Prvrf und Verlag: »rühl'sche llniver^lÄr-vuch- und Steindruckere« N. Lang« in Sieben. rchrWeitnng und Seschästrftelle: Schulstrabe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis gum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für N- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrist 20°, mehr. Chefredakteure Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Oc H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtl'ch in Gießen. Er> cheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernfprechanfchliisse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richtens Anzeiger Gießen. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. rn. 154 M« Blaff * (82.3afrgang IHonlag, 4. Juli IM Gletzener Anzeiger General-Anzeiger für Vberhesfen Vlutige Zusammenstöße im Reich. Kommunisten schießen auf Polizei. Berlin, 4. Juli. (TA.) Während der Sonntag in Berlin verhältnismäßig ruhig verlaufen ist, und auch eine kommunistische Lustgartenkundgebung zu keinen besonderen Zwischenfällen geführt hat, werden aus den verschiedenen Teilen des Reiches blutige Zusammenstöße gemeldet. So wurden in Essen nach einer Mitteilung des dortigen Polizeipräsidiums gelegentlich eines Roten Sportfestes einige Polizeiabteilungen von kommuni st ischenSportlernmit Steinen beworfen und beschossen. Dabei wurde der Polizeiwachtmeister Sommer durch einen Kopf- und Bauchschuß getötet. Den Tätern gelang es zu entkommen. Die Veranstaltungen der roten Sportler wurden sofort verboten und der Sportplatz polizeilich abgeriegelt. Gegen 22 Uhr wurde in der Stoppenberger Straße ein Trupp von 25 Rationalsozialisten von etwa 80 Personen überfallen wobei von beiden Seiten zahlreiche Schüsse fielen. Der Rationalsozialist Fritz Karpinski aus Stoppenberg wurde durch zwei Schüsse tödlich verletzt, während zwei Kommunisten ebenfalls Verletzungen erlitten. Rach den Ermittlungen der Kriminalpolizei handelt es sich um einen vorbereiteten kommunistischen il e E> e r f a 11 auf die Rationalsozialisten. Ein weiterer kommunistischer Feuerüber- fall auf Strahenpassanten ereignete sich gegen 2 Uhr früh in der Schederhofstraße. Straßenpassanten, die den kommunistischen Gruß nicht erwiderten, wurden von einem Trupp Kommunisten beschossen, wobei zwei Arbeiter schwer verletzt wurden. In Reuruppin kam es zwischen Reichsbannerangehörigen und SA.-Leuten zu einer Schießerei, wobei fünf SA.°Männer und zwei Reichsbannerleute verletzt wurden. Gleichzeitig wurde die Polizei, als sie eingreifen wollte, mit Pflastersteinen beworfen. Rachdem die Beamten scharfe Schreckschüsse abgegeben hatten, konnten die Streitenden getrennt werden. Auch in Stuttgart kam es in den frühen Morgenstunden des Sonntags wiederholt zu Reibereien zwischen politischen Gegnern, so daß die Polizei mit den schärfsten Mitteln vorgehen mußte. Insgesamt wurden 80 Beteiligte festgenommen. Brüning beginnt den Wahlfeldzug im Rheinland. Köln, 4. Juli. (TU.) Die Zentrumspartei leitete am Sonntag den Wahlkampf für die Reichstagswahl ein, den im Rheinland der frü- here Reichskanzler Dr. Brüning eröffnete. @r sprach zunächst in Siegburg und dann in Bonn. Am Rachmittag sprach Dr. Brüning in der überfüllten Rheinlandhalle in Köln. ®r betonte, baß es nicht angenehm für einen Politiker sei, der aus der Verantwortung scheide, sofort wieder in einen neuen Wahlkampf ziehen 8U müssen So zu sprechen, wie man es von ifjm erwarte, werde, er nicht können und nicht wollen. Cs werde kein Wort über seine Lippen kommen, das die Position unserer Abordnung in Lausanne auch nur im geringsten irgendwie erschüttern werde. Bleibe die deutsche Abordnung auf der Linie, die vorher vorbereitet und festgelegt worden sei, so werde sie in diesem Punkt öie Unterstützung der Zentrumspartei auch in Zukunft behalten. Mache man aber taktische Ungeschicklichkeiten, dann müsse er darauf aufmerksam machen, daß das, was konzediert werde, was aber nicht notwendig gewesen sein sollte, zu konzedieren, die Rechtsopposition im neuen Reichstag diesmal f ü r sich allein annehmen müsse. Brüning wandte sich noch besonders gegen die Behauptung, er hätte es abgelehnt, grundsätzlich mit der Rechten zufammenzugehen. Er sei von Haus aus konservativ eingestellt und pflege sich nicht zu ändern. Er sei der Aeber- zeugung getoefen, daß nach den Preußenwahlen zu nächst ein Kabinett mit der Rechten zu bilden sei. Er habe diese Verhandlungen selbst eingeleitet, ohne eine Illoyalität nach der anderen Seite zu begehen. Manche Leute hätten aber in den berühmten fünf Minuten vor Schluß nicht mehr warten können. Dr. Brüning befaßte sich dann besonders eingehend mit dem Problem der Siedlung im O st e n. Die bisherigen Maßnahmen zur Rettung ^s deutschen Ostens hätten alle einen großen Sinn gehabt, aber es gehe nicht an, daß man eine kleine Anzahl von Gütern des Großgrundbesitzes alle zwei oder drei Jahre neu entschulde aus Mitteln, die der Westen und der Süden aufgebracht hätten. Wenn es einen kleinen gewissen Prozentsatz von Gütern gebe, die nicht bewirt- r Serben könnten, dann sei es kein Siedlungsbolschewismus, wenn man dem Westen auch mOrr einrnji"^?Lbben Land" im Osten zuteilen toolle. Auch s«i es kein Siedlungsbolschewismus, wenn man Bestimmungen, die im alten preußi- pi>en Landrecht 100 Jahre Geltung gehabt hätten, erneut aus der Rot der Zeit für solche Zwecke gesetzgeberisch wieder einführt. Er weise es weiter als eine Infamie zurück, als ob die Absicht bestanden Mtte irgendwo in den protestantischen Gebieten des Ostens vorwiegend katholische Siedler heranzuziehen. Oer „Vorwärts" auf fünf Taqe verboten. Berlin, 2. Juli. (WTB.) Der Polizeipräsident hat das Erscheinen des „Vorwärts" auf Grund der Notverordnung vom 4. bis 8. Juli verboten. Der Stand in Genf. Die Neutralen werden ungeduldig. Genf 3. Juli. (WTB.) Die Vertreter Spa° nieiis, Belgiens, Hollands, Schwedens, Rorwe- gens, Dänemarks, der Schweiz und der Tschechoslowakei sind beim Präsidenten der Abrüstungskonferenz. Henderson, vorstellig geworden, um ihm Vorschläge zur W e i t e r f ü h r u n g der Konferenzarbeiten zu machen. Gegen eine einfache Vertagung, für die insbesondere Frankreich und England zu sein schienen, wenden sich eine Reihe von Staaten. Die Konferenz müsse wenigstens einige konkrete Abrü- tungsmahnahmen beschließen. Schon jetzt könnten über folgende Punkte Beschlüsse der Konfereiiz herbeigeführt werden: 1. Absolutes Verbot des Bomben werfens aus Flugzeug en einschließlich der Hebungen und Vorbereitungen zum Bomben krieg; 2. Beschränkung der Maximaltonnage für Militärflugzeuge auf 1600 Kilogramm; 3. Beschränkung der Heeresausgaben 4. Schaffung einer ständigen Rüstungskontrolle. Rach den bisherigen Dispositionen ist die Einberufung des Büros der Konferenz für Dienstagnachmittag und des Hauptausschusses vorläufig für Donnerstag in Aussicht genommen. Wie verlautet, soll der Präsident der Konserenz den Vorschlägen der kleinen Staaten sympathisch gegenüberstehen. Die gemeinsamen amerikanisch- ranzösisch-englischen Besprechungen ruhen augenblicklich vollständig. Irlands Veisehnng in Cocherel. Paris, 3. Juli. (WTB.) Bei strahlendem Sommerwetter wurde Aristide B r i a n d in Co- cherel auf dem kleinen Dorffriedhof zur letzten Ruhe gebracht. Tausende von Freunden des verstorbenen Staatsmannes hatten sich versammelt, um ihm die letzte Ehre zu erweisen. Die gesamte Regierung, Vertreter von Senat und Kammer, das diplomatische K o r p s, darunter der deutsche Botschafter v. H ö s ch und viele Vereinigungen waren vertreten. Die Feier war schlicht und eindrucksvoll. Ministerpräsident H e r r i o t feierte in feinem Rachruf vor allem den Menschen Briand, dessen staatsmännisches Werk erst die Geschichte richtig würdigen werde. Briand sei der geistige Führer aller Friedensbestrebungen gewesen. Mit dem Briand-Kellog-Pakt habe Briands Werk uni- versellen Charakter erhalten. „Ich für mein Teil", erklärte Herriot, „habe niemals mehr die Bedeutung der Ratschläge Briands und seines Beispiels verspürt als gegenwärtig bei den Verhandlungen, die, wie ich glaube, zur Befriedung Europas und der Welt beitragen werden."- Ebenso schlicht, wie die Feier war, wird auch die Grabstätte Briands fein. Ein riesiger, ous seiner Heimat, der Bretagne, stammender Felsblock, der die Inschrift „Aristide Briand" trägt, wird die Gruft decken. Der letzte König von Portugal t. Der ehemalige König Manuel II. von Portugal ist am Samstagnachmittag in feinem Palais in Twickenham bei London gänzlich unerwartet gestorben. König Manuel entstammte dem Hause Braganza-Sachsen- Coburg und Gotha und wurde 1889 als Sohn des Königs Karl l. und der Prinzessin Amalie von Bourbon-Orleans geboren. Am 1. Februar 1908 wurden sein Vater und sein Bruder, der Kronprinz Louis Philipp in Lissabon ermordet, während Manuel leicht verwundet wurde. Als nächstberechtigter Agnat bestieg Manuel den Thron. Die steigende Unzufriedenheit des Volkes nötigte ihn jedoch schon am 16. Oktober 1910 vor der Revolution nach England zu fliehen, wo er sich in Twickenham niederließ. 1913 heiratete er seine Cousine, die Prinzessin Auguste Viktoria von Hohen- zollern-Sigmaringen. Die Ehe blieb kinderlos, so daß mit dem jetzigen Tode des Königs Manuel das Haus Coburg-Draganza erloschen ist. Wie in einer amtlichen Verlautbarung mitgeteilt wird, litt König Manuel von Portugal am Die Mer-Milliarden-^orderung der Gläubiger. Die Vier-AIilliarden-Foröerung Lausanne, 3. 3uli. (013.) Der Vorschlag der Gegenseite wurde uns gewissermaßen inoffiziell zur Kenntnis gebracht. Dieser Vorschlag deckt sich weitgehend mit den bereits gemeldeten, aus verschiedenen Quellen stammenden Angaben: Er fordert vier Milliarden Goldmark, zahlbar in Bonds, die der BIZ. als Treuhänder übergeben würden und von dieser nach Ablauf von drei Iahren auf den Markt gebracht werden könnten, wenn das nach der der Finanzlage Deutschlands für möglich gehalten und ein Ausgabekurs von min- bestens 90 Prozent für diese 5p r o 3en t i- gen mit mindestens 1 Prozent jährlich zu tilgenden Obligationen erreicht würde. Der Zinslauf würde jeweils erst von dem Tage der Emission einer Tranche beginnen, also nicht etwa mit Uebergabe an die BIZ. Der Erlös würde jeweils einem Spezialfonds zur Verfügung gestellt, dem fonds commun, der im wesentlichen für den Wiederaufbau bestimmt ist. Unter dieses Abkommen sollen nicht fallen die Verzinsung und Tilgung der Young- und Dawes- Anleihen, die belgischen Mark- Verpflichtungen und die Verpflichtungen gegenüber Amerika aus den sogenannten mixed Claims (41 Millionen Mark) und den amerikanischen Bcsahungskosten (25 Millionen Mark), wohl aber der gesamte Rückstand aus dem hoover-Iahr, also nicht nur die gestundeten und in zehn Jahresraten nachzahlbaren geschützten Beträge, sondern auch die ungeschützten Annuitäten, die in Form von Vorschüssen bisher als eine neuentstandene Sdjulb der Reichsbahn gestundet waren. Rach deutscher Auffassung sollte mit diesem Abkommen die Gesamtheit der deut- schenReparationsverpflichtungenab- gelöst und damit der Teil VIII des Versailler Vertrags erledigt sein, der die Bestimmungen über die „Wiedergutmachungen" enthält, und die Artikel 231 bis 244, beginnend mit dem berüchtigten Kriegsschuldartikel umfaßt. Krankreich fühlt sich isoliert. Paris, 4. Juli. (WTD. Funkspruch.) „Echo de Paris" vertritt die Ansicht, daß die Verhandlungen noch die ganze Woche in Anspruch nehmen werden, es sei denn, daß eine Regierung es auf sich nehme, die Beratungen abzubrechen. Macdonald werde feine Schiedsrichterrolle in den Vordergrund schieben, um zu versuchen, den Vorschlag der fünf Mächte den deutschen Wünschen anzupasfen. Rur Frankreich we rde gegen dieses Manöver an» kämpf e n, denn Italien gehe in gewisser Hinsicht über die englische Politik noch hinaus. D e l g i e n sei stumm und Japan gleichgültig. Die deutsche Delegation versuche, die Verbindung zwischen Schulden und Reparationen zu verhindern. Aber in dieser Frage könne Frankreich nicht zurückweichen. Wenn es Frankreich nicht gelinge, England und die übrigen Gläubigerstaaten zu bewegen, den Lausanner Vertrag nicht zu ratifizieren, bevor eine R e - gelung der Schulden bei Amerika unter sei ebnet fei, bestehe die Gefahr, daß Frankreich übertölpelt werde. Das Blatt warnt schließlich vor jedem Eingehen auf eine Revision der Schuldparagraphen des Versailler Vertrages, weil auf diesen der ganze Versailler Vertrag aufgebaut sei. Die Auffassung in London. London, 4. Juli. (WTB. Funkspruch.) In ihren Telegrammen aus Lausanne berichten die Blatter ausführlich über die Vorschläge der fünf Mächte und die deutschen Einwendungen. Sie glauben, daß die Aussichten auf eine Einigung nicht schlecht find, erwarten aber, daß D e f f a u , 3. Juli. (TU.) Das mitteldeutsche Treffen der Nationalsozialisten begann mit einem Fackel- gug der anhaitischen Nationalsozialisten, nach dessen Abschluß der Reichstagsabgeordnete Hauptmann a. D. Loeper-Dessau eine Rede hielt. 21m zweiten Tage fanden zunächst Rund - und Geschwaderflüge über dem Junkersflugplatz statt. Um 13 Uhr schritten Dr. Goebbels, Straßer und der Gauleiter von Magdeburg- Anhalt, Hauptmann Loeper, die Reihen der etwa 25 000 SA.- und SS.-Leute ab. Der Vorbeimarsch an den Führern der NSDAP., dem Ministerpräsidenten Dr. reg berg und dem deutschnationalen Staatsminister Dr. Knorr dauerte 2% Stunden. Aus dem früheren Rennplatz hielt bann Or. Goebbels eine Ansprache. Noch vor drei Monaten, so erklärte er, erdreistete sich eine deutsche Regierung, die Drga» nisation unserer SA. und SS. zu zerschlagen. Die Männer, die Deutschland 14 Jahre lang in einer beispiellosen Mißwirtschaft bis an den Rand des Ruins gebracht haben, diese Männer möchten sich heute in der Opposition verkriechen. Wenn die SPD. heute in ihrem Organ erklärt, die Nationalsozialisten hätten die letzte Notverordnung angenommen, um mit den Erträgnissen der Rentenkürzungen ihre Uniformen zu bezahlen, so wisse man, welch eine schamlose Lüge das sei. Die SPD. ist von der panischen Angst besessen, baß mit dem Nationalsozialismus jenes historische Strafgericht kommt, das in seinen Ausmaßen nur gemessen werden kann an dem Verbrechen, das die Systemparteien in den vergangenen 14 Jahren begangen haben. Wir Nationalsozialisten haben nie ein Kabinett toleriert und werden nie ein Kabinett tolerieren, das nicht von Adolf Hitler geführt ist. Wieder einmal erhebt das Gespenst des lanbes- verräterischen Separatismus sein Haupt. Wieder einmal wird in den marxistisch regierten Ländern der Polizeiterror gegen uns mobil gemacht. Aber die Verhandlungen sich noch mehrere Tage hinziehen werden. „Financial News" betont indes, daß man von einer Vereinbarung weiter entfernt sei denn je. Wenn Deutschland den Vorschlag in seiner jetzigen Form an- nehme, könnte man nicht mehr von einer endgültigen Lösung sprechen, die nur in einer völligen Annullierung der Reparationen bestehe. Eine Der- tagung der Konferenz wäre besser als eine halbe Lösung. Die Summe von 4 Milliarden Mark sei übertrieben hoch. An und für sich übersteige dies nicht Deutschlands Zahlungsfähigkeit, wenn Deutschland seine wirtschaftliche Stabilität wieder erlangt habe. Man müsse aber als Maßstab nicht die Zahlungsfähigkeit, sondern die Wieder- Herstellung des Vertrauens anlegen. Es sei zu hoffen, daß die britische Delegation ihren Einfluß gebrauche, um eine Verminderung ber Summe zu erreichen. es ist die letzte Kraftprobe, das letzte Aufbäumen einem Systems, das im Sterben liegt. Gregor Straßer forderte für den Rationalsozialismus die Führung, damit all das, was von da ab in Deutsch- land geschieht, von nationalsozialistischem Geiste getragen und von Männern durchgeführt werde, die ein zwölfjähriger Kampf mitleidlos und hart gemacht habe. Die letzte große Tat, mit der wir die Basis des Vertrauens erweitern werden, ist, so führte der Redner aus, die Lösung des großen deutschen Problems der Arbeitsbeschaf- f un g. Arbeit müssen und werden wir schaffen. Wir werden an das Problem der Arbeitsbeschaffung gehen, nicht vom Standpunkt liberaler Geldverleiher aus, sondern von jener alten Lehre, ehe Geld und Reichsbankdiskont auf die Welt kamen: Arbeit und Bodenschätze. Ein Volk, wie das deutsche, sauber und gerecht regiert, wird und muß vorwärts kommen. Wir sind heute die größte Partei Deutschlands und unsere Verven werden nicht versagen, wenn wir nach zehnjährigem Kampf das ausführen, was wir gepredigt haben. Es lohnt sich zu kämpfen für ein Deutschland, in dem es unseren Kindern einmal besser gehen soll, als es uns gegangen ist. Appell 6er NSDAP, in Darmstadt. Darmstadt, 3. Juli. (WSN.) Etwa 1400 SA.- und SS.-Leute der NSDAP, in Darmstadt waren am Sonntagnachmittag zu einem Appell auf bem Marienplatz angetreten, den Gruppenführer Schneidhuber (Koblenz) mit einer An- spräche eröffnete. Er übergab den neuen Sturmabteilungen 21 und 22 ihre Sturmfahnen. Hierauf setzten sich die SA- und SS. zu einem Marsch durch die Straßen in Bewegung, der mit einer Kundgebung auf dem Paradeplatz endete. Kreisleiter Heß sprach über Sinn und Bedeutung der kommenden Reichstagswahlen. Das gemeinsam gesungene Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied beendeten die ohne jeden Zwischenfall verlaufene Kundgebung. Mitteldeutsches SA-Treffeu in Dessau. Samstagmorgen an Schmerzen in der Kehle. Sein Arzt wies ihn an, sich zu Bett zu legen. Gegen 13 Ahr ging der Patient zu Bett. Rach dreiviertel Stunden trat plötzlich Atemlosigkeit ein, die sich dann außerordentlich schnell verschlimmerte. Der Tod trat infolge einer Wassergeschwulst in den Stimmritzen ein. Am Sterbebett befand sich die Königin Auguste Viktoria. Ein Arzt war nicht zugegen. Bald nach dem Tode traf der Hofarzt des englischen Königs ein. König Manuel war am Freitag bei den Tennis-Spielen in Wimbledon anwesend. Das englische Königspaar erhielt die Rachricht in Wimbledon, kurz bevor es den Tennisplatz wieder verlassen wollte. Sofort sank die Königsstandarte auf Halbmast und kurz darauf senkten sich auch die Klubflaggen zu Ehren des verstorbenen Königs. DerReichsttiegertag inDortmund Der dritte Tag des Reichskriegertages wurde am Sonntagvormittag mit einer kirchlichen Er- innerungsfeierfürdieGefallenenim Stadion eingeleitet, bei der Geistliche beider Konfessionen sprachen. Der offizielle Festakt begann um 14 Ahr. Weit über 100 000 Krieger mit mehreren Fahnen und zahlreichen Musikkapellen standen Kopf an Kops, während das umliegende Gelände von einer riesigen Menschenmenge gefüllt war. Für die Bundesführer und die geladenen Gäste war ein besonderer Platz reserviert. OHS der Aufmarsch beendet war, begrüßte der Dun- desvorsitzende General v. Horn die Kameraden und besonders auch die Wordnung der Reichswehr aufs herzlichste. Er widmete den gefallenen Kameraden warme Worte des Gedenkens. Darauf erklang bei gesenkten Fahnen das Lied „Ich halt einen Kameraden". Als die erste Strophe des Deutschland-Liedes erklungen war, erfolgte der Vorbeimarsch der Ehrenkompanie mit den Fahnen und Standarten der alten Armee. Darauf defilierte die erste Kompanie des Reichs- wehrregiments Rr. 18 in Münster im Parademarsch an der Tribüne vorbei, womit das vaterländische Schauspiel feinen Abschluß fand. Der Reichskriegertag sandte dem Reichs- Das imposante Hagen-Denkmal, das jetzt am Rheinufer in W o r m s enthüllt wurde. Es stellt den Recken Hagen dar, wie er den Nibelungen-Schatz in den Rhein versenkt. kanzler in Lausanne und der deutschen Abrüstungsdelegation in Genf folgendes Telegramm: „Wir vom Vierten Deutschen Reichs- kriegertag in Dortmund sprechen vertrauensvoll die Erwartung aus, daß unbeirrt an den ver- brtesten Rechten und Forderungen des deutschen Volkes fe st gehalten wird. Die alten Soldaten wollen keine kleinen Zugeständnisse: sie fordern eine Lösung, die der Ehre und der Würde der deutschen Ration entspricht, auf der Grundlage völliger Gleichberechtigung. Sie wollen das Recht jedes freien Volks: das Vaterland in Rot und Gefahr schützen und verteidigen zu können." Aus aller Welt. Oie Flieger Bertram und Clausmann lebend ausgefunden. Rach einem Funkspruch aus Wyndham (Australien) sind die beiden Flieger Bertram und (Hausmann, die seit dem 15.2Hai vermißt wurden, von Eingeborenen unweit des Kaps Vernier lebend aufgefunden worden. Die beiden Geretteten befanden sich in vollkommen erschöpftem Zustande. Die Flieger wurden etwa 12 Meilen von der Stelle, wo sie ihr Flugzeug zurückgelassen hatten, aufgefunden. Die Eingeborenen gaben ihnen Känguru h f l e i s ch zu essen, bis am 22. Juni weitere Eingeborene aus Drysdale kamen, die einen Läufer zu der Hilfsexpedition des Polizeikommissars Darschall schickten. Darschall suchte damals das Gelände in der Nähe des Flugzeuges ab. Er kam mit den Eingeborenen zurück und traf Bertram und (Hausmann am vergangenen Mittwoch. Bertram konnte kaum noch gehen. Als er den australischen Beamten sah, rief er: „Brot! Brot!" Mehr konnte er nicht herausbringen. Nachdem er etwas Nahrung zu sich genommen hatte, berichtete er kurz über seine Schicksale. Die Flieger hatten in einem schweren Sturm über dem Ozean vollkommen die Orientierung verloren und waren am 15. Mai auf dem australischen Kontinent gelandet. Ihre ganzen Borräte waren einige Pakete Zwieback und Obstkonserven. Nachdem diese Vorräte erschöpft waren, lebten sie von Schnecken und von dem Wasser des Motorkühlers. Von Wyndham ist ein Motorboot abgegangen, das die Flieger und die Rettungsexpedition abholen soll. Dos Boot wird am Mittwoch zurückerwartet. Wieder in Friedrichshafen. Nach einer Rundfahrt über London und Südeng- land nahm der „Graf Zeppelin in Henworth die Fahrgäste für dieRückreife nachFried- richshafenan Bord und startete kurz nach 21 Uhr in südöstlicher Richtung. Er überflog noch einmal von mehreren englischen Flugzeugen begleitet ziemlich niedrig und mit großer Geschwindigkeit die Londoner City und fuhr dann dem Laufe der Themse folgend nach Deutschland davon. Als das Luftschiff langsam in die Höhe stieg, spielte die Kapelle die deutsche und englische Nationalhymne, die von der Menge mit entblößten Häuptern angehört wurde. Als der „Graf Zeppelin" am Horizont verschwand, wurde die deutsche Flagge, die während des ganzen Englandfluges des Luftschiffes auf dem Flugplatz von Henworth aufgezogen war, wieder eingeholt. Das Luftschiff ist heute früh zurückgekehrt und um 6.32 Uhr glatt gelandet. Schon wieder zwei Schulbrände. Die Serie der Berliner Schulbrände fand ihre Fortsetzung in einer neuen Brandstiftung, die in dem ehemaligen Kleist - Lyceum im Rord- westen Berlins verübt wurde. In dem Gebäude befindet sich jetzt ein der Stadt Berlin gehöriger Kinderhort. Das Feuer war in der Kochküche in einem Gerätefchrank angelegt worden. Eine zweite Brandstiftung wurde im Schrank des Küchenraumes des städtischen Dorotheen - Ly - ceums in der Wilhelmshavener Straße entdeckt. Der Schuldiener konnte den Brand rechtzeitig mit dem Handlöschgerät ersticken. Einen Anhalt für die Art der Brandstiftung sowie für die Brandstifter selbst konnte bisher nicht ermittelt werden, wie auch die früheren Fälle derartiger Brandstiftungen noch vollkommen in Dunkel gehüllt sind. Schwerer Eisenbahnzusammenstoh In der Tschechoslowakei. Zwei Züge einer Nebenbahn sind bei Beneschau in Südböhmen zusammenge stoßen. Reun Personen wurden getötet und 30 verletzt, unter ihnen 12 schwer. Das Tlnglück ereignete sich während eines starken Gewitters, das über dieser Gegend wütete. Schweres Faltbootunglück auf dem Oberrhein. Zwischen Laibstadt und Schwaderloch auf schweizerischem Gebiet ereignete sich auf dem Rhein ein schweres Faltbootunglück. Vom User aus sah man mitten im Rhein ein gekentertes Faltboot treiben, an dem sich drei junge Männer festhielten, die langsam in den Fluten versanken. Hilfeleistung war unmöglich. Auch das Faltboot konnte nicht sichergestellt werden. Man muß annehmen, daß die drei Insassen ertrunken sind. Ihre Identität steht nicht fest. Bauernurutjen in Ostgalizien. In der Gegend von L i s k o in Ostgalizien tarn es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen ukrainischen Bauern und der Polizei. Die Bauern sollen, wie es in polnischen Blättern heißt, durch k o m - munistische Werbetätigkeit gegen die polnischen Landbesitzer aufgewiegelt worden sein. Man redete ihnen angeblich ein, daß in Kürze bie Leibeigenschaft wieder ein- geführt werden solle. Die Bauern bewaffneten sich daraufhin mit Stöcken und allerlei Feldgeräten, zogen auf die polnischen Gutshöfe, mißhandelten deren Besitzer, vertrieben sie und begannen zu plündern. Erst einer größeren Polizeiabteilung gelang es, die Bauernrevolte durch Gebrauch von Schußwaffen zu unterdrücken und die aus einigen hundert Personen bestehende Menge zu zerstreue,. Insgesamt werden bisher fünf Tote und mehrere Verletzte, darunter zwei Polizisten gemeldet. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Aschenregen in Chile. In der Gegend von Valparaiso und C u • ricoisteinoulkanischerAschenregen niedergegangen, der von einem Ausbruch des Vulkans P e u m o im Süden der Provinz O'Higgins herrührt. Der Aschenregen hat bereits in den frühen Nachmittagsstunden den Himmel verdunkelt. 3n den Alpen erfroren aufgesunden. 300 Meter unter dem Zugspihgipfel im Höllental wurde der in München wohnende Student Wilhelm Dauer aus Jena erfroren aufgefunden. Die Lothringer Land. Von Lieelbet Dill. Das Auto fährt durch Laubwälder Lothringens. Matt schimmert die Sonne durch Dlätteralleen, der Wind der lothringischen Ebene dringt mir kräftig entgegen. Herb und breit dehnt sich das Land, fern glitzert eine Windung der schimmernden Mosel. Ein Denkmal am Weg mit steinernem Helm. — Ich lese im Vvrüberfahren seine Aufschrift: Ein sächsisches Garde-Regiment seinen gefallenen Kameraden, — die Erinnerung an einen siegreichen Krieg ... Am Weg versinken und tauchen morsche Grabkreuze auf, mit vom Regen verwaschenen Romen. Hinter mir liegt die Festung. Ich fliege durch das Land auf breiten, schlecht- gehaltenen Landstraßen, mit Löchern und Regenlachen, um mich schließt und öffnet sich der Wald. Immer dasselbe Bild. Weite, flache, manchmal leichtgewellte Ebene, von Wäldern umschlossen, rauchende Schlote großer Hüttenwerke im Tal — Schlachtfelder und Grabkreuze. Leben und Tod dicht nebeneinander. Die arbeitenden Werke und die tragischen Felder mit den eingesunkenen Erinnerungen an das, was dieses Land gelitten hot... Es scheint zum Leiden bestimmt. Das Auto hält in einem Villenort. Freundliche Deamtenwohnungen in großen Gärten, hinter der Gartenmauer der Wald. Die Zementfabrik, die zum Werk gehört, übergießt Dächer und Gärten ein paar Kilometer weit mit einem grauweißen Staubregen. Sie sehen aus, wie eine beschneite Kolonie. Die Hütte raucht, dampft, hämmert und arbeitet. Alle Hochöfen sind in Betrieb. Wir wandern über weite Höfe, unter unseren Sohlen glühen die eisernen Stege, unter denen das rotglühende Eisen rinnt wie ein Dach, um auf dem gefurchten, zu seiner Aufnahme vorbereiteten Acker zu verzischen und dort zu erkalten. Heißer Rebel umdampft uns, den großen eisernen Singe- heuern von Hochöfen trieft das kochende Wasser aus den Mäulern, sie reißen ihre Rachen auf, wir sehen in weihglühende Schlünde, unaufhörlich speist man die Ungeheuer, sie fressen und werden nie satt. Unter uns drehen sich die eisernen Drehscheiben, die Geländer, auf die man sich stützt, glühen. Man sieht fast keine Arbeiter auf diesen modernen Werk. Alles scheint durch Maschinen erseht und bewegt zu werden. Aber um 12 Uhr öffnet sich plötzlich eine unsichtbare Quelle und speit Menschen aus, und ein ganzer Strom Mannern ergießt sich Über die leeren Höfe den Eß-Stätten zu. Die Maler haben prachtvolle Motive hier gefunden. Dichter haben die Eisenhütten besungen. Und sie sind schön, diese Dil- der, plastisch, doller Reize. Diesen Weg der glühenden Cisenbäche zu verfolgen, zu sehen wie der flüssige Stahl in die großen Pfannen rinnt, wie die rasenden Maschinen ständig mit Wasser gekühlt werden, um nicht zu zerplatzen, wie die Arbeit rast, brüllt, donnert und zischt, hämmert und glüht. Wie anmutig diese eisernen Riesenhände mechanisch immer dasselbe tun. Wie sorglich sie den Deckel der Pfänner aufheben und höflich warten, bis die Pfannen mit Erz gefüllt find, ihn bann zudecken und weiterschweben .. . 1600 Grad Hitze glühen uns aus Feuerschlünden entgegen. Ein rascher Tod für einen Menschen. Mehr als einmal kam es vor, daß sich ein Arbeiter, der verhaftet werden sollte, vor seinem Verfolger schließlich in eine mit flüssigem Stahl gefüllte Pfanne rettete. Ein Sprung in diese weiß-glühende Hölle und ein Mensch war nicht mehr... Auf eisernen Himmelsleitern klettert man hinauf, hoch oben genießt man den ungeheuren Eindruck dieses Hüttenwerkes. Ein gefährlicher Weg, nur für Schwindelfreie! Von breiten eisernen Terrassen überschaut man das Lothringer Land. Der Doden zittert und glüht. Um jeden Winderhitzer laufen Dalkons aus Eifen, wie um Aussichtstürme. Gefährlich ist die Gasluft, die aus den Tiefen steigt und uns plötzlich einhüllt: man kann kaum atmen — lebengefährdend, giftig. Auf dem glühenden flüssigen Eisen, das in der Riesenpfanne kocht, schwimmt bie graue Schlacke wie Rahm auf der Milch, dort lauft wieder ein gehender Dach über die vorbereitete Erde, von Männern, halbnackt, mit roten heißen Gesichtern bewacht: oben sickert eine graue Schicht Erde, wie Eis auf dem 'winterlichen Bach. Man wird taub von dem Getöse, dem Hämmern, dem Knirschen der Säge, die das Eisen schneidet im Walzwerk, blind und geblendet von den strahlenden Riesensonnen der eisernen Oefen. Das Gebläsehaus öffnet sich, die elektrische Maschinenhalle, sauber, der Boden weiß geglättet und gepflegt, ein Geruch nach Del schwebt in der Luft, Wir sind in ber Zentrale, dem Herz ber Hütte, das hämmert unb schlägt und alles bc- wegt, Riesenmaschinen von 2400 Pferbekräften stehen vor uns unb gehen lautlos und glatt. Sie arbeiten ohne Lärm. Auch hier sieht man nur ganz selten einen Arbeiter. Die großen, glatten, sausenden Maschinen scheinen selbst zu denken unb zu gehen... Aus einigen steht noch ber Name des deutschen Besitzers, ber diese ungeheure Anlage schuf. „Thyssen". Er wirkt wie ein Grabmal am Weg, erinnert an das, was war... Wie ein totes Leiche wurde von der Rettungsstelle Garmisch der Deutschen Bergwacht zu Tal gebracht. Schießerei Im Gerichtssaal. Im Amtsgericht Charlottenburg wurde am Samstag ein Erbschaftsprozeß verhandelt. Gegen 16 Uhr zog plötzlich der 48jährige Gustav Sonnenberg einen Revolver unb schoß auf feine Gegnerin Else Doering unb ihren Rechts- anwalt. Der Rechtsanwalt Hartmann aus ber Potsbamer Straße würbe so schwer verletzt, baß er auf bem Transport zum Krankenhaus starb. Else Doering erhielt zwei schwere Bauchschüsse. Als Sonnenberg sah, bah er seine Gegner getroffen hatte, richtete er den Revolver auf s i ch selbst unb traf sich tödlich in den Kopf. Schwere» Verkehrsunglück. Auf ber Strecke Ungoar-Banovce (Karpatho-Ruß- lanb) stieß an einem ungeschützten Bahnübergang ein Motorzug gegen ein P f e r bell e s p a n n, das zehn Mitglieder einer Bauern- familie zum Gottesbien st bringen sollte. Von ben Insassen erlitten ber 70jährige Bauer, seine Tochter unb sein Enkelkind schwere Verletzungen, denen sie kurz nach ihrer Einlieferung ins Krankenhaus erlagen. Beim Fallschirmabsprung löblich verunglückt. In Dübendorf (Schweiz) wollte bei einer Flugveranstaltung ein Techniker aus einem Flug- zeug mit dem Fallschirm abfpringen, er verfing sichbeimAbsprunginoerAbzugsleine, die riß. Der Fallschirm öffnete sich daher nicht, unb ber Techniker stürzte aus etwa 350 Meter Höhe zu Baben und blieb mit zerschmetterten Gliedern tot liegen. Der UcberfaU auf ben Wiener Golfklub. Die Polizei hat wegen bes Ueberfalls auf ben Golfklub im Lainzer Tiergarten unter bem bringenden Verdacht, ben Ueberfallplan ausgeheckt zu haben, ben nationalsozialistischen Bezirksrat Frz. W a n e k unb ben Graphiker Anton P u h r, beide Sturmführer im Vaterländischen Schutzbund ermittelt. Wanek ist flüchtig. Puhr würbe verhaftet unb hat geftanben, ben Ueberfall geleitet zu haben. Bei Wohnungsburchsuche würben Waffen gefunden. Schwere Zwischenfälle im Burgenland. In der burgenländischen Hauptstandt Eisen» stabt kam es anläßlich eines nationalsozialistischen Aufmarsches zu schweren Zusammenstößen mit Sozialdemokraten. Das Eisenstädter Arbeiter- Heim soll gestürmt, dort sollen auch Verwüstungen angerichtet worden sein. Da die Gendarmerie nicht ausreichte, rückte Bundeswehr mit Maschinengewehren aus. Es werden zahlreiche Verletzte gemeldet, darunter der Landeshauptmannstellvertreter Leser. Bekannter Münchener Brauer gestorben. Geheimer Kommerzienrat Eugen Thomas ist im Alter von 69 Jahren gestorben. Geheimrat Thomas ist einer ber Gebr. Thomas, bie in jahrelanger erfolggekrönter Arbeit die frühere Hubinger Brauerei zur höchsten Blüte brachten. Die Brüder Thomas waren bie ersten unter ben Münchener Brauern, bie Helles Bier nach Pilsener A r t herstellten. Damit begründete sich auch ber Weltruf des Unternehmens, zu dem nicht zum geringsten Teil ber Verstorbenen beigetragen hat. Tagung de» verbände» Deutscher Bücherrevisoren. In Bad Harzburg fand die diesjährige Tagung des Verbandes, dem beeidigte Bücherrevisoren und Wirtschaftsprüfer angehören, unter starker Beteiligung der Mitglieder statt. Im Vordergrund der Erörterungen standen berufspolitische Fragen, wie insbesondere die Angelegenheiten der Bestellung der Wirtschaftsprüfer und die Weiterentwicklung des Berufes der beeidigten Bücherrevisoren. Ferner fand ein Vortrag des Wirtschaftsprüfers Mundorf (Berlin) über „Finanzierung als Derufsaufgabe" statt. Die Tagung bewies erneut den Willen der beeidigten Bücherrevisoren und Wirtschaftsprüfer,' daß sie die Ziele der Weiterentwicklung des Berufes geschlossen verfolgen werden. Zum Vorstand wurde gewählt: Dr. jur. Paul D. Schourp, Essen (1. Vorsitzender): Dr. Wilhelm Voß, Berlin (1. stellvertr. Vorsitzender): Rudolf Mundorf, Berlin (2. stellvertre- Tier liegt in ber Ecke eine Dampfturbine, sie war zu alt unb hat versagt, ist krepiert, sie platzte unb zerstob... „Schaufelsalat". In ben Koquillen erstarrt langsam der Stahl. Di« Wunder des Stahlwerks nehmen mich gefangen. Don diesen prachtvollen leuchtenden Bildern kommt man kaum los. Die Rachen ber Martinsöfen mit ihren 2000 Grad Hitze sehen aus wie die Mäuler vorsintflutlicher Ungeheuer, die sich gierig öffnen und schließen, aus den Bessemerbirnen sprüht ein funkelnder Sternenregen wie ein Opfer der Arbeit himmelan. In Dampf und sprühender Glut arbeiten die Männer. lieber mir schweben glühende mannshohe Blöcke vorbei, bie, ohne daß sich eine Menschenhand bemüht, in die Maschine geleitet, gewalzt, zerschnitten, aelöscht werden und in Wärmeöfen versenkt. Bon schwebenden Maschinenhänben wird der Deckel sorglich draufgestülpt. Die Hütte hat ihre eigenen Kohlenbergwerke und ihre Erzgruben. Wir fahren in die nächste Erzgrube ein. Sie liegt mitten im Wald, wie ein Märchenschloß versteckt. In weißen Leinenmänteln und Mützen gehts im eisernen Käfig in bie Tiefe, bie gähnende finstere Unterwelt, um mich wird es dunkel, wir tragen alle Laternen. Der Weg zwischen gelben, tropfenden, nassen Wänden leuchtet, glitzert und gleißt. Es ist warm hier unten, wie geheizt. Man zeigt mir flüssige Luft, die blau in einem Behälter kocßt. Mit ihr wird das Erz gesprengt. Eben wird am Ort eine Sprengung vorbereitet. Wir gehen hin, ein weiter, viele Kilometer langer, mühsamer Weg. Nichts für Helle Pelzjacken und Lackschuhe. Unaufhörlich rollen Wagen mit Erz an uns vorbei, ohne Führer, ganz still. Am Ende des langen Weges sehen wir einer Sprengung zu... Vier Arbeiter, ein dumpfdröh- nenber Knall, der bie Wände erschüttert, bie Erde birst, die gleißenden Brocken öffnen sich, stürzen unb brechen nieder. Wir sind wie betäubt von der Wucht des Donners, betropft und bestaubt. Oben in der 5)alle über Tag erwarten uns mit warmem Wasser gefüllte Badewannen, reine Handtücher — frische Luft. Dann trägt uns das Auto durch den sinkenden Tag, durch grüne Wälder, durch verlassen aus- sehende lothringische Dörfer, in denen schon um 7 Uhr alles zu schlafen scheint — auf den Wiesen steigt der Moselnebel auf, und hier unb dort ragt eine Gruppe rauchender Schlote —, ober ein armes, windschiefes Soldatenkreuz reckt sich am Weg: Vergeßt uns nicht!-- Melancholisch dehnt sich unendlich weit bas Lothringer Lanb. Dor einem Dorf hält plötzlich ber Wagen, eine kleine Panne. Wir steigen aus unb im grellen Schein ber Wagenlaternen tritt wie ein Mensch aus bem Dunkel bas steinerne Denkmal Geheimrat Ernst Sachs, ber Erfinber ber Torpebo- Freilaufnabe ist im Alter von 65 Jahren in Schweinfurt gestorben. Er war Mitbegründer und Generaldirektor der Firma Fichte! & Sachs. — Ernst Sachs wurde in Konstanz a. B. geboren. Er erlernte bas Mechanikerhandwerk, zeichnete sich durch besondere Begabung unb Tüchtigkeit aus und kam in Frankfurt a.M. in die Kreise des gerade aufblühenden Radrennsportes hinein. Das führte den Feinmechaniker zu ber Erfinbung bes ersten wirklich brauchbaren Kugellagers unb zur Erfindung einer Freilaufbahn für Fahrräder, auf bie er Patente nahm. Dann gründeten er und der Schweinfurter Karl Fichte! mit zwei Gesellen unb einem Lehrling die Präzisionskugellagerwerke Fichte! & Sachs, Schweinfurt, bie er halb durch rastlose Tätigkeit und immer neue Erfindungen zu außerordentlicher Bedeutung unb Größe entwickelte. Vor Eintritt ber Wirtschaftskrise wurden 8000 Arbeiter allein in Schweinfurt beschäftigt. tender Vorsitzender): Konrad Bolte, Bremen: Karl Marcus, München; Ludwig Schünemann, Hamburg: Walter Westram, Halle. Musik um Goethe. Den zahlreichen Ausstellungen, die sich diese- Jahr mit der Persönlichkeit Goethes befassen, ist nun auch eine gefolgt, die Goethes Verhältnis zur Musik darstellt. Das Musikhistorische Museum, die Musikbibliothek Paul Hirsch und das Freie Deutsche Hochstift in Frankfurt a. M. haben das Material geliefert. Das Prinzip ber Ausstellung ist die Entwicklung des Menschen Goethe und die Reihenfolge der musikalischen Einwirkungen von seiner Kindheit an. Roch in die frühere Zeit hinein gehört das Breit- kopf.che Liederbuch mit seinen Vertonungen Goethescher Texte. Für die Straßburger Zeit und die Einwirkungen Herders ist bekannt, daß Goethe alten Dolksliedmelo- dien neue Texte un erlegt. Von der Weimarer Epoche findet sich das Original von einigen Goetheschen Singspielen und die Verdeutschung französischer und italienischer Opernlibretti von Goethes Schwager Vulpius. Den Abschluß bilden die „ Faustszenen ' von Radziwill und Hektor Berlioz und die Partitur von „Meeresstille und glückliche Fahrt", die Beethoven dem „unsterblichen Goethe" gewidmet hat. Italienische Goethe-Gebenkwoche in Frankfurt. Die italienische Goethe-Woche in Frankfurt am Main wurde eingeleitet mit der Lieberreichung Johann Caspar Goethes „Viaggio in Italia“, eine Veöffentlichung der italienischen „Königlichen Akademie" durch Professor Arturo Farinelli, auf dessen Veranlassung die Akademie zum 100. Todestag des großen Dichters zu Ehren dessen Vaters das Werk herausgegeben hat. — Oberbürgermeister Dr. Landmann begrüßte im Kaisersaal des Römers die italienische Delegation- Er dankte den Vertretern Italiens, daß sie noch einmal gekommen seien, um die Stimme Italiens im Chore der Volker, die Goethe in diesem Jahre ihre Huldigung darbrächten, ertönen zu lassen. eines als Spion erschossenen (£urd —, das sich gespenstig am Weg erhebt wie ein Warnung--- Oie „Schatten^ der Großen von Lausanne. Wenn die Premierminister der großen Staaten, die sich jetzt in Lausanne wieder einmal zusammengefunden haben, ruhig auf den Terrassen herumspazieren unb sogar lange Spaziergänge an den Seeufern unternehmen können, ohne Angst vor Attentaten oder Belästigungen haben zu müssen, so verdanken sie dies der vorzüglichen Arbeit der Polizei. Die Schweizer Sicherheits-Behörden wirken im engen Einvernehmen mit dem persönlichen Schuh, den sich die einzelnen Führer bet Delegationen mitgebracht haben. Die Sicherheitsmaßnahmen in Lausanne sind so vorzüglich organisiert, daß kein Fremder länger als ein paar Stunden sich in der Stadt aufhalten kann, ohne daß der Chef der Lausanner Detektiv-Streitkräfte alles über ihn weiß. Die Premierminister Europas sind daher aus der Konferenz so sicher, wie es nach menschlicher Voraussicht möglich ist. Wie Harold G. Cardozo in einem Londoner Blatt erzählt, sind die meisten der ausländischen Detektive auf der Konferenz ebenso bekannte und vertraute Erscheinungen wie die Staatsmänner, die sie „beschatten". „Jeder Kenner des Konferenzmilieus' , schreibt dieser Beobachter, „weiß, daß die gedrungene Figur, die als Macdonalds „Schatten" ihm immer auf den Fersen folgt, Inspektor Renshaw von Scotland Pard ist, und ebenso wenig kann man das gebräunte Gesicht, den Spitzbart und die zwinkernden blauen Augen von Mons. Sisteron vergessen, der die französischen Premierminister, mag es nun Tardieu oder Her- riot fein, überall hin begleitet, wohin sie gehen. Der italienische Außenminister Grandi hat stets Atoel Wächter bei sich, die wahre Hünen sind und Deren breite Schultern auf ungewöhnliche Körperkräfte schließen lassen. Es ist amüsant, diese Vertreter der Polizeibehörden der verschiedenen Länder zu beobachten, wie sie mit unruhigen Blicken umherschauen und dabei doch ihre besonderen Schützlinge nie aus den Augen lassen. Alle Mitglieder der Konferenz, die Sachverständigen und Sekretäre, kennen sie genau und ebenso alle Zeitungsleute und begrüßen sie mit einem diskreten Lächeln oder einem freundlichen Kopfnicken. Aber sobald eine unbekannte Gestalt im Amkreis der von ihnen Bewachten auftaucht oder wenn ihnen irgend etwas Verdächtiges auffällt, dann malt sich sofort Llnruhe und verstärkte Aufmerksamkeit auf ihren Zügen..." Dann überreichte Professor Farinelli bas Buch. Oberbürgermeister Dr. Landmann überreichte dem italienischen Gelehrten als äußeres Zeichen der Dankbarkeit der Stadt die Goethe-Medaille. Er machte davon Mitteilung, daß die Stadt beschlossen habe, als weitere Anerkennung für die italienische Ehrung der Goethestadt eine Straße der Stadt zu Ehren des großen italienischen Dichters Dante zu benennen. — Im Anschluß an die Feier im Römer fand dann im Städelschen Kunstinstitut die feierliche Eröffnung der Aus» st e l l u n g „Italienische und deutsch-italienische Kunst der Goethe-Zeit" statt, die eine Fülle von Sehenswürdigkeiten in sich vereinigt. Gründung der Deutsch-Britischen Gesellschaft in Wiesbaden. Unter starker Anteilnahme deutscher und englischer Freunde der Völkerbefriedungs^dee wurde eine deutsche Zweig st eile des Anglo German Clubs London gegründet, die den Namen Deutsch-Britische Gesellschaft (Anglo-Ger- man-Club), Sitz Wiesbaden, erhielt. Hum Präsi- deuten der Bereinigung, die der Vertiefung der kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zwi- schen Deutschland und England dienen soll, tourte Botschafter a. D. Exzellenz Freiherr Langwerth von Simmern gewählt. In das Prä- sidium wurden ferner noch gewählt die Oberbür- germeister K r ü ck e - Wiesbaden, Dr. Sa hm- Berlin, Adenauer - Köln und Dr. Schar- na g l - München, der Präsident des Senats der Freien Stadt Danzig, Dr. Zie-Hm, Beigeordneter Dr. Heß, Wiesbaden, Dr. Hamm, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelstages, von Brüning-Berlin und Geheimrat Dr. h. c. Rose! i u s - Bremen. Weiter wird das Präsidium noch aus maßgebenden Herren von den Universitäten und Technischen Hochschulen, aus Literatur, Bibliothekswesen, Presse, Großindustrie und Lust- fahrtwesen durch Kooption ergänzt werden. Professor Dr. Hecht-Göttingen überbrachte Grüße und Wünsche der Universität Göttingen und sprach den Wunsch aus nach engster fruchtbringender Zusammenarbeiten zwischen der neuen Gründung und den deutschen Universitäten. Der britische Generalkonsul in Frankfurt a. M., V. H. C. B o s a n q u e t E s q gab der Hoffnung Ausdruck, daß der neue Klub sich als wirklicher Faktor erweisen werde, um die Angehörigen der beiden Länder im Geiste der Freundschaft und der Derständigung zusammenzuführen. Aus her provinzialhauptffaht. Gießen, den 4. Juli 1932. Zehibauen! Im Baugewerbe hat die Allgemein-Verbindlich- keits-Crklärung (b. i. die Verpflichtung für alle — also auch die Nichtorganisierten Firmen — zur Zahlung der geltenden Tariflöhne) der neuen Bauarbeiter-Tarife durch das Reichsarbeitsministerium die Voraussetzung geschaffen für eine endliche Stabilisierung der Baupreise. Mit der letzten nicht unerheblichen Senkung der Löhne sind diese aus einen Stand gebracht, der ungefähr noch zwei Dritteln der bis 1930 gültig gewesenen Höchstlöhne entspricht. Die von Reichs wegen mit der Reufestsetzung der Löhne in gemeinschaftlichen Verhandlungen mit den zuständigen De- rufsvertretungen beauftragten Schlichter haben sich von der Notwendigkeit leiten lassen, durch möglichste Anpassung des Lohnniveaus an die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustände dem fast vollständig zum Stillstand gekommenen Dau- markt durch Ermöglichung niedrigerer Angebote einen neuen Anreiz zu geben. Die Gültigkeit der neuen Löhne ist erstmals wieder für fast ein Jahr, nämlich bis zum 31. März 1933 festgelegt. Durch diese längere Befristung und die Verbindlichkeits-Erklärung wird dem nun seit 1929 andauernden Abgleiten der Baupreise ein Riegel vorgeschoben. Damit ist zugleich einer der Hauptgründe beseitigt, die bisher der Herausgabe neuer Bau- und Repa- raturaufträge hemmend im Wege standen. Das bisherige allmähliche Abbauen der Löhne in kleinen Beträgen und kurzen Zeitabschnitten hatte nämlich zur Folge, daß die Dauinteressenten warteten, bis diese Entwicklung nach unten zu einem Abschluß gelangt wäre, weil ihr Bau ja sonst schon in kurzer Zeit durch die fortgeschrittene Verbilligung entsprechend an Wert verloren hätte. All diese Tieberlegungen sind nun nicht mehr am Platze. Der Lohnrückgang ist jetzt dem allgemeinen Preis» und Konjunkturrückgang an- aepaßt, und die wesentlichsten Materialpreise haben einen Tiefstand, der beispiellos ist. Das bisherige gänzliche Fehlen von Arbeit hat überdies einen so erbitterten Konkurrenzkampf um die verbliebenen Kleinigkeiten entfesselt, daß hierdurch ein weiteres Sinken der Preise verursacht wurde. Allo diese Umstände zusammen bewirken, daß zur Zeit Preise im Bauhandwerk Gültigkeit haben, deren außergewöhnlicher Tiefstand ohne Beispiel ist. Ein weiteres Sinken ist nicht möglich, da die Löhne nunmehr festgelegt sind, die Materialpreise schon durch die geringste Rachfrage steigende Tendenz zeigen und der Konjunkturtiefstand schon lange den lehtmöglichsten Grad erreicht hat, also nicht weiter unterschritten werden kann. Wer die Vergebung notwendiger oder wünschenswerter Arbeiten bisher aus irgendwelchen Gründen zurückgestellt hat, tut gut daran, an ihre Verwirklichung jetzt heranzugehen. So günstige Preise wie jetzt wird er in absehbarer Zeit nicht mehr wahrnehmen können. BornoNzen. — Tageskalender f ü r Montag: Zeltmission Oswaldsgarten, 16 Uhr, Bibelstunde, 20.15 Uhr religöfer Vortrag. — Verein heitmattreuer Ober- fchlesier, 20.30 Uhr, Monatsversammlung im „Andres", Sonnenstroße. — FGF., 20.15 Uhr, Hauptübung. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, „Ein toller Einfall". Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, zeigt ab heute den neuen Lisa-Tonfilm- Schlager „Ein toller Einfall". Es spielen — so schreibt man uns — mit: Willy Fritsch, der Industrie-undHandelskammerJriedberg Ausdruck, daß die Ueberwindung der Krise neben die Möglichkeit gegeben den unerläßlichen außerpolitischen Voraussetzungen, fernere Besteuerung rote Beseitigung der Reparationen und dadurch zuführen. Hierbei können F Behebung der allgemeinen Vertrauenskrise, eine dit- und Versicherungsunt« tatkräftige Führung der inneren Filialsteuer frei bleiben. Im der Filialen durch- Filialen von Bank-, Kre- und Versicherungsunternehmungen von der Filialsteuer ft ei bleiben. Insbesondere wäre in Er- wägung zu ziehen, ob an Stelle des GewerbeWirtschaftspolitik zur Vorbedingung hat. Angesichts des bedrohlichen Ausmaßes der Arbeitslosigkeit muß mit allem Ernst und Nachdruck darauf ertrags der Umsatz als Besteuerungsgrundlage treten kann. hmgewiesen werden, daß diese Krise nur dann von innen heraus baldmöglichst überwunden werden kann, wenn eine Voraussetzung für eine rentable Arbeit der Unternehmungen geschaffen wird, die den Anreiz zur Neueinstellung von Arbeitskräften, ^c^^ongriffnahme dringend notwendiger Ersatzbeschaffungen und damit zur allgemeinen Wiederbelebung des Wirtschaftslebens schaffen werden. Die Mittel zur Wiederherstellung einer bescheidenen Rentabilität der Wirtschaft sind in der immer wieder geforderten EntlastungderProduktion von unproduktiven " et ^IC J[n u ft r i e - und Handelskammer Friedberg trat am Donnerstag im Stadthaus- faale zu Bad-Nauheim zu einer Vollversammlung zusammen Der Vorsitzende der Kammer, Herr Hirsch- yriebberg, gab seiner besonderen Genug- mung darüber Ausdruck, daß die Tagung in einem Weltbad wie Bad-Nauheim stattfinde. Für die Stadt Bad-Nauheim sprach Bürgermeister Dr. Ahl herzliche Begrüßungsworte. Der Syndikus der Kammer, Dr. Göbel- Fried- berg, erstattete den umfangreichen Tätigkeitsbericht der Geschäftsführung feit der letzten Vollversammlung. Er gab hierin einen Heber» blick über die gegenwärtig sehr gedrückte Wirtschafts- läge im Kammerbezirk und berichtete im einzelnen über die mannigfachen Schwierigkeiten im Export, hierbei auch über die Maßnahmen, die von der Kammer ergriffen worden sind, um den bezirks- eingesessenen Firmen in dieser Hinsicht so weit als möglich zu helfen. Es wurde die Tätigkeit der Kam- mer auf dem Gebiete der Steuern, des Verkehrswesens, Ausverkaufswesens, Zugabenregelung usw. eingehend erörtert und u. a. über die durch die Devisenbewirtschaftung bedingten Arbeiten der Kammer, insbesondere die Auskunftsertei- lung und die Vorprüfung von Anträgen auf Erteilung allgemeiner Devisengenehmigungen, berichtet. In der Aussprache über die gegenwärtige SBlrtfcfjaftslag-e tarn die Auffassung zum . , , ---------- ~-,.en und in der durchgreifenden Senkung der U n - t o ft e n zu sehen. Die Bestrebungen, in zunehmendem Maße den ordnungsmäßigen Handelswechsel an die Stelle der offenen Buchforderung zu setzen, ver- dienen nach Auffassung der Kammer eine starke Forderung weitester Kreise des Handels und der Industrie. Auf diese Weise dürfte die Reichsbank am ehesten in der Lage fein, den Bedürfnissen der Wirtschaft auf produktionsfördernde Kredite nachzukommen. Angesichts der schwierigen Lage weitester Kreise des mittelständlerisä>en Einzelhandels ist die Kammer der Auffassung, daß geeignete Maßnahmen insbesondere auf steuerlichem Gebiete, gefordert werden müssen. Durch eine Aenderung der bestehenden reiche- und landesgesetzlichen Vorschriften muß den Gemeinden die Möglichkeit gegeben werden, eine wirk- unverwüstliche Herzensbrecher, der schnodder- schnäuzige Max Adalbert, der ebenso humorvolle wie warmherzige Jacob Tiedtke, der urkomische Wilhelm Dendow, der originelle Paul Hörbiger, der lustige Harry Halm, die groteske Rose D a r s o n h. die immer schallende Heiterkeit bringende Adele S a n d r o ck — alle haben das kostbare Gut ihres Humors in diesen Film gezaubert und die liebreizende Ellen Schwannecke, Dorothea Wieck und zehn Miller-Girls geben dem Herzen, was des Herzens ist. (Siehe Anzeige.) Daten für Montag, 4. Juli. 1715: der Dichter Christian Fürchtegott Gellert in Hainichen in Sachsen geboren; — 1776: Unabhängig- keitserkläruna Nordamerikas; — 1807: der itaüeni- fche Nationalheld Giuseppe Garibaldi in Nizza geboren; — 1888: der Dichter Theodor Storm in Hademarschen gestorben. • « Preußisch - Süddeutsche Klassen- lotterie. Zu der am 13. und 14. Juli stattfindenden Ziehung der 4. Klasse 39. (265.) der Preuß.» Südd. Lotterie hat die Erneuerung der Lose planmäßig spätestens bis zum 6. Juli, 18 Tlhr, bei Verlust des Anrechts in der zuständigen Lotterie- Einnahme zu geschehen. Die Beachtung dieser Frist wird in der gegenwärtigen Reisezeit dringend empfohlen. ** Ermittelte Unfugs ft ifter. Gelegen!- lief) des ersten Wahlganges zur Reichspräsidentenwahl am 13. März wurde in der Frühe jenes Tages auf dem Turme der Stadtkirche eine rote Fahne entdeckt, die im Verlaufe der Nacht dort angebracht worden war und noch vor Beginn des Straßenverkehrs von der Polizei entfernt wurde. Den Ermittelungen der Polizeibehörde ist es nunmehr gelungen, die Täter festzustellen. Es handelt sich dabei um drei unge Leute von hier, von denen einer flüchtig gegangen ist. Das Strafverfahren gegen die Hebeltäter wurde eingeleitet. Strafkammer Gießen. • Gießen, 1. Juli. In einer Dorfwirtschaft In der Gegend von Büdingen war es am 1. März zwischen den früheren und jetzigen Gehilfen eines Schornsteinfegermeisters zu einer Auseinander- ehung gekommen. In deren Verlauf erhielt der heutige Angeklagte eine Ohrfeige. Als ihn dann ein Gegner noch mit dem Kratzeisen schlagen wollte, zog er sein Dolchmesser und versetzte diesem einen Stich in den Bauch. Die Strafkammer bestätigte das auf drei Monate Gefängnis lautende Urteil des Amtsgerichts; sie nahm strafbare Tleberschreitung der Rotwehr an. Ebenfalls ohne Erfolg war die Berufung eines Arbeiters aus Büdingen. Auch die Strafkammer hielt auf Grund der Beweisaufnahme für erwiesen, daß er am 4. Dezember 1931 auf der Treppe des von ihm und einem Kaufmann bewohnten Hauses letzteren von hinten mit einem Gummischlauch auf den Kopf geschlagen habe. Auch die von dem Amtsgericht erkannte Strafe von einer Woche Gefängnis erschien angemessen. Ein anderer Angeklagter fuhr am 26. September 1931 mit feinem Motorrad von Ober- Rosbach nach Friedberg. Ihm entgegen kam ein Radfahrer, dessen Hund ständig auf der Straße herumlief. Obwohl noch andere Radfahrer und Fußgänger auf der Straße waren, fuhr der Motorradfahrer mit einer im Fragefall zu großen Geschwindigkeit weiter. Wie ein Zeuge es vermutet hatte, kam es auch: der Hund sprang dem Angeklagten in das Motorrad; er konnte nicht halten, mußte auf die linke (falsche) Seite biegen und stieß so mit einer entgegenkommenden Radfahrerin zusammen. Beide kamen zu Fall und wurden erheblich verletzt. Das Amtsgericht Friedberg hatte wegen fahrlässiger Körperverletzung auf 40 Mark Geldstrafe erkannt. Das Urteil wurde bestätigt. Schöffengericht Gießen. * Gießen, 1. Juli. Eine bereits vorbestrafte Fabrikarbeiterin, die zur Zeit Strafe verbüßt, hatte sich wegen Urkundenfälschung in Tateinheit mit Betrug zu verantworten. Sie hat in einem hiesigen Geschäft die Bescheinigung einer anderen Frau vorgezeigt, wonach sie zum Bezug eines Pullovers im Werte von 8,50 Mk. berechtigt sei. Die Angeklagte war geständig und wurde zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Sie erkannte dcrs Urteil sofort an. Wogen des gleichen Delikts war ein junger Weißbinder aus der Umgegend angeklagt. Er hatte eine öffentliche Urkunde, und zwar eine Bürgschaftserklärung, gefälscht. Auch er war geständig. Unter Einbeziehung einer früheren Strafe von 3 Wochen Gefängnis erhielt er eine Gesamtstrafe von 3 Monaten 10 Tagen Gefangnis. Cs wurde ihm bedingter Strafaufschub bewilligt unter Festsetzung einer Probezeit von 3 Jahren; außerdem wurde ihm eine Buße von 30 Mark auferlegt, die an die Staatskasse abzuführen ist. Ein mehrfach wegen Sittlichkeitsdelikten vorbestrafter Schlosser hat einem 11jährigen Mäd- t?D Seil Meii will für sich unentgeld- lich, kann sich beim Schäfer dort meld. Bss, Schafhalter. niiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiD Bleichstraße 101. Empfehlungen | ÄMmWU. iesondheiispllege Yluchochdruck- Leidenden! Verkalk., Schlaganfall) hilft „Alllnm venennm“ d. hocbwirks. 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Zuli (952 eine Nation wie Chile unerträglich ist, daß die gesamte Produktionskraft in Kupfer und Salpeter nur deswegen stillgelegt werden kann, weil die produzierenden Gesellschaften finanziell an ihrem Ende angelangt waren. Da die Welt nicht mehr das Kupfer ausnehmen kann, was produziert wird, nicht zuletzt, weil die Reparations' und sonstigen internationalen Schulden den besten Kunden Deutschland ruiniert haben, haben die Kupferindustriellen beschlossen, die Produktion auf ein Fünftel zu drosseln. Da die Nordamerikaner lieber ihre eigenen Arbeitslosen beschäftigen, wollten sie in Chile überhaupt schließen. Aehnlich liegen die Dinge beim Salpeter. Die C 0 s a ch der große, ganz unter Einfluß der Nordamerikaner stehende Trust, ist finanziell fertig, die ungeheure Schuldenlast läßt eine Preissenkung nicht zu, und so ging ein Markt nach dem anderen verloren. Bisher konnten die Gläubiger sich nicht dazu verstehen, den unvermeidlichen Strich unter ihre Forderungen zu ziehen. So war Chile vom Weltmarkt abgeschnitten, die Folge konnte nur eine Katastrophe fein. Jetzt will die Regierung mit Energie versuchen, den Außenhandel selb st mit Verlusten aufrechtzuerhalten denn schließlich gibt es die Waren, die Chile selber dringend braucht, sowohl Rohstoffe wie Zucker und Benzin oder Jndustrieartikel aller Art, in der Welt im äleberfluß, in Deutschland feiern Millionen, die ihrerseits chilenische Produkte gut gebrauchen könnten. So ist dieser Sozialismus toeit entfernt von jedem Kommunismus und jeder Sowjetherrschaft. Er stützt sich wohl auf die Arbeitermassen, nicht aber auf die kommunistische Partei, die sich bereits gegen die Revolution aus- Pfennig wert war. Cs war ausgeschlossen daß die Gehälter und Löhne, die damals halbiert und gedrittelt worden waren, jetzt durch den Kurssturz nochmals geviertelt würden. Dor allem hatten viele die Auffassung, daß die Regierung an diesem Sturz insofern schuld wäre, als sie nicht mit der nötigen Energie gegen die nord- amerikanischen Kupfer- und Salpeter i n d u st r i e l l e n vorginge, die doch mehr als vier Fünftel der Exportdevisen in der Hand hielten. Sie allein waren ausdrücklich von den scharfen Bestimmungen befreit, denen sonst alle chilenischen Exporteure unterliegen. Bereits am Abend des 3. Juni 1932 lesen in Santiago Gerüchte um, daß die Truppen der Fliegerschule in „@I Bosque" bei Santiago revolutionäre Umtriebe planten. Die Regierung berief daraufhin in der Nacht den Leiter, Oberst Marmaduke Grove, ab und befahl ihm, sich dem Wehrministerium zur Verfügung zu stellen. Daraufhin erhöhens ichdieTruppen, seh- ten den von der Regierung geschickten neuen Kommandeur fest und sandten am Samstag, dem 4. Juni, in aller Früh' ein Ultimatum an den Staatspräsidenten Montero, sofort zurückzutreten und die Macht an die revolutionäre „Junta" abzugeben die aus dem früheren General Fuga, dem früheren Botschafter in 'Washington, Dadilla, und dem Großmeister der chilenischen Freimaurer (der dann allerdings sofort als solcher abgesetzt wurde), Matte, gebildet wurde. Montero lehnte jede Unterwerfung ab. Cr befahl den verschiedenen Regimentern der Garnison Santiago und der nächsten Umgebung, gegen die Aufrührer zu marschieren mußte aber zu seiner großen Ueberraschung erfahren daß das gesamte Heer mit der Revolution sympathisierte und den Gehorsam verweigerte. Im Gegenteil, alle Regimenter schickten nach dem Bosque Abordnungen, die die volle Zustimmung zur Erhebung ausdrücken sollten. Jetzt drohte der Führer der Revolution Oberst Grove, den Regierungspalast, die Moneda, bombardieren zu lassen, wenn Montero nicht abdanke. Inzwischen hatte die Bevölkerung von Santiago sich vor der Moneda versammelt. Die Aerzte, Advokaten Bankbeamte und Studenten die vor einem Jahr die „Tyrannei" von Ibanez gestürzt hatten, Protestierten gegen 1 ede neue Militärdiktatur, aber schon kamen auch Arbeiter, die für die inzwischen ausgerufene sozialistische Republik Stellung nahmen. Da nahten um 12 Uhr die angekündigten Fliegergeschwader. Sie gingen auf der breiten Zentralstrahe, der Alameda, so tief herunter, daß sie teilweise die Telephondrähte streiften. Das war die Ankündigung desDombar- d e m e n t s. In diesem Augenblick flogen auch schon die ersten Steine gegen die Straßenbahnwagen, und gleich wurde auch eine Denzintankstelle angezündet. Die vor der Moneda stehenden Ca- rabineros (die den Schupos entsprechen) schossen scharf und zerstreuten die Demonstranten: dabei sind vier Menschen getötet worden, darunter auch ein opfermutiger Kameramann der die Unruhen kurbeln wollte Als Montero sah, daß das Heer chn im Stich lieh, bat er den früheren Staatspräsidenten Ar- Die Revolution in Chtte. Erster authentischer Bericht über den Kurs der sozialistischen Republik in Chile. Don unserem Dr. S.-Derichterstatter Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten I Die Revolution in Chile hat bekanntlich das größte Aufsehen erregt. Doch war es bisher nicht möglich, ein klares Bild von den Ereignissen zu gewinnen, da nur wenige Originaltelegramme aus Chile nach Deutschland gelangt sind und in der Hauptsache nordamerikanische Berichte — die aus durchsichtigen Gründen die Dorkommnisse entstellten. Wir nehmen daher an, daß der nachfolgende, auf dem Luftwege hierher beförderte Originalbericht aus Santiago, der „nur" drei Wochen unterwegs gewesen ist (ein normaler Brief braucht zur Zeit infolge der Unterbrechung der Andenbahn etwa sechs bis sieben Wochen) das besondere Interesse unserer .Leser finden wird. Der Bericht schildert die Ereignisse bis zu dem Augenblick der Machtergreifung der Revolutionäre am 9. Juni. Seitdem ist es bekanntlich zu Streitigkeiten zwischen dem linken Flügel der Revolutionäre unter Führung des Flieger- obersten Marmaduke Grove und dem rechten unter der Leitung des früheren chilenischen Botschafters in Washington, Dvn Carlos D a v i l a, gekommen, die zu einer zweiten Revolution geführt haben, bei der Grove und die Kommunisten verloren. Davila ist zur Zeit der maßgebende Mann in Chile. Ueber feine Absichten dürfte der vorliegende Dries besondere interessante Aufschlüsse vermitteln. Der Brief ist also durchaus nicht durch die Ereignisse überholt. Santiago, 9. Juni 1932. Wieder ist eine Revolution über eine südamerikanische Republik hinweggebraust, wieder ist ein Präsident gestürzt worden und außer Landes gegangen. Aber diesmal handelt es sich um mehr als um die Revolutionen, wie wir sie seit Moei Jahren als Folgen der schweren Weltwirtschaftskrise so häufig gesehen haben. Es sind nicht nur Personen ausgewechselt worden, während das System das alte blieb. Zum ersten Male wurde eine „soziali st ische Republik" ausgerufen, die mit einem klaren, großzügigen Programm .ihre Arbeit begann. Der Anlaß zur Revolution lag zum größten Teil in den Währungsschwierigkeiten. Die letzten Ursachen liegen allerdings viel tie- f e r. Aber nichts brachte den breiten arbeitenden Massen — die nur einen geringen Anteil am Umsturz haben — und dem Heere, der Flotte und auch den militärisch organisierten Polizeitruppen klarer zum Dewußtsein, daß es unmöglich war, in der bisherigen Weife fortzuregieren, als die Geldkatastrophe. Zwar hatte die Regierung den amtlichen Peso- Kurs auf drei englische pence Gold festgesetzt, aber am Tage vor dem Umsturz wurde bereits der Peso nur noch mit anderthalb pence, also zwölf deutschen Pfennigen, bewertet. Auf dieser Basis fingen alle Importartikel an, sich einzustellen. Nun waren aber im vergangenen Jahre alle Lohne und Gehälter aufs schärfste gekürzt worden, damals, als der Peso noch 50 .uio -211 c 11 a n b r 1, seinen Gegenkandidaten 0?? den letzten Präsidentschaftswahlen und den geistigen Führer der Linksopposition zu vermitteln. Aber dessen Besuch im revolutionären Hauptquartier El Bosque war vergeblich. Grove erklärte, daß eine völlige Aenderung in oer chilenischen Politik eintreten müßte, und daß Montero die Macht bedingungslos übergeben muhte. Alessandri solle ausrichten, wenn diese Uebergabe nicht erfolge, würden die Flieger die Moneda mit Bomben belegen. Die bei Montero versammelten Notabeln, die Senatoren und politischen Führer der Rechten, sahen ein, daß jeder Widerstand nutzlos sei und nur unnötiges Blutvergießen zur Folge hätte. Es war unnötig, daß Grove mit seinem Heer anrücke. So erschien er mit den Führern der Revolution, im Auto vor dem Regierungspalast, Montero erklärte sich außerstande, im Amt zu verbleiben und zog sich zurück, ohne eine formelle Abdankung unterschrieben zu haben. Um halb sieben hatte die Revolution vollständig gesiegt, ohne daß irgendwo in der Provinz Widerstand geleistet worden wäre. Noch in der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde d i e neue Regierung gebildet und das revolutionäre Manifest erlassen. Nur Grove blieb als Wehrminister, fönst waren es nur Z i • vilisten, die die neuen Minister stellten. Es waren meist Leute, die bisher politisch nur wenig hervorgetreten waren. Ihr Programm war die scharfe Zusammenfassung der Produktionskräfte des Landes in der Hand des Staates. Dor allem sollte der Außenhandel, der bisher im Export zu vier Fünfteln in den Händen der Nordamerikaner gelegen hatte, verstaatlicht werden. Der Grundgedanke ist der, daß es für Riesenüberschwemmung in Rumänien. Blick auf das vollkommen überschwemmte Bahngelände von Jassy, der Hauptstadt der Moldau, wo ebenso wie in Bessarabien die Ueberschwemmungs-Katastrophen der letzten Wochen Hunderte von Toten und Verletzten forderten. Elisabeth erobert sich das Glück Roman von Margarete Ankelmann Copyright by M. Feuchtwanger, Halle. 26 Fortfet ..g. Nachdruck Derboien! Ein Wutblick streifte den jungen Mann. Der sah ihn nicht, nur Elisabeth sah ihn, und ein jäher Glückstaumel durchfuhr sie... Sobald es dunkel war, sollte ein großes Feuerwerk abgebrannt werden. Noch war es nicht so weit, noch tanzte man im Dämmerlicht auf der großen Fläche, mitten im Park. Elisabeth war von einem Arm zum anderen geflogen. Mit allen hatte sie getanzt, nur Lothar von Eckertsburg hatte sie nicht zu Gesicht bekommen. Endlich war es ihr geglückt, sich unbemerkt dem Trubel zu entziehen. Sie war reichlich abgespannt, sehnte sich nach Ruhe und ging langsam durch stille, abgelegene Wege des großen Parks. Tiefe Dämmerung herrschte unter den dicken Bäumen. An einem kleinen Weiher stand eine weihe Dank. Elisabeth setzte sich, schaute weltvergessen auf die weißen Wasserrosen. Ihre Gedanken kreisten um den Mann, den sie liebte. Ihr Gesicht spiegelte ihre Gedanken wider: ein leises, glückliches Lächeln spielte um ihren Mund, der einen leisen Seufzer ausstieh. Dieser Seufzer mischte sich mit dem tiefen Atemzug eines Mannes, der plötzlich hinter Elisabeth stand. Sie fuhr in die Hohe, überrascht, daß noch ein anderer Mensch hier in dieser Einsamkeit weilte. Die schnellte empor, als sie Hubert Heilmann erblickte, wandte sich rasch zum Gehen. Der Mann vertrat ihr den Weg. „ClifabethI" Ein kühler, fast verächtlicher Dlick streifte ihn. „Derzeihung! Gehen Sie nicht so von mir! Lassen Sie mich Ihnen alles Tagen!“ „Fch wüßte nicht, was wir uns zu sagen hätten, Herr Landgerichtsrat. Ditte, geben Sie mir den Weg frei!" „Elisabeth — mein Gott, seien Sie doch barmherzig! Gönnen Sie mir ein freundliches Wort!" Und als sie stumm blieb, fuhr er hastig fort: „Jahrelang habe ich auf diesen Augenblick gewartet, mich danach gesehnt, mich zu rechtfertigen. Heute muß es geschehen. Ich weiß, Elisabeth, daß ich schurkig gehandelt habe: aber — Sie müssen mir das glauben: ich war nicht schuld daran. Man hat mich gezwungen, durch Lüge, durch Der- rat; man hat uns schmählich betrogen. Und von dem Augenblick an, in dem mir die Augen auf- . gegangen sind, war mein ganzes Leben nichts anderes als Reue, als Trauer um das, was ich verloren hatte. Ich bin ein unglücklicher Mann geworden, das müssen Sie mir glauben. Und ich habe keinen anderen Wunsch mehr als den, daß Sie mir verzeihen!" Verwundert fast hatte Elisabeth zugehort. Es tarn ihr sonderbar vor, daß das alles ihr galt, und es erschien ihr unbegreiflich, daß sie diesen Mann einst geliebt hatte, seinetwegen unglücklich gewesen war. „Sie schweigen, Elisabeth? Sie verzeihen mir nicht?" „Ich habe Ihnen nichts zu verzeihen, Herr Landgerichtsrat." „Ich habe Sie zu tief gekränkt, Elisabeth, ich weiß es. Sie können nicht verzeihen?" „Nein, Herr Landgerichtsrat, Sie irren. Das, was sich damals ereignet hatte, das liegt so weit hinter mir, daß ich nichts mehr davon weiß. Damals, ja, damals war ich tief unglücklich. Aber das alles ist abgetan, und ich hätte es geschmackvoller von Ihnen gefunden, wenn Sie auch heute nicht darüber gesprochen hätten." „Ich hätte wahrscheinlich geschwiegen — wenn — wenn ich dich nicht heute noch liebte, Elisabeth ...“ „Schweigen Sie!" Elisabeth wollte davoneilen wurde aber von Heilmann so gehindert, daß sie nur mit Gewalt den Weg frei bekommen hätte. „Nein, ich kann nicht schweigen. Einmal muh ich es von der Seele reden, was mich seit Jahren fast erdrückte. Ich liebe dich, Elisabeth, wie ich nie eine andere Frau geliebt habe. Du weiht nicht, wie hart und grausam man war, um uns zu trennen. Du kannst es nicht wissen, sonst würdest du mir verzeihen, würdest mir glauben, Elisabeth." „Sie sollen nicht so zu mir sprechen, Herr Doktor Heilmann. Es ist das beste, wir beenden dieses Gespräch, das für uns beide peinlich ist und das zu nichts führen kann. Ich will nicht an diese schreckliche Zeit erinnert werden, in der ich zugrunde gegangen wäre, wenn sich mir nicht eine rettende Hand entgegengestreckt hätte. Hilflos stand ich da, verlassen von dem Manne, dem ich vertraut hatte. Müde war ich und abgestumpft, wollte vom Leben nichts mehr wissen. Dah ich es doch gemeistert habe, dah ich geworden bin, was ich heute bin, das verdanke ich fremden Menschen, während der Mann, der zu mir gehören sollte, sich feige abgewandt hatte...“ Erschöpft hielt Elisabeth inne. Ohne dah sie es wollte, hatte sie sich doch erregt, war die Vergangenheit lebendig geworden. Hubert Heilmann hatte regungslos zugehört, hatte die Anllagen über sich ergehen lassen ohne sich zu rühren. Er fühlte, dah die Wunde in Elisabeth noch nicht ganz vernarbt war, und er hielt es für ein Zeichen dah irgendein Gefühl für ihn noch in ihr lebte. Eine neue Hoffnung erfüllte ihn. „Du hast ein falsches Bild von mir, Elisabeth. Niemals habe ich mich herzlos von dir abgewandt. Verzweifelt war ich und elend, als ich glauben muhte, daß du plötzlich meine Briefe nicht mehr beantworten wolltest, als ich kein Sterbenswörtchen mehr von dir horte. Wie ein Irrsinniger habe ich auf Nachricht von dir gewartet, bis ich endlich glauben muhte, du habest mich vergessen.. Und dann — die aufgedrängte Braut — die freudlose Ehe — es war ein furchtbares Beben, ohne Freude, ohne Ruhe. Immer, die ganzen Jahre übet wurde ich an dich erinnert, muhte die Berichte lesen über deinen Ruhm. Und ich muhte abseits stehen, durfte nichts von dir wissen. Oh, es war schrecklich, denn ich liebte dich, die ganzen Jahre über, heih und unvermindert...“ Es war ganz still nach seinen Worten. Elisabeth stand halb abgewandt da. In ihr war ein Zwiespalt. Gewiß mochte er viel gelitten haben. Aber er war selbst schuld daran, hatte wie ein Feigling gehandelt, hatte sich von seinem Vater übertölpeln lassen. Wenn et damals ein Mann gewesen wäre.. Plötzlich fühlte sie seine Hand auf ihrem Atm. Entsetzt wich sie zurück. „Elisabeth, sagen Sie mir: Ihre gute Mutter, grollte sie mir auch?" Elisabeth fuhr zurück. Sie sagte leise und hastig: „Mein Mütterchen hat gottlob niemals erfahren, wie bitter ihr Kind zu leiden hatte. Sie starb an dem Tage, an dem Hilde von Larsen mir Ihre Verlobung mitteilte. Und wissen Sie, Herr Landgerichtsrat, mit welchen Worten meine Mutter starb? Weine nicht, sagte sie, ich weih, I dah du glücklich werden wirst, du hast ja Hubert." | Mit einem grellen Auflachen hielt sie inne. Dann fuhr sie fort: „Sie sehen mich starr an. Ja, so war es. Ich habe unendlich gelitten in dieser Zeit. Sie ist vorübergegangen, wie alles im Leben. Dann ging es mir gut, weil gute Menschen sich meiner annahmen. Aber wenn ich zugrunde gegangen wäre in Schmutz und Elend, Sie hätten sich nicht darum gekümmert — Sie mit Ihrer großen, unvergänglichen Liebe..." Eine dumpfe Pause entstand nach diesen Worten. Dann zog Elisabeth ihr Kleid an sich und schritt vorüber an dem zus ammengesunkenen Mann, den Weg zurück, den sie gekommen war. Langsam nur konnte sie gehen, die Deine zitterten ihr vor Erregung. Sie fühlte sich müde, zum Umsinken. Wenn es doch irgend jemanden gäbe, an dessen Brust sie sich ausruhen konnte, bei dem sie geborgen war! Ihr Herz schrie nach diesem Menschen. Sie war reich, war berühmt, war verwöhnt von allen Menschen. Aber das, wonach sie sich sehnte, war ihr versagt. Der Mann, den sie liebte, verschloß sich ihr. Leise weinend war Elisabeth auf einen Baumstamm gesunken, sah verloren da, wie ein kleines Kind, das nicht mehr aus noch ein weih. Plötzlich fühlte sie zwei Arme um ihren Hals, zwei Augen lohten heih in die ihren. „Sie weinen. Elisabeth... Was ist geschehen?" Bei dem Klange dieser Stimme brach ihr letzte Kraft. Aufschluchzend sank sie an die Schulter des Mannes, weinte leidenschaftlich in sich hinein Eckertsburg rührte sich nicht, obwohl dieser blonde Kopf an seiner Schulter ihn fast um den Verstand brachte. Jäh, überraschend war diese Situation über ihn her gefallen dah dieser weltgewandte Mann sich benahm wie ein halbwüchsiger Jüngling. Daß er ankämpfen muhte gegen das wilde Herzklopfen, das ihn befallen hatte. Siedend heiß strömte das Blut durch feinen Körper. und er war doch völlig gelähmt — sonst hätte er die Frau an sich gezogen, um sie nie wieder zu lassen. Elisabeths Weinen hatte sich beruhigt. Sie richtete sich nun auf. „Verzeihen Sie mir, Herr von Eckertsburg! Jch^muh Ihnen Aufklärung geben — kommen Mit gebrochener Stimme flüsterte es Elisabeth. Sie war völlig verstört. Unbewußt fast hatte sie sich an die Brust dieses Mannes geworfen, Trost zu finden. Dis es wie ein Eisschauer über sie hingegangen war. Jetzt wußte sie es' bestimmt, daß ihre Liebe nicht erwidert wurde. Jetzt, wo er kalt und hart geblieben war, während sie an seiner Drust weinte. „Ich mochte nach Hause, Herr von Eckertsburg: ich kann nicht mehr hierbleiben. Unterwegs werde ich Ihnen alles erzählen." Als sie dann im Auto saßen, berichtete Elisabeth. Sie erzählte von ihrer Jugendliebe, von ihrer Enttäuschung. Dann berichtete sie ihm von dem Zusammentreffen am Abend. „2ch kann nicht mehr hierbleiben — jetzt! Unter keinen Umständen will ich Hubert Heilmann noch einmal sehen. Heute nacht noch fahre ich nach Leipzig zurück." Eckertsburg beruhigte sie mit zarten Worten Leise sagte er ihr, daß er schon durch Professor Landar flüchtig von der Liebesgeschichte gehört, daß er aber nicht gewußt hatte, daß Hubert Hellmann der Wqrtbrüchige gewesen war. Sonst hätte er dafür gesorgt, daß er Elisabeths Weg heute nicht gekreuzt hätte. „Sie müssen ruhig werden, Elisabeth. Traute würde sonst erschrecken. Und Sie werden auch heute nacht nicht fahren, sondern morgen früh. Sie versprechen mir das— nicht wahr?" Müde und ergeben senkte Elisabeth das Haupt. Ein wenig später, nachdem sie und Eckertsburg in der Villa eintrafen, kamen auch die anderen Sie waren nicht wenig erschrocken, als sie von Elisabeths plötzlichem Aufbruch vernommen hatten, und waren in größter Eile nach Hause gefahren. Traute erfuhr nicht viel von Elisabeth. Aber sie kannte die Freundin genug, um nicht weiter in sie zu drängen, als sie am anderen Morgen nach Leipzig zurückfahren wollte. |TK| V iMWMM n. .Mitt FLiSH so MATlßHU OÖÖ iYMttTE --tiS.-'lGDE” ÜVtY 30 igt AMT $| E^t: .c1- -«ph fio ueP'O' a*4hj hril t v.-Sa'E S‘JeÄ2 Ke*f®c S°g|a; 6 t! «> -m E . v5.9E.g- 6> A a e c g-M $ Riss gi?3l^2 .'•uF6' Wirtschast allzu leicht das Bewegung vertraut äußeren Schein zu Recht und Stolz von sich behaupten, daß sie dlesetz Erbe angetreten hat. augenfälligen Gesetzen dieser macht, daß man hinter den blicken versucht. Gerade beim Sport wird Sinkende Frequenz der Frankfurter Universität. Frankfurt a. M., 2. Juli. (WSN.) Die Zahl der an der hiesigen Universität im laufenden Sommer-Semester immatrikulierten Studenten beträgt 3 5 8 5 gegen 4 4 62 im letz- t e n Wintersemester und 4680 im Somme r s e rn e st e r 1931. Bon den in diesem Sommer- emester immatrikulierten 3585 Studierenden studie- ren 579 Rechtswissenschaft, 1000 Medizin, 544 Philologie, 523 Naturwissenschaften und 939 Wirtschafts. und Sozialwissenschaft. Die Zahl der studierenden Frauen beträgt insgesamt 700. Die Zahl der studierenden Ausländer beträgt 176. Los Angeles im Zeichen der fünf Ringe Sinn und Wert der Olympischen Spiele. 9.1'fpor/ ADL: Gaufest im Lahn-Dönsberg-Gau Das Siegestor, das das olympische Stadion in Los Angeles abschließt. Auf ihm werden die Fahnen der siegreichen Nationen gehißt. Hoffentlich geht dann I recht oft die deutsche Flagge hoch. Tinen prächtigen Verlauf nahm daS am vergangenen Samstag und Sonntag in Wieseck zum Austrag gekommene Taufest des Lahn-Dünsberg- Vaues. Schon am Samstag war die größte Zahl der Turner eingetroffen, wo sie von den Wiesecker Turnfreunden auf das herzlichste ausgenommen wurden. Den Austakt am Samstag bildete ein Umzug durch den Ort nach dem Friedhof. Dort legten Ehrenvorsitzender, Bürgermeister Schom- be r (Wieseck), im Namen des Tv. Wieseck, und Derbandsvorsihender Zöller (Hausen) im Namen des Lahn-Dünsberg-Daues am Grabe des kürzlich verstorbenen, um die Turnsache rühmlichst bekanntgcwordenen Gau-Ehrenvorsitzenden D a u - pert (Wieseck) Blumen und Kränze nieder. Die Gesangsabteilung des Tv. Wieseck leitete den Begrüßungsabend mit einem Lied ein. Bürgermeister Schvrnber begrüßte alle Teilnehmer, der Gauvorsihende Zöller (Hausen) übernahm sodann die Leitung. Nach einem weiteren Vortrag der Gesangsabteilung und Freiübungen der Turnerinnen kam die Austragung des Gau-Iubiläums-Wan- der-Preises zur Durchführung. Den von den Ehrenmitgliedern D a u p e r t und Loh (Wieseck) und Schmidt (Launsbach) gestifteten Preis hatte die Mannschaft von Waldgirmes zu verteidigen. Am Kampf nahmen 5 Mannschaften — Tv. Lollar, Wieseck, Ahbach, Nodheim und Waldgirmes — teil. Sieger wurde die Mannschaft des Tv. Lollar, die mit wechselndem Glück, zuletzt mit einem Punkt vor der Mannschaft des Tv. Waldgirmes im Vorteil blieb. Der Verteidiger des Preises, Waldgirmes sowie Wieseck, hatten in dem Kampf durch einige ausgefallene Hebungen Pech. Sie lagen anfangs etwas vor, während Lollar durch gleichmäßig verteilte Kräfte schließlich doch den Sieg errang. Als beste Einzelturner erwiesen sich der Zugendturner Mank (Wieseck) und der Oberstufenturner Ferber (Waldgirmes). Nachstehend die Resultate dieses Kampfes: gen Tanken der Musikkapelle fand der Abend seinen Abschluß. Schon früh um 5.30 Uhr weckte am Sonntagmorgen das Trommlerkorps des Tv. Rodheim und die Festmusik die Turner zu den Wettkämpsen. Aus dem ideal gelegenen Turnplatz an der Wieseck traten dann in den einzelnen Stufen Turnerinnen und Turner zum Kampf um die Siegespalme an. Die gebotenen Leistungen standen auf hoher Stufe und brachten hauptsächlich an den Geraten in der Ober- und Unterstufe sehr schöne Hebungen. Sieger in der Oberstufe, im Zwöls- und Neunkamps wurde mit klarem Vorsprung Ferber (Waldgirmes), der hauptsächlich in den Kürübungen an den Geräten einen klaren Punktvorsprung herausarbeitete. Sehr gut waren auch 03 i er au und Drescher (Lollar). Die Vollzahl 20 erreichten in dieser Stufe an den Geräten Ferber und D i e r a u am Pferd und Schmidt (Waldgirmes) am Reck. Eine sehr schöne Leistung zeigte auch der Sieger in der Turner-Mittelstufe, Heitz (Wieseck), der mit einem Vorsprung von 23 Punkten im Zwölfkamps Sieger blieb, aber nur mit einem Punkt vor Lepper (Waldgirmes) auch den Neunkampf gewann. Die Dollzayl 20 erreichten in dieser Stufe nur der Sieger H e i tz in je einer Hebung am Reck und Pferd. Bei dem Sieger in der Turner-Unterstufe, Werner (Wie- Aufhebung der Zwischenzölle für Speck und Schmalz. Berlin, 2.Juli. (WTB.) Die Reichsregierung hat beschlossen, um der bäuerlichen Deredelungs- wirtschaft zu Hilfe zu kommen und damit den wichtigsten Faktor des auch für die Industrie unentbehrlichen Binnenmarktes zu stärken, als ersten Schritt die Zwischenzölle für Speck und Schmalz mit sofortiger Wirkung auf- zuheben. Für Speck und Schmalz gelten nunmehr während der Dauer des deutsch-schwedischen Handelsvertrages die in diesem Vertrag festgelegten Zollsätze. Ein Eingreifen gerade bei diesen Produkten erschien insbesondere deshalb erforderlich, weil die Einfuhr von Speck und Schmalz in letzter Zeit stark an stieg und dadurch die Verwertung der deutschen Schweinebestände immer mehr beeinträchtigt wurde. Irgendwelche Ver- orgungsschwierigkeiten werden nicht eintreten, da )ie deutsche Landwirtschaft jederzeit den deutschen Bedarf zu tragbaren Preisen decken tonn. Berlin weiter zuversichtlich und fest. Berlin, 4. Juli. (WTB. Funkspruch. Die neue Woche eröffnete in recht zuversichtlicher und fester Stimmung. Bereits am Vormittag war die Grundstimmung durchaus freundlich, und man sprach die Kurse meist höher. Die ersten Notierungen konnten zwar die vorbörslichen hohen Taxen nicht immer erreichen, doch ergaben sich überwiegend Besserungen von Vi bis VA, zum Teil 2 v. H. Wenn auch eine gewisse Ent- täuschuna darüber vorhanden war, daß die Lausanner Konferenz nun doch noch nicht beendet ist und eine Verzögerung um mehrere Tage erfahren l>at, so glaubt man doch allgemein — und dies kommt auch in der Auslandspresse -um Ausdruck —, daß die erhoffte Einigung in den nächsten Tagen kommen muß. Man vertraut jedenfalls auf die angestrengten Bemühungen aller Führer, die Konferenz zu einer befriedigenden Lösung zu führen. Anregend wirkte ferner die feste Tendenz der heutigen Auslandbörsen, an denen man gleichfalls optimistisch über Lausanne gestimmt war. Die Erhöhung des Einfuhrkontingents für Kohlen in Frankreich und ein drohender Streik im belgischen Kohlengebiet waren, besonders für den Montanmarkt, stimulierende Momente. Die Erleichterung am Geldmarkt und das anhaltende Interesse für festverzinsliche Werte infolge der durch die Kuponseinlagen freigewordenen Gelder veranlaßten die Spekulation, Deckungen und auch Meinungs- taufe vorzunehmen, zumal sich auch das Publikum verschiedentlich als Käufer zeigte. Rheinstahl lagen mit einer Besserung von 3% o. H. besonders fest, auch Rheinische Braunkohlen konnten sich um 3% v. H., Chade um 4,50 Mark, HEG. um 4 v. H. und Salzdetfurth, in denen die Käufe der letzten Zeit anzuhalten scheinen um 5 v. H. befestigen. Farben stellten sich, nachdem sie vorbörs- lich mit 91 gehandelt wurden, auf 90i, also über 1 v. H. fester als sonst. Stärkeres Interesse zeigte sich wieder für Dekula, die bei ziemlich lebhaftem Geschäft über 2 o. H. anzogen. Nur Goldschmidt und Demderg lagen um Bruchteile eines Prozentes niedriger. Im Verlaufe blieb die Tendenz weiter freundlich, das Geschäft wurde etwas lebhafter, da an einigen Märkten Auslandsinteresse sich zeigte. Vor allem lagen Rheinische Braunkohlen und Elektrowerte unter Führung von Chade, Tietz, Schubert & Salzer sehr fest, die Besserungen von 1 bis 2% v. H. aufwiesen; auch die übrigen Werte zogen um A bis VA v. H. gegen Anfang an. Deutsche Anleihen lagen ziemlich fest, auch Ausländer konnten überwiegend im Kurse anziehen. Reichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 1% v. H., Pfandbriefe um 1 bis vereinzelt 2 v. H. an. Am Geldmarkt hat sich die Situation jetzt nach dem Ultimo entspannen können. Tagesgeld ging an der unteren Grenze auf 5? v. H. zurück, während Monatsgeld mit 6 bis 8 o. H. nominell unverändert blieb. Frankfurt fest. F r a n k f u r t a. M., 4. 3uli. (WTB. Drahtmeldung.) Auch zu Beginn der neuen Woche zeigte sich an der Börse eine wer ter starke Zuversicht für eine baldige Lösung der schwebenden Fragen auf der Lausanner Konferenz. Aus dieser Kenntnis heraus nahm die Spekulation größere Deckungen und einige Meinungskäufe vor, zumal von der Kundschaft keine Kauforders Vorlagen. Die fortschreitende Erhöhung des Rentenmarktes an dem weitere Gelder aus Kuponzahlungen Anlage suchten, trug zu der zuversichtlichen Stimmung merklich bei. Bei ziemlich lebhaftem Geschäft stellten sich auf allen Marktgebieten Kurssteigerungen von Aeußere mit dem Sinn verwechselt. So werden die unbestreitbaren Werte verkannt, die den Olympischen Spielen, aber auch der kleinsten Lokaloeranstaltung gemeinsam sind. Der Sport ist eine harte Schule des Willens und der Selbstbeherrschung, des sozialen Denkens und der Moral. „Kein Mensch kann ermessen, was ich an mir gearbeitet habe," sagt der Weltmeister N u r m i. Wo wird in der Welt noch die Achtung vor dem Gegner, die Berrschung bei 'Sieg und In wenigen Wochen steigt am olympischen Mast im neuerbauten Stadion von Los Angeles das weiße Seidenbanner der Weltgemeinschast der Sportler auf, das fünf verschlungene Ringe, das Symbol der engen Verbundenheit der fünf Erdteile zeigt. Zehntausende, vielleicht auch Hunderttausende erheben sich entblößten Hauptes von ihren Platzen, Millionen Radiohörern wird der weihe- volle Augenblick übermittelt, in dem nicht nur die Sportjugend aller Kulturnationen, sondern auch der Präsident der Vereinigten Staaten und die Würdenträger der Gastnationen diesem Banner ihre Referenz erweisen. Kanonenschläge verkünden weithin, daß jetzt der heilige olympische Frieden herrscht, Zehntausende von Tauben tragen die Botschaft mit Windeseile In ferne Länder und gleicher- zeit glüht in gewaltiger Schale das olympische Feuer auf, das während der Dauer der Kämpfe nicht wieder erlischt. Mit klugem Bedacht hat der Wiedererwecker der Olympischen Spiele, Baron Pierre de Coubertin, kurz Vater Coubertin genannt, diese feierlichen Zeremonien festgelegt, wie er auch den für die Teilnehmer nicht weniger feierlichen Akt des Gelöbnisses, ja sogar die Formeln der Eröffnungs. und Schlußansprachen bestimmt bat, die unveränderlich wie der Sinn der olympischen Wettbewerbe sind. Dieser Sinn aber ist: die Blüte aller Kulturnationen In friedlichem Wettkampf zu vereinen, sie alle vier Jahre einmal Brüder einer großen, weltumspannenden Gemeinschaft 'sein und danach handeln zu lassen. In diesen Wochen heißer, aber ritterlicher Kämpfe sollen die Werte der körperkulturellen Betätigung in das hellste Licht gerückt werden und selbst die Zeremonie der Siegeroerkündung dient noch dazu, die Gemeinschaft aller zu betonen, auch dann, wenn der Sieg eines Einzelnen oder der Erfolg einer Nation gefeiert wird. Vor dem Banner der Siegernation erheben sich alle, bei den Klängen ihrer Nationalhymne verharren sie in ehrerbietigem Schweigen. Alle Gegensätze sind überbrückt und bei einem Siege Haitis stehen die Söhne Albions in einer Reihe mit den Vankees, der Franzose aber lauscht unbeweglich dem Deutschlandlied, wenn das Reichsbanner vom Siegesmaste flattert. Die zehnte Wiederkehr der modernen Olympischen Spiele oer- eint in der Tat die ganze Welt, wie es schon die seck) lag die Situation genau so wie bei seinem Vereinskameraden Heiß in der Mittelstufe. Er siegte im Neunkampf überlegen mit einem Vorsprung von 13 Punkten, während er im Siebenkampf nur mit einem Punkt vor seinem Dereins- kameraden Mank den ersten Platz belegte. 20 Punkte erreichten hier der Sieger Werner bei je einer Hebung am Reck und Pferd und der Zweite, Moos (Lollar), am Reck. Ganz besonderes Interesse beanspruchte der Vierkampf für Dolkstur- n e r, der in Dietz und Grvhhau s (Lollar) bei den Aktiven zwei erste Sieger brachte. Beide erreichten die gleich Punktzahl (75). Die gezeigten Leistungen waren sehr gut. 3m 100-Meter-Lauf erreichte Großhaus auf einer Rasenbahn die gute Zeit von 118 Sek., während Dietz und E. Winter (Launspach) im Kugelstoßen die 11 Meter erreichten und weitere vier Turner über 10 Meter kamen. Im hochsprung übersprangen sechs Turner die höhe von 1,60 Bieter; die beste Leistung erreichte Hoffmann (Alten- Duseck) mit 1,65 Meter. Die relativ besten Leistungen zeigten die 3ugendturner im volkstümlichen Vierkampf, aus dem M ö b u s (Reiskirchen) mit der ansehnlichen Punktzahl von 92 als Sieger hervorging. Möbus erreichte bei seinem Sieg im Hochsprung 1,55 Meter, im Kugelstoßen 11,80 Meter und 12,8 Sek. im 100-Meterlauf. Weitere drei Turner erreichten in dieser Stufe Im Hochsprung gleichfalls 1,55 Meter. Bei den Turnerinneng siegte in der Oberstufe, wie erwartet, Paula Hildebrand, vom Turnv. Wieseck. Sie hatte gegenüber der 2. Siegerin nur einen Vorsprung von vier Punkten. Die Höchstpunktzahl erreichten hier die Siegerin in je einer Hebung am Barren und am Reck und die dritte Erb (Wieseck) in einer Hebung am Reck. Den zweiten Platz gemeinsam belegten Seipp (Lollar) und Schreiner (Wieseck). Siegerin in der Hnterstufe wurde gleichfalls eine Turnerin von Wieseck, Anni Wirbelauer, mit 117 Punkten. Me nächsten zwei Plätze belegten zwei Turnerinnen von Lollar und 3. Braun (Wieseck). Jubiläums Gedenken. - Festzug und Siegerehrung. — Ausklang. Unter der Leitung von ®au-Obertumtoart Keller- Krofdorf und W a g ne r - Lollar wickelte sich die Veranstaltung reibungslos ab. Bereits um 12 Uhr war das turnerische Programm erledigt. Nachmittags bewegte sich ein stattlicher Festzug, an dem sich weit über 30 Vereine beteiligten, durch die Straßen des Ortes nach dem Festplatz. Verbandsvorsitzender Z ö l - le r- Hausen hielt die Begrüßungsansprache und entbot dem Turnverein Wieseck zu seinem 7 0- jährigen Bestehen die herzlichsten Glückwünsche des Gaues. Eine besondere Ehrung wurde dem langjährigen Turnausschuhmitglied Lehr- Daubringen zuteil und ein Diplom als Anerkennung für seine 18jährige Tätigkeit im Gau- ausschuß übermittelt. 3m Namen des Turnvereins Wieseck sagte Bürgermeister Scho mb er herzlichen Dank. 3m Anschluß daran überreichte Frl. Martha Röhl mit einem prächtig zum Vortrag gebrachten Prolog dem festgebenden Verein zu seinem Jubiläum eine schöne Fahnenschleife. Den Abschluß des gelungenen Festes bildeten die QBaffenfteiübungen der Turnerinnen und Turner, die ein imposantes Bild boten. Die mustergültige Arbeit des De- rechnungsausschusses ermöglichte bereits um 18 Hhr die Preisverteilung. Den Sanitätsdienst hatte der Arbeiter-Samariter-Bund, Ortsgruppe Wieseck, in dankenswerter Weise übernommen. Die Ergebnisse der Wettkämpfe folgen morgen. Spiele in Amsterdam taten. Die Weltwirtschaftskrise hat vielleicht die zahlenmäßige Besetzung beeinträchtigen können, die Idee dieser Spiele ist lebendiger denn je, und man darf ohne Uebertreibung behaupten, daß der Sieg dieser Idee etwa durchaus Einmaliges barftellt, daß die Olympischen Spiele sich in diesen Jahren eine Geltung erobert haben, die von keiner anderen Kulturveranstaltung auch nur annähernd erreicht wird. Nicht nur für Amerikq, dem Lande der Austragung und für das alte- Europa, nein auch für Afrika, das ferne Asien und Australien sind diese Wochen Höhepunkt des Zeitgeschehens, hinter dem für kurze Zeit die naheliegenden Fragen des alltäglichen Lebens zurücktreten. Diese Feststellung machen, heißt den ungeheuren Erfolg der Körperkulturbewegung anerkennen. Eine Bewegung, die sicher nicht von den Zeiterscheinungen freigeblieben ist, die ihre Skandale und ihre Sensationen gehabt hat, von denen oft weitaus mehr Aufhebens gemacht wurde, als angebracht und notwendig war. Es hat nicht an Schlußfolgerungen gefehlt, die darauf hinausliefen, den Wert a...r Körperkultur als problematisch hinzustellen u.. darüber hinaus auch den der Olympischen Spiele anzuzweifeln. Die Ziffern der Sportbewegung, die immer noch eine Vermehrung der Anhänger erkennen lassen, die Beteiligung der Zehnten Olympiade haben die Zweifler Lügen gestraft. Eigene Erkenntnis hätte sie davor bewahren sollen, eine Millionenbewegung in ihren Grundsätzen so zu verkennen. Dazu gehört allerdings, daß man sich mit den nicht immer 1 bis 1,5 Proz. ein. Größeres Interesse Begegnete besonders 3G., die zunächst 1,5 Proz. und später weitere 1 Proz. anzogen. Deutsche Erdöl gewannen 2,5 Proz. und die übrigen Chemiewerke bis zu 1 Proz. Elektroaktien verzeichneten durchweg Erhöhungen bis zu 1 Proz., nur AEG. lagen mit 2,5 Proz. knapp gehalten. Von Bergwerksaktien lagen Rheinstahl 2,5 und Mannesmann 1,5 Proz. höher, Kali Salzdetfurth zogen um 4 Pro-, an. 3m Gegensatz zur Allgemeintendei« standen Zellstoff Aschaffenburg und Süddeutsche Zucker, dir 1,5 bzw. 1 Proz. niedriger eröffneten. Arn Renkenmarkt war die Tendenz gleichfalls weiter f e st. Neben Käufen der Spekulation war auch verstärkte Publikumsbeteiligung festzustellen. Altbesihanleihe und später Reichsschuldbuchforderungen lagen bis zu 1,5 Prozent höher, auch Neubesitz konnten sich leicht befestigen. Von Pfandbriefen waren besonders Liquidationspfandbriefe gesucht, doch zeigte sich auch für Goldpfandbriefe stärkeres Interesse bei Besserungen bis zu 1 Prozent. Im Verlaufe erfuhr die Hmsahkätigkeit _eine merkliche Schrumpfung, doch blieben die erhöhten Kurse gutgehalten. Vereinzelt traten neue Besserungen von 0,5 bis 1 Prozent ein. Tagesgeld war mit 4,5 Prozent unverändert leicht. Frankfurter Schtachtviehmarkt. Frankfurt a.M., 4.Juli. Auftrieb: 1090 Rinder, darunter 219 Ochsen, 124 Bullen, 378 Kühe, 332 Färsen, 555 Kälber, 18 Schafe, 3059 Schweine (159 Litauer). Es kosteten: Ochsen, vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts, jüngere, 23 bis 36, ältere 28 bis 32, sonstige vollfleischige, jüngere 24 bis 27 Mark. Bullen, jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 28 bis 31, sonstige vollfleischige oder ausgemäftete 23 bis 27 Mark. Kühe, jüngere, vollst., höchsten Schlachtwerts 25 bis 29, sonstige vollst, ober ausgemästete 20 bis 24, fleischige 16 bis 19 Mark. Färsen (Kalbinnen, Jungrinber), vollfleischige, ausgemäftete, höchsten Schlachtwerts 33 bis 36, vollfleischige 28 bis 32, fleischige 24 bis 27 Mark. Kälber, beste Mast- unb Saugkälber 36 bis 39, mittlere Mast- unb Saugkälber 31 bis 35, geringe Kälber 25 bis 30 Mark. Schweine, vollfleischige von etwa 240 dis 300 Pfund Lebendgewicht 43 bis 46, von etwa 200 bis 240 Pfund 43 bis 47, von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 45, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 37 bis 42 Mark. — Marktverlauf: Rinder, ruhig, geringer Ueberftand, Schweine und Schafe mittelmäßig, ausverkauft. Schweine zum Schluß stärker abflauend, Ueberftand. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 4. Juli. Tendenz: ruhig. Futtermittel und greifbares Roggenmehl befestigt. An der Produktenbörse fanden die Verhandlungen in Lausanne eine günstige Beurteilung, und einige Käufe in alten Brotgekveiden schwach versorgter Stellen ließen eine bessere Hmsahkätigkeit aufkommen. Besonders gefragt waren am Mehlmarkt Roggenmehl, von Futtermitteln Kleie und schwer- haltige Oelfuttermittel. Die Preise zeigten bei Weizen einen leichten Rückgang, auch Weizenmehl war bei sehr schleppendem Hmsatz etwas niedriger, Roggenmehl zog dagegen 0,50 bis 1 Mark und Futtermittel je 0,25 Mk. an. Die Tendenz war ruhig, nur Futtermittel und greifbares Rog- genmehl befestigt. Die Kartoffelerstlinge hiesiger Gegend 4,75 Mark. Es wurden notiert: Weizen 1, gut, gesund, trocken, bis zu 1 Prozent Auswuchs, 260 Mark; Roggen 220 Mark; Sommergerste für Brauzwecke 200 Mark; Hafer,inländischer 170 bis 180 Mark; Weizenmehl, süddeutsches Spezial 0 38,50 bis 39,35 Mark, Roggenmehl 70Prozent, 28,50 bis 29,25 Mark; Weizen- tleie, 8,75 Mark; Roggenkleie 9 bis 9,25 Mark; Erb- [en, je nach Qualität für Speisezwecke 26 bis 35 Mark; Linsen, je nach Qualität für Speisezwecke, 22 bis 50 Mark; Weizen- unb Roagenstroh, draht- gepreßt 3,50 Mark; Weizen- unb Roggenstroh, ge- bünbelt, 3,20 bis 3,50 Mark; Treber, getrocknet, 10 Mark. Niederlage, die Niederzwinguna schlechter 3n- linkte und Eigenschaften so nachdrücklich, ja aus- chlaggebend verlangt, wie beim Sport? Wo ist es onst noch üblich, zuerst dem Gegner die Hand zu chütteln, ganz einerlei, welchem Stande unb Berufe, welchem Alter unb welcher Rasse er angehört? Unb enblich — unb das trennt den Sport vom militärischen Zwang — unterwirft sich der Sport- ler freiwillig selbstgewählten Regeln. Freiwillig verzichtet er auf die Genüsse des Ledens, freiwillig orbnet er sich in den Mannschaften bem Willen der Mehrheit unter, freiwillig empfindet er die Achtung vor bem ungeschriebenen Gesetz bes Sportes, bem fair play, das die Richtung seines ganzen Handelns ist. Je enger der Zusammenhang zwi- schen der freiwilligen Einordnung und der Persönlichkeit, umso besser wird die Leistung, und es ist nicht von ungefähr das Wort geprägt: „Sportsmann fein, heißt ein Charakter fein!“ Dieses fair play auf das politische Leben innerhalb der Nationen und auf den Kreis der Völker ausgedehnt... man könnte tatsächlich von der Besten aller Wetten sprechen. Eine Gemeinschaft, die sich freiwillig verpflichtet hat, ehrlich und anständig gegen jedermann zu fein, die ihre schlechten Eigenschaften bekämpfen, die guten aber pflegen will, darf mit Fug und Recht als Bannerträger der Zivilisation bezeichnet werden. Wenn die Feierstätte dieser Gemeinschaft, die alle vier Jahre in einem anderen Lande liegt, wenn das Fest der Besten aller Nationen, ganz von den rein sportlichen Werten abgesehen, durch den heiligen Olympischen Frieden geschützt, für ein paar Wochen im Mittelpunkte steyt, bann sollte das nicht als Zeichen übersteigerter Wichtigkeit angesehen werden, sondern als Ausdruck dafür, daß die höchsten Menschheitsideale noch lebendig sind, die zu vertreten die Geistesheroen aller Völker nicht müde geworden sind. Die Sportjugend der Welt darf mit Pferd Barren Reck Punkte 1. To. Lollar 44 48 46 138 2. To. Waldgirmes 45 48 44 137 3 To. Wieseck 47 47 36 130 4. To. Atzbach 42 42 36 120 5. To Rodheim 37 42 39 118 Nach weiteren Gesangsvorträgen und schneidi- N to s <-» e <3 *-» Ä- « r> w o E £ 53 « C o s w o cn r- s © 3 «gg -L'-s ®19 Q?S. g «x 2 •js. 3 o „€* E S; Z- CE e 2 A ° = E .2 So o.5 g — H i: M ä"G' eg L s - e- e to C-®S" ;3 £ — ö® L *^g^g C^SSriti o» S C E - . 3 = = ° c cÄÄ-s;ä .3 . 5 —C- o w- «Ai E s •§ •n e J B 8 ■£ M 'S >0 Ä. fi R N 1 i a «ää °LKs 1 o X» € E o L» o> s— *e I E 5 E'5.2 gA-5 3 £, «4 «\j —,*C a>4 -• E 3 C o " o E Pt= O c-» e.eJs e SS «S H 3 O o . e E © •»£ E N- >- Eun° N _ gH g .L ,C >- o O O g Sä *- *=-0 ^L-L l' Eh s-r Shöö sJ 5>5> <-?S- Z- §ftW »,~ ixodn to o .t:Ä .5 S jq o o^§-§5^ zCe/: = E sS ,-D = 2 -05*3" k. _,2! t® :W C5"’o^© o 8^T-A§g!gÄ5'g»®« .5 c-3 5 äM~ec 5 a :^si§iss3 -§<«4g*SgÄ.B8> »-• T2 i_. . — cj — — = ■2^ S:S-E il-il 1^1. sfsh ®Ä«ag £ >.=■.£ .5 ' ±8 “Ä ß^tUF 7K7MZ '2 ^2-~ g' mZ"3 « £o ’ feSI« "ist :®F.F.it *x§":32riu h Jo - ..b. *:3 -G1^ M ” 3 oä c w e.E’&C ffÄE«- 8:3 0" gÄg§®2ÄggÄ«- Gs.s g-- - S ° 3 «3 . — 122 — E tS&^ßE eg 8^o^ ZrZ- L-^WSZ^^ZZ'L ewpS5-K«e|ss ^K=s®^S.g'°^S< cw ■ Et . Z uf odk sAg>:is s-ffÄ CLS L *8 8 •£E g=E :d e 3 « £ ö e: <^.5 L E OZZ D 05 £ s? E — h s Mlfi «2% 3§ZL LHZ to Cs SsE ; S1 - E o o -- e ! ® Z '■Ss-8 Sc 5? -Z-.8 M'H S u L E = 8S *ö ».Ewfi > o *C -— Si2 .5§ Z-8-Z s s3 i 19 — LZ e c E 6=5 e JLZL§FH"«§ ' -i tS ZstS ga 5 u. o- e e -; E'5^-2 S i3--~ j£> W^J8° O g E15"3 >- C? U.2iö g'e-g’E .ä=-g'Ee=» -UL-sß^"^s-ZL^«§Z ,_2'o3a°<9‘-K1ä§a^^5§. H 5^“£ e-s =eto r5^ E-x- E.?4 _ T5 E dC VZ^E2L c cy <5 E 5 X- 3-fiS E- "Z «SD •g' ■2 = >fJ“c i*i5ii 4 ° c k «xH _ jo _ a ö ■— iß *-* £ E 3 t«w .**- e n. X «- KSZE - ^sL 3 -3 — — ’=:=§« E E *° o ®' L^-Z- Z ff tifs: ö^otE o 3*o © -~=| ■— c *x O c*- Ss =H5i!=£Sä Ä .L o«0-- " E 5 S~ C«E< EjSS gs ° .o.ggM© 8 o-S-«-«. Oe-Eg- i§s^pe« o-SS 5 c äß H 2cg=L. t ~ - E ~ -EL gS^^®T“£' E E "e E E.^-S. e —— r ■- — - Z7-WZL gSe^^gÄ^s । J ts& 31ltl^= ö -2 g ° E-e L Z^ 2=5 . 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