Mittwoch, 5. August 1932 182. Jahrgang Ar. 180 Srtthausgabe GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberheffen Vrvck und Perlag: vrühl'fche Univer^«tt§-Vuch- und Steinöruderei R. Lange in Stehen. Zchnftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlftrahe 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für \ mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennigr für Rs» klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20° , mehr. Thefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschein und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Biegen. Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monats Bezugspreis: Mil 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnach» richten: Anzeiger Gietzea. Postscheckkonto: Frankfurt am Main 11686. beauftragt worden ist, gegen die Verletzung der Exterritorialität Rechtsverwahrung einzulegen. Der polnische Gesandte suchte denReichs- ministcr des Auswärtigen auf, um unter ilcber» gäbe einer Sachdarstellung über den Flaggen- Zwischenfall wegen des Verhaltens des deutschen Geschäftsträgers in Warschau Vorstellungen zu erheben. Der Reichsminister des Auswärtigen hat dem Gesandten erklärt, daß er eine Veschwerde über das Verhalten des Geschäftsträgers zurückweisen müsse; die Angelegenheit sei auf Grund der Meldungen des Ge- Wien, 2. Aug. (WTB.) In der abschließenden Debatte über den Anleiheoertrag führte der groß- deutsche Abgeordnete Zarboch in einer Polemik gegen den Abgeordneten Kunschak aus, der Wortlaut der Rede ftunfdjats stelle eine Beleidigung ber deutschen Reichsregierung dar. Er erklärte weiter, daß der überwiegende Teil der österreichischen Bevölkerung von der Ueberzeu- gung durchdrungen sei, daß als einzige Möglichkeit, aus dieser Not herauszukommen, der Zusam- menschlußalls ^Deutschen in Mitteleuropa betrachtet werden müsse. Der christlich-soziale Abgeordnete R e u st ä d t e r . Stürmer führte gegenüber seinen sozialdemokratischen und großdeutschen Vorrednern an, daß der Anschluß durch die Friedensverträge verboten lehne. Der Auswärtige Ausschuß des alten Reichstages besteht ebenso wie der Heber- wachungsausschuß bis zum Zusammentritt des neuen Reichstages weiter und kann also auch nach der Reichstagsneuwahl noch Sitzungen abhalten. Tie Kommunisten wollen sich deshalb mit der Entscheidung des Vorsitzenden nicht zufrieden geben und versuchen, trotzdem die Einberufung des Ausschusses noch durchzusetzen. In dem Augenblick, wo die Wahlen zum Deut- schen Reichstag zu Ende sind, beginnt der amerikanische Wahlkampf um die R ach - folge Hoovers erst einzusehen. Er verspricht, sehr erbittert zu werden, weil auch in den Vereinigten Staaten die Politik stark mit wirtschast- lichen Erwägungen durchsetzt ist. Die Arbeitslosigkeit ist das eigentliche Problem, und die peinlichen Zwischenfälle, die es mit den Veteranen in der Vundeshauptstadt gegeben hat, zeigen deutlich, wie stark die Erbitterung in den besitz- und arbeitslosen Kreisen gestiegen ist: wenn auch die amerikanische Psyche, die mit mitleidloser Bru- talität im Kampf ums Dasein das Recht des Stärkeren betont und sozialen Erwägungen abhold ist über solche Dinge sehr viel rascher hinweg kommt als die europäische. Die Republikaner haben Hoover wieder ausgestellt. Das ist für sic keine sehr glückliche Wahl. Er war der Mann, der die „prospe- ritv“ versprochen hat, dem aber die Koniunktur trotz aller verzweifelten Versuche unter den Händen wegglitt. Ein Personenwechsel wäre also für den Wahlkampf immerhin eine Entlastung gewesen eben weil Hoover an Erfolgen so gut wie nichts aufzuweisen hat. Aber auch die Vereinigten Staaten leiden stark an Personlichkeit«' mangel. Ein besserer Kandidat stand tatsächlich kaum zur Verfügung. Zudem wollte Hoover wieder kandidieren, weil er mit einer so schwerem Riederlage von der politischen Vühne nicht abtreten will. Die Partei war also gezwungen, ihn zu nominieren und hat sich diesem Zwang nicht einmal so ungern gefügt. Vei den Demokraten ist es wesentlich lebhafter zugegangen. Sie haben sich schließlich gegen Al Smith, den Durchfallskandidaten der letzten Wahl, für Roosevelt entschieden. Oie Debatte über den Anleihevertrag. GroßdeulscherBißttauensanttag gegen das oesierreichische Kabinett im Rational rat mit Stimmengleichheit abgelehnt. Lahme Entschuldigung des Bundeskanzlers Oollfuh für die Beleidigungen des Christlich-sozialen Kunschak. Deutscher Protest gegen die Flaggenprovokation in Warschau Polen sucht den Lpieß umzudrehcn. Berlin, 2. Aug. (ERB.) Der diplomatische Zwischenfall in Warschau, bei dem durch die Hissung einer polnischen Fahne in dem Garten der Wohnung des deutschen Geschäftsträgers eine Verletzung der Exterritorialität erfolgt ist, wird von der polnischen Presse und der polnischen Telegraphenagentur weiter in völlig entstellender Weise erörtert. Es wird dann auch von einem Protest Polens in Berlin gesprochen. Demgegenüber wird von zuständiger deutscher Stelle erklärt, daß der deutsche Geschäftsträger Zum Tode Dr. Seipels. Beiteid des Rcichspräudenten und der Rcichsregierung. Wien, 2. Aug. (ERB.) Der heute verstorbene frühere Bundeskanzler Dr. Seipel litt feit langem an einer schweren Zuckerkrankheit, zu der vor etwa \'A Jahren nach einer Grippe ein Lungenspitzenkatarrh trat, der sich immer mehr wird auch die übliche Parade der Ehrenkompanie stattfinden. Das Kabinett Adelung und die Kommunisten. Das „Frankfurter Bolksblati" nimmt seine Anschuldigungen zurück. WSR. Frankfurt a. M., 2. Aug. Das na- tionalsozialistische .Frankfurter Volks- blatt" das wegen schwerer Verleumdung der hessischen Regierung vom Oberpräsidenten für die Provinz Hessen-Rassau auf eine Woche verboten worden war, bringt heute auf ihrer ersten Seite folgende Wer wird Alterspräsident? Klara Detkin das älteste Mitglied des neuen Reichstags. D e r l i n, 2. Aug. (DDZ.) Die ersten Sitzungen eines neugcwählten Reichstages werden bis zur Bestellung eines Präsidenten von dem Alterspräsidenten, also dem ältesten Mitglied des Reichstages, geleitet. Soweit sich bis- her Feststellungen treffen lassen, scheint das älteste Mitglied des neuen Reichstages d i e kommunistische Abgeordnete grau Klara Zetkin zu sein, die am 5. Iuli 1857 geboren und somit 7 5 Iahre alt ist. Es ist allerdings zweifelhaft, ob Frau Zetkin das Amt des Alterspräsidenten, der diesmal zum ersten Male in der deutschen Parlamentsgeschichte eine Frau wäre, tatsächlich einnehmen wird, da sie krank ist und voraussichtlich an der Reichstagseröfsnung nicht teil nehmen kann. Der Posten des Alterspräsidenten wurde m diesem Falle dem z w e i t ä l t e st e n Mitglied des Reichstages zufallen und das Ware der Zentrumsabgeordnete Blum Krefeld, der am Rovember 1857 geboren und also nur wenige Monate jünger ist als Frau Zetkin. Oie übliche Derfassungsseier am 11. August. Landnöten. So volkstümlich der Sport auch in den Rachkriegsjahren hierzulande geworden ist. so groß seine Anhängerschaft wurde, so bedeutend die Siege deutscher Meister, deutscher Mannschaften waren — über eine gewisse Grenze der Popularität kam die Freude an einer sporl- gestählten Jugend nicht hinaus. Es gab bei alter Anteilnahme doch eine gewisse nicht einflußlose Gruppe von überzüchteten Aestheten, von dekadenten Bicepsfeinden, die im Sport eine zwar natürliche und nicht gerade völlig bedeutungslose Leibesübung, aber doch verhältnismäßig geistlose körperliche Betätigung sahen, die vielleicht die eigenen Anhänger begeistern konnte, im vaterländischen Sinne jedoch ohne Belang war. And als gar die Frage der deutschen Beteiligung an den Olympischen Spielen in Los Angeles erörtert wurde, die nun ihren Anfang nehmen, da wurde sogar von dieser wie gesagt nicht einflußlosen Gruppe eindeutig Stellung gegen die Gewährung von staatlichen Zuschüssen zur Durch- führung dieser Absicht genommen. Immerhin: die bessere Einsicht siegte. Dank einer eifrigen • privaten Sammlertätigkeil war es möglich, den staatlichen Zuschuß angesichts der anderweitigen großen deutschen Sorgen so gering wie möglich zu halten, und Deutschland ist nunmehr würdig auf das Beste durch eine Mannschaft in Los Angeles vertreten, die es wohl wagen darf, um den Kranz der Olympischen Spiele 1932 zu kämpfen. Es ist hier nicht unsere Aufgabe, die Erfolgs- aussichten unserer Sportsleute — Männer und Frauen — zu prüfen und die möliche Zahl der Siege zu errechnen, darüber weiß jeder, der dem Sport aus Aeberzeugung und mit Lust und Liebe nahesteht, aus eigenem Wissen Bescheid. Wohl aber darf jener Gruppe der Bicepsfeinde einmal unter die Rase gerieben werden, von wie großerBedeutung ein olympischer Sieg für Deutschland ist. Beispiele dafür hat es ja schon genug in der jüngsten Vergangenheit gegeben, ein Sieg des deutschen Boxmeisters Max S ch m e- ling oder der auch sportlich zu wertende kühne Flug des Hauptmanns Köhl über den Atlantischen Ozean in Ost-West-Richtung wirkten m der ganzen Welt wohl für Deutschland stärker werbend, als eine sicher sehr tiefschürfende und geistvolle Rede eines großen Mannes, dem bet allem Wissen doch die Gabe versagt geblieben ist, durch die Macht des Wortes suggestiv auf die Massen zu wirken. In einer weiten Verbreitung liegt die eigentliche Stärke des Sports: seine Anhänger kommen aus allen Lagern, aus allen Schichten des Volkes, und jedes andere Volk hat deswegen weit engere Beziehungen zu dieser Form kraftvoller, also natürlichster Betätigung als zu den Künsten etwa, die immer erst durch ein gewisses Maß an Lerneifer dem Menschen nahebracht werden müssen. Das Deutschland der Rachkriegszeit hat gewiß viel in der Welt von sich reden gemacht, weil sein unendlich schwerer Kampf um die Wiedererlangung seiner Freiheit von den Völkern dieses Erdballs selbstverständlich nicht einfach übersehen werden konnte. Ein einziger olympischer Sieg aber vermag weitere Wellen der Sympathie zu schlagen als die geschickteste Propagandafahrt einer Behörde, eines Amtes: denn Wettspiele sprechen eine allgemein menschliche und daher überall verständliche Sprache. Wenn über der weißen Olympiafahne mit den fünf verschiedenfarbigen Ringen die deutsche Siegesflagge im Stadion von Los Angeles aufgezogen werden sollte, so wird sie nicht nur den Sieg der deutschen Mannschaft, sondern zugleich den Willen des deutschen Volkes verkündigen, an der Spitze der Völker in Freiheit und Gleichberechtigung zu marschieren. Keine Einberufung des Auswärtigen Ausschusses. Berlin, 2. Aug. (VdZ.) Die Korn mu nist e n hatten vor einiger Zeit die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses des Reichstages zur Besprechung des Lausanner Abkomme n s und anderer Angelegenheiten beantragt. Da Sozialdemokraten und Z e n t r u m sich der kommunistischen Forderung a n s ch l o s s e n, war an sich cincMehrheit für die Ausschußeinberufung vorhanden. Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses, Abg. Dr. Frick (RS.), hat jedoch in einem vom Samstag datierten Schreiben der kommunistischen Fraktion mitgeteilt, daß er im Hinblick a u f die Reichstagsneuwahl, die eine vollkommen v erän- derte Zusammensetzung des Reichstages und seiner Ausschüsse zur Folge habe, die Einberufung des Auswärtigen Ausschusses ab- Erklärung: Wir haben uns davon überzeugt, daß die in den Rummern 149 und 150 unseres Blattes gegen die hessische Regierung erhobenen Vorwürfe pflichtwidriger Duldung kommunistischer Amsturzpläne völlig unbegründet sind. Das von uns auszugsweise abgedruckte Schriftstück stammt aus einer amtlichen Mitteilung einer anderen deutschenLandesregierung an das hessische Landeskriminalpolizeiamt und ist den hessischen Polizeibehörden zurAnterrich- tung bekanntgegeben worden. Die dem Schriftstück zu Grunde liegenden Vorgänge sind alsbald nach ihrerErmittlung von der Polizei des anderen Landes zum Gegen st and eines Strafverfahrens gemacht wor. den, das eine Reihe von Monaten beim Ober- rei'chsanwalt geschwebt und bereits im Frühjahr dieses Iahres zur Anklageerhebung und zur Eröffn un g des Hauptverfahrens geführt hat. Wir bedauern daher, aus dem bekanntgewordenen Schriftstück unberechtigteDorwürfe gegen die hessische Staatsreglerung hergeleitet zu haben." = — , . * - ^Auf Grund dieser Erklärung ist das Verbot des „Frankfurter Volksblattes" wieder aufgehoben worden. Dagegen hat Reichsinnenminister Frhr. v. Gayl die Beschwerde der Hessischen La n deszeitung gegen das verbot durch den hessischen Innenminister abgelehnt und die Beschwerde zur Entscheidung an dasReichs- gericht weitergeleitet. Berlin 2. Aug. (ERB.) Entgegen verschiedenen Dresseäußerüngen wird von unterrichteter Seite er- klär daß die Verfasfungsseier am 11. August rn der üblichen Form stattfinden wird Reichspräsident von Hindenburg wird an d?r Verfassungsfeier teilnehrnen. Sei ber Re chstag werden Reichsinnenminister V id-rr * und R-ichntnnzler °°u lapen das Wort ergreifen. Im Anschluß daran Berlin, 2. Aug. (WTB.) Im Reichsrat gab l a s s e n. namens der preußischen Provinzen Grenzmark - Posen - Westpreußen, Riederschlesien, Oberschlesien, Sachsen, Westfalen, Hessen-Nassau und Rheinprovinz der Vertreter der Rheinprovinz Dr. Hamacher folgende Erklärung ab: Die Zusammensetzung des Reichsrats kann nach unserer Auffassung nicht durch Akte eines Reichskommissars verändert werden. Wir legen daher Verwahrung dagegen ein, daß eine solche Veränderung versucht worden ist, daß in ............„..... „------- - A - . - Ausschüssen des Reichsrats Vertreter für Preußen gür den Antrag stimmten außer 70 Sozialdemo- nufaetreten find, die nicht im Namen der preußischen traten und 9 Großdeutschen 2 Mitglieder des Minister gehandelt haben, und daß preußische Heimatblocks. Dagegen stimmten u. a. 66 Eyrist- Staatsminister und ihre Bevollmächtigten an der lich-Soziale, unter ihnen bereits der Ersatzmann Teilnahme an den Reichsratsverhandlungen ver- Dr. Seipels, der Wiener Bankier Wancura. hindert worden sind. Angesichts der Tatsache, daß Der A n l e i h e v e r t r a g wurde d e m H a u p t- ■in der heutigen Plenarsitzung der Stuhl der preußi- aus sch uh zugewicsen. scheu Staatsregierung unbesetzt ist sehen wir von der Stellung eines Antrages auf Ber agung dieser Vollsitzung ab. Dieser Umstand Zeigt aber sinnfällig, daß die Frage, wer die preußische-Staats reaierung zur Zeit im Reichsrat vertreten darf, "°ch n?dH entfdjieben ift Unser- I-, n-chm- an der heutigen Beratung und an der Beschlußfassung über die sachlich nicht umstrittenen Punkte kann 'daher nur mit der Eins ch ra n Fung erfolgen, daß die Nachprüfung der Recht- Mäßigkeit der heutigen Plenarsitzung, in der die Regierung des größten Landes nicht vertreten ist vorbehalten bleibt. Auch die Vertreter Bayerns Württembergs, Badens, Hessens, Hamburgs, Lübecks, Bremens, Lippes und Schaumburg- Lippes gaben die Erklärung ab, daß sie an der Sitzung "nur unter Vorbehalt teilnehmen Der Reichsrat trat dann in die Tagesordnung ein und beschäftigte sich mit der Verordnung über Handelsklassen für Weizen Roggen, ckut er- gerfte und Hafer und mit den Ausfuhrungsbest m- mungen über die Gutachterstellen für Handelsklassen. Der Reichsrat stimmte den beiden Vorlagen zu. Auf Vorschlag des Reichsinnenministers Freiyerrn v. Gayl erklärte sich der Reichsrat dann damit einverstanden, daß für die nächsten drei bis vier Wochen eine Beratungspause eintritt. Minister von Gayl wies dabei darauf hin, daß vor dem Zujam- mentritt des neugewählten Reichstags, also vor Ende August, irgendwelche nennenswerten Vorlagen an den Reichsrat nicht gelangen könnten. Dr. Ignaz Seipel. ausbreitete. Auf Dr. Seipel war vor mehreren Jahren ein Anschlag verübt worden. Die Re- volverkugel, die ihn damals traf, war in die Brust eingedrungen und konnte der Zuckerkrankheit wegen nicht entfernt werden. Diese drei Umstände wirkten zusammen und führten schließlich seinen Tod herbei. Die Flaggen auf dem Parlamentsgebäude sind zum Zeichen der Trauer für Dr. Seipel halbmast gesetzt und der Nationalrat wird heute um 15 Uhr eine Trauersitzung abhalten. Die Leiche Dr. Seipels trifft heute um Mitternacht hier ein und wird im M i l 11 a r - kasino aufgebahrt werden. Die Begräbnis- feierlichkeiten finden am Freitagvormittag statt. Reichspräsident v. Hindenburg bat dem österreichischen Bundespräsidenten telegraphisch sein Beileid zum Ausdruck gebracht. Der R e i ch s k a n z l e r hat an den österreichischen Bundeskanzler Dollfuß folgendes Telegramm gerichtet: „Tief bewegt von der Nachricht über das Hinjcheiden des Herrn Altbundeskanzlers Dr. Seipel in dem Oesterreich einen seiner hervorragend st en Staatsmänner verliert, bitte ich Ew. Exzellenz mein und der Reichsregierung aufrichtiges Beileid entgegenzunehmen/' fchäfisträgers b e r e it7gepr üfitSSZTffn sei. und zwar nicht bis zum Jahre 1942 undl952 Dorgehen sei nach der völkerrechtlichen Ue&ung sondern auf immermabrenbe Zeiten. Es sei also n R H i n ho r pchtia t gewesen nichl wahr, daß der Vertrag von Lausanne oder das Geschäftsträger Dr v Rintelen schildert, Genfer Protokoll den Anschluß hinausschäben son- datz die dre^ polnischen Polizisten durch den bern der Anschluß fei eben schon durch die Fnedens- Pförkner in den Garten hineinge- vertrüge hinausgeschoben lassen wurden, als er gerade die Zahne entfernt Tage kommen, an dem Oesterreich und Deutschland hatte: offenbar besaß der Pförtner einen Reserve- die Macht tatten Jn 311‘«W- schlüssel xu dem verschlossenen Garten. Die polm- und keinen Tag spater. Die Anleihe könne für Oester chen Beamten stellten den Geschäftsträger als reich nützlich sein, wenn s.e als eine Atempause er in das Haus hineingehen wollte, zur Rede benutzt werde, um den wirtschaftlichen Aufbau durch- Äen'mX'fie anf MS ‘ÄnWS Ä"5|™ier Dr. D o 1. f u 6 »HM» daun: LLL 7u,El'°m und wies f?e aufJteV «'^b°bc die Zuführungen des Abgc°rduc -n Territorialität des Gartens und seiner Kunsch ak durchaus nicht so D c r't a n Den, Wohnung hin Rach seiner Legitimierung entfern- und sie waren auch nicht so zu verstehen -daß tei M bk Scannen und brachten dann die Fahne er der deut chcn Detchsregterung den Borwu^ a n d e r A u ß e n s e i t e des Gartens an. gemacht hat diese hat e Emiss a r e n a ch anoer-auucuic * Oesterreich gesendet — eine solche Aeuße- ‘Tltpr berfrtH örcuticn rung hätte ich sehr bedauert und richtiggestellt—, V sondern «r hat die deutsche Reichsregierung ge- tm HCia)Ördl : beten. Herren, welche sich zur persönlichen Ein- . , _ . . , . , , .. ..«fcoCnfct flußnahme gegen die Anleihe nach Oesterreich be- Preutzcns «tuhl bleibt vorerst unbesetzt. geben ^atten dur Rückkehr zu veran- " " 3dt) bedauere, daß diese Aeußerung so mißverständlich interpretiert wurde, daß dadurch der Schein einesMißver stehens entstehen könnte. Zwischen den Regierungen ist ein solches Mißverständnis nicht entstanden. Sie sind sich in jedem Fall nach wie vor der herzlichen Freundschaft und Ber- bundenheitbewutzt. Der Mißtrauensantrag der Großdeut- schen gegen die Regierung wurde darauf mit Stimmengleichheit 81 zu81 abgelehnt. der um seines Namens willen eine gewisse Popularität gcnies;t. Aber bar starke Mann, der nun olles mit sich reifet und aus der Schwäche der Republikaner entscheidende Vorteile zu gewinnen vermag, ist er wahrscheinlich auch nicht. Immerhin haben die 'Demokraten den entscheidenden Schritt getan und eine „nasse Planke" in ihre Plattform eingezogen. Sie haben sich also damit gegen die Trockenlegung der Vereinigten Staaten ausgesprochen und einen Abbau der Prohibition wenigstens für leichte Alkoholika proklamiert. Was da- bedeutet, läßt sich in Europa vermutlich kaum beurteilen. Der Kampf um die Trockenhaltung der Vereinigten Staaten hat ja die heterogensten Elemente zu Bundesgenossen gemacht. Auf der einen Seite die Idealisten männlichen und weiblichen Geschlechts, die aus sittlichen und arbeitspolitischen Gründen den Alkohol verdammen, auf der anderen Seite aber auch die Kapitalistengruppen des organisierten Alkoholschmuggels, die ihr glänzendes Geschäft nicht verlieren wollen und deshalb mit aller Kraft für die Fortsetzung der Prohibition eintreten. Dadurch aber, dafe die Demokraten nun endlich Farbe bekannt haben, wird ein neuer Streitapfel in den Wahlkampf geworfen, der wieder zu einer gewaltigen Verschiebung der Fronten und dec Wähler führen kann. Hedda Hai ein Auto. Von Jakob Franken. In meiner Verwandtschaft gibt es eine nette, junge Dame, die nicht glücklich ist. wenn sie nicht alles mitmachen kann, was „modern" ist. Sie hat Polo gespielt, sie bat sich im Golf geübt, Bridge lernte sie an zwei Abenden. Sie hat sich eine Zeitlang für Astrologie, Psychoanalyse und andere Dinge interessiert. Aun hat sie ein Auto. Sie findet es höchst modern, wenn eine junge Dame in einem offenen Sportzweisitzer fährt. Wir, die wir zur Familie gehören, haben unseren Spaß an Hedda und ihrem Auto. Immer neue Geschichten kursieren. Einmal — das erzählte uns Alfred — kam sie in ein Handschuhgeschäft und liefe sich verschiedene Handschuhe vorlegen. Das Fräulein, das sie bediente, fragte nach ihrer Aummer. Prompt erwiderte Hedda: „Al 3339!" Einen kleinen -Unfall hat Hedda auch schon gehabt, ein anderes Auto ist in ihren Kotflügel gefahren, hat aber die Unverfrorenheit besessen, ohne anzuhalten weiterzurasen. Hedda brachte den Vorfall zur Anzeige. Der ‘Beamte, der den Verlauf zu Protokoll nahm, fragte nach Anhaltspunkten über Art uno Aussehen des Wagens, da Hedda die Aummer vergessen hatte. Hedda beschrieb so: „Es war «in beigefarbenes Auto, klein und lang, mit einem dunkelblauen Streifen. Die Dame, die es lenkte, trug ein graugrünes Complet, das mit lila Borte eingesäumt war. Sie trug einen kleinen Kragen aus orangefarbenem ' Chiffon, einen grünen Schal mit Karomustern und eine schwarze Strickkappe. Ich glaube sie hatte blondes Haar und trug hellgraue Wildlederhand- hat Hedda einmal aufgezogen und unter anderem auch gefragt, was sie täte, wenn sie unglücklicherweise jemanden an- oder gar überfahren würde. Hedda antwortete: „Gleich die Versicherung an- rufen!“ Frauen nehmen sich doch manchmal viel heraus. Hedda hat sich neulich etwas Schönes geleistet, sie hielt vor irgendeinem Dürohaus und rief einen jungen Mann an: „Sagen Sie, mein Herr, können ‘< r fahren?“ Der Angesprochene blieb verdutzt stehen und verneinte. Darauf sagte Hedda seelenruhig: „Ra herrlich! Würden Sie dann bitte so freundlich sein und zwei Minuten auf mein Auto auf passen 7" Zugleich mit der Meldung über das Ableben des 'Altbundeskanzlers Dr. Seipel kommt die Aachricht von dem Tode des Erfinders Emil Marek. Der Mann, der das bittere Los eines glücklosen Crfindcrlebens gezogen hatte, der trotz seiner Begabung sich nicht durchzusehen vermochte und arm und verlassen in einem öffentlichen Spital gestorben ist. Ein neues Kapitel zu dem nie endenden tragischen Roman des Erfinder- schicksals ist beendet. Emil Marek gehörte zu den Menschen, denen alles mißlingt, einerlei was sie in die Hand nehmen. Ja, wenn es sich bestätigt hätte, dafe er damals vor fünf Jahren sich absichtlich das Bein abgehackt hat, um in den Besitz der Versicherungssumme zu gelangen, dann wäre ihm selbst das mißlungen, denn das Geld, das die Versicherungsgesellschaft ihm zahlen mußte, ist in alle Winde verflogen. Es brachte ihm keinen Segen. NisMand müßte etwas von Emil Marek, noch etwas von feinen Erfindungen, wenn sein Prozeß «im Jahre 1927 nicht so ungeheures Aufsehen In der ganzen Welt erregt hätte. Er war wegen Der- -sicherungsbetruges und wegen Selbft- Verstümmelung gemeinsam mit seiner Frau angeklagt. Er hatte sich bei seiner Versicherungsgesellschaft gegen Unfall mit der außerordentlich hohen Summe von 400 000 Dollar versichert. Kurz nach Abschluß der Versicherung trat der Dersiche- rungsfall ein. Marek hatte eine elektrodynamische Puppe konstruiert. Die Puppe trug die Gesichtszüge seiner Frau. Er wollte den künstlichen Menschen schaffen. Bei den Arbeiten am der Puppe hackte er sich mit einem Beil in den Fuß. Die Wunde verschlimmerte sich und das Bein mußte amputiert werden. Darauf verlangte Marek die Auszahlung der Versicherungssumme. Die Gesellschaft weigerte sich aber und behauptete, Marek habe den Unfall absicht - l i ch herbeigeführt, um in den Besitz der 400000 Dollar zu gelangen. Die Klage Mareks gegen die Versicherungsgesellschaft beantwortete diese mH einer Anzeige bei der Staatsanwaltschaft wegen Versicherungsbetruges und Selbstverstümmelung. Es kam zu jenem berühmten Prozeß, der die ganze Welt in Spannung hielt. Es konnte Marek nicht nachgewiesen werden, daß er sich absichtlich ins Bein gehackt hat und er wurde freigesprochen. Sern Prozeß hat aber Schule gemacht, denn nach dem Marek-Prozeß wurde eine ganze Reihe von Fällen des Versicherungsbetruges durch Selbstverstümmelung aufgedeckt. Trotz der Schuldlosigkeit Mareks hat die Versicherungsgesellschaft die 400 000 Dollar nicht bezahlt. Sie einigte sich mit Marek auf 240 000 österreichische Schilling. Die Anwaltskosten Mareks befolgen bereits 60 000 Schilling. Mit dem Rest des Geldes ging M. nach Algier, wo er sich an elektrischen Unternehmungen beteiligte. Auch hier hatte er keinen Erfolg. Das Geld ging verloren, nur einen kleinen Rest konnte er retten. Er kehrte nach Wien zurück und erwarb einen Obststand auf dem Marktplatz in Wiener- Aeustadt. Wieder eine Riete. Er preist sich glück, lich, alS es ihm nach vielem Suchen endlich gelungert war, eine kleine Anstellung irt einem Radi oge schäft -u finden. Schon nach kurzer Zeit griff Iba6 Schicksal erneut ein und warf den jungen! Mann, denn er zählte erst 33 Jahre, aufs Krankenlager. Man schaffte ihn ins Spital, wo er nun gestorben ist. Wieder Ruhe in Königsberg. Oie Untersuchung der Terrorakte bisher ergebnislos geblieben. Ein amtlicher Bericht. DicFcstlienommencn verweigern dieAuksagc Berlin, 2. August. (ERB.) Zu den Königsberger Vorgängen wird vom preußischen In- n e n m n i st e r i u m mit allem Nachdruck betont, daß nach den letzten Meldungen aus Königsberg dort absolute Ruhe herrscht. Die Dolizei ist durchaus Herr der Lage. Gestern nachmittag wurde eine größere Auflage von Flugblättern, in denen Aum Massenstreik aufgefordert wurde, beschlagnahmt. Im Übrigen ist die Königsberger Polizei durch Heranziehung auswärtiger P o I i z ei m a n n f cha f te n verstärkt worden. Es sind in großer Anzahl Polizeistreifen unterwegs. Die einzelnen Reviere sind nur noch mit wenigen Beamten besetzt. Ferner sind vom Regierungsprälidenten besondere Bestimmungen zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung erlassen worden. Insgesamt wurden bisher 40 Personen fest genommen. Bei der beschleunigt durchgeführten Untersuchung und der Vernehmung der Festgenommenen haben sämtliche ihre Aussagen bartnäckig verweigert, so daß die Nachforschungen nach ihrer politischen Zugehörigkeit bisher ergebnislos geblieben sind. Die weitere Untersuchung ist In die .Hände bet* Staatsanwaltschaft überaegan- gen. Amtlich wird erhärt, wenn bestimmte politische Gruppen besonders in Verbäckst geraten sind, so war dafür die Tatsache maßgebend, daß bei der Inbrandsetzung der Tankstelle S 21.-Leute in Uniform fe st genommen worden sind, und daß weiter ein junger SA.-Mann bei seiner Vernehmung ausgesagt hat, ein SA.-Führer habe zu Plünderungen aufgefordert. Doch wird diese Aussage von den Nationalsozialisten b e st r i t t e n. ♦ Der Bevollmächtigte des Reichskommissars für Preußen, Dr. Bracht, hat an den Regierungspräsidenten a. D. Dr. o. Bahrfeldt in Königsberg das folgende Telegramm gerichtet: „Beglückwünsche Sie zum Mißlingen ruchlosen Attentats und wünsche baldige Wiederherstellung." pMischeAnMge in Marienburg Marienburg, 2. Aug. (ERB.) Auf die Wohnungen deS Polizeiinspektors Riedel, des Stadtbaurats Mollenhauer und des Stadtverordneten Rahn wurden heute nacht zwischen 12 und 2 Uhr R e v o l v e r a n s ch l ä g e verübt. In der vergangenen Rächt gegen 1 Ufer gaben mehrere Unbekannte vor der Gastwirtschaft in Marienburg-Tessendorf Schreckschüsse ab, forderten den Wirt auf, auf die Straße zu kommen Und zwangen ihn, d a S Ueberfallkommando aus Marienburg zu alarmieren. Während der Abwesenheit des Ueberfallkommandos aus Marienburg wurden dann dort die Ans eyr der überaus harmonisch verlaufene Festkommers Gießen, den 3. August 1932. Studenten im Arbeitslager. v. Oer Schatz des Defraudanten. war auch nicht Übermäßig interessant, erweckte aber Freude in meinem Herzen, denn ich fand eine Kiste Zigarren und eine Flasche M a - deirawein reif Ken Alters. Sodann ein Notizbuch ohne Hamen, aber mit vielen unverständlichen Eintragungen, Wäschestücke eines sicherlich sehr verwöhnten Herrn aus Seide ... Unb das war alles. Oer Inhalt des Koffers. Der Koffer, den ich in dem Unterstand gefunden hatte, war nicht verschlossen. Sein Inhalt Robinson mit Vorortökarte Abenteuer in der Lüneburger Heide. Don Karl Ey. Weidebetriebes zu befürchten war. Damit dürste aber die Frage des Schutzes der Wisselsheimer Salzflora und .Fauna noch nicht endgültig gelost sein. Wir sehen in der ebenfalls erfolgten Anlage von Entwässerungsgräben eine noch größere we« fahr als in der Deweidung und bitten daher das Ministerium, durch baldige Erklärung des in Frage kommenden staatlichen Geländes zum JUa tut • schutzgebiet den schädigenden Eingriffen Einhalt zu gebieten? * LU. Von der Pressestelle der Uni* versität (Sieben wird mitgeteilt: Zu außer* planmäbigen außerordentlichen Professoren an unserer Universität wurden ernannt, in der Theologischen Falultät: der Privaidozent für praktische Theologie Dr. Adolf Allwohn: in der Philosophischen Fakultät, II. Abteilung, die Privat- I Dozenten: Professor Dr. Louis Dede (anotga- . nische Chemie), Dr. Otto Dehaghel (Chemie). | Arbeitslager der Gießener Studentenschaft. (Sprechstunden: Werktags von bis 14.30 Uhr im Schreibmaschinenzimmer Studentenheims Gießen, Leihgestemer 16.) Deutschösterreich. Dem Kulturbolschewismus, der Gottlosenbewe- $ung, gelte weiter der Kampf. In der Gegenwart ei der Wingolf nötiger denn je. Bestände er nicht, er müßte gegründet werden! Für christlich-eoange- lische Kultur, für den zukünftigen Bestand von Bold und Reich, für die Wiederherstellung Der Wehrmacht, um Raum und Arbeit für das tüchtigste Volk der Erde trete man in die Schanzen. Zucht Die Kunst des Schönschreibens ist in China stets sehr hoch geachtet worden. Wurden doch dort die Buchstaben bis in unsere Tage hinein mueipiui ut- । mit dem Pinsel gemalt, und das erfordert eine des neuen hessischen besondere Hebung und Geschicklichkeit. Schon in Dennoch kam ich mir bei dieser Inspektion mehr als ein Aobinson vor als In all den einsamen Tagen in der Heide. Waren hier nicht die Gegenstücke der Wrackteile, welche die See immer im rechten Moment an Den Strand der Südseeinsel zu spülen pslegt, war hier nicht das Geheimnis, welches dem Leben und Denken des Eremiten neuen Inhalt -und neue Anregung gibt? Allerdings fehlte noch die Tonne mit Schiffs- »wieback, die Eisenkisten mit Munition, die Säcke mit unverwüstlichem Salzfleisch, aber das Abenteuer hatte seinen Glanz über mein Unternehmen geworfen, obwohl mir, während ich meine gc- kochte Hasenkeule aß und sie mit dem herrlichen Madeira hinunterspülte. Die ganze Entdeckung wieder höchst prosaisch erschien, wie sie es ja auch in Wirklichkeit war. Wiev'.ele Wanderer haben wohl schon aus ihren Streiszügen in den Gebirgen und in der Heide, in den Wäldern Thüringens und des Schwarz* waldeS primitive Unterstände entdeckt, Die alle Merkmale dafür trugen, Daß sich hier Menschen ausgehalten hatten. Freilich — der Koffer — warum blieb Der zurück, warum Der Hasiersplegel, der Kamm unD Das Seifenetui? Und warum war kein einziges Werkzeug zu flnDen, obwohl Der ruhe Tisch und Die Türverstärkung Doch sicherlich nicht mit Dem Taschenmesser errichtet worden waren? Schließlich entschied ich mich Dafür, Daß hier ein leicht angebohrter Sonderling gehaust hatte, Der sich Den Unterstand wahr* schewlich Durch einen Schäfer errichten ließ. Und Dieser Schäfer wirD ihm wohl auch Die Lebensmittel gebracht haben, Die er benötigte. Später mag er mit seiner HeiDschnuclenherDe anDcre Weideflächen gesucht und Den Sonderling Der* gelfcn haben. Und als dieser seinen Bersorger nicht mehr auftauchen sah, da wird er wohl gerne • auf seinen Koffer verzichtet haben, um sich auf seinen Weg nach Dem nächsten Heidehof nicht zu sehr zu belasten. Und wenn das Datum Der „Weser*Zeitung" irgend etwas zu bedeuten hatte, so lag das alles schon nahezu 30 Iahre zurück. Vergessen, ber* jährt... (Schluß folgt.) anftaltete. Hach dem Essen setzten sich Die Gäste nieder, um zwei Gedichte aufzuschreiben, und zwar sollte diese Aufgabe gelöst werden in einer Zeit, Die verstrich, bis einige Weinbecher, die auf Brettern in Den Fluß gesetzt worden waren, von Der Strömung an Das User getrieben sein würden, an Dem Die Schreibenden faßen. Cs wird berichtet, Daß elf Der Teilnehmer beide Gedichte in dieser Zeitspanne niederschrieben, fünfzehn ein Gedicht. Die übrigen, Die nicht einmal Diese Leistung vollbracht hatten, würben verurteilt, zur Strafe jeDer Drei Weinbecher auszutrinken. Oie (Simpelschule. In einer mit Den schönsten farbigen Abbildungen geschmückten Plauderei über Prachtfinken — sie schmückt das Augustheft von Bel ha gen & KlasingS Monatsheften — schildert Der berühmte Vogelkenner Friedrich v. L u c a - nus Die Art, wie Der Gimpel in Die Schule genommen wird. Die Abrichtung erfolgt in Der Weise, baß Die jungen Bügel aus Dem Hest genommen und aufgepäppelt werden. Sobald die Högel selbständig sind, beginnt Der Unterricht. Täglich muß Den kleinen gefieberten Schülern das zu erlernende Lied möglichst oft vorgepslfsen werden. Es währt bis in Den Winter hinein, Daß Die Bügel Die Melodie erfaßt haben und fehlerfrei vortragen. Gar herrlich erklingt Das Lied aus» Der Kehle des kleinen Sängers, Denn mit reiner, sehr klarer zarter und weicher Stimme flötet er Die Melodie, so Daß man sich Immer wieder Daran! erfreut und geradezu mit Andacht Dem gefühlt vollen Bortrag des kleinen Künstlers lauscht. Seinem Pfleger schließt sich der ausgepappelts Dompfaff innig an und läßt sich leicht dazu abrichten, sein Lied auf Verlangen hören zu lassen. .Ich besitze," so schließt Lucanus, ,augenblicklich einen Dompfaff, Der zwei Lieder, „Goldene Abendsonne" und „Ein Iäger aus Kurpfalz" flötet. Ich brauche nur an seinen Käfig heranzutreten und ihm durch leises Kopfwiegen zu schmeicheln, so bläht dec kleine Kerl sogleich freudig erregt fein Gefieder auf, wippt mit Dem Schwänzchen hin und her und trägt seine beiden Lieder vor. Ein so inniges Verstehn zwischen Maisch und Tier ist eine Quelle reinster Freude und ein unvergleichlicher Gruß." •• Wiederum Schlägerei imSelters» weg. Wie der Polizeibericht mittcilt, tarn cS im Lause des gestrigen Abends gegen Mitternacht im Seltersweg wieder zu Auseinander* sehungen zwischen Hationalsozialisten und Kommunisten. die schließlich in Tätlichkeiten ausarteien. Bei Der sich enttoidelnDcn Schlägerei erlitt Der Fuhrmann Gath aus Der HeustaDt verschiebens Verletzungen im Gesicht, von denen allerdings noch nicht seststcht. ob es sich um Hieb* oder Stichverletzungen handelt. Wie wir von der SanitätSkolonne weiter erfahren, sand sich gestern abend im Depot der Sanitätskolonne ein Mann ein der — wie er angab — auf dem Heimwege vom Bahnhof als Unbeteiligter mit In Die Schlägerei gezogen wurde und Dabei ebenfalls verschiedene Verletzungen erlitt, die er sich in erster Hilfe von den Sanitätern behandeln ließ. Dr. König, er hieß ferner Den Vertreter deS Offizierkorps, Oberleutnant Wagner vom hiesigen Bataillon willkommen, wies auf Die guten Beziehungen hin die zwischen Militär und der SiuDentenschaft bestehen, er begrüßte Die Vertreter Der „Starkenburgia" unD Des Allgemeinen Deutschen Studentenbundes. Er gab seiner besonderen Freude Ausdruck Darüber, Daß trotz aller Hüte Der Gegenwart sich so viele Verbindungs* brübet eingesunden haben, um Das 80. Stiftungs* sest des (Siebener Wingolfs festlich zu begehen. Hachdem Pfarrer K a l b h e n n mit seinen Söhnen zwei Lieder zur Posaune zum Vortrag gebracht hatte und Dafür lebhaften Beifall erntete, hielt Generaldirektor Schlosser - Linz (Donau) die Festansprache. Er grüßte Den (Siebener Wingolf und insbesondere Die aktive Ver» iünbung. Die Aeltesten des Bundes, jene, Die Im besten ManneSalter stehen, Die Jungen, sie alle hätten sich eingesunden, um sich begeisterten Auges, sarbengeschmückt, stolz, zum Bunde be* kennen zu können. Mit besonderer Verehrung gedenke man Der Stifter, die vor nunmehr achtzig Iahren das Banner des Wingolf aufrichteten. Nicht brauche man sich heute Der Antwort zu schämen. wenn gefragt werde: „Was ist aus Dem Winaols geworden?", Denn Die nachfolgenden Geschlechter wirkten im Geiste Der Gründer. Nie sei ernsthaft Der Versuch gemacht worden, die religiös-sittlichen Grundsätze des Winaols aufzugeben. Nie sei Die schwarz-weiß-goldene Fahne eingezogen worden. Der Wingolf habe an seinem Erbe unverrückbar festgehalten. Im Sturm Der Glaubenslosigkelt sei Der Wingolf gegründet worden. Die Gründer mußten Tapferkeit beweisen, Denn es habe eine Zeit gegeben, in Der es Mut crforDertc, sich zum Glauben und zur Kirche zu bekennen und eine christliche Verbindung zu gründen. Inzwischen aber habe der Bund in Den acht Iahrzehnten seines Bestehens dem Staate und Der Kirche viele tüchtige Männer gegeben. Der Wingolf sei es von Anfang an gewesen und werde es immer sein: eine nationale Verbindung. Mit unsagbarer Begeisterung seien 1870/71 die Wingolflden In den Kampf gegen Frankreich gelogen, sie jubelten dem neuen Kaiserreich zu, sie feien Stützen des Reiches gewesen. Die Achtung und Verehrung weiter Kreise sei dem Bund nicht Der- faßt geblieben und er werde sie behalten, wenn er Den Grundzügen feiner Wesens treu bleibe. Dieses aber bestünde mehr Denn je in Dem Festhalten am christlichen Glauben und seinen Heilswahrheiten — Nicht als äußerer Form jedoch nur, sondern als Richtungszeiger für den Einzelnen, für Familie, Bolk unD Staat, Berufs- unD Gesinnungsgemeinschaft. Der Wingolf habe während des Weltkriegs Die größten Opfer gebracht; er lasse sich von niemanD in Der Liebe zum Vaterland übertreffen. Bewußt stehe man zu der Baier Glauben, bereit, Gut unD Blut zu geben für Die Zukunft des Vaterlandes. Der Wingolf fei Weltanschauungs-DerbinDung. Er habe sich keiner Partei verschrieben. Was er bar- teile, fei er aus eigener Kraft geworden. Trotz aller inneren Bescheidenheit könne man aufrechten Hauptes einhergehen. Der Wingolf teile Die Sdyniudyt des Volkes nach einem Führer, man werbe sich aber bestimmen lassen in allem handeln vom Führer-Erlöser im Sinne des Wahls pruchs „Durch Einen (Christus) HilesI" Mit diesem Wahls pruch umfasse man alle deutschen Brüder, kämpfe für Memel und Danzig, für bas Saarland und für UnD Ordnung, Fähigkeit zur Ein- und Unterorh- nung, Selbstzucht, Stählung Des Körpers, Wchr- hafterhaltung usw. erachte man als Die Grundpsei- ler Der Erziehung im Sinne Der Arbeit für bas Volksganze. Dabei wolle man nie vergessen, baß man Hesse sei. Die sprichwörtliche Treue Des Hessen sei die festeste GrunDlage für bie Zukunft. Mit optimistischen Worten für Fortbestand und Wieber- Aufwärtsentwicklung in unserem Baterlande, mit besten Wünschen für Das weitere Bestehen Des Wingolf beschloß Der Redner seine begeistert aufgenommene Ansprache. Rach weiteren gemeinsam gesungenen Liebern, übermittelte Geheimrat Pros. Dr. König als Vertreter Seiner Magnifizenz Des Rektors Der Universität Pros. Dr. Vanselow, Der (ciDer nicht Der Feier beiwohnen konnte, Die Glückwünsche Der Universität. Er sprach in sinnigen Worten über Die immerwährende Fugend des nun 80jährigen Wingolfs, er rief Erinnerungen art einen Der Gründer wach unD würdigte zum' S )Iuß Das glückliche Verhältnis zwischen Universit . und Dem Wingolf. Oberleutnant Wagner, als Vertreter Des hiesigen Offizierskorps übermittelte ebenfalls Glückwünsche zum Jubiläum unD wies auf die Verpflichtung Der ötuDenten hin, an Der Wehrhastmachung Der Nation mitzuhelfen. Seinen Ausführungen wurde lebhaftes Interesse und viel Zustimmung ent« gegengebracht. Ein Vertreter Des Korps „Starkenburgia" übermittelte ebenfalls Glückwünsche und Pfarrer Kalb Henn (Lollar-Kirchberg) sprach neben seinen Wünschen für Den Wingolf die ernste Bitte aus, mitzuhelfen, das Band zum deutschen Osten fester knüpfen zu helfen. Zum Schluß beglück- alter Zeit waren Wettkämpfe beliebt, bei Denen die Schnelligkeit des Schreibens erprobt wurde. Ein solcher Wettbewerb, der im Iahre 253 n. Ehr. stattfand wird in einem Schriftstück geschildert, das in der neuesten Veröffentlichung des Britt* fchen Museums wiedergegeben ist. Das große Ereignis vollzog sich bei einer GAttschast, die der berühmte Schönschreiber Wang Hst-Ehih bet* lieb gesungen. Hach weiteren Liedern begrüßte der Grstchargierte stuck, med. Kalbiher die zahlreichen Verbindungsbrüber, bie aus Hostock und Danzig, aus Darmstadt und Marburg, aus Göttingen unb Frankfurt gekommen finb; er begrüßte besonders ben Vertreter des verhinderten Hektors der Uniberfltät, Herrn Geheimrat Prof. Die Gießener Studentenschaft beabsichtigt, in Den kommenden Ferien ein Arbeitslager zu veranstalten, das Studenten, Jungaka- mikern und Abiturienten durch Gewährung eines Forderungs-fatzes aus öffentlichen Mitteln Gelegenheit gibt, sich zu beteiligen, Da solche Arbeitslager z. 3t. von allen örtlichen Studentenschaften in Aus- , sicht genommen sind, erläßt die Deutsche Stu- • dentenfchaft nachfolgende Mitteilung: Die Verordnung der Reichsregierung vom 16. Juli 1932 über den freiwilligen Arbeitsdienst hat die Förderungsberechtigung und damit bie Möglichkeit der Teilnahme an Arbeitslagern auf alle Zungen Deutschen unter 25 Jahren ausgedehnt. Die Beteiligung Der Studentenschaft an den Arbeitslagern der kommenden Monate ist damit sicher- gestellt Der neubestellte Reichskommisfar für den freiwilligen Arbeitsdienst hat mit Rücksicht auf den kurz bevorstehenden Vorlesungsschluß der Hoch' schulen für Die Teilnahme von Abiturienten, Studenten und Jungakademikern angeordnet, Daß Die Prüfung und Zuerkennung Der Förderungsberech- tiquna für Diesen Personenkreis Dem Deuts ch e n Studentenwerk und den örtlichen St u- dentenwerken übertragen wird. Dadurch ist die Studentensck>aft in die Lage versetzt, dem aus allen Kreisen der akademischen SugenD geäußerten Wunsch zu entsprechen und etw>a 3000 Studen- Den in Den Arbeitslagern des Sommers einzuhtzen. Die Aktion der Bewältigung Der umfangreichen organisatorischen Vorarbeiten hat in den letzten Tagen an allen Hochschulen eingesetzt, Anmel bungen können an Die Studentenschaften wie an die örtlichen Studentenwerke der einzelnen Hochschulen gerichtet werden. Die Anträge auf Zu- erkennung der Fördcrungsberechtigung müssen ge- sondert gestellt werden und werben von einem Prüfungsausschuß deS örtlichen Studentenwttks in bem die Dozentenschaft und die Studentenschaft vertreten ist, entschieden. Die Abzweigung eines Taschengeldes von dem für Arbeitsbienstwillige üblichen Förderungssah kommt nur für besondere bedürftige Studenten in Frage. Solche Studenten, deren wirtschaftliche Lage es zuläßt, erhalten mit Hücksicht auf die soziale Bedeutung des Ar* beitsdienstes und die möglichste Auswertung der zur Verfügung gestellten Summe einen gekürzten oder keinen Förderungsbeitrag. Iung-Akade- miker mit abgeschlossenem Studium können sich zu diesem Zweck auch an bie Organisationen Der Akademischen Selbsthilfen oder des Ingenieur* Dienstes wenden, die ihrerseits mit ben örtlichen Stubentenwerken die Verbindung ausgenommen haben. Die Deutsche Studentenschaft hat sich aus ihrem Studententag in Königsberg für d en A r b e i t s d i e n st g e d a n k e n a u s d r u ck l i ch ausgesprochen. Sie hat daher ihre Mitarbeit für die Arbeitslager im Sommer zuge- Weitere Auskunft erteilt der Referent für nachdem gestern vormittag auf Der Burg Gleiberg, dem Orte bet Gründung des Bundes, eine ernste Feier stattgefunden hatte, vereinigte am Abend der Festkommers in ben Bäumen des Gesellschaftsvereins die Alten Herren, die Ak- tivitas, die DerbindungSbrÜber aus den verschiedensten Teilen Deutschlands, viele Gast« und Vertreter anderer Korporationen in festlicher Gemeinsamkeit. Hach dem Einmarsch der Chargierten hielt stuck, jur. Heymann eine Ansprache, in der er die Geschichte unseres Volkes und Vaterlandes in großen Umrißen zeichnete, von Ausstieg und Hiedergang Deutschlands sprach, von dessen Kräften in der Einigkeit und dem Willen und Wunsch zur Freiheit, der in diesen Tagen lebendiger sei denn je zuvor. Mit hoffnungsvoll in die Zukunft weisenden Worten schloß her Heb- ner. Gemeinsam würbe Johann bas Deutschlanb- AIS ich wieder aufwachte, war meine Unruhe verschwunden. Was mir gestern abend noch als gespenstisch erschienen war, lockte heute als ein abwechslungsvolles Abenteuer. Hachdem ich mich mit einem Blick vergewissert hatte, daß mein Hase noch an seinem Aste hing, eilte ich durch Den niedrigen Eingang der Höhle unb mb nun in dem milden Licht, daß hier e In M e ns ch gehaust haben mußte, der sicherlich kein gelernter Hobinson war, denn ein Dertoitterter Hasierspiegel, ein Kamm, Bürste und Selse be* wiesen, baß er sehr wohl die Feinheiten des Lebens zu schätzen wußte. In der einen Ecke stand ein Handkoffer aus gutem Leder, in der anderen ein kleiner Berg von leeren Konservendosen. Als Unterlage für einen groben Tisch biente eine Zeitung, bie mich zuerst interessierte. Es war bie „Weser * Zeitung aus Bremen, unb bas Datum lautete 2 3. 3 uni 1 9 0 3. Schlagzeilen kannte man damals noch nicht. Aber wen es interessiert, bem sei verraten, baß unter Der Hubrik „Vom Hofe" ein Leit- artitel mit bet Ueberschrift stand: ..Die Militär- Vorlage in der französischen Kammer". Che ich mich an die Oef f nung des Kos* fers machte, untersuchte ich bie Konservendosen, natürlich nur um ihre Inhaltlosigkeit zu konstatieren denn schlimmer als die Heugier plagte mich Der Hunger. Daß ich jetzt bas richtige Lager gesunden hatte, war mir klar, denn der Mann, der den Unterstand baute — wahrscheinlich nicht einmal alleine, wenn auch sonst alles darauf hinwies, baß nur ein einzelner Mensch hier gehaust hatte — hätte sich hier bestimmt nicht angeßebelt, wenn kein Wasser in der Hähe gewesen wäre. Wirklich sand ich auch nach kurzem Suchen wünschte'" noch "'der Vertreter des'Frankfurter ^^^wur^e' un" kühles unb^erbänniämäßig Wingolfs, als Derzeitiger Vororts Des Wingo^unD^s | 9^9 Nasser enthielt. Während ich bem Hasen in sehr Dilettantischer Weise eine Keule vom Körper löste, — ließ ich bas Wasser sieben, um mir vorher erst aus dem braunen Mus einen Kaffee zu kochen, bet trotz bet Durchweichung infolge des Hegens noch ganz ordentlich schmeckte. Ich trank das heiß« Haß in gierigen Zügen und mußte daran denken, daß jetzt wahrscheinlich irt Hamburg bie ersten frischen Brötchen ausgetraaen würben. Ich hätte bie 30 Mk- in meiner Tasche für ein Dutzend des knusprigen Gebäcks freuöu hingegeben, aber ich freute mich auch schon au die gekochte Hasenkeule, Die jetzt ihren Platz in Der Matmeladekanne finden sollte. Plötzlich, unerwartet, verstarb in diesen Tagen im Sliter von 54 Jahren der auch in Gi.ßen nicht unbekannte Architekt Pros. B i e b r I ch e r (Kreseld) m Krefeld. Prof. Biebricher wurde in Bleialf (Eifel) geboren, er verbrachte seine Jugendjahre in unserer Stadt und besuchte hier auch die Gewerbe- und, , . - -x. Maschinenbauschule. Zu seiner weiteren Ausbildung Zu WöMg Schäfer M Frankreich, im Baufach praktizierte er bann nahezu fünf Jahre $er Stand des Schäfers, Der seit Den Tagen, da lang bei Baurat Mener ben er als seinen Lehr- ™ • Paris seine Herden am Ida weidete, von Herrn und Meister in den spateren Jahren als dank- f romantischen Schimmer verklärt ist unb in barer Schuler noch des öfteren In ®kßen aussuchte, ^ner ganzen großen Gattung bet Weltliteratur Don hier aus kam er oann zur Firma Architekt Der^er”[i(^t wurde, hat heute viel von seinem Hoffmann (Herborn) unb arbeitete in Deren na«nt1. p;nnpßitfif- Hur feiten noäb beaeanet man Sluftrag am Umbau bcs Alten Schlosses mit Seine und^dem Großstädter fft diele? Anblick beruflichen Kenntnisse erweiterte er dann bei ver- « ftem£) marifer Blättern wird es sehr chiedenen maßgebenden deutschen Architekten er Geklagt baß die Zahl dieser Vertreter einer an* machte weiter Das sog. ''Kunstler-Emiahrige ge muti®en Idyllik immer kleiner wird. Der Schäfer, raume Zeit wirkte er dan als Assistent an Der Kunst- & ; übt augenscheinlich auf den modernen Men- gewerbeschule in Düffeldors und ^m spater (1905) Anziehungskraft mehr aus. Um die nö° als Leiter der Raumkunst- und Daufach-Abtellung g Anwärter für diese Tätigkeit zu gewinnen, Der KrefclDer Kunstgewerbeschule nach KreselD. Die- ^at man 0[[e möglichen Erleichterungen geschafft A>nt bekleiDete er bis zu se'nem ToDe. In An- 3n Rambouillet gibt es eine „Schäfereibetracht feiner Derhienstc um die Schule wurde ihm Hochschule", in Der Lehrlinge der Schäferei bei Der Titel eines Professors zuteil, t-une Reihe ein- I -^iem Unterricht, freier Verpflegung und einem Drucksvoller Bauwerke In KrefelD unD in Der wei- Taschengeld von 100 Franks im Monat für einige teren Umgebung Dieser Stadt, legen Zeugnis ab von Monate ausgenommen werden, um ihre Ausbil- feinem hochbedeutsamen Schaffen. -Deine Baut n erhalten. Doch es sind immer Stellen frei, trugen nicht zuletzt wesentlich Dazu bei, dem Stadt- un?) man nur schwer Hachsolger für die bild von Krefeld jene wertvolle und bedächtige Lime Abgehenden, die ihr Examen gemacht haben. Trotz» zu geben, Die Der Formenfprache des verstorbenen Verband der französischen Schaf- Architekten zu eigen war. Pros Biebricher war als . . mit ber Absicht, noch weitere Schulen zu Mensch Durch feinen lauteren Charakter, Durch seine cröffnen, und betreibt eine eifrige Propaganda, fröhliche unD temperamentvolle Art in weiten Krei- um friedlichen Stand der Hirten nicht aussen — auch in Gießen — bekannt und allgemein sterben zu lassen. Die Pariser schenken diesen De- geschätzt. ftrebungen ihre volle Sympathie, Denn sie sind Der Meinung, daß zu einer „poetischen" Landschaft Schutz vCr ove» yesslfu/e» | auc^ cin Schäfer gehört. Man will sich doch Nicht ein einer Entschließung Der Fachschaft Der nur an den Hirtengedichten von Theokrit bis Ste- Rioloaen an Der hessischen ßanbesunioerfität fan George erfreuen; man mochte die Lektüre an bas in Naturschutzfragen zuständige hessische durch Die Anschauung ergänzen. Finanzministerium heißt eß u. a.: „Im Gebiet der Altchinesischer Schreib-WettküMpf. Wetterau befinden sich noch einige wenige Salz- I stellen die durch eine bemerkenswerte ck au na und ftlora wie sie sonst nur Den Küsten unserer Mnwe eiacn ist das besondere Interesse Der Biologen finden Die Biologenschast der Universität Gießen be- I grüßt lebhaft die Schaffung D? ..... Naturschutzgesetzes und spricht Die Erwartung aus, haß auf Grund dieses Gesetzes vor allem die «alz- ftellen bei Wisselsheim und M u nze nber g durch entsprechende Maßnahmen geschützt und vor einem brohenben Untergang gerettet werden. Wir bearüßen es, daß Teile des Wilfelsheimer «alz- geianDes neuerdings durch eine Einfriedigung vor Schaden bewahrt bleiben, wie er infolge dauernden 1 ÜI ßt.1 6:14;' Sen»16' . 8tiiogfl Siebes Mono' S# S'r von t*n' infolge Zerns vnterSar «nschnst richten- - po^ zranlfnri Noch nagelte' die mit hemm: letzte Ä Nachbai geisterhc stalten z Düster i herum i: unterzus das d< nisch ei des We ben, Hil men sol über di Wochen stadt tr Etrohdi Der Ko 2.4 M toeldje bi fprud) er vieler §o Ferne lies zu tun ha zu decken, ligt blei Hungen zr anderging scheinen, ! aus das S einer D e svrtzusetzei noch mehr ist, als b anderen E sich Hemd- künppel ui wahrte sie Ahe des hängnis < nächtliche' flenber Et seren Ein oatenstiefe und die F haltsam d an, in de soll. Dir Tlau°wei ein eintö mer ers dnndsora ersten Ä ^Dfa g aMgr man sich Haben . Qb' ^Stille eid x.°Mvndl Muuini senden A einmL L?? uni Metten u . y'e Trac ->en fc Sc Kruch ff» 1945 2 noch n. S?oii Ls sy & &&■ Ltz S»'r I Sb* f'mitne k,^ Frankfurt a. 2)1. Berlin Schlußkurs Schluß!. Abend- börR Schluß« lurs Schtußk. 2Jlittag« börse Datum 1.8. 2.8 1.8. 2.8 6% Deutiche $Hetd)9anlett)e v. 192. 61j 60j — 62.25 6% ehem. 7%Dt. Reichsmil. v.1929 67 67 67,65 67.65 5',2% Boung Anleihe von 1930 58,5 58,75 58,5 58,75 Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit Auslos.-Rechten...... 48,2 48,35 48,13 5.8 48,4 Tesgl. ohne Auslos.-Rechtc . - 5,7 5,9 5,9 6% ehern 8%.fceii. Bolksstaat 1929 (nidtahlb. 102%)...... —- 47,5 — 48 Oberhessen Provinz-Anleihe mit Ausloj.-Rechten ..... 42 42 — — Deutsche Komm. Eammelabl. Anleihe Serie 1...... 44,5 — 43,75 44,5 6% ehern. 8% .Franks. Hyp.-Banl Golovle. 15 unkündbar bis 1935 70,25 70 — — 6% ehern. 7% Franks. Hyp.-Banl Goldpie 16 unkündbar bis 19.36 69 69,5 — — 5'/z% ehern. 4'/2% Frankf.Hyp.. Banl t’iau. Pianobriese . . . 79,5 79 — — 8>/,% ehern. 4'/,% Rheinische Hnv Bank-Liou «Goldpie. . 81 81 — — 6% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briejanltcn Pfandbriefe R. 19 68,5 68,5 68 68,4 6% ehem. 7% Pr. LandeSpsand. briesansialt Pfandbriefe R. 10 68 68,5 — — 4% O österreichische Golorentc . 10,5 10,5 10,65 10,4 4,20% Oesterreichische Silberrenie 1 1 —— 1,05 4% Ungarische Goldrente .... 6 5,9 6 5,9 4% Ungarische Slaaisrente v. 1910 6,5 6,5 6,4 6,5 4 'V>„ oeegt. oon 1913 . . . — — 5,2 — k>% abgelt. Golvmexttaner von 99 —- 5 5 —- 4" > Türkische Zollanleihe von 1911 3,4 3,5 3,5 3,65 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie 1.......... 3,35 3,4 3,65 3,65 4% desgl. Serie II..... 3,35 3,4 3,5 3,65 b%Mnmän. verelnh.Rente Ö.19O? 4,2 4,25 4'/r%Ruman.veretnh.Rentev.l913 7.4 8,25 — 7,95 4% Siu manische vereint). Rente 3,9 3,9 — 3,9 2’4% -■ Anatolier...... 17,4 17,5 17,4 Frankfurt a.M. Berlin Schluß« kurs Schluß!. Abend« börse Schluß- kurs Schluß!. Mittag- börse Datum 1.8. 28 1.8. 2.8. Pamburg-Amenta Pare. . u 13 12,25 12,9 12,25 Hamburg-Sudam. Dampfschis, . 0 — — — —— Hansa Dampsschisi . . . < — — — 19,75 Norddeutscher Lloyd .... . ( 14,4 13,5 14,25 13,25 A.G. für Verkehrswesen Akt. 0 32,75 33 31,4 Berliner Handelsgesellschasi . 4 89,5 89,5 89,5 89,5 Lommerz. und Privat-Bank . 0 16 16 53,5 53,5 Darmstädter und Nationalban 0 18,5 18,25 18,5 18,5 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschast . 0 75 75 75 75 Dresdner Bant...... 0 18,5 18,25 18,5 126,5 18,5 Reichsbant ...... 1 126 126,5 126,5 A.E.G.......... . 0 29,25 28,65 28,75 28,5 Bergmann........ . 0 — — 21 Elektt. Ltcserungsgelellschaft. 5 60 60,5 60,25 59.5 Licht und Kraft...... 6 73 73,5 73,25 73 Felten & Guilleaume.... 0 37 37,5 38,25 38,75 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen . . . 4 61,5 60,5 61,4 • 61,25 Rheinische Elektrizität . . bB 64 64 64,5 64,75 Schlickert & Eo....... 0 65 64,5 64,75 63.5 Siemens & Halske..... £ 123 122,5 124,25 122,5 Lahmeyer & (So....... 10 86 87 83,75 87,5 Buderus......... . 4 26,5 27,25 27 28 Deutsche Erdöl...... . d 73 71 72,75 71,5 Gelsenkirchener...... . 8 34,25 33 34 33,13 Harpener......... Harsch Eisen........ . 0 50,5 52 51 51,5 . 6 — — 23,13 22,13 Ulfe Bergbau....... 10 - —— — 129 Ilse Bergbau Genüsse . . . — —— 95 95,5 »ioclnerwerle...... . « — 22,5 21,75 22,25 Mannesmann-Röhren . . . . 6 40,4 39,65 38,5 ManSselder Bergbau .... . 0 11 11 11,25 31,5 11,25 Oberschles. KokSwerke . . . Phönix Bergbau...... . 8 31,25 V/i 14,4 14 14,4 14 Rheinische Braunkohlen. . . 10 176 175 175.75 174.75 Rhclnstahl........ . 6 50 50,4 48,75 Frankfurt a. 271. Berlin Schluß« kurs Schlußk. Abendbörse Gchluß- turs Schluß!. Ulitfag. börse Datum 1.8. 28 1.8. 2-8. Riebcck Montan...... 7,. — — — —— Bereinigte Stahlwerke . . . . 0 12,25 12 12,13 11,75 Olavi Minen....... 0 11,9 12,25 11,9 12,13 Kaliwerke Aschersleben . . . 6 94 94,5 94,5 95 Kaliwerke Westeregeln . . . 6 — 104 —— 104 Kaliwerke Salzdetfurth . . 9 162,5 160 163,5 160,5 I. G. ffarben-Jndustrie . . . 7 89,75 88,75 89,9 88,9 Scheideanstalt....... 10 — 137 135 — Goldschmidt........ . 0 17,25 16,5 17 17,13 RütgerSwerke....... . 0 32,65 32 JL 33,25 32,5 Metällgesellschast...... . c 25,5 25 25,75 24,25 Philipp Holzmann..... Zementwerk Heidelberg. . . Eementwerk Karlstadt. . . . . 0 36 35,5 37 36,5 . 4 . 0 35 31 36 31 — Wayb & Freylag . . . . 0 4 3,9 — Schultheis Pa-enhoser . . . Alu (Allgemeine Kunstseide! 0 _ — 57,13 57 0 38,75 37,75 37 38 Bemberg ... .... 0 39 33 33 33 Zellstoff Waldhof..... 0 29 30 29,75 29,75 Zellstoff Aschaffenburg . . . 0 18,5 19 — 18 Dessauer Gas....... . 7 — — 86,9 85,13 Daimler Motoren..... . 0 13 13,25 13,5 13,75 Deutsche Linoleum .... . 0 31,5 31 — 32,5 Orenstein & Koppel .... . 0 22,65 23 Leonhard Ties)...... . t; 44,5 44,5 45 45,5 Svenska......... 0 Ehade.......... 12 166 169 166 168 frankfurter Maschinen . . . (yritzner....... . 0 . 0 17 16.5 — 18 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 4 Süddeutscher Zucker . . . . 1071 — — 105,5 Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2H. 1. August 2. August Amtliche Notierung Amtliche Notierung (neid Briet Geld I Brief HelsingsorS . 6,344 6,356 6,344 6.356 Wien. . . . 51,95 52,05 51,95 52,05 Prag . . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . . —— — Sofia . . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . . 169,58 169,92 169.63 169,97 Oslo.... 73.93 74,07 73,98 74,12 Kopenhagen. 79,52 79,68 79,57 79,73 Stockholm 75.82 75,98 75,87 76,03 London. . . Buenos Aires 14,75 14.79 14.78 14,82 0.913 0,917 0,913 0,917 Neuyork . . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . . 58,34 58,46 58,36 58,48 Italien. . . 21,41 21,45 21,42 21,46 Parts . . . 16,475 16,515 16,48 16,52 Schweiz . . 81,82 81.98 81,89 82,05 Spanien . . 33,87 33,93 33,92 33,98 Danzig. . . 81,92 82,08 81,97 82,13 Japan . . . 1,159 1,161 1,149 1,151 Rio de Jan.. 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien. Lissabon . . 6,693 14.49 6,707 13,51 6,693 13,49" 6.707 13,51 Banknoten. Berlin, 2.August Geld Bries Amerikanische Noten....... 4,20 4,22 Belgische Noten......... 58,20 58,44 Dänische Noten......... 79,39 79,71 Englische Noten......... Französische Noten........ 14,74 16,44 14.80 16,50 Holländische Noten........ 169,26 169,94 Italienische Noten....... 21,38 21,46 Norwegische Noten........ 73,80 74,10 Deutsch-Oesterreich, A 100 Schilling Rumänische Noten........ 2,49 2,51 Schwedische Noten........ 75,70 76,00 Schweizer Noten......... 81,71 82,03 Spanische Noten......... 33,78 33,92 Ungarische Noten........ 35. Miitelrheinisches Kreisiurnfest in Trier. Turnen der Vesten. 21 m Festabend, Sainstag, 6. 2Iuguft, in der Stabt- holle, werden die 19 besten Geräteturner des Streifes die feine Kunst, das formenreiche und farbenfrohe Spiel des Geräteturnens zeigen. 14 Kreismeisterschaften im Schwimmen. Nach dem vorläufigen Melbccrgednis nehmen an den Kreismeisterschaften im Schwimmen 120 Turner und Turnerinnen teil. Die Kämpfe werden ausgetragen in dem neuen Trierer Stadtbad, wohl das modernste Deutschlands und erstrecken sich auf die drei Haupttage Samstag bis Montag. Die Kreis- meisterfck)aften umfassen für Turner Mehrkämpfe (Zwölfkampf Sonderstufei Neunkampf Oberstufe und Sechskampf Mittelstufe»! das Hauptfprinqcn (fünf Pflicht- und fünf Kürsprünge ©onöcrftufe; vier Nach dreiwöchiger Fahrt wurde am Sonntag in Paris die 26. Tour de France beendet. Glück strahlte aus den Augen der Fahrer, die das Ende miter- Anbrs L e d u c q, der erfolgreiche französische Straßenfahrer, gewann, wie erwartet, als Gesamtsieger die „Tour de France" vor dem Deutschen S t ö p e l und dem Italiener C a m u s s o. leben durften, sie haben eine Leistung vollbracht, die ihnen so leicht kein anderer Sportler nachmgcht. 3luc 57 von den 80 Gestarteten erreichten das Ziel, darunter erfreulicherweise auch sieben deutsche „Asse", lediglich Kutschbach war ohne eigene Schuld zum Ausscheiden gezwungen und in der Klasse der Tourist-Routiers beendete Altenburger als einziger Deutscher die Fahrt. Wir dürfen stolz fein auf unsere Mannschaft, die sich, obwohl sie im Länderklassement nur an vierter Stelle rangiert, ganz hervorragend aus der 2(ffäre zog. Von französischen Fachleuten wird ihre gute Zusammenarbeit hervorgehoben und in Verbindung damit gleichzeitig die Prophezeiung gemacht, daß vielleicht schon im nächsten Jahre ein deutscher Fahrer die 27. „Tour" gewinnt. Leducq konnte erwartungsgemäß seinen Sieg aus dem Jahre 1930 wiederholen. Der Franzose befand sich in unverkennbar bester Form, ihm kamen jedoch die Zeitgutschriften für die ersten Plätze in den einzelnen Etappen zugute, sonst hätte er nach reiner Fahrzeit nur mit d r,e i Sekunden gegen Stö - p e l gewonnen. Der Kampf märe sonst auch offener gewesen und Stöpel sowie Camusso und Pesenti hätten unbedingt die Offensive ergriffen, so waren sie doch ziemlich machtlos, Leducq hätte den vielleicht auf der Strecke schwer erkämpften Zeitvorsprung durch einen Etappensieg wieder wettgemacht. Die 21. und letzte Etappe von Amiens nach Paris über 159 Kilometer brachte keine Aufregungen mehr. Die Truppe zog stets geschlossen in gemächlichem Tempo dahin, größtenteils hatten die Fran- Pflicht- und vier Kürsprünge Oberstufe und drei Pflicht- und drei Kürsprünge Mittelstufe). Die Ein- zelkämpfe werden ausgetragen im Lagenschwimmen, Brustschwimmen, Rückenschwimmen, Kraulschwimmen und im Streckentauchen in verschiedenen Strecken und Klassen. An Staffeln werden durchgeführt die 4 X 100 - Meter - Bruststaffel, die 4mal 100 - Meter - Lagenstaffel und die 4X100-Meter- Kraulstaffel. Besonders interessant wird die Mittel- rheinstaffel werden, die am Sonntag nach den allgemeinen Freiübungen ausgetragen wird. Es starten je zwei Schwimmer und zwei Mittelstreckenläufer. Die Turnerinnen führen ebenfalls Mehr- und Einzelkämpfe durch. Im Rahmen der 14. Schwimm-Meisterschaften finden am Festsonntag Wasserballspiele zwischen Städte- rnannschaften von Koblenz und Saarbrücken und zwischen einer Kreisrneisterschaft der Gruppe Ost und einer Gruppe West statt. tofen das Kommando und wurden in allen Ortschaften umjubelt. Dicht besetzt waren die Straßen von Paris und erst auf der von 50 000 Zuschauern umsäumten Prinzenparkbahn konnte man einen richtigen Begriff vom Sportinteresse der Franzosen bekommen. Unbeschreiblich war der Jubel, als die Spitzengruppe, in der sich sämtliche Deutschen befanden, auf der Bahn erschien. Andrä Loducq, das französische Sportidol, zog sofort davon und gewann den Endspurt nach einer Fahrzeit von 4:52:38 sicher vor Speicher, Ronsse, Lapevie, di Pacco und dem Touristen Wouters. Als 7. ging Stöpel durchs Ziel vor Barthelenni, während die übrigen 41 Fahrer gemeinsam auf den 9. Rang gesetzt wurden. Leducq konnte sich der Gratulanten kaum erwehren und wurde auf den Schultern um die Bahn getragen. Es war Frankreichs zweiter großer Sportsieg an diesem Tage, denn fast zur gleichen Stunde stellte Borotra den Erfolg im Davispokalwettkampf gegen Amerika sicher. Nicht minder gefeiert wurde der Jta.icner Luigi Barral, der Sieger in der Touristenklasse wurde, nachdem er den Franzosen Benoit-Faure erst auf dem letzten Teil der Strecke überflügelt hatte Frankreich unverdienter Davispokal Sieger. Wenn man nach dem glatten Gewinn der beiden ersten Einzelspiele mit einem sicheren Siege der Franzosen im Davispokal-Schluhkampf gerechnet hatte, so wurden die Erwartungen nicht erfüllt. Gerade das Gegenteil war der Fall, denn der 3: 2-Sicg Frankreichs, das damit zum fünften Male hintereinander den Pokal gewann, stand auf des Messers Schneide und ist nur dem nicht ganz korrekten Sieg des „fliegenden Basken" Jean Borotra über Willmer Allison zu verdanken. Im entscheidenden fünften Sah lag Allison bereits mit 5.3 in Führung, als sich der Franzose durch das zweite Wechseln seiner Schuhe kurze Zeit erholen konnte und dann gegen den nervösen Amerikaner noch den Ausgleich erreichte. Zwei krasse Doppelfehler, vom Schiedsrichter gegen Borotra nicht bemerkt bzw. vom Linienrichter nicht gemeldet, raubten dem Amerikaner noch den letzten Rest von Sicherheit und Borotra konnte den „Sieg" vollenden. Mit 1:6, 3:6, 6:4, 6:2, 7:5 buchte Borotra den dritten und siegbringenden Punkt. Die Leistung sand aber bei den objektiv urteilenden Zuschauern keinen Beifall. Im abschließenden Spiel der Meister Cochet und Bines war der Amerikaner zunächst nicht in Form, nach dem zweiten Sah erreichte er aber sein wirkliches Können und diktierte dann den Kampf, um schließlich verdient gegen Cochet 4:6, 0:6, 7:5, 8:6, 6:2 zu gewinnen. Aach Ansicht der Fachleute hätte Bines auch gegen Cochet gewonnen, wenn sein Landsmann Allison den Kampf gegen Borotra erfolgreich bestritten hätte. Großes Reit und Fahriurnier in Bad Wildungen. Auch in diesem Jahre findet in Bad Wildungen das in der Turnierwelt weitbekannte und beliebte Reit- und Fahrturnier statt. Die Art der Ausschreibungen, neben Eignungsprüfungen für Reit- und Jagdpferde, mehrere Dressurprüfungen für Klasse L. und M. sowie Jagdspringen in Klasse L. und M., Glücksjagdspringen und zwei Amazonenjagdspringen, nicht zu vergessen der bekannte und nicht leichte Wil- dunger Gelanberitt, haben, ein vorzügliches Meldeergebnis gezeitigt. Nicht fehlen wird auf dem Turnier der Weltruf besitzende Springstall der Kavallerie-Schule, Han- nooer, mit einer ganzen Anzahl von Pferden des Deutschen Olympiade-Komitees für Reiterei. Das Fahr-Ausbildungs-Kommando Hannover entsendet Der Clou des zweiten Tages der olympischen Leichtathletikkämpfc. die bei anhaltender Gluthitze wieder 40 000 Zuschauer an sich gezogen hatten, war der 100-Meter-Lauf. Für die Entscheidung hatten sich von den Deutschen nur Arthur Jonath qualifiziert. Helmuth Körnig war zusammen mit dem Olympiasieger von 1928, Williams, schon in der Vorentscheidung ausgeschieden. Der Endlauf brachte einen sehr packenden Kampf, den der Aeger Eddie Solan-USA. in der bestehenden Weltrekord- und neuen olympischen Rekordzeit von 10,3 Sek. vor seinem Rassegenossen Metcalfe-USA. mit Brustbreite gewann. Dichtauf endete der Deutsche Jonath als Dritter in 10,4 Sekunden. Die nächsten Plätze belegten Simp- fon-USA., Joubert-Südafrika und Vohsioka« Japan. In den 1 0 0 - M e t e r ° V o r l ä u f e n der Frauen ging von den Deutschen nur Maria Dollinger -Nürnberg an den Start. Sie gewann ihren Borlaus in der bestehenden olympischen Bestzeit von 12,2 Sek. ganz leicht und qualifizierte sich dann in der Vorentscheidung durch einen zweiten Platz hinter der Kanadierin Strike für den Cndlaus. In diesem Lauf war die Differenz zwischen Miß Strike und der Deutschen so knapp, daß erst die Zielphotographie entscheiden konnte. Die für Polen startende, in Amerika ansässige Stella Walsh gewann ihren Dorlauf und ihre Vorentscheidung in der neuen Weltrekordzeit von 11,9 Sekunden. Oie Zehniage-Wettervorhersage bewährt sich. Die von der Staatlichen Forschungsstelle für langfristige Wettervorhersage für zehn Tage, an der die Landwirtschaft und die Gäste der Kurorte lebhaften Anteil nehmen, haben sich bisher gut bewährt. Von 7 der im ganzen vorgesehenen 14 Voraussagen ist der Zeitraum, für den sie Geltung hatten, bereits verflossen, so daß jetzt ein Urteil darüber möglich ist Bisher kann man keine einzige der Voraussagen als ausgesprochene Fehlvorhersage bezeichnen. Vier stimmten vollkommen, in einem Fall war der Be- ivälkungscharakter nicht getroffen und in zwei Fällen stimmte die Vorhersage für die letzten Tage des zehntägigen Zeitraumes nicht. Von besonderer Wichtigkeit war die am 21. Juli ausgegebene sechste Voraussage. In ihr wurde zu einem Zeitpunkt, in welchem mit den Mitteln der Tagesvorhersage noch nicht die geringsten Anzeichen einer Wetteränderung erkannt werden konnten, eine allmähliche Besserung des Wetters in Aussicht gestellt. Diese Besserung ist im Laufe der 10 Tage vom 22. bis 31. Juli tatsächlich ganz allmählich eingetreten und zwar, wie es in der Voraussage angegeben war, zuerst und vor allem in Süddeutschland. Diese Voraussage war für die deutschen Kurorte von besonderem Wert: viele Gäste, die wegen des regnerischen Wetters vom 14. bis 23. abreifen wollten, ließen durch die Voraussage einer Besseruna des Wetters,von ihrem Vorhaben ab. Diese Besserung ist bann auch tatsächlich eingetreten. Amerikanische Gänger in Bad-Nauheim WSN. Bad-Nauheim, 2. Aug. Der Deutsche Beethoven-Männerchor aus Neuyork ist am Samstag mit 32 Sängern unter Leitung von W. L. Strauß, einem geborenen Friedberger, hier eingetroffen. An der Begrüßungsfeier im Kurhaus nahmen Bürgermeister Dr. Ahl und der Generaldirektor Meier als Vertreter der Stadt und ihres Babes teil. Schweres Gewitter über dem Westerwald. WSN. Limburg, 2. Aug. Ueber Teile des Wefterwalbes zog am Sonntag in ben Abenbstunben ein schweres Gewitter, bas von einem Wirbel- winb unb Wolkenbrüchen begleitet war. Der starke, plötzlich auftretenbe Wirbelsturm entwurzelte viele Bäume unb richtete ve- sonbers in ben Wölbern erheblichen Schaben an. Der Gespanne. Auch bekannte Reiter des Reiter-Regiments 15 unb bes Artillerie-Regiments 6 erscheinen. Herr Pulvermann, Oberleutnant Sah la. Herr W a l b r i ch aus Siegen unb Herr v. Sybow werben sich ebenfalls am Start einfinben. Der Wilbunger Turnierplatz wirb in ben Tagen vom 13. bis 15. August einen Sammelplatz für bic im Turniersport bekanntesten Größen unb ein beliebtes Wochenenbziel für alle bilben, bie sich für biefen Sport interessieren. Die weiteren Kämpfe des Tages •brachten zwei irische Siege, die gleichzeitig Enttäuschungen für Amerika waren, dessen sichere Favoriten geschlagen wurden. Tisdall (Irland) gewann die 400-Meter°Hürdcn in der Weltrekordzeit von 51,8 Sekunden. Die Zeit kann aber keine Anerkennung finden, da Tisdall eine Hürde gerissen hatte. Dafür gilt die Zeit des Zweiten, Harbin (USA.) mit 52 Sek. als neuer olympischer Rekord. Dritter wurde Taylor (USA.) vor Burgh- ley (England), Facelli (Italien) und Areskoug (Schweden). Der zweite irische Sieg wurde im Hammerwerfen durch Dr. O'Callaghan mit 53,88 Meter vor Porhoela (Finnland) 52,27 Meter und Zaremba (USA.) 50,33 Meter erzielt. Das Leichtathletik-Programm des Tages wurde mit den Vorläufen zum 3000-Meter-Hin- dernis-Laufen abgeschlossen. Hoher Favorit ist hier der Finne Isohollo, der seinen Dorlauf spielend in neuer olympischer Rekordzeit gewann. Im „Auditorium" waren die Freistil- ringer tätig, jedoch wurden nur Dorkämpfe in Gewichtsklassen erledigt, in denen Deutschland nicht vertreten ist. Am Abend begannen dann auf der Radrennbahn die Bahnrennen mit Dorentscheidungen, an denen Deutschland ebenfalls nicht teilnahm. Bei den am Montag vorgenommenen Siegerehrungen wurde erstmalig auch für den Sieg des Müncheners Jsmayr im Gewichtheben die deutsche Flagge am olympischen Siegesmast gehißt. wolkenbruchartige Regen hat auch der Ernte ftart geschadet. Ein Flugzeug des Limburger Vereins für Luftfahrt, der bei zlrborn im Westerwald Hebungen veranstaltete, wurde von eifer dem Unwetter voran- ziehenden Bö erfaßt r ib zu Boben gebrückt. Die Maschine würbe erheblich beschäbigt, ber Pilot kam ohne Verletzungen bavon. Eine zweite Maschine würbe von bem Wirbelsturm, trotzbem sie von einer ganzen Anzahl Menschen festgehälten mürbe, gegen einen Lastwagen geschleubert. Personen würben aber nicht verletzt. Mit dem Jagdgewehr erschossen. WSN. K i r ch h a i n, 2. Aug. Gestern abenb gegen 10 Uhr hat ber 24jährige Arbeiter Hofmann iy Marborf ben 17 % jährigen Arbeiter Martin Schick mit einem Jagbgewehr erschossen. Beibe Familien lebten seit längerer Zeit in Feinbschaft. Der Getötete war mit einem Begleiter auf ben Hof bes Hofmann gekommen, um biefen wegen einer Drohung zur Rebe zu stellen. Als Hofmann ben Schick mit einer Latte in ber Hanb im Hofe erblickte, schoß er aus einem Fenster einevolleSchrotlabungauf seinen Gegner ab. Die Labung ging bem Schick in ben Kopf, so baß berTobbalbbarauf e i n t r a t. Das Gericht hat heute vormittag ben Tat- beftanb ausgenommen. Hofmann würbe verhaftet. Kunst und Wissenschaft. Internationale kriminalistische Vereinigung in Frankfurt a. ZU. Dom 11. bis 13. September 1932 wird die Internationale Kriminalistische Bereinigung, Deutsche Landesgruppe, in Frankfurt a. M. ihre Tagung abhalten. Derhandlungsgegenstände sind: 1. Schwangerschaftsunterbrechung und Tlnfrucht- barmachung, insbesondere bei sozialer und eugenischer Indikation 2. Internationale Zusammenarbeit auf bem Gebiete des Strafrechts. Referent: Delaquis-Harnburg. 3. Die Fortführung der Strafrechtsreform. Referenten: Kohlrausch und Gras Gleispach. — Besonders der erste Punkt der Tagesordnung wird weitgehendstes Interesse beanspruchen dürfen, da als Referenten neben dem bekannten Strafrechtler Dr. Graf zu Dohna die beiden Psychiater R ü d i n -München und Maier -Zürich und W a l t h a r d , der Züricher Gynäkologe, gewonnen sind. Rüdin ist einer der bedeutendsten Erbbiologen, Kirstein hat russische Erfahrungen, und Maier und Walthard Schweizer Erfahrungen über Sterilisation. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter ben Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankbiskont 5 o. H Lombardzinsfuß 6 v. H. Rückblick auf die „Tour -e France". 50000 empfingen die Helden der Landstraße. Olympia 1932. Oer zweite Tag der Leichtathletik. — Niggers vor Jonath. — Irische Giege.