llr. 207 Erstes Blatt |82. Jahrgang Samstag, 3. September 1952 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vnlck und Verlag: vrühl'fche Univer^lüts-Vuch' und Zteindruckerei L Lange in Sietzen. Zchriftlettung und Geschäftsstelle: schulstratze 7. Annahme von Anjetae» für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20% mehr. Chefredakteur. Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr.H.Thyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Erscheint täglich, auher Sonntags und Feiertags. Beflagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat, Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr.. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernfprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Eiehe«. Postscheckkonto: Sranffurt am Main 11688. Paris will nicht allein verhandeln. Deutschlands wehrpoliiische Forderungen sollen zum Gegenstand einer interalliierten Fühlungnahme gemacht werden. Kanzler und Parlament Die große innerpolitische Auseinandersetzung, die sich zu einem Stampf auf Leben und Tod zwischen Reichsregierung und Parlament zugespitzt hat, hat durch die Vertagung des Reichstags auf unbestimmte Zeit eine Unterbrechung erfahren. Die Pause wurde ausgefüllt durch ein außenpolitisches Intermezzo, den erneuten Vorstoß Schleichers in der Abrüstungsfraqe und den Versuch Neuraths über die deutsche Forderung nach Rüstungsgleichheit mit den Franzosen in ein diplomatisches Gespräch zu kommen. Aber für den Beginn der kommenden Woche hat der Reichskanzler die Veröffentlichung der neuen Notverordnung mit den wirtschaftspolitischen Maßnahmen der Reichsregie- rung in Aussicht gestellt. Auch Reichspräsident von Hindenburg wird in den nächsten Tagen von Ncu- deck zurückerwartct, so daß sich die Blicke wieder vorzugsweise auf das innerpolitische Schlachtfeld richten werden. Hier hat es während der kurzen Sommermonate eine so völlige Verschiebung der Fronten gegeben, daß für den Außenstehenden die Lage ganz undurchsichtig zu werden droht und man die Ratlosigkeit der ausländischen Beobachter begreifen kann, die erklären, sich durch diele Umkehr aller lartbläufigcn politischen Begriffe und Doktrinen nicht mehr hindurchfinden zu können. Und es ist ja auch schließlich nur die im politischen Kampf fo oft erprobte und immer wieder aufs beste bewährte Vergeßlichkeit der großen Masse des nur zeitweise politisch interessierten Volkes, die auch dies bei uns bislang nicht alltägliche Schauspiel der Verschiebung der Fronten — im parla- mentarischen Betrieb der alten Demokratien des Westens ein oft- beobachteter Vorgang — ermöglicht hat. Wir kommen vielleicht dem Kern der gegenwärtigen Situation nahe, wenn wir als Ausgangspunkt für die .Kampfstellung des Parlaments gegen eine parteimäßig ungebundene, diktaturähnliche „Präsidialregierung" sowohl im Reich wie in Preußen den zähen Lebenswillen der wenigen noch übrig gebliebenen großen Parteien nehmen, die ihre in mehr als anderthalb Fahrzehnten erkämpfte Schlüsselstellung im demokratisch-parlamentarischen Staat, gegen die Ansprüche einer „autoritären" Regierung aufs äußerste zu verteidigen entschlossen sind. Zumindest für Zentrum und Sozialdemokratie dürfte dies uneingeschränkt zutreffen. Beiden hatte die Umwälzung fast den gesamten Staatsapparat in die Hände gespielt und sie hatten sich, zumal in Preußen, ohne bängliches Schwanken, wohnlich darin eingerichtet. Der Trick mit der Aenderung der Geschäftsordnung des Preußischen Landtags, mit dessen Hilfe man das gemeinsame Parteiregiment auch über gänzlich veränderte politische Verhältnisse hinaus als „Geschäftsführendes Kabinett" auf’ rcchtzuerhalten gedachte, scheiterte erst, als das Reich eingriff und durch die Einsetzung des Reichskanzlers als Reichskommifsar in Preußen diesem Spuk ein Ende machte. Hier wird die Einschaltung von Nutzen fein, daß es der nationalfozialistische Landtagspräsident Stcrrl war, auf dessen wiederholtes Drängen hin das Kabinett Papen sich entschloß, vom Reichspräsidenten die Einsetzung eines Reichskommissars zu erwirken. Wie sehr sich inzwischen die Situation gewandelt hat — es sind seitdem kaum drei Monate ins Land gegangen — ersieht man aus dem Mißtrauensvotum der Na- tionaljozialisten gegen eben diesen Reichskommissar, das am vergangenen Dienstag natürlich auch die Zustimmung des Zentrums und der Sozialdemokratie fand, nachdem der ehemalige Zentrumsminister Hirtsieser für das abgesetzte geschäftsführende Kabinett Braun den Schwanengefang hatte anstimmen können. Die Einsetzung des Reichskom- miffars hat also die Nationalsozialisten in Preußen nicht an das Ziel ihrer Wünsche gebracht und sie haben sich der Front der Parteien gegen den Reichskommissar eingegliedert, ja deren Führung übernommen, nachdem sich herausgestellt hatte, daß der Bevollmächtigte des Reichskommissars jede Ver antwortlichkeit gegenüber dem Landtag ab lehnte. Also das ausdrückliche Beharren einer „autoritären Regierung, sich vom Parlament nicht an die Kandare nehmen zu lassen. Diese Dinge in Preußen sind natürlich von der Entwicklung im Reich merklich beeinflußt worden. Erinnern wir uns, daß das Zentrum es roar, das der aufkommenden nationalsozialistischen Bewegung mit schärfstem Mißtrauen und unverhohlener Abneigung entgegentrat. Es zeigte deshalb als Partei auch nach den Wahlen vom September 1930 keine Neigung, der Stimme des Volkes Rechnung zu tragen und sich der gewiß schwierigen, aber auch lohnenden und auf die Dauer unvermeidlichen Aufgabe zu unterziehen, der Nationalsozialistischen Partei die Mitverantwortung im Staate zu ermöglichen. Und auch der Zentrumskanzler Dr. Brüning hat die Inangriffnahme dieser für die staatspolitische Entwicklung in Deutschland schlechthin entscheidenden Aufgabe, vor die ihn der Reichspräsident ausdrücklich gestellt hatte, trotz wiederholten Drängens und Mahnens aus den Kreisen der bürgerlichen Rechten, immer wieder hinausgeschoben, bis er schließlich über diesem Versagen zu Fall kam und an seiner Stelle der Zentrumsmann von Papen mit der gleichen Aufgabe betraut wurde. Aber dazwischen lagen die Wahlen vom 31. Juli, die den Nationalsozialisten 230 Mandate brachten und ihren Anspruch auf die Führung der Staatsgeschäfte nach den bisher geltenden demokratisch- parlamentarischen Spielregeln erhärteten. Dazwischen lag auch die starke persönliche Verschnupfung des Zentrums über den Sturz Brünings und die Betrauung des Außenseiters von Papen, dem es offenbar in den Monaten feiner Amtsführung nicht gelungen ist, die Fäden zu feiner alten Partei wieder zu knüpfen. Je mehr die auf dem Verordnungswege im Reich wie in Preußen getroffenen Maß- Pa r i s, 2. Sept. (IU.) Wie aus der engeren Umgebung des Ministerpräsidenten Herriot am Freitag verlautet, soll die französische Regierung zunächst nicht die Absicht haben, eine A n t- wort auf die deutsche Denkschrift vorzubereiten. Höchstwahrscheinlich werde man sich damit begnügen, der Reichsregierung auf dem üblichen diplomatischen Wege eine Empfangsbestätigung zukommen zu lasten. Augenblicklich handele es sich nicht darum, einen Beschluß zu fassen, man werde vielmehr d i e Aeußerungen der übrigen interessierten Mächte abroarten. Um die Auffassung der Mächte zu klären, habe sich die ranzösische Regierung veranlaßt gesehen, ihren Botschaftern und Gesandten den Inhalt der deut- chen Niederschrift mitzuteilen. Herriot meint, daß man in London, Washington, Brüssel, Warschau, Rom usw. über den deutschen Wunsch nach einer direkten Aussprache mit Frankreich unterrichtet sei. In Paris wolle man nicht vergessen, daß der Der- ailler Vertrag 26 Unterzeichnermächte habe. Der ranzösischen Regierung liege daran, mit den befreundeten Staaten und früheren Alliierten Fühlung zu nehmen. Wenn man in Berlin damit unzufrieden sei, daß Ministerpräsident Herriot der Oeffentlichkeit den Empfang der deutschen Denkschrift mitgeteilt habe und wenn man weiter die Absicht geäußert habe, den Wortlaut der Note zu oeröffent- lichen, so stehe dem von französischer Seite gar nichts im Wege. Das französische Außenministerium halte die Veröffentlichung sogar für wünschens- wert. Noch vor dem Eintreffen der deutschen Denkschrift in Paris habe der Reichswehrminister von Schleicher es für gut befunden, Erklärungen abzugeben, die die deutschen Forderungen noch schärfer präzisierten, als es der Schriftsatz erkennen lasse. Außerdem seien diese Erklärungen in einem „unangenehmen Ton" vorgebracht worden. Die deutschen Wünsche ließen sich in zwei Abschnitte gliedern. Zunächst handele es sich um die Revision des Versailler Friedensvertrages und bann um eine Frage, die die Abrüstungskonferenz unmittelbar angehe. In den Pariser amtlichen Streifen habe man sich daher gefragt, ob das durch Deutschland aufgeworfene Problem, diplomatische Verhandlungen erfordere ober an den Völkerbund verwiesen werden solle ober schließlich ganz einfach dem Abrüstungsausschuß unterbreitet werden müsse. Diese drei Möglichkeiten harrten noch der Beschlußsassung. Deutschland im Mittelpunkte des Interesses in England. London, 3. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die ilmtoanblung der Beuthener Todesurteile, der deutsche Schritt in der Wehrfrage, die Stahlhelm- kundgebung in Berlin, Iuea, Deutschland steht wieder einmal im Mittelpunkt des Interesses der nahmen des Präsidialkabinetts den Anschein erweckten, als ob sich diese Regierung unter Beseitigung des bisherigen Dualismus zwischen dem Reich und Preußen für die Dauer einzurichten gedachte, um so kühler wurden auch die Beziehungen zu der Nationalsozialistischen Partei, in deren Kreisen man das Kabinett Papen als ein llebergangsregime zur Einleitung des neuen nationalsozialistischen Kurses betrachtet hatte. Aus dieser Auffassung heraus ist es sehr wohl verständlich, wenn Hitler in seiner großen Sportpalastrede am Donnerstag mit einiger Bitterkeit bemerkte, daß man, während er um die Macht kämpfte, ihn immer wieder auf den legalen Weg im Rahmen der Verfassung verwies und nun, wo die Revolution des Stimmzettels beendet scheint und als Ergebnis feine Bewegung die weitaus stärkste Fraktion im neuen Reichstag stellt, man ihm sagt, daß die Verfassung, an deren Be- ftimmungen er sich hielt, um die Macht zu erobern, überholt sei, und die demokratisch-parlamentarischen Spielregeln ihre Gültigkeit verloren hätten. Aus dieser Stimmung heraus begreift man auch, daß es zwischen Hitler und dem Reichskanzler nicht zu einer Verständigung kommen konnte, zumal den Ansprüchen Hitlers, mochten sie nun, wie es die amtliche Mitteilung behauptete, sich auf die Auslieferung der gesamten Staatsgewalt an die Nationalsozialisten erstreckt, oder sich nur, wie Hitler es barstellt, auf die Führung der Staatsgeschäfte durch ihn ober einen seiner Beauftragten beschränkt haben, ber entschiedene Widerstand des Reichspräsidenten. gegen die Rückkehr zu einer parteimäßig oder koalitionsmäßig gebundenen Regierung ent- gegenständ. Da bas Kabinett also nach dieser Störung weder auf die Stimmen des Zentrums noch auf die ber Nationalsozialisten rechnen kann, sieht c=. sich in eine hoffnungslose Minberheit versetzt, jobalb es diesem Reichstag gegenubertritt. Der Reichskanzler hat in Münster sein Wirtschaftspro- qramm in großen Zügen bargelegt, aber er wirb selber nicht der Meinung gewesen sein, daß er mit sachlichen Argumenten die Stimmung des Parlaments für sich günstiger gestalten konnte. Hier gibt es nachdem die Dinge nun einmal nicht zuletzt durch bas hartnäckige Sichverfagen des Zentrums unter der Kanzlerschaft Brünings soweit getrieben sind, nur ein entroeber-ober, Regierung ober Reichstag.'Herr von Papen hat in rechtzeitiger Erkenntnis dessen die Zustimmung des Reichspräsidenten zu feinem Wirtschaftsprogramm eingeholt, das oerenglischen Ocsfcntlichkeit. Die Presse bringt Berichte ihrer Berliner Korrespondenten und redaktionelle Stellungnahmen, die an Ausführlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen. 3n den Schilderungen über die Stahlhelmversammlung wird auf die gleichzeitige Anwesenheit von maßgebenden Regierungsvertretern und Mitgliedern der kaiserlichen Familie hingcwiesen. Der Korrespondent der „M o r n i n g - P o st", bezeichnet den Stahlhelm als die einzige Organisation in Deutschland, die dem englischen Konservativismus verwandt sei. Seine (DDZ.) Die preußische Staatsregie- rung hat in ihrer heutigen Sitzung die vom Reichskanzler von Papen in Münster angekündigte große Derwaltungsreform endgültig verabschiedet. Es sind nochmals zahlreiche Aenderungen an den ursprünglich in der Oeffentlichkeit diskutierten Entwürfen vor- genommen worden, die in einer ausführlichen amtlichen Verlautbarung im einzelnen bekannt gegeben werden sollen. Die Verordnung besteht aus 52 Paragraphen und ist untergeteilt in zwei Kapitel, nämlich in das über die S t a a t s v e r w a l- t u n g und das über die Gemeindeverwaltung. Die Reformmahnahmen, die mit der Gemeindeverwaltung Zusammenhängen, werden nach Maßgabe der noch zu erlassenden Durchführungsbestimmungen in Kraft treten, dagegen wird die Inkraftsetzung des Kapitels Staatsverwaltung bis zum 1. April 1 933 hinausgeschoben. In diesem Zusammenhang ist bemerkenswert, daß die in der Presse bereits behandelte Zusammenlegung von kleineren rheinischen und westfälischen Aemternin der Verordnung noch nicht enthalten ist, sondern erst im Anschluß an die jetzigen Reformen in Angriff genommen werden soll, so daß ihre Durchführung auch erst nach dem 1. April 1933 in Frage kommt. Grundsätzlich handelt es sich im wesentlichen bei den heute beschlossenen Maßnahmen um fotgen- be$: 1. wird das Verhältnis der Oberpräsidenten zu den Regierungspräsidenten neu geregelt. Der Oberpräsident bekommt eine Stellung, die etwa einem Staats- kommiss ar entspricht, indem er ein Aufsichtsrecht über die Arbeit des Regierungs- mutlich in wenigen Tagen durch Notverordnung in Gang gesetzt werden wird. Er hat ferner ein Einvernehmen mit dem Reichspräsidenten insoweit Herstellen können, als dieser zur Auflösung des Reichstags entschlossen scheint, sobald dieser Miene macht, das Notverordnungswerk durch Annahme eines Aufhebungsbeschlusses zu gefährden. Ob schon über die weiteren Absichten Klarheit besteht, und ob gar der Reichskanzler irgendwelche weiterreichenden Vollmachten aus Neudeck mitgebracht hat, darüber geht seit Tagen ein großes Rätselraten, an dem sich zu beteiligen wir für verfrüht halten. Soviel aber scheint uns trotz aller staatsrechtlichen Erörterungen bei der Persönlichkeit des Feldmarschalls festzustehen, daß Hindenburg sich wie bisher ftrena an die Bestimmungen der Verfassung halten wird und seine Hand nicht zu Experimenten bieten wird, die dem Sinn der Reichsverfassung zuwiderlaufen. Damit rechnen natürlich auch die Gegenspieler des Kanzlers und sie sind in den letzten Tagen nicht müßig gewesen, ihre Minen gegen das Fortbestehen des Kabinetts zu legen. Was während der Kanzlerschaft Brünings trotz vielfacher Vermittlungsversuche nicht zuwege.gebracht werden konnte, wurde im Gefühl der gemeinsamen Gegnerschaft gegen Papen und unter dem Druck der drohenden Reichstagsauflösung Ereignis: Zentrum und Nationalsozialisten fanden sich endlich an einem Tisch zusammen, um in ernsthaften Verhandlungen die Voraussetzungen einer politischen Zusammenarbeit zu klären. Vorgeschichte, Anlaß und nähere Umstände dieser Koalitionsoerhandlungen sind in mancher Hinsicht befremdend, aber wir haben zu lange dem Versuch das Wort geredet, die Nationalsozialisten zur Mitverantwortung im Staate heränzuziehen, als daß wir nicht nun, wo das Zentrum nach unverzeihlichem Zögern, wenn auch unter sehr veränderten Verhältnissen und aus Gründen, die einen strengen Maßstab politischer Moral kaum vertragen, sich auf feine Aufgabe besinnt, diese Annäherung begrüßen. Wenn Herr v. Papen sich zu der Behauptung verstiegen hat, daß der ge- heime Grundgedanke einer solchen Koalition zwischen Nationalsozialisten und Zentrum nur der wäre, daß die eine Partei die andere zu vernichten wünscht, so darf man — mögen tatsächlich ähnliche Gedanken heute in weiten Kreisen beider Parteien genährt werden — doch dem entgegenhalten, daß der Boden für die Zusammenarbeit zwischen Zentrum und Sozialdemokratie, die beide weltcmjchau- Analen seien bemerkenswert frei von Rowdytum und nur sehr selten seien seine Mitglieder in Straßenkämpfe und Terrorakte der letzten Monate verwickelt gewesen. Der Berliner „Time s"- Korrcspondent schreibt, daß die Begnadigung der Beuthener Verurteilten nicht als Schwäche ausgelegt werden würde, da sich die Regierung fähig und guten Willens gezeigt habe, den Rationalsozialisten gegenüber eine feste Hand zu gebrauchen. Die Pariser Korrespondenten der englischen Blätter berichten einhellig über eine ruhigere Aus- Präsidenten ausübt. Er wird auch in Zukunft allgemeine Anweisungen geben, wie die Verwaltung geführt werden soll, soll sich aber nicht in d i e lausenden Geschäfte einmischen, damit seine Aufsichtsstellung als Beauftragter des Staatsministeriums nicht beeinträchtigt wird. Daraus ergibt sich schon, daß das Schwergewicht der allgemeinen Landessser- to a 11 u n g in d i eR eg i e r u n g s prä s i d i e n verleg t wird. Diese Entlastung der Oberpräsi- dcnten hat auch den Sinn, ihnen die Möglichkeit offenzuhalten, daß sie nach einer späteren Reichsreform auch als „Reichsoberpräsidenten" fungieren können, also aufnahmefähig genug sind, die daraus entstehende Mehrarbeit zu übernehmen. Bei der jetzigen Reuregelung ergibt sich übrigens auch aus der Stellung des Oberpräsidenten von selbst, daß er in der Lage ist, bei Gefahr im Verzüge die erforderlichen Anordnungen zu treffen. 2. Das Verhältnis des Landrates zu den übrigen Kreisbehörden. Das Prinzip ist hier eine Verstärkung der Stellung des Landrates gegenüber den Fachbeamten. So wird z.B. der Kreisschulrat, der bisher dem Regierungspräsidenten untersteht, jetzt eine stärkere Anlehnung an den Landrat erfahren. Die Provinzialschulkollegien werden in das Oberpräsidium eingebaut, das in Zukunft die Entscheidungen trifft, so daß also in Zukunft auch die sogenannte Kollegialität s- entscheidung bei dieser Behörde in Wegfall kommt. In dem sonstigen Teil der Verordnung ist das Staatsministerium übrigens im wesentlichen dem Entwurf gefolgt, den Dr. Bracht ihm vorgelegt hat. lich kaum Berührungspunkte hatten, einst die ge- meinsame Opposition gegen das Bismarckreich war, und daß doch vor nicht sehr langer Zeit Herr von Papen selber die gemeinsame Front von Nationalsozialisten und Zentrum für wünschenswert und möglich gehalten haben muß. Ohne diese Möglichkeit hätte seinem Auftrag, die Heranführung der na- tionalsozialistischen Bewegung an den Staat, jede Unterlage gefehlt. Wie weit nun indessen die offenbar auf eine Koalition abzielenden Verhandlungen beider Parteien ein Ergebnis haben werden, das sich nicht nur im Negativen, nämlich in der Opposition zu dem Präsidialkabinet erschöpft, das steht natürlich auf einem anderen Blatt. Solange der Reichspräsident den Eindruck hat, daß die Spannungen zwischen beiden nur äußerlich verkleistert sind und eine Koalition keine tragfähige Grundlage für die Durchführung der großen politischen und wirtschaftlichen Reformen bildet, wird das Damoklesschwert des Auflösungsdekrets über diesem Reichstag schweben. Es muß also das Bestreben der beiden Parteien fein, dem Reichspräsidenten den Nachweis zu erbringen, daß der Reichstag eine arbeitswillige und arbeitsfähige Mehrheit besitzt. Daß das taktische Zu- sammengehen bei ber Wahl des Reichstagspräsidiums, so erfreulich auch diese reibungslose Konstituierung des Parlaments auch war, dazu nicht ausreicht, liegt auf der Hand. Die beiden Parteien müßten sich also schon über ein sachliches Aktionsprogramm einigen, das auch die wesentlichen Teile des inzwischen in Kraft tretenden Notverordnungswerks enthielte, auf die der Reichspräsident schwerlich verzichten wird. Ob es dazu kommen wird, wird sich in den nächsten Tagen entscheiden müssen, denn wenn auch bei der Vertagung des Reichstags auf unbestimmte Zeit der Wiederzusammentritt in der Hand des Reichstagspräsidenten Göring liegt, so hat die Reichsregierung doch vermutlich starkes Interesse an einer baldigen Klärung der Lage uni) auch Mittel in der Hand, sie zu erzwingen. Vie! Zeit bleibt also den Parteien nicht mehr. Die gemeinsame Erklärung, die beide über den Staab ihrer Verhandlungen der Oeffentlichkeit übergeben haben gibt in ihrer vorsichtigen Formulierung schon gewisse Anhaltspunkte, auf welcher Grundlage btt Einigung gesucht wirb und mit welchen Argumenten man dem Reichspräsidenten den Wunsch nach einem Regierungswechsel plausibel machen möchte. Bis dahin scheint heute aber noch ein weiter Weg« Oie neueVerwaltungsresorm für Preußen verabschiedet. Oaer Verhältnis von Oberpräsidien und Regierungspräsidien. fassung des deutschen Schrittes in der Wehrfrage. Times weist darauf hin. daß die Frage, welche Schritte Deutschland unternehmen werde, wenn sein Anspruch auf Gleichberechtigung abgelehnt werden sollte, von keinem geringeren als General von Schleicher bereits beantwortet worden sei. Das englisch« Kabinett wird, wie Daily Mail ankündigen zu können glaubt, so bald wie möglich in einer Sitzung die internationale Lage erörtern, die sich aus Deutschlands Forderung auf Gleichberechtigung in der Rüstungsfrage ergeben habe. Die britische Regierung hoffe, dah Deutschland und Frankreich das Problem selbst lösen können. England werde erst eingreifen, wenn die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern eine Vermittlung wünschenswert erscheinen lasse. Amerika befriedigt. Washington. 2.Sept. (WTB.) Der amerikanische Botschafter in Paris drahtete dem Staatsdepartement, dah die französische Regierung ihm eine Abschrift der Aufzeichnung über den deutschen Standpunkt in Sachen der Gleichberechtigung in Rüstungsfragen übergeben habe, die er brieflich nach Washington senden werde. 3m Staatsdepartement hat man von den Berliner Klarstellungen des wahren Sachverhalts mit3nteresseKennt- nis genommen und seiner Befriedigung insbesondere darüber Ausdruck gegeben, dah die Reichsregierung keine Aufrüstung plane, sondern im Bm^handlungswege die Gleichberechtigung erstrebe. 3n diesem Zusammenhang« wurde darauf hingewiesen, dah der Botschafter Gib son, als er als Vertreter Amerikas im Rovember 1930 in der Vorbereitenden Abrüstungskommission für den Artikel 53 der Konvention stimmte, der den Status quo der relativen Rüstungen festlegt, deutlich betonte, dah dies sich, soweit Amerika in Frage komme, nur au f die Washingtoner und Londoner Flottenverträge beziehe, dah Amerika jedoch zu den Versailler Bestimmungen in keiner Weise Stellung nehme. Einigung in Preußen? Beschränkung auf vier Ministerien unter einem neutralen Ministerpräsidenten. Berlin, 3. 5epL (C71B.) wie Berliner Links- blätter wissen wollen, sollen die Verhandlungen um die Bildung des neuen preußischen Kabinetts bereits nahe vor der Vollendung stehen. An Einzelheiten wird mitgeteilt, es sei beabsichtigt, an die Spitze des Kabinetts als Ministerpräsidenten eine Persönlichkeit zu nehmen, die nicht aus den Wahlen zum preußischen Landtag hervorgegangen ist. hierbei werde an Männer gedacht, wie etwa den schon früher genannten Leipziger Oberbürget- tneifter Goerdeler oder Br. Bracht, weiter heißt es: Statt der bisherigen sieben Minister soll das Kabinett in Zukunft nur noch vier Mini st e r haben. Der Ministerpräsident würde etwa zu gleicher Zeit Finanzminister werden. Lin Jia- tionalsozialist würde vermutlich das 2Hi- nisterium des Innern und das des Unterrichts übernehmen, welches zudem m i t dem Justizministerium verbunden werden solle. Bem Zentrum würde, wie es weiter heißt, ein wirtschaftliches Ministerium zufallen, in welchem alsdann die Aufgabenkreise der Landwirtschaft, des Handels und der v o l k s w o h l f a h r t zusammenzufassen wären. 3m Zusammenhang mit dieser Kombination wird der bisherige Wohlfahrtsminister h i r t f i e - fer genannt Forderungen des OHV. Der Deutschnationale handlungsgehilfen-Verband hat dein neuen Reichstag in einer Eingabe die Wünsche und Forderungen der christlich-nationalen Kaufmannsgehilfen unterbreitet. Zur Behebung der Massenarbeitslosigkeit unter den Kaufmannsgehilfen werden insbesondere Maßnahmen gegen die Doppelverdiener und die Arbeitszeitüberschreitungen gefordert. Wichtigstes innerdeutsches Mittel zur Erleichterung des Arbeitsmarktes sei die Ertragsfähigkeit der deutschen Agrarwirtschaft. Voraussetzung dafür sei die Steigerung und Erhaltung der Kaufkraft der Arbeitnehmer, der wichtigsten Verbrauchergruppe. Der DHD. warnt deshalb die Regierung vor weiterem Lohn- und Gehaltsabbau, der jede Agrarpolitik illusorisch mache. Die Aufhebung der Bestimmung der letzten Notverordnung wird verlangt, die die Verwendung von Beiträgen zur Arbeitslosenhilfe für andere Zweige der Arbeitslosenhilfe zuläßt, und der Entwurf eines Arbeitslosenversicherungsgesetzes gewünscht, das die Errichtung von Ersatzkassen ermöglicht. Bei der in Aussicht gestellten Reform der Sozialversicherung soll die verantwortliche Durchführung der Selbstverwaltung übertragen werden. Gemeinsame Träger dieser Selbstverwaltung sollen die unabhängigen Organisationen der Arbeitgeber und Arbeitnehmer sein. HeichStagSpräsident Göring stellt sich seinen Beamten vor. Berlin, 2.€>cbt. (TU.) Reichstagspräsident Göring, hat sich jetzt den Beamten. Angestellten und Arbeitern des Reichstags vorstellen las- lassen. Der Direktor beim Reichstag. Geheimrat Galle versicherte dem neuen Präsidenten, daß die Beamten und Angestellten sowie die Arbeiter des Reichstags ungeachtet ihrer politischen Einstellung stets pflichtgetreu ihren Dienst verrichtet hätten und dah das auch in Zukunft so bleiben werde. Reichstagspräsident Goering hob in seiner Ansprache hervor, er kenne nicht Unterschiede gesellschaftlicher Schichtung, sondern kenne nur die Volksgemeinschaft. Er verlange von den Beamten und sonstigen Mitarbeitern im Reichstag äußerste Pflichterfüllung, Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen, was allein einen einheitlichen Deamtenkörper verbürge. Er werde streng das Leistungsprin- ä i p beachten. Ueber allem solle die Gerechtigkeit stehen, gepaart mit Wohlwollen. Er würde bemüht sein, über den Dienst hinaus ein persönliches Verhältnis zu den Beamten, Angestellten und Arbeitern zu finden. Seine Türen ständen jedem offen. SondergerichtSurteil in Liegnih. Liegnitz, 2. Sept. (WTB.) Das Liegniher Sondergericht verurteilte den Russen Wassi- liess B a r a n o f f, der in der Rächt zum 7. August auf das SA.-Heim in Dunz- l a u mehrere Schüsse abgegeben hatte, und kurz darauf auf zwei SA.-Männer geschossen und einen in den Hals getroffen hatte, wegen Totschlagsversuches, Begehung von Gewalttaten mit Waffen und unbefugter Waffenführung zu acht 3ahren Zuchthaus und acht Jahren Ehrenrechtsverlust. Das Gericht hat angenommen, dah die Zeugen den Angeklagten, der die Tat bestreitet, zuverlässig wiedererkannt haben. Es wurde aber nicht Mord-, sondern Totschlagsversuch angenommen, da dem Angeklagten Ueberlegung nicht zu beweisen sei. Die Person des Angeklagten gab, wie es in der Urteilsbegründung weiter heißt, zu besonderer Milde keinen Anlah. Paraguay lehnt den Waffenstillstandsvorschlag ab. Paris, 2. Sept. (WTB.) Havas berichtet aus Asuncion, die paraguayische Regierung habe den Vorschlag der Neutralen, einen SOtägigen Waffenstillstand abzuschließen, nicht angenom; men, mit der Begründung, daß Bolivien ihn dazu benutzen würde, seine militärische Lage zu verbessern. Paraguay widersetze sich nicht einem Waffenstillstand, sobald d i e tatsächliche Sicherheit erzielt sei. Diese dürfe aber nicht von diplomatischen Zufälligkeiten und Verhandlungen abhängen, die jeden Augenblick trotz dem guten Willen der Neutralen abgebrochen werden könnten. Aus aller Wett. Keine Merke revolutionärer Künstler auf der Großen Berliner Kunstausstellung. An der Großen Berliner Kunstaus-i ft € l Lu n g 1932, die Anfang September im Schloß I i Belloue eröffnet wird, wollte sich auch der Bund I revolutionärer bildender Künstler mit einer größeren Anzahl von Ausstellungsstücken beteiligen. Eigentümer des Schlosses Belloue ist der Preußische Staat. Auf Grund des mit der Ausstellungsleitung geschloffenen Mietsvertrages steht dem Grundstückseigentümer das Recht zu, die Entfernung solcher Ausstellungsgegenstände zu verlangen, die in irgendeiner Beziehung Anstoß erregen könnten. Von diesem Recht hat der Preußische Staat nunmehr Gebrauch gemacht und nach einer Dorbesichtigung durch die Bau- und Finanzdirektion im Einvernehmen mit der Polizei etwa 4 0 Bilder von Angehörigen des Bundes revolutionärer Künstler zur Ausstellung nicht zugelassen, weil die Bilder eindeutig linksradikale Propaganda darstellten. Die Aufforderung zur Entfernung der beanstandeten Bilder hat der Bund revolutionärer bildender Künstler damit beantwortet, daß er auch die übrigen Werke seiner Mitglieder von der Ausstellung zurückgezogen hat. Der Bund wird also auf der Großen Berliner Kunstausstellung nicht vertreten fein. Unwetter und Erdstöße in Bosnien. Wie aus Serajewo (Bosnien) berichtet wird, ist über den östlichen Bezirken von Bosnien ein schweres Unwetter niedergegangen. Während des Sturmes und des Regens erfolgten zwei starke Erdstöße. Dächer stürzten zusammen, Fensterscheiben gingen in Trümmer. Rach den bisher vorliegenden Berichten hat das Erdbeben in Turje (Bezirk Bihac) drei Todesopfer gefordert. Unter den Trümmern eines Hauses wurden vier Mädchen begraben, von denen drei nur als Leichen geborgen werden konnten, während die vierte schwer verletzt ist. Serajewo selbst wurde von einem Wolkenbruch überflutet. Auf der Drinabrücke in der Gegend von Disegrad wurde ein Personenzug von beiden Seiten abgeschnitten und konnte meh^ rere Stunden lang nicht von der Stelle. Auch in der Gegend von Priboj wurde die Bahnstrecke > mehrere hundert Meter weit verschüttet, so I daß der Zugverkehr eingestellt werden mußte. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 3. September 1932. Mehr Ermunterung! Von Reinhold Braun. Ein Mensch erzählt: Seit einer Reihe von 3ahren schaffe ich an einem bedeutsamen Werke mit. Vor einigen Monaten erfuhr ist von dem leitenden Manne das erste ermunternde Wort über meine Arbeit. Dieser vortreffliche Mann gehört zu der Schar derer, denen das Ermuntern nicht liegt. Er stellt an sich die höchsten Anforderungen und ist ein Vorbild der Treue und des zähen Wesens in allem, das er im Bereiche unseres Werkes tut, aber auch in dem, wie er zu Menschen steht, die er als zuverlässig und von Wert erkannte. Manche Lebenshilfe erfuhr ich von ihm. So verdanke ich ihm die erste, hilfreiche Tat zur Erlangung meiner kleinen Scholle, aus der mir eine Fülle von tiefen Freuden erwächst. So war mir seine stille, stetige Freundschaft, das Tun aus seiner edlen Gesinnung die beste Ermunterung für mein Mitschafsen an dem Werke. Von ihm lernte ich, dah Ermunterung durch die Tat, die Gesinnung, das Beispiel das Höchste irn Leben bleibt und bleiben muh. Und dennoch: es hat Zeiten gegeben, da mir ein ermunterndes Wort wohlgetan, ein herzliches Bejahen meines Tuns durch ihn mir manche Zweiselsstunde erspart hätte. Gewiß, Ermunterung durch die Tat, das Vorbild soll das Höchste bleiben: Aber ein gutes Wort dann und wann gehört auch dazu, wenn man freudig schaffen soll. Das ist die rechte Ermunterung, darin beide Hand in Hand miteinander gehen: dieTatunddas Wort! Darum spürte ich es doppelt schmerzlich, wenn dann bei einem belanglosen Versehen meinerseits oder bei einem Auseinandergehen der Ansichten die Kühle des stummen Berichtigens oder Anders-Tuns eintrat. So erzählte der Mensch.--- 3ch aber meine, und du meinst es auch: Er hat recht gesprochen und empfunden. — — — Ermunterung, Freunde! Ach, sie tut so bitter not! Laßt Tat und Wort zusammenklingen, daheim und überall! Es gibt Menschen, die bedürfen der Ermunterung wie die Pflanze der Sonne, oder des himmlischen Rasses. Es ist zuviel Lebensdürre unter uns, zu wenig Melodie von Mensch zu Mensch ... Ermuntert einander mehr! Ein Stahlhelm Kameradschastsheim in Gießen. Die Gießener Ortsgruppe des Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, hat sich in den letzten Wochen auf dem Grundstück Ecke Moltkestrahe/Kaiserallee, in dem Gebäude der früheren Bockschen Zigarrenfabrik, durch die uneigennützig« Arbeit von Stahlhelm-Kameraden ein Kameradschaftsheim geschaffen, das künftighin als Mittelpunkt der gesamten Arbeit des Stahlhelm in Stadt und Kreis Gießen dienen soll. Zur Herrichtung des Heimes waren zunächst umfangreiche Aufräumungsarbeiten im Inneren des Gebäudes vom Keller bis zum Boden erforderlich. In zäher, zielbewußter und opferfreudiger Tätigkeit der Stahlhelmkameraden wurde die Aufgabe soweit schon gelöst, daß in Kürze das Heim in allen Teilen seiner Bestimmung übergeben werden kann. Im Parterre hat man einen schönen, etwa 300 Personen fassenden Versammlungssaal geschaffen, der für Vorträge. Schulungsarbeiten und kameradschaftliche Geselligkeitsabende dienen soll. Der Saal, der durch hochherzige Unterstützung des Drauereibesitzers I h r i n g - Lich mit Tischen und Stühlen, sowie mit einem schmucken Büfett ausgestattet und ferner durch uneigennützige Spenden von Kameraden und Gießener Handwerksmeistern mit einer guten Beleuchtungsanlage versehen ist, m«cht auf den Besucher einen sehr günstigen Eindruck. 3m ersten Obergeschoß sind Räum« für den 3ungstahlhelrn, für den Scharnhorst-Bund, den Bund Königin Luise, ferner Geschäftszimmer für die Kreisleitung und die Ortsgruppen lei tung, Lese- und Unterhaltungszimmer, Konferenzzimmer usw. geschaffen. Das zweit« Obergeschoß enthält Uebernachtungs- räume, in denen Stahlhelm-Kameraden von auswärts beim Passieren unserer Stadt kostenlos untergebracht werden sollen. Sämtliche Räum« hat man in schlichter und zweckentsbrechender, aber doch gefälliger Weise hergerichtet, so daß sie zweifellos allgemeine Anerkennung finden dürften. 3nsgesarnt enthält das Heim, ohne den Saal und die Küche, 14 Räume. Mit der Einweihung dieser Stahlhelm-Heimstatt dürfte wohl noch im Laufe dieses Monats zu rechnen sein. Rach dem Abschluß aller Arbeiten und der Heber gäbe des Heims an die Ortsgruppe wird man über weitere Einzelheiten dieses kameradschaftlichen Werkes noch näher berichten können. Straßenbahn-ErweiterungnachWieseck Die Erweiterung des Straßenbahnnetzes vom Wiefecker Weg, Ecke Marburger Straße, bts nach Wieseck an die Gemarkungsgrenze der Stadt Gießen, unmittelbar vor den ersten Häusern Wiefecks, wird Mitte September in Angriff genommen werden. Man rechnet damit, daß die erweiterte Linie ab Mitte Oktober in Betrieb fein wird. Lernt Einheitskurzschrist! Der Kurzschriftverein von 18 61 eröffnet am nächsten Montag, 12. September, um 19 Uhr, in der Goetheschule, Westanlage 43, wieder einen Anfängerlehrgang in der deutschen Einheitskurzschrift unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Kurzschrift. Gleichzeitig, beginnen noch weitere 7 Kurse, in denen die Teilnehmer bis zur Höchstleistung gefördert werden. Daß man — so wird uns geschrieben — in dem Kurzschriftoerein von 1861 bemüht ist, tüchtige Stenographen heranzubilden, beweist die Tatsache, daß bei der letzten Handelskammerprüfung sich nicht weniger als 12 Mitglieder des Vereins mit Erfolg beteiligen konnten, davon 11 mit der Note „Sehr gut" bzw. „Gut". Die Hauptprüfung bei 150 Silben haben bestanden: Karl Kühn, Maria Derzbach, Lina Hucke, Ernst Eckhardt, Wilhelm Paulus, Gertrud Müller und Otto Wack, die Vorprüfung bei 120 Silben: Emil Jost, Wilhelm Brückmann, Wilhelm Honig, Anneliese Rühl und Hans Werner. Bei den Bezirks- und Verbandswettschreiben konnten von Mitgliedern sogar Höchstleistungen bis zu 300 .Silben gezeigt werden. Die I. Reichskurzschrift - Gesellschaft Gießen geginnt am nächsten Dienstag, 13. September, in der Pestalozzischule, Nordanlage 18, für Damen und Herren einen Anfänger-Lehrgang in der deutschen Einheitskurzschrift unter Leitung eines staatlich geprüften Lehrers der Stenographie. Die Kurzschrift ist aber nicht, von heute auf morgen zu erlernen, wie viele immer noch glauben; nur dauernde Hebung führt zu ihrer völligen Beherrschung. Der Verein gibt daher in feinen ebenfalls neu beginnenden Fortbildungs-, Redeschrift-, Praktiker- und Diktatkursen für alle Geschwindigkeiten zur weiteren Ausbildung reichlich Gelegenheit. Interessenten seien auf die Anzeigen der beiden Vereine besonders hingewiesen. Gießener Wochenrnarktpreise. * Gießen, 3. S«pt. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt: Süßrahmbutter 130 bis 140 Pfennig das Pfund, Landbutter 130, Kochbutter 100, Matte 25 bis 30, Wirsing 6 bis 8, Weißkraut 5 bis 6, Rotkraut 7 bis 8, Gelbe Rüben, Rote Rüben und Römischkohl je 8, Spinat 20, Bohnen (grün und gelb) 15 bis 20, älnter-Kohlrabi 5 bis 6, Tomaten 8 bis 10, Zwiebeln 10, Kürbis 5 bis 6, Pilze 20 bis 25, Kartoffeln 3 (Zentner 3 Mk.), Frühapfel 15 bis 30, Falläpfel 5 bis 6, Dirnen 15 bis 25, Dörrobst 30 bis 35, Zwetschen 20, Mirabellen 25 bis 30, Reineclauden 20, Pfirsiche 30 bis 50, Brombeeren 20 bis 25, Preißelbeeren 25 bis 35, Honig 40 bis 45, Suppenhühner 60 bis 80, junge Hähne 80 bis 90; Käse, 5 bis 10 Pfennig das Stück, Tauben 50 bis 70, Eier 9, Blumenkohl 30 bis 60, Salat 8 bis 10, Salatgurken 10 bis 20, Einmachgurken 2 bis 3, Endivien 10 bis 12, Ober-Kohlrabi 5 bis 8, Lauch 5 bis 10, Rettich 10 bis 12, Sellerie 10 bis 25; Radieschen, 8 bis 10 Pfennig das Bündel. Bornotizen. — Tageskalender für Samstag: Os- waldsgarten, 15.30 und 20 Uhr, Zirkus-Vorstellung. — Gießener Tennisklubplätze, 3. Gießener Bezirks- Tennisturnier. — Artillerie-Verein, 20.30 Uhr, "Hess. Hof", Monateversammlung. — Geflügel- und Vogelzuchtoerein, 20.30 Uhr „Pfälzer Hof", Mo- natsoersammlung. — 1. Reichskurzschrist-Gesell- schäft, 20.30 Uhr, „Stadt Lich", Dereinsabend. — Tageskalender für Sonntag: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, 11 Uhr, einmaliges Gastspiel Bernard Ettö und fein Orchester; ab 15 Uhr „Schanghai-Expreß". — Dsmalbsgarten, 15.30 und 20 Uhr, Zirkus-Vorstellung. — Rennen um den Städte-Achter auf der Lahn, 17 Uhr. — Schützenhaus, 16 Uhr, großes Militärkonzert. — Kriegerverein Gießen, 15.30 Uhr, Philosophenwald, Sommerfest. — Gießener Tennisplätze, 3. Gießener Bezirks-Tennisturnier. — Kraftpost-Gesellfchaftsfahrt durch den Taunus, Abfahrt 8 Uhr, Hauptpost. — Gewerkschaft deutscher Lokomotivführer, 15 Uhr, Familienausflug nach der Karlsruh. — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: „Max und Moritz" kommen am Mittwoch, 7. September, ins Stadttheater Gießen; sie reifen nicht allein, sondern in Begleitung von Fritz, Witwe Bolte, Lehrer Lämpel, Schneider Böck und anderer mehr. Um allen Gelegenheit zu geben, diese überaus lustige Vorstellung anzusehen, hat die Intendanz kleine Preise angesetzt. (Siehe heutige An- zeige.) — Gastspiel Bernard S116. 3m Lichtspielhaus. Bahnhofstraße, wird am morgigen Sonntagvormittag der bekannte Künstler Bernard Ette mit seinen^Sinfonikern ein Gastspiel geben und feinen Zuhörern zwei anregende Stunden bieten. Für die Matinee ist ein abwechslungs-, reiches Programm vorgesehen. Die zur Aufführung gelangenden Stücke find, so schreibt man uns. nach seinen 3deen ausschließlich für ihn arrangiert. Das Orchester wird Musik der alten und der neuen Schule zum Vortrag bringen und dadurch das Gastspiel besonders reizvoU gestalten. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Lichtbild-Vorträge für Frauen.- 3m Saale des Hotels „Prinz Earl", Seltersweg, finden am Mittwoch, 7. September, Lichtbildvorträge für Frauen und erwachsene Mädchen statt. Die Vorträge beginnen um 15.30 und 19.30 Uhr. Anhand von lehrreichen Raturaufnahmen bespricht die von ärztlicher Seite geschulte Rednerin wichtige Lebensfragen der Frau. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. • ** Stadttheater-Abonnement. Im heutigen Anzeigenteil lädt die Bürgermeisterei zum Abonnement im Stadttheater für die Spielzeit 1932/33 ein. Interessenten seien auf die Anzeige besonders hingewiesen. ** Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Uhr bei kleinen Eintrittspreisen geöffnet. ** Bundestag des Hessischen Sängerbundes. Der ordentliche Bundessängertag 1932 des Hess. Sängerbundes findet am 30. Oktober in Bad-Nauheim im Bühnensaal des Staatlichen Kurhauses statt. Der Bundesfängertag wird sich mit dem Bericht des Bundesvorsitzenden über die Tätigkeit des Bundes im abgelaufenen Geschäftsjahr, dem > Arbeitsprogramm für das neue Geschäftsjahr und den üblichen geschäftlichen Angelegenheiten befassen. ** Härten beim Gepäcktarif. Dem Gepäcktarif der Reichsbahn lieg ein von 10 zu 10 kg gestaffelter Tarifsatz zugrunde. Diese Regelung trägt den besonderen Verhältnissen der reisenden Kaufleute, die vielfach Koffer aufgeben, die den durch 10 teilbaren Gewichtssatz nur um ein Geringes überfteigen, leider in feiner Weise Rechnung. Der Verband reisender Kaufleute Deutschlands hat deshalb auf Grund verschiedener ihm zugegangener Beschwerden bei der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft (Hauptverwaltung) angeregt, dem Zuge der Zeit folgen!) die Sätze für Reisegepäck dadurch zu ermäßigen, daß an Stelle der bisher üblichen Auf- rundung von 10 zu 10 kg eine Zwischenstufe von jeweils 5 kg zur Einführung gelangt. Eine Berücksichtigung dieses Antrages würde ohne Zweifel auch von weiteren Kreisen der Eisenbahnbenutzer begrüßt werden. (Straffammer Gießen. • Gießen, 2. Sept. Ein 17jähriger Schuhmacherlehrling war von dem 3ugendschöffengericht Friedberg wegen Einbruchsdiebstahls zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt worden. Es war festgestellt, daß er und ein Freund verabredet hatten, bei dessen Onkel eine Kassette mit Geld zu stehlen, und dah sie diesen Plan auch zusammen durchgeführt hatten. Der Freund konnte nicht strafgerichtlich verfolgt werden, weil sein Onkel den erforderlichen Strafantrag nicht stellte. Die gegen den Angeklagten ausgesprochene Strafe erschien der Staatsanwaltschaft nach den besonderen Umständen des Falles zu hoch, und sie legte deshalb zugunsten des Verurteilten Berufung «in. Die Strakamfmer ermäßigte dann auch die Straf« auf zwei Wochen Gefängnis. Sin herumziehender Arbeiter war des Sittlichkeitsverbrechens angeklagt. Er wurde zu einem 3a hr Gefängnis verurteilt. Trotz seines Leugnens hielt ihn das Gericht für überführt, sich im 3uni in Laubach an einem kleinen Mädchen vergangen zu haben. Furchtbares Motorradunglück. WSR. Frankfurt a. M., 2. Sept. Gestern gegen Mitternacht ereignete sich auf der Forst- Hausstraße ein furchtbarer Ünglücksfall. Der Schreiner Wilhelm Pohl fuhr mit seinem Motorrad, auf dessen Soziussitz ein gewisser Kisselbach saß. aus noch nicht geklärter Ursache mit voller Wucht gegen einen Drückwagen, wobei die Deichsel Pohl völlig durchbohrte und auch dem hinter ihm sitzenden Kisselbach in den Leib drang. Die Verletzungen der beiden sind so schwer, dah sie kaum mit dem Leben davonkommen dürften. Wettervoraussage Das umfangreiche 3slandti«f wandert weiter nach Skandinavien. Dabei bleibt aber an seiner Sübfelte di« Westluftzufuhr erhalten, so dah sich unser Wetter weiterhin wechselhaft gestaltet. Da an der Rückseite der Störung von 3sland her kühle Luftmassen südwärts fliehen, werden die Temperaturen im allgemeinen etwas zurückgehen. Reben wechselhafter Bewölkung, wobei sich der Himmel auch zeitweise aufheitert, treten ab und AU noch Regenschauer auf. Aussichten fürSonntag: Wechselnd bewölkt mit vorübergehender Aufheiterung, etwas kühler und einzelne Regenschauer. Aussichten für Montag: Roch kein beständiges Wetter. Lufttemperaturen am 2. September: mittags 15,4 Grad Celsius, abends 17 Grad; am 3. September: morgens 18,4 Grad. Maximum 18,6 Grad, Minimum 9 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 2. September: abends 16,8 Grad; am 3. September: morgens 17 Grad Celsius. — Niederschläge 4,6 mm. Man sah erstklassiges Hockehfpiel. DoS Können I ponist Edvard Grieg auf Xrolbfriugcn bei Bergen der Gäste übertraf alle Erwartungen. Ganz be- gestorben. — 1918: der Dichter Max Dauthendey sonders gefiel der Sturm. Das Glan'stück der in Malang auf Java gestorben. — 1928: der Mannschaft war das Innentrio. Hervorragend Schriftsteller Bruno Wille in Senftenau bei 2in- SJ.-fpori Mannschaft war das Innentrio. Hervorragend dau am Bodensee gestorben. Rundfunkprogramm Nachdruck txrboten Ohne Gewähr 260240 204764 76 Gewinn« ,u 1000 M. 72944 80439 81118 82898 98697 74018 76528 86798 92904 93520 98641 Gewinnrade verblieben: je 500000, 100 Schlußprämien zu Fuchsjagd! •G- KÖLN AfRH 147509 228672 273021 344348 388752 306802 388478 130691 177702 264076 281627 339499 350958 121870 188799 284443 383176 108350 201698 253739 286634 366708 FORD-FUCHSJAGD RUND IM REICHE 129906 170435 257209 273076 330891 349395 112218 188370 260411 379628 142453 225632 270973 329757 377621 118408 163785 183710 226727 258865 269107 286783 319536 339844 360281 384617 106632 133529 182214 205409 242245 262465 301424 307962 320309 351108 365630 384449 134862 219101 291012 394670 113169 147867 182664 205816 242328 269024 304022 308829 324043 353043 368933 387505 286821 360305 21119 61955 74115 82991 138573 139673 143825 236481 238084 246238 319895 324106 375328 765 16520 31811 38707 202490 267923 300079 343858 372020 167127 185480 232608 259368 277324 304813 327695 346233 363300 387107 199911 247621 285053 345168 113762 153621 199748 224238 247888 269849 304444 309774 334764 357212 371243 387960 115063 160696 201438 227634 252753 271422 307,564 314179 339513 359351 376251 390973 172708 212125 239785 265424 279553 313948 336200 356372 375386 398188 111702 206000 270750 308496 376226 100407 119191 169179 202677 237192 254448 272424 305896 315427 344518 363624 375469 118072 162840 177104 217658 247556 267180 285695 314634 338794 359104 375812 183339 264325 290419 342918 361403 177608 240678 284176 344667 389475 245375 268026 311933 347380 383889 246344 271794 320510 - 347616 390637 134144 386108 122718 164960 184512 228379 259188 271957 298195 326648 344017 363236 384656 187294 166698 84108 211359 261699 330142 Teilnahmebedingungen bei allen autorisierten fORD-Händleru^ 2 54 o 100813 131204 178102 203090 242109 260987 278166 307620 317044 348361 365618 379792 Im 168026 199756 236544 262826 279456 310811 332960 348599 371620 394181 Daten für Sonntag, 4. September. 1824: der Komponist Anton Bruckner in Ans- felden in Oberösterreich geboren. — 1853: der Afrikaforscher Hermann v. Wißrnann in Frank- furt a. d. O. geboren. — 1870: Proklamierung der dritten französischen Republik. — 1907: der Kom- winne zu je 75000, 2 zu je 50000, 10 zu je 25000, 38 zu je 10000, 136 zu je 5000, 260 zu je 8000, 752 zu je 2000, 1544 zu je 1000, 2676 zu je 500, 8094 zu je 400 M. und gewinnen vielleicht einen FORD-V-8! wo sich die dortige 1. Mannschaft und Burkhards- elden I. gegenüberstehen, sollte hart um die Punkte gerungen werden. In der 2. DezirkSklasse finden folgende Spiele statt: Das erste Gastspiel der Inder. Westdeutschland- Hockey-Elf mit 5:1 geschlagen. Indiens berühmte Rational-Hockey-Mannschaft eröffnete am Freitag ihre Deutschlandreisc mit einem Spiel gegen Westdeutschland in Essen. 2 Sevim,« 8U 200000 M. 219030 10 »ewinn« »u 10000 M. 17549 164709 Der neue große Wettbewerb für alle Freunde des Automobils ist jetzt im vollen Gonge. Uber 300 FORD- FOCHSE durchjagen ganz Deutschland. Auch Sie können einen dieser Füchse anhdlten und damit on der Verlosung zahlreicher Gewinne teilnehmen. 1. Preis; 1 FORD V-8, der neue 8 Zyi. 2. Preis: 1 FORD 1 Liter-Wagen, 2 Prämien zu je 8000, 2 ®e- 180 ®etninne >u 500 Heidenturm und 13 Uhr bei fchen Sänger- lessängeriag 1932 im 30. Oktober in il des Tiaollichen rtofl wird sich mit n über die Tätig. Aeschäftsfahr, dem > Gkfchäftsfahr und genheiten befassen, tarif. Dem @e* von 10 zu 10 kg ese Regelung trägt r reisenden Sauf- en, die den durch um ein Gerinnes je Rechnung. Der iftyanbä bot bes« jugegangener Bo sbaHn-GeMchast ’uge ber M fob dadurch zu «• tr üblichen Auf» Mchenfiust von ngt. eine %erüd- ohne Zweifel auch Benutzer begrüßt s * “V sK» >*■", I 1° S仓* SS hr. den i«rt. rbur«, Äss ***■ 3«1 si<6t. Ä r»9 6nn9en und reizvoll Anzei^ ^Lrauen,. 1' "elterswea. ;t-ßjitbilbbor« ■ statt. 1 und 19.3öjiS raufnahmen fei ' geschulte Red- von G. Donizetti. 22.10: Chinesische Kriegslhrik. 22.50: Funkstille. Jreitag, 9. September. 7.05 (Don Bad Bertrich): Frühkonzert. 11.30 bis 11.45: Werbevortrag der Deutschen Reichspostreklame. 12: Konzert auf Schallplatten. 13.30: Mittagskonzert. 17 (Aus dem St. Annasaal in Augsburg): Konzert des Konzert-Orchesters Augsburg. 18.25: »Mahnung erfolglos — also Zahlungsbefehl!", Dortrag von Dr. Hermann Schick. 18.50: Aerztevortrag: Blick in die ärztliche Werkstatt. 19.30: Dolksmusik. 20: Die Ribelungen, ein deutsches Trauerspiel von Friedrich Hebbel. 22.45 bis 24: Konzert des Rundfunkorchesters. Samstag, 10. September. 7.05: Frühkonzert. 10.10 bis 10.50: Europäische Rationalhymnen, von Kapellmeister Hans Rosbaud. 12 bis 13.15: Mittagskonzert des Rundfunkorchesters. 13.30 bis 14.30: Mittagskonzert. 15.30 bis 16.30: Stunde der Iugend. 17: Rachmittagskonzert des Rundfunkorchesters. 18.25: »Fragen der Arbeitsbeschaffung". Dortrag von Fritz Tarnow, Berlin. 18.50: »Bibliophilie", von Georg Michael Waldeck. 19.20: Die vier Rach- richter mit ihrem neuen Original-Kabarettpro- gramm. 20 (Don Wien): Bunter Abend. 22.20 bis 0.30: Rachtkonzert, gespielt vom Philharmonischen Orchester. Spielvereimgung 1900 Giehen. Jugcndspiele. 1900s AII-Iugend tritt gegen Lollars Junioren an und hat, auch wenn sie erstmalia vollständig austritt, eine schwere Aufgabe vor sich. Die 1900er werden sich anstrengen müssen, wenn '^ ehrenvoll abschneiden wollen. Die 6I-Iugendhat die etwa gleichstarke 6-Iugend von Wieseck zum Gegner. Ein hartnäckiger Kampf um die Punkte dürfte zu erwarten sein. Die 1- gegen die 1. Schüler des DfB. am Der Ausgang . des Spieles ist offen. Die Form der Mannhaften war bisher nicht sehr beständig. $he 2. ®$uIer zogen bisher immer das kuriere Ende Ob es gegen die Schüler von Klein-Linden anders fern wird, ist fraglich. Landball der Sp.-Dg. 1900. Der Reigen der Derbandsspiele wird kommenden Sonntag von 1900’8 2. Mannschaft eröffnet. Sie empfängt vormittags auf eigenem Platz die gleiche Elf des Polizeisportvereins Butzbach. Während sich die 1900er in erster Linie aus jüngere Kräfte stützen, sind in den Reihen der Polizisten einige erfahrene Kämpen zu finden. Man ist geneigt, den Gästen daher ein kleines Plus einzuräumen. Handball im Gau Hessen CD. T ) Zum zweiten Derbandsspiel erwartet der Tv. Großen-Dufeck den Tv. Lauterbach. Lauterbach stellt eine leistungsfähige Mannschaft ins Feld, auf deren Auftreten man allgemein gespannt ist. Großen-Buseck wird sich aber die Punkte nicht so leicht nehmen lassen. Handball im Lahn»Oünsberg»Gau. Die Fortsetzung der Meisterschaftsspiele bringt folgende Spiele: „ , Gaurlasse: Tv. Ahbach — Tv. Dorlar, Tv. Staufenberg — Tv. Lollar und Tv. Wieseck — Tv. Allendorf. Bezirksklasse, Bezirk 1: Tv. Wißmar — Tv. Rodheim und Ahbach — Tv. Garbenheim: Bezirk 2: Tv. Lollar II — Mainzlar. Tv. Allerts- Hausen — Tv. Kesselbach und Tv. Allendorf II — Tv. Ruttershausen: Bezirk 3: Tv. Beuern — Tv. Hausen und Burkhardsfelden — Ribach. Schüler: Ahbach — Garbenheim, Waldgir- mes I — Waldgirmes II, Rodheim — Wißmar, Londorf — Allendorf, Steinbach — Hausen. Arbeiter-Tum- und Gportbund. Am morgigen Sonntag sieht man im Kampf um die Punkte der Kreisktusse Gießens I. in Raunheim zu Gast. Der Kreismeister stellt zur Zeit wieder eine Mannschaft ins Feld, die gewohnt ist, auf eigenem Platze zu siegen. Da aber Gießen ebenfalls eine kampsgewohnte Elf zu nennen vermag, wird ein spannendes Spiel in Aussicht stehen. Die Gastgeber dürften trotzdem die Punkte erringen , Aus dem Platz von Wieseck stehen sich Wie- seck I. und Rieder-Florstadt I. gegenüber. Die Gäste stellen eine flinke, schuhfreudige Elf ins Feld, deren Stärke in einem guten Schlußtrio liegt. Menn Wieseck aus dem Spiele vom Vorsonntag die Lehren gezogen hat und sich der Sturm schuhe freudiger zeigt, liegt der Sieg auf Grund der besse- ren Xedjnif und des Platzvorteils durchaus tm Bereich der Möglichkeit. Heuchelheim I. ist beim Reuling Altenstadt zu Gast. Aus dieses Tressen ist man besonders gespannt, zumal Gießen dort zwei Punkte lassen mußte. Erbstadt I. ist in Rieder-Wöllstadt zu Gast. Hier dürften die Platzbesiher Sieger werden. In Der J. Bezirksklasse hat Gießen II. Wißmar 1. auf dem Trieb zum Gegner. Hier füllten die Platzbesiher sicherer Sieger sein. Wieseck II. ist in Daubringen zu Gast. Man erwartet em scharfes Treffen, das nur den Glücklicheren als Sieger sehen sollte. Kinzenbach 1. hat Oberndorf I. zum Gegner. Der Ausgang des Kampfes ist nicht vorherzusagen. Wetzlar T. ist in Rod- heim zu Gast und wird dort kaum einen Sieg erringen können. Allendorf a. d. Labn L empfangt Raunheim II. Ob es den Plahbesiheni gelingen wird, gegen die flinken Gäste einen Sieg her- auSzuholen. ist fraglich. _ Alsfeld I. hat Großen-Buseck I. zu Gast. Die Platzbesiher sind im Dorteil. In Grohen-Lmden, Sonntag, 4. September. 6.15 (Don Bremen): Hafenkonzert. 8.20: Stunde des Ehorgesangs. 9.30 (Don Essen): Hörbericht vom Festgottesdienst des Deutschen Katholikentages 1932 in Essen. 11.30 iDon Leipzig, Reichs- sendung): Kantate von Iohann Sebastian Dach. 12 (Don Miltenberg): Mittagskonzert. 13: OHit- tagskonzert. 14.10: Stunde des Landes. 15: Stunde der Iugend. 16: Konzert des Rundfunkorchesters. 18: »Das Kasseler Theater und seine Bedeutung für Stadt und Landschaft", Dortrag von Intendanten Edgar Klitsch. 18.25: Dreißig bunte Ml- nuten. 18.55: »Abschied vom Lederstrumpf", von Paul Laven: Hörbericht von der Meisterschaft von Deutschland im Kleinkaliberschießen. 19.30: Wiener Kammermusik-Trio mit Gitarre. 20.10: Eins zwei drei, ein Spiel in einem Akt von Franz Molnar. 21.10: Unterhaltungskonzert des Philharmonischen Orchesters Stuttgart. 23.30 bis 0.30: Rachtmusik. Montag, 5. September. 7.05 (Don Bad HerSfeld): Frühkonzert des Kurorchesters. 12: Unterhaltungskonzert des Württembergischen Tonkünstler-Orchesters. 13.30: Konzert des Orchesters des Westdeutschen Rundfunks. 17: Unterhaltungskonzert der Kapelle des Reuen Münchener Symphonieorchesters. 18.30: »Sinn und Unsinn des Theaters", Dortrag von Dr Wolf, Dresden. 18.50: Englischer Sprachunterricht. 19.30: DortragSstunde von Frida Richard. 20: Konzert. 22.45 bis 24: Tanzmusik. Dienstag, 6. September. 7.05 (Don Bad Oeynhausen): Frühkonzert der Kurkapelle. 12: Mittagskonzert des Rundfunkorchester-. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 15 20 bis 15.50: Hausfrauen-Rachmittag. 17 (Don Pforzheim): Rachmittagskonzert des Symphonre- Theaterorchesters Pforzheim. 18.52: »Der Abonnentenwerber", Dortrag von Fritz Schöner, Köln. 18.50 (Don Freiburg): »Zur Lehre von der Har- nwnie der Sphären, Vortrag von Dr. Edelmann. 1930: Deutsche Reden, Iakob Schaffner spricht. 20: Boccaccio. 22.45: Schwäbische Volkstänze und Lieder. 23.15 bis 24: Tanzmusik. Mittwoch, 7. September. 7.05 (Don Bad Oeynhausen): Frühkonzert der Kurkapelle. 9 bis 9.45: »Ich bin der Doktor Eisenbart", Dolksliedergeschichte von Kurt Findet en. 12: Unterhaltungskonzert. 13.30: Mittagskonzert. 15.15 bis 16.15: Stunde der Iugend. 17: Konzert. 18.25: »Land und Leute des beut- scheu Saargebietes", Dortrag von Ferdinand Garellh. 18.50: »Eine Reise im Lande der alten InkaS" Dortrag von I. Widmaher. 19.30 (Don Mannheim): Aus beliebten Opern. 20.20: Rieder» deutsche Anekdoten, erzählt von Walter Eberhard 20.30: Richard-Trunk-Liederstunde. 21: Kammermusik. 22: »Theater und Film: Untersuchung der darstellerischen Kräfte", Gespräch zwi» schen Intendanten Edgar Klitsch und Dr. Paul Laven. 22.45 bis 24: Rachtmusik. Donnerstag, 8. September. 7.05 (Don Bad Bertrich): Frühkonzert. 10.20 bis 10 50: »Aus dem Leben in Staat und Wirtschaft", »Sin Besuch in der schönsten Ordens- Ritterburg", Hörbericht aus: Marienburg 12: Konzert der Kapelle Ludwig Worthmuller. 13.30: Konzert auf Schallplatten. 15 bis 16: Stunde der Iugend. 17: Desperkonzert. 18 25: Stunde des Buches. 18.50: »An den Hofen indischer Fürsten", von Dr. Earl Wehner, Berlin. 19.30: Das große Marsch-Potpourri des Sudwestfunks 20.30: Der Liebestrank, komische Oper 4 S-oi.». m 10000 M. 47208 343283 6 ®1 Samstag, 3. September 1932 li tischen Kreisen will man von einer privaten Initiative des österreichischen Bundeskanzlers bei den Regierungen der Nachfolgestaaten in der Richtung eines einheitlichen Präseren-regimes im Donauraum wissen. Deutschland aber schweigt. Das österreichische Lausanne bedeutet — daran ist kein Zweifel — eine schwere Schlappe der grohdeuischen Arbeit hüben und drüben. Wir können aber und wollen es nicht glauben, daß die Tatsache der Volksdeutschen Verbundenheit vor dem politischen und wirtschaftlichen Opportunismus der Wiener Regierungsstellen unö der unverständlichen Passivität der maßgebenden reichsdeutschcn Organe auch weiterhin kapitulieren wird. Mit Hilfe eines österreichischen Parlaments, dessen Zusammensetzung längst nicht mehr dem Dolkswillen entspricht, und mit Hilfe einer Partei, die sich von der katholischen Schwesterpartei im Reich den Verrat des volksdeutschen Gedankenguts vorwerfen lassen müßte und die mit den letzten verzweifelten Mitteln eine Machtkonstellation zu retten versucht, konnte der Schandvertrag von Lausanne Wirklichkeit werden. Run heißt es, die Front der Anschlußfreunde und der Streiter für den volks- deutschenGedanken stärker und fester denn je zusammenzufügen zum Kampfe für Freiheit und Recht des geeinten Deutschland. Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesseu) Ur. 201 Zweites Blatt Handschellen für Oesterreich. Don Artur Kornhuber, Men. An demselben Tage, an dem Altbundeskanzler Dr. Schober zur ewigen Ruhe geleitet wurde, hat der österreichische R a t i o n a l r a t das Lausanner Anlciheprotokoll gegen den Einspruch des Bundesrates mit Veharrungs- beschluh endgültig verabschiedet. Die an tragischen Momenten überreiche Geschichte des jungen deutschösterreichischen Staates scheint auch dies so gewollt zu haben: nach der Rettung des um die parlamentarische Mehrheit ringenden Bundes- kanzlers Dr. Dollfuß durch den Tod Seipels vor knapp drei Wochen nun die Aufrichtung der französischen Hegemonie in der deutschen O st m a r k an der Bahre desjenigen Mannes, der das glühende Bekenntnis zu Groß- deutschland zur Maxime seines politischen Han- deins gemocht hatte, wie kein österreichischer Staatsmann der letzten 12 Jahre vor ihm. Frankreichs Rache für die Zollunion, die jetzt mit dem neuerlichen Anschluh- verzicht Oesterreichs für weitere zwan- ?ig Jahre in der politischen Präambel des Lau- anner Vertrages ihre Verwirklichung gefunden hat, erfährt so unter der Regie eines unerbittlichen höheren Schicksals eine tragische Rote: Schober ist nicht mehr, und mit ihm werden auch die Hoffnungen begraben, für absehbare Zeit eine mitteleuropäische Wirtschaftslösung durchzuschen, die Deutschlands und Oesterreichs organischer Verbundenheit Rechnung Wenn auch der Kampf um Lausanne noch nicht hundertprozentig für Dollfuß entschieden ist und als letzter Versuch von grohdeutscher Seite die Frage einer Volksabstimmung aufgeworfen werden dürfte, so ist doch schwerlich damit zu rechnen, daß sich an der gegenwärtigen Situation etwas ändert, und es erhebt sich daher die Frage nach dem: Was nun? für Oesterreich. Daß die Anleihe, wirtschaftlich gesehen, nur eineSchein- Hilfe bedeuten würde, daß nach Abzug des Hundert-Millionen-Kredits der Dank von England und des 90-Millionen-Borschusses der DIZ. der verbleibende Rest von 60 Millionen bestenfalls dazu hinreichen würde, für einige wenige Monate der Finanzschwierigkeiten Herr zu werden, und dies auch nur unter der im Lausanner Protokoll ausdrücklich ausgeschlossenen Voraussetzung, daß das bestehende Transsermoratorium weiter aufrechterhalten bleibt, ist bei früheren Gelegenheiten bereits zur Genüge dargelegt worden. Der Anleiheerlös würde nach der parlamentarischen Genehmigung der Beteiligung in denjenigen Staaten, deren Regierungen sich zur Uebernahme der einzelnen Tranchen entschlossen haben, frühestens im Oktober oder Rovember Oesterreich zur Verfügung gestellt werden können, und um die Jahreswende würde man in diesem Lande mit Sicherheit wieder vor der heutigen unhaltbaren Situation stehen. Der größte Schwindel, der nun also unter der Führung der „Reichspost" dem deutschen Volke in Oesterreich vorgemacht wird, ist die Begründung dieser Anleihe mit nationalen Rotwendig- keiten. Rational im besten Sinne des Wortes wäre die seit Jahr und Tag von allen einsichtigen Persönlichkeiten als einzige Rettung des Staates vor der Versklavung erkannte wirtschaftliche Selb st Hilfe gewesen. Lausanne dagegen bedeutet die Schaffung aller Voraussetzungen auf dem Wege zur mitteleuropäischen Wirtschaftslösung von Frankreichs Gnaden und die Regierung wirtschaftsorganischerVerbun- denheiten mit dem deutschen Mutte r l a n d e. Denn daß das österreichische Problem in seinem ständigen wirtschaftlichen Aus- blutungsprozeß gesehen werden muß, daß man mit der These der Lebensfähigkeit dieses Zwangsstaates nicht weitertommt und daß es auf die Dauer nicht angeht, das jährliche Passivum der ö st erreich i f chen Zahlungsbilanz in der Höhe von 300 bis 500 Millionen Schilling aus Anleihen zu decken, das haben seit den Tcrgen des Kampfes um die deutsch-österreichische Zollunion auch die Franzosen zur Genüge crtannt. Oesterreich müsse finanziell geholfen werden, schrieb vor einigen Wochen der vom Quai d'Orsay inspirierte „Temps", damit es nicht zusammenbreche, ehe der französische Donau-Plan verwirklicht werden könne, und der in diesen Tagen in Wien weilende französische radikalsozialistische Deputierte Andre Fribourg dürfte als Berichterstatter des Auswärtigen Ausschusses der Pariser Kammer für die mitteleuropäischen Fragen in seinen Unterhaltungen mit dem österreichischen Bundeskanzler keinen Zweifel darüber gelassen haben, in welcher Richtung die Absichten Frankreichs hinzielen. Aber nicht nur die französisch« Presse führt die üble Dertuschungstaktik der Wiener christlichsozialen Parteipresse gehörig ad absurdum, auch in der Schweiz mehren sich nun die kritischen Stimmen, die gegen eine Finanzhilfe für Oesterreich ohne gleichzeitige entsprechende Lösung seines Wirtschaftsproblems und ohne radikale Sanierung seiner staatlichen Finanzgebarung auftreten. Die redaktionelle Stellungnahme der „Reuen Zürcher Zeitung" in den letzten Tagen zur Frage der Schweizer Beteiligung an der Anleihe für Oesterreich läßt deutlich erkennen, daß sich auch hier immer stärkere Bedenken dagegen geltend machen, zugunsten eines „an Schwindsucht leidenden Oesterreich" notleidend gewordenen Anleihen neue Gelder nachzu- werfcn, so lange das organische Hebel nicht beseitigt ist. Was soll dies alles heißen? In der Rümmer 43 der klerikalen österreichischen Monatsschrift „Das neue Reich" hat ein bekannter Mann der österreichischen Christlichsozialen, der Chefredakteur des „Tiroler Anzeigers" Klotz, ganz offen ausgeführt, daß Oesterreich die neue Anleihe gegen die Verpflichtung zugesichert erhalten hat. seine Widerstände gegen den französischen Donauplan aufzug-ehen, und uns will scheinen, als wenn die deutsche Außenpolitik sich nun bald schwarz auf weiß die Bestätigung dafür wird holen können, daß in Lausanne und in Genf in der österreichischen Anleihefrage unverzeihliche Fehler begangen wurden. Man kennt den Artikel 9 des Lausanner Protokolls, der dem Völkerbundsrat das Recht gibt, in Zukunft mit Mehrheitsbeschluß, d. h. mit einer Mehrheit, die, wie die Dinge liegen, für lange Zeit immer eine französische Mehrheit sein wird, in der österreichischen Frage zu entscheiden, und man_ weiß, daß diese Bestimmung, wird sie nicht geändert, einzig und allein gegen De utschland oder gegen Italien gerichtet ist, gegen jene Staaten also, die aus politischen und wirtschaftlichen Gründen ein einheitliches Präferenzsystem der Donaustaaten ohne ihre Einbeziehung ablehnen müssen. Man hat aber bisher nicht gewußt, daß nicht im Genfer Protokoll-von 1922, sondern im besonderen Anleihevertrag von 1923, der zwischen Oesterreich und den Signatarstaaten der ersten Dölkerbundsanleihe abgeschlossen wurde, folgender Artikel enthalten ist: „Die österreichische Regierung ist mit Zustimmung der Treuhänder und des Kontrollkomitees berechtigt, jederzeit nach dem 1. Juni 1934 und dann wieder bei mindestens sechsmonatiger vorheriger Kündigung, wobei die Kündigungsfrist an einem Halbjahrstermin endigen muh, > an welchem die Zinsen fällig werden, die Gesamtheit der noch nicht eingelösten Anleiheabschnitte irgendwelcher Anleihetranchen, die in irgendeinem Lande begeben wurden, zurückzu- zahlen." Dieser Artikel, der bezeichnenderweise weder im Kampfe um die deutsch-österreichische Zollunion, noch in den letzten Wochen zur Kenntnis der Oeffentlichkeit gelangte, besagt also nichts weniger, als daß Oe st erreich das Recht hatte, schon am 1. Juni denRest der Anleihe von 1 9 22 zurückzuzahlen und sich damit auch ein- für allemal der politischen Verpflichtungen des ominösen Genfer Protokolls zu entledigen, die bekanntlich nicht nur als Anlchlußverzicht, sondern auch als Verbot einer rein wirtschaftlichen Einigung mit dem Deutschen Reiche vom Haager Gerichtshöfe ausgelegt wurden und den Fall der deutsch- österreichischen Zollunion zur Folge hatten. Hm so verständlicher wird jetzt die Geheimniskrämerei und Augenauswischerei, mit der Herr Dollfuß und die Seinen die Lausanner Handschellen für Oesterreich vorbereiteten, um so größer wird aber auch dersranzösischeSieg. der eine immerhin mögliche Ausrottung der deutsch-österreichischen Zollunion nach dem 1. Juni 1934 zuschanden macht. Am 5. September wird in Stresa unter dem Vorsitz des französischen Ministers a. D. George Donnet das von der Lausanner Konferenz eingesetzte Komitee für den wirtschaftlichen Wiederaufbau Mittel- und Osteuropas zusammentreten. Man wird abwarten müssen, ob die Regierung Dollfuß nun auch den Vorhang vor dem letzten Akte des österreichischen Trauerspiels hochgehen lassen wird: dem Eintritt dieses deutschen Staates in eine Donau- f öderation unter französischer Patronanz und unter Ausschaltung Deutschlands. Anzeichen hierfür sind vor- Händen: denn in Budapester wohlinformierten po- Die Jagd im September. Blauen wolkenloser Himmel wölbt sich nach kalter, tauiger Nacht über dem Stoppelfeld. Im Kartoffel- oder Rübenfeld hudert das Hühnervolk. Die Ketten sind beflogen, die Hühnerjagd geht auf, die im Niederwildreoier dem Weidwerk im September ihren Stempel aufdrückt. Der langersehnte Augenblick kam heran, wo der brave Hund, der seither meist zum Nichtstun verurteilt war, wieder Arbeit findet. In flotter Suche nimmt er das Feld, sein Nachziehen und Borstehen schenken seinem Herrn Bilder, die das Weidmannsauge erfreuen, nach sauberem Schuß bringt er das Huhn. Bei keiner Iagdart ist die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund so ausgeprägt, wie gerade bei der Hühnerjagd, die dadurch für viele Jäger erst ihren besonderen Reiz bekommt. Wenn der Schein nicht trügt, dürsten die Aussichten für die Hühnerstrecken nicht schlecht sein. Leider lassen die Art und das Ausmaß des Abschusses in manchen Revieren sehr zu wünschen übrig. Es entspricht alter Erfahrung in gut gehegten und deswegen auch meist gut besetzten Hühnerrevieren, daß die einzelnen Ketten nicht stärker als bis auf sieben bis acht Stück abgeschossen werden sollen. Der Winter nimmt sowieso noch seine Opfer weg, und der Rest ist als Paarhühner für das Folgejahr nötig, wenn der Be- fatz gut bleiben soll. Konnten früher mit den Hühnern zusammen ge- legentlich auch die eine ober andere Wachtel geschossen werden, so sei besonders darauf hingewiesen, daß die Wachtel jetzt in Hessen nicht mehr zu den jagdbaren Vögeln gehört und das ganze Jahr geschützt ist. Die veränderten Kulturformen der Landwirtschaft haben ihren Bestand derart dezimiert, daß es fast eine Seltenheit ist, wenn man am Sommermorgen noch einen Wachtelhahn schlagen hört, oder wenn im Herbst der Hund vor einer Wachtel steht. Die Jagd auf den Fasan geht in Preußen Ende September auf. Maßgebend sind dabei die Beschlüsse der einzelnen Bezirksausschüsse. In Hessen dagegen hat dieses schöne Wild noch während des ganzen Monats und währ?nd der ersten Hälfte des Oktobers Schonzeit. Es sei darauf besonders hingewiesen, da früher Hühner und Fasanen gleichzeitig gejagt werden konnten. Die Wildtauben treten in starken Flügen auf und dürfen geschossen werden. Auch Waldschnepfe und Bekassine tonnen vor dem Hund erlegt werden. Die Entenjagd bildet auf Seen und Flüssen eine besondere Weidmannsfreude. Während sich so im Niederwildrevier das Jagdjahr immer mehr der „Erntezeit" zuneigt, beginnt im Waldrevier die hohe Zeit des Königs der Wälder. „Zu Aegide (1. September) tritt der Hirsch in die Brunft", sagt ein alter Jägerspruch. Zwar ist diese noch nicht wirklich im Gange, aber schon rudctt sich das Wild zusammen und wandert allmählich den altgewohnten Brunftplätzen zu. Auch der starke Hirsch, der in der Feiste sprichwörtlich heimlich war und nur allein stand oder mit wenigen seinesgleichen seine Fährte zog, tritt zum Rudel. Wenn dann der Monat sich seinem Ende zuneigt, pflegen auch bei uns nach kalter Nacht die Hirsche schon zu melden, wenn auch die Brunst meist erst Anfang Oktober ihren Höhepunkt erreicht. Wem es vergönnt ist, als hirschgerechter Jäger noch auf den edlen Hirsch in der Brunftzeit in deutschen Wäldern zu weidwerken, dem winkt die Krone der deutschen Jagd. Im Damwildrevier stehen die Schaufler noch in der Feiste. Die Pürsch auf den starken Schaufler, in ihren Schwierigkeiten meist verkannt, stellt hohe Anforderungen an jagdliches Können und schafft deswegen auch besondere Jagdfreude. Das Schwarzwild sucht mit Vorliebe die Kar- toffelfelber auf. In vielen Feldrevieren wird ihm ohne nächtlichen Ansitz an den Feldern, wo es zu Schaden ging, nicht beizukommen fein. Die Brunft des R e h w i l d e s ging zu Ende. Der in dieser Zeit stark abgekommene Bock ist meist sehr heimlich und geht wenig um sich, um bann aber im September gewöhnlich Wechsel unb Zeit bes Austretens so regelmäßig einzuhalten, wie im Mai. Allerbings wirb ber Abschuß in ben meisten Re- vieren beenbigt fein. Gegen Gude des Monats verfärbt das Wild und legt feine graue Winterbecke an. Der Hase hat noch überall Schonzeit. Bei Ausübung ber Hühnerjagd werben in Rüben- ober Kar- toffelfetbern Junghäschen gefunben werben, deren Eltern oft schon dem ersten Satz dieses Jahres an- gehören. Der Dachs ist feist und lohnt nun schon die Jagd. Wenn er heute auch meist weitgehende Scho- nu'ng genießt, so dürfte sich in Niederjagdrevieren doch empfehlen, seine Zahl in gewissen Grenzen zu, halten. Dies gilt vor allem für Reviere, in denen man Fafanen hvchbringen will. Jrn Septenzber setzt in verstärktem Maße der Vogelzug ein. Es dürste sich empfehlen, daß sich die hessischen Jäger darüber klar sind, daß alle Raubvögel außer Habicht und Sperber den Schuh des Gesetzes genießen, das den Erleger mit empfindlichen Strafe bedroht. Hubertus. 0er Onyx. Don Lina Siaab. Ich muß von Kind an der Magie des Wortes verfallen gewesen fein. Erinnere ich mich doch einer fast krankhaften Liebe unb Abneigung, die mich beim Klang bestimmter Worte beglückte unb quälte schon aus jener Zeit, ba man nur die alltäglichsten Worte versteht unb nur wenig schöne und seltsame selbst zu eigen hat. Damals bildete ich mir unverständliche, mir aber wunderbare Silbenklänge, 'später waren es 'Blumennamen, die mich sonderbar gefangen nahmen unb ich erinnere mich, baß ich einige Blüten nur um ihres Namens willen liebte. Da war bie Clivia: das war eine schöne und sehr stolze Prinzessin. Rhododendron: das war ein König, der zaubern konnte. .. ■ Später waren es Namen von Städten, Fluffcn, Bergen, deren Klang mich glücklich machte und entrückte, auch Namen von Sternen und Sternbildern — wie merkwürdig waren mir bie Worte Arkturus, Kassiopeia — beschäftigten mich sehr. Als ich lesen konnte unb meine Ferien verlas und verträumte, verstärkte sich diese Leidenschaft noch. Jetzt begann ich auch das Wortbild zu lieben, besonders jene Worte mit seltenen Buchstaben. Am meisten Netzte ich das X unb P. Einmal las ich in einem Märchen von einem König, ber trug einen Zauberring mit einem Onyx. Ich konnte mir nichts darunter vorstellen, aber das Wort bewegte mich seltsam. Man konnte es rasch sprechen, dann war es eine lässig hingeworsene Gabe. Wenn man es langsam b-chute, war es eine dunkle Beschwörung. Es setzte sich in mir fest, ich muhte es zuletzt immer sprechen, wie von einer unbekannten Macht dazu aufgefordert, ich litt darunter, wie unter manchen Träumen, bie lange Zeil hin- burd) jebe Nacht wiedcrkamen. Bis ich die unver- ftanbenen Träume xunb bie innen gesprochenen Worte unter Lauterem, wenn auch Unwichtigerem verlor. Den Onyx sand ich nach langen, langen Jahren wieber, ober er fand mich. Das ist nie so ganz sicher. Ich fuhr zu einer Heinen Operation in eine anbere Stadt, die Gewißheit einiger Tage Schmerzen, aber auch Freiheit, Entflohenfein aus quälendem Gebundenfein an Uhr und Pflicht mit mir tragend. Das entschied meine Stimmung, bie gelöst und horchend und bereit war. Am Abend vor ber Operation ging ich selig und beschwingt auf ber Anhöhe über bem Fluß hin. Bäume blühten zart und silbern, die Luft war Streicheln und Liebkosung. Mit ben ersten Schatten stieg ich in die alte Stadt hinab, bejah, ohne eigentlich zu sehen, Schaufenster und tarn so zu einer Antiquitätenhandlung. Es ist eine meiner Leidenschaften, diese Läden zu durchstöbern, wo Wert und Unwert bunt sich stapelt und an jedem Stück doch etwas wie Schicksal haftet, weil jedes schon einmal in Beziehung stand zu einem Leben, das ins Dunkel glitt oder noch weiter im Tag steht. Ich besah mir alles im Fenster, in der Dämmerung war jedes Stück schön und geheim, nisvoll. Die alten Dinge wurden noch älter. Eine wunderschöne Brosche betrachtete ich immer wieder: ein ganz schmaler Goldreif, in ben ein feines Ornament graviert war. faßte einen großen schwarzen Stein, ber bunfel blitzte. In feiner Mitte saß, wieber rounberbar zierlich gefaßt, eine winzige Perle, beren Zartheit ben Stein noch schwärzer, magischer machte. Ich fragte in bem Laden nach der Brosche. Noch erinnere ich mich des wunderlichen, langanhaltenden Geläutes ber Labenglocke, das mir den Eintritt fast feierlich machte. Ich ließ mir die Brosche zeigen und als ich beim Preis etwas zögerte, sagte die Verkäuferin: „Ja, es ist auch ein echter Onyx." „Was ist es?" fragte ich erregt, weil mit einem Male das Wort mir verkörpert entgegentrat, als hätte es in der Stille und Vergessenheit in mir langsam Form gewonnen wie ein Kristall. „Ein Onyx." ,^Jch nehme die Brosche." Was tat es schon, daß sie viel zu teuer für mich war... Ich bezahlte ja gar keine Brosche, ich opferte dafür, daß ich einen Kindertraum wiedergefunden hatte. . In dem freundlich-unperfonlichen Zimmer Der Klinik legte ich meinen Onyx auf den Nachttisch wie einen Talisman. Der Morgen war wüst unb voll Schmerzen unb Quälereien, — aber als mich die Schwester bann in mein Zimmer trug, ba sah mich vom Nachttisch mein Onyx an wie ein fester, guter Blick Unb ehe ich mich ausstreckte, um meine Betäubung auszuschlafen, steckte ich mir den Onyx an das Nachthemd. Ich trug ihn in jeder Stunde dieser Tage in der Klinik bie ich zu den reichsten und schönsten meines Lebens zählen muß, die weit und voller Ereignisse waren wie ein langes Jahr. Ich wußte und weiß es noch heute, wenn auch viele lächeln mögen, daß dies alles kein Zufall war: daß, noch ehe ich mich von bem ersten, erlöfenben Schlaf in die Arme nehmen ließ, jemand, den ich sehr ersehnt hatte, mir roi'a Rosen auf die Decke legte, Rchen, deren sanfte Kühle ich immer noch in ben Händen fühle, wenn ich müde und elend bin, — daß ich m diesen Tagen von fernen Menschen Briese bekam, die ich unter den wenigen, bie ich des Aufhebens für wert halte, verwahre, — daß mir Bücher in die Hände gerieten, die zu meinen schönsten Bucherlebnissen wurden —, daß mir Verse gelangen und daß ich von einer langen inneren Bedrückung frei wurde. Nein, das alles war kein Zufall. Es war der Stein aus dem Zauberring des Königs, es war mein Onyx, der alle Versprechungen aus der Kindheit erfüllt hatte. Ich trug ihn auch, als ich das erstemal in der fremden Stabt wieber hinaus durfte in den Frühling, dessen Bäume nicht mehr ganz so zart und silbern waren unb besten Vögel schon lauter unb erweckter sangen. Am Abenb war ich sehr müde unb sah nicht mehr nach der Brosche. Als ich sie am nächsten Tag an meinem Kleid suchte, war sie nicht mehr ba. Ich hatte meinen Onyx verloren. Zuerst war ich sehr traurig darüber. Dann aber begann es dunkel und geheimnisvoll in mir zu glänzen wie jener schöne geschliffene Stein. Ich belaß wieder wie in meiner Kindheit nur das Wort, die rasch und lässig hingeworfene Gabe, die dunkle Beschwörung. Sie gehörte mir dort, wo einzig jeder Besitz sicher ist unb aus jebem Zufall und jeder Bedrohung gerettet. Ich besaß unverlierbar die reichen Tage im Zeichen meines Onyx. Ich habe vieles so erträumt, besessen und wieder verloren. Und wenn es erlitten war und in jenes einzig sichere Bereich gerettet, dann habe ich lächelnd an meinen Onyx gedacht. 6ocfrfd)ulnad)rid)fen. Der Literarhistoriker an der Hniversität Breslau, Geheimer Regierungsrat Prof. Dr. Theodor Siebs, beging kürzlich seinen 7 0. Geburtstag. Geheimrat Siebs hat sich in weiten Kreisen Deutschlands und des Auslarrdes dadurch bekannt gemacht, daß er seit dem Jahre 1897 Verhandlungen aller deutschen Bühnen (des Deutschen Bühnenvereins und der Genossenschaft deutscher Dühnenangehöriger) mit hervorragenden Vertretern der deutschen Sprachwissenschaft anregte und eine einheitliche deutsche Aussprache festlegte. Im Übrigen hat Geheimrat Siebs eine ganze Reihe fachwrssenschaf^ licher Arbeiten aus dem Gebiet der Sprach- und Literaturgeschichte veröffentlicht. Professor Dr. Hans K a r 1 i n g e r m A a $ e n hat den Ruf auf den Lehrstuhl der Kunstgeschichte an der Technischen Hochschule m München als Rachfolger von Professor Popp angenommen Profofsor Dr. Willy T heil er in Kiel hat den Ruf auf den Lehrstuhl der klassischen Philologie in Königsberg als Rachsolger von Professor Harald Fuchs angenommen. Zeiischnften. — Mit dem Septemberheft wird wieder ein Jahrgang der bekannten Münchner Monatsschrift „Die Kunst" (Verlag F. Bruckrnann AG., München) vollständig. „Die Kunst" ist ihrer Aufgabe, das gute Reue zu fördern, aber auch das anerkannte Alte zu hüten, durchaus gerecht geworden. 3n dem neuen Heft, das mit einem farbigen Kunstblatt eröffnet wird, kommt die Aquarettmalerei zu ihrem Recht. Aquarelle Max Hnolds geben den bildlichen Rahmen. Dann werden die Werke des jungen Künstlers Eugen Ber- man besprochen. Dem Gedächtnis Hans Leinbergers, des niederbayerischen Meisters der spätgotischen Bildschnitzerei, ist ein illustrierter Aufsatz gewidmet Es folgt ein Gang durch die Münchner Kunstausstellung 1932 im Deutschen Museum, ebenfalls mit vielen Bildern erläutert. Die Werlbund-Ausstellung in Wien zeigt kleine Einfamilienhäuser und Siedlungsbauten, die sich durch vorbildliche Aufteilung der Wohnräume auszeichnen: auch die Inneneinrichtung dieser Häuser wird gezeigt. Der zeitgemäße Garten, neue Beleuchtungskörper, Lichtpsychologie der neuen Wohnung, Gebrauchsporzellan, Schmuckarbeiten usw. runden ben Eindruck des reichhaltigen Heftes. — Immer weiter dehnt bie Photographie ihren Wirkungsbereich aus. Was noch vor wenigen Jahren in bas Gebiet bes Hnmöglichen verwiesen worden wäre, ist heute schon fast selbstverstäiw- lich« Wirklichkeit geworden. Jetzt macht sich du- Photographie auch die infraroten Strahlen (Wärmestrahlen) zunutze, welche Fähigkeit besitzen, den Luftraum besser zu durchdringen Was diese Photographie mit Wärmestrahlen leistet, zeigt ein Beitrag „Aus der Photographie des Hittichtbaren" von G. v. Kujawa im neuesten Heft ber Leipziger „I11 u st r i r ten Zeitung" (Verlag I. I. Weber). — Den Sportler wird in diesem Heft besonders bie „Olympia-Bilanz von Los Angeles" interessieren. Außerdem findet der Leser neben einer ausführlichen tagesgeschichtlichen Berichterstattung und einer reichhaltigen Unter- haltungebeilage illustrierte Artikel wie „Die neue Glockner-Hochstrahe", „Tetuan und seine weiße Stadt", ferner einen Bericht von der internationalen Kunstausstellung in Venedig mit vielen Reproduktionen: schließlich einen lesenswerten Aufsatz „Masse Mensch unb seine Reigung zum Unfall". Wirtschaft. Wochenbericht vom frankfurter Produktenmarkt. An der Getreidebörse hat sich die La^e in der abgeiaufenen Woche weiter gebessert, wofür in der Hauptsache das Nachlassen der Abgabeneigung maßgebend gewesen sein dürfte, denn vom Wehlmarkt her ist noch keine nennenswerte Belebung erfolgt. Neben der weiteren Beschäftigung auf dem Feld trägt auch die wiederholte Mahnung der landwirtschaftlichen Organisationen dazu bei, zu den niedrigen Preisen möglichst wenig Ware an den Markt zu geben. Dieser Mahnung kann die Landwirtschaft z. Z. um so eher folgen, als der dringendste Geldbedarf wohl durch die bisherigen Verkäufe gedeckt worden ist. Daher ist das Angebot merklich kleiner geworden, während anderseits die Mühlen etwas bessere Nachfrage bekundeten, um der Einlagerungspflicht nachzukommen. Daneben sollen von der halbstaatlichen Gesellschaft Stühungskäufe vorgenommen worden sein. Das Wirtschaftsprogramm hat bis jetzt nur geringe Auswirkung auf die Warenmärkte gehabt, doch blieb es für die Befestigung ebenfalls nicht ganz ohne Einfluß; man wartet indessen die weitere Entwicklung ab. Am Brotgetreidemarkt konnte sich Weizen um 4 und Roggen um 3 Mk. je Tonne erholen. Bei Roggen war einige Kaufneigung vorhanden. Weizen 220 bis 218, Roggen 169 bis 170 Mk. Am Futtergetreidemarkt ist die Wintergerste bereits vollständig verwertet, so daß keine amtliche Notiz mehr erfolgte. Das Geschäft in Drauaerste war ziemlich gut, wogegen der Hafermarkt vernachlässigt und leicht abgeschwächt war. Auch sonstige Futtermittel waren schlecht gefragt und im Grundton eher niedriger, besonders die seither feste Tendenz bei ölhaltigen Futtermitteln ist etwas leichter geworden. Sommergerste für Brauzwecke 170 bis 175, Hafer 145 bis 155, Weizenkleie 8,30, Roggenkleie 8,00, Treber 10,50. Am Mehlmarkt war das Geschäft in Weizenmehl am Ende der Vorwoche etwas belebter, flaute aber schnell wieder ab und nahm wieder schleppende Form an. 3n Roggenmehl erhielt sich laufend kleine Nachfrage. Die Preise blieben gegen die Vorwoche fast unverändert. Weizenmehl südd. 33,75 bis 34,65, do. niederrhein. 33,75 bis 34,40, Roggenmehl 25 bis 26 Mk. Kartoffeln hatten ruhiges Geschäft. Gelbfleischige hiesiger Gegend kosteten 1,85 bis 1,95 Mark per 50 Kilogramm bei Waggonbezug. Wochenbericht vom Frankfurter Gchlachtviebmarki. Trotz allgemein erhöhter Zufuhren war das Geschäft am Frankfurter Schlachtviehmarkt in der abgelaufenen Woche nicht unbefriedigend. Am Grohviehmarkt war der Auftrieb mit 1429 Rindern um 69 Tiere stärker als in der Vorwoche. Das Geschäft war rege, so daß der Markt geräumt wurde. Die Besserungen betrugen bei Ochsen und Färsen je 1 Mark, bei Dullen und Kühen je 2 Mark. Ochsen al) 33 bis 35, a2) 30 bis 32, bl) 24 bis 29; Dullen b) 21 bis 24, c) 16 bis 20; Färsen a) 33 bis 36, b) 29 bis 32, c) 24 bis 28. Am Kälbermarkt blieben die erhöhten Preise der Vorwoche gut behauptet, obwohl die Zufuhr mit 1861 Stück uni 389 Stück größer war. Nach regem Handel wurde ausverkauft. Kälber b) 39 bis 42, c) 34 bis 38, d) 28 bis 33. Am S ch a f m a r k t hat der größere Auftrieb (235 gegen 144 Stück) ein Nachgeben der Preise um 2 Mark verursacht, doch war das Geschäft gut. Schafe al) 25 bis 28, b) 20 bis 24. Am Schweinemarkt kann man noch nicht von einem konstanten Preisniveau sprechen, wie es vielfach in der letzten Zeit vorausgesagt wurde. Hier spielt der jeweilige Auftrieb nach wie vor eine wesentliche Rolle für die Preisbildung. 3n dieser Woche war die Beschickung wieder merklich größer; sie betrug 5899 Stück (gegen 4643 Stück in der Vorwoche). Der Handel war meist schleppend, so daß lieberstand verblieb. Die Preise büßten etwa 2 bis 5 Mark ein. Schweine a) und b) nicht notiert, c) 43 bis 48, d) 40 bis 48, e) 37 bis 45, f) und g) gestrichen. Berlin einheitlich fest. Berlin 3. Sept. (WTB. Funkspruch.) Die heutige Wochenschlußbörse stand im Zeichen weiterer Publikumskäufe. Der Ordereingang bei den Banken war wesentlich großer als an den Bortagen, und besonders für einen Samstag sehr umfangreich. Er setzte sich aus zahlreichen kleinen Kaufaufträgen der Depositenkassenkundschaft und des Auslandes zusammen. Da diese Käufe in der Regel in bar getätigt werden, rechnet man in Bankkreisen mit dem Rückfluß eines großen Teiles der gehamsterten Gelder über den Weg der Börse in die Wirtschaft, die, abgesehen von allem anderen, auch hierdurch eine Belebung erfahren könnte. Aber auch international werden weiter gewaltige Anstrengungen zu einer Ankurbelung gemacht. Die ersten Auswirkungen der Rohstoffhausse zeigen sich bereits auch in Deutschland in Preiserhöhungen der Textil- und Kunstseidenindu- st r i e n. Da außerdem der Stickstoffmarkt eine Belebung im August erfahren hat, und die Hoffnungen auf eine Diskontsenkung innerhalb der nächsten 14 Tage immer größer werden, da ferner innerpolitisch Ruhe herrscht (auch die bereits gestern erwähnten Gerüchte von einer Vertagung des Reichstags erhalten sich), hatte auch die Spekulation genügend Grund, Neuengagements einzugehen. Die Märkte lagen daher ziemlich einheitlich fest. Spczialpapiere wie Kunstseideaktien, Dortmunder Union, Wasserwerke Gelsenkirchen, Autowerte, Deutsch Telephon und Kcwel, Lahmeyer, HEW., Siemens und Westeregeln waren bis zu 3 v. H. gebessert, die Montanpapiere ebenfalls bei lebhafterem Geschäft bis zu 2 v. H. Größeres Interesse war aber auch für Gasaktien festzustellen, die gleichfalls bis zu 2 v. H. gewannen. Bremer Wollkämmerei erschienen mit Plus-Plus-Zeichen. Auch für Chemische Heiden konnte zunächst keine andere Notierung zustande kommen. Mindestens ebenso groß wie für Aktienwerte war auch das Interesse für den festverzinslichen Markt. Reichsschuldbuchforderungen zogen bis zu 1,5 o. H. an. Deutsche Anleihen lagen haussierend, die Neubesitzanleihe anfangs plus-plus, später 40 Pf. höher. Jndustrieobligationen gewannen 1 bis 2 v. H., auch Reichsbahnvorzugsaktien setzten ihre Aufwärtsbewe- gung um 0,25 v. H. fort. Landschaften und Hypothekenpfandbriefe lagen bis zu 2 o. H., Stadtanleihen bis 4 v. H. fester. Im Verlaufe nahm die Umsatztätigkeit eher noch an Lebhaftigkeit zu. Spezialwerte, unter Führung von Kali- und Kunstseideaktien, gewannen erneut bis zu 3 v. H., Kali Aschersleben waren sogar 4,5 v. H. über Anfang. Sonst zeichneten sich noch Deutsche Erdöl, Charlottenburg Wasser, Deutsche Linoleum, Farben, AEG., Siemens usw. durch Festigkeit aus. Am Auslandrentenmarkt zeigte sich wieder Interesse für die Ungarische Goldrente und für 4-v. H.-Mexikaner, während der übrige Markt etwas mehr vernachlässigt war. Am Geldmarkt waren heute keine Veränderungen festzustellen. Eine neue Erleichterung trat im Zusammenhang mit den noch notwendigen Lombardrückzahlungen bei'der Reichsbank nicht ein. Der Satz für Tagesgeld blieb mit 5,75 v. H. unverändert. Frankfurt fest. Frankfurt a. M., 3. Sept. (WTB. Drahtmeldung.) Die B e f e st ig u n g der Börse setzte sich auch am Wochenschluß fort. Von der Kundschaft lagen erneut Kauforders sowohl am Aktien- als auch am Rentenmarkt vor, und auch die Kulisse war mit weiteren Deckungen und Käufen tätig. Bei lebhaften Umsätzen ergaben sich gegenüber der weiter erhöhten Abendbörse neue Befestigungen von durchschnittlich 1 bis 1,5 v. H. Das Interesse beschränkte sich am Aktienmarkt wieder hauptsächlich auf mittlere und niedrig im Kurs stehende Werte, während einige Großpapiere nur wenig erhöht und behauptet waren. Besonders fest lagen Kunstseideaktien, die zunächst 1,5 v. H. anzogen, im Verlaufe ober ihren Anstieg bis zu 5 v. H. ausdehnten. Am Elektromarkt setzten Schuckert 2 v. H., Siemens 1,5 o. fv Fellen 2,5 v. H., Gesfürel, Licht & Kraft und AEG. bis zu 1 v. H. höher ein. IG., Deutsche Erdöl und Rütgerswerke aewannen je 1,5 v. H. Don Bergwerksaktien lagen besonders Gelsenkirchen, Rheinstahl, Phönix, Harpe- ner und Buderus fester, aber auch die übrigen Werte dieses Marktes setzten ihre Aufwärsbewegung um weitere 1 v. H. fort. Bis zu 1,5 v. H. fester eröffneten noch Zellstoffaktien und Schiffahrtswerte. Reichs- bank lagen unverändert, Holzmann gaben 0,5 v. H. nach. Im freien Verkehr setzten Adlerwerke ihre Steigerung um weitere 4 v. H. fort. Deutsche Anleihen, Reichsschuldbuchforderungen und die Schutzgebietsanleihe gewannen bis zu 0,65 o. H. Von fremden Werten lagen Ungarische Goldrente und Salonique-Monastir bis zu 0,13 o. H. höher. Der Pfandbriefmarkt lag auf der ganzen Linie weiter fest, wobei auch Liquidationspfandbriefe stark mitgezogen wurden. Stadtanleihen und Jndustrieobligationen verzeichneten durchschnittlich Steigerungen von 2 bis 3 o. H., darüber hinaus lagen einige Werte bis zu 6 o. H. höher. Im Verlauf blieb die Haltung auf allen Marktgebieten f e st. Stärker erhöht waren IG. mit plus 1,75 v. H. Auch an den übrigen Marktgebieten stellten sich Besserungen von 0,5 bis 1 v. H. ein. Schwächer lagen dagegen Süddeutsche Zucker, die nach der letzttägigen Steigerung etwa 7 o. H. einbüßten. Sehr lebhaft waren dagegen deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen, die erneut bis zu 0,5 v. H. gewannen. Gegen Schluß der Börse bröckelten die Kurse auf Gewinnmitnahmen leicht ab, doch hielten sich die Veränderungen im Vergleich zu den vorher- gegangenen Steigerungen in engen Grenzen. Die Börse schloß in durchaus fester Haltung. Tagesgeld war zu 5 o. H. weiter erleichtert. Preußen. Kreis Wetzlar. * Lützellinden, 3. Sept. Der Zimmermann 3ohannes 3 u n g von hier kann am morgigen Sonntag, 4. September, in voller geistiger und körperlicher Frische seinen 71. Geburtstag feiern. 3ohannes 3ung ist noch sehr rüstig und vermag auch heute noch seinem Beruf nachzugehen. 0 Groß-Rechtenbach, 2. Sept. Auf dem Sportplatz der Gemeinde Klein-Rechtenbach fanden heute die Reichsjugendwettkämpfe für das Amt Rechtenbach statt, hinter der Leitung von Dezirksobmann Lehrer Knoche- Klein-Rechtenbach standen 252 Teilnehmer in turnerischem Wettbewerb. Die besten Leistungen in jeder Stufe seien bekanntgegeben. Oberstufe: Artur Andermann, Lützellinden, 87 P.; Hugo Müller, Hörnsheim, 87 P.; Willy Viehmann, Münchholzhausen, 85 P.; Hermann Braun, Hochelheim, 84 P.; Otto Wenzel, Hörnsheim, 79 P.; Wilhelm Köhler, Münchholzhausen, 78 P.; Ernst Altenheimer, Lützellinden, 76 P.; Friedrich Grimmel,Münchholzhausen, 75 P.; Adolf Mehl, Münchholzhausen, 75 P.; Erwin Müller, Lützellinden, 71 P. — Unterstufe: Wilhelm Hohbach, Lützellinden, 93 P.; Friedrich Viehmann, Hochelheim, 90 P.; Richard Köhler, Ebersgöns, 90 P.; Erwin Schmidt, Ebersgöns, 87 P.; Wilhelm 3ung, Lützellinden, 79 P.; Richard Helz II., Münchholzhausen, 77 P.; Ewald Seip, Ebersgöns, 77 P.; Ernst Langsdorf, Groh-Rechten- bach, 77 P.; Wilhelm Bork-Lützellinden, s6 P.; Ewald Weber, Hochelheim, 76 Punkte. — 400- Meter-Stafette: beste Zeit. Münchholzhausen, 59,9 Sek. Kreis Marburg. ][ Marburg, 2. Sept. 3n den letzten Tagen wurden in unserem Kreise wiederum zwei Fälle von spinaler Kinderlähmung, und zwar in Heskem und Lohra, festgestellt. 3nsgesamt wurden bis jetzt sechs Erkrankungsfälle im Kreise verzeichnet. Man brachte die Kranken in die Marburger Klinik. Briefkasten der Redaktion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit bet Schriftleitung.) Bleidenrod. Die Beantwortung 3hrer Anfrage in der nächsten Nummer der „Scholle", worum Sie baten, käme für Sie zu spät. Wir können 3hnen heute nur raten — leider ist 3hre Adresse ganz unvollständig angegeben —, dem Amtsgericht CH. mitzuteilen, daß Sie der Gesellschaft, die sich in Konkurs befindet, 3hren Austritt im 3ahre 1930 erklärt haben. Solches ist auch dem Konkursverwalter mitzuteilen. Weitere Antwort können wir 3hnen nur geben, wenn Sie uns den Versicherungsvertrag und die gesamte Korrespondenz zur Kenntnisnahme einschicken. Kirchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinden. Sonntag, 4. September. 15. Sonntag nach Trinitatis. Stadtkirche. 8 Uhr: Pfr. Mahr; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Matthäus- gemeinde; 9.30: Pfr. Becker; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Markusgemeinde; 11: Kinderkirche für die Markusgemeinde; Pfr. Becker.— Johanneskirche. 8: Pfr. Ausfeld; zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten der Johannes- gemeinde; 9.30: Pfr. Bechtolsheimer; feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Lukas- gemeinbe; 11: Kinderkirche für die Lukasgemeinde; Pfr. Bechtolsheimer; 20: Bibelbesprechung im Jo- Hannessaal; Pfr. Bechtolsheimer. — Kapelle des Alten Friedhofs. 9.30: Pfr. Ausfeld; Kinderkirche siehe Saal der neuen Krippe. — Elisabeth-Klein» klnderschule. 9.45: Waldgottesdienst im Bergwerks- mottr, feierliche Eröffnung des Konfirmandenunterrichts der Petrusgemeinde; Pfr. l,ic. Waas. — Saal der neuen Krippe. 11: Kinderkirche für die Johannes- und Luthertzemeinde; Pfr. Ausfeld. — Klein-Linden. 9: Gottesdienst; Christenlehre für die männliche Jugend; 15: Kindergottesdienst. — «chelheim. 10: Pfr. Steiner aus Hausen. — Alten-Duseck. 10: Gottesdienst; Kollekte. — Trohe. 13: Gottesdienst. — Kirchberg. 10: Kirchberg; 11: Christenlehre für die weibliche Jugend; 13.30: Lollar. — Hcmsen-Garben- teich. 10: Hausen; 13: Garbenteich. — wahenborn- Steinberg. 10: Hauptgottesdienst auf dem Kirchen- platz unter Mitwirkung des Kirchen- und Posaunenchors; Opfer für Innere Mission; 11: Kinderkirche.— Grüningen. 14: Traugottesdienst. — Lich. 9.15: Beichte; 9.30: Stiftspfarrer Draudt; Posaunenchor; Kirchengesangoerein. Evangelischer Jugendsonntag: hl. Abendmahl; 12.45: Kindergottesdienst; katholische Gemeinden. Samstag, den 3. September. Gießen. 16.30 und 19 Uhr: Beichte. Sonntag, 4. September. 16. Sonntag nach Pfingsten. Schnhengelfest. (Kollekte für die Armen der Pfarrei. Gießen. 6.30 Uhr: Beichte; 7: Messe; Kommunion der Männer, Jünglinge und Jungmänner; 8: Kommunion; 9: Hochamt mit Predigt; 11: Messe mit Predigt; 14: Andacht. Grünberg. 9.45: Hochamt mit Predigt. — Hungen. 17.30: Vortrag und Andacht. — Laubach. 10: Hochamt mit Predigt; 14.30: Christenlehre und Andacht. — Lich. 7.30: Hochamt mit Predigt; 20: Vortrag und Andacht. — Nidda. 8.30: Hochamt mit Predigt. — Schotten. 10.45: Hochamt mit Predigt. Sonntagsdienst d. Aerzte u. Apotheken am 4. 9. 32 Fräulein Dr. Gürtler. Dr. Neumann-Svengel. Hirsch-Apotheke. Zahnarzt: vr. Buchinger, ass? d Richt die Zahl der Kühe, sondern die durchschnittliche Jahresleistung des Stallbestandes ist für die Rentabilität der Milchviehhaltung entscheidend. Nur der Betrieb arbeitet wirtschaftlich, in dem Kühe mit guter Leistung bei entsprechend guter Fütterung gehalten werden. Daß dabei das wirtschaftseigene Futter nach Menge und Güte für die Verbilligung der Fütterung von größter Bedeutung ist, ergibt sich von selbst. Große, nährstoffreiche Futtermassen kann das Grünland jedoch nur liefern, wenn es selbst mit Nährstoffen ausreichend versorgt wird. Dazu trägt eine ausreichende Kalioersorgung des Grünlandes durch Verbesserung der Grasnarbe und somit des Futterwertes erheblich bei. 6213V $( s Technische Lehranstalten Offenbach a.M. Kunstgewerbeschule Höhere Bauschule Maschinenbauschule Der etootlkhe Direktor: Prof. Hugo Eberhardt Fordern Sie Drucksachen I Ich habe mein Büro nach Westanlage Nr. 6 verlegt Ernst Schneider Rechtsanwalt und Notar ;6230 D Wir suchen einen im Lebensversicherungsfach bewanderten Herrn als Reise -Inspektor für die Kreise: Gießen, Wetzlar, Oberlahnkreis, Usingen und Friedberg. Geboten werden zeitgemäße Bezüge sowie Anteil-Provision. 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Gottesdienst. - lenlehre für die Hausen-Garben- ~ Daheuborn- 0 dem Kirchen, und Posaunen- Kinderkirche.— - Cid). 9.15: ; Posaunenchor: Üugendsonntag: enst; L bn. en am-4.9.82 aann-Tvengü. lchimec. mi v die durchschnitt' irdes ist für die entscheidend. Nur in dem Kühe mit er Fütterung ge- wirtschastseigene die Verbilligung jng ist, ergibt sch iullermassen kann mn es selbst mit M Da,3u trugt ^5 Trünlanbe; - - 'roiS Ab heute befindet sich mein Radio-Geschäft als Radio-Haus Or. Wolfgang Meyer autor. Vertretung der Siemens S Halske A.-G. Gießen / Seltersweg 52 in neuen, wesentlich größeren Geschäftsräumen. Besuchen Sie meineEröffnungsausftellung. Neuheiten der Funkmeste. Unverbindliche Vorführung durch geschultes personal. Erleichterte Zahlungsbedingungen. Konsumverein Gießen u.Umgegend e.G.m.b.H. EINLADUNG! Wir laden unsere verehrlichen Mitglieder zu den am Dienstag, dem 6., und Mittwoch, dem 7. Sept, abends 8 Uhr, in den Palastlichtspielen, Gießen, Kirchenplatz, stattfindenden Filmvorführungen höfl. ein. — Vorgeführt wird der neueste Film: Von Mühlen und Menschen (mit Musikbegleitung) EINTRITTSKARTEN zu 20 Pfennig sind in allen städtisch. Verteilungsstellen zu haben. Mit genossenschaftlichem Grußl Das Sekretariat. NB. Nachmittags4 Uhr finden am Dienstag, dem 6., Mittwoch, dem 7.. und Donnerstag, dem 8. September, für Kinder bei freiem Eintritt Vorführungen statt. 6160d Lernt Einheilskurzschrist! Am Montag, 12. Sevtember, 19 Uhr/ eröffnen wir in der Goetheschule, West" anlage 43, einen 6223 d AlisängerLehWiig In der deutsch. Elnheltskurzschrift unter Leitung eines siaatl. gevr. Lehrers der Kurzschrift. - Unterrichtsgeld 8 RM. Zur Weiterbildung beginne« folgende Lehrgänge: {19 Uhr: Redeschrift für Anfänger 20 Uhr: Fortbildung i. Verkehrsschrift mit Diktat 60 Tilden 20 Uhr: Diktat 80,100, 180 Silben 519 Uhr: Diktat 140, 160, 180 Silben 20 Uhr: Höh. Kürzung.f.Fortgei'chritt. 20 Uhr: Fortbilduyg in derRedeschrift 21 Uhr: Diktat 200 Silben und höher. Anmeldung und Auskunft durch den 1. Vorsitzenden Herrn Franz Hanstein, Löberstr.911 oder zu Unterrichtsbeginn. Kurzschrtstverein von 1861 mit Damen - Abteilung E. D. Wie die Grete 1000,—, kurze Wartezeit. 5683V 05105 auf der 61 MD Hergestelll in den Persilwerken. Bitte, prüfen Sie unverbindlich! Gebr. Imheuser am Marktplatz 6206 A und die Käte wie die Mim i; Beim Geschirraufwaschen genügt ein Teelöffel (m>) für eine normale Aufwaschschüssel. So ergiebig ist es! Heute Samstagabend ab 8 Uhr Konzert u. Tanz Alle spulen die Geräte mit dem wundervollen lM Bullenverkauf. Die Gemeinde Allertshausen verkauft auf dem Wege schriftlichen Angebots einen noch jungen, erstklassigen abgängigen Simmentaler Dullen. Angebote sind bis zum Dienstag. 6. September 1932, nachmittag» 3 Uhr, pro Pfund Lebend- gewicht bei der unterzeichneten Stelle abzugeben. Bürgermeisterei Allertshausen. 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I«i,rD Die Freie Srbneider-Fnnung für Stadt «nd Kreis Gießen. Ziegelllllarkk Io MW am Mittwoch, dem 7. Sevtember, auf dem Viebmarktvlatz an der Margareten- bütte. Interessenten werden zu dieser Veranstaltung freundlichst eingeladen. Auch ist hier Gelegenheit »um Ankauf von männlichem und weiblichem Zucht- material. Beginn des Marktes 9 Uhr vormittags. ezooD । KreiSztegenzuchtverein Gießen e. B. madits die Käte Gieß. WohDUDgsbau-Genowsclian e. G. m. b. H. erbaut Liebigshöhe. Wieseck Sonntag, den 4. September 1932 Nachkirmes im Kühlen Grund M10J Inhaber H. Hormann Verstärkte Blaujafkenkapelle. Besuchen Sie Kloster Arnsburg schönatgelegener Ausflugsort mit herrlicher Klosterruine Autoverbindung Gießen-Gambach Zugverbindung Gießen-Lich umD Beste Verpflegung in der Klostermühle. in jeder Gröhe und Ausstattung zu festen Preisen. — Unverbindliche Auskunft durch denGeschästssührerAdolfSchmidt, Lichcr Straße 5, u. Architekt B.D.A. 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Statt Karten Ihre Vermählung geben bekannt 05106 (TIUW 99 Es laden freundlichst ein: 6189 D 99 99- 6221 C 6216 D Lernt Hedwig Rinn Artur Weber 2. 3. Minna Kern Emil Droß D riedorf Westerwald en YDfte wissen Sie von dem drohenden Schatten der B6r« perzcrrüftung? rvao ist gegen Erschlaffung, Verfettung und Senkung zu tun? rvao wissen Sie von de Erhaltung jugendlicher Zormen, von der Zigurpflege wrrdender Mütter? Lennen Sie dao Sehrimni» schöner Zcauen über deren Iungcrhaltung? Lennen Sie die Anatomie Ihres Lörper» und seine Zorderungcn? Auf alle diese lebenswichtigen Zcagcn erhalten Sie Auo. kunft durch die einzigartigen Bilder und den Aufklärungo« Vortrag. Sie werden unend, lich viel Neues lernen und vieler Sorgen um Schönheit und Gesundheit enthoben. Sie werden in der Lage sein, auch für alle Zukunft Ihren Lörper so zu behandeln, daß er dauernd elastisch, kraftvoll und formenschön bleibt. Alle Vergünstigungen aufgehoben, Abonnementskarten ungültig. 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Die Ausgabe und Bezahlung der Abonnementskarten erfolgt in 3 Raten. Die erste Ratenzahlung verpflichtet zur restlosen Abnahme des bestellten Abonnements. Anmeldungen zum Abonnement sind bis spätestens 12. September 1932 nur schriftlich beim Stadttheater unter Angabe des Abonnementstages und der Platzart einzureichen. Die letztjährigen Abonnenten haben Anspruch auf Beibehaltung ihrer Plätze an ihrem Abonnementstag, wenn sie die Bestellung bis zum 8. September 1932 bewirkt haben. Gießen, den 31. August 1932. _____Bürgermeisterei. I. V.: Dr. Hamm.____________ unb in bei Die lot un Erst inin Ht vom 7 diese Hort Bürte Dr. Lebrecht Cassel Frau Milly Cassel, geb. Kreuter lutz Kann Martha Kann, geb. Rokowsky " keil 9 M ou 50,— 36,— 27,— Zhre Verlobung beehren sich anzuzeigen Ottilie Jung Albert 3ung Erdbeerplianzen pikiert in den Sorten: Deutsch-Evern,früh. Sieger, früh Oberschlesien, mittelfrüh 06081 Hansalsckw.Anan.), mittelfrüh SväteoonLeopolds- hall, spät Rotkävvlev.Schwa- benland, svät Ruhm von Döbelih, Monatserdbeere emvfiehlt sortenrein und preiswert Gärtnerei Dönges Gießen, Marburger Str. 67, Tel. 2321 Gießen Potsdam Neuen Laue 27 I Markgrasenstraße 22 3. September 1932 Gießen Liebigstraße 70 3. September 1932 Oipl.-Fng. Walter Dornberger Hauptmann im 6. (preuß.) Art.-Regt. Alice Dornberger, geb. paeder Erheben ß Zonsef Eie nie uch ötget Mtfu&ig °te:len di °en, wie len. Tcnu T'.iei W 6o' Pflicht«! zum 1. ä men wer nen im 9 unb b) 'l nen Marl lehen zu Klein-Linden, den 3. September 1932 05082 Lremen, den 3. September 1932 Stephanitorsteinweg 1 spiele beträgt mit Steuer: Ranglogen 2—6 und 13—17, I. Rang, Reihe 1—2 Ranglogen 7—8, 11—12 und Proszeniums-Logen Ranglogen mit 5 Plätzen „ „ 4 „ 2—6 und 13—17 „ „ 4 „ 7—8 und 11—12 Proszeniumslogen mit 5 Plätzen Sperrsitz, Reihe 1—9, I. Rang, Reihe 3—4 Sperrsitz, Reihe 10—13, Logenrücksitz, I. Rang, Reihe 5—6 Sperrsitz, Reihe 14—18 II. Rang Vorderplatz, Mitte II. Rang, Reihe 2—3 und vordere Seitenreihe II. Rang, Reihe 4—5 tewt Mn ■ Ä RM. 95,— 90,— 380,— 285,— 270 — 360,— SdiMtzeiabaMS Sonntag, den 4. September, nachmittags 4 Uhr, großes Msb'tärkonzeH ausgeführt von dem Musikkorps des I. (Hess,) Grenadier-Bataillons 15. Infanterie - Regiments. Leitung: Öbermusikmeister E. Krauße __Eintritt 50 Pfennig 05017 Eintritt 50 Pfennig Auf ve . mirtlN' Aichtunge' schlag^ Lithau beschäl ZU zu mobilf ioägung. Handwerk die W in einva" in Wt lid) * lieb wleber hlmsbesitz Mohnungr niedrig M lichzwD lieber von !xr 9 schiußreich btn Nr. 1' Diese 3 beschassunl liher e Ausnah unb daÄ I. Die wirb bui erreicht. Währung Iah des lonnlgeg in seinen der ßän' lungen beilsbesif lagen 1 bamit ab. btr in ibt Der/ lege 1 intoieroeit bet 'Blajn btsüzrs 5i?.szuschi siich dies; b'ieichnei liche r werden t schon dm Zuschüsse (hnb'gc1 lein Rei Sonntag, den 4., u. Montag, den 5. Septemb. Kirmes in Dutenioien Es laden ein die Gastwirte: Am Dienstag, dem 13. September, abends 7 Uhr, eröffnen wir in der „Peslalozzischule**, Nordanlage 18, einen Anfänger-Lehrgang in der Einheitskurzschrift für Damen und Herren unter Leitung eines staatl. gepr. Lehrers der Stenographie. Untcrrichtsgeld 8.-RM. Erwerbslose erhalten besondere Vergünstigungen. Anmeldungen werden von Herrn A.Harnbach, Am Kugelberg 23, od. zu Beginn d.Unterrichts emtgegengenommen. Weitere Auf-tbildungskurse beginnen: 119 Uhr: Diktat 60-100 Silben Montag, 12. Sept. < 20 Uhr: Redeschrift V 21 Uhr: Diktat 120-160 Silben nionetao- m Ront / 20Ühr: Fortbild. i. d.Verkehrsschrift uienstag,iö.bept.^.21Uhr:Diktatl80Silben und htiher Mittwoch, 14. Sept. 19l/2 Uhr: Praktiker, I. Reichskurzschrift - Gesellschaft e. V., Gießen. Die von Dr. met>. Garmo ausgebildete Acdnerkn beantwortet einschlägige Fragen. Verhinderte verlangen das Prachtheft „Die gesunde und gepflegte Frau" oder das Ratgcbcrhcft „Verlust der Rörpcrschönheit" gegen 80 Pfennig. Nachmittags y24 Uhr Eintritt frei! Abends v,8 Uhr. Mittwoch, den 7. September 1932, tm Saale des Hotels „Prinz Carl", Seltersweg. Do.irn. ( wl un6 dersch . ist dKte |;e a doch ■ an fottn «Skadttheattv Gietzen Intendant Dr. Rolf prasch. Abonnements-Einladung In der Spielzeit, die vom 1. Oktober 1932 bis 31. Mai 1933 dauert, werden an den Tagen Dienstag, Freitag und Samstag je 32 Abonnementsvorstellungen stattfinden. 6235C Die Abonnemenlskarlen sind gegenüber den Tagespreisen um durchschnittlich 20 bis 25 v. h. niedriger und gegenüber den Abonnementspreisen der Spielzeit 1931/32 wesentlich verbilligt. Der Preis für die 32 Vorstellungen einschließlich der Gast- Auf nach Krofdorf! Sonntag, den 4., u. Montag, den 5. Sept. KIRMES TANZ im Freien und im Saal Zeitgemäße Preise für la Speisen u. Getränke! was Frauen nicht wissen Am Scheidewege von Glück oder Leid ^Ä"wichüge Lichtbild-Vorträge erwachsene Mädchen Bei Nieren, Blasen- und Frauen- |/A | O gfO Haupt-Niederlage in Gießen: leiden,Harnsäure,Eiweiß^ucker V|A| 1 g LS 11 ßF W Jea" Weisel’ Sonnenstraße Nr. 6 1?31: 19400 Badegäste ^lep.on Nr. 3888 3644v Lichtspielhaus Sonntag, den 4. September 1932, vormittags 11 Uhr Die vom Rundfunk und Tonfilm bekannte Kapelle ernard Ette spielt in Gießen (15 Solisten) Nur einmaliges Auftreten Eintrittspreise: RM. 1.—, 1.50, 2.— und 3.— Vorverkauf: Lichtspielhaus, Bahnhofstraße 34, Tel. 4077. — Hapag Reisebüro, Seltersweg 89, Tel. 4197. — Musikalienhandlung E. Challier, Lichtspielhaus Gießen Nur noch honte nnd morgen, Sonntag MARLENE DIETRICH in Schanghai - Expreß Ab Montag: Anny Ondra — Iwan Petrovlch in der entzückenden Operette Die Fledermaus Dazu auf der Biihne: Gastspiel der weltberühmten Clowns u 3 Daniels ■ Warum also noch zögern? öswatdsgarten Sichern Sie sich sofort Billetts ö Heute Samstag u. Sonntag je 3.30 u. 8 Uhr 3.30 Uhr: 40 Pf. bis 1,40 RM. — 8 Uhr: 80 Pf. bis 2,80 RM. Vorverkauf: Zigarrenhaus Loeb, Bahnhofstr.. Tel. 4196 und Zirkuskassen, Tel. 2014. — Kriegsbeschädigte, Klein- Segen Ausweis zu allen ätzen halbe Preise. rentner und Erwerbslose zahlen Haben Sie schon Strassburgers wertvolle Pferde-Ausstellung und seinen großen Zoo besucht? Wenn nicht, dann sehen Sie sich unbedingt die 150 Pferde an, ferner die vielen Löwen, Tieger, Panther. Eis-, Braun-, Kragen- u. 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September 1952 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für (Dberl?efien) Arbeitsbeschaffung beim Hausbesih. Aus der Suche nach Arbeitsmöglichteiten, die ein wirtschaftliches Ergebnis von Dauer nach mehreren Richtungen hin versprechen, ist wiederholt der Dorschlag gemacht worden, die Erneuern n g de r Althauser in den Rahmen des Arbeit s- beschaffungsprogramms einzuspannen und zu diesem Zwecke umfangreiche öffentliche Mittel zu mobilisieren. Für diesen Vorschlag spncht die Er- wägung daß auf diesem Wege weiten Kreisen des Handwerks Arbeit erschlossen werden kann, ferner die Häuser und die Wohnungen allgemein wieder in einwandfreien Zustand kommen werden, die jetzt in Ermangelung von Arbeit und Verdienst steuer- lich leistungsunsähigen Veoötkerungskreise allmäh- lich wieder zu Steuerzahlern werden, dem Alt- Hausbesitz ein gewisses Aequioalent für die in der Wohnungs - Zwangswirtschaft jahrelang künstlich niedrig gehaltenen Mieten geboten wird und schließlich zwischen dem Hausbesitz und der Mieterschaft wieder Beziehungen entstehen werden, die frei sind von der gegenwärtig vielfach bestehenden starken Spannung aus dem Verhältnis zwischen Mietpreis- Höhe und Wohnungsbefchafsenheit. Obwohl diesem Vorschlag also starke positive Kraft innewohnt, hat man sich an den maßgebenden stellen im Reich und in den Ländern lange Zeit gesträubt, chn in die lat umzusetzen. Erst durch die Notverordnung vom 14. Juni 1932 ist vom Reich eine gewisse Abschlagszahlung auf diese Forderung erfolgt. In dieser Notverordnung wurde der Reichsarbeitsminister zu einer Reichshilfe ermächtigt, um die Instandsetzung und Erhaltung des Wohnraumes zu fördern. Hiernach sind vom Reich a) Zinsverpflichtungen aus Darlehen, die für derartige, bis zum 1. April 19.13 begonnene Arbeiten ausgenommen werden, zu verbilligen (hierfür sind 5 Millionen im Reichshaushaltsplan zur Verfügung gestellt) und b) Bürgschaften insgesamt bis zu 100 Millionen Mark für Verpflichtungen aus derartigen Darlehen zu übernehmen, lieber die Einzelheiten dieser Regelung macht der Wirtschaftsprüfer und Bücher- remfor Hermann Will zu Gießen in feinen aufschlußreichen „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschrei- den Nr. 17) folgende Angaben: Diese Maßnahmen, die im Rahmen der Arbeits- beschafsungspläne liegen, sollen dem Hausbesitzer einen besonderen Anreiz zur Ausnahme von Reparaturdarlehen und damit zur Durchführung der Arbeiten geben. I. Die ..Verbilligung der Zinsverpflichtungen" wird durch die Gewährung von „Zinszuschüssen" erreicht. Die näheren Bestimmungen über die Gewährung dieser Zinszuschüsse sind durch den Erlaß des Reichsarbeitsministers vom 20. 7.1932 be- lannlgegeben worden. Wie der Reichsarbeitsminister in seinem Begleitschreiben an die Wohnungsressorts der Länderregierungen mitteilt, sollen die Auswir- kungen dieser Maßnahmen im Interesse der Arbeitsbeschaffung m ä gl ich st wenig durch Auflagen und Bedingungen eingeengt und damit abgeschwächt werden, worauf auch die Länder in ihren Ausführungsbestimmungen besonderen Wert legen sollen. Auch sollen die Länder prüfen, inwieweit es sich empfiehlt, bei der Durchführung der Maßnahmen die örtlichen Verbände des Haus- besitzes zur Mitwirkung heranzuziehen. Durch die Ziv.szuschüfse des Reichs — bei ihrer Bewilligung sind diese ausdrücklich als „R e i ch s Zuschüsse" zü b-zeichnen — soll die Inangriffnahme zusätzlicher Arbeiten gefördert werden. Grundsätzlich werden daher solche Arbeiten nicht berücksichtigt, die fchon durch landesrechtliche Vorschriften über Zins- Zuschüsse und Steuerermäßigungen u. dgl. hinrei- ct-end gefördert sind. Hiernach darf also in der Regel lein Reichszuschuß neben den aus öffentlichen Mitteln gegebenen Darlehen bewilligt werden. Die obersten Landesbehörden können aber zur Vermeidung von Unbilligkeiten und zur Schaffung besonderen Anreizes für die Inangriffnahme bestimmter Arbeiten darüber Bestimmungen treffen, ob und inwieweit neben den nach Landesrecht zu gewährenden Zinszuschüssen oder Steuernachlässen «in ReichsAuschuß zu gewähren ist. II. Im einzelnen enthalten die Bestimmungen nachfolgende Richtlinien über die Bewilligung der Reichszuschüsie: 1. Die Zinszuschüsse können gewährt werden a) für größere Jnstandsetzungsarbeiten von Altwohnungen (das sind Wohnungen und Wohngebäude, die vor dem 1.7.1918 bezugsfertig geworden sind), die nach dem 1. 7.1932 und vor dem 1. 4.1933 begonnen sind. Als größere Instandsetzungsarbeiten gelten: Erneuerung der Dachrinnen und Abflußrohre, Umdecken des Dachs, Abputz oder Anstrich des Hauses im Aeuheren, Neuanstrich des Treppenhauses, Erneuerung der Heizanlagen, Beseitigung von Hausschwamm und ähnliche außerordentliche, einen größeren Kostenaufwand erfordernde Instand- setzungsarbeiten. Enthält ein Gebäude neben Wohnungen auch ge- werbliche Räume, so gilt es als Wohngebäude, wenn es überwiegend Wohnzwecken dient: b) für die Teilung von Wohnungen, falls durch Teilung einer Wohnung 2 ober mehrere Wohnun- gen geschaffen werden. Jede Teilwohnung muß für sich abgeschlossen fein. Als abgeschlossen gilt eine Wohnung, wenn sie eigene Küche, die erforderlichen Nebenräume und, wo die Möglichkeit dazu gegeben ist, einen eigenen Zugang hat. 2. Zinszusckmsse kommen nur für Darlehen von 1000 Mark auswärts in D t acht. De Kosten der Darlehen (Zinstilgung. Disagio usw.) dürfen die marktüblichen Preise nicht übersteigen. 3. Das Darlehen muß ausschließlich für die unter 1. genannten Arbeiten verwendet sein. Der Nachweis über die Höhe der Darlehen, die aus- gewendeten Kosten und die Art der Arbeiten ist durch Vorlage der Darlehnspapiere und der Rech- tnungen — der Handwerker, des Dauunterneh- mers, des Architekten, der Baupolizei, der Der- sorgungsbetriebe (z. B. Gas-. Wasser-. Elektri- zitätswerk usw.) — zu erbringen. Es kann auch eine Bescheinigung der Handwerkskammer, der Industrie- und Handelskammer oder eines vereidigten Bausachverständigen verlangt werden. Richt berücksichtigt werden aus arbeitsmarktpolitischen Gründen Arbeiten. die in Schwarzarbeit ausgeführt sind. Cs dürfen daher nur Rechnungen von solchen Unternehmern anerkannt werden, deren Gewerbebetrieb polizeilich angemeldet ist, was im Zweifelsfalle nachgewiesen werden muß. Eine Rachprüfung der Preise für die Arbeiten kommt grundsätzlich nicht in Frage, es soll aber andererseits ein unberechtigter Preisauftrieb vermieden werden. Daher fordert der Erlaß, daß die Kosten der Arbeiten angemessen fein müsim. 4. De Z n z f 6 ttir au An rm des ru"d- stückseigentümers i,.lrch tte oberste Landesbehörde. oder eine von ihr zu bestimmende Stelle grundsätzlich erst nach Beendigung der Arbeiten ausgezahlt. Er wird einmalig gewährt und beträgt — unter Zugrundelegung einer durchschnittlichen Laufzeit der Darlehen von etwa 2’ '2 Iahren und einer Verbilligung um 4 Prozent jährlich — 10 Prozent des Darlehens. Wenn auch der Zinszuschuß regelmäßig erst nach Beendigung der Arbeiten gewährt werden soll •— der Grund dafür besteht darin, unnötige Verwaltungsarbeit zu ver- meiden —, so schließt dies doch nicht aus. daß der Reichszuschuß schon vor Inangriffnahme der Arbeiten auf Grund von Kostenanschlägen u. dgl. bedingt zugesagt wird. Den Landesregierungen steht es frei, diese bedingte Zusage durch Vorbescheid zu geben. ___________ WKZ MUK Roman von Hertha Fricke Urheberrechtsfchutz: Verlag Oskar Meister. Werdau 12 Fortsetzung Nachdruck verboten. Sie nickte dem alten Herrn zu. der in ziemlich ärgerlicher Stimmung zurückblieb, und lief leichtfüßig hinaus auf das Land, wo die Hafer- breiten wogten, und die Raine buntgeblümt standen, wie auf einem Sommerbild aus alten Zeiten. Ganz aJein stand sie dort, dehnte die jun- g.n Glieder. Drüben waren die Mägde von Groß-Dublitz bei der Heumahd. Es duftete tote reiche Sommerszeit, seidig wehte die Gerste mit ihrem feinen Haar. Klarblauer Himmel stand darüber mit tausend kleinen, weißen, geballten Wo.ken. Am liebsten hätte Coa-Marie. den Rechen gknommen und mitgearbeitet. Hinter dem Rog- genfe.'d lag das Heu schon fast trocken in hohen Haufen. Das junge Mädchen warf s.ch i/mein und verschränkte dte Hände über die Knie. „Es ist jetzt hier wohl schöner als in Berlin!" dachte sie froh. „Aber du müßtest hier fein. Heinrich! Ohne dich ist es doch nirgends vollkommen auf der Welt!" Sie zog den Brief aus der weißen Mullblufe. den sie heute morgen bekommen hatte, und den sie nur ganz flüchtig hajte lesen können, weck so viele Augen sich am Frühstückstisch auf ihn gerichtet hatten. Unb er war doch lang und hatte so viele, liebe Worte, an denen fie sich freuen wollte. „Liebes gnädiges Fräulein! Kleiner Sonnenschein in Haus Andresens dü- ft-ren Wolken! Wie Eie mir fehlen! Wie ich m ch auf Sie freue! Denn ich darf mich auf Sie freuen, ich weiß, daß Sie zurückkehren werden, wenn Renate Sie ruft! Es ist nichts Besonderes, was ich heute zu melden habe. S e sahen es wohl schon aus allen meinen Berichten, daß es unserer Frau Renate noch einmal vergönnt ist, heimzukehren. Die Operation ist gegluckt, die Bestrahlungen haben das ihre getan. Renates kräftige Ratur hat uns Aerzte wieder überrascht. Sie befindet sich besser, als man erwarten konnte. Run will fie wieder in ihr Gartenzimmer mit den vielen Blumen. Sie meint, es riecht da besser als in der karbolgeschwängerten Luft der Klinik. Sie will ihr kleines Mädchen wiederhaben und chre liebe Freundin, Eva-Marie, die chr so hübsch die Zeit vertreibt, so nett zu erzählen und vorzulesen weiß und so schöne Lieder zu singen. Rach Schwester Elisabeth hat sie noch nicht gefragt, aber wir werden diese leider nicht entbehren können, ba die Schnittwunden noch immer der Pflege bedürfen. Renate hat viel Lebensmut, fie redet davon, nach Rügen reifen zu dürfen! Mit Ihnen, Eva-Marie! Vielleicht nehme ich bann auch Urlaub unb komme mit! Es ist ja Ihre Heimat, Eva- Marie! Dann erzählen Sie uns vom Fürsten Iaromae, vom greifen Recken Otar, der auf Arkona steht unb bie Faust nach Dänemark ballt, von Elfen unb Rixen unb Geistern, die ba hausen. Dann werben Renate, Gerti unb ich lauschen wie bie Kinder! Ich höre gern die alten Buchen rauschen unb die Dornbüsche unb das gewaltige Meer. Wenn wir nur die graue Spinne Elisabeth nicht mitzunehmen brauchten! Ich würde mich gern nach einer anderen umtun, aber mein Bruder ist nun mal von ihrer Unüber treff lichkeit überzeugt. Hoffentlich will sie mich nicht wieder zum Chirurgen machen und später Oberin werden. Das fing sie jedenfalls gänzlich verkehrt an! Renate hat ein Zettelchen für Sie gekritzelt, im Liegen. Ich lege es bei. Wenn ich fie besuche, klingen Ihnen gewiß bie Ohren! Denn wir haben selten ein anderes Thema! Cs gibt wohl auch feind, das erfreulicher ist für beide T i le! Neulich war ich in einem Tanzpalast, Eva- Marie! — Machen Sie böse Augen? — O nein, Sie lachen! ilnb Die haben recht! Lachen Sie den dummen Doktor aus! Kollegen hatten mich m'tgefchleppt und behauptet. es wären so hüb'che Mädchen dort. Geschmackssache! Man bars jedenfalls nicht den klugen Kopf eines gewissen Fräuleins von Diemen daneben denken, hier schöne, schwere Zöpfe, dort Iungensköpfe mit langweiligen Seitenscheiteln: die mit Locken, die an mittelalterliche Pagen erinnern, gehen noch am ersten. Aber auch sonst! Große Augen mit künstlichem Glanz, leeren Seelen ober gequälte. bie ums tägliche Brot tanzen und flirten oder um die minimale Kleidung. Schlank, nein, dünn, erbärmlich die Figürchen und Figuren. ohne weibliche Linie, weiblichen Scharm und weiblichen Reiz! Unterernährt unb demo- tailliert, ohne Würde und ohne Iugend! Es sieht aus, als ob sie nie jung waren, vom Kinde direkt zur Tanzdame übergingen, keine üebergänge, Uebersprünge. die Zeit eilt! So frische' prächtige Iugend, wie das Fräulein, das mich so glücklich machte, Sonntags mit mir spazierenzugehen, mit mir irgendwo im Grünewald oder Potsdam Kaffee zu trinken, bas mich mit klugen, munteren Augen ansieht tote ein zutraulicher Vogel, so, als ob das Leben, die Welt ihr noch ein ganz riesengroßer Spaß sei, die haben sie alle nicht! Man muh wenig Herz oder wenig Scharfblick haben, wenn man sich dieser armseligen Großstadtlebensfreude noch ergötzen soll. Armut brachte sie dahin, Armut des Herzens, des Geistes oder gar die bittere des täglichen Lebens! Man möchte ihnen wohl- 5. Diese Richtlinien sind einfach und klar gehalten. Es ist zu hoffen, daß auch die weiteren Durchführungsbestimmungen der Länder, zu deren Erlaß diese ermächtigt sind, die Voraussetzungen für die Gewährung der Zins- zuschüsse nicht erschweren und einen- gen, namentlich durch einen zu schwerfälligen und teuren Derwaltungsapparat, der die Behandlung der zu erwartenden Anträge unnötig verzögern würde. III. Die durch die Notverordnung vom 14. Iuni 1932 gestatteten Uebernahmen von Reichsbürg. schäften sind nur für d i e Fälle in Aussicht genommen, in denen das erforderliche Kapital auf Wechselgrundlage beschafft worden ist. Da es praktisch unmöglich erscheint, daß das Reich in den einzelnen Fällen unmittelbar eine Bürgschaftserklärung abgibt, hat der Reichsarbeitsminister vorgesehen, besonders geeigneten Bankinstituten gegenüber die Bürgschaft zu übernehmen. Es ändert sich also an der rein geschäftsmäßigen Behandlung der Wechsel zunächst nichts. Vielmehr wird die Dürgschaftsübernahme voraussichtlich so vorgenommen werden, daß sie ver- tragsmäßig davon abhängig gemacht wird, daß die Bank, die die Bürgschaft erhält, den Wechfel- aussteller (den Handwerker) nicht in Anspruch nimmt, falls der Wechsel notleidend wird. Da- durch wird in den meisten Fällen den Handwerkern überhaupt erst die Ausstellung eines Wechsels ermöglicht, weil bei dieser Regelung der Hand- werter zwar nicht wechselrechtlich, aber doch von seiner Haftung aus dem Wechsel befreit wird. Cs ist nach dieser Regelung zwecklos — woraus zwecks Vermeidung unnötiger Schreibereien und Kosten besonders bingetoiefen fein mag —. daß sich die einzelnen Hausbesitzer mit der Bitte um Bürg- schaftsubemahme an Reichs- ober Landesbehör- den wenden. Vorläufig steht der Kreis der Bankinstitute. die die Reichsbürgschaft erhalten werden. noch nicht fest, ba die Verhandlungen de- Reichsarbeitsministers noch nicht abgeschlossen sind/' Dieses Vorgehen der Reichsregierung ist zu begrüßen. wenn es auch nur einen Anfang darstellt unb bringenb der umfaffenben Erweiterung bedarf, um eine durchgreifende Hilfeauf dem Arbeitsmarkt und ein» nachhal - tiae Besserung der Gesamtwirtschaft herbeizuführen. Dringend zu wünschen ist nun. daß die weiteren Vorarbeiten des Reiches und der Länder mit größter Beschleunigung zum Abschluß gebracht werden, damit die Instandsetzung«- arbeiten an den Häusern so rasch wie möglich in Gang kommen können. Für die notwendige Ausdehnung der Aktion erscheint es aber auch erforderlich. daß durch eine Neuregelung in der Verteilung der Sondergebäude- steuer zwischen dein Land und den Gemeinden größere Mittel als bisher freigemacht werden Aur Erfüllung deS Zweckes, dem die Sondergebäudesteuer ihrer ursprünglichen Bestimmung gemäß eigentlich dienen soll: nämlich zur produktiven Nutzbarmachung auf dem Gebiete des Wohnungswesens, an Stelle der bisherigen Benutzung für reine Derwaltungs- zwecke. Eine derartige Neuregelung sollte in Hessen der Landtag als eine feiner wichtigsten Aufgaben möglichst bald herbeiführen. Oberheffen. Landkreis Gießen. □ Lollar. 2. Sept. Für die am 11. September ftattfinbenbe Beigeordnetenwahl sind Zwei Wahlvorschläge eingereicht worden. Der eine Vorschlag lautet auf Gemeinderat Heinrich Rain, der andere auf den seitherigen Beigeordneten Georg Seipp. — Der Veteranen- und Kriegerverein Lollar hat für die ihm angeschlossene „H aff* a"° Jugend gruppe auf einem käuflich erworbenen Geländestück von 380 Quadratmeter ein Heim errichten lassen, dessen Rohbau jetzt fertig- gestellt ist. Der Bau, zu dem Architekt Wilhelm R i n g l e b (Lollar) den Entwurf lieferte und die Bauleitung innehatte, zeigt ein sehr schönes Aussehen. Die innere Einrichtung des einstöckigen Baues zerfällt in einen 40 Quadratmeter großen Versammlungsraum und einen sieden Quadratmeter großen Nebenraum. Beiden ist ein kleiner Vorraum vorgelagert. Die Innenarbeiten sind in diesen Tagen in Angriff genommen worden. Nach der Fertigstellung (etwa Mitte Oktober) soll das Heim mit einer kleinen Feier feiner Bestimmung übergeben werden. 00 Klein-Linden, 2. Sept. Schulverwalter Repp, der ein Jahr an der hiesigen Volksschule wirkte wurde vom Landesamt für das Bildungs- weien'von seiner Stelle abberufen. An seine Stelle wurde Lehrer Sauerwein, seither Lehrer an der deutschen Schule in Saloniki (Griechenland) berufen. . . ... O Holzheim. 2. Sept. Der in den dreißiger Iahren stehende Händler Adam Reitz wird feit Montag. 15. August, vermißt. In den frühen Mittagsstunden verließ er sein Haus und wurde seitdem nicht mehr gesehen. Alle Nachforschungen in der näheren und weiteren Umgebung blieben erfolglos. Man befürchtet nach früheren Andeutungen, daß er sich vielleicht in unserem Dergwerksweiher auf dem „Schindberg ertränkt hat. Reih ist Vater von vier Kindern. — Einer unserer ältesten Mitbürger, Landwirt Konrad G r i c b X.. konnte in diesen Tagen seinen 8 3. Geburtstag begehen. An den täglichen Geschehnissen nimmt er noch regen Anteil. Kreis Schotten. • Ulrichstein, 2. Sept. Im benachbarten Ober-Seibertenrod waren Kinder auf der Hutweide beim Hüten des Weideviehes. Als zwei Kühe dabei waren, sich gegenseitig zu stoßen, kam ein zweijähriges Kind der einen Kuh zu nahe, es wurde umgeworfen und von ihr mit einem Huf auf den Hinterkopf getreten. Der sofort herbeigerufene Arzt stellte eine schwere Schädelverlehung fest, bei der das Gehirn des Kindes offenlag. so daß seine Verbringung in die Gießener Klinik notwendig wurde. Ob das bedauernswerte Kind mit dem Leben davon- kommt ist fraglich. I Rudingshain. 2. Sept. Der Arbeiter Georg T h i h von hier, der bei einem hiesigen Dreschmafchinenbesiher in Wallernhausen bei Nidda beschäftigt war. kam mit der linken Hand in die Strohpresse und verlor dabei drei Finger. Der Arzt leistete dem Verunglückten erste Hilfe und verbrachte ihn in das Krankenhaus nach Schotten. Der Unfall ist um so bedauerlicher. als der Verunglückte bereits vor Iahren ein Auge verlor. Kreis Alsfeld ll. Atzenhain. 2. Sept. Für die demnächst hier stattfindende Dürgermei st erwähl sollen sieben Kandidaten aufgestellt werden. Da unser Ort ungefähr 350 Wahlberechtigte hat. kann man schon jetzt mit einem zweiten Wahlgang rechnen. tun, weil sie so arm sind, aber man möchte sie nicht haben! Und so etwas sehen wir jungen Manner der Großstadt alle Tage auf der Straße, in den Salons, wie in den Tanzdielen! Das Beste find noch die Deine, sagte neulich mein Kollege Werner, und er hat recht! Sie sehen ganz hübsch aus in den feinen, seidenen Strümpfen und silberglänzenden Schuhen, und fie enttäuschen nicht, denn sie wollen nichts anderes fein als schön in Form. Wenn Sie nicht ein so prächtiges, kluges Mädel wären, Cva-Warie, ich dürste ja gar nicht wagen, so freimütig über alles zu reden! Aber Sie find menschlich genug, ein Mitleid zu fühlen mit diesen armen kleinen Puppen, die eine kurze Spanne vergnügt umhergaukeln wie lose Schmetterlinge und dann plötzlich vor einem großen, leeren Leben stehen. Und Sie find klug genug, aus allem, was ich Ihnen schreibe, das zu lesen, was mein Herz jubelt, ohne es Ihnen zu sagen. Gott sei Dank, daß es noch Mädchen gibt von einer so echten gesunden Weiblichkeit wie Eva-Marie! Wenn ich an Sie denke, Mädchen, so ist mir. als ginge ich in einem weiten, blühenden Garten und kenne die Blumen und Dogeilieder noch nicht, die mich erfreuen werden. Ist es Morgen, so sehe ich Sie im Geist auf frisch- grünen Wiesen schreiten, Blumen in den Händen, ein Lächeln im lieben Gesicht. Ist es Abend, so denke ich Sie mir im fonnendurchleuchteten Wald, und der Abendschein liegt auf Ihrem lieben, klugen Antlitz, wie auf den Landschaften von Hellgrewe! Und nun kommen Sie bald wieder! Plaudern wieder fröhlich mit dem langweiligen Doktor, der die Tage über nur Kranke um sich sieht und sich so recht Ihrer gesunden Frische erfreut, — reden gütig und verständig mit der armen Renate und ihrem Kinde, und so entzückend hochnäsig mit der gestrengen Schwester Elisabeth, wenn sie sich aufs hohe Pferd setzen will und vorwurfsvoll .Frolein!' ruft. — Wann darf ich Sie abholen? Sie schreiben mir doch, mit welchem Zug Sie kommen! Ich bin ganz bestimmt auf dem Bahnhof und trage mit Wonne Ihren Koffer durch ganz Berlin! Oder soll ich Elisabeth zur Bahn schicken? Oh, ich weiß ja, Sie sehen mich viel, viel lieber! Ihrer Mama meine gehorsamste Empfehlung. ich verehre sie. weil Sie sie lieb haben! Ihnen selbst tausend Grüße Ihr Heinrich Andresen. Eva-Marie sah verträumt in die ziehenden Sommerwolken hinauf. Oh. was würden die Verwandten sagen, wenn sie ihnen mitteilte, daß fie sich mit Dr. Heinrich Andresen verlobte, einfach Andresen! Die Mama würde zweifellos die Vernünftigste fein und ihr viel, viel Gutes wünschen! Würde ihn auch gern haben, sobald fie ihn näher kennen lernte, Eva-Marie war zumute, wie vor einem großen Fest. Wenn sich zwei Menschen so aufeinander freuen! Der Tag verglomm hinter dem Föhrenwald, und der Tag der Abreise kam. „Leb wohl, Mamachen! Hab Dank! Cs ist immer so lieb und traulich bei dir! Am schönsten war es ja. wenn ich mit dir allein war! Richt wahr? Du weinst doch nicht etwa? Es geht mir doch gut in Derlin! Ist es nicht am besten, ich finde mich zurecht in der Welt?" „Gewiß, mein Evchen! Wenn ich dich an- sehe und sehe dich so fröhlich, trotz deines Dienstes am Krankenbett!" „Wenn niemand schwereren Dienst hätte, Mama! Ich tagte dir ja, Frau Renate ist so gut! Und die Kleine ist niedlich! Aber wer weiß, wie lange ich diese angenehme Stellung haben werde! Soviel ich weiß, bedeutet auch die geglückte Operation nach menschlichem Ermessen nur einen Ausschub. Aber ich hosse immer, daß auch berühmte Aerzte sich irren können!" „Oh, gewiß! Aber im ganzen kann man sich wohl auf ihre Meinung verlassen! Schreib bald, Eva-Marie, grüße deine liebe Freundin und denke, daß mich alles interessiert, was du erlebst! Im Herbst komme ich mal nach Berlin. Tante Hermine in Potsdam hat Geburtstag." Der Zug brauste heran. Roch lange flatterte Cva-Maries Tuch. Dann fuhr Exzellenz mit feuchten Augen zum Gut zurück. 9. Der Zug fuhr über die flache Mark, vorbei an kleinen Seen, an Kiefern und Heide, hin nach Berlin. Die Leute, die mit Eva-Marie den Wagen teilten, klagten, daß ihre Ferien zu Ende feien, daß sie nun wieder hinein mühten in d'e Arbeit, Staub und Hetze, daß nun wieder die schönste Zeit des Iahres vorüber wäre, und daß zwölf lange Monate fie von der Schönheit der Berge und des Waldes trennten. Eva-Marie lächelte versonnen. Wie hatte sie es doch gut! Ihr war das Zurückkehren in den Alltag keine Ueberwindung. Sie fand auch bei dieser Heimkehr liebe Menschen, jemand, auf ben sie sich ganz unsäglich freute! Wie würde Renate aussehen? Würde sie ein wenig fröhlicher fein? Ob etwas aus der Reise nach Rügen würde? Lauter freundliche Gedanken hatte sie. Keinen, der ihr Herz beschwerte. Cs fei denn die Sorge um Frau Renate! Aber, wenn man jemand nie anders gekannt hat als unheilbar krank, barm hat man sich gewissermaßen vertraut damit gemacht und freut sich, wenn man ihm Sonne und Blumen bringen kann, kleine Freuden, Unterhaltung. (Fortsetzung folgt), l|W, Heute beginnen unsere 8 billigen Aussteuertage zu Preisen, die Sie in Erstaunen setzen. Wir führen hier nur einige Beispiele unserer besonderen Leistungsfähigkeit an, bitten Sie aber unsere Schaufenster zu besichtigen I Weißwaren am Stück Nessel 80 cm breit, leichte Qualität... nur 0.15 Hemdentuch starkfädige Qualität............. 0.28 Makotuch feinfädig, für elegante Leibwäsche 0.35 Bettwäsche Kopfkissen 80x80, aus gutem Kretonne...... 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