w. iterung und Neu» ma Gebrüder Strauß, feiner üdjiDtijer-Stum- fyste&umpen“, tonnte, folgerte Nachfrage, ihren >'oen einen «evtexen tfr- Men neben ber bereits n MeÄ®,24? >re zirka 100 Arbeiter s ,ung bet Arbeitszeit findet nad woran sie ihr ■4 »’*■ dem Unter- M. M zwei Monaten :n Sturme dm Land bis rwt. Tann Eich war M frei. Taz Land sing r Powetl wird nie mehr i zurückkehren... $ für Kinder. tierische Degabung schon stellen, haben in Frank' i Dichierpreises für Äin« .nem Schiedsgericht dem terarischen Erzeugnisses, ■ sein dars, zugesprochen nun zum erstenmal ver- r der 11 fahrige llabine hichte „Der Kuckuck, die Die Preisrichter muß- Manuskripte durcharbei- Mädchen eingesandt toa» nur 100 Mark, aber die ere Dergünstigungen für I erhalten. Allerlei. ÜS**» t “’isn 3s??11’ ein r » ft ein QlnhXn ‘ Mn SE* ^raus schuss 2ahre f,$ Ach und ItoU JSct he, [einem r m lei« UZLL Ä i 'Eeibpn ^nte, dböklegeschMt»-!. mDD Die Abendbörse war 1en jm Bergleich nut den u! gehalten. Snjolge icr ÄS» ?« »*b*s Aschersleben nfird,cn32'5013 Mnnesman < 0, 32,65, Äff MetallgMlU' pA 44, Rorddeukfche M 5-Ö ir.lk 38,36 72,d ife ri.Z 5,616 12,78 04 036 ,05 485 0Ö s 1,72 3,62 2,07 2,42 ,3,87 1,922 4,27 58,64 21,6” 16,56 8’,26 34,56 82,26 0 881 0,29 5-6« 12,76 okno>^ ns s 73.37 14.02 0,922 4,217 58# 21'Z 52,05 12,485 16,52 81,12 34,52 2,47 H K 3.0g ’S L I1 8 58, J 72<Ö 14-S ik,z iS'Z SÄ 2,* 73'35 Bl-2® 34,* Nr. 259 Erster Blaff 182. Jahrgang Donnerstag, 3. November 1932 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätler Heimat im Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprcchanschliifse unter 6ammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gießen. poftscheckfonto: §ranlfurt am Main 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhesfen vriiS und Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Zteindruckerel R. Lange in Gießen. Zchriftleitung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi» zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig 7 für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20“/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Diumschein und für denAn- zeigenteil i.D.TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Oie Reichsregierung zur zweiten Held-Rede. Oer bayerische Ministerpräsident war unterrichtet. Berlin, 3. Nov. (CNB. Funkspruch) Die gestrige Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Dr. Held vor Vertretern der Presse, die in den heutigen Morgenblättern vielfach als Sensation bezeichnet wird, wird in den der Reichsregierung nahe stech en-den Kreisen nicht als solche »mpfunden. An maßgebender Stelle wird ausdrücklich betont, daß die Reichsregierung mit der bayerischen Regierung durchaus darin einig ist, daß eine Reichsreform nicht durch Maßnahmen auf Grund des Artikels 48 der Verfassung oder durch Gewaltanwendung erfolgen soll. Wenn Ministerpräsident Dr. Held weiter hervor- hcbt, daß ihm Reichsinnenminister Freiherr von G a y l zugesichert habe, den Entwurf einer Reichsresorm vorher zur Stellungnahme zuzu- leiten, so deckt sich diese Zusicherung des Reichs- innenministers vollkommen mit den schon vorher wiederholt von der Reichsregierung gemachten Erklärungen gegenüber Bayern. Die Reichsregierung hat diese Zusagen auch v ö l l i g inne gehalten: denn es sind von der Reichsregierung keinerlei Maßnahmen getroffen worden, durch die die Verfassung an getastet wird, oder die Struktur des Reiches geändert werden soll. Es kann nur immer wieder betont wenden, daß alle Maßnahmen des Reiches in Preußen sich durchaus im Rahmen des Leipziger Urteils halten. Dr. Held beschwert sich dann weiter, daß er auch über diese Maßnahmen in Preußen nicht unterrichtet worden sei. Demgegenüber wird von zuständiger Stelle darauf hingewiesen, daß der bayerische Vertreter fh Berlin, Gesandter von Preger, durch den Staatssekretär der Reichskanzlei, Planck, eingehend über die bevorstehenden Maßnahmen in Preußen unterrichtet worben ist. Gesandter von Preger hat dem Reichskanzler ausdrücklich bestätigt, daß er diesen ihm mitgeleilten Standpunkt der Reichsregierung sehr ausführlich nach München weitergemeldet hat. Wenn Ministerpräsident Held dann am Schlüsse betont, daß die Möglichkeit einer Verständigung nicht ausgeschlossen ist, so stimmt ihm die Reichsregierung darin vollkommen zu Rur ist man in Berlin der Auffassung, daß eine Fortsetzung dieser öffentlichenAus- einandersetzung nicht der geeignete Weg dafür sei. Brüning über die Aufgaben nach der Wahl. Frankfurt a. M., 2. Rov. (Lpd.) Unter der Tleberschrist „AmTage nachderSch lacht veröffentlicht Dr. Heinrich Brüning m Der „Rhein-Mainischen Volkszeitung" einen Artikel, worin er an die Rede des Prälaten Kaas in Münster anknüpft, der damals gesagt habe: „o.ur Zeit stehen wir im Kamps. Aber wir fuhren diesen Kampf so. daß am Tage nach der Schlacht die Gegner sich nicht zu scheuen brauchen, Auge in Auge das Fazit des politischen Waffenganges zu ziehen". Brüning erklärt es für einen verhängnisvollen Irrtum, zu glauben, daß ein Wirtschaftsprogramm genügen konnte, den Kampf gegen die Wirtschaftskrise auf großer Linie erfolgreich auszunehmen. Auch die starrsten Antriebe einer etwa aus der Weltwirtschast aufsteigenden Welle konjunktureller Delebimg tonn= ten nicht realisiert werden, wenn es nicht gleichzeitig gelinge, die Gesamtpolitik und a l l e Kräfte des Volkes in Methode und Zielsetzung auf eine durchgehende Generallinie zu bringen. . , . , T. Aus dieser Erkenntnis ließe sich ein sachlich e s A r b e i t s p r o g r a m m für die von K a a s geforderte „Rot- und Mehrheitsgerneinschack ous- bauen. Brüning kommt zu dem Schluß, daß es so möglich wäre, den immer noch vorhandenen Aufbauwillen in allen Schichten der Ration politisch zu aktivieren und, gestützt auf Das Vertrauen des Reichspräsidenten und des Reichstags, in ein r Regierung zu konzentrieren. Die als Ausdruck eines in weitesten Schichten lebendigen Volkswillens und in verständnisvoller Zusammenarbeit mit dem Reichstag Die innerlich begründete Autorität einer starken Führung beanspruchen und ausüben könnte. Auf solchem Wege und auf solcher Grundlage bestünde begründete Hoffnung, daß Deutschland im gegebenen Augenblick mit einem Mindestmaß von Reibung und Störung den Anschluß an die Auftriebstendenzen der Weltwirtschaft gewänne. Ein solches Ziel enthalte nichts, worauf sich nicht alle Kreise desDolkes einigen könnten. Der Standpunkt des Zentrums. Hildesheim, 2. Rov. (ERD.) Der Generalsekretär der Zentrumspartei Dr. Do ck e l hielt beute eine Rede, in der er den Standpunkt des Zentrums zur gegenwärtigen politischen Lac«' schilderte. Das Zentrum müsse erwarten, Daß sich die Reichsregierung umgehend ernfthast mit denAbrüstungsvorschlägenHer- r i o t s auseinandersetze, weil in ihnen starke wehc- politische Bedenken für Deutschland schlummerten obwohl scheinbar Deutschland eine gewisse Gleichberechtigung zuerkannt therde. Die Reichsregierung, so betonte der Redner, die in dem grundsätzlichen Kampf für die Abrüstung das ganze deutsche Volk hinter sich habe, habe es verabsäumt, diesen einheitlichen Willen Deutschlands klug einzusetzen. Zu den verfassungsrechtlichen Fragen, fuhr der Redner fort, sei festzustellen, daß die Reichregieruns seit Monaten große Reformziele verkünde, daß aber ein Erfolg für eine wirklich gesunde, die Autorität des Staates sichernde Resorm von dieser Regierung nicht mehr durch- geseht werden könne. Die beiden konkreten Vorschläge, die der Reichsinnenminister in der Aen- derung des Art. 54 und in der Aenderung des Wahlrechtes gemacht habe, seien bezeichnend für die Bruchstückarbeit der Regierung. 3n der Wirtschaftspolitik der gegenwärtigen Reichsregierung vermißt der Redner einen konsequenten Schutz für denMit- t e l st a n d. Die wirtschaftlichen Maßnahmen der Regierung kämen trotz aller gegenteiligen Beteuerungen viel mehr den großen Betrieben zugute, als den kleineren und mittleren selbständigen Unternehmern. Die Maßnahmen für die Landwirtschaft hätten diesen keinen Vorteil gebracht, weil die Methode der Maßnahmen falsch gewesen sei. Das Zentrum müsse ferner die Mahnung an die Reichsregierung wiederholen, die öffentlichen Finanzen zu ordnen, weil diese Ordnung eine Grundvoraussetzung auch für den wirtschaftlichen Aufstieg Deutschlands sei. Hitler spricht in Berlin. Berlin, 2.Nov. (TU.) Die Rede Hitlers am Mittwoch brachte für die Berliner National- Berlin, 3. Nov. (CNB. Funkspruch.) Die Berliner warteten heute früh zu Hunderten an den Haltestellen auf ihr gewohntes Verkehrsmittel. Erft als sie durch Flugbiätter über den Streik bei der BVG. unterrichtet wurden, setzten sich die Massen in Bewegung, um zu Fuß an ihre Arbeits- tätten zu gelangen. Die Mannschaftswagen, die in der 3. und 4. Morgenstunde das Personal zu den Betriebsbahnhöfen bringen sollten, kehrten mit fast leeren Wagen zurück, da sich nur e in geringer Teil Arbeitswilliger eingesunden hatte. An den Betriebsbahnhöfen der BVG. waren noch in der Nacht uniformierte Streitpoften aufgestellt worden, die allen Arbeitswilligen den Zutritt zu den Wagenhallen verweigerten. An verschiedenen Stellen kam es zwischen Streikposten und Arbeitswilligen »zu kleineren Reibereien, die jedoch von der Polizei im Keime erstickt werden konnten. Die Polizei hat bereits in der Nacht Sicherungsmaßnahmen getroffen und befindet sich zurzeit in erhöhter Dienstbereitschaft. So sind besondere Streifenwagen eingesetzt und die Straßenpasten verdoppelt worden. Besonderes Augenmerk richtet die Polizei auf die Betriebst) ahnhöfe, die von zahlreichen BDG.-Leuten umlagert sind. Verhandlungen im Gange. Berlin, 3. Rov. (ERB. Funkspruch.) Zwischen der Leitung der BVG. und den Arbeitervertretungen fanden heute vormittag erneut Verhandlungen statt, die zum Ziel hatten, den Streik im Berliner Verkehrswesen s o schnell wie mög-lich zu beenden. Tarifrechtlich handelt es sich um einen wilden Streik, da die Dreiviertelmehrheit für den Streik bei der Abstimmung nicht erreicht wurde. Seit dem 30. August herrscht bei der BVG. ein tarifloser Zu st and, der dadurch verursacht wurde, daß eine Einigung über die von der Ge° Berlin. 2. Rov. (WTB.) Wie der Amtliche Preußische Pressedienst mitteilt, hat die kommissarische preußische Staatsregierung am 1. Ro° vember eine Verordnung über die Haushaltsführung der Gemeinden und Gemeindeverbände, sow e eine Ve ordnung über die Aufstellung von Stellenplänen in Gemeinden und Gemeindeverbänden verabschiedet. Die Gemeinde-Finanzverordnung verfolgt in erster Linie das Ziel, eine geordnete und sparsame Haushaltsführung in den Gemein- den sicherzustellen und für die Zukunft Miß- stände, wie sie in den verstossenen Jahren in der Finanzgebarung der Gemeinden sich gezeigt haben, auszuschliehen. Diesem Zwecke dienen die Stärkung der Stellung des Gemeindevorstandes cm Verhältnis zur Vertretungskörperschaft, die klare Gestaltung der Verantwortlichkeit bet ter Ausführung des Haushaltsplanes, die Einführung einer weitgehenden Publizität auf dem Gebiete des Haushalts- und Rechnungswesens, so- sozialisten den Höhepunkt des Wahlkampfes. Im Sportpalast hatten sich etwa 20 OOO Personen eingefunden, eine Anzahl diplomatischer Vertreter hatte den an fie' ergangenen Einladungen Folge geleistet. Die Reden wurden vom Sportpalast nach vier weiteren Versammlungsräumen in verschiedenen Stadtteilen übertragen, so daß zu der Veranstaltung etwa 35000 Personen versammelt waren. Hitler ging zunächst auf die Frage seines Eintritts in das Kabinett v. Papen ein und erklärte dazu: Es wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob es nicht doch richtiger gewesen wäre, daß wir in das Kabinett eintraten. Ich bin nach reiflicher Ueberlegung nicht in das Kabinett gegangen. Innerlich dachte man garnicht daran, uns überhaupt einen Einfluß zu gewähren. Man wollte die junge Kraft unserer Bewegung nur als Trommler und unter Aussclzaltung von der Führung. Wir haben nicht viel von einem solchen Einfluß im Kabinett erwartet. Die deutsche Wirtschaft wird von dieser Regierung nicht gerettet werden. Zwischen dem Denken der Regierung und unserem Denken besteht eine nicht zu überbrückende Kluft. Wir müssen einen deutschen Staat aufbauen, der unerhörte seelische Kräfte mobilmachen kann. Was ich will, das ist die Führung, die zu beanspruchen ich ein Recht habe traft des Gutes, das ich mitbringe. Wer hat ein Recht, davon zu sprechen, daß der Parlamentarismus überlebt sei? Nur der, der den Ersatz dafür geschaffen hat, und das sind wir. Man spare sich alle Versuche, an mich mit halben Vorschlägen heranzutreten. Ich kann warten. Die Bewegung wird nicht zu beugen sein. sellschaft vorgeschlagene Stundenlohnsenkung um 2 Pf. nicht erzielt werden konnte. Man muß abwarten, wie die Verhandlungen zwischen den beiden Parteien ausgehen. Sollten sie scheitern, so ist anzunehmen, daß der Reichsarbeitsminister mit einem Schlichtungsverfahren eingreift. Zunächst hängt das aber von der weiteren Entwicklung ab, die um so zweifelhafter ist, als der Streik — von den Gewerkschaften abgelehnt — eine Angelegenheit ausschließlich der Kommunisten und R a t i o n a l s o z i a l i st e n ist. also stark politischen Charakter hat. Der„AlMiff"rust zuGeldspenden für die Streikenden aus. Berlin. 3.Rov. (ERB.) Der nationalsozialistische „Angriff" veröffentlicht zu dem Berliner Verkehrsstreik einen Aufruf, der ten politischen Charakter der Bewegung klar erkennen läßt. Es heißt darin: „Der Ursprung dieses neuen wirtschaftlichen Kampfes von 20 000 Arbeitnehmern der DDG. ist in Jahren sozialdemokratischer Politik und in der Rotverordnung des Herrn von Papen zu suchen. Auch dieser neue wirtschaftliche Kampf wird die Rationalsozialisten wie immer in v o r d e r st e r Front für die Rechte der Ar - beitnehmersch oft sehen. Daher werden sämtliche Parteigenossen und Sympathisierende, sowie alle Betriebszellen aufgefordert, sofort ihre Sympathie mit den Streikenden insofern zu beweisen, daß jeder das an geldlichen Mitteln zur Verfügung stellt, was er trotz Rot und Armut noch geben kann. Volksgenossen zeigt, daß ihr Sozialisten der Tat seid! wie die Reuregelung der Rechnungsprüfung in den Gemeinden. Die Verordnung gibt dem Gemeindevorstand sowohl bei der Beschlußfassung über den Haushaltsplan, als auch nach dessen Verabschiedung gegenüber solchen Beschlüssen der Vertretungskörperschaft, die die Leistung neuer Ausgaben- Mehrausgaben oder die Verminderung von Einnahmen zur Folge haben würden, ein Widerspruchsrecht, soweit durch derartige Beschlüsse der Vertretungskörperschaft der Haushaltsausgleich gefährdet wird Weiter schließt sie die Erörterung von Anträgen der obengenannten Art in der Vertretungskdrpenchaft und in dem kollegialen Gememdevorstand aus wenn ihnen nicht gleichzeitig ein geeigneter und rechtlich zulässiger Deckungsvorfchlag bei- ^^Wetter^ bezweckt die Verordnung durch die Einführung und Ausgestaltung des sog. 6 r f a g - beschlußrechts das Eingreifen der Aufsichtsbehörden in Angelegenheiten der Gemeinden, w>e es in den letzten Jahren immer häufiger notwendig geworden ist, nach Möglichkeit zu beschränken. Deshalb ist sowohl für die Festsetzung des Haus- haltsplanes, wie für sonstige Beschlüsse, die eine geordnete und sparsame Haushaltsführung erfordert, die Beschlußfassung im Falle eines Versagens Der Vertretungskörperschaft zunächst dem Gemeinde- vorstand und gegebenenfalls seinem Vorsitzenden übertragen. Erst wenn auch diese Stellen versagen, soll ein Eingreifen der Aufsichtsbehörden erfolgen. Die Verordnung über die Ausstellung von Stellenplänen will eine weitere Zurückführung des gemeindlichen Personalbestandes auf das unerläßliche Maß sicherstellen. Grundlage hierfür werden gemeindliche Stellenpläne sein, die in der Verwaltung entbehrlich werdende Stellen als künftig wegfallend zu bezeichnen haben. Dies hat die Wirkung, daß solche Stellen im Falle ihres Freiwerdens nicht wieder b e - setzt werde dürsen. Die Durchführung dieser Maßnahmen wird von der Aufsichtsbehörde überwacht, die bei nicht hinreichender Verringerung der Stellenzahl in den Stellenplänen weitere Stellen in der Gemeindeverwaltung als künftig wegfallend bezeichnen kann. Vor wichtigen Entscheidungen des Reichskabinetts. Berlin, 2. Rov. (CRB.) Wie wir erfahren, sind in der Sitzung des Reichskabinetts, die in den heutigen Abendstunden stattfand, keine Beschlüsse gefaßt worden. Die Verhandlungen gehen vielmehr morgen vormittag weiter, und man nimmt an, daß diese Sitzung zu Entscheidungen führen wird. Die Probleme, um die es augenblicklich geht, sind die Sicherung der Gemeindefinanzen, das K o n- tingentierungsproblem und die Stützung der Getreidepreise. 2m Vordergrund steht dabei die Kontingentierungsfrage, nachdem die Kommission heute von ihren Auslandreisen zurückgekchrt ist. Man darf annehmen, daß auch über diese Frage morgen eine Klärung herbeigesührt werden wird. Starke Veränderungen in der deutschen Diplomatie. Berlin, 2. Nov. (WTB.) Der Herr Reichspräsident hat ernannt: den Generalkonsul Dr. Freiherrn von Grünau zum Ministerialdirektor im Auswärtigen Amt, Den Vortragenden Legationsrat Dr. Graf A d e l m a n n von Adelmannsfelden zum Generalkonsul in Kattowitz, Den Ministerial- Direftor z. D. Dr. Zech l in zum GesanDten in Mexiko Den GesanDten z. D. Dr. h. c. Freytag zum Geschäftsträger in Lissabon, Den GesanDten Dr. Schmidt-Elskop (MonteviDeo) zum GesanDten in Rio De Janeiro, Den Gesandten von Bülow (Asuncion) zum Generalkonsul in Kalkutta, den Gesandten z. D. Weiß zum Gesandten in Asuncion, den Vortragenden Legationsrat Dr. G r o b b a zum Gesandten in Bagdad, Den bisherigen Untergeneralsekretär des Völkerbunds Freiherrn Dufour- Feronce zum Gesandten in Belgrad, den Gesandtschaftsrat Dr. P i st o r zum Gesandten in Quito, den Generalkonsul in Jerusalem Dr. Nord zum Gesandten in Bangkok. Mit der Leitung der kulturpolitischen Abteilung des Auswärtigen Amtes wird der Gesandte in Riga, Dr. Stieve, betraut. Hoesch in London. London, 2. Nov. (WTB.) Der neue deut- s ch e Botschafter in London, vonHoesch, ist heute nachmittag auf Dem Viktoriabahnhof eingetroffen. Auf Dem Bahnhof wurde Herr von Hoesch im Auftrage des britischen Staatssekretärs des Aeußern von Mister M o n ck begrüßt. Msahbelebung im Ruhrgebiet. Essen, 2. Nov. (WTB.) Aufgrund der Wage n g e st el l u n g s zi f f e r n, Die einen Gradmesser für Die Entwicklung Des Ruhrkohlen- ab s a tz e s bilDen, ist festzustellen, Daß im Gegensatz zum Porjahr, in Dem Die Wagengestellung trotz Der sonst einsetzenden Saisonbelebung eine Stagnation aufwies, in Den letzten Wochen eine Belebung der Absatzlage eingetreten ist. Wahrend in Der ersten Woche Des September Die ar- beitsiägliche Wagengestellung mit rund 14 OOO Wagen zu je 10 Tonnen ihren tiefsten Stand erreichte, ist i'eitDem eine Aufwärtsentwicklung von Woche zu Woche deutlich erkennbar, 1° bah m Der letzten Oktoberwoche bereits wieDer 17 OOO Wagen zu je 10 Tonnen gestellt wurden. Weiterbeschcistigung Ausgelernter ist Mehreinstellung. Berlin, 3. Rov. (CRB.) Auf eine Eingabe des Reichskartells des selbständigen Mittelstandes hat der Reichsarbeitsminister dem Kartell folgende Entscheidung mitgeteilt: »Wenn ein Le h r - ling nach Ablauf seiner Lehrzeit nicht aus einem Tlnternehmen ausscheitet, sondern als Geselle oder Handlungsgehilfe oder sonst gegen Entgelt im Betriebe we i t e r b e sch äs t i g t wird, so ist diese We i ter be sch ä f tig un g regelmäßig als Mehrbeschäftigung eines Arbeitnehmers im Sinne der Verordnung des Reichspräsidenten zur Belebung der Wirtschaft vom 4. September 1932 anzusehen." Severing ernstlich erkrankt. Magdeburg, 2. Nov. (CNB.) Heute sollte Der preußische Innenminister Severing auf einer Wahlversammlung sprechen. Die Rede wurde ab- gesagt, weil Severing ernstlich erkrankt in Frankfurt a. M. darniederliegö. Der Verkehr in Berlin lahmgelegt. Schonung der prenßischen kommnnalsinanzen. Keine Ausgaben ohne gleichzeitige Deckung. - Einsparungen im Stellenplan Amtsenthebung eines olden- burgischen Bürgermeisters. Eutin, 2. Rov. (CAD.) Der nationalsozialistische Regierungspräsident Doehmcler (Eutin) hat den Bürgermeister der Stadt Eutin, den Deutschnationalen Dr. 'Stoss re gen, seines Amtes enthoben. Dr. Stoffregen wurde heute nachmittag durch ein Kommando der Schwartauer Ordnungspolizei unter Führung eines Polizeihauptmanns aus seinen Ämtsräumen entfernt. Der Bürgermeister hat den Polizeihauptmann aus die Llngesetz- lichkeit seines Vorgehens hingewiesen und beim oldenburgischen Staatsmini st erium telegraphisch Beschwerde erhoben. Der Kreisvorstand der DRVP. hat in einem an den Reichs- Innenminister gerichteten Telegramm um das Einschreiten des Reiches im Interesse von Recht, Ruhe und Ordnung gebeten. AeuerOberbürgermersterinOldenburg? Oldenburg, 3. Rov. (ERD.) In der gestrigen Sitzung des oldenburgischen Stadt- r a t e s wurde ein n a t i o n a l s o z i a l i st i - scher Antrag, den Oberbürgermeister zur Disposition zu stellen und den Magistrat zu beauftragen, die Stellungnahme des Staatsministeciums zu diesem Anträge herbeizuführen, mit 25 gegen 16 Stimmen angenommen. In unterrichteten Kreisen nimmt man allgemein an, daß die nationalsozialistische Regierung diesem Anträge der nationalsozialistischen Stadtratsfraktion entsprechen und demnächst einen Rationalsozialisten als Oberbürgermeister in Olcenburg einsetzen wird. Der Untergang der „Wöbe" vor dem Kriegsgericht. Kiel, 3. Noo. (WTB. Funkspruch.) In der Marineschule Kiel-Wik begann heute vormittag vor dem Marine-Kriegsgericht die Verhandlung über den Untergang des Marine-Segel- f ch u l i ch i f f e s „Niobe" am 26. Juli, bei dem 69 Angehörige der Reichsmarine den Seemannstod gefunden haben. Vorsitzender in dem Prozeß, für den zwei Tage vorgesehen sind, ist Marine-Kriegsgerichtsrat Schuck. Als militärische Beisitzer fungieren die Kapitänleutnants Berger und Bramesfeld. Die Anklage wird von Marine-Kriegsgerichtsrat Becker vertreten. Die Verteidigung liegt in den Händen des Kieler Rechtsanwalts R a t h j e, dem ^Pitänleutnant Rogge zur Seite steht. Die Anklage richtet sich gegen den Kommandanten der „Niobe", Kapitänleutnant R u h f u ß. Sie stützt sich auf § 326 Strafgesetzbuches. Dieser Paragraph handelt von der fahrlässigen Herbeiführung des Sinken eines Schiffes. Zu der Verhandlung sind 20 Zeugen geladen, unter ihnen 13 frühere Angehörige der „Niobe" mit dem Wachoffizier, Oberleutnant Lott, die bei dem Untergang gerettet werden konnten. Zu der Verhandlung' haben sich zahlreiche Pressevertreter eingefunden. Paris und der Mnisterwechsel in Polen. Paris, 3. Rov. (WTB. Funkspruch.) Der Rücktritt des polnischen Außenministers Za- l e s k i und seine Ersetzung durch den bisherigen Unterstaatssekretär im Außenministerium, Oberst Beck, wird von der Pariser Presse im allgemeinen dahin ausgelegt, daß eine A e n d e - rung in der polnischen Außenpolitik nicht zu erwarten sei. Das Organ Herriots, die „E r e R ouv elle", erklärt, die Betrauung Becks mit der Rachfolge Zaleskis sei die Garantie für die Be - st ä n d i g k e i t der polnischen Außenpolitik. — „Echo de Paris" findet allerdings die Ernennung des Obersten Beck, der im Februar der französischen Militärmission in Polen mit einer aufsehenerregenden Geste ein Ende gesetzt habe, nicht so. In dem Augenblick, da Zaleski von der politischen Bühne abtcete, belebe sich die Polemik zwischen Warschau und Bukarest. Das Zusammentreffen sei vielleicht nicht zufällig. Das Blatt befürchtet, daß die Regierungsumbildung in Polen eine weitere Spannung in den Beziehungen zwischen Frankreich und Polen schaffen werde. — Der sozialistische „P o p u l a i r e" meint, die Ablösung Zaleskis durch den Oberst Beck beweise, daß die auswärtige Politik Polens in eine aktive Phase eintrete und daß sie Verwicklungen an den polnischen Grenzen, namentlich an den O st - grenzen, zur Folge haben werde. Herriots Spanien-Reise eine Niete? Verstimmung in Paris. Paris, 2. Rov. (WTB.) Mit dem gestrigen Abendessen in der französischen Botschaft in Madrid hat der offizielle Teil der Spanien r e i s e des französischen Ministerpräsidenten seinen Abschluß gefunden. Heute vormittag besichtigte Ministerpräsident H e r r i o t die Um- gebung von Madrid. Seinem Auto wurde von spanischen Militärfliegern bis 20 Kilometer nach Madrid das Geleit gegeben. Am Mittag traf Herriot in Toledo ein, das er am Rachmittag besichtigte. Ein Zwischenfall. Madrid, 2. Rov. (TU.) Anläßlich des De- suches des französischen Ministerpräsidenten H e r- riot ereignete sich hier ein überaus peinlicher Zwischenfall. Der Direktor der größten spanischen Zeitung „A B C" hatte die französischen Iournaliften, die Herriot auf seiner Reise begleiteten, zu einem Gabelfrühstück eingeladen, zu denen auch führende Männer des spanischen Geisteslebens, der Kunst und des Theaters, ohne Unterschied der politischen Einstellung, erschienen waren. Die französischen Iournaliften hatten die Einladung angenommen, ließen aber den Gastgeber eine Stunde warten und teilten dann telephonisch mit, daß sie auf die Einladung verzichten müßten. Diese unmögliche Haltung der eingeladenen Franzosen wird in Zusammenhang gebracht mit der politischen Rechtseinstellung der Zeitung „ABC". Sämtliche Zeitungen, die nicht hinter der spanischen Regierung stehen, sind daher auch nicht zu dem Presseempfang der französischen Botschaft erschienen. In ihrem Bestreben, die „radikale" geistige Verwandtschaft zwischen Herriot und dem neuen spanischen Regime hervorzukehren, haben sich damit die jour- naliftifchcn Begleiter Herriots eine Tonlosigkeit geleistet, die in weiten Kreisen als eine Provokation aufgefaßt wird. pariser Erregung. Paris, 3. Rov. (WTB. Funkspruch.) Die Erregung über die Zwischenfälle, die Herriots Spanienreise begleitet haben, hat sich noch nicht gelegt. „La R e p u b l i q u e" fordert eine radikale Reubesetzung verschiedener diplomatischer Po st en. Die Reise Herriots nach Madrid sei vom französischen Botschafter in Spanien ungenügend vorbereitet worden. Frankreich brauche sichere Botschafter. Seit Iahren wisse man im Ausland, wie unzulänglich die französische Propaganda sei. Das müsse aufhören. — „V i c t o r i a r e" spricht von einer ka lten Dusche, die Herriot in Madrid erhalten habe, versucht aber als einziges Blatt, den Dingen auf den Grund zu gehen. Auch in Spanien, so schreibt das Blatt, sei man sich darüber klar, daß ohne eine deutsch-französische Annäherung eine wirtschaftliche und finanzielle Wiedergenesung der Welt nicht möglich sei. Es gebe keine Beruhigung und keine Entspannung in Deutschland, solange gewisse Plumpheiten des Versailler Vertrages nicht revidiert seien. Von allen großen Siegernationen sträube sich heute nur noch Frankreich gegen eine Revision. Darin müsse man die Erklärung für die Madrider Kundgebung gegen Frankreich suchen. Aus aller Welt. Zwischenlandung des „Graf Zeppelin" in Sevilla. Das Luftschiff „Gras Zeppelin" hat in Sev l.a ene Zwischenlandung vcr^com- mea Die Landung v.l zog -sich unter lebhaften Ovationen und unter Hochrufen auf Deursch- land und Spanien. Die Musik spielte die deutsche Rationalhymne. 10 000 Menschen waren zur Stelle. Der Adjutant des Kriegsministers A z a - n a, Oberstleutnant Herrera, und der Stadtverordnetenvorsteher von Sevilla, C a s a s, gingen an Bord des Luftschiffes, um die Fahrt bis Friedrichshafen mitzumachen. Rach 20 Minuten Aufenthalt setzte „Graf Zeppelin" unter neuen Ovationen seine Fahrt fort. Doppelraubmord In Köln. In einem Hause am Rudolfsplatz in Köln wurden die 61jährige ledige Ulla Korte und der 48 Jahre alte Geldzusteller Oberpostschaffner Clemens Koerner ermordet aufgefunden. Beide waren durch Kopfschüsse getötet. Rach den polizeilichen Feststellungen ist die Tat von einem bisher unbekannten Mann verübt worden, der sich als Student der Medizin ausgegeben hat. Der Mörder hatte sich vor einigen Tagen bei Fräulein Korte als Untermieter einlogiert und einen Geldbetrag an seine eigene Adresse geschickt. Als ihm dieser Betrag in seine Wohnung gebracht wurde, hat er den Geldzusteller durch einen Kopfschuß getötet und ihm die Geldtasche mit Inhalt geraubt. Fräulein Korte, die im Rebenzimmer beschäftigt war, wurde gleichfalls durchweinen Kopfschuß getötet. Bisher fehlt von dem Täter jede Spur. Der Geldbriefträger trug 2800 Mark bares Geld und einen Wertbrief über 100 Franks bei sich. Die gräßliche Tat kam dadurch ans Tageslicht, daß ein Reffe von Fräulein Korte dieser einen Besuch abstatten wollte und auf wiederholtes Klingeln keinen Einlaß in die Wchnung fand. Als man die Wohnungstür gewaltsam erbrochen hatte, bot sich den Eintretenden ein furchtbares Bild. In einem Zimmer fand man die Tanke in einer Blutlache liegend, neben ihr hingestreckt den Briefträger, dessen Geldtasche leer war. Für die Ergreifung des Täters hat der Kölner Regierungspräsiden eine Belohnung von 500 Mark ausgesetzt. Denselben Betrag und 10 Prozent des wieder her- beizeschafften Geldes hat die Oberpostdirekton Köln ausgelobt. Der Skandal bei der Dresdener Ortskrankenkasse. Wie die TU. erfährt, belaufen sich die Unterschlagungen bei der Dresdener Ortskrankenkasse nach den letzten Feststellungen auf nahezu 2 0 0 0 0 0 Mark. Die Unterschlagungen gehen bis in das Jahr 1926 zurück. Für die Zeit von 1922 bis 1926 sind Ermittlungen nicht mehr möglich, da Belege aus dieser Zeit nicht vorhanden sind. Ein deutscher Dampfer rettet die 16 Gotländer. Der deutsche Dampfer „Bothilda Ruh" hat in einer der letzten Rächte die vermißten 16 jungen Gotländer, die man schon tot glaubte, g e r e t - t e t. Die schwedischen, Funkstationen hatten alle Dampfer aus das vermißte Boot aufmerksam gemacht, worauf die „Bothilda Ruh" ihren Kurs sofort änderte. Die Stockholmer Presse zollt der Rettungstat des deutschen Schiffes große Anerkennung und stellt fest, wie schwierig es gewesen sein müsse, im Dunkel der Rächt das Doot aufzufinden. 'Die Freude über die Rettung der Totgeglaubten ist in dem kleinen Heimatdorf auf der Insel Gotland unbeschreiblich. Zum Empfang der Schiffbrüchigen hat sich der halbe Ort nach dem Hafen begeben. Die jetzt Geretteten waren mit ihrem Doot aufs Meer hinausgefahren, um den Manövern eines russischen Geschwaders zuzusehen. Schweres Autounglück. — Zwei Tote, zwei Schwerverletzte. Dieser Tage überfuhr auf der Chaussee Schamberg—Beuchen ein nach Beuchen fahrender Personenkraftwagen den Häuer Konrad P r o k s aus Schömberg und den Schmied Salatta aus Antonienhütte. Proks war sofort tot. Salatta er» l a g wenige Stunden später seinen schweren Verletzungen. Die beiden Insassen des Kraftwagens, der infolge des harten Bremsens gegen einen Baum fuhr, erlitten schwereBeinbrüche. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Der Zwischenfall an der Grenze bei Sorowski. Von den Dehörden in Oppeln wird zu dem bereits bekannten Zwischenfall an der Grenze bei Sorowski im Kreise Guttentag, wo am 30. Oktober der preußische Staatsangehörige P o p a n d a von einem polnischen Grenzbeamten durch einen Karabinerschuh getötet wurde, ein amtlicher Bericht herausgegeben, der sich mit den Bekundungen des Augmueugen deckt. In einem Lokaltermin am 31. Oktober wurde zwischen dem Landrat von Guttentag und dem Starosten in Lu» blinitz eine Einigung dahin erzielt, daß ein eigentlicher Grenzzwischenfall nicht vorliege, da P. die Grenze illegal überschritten habe und auf polnischem Gebiet niedergeschossen worden sei. Die Angelegenheit werde ihre weitere Erledigung im diplomatischen Wege finden. Bluttat in einem Freiburger Gefängnis. — Zwei lote, ein Schwerverletzter. Dieser Tage erschlug in einer Gemeinschaftsgefängniszelle in Freiburg i. Br. ein tobsüchtiger Gefangener zwei seiner Mitgefangenen und verletzte einen dritten schwer. Aus der provinzialhauptsta-t. Gießen, den 3. Rovember 1932. Muh ein Unfallverletzter eine Operation dulden? WSN. Bor dem Oberversicherungsamt D a r m st a d t wurde eine interessante Sache verhandelt. Der 25 Jahre alte Kläger bezieht eine 30prozentige Dauerrente für den Verlust des linken Zeige- und Ringfingers durch Betriebsunfall. Nach, ärztucher Feststellung platzen die Narben am linken zweiten Mittelhandknochen bei schlechter Witterung auf. Es war daher ärztlicherseits wiederholt operativer Eingriff vorgeschlagen worden, und zwar die Entfernung eines schmalen Stückes des linken Mittelhandknochens. Der Klä- Helft der Winterhilfe! Die 71 o t in vielen Gießener Familien ist g r o h. Hilfe ist dringend am Platze. Geld - und Klei- derfpenden durch die winternothilfe können viel Elend lindern. Zeder helfe nach besten Kräften! Znbesondere bei Geburtstagen, Verlobungen oder Hochzeiten denke man in der eigenen Freude auch daran, seinen notleidenden Mitmenschen das Leben leichter zu machen. Selbst kleine Gaben werden dankbar angenommen. Mer mit Geld helfen will, kann seine Spende an nachstehenden Stellen abgeben: Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers, Gießen, pfeiffersche Buchhandlung, Gießen. Germania-Drogerie, Karl Seibel, Gießen, Frankfurter Straße. Hans Roll, Ludwigsplah-Drogerie, Gießen. Wilhelm Benner, Schuhmarenhandlung, Gießen, Marktstraße. Verkehrs- und Verfchönerungsverein e. v.» Gießen. Oberheffische Volkszeitung, Gießen. Handels- und Gewerbebank, Gießen. Deutsche Bank und Disconto-Gesellschaft, Gießen. Dresdner Bank, Gießen. Commerz- und Privat-Bank, Gießen. Bezirkssparkasse Gießen. Bankgeschäft her; & Lo., Gießen. Volksbank e. G. m. b. h.» Gießen. Zeder sei Helfer! ger hatte diesen Eingriff doch stets abgelehnt. Die Berufsgenossenschaft erließ daher einen Bescheid, worin sie Heilanstaltspflege zur Vornahme der Operation gewährte. Gleichzeitig wies sie aus den § 606 der Reichsversicherungsordnung hin, wonach bei Ablehnung der Operation dem Kläger die Rente ganz oder teilweise entzogen werden könne. Gegen diesen Bescheid hatte der Kläger Berufung verfolgt. Die Spruchkammer des Oberversicherungsamts Darmstadt hat diese Berufung verworfen und entschieden, daß der Kläger die Operation zu dulden habe. In den Gründen wird angeführt, daß ein Verletzter die Operation ablehnen kann, soweit sie in den Bestand ober die Unversehrtheit des Körpers eingreife oder wenn Lebensgefahr angenommen werden könne. Zu den Operationen in diesem Sinne gehörten jedoch nicht alle chirurgischen Eingriffe, insbesondere solche nicht, die ohne Narkche unter örtlicher Betäubung vorgenommen werden können. Weiterhin setze die Verpflichtung zur Duldung einer Operation nach dem grundsätzlichen Standpunkt drei Bedingungen voraus. Zunächst müsse auf Grund eines Gutachtens eines ärztlichen Sachverständigen feststehen, daß diese gefahrlos sei, soweit nach dem jeweiligen Stande der Wissenschaft dop. Gefahrlosigkeit gesprochen werden könne, ferner dürfender operative Eingriff nicht mit nennenswerten schmerzen verbunden sein und es müsse sich schließlich mit Sicherheit eine beträchtliche Besserung der Leistungsfähigkeit des Verletzten erwarten lassen. Alle diese Voraussetzungen sind von der Spruchkammer des Oberversicherungsamts auf Grund ärztlichen Gutachten als vorliegend anerkannt worden und sie gelangte daher zu der obengenannten Entscheidung. Gießener Wochenmarktpreise. * Gießen, 3. Rov. Cs kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter Pfund 1,30; Landbutter 1,20; Kochbutter 1,00; Matte 25 bis 30; Wirsing (grün) 6 bis 8; Weißkraut 4 bis 6: Rotkraut 7 bis 8; gelbe Rüben 8 bis 10; rote Rüben 8; Spinat 15; Unter-Kohlrabi 5 bis 6; Rosenkohl 20 bis 25; Feldsalat 80 bis 1,00; Tomaten 25 bis 30; Ziebeln 8 bis 10; Meerrettich 30 bis 60; Schwarzwurzeln 25 bis 30; Kür- brs 5 bis 6; Kartoffeln 3; Pfirsiche 35 bis 50; Repfel 15 bis 30; Birnen 10 bis 20; Dörrobst 30 bis 35; Honig 40 bis 45; junge Hähne 70 brs 80; Suppenhühner 60 bis 80; Gänse 65 bis 75; Enten 80 bis 90; Rüsse 35; Tauben Stück 50 bis 60; Käse 5 bis 10; Eier (ausl.) 11 bis 14; inländische 14; Blumenkohl 30 bis 60; Endivien 10 bis 15; Ober-Kohlrabi 5 bis 8; Lauch 5 bis 10; Rettich 8 bis 10; Sellerie 10 bis 35; Radieschen Bund 10; Kartoffeln Zentner 2,30 bis 2,50; Weißkraut 2.20 bis 2,50; Rotkraut 5,00; Wirsing 4,00 bis 4,50; Aepfel 12,00 bis 25,00. Bornotizen. Tageskalender für Donnerstag: Oberhesf. Kunstverein, Turmhaus am Drandplatz, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde, Aula der Universität, Vortrag über „Die Funktion der deutschen Seehäfen im Lichte der Geschichte". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das schöne Abenteuer". — Astoria- Lichtspiele, Seltersweg: „Die Geheimnisse des Zirkus Iordan" und „Die Herrgottschnitzer von Oberammergau". — Die Volkshochschule beginnt heute mit den Kursen „Das Nervensystem und seine Erkrankungen" „Englisch III für Kaufleute" und „Fran- zösijch I für Anfänger". Die Vorbesprechung zum „Chorsingen" findet ebenfalls heute statt, und zwar im Hörsaal 40 der Universität. Näheres siehe heutige Anzeige. — Die Comedian Harmonists fingen nicht nur auf Schallplatten, im Rundfunk und Tonfilm, sondern bringen ihr Programm am Samstag, 12. November, 20 Uhr, im Stadttheater Gießen persönlich zu Gehör. Die Comedian Harmonists haben in ihrem auf Monate genau festgelegten Reiseweg einen Abstecher nach Gießen angesetzt zu einem einmaligen Gastspiel. Das Gastspiel der halben Dutzend Comedian Harmonists dürfte ein Ereignis für Gießen werden. Der Vorverkauf hat begonnen. • " Ermäßigung für Studenten. Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: In dieser Spielzeit des Stadttheaters gelten für die Ermäßigung auf Studentenkarten folgende Bestimmungen: An den Spieltagen in der Woche (Dienstag, Mittwoch, Freitag) erhalten die Studierender gegen Vorzeigung der Studentenkarte eine Ermäßigung von 50 Prozent auf alle Plätze, sofern an bieten Tagen keine Operetten- bzw. Opernpreise angeseht sind. Sonntags und an den Spieltagen, an denen Operetten- bzw. Opernpreise gelten, zahlen Studierende für ihren Platz den nächstniedri- geren Preis. "Sterbefälle. In der Zeit vom 16. bis 31. Oktober verstorben In unserer Stadt: 17. Christine Schmidt geb. Erb, Wwe., 73 Iahre, Wolf- straße 24; 17. Elisabeth Pfeiffer geb. Schnabel, Wwe., 74 Iahre, Teufelslustgärtchen 5; 21. Gustav Delitz, Malermeister, 64 Iahre, Liebigstraße 83; 22. Luise Weimer geb. Kraft, 64 Iahre, Weh- larerweg 37; 26. Wilhelmine Raumann g.b. Thor- wart, 79 Iahre, Keplerstratze 7; 26. Wilhelm Haustein, Kaufmann, 77 Iahre, Moltkestraße 24; 28. Minna Franz, geb. Arnold, Wwe., 78 Iahre, Asterweg 54; 29. Mathilde Gläßner geb. Lütges, Wwe., 89 Iahre, Liebigstraße 37; 30. Heinrich Dörsch, Schäftemacher, 63 Iahre, Reuenweg 52; 30. Luise Iung geb. Roll, Wwe., 79 Iahre, Sel- tevsweg 29; 30. Katharine Spa ar geb. Iünger, Wwe., 70 Iahre, Lichxrstraße 37. Wettervoraussage Obwohl der Äftdruck weiter angestiegen ist und sich das kontinentale Hoch gekräftigt hat, kommt eine konstante Schönwetterlage vorerst nicht auf. Die Warmluft an der Südseite der im Norden lagernden Störungen schiebt sich weiter auf das Festland vor und verursacht eine geschlossene Wolkendecke, lieber Irland ist das Herannahen einer neuen Warmluftstaffel zu erkennen, die darauf hindeutet, daß die Störungstätigkeit noch nicht abgeschlossen ist und somit das milde und öfters zu Regen neigende Welter fortbesteht. Aussichten für Freitag: Neblig-wolkig mit Aufklaren, noch ziemlich mild, stellenweise leichte Niederschläge. Aussichten für Samstag: Fortdauer des milden und zu Regen neigenden Wetters. Lufttemperaturen am 2. November: mittags 6,2 Grad Celsius, abends 7,8 Grad; am 3. November: morgens 9,8 Grad. Maximum 10 Grad, Minimum 1,5 Grad. — Niederschläge 1,5 mm. Briefkasten der Redaktion (Rechtsgutachten find ohne Verbindlichkeit der Schnftleitung.) Ioh. G.. Gießen. Für eine Amerika-Erbschaft muß Erbschaftssteuer bezahlt werden. Steuerfreiheit besteht nur, wenn die Erbschaft nicht mehr als 500 Reichsmark beträgt. „Liesse/, wie konntest Du nur diese Stellung^ annehmen, wo der Arzt Dir doch! verboten hat, vCegen Deines Hämorrhoidalleidens eine sitzende Tätigkeit auszuüben“ — „Ja, aber seitdem er mir empfahl, eine ZeitJ lang Posterisan. Salbe und Zäpfchen, zu verwenden, geht mir glänzend. Die elenden Schmerzen und d>.?r unerträgliche Juckreiz sind verschwunden. JeJzt halte ich das lange Sitzen gut aus, die Arbeiit macht mir wieder Freude.“ In allen Apotheken: Posterisan-Salbe für RAL 1,59, Posterisam-Zäpfchen für RM. 2>3J, , verladen ioei besät werde Schnecken dah Dicleroi worden sini om Winters Einige seh: Wandel sck mann unter übet ihu W ihn rasch ^Hunge Hofes" tetversau gervereu Vereine 2er grühung dur ner (Lang! (Hungen) u Rücksicht .0' der bisherig' seinem 2« (Langd), oe Vereins, gell er Herrn Zl gekielt Ar seitherige 2- nannt. Zun wurde Lehre I Aus dc 2.M Die v Groß 2 5 J a Pr 19 diener, ,, o fit)‘P einLandimr oin ein Ades brer zum Teil ni sind - bes unbefahrbar, begonnen, el I! Vüd folge des wurde bie' Stern" eri zunächst 2 nehmunger Hilfe des Planten @t Glauburg. Getverbeleh ftellung ein, Kratze. Jur Mgrgentvn Müller meiftns die ünterf Büdingen der gesche; Kustos a. vieler Lich römisch) unter besr städte im Die Lichlbi Deck dem ( Reiches un Mission zu stützten den Vortrag in danibare .-'Aidd 'end die S j und Pfli auf Zandsdrihe Wlli5e «uter Ausbi “er bollbek, End eine £ Net Lr: ihr Ar führte »auf. Mer Die Zungen qi uchrung (n; ^Nomme Ä Ae bisher Migen" ru Fast 2l siegte, t ^tsamtei 9ulQt/ ? Tegr d°m Reich nau®9carbe ?"berordei kn. 1 ZUZ iS ®'" Wällcn den «"gsv Wirtschaft OBERST Tabak verwendet wie damals,als 91 OBERST Bei dernaty teurerMaifym&rt 03 sich Milde mit A R 0 M A paart, i noch 5 Pfennige kostete.Deshalb schmeckt sie ja auch gar nicht nach 3% Pfennig. Das ist sie noch immer, amTabak- wert gemessen Unter Garantie wird auch jetzt noch der gute,echt macedonische die 3/3 Pfennig Zigarette. WS rung in keiner Weise berücksichtigt worden seien und die Vertreter des gewerblichen Mittelstandes für die Maßnahmen der Regierung kein Verständnis aufbringen könnten. Die Versammlung nahm ferner Stellung gegen die von einem Redner erörterte Angleichung derInnungs- grenzen an die neuen Kreisgrenzen. Hierzu bestehe keine Veranlassung, denn in den Augen der Gewerbetreibenden sei der Kreis Bie- Verlegung des Sitzes der Kreis-Kommunalverwaltung. * Biedenkopf. 1. Rov. Die Kreiskom - munalverwaltung schickt sich an, noch in dieser Woche nach Dillenburg überzusiedeln. Kreis Wetzlar. Preußen. Aenderungen in den Zleischbeschau- bezirken des Kreises Wetzlar. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religicnsgemeinde. Gottesdienst In der Synagoge (Südanlage). Samstag, 5. November. Vorabend 4.45 Uhr; morgens 9; abends 5.05 und 5 45 Uhr. Israelitische Rellgionsgesellschaft. Sabbatfeier den 5 November. Freitag abend 4.30 Uhr: Samstag vormittag 8.30; nachmittags 5.05; Sabbatausgang 5 45. _ Wochengottesdienst: morgens 6.45; abends 4.30 Uhr. nicht früher eine 5 M Mette? gemacht. Die Saatarbeit schreitet kaum fort. Einmal ist das Land viel zu naß, um überhaupt besät werden zu können, zum andern sind die Schnecken in solcher Menge auf den Feldern, daß vielerorts die jungen Hälmchen abgefrcssen worden sind. Auch in den Gärten richten sie am Wintersalat und Spinat großen Schaden an. Einige sehr kalte Rächte könnten hier etwas Wandel schasscn. Kreis Büdingen. I! Büdingen, 2. Rov. Die neue Vortrags- zurück. I H u n g e n, 2. Rov. 3m Saale des „Solmser Hofes" fand dieser Tage die Herbstver trete r v e r s a m m l u n g des Bezirkskcie- gervereins Hungen statt, zu der sämtliche Vereine Vertreter entsandt hatten. Rach der Be- An die Vorträge schloß sich eine rege Aussprache an, in der jedoch fast ausschließlich andere Meinungen als die der beiden Redner von den Vertretern der einzelnen Kreisorganisationen des Handwerks geäußert wurden. Man sprack sich gegen die Auflösung des Kreises und damit gegen die Regierung aus. Man betonte, daß die Belange der Kreisbevölke- > Wißmar, 1. Nov. Im Hause von Heinrich Mandler entstand um die Mittagsstunde gelegentlich einer Hausschlachtung ein Brand, der durch einen schadhaften Schornstein verursacht wurde. Die sogenannte „Kleine Kammer" brannte aus Da das Feuer rechtzeitig entdeckt wurde, die Feuerwehr und hilfsbereite Nachbarn sofort energisch einariffcn war es möglich, ein gefährliches Schadenfeuer inmitten des Dorfes zu verhindern. Das Haus mußte jedoch wegen Einsturzgefahr geräumt werden. Reichelbank und Sieuergutscheine. Di« an den ersten beiden Tagen an den Börsen erzielten Kurse für die Steuergutscheine halten sich nach Informationen des WTB.-Handels- dienstes im Rahmen der Erwartungen der maßgebenden Stellen. Da es sich bei der Ausgabe des neuen Papiers um einen Vorgang ohne Vorbild handelte, hat man bekanntlich ein besonderes Konsortium gebildet, das mit der Kursregulierung betraut ist, und das im Interesse möglichster Handlungsfreiheit nicht auf einen bestimmten Stützungsbetrag festgelegt wurde. Rach den Erfahrungen der ersten Börsentage hält man di« Frage der Kursregulierung nicht für ein großes Problem. Die Reichsbank hat für die Steucrscheine Refinan- z ie ru n g s m ö g l i ch ke i te n in ungewöhnlichem Ausmaß vorgesehen. Im Lombardverkehr werden hinsichtlich der Dauer und auch in sonstiger Beziehung erleichterte Bedingungen gewährt werden. Insbesondere wird die Reichsbank bereit sein, Wechselmaterial, das mit Steuergutscheinen, und zwar bis zu einem Rominalbetrog von etwa 95 Prozent gedeckt ist, auch dann hereinzunehmen, wenn das Material den sonstigen Anforderungen der Reichsbank nicht entspricht. Es kommen dabei in erster Linie Handelswechsel in Betracht. Wieweit die gebotenen Refinanzierungsmöglichkeiten ausgenuht werden, läßt sich naturgemäß vorläufig nicht übersehen. Bisher sind, wie wir hören, Steuergutscheine im Betrag von etwa 20 bis 30 Mill. Mark ausgegeben worden. Die in der letzten Zeit festzustellende leichte Belebung der Wirtschaft läßt erhoffen, daß von den Steuergutscheinen im Sinne von Kreditinstrumenten in steigendem Maße Gebrauch gemacht wird. Sronffurf fiill und schwach. Frankfurt a. M., 3. Nov. (WDB. Drahtmel- dung.) Die heutige Börse lag schwächer, einmal auf das gleichfalls ab geschwächte Neuyork hin und dann wegen der bei der Kulisse und Kundschaftt herrschenden Geschäftslosigkeit. Allgemein hört man, daß diese Stagnation vor den Wahlen kaum eine Aenderung erfahren wird. Sehr stark wurde die Stimmung durch den Berliner Berkehrs- strei k gedrückt, der die Möglichkeit eines Zusam- mengöhens der extremen Parteien und damit die Gefährdung der innerpolitischen Situation aufzeigt. Die Abschwächungen gingen von 0,50 bis 2 o.H. bei Svezialwerten, IG. büßten 1,13 o.H. ein, während Metallgesellschaft und Scheideanstalt behauptet blieben. Am Elektromarkt verloren AEG. 1,13 und Bekula 1 v. H. (schade verloren etwa 3 Mk. Die Montanwerte zeigten durchweg Rückgänge, Buderus und Rheinstahl je 1 o.H., Gelsenkirchen und Mannesmann je 0,50 und Phönix 0,25 v. H. Von sonstigen Papieren lagen Aku 2,40 v. H. und Holz- mann 1 v. H. schwächer. Zement Heidelberg waren gehalten, knapp behaupten konnten sich Norddeutscher Lloyd. Der Elektromarkt war auf das Ausbleiben von neuen Orders, die gestern die Kurse noch einigermaßen gehalten hatten, zunächst ebenfalls etwas abgeschwächt, konnten sich jedoch bei einigen Erholungen durchsetzen. Altbesitz verloren zuerst 0,75 v. H., um sie dann wieder zurückzugewinnen. Neubesitz bröckelten 0,13 o.H. ab, Reichsschuldbuchforderungen waren gehalten. Bon Auslandsrenten waren Bagdad und Zolltürken gut behauptet. Goldpfandbriefe waren ziemlich unverändert, Liquidationspfandbriefe lagen eine Kleinigkeit schwächer, Kommunalobligationen waren auf gestriger Basis eher gesucht. Das Geschäft am Psandbriefmarkt war gering. Steuergutscheine hatten auf gestrigem Niveau größeren Umsatz. Im Verlaufe bröckelten die Kurse am Aktienmarkt weiter ab Der Rentenmarkt war ebenfalls schwächer. Tagesgeld war zu 4 o. H. etwas erleichtert. Berlin schwächer. Berlin, 3. Nov. (WTB. Funkspruch.) Trotz des anhaltend kleinen Geschäftes war die Tendenz heute unverkennbar schwächer. Kursmähig kam dies in Abschwächungen bis zu 1,5 o.H. zum Ausdruck. Vereinzelt waren Abschläge bis zu etwa 3 v H. festzustellen. Nur Feldmühle waren mit plus 1,5 v. H. nennenswert gebessert, doch betrug der Umsatz auch hier lediglich 9 Mille. Die Ursache des Stimmungsumschwungs war in der Verschärfung des Konflikts Bayern—Reich, den schwierigen Ver- Handlungen um die Kontingente, dem Berliner Verkehrsstreik, der auf längere Sicht vertagten Diskont- senkung, Gerüchte über Bankschwierigkeiten in Brüssel und der damit im Zusammenhang stehenden Schwäche der Brüsseler und Amsterdamer Börsen, sowie den Rückgang der Gesfürelaktien zu suchen. Die Nachricht über eine Belebung am Ruhrkohlen- markt wurde durch den wenig befriedigenden Bericht über das Röhrengeschäft im Oktober in ihrer Wirkung aufgehoben. Auch die neue Psundschwäche verstimmte. Im Verlaufe machte sich zunächst ein wenig Deckungsbedürfnis geltend, später bröckelten die Kurse jedoch erneut um 0,5 v. H., vereinzelt bis zu 1 v. H. ab, da die unsichere innerpolitische Lage die Spekulation zu äußerster Zurückhaltung bestimmte. An den Rentenmärkten war die Tendenz gleichfalls eher schwächer. Anleihen, auch Schutzgebietsanleihe, waren im Endeffekt nur knapp gehalten, Reichsbahnoorzugsaktien und Reichsschuldbuchforderungen verloren bis zu 0,50 v. H., Steuergutscheine wurden zu völlig unveränderten Kursen etwas lebhafter als gestern umgesetzt. Zum Kurs sollen zirka 250 Mille gehandelt worden sein. Pfandbriefe neigten zur Schwäche. Von Ausländern waren Anatolier und Mexikaner etwas freundlicher, während Lissaboner Stadtanleihe mit minus 1,25 o.H. erneut empfindlich gedrückt lagen. Frankfurter Schlachtvichmarkt. Frankfurt a. M., 3. Nov. Auftrieb: 90 Rinder, 942 Kälber, 553 Schafe, 612 Schweine. Es wurden notiert: Kälber: beste Mast- und Saugkälber 40 bis 43 Mark, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Kälber 30 bis 35; Schafe: Mast- lämmer und jüngere Masthämmel (Weidemast) 22 bis 25, mittlere 'Mastlämmer, ältere Masthämmel und gut genährte Schafe 18 bis 21, fleischiges Schafvieh 14 bis 17; Schwein e: vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund Lebendgewicht 40 bis 43 von etwa 200 bis 240 Pfund 39 bis 43, von etwa 160 bis 200 Pfund 38 bis 42 Mark. — Markt- verlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine schleppend, ausverkauft. Nichts anderesI - Es gibt eben keine / andere Hautcreme. die das hautverwandte Euzerlt ( enthält! - • in Ehringshausen.) Bezirk V: Die Gemeinden Garben heim, Dutenhofen, Münchholzhausen, Rauborn. Riederweh, Reiskirchen, Volpertshausen, Weidenhausen. Vollnkirchen, Groh-Rechtenbach, Klein-Rechten- bach, Lützellinden, Hörnsheim, Hochelheim, Dornholzhausen, Riederkleen, Oberkleen und Ebersgöns. (Tierarzt W i cf in Wetzlar.) BezirkVI: Die Gemeinden Donbaden, Schwal- folge des Büdinger Geschichtsvercins I bach, Laufdorf, Burgsolms, Albshaus^n, Stein- wurde dieser Tage im Saale des Hotels „Zum dorf, Oberbiel, Riederblel Ahlar-Kleinalten- Stern" eröffnet. Geheimrat Dr. Mohr machte städten Hermannstein, Masbach, Bieber Rod- zunächst Mitteilungen über bevorstehende Unter- heim, Gleiberg, Vetzberg, Krofdorf, Launsbach, nehmungen des Vereins, besonders über die mit Wißmar^ ^Um^shausen, Königsberg, Hohen- Hilfe des Freiwilligen Arbeitsdienstes ge- st»lms, Groß-Altenstadten, Erda, Franken^rch, planten Grabungen auf der Hardeck und auf der Krumbach Odenhausen, Salzboden, Altenkirchen, Glauburg. Ferner berichtete er über die durch 2lrhdt und Mudersbach. (Veterinarrat Dr. Zum Gewerbelehrer Rieß ausgeführte Wiederher- in Wetzlar.) stellung eines alten Brunnens in der Hammer- TagUNg der Obermeister M Biedenkopj straße. Durch diese .Unternehmung ist dank dem J. Entgegenkommen des Grundbesitzers Reinhard Gegen die Regierung — gegen krelsauftetlung. M ü Iler und der Unterstützung des Maurer» I * Biedenkopf, 2. Rov. Die Berussorgani- meisters Philipp Mörschel, wie auch durch sationen des gewerblichen Mittel st an- die Unterstützung der Bürgermeisterei, der Stadt des hatten dieser Tage ihre Vertreter zu einer Büdingen ein schönes geschichtliches Denkmal wie- I Obermeistertagung nach Biedenkopf ent- der geschenkt worden. Im Anschluß daran hielt sandt. Kustos a. D. Weicker, Christinenhof. an Hand Handwerkskammerpräsident Meyer, Wiesba- vieler Lichtbilder einen Vortrag über den den, leitete die Versammlung und hielt zunächst römischen Limes in Deutschland, ein Referat über die allgemeine wirtschaftliche unter besonderer Berücksichtigung der Limes- und die Einstellung des Handwerks zu der von städte im Kreise Büdingen und der Wetterau. Popen gepflegten lund angeregten Wirtschasts- Die Lichtbilder die der Vortragende zum großen Politik. Die Maßnahmen seien für den gewerb- Te l dem Archäologischen Institut des Deutschen lichen Mittelstand zwar mager ausgefallen, die Reiches und der Römisch-Germanischen Korn- Regierung von Papen sei a^r doch au unter- Mission zu Frankfurt a. M. verdankte, unter- stützen, da das gegenwärtige Kabinett dem Mlt- stützten den von großer Sachkenntnis getragenen telstand geneigt sei. Vortrag in bester Weise. Der Vortragende fand Der Syndikus der Handwerkskammer Dr. dankbare Kubörer Spitz, referierte über den berufsstandischen Aus- i 21 i b ö a . 2. Rov. Am Sonntagnachmittag bau des Staates und charakterisierte die Destre- fand die Schlußübung der freiwilligen bungen der Handwerkskammer und Pflicht feuer wehr statt. Der Brand-' Oln nwtraao tolnft s.cb e.ne reae Ausangriff auf das Amtsgericht mit Motor- und Handsprihe, als auch die Hilfeleistung durch di« Freiwillige Sanitätskolonne legten Zeugnis von guter Ausbildung der Mannschaften ab. In der vollbesetzten Turnhalle wurde am Sanistag- abend ein« Operette („Rothaarig ist Ein Schahs lein") gegeben. Die Rollen lagen, darstellerisch wie auch musikalisch, in den besten Händen. Besonders gefielen Herr Emmerich (Tenor), Fräulein M. Baer und Herr H. Ack e r in an (Bariton). Die übrigen Darsteller waren eiftig bemüht, ihren Rollen gerecht zu werden. Der Chor führte in farbenfreudigen Kostümen einige Tänze auf. Das Orchester unter der Leitung von Lehrer Dietrich (Rodheim) paßte sich den Dar- bi-wNMN auf d«r Buhne sehr gut an Die 2IU,. , --- 'aufMiösl. Einmütig wandte sich 6« »mlkng gegen eine Mrschmelzung mit Di-. Kreis Schotten. 1 I Ober - Lais, 2. Rov. Die hier seit nahezu 50 Jahren bestehende örtliche Vieh fass e, die bisher als reine Unterstützungskasse in Fallen des Diehverlustes einsprang und keine regelmäßigen Beiträge erhob, sondern nur von Fall zu Fall Ausbrin^ungsbeträge auf ihre Mitglieder umlegte, wurde auf Anfordern des Reichsaufsichtsamtes für Privatversicherung in einen regulären D i ehvers i ch erungsverein auf Gegenseitigkeit umgewandelt. Die nach einer vom Reichsaufsichtsamt vorgelegten Mustersatzung ausgearbeitete neue Satzung wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen. Danach werden nunmehr an Stelle der bedarfsmäßigen Ausschläge feste, in Prozenten der Versicherungssumme angegebene Prämien erhoben. Die neuen Satzungen werden dazu beitragen, daß der Verein in seiner neuen Form auch fernerhin seinen Mitgliedern bei Viehverlusten und Schadensfällen tatkräftige Hilfe leisten kann. Der Vorstand der bisherigen llnterstützungskasse wurde fast unverändert auch zur Leitung des neuen Der- sicherungsvereins berufen und besteht aus folgenden Herren: Vorsitzender Adolf Simon, Stellvertreter Karl Fritz II., Rechner und Schriftführer Gustav Pfeifer, Beisitzer Adolf S e u m, Karl Engel II;, Dertraunsmänner KarlS chau- «rmann VIII., Karl Schröder. 1 Rudingshain. 1. Nov. Dieser Tage fand hier im Saale des Gasthauses „Zur Post" ein I Lichtbildervortrag statt. Eine Diakonisse I des Mutterhauses Marburg sprach an Hand von ftli-Strtt Lichtbildern über die Missionsarbeit in den chinesi- w t m T. . schen Provinzen Yunan und Hunan, in denen )( Grohen-Linde n, 3. Rov- Der Polizei- Schwestern des Marburger Mutterhauses stationiert diener August Weinandt feiert morgen sein fint) ßieb unö Andacht leiteten den Abend ein. Der 2 51 ähriges Dienstiubiläum als Polizei- Bortrag wurde mit großer Aufmerksamkeit verfolgt, diener. _)—( Ruppertsburg, 2. Rov. Ende des .D Holzheim, 2. Rov. Dieser ^.age wollt« vergangenen Monats waren hier 23 Arbeiter, em Landwlrtssohn Getreide nach Lang-Gons fah- mcirt ;ung€ Leute, im freiwilligen Qlr- ren. An einer abschüssigen Stelle unterhalb des beitsdienst mit W « g e b a u a r b e i te n be- Waldes bremste er und wollte dann wieder auf- schäftigt. 20 Arbeiter verrichten Rotstands - steigen. Dabei glitt er aus. Da m diesem Augen- arbeiten. Die Gemeinde zählt gegenwärtig blick eines der Pferk^ anzog, geriet der Fuhr- nur 3 Wohlfahrtserwerbslose, ein« Zahl, die sich mann unter cm Vorderrad wodurch sein linkes demnächst etwas erhöhen dürfte. — Die ungün- Knie und di« rechte Hand bedeutend verwundet Witterung der letzten drei Wochen hat die wurden. Hätte er nicht, geistesgegenwärtig, sich H e x b st be ste l lu n g s a r b ei t e n st a r k v « r- rasch zweimal überschlagen, um in den Straßen- »ögert. Es ist noch sehr viel Weizen zu säen, graben zu kommen, so wäre auch das Hinterrad loggen muß, wenn das Wetter besser wird, viel- über ihn hinweggegangen. Sein B«g eiter brachte fach zum zweitenmal gesät werden, da ein großer ihn rasch nach Lang-Gons, too^m de erste Hilfe Teil dem Sch necken fr aß zum Opfer gefal- zuteil wurde. Kaufmann Muller (Lang-Göns) brachte den Verletzten im Auto nach Holzheim ' * Wetzlar, 2. Rov. Im Zusammenhang mit grüßung durch den Vorsitzenden Förster Bütt - | Eingliederung verschiedener Gemeinden in ner (Langd) berichtete Kamerad Hofmann ^n Kreis Wetzlar und auf Grund der A^» (Hungen) über den Verbandstag in Alzey. Mit luhrungsbestimmungen zu dem Gesetz über Rücksicht aus gesundheitliche Verhältnisse lehnte Schlachtvieh- und Fleischbeschau (Trichinenschau) der bisherige Vorsitzende eine Wiederwahl ab. Zu werden die Stadt Dr au nfel s und die 2 ain d- feinem Rachfolger wurde Lehrer Müller gemeinden des Kreises Wetzlar in (Langd), der Vorsitzende des dortigen Krieger- sechs r ga n zun g s f ler s ch be s ch au be- Vereins, gewählt. In herzlichen Worten dankte 9 V V L Nachstehend Einzelheiten er Herrn Büttner (Langd) für die dem Bezirk "&er uie ^eugliederung. ro,-_s_t.._n5.-rc geleistete Arbeit. Einstimmig wurde darauf der , € 51 r t I: Die G^emden Drandobe f, seitherig- D-rsih-nde «um Lhr«abertShaufen> gewählt, ^r°I!-lb°ch Gnedewach und Ob-w--tz. I Aus dem südlichen Kreise Gießen, tTierarzt Dr F > s ch - r ,n Drandaberndors.s 2. Tod. Di- l-hten Äartof f ein sind hier geerntet. Zum Teil hat lebha te Tätigkeit an darf Leun, Tiesenbach. Dtssenberg den Stationen -inges-ht, wo Diele Laggons uu» S °-ch->us-n. sTrerarzt Dr. G - n ° r o h k h ,n verladen werden. Der Preis ist ziemlich konstant nRnts geblieben (2,00 bis 2 20 Mk. für den Zentner .« S r r k III: Gemeinden Raunheim, Wald bester Speiselartoffeln). Die D i ck w u r z stehen M-nn^, Dorlar, Ahbach und Kinzenbach. (Tier ES« s £*&’S SÄxSsBä bach, Oberlemp, Riederlemp, Dreisbach, Bellersdorf, Bermoll und Bechlingen. (Tierarzt König Excel sior eAgift- „ Kein ferne* feiM/tet Uteizen Kaffee stets frisch geröstet nur beste Mischung 0.55, 0.60, 0.70, 0.75 und 0.80 /4 Pfd. Kaffee (Vollstreckungsstelle.) Konsumverein Gie8enu.Umg 7755 A Nur Sonntag, 6. November, 11.15 Uhr vormittags Sangerkranz Gießen Grolle Kulturtllm-Frühvorstellunq Der herrliche Alpenfilm Im Lande der Dolomiten | Joseph Haydn zum Gedächtnis (geb. 1. April 1232) 7624Ü Vereine Munn 2 0. m 7745 A Margarine gute Quali ät, Pfd. 40,30 06463 anlage Pfd. 60 KOkOSnilß geraspelt % Pfund 8 auch 7749 A Paket Paket Paket Paket 0.18 0.22 0.25 0.42 0.22 0.50 0.26 Sonntag, 6. 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Novembe' 1932 Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen) Nr. 259 Zweites Blatt „ 415 I 466 I 497 I 493 I 490 । 577 I 606 , G.A.-Gpori Kreuzer „Köln" vor der ersten Auslandsreise WtefetztesichdiedeuWe Volksvertretung von 1919-1932 zusammen? Kirche und Schute. Weihe der neuen Kirche von Weickartshain. Erfolg als vor vier Jahren. Wenn Roosevelt im Falle seines Wahlsieges, für den manches spricht, unter dem Drucke der öffentlichen Meinung daran gehen wird, fein Versprechen, die Hochschutzzölle zu reduzieren, wahr zu machen, so könnte von einer solchen Handlung ein starker Impuls ausgehen, der ohne Zweifel ein besseres Mittel zur Beendigung der Weltwirtschaftskrise darstellen würde, als tau- send*nutzlofe und untaugliche Versuche. Wurde die bevorstehende Weltwirtschastskonferenz unter dem Vorzeichen der Verwirklichung eines — auch nur allmählichen — Abbaues der amerikanischen Hochschutzzölle ihre Beratungen beginnen, so wäre dies ein guter Anfang. Hier liegt vielleicht die weltpolitische Bedeutung der amerikanischen Präsidentenwahl. Der vor kurzer Zeit gegründete T i s ch ° Tennis-Club Großen-Linden trat am Sonntag zum erstenmal mit einem Clubkampf gegen den DHV. Gießen an die Oeffentlichkeit. Der Großen-Lin- dener Mannschaft gelang es, dem kampferfahrenen und spielstarken Gegner einen hohen Sieg abzuringen. Der Kampf, der durch je 6 Mann bestritten wurde, hatte folgendes Ergebnis: Einzelspiele 5:1, Doppelspiele 2:1, Gesamtergebnis7:2 (sämtlich für Grohen-Linden). Kreuzer „Köln", der an Stelle der „Emden" und „Karlsruhe" als Schulkreuzer verwendet wird, tritt am 8. Dezember seine erste Auslandreise an, die bis nach Australien führen wird. An Bord werden sich 40 Offiziers- und Jngenieuranwärter, darunter auch die von der „Niobe" Geretteten, befinden. Wg wenn Sie bisher vergeblich versuchten, Falten, Pickel, Mitesser oder andere Unrein- ■ heiten der Haut zu entfernen, dann nehmen Sie Creme Mouson. J Die hoch wirksamen Creme Mouson-Feite dringen sofort in die Haut ein und wirken 1 von innen heraus reinigend und heilend. r sie werden überrascht sein, wie schnell Creme Mouson ihre Haut verschönert j Frucht seines Wirkens war der überprotektionistische Fordney°Mac°Cumber°Tarif von 1922. Seitdem bewegt sich die amerikanische Zollpolitik in extrem-hochzöllnerischem Fahrwasser. Hardings Vachfolger C o o l i d g e gab die im Fordney-Tarif vorgesehene sogenannte „flexible" Tarifklausel die sehr willkommene Möglichkeit, die Zollsätze einer ganzen Anzahl von Einfuhrgütern noch weiter heraufzusehen. In dem von Hoover erzwungenen Hawley-Smoot-- Tarif von 1930 wurde endlich das Unmögliche möglich: die bisherigen Zollsätze wurden noch weiter erhöht, das ganze Veh viel engmaschiger gezogen. Trotzdem erklärte Hoover erst kürzlich in einer Wahlrede, dah im Falle seiner Wiederwahl die gegenwärtige Schuhzollmauer nicht nur beibehalten, sondern noch weiterhin erhöht werden soll. Diese Erklärungen klingen im Munde des ehemaligen Secretary of Commerce, der doch endlich die unheilvollen Wirkungen der Absperrung des amerikanischen Marktes erkannt Huven sollte, doppelt unverständlich. Was also der europäische Handel von einem Wahlsieg der Republikanischen Partei zu erwarten hat, ist danach nicht mehr zweifelhaft. Auch heute noch, nach den Erfahrungen, die die ganze Welt mit der Hochschuhzollpolitik gemacht hat, wird der „protective tariff“ von der Republikanischen Partei als „fundamental and essential pnnciple of the life of the American nation“ hingestellt. Wenn sich demgegenüber die Demokratische Partei auch heute noch als die Partei des „tariff for revenue onley“ hinstellt, so entspricht diese Charakterisierung der Demokratischen Partei-Ziele freilich dem heutigen Sachverhalt längst nicht mehr. Sahen früher die Demokraten tatsächlich in der fiskalischen Seite des Tarifs den Sinn und Zweck jeglicher Tarifpolitik, so kann natürlich heute von einer freihändlerischen Einstellung der Demokratischen Partei keine Rede mehr sein. Aber während die Republikaner offen und ohne Hehl den „protective tariff“ fordern, erstreben die Demokraten nur einen „competitive tariff“, d. h. die Zölle sollen so hoch sein, daß ein Aus- Unsere Statistik gibt die prozentuale Zusammensetzung der 7 Reichsparlamente wieder die Deutschland seit 1919 wählte Die eingeschriebenen Zahlen bezeichnen die Mandatzahlen der Parteien. (In den Mandatszahlen der SPD. sind für 1919 und 1920 die Ziffern bcr USPD., die damals auch selbständig war, einbegriffen. Die Zahlen in den Blöcken der rechten Mit- telparteien enthalten auch die Mandatszahlen der Deutschen Volks- partei.) Was hat die Wettwirischast von der Präsidentenwahl in Amerika zu erwarten? gleich zwischen den heimischen amerikanischen und den ausländischen Produktionskosten herbeigeführt und ein Schutz der amerikanischen H^nne und Winkler fahren Weltrekord. Löhne ermöglicht wird. Das Wesentliche aber.__ liegt darin, dah die Zolle nach dem Programm der Demokraten nicht so hoch sein sollen, dah dadurch eine Konkurrenz der ausländischen In- dustrie auf dem amerikanischen Markte unmög- - Pforte" Dann wurden die Schlüsfel übergeben. Bon Baurat Wagner über Regierungsrat Krüger, Bürgermeister Hock, Pfarrer Diehl,,Dekan I Schmidt gelangte er in die Hand des Superintendenten D. Wagner, der die Kirche aufschloh. Unter den Klängen des Posaunenchors füllte sie sich bis auf den letzten Platz. Der Superintendent D. Wagner nahm die Weihehandlung vor, während die Predigt von Pfarrer Diehl gehalten wurde. Dekan Schmidt aus Grünberg sprach Gebet und Vaterunser. Gesangverein (Leitung: Lehrer Ranft-Stockhausen) und Schülerchor boten geistliche Chöre dar. Superintendent D. Wagner dankte nach dem Gottesdienst allen, die an dem Kirchenbau irgendwie beteiligt waren, für ihre Bemühungen und gab I seiner Freude darüber Ausdruck, dah das Werk gelungen ist. Der Vertreter des Bauamtes erläuterte die bauliche Anlage der Kirche und gab einen gedrängten Bericht über die einzelnen Arbeitsleiftun- I gen, während Regierungsrat Krüger vom Kreisamt Gießen von den Bemühungen der weltlichen Oberbehörde um die Verwirklichung des Bauvorhabens sprach. Am Montag fand in der wiederum dicht besetzten Kirche ein Gottesdienst statt. Der Gemeinde Weickartshain ist nach langem Bemühen eine würdige gottesdienstliche Stätte gegeben. Landkreis Gießen. -}- Grünberg, 2. Vov. Gestern fand hier die Herbstkonferenz der evangelischen Geistlichen desDekanats Grünberg unter dem Vorsitz von Dekan Schmidt (Grünberg) und im Beisein von Superintendent Oberkirchenrat O. Wagner (Gießen), statt. Die Eröffnung hielt Pfarrer Alt (Vieder-Ohmen). Vach Erledigung des geschästlichen Teiles hielt Herr Seipp vom „Hessischen Heimatwerk, Abteilung Oberhessen" einen interessanten Vortrag über „die Detreu- ungsarbeit der im freiwilligen Arbeitsdienst Stehenden durch das Hessische Heimatwert". Eine ! Aussprache schloß sich an. Als das amerikanische Volk vor vier Jahren zur Wahlurne schritt, um Herbert Hoover zum Präsidenten der Vereinigten Staaten zu wählen, na stand ganz Amerika unter dem Eindruck einer beispiellosen Wirtschaftsentwicklung von bisher ungeahntem Ausmah. Die Präsidentenwahl des Jahres 1928 stand daher ganz im Zeichen des roiri- schaftlichen A u f s ch w u n g s, der unter dem. republikanischen Regime seinen Anfang genommen hatte und der, wie man meinte, nur während einer republikanischen Aera seine Fortsetzung finden konnte. Jenes zu Tode gehetzte Schlagwort von der Prosperity war Kamplbasis, Plattform und Symbol der letzten amerikanischen Präsidentschaftswahlen. Es bildete geradezu den Eckpfeiler des republikanischen Wahlprogramms von 1928. „Prosperity“ war jedoch nicht die einzige Devise unter der Herbert Hoover zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. „Prohibition“ und noch wichtiger: „Protektion" — Fortführung der Hochschuhzollpolitik — das waren die anderen beiden Pfeiler des Programms, deren Zugkraft und Popularität Hoover seine Wahl verdankt. Es ist die besondere Tragik der Aera Hoover, daß der Präsident gerade den Hauptpunkt seines Programms nicht durchzuführen vermochte. Zweitens l egt aber ein sehr wesentlicher Grund für das Scheitern der Prosperitätspolitik durch den plötzlichen Ausbruch der Krise im Jahre 1929 gerade in der Tatsache, daß Hoover zu starr und zu doktrinär an der restlosen Durchführung seines anderen Programmpunktes — Protektion — festhielt. Denn die Heber- spam ung des Hochschuhzollgedankens, wie sie in dem von Hoover erzwungenen Hawley-Smoot- £e amerikanifche Hochschutzzollwelle die die ganze Welt umlaufen und in fast allen Ländern ähnliche Schutzwellen ausgelöst hat, hat auch die Wirtichaftskrise teils unmittelbar^ teils mittelbar so sehr an- wachsen lassen, daß sich mit der nun nicht mehr ganz unberechtigten Hoffnung auf ein lang,ames Abebben der Welle auch die Hoffnung auf ein allmähliches Zurückweichen der Krise verbindet. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Franklin Roosevelt hat für den Fall seiner Wahl zum Präsidenten der Vereinigten Staaten einen radikalen Abbau der amerikaniichen Hochschuhzollmauer in Aussicht gestellt, weil starke hinter der demokratischen Partei stehende Wntt- schaftsfaktoren, wie Import- und Exporthandel, ein großer Teil der Farmer und der tondustrie, den schädlichen Einfluß der Hochschuhzollpolitik auf die Ausbreitung der Wirtschaftskrise und insbesondere das Anwachsen der Arbeitslosigkeit erkannt haben. Die Zollfragc ver.pricht daher auch bei der diesjährigen Präsidentenwahl, wie es übrigens schon bei früheren amerikanischen Präsidentschaftswahlen so häufig der