LS b » I H p « 'S n i 3? c - er B P L °L Df 5 = W* i»3 : p ;L 7 sk 2-1 a" -? ?n Gienen. Erlchetn» täglich,autzer Sonniags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Gietzener Familienblätter Heimat m Bild Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RT1 1.95 Ohne Illustrierte . 1 80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt liernforechanfchlüfle unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Sietzen. pofischecklonto: ftranlfurt am Blain 11686. tion wird schaffen tonnen. Der „Draht zu den Nationalsozialisten" ist also damit noch nicht abgerissen. Nichtsdestoweniger muh man nach allen Stimmen aus dem nationalsozialistischen Lager zu urteilen damit rechnen, dah die Nationalsozialisten von dem Standpunkt ihrer grundsätzlichen Opposition auch gegen ein Kabinett Schleicher keineswegs ckbgehen werden. Sollte der Reichstag Notverordnungen aufheben, so steht schon jetzt fest, dah dies mit der Auflösung des Reichstages und mit der gesetzlichen Ausschreibung von Neuwahlen beantwortet werden würde. Hierüber, tote auch über Berlin, 2. Dez. (TU.) Wie die Telegraphen- Union erfährt, wird die Ernennung des Kabinetts Schleicher bereits am Samstag erfolgen, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob eine Einigung über ein einheitliches Wirtschaftsprogramm bereits erzielt Bernhard Otte, Borsitzender des Gesamtverbandes der Christlichen Gewerkschaften, der das Reichsarbeitsministerium übernehmen soll. die Möglichkeit eines Mißtrauensvotums im Reichstage wird das Kabinett selbst noch seine Beschlüsse fassen. Die Absicht zu einer Fühlungnahme mit Göring läht bereits den Charakter der neuen Regierung deutlich erkennen: Es handelt sich nicht um ein Kampf-, sondern um ein Ve r - ständigungskabinett. Dasür spricht auch die Tatsache, dah die D e r f a s s u n g s Probleme und die übrigen innerpolitischen Streitfragen möglichst in den Hintergrund rücken und den großen wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben der Dorrang gegeben werden soll. wurde bann von knebel in Frage kommen. Für den Posten des Reichsarbeitsmini sle- r i u m s wird Bernhard Otte genannt. Als Reichskornmifsar für d i e Arbeitsbeschaffung kommt Landrat (Betete in Frage. Das Kabinett Schleicher würde sich demnach wie folgt zusammenfetzen, wobei nachstehende Namen als sicher gelten dürfen: Kanzler, Reichswehrminister und Reichskom- miffar für Preußen: von Schleicher; Aeuheres: Freiherr von Neurath; Inneres: Stellvertretender Reichskornmiffor für Preußen und Reichskommiffat für das preußische Innenministerium: Dr. Bracht; Finanzen: Graf Schwerin-Krosigk; Iustiz: (Büttner; Verkehr und Post: Elz von Rüben ach, Reichsminister ohne Portefeuille und Reichs- fommiffar für die preußischen Finanzen: popih. Fraglich find noch folgende Besetzungen: Wirtschaft: Prof, warmbotd; Ernährung: v. Braun oder o. Knebel; Arbeit: Otte. Die Ernennung des Landrats a. D. Dr. G e t e t e zum Reichskommiffat für Arbeitsbeschaffung gilt gleichfalls als ziemlich sicher. Oie Betrauung Schleichers. Schnette Fertigstellung der Kabmettsliste.-Verhandlungen über ein einheitliches Wirtschasts Programm. — Verständigung mit dem Reichstag. — Nie Preußenfrage. Heute die Ernennung des Kabinetts wahrscheinlich Nur die Besetzung der Wirtschastsministerien stehen aus. Nach dem Frontkämpfer Heinrich Brüning, defsen Treuverhältnis zu dem greisen Marschall an der Spitze des Reiches von dem hohen Ethos des altpreußischen Offiziers bestimmt wurde, nach Franz von P a p e n , dem forschen Kavalleristen und Generalstäbler, dessen Mut, persönliche Unerschrockenheit und schnelle Entschlußkraft in Hindenburgs aller Soldatenbrust vertraute Sacken Mitschwingen ließen, betritt nun mit Kurt v. Schleicher, Hindenburgs Regimentskameraden vom 3. Garde-Regiment zu Fuß. seinem Mitarbeiter im Großen Hauptquartier und späteren politischen Berater ein General als Kanzler die poli- tische' Arena Erst der zweite General in der langen Reihe der Nachfolger Bismarcks, gewiß ein schlagender Beweis gegen die von der feindlichen Lügenpropaganda immer wiederholte Behauptung von den politischen Aspirationen des preußischen Militarismus. Der erste war Gras Caprivi, den 18W der junge Kaiser vor die undankbare Aufgabe gestellt hatte,' die Nachfolge des Reichsgründers zu übernehmen. Der „Mann ohne Ar und Halm" zog sich damals mit feiner Politik der Handelsverträge, die der deutschen Industrie den Weltmarkt öffnen sollten, die unversöhnliche Feindschaft der Konservativen und der Landwirtschaft zu. Werden sich hier einmal Parallelen zwischen Caprivi und Schleicher ziehen lassen? Der neue Kanzler ist zwar gegen den Verdacht gefeit, ähnlichen wirtschaftspolitischen Tendenzen zu huldigen wie sein Dorganger der POer Jahre. Es sind vielmehr gerade extreme Autar- kisten und Planwirtschaftler, die durch den „Tat - Kreis über gewisse Beziehungen zum Reichswehrministerium verfügen sollen und Morgenluft witterten sobald der Name Schleicher im Vordergrund der politischen Erörterungen austauchte. — Aber die Neigung zu staatssozialistischen Gedankengangen, die man Herrn von Schleicher nachsagt, wurde natürlich, wenn sie sein Regierungsprogramm bestun- schnell vergessen zu werden und alles bleibt beim alten. Man sollte also das eine tun und dos andere nicht lassen. Das schließt natürlich die selbstverständliche Anerkennung nicht aus, daß die Arbeitsbeschaffung das A und O der künftigen Rc- gierungspolitik sein muß, wie sie ja auch schon der Kern des Papenschen Wirtschaftsprogramms war. Es ist anzunehmen, daß Schleicher zum Zwecke der beschleunigten und umfaffenberen Beschaffung von Arbeit die Pläne in Erwägung ziehen wird, die von nationalsozialistischer Seite, von den Landgemeinden (Landrat Gereke) und den Gewerkschaften vorliegen und durch Inangriffnahme großer öffentlicher ' gemeinnütziger Arbeiten zusätzliche Arbcck schaffen wollen, die gleichzeitig die unter der Last der Fürsorge für ihre Wohlfahrtserwerbslosen zusammenbrechenden Kommunen wieder auf eine gesunde finanzielle Basis stellen könnte. Hier tauchen natürlich sofort die großen Schwierigkeiten der F i - nanzierung auf, die sehr reiflich erwogen werden muß, um jede Gefahr für unsere Währung auszuschließen. Erwähnen mir noch, daß auch das l)tiße Eisen unserer Handelspolitik mit entschlossener Hand angepackt werden muß, um die gegenwärtige Verwirrung zu beseitigen, die das Ausland verärgert, ohne der deutschen Landwirtschaft wirklich die durchgreifende Hilfe zu bringen, die sie braucht — so mag man schon aus diesem summarischen Ueberblick erkennen, vor welche Riesenaufgabe das Vertrauen des Reichspräsidenten die neuen Männer gestellt hat, wie notwendig aber auch strengste Selbstzucht der Parteien und willige Mitarbeit aller ehrlich für Volk und Nation sich verantwortlich fühlenden Kreise eingedenk des Wortes, daß wir alle in einem soot fitzen, dem neuen Steuermann zur Hand gehen müssen, wenn er das Vertrauen Hindenburgs rechtfertigen soll. wend beeinflussen würde, die Deutschnationalen und die ihnen nahestehenden Kreise der Industrie und Landwirtschaft bald in scharfe Oppositioy zu dem neuen Kabinett bringen. Solange jedoch über die Besetzung der drei Wirtschaftsministerien (Wirtschaft, Arbeit und Ernährung) nichts authentisches bekannt ist, wäre es verfrüht, von einem maßgebenden Einfluß stacckssozialiftisch eingestellter Kreise auf den wirtschaftspolitischen Kurs des neuen Kabinetts zu sprechen. Gewiß befinden sich heute schon wichtige Schlüsselstellungen der Wirtschaft von den Saufen bis zu Eisen und Kohle unter staatlicher Kontrolle, aber von der anderen Seite her schränken Handels-, Finanz- und Sozialpolitik die Aktionsfähigkeit der freien Wirtschaft so erheb- lich ein, daß man nach den Erfahrungen des letzten Jahrzehnts nur davor warnen kann, durch Experimente, deren Folgen unabießbar sind, die Initiative des privaten Unternehmers gänzlich lahmzulegen und das in einer Zeit, die erst spärliche Hoffnungen auf eine Konjunkturwende eröffnet. Wo weit solche Befürchtungen, wie sie in Krepen der Wirtschaft gehegt werden, begründet sind, wird sich zeigen, sobald erst das Regierungsprogramm vorliegt. Nur soviel ist bekannt, daß der designierte Kanzler die wirtschasts- und sozialpolitischen Fragen, also in erster Linie das Problem der Arbeitsbeschaffung, für vordringlich halt und dahinter die von Papen und Gayl angefaßten Fragen der Verfassungs- und Verwaltungsreform aus taktischen Gründen zuruck- treten lassen möchte. Das hat natürlich feine großen Bedenken, denn solche gegen viele Widerstände, überkommene Gewohnheiten und partikulare Interessen durchzukämpfenden Reformen sind in Deut'ch- lcmd — man denke an das Stein-Hardenbergsche Reformlverk — immer nur möglich gewesen, wenn die bittere Not wie Feuer auf den Nägeln brannte, in besseren Zeiten pflegen alle guten Vorsätze stets Landrat a. D. Gereke, Vorsitzender des Deutschen Landgemeindetages, der als Reichskommissar für Arbeitsbeschaffung genannt wird. / ist ober nicht. Don der Einigung übet das D3irf- fchaflsprogtamm wird die Besetzung des wirtfchafts- und des Ernährungsministeriums, sowie des Reichs- arbeilsminiffetiums abhängen. Das neuernannte Reichskabinell wird gleich nach feiner Ernennung am Samstag eine kabineitsfihung abhal - ten, in der Reichsaußenminisier Frhr. v. N e u r a t h Bericht über Genf erstatten wird. Neurath reist Sonntag abend nach Genf. An der kabinetts- fihung wird, wie verlautet, auch Reichsbank- präfident Luther teilnehmen, der am Samstag nach Berlin zurückkehrt. Zwischen den bisherigen Reidjsminiftern von Braun (Ernährung) und Warmbotd (Wirtschaft) haben Derhandlungen über ein einheitliches Wirtschaftsprogramm ffatlgefunben. Sollten diese Derhandlungen, wie man zuverlässig hofft, zum Fiele führen, so würden diese beiden THinifter auch dem neuen Kabinett Schleicher angehören, andernfalls würden sie höchstwahrscheinlich beide ausscheiden. Für das Ernährungsministerium B e r li n , 2. Dez. (CNB.) Die Beauftragung des Generals v. Schleicher mit der Neubildung des Reichskabinetts hat in politischen Kreisen das Ge- ühl einer starken Entspannung ausgelöst. General v. Schleicher hat nun die Besprechungen über die Neubildung des Kabinetts begonnen. Mittags stand schon fest, welche Mitglieder des alten Kabinetts auch in der neuen Regierung wiederkehren werden. Darüber hinaus handelt es sich bei den Besprechungen des Herrn o. Schleicher nun um drei Fragenkomplexe: Das ist erstens die Basis einer einhe itlidjen Wirtschaftspolitik und die entsprechende Gestaltung bei der Besetzung der drei wirtschaftlichen Ministerien. Es steht offensichtlich im Zusammen- Hong mit diesem Problem, wenn Schleicher die Führer der christlichen und der freien Gewerkschaften, Bernhard Otte und Th. Leipart und H a - b ermann vom DHB. empfangen hat. Auf der gleichen Linie liegen Besprechungen mit Dr. Warmböld und F r e i h e r r n v. Braun. In der Presse sind bisher die Namen des Präsidenten der Pommerschen Landwirtschaftskammer v. F l e m - m i n g und des Präsidenten der Landwirtschaftlichen'Hauptgenossenschast von Pommern v. Knebel-Döberitz genannt worden. Es scheint aber, daß Herr v. Flemming mit Rücksicht aus eine Entschließung, die eine ihm nahestehende landwirtschaftliche Organisation gefaßt hat, bereits zu erkennen gegeben hat, daß er die Leitung des Reichsernährungsministeriums nicht übernehmen rönne. In diesen Dingen ist vorläufig noch alles offen. Im übrigen sott die Besetzung der drei wirtschaftlichen Ministerien ja auch unter maßgebender Beteiligung des Reichsbankpräsidenten Dr. Luther behandelt werden Zweitens muß die zukunftcge Behandlung der Preußenfrage geklärt werden. Hier sind die hauptsächlichen Schwierigkeiten. General von Schleicher ist keineswegs für die Wiederherstellung des Dualismus Reich-Preußen. Auf der anderen Seite spielen hier aber die Möglichkeiten einer Verständigung mit den Nationalsozialisten hinein. Unter diesen Umständen rechnet man eigentlich nicht mehr damit. daß etwa der neue Reichsinnenminister Dr. Brächt gleichzeitig preußischer Ministerpräsident werden könnte. Vielmehr hat inan den Eindruck, daß in absehbarer Zeit eine der größten Partei des Preußischen Landtages angehörende Persönlichkeit zum preußischen Mini st erpräsidentenge» wählt werden wird. Es besteht also von Preußen aus schon ein gewisser Zusammenhang mit der dritten Aufgabe in den Verhandlungen des Generals von Schleicher, und zwar mit denen, die einen Konflikt mit dem Reichstag zu vermeiden suchen. In gut unterrichteten Kreisen nimmt man an, daß das Kabinett mit dem Reichstag eine Verabredung dahingehend wird treffen können, daß sich bet Reichstag vertagt, um dem Kabinett Zeit für die weitere Ausgestaltung seines Arbeitsprogramms zu lassen. Man hat durchaus die Hoffnung, daß eine solche Vereinbarung gelingen wird. Entscheidend hierfür wird eine Aussprache zwischen dem Reichskanzler von Schleicher und dein Reichstagspräsidenten G ö- r i n g sein, die gleichzeitig Klarheit über die Haltung der nationalsozialistischen Reichstagsfrak- Unter neuer Führung. Obwohl nach dem Scheitern der Verhandlungen mit Hitler und dem kurzen Zwischenspiel des Zen- trumsführers Kaas nur noch die eine Möglichkeit I eines erneuten Präsidialkabinetts blieb und für dessen Bildung von vornherein nur zwei Kandidaten ernstlich in Frage kamen, hat es doch fast eine volle Woche gedauert, bis der Reichspräsident den Entschluß faßte, sich von seinem bisherigen Reichskanzler von Papen zu trennen und den Reichs- < wehrministcr General von Schleicher mit der Kabinettsbildung zu beauftragen Es war für das Staatsoberhaupt zweifellos ein schwerer Entschluß, < der in seiner Bedeutung weck über einen beliebigen Kanzlerwechsel hinausgeht. Denn mit Schleicher i wird, da der neue Kanzler das Amt des Reichs- wehrminifters beibehält, auch die letzte und stärkste Reserve des autoritären Staates in der vordersten Linie des politischen Kampfes eingesetzt. Daß der Reichspräsident sich nur nach reiflicher Ueberlegung und sorgfältiger Prüfung aller anderen Möglichkeiten zu diesem hohen Einsatz verstanden hat, ist selbstverständlich, wenn auch ebenso selbstverständlich und gar nicht früh genug festgestellt werden muß, daß die Betrauung Schleichers nun nicht etwa bedeuten soll, daß nach dem Versagen der parlamentarischen Instanzen nun der Mann des Schwertes berufen wurde, um mit aller Rücksichtslosigkeit den Konflikt zwischen Parlament und Staatsführung durchzukämpfen und die Widerstände der Parteien mit Ge walt zu brechen. Nein, die Wahl fiel gerade deshalb auf Schleicher, und zwar nicht so sehr auf ben General, als vielmehr auf den routinierten Politiker, weil man sich von dessen ausgezeichneten persönlichen Verbindungen nach allen Seiten hin von vornherein eine freundlichere, nicht ausschließlich auf schärfsten Kampf eingestellte Atmosphäre zwischen Parlament und Staatsführung verspricht, die es der Regierung erlaubt, alle Kräfte der sachlichen Arbeit zu widmen, und der Wirtschaft endlich die Gewißheit gibt, während des vor uns liegenden harten Winters ohne die bislang gewohnten ständigen Stw rangen von der Politik her zu bleiben Wie weit sich diese an die persönlichen Eigenschaften des in kritischer Stunde und unter erschwerenden Umständen zum Kanzleramt berufenen Generals geknüpften Hoffnungen werden erfüllen können, muß die Zukunft lehren Schleicher selber ist sich ]a zweifellos der Schwere seiner Ausgabe bewußt. Er hat sich ausgiebig Zeck genommen, um das Vorfeld nach allen Seiten zu fonbieren, ehe er dem Ruf des Reichspräsidenten gefolgt ist. Dabei sind ihm feine oft gerühmten Be- ziebungen zu allep nur denkbaren Kräften des politischen'und wirtschaftlichen Lebens sehr von Nutzen gewesen. Er ist mit Persönlichkeiten ins Gespräch gekommen, die sich feinem bisherigen Kabinettskollegen vermutlich versagt hätten Wie weit nun allerdings Schleicher irgendwelche b i nd e n d e n politischen Zusicherungen hat erreichen können als Voraussetzung für ein friedlicheres Verhältnis zwischen Reichstag und Regierung, das steht vorerst auf einem anderen Blatt. Es scheint z. B. nicht jo, als ob die Nationalsozialisten Herrn von Schleicher auch nur im geringsten darüber im Zwei- jei gelassen hätten, daß an eine Unterstützung ober auch nur Tolerierung seines Kabinetts von ihrer Seite nicht gedacht wird, wenn auch die guten persönlichen Beziehungen des Generals^ zu otraßer und anderen nationalsozialistischen Führern vielleicht nicht die gleich scharfe Tonart aufkommen lassen dürften, der sich Herr von Papen ausgeietzt sah. Die Sozialdemokraten hoben einem neuen Kabinett unter Führung Schleichers bereits schärfsten Kampf anaekündigt. obwohl dieser auch mit ihrem Fraktionsfuhrer Dr. Brecksche.d eine Unterredung hatte. Die D e u t s ch n a k i o n a l e n hatten eine Rückkehr Papens gewiß lieber gelebc» als die Betrauung Schleichers, dessen Wirtschafts- und sozialpolitische Auffassungen bei ihnen Mißtrauen ge weckt haben. Sie werden also wohl dem neuen Reichskanzler nicht so unbedingt zur Verfügung stehen, wie sie bisher das Popensche Wirttchatts- programm unterstützt haben. Demnach bleiben als zuverlässige Verbündete nur b i e beidenkatho- lischen Parteien und die kleineren Gruppen der M i tte und gemäßigten Rechten. Soll der Rechenschieber als Gradmesser der poli- tisch-parlamentarischen Kräfte dienen, würde man atto für ein Kabinett Schleicher zu keinem erheblich besseren Ergebnis kommen als für das bisherige Kabinett Papen. Aber Schleicher vertraut darauf daß der Ton die Musik mache. Vielleicht Hat er nicht vergeblich seine alten guten Beziehungen zur vielberedeten „dritten Front" ins Feld geführt und hofft nun dank dieser ja durch alle politi'chen Parteien Taufenden gewerkschaftlichen Ouerverbin- dungen bei entsprechender Ausgestaltung keines Re- gierüngsProgramms namentlich in wirtschasts- und sozialpolckiicher Hinsicht die im Parlament gegen fein Kabinett bestehenden Widerstände so erheblich ab- schwächm zu können, daß der Reichstag sich in seiner Mehrheit durch einen Vertagungsbeschluß ober sonstwie bereit finden wird, das neue Kabinett meniaftens den Winter hindurch ruh;g arbeiten zu lassen Schon die nächsten Wochen werden lehren, wie ro-'it diese Hoffnungen berechtigt sind. Da wohl alle Parteien angesichts der leeren Kassen einen neuen Wahlkamvs — das Unglücklichste, was wir uns für diesen Winter denken können — zunächst scheuen werden und sich die Nattonalsozialisten, die den rücksichtslosen Kampf gegen den Bolschewismus auf ihre Fahne geschrieben haben, kaum *em Vorwurf werden aussetzen wollen, in einer Reihe mit den Kommunisten ein nationales Kabinett unter Führung Schleichers gestürzt zu haben, ist es immerhin denkbar, daß die lleberlegungen zutreffen werden ' die von einem Kabinett Schleicher eine Milderung der Gegensätze und die Möglichkeit unge- ftörter sachlicher Arbeit erhoffen. Oie NSDAP. lehnt jede Tolerierung ab. Weimar, 2. Dez. (TU.) Wie die Telegraphen- Urrton von Mtändiger Seile der Reichspresseslelle der NSDAP, auf Anfrage erfahrt, lehnt die NSDAP, jegliche Tolerierung eines Kabinetts Schleichers klar und u n • zweideutig ab. Die NSDAP, beziehe sich dabei auf ihren klar umrifsenen Vorschlag zur Lösung der Regierungskrise, den Hitler dem Reichspräsidenten unterbreitet habe und der den einzig möglichen Weg dar- stelle, eine Regierung der nationalen Konzentration durch den Doikswillen zu untermauern. Die Nationalsozialistische Korrespondenz schreibt u. a.: Nach achttägiger Ratlosigkeit und Verwirrung der Oeffentl'ichkeit hat man in der Wilhelmstraße heute den Neichswehrminister, General von Schleicher, mit der Kabinettsbildung beauftragt. Obwohl die NSDAP, ihre Haltung zu einem Kabinett Schleicher in den letzten Tagen wiederholt zum Ausdruck gebracht und die Tolerierung eines solchen Kabinetts durch die nationalsozialistische Bewegung als nicht gegenüber dem Volke vertretbar erklärt hat, nähren gewisse, an einem solchen Kabinett interessierte Kresse und Zirkel immer noch die Hoffnung, das; die NSDAP, nun in irgendeiner Form eine Unterstützung geben würde. Um von vornherein alle Unklarheiten aiis- Auräumen, wiederholen wir heute: Die NSDAP, lehnt jede Tolerierung eines Kabinetts Schleicher als mit dem Willen des Volkes nicht vereinbar klar und unzweideutig a b. 3u dieser Ablehnung hielt sie sich nicht nur berechtigt, sondern dem Volk gegenüber verpflichtet, daS weitere Experimente angesichts der ungeheuren Not nicht mehr erträgt, sondern endlich einen grundlegenden Wandel der Dinge will, der mit Erfolg nur unter national* sozialistischer Führung in Angriff gen* nommen werden kann. Die NSDAP., die als größte nationale Volksbewegung der deutschen De* schichte heute allein ein Drittel des ganzen deutschen Nolles vertritt, ist nicht nur jederzeit bereit, die Verantwortung zu Übernehmen, sondern wird ihrerseits nichts unversucht lassen, damit die verantwortliche Staatssührung, die sie zur ^Rettung deS Volkes unumgänglich braucht, i n ihre Hand gelegt wird. Daher wird und must die NSDAP, jedes Kabinett bekämpfen, das dieser einzig möglichen ®nt* Wicklung au geordneten und gesunden Verhältnissen in Deutschland den Weg versperrt. Oer Gewerkschafisring zur Regierungsbildung. Berlin, 2. Dez. (TU.) Der Vorstand des Freiheitlich-nationalen Gewerkschaftsringes deutscher Arbeiter-, Angestellten- und Veamlenverbände erwartet, dem Gewerkschaftlichen Pressedienst zufolge, von der neuen Reich Z reg ierung eine schöpferische WirtschaftS - und Sozialpolitik, die an den Lebensbedürfnissen des ganzen Volkes orientiert sein must. Mit der Notverordnungs- Praxis der letzten Zeit, die einseitig und unerträglich die Arbeitnehmerfchaft belaste, müsse radikal gebrochen werden. Der GewerlschaftSring fordere ein positives Regierung-Programm für W i r t s ch a f t s a u f b a u und Sozialreform. Notwendig sei u. a.: Verstärkung der Arbeitsbeschaffung: Die Sleuergutschetne wirkten über die Privatwirtschaft hinweg nur langsam und bisher mrzulänglich im Sinne einer Entlastung des Arbeitsmarltes. Das durch NtchtauSnuhung der Stenergulfcheine für Mehreinstellungen freigewordene Kontingent müsse die finanzielle Grundlage eines erweiterten öffentlichen Tlrbeitsbeschaffung-Pro- g r a m m s bilden. Für die großzügige Bauer n s i e d l u n g müsse der Arbeitsmarkt entlastet Von der Schönheit des Waides. (Sin Bilder-Buch für Naturfreunde. Wenn wir im Folgenden ein Buch* empfehlen, welches von den vielfältige und lel&er oft übersehenen Schönheiten des deutschen Waldes handelt, so ist es vielleicht gestattet, zuvor auf zwei allgemeinere Erscheinungen unserer kulturellen Entwicklung hinzuweifen, die sich in jüngster Zeit, wie mit zahlreichen Beispielen verschiedener Art leicht zu belegen wäre, sehr deutlich herausgebildet haben. Das ist einmal die Entfaltung eines neuen Natur- gesühls — von anderer Art freilich als jene im 13. Jahrhundert berühmt gewordene Gcistesströ- niung, die mit dem Namen Jean Jacques Rousseau für alle Zeilen verbunden ist —, eines Nalurge- sühls, das der gesunden Reaktion -des modernen Menschen gegen die zunehmende Mechanisierung seines Daseins und die bedrückende Einengung seines alltäglichen Lebens In den steinernen Städten entsprang. Der Schrei „Zurück zur Natur!", ob- wohl von anderer Herkunft und anders moduliert als der Weckruf des Genfer Philosophen, ertönt heute mit gleicher Eindringlichkeit, von vielen verstanden und begeistert ausgenommen, auf den ucr- fchiedensten Gebieten unseres modernen Lebens: in der Siedlungvbewcgung, in den Jugendbünden, im Sport, in der Ernährung, in der Erziehung und and) in der Kunst Zum andern ist in diesem Zusammenhang an die in unserer Gegenwart neu gewonnene Freude am Sehen und Schauen, am guten, lebendigen und natürlichen Bild zu erinnern. Die Entwicklung, technische Verfeinerung und Popularisierung der modernen Optik, der Liebhaber-Photogi'«pbie, der B'td- reproduktlon in Zeitungen und Zeitschriften die immer mehr zunehmende Illustrierung von Buchtexten, die Oualitätssteigerung und riesige Verbreitung des Films kommen dem Bildhung-er breiter Volksschichten verständnisvoll entgegen. Aus diesen beiden Quellen speist sich die in den letzten Jahren bemerkenswert anwnchsende Produktion von Natur-Bilderbüchern im weitesten Sinne. Es wurden 1)1 er Gebiete erschlossen, die zuvor, von wenigen rühmlidxen Ausnahmen abgesehen, ziemlich brach gelegen hatten. Aber man sah vielfach In der ersten Entdeckerfreude sozusagen den Waid vor Bäumen nicht, man schweifte (an sich verdienstlich und mit entschiede iw in Erfolg) in die Ferne, man * „Waldwebc n". Die Lebensgemeinschaft des deutsd)en Waldes in Bildern. Don K. Gerhard und G. Wolstf. 150 eigene Naturaufnahmen aus dem lier und Pflanze web en des heimatlichen Waldes. In Ganzleinen gebunden 4,80 Mark. Hugo Bermühler Verlag, Berlin-Lichterfelde. — (477.) — und «in« gesunde Neuaufteilung und Bewirtschaftung des deutschen Bodens angestrebt werden. Aufhebung der Lohnkürzungsverordnung vom 5. September: Die völlige Unabdingbarkeit der Tarife müsse wieder hcrgestellt wer- den. Beseitigung der sozialpolitischen Generalvollmacht in der Notverordnung vom 4. September: Jeder Versuch, durch bureau» kratisch-djltatorische Mastnahmen da« in jahrzehntelanger Ausbauarbeit geschaffen« Sozialgebäude au-zuhöhlen, müsse aufgegeben werden. Verbesserung der Sozialleistungen: Die Notverordnung vom 14. Juni habe die Arbeitslosenunterstützung und die Sozialrenten über jedes tragbare Mast hinaus beschnitten. Durchgreifende Verbesserungen seien angesichts de« bevorstehenden dritten Krisenwinters unbedingt nötig. Endgültige Aufgabe der handelspolitischen Abriegelung-Politik. Hugenberg beim Reichspräsidenten. Berlin, 2. Dez. (W2B.) Reichspräsident von Hindenburg empfing heute nachmittag den Führer der DNVP. Dr. Hugenberg zu einer Besprechung über die politische Lage. Oie Finanzlage der ASOAP. München, 2. Dez. (TU.) Entgegen Meldungen über die. angeblich außerordentlich schwierige Finanzlage der NSDAP, stellt die NSK. in einer von dem Reichsschatzmeister Schwarz und dem Leiter der Rechtsabteilung Dr. Frank II. unterzeichneten Erklärung fest, alle diese durchsichtj. gen Behauptungen über die finanziellen Schwierigkeiten der NSDAP, seien weiter nichts als tendenziöse Entstellungen zu dem Zweck, das Ansehen der nationalsozialistischen Organisationen zu beeinträchtigen. Alle diese Meldungen seien völlig aus der Luft gegriffen. Die Finanzlage der NSDAP, sei nach wie vor g e» sund und nicht zu erschüttern. Knmkmchs erneutes Stundungsgesuch. Wiederum Hinweis auf die Gefährdung des Abkommens von Lausanne. Paris, 2. Dez. (WTB.) Das Außenministerium gibt den Wortlaut der Note bekannt, die die fran- zosische Regierung gestern an die Reg>ierung der Vereinigten Staaten gerichtet hat. In ihr heißt es u. a.: Die französische Negierung halte eine Neuregelung der Schuldenfrage für so «dringend, daß man es nicht begreifen würde, wenn die Ausführung eines nicht mehr den Verhältnissen entsprechenden Abkommens stattfinden müßte, obgleich eine Revision grundsätzlich zugelassen sei. Auf Ersuchen des deutschen Reichs- Präsidenten habe Präsident Hopver im Mai 19.31 vorgeschlagen. während eines Jahres sämtliche Schulden einschließlich der Reparationen auszusetzen. Damit habe die amerikanische Bundesregierung fest- gestellt, daß sie an ein Schuldenmoratorium nur unter derBedi n gu n g denke, wenn eine entsprechende einjährige Vertagung aller zwischen den Negierungen schwebenden Schuldverpflichtungen stattfinde. Diese Initiative habe, was von der französischen Regierung betont worden fei, allen vestehenden Abkommen Abbruch getan und namentlich das Funktionieren des $ o u n g - planes ausgesetzt. Es iväre äußerlt ernst, wenn die in Lausanne so mühevoll erzielte Regeluna jetzt wiederin Fragegestellt würde. Die Wirtslhastsdeoression, die zum Vorschlag des Präsidenten der Vereinigten Staaten geführt habe, habe sich feit dem Frühjahr 1931 verschärft. Diese Depression könne nur noch größer werden, wenn die Zahlung der zwischen den Regierungen schwebenden Schulden wieder aufgenommen werden sollte, bevor eine allaemeine Regelung Platz greife. Trotz eines Budgetfehlbetrages von fast 500 Millionen Dollar, dessen Ausgleich bereits dringende Maßnahmen erfordert habe und weiter erfordern werde, habe Frankreich freiwillig •auf einen jährlichen Betrag von annähernd 85 Mil- lionen Dollar durchschnittlich im Interesse des Wiederaufbaues der Weltwirtschaft verzichtet. , Der Goldzufluß, den Frankreich in den letzten Jahren erlebte, sei in keiner Weise Brstand- teil der französischen Finanzen, sondern für Frankreich nichts als em Pfand für alle französischen ober ausländischen Depots in Frankreich. Die normale und wünschenswerte Goldverteilung könnte nur das Ergebnis einer allgemeinen Wiederbelebung des Vertrauens und der daraus entstehenden Bedürfnisse sein. Die leichte Besserung, die nach dem Lau- fanner Vertrag eingetreten sei. werde nicht an- dauern können, wenn die demnächst fälligen Schuldenzahlungen eingefordert werden würden. Die französische Negierung glaube nicht, das amerifa- nische Volk könne ein Interesse an der Ausführung einer Verpflichtung haben, deren strikte Anwendung noch mehr Chaos und Elend in der Welt an richten würde. Serriot willzum Soungplan zurück Druck auf Macdonald in Genf. Paris, 2. Dez. (TU.) herriol, der sich am Freitagabend nach Genf begab, hat vor seiner Abreise den deutschen Botschafter fi ö ff e r und den englischen Botschafter Lord Tyrrell am Quai d'Orsay empfangen, heriot wird am Samstag m i t Macdonald und Norman Davis die Lage besprechen, die au» einer erneuten Ablehnung öe» französischen und englischen Gesuche» um Zahlungsaufschub für die Schuldenrate an Amerika hervorgehen könnte, hcrriot werde in Genf Macdonald persönlich die Notwendigkeit barlegen, in die sich Frankreich im Falle einer ablehnenden Haltung der vereinigten Staaten verseht sehen würde, den Zoungplan wieder in Kraft zu sehen. Dieser Meinungsaustausch zwischen den Ministerpräsidenten beider Länder ist nach Auffassung französischer Kreise um so erforderlicher, al» Macdonald sofort nach seiner Ankunft in Genf der Auffassung Ausdruck gegeben Hal, daß eine Wiederinkraftsetzung des Poungplans ihm unmöglich erscheine. Aus aller Welt. Großfeuer in Lübeck. Der Holzschuppen des Hobelwerkes Krickhuhn am Klughafen In Lübeck, der mit riesigen Holzvorräten angefüllt war, wurde burd) ein Großseuer völlig vernichtet. Die Lübecker Feuerwehr, die mit sämtlichen Löschzügen angerückt war, muhte sich darauf beschränken, bas Ueberspringen des Feuers auf die daneben liegenden Holz, und Sägewerke zu vorhin- dem. Nach mehreren Stunden war es den Wehren gelungen, das Feuer einzudämmen und ein lieber- greifen auf die in der Nähe liegenden Gebäude und Holz- und Kohlenlager zu verhindenr. Ob Personen bei dem Brande zu Schaden gefommen sind, steht noch nicht fest. Die Saale-Talsperre — die größte Talsperre Deutschland». 3n Anwesenheit von Preußischen, sächsischen und thüringischen Behörden Vertretern wurde die riesige Talsperre tm Reustischrn Oberland bei Schleiz in Thüringen eingewetht. Die Sperre ist in siebenjähriger Bauzeit entstanden und stellt mH ihren zahlreill-en Nebrnanlagen di« g r ö st te Talsperre Deutschlands dar. Sie staut Saalewasser zum Zwecke der Kraftstromerzeugung und zum Hochwassexschuh. Gleichzeitig ist sie in Verbindung mit der geplanten Sperre bei Hohen* warte ein Sammelbecken für die Wasserversorgung des Mittellandkanals. Der Staus« hat eine Länge von 23 und eine Breite von 2 Kilometer. Die Sperrmauer ist 65 Meter hoch Etwa 700 Menschen und 20 industrielle llnternehmungen muhten u m g e s i e d« l t werden. Ein Kraftwerk mit zwei Turbinensätzen, verbunden mit einem Umspannwerk, liefert Strom für das Thüringen- Sachsen-, später auch für das Preußen-Netz. Zwei Arbeiter durch einstürzende Lrdwand gelötet Durch eine stürzende Erdwand wurden zwei Mitglieder des Freiwilligen Arbeit s d i e n st e s, die beim Straßenbau im Oberamt Balingen beschäftigt waren, verschüttet und getötet. Die beiden jungen Leute arbeiteten in einem Tunnel, durch den die Erdmassen aus Rollwagen auf einen anzulegenden Damm befördert wurden. Plötzlich brach eine Wand in sich zusammen und beide wurden unter den nachstürzenden Erdmassen begraben. Anfall der Filmschauspielerin Käthe von Nagy. Die bekannte Filmschauspielerin Käthe v. Nagy erlitt in Köln einen eigenartigen Unfall. Sie feuerte den Startschuß zum Kölner Sechstagerennen ab. Dabei hielt sie unvorsichtigerweise den Arm über die Pistolenmündung, fo daß sie nicht unerheblich verletzt wurde. Im Krankenhaus wurde ein Hautübertragung oorgenommen; die Filmdiva muß einige Tage in Behandlung bleiben. Anfall beim Filmen in Döberih. Auf dem Truppenübungsplatz Döberitz wo unter Leitung des bekannten Filmregisseurs Froelich ein Film „Choral von Leuthen' gedreht wird, hat sich ein Unfall ereignet, bei dem ein Soldat, und Zwar ein Infanterist, und vier Zivilisten, die als Filmkomparsen mitwirkten, verletzt wurden. Die Verletzungen sind durchweg leichterer Art. Für diese Filmaufnahmen war von den zuständigen Militär- behörden dis Mitwirkung von Reichsmehrsoldaten in bejrfjränftem Umfange zugestanden worden. Soweit bisher festtteht, ist der Unfall während einer Reiterattacke geschehen, wobei einige Pferde scheu geworden sind. Bevorstehender Schnellverkehr Berlin—Hamburg. Bei Friedrichshafen wurde dieser Tage Mitg'ie- dern des Oberschwäbischen Jndustrieverbandes Gelegenheit gegeben, unter der Führung von Dr. Maybach den Schnelltriebwagen der Reichsbahn und den Maybach-Stromlinienwagen zu besichtigen. Bei dieser Gelegenheit wurde bekannt, daß voraussichtlich im letzten Drittel des Monats Dezember die Ablieferung des Schnelltriebwagons an die Reichsbahn erfolgen soll. Es ist also damit zu rechnen, dag der Triebwagen mit Beginn des nächsten Jahres in D i e n st g e st e l l t und auf der Strecke Hambur g—B e rli n in den fahrplanmäßigen Verkehr übernommen wird. Die etwa 300 Kilometer lange Strecke wird in ungefähr 2 bis 21 Stunden bewältigt werden. Zum UeberfaU auf das Postamt in Grodek. 3n Lemberg wurde der dritte Teilnehmer an dem UeberfaU auf das Postamt tn Grodek verhaftet. Sämtliche drei verhafteten Täter wurden von den Beamten des Postamtes als Beteiligte an dem UeberfaU wiedererkannt. Auf Grund der Untersuchung wurde festgestellt, daß der Plan des Ueberfalls in dem Badeort Gruskawiec entstanden war. Die von der Polizei dort vorg.nommenen Untersuchungen bei einer Reihe von Ukrainern ergaben zahlreiche Bew:.se und führten >ur Verhaftung eines führenden Mitgliedes der geheimen ukrainischen Militärkommission. Der Äame des Verhafteten wird von den Behörden vorläufig geheim gehalten. 3n seinem Besitz wurde eine Reihe von belastenden Schriftstücken sowie mehrere Pistolen gefunden. Unter den Tätern befanden sich zwei ukrainische Studenten des Lemberger Polytechnikums. Hexenverbrennung in Columbien. In Bogota, der Hauptstadt von Columbien, wurden eine der Hex« re i verdächtige Frau und ihre Tochter von Unbekannten verbrannt. Zehn Personen wurden verhaftet. rüftet-c Expeditionen aus zu Wasser, zu Lande und In der Lust: man überflog, umkreiste und durchstreifte den Erdball, drang in di« wildesten Ur- mölder und die ödesten Steppen, in die Polarmeere und Bergeinsamkeiten ... auf der Jagd nach Natur-Urkuirden, nach Menschen, Tieren, Pslanzen und ferner Landschaft: man erweiterte das Welt- Bild im ursprünglichsten Sinne, mit den sachlichsten und schönsten Photographien. Aber man ist verhältnismäßig spät dahtntergekommen, daß es in nächster Nähe, in unferm engsten Umkreis, noch Dinge zu entdecken göb§, um die es sich lohnte, weil man sie bisher nicht gesehen oder ganz vergessen hatte über den bunten Wundern aus allen Teilen der Weltkugel. Was hier nachzuholen und ans Licht zu fördern ist, davon gibt das Buch Zeugnis, das wir heute empfehlen: ein photographierter Bericht vom deutschen Vlald, Bilderbuch mit begleitendem Text. Der Text ist knapp: er dient nur zur Einführung in Sinn und Wefen des Werkes und zur naturkundlichen Erläuterung der Aufnahmen, die so vorzüglich reproduziert sind, daß sich der Kommentar äußerster Kürze befleißigen darf. Den beiden Verfassern, Gerhard und Wolff, kam es — im Gegensatz zu den Autoren anderer, ähnlicher Werk« — darauf an, den deutschen Wald, in seiner Lebensfülle und seiner Lebensgemeinschaft, als biologische Einheit bildhaft zu erfassen und dem Betrachter vor Augen zu führen. Wer nun diese wunderschönen Photos beschaut, der wird nicht nur an der ausdauernden Liebe, an der Geduld, nm unverdrossenen Fleiß und der spürsinnigen Geschicklichkeit der Verfasser sein« Freude haben; sondern er wird auch staunen über die Fülle der Gesichte, di« ein scheinbar so simpler und angeblich so vertrauter Begriff — „deutscher Wald" — dem aufmerksam und fach- kundig Beobachtenden, Lauschenden und Sammeln- den zu erschließen vermag. Wer hat zum Beispiel ein« Krähenkolonie, eine brütende Fasanenhenne, einen Kuckuck im Wiesen- piever-Nest, das Gelege eines Teichhuhns, das Rehkitz im Lager, den Widderbock und den Puppen- räuber bei der Art'eit schon so aus nächster Nähe, in bildhafter Klarheit und Plastik betrachtet? Wer vertiefte sich in da» Filigranwerk eines tausunkeln- den Kreuzipinnengewebes, in das exotisch an- mutende Gebilde des Aronstabes; wer rennt den Frauenschuh und das Knabenkraut? Der trete vor. Wem ist das Wespennest, in das man nicht stechen soll, Hand auf» Herz, mehr als ein blasser und un- ansck-aulicher Begriff? Man ((hinge dos Buch auf und blättere darin mit Andacht: man findet hier den ganzen Wald mit all feinen ®e|d) ipfen — vom Maikäfer bis zur Wildsau, von der Ligusterraupe bis zum Rotwildrudel, vom Farnkraut bis zu den Birken im Hochmoor. Und die Betrachtung der prachtvollen Bilder wird vielfältige Anregung geben, wird Lust machen zu eigenen Entdeckungsfahrten, Freude wecken an der heimlichen Schönheit des Waldes und feiner lebendigen Kreatur. Also wendet sich dieses Werk nicht allein an den Jäger, an den Forstmann, den Zoologen und den Botaniker, sondern an jeden unter uns, dem „Natur" nicht bloß «in abstrakter und langweiliger Begriff ist. Zu einem Weihnachtsgeschenk von bleibendem Wert — zumal für die Jugend — empfiehlt sich das Buch auch durch den verlockend niedrigen Preis und die solide, geschmackvolle Ausstattung recht angelegentlich. —y— Oer pedantische Feldherr. Eine höchst merkwürdige Persönlichkeit war der '.Buren general Louis Botha. Sein zweideutiges Bild ersteht in den Erinnerungen, die Dr. Theodor Seitz, ehedem Gouverneur von Deutsch-Südwcstafrika, im Dezernberhcft von Beilagen & Klasings Monatsheften veröffentlicht. Seitz schildert eine Unterredung mit Botha nm 20. Mai 1915; sie fand statt, um Gerüchten über die Kriegsmüdigkeit des Generals auf den Grund zu gehen, und verlief ergebnislos. Der Kampf der Weißen untereinander wurde nicht beendigt. Seitz brach di« Verhandlungen ab, da die von Botha geforderte Uebergabe des Schutzgebiets unmöglich war. „Damit war", |o schreibt Seitz, „unser Schicksal entschieden. Ganz abgesehen von unserer zahlenmäßigen Schwäche, war dir Schutztruppe bei dem l>erabgekommenen Zustande unserer Pferde und dem Mangel an Motorfahrzeugen zu einer Anarlsfsbewegung gar nicht mehr imstande. General Botha war in der glücklichen Lage, mit einem Vorstoß ohne jede Gefahr warten zu können, und er' hat damit folange gewartet, bis wir aus Dtangel an Lebensrnitteln zu- fammenbrechen mußten. Dem Charakter Bothas lag kühnes Draufgängertum ganz fern. Dieser pedantischen Eigenschaft des Generals hoben wir es sicherlich im wesentlichen zu verdanken, wenn wir am 9. Juli 1915 zu dem verhältnismäßig günst gen Uebergabevertrag von Korab kamen, obgleich wir, von allen Seiten eingeschlossen, zu einem Angriff überhaupt nicht mehr imstande und mit unfern Lebensmitteln zu Ende waren. Botl^r hatte fein Ziel erreicht, er wurde von Buren und noch mehr von Engländern als der große Held gepriefen, der die gefürchteten Deutfch.'n besiegt hatte. Daß, wie später im südafrikanischen Parlament feftgrfteUi wurde, 70 000 Mann mobil gemacht werden mußten, um die au» 1800 aktiven Reitern und 2500 Reservisten und Landwehrleuten bestehende deutsche Truppe zu besiegen, wurde verschwiegen. Vier Jahre daraus, im August 1919, starb General Botha, nachdem er von Versailles das Mandat über Südwcstasvtka zurückgeb rächt hatte, im Alter von 57 Jahren als unbestrittener Führer des Burenvolkes auf der Höhe feiner Erfolge." Japans neue Geishas. Groß-Tokio, das nach der Eingemeindung der umliegenden Orte mit [einen fünf Millionen Einwohnern die drittgrößte Stadt der Welt geworden ist, hat sich in feinem Mittelpunkt nach der großen Erdbeben-Katastrophe grundlegend verändert. Die Ginza, die Hauptstraße, die noch vor wenigen Iah- ren ein winkliger Weg mit kleinen unscheinbaren Läden war, ist jetzt eine der imponierendsten Verkehrsadern der Welt, mit mächtigen, modernen Bauten aus Ziegeln und Beton, deren sachliche Architektur in einem malerischen Gegensatz steht zu den bunten Fahnen, merkwürdigen elektrischen Reklamen und zwerghasten Bäumen, die sie schmücken. In dem Gewirr von Straßenbahnwagen, Omnibussen und Autos drängt sich die Masse der Fußgänger, die Männer fast sämtlich europäisch gekleidet mit weichen Kragen, Filzhüten und braunen Schuhen. Dazwischen.flappern noch die hohen Stelzenschuhe der Japanerinnen, und ihre bunten Kimonos bringen eine merkwürdige Buntheit in das Bild, in dem sie vor einigen Jahren noch vorherrschten. Im strahlenden Glanz des Neon-Lichts, das das letzte Spielzeug Japans darstellt, lärmen laufende von Lautsprechern, und in die Ankündigungen der Ansager mischen sich die Deklamationen der Ausrufer vor den Cufös, die mit ihrer Stimme und mit Trompetenklängen Besucher an- locken. In einem solchen Lokal bat der englische Berichterstatter Sir Percival Phillips die neue Geisha entdeckt. Die berühmte, so oft verherrlichte Sch.ine der Teehäuser verschwindet immer mehr, und un ihre Stelle treten junge Damen, die den Gästen der Casss die Zeit vertreiben. Sie sitzen an einer Seitenwand des phantastisch ausgestatteten Raumes; jede trägt ihren Namen auf einem «ei- benftreifen, der vorn an ihrem Kimono gesteckt ift Treten neue Gälte ein, so werden die Mädchen, die gerade dran sind, beim Namen aufgerufen und nehmen nach tiefer Verbeugung an dem Tisch Platz, an dem sie aus kleinen Tassen warmen Sake schlürfen. Sie haben die Aufgabe, die Gäste gut zu unterhalten, und tun dies mit anmutigem Geplauder in der zurückhaltendsten Form, denn auf Anstand und gute Sitte wird streng geachtet, und jeder unpassende Vorfall kann dazu führen, dem Besitzer die Erlaubnis zu entziehen. Man bringt in Japan den „Mogas", wie die „modernen Girls" genannt werden, das größte Mißtrauen entgegen, kann aber nicht verhindern, daß die Geisha in veränderten Formen sortbesteht. In den Tanzlokalen Tokios dient die Geisha als Partnerin, und ein Tanz mit ihr kostet 15 Pfennig. (R e 11 o -■ der Techni unb seine- Instituts und Geschichten aus aller Welt Aus -er Provinzialhauptstadt war. auf 22 3al zahlen. BornoNzcn. ab, auf der, wie man uns mitteilt, 22 Dullen des hessischen Fleckviehs und 18 Iber der anerkannten Schweinerassen -um Verlauf tommen. Die zur Versteigerung gelangenden Dullen wurden bereits vorbesichtigt und bei der Auswahl nur diejenigen &ilt Versteigerung zugelassen, von denen man auf Grund ihrer äußeren Form und ihrer Abstammung erwarten kann, daß sie brauchbare Zuchttiere werden. Mit wenigen Ausnahmen haben die Dullen bereits daS körfähige Alter, so daß sie sofort zur Zucht Verwendung finden Erweiterte Gültigkeit der Eisenbahn-Schülermonatskarten. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Der Spielplan der kom- menden Woche sieht u. a. zwei Erstaufführungen vor. Als Fremdenvorstellung gelangt „Der Raub der ©abienerinnen“ von Schönthan (Regie: Karl Ä »Raubmord an dem ArankfurterGeldbneflräger Das Geständnis des Mörders. Die Reichsbahn hat vom 1. Dezember d. 3. ab die Altersgrenze für die Inanspruchnahme von Schülermonats- und Schülerrückfahrkarten, die für Lehrlinge und einzelne andere Gruppen von (Benutzern bisher auf 20 3ahre festgesetzt - hre ausgedehnt. Schülermonats- die Hälfte billiger als gewvhn- können. Dei der Hälfte der Dullen ist die Milchleistung der Mutter nad)getoiefen. Die zur Versteigerung kommenden Cbcr entstammen ausnahmslos aus anerkannten LeistungZzuchten der Provinz. Der Versteigerung geht eine Prämiierung und Körung der Dullen voraus, die um 10 Uhr ihren Anfang nimmt. Die Versteigerung selbst beginnt um 10.30 Uhr mit dem Verkauf der Eber. Sie findet in der Eostschen Hofreite. Rodheimer Straße 50, statt. (Siehe heutige Anzeige.) es Wohl genug zum anschaffen, aber mit einem Weihnachtsgeschenk will man erfreuen, es soll etwas Desonderes sein. 3n der Suche nach diesem Desonderen, das den echten 3ubel auslöst, zergen sich aber die englischen Wanner gewöhnlich recht ungeschickt. Florence A. Kilvatrick plaudert in einem Londoner (Blatt amüsant über diese meist so vergeblichen Anstrengungen des männlichen Geschlechtes: „Selbst in den Dazaren des Orients, unter der erstaunlichen Fülle bunter und schöner Sachen habe ich über ba$ Ungeschick geseufzt, mit dem Männer die Geschenke ausgesucht ßc'jen, mit denen sie ihr „Frauenvolk" beglücken wollten. Sind sie dann glücklich an Dord oder ins Hotel zurückgekehrt, dann zeigen sie stolz ihre Einkäufe, befranste Abendschals mit aufdringlichen Stickereien, die zu Hause ganz unmodern sind und für die sie in der Heimat nur einen (Bruchteil dessen anzulegen brauchten, was sie hier ausgegeben haben, Halsbänder und Armbänder in einem Stil, der vielleicht vor einem Jahrzehnt modern war. „Orientalische" Ketten, die aus Manchester stammen usw. 3n der Heimat ist die Gefahr, so hereinzufallen, natürlich geringer, aber auch da leistet der Wann alles Erdenkliche an Ungeschick. Erst kürzlich stand ich am Ladentisch neben einem jungen Mann, der der Verkäuferin sagte: „3ch möchte gern ein Geschenk für eine junge Dame. Können Sie mir nicht so etwas geben, was die Mädchen am liebsten haben?" Cs waren Tausende von Dingen in den Lagern dieses Hauses, die jedes Mädchenherz hätten höher schlagen lassen, wundervolle Handschuhe, elegante Flaschen mit den besten Parfüms, seidene Strümpfe — welche Frau hat jemals zuviel Strümpfe? Die können wir immer gebrauchen. Aber als ich fortging, befand sich der 3üngling im schwierigen Zweifel, ob er zwischen einem schön gearbeiteten Kästchen oder einer eleganten, aber unpraktischen Manikür-Ausstattung wählen sollte. 3ch stellte mir im Geist das Mädchen vor, die dieses Geschenk empfängt, mit gezwungenem Lächeln, aber im Herzen voller Wut, und diese unnötigen Dinge am liebsten in die Ecke feuern würde, besonders wenn sie denkt, wieviele Sachen sie so notwendig braucht. Der ohnmächtige Feuerschlucker. I. - P a r i s. Auf einem Rummelplatz im französischen Städtchen Lille hat sich folgendes zugetragen: Ein Feuersresser fraß gerade, zum Staunen breitester Devölkerungsschichten, Feuer. Mit einemmal, mitten in seiner flammensprühenden Produktion, verfärbte er sich, wurde grünlichgelb im Gesicht, und stürzte zu Doben, daß die Funken stoben. Er war ohnmächtig geworden. Als sich ein Arzt um ihn bemühte, stellte f-i) heraus, weshalb dem armen Wann so gräßlich übel geworden war. Er hatte sich nicht etwa die Zunge verbrannt. Er hatte bloß im dramatischsten Augenblick sein falsches Gebiß verschluckt, das ihm leiber in die unrechte Kehle geraten war, so daß er gegen einen unbändigen Hustenreiz anzukämpfen hatte. Aber es ist nun einmal so, daß man beim Feuerschlucken weder husten, _ niesen, noch sich schneuzen darf, da man hinlänglich anderweitig beschäftigt ist. Tie Anstrengung, diesen Hustenreiz zu überwinden, hatte dem Armen so furchtbar zugesetzt, daß er vor Erschöpfung ohnmächtig zu Doden sank. Die Moral dieser schrecklichen Geschichte ist die: — wer Feuer frißt, der soll zuerst seine Zähne im Wasserglas deponieren: denn — zum Teufel! — man braucht das Feuer, das man schluckt, doch nicht auch noch zu kauen! Uebertrieuene Zärtlichkeit. (R.) Kairo. Die (Blätter melden aus Alexandrien, daß in Tanta, im Rildelta, ein Mann an einem (Biß gestorben sei. Zwar hat ihn keine gi'tige Otter, fein Skorpion, noch sonst ein giftiges Wesen gebissen, sondern „nur“ seine Frau, und zwar .aus übertriebener Zärtlichkeit" I Der Tiß war aber so stark, daß der Mann ins Krankenhaus gebracht werden mußte, wo bald darauf starb. Die Frau aber wurde dcm Strafgericht überlie'ert. Wie man weiter erfährt, yaoen die Richter beantragt, daß zunächst einmal ein Zahnarzt sich der Frau nähert und ihr die Zähne zieht — damit sie vor ihr sicher sind! Wo wird sich aber ein Zahnarzt finden, der so viel Mut aufbringt? WSR. Offenbach a. M., l.Dez. Zu dem Festakt anläßlich des 1 00 j ä h r i g en De ste. hens der Technischen Lehranstalten Offenbach — den wir gestern bereits meldeten. D. Red. — waren u. a. erschienen Staatspräsident Dr. Adelung, die Spitzen des Kultusministeriums und der Offenbarer Dehörben. sowie zahlreiche Persönlichkeiten der hessischen Kunst und Wissenschaft. Der Festakt wurde umrahmt durch Vorträge eines Damen-Streichquartetts. Oberbürgermeister Granzin (Offenbach) begrüßte die Festgäste und überbrachte im (Hamen der Stadt Offenbach und des hessischen Kultusministeriums herzliche Glückwünsche. Hierauf sprach Staatspräsident Dr. A d e l u n g, übet dessen Rede wir schon berichteten. Professor Dr. Eberhardt, der Leiter des Instituts, gab dann einen gesch ich tlichen Rückblick. 3n seinen Ausführungen unterstrich er den hohen Wert der Offenbacher Technischen Lehranstalten in dem Augenblick, wo die Wirtschaft einen neuen Aufstieg beginne, und wies auf d.e Gefahr eines Rachwutzsmangels an Qualitäts- ar bei fern hin, denn die Zahl der Desucher des Instituts habe sich seit 1928 von 300 auf 19 verringert. Gerade heute habe die Lehranstalt besondere (Bedeutung, denn auf dem Auslandsmarkt könne Deutschland heute nur durch Qualitätsarbeit konkurrieren. karten sind um bie Hälfte billiger als gewöhnliche Monatskarten und gewähren schon bei werktäglich nur einmaliger (Benutzung zur Hin- und Rücksahrt eine Ermäßigung von 78 bis 89 v. H der regelrechten Einzelfahrpreise. Sie werden z.D. ausgegeben an Schüler, ordentlich Studierende von Hochschulen und an solche Personen, die auf Grund eines schristlichen Lehrvertrags in (Be- rufsausbildung stehen (Lehrlinge). Die für Lehrlinge und einzelne andere Gruppen bisher fest- g setzte Altersgrenze von 20 Jahren ist nunmehr um zwei Jahre ausgedehnt worden, weil heute vielfach bei der Annahme von Lehrlingen die Reifeprüfung einer höheren Schule verlangt wird und infolgedessen bis zum 20. Lebensjahre die Lehrzeit nicht beendet Werden kann. Für mehrere Schulkinder der gleichen Familie wird noch eine Sondervergünstigung inso ern gewährt, als von dem zweiten und jeoem weiteren Kinde derselben Familie nur der halbe Preis einer Schülermonatskarte zu entrichten ist. Diese Kinder zahlen somit nur 6 bis 11 v.H. bet regelrechten Einzelpreise. Schülerrückfahrkarten find im Preis um 50 v. H. niedriger als die entsprechenden regelrechten Fahrkartenpreise. Sie haben eine Gültigkeit von vier Tagen zur Fahrt zwischen dem Schulort oder dem Wohnort der Schuler ober ihrer Eltern. Sie sollen also solchen Schulern unb ©tubierenben, bie auswärts bie Schule oder die Hochschule besuchen, bie Verbindung mit dem Elternhaus erleichtern. WSN. F r a n k s u r t a. M., 2. Dez. Der 19jährige Willi Knirsch, der Mörder des Geldbrieftragcrs Hofmann, ist in der Nacht von der Kriminalpolizei eingehend vernommen worden und hat dabei ein offenes Geständnis abgelegt. Danach hat er in Wiesbaden, wo er in Stellung gewesen war, die Pistole gestohlen, hat dort einen Arbeitskollegen mit der Wa^fe bedroht und auch beschoßen und mußte deshalb seine dortige Stellung aufgeben. (5r kehrte dann nach Frankfurt zurück, wo er sich wegen dieses Vorfalls zweimal in der Woche auf der Polizei melden mußte, so auch am Mordtage. Nach seiner Angabe hat er den Word schon lange geplant, wobei ihm der seinerzeitige Uebersall auf einen Geldbriefträger in Köln vorschwebte. Als der Geld briefträger die Rente für seine Großmutter aus gezahlt hatte und wieder weggegangen war, schickte er seine Großmutter in den dritten Stock und rief den Geldbriefträger zurück mit dem Vorgeben, die Großmutter habe ihm noch etwas zu sagen. Als der Geldbriefträger kurz darauf wieder die Wohnung betrat, schoß er sofort den Beamten nieder. In diesem Augenblick kam die Großmutter wieder zurück. Er kümmerte sich jedoch nicht um das Klopfen der alten Frau, sondern schleifte die Leiche des Briefträgers in ein Nebenzimmer, wusch die Blutspuren weg und reinigte sich selbst von diesen, verbrannte die Belege, nachdem er das Geld an sich genommen hatte, und warf die Patronenhüste noch in den Aschenkasten. Darauf zog er sich in aller Ruhe an und ließ dann die Großmutter herein. Die alte Frau schrie laut auf, als sie sah, was der Enkel getan, jedoch hiell Knirsch ihr den Mund zu und würgte sie, worauf bie Frau in Ohnmacht fiel. Knirsch sprang dann aus dem Fenster des Schlafzimmers in den Garten und flüchtete. Auf dem Küchenschrank ließ Knirsch einen Zettel für seine Mutter zurück, auf dem folgendes stand: „Liebe Mutter, verzeihe meine Sunde und lebe wohl! Es grüßt Dich Dein Willi." Nachdem Knirsch aus dem Hause geflüchtet war, kaufte er sich in Frankfurt noch einen Mantel und fuhr nach Mainz, wo er zunächst ein Kino besuchte. Nachdem er bann noch einige Kleinigkeiten in Main§ eingekauft hatte, darunter eine Armbanduhr, fuhr er nach Wiesbaden zu seinem Freund. Dort wurde er verhaftet. Bei feiner Festnahme hatte er noch 2300 Mark in Papier und 264 Mark in Silber bei sich. Außerdem fand man bei ihm noch die geladene Pistole. Oer Lokaltermin. Heute nachmittag wurde die Mordtat an dem Geldbriesträger Hofmann im Mordhause rekon- (Bold) zum letztenmal zur Ausführung: ermäßigte Preise. Spieldauer von 18.30 b:6 21 älhr. — Für die Dienstag-Abonnenten (10. Vorstellung im Abonnement) findet am 6. Dezember die Erstaufführung von Henry (Bernsteins Schauspiel „Der Dieb" unter Karl Hey fers Spielleitung statt. Gewöhnliche Preise. 20 bis 22 Uhr. — Zum letztenmal wird Djörnsons zweiaktiges Schau- spiel „Lieber unsere Kraft" als 9. Vorstellung der Mittwoch-Abonnenten am 7. Dezember in Szene gehen. Spielleitung: Wolfgang Kühne. Gewöhilliche Preise. Spieldauer von 20 biS 22 älhr. — Zum erstenmal kommt Sigmund Graffs und Karl Ernst Hintzes Frontstück „Die endlose Straße" am Freitag, 9. Dezember, zur Aufführung. Die beiben Autoren haben hier in den Feldszenen das Fronistück des deutschen Soldaten geschaffen. Spielleitung: der Intendant. Gewöhnlich« Preise. 10. Vorstellung im Freitag- Abonnement. Spieldauer von 20 bis 23 älhr. ♦ *• (Baumfällen unb Fernsprechanlagen. Vom Postamt wirb uns geschrieben: 3n der Zeit des (Baumfällens werden an den Straßen unb in den Ortschaften die Reichs-Tele- grapE^n- unb Fernsprechleitungen durch Umstürze nbe Bäume ober durch herabfallende Aeste häufig beschädigt, weil die Personen, denen das Daumfällen obliegt, in der Regel die zur Sicherung der Teiegraphenanlagen gegen (Beschädigungen erforderlichen Vorkehrungen überhaupt nicht, oder in ungenügendem Matze treffen und es unterlassen, von den bevorstehenden Arbeiten der nächsten Postanstalt rechtzeitig Mitteilung zu machen. Da auch fahrlässige (Befähigungen der Telegraphenanlagen im § 318 des Reichs- Strafgrsetzbuches mit Strafe bedroht sind, wird den Daumbesitzern empfohlen, bie nächste Post- anstalt von ber bevorstehenben Daumfällung so zeitig zu benachrichtigen, baß bie Entsendung eines (Beamten zur Sicherung der Leitungen Der- anlaßt werden kann. * Der Jagdklub Gießen und Umgebung oeranftaltete, wie man uns berichtet, anläßlich des Hubertustages feine diesjährige Jagd- rückschau, verbunden mit der Prämiierung der besten Geharne und der zum ersten Male gezeigten Re- oierausstellung. Die Feier wurde eingeleitet durch ein fröhliches Jagen und Treiben in den Jagdgründen des Gießener Stadtwaldes, sie rourbe_ am Abend fortgesetzt durch ein gemütliches Schüsfel- trerben. Der Vorsitzende des Jagdklubs, Herr August Balzer, konnte zum Feste eine Reihe Gäste unb Gönner des Vereins begrüßen und sie von dem weidmännischen Geists und der echten Kameradschaft innerhalb der Mitglieder überzeugen. Ganz besonderen Eindruck machte die großartige unb umfangreiche Gehörnausstellung, die der Jagdklub bereits im ersten Jahre seines Bestehen? zustande brachte. Die dabei gezeigten Reviersammlungen gaben Herrn Dr. Fischer Veranlassung, anerkennende Worte über Zuchtwett im Revier zu sprechen. Im gemütlichen Teile des Abends fanden die von einem Trompeter des Gießener Bataillons und der Kapelle E i n b r o b t intonierten Jagdsignale besonderen Beifall. Bei der Prämiierung erhielt die goldene Medaille: Herr Schäfer (Gießen); die s i l b e r n e Medaille: Herr Schmidt (Groß-Rcch- tenbach), H«rr Meißner (Gießen), Herr Förster Heß (Leihaestern); die bronzene Medaille: Herr Lehrer Schneider (Wieseck), Herr Lanz (Gießen), Herr Balzer (Gießen). Weiter wurden prämiiert bie R e öierfammlung: Sicherthausen (Herr Röhrig und Herr Kolb) und die Reviersammlung Hainbach (der Herren Balzer, Faber, Friedrich). •• Zuchtviehversteigerung in Gieren. Der Landwirtschastskammer-Ausschuß für die Provinz Oberhessen hält am Mittwoch. 14. Dezember, eine Zuchtviehversteigerung in Gießen in Offenbach, ber Prof. Eberhardt zu seinem Ehrenmitglied ernannt hat. Studienrat Klein überreichte im Rainen des Lehrkörpers ein Ehrengeschenk. Weitere Ansprachen wurden von Schülern unb Schülerinnen des Instituts, von dem Dorstanb ber Höheren Technischen Staatslehr- anstalt in Frankfurt a. M. unb von Oberbürgermeister Rahn (Worms) im Ramen bes Hessischen Stäbtetages gehalten. An den Festakt schloß sich eine (Besichtigung der Ausstellung der einzelnen Klassengruppen. In einer weiteren Ausstellung gibt Prof. Eberharbt nach 2)jähriger Tätigkeit in Offenbach einen Heberblid über sein architektonisches Schaffen. Aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums bet Technischen Lehranstalten veranstaltet auch bas Deutsche Lebermuseum in Offenbach, bas in biefem Jahre auf ein löjähriges (Bestehen zu- rüdblidt, eine ©onderausstellung „Die schönsten Stücke bes Deutschen Lebermuseums". Rachbruck, auch mit Quellenangabe, verboten! Der erschöpfte Kandidat. (a) Reuhvrk. .Herr Innenminister, nach den Erfahrungen ber. letzten Wahl sehe ich mich genötigt, meine (Ambition, Parlamentsmitglied zu werden, ein für allemal an den Hagel zu hängen. Ich möchte weder nervenmäßig noch materiell zugrunde gehen! Anläßlich meiner letzten Kandidatur verbrauchte ich für das Studium meiner Progtamm- reden 1769 Stunden. Ich habe wöchentlich drei- bis viermal in Versammlungen gesprochen: ber diesbezügliche Zeitverlust beträgt einschließlich Reisen vier Monate unb 23 Tage. In Rahkärnp- fen mit Anhängern der Gegenpartei verlor ich zwei Dorderzähne und eine Faust voll Haare. Ich trug die ©pesen für Dolksfpeifungen, bei denen insgesamt vier Ochsen, drei Schweine, sechs Hammel und etliche Dutzend Gänse verzehrt worden sind. Verpumpen mußte ich, abgesehen von Dargeld, sieben Regenschirme, dreiundsiebzig Dlei- ftifte, vier (Bibeln, sechs Rotizbücher, fünf Wör- terbücher, eine gestreifte Hose, eine rote Kravatte und einen fast ungebrauchten Staubsauger. Ich habe etwa dreißigtausend Hände gedrückt, 472 Dabys geküßt und genau 2400 Witze erzählt, ©o ganz nebenbei habe ich mich, wie auch nicht anders zu erwarten, mit meiner Familie überworfen und auch meine Frau lief mir davon. Trotz dieser nicht zu unterschätzenden Opfer wurde mein Gegenkandidat, dieser indiskutable Emporkömmling. gewählt. Rach all dem dürsten Sie. Herr Innenminister, verstehen, warum ich mich von ber Politik zurückziehen will!" ... ilm Irrtümer zu vermeiden: den (Brief schrieb Mister Harney Mc. Geheet an den Innenminister der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Drama in der Dunkelkammer. kp. Kopenhagen. Es war einmal ein (Brautpaar... Aber ich sehr ein, daß die Erzählung in diesem Stil zu langläufig wird. Wir dürfen das alles ruhig beiseite Iqffen. Die Hochzeit, die Gratulationen usw. — es verlief alles programmäßig. Auch die Pose in der sich das junge Paar am Tage ber Hochzeit photographieren ließ, unterschied sich in nichts von der seit der Erfindung ber Lichtbildkunst üblich gewordenen. Unb die Geschichte beginnt erst in der Dunkelkammer. Dort hantierte ein junger Mann, ber in Vertretung seines Chefs auch das Ehepaar aufgenommen hatte. War nun bie junge Frau so schön, oder war es ein spezisisch-photographisches rotes Lampenfieber — ber junge Mann war jedenfalls nervös und vergaß Die Platten zu wechseln, so baß sowohl das Doppelbildnis als auch bie* Eharakteraufnahme eines streng dreinblickenben uniformierten Mannes auf eine Schicht gerieten unb zusammen eine Trickausnahme von hoher Vollendung ergaben. Das an sich wirklich kleine Malheur hatte keine weiteren Folgen gehabt, wenn es sich nicht um ein junges Ehepaar gehandelt hatte. So ein junges Ehepaar ist am Tage seiner Hochzeit Gegenstand zahlreicher, nicht immer geistreicher Scherze, es mißtraut jedem Dlick und jedem Wort und wie sehr erst dem unvergänglichen Bilde. Als sich der Ehemann bie verunglückten Abzüge zeigen ließ, sah er dort sich unb seine Frau in ber üblichen zärtlichen Pose, und über ihnen erschien flammenden Dlickes ein strenger, uniformierter Mann, ein fleischgeworbener, mißtrauischer Erzengel, bet über die Moral der Sterblichen zu wachen hat. Kein Zweifel! Diese Kreatur von einem Photographen hatte es sich ertaubt, einen schlechten Witz zu machen! Und da ging dem Herrn die Galle hoch. Die Sache wäre nicht an die Öffentlichkeit gekommen, wenn bet heimgekehrte Chef nicht bie Untat feines Angestellten erfahren und diesen fristlos entlassen hätte, worauf dieser sich gezwungen sah. zum Kadi zu gehen. Der Richter war ein kluger Mann mit jovialem, verstehendem Lächeln, er führte einen Vergleich herbei. Was soll ich blotz meiner Frau schenke«? (k) London. In diesen vorweihnachtlichen Tagen hämmert wohl manchmal dem Manne inmitten feiner Geschäfte plötzlich der Gedanke: Was soll ich bloß meiner Frau schenken? Der nützlichen Dinge gäbe struiert. 25 Schupobeamte riegelten zuvor die Straße ab. Als der Mörder Knirsch gefesselt vor- geführt und in das Mordhaus gebracht wurde, nahm bie Menge eine drohende Haltung gegen den Mörder ein. Die Polizeit hatte Mühe, ihn vor Lynch- a b s i ch t e n der aufgeregten Neugierigen zu schützen. Knirsch verlor durch den Tumult auf der Straße vollkommen die Fassung, fe daß er seine Angaben nur unter Weinen und Schluchzen machen konnte. Die lat stellt sich als ein vorsätzliches Delikt heraus, knirsch hat den Briefträger Hofmann In da, Zimmer zurückgerufen mit dem au»- drücklichen Vorsatz, ihn sofort nieder,uschießen. Hofmann wollte aber nicht in das Zimmer gehen, sondern begab sich in die Küche. Knirsch eilte ihm nach dort voraus und schoß ihm aus kurzer (Entfernung eine Äugel in den Kopf. Am Samstag findet die erste gerichtliche Vernehmung des Mörders statt. B waffnung ber GelbbneftrSger. Unter dem Eindruck dieses Raubrnorbes fand heute in ber Oberpostdirektion zwischen den zuständigen Dienststellen eine (Besprechung hinsichtlich einer (Bewaffnung ber Geldbrief - träger statt. Dislang war es den Gelbbrief- trägem freigestellt, ob sie Waffen mit sich führen wollten, ober nicht. Man entschied sich für die Ausrüstung der (Beamten mit einer Schuß. Waffe. Öb diese Maßnahme nun tatsächlich den Raubüberfällen Ginhalt tun wirb, erscheint sehr zweifelhaft, denn in fast allen Fällen sind die Opfer in dunklen Hausfluren unb hinterrücks überfallen worben. Sie haben Weber um Hilfe rufen, geschweige denn von einer Schußwaffe Gebrauch machen können. Möglich ist es natürlich, baß die einfache Tatsache ber (Bewaffnung vielleicht Cinbruck auf Gelegenheitsräuber, wie es hier in Frankfurt der Knirsch gewesen ist, macht. Dm (Berufsverbrecher, wie etwa ben (Berliner Rein, wird auch die Waffe des (Beamten nicht schrecken. Hier kann nur Aenderung im (Bestelldienst, bargeldloser Zahlungsverkehr oder eigenes vorsichtiges Verhalten der (Beamten helfen. Sie post sorgt für die Hinterbliebenen. Die Post hat bie bauembe Patenschaft für die beiden Kinder des ermordeten Geldbriesträgers Hofmann übernommen. Die stellenlose Tochter wird als Femsprechgehilfin in ben Postdienst eingestellt. Dann würdigte der schen Hochschule Darmstadt die Verdienste Prosessor Eberhardts unb seines Instituts unb machte gleichzeitig Mitteilung, baß die Technische Hochschule Professor Eberhardt zum Dr.- Ing. e. h. ernannt habe. In dem großen Reigen der weiteren Glückwunschredner sprachen noch Kreisdireltor Merck unb ein Vertreter bes Vereins für Kunstpflege Weihnachtsrückfahrkarten ab 12. Dezember. Die Reichsbahn hat die Ausgabe der Festtagsrückfahrkarten zu Weihnachten durch eine längere Dorverkaufsfrist erleichtert. Bereits vom neunten Tage vor Dem ersten Geltung3ta.:e, also von M o n t a g, 1 2. Dezember. ab, sind die Festtagsrückiahrtarten in den Fahrkarten-Ausgaben und den MER- Dureaus zu haben. Auch Platzkarten sind von diesem Tage an in den MCR-Stellen zu erhalten. (Bekanntlich ist in diesem Jahre bie Geltungsdauer der Festtagsrückfahrkarten zu Weihnachten und Reujahr auf 3 Wochen festgesetzt. und zwar gelten diese Karten zur Hinfahrt vom 21. Dezember 0 älhr an atTxn Tagen bis zum 1. Januar 24 AXßr (die Hinfahrt muß am 1. Januar um 24 Hßr beendet fein), zur Rückfahrt vom 23. Dezember 12 llhr an allen Tagen bis zum 10. Januar 24 Uhr (die Rückfahrt muß am 10. Januar um 24 ilßr beendet fein). ©ie sind um 33V3 Prozent gegenüber den normalen Fahrpreisen ermäßigt und werden für alle Verkehrsverbindungen der Reichsbahn aus- gegeben, für die die Ausgabe von Fahrkarten des gewöhnlichen Verkehrs möglich ist. Dei (Be- nuhung von Sil- und Schnellzügen ist der volle tarifmäßige Eil- oder ©chnellzugszuschlag zu 100 Zahle Technische Lehranstalten Offenbach Oer Verlauf des Festaktes. 9JL-*fpoTt Gegelflug in Oberheffen Wirtschaft am MderfuKball in Döffrldorf und Paris bei veoljeiimar« Vertin — Arankfurl a. M. Banknoten. ab= wir einem i Es i heute; lin. & anstatt sind n diesem tonnte: Sieh Dielleid der W rung . Glitte md}-' m Malen Geschi einige che r ehema nigs. D $ b< Id r> Ao Lo tretet Dav n a l i nung Erör ®eifr in i m u i land folge den r ü' 1 Die toei 21 r ve un( rne Lä wo sar bei Ri lai Der deutsche Fußballjport hat am morgigen Sonn- t.ig eine säwere Belastungsprobe auszuhalten. Awei Auswahlmannschaften — eine deutsche Lönderelf und die süddeutsche Verbandsmannschaft — stehen im S'campf gegen zwei Gegner, von denen der hollän- di'che als gut und der französische als ausgezeichnet angesprochen werden muh. Es sind gewissermaßen zwei Länderkämpfe, wenn auch nur Deutschland — Holland offiziell als solcher bezeichnet werden kann. Aber sowohl die Mannschaft Siiddeutsch- lands als auch die Elf der „Liane de Paris“ kommen Landermannschaften ziemlich gleich. Dem Pariser Spiel schenkt man Beachtung, hauptsächlich deswegen, weil uniere jungen süddeutschen Spieler in Paris verschiedenes gut zu machen haben. Im Düsseldorfer ette 1 keine aktuelle Volks- und weltwirtschaftliche To gesfrage. die nicht in den großen Zusammenhang eingegliedert und von allen Seiten beleuchtet wird, Deigegeben ist eine „Weltwirtscha ts-c-,h.vni^» statistische Tabellen sowie WirtschaAskarten. — Rehring, Joachim, Danzig. Schriften zur politischen Bildung, V. Reihe, Heft 12. Langensalza. Hermann Beyer & Söhne (Beyer & Mann), 1932. Preis geh. 1,00 Mk. (311.) Ungewisser denn je ist seit dem Hinscheiden des Grafen Gravina die Zukunft Danzigs. Rehring, der aus der Zeit seiner politischen Tätigkeit in Danzig als guter Kenner der Verhältnisse bekannt ist, und immer wieder Augenzeuge des Unrechts am deutschen Osten gewesen ist, gibt in dieser Schrift ein geschichtliches Bild und einen Tatsachenbericht, wie sie nur eben ausgezeichnet werden können von demjenigen, der Danzig und der Ostmark unaufhörlich verbunden ift — Rumpel st ilzchen, Ru wenn schon. (Der Reihe 12. Band 1931—32). Brosch. 4,50 Mark, Leinen 6,50 Mk. Brunnen-Verlag / Willi Bischofs / Berlin SW 68. (328.) Zum zwölften Male erscheint nun der Sammelband dieser Wochenplaudereien aus Berlin, die eine große und stetig wachsende Gemeinde haben. Kein Nachtreter in diesem Genre hat ihn je erreicht, obwohl cls Dutzende immer wieder versuchen. Ru wenn schon! Dieser Mensch mit seinen Spür- augen. seinem Humor und in der in seiner Gesinnung, wie Treitschke sagen würde, „prachtvollen Einseitigkeit' ist der fröhliche Prophet des nationalen Deutschlands. — Gerechtigkeit! Zur Lösung der Iuden- frage. Von Dr. h. c. Friedrich von Oppeln- B r o n i k o w s k i. Mit einem Geleitwort von R i - cardoHuch. 96 Seiten. Berlin-Wilmersdorf 1932. Nationaler Verlag Josef Garibaldi Huch. Preis kart. 1,80 Mk. — (465.) — Schleppflug im Gießener Flughafen. | Auf dem Gießener Flughafen werden Samstag und Sonntag erstmalig Segelflüge nach der Sicherheits- Autoschieppmechode ausgeführt. Bei dieser Methode finden folgende Flugzeuge Verwendung: Zögling, verkleideter Zögling, Falke und Spezialschleppflugzeuge. Geschleppt werden durch fahrenden Wagen mit am Wagen fester, jedoch seitlich und nach oben schwenkbarer Rolle, mit selbsttätiger Ausklinkvorrichtung, und unter Verwendung eines als Puffer dienenden Gummiseiles sowie eines besonderen Drahtseiles. Der Start bietet durch das auffallend weiche Anziehen — eine Folge des eingeschalteten Gummiseiles, sowie der Vermeidung jeder überflüssigen Gewalt — eine angenehme Ueberraschung für den Segelflieger. Gestartet wird auf sich selbst lösenden Rädern oder auf mit Seife geglättetem Brett und Stufe, ohne Festhalten am Schwanzende. Gewaltstarts, wie sie bei Handstarts üblich sind, fallen also fort, sie sind auch überflüssig, da die für Prüfungen erforderlichen Höhen mühelos erreicht werden. schon einmal waren, sie haben sogar in ihren „Probespielen" für diesen Länderkampf verschiedentlich richtiggehend versagt, aber trotzdem glauben mir, daß sie am Sonntag einen achtbaren Gegner geben werden. Große Siegeschancen sprechen ,3m i Wiser der oie D sein, w Dos i W’1 Tel,; 8U me De Dann ein > Diese aufifi Mtei kgkeit gtofa leicht Nicht < . Echl, To nusrich otten, Wöon Mi9i eben t lch'lder .Eine l'ert ih Urbild :?ann ,l)t ta feiner Mannschaftsaufstellung nichts leicht gehabt. Trotzdem muß die Mannschaft, die Süddeutschlands Interessen in Paris vertreten wird, doch als außerordentlich gelungen bezeichnet werden. In der Aufstellung: Köhl (1. FC. Nürnberg); HL 2 Eriche' SonnW Btiiagt' ffiieüellf heiina' Dlom IHit 4 ' Dhn«3 Iustelle Auch . oo" el insolge Zen lliterS Anschn richten: P zrsnlst Die mit dieser Schleppart schon an anderen Orten erzielten Ergebnisse waren immer sehr befriedigend. Es wurden Höhen bis zu 400 Meter im Schlepp erreicht und Einzelflüge, bis zu 1200 Meter Länge ausgeführt. Der nächste Sprechabend findet 7. Dezember auf dem Flughafen statt. (249,45) Mill., wovon auf den Personen- und Gepäckverkehr 70,25 (74,71) Mill, und auf den Güterverkehr 166,78 (155,46) Mill, entfielen. Die Ausgaben der Betriebsrechnung stellten sich auf 253,92 (261,45) Mill. Einschließlich des Dienstes der Schuldverschreibungen und Anleihen und der festen Lasten ergeben sich Gesamtausgaben von 269,92 (276,78) Mill. 2Ius dem Vergleich der im Jahre 1932 bisher erzielten Monatseinnahmen mit den Einnahmezahlen des Jahres 1929 ergibt sich, daß der für die Sommermonate festgestellte stärkere Rückgang im Oktober nicht fortbestanden hat. Die Einnahmen aus dem Güterverkehr erreichten im Oktober ihren diesjährigen Höchststand. Die Gesamteinnahme aus- fälle für die Monate Januar bis Oktober 1932 betrugen gegenüber 1931: 876,8 Mill. ML oder 26,6 Proz., gegenüber 1929: 2094,7 MilL Mk. oder 26,5 Prozent. Unter Einrechnung aller sonstigen Nusgabeverpflichtungen schließt die Wo- natsrechnung mit einer durch die Betriebseinnahme nicht gedeckten Mehrausgabe von 11,6 Mill. Mk. ab. frankfurter Abendbörse fest. Frankfurt a.M., 2. Dez. Die nunmehr beendete Regierungskrise hatte an der Nbendbörse eine Fortsetzung der den Mittagsverkehr beherrschender F e st i g k e i t zur Folge, doch bestand im Hinblick auf das Programm der neuen Regierung eine gewisse Zurückhaltung. Infolge der schwächeren Reuyorker Eröffnungskurse war die Tlmsahtätigkeit sehr klein, doch etgaben sich gegen den Berliner Schluß kleine Besserungen von 0,25 bis 0,50 v. H. Dem Montanmarkt wandte man weiterhin Interesse zu, der Markt der festverzinslichen Werte lag aber sehr still. Deutsche Anleihen konnten sich nur knapp behaupten, Reichsschuldbuchforderungen blieben in späten Fälligkeiten mit 72,25 v. H. unverändert, für Pfandbriefe bestand auf der erhöhten Mittagsbasis geringe Nachfrage. Im Verlaufe war das Geschäft etwas belebter, da neben weiteren Deckungen und kleinen Meinungskäufen auch einige Kundenorders zur Ausführung kamen. Die Mehrzahl Der Aktienkurse zog erneut um 0,25 bis 0,75 v. H. an; die Börse schloß zu den höchsten Tageskursen. Renten lagen weiter still und unerholt. Neubesitz 6,5, Altbesitz 56,5, Schutzgebiete 5,75, Dresdener Bank 61,5, Reichsbank 131, Gelsenkirchen 45,5 bis 46, Harpener 82,25, Mannesmann 59,7a, Phoni? 32 bis 32,25, Stahlverein 28,75 bis 29. AEG. 34,63 bis 34,88, Conti Gummi 117,25, Scheideanstalt 144,5 bis 145, Licht & Kraft 99,5, IG.-Farben 98,25 bis 99, Gcsfürel 75,5, Nütgers- werke 41,5 bis 42, Siemens 126,5. Aschaffenburger Zellstoff 27,5, Ha Pag 18. Norddeutscher Lloyd 19 bis 19,25. Aus dem Segelfliegerlager Homberg (Ohm). Line große Flugzeughalle errichtet. Mit drei Flugzeugen begann der Flugsportverein Hornber- im Frühjahre den Schulbetrieb seiner Derei-smitglieder. In einem von der Firma Ih- rina-Mel^ior (Lich) zur Verfügung gestellten Zelt waren die Flugzeuge untergebracht. Durch einen Gewittersturm nut starkem Regen wurde jedoch dieses Zelt sortgeweht und die Flugzeuge beschädigt. so daß der Schulbetrieb abgebrochen werden mußte. Der Verein war nunmehr gezwungen, den Tau einer festen Halle in Angriff zu Spielvereinigung 1900 Gießen. Die Dlauweißen haben sich für den morgigen Sonntag die 1. Elf des Sportvereins 06 Bad- Nauheim verpflichtet. Die Dadestädter weilen zum ersten Male zum Fuhballkampf in Gießern Sie sind also für die Hiesigen ein unbeschriebenes Blatt. Die Gäste verfügen über eine gepflegte Spielweise und stehen zweifellos nicht hinter dem Können der 1900er zurück. Vorübergehend war die Mannschaft zum Ausscheiden aus der Kreisliga gezwungen, wird ihr aber jetzt wieder zu- geteilt werden, da sie die Meisterschaft der A- Klasse im Taunuskreis errang. Die Mannschaft blieb aus 14 Meister,chaftsspielen ungeschlagen und ohne Punktverlust. Das Torergebnis lautet 137:7. Die Spielvereinigung wird den Gegner ernst nehmen müssen. Die Dlauweißen treten voraussichtlich in stärkster Aufstellung an. (Schlarb; Zeiler, Luft; Langsdorf, Schmidt, Glitsch; Arnold, Heilmann, Lippert, Göbel, Best.) Man hofft, daß sich die Gießener um ein schönes, faires Spiel bemühen werden. Der Ausgang des Kampfes ist völlig offen. Die 1902er haben den Vorteil des eigenen Platzes. Vormittags trägt die Reserve ein Derbandsspiel gegen die 1. von Ettingshausen aus. Den Gießenern wäre ein glatter Sieg zuzutrauen, wenn sie nicht mit viel Ersah antreten müßten. Die 3. Elf spielt gegen Wiesecks l. Wieseck hat an Spielstärke gewonnen und die Gäste werden den Dlauweißen heftigen Widerstand leisten. Der Ausgang des Spieles ist nicht vorherzusagen. In Lollar trägt die 4. Mannschaft ein Derbandsspiel gegen die dortige 2. Elf aus. Der Gastgeber ist derzeitiger Tabellenführer und Meisterschaftskandidat und wird sich den Sieg nicht nehmen lassen. Man erwartet ein ehrenvolles Abschneider!. Die fünfte Mannschaft ist spielfrei. Huber (KFD.). Munkert (1. FC. Nürnberg); Grämlich (Eintracht Frankfurt), Kraus (1. Nürnberg), Mantel (Eintracht); Langenbein (Mannheim), Fischer (Pforzheim), Panzer (Bayern Hof), Lindner (Eintracht), Merz (Pforzheim) werden die Süddeutschen sicherlich in Paris ein gutes Spiel liefern. Auf Tormann und Verteidigung ist voller verlaß, die Läuferreihe dürfte augenblicklich in ganz Deutschland nicht zu übertreffen' sein und der Sturm hat das Zeug in sich, ein ausgezeichnetes Stürmerfp.el hinzulegen. Mt dieser Els kann man einverstanden fein — und es müßte schon alles Pech und Unglück zufammen- treffen, wenn sie enttäuschen sollte. Die „Lique de Paris“ fährt mit gang schwerem Geschütz auf. Die Manschaft besteht fast ausschließlich aus Internationalen und stellt ungefähr das Beste dar, was in Frankreich im Augenblick zu finden ist. Die Süddeutschen werden Leute vorfinden, die einen ekanvollen, schnellen und ideenreichen Fußball spielen können und die auch die größte Aufopferung und Zähigkeit zeigen werden. Leicht wird daher der Kampf nicht werden und ein Sieg nur errungen werden können, wenn jeder der süddeutschen Elf sein Bestes hergeben wird. Büchertisch. — Adolf Weber: Weltwirtschaft. Was jeder davon wissen muh. Mit einem Geleitwort von Oskar von Miller. 52 Abbildungen auf Tafeln, 2 farbige Karten, 35 Textzeichnungen. In Ganzleinen 4,80 Mark. Verlag F. Druckmann, AG., München. — (342) — Weber, einer unserer angesehensten Nationalökonomen, hat es unternommen, einen allgemein verständlichen Führer durch die Weltwirtschaft zu schreiben. In zwölf sehr spannend geschriebenen Kapiteln werden die Geheimnisse der Weltwirtschaft enthüllt. Es gibt OerReichsbankstaiuS Mimo November CBerlin, 2.Dez. (WTB.) Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 3 0. November hat sich in der Ultimowoche die gesamte Kapitalanlage der Dank in Wechseln und Schecks, Lombards und Effekten um 351 Millionen auf 3367,7 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Destände an Handelswechseln und Schecks um 202 Millionen auf 2731,2 Millionen Mark, die Bestände an Reichsschatzwechseln um 28,1 Millionen auf 34,6 Millionen Mark und die Lonibardbestände um 121 Millionen auf 207 Millionen Mark zugenommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen sind 244,8 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 224,9 Millionen auf 3531,2 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 19.9 Millionen auf 409,1 Millionen Mark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 17,9 Millionen Mark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 418,1 Millionen Mark eine Abnahme um 11 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungsfähigen Devisen haben sich um 3,5 Millionen auf 937 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 8,6 Millionen auf 827,2 Millionen Mark zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 5,1 Millionen auf 109,7 Millionen Wark abgenommen. Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 26,5 gegen 28,2 v. H. am 23. November 1932. Oie Deutsche Reichsbahn im Oktober. Berlin, 2. Dez. (WTB.) Die im September einsetzende, vorwiegend saisonmähig begründete Belebung des Güterverkehrs der Deutschen Reichsbahn hielt auch im Oktober an. Sie wurde durch die Zuckerrübenkampagne, die Kartofselernte und den steigenden Absatz von 3ndustriekohle herbeigeführt. Diesem Derkehrszuwachs stand allerdings ein spürbarer Rückgang bei anderen Transporten, wie Düngemitteln, Brotgetreide und Baustoffen gegenüber. An der Wagenstellung gemessen betrug die Der- kehrszunahme gegenüber Dem Dormonat 6,8 Prozent und geht Damit über das übliche Maß des saisonmäßigen Verkehrszuwachses hinaus. Den der 3ahreszeit entsprechend im Abnehmen begriffenen Personenverkehr belebten zeitweise Ausstellungen, Herbstferien u. a., so daß er im ganzen nur wenig hinter Dem des Vormonats zurückblieb. Erheblich stärker war allerdings Der Rückgang Der Einnahmen. Die Betriebseinnahmen beliefen sich auf insgesamt 258,26 nehmen. Der Bauplatz hierzu wurde von Der Gemeinde Nieder-OsleiDen zur Verfügung gestellt. Der Bau Der Halle fanD um so mehr Anklang, Da durch verschiedene Stundenflüge bewiesen war, daß das Gelände sich zur Ablegung Der A-, B- unD C-Prüsungen eignete. Im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes wurde nunmehr Die Halle von Vereinsmitgliedern in Angriff genommen, mit demselben unermüdlichen Eifer, mit Dem in Den Wintermonaten zwei neue Flugzeuge fertig gestellt worden waren. Die Halle selbst hat eine Länge von 25 Meter, eine Breite von 13 Meter und eine Höhe von 6,50 Meter. Sie teilt sich ein in die eigentliche Flugzeughalle, in Drei verschie- Den große Unterkunftsräume, in Küche und Werkstatt. 2n der Flugzeughalle können bequem Drei aufmontierte Flugzeuge zu ebener Erbe untergebracht werden, während durch Anbringung von Aufzugsrollen und Winden noch zwei weitere Maschinen unter dem Dach Der Halle aufgehängt werden können. Die Wohnräume bieten für 50 bis 60 Personen Platz. Für weibliche Flugschüler ist ein besonderer Unterkunftsraum vorhanDen. Ein gut ausgebauter geräumiger Keller dient zur Aufnahme von Brennmaterialien, Kartoffeln und Gemüse. Da in Der dortigen Gegend keinerlei Gelegenheit zum Uebernachten vorhanden ist, wurde die Halle entsprechend den Vorschriften des 2u- gendherbergs-Derbandes als Jugendherberge eingerichtet und anerkannt. Nach Fertigstellung der Halle konnte der Schulbetrieb in verstärktem Maße wieder aufgenommen werden. Einen schönen Erfolg bedeutet Die Tatsache, daß am vergangenen Sonntag ein fortgeschrittener Gleitflieger seine C-Prüfung mit einer Flugdauer von 42 Minuten und bis zu 150 Meter Startüberhöhung ablegen konnte. Hierdurch ist erneut bewiesen, daß das Fluggelände in Nieder-Ofleiden wohl als das geeignetste Segclfluggelände von ganz Hessen angesehen werden kann. Der Fliegersportverein Homberg hat mit der Errichtung der Halle der Segelflugsportbewegung einen wertvollen Dienst- erwiesen. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter Den Papieren angeführten Ziffern geben Die Höhe Der zuletzt beschlossenen Divid.nde an. — Reichsbankdiskont 4 v. H.. Lombardzinsfuß 5 o.H Die tium leisem fllaubli Mann, Mui, e bes bie nid) 3mrm qus Den gehört I e-nzulad folgt er ette Leis Stets fii Richlunc sondere' ohne D Ms bi stielen, häufig 3“ fein. t < 1 a n 8 r> Frankfurt a. 2)1. Berlin .yrdnuuri u. JJi. Zlerlm Sranffurt a.M. Berlin Gchiuvr. Abend- fort ; bdrf. Schluß- lurd Schlüße, mittag» bchse Schluß» hird Schlußl. Abendbörse Schluß» kurö Schluß!. Mittag» börfe Schluß, kur« Schluß!. Abend» börf- Schluß, kurö Mittag» bör e Datum 1.12- 1 2-12. 1.12. 2-12- •.Datum 1-12. 2-12- 1-12- | 2-12. Datum 1-12. 2-12. 1.12. 2-12- 6% Seutithe iHeturtantethe v. 192] fi% ehem.7% Dt.ReichSanl: v. 1939 5Vi°o Doung.Anleihe von 1930 .. Teutfcbe l'lnI.-Slblos.^Schuld mit ’2lu9lo'. Dicd)tcn ............. Tesfll. ohne Auslos.-Rechtc...... 6% ehern. 8% Hell. BoMtaat 1929 (rudtohlb. 102"n)........... Cbcrheffen Provinz.Anleihe mit AuSloi.,Rechten ............ Deutsche Komm. Sammelnd l.An leibe Serie! mit AuLIos.-Rechten 6% ehem. 8% Franks. Hhp.-Banl Goldpfe. 15 unkündbar bte 1935 6% ehem. 7% Franks. Hnp.-Bant Goldvse. 16 unkündbar bto 1936 5*/j% ehem. 4L;% Franks. Hqp. Bank-Ltqu.-Pfandöricse ..... 5‘Zr% ehern. 4V2% Rheinische Hdv.^öank-Liau.-Goldpse. ... 6% ehem. 8% Pr. Landespfand brlefanftalt, Pfandbriefe R. 19 6% ehem. 7% Pr. Landespsand briesanstalt, Psandbriefe R. 10 4% L österreichische (Holdrente... 4,20% Oelterreichische Stlberrente 4°o Ungarische Goldrente....... 4?o Ungarische Staatsrente v. 1910 V/,0;, deSgl. von 1913.......... 6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zoüanleihe von 1911 1,1 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.................... 4% deSgl. Serie II............. 5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 4'/:%Ruman.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 3%% Anatolier ............... 75,75 75 56,75 6,4 69,25 56 53,9 79,9 79,9 82.9 84 78.5 9,25 i,05 6.1 5,75 6.9 3,75 4,15 4,15 6 10 5 75.75 90,75 74,65 56,5 6,5 68,75 55,5 53,9 80,25 83,5 84,75 78,5 79 9,25 1,05 u 3,75 4,13 4,13 6 10 4,9 21,9 75,75 91,5 75 56,8 6,4 68,75 53.65 — 78 1,05 6,1 6,1 6 7 3.8 4,2 4,2 6 4,95 22 75,25 91,25 75 56,7 6,5 68,55 53,75 78 - 6 5,9 6.95 3,7 4 4,05 6 10 4,95 21,8 5amvurg-Äme.rika-Paket ..... < 5amburg-Südam. Dampfschiff. 0 Jianfa Damnsschiss........... 0 Norddeutscher Lloyd .........0 A.G. für BerkehrLwelen Mt. .. 0 berliner Handelsgesellschaft.... 4 Commerz- und Privat-Bank... 0 Deutsche Sani und Diäconto- Gesellschast................0 Dresdner Bank..............0 Reichsbank ................. 1 2.E.G....................0 lLicktr. Lieferungsgesellschaft ... 5 ?id)t und Kraft ............. 6 leiten & Guilleaume ........0 Selellschaft für Elektrische Unter. nehmungen............... A Rheinische Elektrizität ........5 Schlickert L Co..............0 Siemens & Halske........... • Lahme her & Co..............10 Buderus ...................0 Deutsche Erdöl ............. 4 Gelsenkirchener.............. 0 Harpener................... 0 Hoesch Eilen—Köln Neuessen.. 0 Ilse Bergbau ............... 7 Ilse Bergbau Genüsse........7 Klöcknerwerke ...............0 Mannesmann-Röhren........0 Mansselder Bergbau.........0 Oberfd;lef. Kokswerke.........0 Phönir Bergbau.............0 Rheinische Braunkohle» ......10 Rheinstahl..................0 17,4 18,5 44 89,5 53,5 75 61,75 130 33,5 73 98 55 74,25 79 77 126,5 113,5 43,5 81,65 43,5 82,5 99 45 58.5 10,75 178 72,5 17 19,25 44 89,5 53,5 75 61,5 131 34,9 74 99 56,5 75,25 78.5 76,5 126,5 115 44,25 82 46 82,25 i00,75 45,25 59,75 21,5 32,25 179,5 72,25 17,13 18 44 130,75 33,75 74,25 97,5 56 74,75 79 77 127 114 43 81,75 43.4 82.25 46 98,5 45 58,75 22 42,25 31 79.5 72 17,75 27 18.9 44.5 89,5 53,5 75 61,25 130,75 34,65 74,75 98,75 56 75 79 77 126,25 115,5 44,25 81,5 45 81,65 47,5 130 100,75 45 59,5 22 42,65 31,65 179 72,25 Bereiingre Stahlwerke........u Ctovi Minen ...............0 Kaliwerke Aschersleben........6 Kaliwerke Westeregeln........6 Kaliwerke Salzdetfurth.......9 I ®. Farben-Industrie....... 1 Scheideanstalt...............10 Goldschmidt ................0 Rütgerswerke.............. 0 Metallgesellschaft.............0 Philipp Hotzmann ...........0 Zementwerk Heidelberg ......4 Leinentwerk Karlstadt.........0 Wayß & tzreytag ............0 SchullhelS Patzenhofer........0 Aku (Allgemeine Kunstseide) ... o Bemberg...................0 ZeUstost Waldbos .. ......... 0 Zellstoff Aschaffenburg ....... 0 Dessauer GaS...............7 Daimler Motoren........... 0 Deutsche Linoleum .......... o Lrenstein & Koppel .......... 0 Leonhard Tietz.............. 6 Lhade......................12 Gritzner....................0 Mainkrastwsrke Höchst a.M. ... 4 Süddeutscher Zucker ......... S 27,5 17 108 113 172,5 96.9 142,5 42,25 34 55,5 45,5 4,65 56 63 5 45,25 26.25 19 46,5 44 154,5 I 29,25 1 137,5 29 17 110 115 173 99 145 29.5 42 35 55,5 47 - 4,7 56 64.5 45 27 — 19,5 46,75 44 151 30 i 138 27,5 16,5 108,5 113 174 97,4 28,25 41,75 35 100,5 57,4 65,5 46 26,4 97,4 19 46,5 37,5 44.25 154,5 30 28,13 16,25 109 114 173,5 98,13 28,9 41,65 35,5 55 102,5 56,4 63,5 45,5 96,75 19,75 15,9 37,4 43,4 151,25 30 1. Dezember 2. Dezember Amtliche Nottemng Amtliche Notierung «seid Srie Geld Srie Helsingsors. Wien...... 5,934 51,95 5,946 52,05 5,964 51,95 5,976 52,05 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest ... Sofia..... Holland ... 3,057 3,063 3,057 3,063 169,33 169,67 169.33 169,67 69,53 69,67 69,63 69.77 Kopenhagen. 70,53 70,67 70.78 70,92 Stockholm... 73,78 73,92 74,23 74,37 London ..... 13,54 13,58 13,61 13,65 Buenos Aires 0,863 0,867 0,863 0,867 Neunork.... 4.209 4,217 4,209 4,217 Brüssel..... 56,27 58,39 58,26 58,38 Italien..... 21,40 21,44 21,38 21,42 Pans..... 16,455 16.495 16,45 16,49 Schweiz ... 80.92 81,08 60,92 81.08 Spanien.... 34,42 34,48 34,30 34,46 Danzig .... 81,82 81,98 81.80 81.96 Japan..... Rio de Jan. 0,839 0,841 0,849 0,851 0,294 0,296 0,294 0.296 Jugoslawien Lissabon ... 5,634 5,646 5,634 5,646 12,76 12,78 12,76 12,78 Berlin, 2-Dezember Geld Srlel Amerikanische Noten.............. 4,20 4,22 Belgische Noten.................. 58,10 58,34 Dänische Noten ................. 70,41 70,69 ............... 13,57 13,63 Französische Noten............... 16,41 16,47 168,96 169,64 Italienische Noten................ Norwegische Noten .............. 21,32 69,46 21,40 69,74 Deutsch Oesterreich, ä 1OO Schilling — 2,49 Rumänische Noten............... 2,47 Schwedische Noten........ • - • 74,05 74,35 80,74 34,26 81,06 ............ * • 34,40 Ungarische Noteu................