Dienstag, 4- Oktober 1952 182. Jahrgang Nr. 233 Erstes Blatt Das Schicksal des Lytton-Berichts ?ils ungslose Wi- daß Jen« öie tibi affin 1930 16 072 000 dz . 603 821 000 Mk. dz Mk. 1924 10 664 000 377 442 000 Einfuhr: Gemüse, Blumen, Obst und Südfrüchte Wert l°8 in m« im« den ko< im im ihn n« Kegen ICT« and die ?e- militarisierte und autonome Mandschurei, die im Einverständnis Chinas und unter Billigung der anderen Staaten errichtet worden ist, vom strategischen Standpunkt aus einen viel größeren Wert hat als eine ständige militärische Besetzung angesichts einer sich auflehnenden Bevölkerung, insbesondere da diese Besetzung doch nur den Unwillen Chinas und das Mißtrauen der übrigen Welt errege. „Rew Bork Times" schreibt, ohne Schwierigkeiten könne man gefaxten Entschließungen, wonach sowohl die Ernennung, als die Abberufung eines Gouverneurs vom Ministerpräsidenten der Dominien vovgeschlagen werden kann. Die Angewgenyeit Mae Olein hatte bereits vor einigen Monaten großes Aufsehen erregt. Mac Olcill beklagte ,td> damals über die Unhöflichkeit zweier irischer Minister, die bei einer Wend- veranstaltung in der französischen Gesandtschaft in Dublin das Gebäude ostentativ verließen, als Mac Oleill eintraf. Dieser und ähnliche Borfälle gaben Anlaß zu einem ausgedehnten Briefwechsel zwischen dem Gouverneur und de Balera. der mit der Rücktrittsdrohung Mac Oleills endete. Mac Oleill hatte damals trotz gegenteiliger Anweisung de Daleras den Briefwechsel veröffentlicht. Die Aufständischen von Sao Paulo ergeben sich. Genf. 3. Off. (TU.) Die Vollversammlung des Völkerbundes wählte vlonlag nachmittag in geheimer namentlicher Wahl anstelle der drei aus dem Völkerbundsrat ausscheidenden Mächte Südslawien. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/„ mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton vr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigentell Mar Filter, sämtlich in Gießen. ben ton lauf rtn be, 1U Die Pariser Blätter geben der Wiederwahl Polens wie es scheint wieder nach einem mot d ordre der französischen Delegation in Genf eindeutig die Auslegung, als ob darin eine Stühe gegen Deutschland gelegen wäre. So schreibt „Petit Porisien" u.a., die Völkerbundsversammlung habe einerseits Polen, das sie als Großmacht anerkenne, die Möglichkeit belassen, auf dem Fuße völliger Gleichberechtigung seinen Rachbarn zu antworten, anderseits auch den Vertretern Deutschlands eine ernste Warnung erteilen wollen. Auch die übrigen Blätter en von nn« er- ien etzt -ch US ier en in & >eld rf« ttet iot ist m «n sie ft >it il- tn in; eit, St- ;u yen ter« Sommer nicht ohne weiteres fortgesetzt werden können. Durch den Meinungsaustausch zwischen der deutschen Regierung einerseits und der englischen und französischen Regierung anderseits hat sich die Situation so verschärft, daß Deutschland Sicherheiten dafür haben muß, daß seine Teilnahme an Besprechungen über die Gleichberechtigungsfrage sich nicht auf der Grundlage der Ansichten vollzieht, dieindemenglischenund französischen Memorandum zum Aus- druck gekommen sind. Frankreich und Trabanten lehnen ab. Genf, 4. Ott. (C01D. Funkspruch., Der englische Außenminister Sir Föhn Simon ist im Flugzeug nach London zurückgekehrt. Er totro tn Paris seine Reise unterbrechen und eine Besprechung mit Herr tot haben. Fn französischen Kreisen betont man, daß eine Funfmachte- Konfcrenz zumindest versrüht sei. srank- Polen und Peru von neuem Polen mit 48 Stimmen, die Tschechoslowakei und Mexiko mit je 46 Stimmen von 52 Stimmen in den Völker- bundsrat. Somit hoben von sämtlichen Völkerbundsmächten nur vier Staaten gegen die Wiederwahl Polens in den Völkerbundsrat gestimmt. Die Ratswahlen bedeuten eine wesentliche Stärkung des französischen Einflusses im Völkerbunds- -----„ rat. Zn Konferenzkreisen wird lebhaft erörtert, wer bedienen sich der gleichen Argumente, die vier Mächte sind, die g e g e n P o l e n gestimmt ___________ Durch die Tatsachen überholt. Japan empfiehlt dem Völkerbund abzuwarten. Tokio, 3. DEL (WTB.) In maßgebenden politischen Kreisen Japans wird zu den im Lytton- Bericht enthaltenen Vorschlägen zur Bereinigung der mandschurischen Frage erklärt, diese Vorschläge wären in Japan mit ziemlicher Sicherheit als annehmbar betrachtet worden, wenn sie vor einem halben Jahr vorgelegen hatten. Inzwischen habe sich d e r u n a b h ä n gi ge Ma n- dschurcistaat konstituiert, und durch diele Tatsache sei die Annahme dieser Borschläge zur Unmöglichkeit gemacht worden. Es wird angedeutet, daß der Völkerbund vielleicht am klügsten handeln würde, Zwei oder drei I a h r e z u warten und so der neuen Staatsgrunbung ll, ist infolge Meinungsverschiedenheiten mit dem irischen Ministerpräsidenten d e Dalera zu ruckgetreten. Nach einer dreistündigen Audienz Mac N e i 11’s beim englischen König wurde nmtlid) mit» geteilt daß der König, dem Ersuchen de Valeras folgend, den Rücktri11 Mac N e i l l s genehmigt habe. Bemerkenswert ist, daß in der amtlichen Verlautbarung das Wort „R ü ck t r i 11" sorgfältig vermieden und durch „Aufgeben des Postens" ersetzt wurde. Die Pflichten des General« qouverneurs werden, wie weiter mitgeteilt wird, van einem aus drei Richtern, einschließlich des obersten Richters, bestehenden Ausschuß übernommen morden und zwar bis zur Ernennung eines Rach» folgere, „wenn überhaup t". Die Worte „wenn überhaupt" werden von der Presse dahin ausgelegt, daß Irland w a h r s ch e i n 11 d) überhaupt keinen Generalgouverneur wehr bekommen werde. Diese Annahme wwd durchein Dubliner Meldung unterstützt, wonach den Ange stellten der Gouverneursloge in Dublin bereits gekündigt worden fei und ferner bur* eim! am oonn- tag gehaltene Rede des irischen Landwirtschafts minifters, der erklärt hatte, man werde noch> m dW»°ch- d°b Irland eine wirklich ^„nntilikanische Regierung habe. Die Geltungen weisen an, den Wunsch de »nleras bin die Stelle des Generalgouverneurs m 11 fei« n e r eigenen Stellung zu vereinigen. Das Vorgehen des englischen Königs gegen- über MacReill steht in ilebereinftimmung mtf ben auf der Weltreichskonferenz im Jahre 1930 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild ■ Die Scholle monats:Be$ugsprei$: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Zranlsurt am Main 11686. haben. Englands plan einer Msmächlekonserenz. Die Voraussetzungen einer Wiederbeteiligung Deutschlands an der Abrüstungskonferenz sollen in kleinem Kreise geprüft werden. Randnoten. Die Bekanntgabe des Agrar-Programms der Reichsregierung löst einen Sturm widerstreitender Meinungen aus. Insbesondere die F e st l e g u n g von Kontingenten für die Einfuhr landwirtschaftlicher und gartenbaulicher Produkte stoßt auf heftigen Widerstand, der nicht immer voll begründet erscheint. Mindestens muß man für die Berede - lungswirtschaft und den Gartenbau Gerechtigkeit aufbringen und ihr den Schutz ihrer Erzeugung zubilligen. Es ist zweifellos nicht zu leugnen, daß in den Handelsvertrags-Verhandlungen der Nachkriegszeit die landwirtschaftlichen Veredlungsprodukte z u k u r z gekommen sind. Die Folge war eine Ueber- jchwemmung Deutschlands mit ausländischem Obst und Gemüse, mit Blumen und Südfrüchten, die den deutschen Gartenbau und die gesamte Veredlungswirtschaft an den Rand des Ruins gebracht Hal, Zum Beweis einige Zahlen: Zl; ■I l Aus de Es ist Vie an Runds ihrem Hei sunks laus Stationen ein übertrc leben int fet der szenisch prächtige D der tebmb' Daher \\\' mittelnbtt besuch an sunkhvrm Theater i den nicht direktes t kunst zu der komm funkte! gung v 2 Mark a scheine sin Siogeschäft Gic * Sieh gen Woche 130, ßanöE Pfund, Kä das Stück, kraut 7-8, Spinat 15, Tomaten 1 dis 70, E W25-3 p- Ztr. 2J 10-20, A siche 3O-< Honig Svppenhü! bis 60, L gurken 1G- 5—8, ßauc Pfennig dc ..-Tage cheater: 19. JftoriQ.ßii Wrivvrtrc herz', dird?ni nung W33r "*9mont Atenda Diehen t fffiftitt We Gesc jJn der1 Archen vorstellur Lorftel ?>°nz r L°^el ^eaterde JA A- Ks- Ä fiÄ** xLS »r olfl k» Aö"° nannt Siebt” K Landgm-hso regem 3”*ere als «Wg Dorstandsmtj »tiltr mirllt unbW”: Der We e wc evangelischen Stadt an, w Maerneinen pHeqe. Beson Evangelisch^ seine lätigie der Änslatro hin von chrr Äls Richt richtsdirelto tichen Iaht los war, i und Land seinem Au blöden w! Dom ersten Zusendlaa der Aastonatsozialisten vollständig örder chatte sei- am irt» Der österreichische Gesandte Dr. Phil. Frank, der seit 1925 Oesterreich in Berlin vertritt, ist von seinem Posten abberufen worden. Oer Reichspräsident spricht heute abend im Rundfunk. v e r l i n . 4. OH. (TDIB. Funkspruch.) Da es dem Herrn Reichspräsidenten nicht möglich ist, bei der großen Jütte der ihm , u s e i n e m 8 5. G e- burts tage entgegengcbrachten Glückwünsche allen, die seiner gedacht haben, persönlich zu danken, wird der Herr Reichspräsident heute um 1 9.3 0 Uhr über alte deutschen Sen- der seinen Dank öffentlich im Rundfunk ZUM Ausdruck bringen. renz ausgesprochen haben soll. Deutschland muß gehört werden. Senator Borah billigt das deutsche Verhallen in der Abrüstungsfragc. Washington, 3. Okt. (WIB.) In einem von der North-American Newspaper-Alliance veröffentlichten Artikel erklärt Senator B o r a h, er hoffe, daß Deutschland doch einen weg finde, um an den Genfer Beratungen leilzunehmen, da nur volle Zusammenarbeit aller Rationen zu einem Erfolg in der Abrüstung führen könne. Davon abgesehen jedoch fei Deutschlands Forderung nach Gleichheit nicht nur natürlich, sondern vollkommen berechtigt, denn Gleichheit sei wesentlich für jedes ftch selbst achtende Volk, und die Alliierten hätten, wenn auch vielleicht nicht den Buchstaben, so doch sicherlich denGei st ihres im Versailler Vertrag gegebenen Versprechens verletzt. Er glaube nicht, dah Deutschland behaupte, seinerseits den Vertrag ver- | letzen zu können; aber Deutschlands Forderung müsse jetzt gehört werden. Zu dieser Forderung sei Deutschland durchaus berechtigt, und der Einwand, daß Deutschlands vorgehen inopportun sei, stelle nur einen fadenscheinigen Bot- wand dar. Grundrechte wie die Gleichberechtigung der Rationen könnten nicht auf angeblich günstigere Gelegenheiten verschoben werden ober sich allerlei Formeln und Tagesordnungen unterwerfen, sondern sie seien eine Vorbedingung für die Erzielung der Abrüstung In der ganzen Welt, wenn die Alliierten aber doch heute noch auf der Basis des Versailler Vertrages debattierten und die Abrüstung in getrennte Klassen für Sieger und Besiegte ein- telten wollten, dann werde die Genfer Konferenz zur Farce und in einem Felklschlag enden. tlm die Landtagsaustösung in Hessen. Darmstadt, 4.0kl. (WTB. Drahtmeldung.) Der hessische Landtag trat heute nach etwa Illwöchiger Pause wieder zusammen. Der interessanteste Antrag ist das sozialdemokratische Verlangen auf Auflösung des Landtags und Reuwahl zusammen mit den Reichslagswahlen. von den Ratlonalsozialiflen wurde dazu heule ein Abänderungsantrag eingebracht, der verlangt: „Der Landtag besteht aus 35 Abgeordneten, die in allgemeiner, gleicher, unmittelbarer und geheimer Wahl gewählt werden." Gleichzeitig verlangen die Rationalsozia- lisken, daß das Gehalt der hessischen Minister mit sofortiger Wirkung auf 1 2000 M k. sestgeseht wird und Abzüge und Zuschläge nicht erfolgen. Aufwandsentschädigungen sollen an die IHinlfler nicht gezahlt werden. Die Rationalsozialisten machen von der Annahme dieser beiden Anträge auf Herabsetzung der Abgeordnetenzahl (seither bestand der Landtag aus 70 Abgeordneten) und der Minislergehälter ihre Zustimmung Zur Landtagsauflösung und Reuwahl am 6. Rovember abhängig. In der Nähe der estländischen Stadt Wesenberg wurde di« Lehrerin der dortigen Gemein beschule. Postier, in ihrer Amtswohnung zerfleischt aufgefunden. Der M_____ ... nem Opfer erst die Gurgel durchschnitten und dann die Leiche wüst zugerichtet. Unter dringendem Tatverdacht wurde bald darauf der Rektor der Vom Freiwilligen Arbeitsdienst zur Arbeitsdienstpflicht. Oie volkserzieherische Aufgabe der Arbeitslager. reich siehe auf dem Standpunkt, daß die durch die deutsche Glerchberechtigungsforderung aufgeworfenen Fragen imRahmen des Völkerbundes behandelt werden müßten. Für die weitere Entwickelung der Abrüstungskonferenz seien die Organe dieser Äonferem, insbesondere der Hauptausschuß, dessen Einberufung ja für Rovember geplant ist, zuständig. Die wichtigsten Fragen der Abrüstungskonferenz könnten nicht ohne Hinzuziehung der Rachbarstaaten Deutschlands behandelt werden. Diese Auffassung wird von den kleinen Entente-Staaten geteilt. Diese hatten gestern nachmittag eine Zusammenkunft, in der man sich scharf gegen die Einberufung einer solchen Konf e- Schule verhaftet, der mit der Ermordeten ein Liebesverhältnis unterhalten hatte. Der Mörder, der die Tat ableugnete, konnte durch Blutfpuren überführt werden. Einbrecherkönig Kilo aus dem Polizeigefängnis entwichen. Vor einigen Tagen ist der bekannte (Sin* brecherkönig Franz Kita aus dem Dortmunder Polizeigefängnis ausgebrochen. Kita bat gegen Abend den Wärter, den Toilettenraum aufsuchen zu dürfen. Es gelang ihm, unbemerkt auf den Boden des Gefängnisses zu kommen. Vom Dach ließ er sich an einem Blitzableiter auf die Straße hinunter. Kita hatte noch eine 8jährige Zuchthausstrafe zu verbüßen. Eifersuchlsbrama in Lelpzig-Lindenau. — Zwei Tote. 3n einer der letzten Rächte erschoß der Arbeiter Karl Mülheim seine Geliebte, die Kellnerin Gertrud H i e m e r in Lindenau bei Leipzig und dann sich selbst. Die Tat wurde auS Eifersucht begangen, da das Mädchen das Verhältnis lösen wollte. wieder zwei Raubüberfälle. 3n Berlin machten drei junge Burschen einen Ü€ 6 e r f a 11 auf einen Geldbrief - träger vom Postamt Tempelhof. Einer versetzte dem Beamten einen Schlag mit einem Hammer auf den Kopf. Ein zweiter bedrohte ihn mit einem Messer. Auf den Hilferuf des Deldbrief- trägerS eilten Passanten herbei. Die Räuber ergriffen die Flucht. Einer von ihnen, der Arbiter Georg Schade, konnte fest genommen werden. Die Verletzungen des Beamten sind nicht sehr erheblich. 3n Königsberg wurde ein Raubüberfall auf einen Kassenboten der Firma Karstadt verübt, wobei den Tätern über 1 2 5 0 0 Mark in die Hände fielen. Die Tat wurde von vier Personen verübt, die nach dem lleberfaH in einem Personenkraftwagen davonsuhrcn. Der Bote wurde mit einem Totschläger niedergeschlagen. Ep mußte sich in ärztliche Behandlung begeben. Die estlandische Regierung, die nur etwa Zwei Monate am Ruder war, ist zurückgetre- t e n. Der Rücktritt wurde bedingt durch Gegensätze der beiden bisherigen Koalitionsparteien der Agrarpartei und der Nationalen Mittelparte'i, in Wirt- schaftsfragen. Während die Agrarpartei durch starke Kürzung der Beamtengehälter und durch Einführung einer Dalutafteuer eine Deoalation der estnischen Krone anstrebte, besteht die Nationale Mittelpartei auf den Rechten der Beamtenschaft und auf der Aufrechterhaltung des Kronenkurses. auf den Beigeordneten Schäfer (bärgerl.) 232 (bd der Landtagswahl am 19. Juni 1932 erhielten die entsprechenden Parteien 27) Stirn- men, Franz Brunner (Kommunist) 163 (219) Stimmen, Albert Hottmann (SPD) 78 (41) Stimmen, und auf den Landtagsabgeord- neten Karl Lenz (BSD AP.) 45 (238) «Stimmen. Zwcschen Schäfer und Brunner findet kommenden Sonntag Stichwahl statt 2 e r I i n, 3. OIL (ERD.) Als Abschluß einer großen Führertagung des Reichsbundes für Arbeitsdienst wurde eine Kundgebung veranstaltet, zu der neben Vertretern des Reichsarbeits- und Reichswehrministeriums sowie des preußischen Ministeriums für Wohlfahrt1 Vertrete,? des Reichsstädtebundes, der Stadt Berlin, des Ober- Präsidiums Berlin, des Landesarbeitsamtes, des Reichslandbundes, des Reichskuratoriums für Wirtschaftlichkeit und einzelner Parteien erschienen waren. Das Hauptreferat hielt der erste Vorsitzende des Bundes, Generalmajor a. D. Faupel, über das Thema „Welche Maßnahmen müssen zur Ausgestaltung des Arbeitsdienstes getroffen werden?" Der Redner betonte einleitend, daß sich die Auffassung, daß der Arbeitsdienst in erster Linie eine v o l kserzie- h e r i s ch e und erst in zweiter Linie eine wirtschaftliche Maßnahme ist, allgemein durchgeseht habe. Die Arbeit als solche, das kameradschaftliche Zusammenleben im Lager, gemeinsamer Sport und Unterricht in der' freibleibenden Zeit hätten starke erzieherische und Parteigegensähe ausgleichende Wirkung. wenn sich auch hunderttaufende zum Arbells- bienst freiwillig melbeten, fo blieben doch wesentliche Teile der männlichen Jugend dem Arbeits- btenst fern, und zwar gerade dieje^iigen, die feine Einwirkung am notwendigsten hätten, wolle man also, und das fei unbedingt anzustreben, die gesamte männliche Jugend durch die Ertüchtigungsschute des Arbeitsdienstes gehen lassen, so müsse er zur Pflicht eines ganzen Jahrganges werden. Der Uebergang zur Arbeitsdienstpflicht müsse allmählich erfolgen. Die heutige sehr lose Form des freiwilligen Arbeitsdienstes habe ein dauerndes Kommen und Gehen in den Lagern zur Folge, erschwere und verteuere die geregelte Verwaltung und mache planmäßige Erziehung fast unmöglich. Der erste «Schritt zur Pflicht müsse also unter vorläufiger Beibehaltung der Freiwilligkeit, die Einstellung zu 6c- Obwohl im Dezember in Thüringen allgemeine Gemeinderatswahlen stattfinden, mußte am Sonntag in der Gemeinde Köppelsdorf bei Sonneberg der Gemeinderat neu gewählt werden, da der alte wegen Differenzen mit dem Staats beauftragten aufgelöst worden war. Die Wahlen erfolgten bei sehr schwacher Beteiligung, und es wurden abgegeben für die Rational- sozialisten 492 (822 bei den letzten Reichstagswahlen), Bürgerliche 215 (116), SPD. 262 (450), Kommunisten 643 (846). 3n Reustabt (Odenwald) machten bei der Dürgermeisterwahl von 582 Wahlberechtigten 520 von ihrem Wahlrecht Gebrauch. Es entfielen I ist auch deshalb nicht zu erwarten, weil nach den letzten Meldungen keineswegs eine Verschärfung der Situation eingetreten ist. Man darf nicht übersehen, daß Streiks in Hamburg und Berlin mit der Notverordnung nichts zu tun haben. Das Kabinett ist aber zu dem Entschluß gekommen, die weitere Entwicklung zunächst abzuwarten. Sollte sie zu einer Verschärfung führen, so würde die Reichsregierung natürlich erneut Stete luna nehmen. Im Augenblick aber sind keine besonderen Maßnahmen.geplant und deshalb entfallen auch die Gerüchte, die von einer besonderen Streikverordnung wissen wollen. Wettervoraussage. hohe Druck im Westen gelangt durch den Kaltluftzustrom toeiter nach dem Festlande, so daß er bei uns wetterwirksam werden dürfte. Damit wird zunächst das Wetter beständiger, und JJC Jrn$cratuter1} gehen durch stärkere nächtliche * un£- zum Gefrierpunkt zurück. Herbstliche Frühnebel, welche sich später aus» °£n' JD d^ß Aufheiterung erfolgt, werden sich außerdem einstellen. cr sichten für Mittwoch. Stellenweise Frühnebel, sonst wolkig mit Aufheiterung, nachts Frostgefahr, tagsüber milder trocken. Lufttemperaturen am 3. Oktober: mittags 12,5 Grad c a ra d\a^cn^9 8'2 ®rab; am 4. Oktober: morgens ®rab- Maximum 13,4 Grab, Minimum 6,5 Grad — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Oktober: abends 13,1 Grad; am 4. Oktober: morgens 10,7 Grad Celsius. — Niederschläge 2,3 mm. — Sonnen- scheindauer 4 Stunden. stimmten Terminen des Jahres und die Verpflichtung der Freiwilligen auf zunächst ein halbes 2 ahr fein. Erst wenn durch Auswahl und «Schulung die nötige Anzahl von Führern herangebildet sei, könne man zur Arbeitsdienstpflicht übergehen. Eine besondere Forderung sei die einheitliche Kleidung und Ausrüstung, einheitliche Beschaffung und Bewirtschaftung würden sehr zur Verbilligung beitragen. Für das Führungs- und Verwaltungs- Personal könnten auf diese Weise die Mehrkosten wieder herausgewirtschaftet werden. Mil Hilfe der jetzt vorn Reich eingeführlen Schulungslehrgänge hoffe man bei Beginn des nächsten Frühjahres etwa 1500 mit einer behördlichen Lignungsbescheinigung versehene Lagerführer zur Verfügung zu haben. Der Reichsbund könne darüber hinaus noch etwa 1000 solcher Lagerleiter im nächsten Jahre zur Verfügung stellen. Mit dem Arbeitsdienst jetzt schon befaßte Beamte, in ihm bewährte Kräfte von Vereinen und Bünden und aus den Arbeitslagern selbst erwachsene jugendliche Führer müßten zu einem einheitlichen Körper zusammengefügt werden. Die sogenannten „offenen Lage r", d. h. die- jenigen, in denen nur die Arbeit, nicht auch die Unterkunft gemeinsam ist, hätten eine weit ge- ringer e erzieherische Wirkung als die „geschlossenen" Lager; sie müßten also allmäh- lich verschwinden. Vor allem aber müßten bestehende Unterschiede in der Höhe des gezahlten Taschengeldes beseitigt werden. Nichts dürfte an Ar- beitslohn erinnern, da Arbeitsdienst Ehren- dienst am Vaterlande sei. Die Verpfle- g u n g in den Arbeitslagern fei im allgemeinen sehr gut, aber für haltbare und gut ausfehende B e k l e i - düng müsse noch mehr gesorgt werden. Der Redner schloß mit dem Hinweis, daß der Arbeitsdienst so außerordentliche Möglichkeiten für den Wiederaufbau Deutschlands biete, daß es ein unverzeihlicher Fehler wäre, diese nicht voll auszunutzen. Kleine politische Nachrichten. Reichsernährungsminister Frestherrv. Braun wird am 7. Oktober in Breslau auf dem Der- dandstag der niederschlesischen landwirtschaftlichen Genossenschaften über die Plane der Reichsregierung für die Sanierung der landwirtschaftlichen Genossenschaften und die Umorgani- sation der Preußischen Zentralgenossenschaftskasse sprechen. « Die Deutschnationale Dolkstei wird mit ihrer am 6. Oktober in Berlin zusammen- tretenden Führertagung in den Reichstags- wahlkampf eintreten. Die Tagung wird durch eine Rede Dr. Hugenbergs eröffnet werden. Aus aller Welt Vertretertagung der Schute Stolze-Schrey. Dte Kurzschrift sch ule Stolze-Schrey hat m Berlin einen Dertretertag abgehalten. Aus den Berichten ergab sich, daß allenthalben die Pflege des olatente betrieben wird. Die Verhandlungen galten der weiteren Ausgestaltung der Organisation, ^/.Schulung von Unterrichtsleitern und dem be- hordllch erlaubten Privatunterricht. Weiter besckzäf. t'gte sich der Vertretertag mit der Frage: Warum haben mir keine Einheit auf stenographischem Ge- biet in Deutschland? Der 1. Verbandsoorsitzende, Reichstagsstenograph Dr. E g a e l i n g, Oberstudien- direktor Dr D e w i s ch e i t (Halle) und Kammer- stenograph Karl Höhne legten die Schwierigkeiten des Systems der Reichskurzichrift dar. Seit fast zehn vWbren so wurde ausgeführt, besteht das sog. Ein- heltsslistem, und doch hat das deutsche Vaterland keine Einheit auf stenographischem Gebiet, weil man be: der Schaffung des Einheitssystems einen falschen Weg emge[d)[agen hat Man habe nicht nach der Gute des Systems gefragt, sondern eine lchwer erlernbare Schrift als maßgebend erklärt und leichtere Systeme abgerotefen. Das Gute lasse sich aber aud) durch politischen Druck nicht beseitigen. Daher weiter der Kampf zwischen Gut und Schlecht auf stenographischem Gebiete, daher keine Einheit. Sie könne nur durch den freien Wettbewerb unter den werden, ^en Läuterungsprozeß bisher nicht durch- Stolze-Schrey fordere G»l"chberechtiaung für alle Systeme. — Der w oen Abschluß einer im ganzen juid) durch geführten Werbewoche, als deren Er- CU€ 2l"länaerlehrgänge in Stolze- 3U ^^Eichnen find. Als Tagungsort für den «tenographentag im Jahre 1934 wurde Halle (oaale) in Aussicht genommen. Die Schlichter der einzelnen Bezirke werden am Dienstag in einer im Reichsarbeitsministerium stattfindenden Konferenz über ihre Erfahrungen hinsichtlich der Auswirkungen der letzten Notverordnung auf die Arbeitsstreitigkeiten Bericht erstatten. Das Ergebnis dieser Konferenz dürfte für die weiteren Maßnahmen des Reichs- arbeitsminifteriums nicht ohne Einfluß bleiben. Wahlergebnisse des (Sonntage Die Ergänzungswahlen von Stadtverordneten in Etallupönen (Ostpreußen) hatten folgende« Ergebnis. Kommunisten 620 Stimmen (Dergleichszahl bei der Reichstagswahl am 31. 3uli 1932 : 503 Stimmen), Sozialdemokraten 200 (482), Wirtschaftliche Einheitsliste (bürgerliche Mittelparteien) 603 (382), Nationalsozialisten 1262 (2199). Oie Reichsregierung und die Streiks. Im Augenblick keine besondere Maßnahme geplant. Berlin, 3. Okt. (CNB. Funkspruch.) In der Oessentlichkeit sind Gerüchte verbreitet, wonach der Reichsarbeitsmini st er beabsichtigen soll, der Streikbewegung durch eine gemeinsame Kon- icrcn^ mit den Vertretern der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer entgegenzuwirken. Wie wir von unter- richteter Seite erfahren, ist eine besondere Aktion nicht geplant. Selbstverständlich hat ber Reichsarbeitsminister der Entwicklung bisher nicht einfach zugesehen. Es haben vielmehr gerade in der letzten Woche zahlreiche Besprechun- gen mit Vertretern sowohl der Unternehmer als auch der Gewerksck-aften stattgefunden. Einige Ge- werkschaftsvertreter sind auch vom Reichskanzler empfangen morden. Bei den Gewerksctzaften selbst ist die R e cht s a u f fa s s u n g keineswegs e i n b e i 11 i ch. Während die Freien Gewerkschaften d»e Rechtsmäßigkeit der Notverordnung anzweifeln, vertreten die christlichen Gewerkschaften bisher den Standpunkt, daß sie sachlich zwar gegen die Notverordnung seien, nachdem sie aber einmal oor- Iicge, muffe sie auch ordnungsmäßig durch- geführt werden, lieber irgendwelche Rechts- weifel rourbe autb eine Konferenz der beteiligten xrerfc schließlich keme Klarheit bringen können. Sie ’ft n u r b u r ch E ntscheidung des Arbeits» aerichte» möglich Bisher hat man in juristischen Kreisen den Eindruck daß keine Partei große 'Jlci* gung hatte, das Arbeitsgericht anzurufen. Es ist aber möglich, daß eine solche gerichtliche Klärung nun bod) in der nächsten Zeit im Zusammenhang mit der Situation im Rheinlande erfolgt. Die vermutete Aktion des Reichsarbeitsministers Geheimrat Professor Max Mols f. Im Alter von 69 Jahren ist der Direktor her Heidelberger Königsstubl - Sternwarte, Geheimrat Prof. Mar Wolf, geworben. Wolf wurde 1863 in Heidelberg geboren. Sein Arbeitsgebiet war die Spektralanalyse und die Himmelsphotographiie. Ihm ist es in erster Linie zu verdanken, daß die Himmelsphotographie zu dem wichtigen Werkzeug der Astronomie wurde. Unter den zahlreichen pho- tographischen Entwicklungen, die Wolf im Laufe der Jahre machte, fei besonders der von ihm 1891 im Sternbild des Schwanes entdeckte „Americanebel" und die 1894 erfolgte Wiederauffindung des Kometen „Encke" erwähnt. Großfeuer auf einer IDerft bei Toulon. Dieser Tage brach auf der Werft der „6ocUt6 des Jorges et Ehantiers" in Seyne-fur-Mer in unmittelbarer Nähe des Mittelmeerhafens Toulon ein Feuer aus, das sich mit ungeheurer Schnelligkeit ausdehnte. Da auf der Werft mehrere größere Schiffe im Bau sind, wurden sofort alle Feuerwehren gerufen, die sich jedoch zunächst vergeblich bemühten, des Feuers Herr zu werden. Nach zweistündigem Löschen wurde sich die Leitung der Feuerwehren darüber klar, daß es ihr nicht gelingen würde, die Ausdehnung des Feuers zu verhindern, so daß sie von der Präfektur von Toulon Verstärkung erbitten mußte, die sofort nach Seyne-fur- Mer abging. Den vereinten Bemühungen der Feuerwehren ist es dann gelungen, eine weitere Aus- dehnung des Feuers auf der Schiffswerft von Seyne-sur-Mer zu verhindern. Die Ersatzteillager der Marine sind jedoch fast völlig vernichtet. Estländische Lehrerin von ihrem Rektor ermordet. Unter Teilnahme von 50 000 Jungmannen fand in Potsdam der 1. Nationalsozialistische Reichsjugendtag statt, dessen Mittelpunkt eine Ansprache Adolf Hitlers bildete. — Unser Bild zeigt die Ehrenwache am Potsdamer Gefallenengedenkstein. Aus der Provinzialhauptstadt Baugenoffenschafkck894zu Gießen s mit SPincineir- &eV’enkmun$en-...s hil. tritt, tei Titn« W eint un. 1 ein lchen ei* setzte wicr mit Ler Lr» m» i'vnb L un 3er- Heu 100 ft- ini- tafle lote. 2k» Ren- ivi'g aus 3er- etwa re- W irar* 3irt- arte Ting idjtn ortei Huf- !in. fort» Äita ton* un. bm- Htt* eine tung ein gutes Zeugnis aus und bezeichnete die wirtschaftliche Sage der Genossenschaft als gesund. Beschlußfassung und Wahlen. Der Geschäfts- und Kassenbericht für 1931 mürben genehmigt und dem Vorstand und Aussichtsrat Ent- lastung erteilt. Die aus der Versammlung gegebene Anregung über die Anstellung eines b es oldeten Ge- schäftsführers wurde dem Vorstand zur Prüfung und weiteren Veranlassung überwiesen. Der Vorstand wurde beauftragt, die Wahl eines aus fünf Mitgliedern bestehenden Mieterrats durchzuführen. Die Wahlen zum Vorstand und Auf- sichtsrat hatten folgendes Ergebnis: Für den Vorstand wurde A. Ma n n wieder- und W. Dolle neugewählt. Die Zahl der Aufsichtsratsmi - g l i e d e r wurde von zehn auf neun Mitglieder herabgesetzt. Die ausscherdenden Mitglieder A. 3an* ger, H. Schneider und $). 5) o't) n wurden wiedergewahlt. ?,r 1^3 ’he. die Jeuq rto. der un bei- bet berg mfe, let- um let. bet Mi Der irch üs ORunbfunfproflramm. Donnerstag, 6. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Mannheim: Unterhaltungsmusik für Blasorchester. 13 30: Konzert auf Schallplatten. 15.30: Stunde der Äugend. 17: Äachmittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 18.25: Stunde des Films. 19: Dhor-Konzert. 19.30: Mandolinen-Konzert. 20: Konzert des Rund- funk-Orchesters. 21: Der Fall der Valerie C Ern medizinisches Lehrstück von OlDicenna. 22: Englische Lieder. 22.45: Funkstille. Ireitag. 7. Oktober. 7.05: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Konzert. 13.33: Konzert auf Schallplatten. 17: Konzert. 18.25: „Auf Vorposten für das Auslanddeutschtum", Vortrag von Dr. Focko 2u4>fcn- Berlin. 18.50: Deutsche Reden. ^Werner Deubel spricht. 19.30: Lessing und wir. 20.05: ©tuttgart. Symphonie-Konzert des Philharmvnl,chen Orchesters Stuttgart. 22.45: Tanzmusik auf Schallplatten. 23.10 bis 23.45: Ufa-Palast Stuttgart: Den Rachtregen regnen hören m Karasakl. Ein Melodram nach einer japanischen Rovelle. er» irm 500 tor id in Bote igen. eben. btn > so rstt. und W yd. iis* sich >ei|< chl, Mal vni Irab )tr: 10,7 i#n» Amtsgericht Gießen. Zwei auf gespanntem Fuße stehende Rachbam vom Lande beleidigten sich gegenseitig gröblich. Der eine warf dem anderen in Gegenwart von dessen Frau und Kindern, Einzelfalle anfuhrend, unmoralischen Lebenswandel vor. Dieser erwiderte auf der Stelle mit Beleidigungen, die in Schimpfworten, wie „Lump u. dgl. gipfelten. Run heißt es im § 199 StGB daß wenn eme Beleidigung auf der Stelle erwidert wird der Richter beide Beleidiger oder einen derselben für straffrei erklären kann. Ob inidn^eweiider Richter diese Bestimmung zur Anwendung bringen will, steht in seinem Ermessen. H. a. wird er die Aufregung, in die der zuerst Angegriffene naturgemäß versetzt wurde a^r auch die Tatsache in Berücksichtigung ziehen, daß dieser schon selbst sich Sühne genommen hat. 3m Sragcfatf hat tet Richter beide schuldig erachtet, den Ange g r i f f e n e n aber straffrei erklärt, mrdzwar um deswillen, weil dieser durch das ^rhalten seines Gegners, der auch seine Familienehre an- aeariffen hatte, maßlos erregt war, und ihm nicht zugemutet werden konnte, die schwere Beleidigung zunächst auf sich sitzen zu lassen und fctn€ ®cnug- hmng, die für ihn eine Rotwendigkeit war, auf einen späteren Zeitpunkt, etwa bis zur gerichtlichen Austragung, fer erhielt nur eine Geldstrafe ins besondere mit Rücksicht auf das S^^en berdm bestehende feindselige Verhältnis. Auch war er noch nicht vorbestraft. Immerhin, hat aber der an sich ebenfalls für schuldig erklärte Angegriffene ein Viertel der Kosten zu tragen, der andere jedoch den ganzen Rest. Der Autolenker, der seinerzeit an der Kreuzung der Frankfurter- und Klinikstraße einen Zusammenstoß mit einem Motorradler, ber infolgedessen einige Verletzungen davontrug, veranlaßt bat und auf Grund der polizeilichen Ermittelungen als der schuldige Teil angesehen wurde, erhielt wegen fahrlässiger Körperverletzung unö Uebertretung einer Rei^ von Derkehrsvorschrif- ten einen gerichtlichen Stras^feh4 über 25' Mk. gegen den er Einspruch erhob. .Diesen nahm er jedoch vor der Verhandlung zuruck so daß es bei der angesetzten Geldstrafe verblleiben mußte. Außerdem hat der Angellagte alle Kosten zu tragen, die seit Erhebung des msbe sondere, weil der Verletzte auch Rebenklage angestrengt hatte, nicht unbeträchtlich angewachsen sind. ’-Koriwtc.cn. — TagestalenberfürDienstag. Stadt- theater: 19.30 bis gegen 22.30 ^hr, „Egmont . Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: 20.30 Uhr Llcht_ bilberoortrag über die Hellstrahlen „Radium . Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: „Gitta entdeckt ihr Tagung des Hessischen Philologenvereins e. B. Der Hessische Philologenverein halt am 7 und 8. Oktober seine 46. Hauptversammlung m Bingen ab. Auf der Tagung wirb die gesamte Lage der höheren Schule und des Philologenstandes erörtert Der Vorsitzenbe des Vereins, Stubienrat Monis (Darmstabt), spricht über bas Thema "Schulpolitische Tendenzen der Gegenwart und die Aufgaben der höheren Schule". ^-'2lus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Heute 19.30 älhr yroiT- nung der 3ubiläumsspielzeit und Wintersaison 1932/33 mit der Reuinszenierung des Trauerspiels Ggrnont" von Goethe unter der Spielleitung 3ntendant Dr. Prasch. Der Gießen wird unter der Leitung von Umversitats- Musikdirektor Dr. T e rn e s v a r Y die Beethoven- sche Gesarntmusik zu „Cgrnont" zu Gehör bringen. 3n der Rolle des Egmont 3ochen Hauer; als Klärchen Beatrice Doering. Die Eröffnungsvorstellung ist bei gewöhnlichen Preisen zugleich 1 Vorstellung im Dienstag-Abonnement. Die 3n- tendanz macht nochmals auf den pünktlichen Vorstellungsbeginn aufmerksam, der laut Tbeaterdepitt tionsbeschluß bei sämtlichen Vor- Hochzeit feiern. "Vortragsabend bei der Hausfrauenberatung. Dieser Tage hatte, wie man uns berichtet, die Hausfrauenberatung Gießen einen Vortragsabend, der sehr gut besucht war Frau Oberstudiendirektor Kalbfleisch sprach über das Thema .Der Zucker und seine Bedeutung für Volkswirtschaft und Ernährung . Die Lehrküche hatte vorzügliche Confituren her- gestellt, von denen Kostproben abgegeben tour- öen. Zum Schluß fand eine^Verlosung von Zuck^ und Zuckerwcrren statt. Frau Kalbfleisch zeigte auch reizende Bastelarbeiten ^ Weihnachtsgeschenke. 3m Oktober findet in der Lehrküche ein Bastelkursus von Herrn Gewerbelehrer Burk ar de statt. " Verlängerung der Hauszinssteuerablösung bis zum 31. März 19 33. Durch eine 2. Verordnung des 2^1^- präsidenten zur Aenderung der Borschriften uber die Ablösung der Gebaudeentschuldungssteuer werden die Landesregierungen in Abweichung von der Rotverordnung vom 8. Dezember^l931 in der Fassung der Verordnung vom 6. Februar 1932 ermächtigt, zu bestimmen, daß die Gebäudeentschuldungssteuer auch noch m der Zeit vom 1. Oktober 1932 bis zum 31. Wacz 1933 mit dem Dreifachen des vollen 3ahres- beträges der Gebäudeentschuldungssteuer abgelost werden kann. 3n diesem Falle finö bie für bie Zeit vom 1. April 1932 bis zum 30. Sutern- ber 1932 erhobenen Gebäudeent< chuldungssteuer- beträge zur Hälfte auf den Ablösungsantrag anzurechnen. Die in der Zeit vom 1-Oktober 1932 bis zur Entrichtung des AbloiungsbetragA fällig gewordenen Gebäudeentichuldungssteuer- beträge sind neben dem Ablösungsbetrag zu zah- | len. Die Verordnung tritt mit dem 1. Oktober m | Kraft. Mark festgesetzt). Die Aussprache. An der regen Aussprache über den Geschäftsbericht beteiligten sich d.e Herren A. «an«, H- Schneider, H. Degenhardt, Dolle und B i e r a u, sowie der 1. Vorsitzende Herr F o u r l e r. Man beschäftigte fich u.a. mit der Auswirkung der Zinssenkungsaktion und mit der ^ra^etzung der Mieten. Es wurde betont, daß die Zinssenkung ab 1932 kaum 10 000 Mark betrug. Da man bei den höchsten Mietsäken einen Ausgleich schassen mußte, um das Leerstehen dieser Wohnungen zu verhüten, so mar die Mietsenkung ungenügend und ein TeN der Mieter ging leer aus. Im Jahre 1932 wu^ versucht, für deren Wohnung einen Ausgleich durch eine Mietsenkung um 5 v. H. zu schaffen. Zu beachten sei aber, daß durch die Mietsenkungen die Mn - tel ür die Instandhaltung der Hauser beschrankt würden, starke Bedenken nach dieser Richtung hm seien unausbleiblich. Weiter wurde die Auswirkung der Steuergutscheine, die Frage der Errichtungvon Klein- und Kleinstwohnungen und die geschwächte Zahlungskraft der Mitglieder infolge der verringerten Einkommensverhältnisse erörtert. Der 1- Dorfitzende, Herr Fourier, betonte, die Mietberech- nüng sei so gestaltet, daß den Mitgliedern nicht zu viel zugemutet wurde. Die Verwaltungskosten seien äußerst niedrig. Die Baugenossenschaft 1894 gehöre zu den bestfundiertesten in Hessen und im Reiche. Der Vorstand werde bestrebt sein, diesen guten Zustand trotz der Schwere der Zeit aufrechtzuerhalten. An dem guten Fundament der Genossenschaft hallen auch die Mitglieder selbst das größte Interesse. Der Rechner H. W ö l f e r behandelte einige Fragen noch anhand rechnerischer Darlegungen. . Die Prüfungskommission des Aufsichts rats, Direktor Otto Bergen und H. S ch ntj Der erstattete den Bericht über die Revisionen, die eine mustergültige Buch- und Kassenfuhrung ergeben hätten.' Es wurde Entlastung des gelchästsfuhrenden Vorstandes beantragt. . Der Revisionsben ch t, DDIn..tZL SBölfer verlesen, erstreckte sich auf die Geschafts- und KassenM^ng'. Der Bericht stellte k^r Vermal- Dieser Tage hielt die Baugenossenschaft 1 8 9 4 im Gewerkschaftshaus ihre diesjährige ordent- liche Generalversammlung ab Der Borsitzende des Aus ichtsrats. Direktor Otto Bergen führte als Der ammlungsleiter dabei u. a aus dahim Ge schä tsjahr 1931 auch in Gießen baulich mchts unter nommen werden konnte. Im laufenden Geschäftsjahr 1932 feien die Derhältniffe noch schlechter geworden, trotzdem habe sich die Verwaltung entschlossen, meh rere Doppelhäuser mit acht Wohnungen zu errichten, um private Baulustige zum Bauen anzuregen. Der Geschäftsbericht für 1931 wurde von dem l.Vorsitzenden H. Fourier erstattet. Im Berichtsjahre war die Tätigkeit des ge schäftsführenden Vorstandes in.Ermangelung der Bautätigkeit dem inneren Ausbau der Genossen schäft gewidmet. Vielleicht sei es möglich, noch m diesem Jahre das neue Bauvorhaben auszufuhren. Hierfür komme das hinter der Eisenbahnstrecke Gießen—Fulda zwischen der L'cher ^aße und dem Alten Steinbacher Weg vorhandene Gelände m Be tracht Die Interessenten für diese Wohnungen muh^ ten jedoch ein kleines Eigenkapital zur Verfügung stellen, da die Baugenossenschaft nicht m ber Sage ei, die ganze Bausumme aufzubringen. Die Woh- nunasmieten müßten aber tragbar Jein 5ur bte Käufer deren Wohnungen bet dem Mietnachlaß ab LSanuar feine Mietsenkung -rsuhren se, nunmehr ab 1. Juli eine solche von 5 v. $). durchgefuhrt. Die Aussichten für die Zukunft feien nach wie vor schlecht. Der Kassenbericht wurde von dem Vereinsrechner H. Wölfer vor- aetraaen Er gibt folgendes Bild der B t la nz . 9 21 t9t i o a : Unbebaute Grundstücke 7000 RE im Eigentum ber Genossenschaft verbleibende Hauser aus den verschiedenen Bauperioden zusammen ? 259 890 RM Erwerbshäuser ohne Kausanwarter- oerträge 7440 RM., Geschäftseinrichtungen 9740 RM., eigene Hypotheken und Restkaufgelder 3784 RM Bank- und Sparkassenguthaben 26 225,20 RM Kasse'nbestand 517,67 RE, rückständige Nutzungsund Mietgebühren 1732 RM., zusammen 2 306 686,27 praktischen Musikunterricht haben, vom 6. Lebens» ahre an, B Gehörsübungen für Erwachsene find wichtige Vorbedingungen für den Musikschüler. Der Anfang jedes Mufikunterrichtes muh notgedrungen in Gehörsübungen bestehen, welche den Schüler zunächst mit einzelnen, später mit rhythmisch, melodisch und harmonisch verbundenen Tönen bekannt macht. Auf diese Art g^t der Urgrund der musikalischen Erziehung dem Schuler durch das Ohr ein; er muß das Denken in Tönen erlernen. Erst wer sich aus einer Rotenreihe — auch ohne sie zu spielen — Die Suang* Vorstellung der betreffenden Melodie bilden und dieselbe rhythmisch verstehen kann, darf anfangen, ein 3nstrument zu lernen. Eine vollkommene lückenlose Elementarvorbildung befähigt den Schuler bann, jedes 3nftrument bzw. seine Stimme mit wirklichem musikalischen Verständnis zu lernen. Aber nicht nur für diejenigen, die Musik praktisch ausüben wollen, ist das Tonschreiben, be- sonders das Tonlesen, der unersetzliche Unterbau, sondern das durch die Methode geweckte musikalische Vorstellungsvermögen wird auch jebem nicht ausübenden Musikliebhaber einen erhöhten Kunstgenuß im Zuhören bringen. Man beachte die heutige Anzeige. . ** Silberhochzeit. Am morgigen Mittwoch können Martin Heuhner und Frau, wohnhaft Lindenplatz 11, das Fest der silbernen ^Ü^'erbef älke in Gießen. 3n der Zeit Dom 16 bis 30. September verstürben in unserer ©taöt: 17. Henriette Ruth Roll, 3 Mona e, Mäusburg 15; 19. Gisela Fischer, 10 Monate, Ludwigstrahe 28; 20. Heinrich Enders, Tapeziermeister9 65 3ahre, Kaplansgasse 12; 22. Margarete Franzkowski, geb. Aletz, 30 3a^e, Wehst« n- strahe 14; 23. 3vhannes Greb, Lehrer L R., 71 Jahre Weserstr. 27; 28. Mannes Wetzstein, Kaufmann,'92 3ahre, Roonstrahe 6; 29. Pauline^Böhling, geb. Schreiber, Wwe., 72 3ahre, Kaplans nasse 14; 30. 3ohannes Kompf, ohne Beruf, 79 3ahre, Am Wingert 4; 30^ Oltarie ^aul, geb. Kassel, Wwe., 64 3ahre, Seltersweg 70 " Gehörsübungen in Minna Korners Schule für höheres Klavier- spiel. Man schreibt uns: Gehörsubungen oder Tonschreiben, Primavista-Singen oder Tvnlesen, A Gehörsübungen für Kinder, welche noch keinen Wen blich ®ei. Her« ifien ern, tat. lut« Ufr. lus. oon stellungen unbedingt aufs genaueste eingehalten werden muß; während der Ouvertüre bzw. der offenen Szene bleiben die Saaltüren geschlossen. Ende gegen 22.30 Llhr. — Mittwoch, 5. Oktober, erste Vorstellung im Mittwoch - Abonnement. Wiederholung des Trauerspiels „Egmont" in der Besetzung der Eröffnungs-Vorstellung. Gewöhnliche Preise. Pünktlicher Beginn 19.30 Ähr; Ende gegen 22.30 Uhr. Daten für Dienstag. 4 Oktober. 1515: ber Maler Lukas Cranach d.I. in Witten- berg geboren; — 1669: ber Maler Rembrandt in Amsterdam gestorben; — 1814: der sranzosische Maler Millet in Gruchy geboren; — 1330: der Generalfeldmarschall Graf Porck von Wartenburg gestorben. ** Der Reichspost-Omnibusverkehr am Grenadier tag. Wie wir hören, wurden von der Reichspost am Samstag und Sonntag für den Kraftomnibusverkehr anläßlich des-Grenad.ertages insgesamt rund 1400 Einzelkarten ur Hin- und Rückfahrt ausgegeben. Danach sind also von den Kraftomnibussen der Reichspost an den beiden Tagen ms- gesamt rund 700 Personen befördert worden 9 ** Re itjag d Der Reit- und Fahrklub Gießen und Umgebung veranstaltet am morgigen Thttrood) in Verbindung mit dem Bataillon eine Nechagd. Treffpunkt ist die Militar-Schwimmanstalt, Halali an der Karlsruhe. Die Reitjagd beginnt um 14.30 Uhr. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Sonderausstellungen im Stadt- theater. Die Intendanz^ hat beschlossen, aus Anlaß des 25jährigen Bestehens des Stadllyeaters im Lause der Spielzeit eine Reche verschiedener Ausstellungen in den Wcmbelgangen und im Foyer zu veranstalten. An Hand der 21g langen soll dem Publikum teils tHeatergeschicht- lich eine älebersicht über das Kunst eben speziell in Gießen, geboten werden, teils soll das Publikum Gelegenheit haben, über Dinge des Theater- und Bühnegeschehens unterrichtet zu werden, die sich sonst dem Auge des Zuschauers Aus dem Stadttheaterbüro schreibt man uns: Es ist vielleicht merkwürdig, daß ein SSpeatec sich an Rundfunkfreunde wendet die allabend^ in ihrem Heim fitzen und den Wundern des RunD- funks lauschen. Aber beim Abhören der «nizellien Stationen wird manchmal der Wunsch auftauchen, ^n übertragenes Schauspiel selbst direkt mikuer- leben im lebendigen Theater, wo das Mienenspiel, der szenische Hintergrund und das farbenfroh, prächtige Bild echter Kostüme stärkste Eindrücke vermittelt. Das durch Rundfunk Gehörte soll auf Der lebendigen Schaubühne auch erlebt toeroen. Daher ist der Rundfunk vorbereitender und vermittelnder Kulturfaktor, der zu eifrigem Theater- besuch anregen wird. Viele Tausende von RunD- funkhörern haben durch ihr Radio die 2iebe zum Theater erst gelernt. Um allen Rundfunksreui^ Den nicht nur durch die Elektrizität, sondern durch direktes Hören und Schauen Werke der Duhnen- kunst zu bieten, gewährt die 3ntendanz auch in der kommenden Spielzeit 1932, 33 allen Rundfunkteilnehmern eine Vergünstigung von 10 Prozent auf die Platze von 2 Mark ab zu a11 e n 03 or ft eitunacn ®ut- scheine sind in den bekannten Rundfunk- undRa- diogeschäften erhältlich. (Siebener Vochenmarktprcisc. ' Giehen, 4. Oft. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Kochbutter l00. Suhr°hmbutter 130, Landbutter 120-130, Mat e 25-30 Pf. das Pfund, Käse 5-10, Eier, ausb. 10, ml. 11 Pf- das Stück, Wirsing 6-8, WeZkraut 4-6, Rot- kraut 7—8, Gelbe Ruben 8, Rote Ruben 7 8, Spinat 15, Römischkohl 8, ^vter-Kohlrabi 5 6, Somaten 10-15, Zwieb-In 8-10, 70 Schwarzwurzeln 30—35, xurDis □ °. Pilze 25—30 Kartofseln 3 Pf. d. Pfd. (Kartoffeln p. Ztr. 2,50-2,80 Mk.), Aepfel 10-20. Birnmi 10-20, Dörrobst 30-35, Zwetschen 10-12, Pfirsiche 30—40, Brombeeren 20—25, 35 König 40-45, Russe 35, 3unge Hahne 70-80, Suppenhühner 60—80 Pf. das Pfund, Tauben50 bis 60, Blumenkohl 30-60, Salat 8-10 Salatgurken 10-20, Endivien 10—15, Ober-Kohlrabi ^-8, Lauch 5-10, Rettich 8-10, Sellerie 10-35 Pfennig das Stück, Radieschen 10 Pf. das Dund. gaben 37 969,03 RM., Verwaltungskosten 3860 RM., sonstige Ausgaben 4780,23 RM., Unterhaltungskosten ür Wohnhäuser 11 632,48 RM., Abschreibungen au Geschäftseinrichtungen 20 RM. Abschreibungen aus Wohnhäuser 26 758,39 RM., Reingewinn 4944,97 RM., zusammen 196 613,12 RM. Haben: Zinsen von ausgeliehenen Kapttalien 1591,70 Mark, Miete von Wohnungen 193 01^42 Mark, noch ausstehende Mieten ^^2 Mnrk, simstige Einnahmen 279 Mark, zusammen 196 613,12- Mark. Der Mitgliederbestand Anfang 1931 betrug 804 Mitglieder mit 956 Geschäftsanteilen, am Ende des Ge,chäftsjahres 788 Mitglieder mU. 940 Anteilen. Die Gefchaftsguthaben der Mitglieder stiegen um 9006,77 Mark. Die Haftsumme erhöhte sjch9um 91 000 Mark, auf 282 000 Mark (Geschäftsanteil und Haftsumme wurden seinerzeit auf je 300 Gießen, den 4. Oktober 1932. Landgerichtsdirekior Schudt. Am 1. Oktober ist der Direktor am Landgericht der Provinz Oberhessen Richard Sch ud t, auf Grund des Altersgrenzegesetzes in den Ruhestand ge- Landgerichtsdirektor S ch u d t, der am 1. Juli 1867 in der Bergermühle bei Kloster Arnsburg als Sohn des Mühlenbesitzers Jean Schudt geboren wurde, kam schon als Gymnasiast nach Gießen, studierte dann hier Jura, trat nach bem ^akultats- eramen im Sommer 1890 am Gießener Amtsgericht Landgericht und Kreisamt in den Vorberei- tung'sdienst ^ein und war auch etwa 1 Jahr lang bei dem damaligen Landtagsabgeordneten Metz in der Anwaltschast tätig. Seiner ^Militärpflicht als Em- jährig-Freiwilliger genügte er beim Jnf.-Rgt. 116 in Gießen. Im Oktober 1894 bestand er mit ber Rote Gut" die große Staatsprüfung im Justiz- und Derwaltungsfach, hierauf erfolgte feine Ernennung zum Gerichtsaffeffor^ Im Dienste der Justin war er dann in den verschiedensten Amtsstellun- äen in Alzen, Pfeddersheim, Wörrstadt, Darmstadt, Waldmichelbach, Bad-Rauheim, Homberg a.d.Ohm, hierauf wieder in Darmstadt, und feit 1908 in @ie= feen tätig Rach kurzem Wirken am hiesigen Amtsgericht erfolgte mit Wirkung vom 1 Januar 1909 ab feine Ernennung zum Landgerichtsrat m ©leben Von Mitte November 1922 ab war er zum Oberlandesgerichtsrat in Darmstadt befördert worden er tat jedoch in Gießen weiter richterlichen Dienst und wurde am 12. März 1924 zum Land- gerichtsdirettor am Oberheffifchen Landgericht er- Hieben feinem beruflichen Wirken als Richter war Landgerichtsdirektor Schudt allezeit auch mit regem Jntereffe an den öffentlichen Angelegenheiten als Mitarbeiter beteiligt. U. a. war er lange Jahre Vorstandsmitglied des Hessischen Richtervereins, weiter wirkte er in der früheren Rationalliberalen und jetzigen Deutschen Volkspartei in hervorragen- .der Weise mit. Mehrere Jahre lang gehörte er der evangelischen Kirchengemeindevertretung unserer Stadt an, weiter war er zweiter Vorsitzender des Allgemeinen Vereins für Armen- und Krankenpflege. Be andere Verdienste erwarb er sich um das Evangelische Schwesternhaus, das insbesondere durch seine Tätigkeit in annehmbarer Weise über die Note der Inflationszeit hinweggebracht und auch spater» hin von ihm liebevoll betreut wurde. Als Richter und als Mensch erfreut sich Landge- richtsdirektor Schudt, der bei seiner ehrenam - lieben Tätigkeit immer in vorbildlicher Weise selbstlos war, in weiten Deoölkerungskreisen in Stadt und Land hoher Wertschätzung, die Km auch nach seinem Ausscheiden aus dem Staatsdienst erhalten blrtben wird. nundfunkfreunde und Theaterermäßigung. Sneflasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.) LSG. Ihre Gläubigerin befindet sich im Recht, weil es sich um Zinsen aus einer K g u f g e 1 d forde- rung handelt. Vielleicht können Sie die Hypo hek kündigen und sich anderswo das Kapital billiger beschaffen. _______ Ueberraschi wird die Hausfrau, welche zum ersten Male Maggi's Würze verwendet und findet, daß schon wenige Tropfen genügen um schwache Suppen und Soßen augenblicklich tafelfertig äst. machen und um Gemüsen sowie Salaten feinen, kräftigen Wohl- geschmack zu verleihen. bV40A Passiva: Geschastsguthaben ber Mitglieder 108 46677 RM., Rücklagen: gesetzliche Rucklage 9 848 83 RM. Hilssrücklage 96 811,27 RM., Er- pielteitung »on Ä Orchesterverein 1^'AeÄn 450 RM., Spareinlagen 14901,33 RM., . Uniocrfüatß. 10 150,58 RM g°stund°,° Str°- Soll - Noch zu zahlende Zinsen für auf» »»nnmmene Kapitalien 10 150,58 RM., Zinsen für auKommene Kapitalien 95 097,94 RM., Zinsen Ä9^n!agen 1399,50 RM., Steuern und Ab- Ä 'Had)brud verboten I 2. Fortsetzung. über Hier Son- Lo^arten überlegte. Er hätte so gern ettnos für die Kleinen getan; aber da plötzlich merkwürdig viele Leute auf der Straße waren, wußte er nicht, wie er sich zu verhalten hatte. Schließlich flüsterte er dem Chauffeur etwas zu. Der erteilte bann dem Wagenpfleger, der stets mit im Wagen bei ihm sah, einen 2luftrag. Unterdessen stieg Fritz Lohgarten die ausgetretenen Stufen einer am Hause Rümmer neun emporführenden Treppe hinauf. „Ha, Mutter, wohnt hier der Schlosser Kielven/ 3a? Danke sehr! Und nun hier eine Kleinigkeit für 3hre Liebenswürdigkeit, Mutter." Sie starrte ihm mit offenem Munde nach; bann faltete sie ben Zehnmarkschein sorgfältig zusammen. , Der erste Mensch, ber freunblich zu ihr gewesen war! Seit langen, langen Jahren! Fritz Lohgarten ging weiter. Stand endlich vor einer Tür. Kurz entschlossen klopfte er, da diese Tür den Qtamen Peter Kielven trug. Einen Augenblick lang wich er zurück vor der schlechten Luft, die ihm entgegenwehte, tir |ay auch nichts. Aber als er ein Weilchen hier stanb, gewöhnten sich feine scharfen, hellen Augen an bas Durcheinander. Und da sagte auch schon Der alte Dolscher, ber bereits vor einer Stunde gekommen war: r .« „Herr Lohgarten möchte Sie sprechen, Kielven! Die Frau, die mit zerwühltem Haar am Ofen stand, kam näher. Ihre Augen leuchteten. Eilig rückte sie einen Stuhl zurecht, bat, doch Platz zu nehmen. Aber Fritz Lohgarten dankte. Er blieb an ber Tür stehen unb blickte auf ben Mann, ber sich schwer unb unbeholfen vom Sofa emporwälzte. „Das Mädel bleibt hier bei mir. Ich bin ihr Vormund; ich habe es dem alten Rarren, dem Dolscher schon letzthin gesagt, als er bei mir war — aber er scheint's nicht ausgerichtet zu haben. Wir sind die Verwandten, und wir haben das Recht an das Mädel." „Das haben Sie nicht mehr, Kielven. Das Gegarten stieg aus. „Ola, Kinder?" . Seine Hand fuhr einem Dlondkopfchen bas Gesicht. Hier wohnten diese Kliwer! in diesen alten, baufälligen Hausern. Kem nenstrahl mochte den Weg zu den meisten Woh- nungen finden. Vicht einmal ein Gärtchen war Zweites Kapitel. Graue Mauern. Elende alte Häuser! Zerlumpte Menschen mit fembfeligen Augen, schmutzige Kinder mit blassen Gesichtern. Jetzt drängten sie sich an den haltenden Wagen heran, neugierig ins Innere lugend Der Chauffeur öffnete die Tur, und Fritz Loh- Zorn wallte in ihm hoch. Dann besann er sich, sagte ruhig: „War er denn schon bei einer anderen Gesellschaft anwesend?" t „Olein! Er sagt stets in letzter Minute ab. „Aa also, da hast du es. Er weiß, toer er ift. ber große Mann. So blamiert euch eben nicht zum zweiten Male. Unsere Gesellschaftsabende waren bis jetzt immer ganz nett, auch ohne Dielen Herrn. Schließlich kann man ihn nicht zwingen uns simplen Menschen Gesellschaft zu leisten. Herr schwelgt eben in höheren Regionen. Er strich Hilma über das rostrote Haar Er hatte sie immer im Derbacht, daß sie sich sj^bte. Da er sie aber nicht zu heiraten gedachte, so nahm er sich nicht die Mühe, sie naher daraufhin 8U^a^ ßofaar tcn saß bereits am Abendbrottisch Un3ntobSem Augenblick brachte ?->^nn noch die Abendpost, die er wie üblich auf den Platz des Hausherrn legte, der sie dann verteilte. Es war eine Zusage des Sängers Altendorf b<$itma saß mit hochroten Wangen da ur£ Räuberte mit der Mutter über die neue Toilette und ob man sich doch nicht lieber noch etwas anderes schicken lasse. Vielleicht cm Modell von Goldstern. , ., Fritz Lohgarten aber war es, als sei es mit bieder Zusage des Sängers mit ber Ruhe in seinem Hause vorbei. Albern war bas; aber bieses seltsame Empfinden blieb den ganzen Abend über Da die beiden Damen froh waren, ungestört über diese völlig unerwartete Zusage plaudern zu können, so fiel es nicht auf, daß ber Hausherr schweigsam bafaß unb seltsam finstere Augen machte. Als Lohgarten an biefem Abenb in ben Klub fuhr, marterte ihn noch immer bie Frage: Woher kenne ich Altenborf? Weine Ahnungen haben mich nie betrogen. Mit ihm hängt irgenb etwas zusammen, bas mir ben Frieden rauben wird. Sein Dlick fiel durch das Fenster. Wie lange heute die Fahrt dauerte! Jetzt eben fuhr der Wagen am strahlend hell- erleuchteten Opernhause vorüber. Fritz Lohgarten sah auf das Gebäude, als berge es einen Todfeind! 305 (9108 1000 OtO W Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle (Saale) richt hat es anders beschlossen", sagte Lohgarten kurz unb scharf. _ ,, Der Trunkenbold stierte ihn an; bann fluchte er. Das verdammte Gericht. Wir braunen kein Gericht. Ich bin der alleinige Herr über Die Sache — verstehen Sie?" _ „ . Lassen Sie diese Redensarten. Der Vormund bin von jetzt ab ich. Zu Recht! Wan hätte Ihnen das Wädelchen gar nicht erst anvertrauen sollen. Run, es wird noch nicht zu spät sein. Der Mensch versinkt nur dann mit im Sumpf, wenn er selbst die nötigen Anlagen dazu mitgebracht hat. Ich bin bereit, Ihnen fünftausend Mark zu zahle^ damit Sie sich ein kleines Geschäft kaufen und einen ordenllichen Lebenswandel anfangen können. Bedingung ist jedoch, daß Sie sich weder dem Mädel noch mir oder auch Dolscher je wieder nähern. Forderungen würden abgewiesen werden. Sie selbst, wenn Sie das Ihnen aus- gezahlte Geld verttinken, würde man in einer Anstalt unterbringen müssen, wohin Sie schon jetzt gehören. Ich habe die Rente für die Kleine ge-ahlt Das könnte ich sofort einftellen unb Ihnen das Mädelchen ttohdem überlassen; dann würden Sie jedenfalls durchaus nicht darauf bestehen, das Kind zu behalten. Also? Ich lasse Ihnen zehn Minuten Dedenkzeit." „Die brauche ich nicht — verflucht noch mal! Geben Sie mir das Geld!" „Schön — dann unterschreiben Sie hier dieses Schriftstück!" Mißtrauisch schielte der Mann von unten herauf in Lohgartens Gesicht. „Dekomm ich dann gleich das Geld?" „Gewiß — hier ist es!" Mit zitternden Fingern unterschrieb der Mann. Lohgarten steckte ruhig das Schreiben wieder in seine Drusttasche. Frau Kielven war wütend. Richt mit einem einzigen Dlick hatte ber große blonde Mann sie angesehen. Sie ging zu einer schmutzigen, schmalen Seitentür, öffnete sie: „Komm herein Traute." Schüchtern schob sich ein blasses Mädelchen ins Zimmer. Groß und angstvoll ruhten die schonen, dunkelblauen Augen auf dem hochgewachsenen Manne. Lohgarten trat zu dem Mädelchen und strich sanft über das rostrote, seidenweiche Haar. Hier war es echt, dieses schone, glänzende Haar. „Ra, Traute, willst du mit Vater Dolscher gehen? Du wirst es dort gut haben." „Ja, ich Witt." Es war wie ein erlösender Aufschrei, und Lohgar ten fühlte es, wie das Kind gelitten haben mußte. „Du bist sehr undankbar, Traute! Aber geh nur, geh — man ist ja nichts Gutes mehr gewohnt." Frau Kielven sagte es in weinerlichem Tone und führte einen Zipfel ihrer schmutzigen Schürze an die Augen. Was dir besonders lieb ist, Traute, bas packe zusammen. Das andere läßt du alles hier; die Mutter näht dir neue Sachen", sagte Dolscher. Da nickte Traute unb ging noch einmal in da- Kämmerchen hinüber. Rach wenigen Minuten kam sie zurück, einen kleinen Koffer tragend. „So, nun verabschiede dich, und dann wollen wir gehen." Vater Dolscher hatte es gesagt unb ber Kleinen den Koffer abgenommen. Traute gab Den Verwandten bie Hand. Loh- garten wußte, daß sie es nicht erwarten konnte, von hier fortzukommen. Armes lleines Mädelchen!, dachte er, und er war froh, daß et Dollchers Bitten nachgegeben und sich für die Angelegenheit eingesetzt hatte. Er grüßte kurz und verlieh die Wohnung des Kiel- venschen Paares, das noch gar nicht so recht xur Besinnung gekommen war, so schnell war alles gegangen und so sehr hatte sie das bestimmte Auftreten Lohgartens überrumpelt. Zudem lähmte sie auch der Anblick des Geldes. Drunten waren der Chauffeur und ber Wagen- pfleger indessen die Helden des Tages. Vielmehr der kleinen, schmutzigen Gasse. Sie hatten den Befehl ihres Herrn ausgeführt und hatten Süßigkeiten eingekauft, was sie kaufen konnten, und die Kinder damit beschenkt. „Ranu, die Traute?" Ein großer hübscher Dengel lieh die verwunderten Worte fallen, und da sahen es^ auch die anderp ganz verdutzt, daß Kielvens Traute in dem vornehmen Auto Platz genommen hatte. Cs blieb jedoch nicht viel Zeit zum Staunen. Denn der Wagen fuhr davon, ehe man es sich versah. Vater Dolscher hatte bescheiden nach Hause laufen wollen, aber er sah jetzt mit im Wagen. Lohgarten hatte es so gewünscht. Traute aber hatte die Hände gefaltet unb Da« Köpfchen tief gesenkt. Sie wußte es: Diesen Tag würde sie nie vergessen. Er war ber schönste in ihrem ganzen bisherigen Leben. Und dem Manne, der sie erlöst hatte aus einem Dasein voll Pein und Ekel, dem würde sie ewig dankbar fein. Und dann kam der Augenblick, wo Traute der alten Frau Dolscher voll unaussprechlicher Dankbarkeit um den Hals siel. Dieses reizende, helle Zimmerchen sollte sie gan$ allein bewohnen? Duftige Mullgardinen wehten luftig vor dem Fenster, ein blütenweiß bezogenes Dett stand an der einen Wand, ein Klecherschrank daneben, eine kleine Waschkommode, ein winziges Sofa und ein schmaler Eckschrank für Wäsche an der andern Seite. In ber Mitte ein runder kleiner Teppich mit Rosenmuster unb ein runder Tisch mit Decke bar auf. (Fortsetzung folgt.) Zur Bereitung vorzüglicher Fleischbrühe nimmt man Klein-Linden, den 4. Oktober 1932. 15710 Butzbach, den 3. Oktober 1932. Westanlage 48 05711 6950 D unschädlich und unübertroffen bei starken 2 Gießen und Heuchelheim, den 4. Oktober 1932. 3 1 05727 c.B. Gießen Herbin-Stodin v Die Beerdigung findet von der Neuen Friedhofskapelle in Gießen aus am 6. Oktober, nachm. 3 Uhr statt. Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl. SchuletraBe 1 Im Namen der Hinterbliebenen: Katharina Greb, geb. Rühl. Minna Körners Schulefürhöheres Klavierspiel und Theorie der Musik und Vorschule T PHtMAC UtH'VK. M ZOldbil.OS lOlabl 0,60. so die Weite MAGGI5 Fleischbrüh -Würfel Danksagung. Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres heben Entschlafenen Todesanzeige. Heute nacht verschied nach schwerem Leiden unsere liebe Schwester und Tante Im Namen der Hinterbliebenen: Adolf Neidhart. SO die Qualität Herrn Johannes Greb Lehrer i. R. sagen wir auf diesem Wege herzlichen Dank. , n KM 1.25, */i Fl. RM 4.00, utr.-FI RM S.75. Haupt Niederlage Engei-Apotheke Marktplatz 696V Z Elektromotoren, 1 Typendruckapparat, 1 Pürschbüchse, 45 Rehstangen, 1 Hochfrequenzapparat, 1 Schäftesteppmaschine, 1 Photographin, 1 Drogenschrank, 5 Mappen Denkmäler des Theaters, 1 Kartothek, 12 Bände Gerhart Hauptmann, 1 Oekonomiewagen. An Ort und Stelle (Bekanntgabe im obigen Lokal): 26 Platten Sperrholz, 2£. Eichenbohlen. Bestimmt: 1 Schreibmaschine (Adler), 1 Schreibmaschine (Continental Nr. 295 821), 4 Herrenüberzieher, 1 vierrädriger Pritschenwagen, 8 Bücher (Ehespiegel), 1 Bild (Stilleben), 2 Oelgemälde (Landschaft), 1 Schlafzimmerbild, 25 verschiedene Bilder in Rahmen, 7 Nußknacker, Schreibzeuge, Nippfiguren, 4 verschiedene Bitt der, eine größere Partie Romane (gebunden und broschiert), 1 Schreibtisch, 13 Paar Keulen, 1 Küchenanrichte, 1 Sofa mit 2 Sesseln, 3 Nachtschränkchen, 1 Gas- badeofen, 1 Badewanne, 1 Entbindungsbett, 1 Chaiselongue. 1 Schrankgrammophon. 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Oktober, 8 Uhr abends, in der Neuen Aula statt- findenden Lichtbilder-Bortrag der Flie- tterin E'lln Beinhorn „Mein Flug um bie L>elt" geniesten die Mitglieder um icreü Vereins gegen Vorzeigung der Silit- 9k’-^nrte den Borzugsvreis o.Mk. 0.90. Der Vorstand. Gehörst! bongen für Kinder vom 6. Lebensjahre an und für Erwachsene. Beginn des Unterrichts Montag, 10. Okt llllllllllllllllllllllHIIlllllllllllilllllllllllllllllllllllllllllllllllll Mittwoch, den 5. Oktober 1932, nachmittags 2 Uhr, versteigere ich dahier. Neuenweg 28, „Zum Löwen", zwangsweise gegen Barzahlung: 69530 1 Büfetts, Kredenzen, Chaiselongues, Kleiderschränke, Schreibtische, Sofas, Piani- nos, Radios, Bücherschränke, Pfeifen, Muke, Haarbesen, Anstreichpinsel, Seife, Parfüms, Weine, Schnäpse, Zigarren, Zigarettenetuis, Tabakdosen, Registrierkassen, Ladentheken, Schreibmaschinen, Danksagung. Für die vielen Beweise inrflger Teilnahme beim Heimgang unseres lieben Entschlafenen Herrn Karl Neurath sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Bremmer, dem Eisenbahn- und Kavallerie-Verein unseren alleraufrichtigsten Dank. Frau Luise Neurath Wwe. und Kinder pächer (Marburg). Trostheim (Dortmund), Gergs (Kassel) 18V, Punkte. Red : Trvstheim (Dortmund) 20, Lehmann (Dortmund), Surmann (Dortmund) 191/,; Metz (Kassel) 19; Schiebeler (Kassel), Ehrens (Marburg), Seidler (Dortmund) 181/» Wmkte. Wit der feierlichen Siegerehrung. die der Kreisvertreter des Kreises Oberweser, Engelbrecht (Eschwege) mit einem Gedenken an den Reichspräsidenten v. Hindenburg vornahm, endete ein Kunstturn-Ereignis, wie eS Kassel noch nicht erlebt hat. Unser Heimatgau Hessen hat in diesem Kampf gegen ausgesprochene Stadte- mannschaften (Dortmund, Kassel) in Ehren be- standen. Handball im Gau Hessen (O.T.) Alsfeld — Kirchhain 3:1 (0:0). Das Spiel der beiden Tabellenersten in der Mei- sterklasse der zweiten Gruppe des Gaues Hessen sand vor zahlreichen Zuschauern statt und brachte den erwarteten spannenden Kampf zweier gleich- wertiger Mannschaften. Mto. Gießen II — Tv. Garbenteich I 4:12. Am Sonntag muhte sich die 2. Mannschaft des Wtv., die allerdings in sehr schwacher Aufstellung antrat, eine hohe Niederlage von den . — To. Grohen-cinden 3gd. 15:3 (7:1). Die Wtv.-Iugend zeigte gegen die Jugend des Tv. Grohen-Linden «in ausgezeichnetes Spiel, das sie durch ihr technisch besseres Körrnen und ihre fabelhaften Kombinationen verdient gewonnen hat. Dis jetzt steht die Mtv.-Iugend ohne Punktverluste an der Spitze ihres Dezirks. Wirtschaft. Berlin leicht erholt. Der lin. 4. Oft (WTD. Funkspruch.) Die Spekulation schien heute zu Beginn des Der- kehrs unter dem Eindruck der auberordent licken Zurückhaltung des Pubtr kümS vi-ls--ch au totitoen ®Iatt teüungen und kleinen Blankoabgaben genecgt zu fern denn rmr so lieh es sich erklären, daß dre Anfangsnotte rungen auch heute wieder schwacher lagen. Besondere Baissemomente waren sedensalls nM vorhanden, wenn man mcht die Olchon gestern auswirkenden Maßnahmen cm deutsch-italrenrschen Devisenkonflikt als solche Satteren ansehen toJL Dicht zu verkennen ist allerdings, daß durch drese Stirnen di- Qtufmetlfan.tet der Dor,- auf die infolge der Maßnahmen zum Schutzs der deutschen Landwirtschaft entstandenen handels- politischen Schwierigkeiten mit dem Ar^laitee gelenkt wird. Hierin sieht man eine Gefahr für den deutschen Export. Weiter.verwies man aus die anhaltend schwacheVeranlagung der Aus- landbörsen und die nochmalige Verschiebung der Weltwirtschaftskonferenz bis zum Februar. Nachdem schon vormittags eine gewisse lln- sicherheit zu bemerken war, lagen die Anfangsnotierungen bis zu 1,5 Prozent unter den gest^* gen Echluhkursen. BEW-, Charlottenburger Wasser Deutsche Atlanten, Eintracht Braunkohlen, Kalipapiere. Farben, Chadeaktien, Gesfurel und Elektrische Lieferungen hatten darüber hinaus Verluste bis zu 4 Prozent aufzuweisen. Nur ganz vereinzelt bemerkte man auch Besserungen um Bruchteile eines Prozentes. Goldschmidt gewannen 1,25 Prozent. 3m Verlaufe wurde die Stimmung etwas zuversichtlicher. Es sollen Verschärfungen der augenblicklich geltenden Bestimmungen bei der Effektenlieferung geplant sein, die im Sinne einer Erschwerung der Baissespekulation liegen dürften. Die Erholungen beliefen sich auf 0,5 bis 1 Prozent; an einigen Hauptmärkten wurde es sogar etwas lebhafter. Stolberger Zink wurden verspätet 3 Prozent niedriger festgesetzt. Deutsche Anleihen eröffneten schwächer und konnten sich später etwas erholen. Festverzinsliche Werte lagen nicht gcny einheitlich, verschiedentlich sollen kleine Kaufaufträge des Publikums Vorgelegen haben. Nichtsdestoweniger waren vielfach Verluste bis zu 0,5 Prozent feftzustellen, von denen auch Neichsschuldbuchfordernngen betroffen wurden. Von variablen Industrieobligationen waren Hoesch mit Minus 2,39 Prozent ausgesprochen flau. Ausländer, mit Ausnahme von Türken, lagen vielfach eine Kleinigkeit freundlicher. Am Geldmarkt hat sich die Erleichterung, die gestern nur in ganz geringem Umfang eingesetzt hatte, weiter durchgesetzt. Der Tages- geldsatz ging an der unteren Grenze auf 4,91 zurück, zum Teil sogar schon auf 4,75 Prozent. Mo- natSgeld blieb unverändert 5 bis 7 Prozent. Wenn auch in Privatdiskonten noch kleines Angebot vvvlag, so überwog doch die Nachfrage. Sronffurf schwächer. Frankfurt a. M.. 4. Okt. (WTD. Drahtmeldung.) Die Abwärtsbewegung der Kurse setzte sich auch zu Beginn der heutigen Börse fort, da Anregungen jeglicher Art fehlten. Die Spekulation nahm weiterhin kleine Abgaben vor, zumal von den schwachen Auslandsbvrsen keine Anregung aus gehen konnte und daneben die schon vor einigen Tagen verstimmenden Devisenmah- nahmen Italiens gegenüber Deutschland nachwirkten. Wenngleich das herauskommende Angebot kein größeres Ausmaß annahm, drückte es aber infolge der starken Zurückhaltung die Kurse überwiegend um zirka 0,50 bis 1 Prvz. Merklich schwächer eröffneten heute am Elektro- martt Dekula und Licht & Kraft, die bis zu 2.75 Prozent einbühten. Niedriger lagen noch Schuckert, während Siemens nach den letzttagigen Rückgängen leicht gebessert waren. Gesfürel und AEG. blieben gut behauptet. Lahmeyer zogen etwa 1 Prozent an. I.-G. und die übrigen Chemiewerke verloren bis zu 1 Prozent, ebenso ergaben sich für Dergwerksaktien Rückgänge von 0,25 bis 0,50 Prozent. Bon sonstigen Aktien gaben Daimler 1 Prozent, Deutsche Linoleum, Contilinoleum Zürich. Aku, Norddeutscher Lloyd und Reichsbank bis zu 1 Prozent nach. Etwas höher setzten Zement Heidelberg mit plus 0,50 Prozent ein. Nach den ersten Kursen bröckelten die Papiere infolge der herrschenden Zurückhaltung überwiegend ab, mit Ausnahme von Siemens und Reichs- bank, die bis zu 1 Prozent fester lagen. Am Rentenmarkt verloren Altbesitz 0,25, Neubesitz und Reichsschuldbuchforderungen je 0,13 Prozent. Don fremden Werten waren Türken wicht erhöht. 3m Verlaufe setzte sich eine leichteErholung durch, wobei von feiten der Großbanken einige Käufe oorgenommen wurden und auch die Kulisse kleine Rückdeckungen vornahm. Das Geschäft blieb zwar unverändert klein, doch betrugen die durch- schnitllichen Erholungen bis zu 1 o. H. Deutsche An- leihen bröckelten weiter ab. Reichsschuldbuchforde- rungen blieben unverändert. Am festverzinslichen Markt lagen Goldpfandbriefe uneinheitlich. Die Abweichungen hielten sich in engen Grenzen. Kommunalobligationen waren etwas angeboten und verloren bis zu 1 v. H., während Liquidationspfänd- briefe für Tilgungszwecke gesucht und etwa 0,5 bis 1 v. H. fester waren. Tagesgeld war zu 4 o. H. etwas leichter. Oie spinale Kinderlähmung in Oberhessen. * Nidda, 3. Okt. 3n hiesiger Gegend sind in der letzten Zeit auch einige Fälle von spinaler Kinderlähmung vorgekommen. In unserer Stadt erkrankte ein 7 Jahre alter Knabe und e r - l a g nach dreitägigem Leiden der tückischen Krankheit. Ober-Schmitten, 3. Okt. In der vorigen Woche wurden hier zwei Falle oonfpinaler Kinderlähmung festgestellt. Ein 9jähriges Mädchen und ein lljähriger Knabe erkrankten kurz nacheinander. Der Krankheitsoerlauf läßt erkennen, daß die leichtere Form dieser tückischen Kinderkrank, heit vorliegt. Geeignete Maßnahmen, die einem Umsichgreifen der Krankheit vorbeugen sollen, sind angeordnet. Für die uns zu unserer Der- mählung erwiesenen Aufmerk' samkelten banken wir herzlichst Adolsphilipp und Frau Gießen, im Oktober 1932. (5713 Für die zahlreich erwiesenen Aufmerk- samteiten anläßlich unsererEilberhoch- zeit sagen wir hiermit herzlichen Dank Oberpoflfetrefärß. Kern u.Frau Gießen, den 4. Oktober 1932 6952 d Knabeninstitut Lucius zorsthaus bei Schzell, Oberheffcn. t473 D Erziehung und Bildung von Junten zwlsiben 10 und 16 Japren auf tndlv. fflrunblaae. Alle Dorzüge eines Land Heims bei tebrptangemd cm unterricht und sorgf.Srz ebung zu 6elb(Idnbigfcll und pflichtbewußt ein. Keine privat- stunden er orderiich. 6efta—Unterfef., DbXRtolfd? u.Jtea'. gnmnafium. Nein Zeitverlust. Umschu ungen. Grunde Lage an ausgedehnten Waldungen. 2 nfrag n an Dr. £ndu*. Kauft Lose 1 R M. Gießener Pferdelose 483 Pferde- 6^5d Wert- und Bargewinne Ziehung: 6. Oktober 1932 Zur MM M ist der 05731 llpoiOoer SitUroaren-Könlg mit den weltbekannten WOoetHMm wieder eingetrosien und bat die Preise dermaßen zertrümmert, daß jeder in der Lage ist, für wenig Geld zu kaufen. 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Für sie gilt, was Altmeister Freiherr oonRaesfelchin seinem „Rehwild" schreibt: .Jeder der den Namen eines Weidmannes mit Stolz führen'will, soll es für seine Ehre und Freude halten, das Reh mit der Kugel zu strecken .. nicht aus sportlicher Anwandlung heraus sondern in der festen Ueberzeugung daß nur die Erlegung des Rehwildes mit der Büchse dieser Wildart angemessen ist." Denjenigen aber, der das Reh mit der Kugel nicht strecken kann und zum Flintenlauf greift, verweist Raesfeld unter die „Schinder" Es ist ein guter Kampf, den weite Kreise in der hessischen Jägerei kämpfen, und der sie dorthin führen muß, wohin die Jager der meisten deutschen Länder schon gekommen sind, zum Kugelschuß auf jegliches Wild, das auf Schalen zieht. Der Abschuß im Rehrevier muß zum Ziel haben, vor allem überzählige oder züchterisch unerwünschte Stücke im Einzelabschuß wegzunehmen. Dabei mutz als Grundsatz gelten, daß „Kitz vor Geiß" geht und daß das geringe, vor allem weibliche, Kitz fallt, nichi aber die Mutter, durch deren Tod das Kitz meist auch dem Kümmern oder Eingehen verfallen ist Wer feinen Abschuß auf schwache Kitze, Schmalrehe oder nicht führende Ricken planmäßig beschrankt, wird bald mit Freuden feststellen, wie es mit dem Rehstand in seinem Revier aufwärts geht, und wie er nicht die Böcke mit der Lupe zu suchen braucht, weil ihm die Kitzböcke auf der Treibjagd geschossen mürben An nichts kranken unsere Waldjagden eben mehr wie an den Mißständen der Rehtreibjagden und „Rehschlachten", die an den Pranger der Tages- ünd Jagdpresse gehören. ~p. . r Die H a s e nj a g d . die m Preußen am 1. Oktober eröffnet wird, setzt in Hessen am 16. Oktober em Gau Hessen hakle zunächst die Führung, mußte diese aber nachher an die Westfalen abtreten. Zur Entscheidung kam es jedoch erst am Reck, dem letzten Gerät. Es ist die schwächste Seite der Hessen. Der Hellweg-Märkische Gau konnte sich so an diesem Gerät den sicheren Punktvorsprung für den Endsieg holen, und die Nordhessen vermochten die vorher größere Punktdifferenz, die sie von den Stammesbrüdern von der Lahn trennte, bis auf wenige Punkte zu oerringen. fetzen. Auch die Kulturfilm-Vorführungen sollen in Zusammenarbeit mit der Direktion des Lichtspielhauses durch Veranstaltung von zwölf Kulturfilm- Darbietungen fortgeführt werden. Dieser Hinweis auf die Darbietungen des Vortragsprogrammes 1932/33 wird genügen, um zu zeigen, daß der Goethe-Vund mit Tatkraft bemüht ist, unserer Bürgerschaft Stunden seelischer Entspannung und geistiger Anregung zu vermitteln. „Geht zu Hindenburg und beschwert euch!" mit dem Lichtbildervortrag „2000 Kilometer auf dem Pangtsekiang"- den Tierschriftsteller Paul Eipper mit dem Lichtbildervortrag „Meine Freundschaft mit Tieren", eine Wiederholung des musikalisch-dramatischen Spieles „Sixt und Bettina" und schließlich den Forscher Wilhelm G u b i s ch mit dem interessanten Thema „Geheimnisvolle Mächte im Lichte wissenschaftlicher Forschung". Ferner ist aus Anlaß des 75-Todestages Eichendorffs eine Eichendorff-Feier mit dem bekannten Sprecher Friedrich Castelle unter freundlicher Mitwirkung des Bauerschen Gesangvereins vorgesehen. Auf vielseitigen Wunsch hat sich der Goethe-Bund weiterhin entschlossen, eine Wiederholung des Kölner Hänneschen-Thea- ters mit einem neuen Spielprogramm anzu- Oer Goeihe-Bund Gießen. Rückblick und Ausblick Don Or. Otto Henning, 1. Bundesvo'sihenden. öi« bertoun, AM die "raute in len hatte. Ez tenn 'sich versah H laufen Si Loh. M unb bag *r 'Änste in litc aus einem Me sie ewig >0 Traute der ^sicher Dank. :3wtb,e & “"«Unen n lvnnte, 'v unb m. lähmte ^/Mehr ttcn den Suhig. unb 129, Gau Nordhessen 125* Punkte. Querpferb: Hellweg-Märk. Gau 134, Gau Hessen 132*. Gau Nordhessen 132$ Punkte Freiübung: Hellw.-Märk, Gau 71$, Gau Hessen 69$, Gau Nordhessen 68$ Punkte. Länqspf erd: Hellw.-Märk. Gau 128$, Gau Hessen 124$, Gau Nordhessen 115$ Punkte. Reck: Gau Norhessen 140$, Hellw.-Mark. Gau 138$, Gau Hessen 130* Punkte. Von den 24 E i n z e l t u r n e r n erzielten die besten Leistungen (ohne Freiübung): 1. Trosthelm, Tgm. Dortmund, 76 P.: 2. Seidler, Eintracht Dortmund, 73 P.; 3. Adolf Ahrens ^gm. Marburg 71* 1 */- P.; 4. Kehrer, Aeltere Casseler £gm., 69'/, P.; 5. Hellmig, Eintracht Dortmund, 69 P. Ahrens war demnach der Beste in der heimischen Mannschaft. Die übrigen Hessen folgen ihm in nachstehender Rangfolge: R e u ter 1846 Gießen, 68 P.; S i n n w e l l, Tv. 1860 Bad-Rau- heim, 67 P. (plus 17 Freiübung): Walter Fink, Tgm. Marburg, 65’-/.. P.: August Eberspacher, Tgm. Marburg, 65 P. (plus I8V3 Freiübung): Seth, Tv. Grohen-Llnden, 63'V . P- (plus 17 Freiübung): Dechent, Tgm. «rred- berg, 59V- P-l Schick, Tv. 1846 Gießen, 57V-P- (plus 17 Freiübung). Die einzelnen Geräte zeigten die folgenden Besten' Darren: Seidler (Dortmund) 18V3; Schrödter (Dortmund) 18; Ahrens (Marburg), Kehrer (Kassel) 17Vz Punkte. Querpferd: Trostheim (Dortmund), Kehrer (Kassel) 20; Hellmig (Dortmund) 19V», Ahrens (Marburg), Reuter (Gießen) 19 Punkte. Längspf erd: Trostheim (Dortmund) 19Vr; Seidler (Dortnrund) 19; Hellmig (Dortmund) 18V». Freiübung: Seidler (Dortmund) 20; Ebers- Wenn der Oktober seinen Einzug hält, und der Wald beginnt, sein Herbstkleid anzulegen, hat die hohe Zeit des edlen Hirsches ihren Höhepunkt erreicht. Bis gegen Monatsmitte etwa pflegen die Hirsche in falten Nächten noch zu schreien, dann geht die Brunft langsam zu Ende. Damit ist in gut gepflegten Revieren der Abschuß starker Hirsche beendigt. Die Folgezeit dient dazu, solche Stucke auszumerzen, die im Interesse der Qualität des Wud- standes unerwünscht erscheinen. Weiterhin gibt vom 16. Oktober an das Gesetz in Preußen Kahlwild und Kälber frei, die in Hessen schon schützbar sind. Der Abschuß erstreckt sich vor allem auf Schmaltiere und weibliche Kälber. Das Damwild tritt im Oktober in die Brunst. Schwarzwild ist feist, doch ist mit einem erfolgreichen Bejagen vor Schneefall noch kaum zu rechnen. Der Ansitz an Feldern, auf denen Kartoffeln standen, kann zum Ziel führen. Das Rehwild verfärbt nun sehr rasch und tragt bann seine graue Winterdecke. Der Abschuß von Böcken dürfte meist erfüllt fein. Dagegen beginnt in Hessen schon am 1. Oktober der Abschuß weiblichen Wildes. Leider gestattet das hessische Gesetz damit immer noch den Abschuß mit Schrot. Es ist eine seltsame Logik, die damit dem Weidmann zugemuiet wird. Born 1. Juni bis zum 30. September ist der rauhe Schuß auf den Rehbock als unweidmännisch verboten. Kommt aber der 1. Oktober heran, dann ist das was vorher gegen Grundregeln heutiger weidmännischer Auffassung verstieß, erlaubt Damit ist der schlimmste Krebsschaden unserer Waldjagden immer noch nicht beseitigt. Ungestraft können hemmungslose Jäger weiterhin die Jagden wahllos und planlos beschießen, Bock, Ricke und Kitz „zieren" die Strecke, ohne Rücksicht auf die Jagdwirtschajt Die Hessemimm im Kunstium-Wetikampf Ahrens-Marburg bester Turner des Gaues Hessen. gefchofsen. Daher sollte man sie erst recht schonen, wenn man sie ansprechen kann. Die Jagd auf das Feldhuhn ist meist zu Ende und war in vielen Revieren eine große Enttäuschung. Wenn auch an warmen Oktobertagen die Hühner mitunter zu halten pflegen „wie die Klötze", sollte man in den hühnerarmen Revieren erst recht den Abschuß einstellen. Hängen die Hühner einmal am Galgen, kommen sie als Paarhühner im Folgejahr nicht mehr in Frage. Die Wa 1 d s ch n e pf e ist auf dem Zug und streicht wieder oder kann mit kurz suchendem Hund gejagt werden. In nassen Wiesen liegen Bekassinen. Ringeltauben fallen in starken Flügen vor allem dort ein, wo es Eicheln oder Bucheckern gibt. Der Balg des Raubwildes wird bald gut, und der Fuchs bildet bann eine besondere Jagdfreude wenn er auf der Treibjagd zur Strecke kommt. Der Dachs ist feist. Soll er gegraben werden, dann ist die beste Zeit da. Neben der Ernte im Revier denkt der Jager vor allem an den bevorstehenden Winter. Für Rot- oder Rehwild läßt er Eicheln oder Kastanien sammeln, die Fütterungen für Fasanen müssen unbedingt jetzt in Ordnung und mit Kaff und Druschabfall beschickt werden In Hecken werden Futterstellen für Hühner vorbereitet, damit sie Schutz und Aesung finden wenn der Winter hart werden sollte. Wer ernten will, muß säen. Drum heißt es auch für den Jager immer wieder: Erst Heger — dann Jager! Hubertus. Mit einem großen Vortragsprogramm wollte der Goethe-Bund die Rotzeit mit ihren alles Geistesleben vernichtenden Auswirkungen überwinden. Dies ist ihm in vollem Maße gelungen. Sowohl in kultureller wie auch in organisatorischer und finanzieller Hinsicht. Dies ist um so bedeutsamer, als dem Goethe-Bund trotz seiner vorbildlichen kulturellen und gemeinnützigen Bestrebungen bisher von keiner Seite, sei es vom hessischen Staat oder der Stadt Gießen, finanzielle Unterstützungen zuteil geworden sind, wie sie andere Kultureinrichtungen erhalten haben! Gerade aber die gemeinnützige Zielsetzung des Goethe-Bundes hätte unbedingt eine solche Mithilfe verdient! War es doch seither immer das höchste Bestreben des Bundes, wertvolle Kunst- darbieiungen zu äußerst volkstümlichen Eintrittspreisen zu bringen. Diese Erkenntnis hat trotz aller R^ der Zeit eine stattliche Zahl Gießener Bürger in unserer geistigen Interessengemeinschaft seit vielen Jahren eng zueinandergeführt. Darüber hinaus aber haben sich große Verbände unserer Stadt mit dem Goethe-Bund zu einer Vortragsgemeinschaft 5ufammengcid)lD|- sen. Wenn es hierdurch möglich war, eine alle Schichten unserer Bevölkerung umfassende Kultur- gemeinschaft zu schaffen, so dürfte dies am besten bekunden, daß der Goethe-Bund auf dem rechten Wege ist, der Bildungsverein und einer der stärksten Kulturfaktoren unserer Stadt zu werden. Damit hat der Goethe-Bund eine ebenso große wie verantwortungsvolle Aufgabe übernommen. Darum hat der Goethe-Bund auch für Den -oor» tragswinter 1932/33 eine bedeutsame Vortrags» folge aufgestellt. Zur Eröffnungsveranstaltung häü die erfolgreiche junge deutsche Flreg-rm Elly Beinhorn einen Llchtbildervortrag „Mein Flug um die Welt". Drei Dichterabende werden die feit Jahren gebotenen Vorlegungen fortsehen: Hans C aros s a, Albrecht Sch a ef- f er und Felix Timmermans! Drei einzig- artige literarische Darbietungen. Die bisher bestehende Vortrags-Gemeinschaft mit dem Gewerkschafts-Bund Der Angestellten Ortsgruppe Gießen und dem Beamtenwirtschafts-Bund, Ortsgruppe Gießen, ist wieder aufgenommen worden. Darüber hinaus wurde em Zusammenschluß mit Dem Kaufmännischen Verein und dem Gewerbe- Verein der übrigens schon einmal vor einigen Jahren in erfolgreicher Weise bestand, gegründet! Fünf bedeutende Vortragsabende werden namhafte Persönlichkeiten zu Wort kommen lassen: I Professor 05 a 11 e r mit dem aktuellen Lichtbilder- I vortrag „Danzig und die deutsche Ostfrage" fowie der Geburtstag Hindenburgs in die Herbstferien fällt, angeordnet, daß die Ferien um einen Tag früher beginnen. Von diesem Erlaß hatten aber die Schüler und Schülerinnen der Handels- und Fachschulen nichts, die dem Handelsministerium unterstehen. Junge Mädchen, die sich in den Handelsschulen auf ihren Beruf vorbereiten, freuen sich aber ebenfalls Über jeden schulfreien Tag, auch wenn sie schon zwischen 14 und 18 und eigentlich ja bereits junge Damen sind. Sie beschwerten sich nun bei ihrer Lehrerin, daß das Handelsministerium so gar kein Verständnis für das Bedürfnis der Berufsschülerinnen nach einem freien Tag haben. Die Lehrerin zuckte mit den Achseln und sagte scherzweise: „Geht zu Hindenburg und beschwert euch!" Mit diesem Scherzwort war Der Ehrgeiz und die Energie Der Berliner Mädels angestachelt worden. Man sammelte in der Klasse Geld zu einem Blu- menstrauß. Jede gab ihr Scherflein. Erne Deputation von 11 Berliner Mädeln machte sich Dann straußbewaffnet auf Den Weg zum Herrn Reichspräsidenten. So leicht gelangt man aber nicht bis in das Vorzimmer des Herrn Reichspräsidenten, wo der Staatssekretär M e i ß n e r waltet. Es sind da viele Bureaus vorgelagert, die wie Hindernisse im Rennen überwunden werden müssen. Erst der Posten, dann der Por- tier Dann dies Bureau und dieses. Die jungen Mädels hatten Glück, weil der Fall so sonderbar lag, daß er in die Zuständigkeiten der verschiedenen Vorbureaus nicht ohne weiteres eingereiht werden konnte. Ist der Posten befugt einen Blumenstrauß, der dem Herrn Reichspräsidenten gewidmet werden soll, anzunehmen oder abzulehnen? Richts davon steht m den Dienstvorschriften. Ebensowenig hatte der Portier Instruktionen oder die andern Bureaus. Man horte sich den Wunsch der Mädels an, zuckte die Achseln, fühlte sich unzuständig und schickte Die Mädels zur Ent- laftung von Der eigenen /Verantwortung an die nächsthöhere Instanz. So kam es, daß Der Staatssekretär Die Meldung empfing, eine Deputation von 11 Berliner Mädchen sei anwesend und wünsche Dem Herrn Reichspräsidenten einen Blumenstrauß zu überreichen. Der Staatssekretär empfing Die Mädels. Ihm überreichten sie die Blumen mit Der Bitte, diese weiterzuleiten, und ihm vertrauten sie ihre Wünsche an. Der Erfolg der Aktion war, daß der Reichspräsident Den Mädchen den schulfreien Tag zubilligte und das Handelsministerium die Weisung ergehen ließ, daß in Den Berufs- und Fachschulen Der Unter- richt am Geburtstag Hindenburgs ausfalle und nur eine kurze Schulfeier abgehalten werden solle. Die Ausgestaltung und Durchführung des Vortragsprogrammes des Goethe-Bundes im vergangenen Vortragswinter hat bekundet, daß der Goethe-Bund seinen Mitgliedern und Freunden keine leeren Versprechungen gibt. Ist es doch dem Goethe-Bund möglich gewesen, in einer Zeit höchster Geistes- und Wirtschaftsnot, tote es der Vortragswinter 1931/32 gewesen ist, ein Vor- tragsprogramm zu bieten und restlos durchzuführen, das in künstlerischer und kultureller Hinsicht als vorbildlich zu betrachten ist. Drei Siebter- abende führten Ina Seidel, Hans Grimm und Werner Beumelburg, drei hervorragende Okrtreter unserer zeitgenössischen Dichtkunst, zu uns nach Gießen. Hierbei ist zu erwähnen, daß es durch Okrmittlung des Schreibers dieser Zeilen möglich war, den Dichter Werner Beumelburg zum allerersten Male überhaupt für einen Vortrag gewinnen zu können. Der große Erfolg gerade dieses Dichterabends hat im gesamten literarischen Vortragswesen Deutschlands starken Widerhall gefunden. Zwei große deutsche Gedenktage wurden durch den Goethe-Bund in erhebender Weise gefeiert: der 100. Todestag Goethes durch eine Goethe-Gedenkstunde mit Dem größten deutschen Goethesprecher Ludwig W ü l l- ne r und der 100. Geburtstag Wilhelm Buschs durch eine fein abgestimmte Feier mit dem Busch- sprecher Hans Balzer. Unvergessen ist ferner das Gastspiel des berühmten Kölner Hänneschen- Theaters. Eine Veranstaltung, die in unserer schicksalsschweren Zeit einmal Gelegenheit gab, von Herzen zu lachen und sich am gesunden Volkshumor zu erfreuen. Richt minder starken Eindruck hinterließ die Erstaufführung des Spieles „Sixt und Bet.ma", die ein herrliches Musikwerk eines bis jetzt unbekannten deutschen Komponisten erschloß. Durch ein Abkommen mit der Direktion des Lichtspielhauses war es möglich, den Bundesmilgiiedern und Den Dem Goethe-Bund angeschlosse >n Verbänden zwölf wertvolle Kulturfilm-Vorführungen zu äußerst niedrigen Eintrittspreisen tu vermitteln. Leider ergaben sich Schwierigke l«n bei Der Verwirklichung des Kam- merspielzhklus, der, seitdem Die Geltung unseres Stadttheate'rs in Händen des verdienstvollen Intendanten Dr. Prasch liegt, vom Stadttheater und Goethe-Bund bisher geboten worden war und in unserer Bürgerschaft starken Beifall gefunden hatte. Cs wäre zu wünschen, Daß Die Man sieht in diesem Jahre jetzt noch so auffallenb viel geringe Hafen, baß es sich lohnen wirb, nicht zu früh auf Hasen zu jagen. . Am gleichen Tage wirb in Hessen Die u a | a n e n • faqb 'freigegeben. Die jungen Hähne haben bann völlig gemausert unb tragen bas Prachtgefieber ihrer Art. Daburch ist es möglich, sich auf ben Abschuß von Hähnen zu beschränken, wenn auch bas Gesetz die Hennen freigibt. Aus vielen Revieren kommt die erfreuliche Nachricht, baß es mit ben Fafanen- beftänben aufwärts geht. Um so notmenbiaer mare es dis auf weiteres noch jebe Henne grunbsatzUcy zu schonen Wenn überall bie notmenbige Einsicht herrscht werben wir in besseren Fasanenbestanben halb einen Ersatz für bie immer schlechter werdenbe Hühnerjagb haben. Diese Rücksicht sollten vor allem auch bie malten lassen, bie noch nie einen Pfennig für bas Aussetzen ober Füttern von Fasanen aus» gaben unb nur vom Hegen bes Nachbarn leben. Ganz ähnlich liegen bie Dinge bei ber Wildente, beren Erpel nun auch fein schönes Winterkleid trägt. Aus ben verschiebenften Grünben gehen bie Entenstrecken überall zurück. Leiber pflegen tote Enten kein Gelege mehr zu machen. Drum, Weib- mann willst bu Enten schießen, schone bie Ente! Erpel'gibt es in ber Ueberzahl; ber bunte Erpel am Rucksackgalgen macht ganz anbere Freute als bie unscheinbare Ente, bie bas Kapital barftellt, von dem bu immer Zinsen zu erwarten hast. Es werben in ber Dämmerung unabsichtlich noch genug Enten Anläßlich ber Eröffnung ber Großen Deutschen Uustsporl-Ausstellung <®ela) alSinen au Ge° beutschen Sportflieger nach Berlin statt, wo sich auf bem Tempelhofer Feld runb 90 ^^.chmen zu Ge schwaberflügen vereinten. — Unser Bilb zeigt, wie ein Geschwader bie Kolonnen ber noch nicht gestarteten Maschinen überfliegt _____________________ Richt minder tatkräftig war der Goethe-Bund in finanzieller Hinsicht bedacht, es jedem, der an dem Kunst- und Geistesleben unserer Stadt Anteil nehmen will, dem Bund als Mitglied, Freund und Mitarbeiter nahestehen zu können: der Jahresbeitrag ist, einschließlich der Familienangehörigen, auf 1 Mk. monatlich festgesetzt worden, wobei der Eintritt zu fast allen Veranstaltun- gen unentgeltlich ist oder nur ein ganz geringes Eintrittsgeld erhoben wird. Der Goethe-Bund darf die Genugtuung hegen, manchem in aufreibendem und entbehrungsreichem Daseinskampf stehenden Mitbürger unserer Stadt viel Freude und geistige Erholung geboten zu haben. Darum ist Der daß er für fein Vortragsprogramm 1932/33 DaniE- Mitglieder und Vortragsbesucher haben - Arbeitsaemeinschaf t zwischen Den beiDen Kunst- I mit Dem Lichtbildervortrag »Der Spreewald , Instituten wieder tatfräftig ausgenommen würde. | ben ?m^Llmne°ter" ° ' Einen eindrucksvollen Austakt zu ber_ neuen I Den Kampfverlauf Wintersaison im Geräteturnen bildete am Sonntag | ersehe man aus folgender Zusammenstellung: in der von 3000 turnbegeisterten Zuschauern besuch- ~ ~ Ä-rr- 4OA ten Stadthalle zu Kassel der Kunstturnwettkampf, ben unser heimischer Turngau Hessen (Kreis Mittelrhein) erstmals mit zwei Gauen anberer Turnkreise austrug: mit bem Gau N 0 rbhessen (Kreis Oberweser) unb bem Hellweg-Märkischen Turngau (Kreis Westfalen-Lippe). Nach Begrüßung ber Gästeriegen burch Gauvertreter Becker (Kassel) bot sich in mehr als brei- stündigem Wettbewerb ein großartiges Bild von ber Leistungsfähigkeit ber genannten Gaue, beren Mannschaften saft ebenbürtig waren unb sich ba- burch einen Kampf lieferten, ber bis zum letzten Augenblick in Spannung hielt. Von ben 8 Turnern jeher Mannschaft würbe an Barren, Seitpserb, Längspserd unb Reck geturnt; bazu kam für je vier Mann eines Gaues eine Kürfreiübung. Jeter ber zwei Kampfrichter (Karl und Hermann Ohms-Hannover) konnte bis zu 10 Punkten auf eine Hebung werten, was bei Dollwertung 720 Punkte für eine Mannschaft ergeben hätte. Der Hellweg-Märkische Gau kam dieser Zahl am nächsten. Er gewann den Kampf mit 601$ Punkten. Unser Heimatgau Hessen, ber für einen feiner besten Könner (Eckharbt - Nibda) Ersatz einfteUen mußte, brachte es auf 587 Punkte unb bamit auf eine unter ben gegebenen Verhältnissen immer noch beachtliche Leistung. Der Gau Norbhessen kam mit 582$ Punkten auf ben brüten Platz. Ehrensache, daß, wenn ter Reichspräsident Geburtstag hat, die Jugend schulfrei hat. Das Preußische Kultusministerium wollte die Jugend nicht um Den freien Lag betrügen und hat. Da j