ENl,ö& in den Seihen ' ganz vorzügliche zu finden sind. ngen die Gießener niag des vergan* ranfiurt. Sic Hie* imciu die Gau* e an sich bringen, h im Lahmen des rfigen usammenschluh der t der Akademischen versagen über zwei mg" und über ein ces Hochleistungs- Arbeit. 14 A-tprü* wurden abgelegt (jener Tegelslieger l auch am Tegel* Dassertuppej teil. SSftftC 1 Kn in diesem L^rrang die "e der deutschen ^and der Luder- wurden ■n TMer. «Ü* mil lNL- 1 S? dritter &®ftalhSj ft.""1«w o'Wen waren ^^ahige Aaim* Ähre trat W i. 3m ople(e hr eifrig betrieben. 1 den Wenig günsti- "enntiflub 1922 be* verschiedene Kub* r. Leider sind die irem Gebiete dem Spritzeisbahn, die einiges erleichtern [ an Mitteln noch >cr Gießener Eis' lschuhlaus den h verschafit. 2°r Mtum«m» chses sein, leben. Am Sonntag MannM auf dn eM schonen Sieg. Iinh auf dem unserer r-W -WS Frankfurt, vn £ wi -• * itl ’S?*?' •t die 6cj!.g Der ®>e’ ranffllt“e Außerdcl" •»Sa»*:' m gcpyj lln'vZ ' ÄS Ä «ul _ Nr. 2 Erstes Matt 182. Jahrgang Montag, 4. Januar 1932 Erscheint täglich, außer Sonntags unb Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Siebener Familienblütter Heimat im Bild ■ Die Scholle Monat,-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlöfie unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Siesten. Postscheckkonto: jftanlfnrt om Main 11686. GietzenerAMger General-Anzeiger für Oberhessen Vrnck vnd Verlag: vrühl'sche Universitäts-Such- und Zteindruckerei R. Lange in Gießen. Zchriftlettung und Seschäft5ftelle: Zchnt^traße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für | mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Ne» Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzvorschrift 20u, mehr. Chefredakteur: Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein unb für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biefjen. Oie Krise in Indien, politische Eindrücke von einer Weltreise. Don Dr. Paul Rohrbach. Dieser neueste aus Kalkutta, 10. D e z.' 1931 datierte Reisebericht unseres Mitarbeiters trifft hier gleichzeitig mit der Meldung von der erneuten Verhaftung t Gandhis ein. Die Ausführungen Paul Rohrbachs beanspruchen daher unser beson- deres Interesse, weil sie die Vorgeschichte zur jetzigen kritischen Lage illustrieren. Es ist ein merkwürdiges Gefühl: gerade jetzt in Indien zu sein, wo nach dem für England offenbar nicht günstigen Ausgang der zweiten Von« b o n c r Konferenz die Kräfte sich auf beiden Seiten sammeln, um der herauf ziehenden Krisis zu begegnen! Ich machte gestern mit einem hier ansässigen Herrn eine Autofahrt durch Kalkutta. Nir kamen an dem weitläufigen Belvedere-Palast in der Gartenvorstadt Alipur vorbei, wo der jetzt je reibe zu Besuch anwesende B i z e k ö n i g residiert, unb sahen den Doppelposten der Lanzenreiter zu Pferde in ihrer prachtvollen Uniform, die Lanzen oufgestützt, unbeweglich wie Statuen auf ihren mächtigen Rossen, den Eingang bewachen. Wir fuhren zum Tentpel der indischen Todes- göttin Kali, und hatten den abstoßendsten Ein- Üriuf von barbarischem Aufputz, Dreck, Gestank und Priesterbettelci, den man sich denken kann, unb ich lonnte nach diesem Anblick nicht von der Frage los: Und das gehört zur Religion des Volkes, das den Engländern den Lauspaß geben und s i ch s e l b st gl s mündiges Mitglied der Völkerwelt (natürlich auch des Völkerbundes!) regiere n möchte. Dir kamen zum Victoria - Memorial, einem kuppelgekrönten Dau aus weißem Marmor, mit großen Gemälden voll indischen Prunks im Innern, wo die Königin Victoria einmal und der eitle Vizekönig Lord Curzon, der das Memorial bauen ließ, dreimal in Erz und Marmor abgebildet sind; wir fuhren durch Fort William eine altmodische Festung, drei Kilometer im Ilm» fang, auf einer freien Esplanade, dem Maidan, gelegen, der so groß ist, daß selbst das Fort nur ein Viertel davon einnimmt. Um diesen Viesen-, platz, auf dem eine ganze Siegesallee von Denkmälern englischer Generale, das Dictoria-Memo- rial, das Kriegermonument von 1914 bis 1918, Tportplähe, ein Aussichtsturm und noch allerlei andre Dinge stehen, ist das Calcutta der Engländer herumgebaut; eine große und olanzende Stadt. Jedes Aintsgebäude ist ein Palast; die Wohnung des Gouverneurs von Ben- galcn, dessen Gast ich haute zum Lunch war, ist e i n Fürstenschloß in einem tropischen Märchengarten. Wir fuhren durch die weitläufige Eingebo- renenstadt, mit engen Straßen, hohen Häusern, einem unbeschreiblichen Gewimmel von braunen Menschen, ganz, halb und viertel bekleidet. Lastträger, heilige Kühe, Warenlager, Garküchen, Turbane und sonstige Kopfbedeckungen aller nur denkbaren Art, Stufen und Vetteln, alles so, wie re im Reiseführer steht. Wir kamen auch vorbei am Hause eines in englischer Sprache geschriebenen radikalen indischen Blattes, der „L i - bert h". Wenn die indischen Völker sich über ihre Opposition gegen die englische Herrschaft verständigen wollen, so müssen sie englisch zueinander sprechen, denn es gibt in Indien neun Hauptsprachen und ein paar Hundert Untersprachen und Mundarten. Auch im indischen Parlament in Delhi ist d i e Verhandlungssprache englisch. Man denke sich ein Parlament aus Deutschen, Skandinaviern, Franzosen, Tschechen, ilngaren, Italienern, Türken, die alle eine gemeinsame Sprache haben lernen müssen, um miteinander verhandeln zu tonnen. So ist Indien. In der „Liberty", die sich Tag für Tag der schärfsten Sprache gegen die Regierung befleißigt, stand ganz kürzlich ein Artikel, in dem es hieß, >s gebe nur eine Antwort für ein sich selbst achtendes Volk auf das Verhalten der Regierung (die auf eine Anzahl politischer Morde unb Mordversuche mit dem Ausnahmezustand für Bengalen geantwortet hatte): Erneuerung des „bürgerlichen Ungehorsams", d. h. öteuerverweigerung und dergleichen und als Auftakt dazu wieder einen Boykott gegen englische Daren, englische Unternehmungen und alles, was mit solchen 'zusammenhängt. Es ist nicht so einfach, sich in diesen indischen Gegensätzen mit allen ihren Schattierungen zu- rschtzufinden. Soviel aber sieht man auf den ersten Blick, daß die radikalen Inder etwas ganz Unmögliches verlangen: volle Freiheit Indiens in dem Sinne, daß. Indien auch frei sein soll, feine eigene auswärtige Politik zu machen, seine eigene Wehrmacht aufzurichten, wenn es will, als Freund, wenn es anders will, als Feind Englands, und seine Handelspolitik nach Belieben mit England oder gegen England zu machen. Auch wenn Blätter, wie die „Liberty", auch wenn der ganze indische Ra- tionalkongreh mit Steuerverweigerung und „noch agreffioeren Entschlüssen" drohen — die Inder haben kein Mittel, England zum einfachen Aufgeben Indiens zu zwingen. Alle Vernunft spricht dafür, 6ah beide Teile sich in einem Kompromiß zusammenfinden, und ich bin erstaunt, in der Unterhaltung rtiit Engländern, beamteten wie nichtbeamteten, zu finden, wieweit man tatsächlich bereit ist, den Indern entgegenzukommen. Man würde sich, nicht sofort, aber in einer zu vereinbarenden Frist, zurückziehen bis auf eine Kontrolle der auswärtigen Beziehungen Indiens, einschließlich seiner Handelspolitik, Mahaima Gandhi erneut verhaftet. Scharfe Zuspitzung der Lage in Indien. — Ein neuer Llngehorsamkeitsseldzug gegen England beginnt. — Der Vizekönig droht schärfste Gegenmaßnahmen an. Bombay, 3. Jan. (1BIB.) Gandhi ist verhaftet worden, ebenso ist der Präsident des Kongresses vallabhai Patel verhaftet worden. Gandhi und Patel wurden in das Pcrwada-Gefäng- nis in Puna gebracht. Patel erließ vor seiner Ileberführung ins Gefängnis folgende Botschaft an die indische Ration: „Diesmal wird es einen chweren Krieg bis ans Ende geben. Ich hoffe, die Ration wird bereit fein, die äußerten Opfer zu bringen, aber den weg völliger Gewaltlosigkeit niemals zu verlassen." Zu seinem Rachfolger ernannte er das Mitglied des Vollzugsausschusses des Rationalkongresses Babu Rajendra prasad. Der allindische Kongreß hatte am Freitag eine Entschließung gefaßt, in der die freien Völker der Welt eingeladen werden, Regierungsvertreter nach Indien zu schicken, um den Fortschritt der indischen Bewegung zu studieren. Der Kongreß hat ferner zahlreiche Ent- chliehungen gefaßt, in denen der Plan des U n g e h o r s a m k e i l s f e l d z u g e s genau e st g e l e g t worden ist. In den einzelnen Provinzen sollen besondere „Diktatoren" die Maßnahmen überwachen und durch- ü h r e n. Das Eigentum des Kongresses ist an ichere Plätze gebracht worden. Der vizekönig Lord w i l l i n g d o n hatte auf das Telegramm Gandhis vom 1. Januar erwidert, er und die Regierung bedauerten, daß der Ausschuß des Rationalkongresfes die Beschlüsse gefaßt habe, die für den Fall, daß gewifse Bedingungen nicht erfüllt würden, die Wiederaufnahme des Feldzuges des zivilen Ungehorsams vorfehen. Sie bedauerten dies um fo mehr, als die englische Regierung erklärt habe, daß sie die in der Erklärung des Premierministers angekündigte Verfassungsreform beschleunigt durchführen wolle. Keine Regierung könne zulas f e n , daß man ihr Bedingungen durch eine Drohung aufzwingen wolle. Er und die Regierung muhten Gandhi und den Rationalkongreh für alle Folgen verantwortlich machen, die sich aus der vom Rationalkongreh beabsichtigten Aktion ergeben könnten. Die Regierung werde alle Mahnahmen ergreifen, um diese Aktion zu bekämpfen. Gandhi erklärte einem Vertreter des Reuter- Büros, dah ihn die Antwort des Vizekönigs m i t tiefer Betrübnis erfüllt habe. Der Vizekönig habe gewiffermahen die Tür schroff vor ihm zugefchlagen, indem er für die von Gandhi erbetene Unterredung Bedingungen stellte, die kein Mensch, der Selbstachtung besitze. habe annehmen können. Die Verweigerung der Unterredung betrachte er als einen der gröhten Fehler der Regierung und als einen glatten Bruch des Abkommens von Delhi. Oie Störung her Rundfunkrede des Reichspräsidenten. Noch kein greifbares Ergebnis der polizeilichen Ermittelungen. Berlin. 2. Ian. (ERB.) Die Ermittelungen I der Polizei über die Störungen der Rundfunkrede des Reichspräsidenten haben ergeben, daß die Täter unweit des Reuköllner Krankenhauses einen Kabelbrunnen geöffne t und an das betreffende Kabel ein Mikrophon z w i - schengeschaltet hatten. Die Täter müssen mit den technischen Einzelheiten sehr gut vertraut gewesen sein, da sie die richtige Ader angezapft haben. Ein Ehepaar, das kurz nach 21,30 Ut>r an dem betreffenden Kabelschacht vorbeiging, hat zwei junge Männerbeobach- t e t, von denen einer auf dem Pflaster lag und sich über den geöffneten Schacht beugte, der andere hielt Umschau. Das Ehepaar hat seine Beobachtungen der Polizei mitgeteilt und eine Beschreibung der jungen Leute gegeben. Zur Feststellung der Täter dürfte ein Experiment des in Demmin (Pommern) lebenden Physikers von Heyden-Linden beitragen, der die Hindenburgrede am Silvesterabend mit seinem Siemens-Tonschreiber ausgenommen hat. Wie der Physiker mitteilte, hat der Tonschreiber auch die kommunistischen Störungen genau verzeichnet. Herr von Heyden-Linden glaubt, daß sich an dem Mikrophon der Täter wahrscheinlich ein Kontrollhörer befunden habe. Wenn man nämlich mit dem Finger leise gegen das Mikrophon klopfe, so sei dies im Kontrollhörer zu vernehmen. Auf der von dem Physiker hergestellten Schallplatte ist dieses Klopsen genau zu hören. Durch die Siemens-Tonschreiber- aufnahme konnte der volle Wortlaut der Störungsrede fest gehalten werden. Daraus ergibt sich, daß die Störung nicht nur aus einzelnen Zwischenrufen, sondern vislmehr aus einer wohlformulierten kleinen Rede bestand, die sich gegen Lohnabbau und Diktatur für ein Sowjetdeutschland einsetzte. Das stimmt im wesentlichen überein mit dem Inhalt, den ein den Kommunisten nahestehendes Berliner Blatt in seiner Reujahrsausgabe von der Störungsrede gibt. Die Untersuchung hat dann zur Festnahme zweier Telegraphenarbeiter geführt, von denen jedoch der eine wieder entlassen worden ist. Auch der zweite Verdächtige scheint um die trag- liche Zeit nicht an dem Tatort gewesen zu fein. Jetzt hat man einen dritten Tclcgra- phenbauarbeiter zur Vernehmung nach dem Poli- präsidiuiii geholt. Sein Alibi wird zur Zeit noch nachgeprüft. Die Untersuchung des Falles ist um so schwieriger, als man an den in Frage kommenden Kabelbrunnen nicht die geringsten Beweisstücke gesunden hat. Auch ist der Kreis der in Betracht kommenden Personen außerordentlich groß. «Tj VA ' "»• Ä Hier wurde das Rundfunkkabel während der Hinden- burg-Rede angeschnitten. Der Kabelbrunnen in Buckow-Ost bei Berlin auf dem Wege nach Königs- wusterhausen, von dem aus am Silvesterabend die Rundfunkansprache des Reichspräsidenten unterbrochen wurde. dies jedoch nur insofern, als keine Benachteiligung englischer Waren gegenüber anderen Importen wird stattfinden dürfen. Das wäre also ungefähr die Stellung Aegyptens zu England, wie sie sich vermutlich nächstens gestalten wird. Offen bleibt dabei d i e Frage einer englischen Armee in Indien. Vielleicht wird England sich auch in diesem entscheidenden Punkt darauf beschränken, so wie cs den Aegyptern angeboten hat, nur die Suezkanalzone besetzt zu halten, in Indien seine Streitmacht auf einige Gibraltars und Maltas zusammenzuziehen und die jetzigen Militärlager im Innern zu räumen. Das wäre mehr, als sich vor zwanzig Jahren irgendein politischer Kops in Indien hätte träumen lassen können, denn die ganze indische Verwaltung würde tatsächlich in indischen Händen liegen — ein Experiment, zu dessen Uebernahme von indischer Seite viel Mut gehört. Ein so großes Land rationell, sparsam und moralisch intakt zu verwalten, (ernt sich nicht von heute auf morgen, und jede indische Selbstregierung wird unter den Augen eines sehr kritisch zuschauenden Auslandes zu arbeiten haben. Rußlands Paktverhandlungen mit den Randstaaten. Reval, 2. Jan. (TU.) Der estnische Gesandte in Moskau hat dem russischen Außenkom- missariat einen Entwurf über-einen RichtangnNs- pakt vorgelegt. Der Entwurf ist vor Weihnachten gemeinsam im estnischen und lettischen Außenministerium ausgearbeitet worden. Der lcttc- s ch e Gesandte in Moskau hat den Entwurf gleichfalls übergeben. Die russischen Verhandlungen über den Vertrag mit Estland und Lettland werden gesondert in Moskau geführt werden und in den nächsten Tagen beginnen. Die Paktverhandlungen zwischen Finnland und Rußland werden gleichfalls in der nächsten Zett in Helsingfors beginnen. Die Meldungen über den bevorstehenden Abschluß der russisch-polnischen Verhandlungen werden hier bestätigt, doch verlautet, Polen habe die Bedingung gestellt, daß die Unterzeichnung d«r Richtangriffsverträge zwischen Rußland und Polen und Rußland und den übrigen Randstaaten gleichzeitig erfolgen müsse Estnischerseits wird betont, daß der abzuschließende Vertrag keine Garantie- Häufel des Status quo enthalte, schon aus dem einfachen Grunde, weil Estland als Kleinstaat nicht in der Lage sei, eine Garantie der Grenzen des russischen Reiches zu übernehmen. Aus den gleichen Standpunkt dürsten sich auch Lettland und Finnland stellen. Rumänien und Moskau. Tie Garantie Bessarabiens. B u k a r e st, 2. Ian. (TU.) Die Sowjetregierung hat den rumänischen Vorschlag angenommen, direkte Vorverhandlungen über den Nichtangriffspakt zu beginnen. Rumänien wünscht für den Pakt eine wesentlich genauere Friedensgarantieformulierung, als bei dem Kelloggpakt. Rumänien hofft dabei von Rußland denLeftandderbessarabischenGrenze garantiert zu erhalten. Auf alle Fälle werden die beiden Partner sich verpflichten, an keiner mili- tärischen, wirtschaftlichen oder finanziellen Aktion teilzunehmen, die gegen eines der vertragschließenden Länder gerichtet ist. Es ist numehr sicher, daß Außenminister G h i k a nach Warschau reifen wird, um mit Zaleski über eine gemeinsame Taktik gegenüber Sowjetrußland zu verhandeln. Die Warschauer Reise bezweckt auch die Aufstellung einer gemeinsamen polnisch-rumänischen Front für die Abrüstungskonferenz. Am 17.Januar reift Ghika nach Prag, wo er bis zum 21. Januar bleibt. Prags „Mitteleuropa" Pläne. Lchober warnt vor wirtschaftlichen Unmöglichkeiten. Prag, 2. Jan. (TU.) Die ,Lidowe Noviny" bringt eine Zuschrift des österreichischen Vizekanzlers Schober über die Frage der wirtschaftlichen Zusammenarbeit Mitteleuropas. Schober sagt, Oe st erreich und die Tschechoslowakei allein seien nicht im Stande, auch nur einen kleinen Teil des Ueberschusses dec Donauländer aufzunehmen. Dazu märe ein viel größeres Absatzgebiet notwendig und daher konnte eine Beschränkung der Zusammenarbeit auf die Tschechoslowakei, Ungarn und Oesterreich keine oder nur sehr geringe Erleichterung bringen. Die alte österreichisch-ungarische Monarchie sei auch an der Unmöglichkeit gescheitert, diese Frage in der Form einer staatlichen Einheit zu losen. Schon diese Tatsache allein sei eine Warnung, Mitteleuropa als p o - litischen Begriff aufzufassen, denn dadurch würde jeder Versuch, die Wirtschaftsfragen ,)u läsen, von vornherein zum Mißerfolg verurteilt sein, denn die Kriegsmentalität wirke hier immer noch allzu stark nach. Nach der Besetzung von Tschintschau. Fapans Festsetzung in der Mandschurei. Paris, 3. Jan. (WTD.) Wie die Agentur Indo Pacific aus Peking berichtet, hat sich d i e Regierung von Tschintschau mit dem Generalstab nach Lantscheu innerhalb der großen Mauer zurückgezogen. Japanische Marineartillerie habe die Eisenbahnzone zwischen Peking und Mukden beschossen und den Verkehr auf dieser Strecke an verschiedenen Punkten unmöglich gemacht. Ein beim japanischen Kriegsministerium eingegangenes amtliches Telegramm besagt, daß die japanischen Truppen ihren offiziellen Einzug in die Stadt Tschintschau mit dem Generalleutnant Muro an der Spitze heute um 10.40 Uhr gehalten haben. Die Bevölkerung der Stadt soll sogar den einrückenden japanischen Truppen begeisterte Kundgebungen bereitet haben. Besorgnis in Rußland. Moskau, 2. Jan. (lieber Kowno. TU.) Der Besetzung Kintschaus durch die japanischen Truppen wird in Moskau große politische Bedeutung beigemeffen. Die russischen Regierungsstellen stellen fest, daß die japanische Regierung nunmehr in der Lage sei, das wirtschaftliche und politische Leben der Mandschurei vo11» kommen zu beherrschen. Man glaubt in Moskau nicht, daß Japan weiter nach Peking und Der Neujahrsempfang im Reichspräsidenienpalais England gegen jede weitere Verschleppung des Datums Die belgische Regierung hat bei der Fai- rey Aviation Company Militärflugzeuge im Gesamtwerte von 300 000 Pfund Sterling bestellt.. Das ist der größte Auftrag, den eine auslän- dische Regierung bisher der britischen Flug« zeugindustrie erteilt hat. Zum erstenmal wurde in diesem Jahre eine photographische Auf? 'wie vom Empfang des Diplomatischen Korps durch .en Reichspräsidenten gemacht. Das Bild zeigt den Austausch der Neujahrsbotschaften ischen dem Reichspräsidenten und dem Doyen, Nuntius O r s e n i g o. Kleine politische Nachrichten. Dem Reichspräsidenten ist eine Einzahl von Glückwünschen zum neuen 3 ahr aus dem 3n- und Ausland zugegangen. Obwohl alle Staatsoberhäupter durch ihre diplomatischen Vertreter beim Reujahrsempfang ihre Glückwünsche zum Ausdruck gebracht haben, haben viele von ihnen auch telegraphisch dem Reichspräsidenten ihre Reujahrswünsche übermittelt. Tientschin vorriicken wird, da die Besetzung dieser Städte für Japan keine große politische Bedeutung hätte. Man befürchtet jetzt, daß die japaniichen Truppen auch in der Nord» mandschureivorgehenundsodierussi- scheu Interessen verletzen könnten. General Pau. der Vorsitzender des Zentralkomitees des französischen Roten Kreuzes war, ist, 85 Jahre alt, gestorben. Der General, der nur einen Arm hat, hat als Organisator des französischen Heeres vor dem Kriege eine große Rolle gespielt. Der Stand der Osthilfe. Berlin, 2. Jan. (ERD.) Der Reichskommisfar für die Osthilfe, Minister Schlange - Scho - n i n g e n, äußert sich über den gegenwärtigen Stand der von ihm angeregten und durchgeführten Maßnahmen: Die Eröffnung des Sichern ngsverfahr ens nähere sich allmählich dem Abschluß. Auch das Treuhänderwesen sei überall im Entstehen. Es werde ohne Schema aufgezogen und werde nur nach generellen Richtlinien arbeiten mit weitestem Spielraum für dir strukturell sehr verschiedenartigen einzelnen Provinzen. Ferner werde zur Zeit die Frage deS äleberbrückungskredits und der Düngerbelieferung bearbeitet, weil sie die augenblicklich vordringlichste sei. Rach ihrer Lösung werde oann vor allem und so schnell wie möglich die Finanzierung für die endgültige Umschuldung vorzunehmen sein. Damit werde man zugleich vor dem entscheidendem Schlußproblem stehen, was mit dem anfallen* den Lande zu geschehen habe, d. h. die vollst« Aufmerksamkeit müsse der Sied lungsfrag« zugewendet werden. Die nach den bisherigen Bestimmungen mit dem 31. Dezember 1931 abgelaufene Frist f ü r d i e Abgabe der Zeichnungserklarung auf die steuerfreie Reichsbahn-Anleihe wird bis zum 1. Februar 1932 einschließlich ver° lungert. s 3ofi 7 «Mii Ä®runb der i llleM, " ^berg Ä;uss-l° lelegt. r m’1 dem Die kommunistische Streikparole im Ruhrrevier ohne Erfolg geblieben. Essen, 4. Jan. (WTB) Die am Samstag in Kraft getretene lOprozentige Lohnkür- zui. g für die Bergarbeiter des Ruhr- vergbaues wurde von radikaler Seite dazu benutzt, einen wilden Streik anzuzetteln, der aber im Bezirk Essen nur in zweiSchachtanlagen befolgt wurde, und zwar in den Schachtanlagen .Dergmannsglück" in Gelsenkirchen-Buer und „Rheinpreußen" in Duisburg. Auf der Zeche „Bergmannsglück" streiken 630 Mann der Morgenschicht 374. Aus der Zeche „Drassert" in Marl wurden zwei Kommunisten fe ft genommen, weil sie zum Streik ausforderten und den Betriebsführer bedrohten. In D i st e l n wurden arbeitswillige Bergleute mehrfach belästigt. Die Polizei säuberte unter Anwendung des Gummiknüppels die Straßen. In Mülhei m (Ruhr) waren der Streikparole zahlreiche Anhänger der linksradikalen Richtung ge olgt. Sie versuchten, teilweise unter Anwendung von Gewalt die Arbeitswilligen am Betreten der Arbeit'stätte zu verhindern. Die Polizei nahm etwa 100 Personen fest. Bei einigen der Festgenommenen wurden Flugblätter aufrührerischen Inhalts, Hiebwaffen und Pfeffer vorgefunden. Die Arbeiter im Präsidialbezirk Bochum haben die Streikparole nicht befolgt. Auf allen Zechen und Fabriken konnten die Belegschaften ungestört die Arbeit au> nehmen. An verschiedenen Schachtanlagen versuchten Erwerbslose vergeb ich, die Arbeiter zum Streik zu bewegen. An der Zeche „Robert Müser" in Werne und an der Zeche „Constantin Ill/lV" mußte die Polizei unerlaubte Ansammlungen zerstreuen. Mehrere Personen, die Flugblätter verteilten, wurden festgenommen. Insgesamt erfolgten sieben Verhaftungen. Den Sonntag benutzten die Kommunisten in verstärktem Maße, um zum Streik aufzufordern. Dabei wurde die Taktik verfolgt, geschlossene Delegschaftsversammlungen bei der Polizei anzumelden, die in Wirklichkeit öffentliche Versammlungen waren, an denen Richtbergleute teilnahmen. Eine solche Versammlung in Gelsenkirchen wurde aufgelöst. Mehrere Teilnehmer, darunter der kommunistische Reichstagsabgeordnete Frank aus Berlin, wurden fest genommen. In M a r l wurden in der Sonntagnacht in der Drassert-Kolonie von kommunistischen Elementen die Lichtleitungen zerstört, so daß dieser Ortsteil eine Zeitlang in Dunkel gehüllt lag. Auch wurden mehrere Straßenlaternen zertrümmert. Zu gleicher Zeit bewegten sich in den (Straßen kommunistische Sprechchöre, die zum Streik aufforderten. Die Polizei war rasch zur Stelle und konnte die Menge zerstreuen. Auch vor dem Eingang des Eisenwerkes DortAus aller Welt. Die Kältewelle. Rach frühlingsartigem W.tter haben am Sonntag in ganz Rumänien Schneest ürm« eingesetzt, die zu großen Verkehrsstörungen führten. Mehrere Telephon- und Telegraphenlinien in die Provinz und ins Ausland sind gestört. Der Simplon- Erpreß ist eingeschneit und bisher noch nicht in Bukarest eingetroffen. Auch munder Union kam es zu kleineren Zwischenfällen. Hier hatten sich etwa 40 Kommunisten eingefunden, die die vom Eisenwerk kommenden Arbeiter belästigten und beschimpften. Ginschreitende Polizeibeamte wurden ebenfalls von der Menge beschimpft und bedroht. Als die Beamten mit dem Gummiknüppel vorgingen, stob die Menge auseinander. Weitere Störungsversuche sind im Dortmunder Bezirk am Sonntag nicht zu verzeichnen gewesen. Erfolglose Streikparolen in Köln. Köln, 4. Jan. (WTB. Funkspruch.) Größere Trupps der Roten Gewerkschaftsoppost- tion und des kommunistischen Verbandes versuchten heute in aller Frühe, insbesondere das Personal der Straßenbahnen, zum Streik aufzureizen, was jedoch mißlang. Die Polizei schritt mit scharfem Aufgebot ein, zerstreute ohne ernstliche Zwiscyenfälle die Rädelsfüh- rer und nahm insgesamt 36 Verhaftungen vor. — Zu bewegten Szenen kam es auf dem Straßenbahn- Hof K ö l n - N o r d, wo das Betriebsratsmitglied dieses Bahnhofs, Stadtverordneter S a f a r o w s k i (KPTf.) zum Streik aufforderte Er wurde schließlich von der Polizei oerhgftet. berungen des Staates und der Feldbereinigungsgesellschaften aus abge schlossenen oder laufenden Feldbereinigungen werden. Weiter wird verlangt, daß in allen hessischen Anstalten mit eigener Verpflegung, also namentlich Kranken-, Pflege- und Gefangenenanstalten, ausländische Erzeugnisse nach Möglichkeit durch inländische Produkte ersetzt werden sollen. Der gesamte Staatsbedarf an Lieferungen und Werkleistungen soll ausschließlich bei hessischen Firmen, unter Bevorzugung von Einzelfirmen, nicht anonymen Gesellschaften, gedeckt werden. Den hessischen Polizeibeamten und den Schülern der hessischen Schulen soll erlaubt werden, an den Veranstaltungen der RSDAP teilzunehmen bzw. Mitglied der Hitlerjugend oder deS Rationalsozialistischen Schülerbundes zu sein, die jetzt an den hessischen Schulen verboten sind Die „Darmstädter Zeitung“, das Regierungsorgan, soll eingehen, weil sie jetzt nur zur Verteidigung der Politik der Regierungsparteien diene und die Mitteilungen der Regierung durch das Hessische Verordnungsblatt oder die übrige Presse erfolgen könnten. In einem weiteren Antrag wird die Anrechnung von gezahlten Steuerverzugszuschlägen in Höhe von 5 v. H. als reguläre Steuerzahlungen gefordert. Schließlich wird der Finanzminister ersucht, eine genaue Uebersicht über die Finanz- und Kassenlage des Landes zu geben. Hindenburgs Silvesterbotschast. Starker Eindruck bei den Deutsch-Amerikanern. Berlin, 2. Jan. (TU.) Unter den zahlreichen Glückwünschen, die dem Reichspräsidenten anläßlich des Jahreswechsels aus dem Auslande zugegangen sind, verdient das Telegramm des bekannten amerikanischen Senators L a f o l l e t e hervorgehoben zu werden. Das Glückwunschtelegramm lautet: „Ihre ausgezeichnete Rundfunkansprache wandte sich an die Herzen unseres Volkes. Ich bin davon überzeugt, daß ich die Gefühle der amerikanischen Bevölkerung wiedergebe, wenn ich Ihnen die wärmsten und besten Wünsche und Neujahrsgrüße übermittele." — Der Präsident der National Broadcasting Comp. M. H. A. A y l e s w o r t h sandte an den Reichspräsidenten folgendes Telegramm: „Die amerikanische Uebertragung Ihrer Rundfunkansprache wurde über die gesamten USA.=6enber mit größter Klarheit empfangen. Wir bringen unseren aufrichtigen Dank für Ihre Worte zum Ausdruck, die ein Beweis sind für die enge Fühlung, die zwischen bem beutschen unb dem amerikanischen Volke durch die Reichsrundfunkgesellschaft und die National Broadcasting Comp. besteht. Ich erlaube mir, Herr Präsident, Ihnen meine besten Wünsche für Ihr Wohlergehen im kommenden Jahre zu senden." Die „New Porter Staatszeitung" unb „New Po» fer Herold" sandten an den Reichspräsidenten folgendes Glückwunschtelegramm: „Viele Tausende von Amerikanern deutschen Stammes haben heute über des Meeres und des Aethers Wellen in ihrer deutschen Muttersprache die Botschaft vernommen, die Ew. Exzellenz zum Jahres- wechsel an das deutsche Volk gerichtet haben. Es war für alle Kinder Germanins in dieser unserer neuen Heimat ein unvergeßliches Erlebnis, die kraftvollen mahnenden Worte hören zu können, die nicht nur Deutschland, sondern d i e ganze Welt an das schwere deutsche Schicksal erinnern. Anläßlich dieses feierlichen Ereignisses senden Ew. Exzellenz die Herausgeber der ,New Parker Staatszeitung' und ,New Parker Herold' im Sinne aller Amerika- n e r deutschen Blutes die innigsten Dankes- grüße unb ben Ausbruck ber sicheren Hoffnung, bah die von Ew. Exzellenz für bas beutfche Volk gehegten Hoffnungen unb Erwartungen in vollem Umfange in Erfüllung gehen werben. Mögen bie Silvesterglocken für bas Reich unb bamit bie Welt ben Anbruch einer Neuzeit fünben, bie unser altes Daterlanb in Freiheit unb neuer Kraft bem Fortschritt und dem Glücke der Kulturwelt dienen ließ." die Rückzahlung der kurzfristigen Kredite möglich fei In Londoner politischen Kreisen war heute einige Besorgnis wegen der Möglichkeit einer weiteren Verzögerung in der Zusammenkunft ber Regierungen zur (Erörterung ber Repara- tions- unb Kriegsschulbenfrage bemerkbar. Auf die zu Beginn des neuen Jahres erfolgte Mitteilung, baß die britische Regierung die Initiative ergriffen hat, um die Konferenz nach Lausanne einzuberufen, folgte die Andeutung, daß die Franzosen wünschen, den Zeitpunkt vom 18. Januar, der, wie man glaubte, allgemeine Zustimmung gefunden hatte, auf den 2 0. Januar zu verlegen. Dieser Unterschied von zwei Tagen wird hier für ernst angesehen, da man befürchtet, daß er den Erfolg ber Reparationskonferenz selbst ober ben ber Weltabrüstungskonferenz, bie bereits für ben 2. Februar festgesetzt worden ist, beeinträchtigen wird. Es verlautet. daß sogar ein früherer Zeitpunkt als ber in ihrer (Einlabung an bie Mächte vorgeschlagene 18. Januar ber britischen Regierung vorgeschwebt hatte. Fast zwei Wochen finb schon vergangen, seitbem bie ernste Warnung aus Basel an bie Nationen gerichtet würbe, baß eine allgemeine Katastrophe bie Folge sein wirb, wenn nicht eine sofortige Aktion von allen an bem Problem ber Reparationen und Kriegsschulben betroffenen Nationen unternommen roirb. Reichskanzler D r. Brüning hat am Samstagnachmittag Trier wieder verlas- s e n, um über Köln, wo er den Sonntag blieb, nach Berlin zurückzureisen. Der Reichskanzler hat seinen ganzen Weihnachtsurlaub in Trier verbracht. Die Ablösung der Hauszinssieuer. Tie Vorteile des Ablösunqsverfahrens. Berlin, 2. 3an. (TU.) Amtlich wird mitgeteilt : Die Durchführungsbestimmungen für die Ablösung der Hauszins- ft e u e r, die der Zustimmung des Reichsrats bedürfen, sind zur Zeit in Vorbereitung. Wenn auch die Ablösung erst für die vom 1. April 1932 fällig werdende Hauszinssteuer gilt, so tut der Hauseigentümer doch gut daran, schon heute die für ihn in der Ablösung liegenden Vorteile zu errechnen. 3n dieser Richtung sei auf folgendes Beispiel hingewiesen: Die Gebäudeentschuldungssteuer möge für ein Haus vom Rechnungsjahr 1932 ab 2000 Mark betragen, dann würde der Hauseigentümer, der von der Ablösungsmög'ichkeit keinen Gebrauch macht, bis zum Fortfall der Steuer noch insgesamt 12 000 Mark zu entrichten haben. Der Eigentümer, der a b l ö st, hat dagegen, wenn er bis zum 31. März 1 9 3 2 zahlt, nur 6000, wenn er nach diesem Zeitpunkt zahlt, nur 7 000 Mark als Ablösung zu entrichten. Den gezahlten Ablösungsbetrag kann er bei Ermittlung des steuerpflichtigen Einkommens in Abzug bringen. Die Ersparnisse an Einkommensteuer wie an lausender Gebäude- entschuldungsfteuer erreichen, wenn man die Verzinsung einer etwa a u s g e n o m m e n e n Ablösungshypothek einmal berücksichtigt, schon im 3ah re 1934 die Höhe des Ablösungsbetrages. Reichsgesehlich ist ferner sichergestellt, daß Grundstücke, für die die Hauszinssteuer abgelöst ist, zur Grundsteuer mit keinem höheren Satz herangezogen werden dürfen, als die entsprechend anderen noch Haus- zinssteuerpslichtigen Grundstücke. Da im übrigen auch bei Zahlung des Ablösungsbetrages nach dem 31. März 1932 die jeweils fälligen Steuerbeträge zu entrichten sind, liegt eine möglichst zeitige Zahlung der Ablösung im Interesse der Eigentümer. Die politische Lage in Hessen. Die nationalwzialistiscken mölf Punkte als Antran im Landtag einnebrack t. MSR. D a r m st a d t, 2. 3an. Die nationalsozialistische Fraktion des Hessischen Landtags hat ihr 12-Punkte-Programm für die Regierungsbildung mit dem Zentrum jetzt i n Form eines entsprechenden Antrags im Landtag eingereicht. Wie erinnerlich, sind im Rahmen dieser 12 Punkte auch Verfassungsänderungen vorgeschlagen, die nur mit Zweidrittel-Mehrheit im Landtag Rechtskraft erhalten können. Rationalsozialisten und Kommunisten verfügen aber nicht über die notwendigen 46 Stimmen, so daß sie also Tlnterstühung durch die übrigen Parteien benötigen. Außer den Aeuherungen in der Presse ist von der Rationalsozialistischen Partei eine amtliche Erwiderung auf die Zentrumsantwort noch nicht erfolgt. Es ist eine Erklärung Hitlers angekündigt, die jedoch noch nicht vorliegt. Vielleicht darf man an deren Stelle den eingereichten Antrag als Antwort auffassen. Von der nationalsozialistischen Fraktion sind weiter zahlreiche Anträge gestellt worden, so u. a. die Aushebung des 11. August (Verfassungstag) als gesetzlicher Feiertag in Hessen, Amnestie für alle wegen politischer Straftaten Verurteilten, Einstellung aller Feldbereinigungen bis zur Reufassung des Feldbereinigungsgesetzes, wenn die Hälfte der beteiligten Grundeigentümer, die zusammen zugleich die Eigentümer der Hälfte der beteiligten Grundfläche sind, es beschließen. Verbunden damit soll die einjährige ©tunbuna oller Sor» Paris, 3. Jan. (WTB.) Bekanntlich hat bie französische Presse noch vor kurzem unb immer wieder erklärt, bie Verhandlungen über bie eingefrorenen Kredite hätten nichts zu t u n mit ben Verhanblungen über bie Reparationszahlungen. Auch Minifterpräfibent Laval hat ährv liche Erklärungen abgegeben. Es überraschte baher einigermaßen, baß man gestern lesen konnte, die französische Regierung könnte fid) über ben Zeitpunkt ber Konferenz in Lausanne erst bann besprechen, wenn die in 'Berlin tagenben Bankiers einig geworben seien. Demnach erkennt bie französische Presse also b o ch eine Beziehung zwischen ben kurzfristigen beutschen Verpflichtungen unb ben Reparationszahlungen an unb muß, wenn auch stillschweigenb, zugeben, baß sie bei ber Behandlung des Reparationsproblems einen Stanbpunkt vertreten hat, ben sie jetzt aufgeben muß Pertinax teilt bem „Echo be Paris" mit, baß bie französische Regierung ber englischen nunmehr offiziell erklärt habe, baß bas Datum für bie Eröffnung ber Regierungskonferenz er ft nach Beendigung ber Berliner Stillhalteverhanblun- g e ii f e ft g e l e g t werben könnte Die französische Regierung gehe babei von bem Wunsch aus, vor Beginn der Konferenz die genaue Zahlungsfähigkeit Deutschlands zu kennen, was erst nach bem Abschluß ber Beratungen über Frankreich sucht die Reparationskonfererrz hinauszuzögern. fcÄ Ich ftü^'^frifanif^ ^ennomete1 k'i»1 । L?£# ^rohen in § &;*,! Em» «•“ i Merg". K.n I LchWnimPfes »öl & Personen lami MeUebers-1 Wie ous Glendor' ein großer Teil des ! tigen Wasser ; ßia 5000 W ■ Sicherheit bringen < mellDoJlfomn fiibcn sich nr WJ U nächsten e-mö dis unMbou mürbe. Die Belforb gjofe beschlagnahm (äjrbeten Ortschaften &it) Bei DachSem M $ §rlhi (Milcht bett im Kreise der nchM beging, st 2gra uiidAllay! zmbtt früh starte! üirz vor Dunkelheit futta ein. Eine sich zu ihrem Emps Flugstrecke führt sie Aangoon und D vebirge unb reine der Start am 4.T Nh Drinhorn bis zurückgelegt, die ir wrden. Linen E 2n ‘Bremen t> dir Wohnung des Wachte durch verk bi er schon mehrst Ivorden tcar, ein ■ sich im Dvhnzinnr gegenüber, die einnahmen. Dareu ab. Sie Kugel d den Kops und t v bs handelt sich Kräften Willi übrigen Later em Die erste Boll, an einem Verl Sei Caltani Ceti jit Todesstrafe dun wm Lustmörder Mi *'t des dortigen Lcl öJn' Wenn man v I ^ndergericht. ^gesprochenen Lol st e T o d e s u r t s Strafgesetzbuchs i'N' t-Das neue St Ne wieder < Wer 1931 M St?? leinen ZM-luch des Q ÄS* worben ™ Morden ist. Der ^gen bei. ' er ■ 'alai-, ■ räsidentm gemacht. lgo. :r Osthilse. 5*er ReichSkommissa« Schlange. Schö- r den aegenlväriigei en und durchgrsührlen 'Ung des bichr- ahne sich allmählich ceuhändertoelei s werde ohne Schcmr nach generellen W :m Spielraum für di, itigen einzelnen Pi> rZeit die Fraoe 6d stts und der $*ün< beitet, weil sie di, lei. Dach ihrer Lö- nö so schnell Vie mög« ür die endgül- zunehmen sein. Da« r dem entscheidende« nit dem ans allen- habe, d. h. die vollst, )ied lungSsrag, fonfercm »atums. qen Kredite möglich 1«! reisen war heute einig« Möglichkeit einetj n in der Erörterung der Repara- age bemerkbar Au die m erfolgte WM Die Initiative ergriff* sä»» =Ks tf-XS jmmen ®irhl jjf £ •** hot. 3e(t fo>t& , (vrftG® U’Ä> In ganz Südostfrankrekch unb In ben ^hre* nöen herrscht bittere Kälte. Aus den Vogesen werden 20 Grad Kälte gemeldet. Der Schnee fällt seit 48 Stunden fast ununterbrochen. Auch aus dem Iura werden dauernde Schneefälle gemeldet. Das Thermometer ist bis auf 19 Grad unter Aull gefallen. Grenoble gehört mit 10 Grad Kälte noch zu den gemäßigten (?egenden. DaS Mittelm eer wird augenblicklich von einem heftigen Sturm heimgesucht, der tem Schisfahrtsverkehr lehr hinderlich ist. Die Passcg erdampfer aus Algier trefien mit z öl - stündiger Verspätung ein, und die Ausreise nach den nordafrikanischen Häsen wurde in Anbetracht der Witterungsverhältnisfe verschoben. Aus ganz Spanien wird starker Frost gemeldet. Das Thermometer ist auf 25 Grad unter Null gesunken. Durchschnittlich sind Tern- veraturen von —15 bis —19 Grad gemessen Dvrden. Mehrsere Personen sind erfroren. Der Zugverkehr ist zum größten Teile ftillgelegt. Schneesturm in den dänischen Küstengewässern. [Ein Schneesturm hat in den dänischen Küsten- ewässern große Verheerungen angerich- -t Die deutsche Fähre „Mecklenburg" raf in der Aacht zum Samstag wegen des roßen Schneesturms mit großer Verspätung von Oarnemünde in Gjedser ein. Schlimmer erging i dem dänischen Passagierdompfer „A. Der- Ii < ft o r f r. dem bei Ausfahrt aus Esbjerg die. Schraube zerbrochen wurde. Es gelang, ras Schiff wieder an den Kai heranzubrinaen und den Schaden auszubessern. Das Motorschiff ^.Esbjerg", das in den Hafen einfahren wollte, wurde durch den Sturm gegen den Kai geworfen, wobei die eine Längsseite des Schiffsrumpfes völlig auf gerissen worden ft. Personen kamen nicht zu Schaden. Riesige Ueberschwemmung de» Mississippi. Die aus Glendora (Mississippi) gemeldet wird, ist ,in großer Teil des Mississippiwles von gewaltigen Wassermassen überschwemmt. Ctwa 5000 Personen, die sich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten, sind vonder Außen- oelt vollkommen abges chn i t t e n und be- finden sich in schwerer Gefahr. Man befürchtet in kn nächsten Stunden zahlreiche Dammbrüche, was unabsehbare Katastrophen nach sich ziehen würde. Die Behörden haben sämtliche verfügbaren Boote beschlagnahmt, um die Bevölkerung der ge- sährdeten Ortschaften zu retten. Llly Reinhorn in Kalkutta. Nachdem Elly Deinhorm am 24. Dezember In Delhi (Dritisch-3ndien) eingetroffen war und dort im Kreise der Deutschen Kolonie das Weihnachtsfest beging, flog sie nach den Feiertagen nach Agra und Allahabad am Ganges. Am 31.Dezember früh startete sie in Allahabad und traf kurz vor Dunkelheit auf dem Flugplatz von Kalkutta ein. Eine große Anzahl Deutscher hatte sich zu ihrem Empfang eingefunden. Die nächste Flugstrecke führt sie dann nach Singapore über Rangoon und Bangkok, teilweise über hohe vcbirge und reinen Urwald. Don Berlin, wo ter Start am 4. Dezember früh erfolgt ist, hat Lllh Beinhorn bis heute etwa 10 000 Kilometer zurückgelegt, die in zehn Abschnitten bewältigt wurden. (Einen Einbrecher erschossen. 3n Bremen versuchten mehrere Männer in die Wohnung des Lehrers D. einzudringen. Er erwachte durch verdächtige Geräusche und nahm, da er schon mehrfach durch Einbrecher geschädigt Vörden war, ein Jagdgewehr. Plötzlich sah er sich im Wohnzimmer mehreren Männern gegenüber, die eine drohende Haltung tinnahmen. Darauf gab der Lehrer einen Schuß ob. Die Kugel drang einem der Einbrecher in den Kopf und tötete ihn auf der Stelle. ES handelt sich um den mehrfach vorbe- frästen Willi Müller aus Hemelingen. Die übrigen Täter entkamen. Die erste Vollstreckung eines Todesurteils an einem Verbrecher in Italien feit 1870. Bei Caltani Setta in Sizilien ist am Samstag die Todesstrafe durch Erschießen in den Rücken an km Lustmörder Mignemi, einem 67jährigen Arbeiter des dortigen Schwefelbergwerks, vollzogen worden. Wenn man von den von dem faschistischen kondergerichtshof zum Schutze des Staates cusgesprochenen Todesurteilen absieht, ist dieses das erste Todesurteil, das seit 1870 auf Grund les Strafgesetzbuches verbängt und vollstreckt Worten ist. Das neue Strafgesetzbuch, das d i e T o d e s- Itrafe wieder cinfüßrte, ist im vorigen sohr in Kraft getreten. Das Todesurteil wurde am l Oktober 1931 gefällt und zwar gegen Mignemi mb gegen feinen Mitschuldigen Calafoto. Das Gnadengesuch des Ersteren wurde zurückgewiesen, während die Todesstrafe, die auch gegen den zweiten verhängt worden war, in Zuchthaus umgewan- leit worden ist. Der Erschießung wohnten zahlreiche Jengen bei. Zusammenlegung der ostpreußischen Handelskammern. Auf Grund des Handelskammergesetzes und der Verordnung vom 23. Dezember 1931 hat der preu- fische Handelsminister die Industrie- und handels- lammern Königsberg, (Elbing? Tilsit, Insterburg und llllenftcin aufgelöst und ihre Bezirke zu einer Kammer mit dem Sitz in Königsberg zusammen- stlegt. Aus der Provinzialhaupistadi. Gießen, den 4.Januar 1932. 1932 ist Schaltjahr! Chen im Schaltjahr geschlossen, sind von Segen übergossen. 3n vielen Volkern wurzelt der Glaube tief, daß die in einem Schaltjahr geschlossenen Ehen besonders glücklich und dauerhaft sein sollen. 3n den Vereinigten Staaten stellt das Schaltjahr sogar die Verhältnisse auf den Kopf. 3in „Leap year“ hat die junge Amerikanerin die Berechtigung, allzu schüchternen Verehrern selbst Herz und Hand an- zubieten, damit der Segen des Schaltjahrs nicht verpaßt wirdl Auch den deutschen Mädchen müßte 1932 Gelegenheit gegeben werden, ihr mehr oder minder seeklares Lebensschifflein in den Hasen der Ehe steuern zu können. Wir nehmen so vieles von den Amerikanern an, was uns verwirrt: 3azZ, Kaugummi, rollendes Band, Drinks und andere Kulturerrungenschaften. An den vernünftigen Sitten jenes Londes aber gehen wir vorüber! Der Glaube, daß die im Schaltjahr geschlossenen Ehen besonders glücklich sind, würde viele deutsche Mädchen veranlassen, etwas mehr Segel zu sehen, — oder, falls es sich um einen neuzeitlichen Dampfer handelt, die Maschine auf höhere Touren zu bringen. Da sich unsere Gesellschaftsformen in den letzten 3ahren schon bedeutend getqandelt haben, wäre es wirklich kein Ülnglück, wenn auch einmal die deutsche Frau um die Hand des Mannes anhalten würde, wie der bei solchen Gelegenheiten gern gebrauchte Ausdruck lautet. Die Frau von heute füllt ihren Posten in Haus und Beruf aus. Der Krieg war auch ihr ein harter Lehrmeister. Wir vergessen zu rasch. Weibliche Schaffner standen auf eisigen Plattformen der ungeheizten Züge. 3n den Werkstätten und Fabriken standen Frauen an der Drehbank. Weibliche Fäuste hielten den Pflug, und in den Frisiergeschäften wurden die wenigen Männer Von zarter Hand, nicht nur bildlich, eingeseift und rasiert. 3n tausenden Fällen verdient die Frau heutzutage den Unterhalt, und da konnte man ihr, — wenigstens im Schaltjahr, — auch das Vorrecht einräumen, eine Familie zu gründen und die bange Schicksalsfrage zu stellen. Das mag für deutsche Ohren etwas verfrüht klingen. Und es wäre doch weiter nichts, als praktischer Amerikanismus. Eine Art Damenwahl in dem bunten Tanz des Lebens. Drüben kann sich die Frau solche entscheidenden Fragen gestatten, ohne besonders aufzufallen. Bekannt ist, daß in Amerika die Frau zuerst grüßt. Man hat ihr dieses Vorrecht eingeräumt damit sie zeigen kann, ob ihr der Gruß des Mannes angenehm ist. Sie reicht ihm auch zuerst die Hand. Sie fordert den Mann auf, mit ihr auszugehen. Sie bestimmt, wann Verlobung oder Hochzeit stattfinden soll. Sie sucht Möbel und Wäsche aus. Sie richtet ein, tätigt die Einkäufe. Aur bezahlen darf e r. Warum sollten unsere deutschen Mädchen nicht Außen ziehen aus solcher Wandlung? Es ist Zeit, daß sie ihre Schüchternheit aufgeben, die sich, — jeder wird es beftätigen, — selbst beim harmlosen Spiel der Damenwahl im Dallsaal zeigt. Mehr rollendes Band, meine Damen! Geht getrost dem Mann Eurer Wahl entgegen. Seht ihn huldreich, aber dennoch scharf an und sagt lediglich: .Herr Meier! Es ist Schaltjahr! Wollen Eie mich betraten?“ M. A. Taten für Montag, 4. Januar. Sonnenaufgang 8.31 Uhr, Sonnenuntergang 16.28 Uhr. — Mond aufgang 5.03 Uhr, Mond- Untergang 12.47 Uhr. 1880: Anselm Feuerbach in Venedig gestorben. 1913: der preußische General Alfred v. Schliessen M Berlin gestorben. Daten für Tienstaa, 5. Januar. Sonnenaufgang 8.31 Uhr, Sonnenuntergang 16.30 Uhr. — Mondaufgang 6.30 Uhr, Monduntergang 13.21 Uhr. 1643: der Physiker und Astronom Isaac Newton in Woolstorpe geboren; — 1846: der Philosoph Ru dolf Eucken in Aurich geboren. Bornotizerr. Tageskalender für Montaa. Deutscher Beamtenwirtschaftsbund, 20.15 Uhr, „Aquarium", Sitzung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Reserve hat Ruh". — Aus dem Etadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen, Dienstag, als 13. Vorstellung im Dienstagabonnement, Wiederholung der Zauberposse „Lumpacivagabundus" von Aestroy in der Besetzung der Silvester-Auf- sührung. Spieldauer von 20 Uhr bis 22.30 Uhr. — Mittwoch, 6.3anuar, als 13. Vorstellung im Mittwoch-Abonnement, Wiederholung der Weihnachtsaufführungen „Die Wunderlampe" und „Die Puppenfee". Beginn 19.30 Uhr; Ende gegen 22 Uhr. — Vom K onzertver ein wird uns geschrieben: Edith Lor and, weithin durch Schallplatte und Rundfunk bekannt, hatte sich im Vorjahr zu einem Konzert in Gießen verpflichtet. Schwere Krankheit und Operation machten es der Künstlerin für lange Zeit unmöglich, aufzutreten. Sie bat aber ausdrücklich um Aufschub, da ihr viel am Konzert in Gießen gelegen sei. Aun ist mit ihr «Sonntag, 10.3anuar, für das verschobene Konzert vereinbart worden. Edith L o r a n d, deren Aame nur französisch klingt, ist eine Siebenbürgerin und bringt das leidenschaftliche Wusikantentum der Ungarin mit. Die vorliegenden Kritiken aus zahlreichen Großstädten nicht nur Deutschlands. sondern des Kontinents, stimmen ein so hohes und begeistertes Lob über ihre künstlerischen Leistungen an, daß man mit Recht darauf gespannt sein darf, sie persönlich kennenzulernen. Sie hat sich ein reiches Programm ausgesucht und wird Werke von Caesar Franck, 3. S. Dach (Chaconne für Violine allein), Haen- del, Mozart, Dieuxtemps und Sarasate zum Vortrag bringen. Am Flügel begleitet sie Carl Lothar Mikulicz. Edith Lorand ist nicht nur eine hinreißende Geigerin, sondern auch bekannt als Dirigentin eines Kammerorchesters. Leider verbietet es die Zeit, sie mit diesem Orchester in Gießen Horen zu können» Vielleicht darf aber auch ein solches Konzert nur als ausgeschoben betrachtet werden! Das Konzert am Sonntag findet, wie üblich, 17 Uhr in der Aula statt. Alles Aähere in den Anzeigen. ** E t n starker W e 11 e r u in s ch l a g mit schnellem Temperaturanstieg hat der Winterherrlichkeit bei uns ein rasches Ende bereitet. Während noch zu Aeujahr empsindlicher Frost herrschte, machte sich bereits am Samstag der Umschlag immer mehr geltend, wobei es au verbreiteten Regenfällen kam. Die schnell ansteigende Temperatur führte in Verbindung mit dem warmen Regen, der insbesondere in der Aacht zum Sonntag niederging, rasche Schneeschmelze herbei, so daß schon gestern die Winterherrlichkeit in unserer Stadt vollständig beendet war und lediglich der übliche Straßenmatsch als Erinnerung an die paar Schneetage verblieb. Auch im Vogelsberg machte sich der Wetterumschlag geltend und führte dort den einstweiligen Schluß der guten Winter- sportverhällnisse herbei. DieWasserläuse führen infolge des Regens und der schnellen Schneeschmelze mehr Wasser, jedoch sind bis jetzt die User noch nicht überspült; das gilt insbesondere für die Lahn und die Wieseck. ** Ein 75jähriger. Der in Turnerkreisen wohlbekannte Turner der Altersriege des Turnvereins von 1846 3oseph Geck, Dleichstr. 36, begeht heute seinen 75. Geburtstag in körperlicher und geistiger Frische. Wer den alten Herrn in den Turnstunden oder bei Wettkämpfen schon gesehen hat, mußte seine außerordentliche körperliche Gewandtheit trotz seines hohen Alters bewundern. ** Eine Siebzigjährige. Frau Anna Dörr, Gattin des Corpsdieners des Corps Hafsia, konnte gestern in Gesundheit und Frische ihren 70. Geburtstag feiern. Die Jubilarin hat sich in beinahe 40jähriger Tätigkeit um das Corps chassia verdient gemacht. ** Oöffentliche Dücherhalle. 3m Dezember wurden 1638 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1108, Zeitschriften 36, 3ugendlchriften 123. Literaturgeschichte 2, Gedichte und Dramen 14, Länder- und Völkerlunde 107, Kulturgeschichte 15, Geschichte und Biographien 156, Kunstgeschichte 2, Aatur- wissenschaft und Technologie 37, Gesundheitslehre 1, Religion und Philosophie 10, Staats- Wissenschaft 21, Sport 2, Fremdsprachliches vier Bände. Aach auswärts kamen 5 Bände. •• Derücks i chtigung der Ernteschä- den 19 31 bei Einziehun g der Landessteuern. Der Hessische Landbund erhielt auf eine Eingabe an den Finanz Minister wegen Berücksichtigung der Emteschäden 1931 die Mitteilung, daß in den Gemarkungen, in denen der Gesamtemteschaden 20 bis 29,9 Prozent beträgt, ein Sechstel der Grundsteuer vom landwirtschaftlich benutzten Vermögen erlassen werden soll. Das Krankenhaus in Lich. Am Samstagnachmittag besichtigten Vertreter der beiden Gießener Zeitungen in Gemeinschaft mit Vorstandsmitgliedern des Verkehrs- und Der- schönerungsvereins Lich das von der Stadt L i ch unter Aufwendung erheblicher Geldmittel dort geschaffene Krankenhaus. Das Gebäude, an der Gabelung der Landstraßen Lich—Gießen und Lich—Garbenteich gelegen, befand sich bis zum 3ahre 1922 im Besitz des fürstlichen Hauses Solms-Hohensolms-Lich, von dem es jahrzehntelang als Krankenhaus zum Segen der Einwohnerschaft von Lich und Umgegend verwandt wurde. Als die wirtschaftlichen Verhältnisse mit zunehmender 3nflation sich immer schwieriger gestalteten, mußte die fürstliche Verwaltung von dem Weiterbetrieb des Krankenhauses absehcn. Das Gebäude ging dann im Mai 1925 in den Besitz der Stadt Lich über und wurde fortan als Altersheim benutzt. 3m Laufe der Zeit machte sich sowohl aus der Stadt Lich, wie auch aus der Umgegend das Bedürfnis nach einem Krankenhaus in Lich immer stärker geltend, so daß im Laufe der letzten Monate nach Zustimmung des Gemeinderats die Umwandlung des bisherigen Altersheims in ein Krankenhaus durchgeführt wurde. Die neue Einrichtung, über die wir in unserer Aummer 301 vom 24. Dezember 1931 bereits berichteten, machte bei der Besichtigung am Samstagnachmittag allgemein einen sehr guten Eindruck. Die Krankenzimmer sind gut ausgestattet und in der Raumausnutzung vorteilhaft und freundlich gehalten. Ein modern eingerichtetes OperattonSzimmer mit dem entsprechenden neuzeitlichen oubeßör bildet das Kernstück des Krankenhauses und gestattet den beiden Licher Aerzten, die den ärztlichen Dienst im Krankenhaus versehen, sofortige operative Hilfe für die Patienten Bade räume und eine modern eingerichtete Küche, ein freundlich ausgestattctcS Aufnahmezimmer, sowie schöne Wohnräume für die beiden Schwestern und hübsche Zimmer für das übrige Personal vervollständigen die Einrichtung in guter Weise. Wie notwendig die Schaffung dieses Krankenhauses war, wird schon dadurch bewiesen, daß es nach der Eröffnung vor gut acht Tagen bis jetzt schon einer Anzahl Patten len Ausnahme bot und auch bereits eine Operation vorgenommen wurde. 3n einem Raume neben dem Krankenhausgebäude hat man in glücklicher Weise noch eine Badegelegenheit geschaffen, die zur allgemeinen Benutzung der Bürgerschaft bestimmt ist. Die Wirtschaftsräume werden in ihrer zweckmäßigen Art ebenfalls den Erfordernissen der Einrichtung gerecht. Als Ganzes gewertet, muß man sagen, daß daS Licher Krankenhaus eine wertvolle Bereicherung für Lich und Umgegend ist, auf deren Schaffung die Stadtverwaltung und der Gemeinderat, wie auch die ganze Bürgerschaft von Lich mit Recht stolz fein können. Oie Wetterlage. Ingfr Jan Majtn. •una~ rA ©Wontenlos-O nerttr. o nar» Mdec-t »womig. ®otdectx •Rtor’k # Schnee a Graupeln e MeDei K Qewilter.(^)wind$liiic-O' sehr fckhter Ost massiger Suoscöwesi Q siurmecfter norawesi Ole Pfeile fliegen mit dem rfinde Oie oooen Stationen dienenden Zahlen gehen dte Temperatur an. Die Linien verpindeo Orte mH givhcn Ut Meeresniveau umgereenneten Luftdruck Wettervoraussage. Mit der nach dem Baltikum abziehenden Störung ist Kaltlust vorgedrunaen, die über Skandina- v rn ein Hochdruckgebiet aufgebaut hat mit Temperaturen bis zu 30 Grad unter Null. Der nordöstliche Teil von Deutschland wird von Kaltluft gestreift, so daß die Temperaturen dort wieder 3 bis 5 Grad unter Null liegen. Sonst bewegen sich die Werte über dem Gefrierpunkt, und die ozeanische Luft brachte in unserem Bezirk Morgentemperaturen von 8 bis 10 Grad. Mit dem neuen Atlantiktief rückt abermals eine Warmluftftasfel vor, die sich bei uns durchsetzen dürfte, so daß nach anfänglichem Temperaturrückgang durch die gegenwärtig aus Westen zufließende maritime Luft später wieder, mit dem Zurückdrehen der Winde nach Süden zu, erneute Milderung in Aussicht steht. Aussichten für Dienstag: Zunächst leichte Abkühlung, wechselnd wolkig und kurzes Ausklaren mit etwas Regen. Aussichten für Mittwoch: Wieder Temperaturanstieg, vorwiegend bedeckt, Regen südwestliche Winde. Lufttemperaturen am 3. Januar: mittags 8,4 Grad Celsius, abends 9,1 Grad: am 4. Januar: morgens 8,4 Grad. Maximum 9,0 Grad, Minimum 8,2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 3. Januar: abends —0,1 Grad: a. i 4. Januar: morgens 0 Grad Celsius. — Niederschläge: 2,8 mm. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uor, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne jeigefügtes Rückporto wird keine Gewähr übernommen. An;elgena:flräge sind lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. * (panflavin“ Äö 1/ PASTILLEN Schutz gegen Stippe^ Ab IJan Nowack räumt auf! ----------------- Inventur-Ausverkauf 1O°/o Rabatt auf alle regulären Wollstoffe, Seidenstoffe, Samte, Woll- und Seidenkleider der morgen, Dienstag, den 5. Januar, vorm. 1/29 Uhr beginnt. 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Heute morgen 4,30 Uhr entschlief sanft nach kurzem, schweren Leiden mein lieber Mann, unser guter Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Wilhelm Euler III. Eisenbahnarbeiter 1. R. im 65. Lebensjahre. In tiefer Trauer: Elisabethe Euler, geb. Luh Wilhelm Euler und Familie Karl Euler und Familie und alle Angehörigen. Allendorf/Lahn, Leihgestern, den 3. Januar 1932. Die Beerdigung findet Dienstag, den 5. Januar, nachmittags 2 Uhr statt. BF Der heutigen Ausgabe des Gießener Anzeigers liegt ein Werbeblatt der Firma Boltina, Sckmhges. m. b. H., Gießen, Seltersweg 87, bei. (54 d Bessere 5-Ziminer-Woliii. 1. Stock, mit Bad, Balkon u. Mädchenzimmer mit Zubeb. per 1. 4. 32 (Nähe Ludwigstr.) zu vrm. Schristl.Angeb.unt. 039 an d. GH. Anz. 2 Zimmer mit Küche in guter Wohnlage zu verm. Preis 35 Mark. Schristl.Angeb.unt. 030 an d. GH. Anz. Einige Zimmer möbliert oder leer, evtl, als Wohnung, Büro usm.in Bahnhofs-Nähe zu verm. Daselbst trockene Lagerräume frei. 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Der Kongreß hat das Hoover-Fe icr- j a h r , wie das vorauszusehen war, schließlich doch gebilligt, wenn auch nicht, ohne gleichzeitig eine Entschließung zu fassen, die allem Anschein nach die Türe vor allen weiteren Moratorien mit lautem Knall zuschlägt. Denn sowohl das Repräsentantenhaus wie der Senat haben mit dem Moratorium eine Entschlichung angenommen, die weitere Moratorien untersagt und sich gegen jede Schuldenstreichung ausspricht und zwar in einer Form, die an dem Sinn dieser Cntschliehung auch nicht den mindesten Zweifel läßt. Amerika hat genug von Europa, es will nicht mehr auf Kosten seiner eigenen Steuerzahler Opfer bringen, um den Europäern aus der Patsche zu Helsen. Sollen sie Zusehen, wie sie ohne die USA. fertig werden, ohne den Onkel „Santa Claus" (Rikolaus), das der Senator Johnson so hübsch ausdrückte. Und der Präsident wird wohl nun nicht umhin können, sich diesem Dolkswillcn zu fügen. Mit weiteren „3 n i- tiativen" ist es jedenfalls nichts. Hoover wird — entgegen seiner besseren Einsicht — die Dinge aus sich zukommen lassen müssen... Wie ist es dazu gekommen? Da es von der Beantwortung dieser Frage abhängt, wie man die weitere Haltung der USA. in den internationalen Fragen beurteilen soll, lohnt es sich wohl, aus die Ursachen dieser Entscheidung des Kongresses, die so sehr in Widerspruch mit der Haltung Hoovers im Sommer steht, hinzuweisen. Zunächst darf man in der Entscheidung der beiden Häuser auf keinen Fall etwa eine Demonstration gegen Hoover, oder auch nur irgend so etwas ähnliches wie ein Mihtrauensvotum sehen. Dah einige Unverantwortliche, wie z. B. Macfadden, Hoover maßlos beschimpft haben, ihm vorwarfen, er habe sich bestechen lassen und ähnlichen Unsinn, ist völlig bedeutungslos. Denn, wenn irgendein Präsident in den USA. je eine reine Weste gehabt hat, so hat sie Hoover — und das weiß auch der Mann aus der Straße, der, wenn nicht alles täuscht, Hoover im Herbst wohl auch ein zweites Mal zum Präsidenten wie- verwählen wird. Auch irgend so etwas wie eine Eifersüchtelei des Kongresses auf ein allzu selbständiges Dorgehen des Präsidenten darf man in den Dorgängen nicht erblicken: hatten doch die Führer beider Parteien Hoovers Dorschlag ausdrücklich gebilligt, als er im Sommer mit ihnen darüber sprach. Warum, so wird man dann aber fragen, hat denn niemand von diesen Leuten im Kongreß das Wort ergriffen, um den Dorschlag zu verteidigen, und warum hat man denn so ausschließlich der Opposition das Wort überlassen? Run, das ist sehr einfach: die Volks stim- mung in den USA. ist seit dem Sommer völlig um geschlagen, jeder, der cs gewagt hätte, sich für Schuldenstreichung einzusehen, hätte sich glatt unmöglich gemacht. Die amerikanische Politik wird ja überhaupt in einem Umfang von Schlagworten und blanker Demagoge beherrscht, der in Europa unvorstellbar wäre. Und wie im Sommer der Mann aus der Straße von der 3dec einer amerikanischen Hilse für Europa begeistert war -- weil er sich davon unmittelbare Dorteile für das Geschäft versprach —, so ist er heute wieder wie zu der Zeit, in der Wilson aus Europa zurückkehrtc, wildester Gegner interna- tionalerAbhängigkeitcn oder jeder Hin- einmischung Amerikas in europäische Angelegenheiten. Daß das so ist, hat wieder zwei Gründe, die zunächst vielleicht überraschend erscheinen mögen. für den Kenner der amerikanischen Politik nichts Reues sind. Das ist einmal die Tatsache, daß Hoover selbst einer der schärfsten Dcrtreter amerikanischer Autarkie ist. Er vor allem hat immer wieder den Standpunkt vertreten, daß Amerika für sich leben könne, daß es kein Interesse am europäischen Geschäst habe, daß die amerikanische Wirtscha^tsdepression durch Stärkung des Binnenmarktes, Erhöhung der Zölle usw. behoben werden könne. Für ihn und die meisten Republikaner ist die Weltwirtschaftskrise eine amerikanische Krise und keine Re- parations- und Schuldenkrise, oder doch nur in ganz kleinem Umfange. Eine Ansicht, mit der er fast ganz Amerika auch heute noch hinter sich hat, da nur der schmale Streifen im Osten des Landes mit Reuyvrk an der Spitze anderer Ansicht ist. Don diesem Gesichtspunkt aus war cs von vornherein unlogisch, daß Hoover überhaupt ein Feierjahr anbot. Aber sein religiöses Gefühl — Hoover ist bekanntlich Quäker — und die Aussicht, daß sein großzügiger Plan der leidenden Menschheit Helsen würde, gestatteten ihm ausnahmsweise einmal abzuweichcn - aber eben nur einmal, wobei also von vornherein klar war, daß ein zweitesmal keine Aussicht bestehen würde, das Experiment zu erneuern, wenn cs nicht sehr erfolgreich war. Aber was haben nun die Franzosen aus dem Hooverplan gemacht! Aus einer großzügigen Hilfsaktion, die Opfer von allen forderte, haben die Franzosen ein Sondergeschäft für Frankreich gemacht, für das Frankreich, das mehr und mehr auch in Amerika als Hort der Rüstung und als Störer wirtschaftlicher Erholung gilt. Diesem Lande soll Amerika noch einmal helfen? Und dieses Land verlangt Rachlaß der Kriegsschulden — wo Amerika doch, wie das Senator Howell ausführte, den Franzosen die eigentlichen Kriegsschulden bereits erlassen hat und es sich bei den französischen Schulden nur um die Abzahlung von während des Krieges gewährten wirtschaftlichen Krediten handelt? Rein, man kann es verstehen, dah der Mann auf der Straße dafür kein Derständnis hat und daß man in dem allem nur einen Erprefsungsversuch des unersättlichen und böswilligen französischen Schuldners sehen will. Um dabei von England ganz zu schweigen, das sich zwar nach amerikanischer Ansicht färer betragen hat, aber doch „so reich" ist. Und diese Ansicht ist eben nicht nur im Dolk verbreitet, sondern auch im Senat, wo z. B. Reed darauf hinwies, wie groß und mächtig das Britische Reich auch heute noch ist. Das größte Reich der Weltgeschichte soll nicht zahlen können? Run, das kann man in Amerika jedenfalls niemandem weißmachen! Die Haltung des Kongresses richtet sich daher auch nicht gegen Deutschland. Selten wurden wohl in einem fremden Parlament so vj^le freundliche Worte über Deutschland gesprochen wie diesmal — wenn auch nur von Außenseitern, nicht von maßgeblichen Parteileuten, was nicht übersehen werden darf. Daß ocr Kongreß so wenig freundlich zu den Bankiers war, die Deutschland Geld geliehen haben, steht auf einem anderen Blatt: „Warum haben diese dummen Kerle denn den Deutschen Geld geborgt?" Und sind die Bankiers nicht am Ende in der ganzen Welt an der Krise Schuld? Richt nur in Deutschland schimpft man auf die mangelnde Voraussicht der Banken! Alles in allem Amerikawünschteben keine Opfer zu bringen, wenn es dafür nicht positive Dorteile eintauschen kann. Cs hat eben selbst eine Wirtschaftskrise im Lande und ganz andere Sorgen. Wenn die Europäer etwas wollen, dann sollen sie sich selbst erst einmal einigen und dann an Amerika herantre- ten — das dann nicht verfehlen wird, seine entsprechenden Forderungen zu stellen: z. D. auf dem Gebiete der Abrüstung! Cs ist also zwar noch nicht aller Tage Abend — aber eben auch sicher, daß sobald die Dinge in Amerika nicht für eine Schuldenstreichung reif sein werden, und daß es daher noch sehr schwieriger Derhandlungen und sehr vieler Geduld bedürfen wird, bis der Engpaß beseitigt ist, in den die Franzosen die öffentliche Meinung Amerikas durch chr Verhalten während der Iulikrise hineinmanövriert haben. Es rächen sich eben alle Dinge auf Erden! Und d i e Lehre für Deutschland? Run doch wohl sehr einfach: Don Amerika wird uns keine Hilfe kommen wir müssen schon selber sehen, wie wir mit den Franzosen fertig werden! Also keine Illusionen! Kündigung bei der Handwerkskammer. WSR. D a r m ft a ö t, 2. Ian. Wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren, ist dem Syndikus der , Handwerkskammer » Rebenstelle Darmstadt, Dr. | Kollbach durch den Dorstand der H.ss. Handwerkskammer mit Wirkung ab 31 März d. I. gekündigt worden. Der Dorstand der Hess. Handwerkskammer beabsichtigte bereits vor einiger Zeit die Auflösung der Handwerkskammer-Rcbcnttelle Darmstadt. Begründet wurde diese Absicht mit der Rotwendigkeit von Sparmaßnahmen. Die Doll- Versammlung der Hessischen Handwerkskammer hat jedoch am 1. Dezember 1931 ausdrücklich die Auslösung dieser außerordentlich wichtigen Nebenstelle abgelehnt. Um so mehr ist die nunmehr vollzogene Kündigung von Dr. Kollbach ver- wunderlich, die ohne vorherige Anhörung der an der Rebenstelle interessierten Bezirksverbände Bensheim - Heppenheim, Darmstadt und Groß- Gerau erfolgt ist, obwohl die Kammerfatzungcn bezüglich der Rebcnstellen und ihrer Leitung ausdrücklich ein M i t b e st i m m u n g s r e ch t derselben vorschreiben Die Arbeitsgemeinschaft der Handwerkerbezirksverbände Bensheim-Heppenheim, Darmstadt und Groß-Gerau hat gegen diese Kündigung sofort Einspruch erhoben, da sie der Ueberzeugung ist, daß Dr. Kollbach als einer der verdienstvollsten hessischen Handwerkcrführcr unbedingt gehalten und unterstützt werden muß. Senkung der Personentarife. Vorschläge des Hessischen Verkehrsverbandes und des Hessischen Industrie« und Handelskammertags. Erfreulicherweise hat die Reichsbahn sofort nach Inkrafttreten der Vierten Notverordnung eine wesentliche Senkung der Gütertarife ein- treten lassen und hierdurch der Wirtschaft eine (£nb lastung auf der Seite der Selbstkosten gebracht. Leider ist indessen von einer zeitgemäßen Senkung der P e r s o n e n t a r i s e der Reichsbahn bis jetzt noch kaum die Rede gewesen. Um diese nicht minder wichtige Frage in Fluß zu bringen, haben der S) c f - fische Berkehrsverband und der Hessische Industrie- und Handclskammcr- t a g in einer gemeinsamen Denkschrift Anregungen gegeben, die des allgemeinen Interesses sicher sein dürfen. 3n der Denkschrift wird betont, daß es gerade die überhöhten Fahrpreise sind, die sich zwangsläufig im Sinne einer immer weiteren Einschrumpfung des Personenverkehrs auswirken müssen in der Richtung, daß entweder Reisen, die sonst Dorgcnommcn würden, völlig unterbleiben, ober daß doch die Reiseentfernungen stark beschränkt werden. Mit Nachdruck wird daraus hingewicsen, daß keineswegs etwa ein Beharren bei den derzeitigen Fahrpreisen, deren Höhe in einem Mißverhältnis zu der allgemeinen Preisentwicklung nach unten stehe, ein taugliches Mittel zur Erhöhung der Einnahmen dar- stelle. Vom Standpunkt einer bewußt gestaltenden Vcrkehrspolitik aus gesehen müsse vielmehr festgestellt werden, daß nur durch zeitgemäße T7t - rifcrleichterungen dem Verkehr ein neuer Austrieb gegeben werden könne. Es wird die Forderung erhoben, dem leitenden Grundsatz der Notverordnung gemäß auch die Personentarife durch entsprechende Herabsetzung der Normalsätze allgemein um 10 v. H. zu se n k e n. Weiter werden im einzelnen Vorschläge geinacht hinsichtlich der Handhabung der A b r u n d u n g d e r Fahrpreise, sowie einer zeitgemäßen Anpassung der Schnell- und Eilzugzuschläge an die veränderten Verhältnisse. Was die Abrundung anlangt, so wird die bisherige, aus der Inflationszeit entstandene Methode einer Kritik unterzogen: cs sei nicht mehr angängig, in einer Zeit wie der jetzigen die Fahrpreise auf volle 10 Pf., volle 20 Pf. oder sogar auf volle Mark nach oben aufzurunden, wie es nach den derzeitigen Bestimmungen üblich sei. 1 Es wird vorgeschlagen, die Abrundung nach oben, besser Aufrundung genannt, durchweg nach 5 Pf. vorzunehmen. Die Denkschrift berechnet die Mehreinnahmen aus dem Personenverkehr, die durch die „Ab"rundung erzielt roeröcq, auf die gewaltige Summe von annähernd 20 Millionen Reichsmark, ein Beweis dafür, wie wichtig die auf den ersten Blick vielleicht als nicht sehr bedeutsam erscheinende Frage in Wahrheit ist. Anschließend wird empfohlen, die bisherigen M i n d c st f a h r p r e i f e der Reichsbahn herabzusetzen, und zwar von 20 Pf. auf 15 Pf. in der 3. Klaffe und von 30 Pf. auf 20 Pf. in der 2. Klasse. Hierbei wird auf die erziehliche Wirkung hingewicsen, die eine solche Maßnahme auf andere Vcrkehrsuntcrnehmen, wie S t r a ß c n b a h ncn, haben müsse. Ferner wird die Wiederherstellung eines Preises von 10 Pf. für die B a h n ft e l g. karte angeregt, ebenso eine Ermäßigung der Aus- bcwahrungsgebühren für Handgepäck: auch eine Herabsetzung der G e p ä ck f r a ch t e n empfiehlt fiel) nach der Darstellung der Denkschrift, wobei darauf hingewiesen wird, daß der konkurrierende Kraftwagen in bequemster Weise, ohne daß der Reisende sich von seinem Gepäck zu trennen braucht und ohne besondere Kosten, das Gepäck mit sich führt. Hinsichtlich der Schnell- und Eilzugs- Zuschläge empfiehlt die Denkfchrift, an der Erhebung von Zuschlägen für schnellfahrende Züge grundsätzlich festzuhalten, im einzelnen aber werden weitgehende 'Abänderungsvorschläge gemacht. Der wesentlichste Gesichtspunkt ist der, daß die Dentschrist eine Vereinheitlichung der Zuschläge für sämtliche Klassen vorsieht, wahrend bisher bekanntlich die Zuschläge für die Polsterklasse -i- doppelter Höhe derjenigen für die Holzklasje erhoben werden. Gerade diese starke Ueberhöhung der Zuschläge habe zur Folge, daß eine lebhafte innere Abwanderung stattgesunden habe, einmal aus den schnellfahrenden Zügen in die langsamer fahrenden, dann aber auch aus den Polsterklassen in die Holzklasse. Durch die Vereinheitlichung der Zuschläge und durch die Anpassung an die Grundsätze der Vorkriegszeit (damals höchster Schnellzugszufchlag Kampf auf dem Schreibtisch. Von Walther Harich. Der bekannte Literarhistoriker und Dichter Walther Harich ist kürzlich gestorben. Wenn du denkst: Jetzt geht es nicht mehr länger, dann wird in vier Wochen unerbittlich der Zeitpunkt herannahen, wo es wirklich nicht mehr geht, und dann in vierzehn Tagen bist du ernsthaft vor die Notwendigkeit gestellt, deinen Schreibtisch nunmehr aufzuräumen. Wir sind keine Kinder auf diesem Gebiet. Daß weder Frau noch Stubenmädchen auch nur in die Nähe dieses Palladiums deiner Persönlichkeit kommen dürfen, versteht sich längst von selbst. Wir wissen auch, daß strenge Ordnung dort noch herrscht, wo der Unerfahrene bereits das Ehaos vermutet. Eigentlich handelt es sich nicht um eine Ordnung, sondern um deren zwei. Nach doppeltem Gesetz häufen sich die Dinge auf der Platte: nach einem genetisch historischen. das die zeitliche Ablagerung der verschiedenen Schichten bestimmt und nach einem systematischen, das eine Art zweckmäßiger Anordnung erstrebt. Beide Gesetze arbeiten teils mit-, teils gegeneinander. Damit mußt du dich abfinden. Es ist im Leben auch so. Der wahrhaft gebildete und sich bildende Mensch lieft nicht ein einziges Buch, sondern drei bis zehn. Sie sämtlich aufgeschlagen auf dem Schreibtisch liegen zu haben, empfiehlt sich. Man legt sie zweckmäßig mit dem Buchdeckel nach oben. So können sie sich am wenigsten bewegen. Ein Buch, das auf dem Bauch liegt, ist hilflos wie eine Schildkröte auf dem Rücken. Drei bis zehn solcher gehandicapter Bücher bilden auf dem Schreibtisch bereits einen artigen Grundstock von Ordnung. Sollten sie dich in allzu aufdringlicher Form zur Lektüre mahnen, warte geduldig einige Tage. Dann werden sie in neuen, sich darüber lagernden Schichten versinken, und du siehst sie so bald nicht wieder. Briefe vom Schreibtisch zu tun, ehe sie beantwortet sind, widerspricht deiner Höflichkeit. Zwar wirst du sie vorläufig nicht beantworten, aber sie liegen wenigstens, ordentlich übereinander geschichtet, dir immerdar vor Augen und mahnen, ein kleiner Turmbau. Warte nur einige Wochen, und er wird umstürzen, und sich in die übrige Flut ergießen, die mit der Langsamkeit neptunischer Erdbewegungen über den Schreibtisch hinspült. Es gibt da Veränderungen, die nur in langen Zeiträumen zu beobachten sind. Ein Haufen Briefumschläge z. B., die du dir wegen der darauf befindlichen Adressen aufbewahren mußt, lag vor kurzem noch am Nordufer der Platte. Jetzt ist er um 30 cm ins Innere gewandert. Denke an Ravenna, das auch einst am Meer lag und nun I eine richtige Landstadt ist. Du siehst es kommen, und es kommt: daß zwei ängstlich getrennt gehaltene Reiche sich ineinanderschieben: die Rechnungen und die Reklamebroschüren. Sie scheinen dem Wesen nach zusammenzugehören, und wollen sich vereinigen, wie Oesterreich und das Deutsche Reich. Wundervolle Drei-Farben-Prospekte über Mittelmeerreisen, Havanna-Zigarren, Rotweine und Automobile. Du weißt: Einst wirst du ffe doch samt und sonders in den Papierkorb werfen müssen, aber es wäre eine Barbarei, dies sofort zu tun. Du willst es dir noch einige Wochen überlegen, welchen hundertpfcrdigen Wagen du dir kaufen, auf welche Zeitschrift du abonnieren, welchen besonders prels- roerten echten Lindenblütenhonig du dir kommen lassen willst. Leider verkriechen sich die angebrochenen Zigarcttcnfprtons mit Vorliebe zwischen die Preislisten, und unter die Zigaretten mit it sich tückisch das Futteral der Lesebrille, und der Zigarrenabschneider und die Tube mit dem Klcbcstoff, und der Radiergummi und der kleine Tischkalendcr, ohne welchen du schon sowieso aufgeschmissen bist. Und nun verkriecht sich das Postgebührenverzeichnis, ohne das du beim besten Willen keine Drucksache und kein Päckchen und keine Zahlkarte mehr ab- schickeii kannst. Sie treiben etwa noch unausgefüllte Schluchten in der Hochgebirgslandschaft deines Schreibtischs nunmehr zu zackigen Gipfeln auf. Wenn deine Frau finnig und poetisch ist, wird sie dir in diesem Augenblick eine möglichst große Vase mit herrlichen Blumen auf den Schreibtisch stellen. Damit versinkt bann ins Unermeßliche deine Nagelschere, der letzte Bleistift, die Zigarettenspitze, das Lineal und das Löschblatt. Die vor drei Tagen besorgten Theaterkarten zu heute abend, die unbedingt gesunden werden müssen, bringen deinen häuslichen Frieden ins Wanken. Beim Suchen nach ihnen verschwindet die ganz oben aufgelegte Einladung zur Hochzeit deiner Kusine, so daß niemals mehr fest- gestellt werden kann, wann die kirchliche Trauung und wann das Essen stattfindet. Die Zeugenvorladung zum morgigen Prozeß mit Angabe der Zeit, des Gerichts, des Zimmers siehst du noch einen Augenblick aüfschimmern, ehe sie unwiederbringlich entgleitet. Wie du auch wühlen magst, obenauf liegt immer der Steuerbescheid mit seinen unsympathischen Zahlen, und aus dem tiefen Grunde sprudelt stahlblitzend eine vergessene Nagelfeile empor, und em altes Notizbuch und dein Reisepaß und ein Fläschchen mit Augentropfen und der Schlittschuhschlüssel und der Korkenzieher, und ein adressierter und frankierter Brief, der vor zwei Wochen abgehen sollte. Du weißt, was dir bevorsteht! Es ist ja nicht so, I daß du Stück für Stück abtragen und erledigen könn- I test, sondern du wirst dich jetzt im Zickzack durch alle Schichten hindurchfressen müssen. Alles ist miteinander verflochten, greift in das Gebiet der Briefe über, und in das der Bankabrechnungen und der Quittungen, und der Skontoberechnungen (siehe oben!) und der geschäftlichen Notizen. Und man braucht nun wirklich einmal den seit der Steinzeit oerschwundegen Bleistift, und die beigelegte Zahlkarte, und den Post- tarif, und die Briefwaage und die Zehnpfennigmarke, und den Umschlag mit der Adresse und den Klebstoff und die Nagelschere und den Radiergummi. Und die zehn aufgeschlagenen Bücher müssen zu Ende gelesen werden, wozu wiederum der Rotstift nötig ist, und der Zettel mit den' Notizen und die Lesebrille und der Platz. „Magd", sagst du zum Stubenmädchen, „Sie können eigentlich einmal meinen Schreibtisch ein bißchen ausräumen!" Am nächsten Morgen findest du die Schreibmappe frei, Briefpapier, Postkarten, Marken, zu einem zierlichen Gebinde geordnet, die Bücher'eingestellt, Briefe und Rechnungen reinlich geschichtet. Bleistift, Nagelfeile, Schere, Siegellack, in der Glasschale, die Zigarren im Zigarrenschrank, und die weite Fläche deines Schreibtisches ist durchaus geeignet, dir Platzfurcht einzuflößen Wie vor anderthalb Jahren beginnt das neue Geben, und du hast nur noch nötig, den Frauen einzuschärfen, daß dein Schreibtisch unter allen Umständen zu respektieren ist. Zeitschriften. — Don der politischen Begabung der Deutschen spricht A. O. Meyer lebendig und eindringlich im Januarheft der „Z e i t w e n d e" (C H. Decksche Verlagsbuchhandlung). Mit allem Rachi ruck w ist er die heute oft gehörte Behauptung zurück, wir seien ein politisch unbegabtes Dolk. Zum Beweis erinnert er nicht nur an die hervorragenden Staatsmänner, die unter Dolk hervorgebracht und zum Teil auch anderen Völkern geschenkt hat, sondern auch an eine gewaltige Leistung des gesamten Dolkes: die deutsche Ostkolonisation im Mittelalter. Wenn dieses Dolk gleichwohl in der jüngsten Dergangenhcit politisch versagt hat, so liegt das nicht an einer angeborenen politischen Unfähigkeit, sondern än seinem besonderen geschichtlichen Schicksal: In der entscheidenden Zeit seiner Entwicklung ist cs nicht wie die anderen europäischen Dölker durch Druck von außen zur Ausbildung seiner politischen Fähigkeiten und zum geschlossen nationalen Willen erzogen worden. Es ist zu hoffen, daß die ungeheure Rot der Gegenwart nachholt, was frühere Jahrhunderte versäumten, und daß dann niemand mehr von unserer politischen Unfähigkeit zu reden wagt. Das Bnefmarkenjahr 1931. Das vergangene Jahr hat dem Briefmarkensammler alles gegeben, was sein Herz begehrte: genug neue Ausgaben, darunter einige sehr schöne und allerlei Seltenheiten, die zu erringen sein Ehrgeiz nicht müde wird. Rach einer vorläufigen Zählung sind in diesen zwölf Monaten 1617 neue Marken ausgegeben worden, von denen ein Drittel auf die europäischen Länder entfällt. Einige dieser Marken sind von hervorragender Schönheit und stellen Höchstleistungen des künstlerischen Entwurfs und der Reproduktionstechnik dar. Reue Länder treten in den Alben auf, so z. B. Südweftafrika, das sich bisher mit einem Uebcr- druck der Marken der Kap-Kolonie begnügt hatte, nun aber seine erste eigne Serie veröffentlicht hat. Ein ganz neues Markenland ist der kleine indische Staat Morvi, der vier eigene Marken herausbrachte. Der „Graf Zeppelin" hat Gedächtnismarken an seine erfolgreichen Fahrten in diesem Jahre in den verschiedensten Ländern geschaffen, und russische wie ägyptische, südamerikanische wie isländische Postwertzeichen erzählen von seinen Flügen. Besonders zahlreich sind die Ausgaben Frankreichs, das in mehr als hundert Marken der Welt von seinen Kolonien und feiner großen Kolonial-Ausstellung in Paris Kunde gab. Bei so manchen dieser Marken-Ausgaben hat mehr das Geschäst als das Bedürfnis Pate gestanden. Am originellsten ging Finnland vor. Die Regierung wünschte eine Markensammlung zu kaufen und brachte eine eigene Marke heraus, um die Briefmarkensammler der Welt zum Kaufen zu veranlassen und dadurch die Mittel für ihre philatelistischcn Pläne aufzubringen. Die großen geschichtlichen Ereignisse des Jahres spiegeln sich in der Markenwelt. Die spanische Republik hat zunächst die Marken, die das Bildnis des Königs Alfons tragen, durch Ueberdruck für ihre Zwecke benutzt und ist jetzt eifrig dabei, eigene Ausgaben zu schaffen. Brasilien und Argentinien feierten Revolutionen durch Marken, während Abessinien die Krönung seines Kaisers zunächst durch den vorläufigen Ueberdruck der umlaufenden Postwertzeichen, dann durch eine eigene Krönungs-Serie und schließlich durch eine dritte Ausgabe für den gewöhnlichen Gebrauch dem Gedächtnis des Sammlers cinprägte. Wenn Abessinien in diesem Tempo mit der Schöpfung neuer Marken fortfährt, dann wird es den Sammlern noch sehr lästig werden. Auch Italien liefert eine reiche Briesmarkenernte 1931, versöhnt aber den Sammler mit der Fülle seiner Gaben durch künstlerische und technische Dortrefslichkeit seiner neuen Marken. 2 rrrn., heute 10 RM.f) werde eine starke Belebung *s Verkehrs zu erwarten sein. Schließlich wird der Vorschlag der Einführung von „G r u p p e n - F a h r k a r t e n" gemacht. Nach der bisherigen Tariflage werden Fahrpreisermäßigun- gen für Gesellschaftsreisen erst ab 15 Personen (je- währt, während Gruppen von Reisenden in geringerer Anzahl den vollen Fahrpreis zu entrichten haben. Um die offensichtliche Lücke im System zu schließen, schlägt die Denkschrift vor, Gruppenkartcn für kleinere Reisegemeinschaften einzuführen, und zwar derart, daß für eine Gruppe von vier Reisenden 3% Fahrkarten, von sechs Reisenden 5 Fahrkarten, von a ch t Reisenden B'/s Fahrkarten zu lösen sind. Die neue Einrichtung, die gleichzeitig den vielfach zutage tretenden Wünschen auf Gewährung von Familienermähigungen Rechnung trage, würde sich aufs engste an die bestehenden Abfertigungsvorgänge anschließen, so daß sie ohne Schwierigkeiten in die Tat umgesetzt werden könne. Für die Einrichtung der Gruppenkarten spreche vorn Standpunkt der Eisenbahn aus insbesondere der Umstand, daß auf diesem Wege der Wettbewerb des privaten Kraftwagens wirksam bekämpft werden könne, zumal die Gruppenkarten zu vier, sechs und acht Reisenden sich an die Platzzahl der gebräuchlichsten Typen der kleinen, mittleren und großen Personenkraftwagen anschließen würden. Die abschließenden Betrachtungen weisen darauf hin, daß sich mit dem starren Fe st halten an dem Bestehenden nichts erreichen lasse. Die stärkere Aufgeschlossenheit der Reichsbahn gegenüber den Erfordernissen einer zeitgemäßen Verkehrs- gestaltung, die gerade auch in der großzügigen Maßnahme der Netz- und Bezirkskarten und der weitgehenden Freigabe der Sonntagskarten im Weih nachts - und Neujahrsoerkehr zum Ausdruck komme, lasse erwarten, daß auch in Zukunft allen Möglichkeiten nähergetreten werde, welche die Aussicht auf eine Verkehrsbelebung in sich schlössen. Selbstverständlich müßten Hand in-Hand mit einer zweckmäßigen Tarifgestaltung auch auf anderen Gebieten Verbesserungen ein- treten, namentlich in Gestalt einer weiteren Auflockerung des Fahrplans. Die Tarifsenkungen seien um so eher möglich, als auch die Reichsbahn angesichts der Senkung des Preisspiegels starke Einsparungen mache. Entscheidend für die Notwendigkeit einer baldigen fühlbaren Senkung der Personentarife sei aber, daß in einer Zeit, in der alle Preise sowie Löhne und Gehälter durch die Autorität der Reichsgewalt zwangsweise schlagartig stark gesenkt würden, unser tatsächlich dem Reiche aehörendes süh- rendcs Verkehrsunternehmen hierbei in Betätigung einer positiven schöpferischen Verkehrs- gefinnung nicht Zurückbleiben könne. 9JL-$po 53 M WM Unter Führung von Hauptmann Zahn wird sich am 15. Januar die deutsche Vierer-Bob-Mannschaft nach Amerika einschiffen, um an den olympischen Winterspielen in Lake Placid teilzunehmen. (Die deutsche Vierer-Bob-Mannschaft bei einer Trainingsfahrt.) Deutsche Eiskunstlauf-Meisterschaften. Maier-Labergo neuer Titelträger. Lieber den deutschen Eiskunstlauf-Meisterschaften, die am Samstag und Sonntag auf dem Rie- ßerfee bei Garmisch-Partenkirchen ausgetragen wurde, waltete ein Unstern. Rachdem am ersten Tag das Wetter noch einigermaßen befriedigend war, setzte am Sonntag ein anhaltender Regen ein, der die Bahn stellenweise mit Wasserpfühen zierte. Dazu kam noch, daß Proteste die Feststellung des Endergebnisses bis in die Abendstunden hinein verzögerten. Wie bereits der Auftakt bewiesen hatte, wurde der Kampf um die Herren-Meisterschaft zu einem erbitterten Duell zwischen dem Münchener Maier-Labergo und dem Berliner Bayer. Mit knapper Differenz konnte schließlich Maier-Labergo den Meistertitel in seinen Besitz bringen. Bei den Damen placierte sich die Berlinerin Michaelis auf dem ersten Platz, dicht gefolgt von der erst dreizehnjährigen Münchenerin Herber und Frl. Schmidt (Berlin). Auch hier wurden durch die Gleichmäßigkeit der Leistungen die Kampfrichter vor keine leichte Ausgabe gestellt. Den Abschluß machten die Kämpfe im Paarlaufen. Der Sieg fiel in dieser Konkurrenz an das Paar Hem- pel/Weih vor dem Ehepaar Grümling (Berlin) OieIagd im Januar. Wenn Herr Hartung seine Herrschaft antritt, neigt sich das Sagdjahr seinem Ende zu. Für zahlreiche Wildarten hat die Schonzeit schon eingesetzt, und Hege und Pflege des Wildes werden in der Folgezeit wieder den Weidmann mehr in Anspruch nehmen als die eigentliche Sagb. Roch ist der Winter seither bei uns recht mild verlausen. So erfreulich das auf der einen Seite ist, so gefährlich ist andererseits das Anhalten eines solchen Zustandes für längere Zeit, da damit die Vorbedingungen für die Entstehung und Verbreitung seuchenhafter Erkrankungen geschaffen werden können. Sm Rot- und D a rn w i l d r e v i e r wird der Abschuß von Kahlwild und Kälbern im Rahmen des Abschuhplanes noch vollends durchgeführt: in Ländern, in denen der Hirsch noch gejagt werden darf, werden nur noch schlecht veranlagte Stücke der Kugel verfallen sein. Für männliches Rot- und Damwild setzt die Schonzeit in Preußen in diesem Sahre zum erstenmal am 1. Sanuac ein. Sede Reue wird in Schwarzwildrevieren eifrig zum Festmachen und Besagen der Sauen, die in der Rauschzeit stehen, benutzt werden. Auch der Ansitz an alten Kartoffeläckern oder anderen Aesungsplätzen kann in mondhellen Schneenächten zum Erfolg führen. Das Rehwild hat überall Schonzeit. Auch unsere Wald- und Feldhühner genießen den Schutz des Gesetzes oder der weidmännischen Sitte. Rur der Fasanenhahn ist noch frei, während die Sagt) auf Hennen in Hessen schon wieder geschlossen ist. Die Hasenjagd geht am 15. Sanuar zu Ende. Der Hauptabschuh Pflegt gegen Monatsbeginn durchgeführt zu sein. Man läßt daher dem Hasen jetzt möglichste Schonung angedeihen, die ihm als unserem wirtschaftlich wichtigsten Wilde unbedingt gebührt und für die er sich dankbar erweist, indes bis zum letzten Satzhasen ausgeplünderte Reviere sich auch in guten Hasenjahren nicht erholen können. Sm Winter wird dem Hasen besonders stark von unberufener Seite nachgestellt. Man scheue nie einen Gang längs der Dorfgärten oder eingefriedigter Grundstücke, die frei im Felde liegen. Man wird dann manchen Biedermann in feiner wahren Art kennenlernen. Bleibt das Wetter mild, so setzt Mümmelmanns Hochzeit meist schon im Sanuac ein. Die Sagö auf Wildenten ist in Hessen noch gestattet, während sie in Preußen mit Sahres- beginn endigte. Zu den schweren Verlusten des Rotwinters 1928/29, in dem keine Wildart so litt wie unsere Wasservögel, kommt der fortgesetzte Rückgang unserer Entenbestände, der sich mit der Zunahme des Wassersports in seinen verschiedensten Formen verbindet. Man wähle sich daher beim Abschuß die immer in der Mehrzahl vorhandenen Erpel aus und schone die Ente ebenso ängstlich wie dies meist mit Fasanen- hennen geschieht. W i l d g ä n s e sind als Wintergäste schon vor einigen Wochen eingetroffen. Sn strengen Wintern versprechen sie an offenen Wasserstellen oft eine erfolgreiche und interessante Sagd. Der Weidmann wendet sein Augenmerk jetzt mehr dem Raubwild als dem Ruhwild zu. Denn die Bälge sind nun gut, und vor allem reizt die Sagd des roten Freibeuters immer aufd neue* Die Rollzeit des Fuchses hat begonnen. Das ist die rechte Zeit, um mit dem scharfen Grdhund die Baue zu untersuchen und den Fuchs zu sprengen. Aber auch das Reizen mit dem Mausepfiff, der Hasenklage, dem Vogelangstruf kann den Rotrock vor die Flinte bringen, nicht zu vergessen das Durchdrücken der Fuchsdickungen mit wenigen guten Schützen an den bekannten Pässen. Grimbart, der Dachs, verläßt entgegen der Schulweisheit in unseren Breiten außer bei ganz strenger Kälte und hohem Schnee immer noch den Bau und kann bei der Aus- und Einfahrt geschossen oder auch gefangen werden. Sn Preußen allerdings hat seine Schonzeit schon begonnen. Reuschnee wird man vornehmlich zu Bestätigen oder Ausgehen von Kleinraubwild wie Marder, Sltis, Wiesel benutzen. Gerade diesen kleinen- Räubern mühte viel mehr Beachtung geschenkt werden, wenn die Riederjagden hochkommen sollen. Denn wir müssen uns darüber klar sein, daß die Bestände und Strecken der Vorkriegszeit noch längste nicht erreicht sind. Kurzhalten des Raubzeuges, wozu sich der Sanuar sehr gut eignet, Darbietung ausreichenden Futters, wenn die natürliche Aesung nicht zugänglich ist, Schutzeinrichtungen gegen Wetter und natürliche Feinde, dazu noch Glück mit dem Sah- oder Brutwetter sind die Vorbedingungen für einen Aufstieg, vor allem aber auch das Uebriglassen eines genügenden Bestandes und nicht Vertrauen auf die hegerische Ade« des Rachbarn! Eicheln, Mais, Rüben, Haser, Hinterkorn, Spreu, Heublumen u. ä. ist alles billig oder kostenlos zu haben, geeignete Fütterungen sind ebenso herzustellen, und der wirkliche Weidmann findet auch die Zeit dazu, auch wenn eS einmal nichts zu schießen gibt. Der Sanuar hat für manchen Heger und Pfleger seines Wildes noch einen unangenehmen Beigeschmack. Viele Sagden laufen gerade in diesem Sahre ab und kommen zur Reuverpachtung. Gar mancher brave alte Sägersmann hat sich der Rot der Zeit schon beugen müssen und die Flinte an die Wand gehängt. Ebenso wird sich mancher den Gedanken einer Pachtung aus dem Kopfe schlagen müssen, so schwer es auch fällt. Wildpreise, die z. T. unter Vorkriegspreisen liegen, 20 Prozent Sagdstempel, unsinnige Hundesteuern, unerträgliche Sagdpahgebüh- ren, die zu einer starken Mindereinnahme in der Staatskasse führen, dazu die allgemeine Geldknappheit sind alles ungünstige Vorbedingungen für die kommende Pacht Periode. Wenn Verpächter und Pächter sich seither verstanden, so dürste eine Verständigung im Snteresse beider Teile liegen. Es steht zu befürchten, daß das Angebot da ist, aber die Nachfrage fehlt, und daß ferner Reviere in Hände geraten, in denen sie nicht so behandelt werden, wie der Verpächter es von diesem Teil seines Vermögens verlangen darf. Die Sagd und ihre verschiedenen Sndustrie- zweige usw. sind ein wesentlicher Bestandteil unserer verarmten Volkswirtschaft. Viele, denen dos Weidwerk ans Herz gewachsen ist, sehen schwarz in seine Zukunft. Hubertus. und der Münchener Kombination Schwend- bauer/Aichinger. Gute Leistungen bekam man auch bei den Sunio- ren zu sehen. Hier gab es bei den Herren einen Sieg des Berliners Lasser mit der Platzziffer 5 und 130 Punkten, während sich bei den Damen Frl. Sb sch er (München) mit der Platzziffer 5 und mit 89,6 Punkten erwies. Bayerische Eisschnellauf-Meisterschasi. Die bayerischen Etsschnellauf-Meisterfchaften auf dem Staffelsee bei Murnau kamen bei starkem Regen zum Austrag. Sieger wurde der Titelvertei» diger Willy S a n b t n e r (EV. München), der mit 163,34 Punkten den ersten Platz vor seinem Vereinskameraden Donaubaucr mit 166,07 Punkten. Auf den nächsten Plätzen folgten Steiner (München) und : eier (Murnau) mit je 178,74 und Strohhammer (München) mit 196,26 Punkten. Um den Schönborn-Pokal. Zum fünftenmal kam am Sonntag dos Skispringen in Bayrisch-Zell um den Graf-Schönbarn.Pokal zum Austrag. Bei ausgezeichneten Schneeverhältnissen siegte in der Hauptklasse der Deutsche Meister Gustl Müllermit der Note 217,1 und zwei schönen Sprüngen von 35 und 40 Meter. Auf Grund dieses neuerlichen Erfolges fiel dem Deutschen Meister dieser Wanderpreis endgülti" zu. Kurze Sporinotizen. München kam im Fußball-Städtespiel gegen Berlin in der Reichshauptstadt vor 25 000 Zuschauern zu einem wohlverdienten 4:2- (3:1-) Sieg. , Köln — Budapest, der im Kölner Stadion vor 12 000 Besuchern ausgetragene Fußball- Städtekampf endete mit einem nur knappen 3:2- (0:2-)Erfolg der Magyaren. Bei den Endspielen um die süddeutsche Fußballmeisterschaft gab es am 3. Januar nur zwei Spiele in der Abteilung Südost, die Treffen der Abteilung Nordwest fielen dem schlechten Wetter zum Opfer. In der Abteilung Südost schlug die SpVg. Fürth den VfB. Stuttgart 3:0 (2:0), der 1. FC. Nürnberg siegte in Rastatt 5:0 (1:0). * Deutschlands Eishockey-Mannschaft fährt nicht zu den Olympischen Spielen nach Lake Placid, da die finanzielle Frage nicht befriedigend gelöst werden konnte und da auch selbst mit einem sportlichen Achtungserfolg kaum zu rechnen war. * Die Kämpfe um d i e bayerische Eis- hockey-Meisterschaft mußten am Sonntag abgebrochen werden, da der Regen die Eisfläche des Rießersees unter Wasser gesetzt hatte. * Die Olympischen Winterspiele 1936 werden in Garmisch-Partenkirchen abgehalten. Oberbeffen. «Landkreis Gießen. 's T r e i s a. d. L d a., 2. San. Der hiesige Turnverein „Gut Heil" veranstaltete in Wills Saal einen Unterhaltungsabend. Der Vorsitzende, Lehrer Walter, hielt eine ernste Begrüßungsansprache. Sm Mittelpunkt des Abends stand ein Theaterstück, das von den Mitgliedern vorzüglich zur Aufführung gelangte. Turnerische Vorführungen, die von der zielbewußten Arbeit des Vereins Zeugnis ablegten, unterhielten die Gäste und fanden starken Beifall. Die Kapelle Decker füllte die Pausen mit guter Musik. Kreis Büdingen. A Bleichenbach, 4. Jan. Von heute ab gehen 12 Bauern von hier, die meist eigenes Pferdefuhrwerk haben, in den Büdinger fürstlichen Wald zum Holzfällen. Als Bezahlung erhalten dis Leute ein gewünschtes Quantum an Brennholz, so daß sie sich für mehrere Jahre mit Brennstoff eindecken können. Buchenscheitholz 1. Klasse wird ihnen beispielsweise mit 6 RM. pro Raummeter abgegeben. Kreis Schotten. -^-Ober-Schmitten, 2. San. Um den schönen Brauch des Reujahrsingens, der seit fünf Sahren in unserer Gemeinde nicht mehr durchgeführt wurde, wieder aufleben zu lassen, hatte es der Männergesangvereinübernommen, das neue Sahr anzusingen. An den verschiedensten Stellen des Dorfes wurde in der Silvesternacht je ein Choral und ein geistliches Lied vorgetragen. Der Ansager brachte den Reujahrswunsch in überlieferter Form zum Ausdruck. Die Bewohnerschaft nahm diese Neuerung um so dankbarer auf, weil wegen des Fehlens einer Kirche kein Glockengeläute den Eintritt des neuen Sahres feiern kann. Nur die beiden F a 6 r i k- firenen lassen um 24 Uhr auf längere Zeit ihre Stimme erschallen. Kreis Alsfeld. >*• Alsfeld, 2. Jan. Am Neujahrstage fand, wie alljährlich, im großen Saale des „Deutschen Hauses" ein M i 1 i t ä r k o n z e r t der Gießener Reichswehrkapelle unter Leitung von Obermusikmeister Krauß e statt. Das Orchester leistete wieder Hervorragendes und sand, wie stets, stürmischen Beifall des dankbaren Publikums, so daß Zugaben nicht ausbleiben konnten. Das Programm brachte eine geschickte Auswahl bewährter Kompositionen alter und neuer Meister. Das Konzert, das der Verein ehemaliger 116er Alsfeld und Umgegend veranstaltet hatte, war stark besucht. Der Reinertrag des Abends ist zur Unterstützung notleidender Kameraden des Vereins bestimmt. Starkenburg. Darmstadt, 3. Jan. (WSN.) Der 40 Jahrs alte Verwaltungsinspektor beim Oberversicherungs- amt Fr. Schalles ist nach Unterschlagung von mindestens 10000 Mark flüchtig gegangen. Der ungetreue Beamte hat seine Unterschlagungen durch Bücherfälschungen verdeckt. Die Revision der Bücher ist im Gange. Wohin sich Schalles gewandt hat, kannte noch nicht ermittelt werden. -d-L- derben ÄH« &s« ZÄL nriS^ ^'ung .Ebingen geJ ,'noch gg *ctJmt> die Tot, Z; vor allem ab« Jfiptai Test^ le Negerische Äde, M?- Hinterkorn. , S billig S .» sind J dMche Deid« ,^u, auch Dem eg m Heger und Pste» nen unangenehmen laufen gerade tn n zur Neuderpach« e Ngerrmann hat deugen müssen und Mgt. tzbenso wird wer Pachtung au« so schwer es auch ■ unter Vorkrieos« 2agdsteinpel, unsin« le geraten, in denen , wie der Verpächter sermögenS verlangen schiedenen Industrie« icher Bestandteil un« Haft. Viele, denen ictvachsen ist, sehen Hubertus en. etzen. .n. Der hiesige Turn« iltete in Dills Saal Kr Vorsitzende, Lch- ernste Vegrühungs- >eS Abends stand em Wiedern vorzüglich rnerische Vorluhrun« । Arbeit des Vereins n die Gäste und sandle Decker Mlte lgen. , Ton heute ab gehcll meist eigenes naer fürstlichen Wald Zahlung erhalten die M pr° lammtet ittrn. ®&rs »•Sils® sg-s des Fehl^ B ie beiden d it iuf längere Oeu .? » le unf‘Ls Or-tM --«’ wiim ’’ Sk-- "rlusvahl öTJon, - ÄWI® * liger11 e t bejuchl- - *UnW8 bürg' 6 E ft Wirffchast Gießener Winternothilse 1931/32 44 Banfnolen. W Srrlin, 2 Januar Geld Lombardzinsfuh 8 o. h. läMat und lagen unverändert. Interesse bestand noch Frachtparität Frankfurt a. M für Charlottenburger Wasser, da diese Gesellschaft I 2,70 Mark. - Tendenz: steNg. Kaffee Hag wieder 10% billiger! Helft den Notleidenden! Zede Gabe ist willkommen! a) 46 bi« 48, b) 46 bi« 48. c) 45 bis 48. d) bi- 48, e) 40 bis 45, f und g nicht notiert. (Sachspenden an das Stadt. Wohlfahrtsamt Gartensiraße 2, Zimmer 9, erbeten; auf Wunsch erfolgt Abholung. Telephon 2655. Geldspenden nehmen auch die Äanken und Sparkassen entgegen? ferner sind Einzahlungen auf das Winternothilfe'Konto Nr. 3372 bei der Äezirkssparlasse Gießen möglich. geräumt. Nach ruhigem Geschäft wurde die Beschickung de« Echweinemarktes mit 4550 (6409) Stück ausverkauft. Mehr Interesse machte sich für fette Schweine bemerkbar, während geringere kaum abzusetzen waren. Da« Preisniveau zeigte eine Erhöhung um 1 bi« 2 Mark. Es notierten pro Zentner Lebendgewicht in Mark: Ochsen al) 30 bis 34. a2) 26 bis 29, bl) 22 bis 25. Bullen a) 26 bis 30. b) 20 bi« 25. Kühe a) 24 bis 27, b) 20 bis 23. c) 14 bis 19. Färsen a) 30 bis 34, b) 26 bis 29. c) 22 bis 25. Kälber b) 40 bis 45. c) 34 bis 39. d) 27 bis 33. Schafe al) 22 bi« 27, b) 17 bis 21. Schweine Kirche und Schule. KreiS Schotten. wg. Gedern, 2. Ian. Im Jahre 1931 fanden in der hiesigen evangelischen Kirchengemeinde statt: 38 Taufen (20 Knaben, 18 Mädchen), 11 Trauungen und 11 Beerdigungen. Konfirmiert wurden 17 Kinder (7 Knaben, 10 Mädchen). Die Zahl sämtlicher Gottesdiensts betrug 105. die von 15 415 Erwachsenen (7150 Männern. 8265 Frauen) und 8250 Kindern (3925 Knaben. 4325 Mädchen) besucht wurden. An den 13 Abendmahlsfeiern im öffentlichen Gottesdienst und an den 8 Hausabendmahlen nahmen insgesamt 1041 Gemeindeglieder (486 Männer, 555 Frauen) teil. bekanntlich Desiauer Gasaktien im Portefeuille Hal. Am Anlagemarkt bestand für Pfandbriefe einige Nachfrage, man nannte etwa 0,5 v. f). höhere Kurse. Auch Farbenbonds und Reichsbahnvorzugsaktien waren etwas gebessert. Im Vordergründe des Interesses iland aber auch heute an diesem Markte die Altbesitzanleihe. die gegen Samstag etwa 2 v. H. gewann. Devisenmarkt Berlin — Arankfnrl a. HL illmertlaatiche Roten..... . 8elgi|d>e Roten......... Däniicke Roten Tngltlcke Roten......... nranjöHlthe Roten........ Holländische Roten Italieniiche Roten Norwegische Noien Teut • Zum Schipkapaß ; 034: Auto- Gelegenheitskäufe! 4 20 PS Ovel-Kabriolett neuwertig. 21A 4 20 PS offener Viersitzer generalüberholt, preiswert Opel, Clieüen Frankfurter Str.52. |Verschiedenes| Wirtschaft u. Metzgerei in guter Geschäftsage sof. zu verv acht. Näheres A. Becker, 6»d Kevlerstraße 9. Ladeneinrichtung f. Kolonialwaren in gut.Zustand z.kauf. ges. Schrift!.Ang. u. 66D an d. Gß. Anz. Wer nimmt älteren Schüler in Kostu.Logis? Schriftl.Angeb.unt. 035 an d. Äst. Anz. Deutscher Kurzhaar-Hßllliger auf den Namen Nurmi hörend, in der Neujahrsnacht entlaufen Geg.Belohn.abzug. C.Rinn & Cloos A.-G. Heuchelheim. 7qD Vereine T.V.1846 Montag 4. 1. 193.2 finden die Turn-, Fecht- u. Uebungs- stund. wieder regelmäßig statt. 62D Dienstag 5.1.1932 abds.ll^UbrTurnh. Bortirrnersitmng. Oberturnwart. Damen-Verein.1877/78 Donnerstag,7.Jan. abends 8 Uhr an Weihnachtsfeier in der Stadt Mainz. Daselbst sind bis spätestens Mittwoch d.Verlosungsgi;gen- stände abzugeben. Der Vorstand. Stadttheater Gießen. 82d Dienstag, 5. Jan. 20 bis 22.30 Uhr 13. Vorst. Dienst.» Abonnem.Gew.Pr. Lumpacivagabnndns Zauberposse m. Gesang in 3 Aufz.von Job. Nestroy. Mus. von Ad. Müller. Unser Inventur-Aus verkauf beginnt am 8 Uhr Schuhqes. m. b. H. und nicht, wie es irrtümlich in der heutigen Beilage helfet, am 4. Januar Seltersweg 87 GIESSEN Seltersweg 87