Druck und Verlag: vrühl'lche Univerfikäls-Vuch- und Sleindruckerei B. Lange in Gießen. Zchrkstleitung und Sefchäftsftelle: Zchulftraße 7. Schleichers Betrauung im Spiegel -er presse Das Echo im Ausland seit Annahme von anjeiytn für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Rcichspfennig, Platzoorfchrift 20" , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für de, übrigen Teil Ernst Dlumfchein und iür den Anzeigenteil i.D.TH.KNmmel sämtlich in (Biegen. Heute erste Kabinettssitzung. Neurath fährt nach Genf. Berlin, 3. De;. (LNB. Junffprud).) 3n unter- richteten Greifen erwartet man die Ernennung des neuen Kanzlers und feines Kabinetts, nachdem General von Schleicher dem Reichspräsidenten über feine bisherigen Verhandlungen Bericht e r ft a t tet hat, erst für den späten Nachmittag. heute tnittag fand die A b f ch i e d s f i h u n g des alten Kabinetts statt, in der Reichskanzler von Tß a p e n feinen Mitarbeitern dankte. 3m Anschluß an diese Sitzung des alten Kabinett» traten die Minister, die zur neuen Regierung gehören, zu einer Besprechung zusammen. Nach seiner Ernennung wird sich das Kabinett übrigens heute nur mit der außenpolitischen Frage beschäftigen, weil ja Freiherr von Neurath morgen nach Gens zurückkehrt. 3rgendwelche Beschlüsse oder sonstige Maßnahmen des Kabinetts sind heute nicht zu erwarten. Die Besetzung der drei wirtschaftlichen Ministerien war heute mittag noch ossen, dagegen stehen alle übrigen Personalien fest, so auch da» Verbleiben de» Reichsminister» Dr. Popih im Kabinett. Oer neue Mann. Don G v. G Die Alfen st raße in Berlin verbindet den Platz der Republik, wo der Reichstag und die Siegessäule stehen, in gerader, breiter Linie mit dem Ufer der Spree. Sie ist eine sehr stille Straße, die wenigen Häuser, die gepflegt rechts und links von ihrer Promenade sich befinden, tragen den Charakter ruhiger, höchst vornehmer Dillen. Sn der Mehrzahl von ihnen sind Gesandtschaften untergebracht. Rümmer 10 aber ist auch heute noch ein Privathaus — ein Privat- haus allerdings, in dem schon mehr als einmal Geschichte gemacht worden tft. Dort wohnt einigen Jahren General Kurt von Schiel- cher mit seiner jungen Frau, der Tochter des ehemaligen Generals der Kavallerie von Hennigs. und ihrem zehnjährigen Töchterchen. Erschein! tägltd), aufoer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte (Biegener Familien blätter Heimat >m Bild Die Scholle Monat,-vezngrpretr: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sangmdnummer 2251. Anschrift tür Drahtnachrichten^ Anzeiger Stehen. Postscheckkonto: gronlfurt am Blain 11686. cher wurde 1924 Oberstleutnant, 1926 Abtei- lungsleiter im Reichswehrministerium und bald darauf Oberst, 1929 Generalmajor. 21m 1. April 1929 übernahm er als Chef das neugebildete Ministeramt im Reichswehrministerium. Sn dieser Stellung tourte er am 1. Oktober 1931 zum Generalleutnant befördert. Schleichers Aufgabe war es. die Reichswehr frei von parteipolitischen Einflüssen als machtpolitischcs Snftrurnent des Staates zu erha - ten. Der Konflikt zwischen ihm und seinem Är mster Groener nach ter Auslösung der national sozialistischen SA.- und SS.» Formationen, der schließlich zum Sturze Groeners führte, ist bekannt Das Vertrauen des Reichspräsidenten berief dann ihn an Stelle Grögers Anfang Sun! 1932 auf den Posten des Reichswehrministers im Kabinett von Papen. Der designierte Reichskanzler ist halb hanseatischen. halb westfälischen Mutes. Sein Urgroßvater fiel als Regimentskommandeur im Sahre Ivlo beim Sturm auf das Fort LignY- Dessen Sohm Ludwig von Schleicher, war gleichfalls Offizier ebenso wie der Vater. Kurt von Schleicher, der schon frühzeitig als Oberstleutnant starb. Don mütterlicher Seite her stammt Kurt von «^hleicher aus einer angesehenen Danziger Kaufmanns- familie. ganz auf die dringenden Aufgaben des Winters mit seiner ungeheuren Arbeitslosennot konzentriere. Die Tendenzen der neuen Regieruna bewegten sich vielleicht in der Richtung die mir für ihre Arbeit als notwendig und Einzig möglich bezeichnet hätten; wir verzeichnen diese Eindrücke und warten ab, ob sie in der personellen Zusammensetzung des Kal", netts und vor allem in seinen Taten bestätigt werden. Bis dahin werde eine ruhige Wachsamkeit am Platze sein, die später, wenn Ziel und Wille der neuen Reichsregierung deutlich erkennbar geworden seien, einer anderen Betrachtung weichen möge. — Der „Deutsch e" (Christi. Gewerksch.) ist der An- siclst, daß der V e r st ä n d i g u n g s k u r s . den Schleicher steuern wolle, in seinen Grundzügen klar sei, die Verhandlungen mit den Führern der Parteien und Gewerkschaften hätten genügend Aufschlug darüber gegeben. Er werde sich für die Auf- Hebung der sozialpolitischen Ermächtigung einsetzen, ebenso für die Streichung der E i n st e l l u n g s p r ä m i e und für eine R c - vision der Tariflohnsenkung. Es sei auch nicht daran zu zweifeln, daß das Kabinett Schleicher den Kurs des Landwirtschaftsministers Braun nicht weiter steuern werde. Er war der jüngste Generalleutnant tm Reichs- wehrministerium. Als er im Alter von 46 Fahren mehrere seiner rangälteren Kollegen uberiprang, haben ihm viele Leute das vielleicht nachgetragen. Heute sind diese Stimmen verstummt. Dieser lebhafte Mann, an dem seine grauen Augen vielleicht das einzige Geheimnisvolle sind, dieser Mann mit den emia bewegten, ständig tm Ge präch arbeitenden und formenden Händen Der außerordentlich selbstsicher witzig, dabei absolut ruhig und nicht im mindesten nervös im Mittel- punkt der Berliner Gesellschaft steht, kann heute vielleicht als der erste Repräsentant, der volle^de^e Vertreter der klarste Ausdruck feiner od)id)t. darüber hinaus seiner Klasse angesehen werden. Schleichers Lebensgang. General ter Snfanterie Kurt von Schleicher ist 1882 in Brandenburg geboren. 1900 tourte er nach Absolvierung des Kadettenkorps als Leutnant in das dritte Garderegiment zu Fuß eingestellt, dasselbe Regiment, aus dem auch Hindenburg voraeaangen ist. Rach Besuch ter Kriegsakademie von^l910^bis 1913 tourte er Hauptmann und tm März 1914 zum Großen Generalstab £>mman- diert^ Hier arbeitete er auch im Kriege. Er hatte besondere Aufgaben in der Eisenbahnorgam ation, öu Oci Damalige Ob«stleutnant Groener wttet^ Dach der Revolutwn tarn er nach Kassel. Schiet Dieses Haus wird von der Berliner Gesellschaft vielleicht mehr beachtet als die offiziellen Gebäude der Wilheimstraße, in denen die jeweilige Regierung „reiibiert" Es steht seit Jahren |d)on i m Mittelpunkt d e s Interesses. Dies liegt nid)* nur an der hervorragenden politischen und sozialen Stellung des Hausherrn, sondern auch an feiner ganz befonbeten Befähigung, benjemgen die dieses Haus als Gäste betreten, den Aufenthalt zu einem einzigartigen Erlebnis zu machen Es ist keine Phrase Herr von «chleicher zahlt heute zu den besten Gesellschaftern der «tato Ber- [in Seine kleinen Teegesellschaften, feine Abendveranstaltungen. zu denen er gern und oft entladet, sind richtiggehende Ereignisfe für alle, die sich mit toefem Politiker und Weltmann einmal unterhalten wachen und im richtigen Augenblick zu- zu schlagen. Dies ist irie Taktik des Generals von Schleicher. pariser Stimmen. Paris, 2. Dez. (TU.) Sn den Pariser Blättern, die bereits zur neuen Reichsregierung Stellung nehmen, ist die Bezeichnung „Kabinett der Entspannung" mehrfach zu fmten. Der „T emps" weist darauf hin, daß das Verbleiben Reuratys zur Annahme berechtige, die deutsche Außenpolitik werde durch die Umbildung eer Regierung in ihren großen Linien nicht geändert werden. Immerhin sei zu bemerken, daß General von Schleicher stets Anhänger einer be- sondersenergischenAußenpolltlk gewesen sei. während Papen bemüht gewesen sei. leben unnützen Streit mit den westlichen Großmächten und dem Völkerbund zu vermeiden. Da die parlamentarische Grundlage des Kabinetts Schleicher nicht so schmal sei wie die des vorigen Kabinetts, werde die Opposition gegen Schleicher möglicherweise weniger lebhaft als gegen Papen sein und eine Art W a s s e n st i l l st a n d zwischen der Regierung und dem Parlament zustande- kommen. - Im .Paris Soir erklärt Sauer- wein. daß die Kanzlerschaft Schleichers eine Entspannung des Verhältnisses zu den Parteien, terft* liche Beziehungen zu den Gewerkschaften und, so paradox es schiene, die Verteidigung der Republik bedeute. — Das nationalistische „Journal des Dubais" weist Darauf hin, daß General von Schleicher als Reichskanzler die gleiche Politik verfolgen werde, die er als Reichswehr Minister ununterbrochen unterstützt habe. d. h. Gleichberechtigung und mangels allgemeiner Abrüstung Aufrüstung Deutschlands. Cs sei in Berlin nämlich nicht Mode, daß ein Reichstoehrmini- ster Abrüstungspläne ausarbeite. (Das geht gegen den französischen Kriegsminister Paul Bvncour. D. Red.) - Der „Malin" schreibt, daß man außer Stalin keinen absoluten Herrscher kenne, ter mit ter Autorität wetteifern könne, die General von Schleicher als Reichskanzler und Reichswehrminister mit Unterstützung des Reichspräsidenten verkörpere. Diese Autorität werde General von Schleicher im Gegensatz zu Papen zum Besten ans- nühen. Frankreich habe die Pflicht, diesem Soldaten und absoluten Herrscher uter die Reichswehr gegenüber, der selbst der Mehrheit der Linksorganisationen in Deutschland sympathisch sei. beide Augen zu öffnen. konnten. e Die militärischen Kollegen im Reichswehrministe- rium nannten Schleicher vor Jahren einmal mit leisem spöttischem Unterton den .Bürogeneral ote glaubten. ,hn so bezeichnen zu dürfen - tei bieier Mann obwohl von ihrem eigenen Fleisch und Blut eine Bildung eine Kultur, ein me erlahmen- tes Interesse für" alle Wissensgebiete ausstrahlte, die nicht sehr häufig zu finden sind Immer wieder -st es seine Art. junge Menschen aus den oerfch,ebensten Umgebungen von denen er gehört hatte, zu kleinen persönlichen Auslprachen einzulaten. Mit leidenschaftlicher Anteilnahme verfolgt er alle geistigen und politischen Strömungen, alle Leistungen, alle Ideen, alle Urteile der fugend Stets findet man ihn über alle Dinge, die in dieser Richtung liegen, gut informiert. Es 'st ^ne besondere Fähigkeit. mit Eleganz und schick nicht ohne Witz, sogar nicht ohne einen gewissen Zynismus Die eine Richtung gegen die andere auszw fpielen. Daher tft es nicht erstaunlich wenn er auch häufig Leute als seine Gäste sieht, die grundsätzlich zu seinen geschworenen Gegnern zahlen ... Sm Gegensatz zu dem stets schweigsamen, ve^- fchlofsenen. sorgenumwitterten Brüning zeigt s-ch der General stets angrissslustig in der DHkust fion, höchst beweglich, gewandt und zreml.choffen herzig in seinen Aeußerungen.- Don chm die Worte- „Um ein Führer der Menschen zu fein, muh man einen gewissen 3pm6mu8 teilten. Das ist es. was hervorragende Persönlichkeiten auszeichnet. Es gehört Leichtigkeit u n o Geschmeidigkeit dazu, um ernste Probleme zu meistern." , Wenn man diese Aeußerungen recht versteht, dann wundert man sich vielleicht, warum dieser Wann in den Ruf kam, eine „Sphinx" zu sein, ein Zauberer, ein moderner Alchimist der Politil. Diese Einschätzung ist aber vielleicht zwangsläufig das Produkt seiner Umgebung, die stets hinter ihm zurückblieb, weil sie nicht seine Schnelligkeit, seine Kombinationsgabe besaß. Leute mit größerem Weitblick pflegen ihren Zeitgenoffen seicht unheimlich vorzukommen, felbst wenn auch nicht eine Spur von Dämonie ihnen anhaftet. • Schleichers gesellschaftliche Begabung ist also in der Tat nichts weniger als eine Maske. Er ist em aufrichtiger Freund von Musik, von belebten Debatten von Geselligkeit Zum Beispiel gilt er als hervorragender Tänzer. Es wird erzählt, daß in manchen Minuten eine unbändige jungenhafte Lustigkeit sich aus ihm herausdrängt Sein Ehe- [eben roirb als denkbar glücklich und ungetrübt ge- ^E?ne^ Dame der Berliner Gesellschaft charakterisiert ihn als „den charmantesten Plauderer und den vorbildlichsten Ehemann" Alle, die mit- diesem Mann in Berührung gekommen sind, mochten es ihr gern bestätigen. e -Die RSOAp. Der „Nachtangriff (nat.-soz.) führt aus, wir können in Ruhe abwarten, wie es Herrn v. Schleicher gelingen wird, nicht nur sein Kabinett zusammenzustellen, sondern vor allen Dingen auch sich mit den verschiedenen politischen Gruppen aus» einanderzusetzen und dann wirklich etwas zu 1 e i st e n. Herr o. Schleicher will sich einerseits auf die Freien Gewerkschaften, andererseits aus das Zentrum und die Bayerische Dolkspartei mit den Christlichen Gewerkschaften und endlich auf die Deutschnationalen stützen. Wir sind der lieber- zeugung, daß d i e Gegensätze in diesen Gruppen so groß sind, baß das Fundament des Schleicherkabinetts sehr bald zusammenbrechen wind. Wie Herr v. Schleicher den K o n - flirt mit dem Reichstag vermeiden will, ist uns gleich ein ungelöstes' Rätsel. Die Deutschnatio» nalen sind vor die Zwangslage gestellt, entweder mit dem Zentrum und den roten Gewerkschaften zusammen das Kabinett v. Schleicher zu stutzen oder aber in Opposition zu gehen. — Die Nationalsozialistische Korrespondenz schreibt: Für uns Nationalsozialisten ist es schließlich gleichgültig, ob der neue Reichskanzler von Papen oder von Schleicher oder sonstwie heißt. Nun wird Herr von Schleicher möglichst rasch auf die fDlinifterjucte gehen müssen. Wir versagen uns. die Namen zu verholen, die genannt werden; denn sie werden auch, wenn sie besten Willens sind und kluge Männer fein mögen, die Not des Volkes nicht beheben können; sie werden an ihrer eigenen Unzulänglichkeit zerbrechen, well auch dieses Kabinett nur ein Zehntel des deutschen Volkes hinter sich hat und nur die Interessen ganz bestimmter Schichten vertritt. Daran ändert auch der Name des Kanzlers nichts. Es kommt der Tag, so schreibt die NSK„ an dem das Kabinett Schleicher einem Kabine11 H > 11er PI machen muß, wenn Volk und Vaterland nid)i ..gründe gehen und im Sumpf des Bolschewismus ersticken sollen." Oie Rechte. Experimenten und Zukunftsträu- men verzetteln, sondern auf die wesentlichsten Probleme konzentrieren müsse, also vor allem auf die Senkung der Arbeitslosenzahl und auf die Erkämpfung ter deutschen Wehrhoheit. — Die „K re u z ze i t u n g" (Stahlhelm) bezeichnet es als Schleichers Aufgabe, eine neue ge- sicherte Staatsmacht zu schaffen. Dazu sei notwendig, daß er den Weg zum Volk finde, den fein Vorgänger v. Papen vergeblich gesucht habe. Aber es müsse ein Weg fein, ter in ganz anderer Richtung gehe als der Weg ter Partei- führer und zu einem ganz anderen Ziele führe, als zu der Machtzersplitterung, in die das Parlei- unwesen unser Volk hineingeführt habe. Das Zentrum. Die „G e r m a n i a" (Zentrum) sagt, die neue Reichsregierung müsse alles unterlassen, was die ungeheuren Spannungen, die sich fast zu entladen ohten, noch weiter verschärfen könnte. Das schließe einen Verzicht auf V e r f a s s u n g s e x p e r i - mente ebenso ein, wie die Inangriffnahme einer wirklich sozialen Politik, die sich Der „Lokalanzeiger" (deutschnatl.) würdigt rückschauend die Persönlichkeit Papens und sagt, ob die Kanzlerschaft Schleichers nunmehr als ne Fortsetzung ober mehr als ein Rückschlag gegenüber dem Kurs Papens erscheinen werde, der Name Papen werde aus der Entwicklung nicht ebenso fortzudenken sein, wie mancher andere Name. Ein Kabinett Schleicher sei einstweilen auch ein reines Pra fibialtabinett Daß ein Kcwinett Schleicher mit such liehen Dingen, in den heute so entscheidenden Fragen der Wirtschaft etwa wesentlich andere Wege als das Kabinett Papen sollte gehen können und wollen, sei trotz des Namens Warmbold kaum vorstellbar. Dazu sei es zu ausschließlich auf den Namen Hindenburg gestellt, der sich mit dem Wirtschaftsprogramm Papens ja restlos eins erklärt habe. Die D A 3.“ betont, daß das Kabinett Schleicher nicht den Charakter eines Kampfkabinetts, sondern den einer U e b e r g a n g s 1 o s u n g haben wird, an deren Ausgang die Einfügung der nationalsozialistischen Bewegung in den Staat stehen mu se, die leitet in den letzten Wochen gescheitert sei. Der bis- herige Reichswehrminister dürfe sich nicht oamtt begnügen, die Gefahren zu vermeiten, die sich in diesen Tagen drohend erhoben hatten, sondern er werte von Anfang an sein Kabinett auf das Ziel der Versöhnung Hindenburgs mit Hitler einzustellen haben. Das bedingt ein fachliches Programm und eine Per- sonenauswahl, die beide zwar die uterpartev- liche, präsidiale Struktur tes neuen Kabinetts betonen, gleichzeitig aber ihm im Volke eine breite Unterstützung sichern und der Oppoltt.on keine zerstörenden Formen gestatten. Es- Ware verfrüht, über Schleichers Programm ausführlich zu sprechen. Soviel dürfe man jedoch letzt schon aussprechen, daß er feine Energie nicht in Ur 285 Erstes Blati 182. Jahrgang Samstag, 5. Dezember 1932 SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Was sagt man in London? London, 2. Dez. (WTB.) Die Betrauung des Generals v. Schleicher, „des starken Mannes Deutschlands", wie die Blätter ihn nennen, wird in der Presse zustimmend ausgenommen. „S ta r" unterstreicht, daß die W a h l e i n e s S o l- baten durch den Reichspräsidenten, um Deutschland durch eine seiner schwersten Krisen hindurch zusteuern, eine Periode der Unsicherheit, der Agitation, die Intrige und Manöver beende. — „T t • m e s" sagt, in der jetzigen außerordentlich schwiegen Lage Deutschlands sei die Ernennung Schlei» .chers wahrscheinlich vom innenpolitischen Standpunkt das Beste, was geschehen konnte. Hingegen sei es einfach ausgeschlossen, daß das Ersctei- nen eines Soldaten an der Spitze der deutschen Regierung gegenwärtig in den Nachbarländern ohneBedenken beobachtet werden sollte. Nahezu unvermeidlich würden diese Bedenken in Gens und anderswo in Ge st a 11 einer weniger entgegenkommenden Stimmung ihre" Ausdruck finden. Wie friedfertig auch die Erkia rungen des Generals in der verantwortlichen Stellung sein mögen, in ganz Europa werde man sich daran erinnern, daß er der Mann ist, der erklärt hat, daß Deutschland unterallen Um st änden dieReichswehrreorganisieren und nicht länger die „entwürdigenden Versailler Bestimmungen dulden werde. Die Reorganisation, für die er eintrete, könne nicht zustande gebracht werden, ohne eine Aenderung der Abrüstungsklauseln des Per- sailler Vertrages. Es werde bereits allgemein zu« gegeben, baß biese Klauseln auf jeden Fall nachge- pruft und revidiert werden müßten. General von Schleicher sei keineswegs ein Militarist vom Feldwebeltyp. Er fei versiert in politischen Angelegenheiten, ein verbindlicher und gescheiter Unterhändler und ein intelligenter Mann. Sicher erscheine er als die repräsentativste Persönlichkeit im jetzigen öffentlichen Leben Deutschlands. General o. «chlei- cher habe gezeigt, daß er keineswegs unempfindlich für die Stimmung des Volkes fei. — --Daily Erpreß" schreibt. Die Ernennung des Generals von Schleicher ist ein weiterer Schritt zur offenen Diktatur, zu der das Durcheinander der Parteien und bas politische Chaos im heutigen Deutschland unvermeidlich führen müsse. Es gibt 3mei Wege zur Macht. Der eine besteht darin, die Ereignisse zu lenken und zu beherrschen, eine Methode, die in einer Welt ausgedehnter, unverantwortlicher Kräfte immer schwieriger wird. Der an» dere Weg ist, den Gang der Ereignisse zu über ich u ;edar >ertei L Co tretet Dan n a l i nung Erör Beidl in r m u i land folge den r ü • T Die uni, me Lö tue sar. bei Di la' r ( D s b< fd r>' Q n S n t < 1 i 1 Oie Linke. Das „Berliner Tageblatt" (demokr.) meint, die Betrauung Schleichers müsse auch von denen mit Genugtuung ausgenommen worden, die dem kommenden Kabinett Schleicher ohne Älusionen gegenüberständen. Ein Kabinett Schleicher könne bei den unsicheren Verhältnissen im Reichstag zunächst nur als eineRot- l ö s u n g auf treten, als ein Versuch, für eine neue Kombination das Vertrauen zu erwerbest, das sich Herr v. Papon so gründlich verscherzt habe. 3e deutlicher Schleicher den Trennungsstrich gegen das System Papen ziehe, um so größer werde seine Aussicht sein, die schmale Chance zu erweitern, mit der et fein Kanzleramt beginne. — Die »Dos fische Zeitung' (demokr.) unterstreicht, das) das Kabinett Schleicher mit persönlichen Mitteln versuchen werde, innerpolitisch einen Zustand derRuhe zu schassen, in dem die wirtschaftliche Aufwärtsentwicklung zumindest nicht gehemmt werde. General v. Schleicher habe, wie versichert wird, vom Reichspräsidenten vor der Annahme des Auftrages keine besonderen Vollmachten verlangt. Er scheine zu hoffen, daß es ihm trotz der abweisenden Haltung der Rationalsozialisten gelingen werde, den Reichstag nach der Konstituierung und der politischen Aussprache zu einer freiwilligen längeren Vertagung zu bewegen. Dor „Vorwärts" (soz.1 nennt das Kabinett Schleicher ein umgebildetes Kabinett Papen, in dem nur einige leichte personelle Veränderungen vorgenommen feien. Ganz selbstverständlich werde dieses Kabinett auss allerschwerste an dem Witz trauen weiter tragen, das die Regierung Papen auf sich geladen habe. Ganz selbstverständlich werde die Sozialdemokratie a l le r scha rf sten K a m pf weiterführen gegen jeden, der den verhängnisvollen Papenkurs fort^usetzen gedenke. Trotzdem könne gesagt werden, oaß der Sturz Popens im Kampfe gegen das herrschende System einen ermutigenden Anfangserfolg darstelle. Die Regierungskrise sei bis auf weiteres beendet, die S t a a t s k r i s e dauere fort und die Wirtschaftskrise, ihr vulkanischer Hintergrund, bestehe weiter. Blätterstimmen aus dem Reich. Die „Rheinisch - Westfalische Zeitung" in Essen schreibt, eine der wichtigsten Aufgaben des neuen Kabinetts fei, nachdem die wünschenswerte nationale Konzentration mit Einschaltung der Nationalsozialisten leider nicht habe erreicht werden können, die Sorge für allgemeine politische Beruhigung Der innerpolitische Kampf müsse jetzt möglichst abgeblasen werden. Dabei müsse sich der neue Reichskanzler aber bewußt bleiben, daß eine Aenderung deswirtschoftspoli- tischen Kurses ebenso unmöglich sei wie ein Rückfall in den Parlamentarismus. Aus den Forderungen, die die Gewerkschaften und durch sie die CiParteien dem General von Schleicher unterbreitet haben, ist die Absicht, das Steuer des Slaatsschifses allmählich wieder auf einen Linkskurs herumzuwerfen, deutlich genug erkennbar. Das Blatt betont, daß erst aus der im'Augenblick nach nicht vollzogenen Besetzung der Wirtschaftsministerien Schlüsse auf den wirtschaftspolitischen Kurs des neuen Mannes gezogen werden könnten. Die .Kölnische Zeitung" stellt die Frage, ob es einem Kabinett Schleicher gelingen werde, sich wenigstens über den Winter hinaus Handlungsfreiheit vom Reichstag zu verschaffen. Werden die Parteien wenigstens das selbstverständlichste Gebot parlamentarischer An- ständigkeit erfüllen und diesem neuen Kanzler eine Chance geben? Bisher sind die Aussichten dafür nicht giftig. Wenn Schleicher auch die Parteien der bürgerlichen Rechten hinter sich haben sollte, werden die N a t i o n a l s o z i a l i st e n in der Opposition allein neben den marxistischen Gruppen stehen. Da sie sich hierbei auf die Dauer aber kaum wohl fühlen dürften, ist die Hoffnung nicht ganz unwahrscheinlich, sie tn absehbarer Zeit in das nationale Regierungslager hinüber- zuziehen. Das ist die innerpolitische Aufgabe der nächsten Zeit. Daß Schleicher der g e eigne t st e Kanzler für eine solche Aufgabe ist, halten wir für sicher, und deshalb halten wir seine Beauftragung mit der Kabinettsbildung auch für richtig und gut. Die „Kölnische Volkszeitung (Zentr.) schreibt u. a.: Stimmungsmäßig dürfe die Beauftragung von Schleichers als der Anfang einer Entspannung bezeichnet werden, wenn auch das nicht erreicht worden sei, was nach wie vor das Postulat unserer Innenpolitik bleibe Eine Rot- und Arbeitsgemeinschaft, die i m P a r l a ment einensicherenRück- halt besitze. Lind so lange jener sichere Rückhalt nicht vorhanden sei, werde immer ein großer Teil der politischen Arbeit des Kabinetts absorbiert werden durch den Zwang, nach Wegen zu suchen, die am Konflikt vorbeiführten. Letzten Endes werde es. so weit die Parteien in Frage kommen, davon abhängen, ob die Nationalsozialisten zum Zeichen dessen, daß ihr Kamps gegen den Kommunismus nicht bloß ein Wand- schirm sei, auf ein Zusammenspiel mit den Kommunisten verzichteten. Auch nationalsozialistische Wähler dürsten ein Interesse daran haben, daß die politische und soziale Krise zum Abklingen gebracht werde, das sei mit Hinsicht auf die wirtschaftlichen Verhältnisse eine Frage, die alle Arbeitslosen und in Arbeit Stehenden in allen Berufsständen, in Industrie und Landwirtscha't. in Handel und Gewerbe. gemeinsam angehe. Am Flugplatz Johannisthal bei Berlin wurde d i e neue Flugwerft des Flieger-Horstes Osten des Nationalen Flugsportoereins durch Oberführer Oberleutnant a. D. Schleiff eingeweiht. Die Werft enthält einen vollständig eingerichteten Cehrfaal, eine Werkstatt und eine große Flugzeughalle. — Unser Bild zeigt Mitglieder des Horstes bei der Herstellung eines Flugzeugmodells. Aus der Provinzialhauptstadt. Oie französische Note macht keinen Eindruck. Washington, 2 Dez. (WTB) Der Inhalt der französischen Note macht, soweit sich feststellen läßt, auf die Mitglieder des Kongresses keinen nachhaltigen Eindruck Man hält Frankreichs Verlangen, soweit die französische Zahlungsichwierig» leit in Frage kommt, für vollkommen unbe- rrünbet und sieht nicht ein. weshaib Frankreich eine sonstigen Ausgaben nicht ent« prechend einschränken soll, um feine Schulden zu bezahlen Man bestreitet ferner die Richtigkeit des französischen Arguments, daß das Lausanner Abkommen nicht ratifiziert werden könne, falls Frankreich gezwungen würde, feine schulden zu bezahlen: denn erstens sieht man nicht ein, warum Frankreich nur aus ber beut- d) e n nicht aber aus der eigenen Tasche eine Schulden zahlen könne, zweitens betont man, »aß ein gewaltiger Unterschied bestehe zwischen erzwungenen Reparationen und freiwillig aufgenommenen Anleihen. Weitere Abschwächung des Pfundes. Rückwirkungen aus Washington. London, 2. Dez. (WTB.) Die heutige Bewegung des Pfundkurses war zunächst von der großen Unklarheit über die Bedeutung und Konsequenzen der zweiten Rote an die Vereinigten Staaten getragen worden. Die Eindringlichkeit der wirtschaftlichen und finanziellen Argumentation der Rote hatte hier und da noch am Vormittag eine verhältnismäßig zuversichtliche Stimmung dem Pfund gegenüber auf- kommen lassen, doch schon von Anfang der heutigen Rotierungen an machte sich eine recht ge« teilte Meinung in ziemlich starken Kursschwankungen geltend. Während der ersten Dör- senstunde waren säst jede Minute Aenderungen zwischen 3,24 und 3,26 zu verzeichnen. Seit den Vormittagsstunden vermochte sich in starkem Maße die negative Reaktion Amerikas auf die Rote durchzusetzen, und in den Rachmittagsstunden ist das Pfund dem Dollar gegenüber auf 3,2039 ab etwas gesucht. Der Kurs ist um 1,65 Dollar- Cents niedriger als die gestrige Schlußnotiz. Ausschließung aller Kommunisten aus dem schweizerischen Staatsdienst. Basel, 2 Dez (TU ) Der Bundesrat hat die Ausschließung aller Kommunisten aus dem Staats- dienst beschlossen. Der Bundesrat erklärte, daß die Zugehörigkeit zur Kommunistischen Partei oder die Mitwirkung an einer kommunistischen Organisation unvereinbar fei mitberStellungeines Beamten, Angestellten ober Arbeiters desBunbes. Wer der Komunistischen Partei angehöre, ober an einer kommunistischen Organisation mitwirke, könne weder in den Bundesdienst angenommen werden, noch darin verbleiben. Wer bei her Kommunistischen Partei verbleiben will, hat zum 1. Januar 1933 sein Angestellten- ober Beamten- Verhältnis als aufgelöst zu betrachten. Dies gilt auch für bie Ansprüche aus der Eidgenössischen Ber- sicherungskasse unb der Penfionskasse ber Bunbes- bahnen Butterjahn vom Reichsgericht freigesprochen. Leipzig. 3. Dez. (2BIB. Funkspruch.) 3m Bul- lerjahn-Prozeh verkündete bas Reichsgericht heute mittag folgendes Urteil: Der Angeklagte Walter v u 11 e r j a h n wird unter Aufhebung des Urteils des IV. Strafsenats des Reichsgerichts vorn 11. Dezember 1925 auf kosten der Reizstoffe von der Anklage des Landesverrats freigefprochen. — Rach der Urteilsoerkundigung erlitt die im Zuhörerraum fitzende Mutter Vullerjahns einen Zusammenbruch, sie muhte von dem Bruder des Angeklagten hinausgeführt werden. Finanzausschuß des Hessischen Landtags. WHP. Darmstadt. 2. Dez. Der Finanzausschuß des Hessischen Landtages behandelte den nationalsozialistischen Antrag, der eine Sonderregelung der Arbeitszeit und des Petitionsrechtes für schwerkriegsbeschädigte Beamte, Angestellte und Arbeiter wünscht. Die Regierung erklärte sich bereit überall dort die durchgehende Arbe^szeit einzuführen, wo es die Erfordernisse des Dienstes gestatten. Der Ausschuß erklärte sich damit einverstanden, daß die Regierung alle Behörden anweist, Petitionen kriegsbeschädigter Beamten, Angestellten und Arbeiter direkt den zuständigen Ministerien vorzulegen. Die zuständigen Dienststellen sollen sich zu den Petitionen mit Begründung äußern. Die Hessische Hauptfüriorgestelle ist möglichst in jedem Falle zu hören. Da die Regierung dem Ausschuß noch Spezialmaterial unterbreiten will, wurde ein nationalsozialistischer Antrag, der sich mit der Ruhestandsversetzung und Einstufung von kriegsbeschädigten Beamten, Angestellten und Arbeitern befaßt. zurückgestellt. Einstimmige Billigung fand ein Landbundantrag. der die dringende Instandsetzung der Straße Hosheim—Worms wünscht. Eine Eingabe des P rovinzi a l a us schu s ses Oberhesfen. erhöhte Mittel für die Instandsetzung der Provinzial st raßen in Oberhessen sofort bereitzustellen, wurde für den Staatsvoranschlag 1933 zurückgestellt. Auf Anregung des Abg. H e i n st a d t (Z.) befaßte sich der Ausschuß zum Schluß mit einem Ausschreiben des Finanzministeriums über die Reuse st sehung derPachtsätze für fiskalisches Gelände. Abg. Glaser (Lbd.) betonte, daß nach seinen Feststellungen die Pachtsätze zur Zeit höher liegen als 1930 und 1931. Der Ausschuß beschloß, die Regierung zu ersuchen. die Pachtsätze derart festzusehen, daß sie 1932 und 1933 keinesfalls höher liegen als im Jahre 1931. Dom Schenken und Denken. Derr Zauber, den das Weihnachtsfest trotz allen Elends und trotz aller Bedrängnis immer wieder verbreitet, umfängt auch die Menschen von 1932. Der siegende Frieden in einer Zeit aufgewühlter Leidenschaften zerquälter Menschen ist das große Wunder der deutschen WeihnachtI Lieber alle Klüfte der inneren Zerrissenheit, die unser heutiges Dasein in feiner Llnvollkomrnenheit beherr- fiven, zwingt immer wieder der Stern von Bethlehem die Menschen zum Rachdenken, zur Selbstbesinnung und zur Rechenschaft. Das Wort Jesu Christi beweist gerade in der Zeit der langen dunklen Rächte seine innere Kraft und als Wertvollstes die Gewißheit, die es für den religiösen Menschen in sich schließt, daß der Mensch nicht auf der Erde ist, um zu leben, sondern seine Pflicht zu tun. Wo aber liegen diese Pflichten? Sie liegen einmal in einer persönlichen Haltung der Llmwelt gegenüber, im Wissen um die sozialen Spannungen und den Willen, alles zu tun, das Los zahlloser Volksgenossen, deren Dasein für sie dem Leben den Sinn genommen zu haben scheint, zu erleichtern. Diese Pflichten liegen nicht zuletzt auch in einer positiven Einstellung den unabdingbaren Erfordernissen der Ration gegenüber I Was kann der einzelne Mensch aber tun, um seine Pflichten zu erfüllen? Sehr viell Soziales Verständnis äußert sich nicht in unverbindlichen Reden, sondern allein durch die Tat! Das Problem, das alle beschäftigt, ist die Beseitigung der Arbeitslosigkeit, die Familie, Ethik und Moral gefährdet, die 6 Millionen deutsche Menschen und mehr in fast unerträglichen Lebensbedingungen vegetieren läßt, und durch die wachsende Radikalisierung der erwerbslosen Massen die Ration ernstlich bedroht. Die Lösung? Arbeit schaffen! Hier braucht keiner an „verantwörtlicher Stelle" zu sitzen, hier muß jeder helfen. Das Schicksal unserer Wirtschaft ruht nicht zuletzt in unserer Hand. Alle, die wir noch etwas auszugeben haben, verfügen — so unwahrscheinlich es auch klingen mag — über die Anzahl der Arbeitsplätze. In einer Zeit bitterster Rot sollte es doch wohl eigentlich selbstverständlich sein, daß wir uns ernsthaft bemühen, in erster Linie der deutschen Wirtschaft und ihren Arbeitern, dem heimischen Handwerksmeister und Gewerbetreibenden Arbeit zu geben und nicht, wie es bisher in starkem Umfange geschehen ist, ausländische Waren zu bevorzugen, selbst wenn wir sie aus eigener Arbeit gleich gut und gleich preiswert bekommen können. Winterhilfe, deutsche Weihnacht und Auslandsware passen einfach nicht zusammen! Das gilt es ganz besonders in der Weihnachtszeit, als den Wochen besonders häufiger Einkäufe, zu beachten. Dor dem Schenken muh das Denken stehen! Ich denke deutsch, wenn ich, wo nur irgend angängig, deutsche Waren bevorzuge, und ich denke unsozial, undeutsch, wenn ich mein sauer verdientes Einkommen nicht in erster Linie meinen notleidenden Volksgenossen, sondern dem ausländischen Unternehmer zu verdienen gebe. T. R. Triebkräfte im deutschen Sprachleben. Im Dorlesungsgebäude der Universität sprach am Donnerstagabend Gehei merat Prof. Dr. Betz a g h e l vor vielen Zuhörern über das Thema „Triebkräfte im deutschen Sprachleben". Der Vortragende charakterisierte zunächst die geschichtliche Entwicklung unserer Sprache, wies grundsätzliche Unterschiede zwischen der Sprache in Ulsilas Bibelübersetzung unb der gegenwärtigen Sprache aus, die klar erkennen ließen, daß die Sprache im Laufe ber Jahrhunderte eine weitgehende Vereinfachung erfahren hat. Weglassungen, Verkümmerungen, Verschmelzungen, Sparsamkeit in der Ausbrucks- weise, Fortfall von Silben, die ihren Sinn verloren haben, formten die Sprache. Besondere Entwicklung sei bei Personennamen zu beobachten. In Deutschland habe man ursprünglich nur die Vornamen als Bezeichnung einer Person gekannt. Später erst erhielten die Menschen zur besseren Unterscheidung Beinamen. In Süddeutschlanb habe man diese Beinamen vom Beruf, vom Herkommen unb vom Aussehen abgeleitet, im Norddeutschen aber vom Vaternamen, da ja (man denke an die Fischer) oft ganze Dörfer dem gleidjen Berufe dienten unb infolgedessen keine Unterscheidungsmöglichkeil mehr gegeben war. Verkümmerungen ber Sprache brachte auch ber Gebrauch im Alltag' Man spreche heute von Photo, Auto usw., Wortformen, die aus weitaus längeren Worten gebildet wurden. Der Hauptgrund I für derartige Kürzungen liege in der Trägheit. 3n der Sprache könne man von einem „Gesetz ber wachsenden Glieder" sprechen, das schon in Luthers Bibelübersetzung zu verfolgen sei. Die umfangreicheren Glieder eines Satzes ober auch ber Worte würben immer wieder unb meist unbewußt an das Ende gestellt. Man könne davon sprechen, daß rhythmische Nöte oeranlafsenb wirkten. Zu beobachten seien ferner (in den verschiedensten Gebieten unseres Vaterlandes) nicht unwesentliche Derschie- b ungen in der Betonung, die im Dialekt verwurzelt finb. Aenderungen ergäben sich hier aus Gründen der Nützlichkeit, aber auch aus dem Wunsche, die Sprache schöner zu geftalten. Die mündliche Sprache sei oft stark beeinflußt durch die Erregung, die zu Uebertreib ungen und zu Wiederholungen verleite. Den Kürzungen innerhalb unserer Sprache stünden aber auch Mehrungen gegenüber. Häufig handle es sich dabei um Erscheinungen aus dem Unterbewußten. Zu unterscheiden sei hier aber wieder, baß bie Schriftprobe bewußter schaffe, als die mündliche. Zum Schluß kennzeichnete Geheimerat B e • haghel das Wirken des Deutschen Sprachvereins. Man habe sich einmal mit dem Gedanken getragen, eine Akademie der Sprache zu schaffen. Der Gedanke sei aus dem Sprachverein heraus mit großer Mehrheit abgelehnt worden, da man befürchtete, baß die Sprache unnatürlich beeinflußt werben könne. Der Sprachverein selbst wolle in anderer Weise wirken. Er strebe eine Vereinfachung der Sprache unb die Vermeidung der Fremdwörter an. Kampf dem Fremdwort sei aber, entgegen einer allgemein verbreiteten Meinung, nicht das einige Ziel. Insbesondere habe man die Aufmerksamkeit der Amtssprache zugewandt unb bort schon erfreuliche Erfolge erzielt. Die Arbeit des Sprachvereins sei getragen von der Hingegebenheit an deutsches Volkstum und cm die deutsche Sprache. Die Zuhörer folgten dem Vortrag mit gespannter Aufmerksamkeit unb dankten mit lebhaftem Beifall. * Anschließend fanb die Mitgliederversammlung des Sprachvereins statt, in der der bisherige Vorstand wiedergewähll wurde. Außerdem wurde der Vorstand durch die Neuwahl von Herrn Dr. Fühler erweitert. (Yics^ner Wochen Marktpreise. • Gießen, 3. Dez. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,30: Landbutter 1,30; Kochbutter 1,00; Matte 25 bis 30; Wirsing 8 bis 10; Weißkraut 6 bis 8; Rotkraut 8 bis 10; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8 bis 10; Spinat 15; Llnter-Kohlrabi 6 bis 8; Grünkohl 15;, Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80: Zwiebeln 8 bis 10; Meerrettich 35 bis 60: Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kartoffeln 3; Aepfel 18 bis 35; Birnen 20 bis 35; Dörrobst 35 bis 40; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 bis 90; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 65 bis 75; Enten 80 bis 90; Rüsse 35 bis 40: Tauben Stück 50 bis 60; Eier (ausl.) 12 bis 14; Eier (inL) 14; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 8 bis 15; Ober- Kohlrabi 8 bis 10; Lauch 5 bis 10; Rettich 10 bis 15; Sellerie 10 bis 35; Kartoffeln Zentner 2,50; Weißkraut 4,00; Rotkraut 6,00; Wirsing 6,00 Mk. ♦iSornohscn. — Tagesfalenber für Samstag: GDA. 20.30 Uhr, ©af£ Ebel, Weihnachtsfeier. — Artll- lerie-Verein, 20.30 Uhr, „Hess. Hof", Monatsversammlung. — Altersoereiniaung 1883—1933, Gastwirtschaft Lamm, Hauptversammlung. — Radclub Germania 1899, ab 17 Uhr, Radball-Turnier, Sie- bigshöhe. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 14.15 Uhr, Weihnachts-Märchen-Dorstellung; ab 16 Uhr „Friederike". — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Menschen hinter Gittern". — Tageskalender für Sonntag: Stadttheater, 18.30 bis 21 Uhr, „Der Raub der Sa- bmerinnen". — Oberhefs. Kunstverein, Turmhaus am Brandplatz, 11 bis 13 Uhr, Ausstellung. — Ge- sellschaftsoerain (Klub), 17 Uhr, Tanzt«. — Ein- Wissen Sie's schon Sunlicht Seife 10 Pfg. NEU! 10 Pfg.-Packung NEU! Doppel 27 Pfg. Block 23 Pfg. ’ öS, hörn'® W hei-nm MO 'M"" WnV 1 Letd Arche" tag.4-. Ausste den od friegs. eine aufnat ist aus hener freien foldotl des J SeseS ist ooir aus bei kost i sieller am M CastL wirtur diesen statt, i dabei Gesund der her 'M Beni' Ä S Gest padisö liche ' Für hing ler rech fahr! allen % besoi gien dem HO Pror har für i ßen) Uni» einen die Die K behan! harrr und seien schri! Rebe Aerz t r ä der man tonn hätte wisse arbi hatte Leh bis , Zu f Klinik tagen gcrech richt-s zu be gkuxn l'chkej derer Koster senken vatfiri räum, wesse> tn hie erst, seht der T traue, bev Stiny dah b'Q Da k Rundsunkprogramm die Wirtschaftlichkeit der Klinik. ,en er 5 d o r • e n DIE DEUTSCHE 2 Der Telefunken 231 nimmt es bei richtiger Bedienung mit dem größten auf. Einschi. Röhren RM189-, (bei Gleichstrom RM199,-) Für trennscharfen und klangreinen Europa- Empfang bleiben nach planmäßiger Prüfung 2 Apparate zur Wahl: Der Telefunken 343 und derTelefunken 231 Der Telefunken 343 bringt alle Sender schon durch die Einstellung automatisch getrennt. Einschließlich Röhren RM 248,-»^ (bei Gleichstrom RM 258,—) am heutigen Samstag, 20.15 Uhr, einen Bunten Abend In Lich "VesuchszeitenrndenMuseen. Das Oberhessische Museum im Alten Schloß, das Döl'e.rnuseum, sow e das Kriegsmusenm und die Städtisch« Gemäldesammlung im Neuen Schloß sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Ahr ge- öffnet. ** Mieterjubiläum. Am 1. Dezember wohnte die Familie Weiershäuser seit 25' xM’ ren im Hause von Karl German, Wolkengasse 13. Das Jubiläum ist ein Zeichen guten Einvernehmens zwischen Mieter und Hausbesitzer. ** Die Meisterprüfungen 1933 (Anmeldung und Vorbereitungskursus) betrifft eine Anzeige in unserem heutigen Blatte. Interessenten seien besonders darauf aufmerksam gemacht. •• Sterbefälle in Gießen. In der Zeit vom 15. bis 30. November verstarben in unserer Stadt: 15.: Wilhelm Bernhardt, Gärtner^ 61 Jahre, Frankfurter Straße HO; Georg Kreie, Kandidat der Medizin, 32 Jahre, Sicher 6tr 29; 16.- Wilhelm Zurbuch, Rentner, II Jahre, Lud- wigsplatz 5: II.: Martin Simon, Schuhmacher- meister, 84 Jahre, Crednerstraße 19; 19.: Johanna K.hr, Lehrerin. 46 Jahre. Weserstraße 3; 20 • Ernst Lauer, Reichsbahn-Sekretär, 53 Jahre, Bahnhofstraße 29; 21.: Jakob Gerhard Schuhmacher, 80 Jahre, Lindengasse 1; Heinrich Bomel, Student der Theologie, 19 Jahre, Friedensstr. 43; 22.: Heinrich Bechtold, Oberstellwerlsmcister, 62 Jahre, Wartweg 91; 23.: Emilie Rosenbach, geb. Hartung, 46 Jahre, Hofmannstraße I; 25.: Philipp Mieth, Werkmeister, 54 Jahre, Rodheimer Straße 41; Heinrich Dietz, Amtsgehilfe, 27 Jahre, Krofdorfer Straße 22; Katharine Ahl, geb. Schwan, 49 Jahre, Ebelstrahe 28; 26.: Helene Bechstein, geb. Kißner, Witwe, 81 Jahre, Dis- marckstraße 20; Minna Hellwig, geb. Hellwig, Witwe, 81 Jahre, Goethestxatze 21; 28.: Emma Schwan, geb. Odel, Witwe, 76 Jahre, Hammstr. 4. Em W Orthopädische stniversitälsklmik Die Mitgliederversammlung des Hessischen $ür;orget>erein<$ für Krüppel. messen« Miet« bezahle .. . Trotz mancherlei Schwierigkeiten habe sich hie Orthopädische Klinik bereits ,m er st en Zahle ihres Be st e h e n s d u r ch g e ° setzt und sich dank eifriger Mitarbeit aller 21er3t€, der Schwestern und des Hilfspersonals das Vertrauen der Patienten und der Bevölkerung erworben. Nicht nur die D a s e i n sb e r e ch t i gu n g der Klinik sei erwiesen, sondern es habe sich gezeigt, daß diese Klinik einer dringenden Notwen- d'gkeit entspreche. Hierauf erstattete der Geschäftsführer des rTur- forgevereins für Krüppel, Oberinspektor Lang* Darmstadt, den Bericht über Daraus war zu entnehmen, daß sich im Jahre 1932 die Einnahmen auf 88 911,10 Mk., die Ausgaben auf 8-7 945 Mk. beliefen. Auf der Klinik ruh! letzt nur noch eine Schuldverpflichtung von 12 000 Mark für ein Darlehen von der Hessischen Regierung, das mit 4 Prozent verzinst und in drei Jahresraten getilgt werden muß. Dank zahlreicher Schenkunge" ist der gesamte übrige Klinikbesitz schuldenfrei. D Abschluß der Klinikrechnung wurde einstimmig genehmigt. Ferner fand der Voranschlag für 1 93 3 mit 86 252,10 Mk. in Einnahme und Aus- ersten Jahre ihres Bestehens. Die Klinik soll bekanntlich nicht nur der Kranken- behandlung, sondern auch der Lehre und der^ Forschung dienen. Im Sommersemcster hatte sie 60 Harer im Wintersemester 70. Bon der Ausbildung und Prüfung der Mediziner in- der Orthopädie seien nunmehr auch in Hessen bedeutsame Fort- chritte auf orthopädischem Gebiet zu erwarten. Neben der Tätigkeit in der Klinik seien von deren Aerzten noch zahlreiche Muftlärun"--"-- träge und Beratungen in allen der Provinz geboten worden. Dadurch habe man eine sehr erfolgversprechende Saat ausstreuen können. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten hätten bisher ihren Niederschlag in Vortragen und wissenschaftlichen Sitzungen, sowie in einer Doktor- arbwt gefunden. Im ersten Betr,ebsiahr der Klinik hätten rund 3000 Personen poliklinische Behandlung erfahren; an manchen Tagen seien bis zu 70 Patienten in der Poliklinik er|ch>enen. Zu stationärer Behandlung in der Orthopad |chen Klinik seien 676 Patienten mit 14 783 Verpflegungs- tagen aufgenommen worden 105 Operationen, nicht gerechnet die kleineren Operationen, seien im Berichtsjahr vorgenommen worden; hierbei sei aber zu beachten, daß in der Klinik Heilverfahren angewandt werden, durch die Operationen nach Möglichkeit überflüssig gemacht werden sollen. Besonderes Gewicht |el auch darauf gelegt worden^ d.e Kosten der Behandlung soweit wie möglich zu senken. Die Herstellung der Apparate sei Er Privatfirma übertragen worden, dl« ihre Werkstatt- räume im Klinikgebäude habe und dafür eine ange- Hassinger, Darmstadt. 18.50: .Die Bedeutung deS Oesterreichers", Vortrag von Erik Gras Wicken* bürg 19.30: Anterhaltungskonzert des Rund,unk- Orchesters. 20.30: Macht hoch die Tür, die Tor macht weit..., eine Hörfolge aus dem Advent. 21: Konzert. 22.30: Beim Kölner Sechstagerennen. Sprecher: Ernst — Rauher. 22.55 bis 24: Nachtmusik mit Tanz. Donnerstag, 8. Dezember. 720: Frühkonzert. 9 bis 9.45 (Bon Leipzig): Schulfunk, Austauschsendung: Beim Türmer von St. Annen in Annaberg, Weihnachten im Erzgebirge. 12: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 13.30: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Aus dem Großen Saal der Städtischen Musik-Hochschule Darmstadt: V Akademie-Kon^rt der Städtischen Akademie für Tonkunst. 18.25: Zeitfragen. 18.50: .Sinn und Aufgabe der Westdeutschen Studentenschaft im Rahmen der Gesamtnation", Vortrag von stud. theol. Hermann Reuburg, Kreisleiter des Kreisest der Deutschen Studentenschaft. 19.2O:„Reues aus aller Welt", von Professor Dr. Walther Behrmann. 19.30: Anterhaltungskonzert des Rundfunk-Orchesters. 20.30: Die Musterweiber. Operette in drei Akten. 22.45: Rachtkonzert. 23.40 bis 0.10: Schluß des Kölner Sechstagerennens, Hörbericht. Freitag, 9. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10: Von Hamburg: Schulfunk — Austauschsendung. Ein« Seeamtsverhandlung. (Für Kinder vom 12. Jahre ab.) 12: Konzert aus Schallplatten. 13.30: Konzert. 17: Konzert. 18.25: „Deutschland und bte Altersversorgung in der Welt", Vortrag von Professor Dr. Karl Pribram, Frankfurt a. M. 18.50: Aerzte-Vortrag: „Strahlenwirkung auf die Haut des Menschen". 19.45: „Sterbendes Handwerk: Beim Goldschmied". 20.15: Die Jagd nach dem Goldschatz des Kapitän Kid. Eine abenteuerliche Geschichte von Rudolf Schneider-Schelde. 21.15: Mannheim: Orchester-Konzert. 22.45: Kammermusik für Violoncello und Klavier. 23.15 bis 24: Reue Tanzmusik. Samstag, 10. Dezember. 7.20: Frühkonzert auf Schallplatten. 10.10: Schulfunk — Austauschsendung. Szenen auS „Prinz von Homburg" von Heinrich von Kleist. 12: Konzert aus Schallplattem 13.30 bis 14.40: Karlsruhe: Anterhaltungskonzert des Philharm. Orchesters Karlsruhe. 15.30 bis 16.30: Stunde der Jugend. 17: Konzert der Kapelle Carlo Ranstl. 18 25' Ich und di« Sache", Vortrag von Herrn, von Müller. 18.50: „Wo bleibt der politische Ingenieur?", Vortrag von Herbert Kayser. 19.30: Erdachte Gespräche. Von Paul Ernst. 20: Von Hamburg: Blankeneser Schiffertag. Ein Heimatfest an der Rieder-Elbe. 22: Lustiger Hörbericht: vom Fußball-Wettspiel. Südfunk — Landestheater. 22.45 bis 24: Rachtmusik. horn-Saal, 10 bis 20 Uhr, Verdun-Ausstellung — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11.15 Uhr, „Das Geheimnis der U-Deutschland"; 14 Uhr, Weihnachts- Märchen-Dorstellung. ab 15 Uhr „Strich unter die Rechnung" — Astoria-Lichtspiele, Seltersweg, „Menschen hinter Gittern". — Die Ausstellung „Der Kampf um Verdun", die gegenwärtig im Einhornsaal, am Kirchenplatz, gezeigt wird, wird am morgigen 'Sonntag, 4. Dezember, zum letztenmal geöffnet sein Die Ausstellung zeigt in einer großen ReliefdarsteUung den Schauplatz der gewaltigsten Schlachten des Welp kriegs. Neben dem Relief hat man Gelegenheit, noch eine Reihe von interessanten Lichtbildern (Orlginal- aufnahmen aus dem Weltkrieg) zu sehen. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich — Parade der Zinnsoldaten. Der Gie- ßener Burger Karl Hannawacker hat in seiner freien Zeit in langer Arbeit ein Heer von Zinn- soldaten hergestellt, das in diesen Tagen im Saale des .Einhorn" zu sehen ist. Eine Darstellung eines Gefechtes im Weltkriege mit allem zugehörigen Material (Eisenbahnen, Brücken, Schützengräben, Flie- qer (eiadhche und schwarze Truppen) wird en miniature ebenfalls zu sehen sein. Die Ausstellung ist vom 6 bis 13. Dezember geöffnet. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Vortrag und Kursus über Roh - f o st. Der Psychologe, Naturheilkundige und Schrift steiler Walter Thiele aus Freiburg veranstaltet am Montag, 5. Dezember, 20 Uhr, im Saale des Cafs Leib einen Vortrag über das Thema „Wunderwirkungen vernünftiger Rohkost" 9m Anschluß an diesen Vortrag finden drei Tage lang Rohkostkurse statt, in denen Rohkostgerichte bereitet werden und dabei gleichzeitig alle Fragen der Ernährung und Gesundheitspflege behandelt werden. Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich ** Gastspiel d e s Stadttheaters Gie- ß e n i n L i ch. Das Ensemble des Stadttheaters gibt 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Konzert des Württ. Tonkünstler-Orchesters 13.30: Mittagskonzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 15.20 bis 15.50: Hausfrauen-Nachmittag. 17: Konzert des Rundfunk-Orchesters. 18.25: „Die vor- städtische Kleinsiedlung. - Erreichtes und Geplan- tes", Vortrag von Professor W. Uhde, Trier. 18 50. „Wie versuche ich mit den Schwierigkeiten der Zeit fertig zu werden?", Vortrag von Hermann Hernget. 19.30: Der Nikolaus kommt. Von Fried Stern 20: Ein Walzertraum. Operette in 3 Akten. 22.45 bis 24: Nachtkonzert. Mittwoch, 7. Dezember. 7.20: Frühlonzert auf Schallplatten. 10.20 bis 10 50: „Tie Franken finden eine Furt imMain , geschichtliches Hörbild von Alpha. 12: QBittagöl- E>tL 13.30: Konzert auf Schallplat^n. 15.15 bis 16.15: Stunde der Jugend. 17: Rachmittagskonzert. 18.25: »Sinn und Ausgabe des freiwilligen Arbeitsdienstes", Vortrag von Oberschulrat Lukasgemeinde; 20: Missionsstunde Pfr. Groh. -- Kapelle des Allen Friedhofs. 9.30: Pfr. Lenz Beichte und hl. Abendmahl 11.15: Kinderkirche für die Lu- thergememde; Pfr. Lenz. - Vetrusrapelle. 9.45: Pfr bic. Waas Beichte und hl. Abendmahl; 11.15: Kinderkirche für die Petrusgemeinde; $fr. Lia Waas. - Klein-Linden. 11: Kindergottesdienst 13.30: Hauptgottesdienst. - wiefeck. 9.45: Hauptgottes- dienst 11: Kinderkirche 19 30: Adventsandacht. — Allen-Bufeck. 10: Gottesdienst, 13: Kinderkirche — Großen-Dufeck 10.30: Gottesdienst. - Oppenrod. 9: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg 13 30: Daubringen; 13.30: Mainzlar. - haufen Garben- teich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — Watzenborn- Steinberg. 19.30: Hauptgottesdienst — Gruningen. 13.15: Hauptgottesdienst. — Cid) 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Draudt; Kirchenchor; hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst; 14: Stiftsdechant Kahn. Katholische Gemeinden. Samstag, den 3. Dezember. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, den 4. Dezember. 2. Adventssonntag. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe. Kommunion der Männer und Jünglinge; 8: Kommunwn; 9: Hochamt mit Predigt 11: Messe mit Predigt 1T30: Adventsandacht. —Grünberg. 9 45: Messe mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht, — Laudach. 10: Hochamt mit Predigt; 14 30: Christenlehre und Andacht. - Cich- 7.30: Hochamt m,t Pre- bigt; 20: Vortrag und Andacht. Nidda. 8 30. Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.30: Hochamt mit Predigt. Mittwoch, den 7. Dezember. Hungen. 7.30 Uhr: Messe^ Gestern nachmittag fand im Turnsaal der Ortho- pädischen Universitätsklinik die diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung des Hess. Fürsorgevereins für Krüppel unter Leitung semes Vorsitzenden, Oberbürgermeister M u e l - l e r (Darmstadt) statt. Zu der Tagung waren zah ° rc'-che Vertreter von Verwaltungsbehörden, Wohl- fahrtseinrichtungen. der Eoang. Kirche usw. aus allen Teilen Hessens erschienen. Nach Begrüßungsworten des Vorsitzenden, der besonderen LLillkommengruß dem Vertreter der Regierung, Ministerialrat Dr. S ch r o h e (Darmstadt), dem Präsidenten der Landesversicherungsanstalt Hessen Dr. h. c. Neumann (Darmstadt) ten Prooinzialdirektoren ® raef (Gießen) und G eb - Hardt (Darmstadt), sowie dem Superintendenten für Oberhessen, Oberkirchenrat D. Wagner (Gießen) entbot, gab der Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik, Professor Dr. Pitzen, zunächst einen Bericht über die Entwicklung der Orthopädischen Klinik im gäbe einstimmige Annahme. Der Jahresbericht des Fürsorgevereins für Krüppel enthält im übrigen folgende allgemein intereffie- renöe Angaben: Der M i t g l i e d e r st a n d 1931 beläuft sich insgesamt auf 1098. Davon sind 459 Private, 3 Provinzen, 18 Kreise, 578 Gemeinden und 40 Krankenkassen usw. Nach dem Rech- nungsergebnis der Jahre 1931 und 1 9 32 sind an Einnahmen (es liegt nur ein vorläufiger Abschluß vor, da das Jahr 1932 noch nicht beendet ist) 126 490 06 Mi., an Ausgaben (einschließlich der Bau- und Einrichtungskosten für die Klinik) 297 189,55 Mark zu verzeichnen. Der Mehrausgabe von 170 699,19 Mk. ist ein Vermögensstand von 160 951,82 Mk. gegenüberzustellen, so daß sich die Höhe der Schulden am 2. Dezember 1932 auf 9 747,67 Mk. bc.äuft. Das Vermögen des Vereins besteht jetzt nur noch in der Klinik in Gießen, die mit Inneneinrichtung rund 500 000 Mk wert und bis auf 18 000 Mk (Darlehen des Hessrschen Staates und einige andere Verpflichtungen gegenüber dem Staat) schuldenfrei ist. .. Der Voranschlag des Hessischen Fur- sorgeoerein s für Krüppel für 19 33 schließt in Einnahme und Ausgabe mit ie 15 500 Mk. Die Rechnungsberichte wurden von der Versammlung einstimmig genehmigt. Der Regelung von Pacht- und Erbbauverträgen mitten Grundstückseigentümern des Klinikgeländes (Stadt Gießen und Staat) durch den Vorstand wurde einhellig zuge- ftimmt. _ _ r, Fürsorgeverein und Jlieber-Ramflabt. Die Nebeneinander- und Zusammenarbeit des Hessischen Fürsorgevereins für Krüppel der Orthopädischen K.inik und der Anstalt des Hessiichen Lon- desoereins für Innere Mission in Nieder-Ramstadt, sowie die Zuschußleistung durch den Fursorgeverein und die Bezirksfürsorgeverbände bildeten den Gegenstand einer langen Aussprache, die mit einer allseits angenommenen Regelung abschloß. Die Vorstandswahl. I Bei der Dorstandswahl blieb die Zusammensetzung des Vorstandes nahezu unverändert, tfür Prof Dr Pitzen, der von dem Amt des stellver- tretenden Dereinsvorsitzenden zurückzutreten wünschte wurde Präsident Or. b. c. N e u m a n n -Darmstadt zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. 2ln Stelle von Pfarrer F i n k, der aus Ge|undheitsruck- sichten sich der Dereinsarbeit nicht weiter widmen kann, soll von den katholischen Verbänden der Vor- schlag eines anderen Mitgliedes erbeten werden. Im Anschluß an die Tagung fand noch eine kurze Besichtigung der Orthopädischen Klinik statt. ZMW KW <11 OV’ Tel- 3170 y (^Größte Ausstellung Reparaturen, komplette Anlagen Sonntag, 4. Dezember. 6.35 Uhr: Don Hamburg: Hafenkonzert. 8.15: Choralblasen. 8.30: Morgenfeier, veranstaltet von der Evang Landeskirche Franksurt a. M. 9.30: Stunde des Chorgejangs. 10.30: Aus einer Kana- rien-Ausftellung: Konzert der Preisträger. 10.45: Finnische Musik. 11.30: Don Leipzig. Reichs,en- düng: Kantate, von Johann Sebastian Bach. 12.Oo: Mittagskonzert des Rundfunk-Orchesters. 13.05: Konzert auf Schallplatten. 14.10: Stunde des Landes. 15 05: Läuder-Fußballspiel: Deutschland — Holland, Sprecher. Dr. Ernst und Dr. Paul Laven. 15.40: Gedichte von Agnes Ernst 16: Kurhaus Wiesbaden: Konzert des Städtischen Kurorchesters. 18: „Wie die Kinder in der Stadt und auf dem Lande der Win- terhilse geholfen haben", Gespräch zwischen Wally Baumann und O. W. Studtmann 18.25: Vergnügliches Zwischenspiel, Kmra Eders und Heinz Schröter fingen und spielen Walzerlieder. 18.55: ..Europäische Denker: Edmund Husserl". Vortrag von Dr. L. Hamburger, Frankfurt a. M. 19 30: „Die Jagd nach dem neuesten Buch" Eine zeitgemäße Betrachtung von Rudolf Geck 20: (M. und Deutschland- sinder) Wartburgsaal, Saarbrücken: Zugunsten der Winterhilfe: Funkfahrt ins Blaue. 22 45: Nachtmusik. 23.30: Hörbericht vom Sechstage-Rennen. 23.45 bis 24: Fortsetzung der Nachtmusik. Montag, 5. Dezember. 7.20 Uhr: Frühkonzert auf Schallplatten. 12: Unterhaltungskonzert. 13.30: Konzert auf Schall- platten. 15.20: .Krisis in der deutschen Mädchen- dewegung", Vortrag von Henni Warninghosf, Han- nover 17: Konzert der Kapelle Georg Lange 18.25: Von Tränen, Perlen und Opalen , Vortrag von Dr. O. Lange. 18.50: Englischer Sprachunterricht 19.20: Weihnachtsratgeber für den Büchermarkt. Don der Literarischen Abteilung 19.35: Mandolinen- Konzert. 20 05: Aus dem Kleinen Saal des Saal- baues Frankfurt a. M.: Stunde der Kammermusik. 21- Der heilige Nikolaus. Don Nikolaus Schwarzkopf. Vorgelesen vom Autor. 21.30: Tanzmusik der Kapelle Egon Kaiser. 22.45 bis 24: Nachtmusik. Dienstag, 6. Dezember. | SonnlagSdienitd.Aerzteu.Avotl,ekenam4.12.32 s>rau Oi .Rothenberger. W.Klein. Engelavoth. rtabnarzt: vr. Breuning. tt'Cttcrüi)rtiH9ia(U Durch die Südseite der Nordmeerstörung sind wir in den Bereich wärmerer Luft gelangt, welche die. figes und zu Regen neigendes Wetter verursachte Bon Westen hei ist der Nachschub wieder kuhlerer maritimer Luft zu erkennen, die auch bei uns Ein- stutz gewinnt und vorerst zu wechselhaftem Wetter mit Schauern führen wird Da gleichzeitig eme Luftdruckzunahme im Westen zu erkennen ist, wird sich später die Wetterlage etwas beruh gen und belfern Dabei stellt nächtlicher Bewölkungsrückgang Frost gefahr in Aussicht . Ans ichten für Sonntag Anfangs be- deckt und Niederschläge, wechselnd bewölkt mit vorübergehendem Aufklaren, Temperaturen wieder zu- rückgehend, vereinzelte Schauer, auf den Bergen als Schnee, westliche Winde Aussichten für Montag: Immer noch Westwetter, doch etwas ruhiger, bei Aufklaren Nachtfrostgefahr. Lufttemperaturen am 2 Dezember: mittags 4,9 Grad Celsius, abends 3,8 Grad, am 3 Dezember: morgens 2,9 Grad Maximum 4,9 Grad, Minimum 0 2 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2 Dezember: abends 3,2 Grad, am 3. Dezember morgens 1,9 Grad Celsius. Daten für Samstag. 3. Dezember. 1857: der Bildhauer Ehr. Daniel Rauch in Dresden gestorben; — 1888: der Universitätsmechaniker Karl Zeih, Gründer der Zeiß-Werke, in Jena ge- ftorben. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, den 4. Dezember. 2. Advent. Stadtkirche. 9.30 Uhr: Pfr. Becker, 11: Kinder- kirche für die Markusgemeinde Pfr. Becker 17: Pfr. Mahr; Beichte und hl. Abendmahl für die Matthaus- gemeinde. — Johanneskirche. 9.30: Pfr. Ausfeld zugleich Militärgvttesdienst, Beichte und hl. Abend- mahl für die Militärgemeinde; 1115: Kinderkirche für die Johannesgemeinde; Pfr. Ausfeld; 17:_ Pfr. Bechtolsheimer; Beichte und hl. Abendmahl für die Sensationspreise für gute Mäntel I Es ist uns gelungen, jetzt schon einen großen Posten guter Winter-Mäntel ganz besonders preisgünstig zu erwerben. — Wir bringen diesen Posten - in Verbindung mit Mänteln aus unserem Lager - in nebenstehenden 3 billigen Preisserien zum Verkauf Daher gleich morgen zu Nowack Giessen Seltersweg 81 I I Serie II Serie III Serie I Dieser elegante Mantel kostet nur Mk. 19.50 Flotte Wintermäntel aus guten, teils reif f^ienen Diagonal- u. Marengubtotfen, gute Paßformen, ganz gefüttert, teils mit großem Pelzkragen oder -krawatte ...... Elegante Wintermäntel aus prima reinwollenen Stoffen, wie Marengo, Velour, englischartig, ganz gefüttert, mit großem, echtem Pelzkragen ................... Vornehme Wintermäntel aus besten, reinwollenen Stoffen, ganz gefüttert, tadelloser Sitz und Verarbeitung, mit echtem Pelzkragen..... 19- 29- M 8430 A I Ausnahme - Preise för Mellen 8447 D Unvergorener, süßer und RABATT Sonntag offen I 10. 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Hier werden tagtäglich wahrhaft schöpferische Wirtschaftskräfte produziert! Wie könnte es auch anders sein? Ganz allgemein wirtschaftlich: der Zwang, der von dem Steigen der fixen Kosten ausgeht, bringt wieder kleinere Betriebsformen mit größerer Elastizität der Kosten hoch, während sich in den großen Unternehmen vielfach Ermüdungserscheinungen feststellen lassen. In den kleinen und mittleren Unternehmen bleibt ,a auch verhältnismäßig mehr Raum für die Persön- l-ichkeit und ihre Entfaltung. Denn gerade die kleinen und mittleren Unternehmen sind ja auch heute noch wieder die Träger eines gesunden Qualitätsgedankens, der nicht zuletzt auf einer vernünftigen Spezialisierung beruht. Gerade im Zeitalter der Großbetriebe geht aus dem Betrieb des industriellen Mittelstandes, aus der Werkstatt des schöpferischen Meisters und aus der SAidierstube des Erfinders der Anstoß zu neuem wirtschaftlichem und technischem Fortschritt hervor, der den Markt belebt und dem Absatz eine Chance gibt. Es kann ja auch nicht anders fein! Schließlich haben Nürnberger Tand und Lausitzer Leinen, fränkisches Porzellan und Stahlwaren aus dem Bergischen Land, erzgebirgisches Holzspielzeug und Leder- Ferdinand La m e r tz (Köln), Vorsitzender des Deut- schen Fleischerverbandes, wurde einstimmig zum Ehrenobermeister des deutschen Handwerks ernannt. Bor Lamertz, der kürzlich feinen 85. Geburtstag feierte, wurde die seltene Auszeichnung bisher nur dem Reichspräsidenten und drei Handwerkerführern zuteil. Der Geldwert eines Gedichtes. Unter alten literarischen Erzeugnissen steht die Lyrik von jeher in ihrem materiellen Wert am tiefsten im Kurs. Daß man aber auch mit einem Gedicht etwas verdienen kann, das zeigt eine eigenartige Rechnung, die Dörries, Freiherr von Münchhausen in der „Reuen Literatur" an» stellt: „Mein Gedicht .Alte Landsknechte im Himmel' ist am 26. September 1900 geschrieben. Es erschien noch noch im gleichen Jahr in der Hamburger Zeitschrift ,Der Lotse" und brachte mir 20 Mark Honorar ein. Das Gedicht steht in meinen .Balladen und Liedern', in der .Deeren- Auslese' und im .Balladen-Duche'. Da ich vom Verkaufspreis meiner Bücher 20 Prozent Honorar erhalte, kann ich durch einfache Division (je zwei Seiten von der Seitenzahl der Bücher) feststellen. daß mir das Gedicht in den drei Büchern zusammen bis heut 1441,89 Reichsmark eingebracht hat. Die Rachdrucke in den Anthologien dieser 30 Jahre sind nur zu schätzen, werden aber wohl diese Zahl auf 2000 Reichsmark erhöhen. Im Rundfunk ist das Gedicht in den Zähren 1929 bis 1932 neunzehnmal gesprochen worden und hat dort 266,55 Reichsmark gebracht. Der Gesamterlös dieser lustigen Ballade betrug also in ihren dreißig Lebensjahren etwa 2266 Reichsmark. Wenn ich freilich auch die Vortrags- Honorare dieser Zeit in gleicher Weise rechnerisch auswerten wollte, käme eine weit höhere Summe heraus. — Leider sind es bei jedem Dichter nur wenige Schöpfungen, denen die freundliche Teilnahme der Leserschaft das Los so angenehm gestaltet!" steht, sagt blödsinnigerweise Guten Abend und stolpert hinaus. Auf dem Korridor steht Anni. Sie fällt ihm um den Hals und lacht und sagt was von grünem Schleiflack, und daß er sich Maschinen kaufen kann und eine Tankstelle einrichten, und dann weint sie ein bißchen. Sie setzen sich auf eine Bank, auf die, wo Hans vorhin die Knie gezittert haben, und küssen sich. Ein Schupo steht feixend daneben, aber es dauert ihm zu lange. Er tippt Hans auf die Schulter und sagt, dazu brauchten sie doch nicht ins Polizeipräsidium zu gehen. Anni wird puterrot, Hans bietet dem Blauen gefaßt eine Zigarette an, und dann gehen sie los, das grüne Schleiflackzimmer aussuchen. Lin kleiner Fabrikant und 200000 Aufträge! Oer industrielle Mittelstand als schöpferische Wirtschaftskraft. Von Or. Herbert Fritzsche, Leipzig. ein Bauer, ein Kolonist ist! In diesen Kämpfen um die Selbstbehauptung seines Volkes wächst der Erzähler selbst ganz hinein in den mütterlichen Grund seines Volkstums. Aus dem Träumer, der in alle Welten des Raums und der Zeit sich flüchtete, wird ein Täter. „In diesen furchtbaren Jahren sind Träume Verbrechen! — Immer wilder umbraust die Flut das sächsische- Eiland. Sturzfluten gehen über Stadt und Land. — Ein heiligverbürgtes Recht nach dem andern wird beseitigt. Die uralte Kirchen- und Schulautonomie liegt in Fesseln und Stricken erwürgt. Nur der Kampf ist geblieben." Wer sich mit aufgerufen fühlt in diesem Kampf, wer spürt, daß es um unser Volk geht da draußen, der lese dieses Buch! (Das vor einem Jahr in einem siebenbürgischen Verlag erschienene Werk kommt soeben in einer schönen, billigen Ausgabe für nur 4,80 RM. im Verlag A. Langen / G. Müller, Mun- chen, heraus. — 468.) Er wird dann nicht nur erfahren, was es mit den Siebenbürger Sachsen, die sich mit Stolz „Germanissimi Germanorum“ (Die Deutschesten der Deutschen) nennen, auf sich hat — er wird zugleich ein schönes und tiefes Werk eines wahrhaft dichterischen Menschen kennenlernen. Er wird von künstlerisch gestalteten und menschlich ergreifend erzählten Schicksalen lesen, von tragisch frühem Tod und bitteren Künstlerringen, von ruhmsüchtigem Ehrgeiz und strengem, entsagungsvollem Streben im Dienste des Volkes. Und er wird tiefer wissen, wie das Leben des Einzelyen der Gemeinschaft verbunden ist, wie es mit ihr wächst und kümmert, von ihr gehemmt wird und sich an ihr entfaltet, einen wahrhaften Beitrag zur Biologie des Volkstums wird er erhalten. Solche Bücher find uns not, die wie dieses vom Einzelnen, feiner Not und- feinem Glück erzählen, aber so, daß es hie privat oder unwichtig wird, sondern stets gültig bleibt und verpflichtend für alle — daß am Einzelschicksal das Schicksal des Volkes sich zeigt. Nur mit solchen Werken — die nicht zufällig übrigens wie dieses von einem Ausländsdeutschen, oder rote Hans Grimms Werk von einem Ueberseedeutschen geschrieben wurden! — kann die Dichtung wieder handelnd eingreifen in das Schicksal des werdenden Volkes! Grün Echteistack. Von Fred Lang Auf einer leeren Kiste fitzt Anni, direkt unter der großen Bogenlampe, und wippt mü den schlanken Beinen. Ihr Gesicht ist verzogen, ihre Augen blitzen ein wenig böse. „No, mein Junge, sagt sie, „dazu brauch ich doch nicht,zu heiraten — möbliert wohnen und weiter ins Geschäft gehn und mit jedem Pfennig knickern — da warten wir erst mal, bis wir uns eine hübsche Zroei-Zimmer- Wohnunq einrichten können, Schlafzimmer grün Schleiflack und das Wohnzimmer hell Birke und Neformküche und Staubsauger —" . „Ader Anni", sagt Hans, der aufgeregt in der Werkstatt umherrennt, „sieh mal, ich brauch doch noch so viel Maschinen und ne kleine Tankstelle muß ich doch haben — warum wollen wir denn warten, bis wir grau und schimmlig sind. Brauchst höchstens noch ein Jahr im Bureau zu feiten, bestimmt. Die Chauffeure empfehlen mich schon überall, und ich hab doch ganz nett zu tun. Aber so 'ne Wohnung, wie du sie willst, da müßten wir ja das große Los gewinnen, Anni!" Und nun folgen sich Rede und Gegenrede immer schneller, und es gibt einen riesigen Krach, und das Ende ist, baß Anni wütend davonrennt, über den Hof, durch die Toreinfahrt, und weg ist sie. Hans geht in der kleinen Werkstatt umher und räumt auf" Er schmeißt mit den Werkzeugen vor Wut und beschließt, allein ins Kino zu gehen, aus Rache. Aber dann besinnt er sich, daß es schon nach neun Uhr ist und räumt weiter auf, leise vor sich hinschimpfend. Plötzlich fällt durch die Fenster ein sehr heller Lichtschein, ein Auto fährt langsam auf den Hof und hält vor der Werkstatt. Hans geht hinaus. Aus einem mächtigen Kabriolett steigt ein Mann fein in Schale, mit einem Bullenbeißerge- sicht, und fragt, ob hier auch nachts gearbeitet wird. Jawoll", sagt Hans und besieht sich den Wagen, ein ganz neuer Amerikaner, mit einer ostpreußischen Nummer. Was er denn für die Arbeitsstunde verlange, will der Fahrer wissen. Drei Eier, so — nun wenn er bis sechs Uhr früh fertig sei, solle er fünfzig kriegen. Er geht zum Wagen und ruft hinein, die anderen sollten herauskommen. Die kommen denn auch herausgeklettert, drei Mann, in dicken Fahrmänteln, die Mützen tief in der Stirn, Kragen hochgeklappt. Sie gefallen Hans gar nicht. Ach was, denkt er sich, Kunde ist Kunde, und dann fragt er den ersten, was eigentlich entzwei sei am Wagen. auf und geht verdattert nach Hause. Ich komm sicher ins Kittchen, denkt er, wegen Beihilfe. Die Anni wird einen Skandal machen, au verdammt! Hans schläft sehr schlecht diese Nacht, er träumt scheußlich und wacht immer wieder vor Schreck auf. Morgens um sieben ist er in der Werkstatt und murkst so herum. Gegen neun kommt ein Herr herein, Melone, dicker Spazierstock, bestimmt ein Kriminaler. Richtig, er zeigt das Schild unterm Rockaufschlag und gibt Hans einen Brief mit dem Adler. Hans will lesen, ihm ist ganz schwindlig, er liest bloß etwas von zehn Uhr und Polizeipräsidium. Der Kriminale sagt, er sollte mal gleich mitkommen, er würde ihn hinbringen. Sie gehen los. Der Polyp ist ganz fteundlich und fragt Hans, wie denn das war gestern abend, muß ja eine tolle sache gewesen sein. Aber Hans ist verwirrt und gibt blödsinnige Antworten. Ochse, denkt der Kriminale und schweigt nun dienstlicheisig. Auf dem Präsidium muß Hans erst eine Weile auf einem Korridor warten, eine Menge Schupos rennen herum. Hans hat einen beträchtlichen Kloß im Hals, die Beine zittern ihm, gut, daß er sitzt. Dann wird er hineingeführt zu einem dicken, brummigen Herrn, der ihn ausfragt nach allem, was sich abgespielt hat. Eine Stenotypistin schreibt auf der Maschine mit und dann muß Hans unterschreiben. Ja, sagt der brummige Herr, eine feine Bande haben wir da gekascht! Was die uns in den letzten Monaten für Scherereien gemacht haben! Den Wagen haben sie einem Gutsbesitzer in Ostpreußen geflaut, dabei hat's eine Schießerei mit Landjägern Gegeben, und einen anderen Wagen haben fie ein» fach über den Haufen gefahren. „Ist wohl Ihre Braut, das Fräulein Anni, was? Großartiges Mädel! Haben wohl Krach mit ihr gehabt, wie? Hans weiß nicht, was er sagen soll. Der Brummige ist ganz freundlich. So ein kleiner Krach hatte auch sein Gutes, meint er, denn wenn die Anni gestern abend nicht nochmal umgekehrt wäre, um sich mit ihm auszusöhnen, und von der Hofeinfahrt aus das merkwürdige Gehaben der vier Kerle beobachtet und das Gerede von den Revolverkugeln gehört hätte, dann hätte sie auch nicht das Ueberfallkom- mando holen können, und die Belohnung hätte sie auch nicht gekriegt. Und das wäre doch ein schönes Stück Geld. Der Brummige grinst, gibt Hans die Hand und wünscht ihm alles Gute. Die Stenotypist'.n grinst auch Hans Lemke weiß nicht, wo ihm der Kopf d jachen aus dem Offenbachischen, Pforzheimer Schmuck und Sonneberger Puppen einst ihren Siegeszug n I durch die Welt angetreten aus jenen kleinen Werk- heitlichen Glaubens, der den erwählten Stadtpfarrer zum Herrn der Stadt, der den großen Sachsenbischof zum politischen Führer des Stammes macht — unwillkürlich und notwendig steht sofort vor unseren Augen der große Sachsenbischof Teutsch, zu dessen 80. Geburtstag vor kurzem erst Hindenburg die Glückwünsche aller Deutschen aussprach. So sieht der Sechzigjährige sein Leben in der Erinnerung hinter sich liegen: der Knabe wächst auf im alten Kronstadt, mit seinen Mauern und Türmen, die von der Geschichte erzählen. Von den Spielen auf dem Anger kommt er in die Schule; das große Honterus-Gymnasium, genannt nach dem Reformator der Sachsen, nimmt ihn auf. Knabensehnsucht, Knabenehrgeiz, Jünglingsfreundschaften und Jünglingsschwärmereien erlebt er rote andere deutsche Jünglinge auch, nur daß hier alles besondere Tiefe gewinnt durch den Bezug auf die verpflichtende Kraft der Gemeinschaft. Universitätsjahre in Deutschland zeigen ihm, wie wenig man im Reich von den Brüdern draußen weiß, — auch, wie instinktlos man gerade in gebildeten Kreisen nationale Fragen behandelt, die draußen ohne Philosophie aus dem Blute heraus gelöst werden. „Eines allerdings", so hatte ihm früh sein Vater gesagt, „haben wir allen deutschen Stämmen voraus: wir sind die einzigen, die ihr Deutschtum immer bedingungslos über alle Parteikämpfe gestellt haben." Aber auch dies bleibt nicht so. Heimgekehrt wird er selbst in die Parteikämpfe hineingezogen, die inzwischen entstanden, aber doch vor der immer stärker brandenden Flut der Entdeutschungsbestre- bungen vor und nach dem Krieg verschwinden. Bei dem Ruf „Der Feind steht vor den Toren" kann ein altes Kolonistenvolk, das jahrhundertelang sich anstürmender Feinde hat erwehren müssen, nicht in Uneinigkeit verharren. Und im Kampf um die Führerstellung in diesem Volk kann auch nur der Sieger bleiben, der selbst dem Blute nach ein Sachse, statten, in denen sich die Tüchtigkeit des deutschen Handarbeiters mit dem Wagemut des kleinen Unternehmers verband oder gar identifizierte, wo jahrzehntelange, von Vätern und Urvätern ererbte Betriebserfahrung einen geschulten, verläßlichen und tüchtigen Familienarbeiterstamm herangezogen hatten, dessen Erzeugnisse ihm eine unerreichte lieber- legenheit namentlich denjenigen Industrien gegenüber gaben, die sich mangels geschulter Arbeitskräfte überwiegend auf maschinellen Massenbetrieb ein- ftellen müssen. Und ist die wirtschaftliche Entwicklung nicht so gewe-sen: haben nicht ein Rathenau, ein Siemens, ein Borsig und ein Benz einst selbst in einer kleinen Werkstatt oder Schmiede mit eigener Hand und mit eigenem Kopf den Grundstein zu den Weltfirmen gelegt die heute ihren Namen tragen? Und sind nicht die Textilkonzerne der Neuzeit gewachsen aus jenen armseligen Weberhütten des Lausitzer Berglandes, des schlesischen Gebirges und des oberbergischen Landes und aus der Summe von Erfahrungen und Erziehung, die sich dort von Generation zu Generation vererbt haben? Beispiele dafür, daß die organische Entwicklung immer von unten nach oben gegangen ist, lassen sich aus allen Branchen bringen. Auch für die Jetztzeit noch. Der beste lebende Beweis für unsere Behauptung ist jener kleine Stellmachermeister aus dem Lippeschen Land, der am Samstag der letzten Leipziger Frühjahrsmesse mit dem Muster eines selbsterfundenen Trittrollers nach Leipzig kam, mit Mühe und Nst noch einen bescheidenen Stand in der Halle der Erfindungen fand und — mit einem Auftragsbestand von rund 200 000 Stück in seine Dorfheimat zurückkehrte, mit der leisen Furcht im Herzen, wie er diese unerwartete Quantität nicht nur fabrizieren, sondern auch finanzieren solle. Es war der größte Messeerfolg der letzten Jahre gewesen! Heute baut auf ihm eine ganze Industrie aus! Gerade auf der Leipziger Messe kann man immer wieder gerade auch an den Ständen kleiner und kleinster Firmen die sehr lehrreiche Beobachtung machen, daß monatelanger, konzentrierter Arbeit an der oft scheinbar nichtigsten Neuheit „der" Messeerfolg beschieden ist. Bezeichnend ist in dieser Hinsicht auch der Fall jenes kleinen Fabrikanten aus Gräfenroda, der mit seinen allerdings als wahre Kunstwerke anzusprechenden Spielwaren — Thüringer Bauernfuhrwerke u. a. — eigentlich nur durch die Messe bekannt geworden ist. Schließlich sei noch an das Kunsthandwerk erinnert, in dem auch heute noch schöpferische Meister, Drechsler, Kupferschmiede, Korbmacher, Goldschmiede usw. dem Deutschtum auf umbrau-eterIuset 23on Benno Mäscher, Marburg. Der Mann zeigt ihm einen zerknüllten Vorderkotflügel und einen reichlich verbogenen Scheinwerfer, das Trittbrett hat auch was abbekommen, und aus dem Kühler läuft Wasser. Die Leute aus dem Wagen stehen herum und erzählen, sie hätten einen Chausseebaum umgefahren, die Straße war so naß, verdammtes Pech, sie müßten so schnell wie möglich weiter. Und der Benzintank wäre auch kaputt Hans sieht sich den Tank an und findet ein paar Löcher. Er wundert sich und fragt, wie die komischen Löcher in den Tank kämen, sie sähen ja aus wie von Revolverkugeln. Hans hat im Krieg einen Panzerwagen gefahren und kennt solche Löcher. Die Sache wird ihm immer unheimlicher. Aber der mit dem Bulldoggengesicht schreit ihn an, er soll die Schnauze halten und an die Arbeit gehen, sie hätten keine Zeit. Er würde sein Geld kriegen, und alles andere ginge ihn einen Dreck an. Hans wird immer mulmiger, er möchte am liebsten wegrennen, aber die Kerle sehen sehr ungemütlich aus, einer hat sich auf den Prellstein an der Einfahrt gesetzt, der läßt ihn bestimmt nicht vorbei, und alle haben die Hände in den Manteltaschen und sehen ihn an. Hans hat keine Lust, sich die Knochen zerschlagen zu lassen. Ach Quatsch, denkt er, fünfzig Mark kann ich gebrauchen, was geht's mich wirklich an, Anni wird sich freuen über den Verdienst. Er fährt den Wagen in die Werkstatt, die Tür bleibt offen, einer von den Kerlen steht davor, die anderen setzen sich auf leere Benzinfässer und sehen zu, wie Hans den Tank abmontiert. Das ist eine Mordsarbeit, es wird einem warm dabei, und man vergißt das Nachdenken. Auf einmal brüllt der Kerl, der sich vor die Tür gestellt hat, irgend etwas, die anderen springen auf aber da sausen sie schon herein, drei, sechs, zwölf Schupos, voran ein Offerier mit dem Schießeisen in der Hand, es gibt ein furchtbares Durcheinander und Geschrei, Gummiknüppel klatschen, der Bullenbeißer reißt eine Pistole raus, und im Nu sind fie über ihm. Kaum ein paar Sekunden hat's gedauert, und schon stehen die vier Kerle mit Handschellen da. „Raus mit ihnen auf den Wogen!" keucht der Leutnant. „Der Wagen ist beschlagnahmt'" sagt er zu Hans und nimmt den Helm ab und wischt sich die Stirn trocken. „Sind Sie der Inhaber der Werkstatt? Hans Lemke? Zeigen Sie mal Ihre Papiere! So, na, wir sprechen uns morgen! N'Adend!" Raus ist er. Hans bleibt in Angst und Schrecken zurück, draußen tutet der Ueberfallwagen tatü, tata. Die Werkstatt sieht aus wie ein Schlachtfeld. Hans räumt Nach der glücklichen Reichsgründung von 1871 waren es nur verschwindend kleine Kreise, die durch den Jubel über die endlich erreichte Reichseinigung hindurch sich der Aufgaben bewußt blieben, die mir auch den abgesprengten und im weiten Süd-Ostraum verstreuten Volksgruppen deutschen Blutes gegenüber Hütten. Das Bundesverhältnis zur österreichischen Doppelmonarchie vollends ließ die Sorge um diese Volksgruppen nicht vordringlich erscheinen und machte, wo die Sorge dennoch erwachte, ein Eingreifen für die durch die Habsburgische Nationalitätenpolitik besonders gefährdeten deutschen Brüder fast unmöglich. Nur die Volksdeutsche Bewegung (der im heutigen VDA. aufgegangene „Schulverein Südmark") und dann die Jugendbewegung hielten das Bewußtsein wach, bis endlich durch die Aufrüttelung durch das eigene Grenzleid, die eigene Not in den entrissenen und geraubten Gebieten nach den „Friedensschlüssen" der Pariser Vorstädte die Not des brüderlichen deutschen Blutes, wo immer es in der Fremde um seine Erhaltung kämpfen mußte, als eigne N o t spüren ließ Jetzt setzte die großdeutsche Arbeit der „Deutschen Studen- schaft", des „Deutschen Schutzbundes", des „Juniklubs" ein und erfaßte im VAD. weite Kreise, vor allem die Schuljugend. Und dock wissen wir so wenig vom wirklichen Leben der Ausländsdeutschen. Don der älteren Generation sind es sicher nur wenige, die den Weg zu den Brüdern in der Zips ober in Bessarabien fanden. Und auch von den Jüngeren, die auf großen Fahrten sich die eigene Heimat erwanderten und damit die städtische Abgeschlossenheit durchbrachen, den Bauern auf dem Acker wieder verstehen, und im Bayern wie im Ostpreußen wieder den Dolksbruder erkennen lernten, hatten nicht allzuoiele das Glück, auf Ausland- Großfahrten die Zelte soweit vorrücken zu dürfen. Deshalb ift jedes Buch dankbar zu begrüßen, das uns lebendige Kunde gibt von den Brüdern draußen, und deshalb fie hier nachdrücklichst auf ein Werk hingewiefen, das uns das Leben der Siebenbürger Sachsen gestaltet —_es ist von Adolf Meschendörfer: Die Stadt im 0 ft e n. Man muß schon an Hans Grimms „Volk ohne Raum", an Josef Pontens „Volk auf dem Wege" erinnern, um die Art dieses Buches an- zudeuten. Es wird zwar erzählt das Leben eines Einzelnen, aber so, daß stets das ganze Leben seines Stammes dahinter sichtbar und greifbar ist, das Leben dieser 230 000 Siebenbürger Sachsen, die dort im fremden Staat zwischen Ungarn und Rumänien einen harten Kampf um ihr Leden a l s deutsches Leben führen. „Seht, ihr klugen gesicherten Leute in Europa, wir stehen hier bis an die Brust in einem reißenden Strom, der uns fortspülen will von unserer Insel. Wir stehen mit zerschundenen Füßen auf schartigen, spitzen Steinen und sind müde. Wir halten uns an den Händen, denn manch einer gleitet aus und taumelt. Wir halten uns, eine müde Mauer, und sehen mit aufgerissenen Augen wie alle, die von der Kette abgerissen sind, vor uns versinken. Unsere Brüder. Unser Blut. Hört, ihr Völker Europas: den (Siebenbürger Sachsen, den letzten Sachsen, geht das Wasser an die Kehle! Ihr, die ihr für Menschenrechte kämpft, hört: Wir wollen nur leben und auf diesem Fleckchen, von unferm Blut gedüngten Fleckchen Erde arbeiten. Und deutsch bleiben. — Oder die Sturmflut über uns alle!" Nun muß man aber nicht meinen, es sei in diesem Buch nur von Kämpfen die Rede, der Ungar und der Rumäne stehe immer mit blankem Schwert vor den Toren der Stadt. So ist es gar nicht. Es ist viel eher ein stilles, romantisches Buch, in dem ein Sechzigerjähriger erinnernd sein Leben an sich vorüberziehen läßt. Aber immer spürt man hindurch. es ist nicht wie bei uns im Reich Man ist draußen, abgesprengt, ein kleiner Splitter, umgeben von fremdem Volkstum, im Innern die Gefahr der Verknöcherung, der Inzucht — und halb schon ist man im Orient. Aber stets ist auch da die Kraft des Bewußtseins, Kolonist zu sein, die Stärke des einWir fühlen uns heute sehr gern als das Zeitalter der Großbetriebe, der Riesentrusts und der Mammutkonzerne. Und wir schauen alle wie hypnotisiert auf die Entwicklung der Großwirtschaft. Die Entwicklung drängte ja auch zu einer Zeit nach der Fließarbeit und der riesenhaften Serienproduktion. Wenn nicht alles täuscht, scheint aber diese Entwicklung vorläufig abgeschlossen. Die wirtschaflliche Krise, deren Tiefpunkt wir jetzt überwunden zu haben hoffen, war wie eine Flut gestiegen und war zuerst über die kleinen und mittleren Betriebe hinweggegangen. Sie hat dann aber auch vor den großen und größten Unternehmern dieser Erde nicht Halt gemacht. Nun, da die Wasser sinken, zeigt es sich vielfach, daß die Fundamente der kleinen und mittleren Betriebe fester und solider waren als die der großen, die in die Höhe und Breite, aber nicht in die Tiefe gebaut hatten. Jedenfalls zeigt es sich mehr und mehr, daß die Großwirtschaft nicht die Gesamtwirtschaft ist und gar nicht so sicher der Repräsentant der Wirtschaft der Zukunft, wie man es vielfach geglaubt hat. Diese Rückentwick.ung, die tagtäglich und in allen Branchen zu beobachten ist, sollte insbesondere dem kleinen Fabrikanten, dem schöpferischen Handwerker, dem still wirkenden Erfinder Mut und H o f f - n u n g geben! Denn immer noch haben die Kräfte, die zunächst Mittel- und Kleinindustrie und das Handwerk bedrohten, später in einer Art Parallelwirkung auch wieder die Kleinwirtschaft gefördert! So gibt es auch heute noch zahlreiche mittlere und kleine Betriebe, die die größte Bedeutung für un- fere Wirtschaft haben, im Jnlandsmarkt wie im I durch die Welt angetreten Geschmack des Publikums nach Waren indbovduellen Charakters mit. Erfolg entgeaenkommen. So find die kleinen industriellen Betriebe, das schöpferische Handwerk und der kleine unbekannte Erfinder oft die Reservoire industrieller Tüchtigkeit und Leistungsfähigkeit. Gerade heute haben diese Kreife, die wirtschaftlich so wertvoll find, wahrscheinlich allen Anlaß zu einem vernünftigen Optimismus, der den Glauben an die ihnen innewohnenden Kräfte, und damit an den Erfolg, in sich trägt. Denn gerade der wirtschaftliche Unternehmer sollte seinem ganzen inneren Wesen nach ein Optimist von Berufs wegen fein! Optimismus, gepaart mit Ideenreichtum, Ausdauer und Arbeitskraft, ist auch heute noch — wir haben es an Beispielen von gestern und heute gezeigt! — der Weg zum Erfolg! Allerdings darf man sein Licht auch nicht unter den Scheffel stellen, sondern muß den Produkten seiner Arbeit auch den rechten Weg zum Käufer bahnen! Aus aller Welt. Eisenbahnräuber erbeutet 11 000 Mark. Wie aus Regensburg gemeldet wird, schlug ein maskierter Räuber im Rebenbahnzug 15 der Strecke Kelheim—Saal a. d. Donau zwischen Bahnhof Kelheim und Haltepunkt Rffecking von der Plattform des Postwagens aus das Fenster des Postwagens ein, drang in den Postwagen, raubte eine Kassette mit 1 1 000 Mk. Postgeldern und sprang aus dem fahrenden Zug. Den diensttuenden Postbeamten hatte er mit vorgehaltenem Revolver in Schach gehalten. Der sofort mit Kraftwagen herbeigeholte Streifdienst der Reichsbahn hat mit der Gendarmerie und mit Spürhunden die Suche nach dem Täter ausgenommen. Einsturzunglück in Westfalen. — Fünf Kinder verletzt. In Weidenau (Westfalen) stürzte auf dem Gelände der im Abbruch stehenden Rolandshütte ein Mauerrest der nebst einem schweren Tor noch stehengebliebenen Umfriedung ein. Fünf Kinder, die sich aus dem in seinen Angeln beweglichen Torflügel eine Schaukel gemacht hatten, wurden unter dem Mauerwerk begraben und trugen zum Teil schwere Verletzungen davon. Ein Kind erlitt einen doppelten Schädelbruch. Protestaktion kanadischer Farmer gegen Zwangsversteigerungen. Wie aus Winnipeg (Manitoba) gemeldet wird, drangen mehrere Hundert erbitterte Farmer in das Gemeindebureau des Ortes Arborg ein, bemächtigten sich der Steuerveranlagungsdokumente und verbrannten sie. Dies geschah als Protest gegen die Zwangsversteige- r u n g e n von Ländereien durch die Gemeinde wegen nicht bezahlter Steuern. Der Beamte, der mit der Durchführung der Zwangsversteigerungen betraut war, wurde durch Drohungen zur Zurücknahme der Bekanntmachungen dieser Zwangsversteigerungen und zum Rücktritt gezwungen. Ein ähnlicher Borfall hatte sich kürzlich in einer anderen Gemeinde Manitobas ereignet. Im großen und ganzen versuchen die Gemeinden in Erwartung besserer Zeiten nicht zu Zwangsmaßnahmen zu schreiten, sondern zu gütlichen Vereinbarungen zu kommen, wobei sie von der Provinzialregierung unterstützt werden. SJL-Spott Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendspiele. Bor Eintritt der Wintersperre bestreitet die Iu- aendabteilung noch einige Gesellschaftsspiele. Sie hat am kommenden Sonntag drei Mannschaften der Germanen aus Marburg zur Austragung eines Klubkampfes hier, und zwar die 1. und 2. Jugend sowie die 1. Schüler. Da die Gäste recht spielstarke Mannschaften besitzen, die jedesmal in ihrer Gruppe an führender Stelle stehen, dürfte es sicher interessante Kämpfe geben. BfB. Gießen. Der Bersin für Bewegungsspiele hat am morgigen Sonntag nur sine Mannschaft im Feld. Die 2. Elf trägt ein Verbandsspiel gegen die Erste von Heuchelheim aus und wird schwer zu kämpfen haben, wenn der Sieg nicht den Gästen überlassen bleiben soll. , ZC.Teuionia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Leihgestern I. Das mit großer Spannung erwartete Der- bandsrückspiel zwischen den beiden nachbarlichen Mannschaften findet am morgigen Sonntag in Watzenborn-Steinberg statt. Wenn auch die Gäste in den vvrausgegangenen Verbandsspielen in nur drei von acht Spielen den Sieger stellen tonnten, so hat man doch stets die Erfahrung gemacht, daß in diesen Lokalkämpfen die Mannschaft von Leihgestern ein ernst zu nehmender Gegner ist. Die Tatsache, daß die Mannschaft am Vorsonntag in Lollar ein achtbares Anentschieden erkämpfte, läßt darauf schließen, daß man sich in Leihgestern sehr bemüht, einen besseren Platz in der Tabelle zu erringen. Die Platzbesitzer stellen eine in allen Teilen gut besetzte Elf, müssen aber in bester Verfassung auftreten, wenn sie weiterhin Tabellenführer fein wollen. Die bisherigen Spiele zwischen den beiden Mannschaften wurden bisher immer in ritterlicher Weise auggetragen. Man darf mit einem fesselnden fairen Kampf rechnen. Handball der Sp.-Dg. 1900. Nächsten Sonntag stehen wieder die beiden aktiven Mannschaften der Spieloereinigung 1900 im Kampf. Die erste Elf empfängt hier, und zwar auf dem Mto.-Platz, die gleiche Mannschaft des VfL. Wetzlar zum Derbandsspisl. Das Vorspiel bestritten die 1900er in etwas unglücklicher Aufstellung und verloren 4:1. Nach dem guten Abfchneiden gegen Polizei Butzbach am vergangenen Sonntag erwartet man diesmal von der Gießener Mannschaft sin besseres Abschneiden. Leider wird der Sturm nicht vollständig antreten können. Es ist fraglich, ob sich die Blauweißen die zur Erringung des zweiten Tabellenplatzes notwendigen zwei Punkte sichern können. Es dürfte sich ein spannendes Spiel entwickeln. Einen schweren Gang hat 1900s zweite Mannschaft zu tun. Sie hat in Butzbach der gleichen des Polizeisportvereins entgegenzutreten. Wenn auch die Gießener eine Formverbesserung aufweisen können, so werden sie einen deutlichen Sieg der Gastgeber niicht verhindern können. OSC.-Handball. Am Sonntag empfängt der OSC. die 1. Mannschaft des Polizeisportvereins Butzbach zum fälligen Verbandsspiel. Die Polizisten sind bereits Meister des Lahnkreises der DSB. und die OSCer werden wohl einen schweren Stand haben. Immerhin dürste ein spannendes Spiel zu erwarten sein, da die OSCer in den letzten Spielen sehr achtbare Resultate erzielt haben. 9er ilmbauplan für das Deutsche Stadion. DEUTSCH£5 * STADION-1936 - , > „ ■' Das Deutsche Stadion in Berlin wird bei den Olympischen Spielen 1936 der Hauptschauplatz der Wettbewerbe sein. Es müssen erhebliche Erweiterungsbauten vorgenommen werden, mit deren Durchführung der Regierungsbaumeister a.D. March (unten rechts) beauftragt wurde. Handball im Gau Hessen (O T ) Am Sonntag finden auf dem Tlmversitäts- sportplatz zwei Handballspiele statt. Die 1. Mannschaft des Tv. 1846 empfängt die gleiche des Tv. Pohlgöns zum letzten Pflichtspiel. Das Vorspiel gewannen die 46er knapp mit 4:3 Tormr. Ein ähnliches Ergebnis sollte auch morgen möglich sein. Vor diesem Spiel erwartet die 2. Mannschaft der 1846er die 1. des Tv. Heuchelheim zu einem Freunoschaftsspiel. Sie wird um eine Riederlage nicht herumkommen, da einige ihrer besten Spieler nicht dabei sein können und die Gäste in stärkster Ausstellung antreten. Tv. Großen-Linden II — To. Garbenteich II. Zu einem Freundf chaftsspiel empfängt die 2. Mannschaft des Tv. Großen-Linden die gleiche Mannschaft des Tv. Garbenteich. Der Ausgang ist offen. Handball im Labn - DünSberg Gau Einen gewissen Höhepunkt erreichen die Meisterschaftsspiele am kommenden Sonntag mit dem Spiel Allendorf — Londorf in der Gauklasse. Beide Mannschaften haben 5 bzw. 4 Verlustpunkte. Sollte Londorf das Spiel für sich entscheiden, so wird ihm nichts mehr zur Meisterschaft im Wege stehen. Man erwartet einen harten Kampf, dessen Ausgang noch völlig ungewiß ist. Weitere Spiele in der Gauklasse sind in Staufenberg — Ahbach und Wieseck — Dorlar. Während Atzbach in Staufenberg einen sicheren Sieg erringen sollte, scheint es fraglich, ob Dorlar die Mannschaft von Wieseck schlägt. Tisch-Tennis der E>p.-Vg. 1900. Die 1900er haben für Samstag und Sonntag zwei Tischtennisturniere abgeschlossen. Die 2. Mannschaft empfängt die Vertretung des DHV. und trägt 8 Einzel- und 4 Doppelspiele aus. Beide Mannschaften stehen sich zum erstenmal gegenüber. Für Sonntag ist ein Turnier mit dem VfL. Wetzlar abgeschlossen. Neben 8 Herren greifen auch drei Damen in den Kampf um die Punkte ein. Die Gäste haben einige vorzügliche Spieler in ihren Reihen, die aber in den 1900ern ernsthaft zu nehmende Gegner finden werden. Arbeiter Turn- und Svortbund. Die Kreisklassenspiele gehen ihrem Ende entgegen. Der Sonntag sieht auf dem Trieb Gießen 1. und Rieder-Wöllstadt I. im Kamps. Im Vorspiel mußte Gießen eine empfindliche Rie- derlage hinnehmen und wird nun alles daran setzen müssen, die erlittene Schlappe auszugleichen. Wieseck i. muß die Reise nach Crbstadt unternehmen und wird auf dem sehr schwierigen Gelände in Erbstadt sehr kämpfen müssen. Altenstadt 1. ist in Raunheim zu Gast und hat wenig Siegesaussichten. Heuchelheim empfängt Dorheim 1. Für die Platzbesiher wird dieses Spiel die letzte Chance vor dem drohenden Abstieg sein. Vor diesem Spiel stehen sich Heuchelheim II. und Wieseck III. gegenüber. Auf den Ausgang des Trreffens darf man gespannt sein. Vorher kämpfen die Iugendmannschaften. Im rückständigen Serienspiel find Londorf L und Marburg I. im Feld. Die Gäste haben nur wenig Siegesaussichten. Daubringen 1. ist in Wißmar zu Gast und wird dort auf einen gleichwertigen Gegner treffen. Im Freundschaftsspiele f'impfen Gro^en-Bufeck I. Elf und Grünberg I. Die Platzbesiher sollten den Sieger stellen. In Großen-Linden ist Allendorf I. zu Gast. Man erwartet ein interessantes Tressen. Handball. Im Serienspiel ist Wieseck I. am kommenden Sonntag in Gambach zu Gast. Wohl zeigten die Platzbesiher in ihren letzten Spielen eine wesentliche Formverbesserung, den Gästen wird der Sieg aber nicht zu nehmen fein. Bekanntmachung. Der nächste Viehmartt in Gießen findet statt: Dienstag, den 6. Dezember 1932 Rindvieli-lNutzvieh- »Markt r Mittwoch, den 7. Dezember 1932 Schweinemarkt. Auftriebszeit von 8-9 Ubr vormittags. Auf dem Rindviehmarkt wird sämtliches Vieh gegen Maul- und Klauenseuche schutzgeimpft. [wese Gießen, den 3. Dezember 1932. Bürgermeisterei Gießen I V.: Dr. Rosenberg. Bekanntmachung. In unter Handelsregister Abteilung B wurde am 29. November 1932 bei der Firma Motorwagen-Verkaufsgesellschaft mit beschränkter Haftung in Gießen folgendes eingetragen: Zum weiteren Geschäftsführer ist der Maschinen-Tech- niter Lafzlo Ronay in Frankfurt a. M. bestellt. Die beiden Geschäftsführer Ludwig Haas und Lasziv Ronan sind nur gemeinschaftlich zur Bertretung der Gesellschaft berechtigt. (sieoD Gießen, den 1. Dezember 1932. Hessisches Amtsgericht. Wir können laufend einen größeren Posten Kartoffelschalen und sonstige Abfälle abgeben und ersuchen um Angebote (Preis pro Zentner ab hiesiger Anstalt). Gießen, den 1. Dezember 1932. sssosv _ Direktion der LandeS-Heil- und Pflegeanftalt Gieße«. Woennifl m Wendung I Oct Mnskemüelege W Oas gflienöe» 1932. Auf Grund der Verordnung des Reichsministers der Finanzen vom 9. Dezember 1931 und 1. November 1932 find bis spätestens 15. Februar 1933 einzusenden: 1. von den Arbeitgebern die im Kalenderjahr 1932 die Lohnsteuer in bar oder durch Ueberweisung abgeführt haben, a) für die am 31. Dezember 1932 bei ihnen in einem Dienstverhältnis stehenden ArbeitnehmerLohnsteuer- Befcheinigungen, auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1932 an das Finanzamt, in dessen Bezirk die Steuerkarte 1933 ausgeschrieben worden ist? b) für die im Kalenderjahr 1932 vor dem 31. Dezember 1932 aus dem Dienstverhältnis ausgeschiedenen Arbeitnehmer Lohnsteuer-Ueber- weisungsblätter an das Finanzamt, in dessen Bezirk die Steuerkarte 1932 ausgeschrieben worden ist. Vordrucke zum Lolmsteuer-Ueberwei- sungsblatt sind bei dem Finanzamt kostenlos erhältlich. Die Ausschreibung und Einsendung von Lohnsteuer-Ueberwei- spngsblättern ist dann nicht erforderlich, wenn der Arbeitgeber schon bei dem im Kalenderjahr 1932 vor dem 31. Dezember 1932 erfolgten Ausscheiden des Arbeitnehmers aus dem Dienstverhältnis auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1932 dem Vordruck derselben entsprechend eine vollständige Lohnsteuer-Bescheinigung ausgeschrieben bat. Bei der Angabe der Hobe der einbehaltenen Lohnsteuer in den Lohnsteuer-Bescheinigungen und Lohn- steuer-Ueberwenungsblättern ist bei ledigen Arbeitnehmerii auch der Ledi- yenzuschlag zu berücksichtigen. Dabei ist durch Einträgen des Buchstabens „L" an der auadratisch umrahmten Stelle der Lohnsteuer-Bescheinigung bzw. des Lohnsteuer-Ueberweisungs- blattes darauf hinzuweisen, daß der Ledigenzuschlag erhoben worden ist: 2. von den Arbeitnehmern, bei denen im Kalenderjahr 1932 die Lohnsteuer durch Verwendung von Steuertnarken entrichtet wurde, die Steuerkarte 1932 und die Einlagebogen, die im Kalenderjahr 1932 zum Einkleben und Entwerten von Steuermarken verwendet worden sind, an das Finanzamt, in dessen Bezirk der Arbeitnehmer am 10. Oktober 1932 seinen Wohnsitz batte. Dabei ist die Nummer der Steuerkarte 19,33 und die Gemeindebehörde, die diese ausgestellt bat, zu bezeichnen. Auf die Verpfiichtung zur Einsendung der Steuerkarten und der Einlagevogen baden alle 'Arbeitgeber (auch wenn sie den Steuerabzug im Uebertveisungsverfabren durchführen) durch Anschlag in den Arbeits- und Geschäftsräumen hinzuweisen. Von den Arbeitgebern sind außerdem für Arbeitnehmer, deren Arbeitseinkommen im Kalenderjahr 1932 den Betrag von 92VV RM. überstiegen bat, noch besondere Lobnzettel einzureichen. Bei Arbeitnehmern, die nur während eines Teils des Kalenderjahres 1932 beschäftigt waren, ist für die Frage, ob der Arbeitslohn 9200 RM. im Kalenderjahr 1932 überstiegen bat, von dem Arbeitslohn auszugehen, der sich bei der Umrechnung auf einen Iahres- betrag ergibt. Diese Lohnzettel sind bis zum 31. Januar 1933 an das für den Arbeitnehmer nach feinem Wohnsitz (Aufenthalt) zuständige Finanzamt einzusenden. Nähere Auskunft erteilten die Finanzämter. Gießen, Grünberg, Hungen, den 1. Dezember 1932. (862«D Die Finanzämter. Vor Verlusten schützt „Osteosan“ Keine Kümmerer mehr, sicherer Schutz vdr Krampf, Lähme, Sieifbeinigkeit Burd) M. Brockmanns — (stark vi amin- und eiwethhaltlge) — Dieh-Lebertran-Emulsion „ O ft e o f a n" (Misch- futter). Verblüffende (Erfolge! 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Dezember 1932 bei dem unterzeichneten Wahlleiter schriftlich einzureichen und zu begründen. Das Recht der Einwendungen steht nur denjenigen Gemeindemitgliedern zu, die in der Wählerliste Aufnahme fanden. Während der vorgenannten Zeit kann die Wablniedersckrift nebst den Anlagen bei dem unterzeichneten Wahlleiter — Marktstratze 30, in den Stunden von 8—13 Uhr und 15—18 Uhr — von den Interessenten eingesehen werden. Gießen, den 27. November 1932. Der Wahlleiter: Menerfeld. 8486D Zuchtvieh- Versteigerung in Gießen, am Mittwoch, dem 14. Dezember, vormittags 10 % Uhr, in der Coftschen Hofreite, Rodheimer Str. 50. Zum Verkauf kommen 22 Bullen der hestifchen Fleckviehrasse, sowie 11 Eber deS deutschen Edelschweins und 7 des veredelten Landschweins. Gießen, den 2. Dezember 1932. [ssotD LandlvirlschaftSkammer-Ausfchufr fürOberbessell. Auto- Möbelwagen z. Mitnahme v. Gütern per 8. d. M. v. Frankfurt a. M. n. Gießen, u. per Mitte Dez. v. Gießen n. Frankfurt a. M. u. 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Die Wahl des Direktors ergab die einstimmige Wiederwahl von Karl Werner. In den Aufsichtsrat wurde Schreinermeister Gustav Seibert mit 63 Stimmen wiedergewählt. Neu wurden in den Aufsichtsrat gewählt: Wilh. Hof, Rangiermeister i. R., mit 48 Stimmen auf drei Jahre, und Otto Möser, Schreinermeister, mit 37 Stimmen auf zwei Jahre. In der Aussprache wurden noch die Zinssätze für das 2. Halbjahr 1932 bekanntgegeben. Diese Sätze sind leider noch durch die Verpflichtungen der Kasse bei der Landesgenos- senschaftsbank sehr hoch; es sei dringend zu wün- fchen, daß auch den ländlichen Genofsenschaften bald geholfen werde. Ueber die entstandenen Verluste fand wieder eine rege Aussprache statt, die aber nichts neues brachte, da die noch schwebenden Konkurse kein klares Bild geben. Es sei zu wünschen, daß diese Konkurse bald abgewickelt werden, auch sollten die Mitglieder der Kasse erkennen, daß von der Verwaltung alles getan wurde, was zum Nutzen der Kasse möglich war. Nur dann sei ein gutes Ende zu erwarten. • Wieseck, 2. Dez. Die Ob st baumzäh- lung in der Gemarkung Wieseck mit Ba- Ein Sohn, der seine Ettern sucht. Die Auffindung eines völlig erschöpften und erstarrten Wanderers in den Alpen enthüllte das Drama eines Menschen, der seine Eltern sucht, die er noch nie gesehen hat. Der 22jährige Benvenuto Sereno, der halb tot im Schnee in der Aähe der französischen Grenze von einer, Militär-Patrouille entdeckt wurde, berichtete im Krankenhaus, daß er von seinen Eltern kurz nach seiner Geburt verlassen worden sei. Er verbrachte Jahre mit dem Versuch, ihren Aufenthaltsort zu entdecken. Als er seine Militärzeit abdiente, gewann er die Unterstützung seines Hauptmanns, mit dessen Hilfe er die Adresse seiner Eltern in Frankreich erlangte. Ein Briefwechsel entwickelte sich, und schließlich luden die Eltern den Sohn ein, zu ihnen zu kommen. Aber alle seine 'Versuche, einen Paß zu erhalten, waren vergeblich, und so machte sich der junge Mann, von Sehnsucht nach den Eltern gepeinigt, schließlich zu Fuß auf den Weg. Drei Tage und drei Rächte kämpfte er in den schneebedeckten Alpen gegen die Kälte, wurde aber von einem Schneesturm überfallen, verirrte sich und blieb ohnmächtig an der einsamen Stelle liegen, an der er entdeckt wurde. Oie frechen Elstern. Die australischen Elstern sind nicht nur diebisch und geschwätzig, sondern scheinen geradezu gefährlich zu sein, denn es wird von unangenehmen Angriffen dieser kleinen Tiere berichtet. So sind nach einem Bericht in Rapier in Reu- seeland Kinder von Elstern verletzt worden. 2n der australischen Hauptstadt Canberra machen sie den Golfspielern das Leben schwer. Auch die Baben beteiligen sich an der Störung dieses sonst so gemütlichen Spiels; sie nisten in den Bäumen bei den großen Golfplätzen, tragen Bälle fort und verbergen sie in ihren Restern. Zwanzig Bälle wurden allein in einem einzigen Babennest gefunden. Die Elstern aber find noch viel frecher. Wenn die Spieler in die Bähe der Bäume kommen, in denen Elstern hausen, so fliegen die Bögel auf sie zu und greifen sie an. denburg hatte folgendes Ergebnis: Baumbestand 8156, davon 5258 tragsähig und 2898 nicht tragfähig. An einzelnen Obstsorten tourten gezählt (die Zahl der nichttra^enden Bäume ist jeweils in Klammer angegeben): Taseläpfel, hochstämmig 1255 (1222), nictcrftämmig, 91 (40); Wirtscha.ts- äpfcl 1089 (401); Taselbirnen, hochstämmig 301 (191), niederstämmig 93 (18); Wirtschostsbirnen 495 (50); Süßkirschen 41 (160); Sauerkirschen 211 (73); Hauszwetschen, spätrei end 1094 (499;; Früh- zwctschen 25 (16), Mirabellen 51 (109); Beine- klauden und sonstige Edelpslaumen 35 (33); Aprikosen 2 (4); Pfirsiche, Frühsorten 5 (7), Spät- sorten 3 (7); Walnüsse 8 (5). Lpiclplan der Frankfurter Theater Opernhaus: Sonntag, 4. Dezember: Anfang 15 Ahr: 2m weißen Bößl. Anfang 19.30 Ahr: Die Csardasfürstin. Montag, 5. Dez.: Geschlossen. Dienstag, 6. Dez.: Anfang 20 Ahr: Die Entführung aus dem Serail. Mittwoch», 7. Tez.: Anfang 19.30 Ahr: Die Csardas,ürstin. Donnerstag, 8. Dez.: Anfang 20 Ahr: Die Boheme. Freitag, 9. Dez.: Anfang 18 Ahr: Zum ersten Male: Der gestiefelte Kater. Samstag, 10. Dez.: Anfang 19.30 Ahr: Don Carlos. Sonntag, 11. Dez.: An- Schauspielhaus. Anfang 11.30 Ahr: Verein Opernhilfe — Schauspielhilfe e. V., Frankfurt a. M. Lichtbilder- Dortrag: Gerhart Hauptmanns Bühnenschicksale. Anfang 16 Ahr: Dep Raub der Sabinerinnen. Anfang 20 Ahr: Die endlose Straße. Montag, 5. Dezember: Anfang 20 Ahr: Moral. Dienstag, 6. Dezember: Anfang 20 Ahr: Die endlose Straße. Mittwoch, 7. Dez.: Anfang 20 Uhr: Die endlose Straße. Donnerstag, 8. Dez.: Anfang 20 Ahr: Einmaliges Gastspiel: Musical Chairs. Freikag, 9. Dezember: Anfang 20 Ahr: Die endlose Straße. Samstag, 10. Dez.: Anfang 20 Ahr: Reuinsze- niert: Der Verschwender. Ein Zaubermärchen. Vüchertisch. — M i a M u n ie r - W r o b l e w s k a : Der Baumeister zu Mühlbach. Geb. 1,10 Mk. Verlag C. Bertelsmann in Gütersloh. 72 Seiten. — (352.) — Im lieblichen Burgenland hinter den Karpathen träumt die Kirche von Mühlbach seit vielen Jahrhunderten und verspinnt den Freund deutscher Baukunst und mittelalterlichen Wesens in ihre Träume; das steingehauene Antlitz ihres Baumeisters bleibt ein Geyeimnis. Bis Mia Munier- Wroblewska Sage und Wirklichkeit, das Gestern mit Wenn der Spieler sich bückt, um den Ball zu schlagen, dann sitzt ihm plötzlich ein solcher Vogel im Backen und hackt mit dem Schnabel nach seinem Kopf. Dadurch sind schon manche Verwundungen entstanden. Die Golfspieler müssen daher immer auf ihrer Hut sein. Auch sonst machen sich die Elstern sehr mausig, und zwar in gewissen Teilen der Stadt. Einige Stellen der Parks, wo sie besonders zahlreich leben, sind ganz verlassen. Frauen schwingen ihre Schirme, Männer ihre Stöcke, wenn sie durch solche „Gefahrzonen" gehen, um die Elstern abzuschrecken. Doch wurde kürzlich einer Dame ihr neuer Hut von einem solchen gefiederten Wegelagerer heruntergerissen und beschädigt. 3ar und Zahnarzt. Als der russische Kaiser Nikolaus I. sich zum Besuch in Berlin befand, litt er eines Tages an heftigen Zahnschmerzen. Man rief den Zahnarzt Dr. W., der die Ursache der Schmerzen feststellte und beseitigte. Als der Arzt von dem Adjutanten des Kaisers gefragt wurde, was man ihm für diese Operation schuldig sei, antwortete der Arzt, er fühle sich reichlich belohnt durch die Freude, den Kaiser von seinen Schmerzen befreit zu haben. Am anderen Morgen erhielt der Zahnarzt, der niemals über das Weichbild Berlins hinausgekommen war, einen Orden mit der Inschrift: „F ü r Tapferkeit im K a u k a s u s". Oer schlagfertige Schuster. In einer früheren alten Reichsstadt am Südharz — so wird in der „Lesestunde" erzählt — lebte der Schuhmacher X., der seine Arbeitsstätte dicht an der Straße hatte und wie Hans Sachs von hier aus die Welt mit klugen Augen betrachtete. Ein Amtsrichter, den sein Weg ost an der geöffneten Tür der Schuhmacher-Werkstatt vorbeiführte, machte seine Späßchen mit dem ehrsamen Handwerker. Einmal meinte der Amtsrichter, der als Freund eines guten Tropfens in der ganzen Stadt bekannt war, im Voravergehen: „Wer Pech angreift, besudelt sich." Worauf sofort die Antwort erfolgte: „Wer Rotspohn trinkt, bedudelt sich." Buntes Allerlei. dem Heute verbindet. Eine der reifsten Arbeiten der baltischen Dichterin. — Bernarr Macfadden: Weiblichkeit und Ehe. Halbleder 2.85 Mk. Verlag Dr. Sclle-Eysler AG., Berlin SO. 16. — (354.) — Der bekannte amerikanische Vorkämpfer auf dem ©eb'?*c der Hygiene und Körperkultur 'pricht hier mit feinem Taktgefühl, aber der nötigen Offenheit über alle Probleme der Liebe und Ehe. Sein allgemein verständlich geschriebenes Buch gibt Aufklärung über di' Naturgesetze des Körpers, es zeigt, w.c Krankheiten und Leiden erkannt un^> vermieden werden können und will den Weg zur Schönheit, natürlicher Weiblichkeit und gesunder Mutterschaft weisen. — Sernarr Macfadden: Männlichkeit und Ehe. chalbledcr 2,85 Mk. Verlag Dr. Selle-Eysler AG., Berlin SO. 16. — (355.) — Das Werk stellt das Gegenstück zu dem Buch „Weiblichkeit und Ehe" des gleichen Verfassers dar. Macfadden hat dem Studium der fern eilen Frage Jahrzehnte gewidmet. Seine wertvollen Ratschläge wollen der Erzielung kraftvoller, gesunder Männlichkeit dienen, vor Krankheiten und Abwegen bewahren und die Voraussetzungen für ein glückliches und harmonisches Eheleben aufzeigen. — „Illustrierte Filmbücher": Marlene Dietrich, Lucie Englisch, Greta Garbo, Fritz Kämpers. Kart, je 1,— Mark. Verlag Scherl, Berlin. — (346) — Von vier Filmstars erzählt der Berliner Filmkritiker Aros; er schildert ihr Leben und zeigt, in welchen Filmen und mit wem sie bisher spielten. Marlene Dietrich ist in ganz kurzer Zeit weltberühmt geworden. Im „Blauen Engel" wurde sie groß herausgestellt — seit Jahren filmt sie in Hollywood. Viele Gerüchte umschwirren Greta Garbo. Wie sie ihren Aufstieg machte, wie schwer sie es hatte, wird eingehend geschildert. Fritz Kämpers fing auf der Wanderbühne an, wurde auch in guten Theatern bekannt und hat vielen Filmen zum Erfolg verhalfen. Lucie Englisch trat schon als kleines Mädchen mit Hängezöpfen auf, wenn auch nur als Choristin. Ueber die Bühnen vieler kleinen Städte führte ihr Weg nach Berlin, wo sie durch ihre Tätigkeit beim Theater und Film viele Anhänger gewann. — Jedes „Illustrierte Filmbuch" enthält über 40 zum Teil ganzseitige Bilder aus alten und neuen Filmen, sowie bisher unveröffentlichte Photos aus dem Privatleben. Eingesandt. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Austicht in der Lesehalle. Zu dem „Eingesandt" in Br. 283 des G A. schreibt uns der Vorstand des „Gießener Lesehalle-Vereins" : Die Lesehalle beruht auf Gemein- sinn und dem Bewußtsein gegenseitiger Verpflichtung. Jeder ordnungsliebende Leser ist als solcher „Aufsichtsperson" und bei Störungen einzuschrci- ten oercchtigt. Eine besondere ständige Aussicht kann der Verein nicht leisten, er wird aber nach besten Kräften das Mögliche tun. (Schluß des redaktionellen Teils.) Jehl hat die Hausfrau das wort! Weihnachten naht. Sind auch die Zeiten schlecht, so soll es dennoch nicht an den kleinen Freuden fehlen, die uns das Fest so lieb machen. Da gilt's, mit wenig Geld viel fertigzubringen. Schade & Füllgrabe — feit je der treue Helfer sparsamer Hausfrauen — hat auch hier den richtigen Weg gefunden. Im Schmuck'des Weihnachts-Marktes stehen die S & ll-Filialen, und auf den Theken und in den Erkern, die über Nacht in Weihnachts-Marktbuden umgeroanbelt worden find, liegen lauter gute appetitliche Dinge schon für wenig Geld. Und nun kommen Sie zum „Wcih- nachts-TNarkl bei S & F“ und schauen Sie selbst, was Schade & Füllgrabe dort alles für Sie bereit’ hält. 8543C Es ist eine in jedem Stalle bekannte Erscheinung, daß in den Wintermonaten das Vieh zu Erkrankungen neigt und in seinen Leistungen nachläßt. Die Ursache liegt im Gehalte des Futters an den beiden Vitaminen A und D. Das Winterfutter ist arm, das ©rünfutter reich an diesen beiden lebenswichtigen Stoffen. Will deshalb der Tierhalter auch in Zeiten des Grünfuttermangels sein Vieh gesund und leistungsfähig erhalten, so muß er ein ,Beifutter reichen, das diese beiden Vitamine in hoher Konzentration enthält. Das 2H. Brockmanns „0 ft e o f a n“ wird aus bestem, biologisch kontrolliertem Dorschlebertran hergcstellt; sein Vitamingehalt ist nicht durch Kunstprodukte einseitig verstärkt worden, was zu gesundheitlichen Störungen führen kann; es enthält biologisch wichtige Eiweißkörper und schließ! ch blut-- und neroenbildende Salze. „Osteosan" ist ohne jede Gefahr zu verfüttern. 7586V „Alle Bruchleidende“ J werdsn auf das heutige Inserat des Soezial- bandagisten K. Ruffing aufmerksam gemacht. lt)as ist besser ? Vorwäschen oder Einweichen? Befreien Sie sich von dem Irrtum, daß umständliches Durchwaschen der Wäsche vor dem Kochen erforderlich ist In Henko Bleich-Soda haben Sie das Mittel, das der Wäsche allein durch Einweichen Schmutz und Flecke entzieht. Auch beim Weichmachen des Wassers wie zum Scheuem und Putzen leistet Henko ausgezeichnete Dienste. 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