Montag, 3. Oktober 1951 182. Jahrgang Nr. 232 Erstes Statt Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer oüf zum Nachmittag vorher. Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20°/, mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumfchein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags, veilagen: Die Illustrierte Giehener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüffe unter Sammdnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Sieben. poftschecktonto: Zrontfurt am Main 11686. Giehener Anzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Umvers«lüt§-Vuch- und Zleindruckeret R. Lange in Eiehen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Was geschieht mit der Mandschurei? Die Vorschläge des Völkerbunds-Ausschusses werden veröffentlicht. Der Lytton-Bericht. Autonomie der Mandschurei aber unter der Souveränität Chinas. Genf, 2.Oft. (TU. Funkspruch.) Der Bericht des vom Völkerbund zur Prüfung der Man- dschureifratze entsandten diplomatischen Untersuchungsausschusses, der nach dem Vorsitzenden benannten Lytton-Bericht, ist am Sonntag vom Dölkerbundssefretariat sowie gleichzeitig in Tokio und Banking veröffentlicht worden. Der Bericht, der vor der Anerkennung der Mandschurei durch Japan abgeschlossen worden ist, umfaßt 160 Seiten und ist in zehn Kapiteln gegliedert. Dom 9. Kapitel an enthält er die allgemeinen Grundsätze und Empfehlungen für die Regelung der mandschurischen Frage, und zwar: 1. Japan und China haben ein Recht, gleiche Behandlung vom Völkerbund zu verlangen. Eine Lösung, die nur für einen Teil vorteilhaft wäre, würde nicht der Sache des Friedens dienen. 2. Die Wiederherstellung des Friedens zwischen den beiden Ländern muh den Interessen Sowjetruhlands Rechnung tragen. 3. Jede Lösung muh in Uebereinftimmung mit den Bestimmungen des Völkerbundes, des ttelloggpaktes und des Washingtoner N e u n m ä ch t e - P a k t e s stehen. 4. Die Rechte und Interessen Japans in der Mandschurei sind nicht abzuleugnende Tatsachen; eine Lösung, die diese Interessen verkennt, ist nicht befriedigend. 5. Eine neue Auslegung der Rechte, Interessen und gegenseitigen Verantwortlichkeit der beiden Länder in der Mandschurei a u f dem Wege gegenseitiger Uebereinftimmung ist wünschenswert. 6. Es müssen Bestimmungen für eine s o - farbige Regelung der Streitpunkte zweiter Ordnung geschaffen werden. 7. Die Regierung der Mandschurei muh in einer Weise abgeändert werden, die in Uebereinftimmung mit der Souveränität und der aermat- tungsmähigen Unantastbarkeit Chinas steht, wobei weitgehende A u t o n o - rniemahnahmenzur Berücksichtigung der lokalen Bedingungen und der besonderen Lage der drei Provinzen zu schaffen sind. 8. Die innere Ordnung muh durch eine totale Polizeitruppe aufrechterhalten werden. Die Sicherheit gegen einen äußeren Angriff muh auf der Zurückziehung sämtlicher Armeen außer der Polizei beruhen sowie auf dem Beschluh eines Nichtangriffspaktes zwischen den interessierten Staaten. 9. Cin neuer Handelsvertrag zwischen Japan und China ist wünschenswert. 10. Die Aufrechterhaltung des Friedens im Fernen Osten ist eine Frage internationalen Interesses und erfordert eine zeitweilige internationale Zusammenarbeit für die innere Wiederherstellung Chinas. Das Schlußkapitel 10 enthält die folgenden praktischen Vorschläge an den Völkerbundsrat zur Herbeiführung einer Endlösung: Der Völkerbundsrat lädt die japanische und die chinesische Regierung ein, auf der Grundlage der Empfehlungen des Ausschusses zu verhandeln. Falls diese Einladung angenommen wird, soll eine beratende Konferenz so schnell wie möglich einberufen werden, um ein besonderes Regime für d i e Verwaltung der drei Ost provin- z e n zu schaffen. Diese Konferenz soll aus Vertretern der japanischen und chinesl- schen Regierung und zwei Abordnungen der Vertreter der Bevölkerung zusammengesetzt werden. Im Streitfall entscheidet der V ö l k e r b u n d s r a t. Außerhalb dieser Konferenz verhandeln die chinesische und die japanische Regierung unmittel- bta r miteinander. Der Ausschuß schlägt sodann vor, daß als Ergebnis dieser Gesamtoerhandlungen folgende vier getrennte Rechtsabkommen abgeschlossen werden: 1. Eine Erklärung der chinesischen Regierung über die Schaffung einer Sonderver- waf.ung für die drei Oftprooin- 3 e n auf Grund von Vorschlägen der Konferenz; 2. ein japanisch-chinesisches Abkommen über die Interessen Japans; Z. ein japanisch - chinesisches Abkommen über gegenseitige Hilfsmaßnahmen, Nichtangriff, Schiedsgerichtsbarkeit und Vergleichsverfahren; 4. ein .japanisch-chinesischer Handels» er- trag. Vor dem Zusammentritt der beratenden Konferenz sollen die großen Linien der Verwaltung dieser Gebiete Gegenstand eines Abkommens zwischen den beiden Regierungen unter Mitwirkung des Völkerbundsrates sein. Der Lytton-Ausschuß schließt seinen umfangreichen Bericht an den Dölkerbundsrat mit der Erklärung, das wesentliche Ziel müsse jetzt der sofortige Beginn der Verhandlungen zur Wiederherstellung des Vertrauens fein. Oie Bandenkämpfe in der Mandschurei. M u k d e n, 2. Oft. (TU.) Chinesische Freischärler haben Samstagabend einen neuen Angriff auf Tsitsikar unternommen. Es ist den Freischärlern nicht gelungen, in die Stadt einzudringen. In der Äähe von Tsitsikar wurde dersibirischeExpreßzug.der nach Wladiwostok unterwegs war, von chinesischen Aufständischen angehalten. Die Zugwache wurde entwaffnet und die Fahrgäste ausgeraubt. Der Zug ist noch nicht in Char- bin eingetroffen, so daft man insbesondere für die japanischen Fahrgäste die schlimmsten Befürchtungen hat. Rach einem bei der Der- waltung der ostchinesischen Eisenbahn eingegangenen Telegramm haben die Eisenbahn-Wachen gemeutert, in Mandschuli 68 dort ansässige Japaner getötet und das japanische Konsulat beseht. Das Schicksal des Konsuls und des übrigen Konsulatspersonals ist noch unbekannt. Oer Völkerbund in größter Verlegenheit. Wte kann ein Austritt Japans vermieden werden? Genf, 2. Ott. (TU. Funkspruch.) Der Lytton- Bericht bildet den Gegenstand eingehender Pru- ung der zuständigen Stellen der Ratsmächte. Uebereinstimmend geht die allgemeine Auffassung dahin, daß der Bericht ausdrücklich die Souveränität Chinas für die Mandschurei anerkennt und lediglich Verhandlungen zwischen Japan und China zur Schaffung einer weitgehenden Autonom ie der drei Ostprovrn- zen vorschlägt. Der Lyttonbericht steht ferner tm schroffen Gegensatz zu der japanischen Auffassung, daß die Trennung der Mandschurei von China freiwillig war, da ausdrücklich festgestellt wird, daß die chinesischeDevölkerunginder Mandschurei die mandschurische Regierung ablchnt. Ebenso wird der Begründung des japanischen Vorgehens in der Mandschurei mit der Bekämpfung des Bandenwesens der Boden entzogen. „ In seiner gesamten Stellungnahme ist der Bericht insofern bereits durch die Tatsachen überholt, als die japanische Regierung kurz nach der Unterzeichnung des Lytton-Berichtes die Mandschurei als souveränen Staat anerkannt und daniit den Völkerbund, die interessierten Großmächte und China vor eine vol- lendeteTatsachegestellt hat. Rach Auffassung aller interessierten Kreise würde eine A n- nähme des Lyttonberichts durch den Völkerbundsrat unweigerlich zum Austritt Japans aus dem Völkerbund führen. Es zeigt sich jedoch in den leitenden englischen und französischen Kreisen nach wie vor das eifrige Bestreben, diesen Austritt mit allen Mitteln zu vermeiden. Man nimmt daher an, daß die unmittelbar interessierten Großmächte England, Frankreich und Italien sowie die Vereinigten Staaten diplomatische Schritte tun werden, um Verhandlungen mit der japanischen und chinesischen Regierung übereinen neuen modus vivendi her^izuführen, der jedoch nach der gegenwärtigen Lage nur auf der Grundlage der Anerkennung des mandschuri- schenStaates gefunden werden könnte. Es kann angenommen werden, daß die beut» sche Regierung in den bevorstehenden außerordentlich heiklen und schwierigen Verhandlungen des Völkerbundsrates über die mandschurische I Frage die bisherige neutrale Stellungnahme weiter aufrechterhalten wird. Oie Organisation der Fugendertüchtigung. Keinerlei Zwang auf die Jugendverbände. Berlin, 1. Oft. (TU.) Gegenüber einigen irrigen Gerüchten, die über das Reichskuratorium für Jugendertüchtigung im Umlauf sind, wird vom Reich srnini st er des Innern mitgeteilt: „Eine Ernennung von Mitgliedern des Kuratoriums ist bisher noch nicht erfolgt. Die Er- .wägungen über den Kreis der zu berufenden Personen, der selbstverständlich, wenn gedeihliche Arbeit geleistet werden soll, zahlenmäßig begrenzt sein muh, sind jedoch abgeschlossen, sodaß etwa s ü r M i 11 e 0 k t o b e r mit der Bildung des Kuratoriums zu rechnen ist* Vorher soll vor allem noch eine Besprechung mit denLand e s - regierungen stattfinÄn, auf deren Mitarbeit besonderer Wert gelegt wird. Die Auswirkung des Erlasses des Herrn Reichspräsidenten vom 13. September 1932, mit dem das Reichskuratorium für Jugendertüchtigung berufen wurde, ist sehr erfreulich gewesen; denn es haben sich za hl- reiche große und kleine Verbände zur Mitarbeit und zur Beschickung der geländesportlichen Lehrgänge bereiterklärt. ... , . w Es ist schon aus diesem Grunde keinerlei Anlaß vorhanden, aber auch nie beabsichtigt gewesen, irgendwelchen Zwang auf die Verbände zur Beteiligung an den Aufgaben des Reichskuratoriums für Jugendertüchtigung auszuüben. Cs wird vielmehr besonderer Wert darauf gelegt, daß diese Mitarbeit völlig freiwillig ist. Jedem Verband steht es frei, ob und wann er sich an der Arbeit des Reichskuratoriums beteiligen will. Ebenso wird nochmals ausdrücklich betont, daß durch diese Mitarbeit in keiner Weise das Eigenleben der Bünde und Verbände irgendwie beeinträchtigt werden soll. Durch das Reichskuratorium sollen lediglich den Vereinigungen, welche den Geländesport betreiben, einheitliche Richtlinien für die körperliche Ausbildung gegeben werden. Gleichzeitig sollen zur Erleichterung der Durchführung des Geländesports innerhalb der Verbände aus deren Reihen gestellte Teilnehmer aus Geländesportschulen in mehrwöchigen Kursen in der Lehrtätigkeit geschult werden. Daß es sich bei dem Geländesport nicht um eine militärische Ausbildung handelt, hat bereits der Herr Reichskanzler gesagt." Tagung des Ringes deutscher Flieger. Die Veranstaltungen des Ringes deutscher Flieger zur Erinnerung an die 20- jährige Wiederkehr des Gründungstages der deutschen Fliegergruppe begannen dieser Tage in Berlin mit einer Generalversammlung. Der bisherige Vorsitzende Wilamowitz - Moellen- dorsf legte sein Amt nieder. An seine Stelle tritt Generalleutnant a. D. Otto v. Stülp- naget Der Reichspräsident von Hindenburg hat anläßlich der Erinnerungsfeier an den Vorsitzenden des Ringes deutscher Flieger, von W i - lamowitz - Moellendors folgendes Telegramm gerichtet: In dankbarem Gedenken an die großen Leistungen der deutschen Fliegertruppe im Weltkrieg und ehrfürchtiger Erinnerung an die gefallenen deutschen Flieger nehme ich an Ihrer Feier aufrichtigen Anteil. Ich danke Ihnen für Ihre guten Wünsche für mich und Ihre Grüße, die ich in alter treuer Kameradschaft herzlich erwidere. Gez. von Hindenburg, Reichspräsident." Bei der vom Ring deutscher Flieger veranstalteten Gedenkfeier konnte der seitherige erste Vorsitzende des Dings, Hauptmann a. D. von W i l l a m o w i tz - M o e l l e n ü o r f, Vertreter des Reichsheeres und der zivilen, an der Luftfahrt interessierten Behörden, Vertreter ausländischer Mächte, befreundeter Organisationen und sämtlicher Luftfahrtorganisationen begrüßen. Er erinnerte an die Leistungen der deutschen Fliegertruppe, gedachte der im Weltkrieg und im friedlichen Ringen uiN die Eroberung der Lust Gefallenen und gab der Hoftnung Ausdruck, daß die deutsche Ration beim Ausbau der Zukunft auch die Fliegerei nicht vergessen werde. Als Festredner gab der älteste, noch im Reichswehr stehende Fliegeroffizier, Festungskommandant Oberst W r l» berg, ein Bild von der Entwicklung dieser neben Heer und QHartne selbständig gewordenen Waffe. Bei der Schilderung gedachte er des besten deutschen Kampffliegers Oswald Dve lcke. Zum Schluß stellte Oberst Wilberg die Zerschlagung der deutschen Luftwaffe durch das Versailler Diktat dar. Er gab der Hoffnung Ausdruck, daß in den schwebenden und kommenden internationalen Verhandlungen entweder die Abrüstung der Anderen durchgeseht werde, oder daß, wenn dies nicht gelinge, Die deutsche Fliegerei neu erstehen müsse, aufgebaut auf der Tradition der alten Heeresslieger. Das Deutschlandlied und der Zapfenstreich mit anschließendem Gebet beendeten die Feier. .Keine Landtagsauflösung in Braunschweig. Der Braunschweigische Landtag hat den nationalsozialistischen Dringlichkeitsantrag auf Auflösung des Braunschweigischen Landtages gegen 13 nationalsozialistische, bürgerliche und kommunistische stimmen mit 15 sozialdemokratischen bei 4 Stimmenthaltungen abgelehnt. Die verfassungs» mäßige Zweidrittelmehrheit pnr sticht kkNiA AalionalsozialiMcher Reichsjugendtag. Hitler spricht vor der Jugend. Potsdam, 2. Olt. (TU.) Seit Samstagmittag steht Potsdam im Zeichen eines Massenaufmarsches zum 1. nationalsozialistischen Reichsjugendtag. Die Mehrzahl der Teilnehmer findet ihre Unterkunft in einer regelrechten Zeltstadt, die von Berliner SS.- Leuten errichtet worden ist und die rund 45 000 Teilnehmern Unterkunft bietet. Für die übrigen sind Uebernachtungsmöglichkeiten in mehreren Fabrikgebäuden geschaffen. Der Reichsjugendführer der RSDAP., B a l - durv. Schirach, hob in einer Pressebesprechung hervor, daß das Potsdamer Reichsjugendtreffen mit Parteipolitik und erst recht mit Wahlagitation nichts zu tun habe. Es habe die Jügend- verbände der Partei zu dieser Kundgebung auf- gerufen, um die Jungen und Mädel ein großes Gemeinschaftserlebnis als Dank für ihre unermüdliche und aufopfernde Arbeit zu bescheren. Der Aufmarsch werde die überragende Stellung der nationalsozialistischen Jugendver- bände innerhalb der deutschen Jugend klar zum Ausdruck bringen. Zu der Massenkundgebung am Samstagabend setzte schon am frühen Rachmittag ein so gewaltiger Zustrom ein, daß das Stadion, in dem sich mehr als 50 000 Personen eingefunden hatten, bald polizeilich gesperrt werden mußte. Rach Begrüßungsworten des Reichsjugendführers nahm Adolf Hitler uon minutenlangen fieUrufen begrüßt, das Wort und führte u. a. aus: „Es war früher jur tue Jugend vielleicht die Zeit insofern schöner, als sie ihr mehr am Leben bieten konnte, aber ärmer vielleicht insofern, als sie dicje Jugend nicht schon in so rühen Jahren einführte in das Leben und das Schicksal des eigenen Volkstums. Die Not und das Elend, das heute über dem Volke liegt, ist her- uorqerufen dadurch, daß sich das deutsche Volk in einer hi st arischen Stunde selb st vergaß daß es uneinig,wurde und damit auch Macht und Recht verlor. Wenn wir heute von Versuchen sprechen, die deutsche Not zu beheben, so wissen wir, daß sie ausgehen müssen von dem Volke selbst, das wieder lernen muß, sich als Volk zu fühlen und als Volk zu handeln. Wir werden es nicht lernen in den Generationen, die vergehen, sondern die Generation muß es lernen, die heute kommt. Das ist die große Aufgabe, die sich unsere Bewegung gesetzt hat. Ein solcher Kamps kann nicht früh genug beginnen, eine solche Erziehung nicht früh genug einsetzen. Die anderen mögen spotten und lachen über unsere Jugend, ihr seid einmal Deutschlands Zukunft. Niemals, so rief Hitler unter stärkstem Beifall aus, niemals, mein deutscher Junge, beuge vor dem Unrecht dein kleines Haupt. Sei stolz und trutzig, füge dich nicht, wenn dich andere zu einem Unrecht zwingen wollen! Verlasse nie dein Volk und bleibe ihm am treuesten dann, wenn es in größter Not und Gefahr ist. Wir glauben, so schloß Hitler, auf dem richtigen Wege zu sein, und fühlen uns in diesem Glauben auf diesem Reichsjugendtag unter dem Hakenkreuz gestärkt. Für eure alten Tage werdet ihr einst in der Erinnerung den Lohn haben, den euch heute niemand geben kann. Hitler schloß unter stärkstem Beifall mit dem Rufe „Deutschland erwache!" 90 000 Jugendliche als Teilnehmer. Rach Angaben der Aufmarschleitung waren bis Sonntagsrüh über 90 000 Angehörige der nationalsozialistischen Jugendorganisationen, d. h. der Hitlerjugend, des Jungvolkes, des Bundes deutscher Mädel, des Schülerbundes usw. in Pots- dam eingetroffen. In dem großen Feldlager setzte nach dem Wecken um 5 Uhr am Sonntagmorgen bald ein reges Leben ein. Rach dem „Kaffeefassen" begann für Teile der Hitlerjugend und des Jungvolkes der Abmarsch zur Schühenwiese, wo die Weihe neuer Dannfahnen erfolgte. Gleichzeitig fand im Stadion eine Weihe - stunde des Bundes deutscher Mädels statt. Der Reichsjugendführer Baldur von Schirach dankte den Jüngmädchen im Rainen des Führers für die unermüdliche Arbeit und die selbstlose Tätigkeit im Dienste der nationalsozialistischen Bewegung. Don 9 Ahr ab setzte dann aus allen Lagern und Unterkünften der Abmarsch durch die dicht besetzten Straßen Potsdams zu dem am Ufer des Templiner Sees gelegenen Stadion ein. Der Weg führte auch an der Garnisonkirche vorbei, wo sich die Banner vor dem Eingang zur Gruft Friedrichs desGro- ß e n senkten. Kurz nach 11 Uhr traf die erste Abteilung im überfüllten Stadion ein, in dessen Mitte die Mädchengruppe Aufstellung genommen hatte, und eröffnete den von sonnigem Wetter begünstigten Vorbeimarsch vor Hitler, der mehr als sechs Stunden in Anspruch nahm und um 17.30 Uhr endete. Als letzte marschierte eine größere Abteilung SS. i-m Paradeschritt an dem Führer vorbei, der dann unter begeisterten Hcilrufen das Stadion verließ. Der erste nationalsozialistische Reichsjugendtag hatte damit fern Ende gefunden. , _ , , Gegen 20 Uhr trafen die letzten Kolonnen nach ihrein Rückmarsch durch die stark belebten Straßen Potsdams mit klingendem Spiel und Gesang wieder in ihren Quartieren ein. Dank bester Organisation hat sich der gesamte Massenaufmarsch, der im Hinblick auf die Jugendlichkeit der Teilnehmer zahlreiche Gefahrenquellen in sich barg, sowohl am Samstag, wie am Sonntag ohne Unfälle oder Störungen von Belang vollzogen. Aus der Provinzialhauptstadt DieDeuW-Amenkaner feiern Hindenburg Ein- Nachdruck verboten! 1. Fortsetzung. I i I Jeck fBetlii ML dir b« » ist im A mit Nem Ttschäst mente ni Woche I Monat November Gültigkeit haben. Bor 20 Jahren: Zarenbesuch in Giehen. Am 2. Oktober 1912 hielt vor dem Kostbare Toiletten — feierliche Herrenkleidung — erwartungsvolles Geflüster. Die Familie Lohgarten wurde von allen Seiten gegrüßt. Es war nun einmal eine ■ Familie, zu der man gern in den besten Beziehungen stand. Lind — man hätte sich sehr gern mit den Lohgartens verschwägert! Selbstverständlich kam da in erster Linie nur der junge Chef der Lohgarte n-Werke in Frage. Wenn einige höhere Beamte und große Geschäftsleute vielleicht auch nicht ganz abgeneigt toaren, sich um Hilma zu bewerben, wenn sie nur erst einmal gewußt hätten, wie der verstorbene Herr Lohgarten seine Stieftochter im Testament bedacht hatte. Denn so ganz ohne — — dann nahm man eben doch lieber ein junges frisches Mädel; Hilma sah gerade in letzter Zeit sehr gealtert und verblüht aus. Aber trotzdem waren die Lohgartens überall beliebt. Fritz Lohgorten lächelte vor sich hin. Die kleinen Weiberchen! Daß sie doch nie davon lassen konnten, sich einzubilden, man könne ihn durch Echöne-Augen- machen einfangen. Gab es nicht! Die Frau, die er einmal für ein ganzes Leben zu sich nahm, die mußte etwas Besonderes sein. Das Zeichen! Das große Haus verdunkelte sich. Atemlose Stille. Ein sehr gut geschulter Thor — und dann plötzlich eine wunderbare, weiche Männerstimme! Eine hohe, breitschultrige Gestalt stand auf der Bühne und sang mühelos, weich, hoch und bezaubernd. Bereits nach dem ersten Akt nicht enbentoollen- der Beifall. Man war begeistert. Fritz Lohgarten aber sah in Gedanken verloren da. Irgend etwas kam ihm bekannt vor an diesem Manne. Vielleicht die Stimme? Die Figur? Oder war es auch nur das eigenwillige Zurück- wersen des Kopses? Die Maske verhinderte ein klares Erkennen. Dennoch! .Was meinst du, Fritz?" fragte Frau Loh- gartcn in seine Gedanken hinein. _.-0H. eS ist wohl einer der größten Sänger, dre wir bisher gehört haben", sagte er wahrheitsgemäß; aber das Unbehagen blieb in ihm Hilma war restlos begeistert. .Mama, wir müssen versuchen, ihn auch in unser Haus zu ziehen. Zweifellos werden die mrderen es doch alle tun", sagte sie nach einer Weile leise zu ihrer Mutter. Diese nickte. .Ich habe auch schon daran gedacht", meinte sie dann. x, ■/?<£« cvV Qcfänt dir der neue Starr wandte Hilma sich an ihren Stiefbruder. den Nei Popieck zeichnen, Lcrhmeyc und Neu belferung bie ®srm in Londo schen Gl- spielen fol genommer lurfe d u i fache drüc Stimmung die Serhr werfen bi zufällig ka 9m Der ob. Späte ottien 'Uli sich nicht c es sich mi p'ers ga! kleinsten 1 schwäch 1,5 ö< ousweis । Millionen Diskonts JfDifenbel Notendeck! Anleihen "ad). 2Iud Millich, b. nidjt erfc ytinunl iWchn km y der Ws -onntaa können.' einzelt i 7 ö.j). .(feine ’ IW schc «.Sta 3i Dör del Uf»n A>.rbörs fSß T Echluh tolegenb S "'Oitnun aus. P der Kontingentierung gewisser, deutscher Lllrs- suhrwaren in Belgien einverstanden, insbesondere für Holz, Kartoffeln und Milch. In Brasilien sind die Friedensverhandlungen zwischen den Dundestruppen und den Aufständischen gescheitert. Die Kämpfe sind wieder ausgenommen toor- den. Erst am späten Nachmittag, als die Dämmerung des für die Jahreszeit außergewöhnlich warmen Sonntags bereits einbrach, verliehen die Herrschaften, nachdem sie sowohl den Tarten wie auch die Innenräume des Alten Schlotes besichtigt hatten, die Stadt Gießen wieder. Aus der Gartenterrasse aber fanden sich auf einem der Dasaltsteine, welche die Brüstungsmauer abdecken, in kalligraphisch sauberen Lettern die Worte mit einem Kieselstein eingeritzt „Nikolaus II., Kaiser von Rußland". Daneben die Zeichnung einer dampfenden Teetasse. Taten für Montag, 3 Oktober. 1859: die italienische Schauspielerin Eleonora Düse in Digeoano geboren; — 1895: der Forschungsreisende Otto Ehlers auf Neuguinea ermordet; — 1929: der Reichsaußenminister Gustav Stresemann in Berlin gestorben. Bornotizen. — Tageskalender für Montag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: .Gitta entdeckt ihr Herz". — DerGoethe-Bund eröffnet, wie man uns schreibt am Freitag sein Dortragsprogramm 1932 33. Eine Fülle literarischer und künstlerischer Genüsse wird er seinen zahlreichen Mitgliedern und Freunden wiederum bieten. Eine abwechslungsreich zusam- mengestellte Bortragsfolge, geboten zu nahezu in unserer Stadt unerreichten Eintrittssätzen, wird wieder jeden am Geistesleben unserer Stadt interessierten Kunstfreund erfreuen. Mit einer bedeutsamen und erlebnisstarken Veranstaltung wird die Reihe der Darbietungen eröffnet; es ist der Leitung des Goethe-Bundes gelungen, die bekannte und erfolgreiche junge deutsche Fliegerin E l l y Beinhorn nach Gießen zu einem Lichtbildervortrag über ihren „Flug um die Welt" zu gewinnen. Dor wenigen Wochen ist Elly Beinhorn erst wieder in die Heimat zurückgekehrt. Mehr als 30 000 Kilometer und achtzehn Staaten in den fünf Weltteilen hat die kühne Fliegerin überflogen. Was sie hierbei erlebt und gesehen hat, darüber wird sie an Hand schöner Lichtbilder berichten. Es dürfte zu empfehlen fein, sich rechtzeitig mit Eintrittskarten zu versehen. (Näheres siehe heutige Anzeige.) &£• in s-E öS* Ä toben Sl* Gtuhö entbieten. Aber die von dem Ereignis üb«lE- tiate Kleine brachte nur ganz leise am Mikrophon bie Worte heraus: „Guter Onkel Hindenburg.' Der deutsche Sprecher erklärte hierauf, daß das Kind sagen wollte: .Die deutschen Kinder in Amerika, die dich alle lieb haben, wünschen dir Glück und Segen -u deinem Geburtstag." D:r deut- sche Konsul in Philadelphia Arno P. How itz erklärte anschließend in englischer Sprache den amerikanischen Zuhörern die Feier und ihre Bedeutung. Im Namen der Deutschen Philadelphias sprach Kapitän Louis H. S ch m i d t, der Präsident der Deutschen Gesellschaft von Pennsylvania. Er gab einen Rückblick auf die Ansiedlung und die Geschichte der deutschen Kolonisten in diesem amerikanischen Bundesstaat und betonte, daß das treue Gedenken aller Deutschen wohl nicht besser zum Ausdruck gebracht werden könne, als mit dem Wunsche, daß heute, am 85. Geburtstag des Reichspräsidenten, das deutsche Volk sich bewußt werde seiner großen selbstlosen Vaterlandsliebe und daraus den Willen zur Lieberwindung aller Meinungsverschiedenheiten entzünden möge. Damit Hand in Hand möge ein tieferes Verständnis für die Volksseele auch anderer Nationen und besonders für die Vereinigten Staaten von Amerika gehen, und dieses Verständnis möge beitragen zu einem engeren Band zwischen den beiden Schwesterrepubliken. Er schloß: .Gott gebe Ihnen Kraft und Stärke, Herr Reichspräsident, und vergönne Ihnen die Erfüllung aller unserer Hoffnungen." . Die Feier, die mit der amerikanischen Nationalhymne eingeleitet worden war, schloß mit dem Deutschlandlied. Der französische Botschafter in Madrid soll mit der spanischen Regierung über die Möglichkeit verhandeln, daß französische Truppen die aufständischen Stämme, die ihr Unwesen an der spanisch-franzö- sifchen Marokkogrenze treiben, auch auf spanischem Gebiet nach Rio de Oro verfolgen dürfen. Die französische Regierung möchte Spanien zur Abtretung von Rio de Oro und Cap Iuby bewegen, wogegen sie angeblich bereit sei auf ihre Rechte in Langer zu verzichten. Der Aufständischenführer El Iallai soll einen Angriff auf die spanische Zone vorbereiten. Gießen, den 3. Oktober 1932. Verkehrsziffern vom Srenadierkag. Zum An- und Abtransport der großen Menschenmassen, die von auswärts zum Grenadiertag nach Gießen gekommen waren, hatten öte Reichsbahn und die Reichspost, daneben aber auch noch andere Kraftomnibus-Betriebe umfangreiche Maßnahmen getroffen. Nach unseren bisherigen Feststellungen hat allein bie Reichsbahn am eamstag und Sonntag schätzungsweise 1 0 00 0 P e r s o n e n befördert. Zur Bewältigung der Verkehrs- ansprüche wurden alle fahrplanmäßigen Zuge mit erhöhter Belastung gefahren, ferner_oerkehrte am Samstag: und Sonntagabend je ein sonderzug von Gießen In Richtung Friedberg. Sämtliche Zuge waren vollständig besetzt. Der Verkehr wickelte sich erfreulicherweise ohne Unfall ab. Die Frequenzziffer der R e i ch s p o st - A u t o - betriebe konnten wir bisher noch nicht erfahren. Jedoch war zu beobachten, daß die Omnibusse der Reichspost, wie auch die vielen Prioat-Krast- omnibusse, Lastautos und Personenautos stark befehl waren. Der Fahrrad- und der Autoparkplatz aus dem Trieb wurden in umfangreichem Maße ^Die^'städtisch« Straßenbahn hatte an beiden Tagen unter Einsatz des gesamten Fahr- Personals und sämtlicher Wagen Großbetrieb. Der Verkehr wickelte sich auch hier reibungslos und ohne Unfall ab. Am Samstag wurden auf der Straßenbahn rund 10 800 Personen, am Sonntag rund 15 600 Personen befördert. Frischfleischverbilligung als Winterhilfe Die von der Reichsregierung beschlossene Frischfleischverbilligung für den bisherigen Kreis von Arbeitslosen und sonstigen Hilfsbedürftigen sieht eine Verbilligung von zwei Pfund frischem Rind- oder Schweinefleisch je Monat um 20 Pf. je Pfund vor. Der erste Bezugsschein mit drei Abschnitten für je ein Pfund Frischfleisch wird, soweit es sich bei den Ausgabestellen (Arbeitsämtern und Für» sorgcbehörden) irgend ermöglichen läßt, Mitte Oktober mit der Weisung zur Ausgabe gelangen, daß der erste Abschnitt bis zum 12. November, die beiden übrigen Abschnitte für den ganzen Wettervoraussage. Mit dem Kaltlufteinbruch über den britischen Inseln dehnt sich der hohe Druck ostwärts aus, so daß auf dem Festland bereits Barometeranstieg erfolgt. In Begleitung der Nordwestluft treten vorerst noch einzelne Schauer auf außerdem gehen die Temperaturen zurück. Mit Der weiteren Entwicklung des hohen Drucks und namentlich der Ausdehnung auf bas Festland wird sich die Wetterlag^beständig gestalten. Während der Nacht ist alsdann mit stärkerer Wärmeabnahme zu rechnen, so daß Temperaturrückgang bis in Gefrierpunktnähe nicht ausgeschlossen ist. Aussichten für Dienstag: Kühles, wechselnd wolkiges Wetter, dabei aufheiternd, einzelne Schauer, westliche bis nodwestliche Winde. Aussichten für Mittwoch: Nach Frühnebel vielfach aufheiternd, nachts Abkühlung bis zum Gefrierpunkt, tagsüber mild. barb* lunflttff dem Sp'A unlitcrW W 5^ - inMA bclm-Kame febcnM1 K.? nung J als v>cst" verkünd^ die Stah^ in dem vor fenen vt strche, v° einige Ze Quartier । 3m Lar Her Slorg hessischen in den 6 das sel als c trat 3t mationci retenß, gegen 9 dem Po gegliede nahmen, dann 2l> und sch! Hessen Der PrinzvonWalesist in Stockholm eingetroffen. In Verbindung mit dem Besuch wird eine schwedisch - englische Woche durch- gksührt, die oem Ausbau der englisch-schwedischen Handels^ziehungen dienen soll. Schweden hat seit jeher den Hauptteil seiner Einfuhr in Deutschland gedeckt, während England der große Abnehmer schwedischer Waren ist. Die schwedische Press« fordert jetzt einen Ausgleich. Schweden soll mehr zum Bezug englischer Waren übergehen, was nur durch Ausschalten deutscher Wirtschaftsinteressen geschehen kann. Da Schweden unter den deutschen Ausfuhrländern mit an führender Stelle steht und die Lage in den übrigen skandinavischen Ländern ganz ähnlich ist, hat diese Entwicklung für Deutschland große Bedeutung. Ml W öei W Roman von Gerl Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwangrr, Halle (Saale) »Es wird alles in deinem Sinne geschehen, lieber Vater!" Das war ein Gelöbnis, das er auch gehalten hatte bis heute. Er kannte die Wünsche der Damen auch; aber er dachte gar nicht daran, sie zu erfüllen. Er — Hilmas Gatte? Ausgeschlossen! Vorläufig dachte er noch immer nicht an eine Heirat trotz seiner siebenunkchreißig Jahre. Er wüßte auch nicht, wer da in Frage kommen sollte. Es eilte ihm tatsächlich nicht. Daß er überall als gute Partie gewertet wurde, wußte er, und es war ein Grund mehr für ihn, sich da eine gute Distanz zu bewahren. Freilich, eine recht unangenehme Aussprache würde er in der nächsten Zeit mit der guten Mama einmal haben, denn sie hatte eigentlich in diesen letzten Wochen öfter auf diese ihre Wünsche angespielt. Nun, wenn sie es nicht merken wollte, wie er dachte, dann mußte cs eben klipp und klar einmal gesagt Werdern Daß sie überhaupt auf diesen verrückten Gedanken hatten kommen können! Fritz Lohgarten fand das äußerst ungemütlich, ilnb es hätte soweit ganz gemütlich sein können. Eolanac er nicht daran dachte, sich eine Frau zu suchen. Lind er dachte wirklich nicht daran. Er war kein Heiliger! Durchaus nicht. Aber es waren eben doch nur immer wieder Episoden, die nichts hinterliehen, nicht Reue und auch nicht di« Sehnsucht, daß sie noch einmal wiederkehren möchten. Gr besaß Freunde! Diele, srohe, reiche, lebenslustige Freunde. Aber er besaß keinen einzigen Freund! Ein Llnlerschied! Gin gewaltiger älnterschied! Mnb aus diesem Grunde war Fritz Lohgarten tief im Herzen ein einsamer Mensch, wenn er das vielleicht auch nicht einmal vor sich selber eingestand. .Ich freue mich sehr auf diesen neuen Sänger. Er soll etwas ganz Besonderes sein — Curie Neukirchen sagte es mir heute früh am Telephon. Ihre Schwester, die ntit dem Legationsrat von Krenkel in Berlin verheiratet ist, soll gesagt haben, es sei schwer zu beschreiben. Man müsse ihn gehört haben", sagte jetzt Hilma und legte die schmale Hand im weihen Glacee auf seinen Arm. Er sah nach der Tlhr. .Jetzt wird es aber tatsächlich Zeit", sagte er lächelnd. Gr zog den Arm der Stiefmutter durch den seinen, und nun ging er mit seinen Damen zum Wagen hinunter. Leise surrend fuhr der „Mavbach?' davon. Die Oper zeigte Feststrmmung. In den Brüsseler Kontingentierungsverhandlungen ist nach ausführlichen Darlegungen der deulschen Delegierten über die von Deutschland geplante Kontingentierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse eine für beide Teile befriedigende Einigung erzielt, die der deutschen und der belgischen Regierung zur Billigung unterbreitet werden wird. Der Prozentsatz, auf den die in Frage kommende belgische Ausfuhr nach Deutschland herabgesetzt werden soll, schwankt zwischen 40 und 60 v. H. Dafür erklärt sich Deutschland mit Seine großen blauen Augen sahen sie ein bißchen spöttisch überlegen an. „Mir gefällt er ausgezeichnet, Hilma. Wie mir scheint, möchtest du ihn auch mit verwöhnen helfen? Ja, ja, es ist was Eigenes um k> einen großen Künstler." Hilma horchte auf. Was klang denn da durch seine Stimme? Eifersucht etwa? Dann sollte dieser heutige Abend gesegnet sein. Ter Beifall steigerte sich von Akt zu Akt. Ein nie dagewesener Erfolg war dieses Auftreten des Sängers am heutigen Abend. Unb es gab für die nächsten Wochen eben nur den einen Namen in allen Familien: Heinz Altendors I Fritz Lohgarten hatte seinen Damen seine Zustimmung gegeben, ein Fest zu arrangieren und dem berühmten Sänger eine Einladung zu schicken. Bis jetzt hieh es nämlich, der Mann sei völlig unnahbar und habe bisher jede Einladung mit «in paar liebenswürdigen Worten ausgeschlagen. Wenn er bei ihnen annehmen würde, wäre das doch etwas, womit man die lieben Bekannten kränken konnte. In diesem Sinne redeten die Damen auf Fritz Lohgarten ein. Der erkannte zum soundsovielten Male seine beiden Damen, die an nichts weiter dachten, als wie sie wohl immer wieder aufs neue beweisen konnten, welche gesellschasttiche Rolle sie spielten. Nun, er kannte sie ja; Idoku sollt« er sich denn da auf regen? Aber eine solche Frau heiratete Fritz Lohgarten nicht; wenn sie das doch endlich einsehen wollten! Dabei kam ihm immer wieder der unangenehme Gedanke, daß er diesen bewunderten Sänger kennen müsse. Aber doch so, daß er diese Bekanntschaft viel lieber nicht erneuert hätte. Das war Blödsinn! Er kannte doch den Mann nicht! Heinz Altendvrf! Konnte aber auch ein angenommener Name sein, wie Künstler das gern taten. Hm!, nun, er würde ja sehen. Die nächsten Tage hatte der Ehef der Lohgarten-Werke sehr viel zu tun, da er eine Wenge Besprechungen mit Herren hatte, die aus allen Teilen des Reiches gekommen waren, weil es galt, eine wichtige Maßnahme zu ergreifen, wenn der Industrie von einer anderen Seite nicht ein empfindlicher Schlag versetzt werden sollte. Hilma fügte ihm aber eines Abends ziemlich von oben herab, daß der Gesellschaftsabend wegen seiner Arbeit nicht verlegt werden könnte. Er sei am nächsten Donnerstag. »Hat — hm! —. hat Altendvrf zugesagt?" »Nein! Ich kann mir nicht denken, weshalb er ■ uns diesen Affront antun will", sagte fie,_ und es klang, als unterdrücke sic mühsam die Tränen. (Fortsetzung folgt) Frau Lohgarten bekam Herzklopfen, wenn sie auch nur in Betracht zog, daß sich ihre Pläne doch nicht vcrwirllichen könnten. Was sollte denn dann cinst aus ihrer schönen Hilma werden? Daß die sich jetzt schon langsam mit ihren siebenundzwanzig Jahren dem Verblühen zuneigte, sah die Mutter mit grausamer Deutlichkeit Es mochte viel dazu beitragen, daß Hilma wirllich litt, denn sie liebte den Stiefbruder. Frau Lohgarten war in erster Ehe mit dem Majsr von Ansbruck vermählt gewesen, und aus dieser Ehe stammt« Hilma. ES war damals ein großes Glück, ein riesengroßes Glück gewesen, als der gleichfalls verwitwete Fabrikbesitzer Lohgarten die Frau Major ehelichte und sie und ihre einzige, damals fünfzehnjährig« Tochter aus der Enge und Aerm- lichkeit einer schmalen Offizierspensivn erlöste. Die Ehe war nicht unglücklich gewesen, wenn es dem Sohne auch manchmal so vorgekommen war, als ob der Vater die ein bißchen vorschnelle Heirat mit der schönen Frau von Ansbruck bereue. Nun, er war damals viel auf Reisen gewesen, der Sohn und einstig« Erb« der Lohgarten- Werke, und er konnte sich kein rechtes Urteil bilden. Er war dann an daS Sterbelager seines Vaters gerufen worden und hatte sich mit dem Vater nur über die Werke unterhalten können. 'Aber ganz zuletzt hatte ixy Vater geflüstert: »Sei gut mit der Mama und Hilma! Ich habe das ganz bestimmte Gefühl, daß sie nicht sehr widerstandsfähig find, wenn sich ihnen wieder die Armut naht. Die Rente, die ich ihnen ausgesetzt hab«, wird ihnen nicht mehr genügen, nachdem sie hier in meinem Hause ein reiches Leben geführt haben. Ich bin jedoch auch nicht berechtigt, dich zu berauben, denn es gehört ja alles dir allein." Und er, der Sohn, hatte die Beweggründe seines Vaters zu dieser Bitte verstanden. Und der Kranke hatte noch hinzugeseht: „Sollten sie dir aber einmal in deinem. Hause lästig werden, dann hast du jederzeit das Recht, sie zu entfernen. Der Tag wird vielleicht bald kommen, denn — ich glaube, die Wünsche der betben Damen zu kennen. Dann verweise sie in unsere Villa am Pfeilsring, wo du ja dann immer noch der Herr bist und sie sich nach deinen Wünschen zu richten haben. Nur allein sollen sie nicht fein." gangstor zum Botanischen Garten ein Kraft- toagen, dessen Führer mit dem Bemerken Einlaß begehrte, daß innerhalb eine Stunde di« großherzogliche Familie mit ihren russischen und sonstigen Verwandten erscheinen würden, um im Garten den Nachmittagstee einzunehmen. Die nötigen Vorbereitungen wurden in Erle getroffen und als nach 3 Uhr der Grohherzog mit Gemahlin, Prinzessin Heinrich, Prinz Waldemar von Preußen, der Zar mit drei seiner Töchter erschienen, stand unter der großen Weißbuche in der Näh« der Gewächshäuser der mit Herbstblumen reich geschmückt« Teetisch bereit Mit der Dienerschaft zugleich waren auch einige russische Sicherheitsbeamte in Zivil gekommen, die veranlaßten, daß längs der Ostanlage das Eindringen des zahlreich anwesenden Publikums in den (damals an dieser Stelle noch offenen Garten) durch Schutzmannschaften verhindert ward. Da der Zar es liebte, bei jeder Gelegenheit photographiert zu werden, trug einer der Herren ein« übergroße photographische Kamera bei sich. Die großherzogliche Familie wohnte damals in Hohensolms, die Familie des Zaren im Schlosse zu Friedberg, von wo aus die Zarin — eine Schwester des Grohherzoas — die Bäder in Homburg besuchte. Ihres leidenden Zustandes wegen war sie nicht mitgekommen. Berlin, 2.Dft. (CNB.) Tausende von Kilometern von der alten Heimat entfernt, hatten sich bie Deutschen von Philadelphia, girier Hochburg des Deutschtums in den Bereinigten Staaten, 3 u einer Geburtstagsfeier für Hindenburg zusammengefunden, die den amerikanischen Rundfunkhörem vermittelt und auch nach Deutschland gesendet wurde. Der Empfang war ausgezeichnet. Bor Beginn der Übertragung entbot der amerikanische Sprecher dem Reichspräsidenten seine besten Wünsche und Grüße. Der Vertreter des WTB. in Washington, Sell, wies einleitend auf die starke Kolonie deutschen Stammes in Pennsylvania hin, die seit ihren Anfängen im 17. Jahrhundert stets den Amerikanern ein vorzügliches Beispiel deutscher Ordnung, deutschen Fleißes und guter deutscher Sitte gewesen sei. Hepte mehr denn je sei es den Amerikanern deutschen Stammes f?i Philadelphia ein Bedürfnis, ihre Grüße zu senden über den Ozean zum deut- schenDolk und zum Führer De ut,ch- I a n b 5, der auch in seinem hohen Alter in unper» gleichücher Pflichttreue unb Energie bas deutsche Staatsschiff in Sicherheit zu steuern sich bemühe. 'Raä) einem Liebervortrag des Deutschen Iung- männerchors in Philadelphia erklärt« Sell, daß man auch im W e iß«n Hause zu W a s h i n g t o n den Geburtstag des Führers der deutsche^ Nation nicht vergessen hab«, und verlas das bereits bekannt« kur^e Glückwunschtelegramm des Präsidenten Hoover an Reichspräsident von Hindenburg. Im Navren von 10 000 deutschamerikanischen Kindern Philadelphias sollte die 5jährige BrigitteM o 11 - zahn den Glückwunsch an den Reichspräsidenten •* Der neue Komm andeur unseres Bataillons, Major von Wachter, ist heute früh hier eingetroffen. Im Laufe deS morgigen Tages wird die Hebemabme des Bataillons durch den neuen Kommandeur stattfinden. ** Der Grenadiertag im Bild. Im Bilder-Schaukasten an unserem Geschäftshause haben wir eine Anzahl Photos von den gestrigen Ereignissen des Hessischen Grenadiertages ausgehängt. Unsere Mitbürger seien besonders darauf hinge- wiesen. ** M i e t e r j u b i l ä u m. Die Familie Stotter wohnt mit dem Tage des 1. Oktobers bereits seit 50 Jahren im Hause Steinstraße Nr. 63. Das Jubiläum ist ein Beweis des besten Einvernehmens zwischen Hausbesitzer unb Mieter. ** Vom Vogelzug. Am gestrigen Sonntag, 18.20 Uhr, überflog ein Paar Schneegänse, von Narben kommenb, über der 4. Schneise den Gießener Stadtwald. Die beiden Tiere flogen unter lautem Geschrei in südlicher Richtung. ** Tob durch spinale Kinderlähmung. Wie wir vom Kreisgesundheitsamt Gießen aus An- frnge erfahren, wurde in Obbornhofen ein öjähriger Junge namens Helmut Koch ein Opfer der spinalen Kinderlähmung. Der Junge war nur sehr kurze Zeit krank. Das Kreisgesundheitsamt hat sofort alle Sicherungsmahnahmen durchgefichrt. — In Gießen trat in diesen Tagen Scha rlach sporadisch auf. Die Krankheit, die in jedem Jahre um diese Zeit in Erscheinung tritt, ist erfreulicherweise bereits wieder im Abklingen begriffen. Kleine politische Nachrichten. Der Streik in der Weißenfelser Schuhindustrie wurde b e i g e l e g t. Die zwischen Vertretern der Arbeitgeber unb ber Gewerkschaften gepflogenen Besprechungen führten zu einer Einigung, nach der sämtliche Arbeiter wieder eingestellt werben sollen unb zwar zu ben Bedingungen, wie sie vor Erlaß der Notverordnung vom 5. 12. 31 bestanden haben. Maßregelungen sollen nicht erfolgen. UUW Punkt sie ein imme? Abend und e4 inen- : Me oöhnen > einen etter K leit 19 31b ’bmens h. Sin ifttrten er gab , einen ,entotV «e Zu« xn und schicken, i völlig jng ml schlagen. t, lväre Junten nÄor- eßener 'autcm . ist : H linden. mA- haben Steig, ehäagl. I an- n rin vystr it nur rnt hat fct - । ch ipo- hie um henveise «nehme Sänger Keiannl- if !tndt«n weiter $ auf« Etliche , wozu t* «NN sie rr* .Jenge 4 allen peil «* i wenn icht it. ilichvo" nte- 6t ' uns 52 33. iiüfle teun. ufam- )U in wird inten beut. 5 die ituna und über Avr Xr in Meter «tbie erlebt h°ner Km. sehen. aWWWWWWWW SJl.-'fpOTt Stahlhelm-Aufmarsch in Gießen Wirtschast 7 v. 5). Wenn qui Frankfurt schwächer. WALDORF ASTOR1A G M B H Selbstvertrauen und Hoffnung — unser Kapital. Hur starke Heroen schützen es. Darum: Kaffee Hag. Doppel siegten Tilden-Bames 2: 6, 7: 5, 6: 4 über die deutsche Kombination Rajuch-Rühlein. Auch am Sonntag war Rühlein über „Big Bill Tilden erfolgreich. Der Deutsche setzte sich gegen ihn mit 2:6, 6:3, 6:4 durch. Rajuch dagegen muhte gegen den jungen Barnes eine 5:7, 6:2, 4:6-Riederlage in Kauf nehmen. Das Doppel gewannen diesmal die beiden Deutschen ganz glatt 6:0, 6:3 gegen die Amerikaner. 8:39 Treffern. r „ „ , ., n Das erste Spiel um die Sechser-Aasenradvall- Meisterschaft wurde von Deutschland, das hier ebenfalls von Wanderlust-Frankfurt vertreten ist, gegen die starke belgische Mannschaft mit 7:3 (4:0) Treffern gewonnen. Tilden in Wien. Auf ihrer Europa-Tournee gastierte die Tilden-Tennis-Truppe am Wochenende auch in Wien, wo sie auf den Platzen des Wiener Patt- Clubs einige Schaukämpfe austrug. Der deutsche Altmeister Boman Rajuch schlug am Samstag Tilden leicht 6:4, 5:7, 6:4, während Hans Ruh- lein den Tilden^Schüler Bruce Barnes in zwei Sätzen 6:2, 7:5 abfertigte. 3m abschließenden und die übrigen Elektrowerte bis zu 1 Prozent | nach. Wehr abgeschwächt waren ferner am Kunst- seidemarlt Bemberg mit minus 2,75 Prozent, während Aku relativ behauptet blieben. Kurs- rückgänge bis zu 1,5 Prozent hatten außerdem Chemiewerte, Zellstoffaktien und Bauunternehmungswerte. Am Montanmarkt betrugen die Abschwächungen 0,5 bis 1 Prozent, mit Ausnahme von Phönix und Ilse Bergbau Genuß, die gut behauptet blieben. Deutsche Linoleum und Contigummi veiloren je 1 Prozent, selcht gebessert I waren nur Scheideanstalt und am Schiffahrts- I aktienmarkt Norddeutscher Lloyd. Nach den ersten Kursen bröckelte das Niveau etwas weiter ad. Non deutschen Anleihen setzten ^lltbesitz chren Rückgang um 0,4 Prozent fort, Neubeslh und Ncichsschuldbuchforderungcn waren knapp behauptet. Reichsbahnvorzugsaktien setzten dagegen 05 Prozent fester ein. Am festverzinslichen Markt war es sehr still. Goldpfandbriefe und Kommunalobligationen blieben meist unverändert, in- l quidationspfanDbriefe lagen eher schwacher. Im Verlaufe blieb die Haltung schwach, und die Kurse lagen durchschnittlich um weitere 0,5 bis 1 Prozent niedriger. Darüber hinaus verloren IG.-Farben 2,5 Prozent und Aku 2 Prozent sowie Siemens 1,5 Prozent. Reue sachliche Motive lagen nicht vor, doch verwies man auf die I Streikbewegungen im Reich. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 3. Okt. Auftrieb: 1393 Rin- I der (38j Ochsen. 130 Bullen, 491 Kühe, 392 Färsen), I 490 Kälber, 51 Schafe 4713 Schweine. Es wurden notiert: Rinder: Achsen: oollfleischige ausge- mästete, höchsten Schlachtwerts (jüngere) 30 bis 33 Mark, (ältere) 26 bis 29, sonstige oollfleischige 20 bis 25; Bullen: jüngere, oollfleischige höchsten Schlachtwerts 28 bis 30, sonstige oollfleischige oder ausgemästete 24 bis 27; Kühe: jüngere, oollfleischige, höchsten Schlachtwerts 25 bis 27, sonstige vollfleisch.ge oder ausgemästete 20 bis 24, fleischige 15 bis 19; Färsen (Kalbinnen, Jungrinder): oollfleischige, aus- gemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 34 doII» fleischige 27 bis 30, fleischige 23 bis 26.— K a l b e r beste Mast- und Saugkälber 40 bis 43, mittlere Mast- und Saugkälber 36 bis 39, geringe Kalber 28 bis 35. — Schweine: oollfleischige von etwa 240 bis | 300 Pfund 45 bis 47, von etwa 200 bis 240 Pfund 43 bis 47 von etwa 160 bis 200 Pfund 40 bis 4 a, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 38 bis 43 Wart — Marktoerlauf: Rinder ruhig, ausverkauft, Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt Schweine ruhig, geringer Ueberstand, Fetischweine über Notiz. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 3. Okt. (WTB. Drahtinel- duna l An der Getreidebörse war bas Geschäft zu Beginn der neuen Woche sehr still, obwohl in Anbetracht des morgen stattfindenden Getreidehan« delstages der Besuch wesentlich stärker war. Da aber das Mehlgeschäft trotz ermäßigter Preise keine Besse- runfl erfahren hat. zeigten auch die Mühlen große Zurückhaltung. Das Angebot von erster Hand blieb weiter knapp. Die Tendenz war im allgemeinen sehr ruhig Gegen 14 Uhr nannte man folgende Preise: Weizen 215 bis 216 Mark, Roggen 167,50, Sommer« aerfte für Brauzwecke 180 bis 190, Hafer (inlanbi- Aber) 142,50 bis 147,50, Weizenmehl (süddeutsches, Spezial 0, mit Austauschweizen 31,75 bis 32,7a, Weizenmehl (niederrheinisches, mit Austauschweizen) 31 75 bis 32,60, Roggenmehl 25 bis 26, Deizenkleie 8 'Roggenkleie 8,10 Mark. Frankfurt, 3. Okt. (WTB. Drahtmeldung.) Auch zu Beginn der neuen Woche herrschte an der Börse weitgehende Geschäfts stille. Bon der K ndschaft lagen keine Orders vor, und auch s»nst fehlte es an stimulierenden Momenten. Vorbörslich nannte man noch gegen den Wocben- schluh meist behauptete Kurse, wobei der feste Schluß der Reuyorker Börse etwas anregte, wahrend bei Beginn des amtlichen Verkehrs überwiegend Verkäufe vorgenommen wurden die bet geringer Unternehmungslust kaum Aufnahme fanden, so daß die Tendenz schwacher war. Verstimmung löste weiter Angebot in Siemensaltien aus. Siemens verloren 1,6 Prozent, Schucker wurden hiervon mitgezogen und gaben 2 Prozent W4nn es schon für 31 Pf. Zigaretten in vollem Format ^ibt, dürfen Sie für4 Pf.mehr erwarten,als Jhnen bislang geboten wurde. Die neue Blaupunkt derWALDORF ASTORIA gibt Jhnen dieses Mehr; ein besonders starkes undlanges Format in Waldorf-Qualität Dazu die beliebten Soldatenbilder wie bei der„OBERST”und in allen Packungen Wertmarken für Gratis-Zigaretten oder neuartige Seidenstickereien. Oie Heffennege in Kassel. In Ehren bestanden. Unfete Hessenriege weilte gestern m Kassel, wo sich der große Gaukampf im Kunstturnen zwischen den Gauen Hessen (R.relS Mittelrhein), Rordhessen (Kreis Oberweser) und dem Hellweg-Märkischen Gau (Kreis Westsalen- Lippe), wie erwartet, zu einem turnerischen L-r- eignis ersten Ranges gestaltete. Es war ein hochwertiges Treffen, in dem drei fast ebenhurtige Mannschaften die .Hohe Schule des Geräteturnens" in vollendeter Meisterschaft jagten. Dis gegen Mitte des Kampfes hatte unser Heimatgau Hessen mit wenigen Punkten B'^rsprung die Führung, mußte diese aber nach der Freiübung an die Westfalen aBtreten, die sich dann aber erst zum Schluß am Reck die Punkte für den sicheren Sieg holen konnten. Das Ergebnis des Kampfes lautet: 1. Hellweg, Märkischer Gau, 601,5 P. ; 2. Gau Hessen 587 P.; 3 Gau Rordhessen 582,5 P. Die Schluhziffer des Hessen-Gaues wäre bestimmt höher gewesen wenn für den guten Könner Eckhardt (Ridda) nicht im letzten Augenblick hätte Ersatz antreten Beste Einzelturner unter den 24 Teft- nebmern waren (die Freiübung Nicht angerechnet): 1. Trostheim, Tgm. Dortmund, 76 P.; 2. Eeidler, Eintracht, Dortmund, 73 P. ; 3. Ahrens Tgm. Marburg, 71,5 P. Gut gehalten hat sich Karl Reuter, Tv. 1846 Gießen, der mit 68 Punkten Zweitbester in der hei mischen Mannschaft wurde vor Sinnwell (Bad- Rauheim) und Seth (Grohen-Linden). „Wanderlust"- Frankfurt, Weltmeister im Zweier-Radball. In Straßburg wurden am Samstag und Sonntag die Weltmeisterschaften im Zweier-Radball und im Sechser-Rasenradball ausgetragen. Die zuerst erledigte Konkurrenz, der Wettbewerb im Zweier-Radball, brachte den deut,chen Bertre- tern Schreiber/Blersch vorn RC. Wanderlust Frankfurt bereits einen vollen Erfolg, sie beendete die Spiele ungeschlagen mit 6:0 Punkten und 25:3 Treffern. Die Deutschen siegten über Oesterreich 14:3, gegen Frankreich 6:0 und gegen die Schweiz mit 5:0 Den zweiten Plgh belegten die Schweiz nut 4:2 Pulten und 22 9 Treffern vor Frankreich mit 2:4 Punkten, 13.14 Treffern und Oesterreich mit 0:6 Punkten und Aus Anlaß des 1. Hessischen Grenadkrtages veranstaltete der Landesverband Groh- Hessen des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, einen Aufmarsch in Gießen der aus allen Teilen des Hessenlandes so stark besucht war, daß über 2000 Stahlhelmer gestern in Gtesten weilten. Bereits im Verlaufe des Samstagnachmittag und "abend trafen große Grupden des Bundes ein, so dast die Gießener Stahlhelm-Ortsgruppe schon etwa 500 Kameraden begrüßen konnte und die Straßen der Stadt ihre besondere Rote durch den Stahlhelm erhielten. Zur Unterbringung der Gaste hatte die Gießener Stahlhelmleitung u. a. Maften- quartiere bereitgestellt. Um 19 30 W standen die Stahlhelm-Kameraden auf dem Brandplatz angetreten, wo der Stahlhelm-Landesführer von Groß-Hessen, Kapitän z. S. a. D. W e i ß e - Frankfurt a. M. in kurzen Worten und mit begeistert aufgenommenem dreifachen „Front Heil" den Gruß des Stahlhelms für das I. Bataillon 15. Infanterie-Regiments davbrachie. Hierauf zogen die Stahlhelm-Abteilungen durch eine Anzahl Str asten mit klingendem Spiel hinauf zum Trieb, wobei er durch die militärische Straffheit seines Auftretens einen sehr guten Eindruck bei den zahlreich versam- mekten Zuschauern erweckte. Auf dem Bcttaillons- Biwakplah beim Eulenkopf nahmen die Stahlhelm-Kameraden mit gkoßem Interesse an dem sehenswerten militärischen Schauspiel teil. In der großen Menge der Zivilisten war die Stahl- Helm-Uniform wiederum eine besonders charakteristische Rote, die militärische Zucht und Ordnung in dem Auftreten der Bundes-Mitglieder als wesentliche Grundpfeiler der Organisation verkündete. Rach dem Biwak versammelten sich die Stcchlhelm-Kameraden noch in großer Zahl in dem von der Gießener Ortsgruppe neu geschaffenen Stahlhelm-Heim in der Molbke- strahe, wo sie in Gegenwart ihres Landesführers einige Zeit gesellig verbrachten, um dann ins Quartier abzurücken. Im Laufe des Sonntag trafen schon von frühster Morgenstunde an weitere große Gruppen des hessischen Landesverbandes hier em, so daß bald in den Straßen das feldgraue Ztahlhelmkleid noch viel stärker als am Rachmittag vorher in Erscheinung trat. In langer Marschkolonne rückten die Formationen des Bundes mit etwa 40 Fahnen, mehreren Epielmannszügen und eigenen Musikkapellen gegen 9 Uhr nach dem Trieb ab, wo sie neben dem Paradeplatz des Bataillons in langer, tief- gegliederter Front mit ihren Fahnen Aufstellung nahmen, um dem Feldgottesdienst beizuwohnen, dann Augenzeuge der militärischen Parade zu fern und schließlich vor dem Landesführer von Groh- Hessen im Parademarsch vorbeizumarschieren. 24. Versammlung des Hessischen Forstvereins. Alsfeld, l.Okt. Am 30. September und 1. Oktober and hier Vie diesjährige Versammlung des Hessischen Forstvereins unter dem Vorsitz von Oberforstmeister Heyer (Michel- stadt) statt. An der Tagung nahmen Finanzminister Kirnberger (Darmstadt), Landforstmeister Dr. h. c. Hesse (Darmstadt), Professor Dr. V a n s e - l o w von der Universität Gießen, sowie mehrere andere auswärtige Universitätsprofessoren als Gäste teil. , „ri .. ,, Bürgermeister Dr. D ö l s i n g begrüßte die zahl- reich erschienenen Teilnehmer der Tagung namens der Stadt Alsfeld. Er wies dabei auf die geradezu katastrophale Lage des deutschen Waldbesitzes hin, der für viele deutsche Gemeinden bereits em Zu- schußbetrieb geworden sei, und verlangte Schutzmaßnahmen von feiten des Reiches. Vor Eintritt in die Tagesordnung wurde der langjährige Vorsitzende des Hessischen Forstvereins, Oberforstmeister Heyer (Michelstadt), der schon 25 Jahre an der Spitze des Vereins steht, zum Ehrenmitglied des Hessischen Forstvereins ernannt. Namens der Landesuniversitat Gießen überreizte Professor Dr. Danselow dem Jubilar die Ernennung zum Ehrensenator derllni- versität Gießen. Oberforstmeister Heyer dankte in bewegten Worten für die ihm erwiesenen Nach^Erledigung des Rechenschaftsberichtes durch den Schriftführer, Oberforstmeister Strack, hielt Forstmeister Rausch (Romrod) einen Dortrag über Die Bewirtschaftung der Göringer Forsten nach den Grundsätzen der Bilanz- und Erfolgsrechnung. Der Vortragende gab einen zahlenmäßigen lieber« blick über die Erfolge der neuen Wertberechnungs« Methode. An die interessanten und tiefgründigen Ausführungen schloß sich eine rege Diskussion an, in der von Vertretern der Forstwissenschaft die neue Methode teilweise stark kritisiert wurde Sodann stattete Oberregierungsrat K a d e l vom Landesfinanzamt Darmstadt ein Referat über Waldsteuerfragen'. Der Vortrag behandelte Haupt- 'sächlich die forstliche Einheitsbewertungen an der Hand von einzelnen prakttschen Beispielen und Erläuterungen.. Auch dieser Vortrag, der reges Inter- esse und lebhaften Beifall fand, gab Anlaß zur ausgedehnten Aussprache. Rach Erledigung und Besprechung verschiedener forstlichen Angelegensten wurde die Wahl des neuen Präsidenten des Hessi- Die Front des Stahlhelm mit ihren zahlreichen Fahnen, der ausgezeichneten Disziplin aller Mannschaftsteile und der starken Beteiligung von Iünglingen und der im Scharnhorst-Bund vereinigten Iugend machte einen guten Eindruck. Im Anschluß an die Parade des Bataillons stellten ich die Stahlhelm-Formationen zum Vorbeimarsch vor dem Landesführer Kapitän z. 5. a. D. Weiße bereit. Unter den Marschklängen der Stahlhelmkapelle aus Mainz zog die große Marschkolonne in schneidigem Schritt und Tritts und guter Haltung an ihrem Führer vorüber. Das Publimm verfolgte das interessante Ereignis mit großer Spannung und zeigte sich über das Auftreten der Formationen sehr befriedigt. Im Anschluß an diesen Vorbeimarsch nahmen die Stahlhelmabteilungen auf dem Hinteren Trieb in der Rähe des Eulenkopf Aufstellung im offenen Viereck. Hier schritt der Landesfuhrer von Groh-Hessen, Kapitän z. S. a. D. Weihe, die Front ab und führte dann in kurzen, soldatischen Sätzen aus, der Landesverband, dessen Gau Rheinhessen am stärksten vertreten war sei nach Giehen gekommen, um in aller Öffentlichkeit zu zeigen, dah im deutschen Volke neben der Reichswehr, die etjroungenermaßen viel zu klein sei, noch ein Volksheer in Bereitschaft stehe, jederzeit das Leben für das Vaterland einzusehen, wenn es nicht anders sein könne. Der Stahlhelm wolle immer daran denken, dah unseres verehrten Reichspräsidenten höchster Wille daraus gerichtet sei, das deutsche Volk zu einigen. In diesem Sinne wolle auch der Stahlhelm über die Parteien hinweg Klammern schliehen um alle, die mit ihm wehrwill i g sind damit wir schliehlich doch einmal noch ein einige^' Volk werden. Zum Schluß verlas der Landesführer folgendes Huldigungstelegramm an den Reichspräsidenten, Generalfeldmarschall von Hindenburg: „Durch Wehrwillen mit Reichswehr geeint, senden vom 1. Hessischen Grenadier tag in Giehen über 2000 Stahlhelmer mit den übrigen Kameraden des Landesverbands kameradschaftliche Glückwünsche und Front Herl! Weihe, Landessührer Groh-Hessen. Die knappe, aber eindrucksvolle Feier schloh mit dem Gesang des Deutschlandliedes. Rach Verpflegung aus der Gulaschkanone wohnten die Stahlhelmer im Verlaufe des Rachmittags den militärsportlichen Vorführungen des Bataillons bei. Gegen Abend traten eine Anzahl Abteilungen, die weiter entfernt wohnten, alsbald die Heimfahrt an, während die übrigen sich noch in die Stadt begaben, äleberall binter- ließ das disziplinierte Auftreten der Stahlhelmmitglieder einen guten Eindruck bei der Bürgerschaft. ^Am^Ge l d m a r k t hat die Entspannung infolge der jüdischen Feiertage und des dazwischenliegenden Sonntags noch keine schnelleren Fortschritte machen können. Tagesgeld stellte sich auf 5 bis 7 v H., vereinzelt 4,9 v. H., Monatsgeld blieb unverändert 5 bis ' ™ lch noch am Privatdiskontmarkt kleine Posten angeboten waren, so zeigte sich doch senk schon wieder Kaufneigung. Berlin gefchästsloS und schwächer. Berlin, 3. DEL (WTB. Funkspruch.) Wenn- gleich die Tendenz der Berliner Börse von denen der Auslandbörsen kaum irgendwie abhängig ist, so ist im Augenblick doch eine starke Gemeinsamkeit mit Neuyork festzustellen. An beiden Plötzen ist das Geschäft so gering, daß sich die vorliegenden Momente nicht auswirken können. Zu Beginn der neuen Woche lagen nahezu ausschließlich günstige Nachrichten vor; aus der Wirtschaft wer- den Neueinstellungen von Arbeitern gemeldet, die Papierindustrie hat eine Absatzsteigerung zu ver- zeichnen am Schrottmarkt hielten die Preise an, Lahmey'er gab einen günstigen Abschluß bekannt, und Neuyork schloß am Samstag nut kleinen Kurs- besserungen. Auch war die Lage eher freundlicher; die Gerüchte über eine geplante Viermächtekonserenz in London, auf der England in der Frage der beut- schen Glei'chberechtigungsforderung den Vermittler spielen soll, wurden mit Befriedigung zur Kenntnis genommen. Nichtsdestoweniger lagen die Eröffnungskurse durchweg schwacher, und erst diese Tatsache drückte auf die bis dahin recht zuoersich iche Stimmung. Das Geschäft war außerordentlich klein, die Verluste betrugen bis zu 1 v. H., bei Spezial- werten bis zu 2,25 v. H Ganz vereinzelt und rem zufällig tarn es zu geringfügigen Besserungen Im Verlaufe bröckelten die Kurse zunächst langsam ab. Später kam dann am Markt der Salzdetfurth- attien Material heraus, über dessen Herttlnft man sich nicht ganz im klaren war. Wahrscheinlich handelte es sich um einen Baisseangrisf, der Kurs dieses Pa- piets gab um 3,5 v.H. nach. Jetzt wurde e s bei kleinsten Umsätzen an den Märkten allgemein etwas schwächer, und es ergaben sich Rii^ar^e von 1,5 v. H., teilweise etwas darüber. Der Reichsbank- ausweis war mit einer Anspannung von etwa 480 Millionen für einen Ouartalsultimo und nach einer Diskontsenkung durchaus nicht schlecht, die Gold- und Devisenbestände haben sogar ^genommen, unö Die Notendeckung betrug noch immer 24 7 v. S). -Deut|cge Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen gaben nach Auch festverzinsliche Papiere waren nicht em- heitlich, da die erwartete Anlage von Kupongeldern nicht erfolgte und die Schwache Der Aktienmark.e verstimmte. Ausländer geschäftslos und eher scheu Forstverrins vorgenommen, da der seitherige langjährige Vorsitzende, Oberforstmeister Heyer, eine Wiederwahl abgelehnt hatte. Als sein Nachfolger wurde Oberforstmeister Nicolaus (Gießen) gewählt. An die Mitgliederversammlung schloß sich abends ein einfaches Abendessen, an dem auch die Damen des Forstoereins teilnahmen, an. Am folgenden Tage fand eine Lehrwanderung durch die Stactts- waldungen des Forstomts ©bringen statt, unter Führung von Forstmeister Rausch in Ergänzung des von ihm tags zuvor gehaltenen Vortrags. Während der Vorträge besichtigten die Damen unter fachkundiger Führung die Sehenswürdigkeiten der altehrwürdigen Stadt Alsfeld und am folgenden Tage das Jagdschloß Romrod. Als nächster Tagungsort wurde Bensheim a. d. B. bestimmt. Aus aller Welt. Mittelholzer fliegt in 1 Stunde 25 Minuten von Köln nach Berlin. Der Direktor der Schweizerischen Lustoerkehrs- gesellschaft Swissair, der Flieger Walter Mittel- Holzer, ist am Samstag mit dem schnellsten zur Zeit im europäischen Verkehr eingesetzten Reiseflugzeug in Berlin-Tempelhof eingetroffen. Mittelholzer startete um 10.10 Uhr in Köln und landete in Tempelhof um 11.35 Uhr. Verkehrsunglück. — Lin Toter, drei verletzte. 3n den letzten Tagen st i e ß ein Triebwagen der Strecke Rastatt—Wintersdorf am Wegüber- gang Rastatt—Sandweier Lei nicht geschlossener Schranke mit einem Lastkraftwagen der Glas . Industrie - LG. in Karlsruhe zu sam- men. Ter Kraftwagenführer Wilhelm Ermel wurde getötet, der Beifahrer und zwer Fahrgäste des Triebwagens erlitten Verletzungen. Dreißig Todesopfer einet Wasserhose in Kalifornien. In Bakerfield (Kalifornien) wurde eine furchtbare Katastrophe d-tch eine Wasserhose hervorgerufen Nach einem furchtbaren Regenguß bildete sich eine Wassersäule von etwa 12 Meter Höhe, die von einer Ersenbahnbrücke bei Woodford einen Eisenbahn zug, der aus einer Lokomotive und 7 Wagen bestand, in den Abgrund schleuderte. Die Zahl der Todesopfer, darunter der Lokomotio- sührer und zahlreiche unbekannte Reisende, wird auf 30 geschätzt. Auf ihrem weiteren Wege ergriff die Wasserhose eine Tankstelle, tötete den Besitzer, seine Frau und seine Kinder und riß mehrere Pumpen der Tankstelle fort. Grauenhafter Zustand des griechischen Lrdbebengebieles. Die bei verschiedenen Küstenorten der Halbinsel Chalkidike vor Anker liegenden Kriegsschiffe legten in den letzten Tagen viele der halbzerstörten Gebäude durch Geschützfeuer nieder, um die Einsturzgefahr zu beseitigen. Das verwüstete Gebiet sieht einem Schlachtfeld gleich. Die an den Rettungsarbeiten beteiligten englischen Matrosen tragen stellenweise Gasmasken, um sich vor den Ausdünstungen der umherliegenden Leichen zu schützen. Die Gefahr des Ausbruches von Seuchen ist sehr groß, da viele Leichen wegen Mangels an Särgen noch nicht fortgeschafft werden konnten. Das Massengrab der bei der Zerstörung von Zerissos umgekommenen Menschen wurde nachts oonSchakalenheimgesuchtund vollständig verwüstet. Die Opfer mußten erneut begraben werden Die englischen Matrosen beliefern vielfach die heimgesuchte'Bevölkerung mit Trinkwasser von den Kriegsschiffen, da an manchen Orten die Was) e r- zufuhr vollkommenzerstort ist. Von allen Seiten treffen Geldspenden für die unglückliche Bevölkerung ein. Unter den letzten Gaben ist eine persönliche Geldsendung des italienischen Ministerpräsidenten Mussolini von 15 000 Mark. In Athen werden vom Militär auf Lastwagen Hilfssammlun- gen in der ganzen Stadt veranstaltet. Saloniki wurde von insgesamt elf neuen E r d st ö ßen heimgesucht. Ein Erdstoß verursachte den Einsturz von vier .Häusern. Das Geschäftsleben m Saloniki ist vollkommen lahmgelegt. In Sparta und Pele- ponnes wurde gleichfalls ein leichtes Veden verspürt. Das Dorf Stageira, der Geburtsort von Aristoteles, istdemErdbodenvöllig gleich- gemacht worden. An einem gebirgigen Küstenstrich hat sich ein E r d r i ß von 25 Kilometer Länge und großer Tiefe gebildet. Die Bewohner sind geflüchtet, da sie einen Bergrutsch befürchten. Ausländische Geologen, die in Griechenland eingetroffen sind, halten es für möglich, daß bei weiteren Erdstößen die Halbinsel Chalkidike völlig vom Fe st land abgetrennt werden könnte. Das Flugzeugunglück bei Darmstadt. WER. Darmstadt. 1. OIL lieber das Flugzeugunglück berichten Landleute, die das Flugzeug beobachtet hatten, daß es in sehr geringer Höhe über den Wald geflogen sei. Der Morgen war sehr neblig und offenbar sind die Flieger durch den Rebel irritiert worden. Sie hätten in der Rähe eine gute Möglichkeit für eine Rvtlandung gehabt, glaubten jedoch offenbar wieder höher steigen zu können. Dabei stießen sie gegen den hohen Pappelbaum. Die Tragflächen rissen sofort auseinander. Die Ramen der Piloten konnten vorerst nur aus dem Bordbuch festgestellt werden. Es handelt sich um den Flugzeugführer Hermann Hettinger, nicht L a ch n e r, wie am Samstag berichtet wurde, der sofort tot war, und fein nen Begleiter Lugust Haslocher, der unmittelbar nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben ist. Raubmord an einem Broikuischer. Frankfurt a. M., l.Okt. (WSN.) Arn Samstag gegen 19.30 Uhr wurde auf der Mainuferstraße zwischen Offenbach und Frankfurt ein Kutscher einer Offenbacher Brotbäckerei von zwei unbekannten Tätern überfallen, durch drei Schüsse getötet und seiner Barschaft von 200 bis 300 Mark beraubt. Die polizeilichen (Ermittlungen sind im Gange. Danksagung. Statt Karten 6942 D Bankgeschäft Herz & Co BUDERUS Damenmoden 6945 U Bezug durch den Eisenhandel. Katalog 032 kostenfrei. Von der Reife zurück Dr. Neumann-Mel 6935 D 6941 C 2 O GIESSEN gegründet 1901 Neuen Btiue 23 Telefon 2741 An- u. Verkauf, Beleihung von Wertpapieren Annahme v. Spareinlagen gegen Sparbuch. 66*3 D u. 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Der Voranschlag der Gemeinde Beuern für Rj. 1932 liegt vom 4. b. 2TL ab eine Woche auf dem Amtszimmer des Bürgermeisters zur Einsicht offen. Einwendungen können während dieser Zeit schriftlich oder zu Protokoll erhoben werden. 6944D Es wird eine Umlage erhoben, zu der auch die Ausmärker beizutragen haben. Beuern, den 3. Oktober 1932. Bürgermeisterei Beuern, _____________Lin denstruth._____________ Bis zur Obersekundareife oder zum Abitur werden Sie schnell gefördert durch Teilnahme an den 6937D Abendkursen der Höheren Privatschule Gießen, Nordanlage 15, Fernspr. 2129 Vorbesprechung: Montag, 10. Oktober, 20 Uhr. Sprechstunden: täglich von IV/2 bis 13 und von 18'/, bis 20 Uhr (Montags bis Freitag). Auch einzelne FbcherCz.B. Französisch, Deutsch oder Englisch) können belegt werden. Die Schulleitung. I. V.; Reus eh 1 ing, Studienassessor. 1111111 iimii 11 nm Nil"« Moderner Amerikanerofen EISENWERKE HIRZENHAIN HUGO BUDERUS G.M.B.H. 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Mtafie w einer «tonten laZ^ Z-o St 5 p CgA® E a e y Fe® E?c9-8ig e r- — B -^*3 8 E=-.. “ülga :19 -gS 15 6> o 0)19® r^a A^8 ^8 «AZ ä21 1® § _. >n 3 LZ- . »» Si. 8 S >---a "o 8:S5 S e 5.fca« Z-2ZL acS£a *-’ E 21. e o - . « L ZL g E® § rf SA 8-2.. 3^ >_, "a> 5> 2; a: 3g?S »£r= Äti< 8-£«2aE ’^a_ ^ZAZs 'Je E 5g )CSt- 1 « 3,40,1(1 5i*JS ^hunck ttheatef K**« tz? neuer Jn erunö- ASttt jielifl Ö5 8 o.§LL Z L Z-_ ti-' D lbount L^n. ^vvr. ?nden. ”, boms. * r,unmif. "Echans c O E up »; j>_2> ®V3t 2_ 2- sa^a "8'§ 3ZA L aöe^ i5a8S5CT;§§ IG 47- . .-3. E Z-z- — - c L L. ig-SR :3 ^8 i9 8 -^-Z aptojee's (9"8 oR 2'8'8 E 2$ 8 S'&'Sää E^ä E^toa t. u o -iy 3 o o« OXSä* ä*- "-8 £ ■=“ o 3 »x? a a <5>;w 4 .sr-Ä'g ä^E 8 3 19 = 8 ZFLa a 8 3 agH Sh 19 Es^£ 3 Bo 8 9 3 w 5 81“. .3 E -<= £ E3C1 iS *® t! L_ § ^.ZI § 2,5 O’a w-^3 >-.(9 «-» 3'S"" 5 a ajt as e-£ LZ^KZZ 3 3 99 E O eo G> _-®- Z.H-K a c $ fe 2 sTb -=>H ® E E;E^ £ ^-SSR SmH« - ->«pk7-e EX» 8 Ml - -a .2-2-L-8 8 — _ «ZS LKK Zs Ä --E E ;»> = £ —n /— ai§ 2® E-§a E £ 3 2 5 5 S - -y 3 8 £ E .£ E *—• x> « — 43- o K>a 2 g t: S ■= 9T 5'8 2Ä ? .3 :3 i£ ,S> £ ffZ.8 Ü9-3 .8. 4> ^>5 Q .8 $- 3Z.A iS *a EU 1 "LZ ■ ° 8 C 3 ^-, « sZHZKg 3 Sa 'S'»Ss5.^gsS-5 8,e»£-. S.g ■ A^-E V g 5-aEö 3 O — - J.A'2 .E_ «. = 3 Z <2.^ 8ä^a 5 3 3 7 äxr£o ” L^oZH"-- 6? V «fj»® B e5 3 g E «1« ~ - £ £.= O IaM|e£ -38 8'Za3 «ä-isE' E c “ «j e a— e L-s 3 a.E E H o a E-a. I EZ'in 18 E E _ Ilms ' 3 9 -?a a®o = o 9*8-0 in— o Si.a s A - :7o - y 8 : 1 e> e e E Z Ä® §9 a ÄSEtp® 3 - 2. 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