Umsätze blieben gering. Tagesgeld war zu 4 v. H. unverändert. Neue Berechnungsgrundlagen der Steuergutscheine für Mehrbeschästigung Im gestrigen „Reichsanzeiger" wird eine Verordnung zur Aenderung der Durchführungsbestimmungen zur Steuergutscheinverordnung vom 31.Oktober veröffentlicht, welche die Berechnung der Belegschaftszahlen verein- facht, entstandene Zweifel und Härten beseitigt und die Berechnungsart in Uebereinstim- mung mit derjenigen der Tariflockerungsverordnung bringt. Steuergutscheine werden gewährt, wenn im Durchschnitt eines Kalendervierteljahres mehr Arbeitnehmer beschäftigt werden, als im Durchschnitt der Monate Juni, Juli und August 1932, oder bei Saisongewerben im Durchschnitt des entsprechenden vorjährigen Kalendervierteljahres. Dieser Durchschnitt wird nach der neuen Fassung des § 19 so berechnet, daß festgestellt wird, wieviel Arbeitsverhältnisse durchschnittlich an jedem Tage bestanden haben. Es kommt also nicht auf die tatsächliche Beschäftigung, sondern auf das Bestehen eines Arbeitsverhältnisses an, so daß Zweifel über die Berücksichtigung der Sonntage, der Feierschichten, der kranken oder beurlaubten Arbeitnehmer nicht mehr entstehen. Krümper werden immer mitgezählt, auch wenn in der Zeit des planmäßigen Aussetzens ihr Arbeitsvertrag nicht fortbestanden hat. Sunllcht Seife Doppelstück je Im allgemeinen war das Geschäft aber noch nicht sehr umfangreich, auch die Kursbesserungen hielten sich in bescheidenen Grenzen und gingen nur bei Spezialwerten über 1 v.H. hinaus. So konnten Reichsbankanteile um 1,65 0. H., Allgemeine Lokal & Kraft um 1,75 Kunstseidewerte bis zu 2,75 v. H-, Contigurnrni um 3 0. H., Rheinstahl um 1,25 v. H. und verschiedene Elektrowerte, unter Führung von Siemens und Licht & Kraft, bis zu 2,5 0. H. anziehen. Einen größeren Markt hatten Autowerke unter Bevorzugung von Daimler, die 1,75 0. H gewannen. Auch Maschinenaktien lagen mit plus 1,7.) v.H. unter Berücksichtigung ihres niedrigen Kursstandes recht fest. Nennenswerte Abschwächungen waren demgegenüber eine Seltenheit, nur Dortmunder Unionbrauerei notierten 2 v.H. unter gestern. Lebhafteres Geschäft hatten Farbenaktien, die 1 v. H. gewannen. Auch im Verlaufe blieb die Allgememtendenz freundlich, und die Kurse konnten meist weiter 17 .. rninHt;at7 ail .. Herren- und Knabenkonfektion, im Lund OUMVM MMM« M«««» so »tefrm so die im Begriff sind, es zu werden, auf der einen, die breite Masse des Nachschubs (Nachwuchses) auf der anderen Seite getrennt zu behandeln sind. Das heißt praktisch, um ein Beispiel zu nennen, gesonderte Kurse für die verschiedenen Kategorien zu schaffen. Im Fußball die großen Ligen aufzulösen und kleine Klassen zu schaffen, in der nur die Elite spielt. Es ist ein Irrglauben anzunehmen, die breite Masse der Vereine, der Aktiven würde so zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Durch die Propaganda der Spitzenleistung wird die Masse nur gefördert. B e r l i n , 4. Nov. (WTB. Funkspruch.) Nicht nur aus marktte'chnischen Gründen setzte sich zu Begimi der heutigen Börse eine Befestigung durch. Auch rein stimmungsmäßig war nach der Vertagung der Kontingentsentscheidung, nach dem Dementi über die Brüsseler Bankschwierigkeiten und nach dem Schiedsspruch im Berliner Verkehrsstreik eine Beruhigung festzustellen, die in kleinen Käufen des Publikums und Deckungen der Kulisse zum Ausdruck kam. Dem wieder eher schwächeren Neu- york standen verschiedene günstigere Berichte aus der Wirtschaft gegenüber. So hält die Belebung am Montanmarkt an, so hat sich der Stickstoffabsatz im Oktober weiter gebessert, so konnten Neueinstellungen beim Leunawerk und bei der Deutschen Erdöl AG. vorgenommen werden, so fand die Belebung im R e i ch s b a h nv e r k e h r Beachtung usw.; u. a. verwies man noch auf das von Herrn von Papen der französischen Zeitung „Excelsior" gewährte Interview, das einen Eindruck machte. Nicht unroef— gestaltung war auch die Tats , . weiteren Lombardlösungen zu beobachten waren. 1907 25 28 mehr als1000Mänteln und Kleider 34 45 bestimmt bei Nowack kaufen! Qualitäten überrascht sein und 1250 1650 1950 1650 ig5o 2650 per Meter 1.85, 1.55 vor einem Jahr Nowack Gießen Seltersweg 81 7765 A teiMpro NKank. Samstag ab 7768 A 163D RASSOL Wir wählen 4298 Kunden richtig! Wettstreit..,Abteilungen bedient werden. — Deshalb nur bei: Nützen auch Sie diese Angebote gründlich aus tLKaessMaM; es lohnt sich Kreuzplatz 15 Gießen Kreuzplatz 15 7760 A 7769 A JC-HIWCKER. als Sie erwarten. 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