Ur. 128 Erstes vlatl 182. Jahrgang Zreitag, 5. Juni 1952 Erlchern» tägltd), außer Sonntags und feiertags. Beilagen: Die OCuftnerte (Diefoener Jamilienblätter Heimat tm Bild Die Schalle Monat; Bezugspreis: Mit 4 Beilagen NM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.8C Iustellgebühr .. , --25 Auch bei Nichterscheinen van einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. .«jernsprechanschlüfse unter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnachrichten Anzeiger Gieße«. Postscheckkonto: Sranlfurt am Main 11686. Gietzeim Anzeiger General-Anzeiger für Gberheffen Vrvck tmö Verlag: vrühl'sche Univerfitälr-Vuch- und Stetnöruderei R. Lange in Stehen. Zchriftleitung und SeschäftrfteNe: ZchulNrahe 7. Annahme von Anzeiae, für die Tagesnummer bis jum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeiqen van 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspfennig; für Ne- Klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig, Platzvarschrift 20' , mehr. Chefredakteur Dr. Friede. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange: für Feuilleton Dr H.Tdynot; für den übrigen Teil Ernst Blumschem und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in (Biehen Das neue Michskabinett geht an die Arbeit. Oie Vervollständigung des Reichslabineiis. Vereidigung und erste Kabinettssitzung. Berlin, 2. 3unl. (D)IB.) A m l l i ch. Der Herr Reichspräsident hat auf Vorschlag des Reichskanzlers den Botschafter Freiherrn von Reurath zum Reichsminister des Auswärtigen, den Blinifterialöirettor im Relchsfinanzminifterium Graf Schwerin-Krafigk zum Reichs- minifter der Finanzen, den bayrischen Iustizminister Dr. Gärtner zum Reichsminister der Justiz ernannt und ferner den Reichswirtschastsminisier Prafesfor Dr. warmbaidt mit der einstweiligen wahr- nchmung der Geschäfte des Reichsarbeitsmini' fters beauftragt. Der Herr Reichspräsident hat heute nachmittag die durch das Reichsminisiergeseh vargeschriebene Vereidigung des Reichskanzlers van Papen und der Mitglieder der neugebildeten Reichsregierung vargenammen. Das Reichskabinett trat darauf unter dem Vorsitz des Reichskanzlers von Popen zu seiner ersten Sitzung zusammen. Diese Sitzung war nur kurz und trug lediglich formalen Charakter. Oer Reichskanzler an das Zentrum. Berlin, 2. Juni. (WTB.) Reichskanzler von Dopen Hot an den Vorsitzenden der Deutschen Zentrumspartei Prälat Dr. Saas folgenden Brief gerichtet: „Sehr verehrter Herr Prälat! In einer der schickf aisvollsten Stunden deutscher Geschichte bat mich der Herr Reichspräfident berufen, die neue Regierung zu bilden. Die seelische und materielle Lage des deutschen Volkes verlangt gebieterisch die Synthese aller wahrhaft nationalen Kräfte — aus welchem Lager euch immer sie kommen mögen —. Richt als Parteimann, sondern als Deutscher bin ich — gewiß nicht leichten Herzens — dem Rufe des Mannes gefolgt, dem die Ration soeben einen überwältigenden Beweis des Vertäuens erteilt hat und dessen, wahrhaft historische Persönlichkeit auch in den schwersten Stunden deutscher Ke- schichte nie etwas anderes erstrebte, als die 3 u - fammenf affund aller dieser Kräfte zum Wohle des Landes. Ein solcher Schritt kann nicht im Wider- Spruch stehen zu der unermüdlichen, planvollen und sachlichen Arbeit des Kanzlers Dr. Brüning, deren Würdigung einer anderen Gelegenheit Vorbehalten bleibt. Auch die Deutsche Zentrumspartei und der in ihr politisch organisierte Katholizismus werden sich der Erkenntnis nicht verschließen rönnen, daß das neue Deutschland nur auf der Grundlage der Kräfte aufgebaut werden kann, die die geistige Wende unserer Tage zur Hoffnung der jungen Generation gemacht hat. Wenn mich infolge der Erklärung der Deutschen Zentrumspartei der Weg heute leider von Ihnen trennt, so lebe ich der Hoffnung, daß nicht nur die sachliche Arbeit, die das Land heute von uns fordert, uns bald wieder vereinigen wird. Mehr noch ist es die unerschütterliche lieber- zeugung, daß die Voraussetzung jeder Wieder- grnesung der Ration die rücksichtslose Geltendmachung der unvergeßlichen Grundsätze unserer ch r i st 1 i ch c n Weltanschauung sein muß. Ich bleibe, sehr verehrter Herr Prälat, in aufrichtiger Verehrung Ihr ergebener gez.: v. Papen." * Herr von Popen bat infolge seiner Ernennung zu in Reichskanzler fein Mandat als Auf- sichtsrat der „Germania"- Aktiengesellschaft und damit den Dorsih im Aufsicht srat niedergelegt. Die Leitung des Auf- NchtsrateS der „Germania" übernimmt nunmehr Dr. h. c. Florian Klöckner, der gleichfalls Hauptaktionär dieses Unternehmens ist. Kein „Fall Popen". UngercchtfcrliqtcAngriffcgcgeudcnNcichs- lanzler wegen seines Verhaltens im Kriege. Berlin, 2.Juni. (ERB. Funkspruch.) Gegen den neu ernannten Reichskanzler von P a pe n finb in der in- und ausländischen Presse zum -teil scharfe Polemiken mögen seines Verhol- tens als deutscher Militärattache in Washington während der er st en Kriegsjahre erschienen. In Kreisen der Regie- nina empfindet man es peinlich, daß gewiße Telle der d c u t s ch e n Presie dem A u s 1 a n d e, ms- besondere der amerikanischen Oeffentlichkeu, gewißer- maßen das Stichwort dazu gegeben haben Wenn jetzt die amerikanischen Zeitungen ihre Kartotheken über den „Fall Papen" geleert haben, io kann man ganz beruhigt fein, daß das angekun- diate Feuer auch wieder ausbrennen wird. Reichskanzler von Papen hat damals in feiner (Eigen- schatt als deutscher Militärattache in Washington genau so nur seine Pflicht getan, wie alle diejenigen, die als Kriegsverbrecher auf den Aus- Heferungsliften gestanden Haden. Dies kommt auch im übrigen in holländischen Pressestimmen ganz nachdrücklich zum Ausdruck, in denen gesagt wird, daß für die gleichen Handlungen, die von Papen zum Vorwurf gemacht worden finb, i n den alliierten Ländern vielen Leuten Ordensauszeichnungen verliehen mürben. Im übrigen hat ber Dundesftaatsanwalt bes Staates Reuyork im März biefes Jahres bie Akten über ein im April 1916 gegen Herrn von Popen eingeleitetes Verfahren, bie er zufällig auffonb, mit bem Vermerk: „E r l e b i g 1" versehen lassen. Das Verfahren ist also auch formell niebergeschla- 8 e n. Die Sicherung der deutschen Währunc Berlin, 2. 3uni. (WTB) Amtlich. D< Reichskanzler empfing heute nachmittag be Reichsdankpräfidenlen zu einer eingehc den Aussprache. Dabei wurden sämtliche Pröble, behandelt, die für die der Reichsbank obliegenden Aufgaben von Bedeulung find. Cs ergab sich völlige Uebereinftimmung Insbefonöere herüber, daß keinerlei währungsexperi mente und überhaupt auf dem währungs- un Kreditgebiete keine Maßnahmen in Frag kommen, aus welchen sicheineGefahrfürdet Bestand der Währung ergeben könnte. Oer Reichskanzler vor der Presse. Herzliche Worte der Anerkennung für Dr. Brüning. — Das Ziel der neuen Regierung. Berlin, 2. 3uni. (ERB.) (Reichskanzler von Papen empfing heute abend im Kongrehsaal der Reichskanzlei Vertreter der deutschen Presse. „Ich habe das Bedürfnis, zu Ihnen einige Worte als Mensch zum Menschen zu sprechen. Cs liegt mir besonders am Herzen, Ihnen zu sagen, daß ich dieses Amt in einer Stunde sehr ern- ster vaterländischer Hot übernommen habe, entsprechend dem Appell, den der Herr Reichspräsident an mich gerichtet hat, aber daß ich den Entschluß doch nursehr, sehr schweren Herzens gefaßt habe. Richt allein wegen der unerhörten Sorgen, die damit verbunden finb, und der Lasten, sondern besonders auch, weil es mir als Menschen unendlich weh tat, mich auf den Platz eines Menschen zu setzen, dem ich innerlich besonders nahegestanden habe. Das Werk, das der Reichskanzler Dr. Brüning vor mehr als zwei Jahren begonnen hat, wurde von mir m i t ganzer Anteilnahme, ich darf sagen, mit ganzem Herzen verfolgt, und ich habe nichts sehnlicher gewünscht, als daß es zum Erfolge führen möge für unser Land. Das Urteil über die Arbeit dieses Kanzlers bleibt einer anderen Stunde Vorbehalten. Das Werk bleibt. Cs gehört der Geschichte an. Wenn Menschen wechseln, sind die Rachfolger berufen, an diesem Werke weiterzuarbeiten Hm Ihnen zu zeigen, wie nahe es mir gegangen ist, daß ich mich an den Platz meines Vorgängers sehen mußte, möchte ich Ihnen wiederholen, was ich de m Herrn Reichspräsidenten gejagt habe, gleich nachdem ich das Amt übernommen hatte: „Herr Reichspräsident, meine erste Bitte ist, daß Sie morgen früh den Herrn Reichskanzler Dr. Brüning empfangen und ihm sagen, mit welch innerem Zwiespalt ich dieses Amt angetreten habe, und daß ich es nur übernehme, weil Sie an mich und an mein vaterländisches Gefühl appelliert haben." Reichskanzler v. Papen fügte hinzu, daß diese Hnterrcbung mit Dr. Brüning nicht stattgefunden habe, weil der frühere Kanzler leider unpäßlich war und noch zu Bett liegt. Warum diese neue Regierung gebildet worden ist, fuhr Reichskanzler v. Papen fort, darüber brauche ich zu Ihnen nicht lange zu sprechen. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, die Lasten und d i e O p f e r, die in dieser Zeit von Deutschland g cf o r b e r t werden, d a~bu rch tragbar zu machen, daß man bie seelische Fundie - rung finbet, bie allein sie zu tragen ermöglicht, b. h. bie Zusammenfassung aller nationalen Kräfte, gleich aus welchem Lager sie kommen mögen. Eine so gewaltige Kraftanstrengung, wie sie von bem beutschen Volke in ber nächsten Zukunft erwartet werden muß, kann nach unserer Auffassung nur geleistet werden, wenn alle geistigen, seelischen und nationalen Potenzen herangeholt werden, bie überhaupt erreichbar finb. Das wirb bie Aufgabe Dieser Regierung sein. Oer neue Kurs. Reichslandbundpräsidenien Graf Kalckreuth. Ein Interview mit dem Kopenhagen, 2. Juni. (TU.) Der P r ä f i ■ deut des Reichslandbundes, Graf von Kalckreuth, hat der „Berlingske Tidende" ein längeres Interview gegeben, das in großer Auf- machung gebracht wird. Graf von Kalckreuth äußert sich über die Wirtschaftspolitik der neuen Reichsregierung: Die Basis der Regierung fei breiter, als man nach den Mitteilungen der Presse glauben könne. Brünings Zeit war abgelaufen. Seine historische Aufgabe fei es gewesen, bie Kre - ditinf lation zu beenden. Aber er war nicht der Mann positiver Aufbauarbeit. Seine Deflationspolitik habe vielmehr die Gefahren einer neuen Inflation heraufbeschworen. Wäre Brüning im Amte geblieben, so würden bie Städte s i ch genötigt gesehen haben, Rot- gelb auszu stellen. Er fei sich völlig darüber klar, daß die große Hausse an den Börsen in den letzten Tagen aus den Gerüchten entsprungen sei, die über eine neue Inflation verbreitet worden feien. Auf die Frage, ob er eine neue Inflation für wünschenswert halte, antwortete Graf Kalckreuth, daß er kein Anhänger der Inflation sei. Aber auf der anderen Seite müsse es ihm erlaubt fein darauf aufmerksam zu machen, daß es sechs M i I l i o n en Arbeitslose gebe, die Deutsch land jährlich etwa 4 Milliarden Mark kosteten Diese ungeheuere brachliegende Arbeitskraft müsse aber in Ganggebracht werden. Wir müßten durch Arbeitslosen- Arbeit ein neues Kapital schaffen und er meine, daß wir genötigt fein würden, dieses Zukunftskapital in gewissem Umfange zu diskontieren. Das habe mit Inflation aber nichts zu tun. Graf Kalckreuth glaubt, daß Freiherr von Braun, der als Landwirtschafts- Minister in das Kabinett eintrete, mit feinen Ansichten im wesentlichen ü b e r c i n ft i m m c. Eine neue handelspolitische Orientierung müsse kommen. Er sei Anhänger des Kontingentie- rungssystems der verschiedenen Warengruppen sowie für Abbau der allgemeinen Meistbegünstigung und Zollbindungen. Schließlich sprach Gras Kalckreuth von den Arbeitslöhnen. Richt auf der ganzen Linie müßten die Arbeitslöhne gesenkt werden. Aber er glaube, daß die Löhne e l a st i s ch e r g e ft a 11 e t werden müßen. Dadurch würden mehrBetriebe in Arbeit kommen. Die gefamten Arbeitseinnahmen würden größer werden. Aus die Frage, ob die kommende Regierung die Goldparität a u f g c b e n werde, antwortete er, daß er dies nicht glaube. Auf die Frage, ob man dcuu imstande fein werde, sagte er, Deutschland werde fähig fein, die Mark zu verteidigen. (SPD. und Kabinett Papen. Ein Interview mit Breitscheid. Kopenhagen, 3 Juni. (TH.) „Berlingske Tidende" veröffentlicht eine Hnterredung m i t Dr. B r e i t f ch e i d. dem Fraktionsvorsihen- den der SPD. Auf die Frage, wie lange das Kabinett v. Papen dauern werde, antwortete er. die Herren der neuen Regierung rechneten selber mit vier Jahren. Er. Breitscheid, glaube jedoch, daß sie einen falschen Schachzug getan hätten. Man werde bald einer anderen Lage gegenüberstehen. Er glaube, jetzt schon sagen zu können, daß die Reichstagsauf- lösung beschlossen sei. Wan stehe vor dem heftigsten Wahlkampf in der deutschen Geschichte. Das Ergebnis werde ein Anwachsen der RSDAP. fein. Er rechne damit. daß die Sozialdemokraten wie bei den Preußenwahlen etwa 6.5 Prozent verlieren würden. Die Sozialdemokraten würden unter keinen Umständen mit den Kommunisten in den Wahlkampf gehen. Die Sozialdemokraten ständen zum ersten Male seit Monaten parteipolitisch frei und würden diese Sachlage bis zum äußersten ausnützen. Aus die Frage des Blattes, ob es nach seiner Ansicht zu einem neuen Kriege kommen werde, antwortete er, Frankreich habe eine Linksregierung. Eine Zusammenarbeit zwischen der neuen deutschen Regierung und einer französischen Rechtsregierung wäre leichter gewesen. Auf die Frage des Blattes, ob diese Regierung zu einer Regierung Hitler führen werde, antwortete Breitscheid, er glaube nicht daran. General v. Scbleicher sei der Mann, der die Lage beherrsche, der Vertreter der Reichswehrpolitik, bei der die Absicht bestehe, jetzt zu einem entscheidenden politischen Machtfaktor in Deutschland zu werden. Schleicher wolle Hitler nicht zur Regierung tom- men lassen. Beide hätten wohl miteinander verhandelt, aber er. Breitscheid. sei sicher, daß fieeinanderzuRarrengehalte n hätten. Es könne aber auch leicht zu einer Präfident- fchaftskrise kommen, da Hindenburg ver - assungstrcu fei und wahrscheinlich fordern erde, daß die neue Regierung das Der- auen des neugewählten Re.chstags besitze Wie e Dinge liegen, muß ich als Führer der Soziak- mofrattc eine offene Regierung Hit - r wünschen. Oie Politik her NGOAP. München. 2. Juni. (ERB ) Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz teilt mit: Alle bisherigen Meldungen über den Inhalt der Unterredung unseres Führers Adolf Hitler mit dem Herrn Reichspräsidenten, die -gcblid) von nationalsozialistischer Seite kommen ollen, steht die NSDAP, fern. Ihre grundsätzliche Auffassung über die Lage nach dein Sturz des Ka- ünetts Brüning ist bekannt und in der Rational- vstatistischen Parteikorrespondenz dahingehend zum lusdruck gebracht worden, daß ein Kabinett «es besonderen Vertrauens vorerst die Ausgabe zu lösen habe, den Reichstag nach Hause zu schicken, Neuwahlen auszuschreiben, die Organisations-Propaganda und Demonstrations- freibeit für die bisher so maßlos unterdrückte nationalsozialistische Bewegung wiederherzcistellen und )urch den Appell an die Nation lieber- einftimmung zu schaffen zwischen dem Willen des Volks und feiner parlamentarischen Vertretung. Die Losung einer solchen ebenso notwendigen wie staatspolitiich bedeutsamen Aufgabe als Voraussetzung einer grundlegenden wirtschaftlichen und politischen Neugestaltung würde durchaus auf der Linie der großen Zielsetzung liegen, die die nationalsozialistische Freiheitsbewegung dem deutschen Volk gegeben hat und die sie auf dem schnellsten Weg durchzuführen entschlossen ist. Die Veröffentlichung der Stellungnahme der Partei zum neuen Kabinett und seinen Maßnahmen wird zur gegebenen Zeit erfolgen. Oie Haltung des Christlich» Sozialen Dolksdienstes. Klare Verantwortlichkeiten gefordert. VDZ. Die Reichstagssraktion des Ehristlich- Sozialen Volksdienstes nahm nach mehrstündiger Aussprache in folgender Entschließung zur Lage Stellung: Die gegenwärtige Krise ist durch Kräfte herbei- geführt worden, in deren Ziel die Oeffentlichkeit noch keinen vollen Einblick hat. Der Dolksdienst lehnt jede Mitverantwortung für die gefährlichen Folgen ab, die sich hieraus in außen- und innenpolitischer Beziehung wahrscheinlich ergeben werden. Der Dolksdienst hält die H e r st e l l u n g e i n e r klaren r e r s a ss ung s m ä h i g e n Verantwortlichkeit für die weitere politische Entwickelung für unerläßlich. Diese Forderung kann nur durch formale Eingliederung der Rationalsozialisten in die Verantwortung erfüllt werden. Der Dolksdienst wird aber selbstverständlich diese Regierung nicht von vornherein an ihrer Arbeit zu hindern suchen, wenn auch ihre Bezeichnung als „Regierung der nationalen Konzentration' sachlich unbegründet ist. Der Dolksdienst wird sein Derhalten nach den Taten der Regierirng richten und auch hier die Sachfragen der vaterländischen Politik maßgebend fein lassen. Hierbei handelt eS sich für ihn außenpolitisch um die zielbewußte Fortsetzung der von dem bisherigen Kanzler eingeleiteten und methodisch geförderten Desreiungspolitik. innenpolitisch um die Abwehr der Entrechtung des Arbeitnehmertums (Angriffe auf die soziale Gesetzgebung und auf die Hnab- hängigkcit der Berufsorganisationen), um Heberwindung der Arbeitslosennot durch großzügige Dauernsiedlung, vor allem im Osten, und durch Arbeitsdienst. um Schuh der Währung gegen alle leichtfertigen Manipulationen, um eine unparteiische Handhabung Der Staatsgewalt, und um eine eigene pofltive, christlich bestimmte Kulturpolitik. 0er Eindruck in London. Papen ein Vesürworicr der deutsch-französischen Verständigung. London, 2. Juni. (WTB. Funkspruch.) Dis Blätter berichten ausführlich über die Bildung der neuen Reichsregierung. „Daily Telegrap h", beschäftigte sich besonders eingehend mit der Per- iönlichkeit des Generals von Schleicher, den er den starken Mann im neuen Reichs- Kabinett nennt. Herr von Papen wird dem Kabinett feinen Namen geben, aber General von Schleicher fei die treibende Kraft, die die Politik des Kabinetts bestimmen werde, und der Hauptoerbindungsmann zwischen Kabinett und dem Reichspräsidenten. Es würde ein Fehler fein, wenn man im General Schleicher unbedingt ein Unglück für Europa sehen wollte. Wahrscheinlich weiß niemand besser als er, daß Herr von Papen eine französisch - deutsche Verständigung für dringend notwendig hält. Es steht fest, daß der General nicht beabsichtigt. Deutsch» land an die Diktatur Hitlers und feiner heißköpfigen Unterführer auszuliesern. Er hat bei den Politikern aller Parteien den Eindruck hervor- Öen, daß er der letzte fei, der fich ^ofs über in gewagte Abenteuer stürzen würde. „Financial News" führt aus, der Beschluß des Präsidenten von Hindenburg, Herrn von Pa- ven mit der Bildung einer Regierung zu betrauen, die sich nicht auf politische Parteien oder Gruppierungen stütze, habe in der Londoner City einen günstigen Eindruck gemacht. Man erwarte, daß der Reichstag ausgelöst und die neue Negierung nach Lausanne gehen werde, gestützt allem auf die Autorität des Reichspräsidenten und ohne Rücksicht auf die Haltung des Parlaments. Daß Dr. Brüning nicht nach Lausanne gehe, sei zwar bedauerlich, allein die Aenderung habe zweifellos gewisse Borteile. Man wisse, daß Herr von Papcn für die Annäherung mit Frankreich gearbeitet habe und deshalb persona grata in Paris sei. Es wäre denkbar, daß die französische Regierung jetzt mehr Nei- gung zu Zugeständnissen zeigen werde, als sie es gegenüber einer Brüning-Regierung getan hätte. Ucberbics habe sich Herr von Papen auf keinerlei Politik festgelegt und sei vielleicht aus diesem Grunde eher im Stande, die Unpopularität auf sich zu neh- men, die irgendwelche im Interesse eines Kompromisses mit Frankreich gemachte Zugeständnisse mit sich bringen würden. In der Pariser „Information" schreibt Fernand de Brinon, es wäre eine neue Illusion, etwa schon jetzt zu behaupten, daß die Regierung von Papen keine Autorität haben werde, um Deutschland auf den großen wirtschaftlichen Konferenzen zu vertreten. Bon Papen sei der Typ eines deutschen Konservativen; er sei von Anfang an Mitglied des deutsch-französischen Studienausschusses gewesen und keineswegsein Gegner Frankreichs, als den schlecht unterrichtete und infolgedessen übelwollende Leute ihn hinstellen wollten. Er werde in Interesse beider Nationen eine Verständigungwünschen, natürlich zunächst zugunsten Deutschlands, das der hauptsächlich fordernde Teil sei. Er werde die völlige endgültige Streichung der Reparationszahlungen verlangen. Bisher habe von Papen hinsichtlich aller dieser Punkte nicht wie ein Kriegshetzer Stellung genommen. Oie Opposition der Staatspariei. Berlin, 2.3uni. (ERD.) Der Geschäftsfüh- rende Dorstand und die Reichstagsfraktion der Deutschen Staatspartei haben eine Entschließung angenommen, in der es heißt: Die Deutsche Staatspartei lehnt mit aller De stimmt- heit das Kabinett von Papen ab. das gegen den Geist der Verfassung gebildet und ohne Rücksicht auf außenpolitische, innenpolitische und wirtschaftliche Gefahren lediglich dazu bestimmt ist. die Weisungen der rechtsradikalen Parteien auszuführen, ohne daß DUese selbst an der Verantwortung formell beteiligt sein wollen. Hindenburgs Dank an Brüning. Ein Schreiben des Reichspräsidenten an den scheidenden Kanzler. Berlin, 2. Juni. (WTB.) Amtlich. Der Herr Reichspräsident hat an den scheidenden Reichskanzler Dr. Brüning das nachstehende Schreiben gerichtet: „Sehr geehrter Herr Reichskanzler! Ihrem Anträge um Entbindung von Ihren Aemtern als Reichskanzler und als Reichsmini st er des Auswärtigen habe ich mit dem anliegenden Erlasse entsprochen. Ich empfinde es schmerzlich, mich von Ihnen trennen zu müssen, nachdem ich während der zwei Jahre unserer Zusammenarbeit so vielfach Gelegenheit hatte, Ihren lauteren Charakter, Ihre umfassenden Kenntnisse und Ihre selb st lose Hingabe an die übernommene Pflicht kennen und hoch- schätzen zu lernen. Für alles, was Sie in diesen an schweren Erschütterungen und wichtigen Entscheidungen so reichen Jahren im Dienste des Vaterlandes getan haben, spreche ich Ihnen namens des Reiches wie in meinem Namen meinen herzlichsten Dank aus. Die Zusammenarbeit mit Ihnen werde i ch nie vergessen und Ihrer Person stets mit großer Hochachtung gedenken. Mit meinen besten Wünschen für Ihr persönliches Wohlergehen und mit freundlichen Grüßen verbleibe ich stets Ihr ergebener (gez.) von Hindenbur g." Auch den übrigen aus dem Amte scheidenden Mitgliedern der Reichsregierung hat der Herr Reichspräsident anläßlich der Uebersendung der Entlassungsurkunden mit herzlichen Schreiben seinen Dank für ihre in schwerer Zeit dem Vaterlande geleisteten Dienste ausgesprochen. Oie Verlängerung des internationalen Reichsbanttredits. Paris, 2. Juni. (1BI23.) 3n der Frage des internationalen Rediskontkredits für die Reichsbank in höhe von 90 Millionen Dollars ist heute eine grundsätzliche U e b e r e inff i m m u n g erzielt worden, nachdem der Regentschaftsrat der Bank von Frankreich sich mit der Angelegenheit auch heute nachmittag beschäftigt hat. Der Kredit wird erneuert, ohne daß, wie dies von französischer Seite ursprünglich beabsichtigt gewesen, eine teilweise Zurückzahlung schon jetzt vorgenommen wird. E» soll gleichzeitig aber eine Formel festgesetzt werden, welche eine automatische Tilgung des Kredites im Zusammenhänge mit der Besserung der Devise n l a g e der Reichsbank erlauben soll. Oie Regierungsbildung in Bayern. München, 2. Juni (EDV.) Die Baye- rifche Volkspartci hat nunmehr die I n i - tiative zur Bildung einer parlamentarisch verantwortlichen Regierung in Bayern ergriffen. Der Vorsitzende der Landtagsfraktion der DVP. hat an die Fraktion der RSDAP., der SPD, des Bauern- und Mittelstandsbundes und an die Gruppe der DRVP ein Schreiben gerichtet. Der Vorschlag der Partei läuft aus die Wahl eines Ministerpräsidenten ohne vorausgehende Vereinbarungenkoalitionsmäßiger A r t unter den Parteien hinaus. Für die Wahl zum Ministerpräsidenten schlägt die DVP. den bisherigen Ministerpräsidenten Dr. Held vor. OieDersorgungderKriegSbeschädigten. Berlin, 2. Juni. (VDZ.) Ilm Kriegsbeschä- digtenausschuß wurde ein Antrag Mumm lEhr.-Soz.) zur Aenderung der Vierten R o t d e r o r d n u n g mit den Stimmen sämtlicher Parteien angenommen. Er ersucht die Regierung chie Anrechnung ver Sozlakrenren auf die Kriegsbeschädigtenrenten wieder zu beseitigen und, solange dies nicht möglich sei, eine Reihe von Milderungen eintreten zu lassen, insbesondere von völliger Aufhebung der Sozialrenten abzusehen und zu verhüten, daß Heimstätten, die Kriegsbeschädigte mit Hilfe einer Kapitalabfindung ihrer Kriegerrente geschaffen hätten, diesen wiederum verloren gingen. Oie Weliwirtschastskonferenz. Starker Argwohn in Frankreich. Paris, 3. Juni. (WTB. Funkspruch) Die englische Initiative, eine internationale Wirtschaftskonferenz nach London einzuberufen, wird von der französischen Presse stark beargwöhnt. „Echo de Paris" schreibt: Offensichtlich verfolgt England mit seinem Plan einen doppelten Zweck. Einmal soll aus der Lausanner Konferenz Neun Wahllisten. Darmstadt, 2. Juni. Die Einreichungsfrist für die Wahllisten für die hessische Landtagswahl ist heute abgelaufen. Es sind neun Listen eingereicht worden. Die Wahlvorschläge numerieren sich wie folgt: 1. Sozialdemokratische Partei Deutschlands. 2. Zentrum. 3. Sozialistische Arbeiterpartei und Kommunistische Opposition. 4. Kommunistische Partei Deutschlands. 5. Dr. Leuchtens. 6. JDeutfdjnahonale Volkspartei. 7. Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei. 8. Liste Reiber (Hessische Demokraten). 9. Nationale Einheitsliste. Wie wir hören, besteht einfache Listenv^r- b i n b u n g zwischen den Listen 1 und 8 (SPD. und Reiber); verbunden sind weiter die Listen 5 und 6 (Leuchtgens und DNVP.), während die Deutschnationalen und die Nationalsozialisten noch einmal eine engere Liftenoerbindung eingegangen sind. Oie nationalsozialistische Kandidatenliste. Darmstadt, 2. Juni. (WSN.) Die Kandidatenliste der NSDAP, lautet wie folgt: Gauführer Lenz, Darmstadt; Prof. Dr. Werner, Butzbach; Fabrikarbeiter Kern, Eberstadt; Bürgermeister Ritter, Gau-Odernheim; Dr. Daum, prakt. Arzt in Oppenheim; Landwirt Schwinn, Ober-Kainsbach; Landwirts D i e h l, Gau-Odern- heim; Landwirt Wilhelm Seipel II., Fauerbach; Dr. Best, Gonzenheim; Lehrer Klostermann, Bockenrod; Landwirt Gockel, Langen; Friseur- Obermeister Rentz, Alzey (neu); Handlungsgehilfe Hauer, Darmstadt; Regierungsrat Dr. Muller, Alsfeld; Buchdruckereibesitzer d'A n g e l o ; Hauptmann a. D. Wassu n g, Darmstadt; Obersteuerinspektor Claß, Darmstadt; Rechtsanwalt Jung, Worms; Landwirt Geiß, Vadenrod; Chemiker Dr. I v e r s, Eberstadt; Landwirt Dr. Wagner; Graf Solms -Lo ubach, Arnsburg; Kaufmann Brückmann, Auerbach; Handelsvertreter Zürpz, Darmstadt; Bayer, Framersheim (neu); Ziegler, Michelstadt (neu); Amtsgerichtsrat Dr. Barth, Offenbach. Ausgeschieden find also Dr. Schilling, Gau-Odernheim; Hans Düring, Darmstadt; Dr. Schäfer, Offenbach; Josef Buttler, Eberstadt und Karl Wahl, Badenrod. Oer Landtagswahlvorschlag Or. Leuchtgens. Friedberg, 2. Juni. (WSN.) Der frühere Landtagsabgeordnete Dr. L e u ch t g e n s hat folgende , Litte zu der hessischen Landtagswahl eingereicht: 1. Dr. Heinrich Leuchtgens, Beigeordneter in Friedberg, 2. Richard Hofmann, Landwirt und Berlin, 3. Juni. (BDZ.) Die heutige Plcnar- itzung des Preußischen Landtags, in der die poli- ische Aussprache beginnt, ist auf den Zugangstraßen und im Hause wieder stark durch polizeiliche Absperrung und strenge Kontrolle gesichert worden. Auf der Regierungsbank sind nur einige Miiiisterialbeamte erschienen. '21 bg. Kasper (Komm.) erklärt, die geschäfts- ührende Regierung habe es bisher nicht ür nötig gehalten, an den Tagungen des neuen Landtags teilzunehmen. Heute sitze die Regierung auf der Anklagebank. Die Kommunisten beantragten daher, daß die Regierung sofort herbeigerufen werde. Abg K u b e (NS.) bezeichnet den Antrag der Kommunisten als eine absolute S e l b st v ertön d t i ch k e i t. Solange die Regierung im Amt ei, müsse sie der Volksvertretung Rechenschaft geben, olange die Herren die hohen Gehälter beziehen, haben sie hier anzutreten. (Lebhafte Zustimmung und Bravorufe bei den Nationalsozialisten.) Abg. Hamburger (Soz) betont, das Ministerium führe lediglich die Geschäfte und habe keine Veranlassung, sich dem Landtag oder irgendeiner Partei des Landtags zu stellen. Der Antrag auf Herbeirufung des Staatsministeriums wird mit den Stimmen der Rationalsozialisten, der Deutschnationalen und Kommunisten angenommen und die Sitzung auf eine Viertelstunde unterbrochen. Bei Wiedereröffnung der Sitzung ist die Regierungsbank weiterhin leer. Die Zentrumsminister Dr. S t e i g e r, Dr. H i r t s i e f e r und Dr.Schmidt sitzen aus ihren Abgeord- netenplähen. Abg. Kube (Rats.) ruft: „Wo sind die Herren Minister?" und erklärt dann zur Geschäftsordnung: Ich möchte den Herrn Präsidenten fragen, ob die Herren Minister von ihrer Verpflichtung, hier zu erscheinen, unterrichtet worden sind und was sie darauf geantwortet haben. Präsident Kerrl teilt mit, daß er den Ministerpräsidenten habe unterrichten lassen. Der Ministerpräsident habe ihm erklärt, daß er damit beschäftigt sei, einen Dries an den Land- alles, was nicht direkt mit den Reparationen zu- sammenhängt, herausgenommen werden. England wird auf diese Weise eine Frist -von einigen Wochen gewinnen, um sich über seine Zollpolitik schlüssig werden zu können. In der Zwischenzeit wird die britische Reichskonferenz in Ottawa stattfinden und die englische Regierung Klarheit darüber erhalten haben, ob es auf den Abschluß von Vorzugszollabkommen mit den „übrigen Mitgliedern der englischen Familie" rechnen kann und dementsprechend wird England sich gegenüber Europa einstellen. Zum anderen bezweckt England, die Vereinigten Staaten für ein Goldwährungssystem zu interessieren, das Englands Interessen entspricht. England will d i e a l t e Vorherrschaft des Londoner Finanzmarktes wieder Herstellen, indem es eine enge Zusammenarbeit mit Neuyork eingeht. Das Blatt ist überzeugt, daß die Währungskonferenz, an die England denkt, kaum Erfolg haben wird. Beigeordneter in Rodheim v. d. H., 3. Dr. K. S t e i n, Oberveterinärrat in Friedberg, 4. Philipp Reitz in Weckesheim. Die Lifte ist mit der L i ft e der Deutschnationalen Volkspartei verbunden. Oie Kandidaten der Hessischen Demokraten. D a r m st a d t, 2. Juni. (WSllN Die Liste der Hessischen Demokraten (Reiber) weist neun Namen auf. An der Spitze steht Rektor Reiber (Darmstadt), dann folgen Bürgermeister Schuck- mann (Bechtolsheim), Studienrat Balser (Ingel- heim), Landwirt und Bürgermeister Loch (Otterbach), praktischer Arzt Dr. Hammer (Darmstadt), Postsekretär Schäfer (Darmstadt). Um einen Verlust von Reststimmen zu vermeiden, wurde eine wahltechnische Li st.e nverdindung mit den Sozialdemokraten eingegangen. Gregor Straßer in Darmstadt. Da r m ft ab t, 2.Juni. (WSN.) Die National- sozialisten hielten am Mittwochabend hier ihre erste große öffentliche Wahlversammlung ab, in der als Hauptredner Gregor Straßer auftrat. Der Redner erklärte, daß die Nationalsozialisten, bildlich gesprochen, Gewehr bei Fuß ständen, denn sie wüßten, daß man sie in kurzer Zeit rufen werde. Dann werde der nationalsozialistische Reichskanzler die Konkursmasse des heutigen Systems restlos liquidieren. Die hessische Landtagswayl gelte als eine Generalprobe z u der kommenden Reichstagswahl. An das Steuerruder des Volkes dürfe nur ein Mann, der die Wünsche, die Nöte und die Sehnsüchte seines Volkes kenne und der von sich glaube, daß er diese Nöte auch meistern kann. Die Nationalsozialisten seien von Anfang an aufgetreten gegen die Lüge, daß die Wirtschaft alles bedeute, wie einmal Walther Ra- thcnau behauptet habe. Aus solcher Einstellung her- aus würden Völker zu Tridutkolonicn. Nicht die Höhe des Satzes des Reichsbankdiskonts, sondern der Prozentsatz des Volkes, der hinter ihm stehe, sei wesentlich für den deutschen Reichskanzler, der mit dem Ausland verhandele, lieber der Währung stehe das Volk, und wenn die Währung das Volk zugrunde zu richten drohe, dann müsse das Volk gesunden und die Währung zugrunde gehen, aber nicht umgekehrt. Falsch sei auch der Satz: „Kapital schafft Arbeit". In Wirklichkeit schaffe Arbeit Kapital. Auf eigenem Boden sei in Deutschland genug Arbeit vorhanden, an Menschen und an Handwerkszeug fehle es nicht. Es gebe heute Gelegenheit genug zum Siedeln. Es müßten Straßen gebaut werden, Oedland aufgeschlossen, Land entwässert werden, die Hoch- Wasserschäden müßten durch vorbeugende große Ar- beiten beseitigt werden. Die Nationalsozialisten würden diese Dinge bewußt durchführen und der Welt zeigen, daß Arbeit den Wert des Borwärtskommens ausmache und nicht der hohe Zins des internationalen Bankkapitals. tag zu diktieren, weil er und das Staatsministerium Zweifel hätten, ob die Herbeirufung eines bereits zurückgetretencn Kabinetts zulässig wäre. Abg. Kube (NS.) bringt den Antrag ein, sämtliche preußischen Minister, die der SPD. und der Staatspartei angehören, wegen schuldhafter Verletzung der preußischen Verfassung vor dem S t a a t s g e r i ch t s h o f a n z u k l a^ e n. Präsident Kerrl fügt seiner Mitteilung hinzu, Ministerpräsident Braun habe ihm weiter er- klärt, er würde in der morgigen Kabinettssitzung die Zweifel, die er habe, vortragen. Aba. Steuer (DN.) führt aus, daß die G e - schäftsordnungsänderung den Charakter einer moralisch ungewöhnlich tief stehenden parlamentarischen Schiebung, eines glatten Betrugs an dem neuen Landtag und seiner Wählerschaft trage. Die Deutschnationalen verlangten eine beschleunigte Klarstellung, welche Parteien gegenwärtig bereit seien, diese Betrugsmanöver zu decken. Der neue Landtag hat die dringende Pflicht, eine beschleunigte Neuwahl des neuen Ministerpräsidenten zu erzwingen und Vorkehrungen dagegen zu treffen, daß die zurückgetretenen Minister unter Mißbrauch der Verfassung als „laufende Geschäfte" grundlegende Maßnahmen der Staatsführung treffen. Vizepräsident Baumhosf teilte hierauf dem Haus das angekündigte Schreiben des Ministerpräsidenten mit. Das Schreiben besagt, daß der Ministerpräsident für Freitag eine Sitzung des Staatsministeriums einberufen habe, in der die Frage geklärt werden sollte, ob eine zurückgetretene Regierung noch verpflichtet sei, im Landtag zu erscheinen. Abg. Kube (Nats.) sagt u. a.: Dor einer Bereinigung der Angelegenheiten im Reich werde eine Bereinigung der preußischen Regierungsfrage weder zweckmäßig noch notwendig sein. Wir warnen die Börse vor einer Fortsetzung ihres verbrecherischen Spieles. Sollte dieses Spiel der letzten Tage fortgesetzt werden, werden wir die Schließung sämtlicher Börsen in Preußen sofort verlangen. (Beifall rechts.) Hätte man im Kriege manchen Kriegsschieber rechtzeitig gehängt, wäre es besser um Deutschland gewesen. Dte Herren 6peh> lanten mögen zur Kenntnis nehmen: Was vor 14 Jahren vergessen worden ist, kann noch nachgeholt werden. Der Redner protestiert dann nochmals da* gegen, daß das Kabinett Braun nicht ook dem Landtag erscheine. Das Kabinett'Braun habe in den letzten Wochen eine gesteigerte politische Tätigkeit entfaltet, nicht nur in der Ernennung von besonders gut bezahlten Beamten, sondern darüber hinaus in der Terrorisierung von Beamten anderer politischer Richtungen. In keinem Staat herrscht eine derartige politische Bevormundung wie in Preußen. Ich nehme Rußland und Italien aus, weil da keine Dcrgleichsmöglichkeiten bestehen. Dann reden Sie doch nicht von Demokratie. Dann sagen Sie doch offen: Gewaltherrschaft! Der Staat soll dem Volk Arbeit, Freiheit, Wohlstand, Unabhängigkeit und Aufstieg, Gerechtigkeit und Kultur vermitteln. Da das deutsche Volk christlich ist, ist es auch Pflicht des Staates, dem Wunsche der Eltern auf christliche Erziehung ihrer Kinder Rechnung zu tragen. Das kann er nicht, wenn er sozialdemokratisch regierfroirb. Den f o m m u n i ft i -i schen Antrag auf Fürstenenteignung lehnen wir aus Gerechtigkeitsgefühl ab. Der Sozialismus hat auch das^Recht der Hohen- zollern anzuerkennen. (Rufe links: verhört! Das nennt sich Arbeiterpartei.) Jawohl, Arbeiterpartei. Es gibt kein höheres Recht des Arbeiters, als den Volksgenossen gerecht zu beurteilen. Wir Nationalsozialisten ehren die große Vergangenheit unseres Volkes und Staates. Ohne die Hohenzollern, ohne Friedrich I., Friedrich den Großen und den alten verehrungswürdigen Kaiser (nach links gewandt) säße keiner von Ihnen an dieser Stelle. Das Volk, das seine Geschichte verleugnet, gibt sich selbst auf. Das deutsche Volk hat den Klassenkampf satt. Die Nationalsozialistische Partei wird die soziale und nationale Befreiung der Nation bringen, sie wird den preußischen Staat wieder zum Funda» ment deutscher Größe machen. In Oldenburg und Anhalt und eines Tages auch in Preußen wird Adolf Hitler, der dcutsche"Arbeiter, der Herr des Staates sein. (Lebhafter Beifall, Bravorufe und Händeklatschen bei den Nationalsozialisten.) Als Abg. H e i l m a n n (Soz.) nunmehr die Rednertribüne betritt, verlassen die meisten Rationalsozialisten den Sitzungssaal. Abg. Heilmann; führt u. a. aus: Für die erste Regierung deo Harzburger Front, die jetzt gebildet ist, ist charakteristisch, daß ihr kein Mensch angehört, der aus der deutschen Arbeiterklasse hervorging. Ich hoffe, diese Kostprobe genügt, »um den Arbeitern den Geschmack am Dritten Reich gründlich zu verderben. Die neue Reichsregierung erscheint unS als unmittelbare Bedrohung der Reste der Sozialversicherung und der anderen Arbeiterinstitutionen. Jetzt gilt es, den Zusammenschluß aller Arbeiter zu betreiben. Abg. Letterhaus (Zentr.): Die Stunde für eine staatsbejahende Rechte war 1930 gekommen. Diese Stunde hat aber keine arbeitswillige Rechte gefunden, obwohl das Zentrum frei war nach jeder Seite und immer die Kräfte gesucht hat, wo sie sich zu ernster Zusammenarbeit boten. Brüning und Stegerwald sind Opfer einer Wühlarbeit geheimer Konventikel und exklusiver Klubs geworden. Unö wiederum sind es Großindustrie und Großlandwirtschaft, die bei dieser Arbeit zusammenwirken. Wir fürchten, daß das deutsche Volk die Kosten dieser Politik zu zahlen haben wird. In Preußen kann nur ein Ministerpräsident gewählt werden, dem das Zentrum zu- ftimmt. Wir warten in aller Ruhe (Rufe bei den Rats.: Wir auch!), was die Sieger des Wahlkampfes, die Rationalsozialisten, mit ihren 162 Abgeordneten praktisch hier im Preußischen Landtag anzufangen wissen. Was wir im übrigen hier erlebt haben, ermutigt uns keineswegs in der Annahme, daß die Rationalsozialisten zu dieser positiven Arbeit bereit sind. Abg. Stendel (DVP.) nennt die Geschäftsordnungsänderung ein Stück aus dem Tollhaus. Man sollte annehmen, daß die Nationalsozialisten nun das Bestreben hätten, die bisherige Regierung so schnell wie möglich zu beseitigen. Statt dessen wollten sie, wie Abg. Kube ausgeführt habe, bis nach den kommenden Neuwahlen im Reiche warten. (Abg. Kube: „Das hat seine Gründe!") Die dringendste Ausgabe des neuen Landtages sei es, sobald wig möglich eine verfassungsmäßige Regierung zu bilden, Abg. Veidt (Chr.-Soz.) verurteilt gleichfalls die im alten Landtag getroffene Aenderung der Geschäftsordnung. Durch solche Methoden werde das politische Leben vergiftet. Aus aller Well. Lin gelungenes Fernseh-Lxperimenk. Das Londoner Metropol-Kino bot seinen Besuchern eine ganz besondere äteberraschung: Der Schluß des Derbyrennens wurde auf drahtlosem Wege auf die Kinolein- wand übertragen. Das Experiment, das erste dieser Art, kann, wenn man die großen technischen Schwierigkeiten berücksichtigt, als wohl- gelungen bezeichnet werden. Man sah deutlich, wie das siegreiche Pferd die anderen überholte und in scharfem Galopp durch das Ziel ging. Vorher sah man die Pferde in den Ring gehen und die Aufstellung zum Start. Der Verlauf des Rennens selbst, der nicht gezeigt wurde, wurde durch einen Ansager von Epsom aus geschildert. Drohbriefe an Marlene Dietrich. Wie aus Hollywood gemeldet wird, erhält die deutsche Filmschauspielerin Marlene Dietrich seit Wochen anonyme Drohbriefe, in denen 10 000 Dollar gefordert werden, andernfalls die Entführung der 4jährigen Tochter Maria angedroht wird. Die Tochter Maria wird bereits wochenlang von Detektiven bewacht. Auch ein wohlhabender in Hollywood wohnender deutscher Wäsche-Importeur Egon Müller erhielt einen Drohbrief, in dem 500 Dollar gefordert werden. Müller hat einen4jährigenSohn Die Polizei sieht die Drohbriefe als eine Ver- chwörung gegen die wohlhabenden Kreise der deutschen Kolonie an. (Ein Artillerieoffizier von einer Granate getötet. Leutnant Werner Lenne von der 3. Abteilung des Artillerieregiments 5 Ludwigsburg war als Offizier zur Beobachtung am Ziel während des Scharfschießens kommandiert. Aus Dienstinteresse ließ sich der Offizier verleiten, entgegen den Bestimmungen den schutzsicheren Unterstand vorübergehend zu v e r l a s s e n. Er wurde von einer in der Nähe einschlagenden Granate getroffen und sofort getötet. (Ein wildgewordener Stier. 3n Witzhelden (Rhein-Wupperkreis) wurde ein Stier, der von einem Landwirt in den Stall zurück- geführt worden war, plötzlich wild. Er griff die im «tall anwesenden Personen an und verletzte! Aufmarsch zum Wahlkampf in Hessen. Große politische Aussprache im preußischen Landtag. Ministerpräsident Braun lehnt das Erscheinen im Parlament ab. ri-< sä)«" rf’LfWunf 3WÄ rannt yr.-'enahc! SÄ S&Ä* w9 york und fein rerstellung in den Wander? leiten und not auch Lichtb Flugsport ha das iintemetj der Jugend Weden wird. fiine Sübami ^Anhänger •Ä* XU danlen, oie SegelU^S [um elften® AS Stetiger mit direktem kungsrolleun bet norddeiB terfrältniW selbst aufi bie Legelflu' Danderzmu krastwagen, c transporlany Der argent ist in CBueno Handlungen, i eines An schifshall den, beschleu: erwogen, im an eine Fah nach Duci sind die Sri Möglichkeit , erforderlich. (Ein > W m 1 gebautes W ligteitsrelvr' zu schlagen Brand gerc mobil, das und cheov digkeit1 erzielen in Strand bef. bestieg den war er 2(X gerollt, als ! ahne ben sprangen so leichte Tei verbran . Am 25. in Mainz Mmmfolg« Aheinuserb Lvnntagvo: tenbcrg°Ge Vortrag v dvn, über ®ufenb»rg. onstaltunge ring-Clubs * vtadlhalle; Hem". Orr uch zum D Gelegenheit -Goethe un tvird die © geführt. 'K KAI i/*pfd. I y*pto KAFFEE KAFFEE KAFFEE KAFFEE 1/4PM. KAFFEE y*Pid. KAFFEE ’ÄPto. KAFFEE ^Pto. KAFFEE ‘/♦PM. | ’Ä-PFd. KAFFEE? KAFFEE %|-Ph| 'ÄPfd KAFFEE? KAFFEE Gewiß - eine kleine Prise „Weber’s" genügt |d, um euch billigerem Kaffee abgerundeten Geschmack und die gleiche Fülle und Farbe zu geben, wie beim allerbesten. Mit „Weber s" trinken Sie eben immer einen besseren Kaffee als Sie gekauft haben. Männer des neuen Kabinetts flotbcn. Boruotizcn. Lagd in den Lüsten. I einen Sohn des Besitzers, sowie einen ! Anecht schwer. Ein anderer Landwirt trug I fiiovenauetschungen davon, konnte aber flüchten. T*r Stier rannte schließlich durch die offene Ltall- ! ür in die nahe Ortschaft, wo er von einem Pol,ze,- «amten erschossen wurde. Die beiden schwer- «rletzten haben außer Bruftoerl.tzungen schwere werten wird. Line Südamcrikaslation für den „Gras Zeppelin" in Buenos Mite». Der argentinische Konsul in Stuttgart Morck I ist in Buenos Aires eingetrofsen, um die Der. Handlungen, die schon vor fahren über ten Dau eine« Ankermastes und einer Luft- schiff Halle in Buenos AireS eingclcitet wurden. beschleunigt durchzuführen. ES toirb bereit«J erwogen, im Herbst dieses IahreS tm Anschluß an eine Fahrt nach Pernainbuco eine Fahrt nach Buenos Aires durchzuführcn. Dazu smd die Errichtung eine« Ankermastes und die Möglichkeit zur Erneuerung der Betriebsmittel erforderlich. Lin neuer Rennwagen verbrannt. Ein von dem französischen Ingenieur Stapp qobautcS Automobil, mii dem dieser die Schnei- ligkeitsrekorte deS Engländers Major Campbell tu schlagen beabsichtigte, ist in 6t. Dazaire in Brand geraten und zerstört worden. DaS Auw' mobil, das drei Motoren von 800 PS aufwieS unb theoretisch eine 6 t u n d e n g e s ch w i n - digkeit von 500 biS 600 Kilometer zu erzielen in der Lage gewesen wäre, war auf den Strand befördert worden, und Ingenieur Stapp bestieg den Wagen mit einem Monteur Kaum war er 200 Meter in geringer Geschwindigkeit gerollt, als plötzlich eine leichte Ra u ch - sahne bemerkt wurde. Stapp und sein Monteur sprangen sofort au» dem Wagen und haben nur leichte Verletzungen erlitten. Der Kraftwagen verbrannte. Ober« Reih-. °°n linfg n°ch rechts: °°n s ° ? l «Ees,. schwer in. Kr ° I' s' «Finanzen,. Elz von Rübenach (Reichspost unb Reichsverkehr). b Untere Reihe, von link» nach rechts. Dr. ©ürtner^(«ru-hrung Lanbwirtschaft), Professor Warmbold (Wirtschafi)________■— — T age»f alenber für Freitag: Oterbessilcher Kunstvcrein, TurmhauS am Brand- platz 15 bi» 17 Mbr. Ausstellung. — Dr»tanifcher Hörfaal, Brandplay. 20 Uhr. Linn^-Feier 1932. Bortrag von Herrn Prof Kü st er über .Dar- ftellung der Pflanzen in der bildenden Kunst . , Kaufmännischer Dercin. 21 Uhr. DereinShau». Haupt-Dersammlung. DHE.. Hotel &optell>. außerordentliche Hauptversammlung. — 6a1t ßeib 20 Uhr. Hausfrauen-2lbend Alhambra. atcüüc. Oswalds garten, EröffnungsvoNtellung. 20.15 Uhr Lichtspielhaus. Bahnhofstraße .Die letzte Galavorstellung im 3irtu» Busch . — Gastspiel der Albambra - Re v u e ß. Knie. Man schreibt uns: Ter bekannte Zirkus unb Darietsdirektor L. Knie, der einzige, ter noch zu den alten wirklichen Knies zählt, bat fein frühe- res Unternehmen umflcflelll. ist aus einem '**r*1*®* Menschen zum Revuemenschen geworden unb bat eine Revue auf die Beine gebracht, die sich leben lassen kann. Diese einzige wandernde Revue auf Radern ist nun auch nach Gießen gekommen unö wirb heute adend ihr erstes Gastspiel eröffnen Das große auf dem Oswaldsgarten aufgestellte öeit mtzr 1000 Personen und bietet aut einer großen Buhne mit allem Lichtraffincment alle möglichen Leistun- aen Tanz, Artistik, Duette. Siimmungssanger, Humoristen u.a. werden die Zuschauer erfreuen. Bet ber heutigen Eröffnungsvorstellung haben aus e > ne Karte zwei Personen Einlaß. Man beachte die . Torftclluna 6e« Gießener Stadtthcater - ©nfemble» am morgigen Samstagabend im Stadtthcater sei noch einmal zum Besuche empfohlen. 3ur Aufführung kommt Aiebergall» Posse .DevDatterich . Die Dorstellung findet zu gewöhnlichen Schauspiel, preisen statt. Beginn 20.15 Uhr. D« wird gebeten, vorbestellte Karten bi» Samstag. 13 Uhr. adzu- holen, da sonst anderweitig darüber verfügt wer- den muß- (Siche heutige Anzeige ) " Personalien. Der Amtsgehilfe August Krebs beim Kulturbauamt in Gießen ist mit 215ir- fung vom 1.3uni an in den Ruhestand getreten. Auf Grund des Altersgrenzegesetzes wurde der im einstweiligen Ruhestand befindliche Aulturm,pektor Thomas fflrcb zu Friedberg mit Wirkung vom 1 Juni an in den dauernden Ruhestand versetzt •• Kraft-Son de rpo st en zum M otor- rad-Re nnen .Rund umEcho11en' wer- den am kommenden Sonntag von Gießen aus gefahren Die Kartenausgabe (Hin- und Rückfahrt 3 Mark) erfolgt im Postamt Bahnhofstraße am Schalter VI. Sintrittskarten-Dorverkauf ,st tn Gießen bei der Armoncen-Erpedition (Germer & Wagner. (Siche gestrige und heutige An- zeigen.) Weitere Lakainachrichten im 2. Blatt Wettervoraussage. Die Erwärmung hat infolge der kräftigen Sonnenstrahlung über dem Kontinent weitere Fortschritte gemacht. Bei den hohen Temperaturen wirb jedoch das Barometer zum Sinken gebracht, |o daß wieder Störungstätigkeit einsetzen kann, lieber -tandina- vien ist es zur Ausbildung eines kräftigen Tiefdruckgebietes gekommen, dessen Ausläufer bereits bis nach Norddeutschland vorgrcifen. An feiner Rückseite fließt ftaltluft fudwarts, die bis in unser Ge- biet vordringen und bei Zusammentreffen mit der stark erwärmten kontinentalen Lust Anlaß zu Gewitterstörungen mit Regen geben wirb Aussichten für Samstag. Rach Gewitterstörungen mit Gewitterregen leichte Abkühlung. Lufttemperaturen Am 2 Juni: mittags 20,ß Grab, abends 14,8 Grad: am 3. Juni: morgens 14,4 Grad Celsius. Maximum 22,3 Grad, Minimum 7,7 Grab. Sonnenschen'dauer 11 . Stunden. — Erdtemperaturen in 10 Zentimeter liefe. Am 2 Juni: abends 18,0 Grad, am 3. Juni morgens 13,6 Grad Erstius. Fell. ^xperimcul- Eino bot feinen > Hcbcnaldjurtg- 4« nens mrde a , die c'^ * TÄ*" «6 Z'el res# SÄ»* te Dietrich. ssAr s-hs; 1!!« Varia SSmSS» 0 EgcnS°^' > jahr^e T-'i-SV..» am 3«'6» er grjrt* # KS (Butenbergtage in Main,. Am 25. und 26. Juni findet, wie alljährlich, in Ma.nz eine Gutenberg-Feierstatt^Die Programms olge sieht u. a. vor: Samstagabend. Große Aheinufcrbclcuchtung ,Der Ahein in • Sonntagvormittag Hauptversammlung ter ®u- tenbera-Gesellschast im Kurfürstlichen Schloß, Dortrag von Professor Diktor Scholterer, London über „Frühdrucke in Italien". Ehrung am Dukenberg-Denkmal Nachmittags. Sportliche Der- anftaltungen, u.a. ZiÄfahrt deS^^^njEou- ring-EIubS: abends: Gutenberg-Festspiel m der Stadthalle: anschließend Johann,snach am -Rhein '. Jrn Gutenberg-Museum. da» sich ollmah- lich zum Wcltdruck-Museum auswachsen ton», ist Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung .GrÄhe und feine Verleger Q^eben. ferner wird die Gutenberg-Werkstatte tn Betrieb vor- geführt. Verhandlung wurde Zwecks weiterer Beweise- Hebung vertagt. „ , Die Mage de» ©aftwirt» Ludwig Bier au von Staufenberg gegen die Gemeinde aii n A l a r aut llnzulaisigkeilserklarung eines Gemeinderatsbeimm - es und auf Eintragung in den Gcmeindesagdpacht- Dfrtrag kam nicht zur Verhandlung, da sich die Parteien inzwischen auf gütlichem Dege geeinigt hatten. Taten für Freitag, 3. Juni. 1740. Friedrich der Große hebt die Folter auf; — 1844: der Dichter Detlev v Liliencrvn In Kiel Sboten; - 1864 der Dichter Otto ört» S»rt- xn in Klaustbal geboren; - 18a: Ellast- Lothringen wird deutsche» Reichsland. — lo<5. ber Komponist Georges Bizet in Bougival ge- freube liegt in ihrem klingenden Ruf, der noch tont, wenn der Abcndfchatten Türme und Zinnen zusehends in Dunkelheit taucht. Unser neuer Vornan. 3n der heutigen Ausgabe de» ,Gießener Anzeigers" beginnen wir mit der Veröffentlichung eine» neuen großen Romans; cs l>anMt mer um die Geschichte einer Frau, bie Geschichte ihrer Liebe ihre» Ausstieges und ihres Kampfes um AerMmSglüd und Erfolg — geschrieben von einer Frau und in erster Linie auch für die or 1930 gekommen, rbcitstvillige Rechte um frei vor noch jfte gesucht Hot, too* beit boten. Drüning not Dühlarbeil ge» lusiver Klubs ge» d es Srohinduftne bei dieser Arbeit m, dah das deulsche if zu zahlen haben ein Ministerpräsi» dos Zentrum zu» iuhe iAuse bei den Sieget des Dahl» en, mit ihren 162 i Preussischen Landis vir im übrigen is keineswegs in der sozialisten zu dieser nnt die lScfchäftsord- dem Tollbau;. ®on tionaljozialisien nun berige Regierung >, Stattdessen wollten . Hobe, bis nach b« .eiche warten. (W e!") Die dringendste ; fei es, sobald wm Regierung zu bilden, rurieili gleichfalls die Aenderung der w Methoden werde W Das ist ein ständiges Hin unb Her über Dächern . unb Zinnen: Jagb munterer Vögel auf Insekten. Don jruh bis spät währt sie. Bis erste Debatten Die kurze Fruhlingsnacht einleiten, bis erste Lichter in abendliche Dämmerung glühen. Mauersegler sind es. Turmschwalben — echte Stadtbewohner. Sie bei ihrem Beutefluge zu sehen, wie sie emporwirbeln, jählings Herabsturzen, schwern- ken und wieder steigen, wie sie flattern und gleich Darauf ohne sichtbare Flügelbewcgung dahinfchletzen, ist ein Genuß. Ihrer langen Flügel cingcnadigc Sicheln unterscheiden sich von jedem anderen ^o» acl. Und ihr lauter Ruf, ihr schrilles „Sn-sri , jo hoch über dem Lärm der Straße, schallt wie ein Jauchzen: Freude an fröhlicher Jagd, Freude an diesem wirbelnden Fluge in den Lüsten... In ektenjagd, unentwegt in wildem Dahinfchietzen und sicherm Kreisen um ragende Türme und öiebel, das ist des Mauerseglers Tätigkeit. Hast bestimmt fein Leden. Keiner aus der ganzen Dogelwelt zeigt das Bestreben, die Zeit 3u nutzen, so deutlich wie er. Es ist, als müsse er sich selbst Rechenschaft ab» legen über das, was er geleistet, Rechenschaft an jedem Tage. Kein Vogel paßt in seinem Hang zur Geselligkeit, in seiner Hast, in seinem ganzen Ge» baren so in das Stadtbild, wie dieser. Aber diese Emsigkeit ist nicht von ungefähr; sie ist bedingt durch den harten Daseinskampf, den der Mauer» cgler zu fuhren hat Keiner von unseren Zugvögeln weilt nämlich so kurze Zeit bei uns, mie Die|er. Erst in Der ersten Halste Ma, trifft er bei uns ein, wenn Die warme Luft Die winzigen Insekten geweckt hat. Und bereits Anfang August wen» bet er sich von uns. Das sind Drei Monate, manchmal knapp Drei Monate. Und Diese Zeit ist aus- gefüllt mit Arbeit van früh bis spät. Da gilt es zu brüten unb später bie Jungen zu aßen. Unb Die brauchen nicht wenig, sollen sie doch schon in kurzer Zeit, zusammen mit den Alten, die weite Reise an» treten nach südlichen Ländern. Dann sind diese Kerlchen, die vom Leden noch nichts wissen, etwa sechs bis sieben Wochen alt! Mag der Sommer noch so sonnig und warm sein, Zeiten, da es tagelang anhaltend regnet, gibt es wohl in jedem Jahre. Solche Tage aber gehen diesen Vögeln, die auf Jnsektenna^rung angewiesen sind, nahe und gefährden die Aufzucht der Jungen. Dann gibt es in Der Lust keine Beute für sie, die vielleicht schon Die Sorge um Den Nachwuchs haben; dann suchen sie flatternd altes Gemäuer ab. Und da geschieht es nicht selten, daß einer dieser Vögel aus ^Awache auf die steinige Straße fällt. So sicher d«r Mauersegler aber im Reich der Lüfte ist, so unbeholfen ist er auf dem Erdboden. Seine kleinen Fuße gestatten ihm nicht cm rasches Dorwartskommen. Und Io wird denn mancher eine muhelose Deute der Katzen. Der Mensch sollte auch diese Vögel schützen wo sie Des Schutzes beDürfen; Denn, was sie im Haushalt Der Natur bedeuten, wird so recht offenkundig, wenn man sie bei ihrem rastlosen Beuteflug beobachtet. So düster sie auch ausfehen, es sind fonnenjreu- bige Geschöpfe. Emsigkeit bekundet ihr Flug, Lebens- Da gerate ter Segelflugsport als Dortrupp ter Luftfahrt immer mehr an Bedeutung gewinnt und 1 er vor allem auch einem fast unbegrenzten Krei» von Anhängern die praktische Ausübung ohne «men besonders großen Aulwand an Mitteln et- «nöglicht. ist es anerkennenswert, daß für ibn irnD fomil gleichzeitig für den deutschen LuftfahickS- gedanken überhaupt die Werbetrommel gerührt wird. Dem DeutschenLuftf ahrtver band ist die Idee unb Ausführung der sehr originellen unb sicher sehr zukunft-vollen Werbeunterrehmung iu danken, die sich am 28. Mai unter Dem Damen I .Segelfl ug-WandcrAirkuS des DLD. ium ersten Male - zunächst^nach Pommern — aut Reisen begeben wird. Auf dem Flughafen Tem- pclhof zeigte der .Zirkus" an einigen Schauflugen Die neuentwickelten Start- und Schleppmethoten, wie er sie unterwegs vorzusühren beabsichtigt. I Mittels dieser Reuschöpfungen, wie Autoschlepp mit direktem Zug. Autolchlepp mittels Umlen* kungSrolle und Windenschlepp will er zunächst in 1 der norddeutschen Tiesebene zeigen, daß mit solch verhältnismäßig einfachen Hilfsmitteln überall, selbst auf gänzlich hügellosem Lande bie Segelflugsporttetätigung möglich ist. Der . Wanderzirkus' besteht auS einem Spezialschlepp- _____£__. kraftwagen. einem zweiten Auto, sowie zwei Fern- Aus Der provin$iait>üupmaot. transportanhangern. in denen ein ein- und dop- _ . 1(M* pelseitigeS Schleppflugzeug verpackt sind- Wolf j ® t e 6 e n. ten 3. 3um 1932. H, rth. ter sich durch seine Segelslüge über Reu- york und seine Rhön-Fcrnstreckenflüge eine Füh- rcrstellung im Segelflugsport errungen hat wird den Wanderzirkus de« DLD. durch Deutschland leiten und neben Den praktischen Flugvorfuhrunaen auch Lichtbildvorträge über den deutschen Flugsport halten. Sein Raine bürgt dafür, daß das ilnlcmcbmcn überall Anteilnahme und unter ter Jugend auch Bereitschaft zur Beteiligung unb ist die LebenS- und Schicksalsgeschichte eines jungen und schönen Mädchens, das fast ohne Mittel bescheiden und still, zusammen mit seiner Mutter in einer kleinen Stadt lebt. Wie nun diese kleine Elisabeth dank ihrer bezaubernden Stimme sich zu einer ter größten und gefeiertsten Künstlerinnen ihrer Zeit entwickelt, wie _hc nach schweren Kämpfen und bitteren Enttäuschungen auf ihrem Wege zum Ruhm auch ten Mann findet dem von Anfang an ihre Liebe gehörte, — das schildert Marianne Ankelmann mit beredter Feder in einer ungemein fesselnden und zu Herzen gehen- Öen CßJcifc Der Roman .Elisabeth erobert sich das Glück" ist eine Geschichte nach dem Herzen der Leserin- nen und Leser, und wir sind fest überzeugt, daß fie ten gleichen starken Erfolg haben wird wie ihre Vorläufer; niemand wird die ergreifenden Schick- fale unserer neuen Heldin ohne tiefe Bewegung und wirkliche Anteilnahme verfolgen. Kreisausschuß Sitzung. Der Kreisausschuß Des Kreises ®ie» ß e n beschäftigte sich gestern in öffentlicher Sitzung mit folgenden Angelegenheiten: Zulasiungsbescheinigung bes Georg o d) in t o t in Hungen; hier: Klage gegen bas Kreisamt Gießen. — Dem Georg Lchmibt zu Hungen mar vam Kreisamt Gießen bie Führung von Kleinkrafträdern mit Wirkung vorn 1. April 1931 auf die Dauer I eines Jahres untersagt worden, weil er am 1. Avril 1932 gegen 18 40 Uhr in der Sudanlage in Gießen in übermäßig großer Geschwindigkeit gefahren war, wodurch er einen Zusammenstoß mit einem anderen Kraftfahrzeug verschuldet und dadurch Menschenleben in Gefahr gebracht hatte. Die Fahrbahn war zur Zeit des Zusammenstoßes naß und schlüpfrig. Schon deshalb hatte edr die Fahrgeschwindigkeit so einrichten müssen, day er jederzeit in der Lage blieb, den Bestimmungen über den Kraftsahrzeugverkehr Genüge zu leisten Gegen die Untersagung hatte Schmidt Klage erhoben. Der Kreisausschuh gab der Klage insofern statt, als der Beschluß des Krcisamts Gießen vom 18.2Iprü 1932 dahin abgeändert wurde, daß dem Klager die Führung von Kleinkrafträdern auf die Dauer von vier Monaten ab 1. April d I. versagt wird. Klage des August Vogt von Hungen gegen die Heranziehung zur Zahlung von Kanalgebuhren. Die Vorsicht vor Schnaken und Stechmücken? Diese Quälgeister machen den Aufenthalt im Freien ober Schlafen bei offenem Fenster oft unerträglich. Schutzen Sie sich mit Schnakencreme Mouson; sie ist das Produkt eingehender und langwieriger wissen, schaftlicher Versuche. Ihre Wirkung veruht sowohl auf der Abwehr der Schnaken und Stechmücken, als auch auf der Schmerzlinderung unb Beseitigung der Anschwellung nach erfolgtem Such- Schnaken- (Mücken.) Creme Mouson ist in einschlägigen Ge- schäften erhältlich 334iV '■•■'S: Do» Fünf Kinder ertrunken. Bier Mädchen und ein Knabe hatten in einem Boote auf dem 91 j em en bei örobno eine Spazierfahrt unternommen. Als bie ftinber in Dem Boote wild umhersprangen, kenterte es Alle fünf Amber ertranken. Wolfgang hirths Segelflug,irku» begibt sich auf Reisen. 23Z Hl I Sieger-Ehrenpreis und Erster Preis wurde uns für daUerpaSteUHSierte Markenmilch auf der vom 31. Mai bis SU In Mannheim stattfindenden Wander-Ausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft zuerkannt. — Bei alljährlich stattfindenden großen wissenschaftlichen und praktischen Wertprüfungen wurde uns seit 1927 hiermit zum drittenmal der Sieger- Ehrenpreis neben sechs Ersten Preisen zugeteilt. Wer einein jeder Hinsicht hygienisch einwandfreie und hochwertige Flaschenmilch verwenden will, beziehe dieselbe durch die Milchzentrale Gießen • GebrüderGrieb*Fernruf4007 4O.Siiftungsfest 4. und 5.3uni 1932 am Klein-Linden und Hochelheim, den 3. Juni 1932. ■aridsen-StoffB Ab isllhr: Volksfest 4256 D uni und gestreift, in größter Auswahl bei: 4278 A 03496 erhält gute Belohnung. «o z nen wir Herren- und Damenkleidung L. 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Krieger-Verein Gielen Sonntag, d.S.Juni, nachmittags 3'/-Uhr Ausftus nach d.LiebigShöhe Konzert.Gr.Kinder- belustigung m. Brezelverteilung. Ver- einsabzeichenanleg. Um zablr.Beteil.m. Angehörigen bittet 42?3d der Vorstand. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranz- und Blumenspenden ferner für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers Bremmer, den Krankenpflegerinnen, dem Gemischten Chor Hochelheim, dem Radklub Germania und Geflügelzuchtverein Klein-Linden sagen wir hiermit unseren herzlichsten Dank. 03472 Wir raten Ihnen gut, wenn wir Ihnen sagen: „Greifen Sie rasch zu!" denn ein solches Angebot war wohl noch nicht da. Wir verkaufen ob morgen Samstag, 4. Juni Prov.-Vertreter z. Besuch v. Auto-Besitzern für lohn. Patentartikel ges. Nur fleiß. Mitarbeit, in geordn.Verhältnissen. Angebote unter F.F.971 bef. Bud. 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Juni 1932. I. A. des Hessischen Amtsgerichts Gießen: Leo, Ortsgerichtsvorsteher. ist es, sich beim Kauf einer Parkettoder Linoleum-Wichse nicht vorher genau die Vorteile derselben erklären zu lassen. Die Wahl kann dann nur auf KINESSA-Bohner- wachs fallen. Und weshalb? Bei einer Ausgiebigkeit von ca. 80—85 grn l 5-6Zimmer) mit einer Pfunddose erhalten Sie mühelos einen herrlichen Hochglanz von überraschend guter Haltbarkeit, unempfindlich gegen Wasser.— Am besten holen Sie beute noch für nur Mk. 1.15 eine Dose ^KINEIIA MjäVBOHNER -WACHS Drogerie Hans Noll, Roonstrabe 2 Drogerie Carl Seibel, Frankl. Sir. 39 Med.-Drogerie Haus Hindenburg. 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Freitag, 5. Zuni 1952 Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen) Kr. 128 Zweites Blatt halten chn zwar auf bcm Grund und Boden, aber der Dauer ist dann unfrei, er führt den Ertrag feiner Arbeit an die Gesellschaft ab, die ihm dafür nur ein Elistcnzminimum läßt. ES ist daher kein Wunder, daß immer gröbere Mengen solcher verschuldeter Farmer chren Besitz stehen und liegen lassen und es statt dessen vorziehen, m den Städten Arbeitslosenunterstützung zu beziehen. Die Finanzen der kanadischen Provinzen sehen daher auch fürchterlich aus. In manchen Provinzen besteht die Hälfte der Staatsausgaben aus den Aufwendungen für di« Unterstützung der Arbeitslosen! ES ist daher kein Wunder, dah radikale Parolen auch in diesem Lande um sich greisen, und dast der Bolschewismus hier willige Ohren findet. Wer die Rachrichten über die vielen kommunistischen Unruhen in Kanada liest, weist also, woher das kommt. Dabei ist es interessant zu beobachten, wie sich dieser Radikalismus im Lager der Regierung widerspiegelt. Die Partei des jetzigen kanadischen Premierminister- Bennett, der selbst aus einer Landwirtspartei stammt, predigt nämlich offen die allgemeine Schuldenstreichung oder doch Schuldenherabsetzung für die Landwirtschaft — eine Propaganda, die man jedenfalls in Amerika nicht vermuten würde. Man must sich also klar darüber sein, wie ernst drüben in Kanada die Lage geworden ist. Eins ist sicher: noch «inen solchen Winter hält auch der geduldigste Kanadier nicht aus, ohne dast sich die schwerwiegendsten Rückwirkungen auf die innere und duftete Politik des Landes ergeben. Bon der Schuldenstreichung für die Landwirtschaft mag man dabei noch absehen — obwohl auch das Folgen bis nach Europa herüber haben würde, weil dann englische Banken sehr viel Geld verlieren würden. Wichtiger aber ist die Frage, ob bann Kanada noch im britischen Weltreich bleiben wird. ES ist nicht unwahrscheinlich, dah Kanada sich von England loslöst, wenn es den Engländern nicht gelingt, in Ottawa aus der Reichskonserenz «ine Lösung zu finden, die auch den kanadischen Farmer zufriedenstellt. Die große Konferenz vonOttawa hat also zweifellos eine Ausgabe, wie sie gröber kaum gedacht werden kann. 3n Kanada setzt man auf dies" Konferenz alle Hoffnung — schlägt sie sehl, so ist sie der Beginn vom Ende deS britischen Weltreiches, jedenfalls soweit Kanada in Frage siebt. Die Psund- k r i s e — di« man in Kanada nicht mitgemacht hat. und die infolgedessen bereits zu einer Schwächung der englischen Einkäufe in Kanada geführt hat. hat bereits eine beachtliche Miststimmung geschaffen. Das Kabinett Bennett hat sie damit be- kämpsen können, dast es auf Ottawa hinwies. Was aber, wenn nun Ottawa doch eine Enttäu- schung bringt? Das Schicksal des kanadischen WeizensarmerS ist also durchaus kein« nur amerikanische Angelegenheit. die nur den neuen Kontinent und die Engländer angeht — ganz abgesehen davon, dast der Weizenpreis auch für die großen anderen WeizenlLnder der Welt, und damit indirekt auch für uns von entscheidender Dedeu- hmg ist ... Elisabeth erobert sich das Glück Vornan von Margarete Antelmann Copyright by M. Feuchtwangcr, Halle. Erstes Kapitel. Atemlose, tiefe Stille herrschte in ber groben Stadtkirche, die bis auf den letzten Platz gefüllt mar. Seit Wochen hatte die ganze Stadt kaum von etwas anderem gesprochen, als von dieser Trauung. Die Larsens gehörten zu den Spitzen der Gesellschaft, und der Legationsrat von Hohen- stein war eine jener Partien, um Nie sich alle heiratsfähigen Mädchen rissen. Evi von Larsen wurde beneidet, obwohl man sich heute sagen muhte, dah man di- Wahl d^ Ccgationärate« durchaus begreifen konnte. Richt nur. dah Evi von Larsen "ein reiches Märchen war. sie war auch ein entzückendes Geschöpf und eine liebreizend« Braut. . ... Hatte man zuerst gewispert und eifrig ge- tuschelt, so war plötzliche Stille ecngetretew als eine wundervolle, weiche Stimme durch die Kirche tönte Elisabeth Pfilipp, Evis Freundin, fang her Braut dL ZLAslied. Elisabeth PfiliPPs wun- dervoller Sopran schwebte durch die hohe Hal e und schlug alle Hörer in Dann nut dem altdeutschen Liebesreim: .Still wie dieRächt. • E-S war eine Stimme voll Weichheit und Reinheit und von einer Tragfähigkeit, die man der »arten Erscheinung der Sängerin kaum zugetraut inmitten der geladenen Hochzeitsgäste sah Hubert Heilmann. der neugebackene Assessor, em Detter der Braut. r _ . Am frühen Morgen war er erst von Leipzig henlbergekommeii, um der Hochzeit beizuwohnew Er wandte keinen Blick von der Sängerin. Das also war Elisabeth PfiliPP. Elisabeth!" . . Wie ein Hauch kam der Rame twn feinen Lippen, mit einer Sehnsucht, die er sich selbst kaum zugetraut hätte. Herrgott, wie hatte er nur dieses Mädchen vergessen formen! Er war immer nur kurze Zeit hier gewesen in den letzten vier Jahren, hatte seiner '-^ante der Kommerzienrättn Heilmann, nur plötzlich« Stippvisiten gemacht: nach wenigen Stunden war er ^Riehr^us Pfllchtbewuhtsein als aus verwandtschaftlicher Liebe war er immer hierhergekornmen und erleichtert wieder dcwongefahren. qu rciner Beschämung muhte er sicy eingestehen, bah er mit keinem Gedanken an Elisabeth PfiliPP «dacht hatte, die ganzea 2^re über 2n Lechz,» hatte es so viele suste Madels gegeben, die ihn seine Jugendliebe hatten vergessen lassen. risten. Tante Lucie hatte dem Versunkenen leise auf die Schulter geklopft. Mein Gott, beinahe hätte er die Glückwunsch- Prozession versäumt. Alles drängte sich jetzt um die Reu vermählten, die Glückwünsche darzubringen. Psllchtschuldig sagte auch Hubert sein Sprüchlein auf, dann trat er zurück, und seine Augen suchten sehnsüchtig nach der schlanken Mädchengestalt. Richts mehr war von Elisabeth PfiliPP zu sehen. Draußen in der Larsenschen Villa versammelten sich die Festgäste. Hubert Heilmann sah bald an der herrlich geschmückten Tafel neben seiner Tischdame. Seine heimliche Hoffnung hatte sich nicht erfüllt. Ein fremdes junges Mädchen sah neben ihm, in kostbarer Toilette, wohl eine der reichen Verwandten des Bräutigams. Run, Hubert Heilmann gehörte ja auch zu den prominenten Festgästen, als Sohn des vielvermögenden Dresdener Großindustriellen. und es war nur recht und billig, dah man ihm einen der Goldfische als Tischdame gab. Elisabeth PfiliPP. das arme Lehrerstöchterchen, das man aus Gnade eingeladen hatte, muhte ganz unten sitzen, weit weg von Hubert Hellmann. Rur ab und zu, wenn man sich erhob, das Brautpaar hochleben zu [affen, konnte er einen Blick auf den blonden Kops werfen, den er so gern neben sich gehabt hätte. Einmal, ein einziges Mal hatte er einen Blick aus Elisabeths Augen aufgefangen, einen scheuen Blick, der sofort dem seinen wieder ausgewichen war. Run, später, wenn das Mahl $u Ende war, wenn man tanzte, dann würde ihm Elisabeth nicht entgehen: bann würde er den Goldfisch neben sich gern aufgeben, um sich mit der zu beschäftigen, die ihm seit heute Mittag nicht mehr aus dem Kopfe ging. Endlich, endlich wurde die Tafel ausgehoben. Bald darauf begann der Tanz. Hubert muhte natürlich das erstemal mit feiner Tischdame tan» -en. Der Goldfisch wurde gleich beim zweiten Tanz von einem Herrn geholt: Hubert war freu Er suchte Elisabeth. Sie hatte den ersten Tanz nicht getanzt: ihr Tischherr, der Verwalter Herrn von Larsens, war vielleicht irgendwie beschäftigt worden. Hubert verlieh den großen Saal. Kam in den Wintergarten. Dort, in einer Ecke, schimmerte ein helles Kleid. Langsam trat Hubert näher, stand im nächsten Qlugenblicf vor Elisabeth PfiliPP. Elisabeth war aufgesprungen: stumm, verlegen standen die beiden sich jetzt gegenüber. Der elegante. leichtlebige Hubert, der alle Frauen bezwang, der jeder Situation gewachsen war, brauchte einige Minuten, um dieser seltsamen Verlegenheit Herr zu werden. Der Mann war von neuem ergriffen von dieser lichten, herben Schönhell. Was war aus dem Seine Jugendliebe! Ja. Elisabeth war feine erste, grobe Ciebe gewesen. Er hatte sie bei den Larsens kennengelernt und war sofort gefangen gewesen von dem entzückenden, blonden Geschöpf. Er hatte Elisabeth angedichtet, hatte ihr seine poetischen Ergüsse gesandt, hier und da ein bescheidenes Veilchensträuhchen dazu, das er unter groster Mühe von seinem kargen Taschengeld ab- geknausert hatte. Mein Gott, wie schön es damals gewesen war! Und dab er dieses Mädchen gaiu vergessen hatte! Dort oben stand sie jetzt, auf der Empore, zart wie eine Else, rührend in ihrer blonden Schönheit, lauschte der verklingenden Orgel, die ihren Gesang begleitet hatte. Hubert Hellmann suchte mit seinen dunklen Augen die schlanke Gestalt dort oben, gegenüber dem Altar. ... Still wie die Rächt und tief wie das Meer soll deine Lieb« sein... Hatte Elisabeth PfiliPP das Lied nur für Evi Larsen gesungen? Am liebsten hätte es Hubert laut in die Stille hinein gefragt. Mit fast hellseherischer Gewibheit überkam ihn der Gedanke, dast Elisabeth auch für ihn gelungen hatte, dah ihm diese Warte mitgcgolten hatten. Wie Schuppen war es von seinen Augen gefallen. Elisabeth hatte den Jugendfreund nicht vergessen, hatte dieses Lied herausgesucht, das Hubert schon früher nicht oft genug hatte hören können. Sie lieble ihn noch. Eine heiße Sehnsucht hatte Hubert Hellmann plötzlich erfaßt. Er hatte vergessen, wo er sich befand. Er sah sich plötzlich wieder als Student bei den Larsens zu Besuch, draußen in ihrer schönen Villa. Es war um die Weihnachtszeit. Hubert wollte mit seinen Kusinen Evi und Hilde Larsen zum Schlittschuhlaufen gehen. 'Die Kusinen freuten sich, ihren eleganten, schneidigen Besuch den Freundinnen zeigen zu können. Man hatte sich mit Elisabeth PfiliPP verabredet, traf sich auf dem Wege zum Stadtteich. Diele Menschen tummelten sich auf der Eisfläche. Ob es Zufall war oder Absicht — Elisabeth und Hubert hatten die Schwestern plötzlich verloren, fuhren allein nebeneinander, immer weiter, bis sie einen einsamen Wasserarm des TeicheS erreicht hatten. Hier blieb Hubert stehen, schlang leise seinen Arm um Elisabeth, küßte sie, schüchtern und zart. Blutrot stand das Mädchen da, und auch der Junge hatte seine innere Erregung kaum meistem können. SS war ein Glück, daß Evi gleich daraus aufgetaucht war. Bald darauf war man nach Hause gegangen: ein scheuer Händedruck zum Abschied leit diesem Tag« hatte Hubert das Mädchen nie mehr gesehen. Der Assessor wurde aus seinen Gedanken ge» Geschichtsbuch einlegt, um nie mehr zu vergessen, was man uns angetan. Helfet alle mit, die Dttaven- leiten zu sprengen und den Lügenvertrag von Versailles zu zerreißen, um unsere» armen Dolle», um unserer Kinder willen! Aus Oer provmzialdouptfioOt. Gießen, den 3. Juni 1932. Wissenschaftliche Versuche an lebenden Tieren. Wie der Tierjchuftverein für Hessen mitteilt, hat der hessische Minister de» Innern auf eine Eingabe de» Tierjchutzvereins zur Einschränkung der Versuche an lebenden Tieren folgend« Vorschriften an die Kreisgesundheitsämter und Amtsärzte erlassen: 1. Versuche am lebenden Tier dürsen nur zu ernsten Forschung»- ober wichtigen Untersuchung»- zwecken im Interesse der Erkenntnis, Verhütung und Heilung menschlicher und tierischer Srlran- hingen in geeigneten Räumen mit gutem Instrumentarium von geschulten Kräften oorgenommen werden. Bei der Anwendung und Ausführung aller Versuche ist nach maßvollen und billigen»- werten Grundsätzen zu verfahren, neben den Interessen der wissenschaftlichen Forschung und Belehrung müssen die Anforderungen der Humanität gebührende Beachtung finden. 2. In den Vorlesungen und bei wissenschaftlichen Borträgen sind Tierversuche nur in dem Maße statthaft, als dies zum vollen Verständnisse des Vorgetragenen notwendig ist. Um unnötige Wiederholungen von Tierversuchen zu vermeiden, empfiehlt es sich, in geeigneten Fällen solche Versuche in Filmaufnahmen festzuhalten und di« Filme an Stelle neuer Tierversuche oorzuführen. 3. Die operativen Vorbereitungen zu den Dor- lesungs. und Vortragsversuchen sind in der Regel noch vor Beginn der eigentlichen Demonstration und in Abwesenheit der Zuhörer zu bewerkstelligen. 4. Tierversuche dürfen nur von den Hochschullehrern und Anstaltsleitern oder unter ihrer Verantwortlichkeit ausgeführt werden. 5. Versuche, welche ohne wesentliche Beeinträchtigung des Resultats an niederen Tieren gemacht werden können, dürfen nur an diesen und nicht an höheren Tieren vollzogen werden. 6. In allen Fällen, in welchen es mit dem Zwecke des Bewuchs nicht schlechterdings unver- einbar ist, müssen die Tiere vor dem Versuch« zur Aushebung der Schmerzempfindung durch Anästhe- tika betäubt werden. Die Durchführung vorstehender Anordnung im Bereich des Herrn Ministers für Kultus und Bildungswesen wird von diesem überwacht. Ich empfehle, alle in Frage kommenden Anstalten und industriellen Unternehmungen Ihres Bezirks in geeigneter Weise auf die vorstehenden Bestimmungen hinzuweisen und mir hierüber zu berichten. Der Tierschutzverein für Hessen bemerkt dazu: Dankbar begrüßen wir diese Maßnahme, durch welche die Tierversuche wesentlich eingeschränkt we uen. Da nach dem Zeugnis selbst solcher Aerzte Tierärzte, die grundsätzlich den wissenschaftlichen Tierversuch für unentbehrlich halten, viele dieser Versuche von geringem Werte sind und ohne Schaden für Wissenschaft und Unterricht unterbleiben könnten, so muß unser Bestreben auch in Zukunft darauf geridtfet sein, Maßnahmen oorzuschlagen, die -alle unnötigen Tierversuche gesetzlich verbieten. Daten für Samstag, 4. Juni. 1745: Sieg Friedrichs des Großen bei Hohenfriedberg: — 1875: der Dichter Eduard Mörike in Stuttgart gestorben. Kampf gegen dieKriegsschuIdlüge! Dem Vorwort der 2. Auflage des Schrift- chens „Auf dem Wege zum Völker- b und, zarte Geheimnisse der Entente-Mächte 1906—1914“ (Verlag E. Bindernagel, Friedberg) entnehmen wir folgende mahnenden Zeilen des Verfassers, Professor F. D r e h e r, Friedberg, der als Vorkämpser gegen die Kriegsschuldlüge stets im vordersten Graben gestanden hat. In kindlichem Glauben an die feierliche Zusicherung der Vereinigten Staaten von Amerika (Wilsons 14 Punkte), daß die neue Weltordnung nicht auf Macht, sondern auf die moralische Idee des Rechts gegründet werde, blickte das ausgehungerte und wehrlose deutsche Volk 1919 vertrauensvoll nach Versailles... Die schillernde Seifenblase aerfprang: Lug und Trug, brutale Gewalt und krasse Habgier verpesten die Welt, und Deutschland muß den bitteren Kelch der Rot und Bedrängnis bis zur Neige leeren, falls es nicht gelingt, die Kriegsschuldlüge, nämlich den Artikel 231 des Versailler Diktates, auszumerzen. Die verletzenden Noten der alliierten und assoziier- ten Regierungen und die niederträchtige Behandlung der deutschen Vertreter während der „Friedensverhandlungen" lassen nämlich keinen Zweifel, daß der Artikel 231 des sogenannten Versailler Dcr- träges eine dauernde Entehrung und Versklavung des deutschen Volkes bezweckt, indem man es, wider besseres Wissen, ausdrücklich für den Kriegsausbruch verantwortlich machte und ihm unerhörte, unerfüllbare Strafbestimmungen auserlegte. Kanadas Weizenkrisis Von unserem Q-Derichterftatter. Um ihre (den Dorfiiedensoertrag vom 5. November 1918 mißachtenden) Tributforderungen und den Schandvertrag von Versailles trotz dem Einspruch der internationalen Geschichtswissenschaft aufrecht- —- ----- - -■ . .. . m.. ,, . , erhalten zu können, leugnen die Franzosen nach Schustugend dadurch, daß sie das Büchlein in ihr wie vor die unwiderlegbare Berechtigung der deutschen Notwehr- und Lecteidigungsmaßnahmen vom 1. und 3. August 1914 (Kriegserklärung an Rußland und Frankreich) und verschanzen sich auch jetzt noch hinter die infame Lüge von Deutschlands vorsätzlicher Kriegsschuld und böswilliger Kriegsentfesse- lung. Deutschland ist nach «französischer Auffassung schadenersatzpflichtig und soll verstümmelt und entwaffnet bleiben, weil es 1914 seinen Nachbarn den Krieg „aufgezwungen", d. h. angegriffen habe und besiegt worden sei. Die Staatsmänner in Frankreich wissen natürlich sehr wohl, daß Deutschland im August 1914 nicht den Krieg erklärte, um .^nzugreifen", sondern um noch im letztmöglichen Augenblicke die tödliche operative Einkreisung durch überlegene Gegner zu sprengen. Damit bricht die Behauptung von Deutschlands Schuld am Weltkriege und die red;tliche Voraussetzung für den Versailler Vertrag zusammen. Für immer erledigt sind desgleichen die teuflischen Verleumdungen von Deutschlands Schuld im Kriege. Heute, nach Oeffnung fast aller Archive der Großmächte, wissen wir, wo die Kriegsbrandstifter, die Totengräber Europas, zu suchen sind, und warum Frankreich es nicht wagt, auch seine Dokumente über die Iulikrise 1914 in Druck zu geben. Wie sehr die französische Regierung die Wahrheit fürchtet, ergibt sich aus der unglaublichen Tatsache, daß man selbst in großen öffentlichen Bibliotheken Frankreichs vergeblich nach den bahnbrechenden internationalen Veröffentlichungen über die Vorgeschichte des Weltkriegs fragt. Wir aber hoffen, daß jeder unserer Leser sein redlich Teil beiträgt zur Verbreitung der Wahrheit: Die Erwachsenen durch mündliche Empfehlung der Schrift und durch Versand an Bekannte. Und die (Rachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) London, Mai 1932. Die große Sorge, die Kanada beschäftigte, ist die Frage, welche Preise für den Weizen zu erzielen fein werden. 1929 hat der kanadische Weizenbauer noch einen gewissen Verdienst gehabt, aber 1930 und 1931 hat er mit Der» lüft verkaufen müssen. Die Weltpreise für Welzen waren niedriger als die Produkttons - kvften. Zwar hat die Regierung eingegriffen und eine riesige Stützungsaktion veranlaßt. die dem Staate viele Millionen Dollar gekostet hat, aber daS hat wenig genützt. Das riesige ileberangebot an Weizen, daS von den USA. ausging, hat doch die Preise berartig gedrückt, daß die Produktion von Weizen sich in vielen Gebieten nicht mehr lohnte. Run hat man in diesem Jahr in diesem großen Rachbarlande Kanadas die Anbauflächen für Weizen verringert — aber in Kanada selbst hat man das nicht getan Die mit Veizen bestellte Fläche »st in bioem Jahre fast ebenso groß, wie die des Borjahres (24 Mill. AcreS). Die Aussichten, daß durch M i n de r p r o d u k ti o n bessere Weizenpreise erzielt werden, sind also gering. Im Gegenteil, man muß annehmen, daß gerade daS etwas bessere Wetter eine «twaS größere Ernte zur Folge haben wird, und daß dann auch die Preise wieder schlechter sein werden. DieleS anscheinend widersinnige Ergebnis der kanadischen Weizenpolitik hat aber gewichtige wirtschastSpolitische Gründe, die sich aus der Lage deS kanadischen Landwirts erklären. Einmal hat man d i e Anbaumethoden in weiten Gebieten Kanadas so verbilligt, daß man glaubt, auch bei sehr viel nichtigeren Preisen als im Bor jähre auf seine Kosten zu kommen. (Was natürlich um so mehr den Ruin der anderen Gebiete mit kostspieligeren Anbaumethoden bedeutet.» Dann aber ist ein großer Teil der kanadischen Landwirte (also genau wie in Deutschland) so überschuldet, daß eine einzige Hoffnung der vermehrte Anbau ist. Denn der einzelne glaubt eben um so besser zu verdienen, je mehr er aus seinem Boden herausholt. Und dann wird der kanadische Bauer z. T. auch von seinen Gläubigern dazu gezwungen, die lieber etwas erhalten als gar nichts, und ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Aussichten so viel als möglich auS ihren Schuldnern herauSzuholen versuchen, die dann wieder eben möglichst viel Weizen eckigen Backfisch für ein herrliches Geschöpf geworden! Blumenhaft war der Teint, süß und verlockend leuchtete der rote Mund! Wie ein Taumel hatte es den Mann überfallen. Am liebsten hätte er das wundervolle Geschöpf in seine Arme gerissen, seine Lippen auf den roten Mund gedrückt... Elisabeth hatte die Hand auf ihr Herz gedrückt, scheu wichen ihre Blicke den strahlenden Augen des Mannes aus. Hubert hatte sich gefaßt, seine Beherrschung wiedergefunden. .Fräulein Pfilipp, darf ich Ihnen meine Bewunderung zu Füßen legen? Sie haben wunderschön gesungen. Sie sind wirklich eine große Künstlerin geworden. „Oß, Herr Doktor, zur Künstlerin reicht «S no(id>e Nachrichten Israelitische Gemeinden. 3sraelilstche Nellgionsgemeinde. Gottesdienst in der Synagoge (Südanlage). Samstag, 4 Juni. Dor- abend 7.45 Uhr: morgens 8.30; abends 8.50 und 9.30 Uhr. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bi» 12.30 Uhr, 16 bl» 17 Uhr. Samelag nachmittag geschlossen. bedruckt semedenen Farbstellungen 4268 Crepe Marocains einfarbig Kunstseide, Sileska Frisö einfarbig für das moderne Sport kleid. In allen erdenklichen Farben............... Mk. Damen- und Herren-Frisier-Salon Meissner Neustadt 36 das führende Fachgeschäft für *** Dauerwellen,Wasserwellen, Ondulieren Asbest- Platten 1.2, 3,4 und 5 mm, wieder am Lager. 6785D CarlSchunck prossen werden eiter Baraatie durch UEilllQ Stärke B beseh VLÜUu tlit. Ji 1.60, 2.75. Gegen Pickel, Miteeaer Stärke A Drogerie Winterhoff. Kreuzplatz 9/10. Hindenburg-Drog., Seltersweg 68a. Die Wolf-Gerlte sind io durchdacht. 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Juni 1932 03429 s gewähren wir auf alle im Preise nicht ö Rabattherabgesetzte Waren- Diese Woche AusnahmeUreis f. jung. Kuhfleisch, Pfd. 46 Pf. Gießener Slelsthhave Walltorftr.30 03488 letektiv K. Gerz, Bad-Nanhelm, Knr- slrsüo 17 erledigt alle vertrauliche Privat- u. Gefchäftsangele- genheiten,wie Auskünfte, Beobachtungen, Ermittlungen, Beschaffung v Be- weismat. in Straf- u. p.ivilproz. streng dtskr. Svrechst.: 9b 12'/, u. 3—6 Uhr. t Nr. 128 Drittes Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhefsen)Zreitag, 3. Zuni 1952 Oberheffen. Freiwilliger Arbeitsdienst in Alsfeld. WSR Alsfeld, 2. Juni. Im Wege des frei, willigen Arbeitsdienstes ift nun auch in unlcrcr Stadt eine größere Beichafligungsmoglichteit erlchloffen worden (Es kommt zunächst die Instand- seftung eines stodnichen Steinbruchs, ferner die ßer- langcrung eines Llt'ahenboucs zur Durchführung Insgesamt handel» cs sich vorerst um rund 3300 lag werke nur die Beschäftigung bei diesen Arbeiten sind 4(i Leute vorgesehen, die dadurch aus eine Reihe von Wachen in Tätigkeit treten können. Landkreis Hetzen. § Saubringen. 2 Juni. Gestern ist die Arbeit im Ouarzitsteinbruch. der der Firma Schcidhauer & ©iefjing in Mainzlar gehört, wieder ausgenommen worden, nachdem er im Vorjahre geschlossen worden war. Sic Belegschaft von vorläufig 20 Mann, die au6 Arbeitslosen und Krisenempfängern der Orte Mainzlar. Allen - BLuleck und von hier besteht, hat zunächst einige Tage Aufräumungsarbeiten zu verrichten, cfoe lie zum eigentlichen Stein» brechen übergehen kann Wie verlautet, wird in den ersten Tagen auch noch der dritte und vierte Ofen des Werkes in Mainzlar in Betrieb flcnomipcn werden, so daß infolge weiterer Sin» stellung von Arbeitern mit einer fühlbaren Entlastung des ArbeitSmarkteS in unterer Gegend gerechnet werden darf r Lang-Kons, 2 Juni. Zur Zeit werden hier die Arbeitslosen (40 Mann) in f reim Uli* g c m Arbeitsdienst mit der Herstellung eines großen Sportplatzes auf der „Heide" beschäftigt. Der Baumbestand wurde bereits gefällt, und man hat mit der Planierung begonnen Der Platz wird etwa 2 Hektar groß Das Gelände, das der Gemeinde gehört, besteht in der Hauptsache aus Oedland. Zu gleicher Zeit wird die Zufuhrstraße, der „Rottweg , ausgefteint und chau'siert. Die Steine kommen aus dem Kemcindesteinbruch. Diese Arbeit wird von den Ausgesteuerten (27 Mann) ausgeführt. 1 AuS dem südlichen Kreise Gießen, 2 3uni. Sie feuchte Witterung hat auf den Baum stücken und Kleeäckern Wunder gewirkt. Sic Grünfutterpflanzen stehen überall glän» zend. auch der Grasbestand auf den Wiesen ist aut Bei den Hackpflanzen macht sich allerdings die Unkrautplage stark bemerkbar Sie Kartoffeln gingen durch daS zeitweise kalte Wetter recht ungleichmäßig aut, stehen aber zur Zeit recht gut. Snc Apfelernte wird wohl — trotz der guten Blüte — recht mäßig ausfallen. Ser Schaden, den der Apfelblütenstecher ange- ridjtct hat, ist ungeheuer Roch in keinem Jahre der letzten Jahrzehnte ist der Schädling so stark ausgetreten, wie heuer. Fast alle Bluten sind braun und enthalten die grünlichgelben Larven, die die junge Frucht ausgefressen haben. = L' ch. 2 Juni Heute morgen sand für die hiesige und die benachbarten Schulen durch den Leiter der ftrrislidjibilbftelle eine Vorführung des Films „Chang" aus den Dschungeln Rord- Siams statt Gin luftiger Beigabesilm beschloß den unterhaltsamen Vormittag - - L i ch, 2. Juni Zur Freude aller Liebhaber- Photographen veranstaltet der hiesige Volks- b ' I d u n g s o e r e > n zur Zeil einige Einführungsabende in das Gebiet der Photographie. Apotheker Ludwig Weber, ein anerkannter Fachmann auf dem Gebiet der Photographie und Kunst, hat in dankenswerter Weife die Vorträge übernommen. Am Dienstagabend hatte sich im „Holländischen Hof" ein großer Kreis von Liebhgberphotographen cingefunben. Zn klaren Aus- fuhrungen behandelte Apotheker Weber das Gebet der Landschastsphotographie und zeigte die Gesichtspunkte, die zu berücksichtigen sind, um ein künstlerisch einwandfreies und schönes Bild zu erhalten. Gute und schlechte Ausnahmen und Bilder Spitzenleistungen der oberhesstscheickandwirMafi Große Erfolge auf der Deutschen Wanderausstellung in Mannheim. Auf der dieStähriaen großen Wanderausstellung der deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Mannheim, die am Dienstag eröffnet wurde, hat die hessische Landwirtschaft in den verschiedenen Abteilungen und Gruppen, deren Beschickung durch die Lanb- wirtschaftSkamrner und zum Teil auch in Der- bindung mit anderen Organisationen durchgeführt wurde, große Erfolge erhielt An diesen Erfolgen ist die Provinz Oberhessen hervorragend beteiligt Rachstehend sei (vorbehaltlich eventueller Berichtigungen» ein Ucbcrbhcf über die von PreiS- bewerbern der Provinz Oberhesfen erzielten Erfolge gegeben 3n der Gruppe Pferde konnten folgende Preise oberhessifchen Züchtern zuerkannt werden a) Hessisches Kaltblut. 2 Preis Hengst .Artist". Fuchs, von Wanderer, Züchter. A. S c 11 w e i l e r. Wintcr-heirn, z. Z Hengststation Ober-Ofleiden. 3n der Klasse ältere Stuten erhielten die Stute .Tilla" von Tenophon. den 4 PreiS Züchter und Besitzern H Dreuth II.. Griedel. Sen 1 und Ehrenpreis erhielt die zweiiahrige Stute .Orla" von Zeuß. Züchter K. S t r c n g e l. Reichelsheim (Wetterau». Besitzer Oekonornterat Alle-, Dieder-Florstadt b) hessisches Warmblut. 3n der Klasse ältere Stuten wurden ein 1. und GhrenpreiS der Stute .Wilmar" von Ulan, Züchter und Besitzer D. Weber, Ober-Hörgern, zuerkannt. Eine Anerkennung erhielt die Stute .Vulgo" von Horst. Züchter und Besitzer» W. Giser, Mufchenheim Einen weiteren 1 Preis erhielt die Stute ..Alma" von Wilderer. Züchter und Besitzer. R. Koch, TraiS-Münzenberg. 3n der Klasse der zweiiährigcn Stuten wurde die Stute .Wertha" von Zeppelin mit dem 2 Preis ausgezeichnet, Züchter und Besitzer. Karl L u h. Lang-GonS. 3n der Klasse 54 Einspänner wurde der Stute .Vulgo", Fahrer R. Eiser. Mufchenheim, cm 3. PreiS zuerkannt. Sicfclbc Stute erhielt in der Klasse 55 mit der Stute .Halina" (Heil, Herbitzheim». Fahrer R. Eifer, Mufchenheim, einen 1. PreiS Bei dem Einspänner (Kaltblut) erhielt den 1 Preis der Hengst .Artist", Fahrer» R Eifer, Muschenheim, den 2. Preis Stute .Tilla". Rindvieh. 3n der Gruppe Rindvieh entfielen auf die Provinz Oberhessen, soweit bis jetzt bekannt ist, folgende Preise» Bulle Graf der Gemeinde Angers- bad), eine Anerkennung, Kuh Lilli llb, Besitzer W Euler I . Maar, 2 PreiS. Färse Lilli II. Besitzer W Euler I . Maar, 3. Preis. Kuh Lollo III. Besitzer W Euler I.. Maar, eine Anerkennung. Kuh 3tenc. Besitzer 3. Becker II . Maar, eine Anerkennung. Kuh Minna III. Besitzer R Wahl XI... AngerSbach. 3. Preis Schweinezucht- Sie hessische Schweinezucht ift auf der SLG vertreten durch bic Zucht de- Herrn Oetonomic- rat P Hofmann. Hof-Güll, die sich gegen größte Konkurrenz durchzufetzen hatte Sic zur Ausstellung gebrachten Tiere haben den Preisbewerb gut bestanden und konnten mit guten Auszeichnungen bedacht werden. Ziegen. Besonders gut hat Hessen m der Gruppe Ziegen abgefchnitten, und auch hier hat Oberheffen aus- gezeichnete Erfolge zu verzeichnen. Bock Stromer der Zuchtstation Wal len rod erhielt einen ersten und einen Ehrcn-Preis Bock Philipp der Zuchtstation Hattenrod erhielt einen zweiten Preis. Sic Ziege Anna des Muster- und Versuchsgutes Selgenhof erhielt einen 1 PreiS und einen 2 LeistungSpreiS Sic Ziege Mctha. Besitzer K. Munster, Hattenrod. erhielt einen 2. PreiS und einen dritten LeistungSpreiS. Milchwirtschaft. 3n der Gruppe Milchwirtschaft wurden den Prcisbewerbern Preiszucrkennungen für die Erzeugnisse Milch. Butter und Käse gegeben Sämtliche oberhelsischen Güter, die Marken- rohmilch zum Wettbewerb angemeldet haben, wurden mit Preisen ausgezeichnet. Mit etnan 1. Preis wurden ausgezeichnet Adolf K o h l h a g c . Büdesheim; Rudolf v Heimo l t. Zaucrbacher Hof bet Friedberg. Hofgut Wrnnerod. Einen 2. Preis erhielten Karl Hensel Chaufseehaus «Gutshof» Sortcltoeil; Uni Der- sitäts-Versuchsgut Gießen, Oetononuerat Alles. Richer-Florstadt. Don den oberhessischen Molkereien erhielten nachstehende Molkereien für erhitzte Milch einen 1. Preis M G. Fulda, Lauterbach, Milchzentrale Gießen Gebr. Grieb (letzterer wurde gleichzeitig auch der Siegerpreis zuerka.int). Ober-Heffische Milchzentralc Nieder-Wollstadt. Molkerei-Genossenschaft Hoherods- köpf. Einen 2. Preis erhielten- Heinrich Luft, Mol- kereibesitzer, Düdelsheim, Molkereigenossenschaft Rei- chelsheim (Wctterau). Einen 3. Preis erhielt die Molkereigenossenschaft Herbstein. Butter Auch hie im Preiswettbewerb für Butter vertretenen hessischen Molkereien haben anerkennende P-eile erzielt» desgleichen auch bei dem Preisbewerb für Käse, wo insbesondere die Molkerei.Genossen- |d)aften Fulda-Lauterbach, Groh-Felda und Rieder- । Gemünden sehr gut abschnilten. veranfchaulichten das Gesagte. Am Schluß des Abends erschienen zahlreiche Ausnahmen der anwesenden Liebhaberphotographen im Lichtbild und fanden eingehende Kritik. Für den nächsten Abend wurde als Ausgabe eine Aufnahme einer Landschaft an der Wetter im Schloßpark gestellt Apotheker Weber wird in 14 Tagen über Porträtauf- nahmen sprechen Kreis Büdingen. △ Ridda. 2. 3uni. An den beiden letzten Sonntagen und am Samstag hielt die Schützengesellschaft Ridda bei günstigem Wetter ihr Haupt- und Königsschieben ab. Beim Königsschießen war diesmal nicht die höchste Ringzahl von zwei abgegebenen Senen - 3-Schuß für die Bewertung maßgebend, sondern ein Einzelschuß auf einen aufgeklebten Karton von 12 Zentimeter Surchmesser gelangte zur Auswertung. Wer den besten Teiler erzielte, wurde König Beim Großkalioerschießen wurde Landwirt Ludwig L u pp. im sog. Reuwirtshaus bei Ridda wohnend. Schützenkönig l. Ritter Dermessungs» inspektor Wenzel. 2 Ritter Dermesiungsober- sckrctär S p a m e r. beide von hier. 3m Kleinkaliberschießen wurde Lehrer Fritz Geiger hier Schützenkönig. 1.Ritter Albert Spengler und 2. Ritter Hugo Schade. Bei einem gemütlichen Zusammensein auf dem Karlvhof fand die Preis- vcrteilung flau. Mreie Schotten. V—( Ruppertsburg, 2. 3uN Ter unter Leitung von Fr G e i h II 'lehende Landwirt jchaf111chc K o n ' u m v e r c . n hielt bei Gatt wirt Schleib seine 13. ordentlich' Generaloersamm lung ab , Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Wild Lein, luhric die Verhandlungen, der Rechner Wilh. Lehr II erstattete die Rechnangsablage. d:> nur einen kleinen Reingewinn ergab, da wwohl Absatz, als auch Bezug infolge der 'Wirtichaftskrüe un letzten 3atm* zuruckgegangen sind. Der Verein zahlt zur Zeit 78 Mitglieder. Direktor Geiß würd' wieder- und Peter Grob an Stelle des verstorbenen Vorstandsmitglieds Wilhelm D i e^h 1 III neu- gewaGi. Das Aufsicht- ratsmitglied Friedrich W e • der wählte man einstimmig wieder. V U l r i d) ft e i n . 1 3uni Der Bezirk» Lehrerve?ein Ulrichstein tagte hier im Saale von Behr mann Rach Erledigung wichtiger Berufs- und Lrganisationsfragcn hielt Lehrer Kratz- Wohnseld einen Vortrag über das Thema „Der 'Begriff der staatsbürgerlichen Erziehung". Di' interessanten Ausführungen wurden mit Beifall aufgenommen. Es wurde beschlossen, wieder wie im vorigen Jahre den Iugendtoa gemciniam fiir alle zum Bezirk gehörigen Schulkorper zu feiern, der ganz im Rahmen der Goethe-Erinnerung geöathr ist Krcislchulrat HasenzahI - Schotten wurde wieder gebeten, die Iugendtog Rede zu übernehmen. Bheinheffen. Mainz, 2. 3uni. (WSR ) Dienstag abend und Mittwoch vormittag landen in Mainz an verschiedenen Stellen Unruhen statt, die von Kam m u n i st e n heroorgerufen wurden. Der Wohl- sohrtsdezernent der Stadt Main; hielt einen Vortrag vor den Erwerbslosenpflegern der Stadt. Das nahmen die Kommunisten zum Anlaß, um Demon stratiopen auszufuhren upd durch Sprechä)öre Propaganda zu machen Die Polizei mußte ocr- i(biebene Male eingreifen, und es gelang ihr, di ' sich bildenden Demonstratlonszuge ausemanderzu treiben. 7,8 Mill. Mark Defizit in Offenbach. WSR. D f f c h b a d) a. M , 2. Juni. Der Haus halt splan der Stadt Offenbach für das Rech- nimgsjahr 1932 schließt mit einem Fehlbetrag von 7,8 Millionen Mark ab, nachdem bei Zuschuß zum Wohlfahrtsamt trotz Kürzung der Unterstützungssätze auf h 729 780 Mark gestiegen ift. Zur Deckung dieses Fehlbetrags kann auf Grund der zur Zeit erfolgenden Ucbcrrocifungen bis jetzt nur mit einem Betrag von 2,7 Millionen Mark aus der Reichshilfe zur Erleichterung der Wohlfahrtslaften gerechnet werden. Erweitertes Schöffengericht Gießen. • Gießen, 1. 3uni. Ein Arbeiter hatte bei der Staatsanwaltschaft gegen einen Einwohner feines Ortes, mit dem er schon länger auf gespanntem Fuß stand, Anzeige erstattet, weil dieser, ohne im Besitz eines 3agdwaffcnpafses zu sein, die 3agd ausgeübt hat. Die Beschuldigungen stellten sich als richtig heraus. Der Anzeiger hatte aber die Anzeige nicht mit seinem eigenen Ramen, sondern mit bem Ramen eines anderen Einwohners unterzeichnet. Wegen schwerer Urkundenfälschung wurde er heute zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Gleichzeitig wurde ihm bedingter Strafaufschub unter Setzung einer vierjährigen Bewährungsfrist bewilligt, ihm aber die Zahlung einer Buße an die Staatskasse in Höhe von 50 Mark auferlegt. Sin Reisevertrejer. der für eine Firma Zigarren gegen Provision verkaufte, erschien eines TageS -bei einem Kunden und verlangte von Briese, die ihn nicht erreichten. 4000 (5 tu cf werden täglich verbrannt! Don Sh. Shristian. Zehn Milliarden gewöhnliche Briefe werden jährlich in Deutschland bestellt, bas sind täglich 27.5 Millionen Bon diesen zehn Milliarden aber können 6.9 Millionen bei der Qrftbcftcllung nicht an den Mann gebracht, müsien erst geöffnet werden, damit man den Absender fest stellen ugd ihm die Sendung wieder zuleiten Rnn Und von diesen 6.9 Millionen müssen 1,5 Millionen schließlich vernichtet werden, weil kein Absender zu ermitteln ist. 4000 Briefe täglich 1.5 Millionen im 3ahr werden ver- biannt. das bedeutet für die Absender mehr als ICO 000 Mark un.iün vergeudetes Porto, für die Post vergebliche Mühe, für beide Teile Acrger und Verdruß! Warum sind alle diese Briefe nicht bestellbar? 3a warum? Man sehe fich einmal die berghohen Stöbe auf der Rückbricfftelle irgendeiner Ober- postdirektion an. und man wird diese Frage nicht mehr stellen. Da find zuerst die sog. Blaß- gefichter", Briefe ohne jede Anschrift. DaS Kuvert besitzt außen nur eine Briefmarke, nichts weiter. Die Folge einer Vergeßlichkeit» doch schon in einem Monat zählen diese Briefe nach Tausenden. Sie werden geöffnet. 3n dem einen steht» .Lieber Emil! Komm doch am Samstagabend zu uns. wir erwarten Dich bestimmt. Gruß Dein Karl." Was soll man damit anfangen? Karl wird vergebens auf seinen Emil warten Sehr zahlreich sind natürlich die unzureichend frankier- t e n Sendungen vertreten. Millionen von Mcn- sckcn scheinen immer noch nicht zu wissen daß eine Karte nach auswärts nicht 5. sondern 6. daß ein Brief in der Stadt 8. und nicht 5 Pfennige kostet Es gibt Firmen, besonders Krankenkasien, die täglich Hunderte von Sendungen deswegen zu- rüdacbcn lassen. Wären fic richtig frankiert, wur- den'sie auch richtig bestellt, so aber erreichen nur die den Absender, bei denen ein solcher vermerkt ist alle anderen wandern gemeinsam mit den lalsch oder unleserlich adressierten in das große B.ietlazarett. die Südbrief ft eile, wo die .Operateure“ ihre Arbeit beginnen. Die Zahl der Beamten ist fo bemessen, daß jeder von ihnen täglich 200 Sendungen bearbeiten Kit Damit hat er genug zu tun. Bon icbcr Million Sendungen find 725 unbestellbar, und zwar etwa 200 Briese und 525 Postkarten. Letzter« machen die wenigste Arbeit, fic sind rasch durchzulesen, enthalten fast nie eine Angabe über den Absender und werden beinahe alle vernichtet. Bei Briefen ift das schwieriger. Erstens sind die zu besonderer Schweigepflicht angehaltenen Beamten genötigt, jedes Schreiben, das am Kopf ober Schluß keinen Absender trägt, genau durch- Aulcfen. weil irgendein Wort ober ein Satz Ausschluß geben konnte Einmal sand ein Beamter an einem nur mit .Anton" unterschriebenen Brief den Passus, „und morgen fahre ich zu ElfeS Hochzeit nach Waldheim". Was tat die Post? Sie schickte nach Waldheim den Brief und bat die dortige Poststelle, das Schreiben einem Herrn Anton aut der Hochzeit einer Else auSzuhändigen, was auch geschah, da Waldheim ein kleines Rest ist. wo jeder weiß, wann der andere Hochzeit feiert. Unter den 200 Sendungen, bic jeher Beamte der Rückbriefstelle täglich durchzulesen hat. befinden fich viele mit einer fast unleserlich geschriebenen Adresse. Man hält es nicht für möglich, was für Krähenfüße manche Leute ihrer Zeder entlocken. Doch ist die Zahl der unzureichend adressierten Sendungen erheblich großer Man lacht heute über jenen Mann, der im 3ahre 1842 ein Kuvert mit folgen- dem Tert nach Berlin schickte Abzugeben in der Königstraße, da wohnt cm Schuster und da wohnt ein Tischler im Hause, die beiden Ramen habe ich vergessen, es liegen Bohlen vor der Tür Man lacht über den Mann, aber der Brief konnte bestellt werden. Wenn heute aber, was täglich mehrfach vorkvmmt, einer fernen Brief .Herrn Artur Lehmann. Berlin, Müllerstraße" abreffiert, bann kann bic Post ihm nur mitteilen, daß in der Müllerstraße vierzehn Artur Lehmann wohnen, aber bestellen kann sie den Brie» nicht Die Post tut schon, was fic kann, fic bestellt Tag für Tag Taufende von Sendungen, auf denen kein Ramc. sondern nur die Wohnung angegeben ift. sie bestellt täglich Hunderte von Brieten, auf denen entweder nur bas Telegrammwort ober die Tcic- phonnummer einer Firma verzeichnet ist. aber für 15 Pfennig Porto einen Briefträger in die vierzehn Wohnungen zu schicken, das ginge zu weit. Gewöhnliche Briefe und Postkarten, die endgültig unbestellbar sind, werben drei Monate lang aufgehoben und dann verbrannt. Briefe, die etwas Wertvolles enthalten, hebt man ein Jahr und länger auf* Es gibt jährlich Zehn- I tausende, die falsch oder unvollkommen adresficr- I ten und mit keinerlei Absendervermerk versehenen | Briefen wichtige Dokumente, Geld, Ringe, Broschen und hundert andere Dinge I anocrtraucn. Roch schlimmer steht es bei den Päck- I chen. aus denen die Beamten ganze Warenlager | hervorholen» jeden Monat werden die darin gefundenen Gegenstände, manchmal Süßigkeiten und leicht verderbliche Waren, manchmal teure und wertvolle Dinge versteigert Meldet sich der Ab-, fenber. erhält er sein Paket wieder, ist der Zn- Halt schon versteigert, so bekommt er den erzielten Erlös. Die Zahl der unbestellbaren Sendungen hat gegen frühere Jahre freilich stark a b - genommen. Man kann fich also denken, wie groß fic mal gewesen ist, denn als das Porto niedriger war. ist rroch mehr geschrieben worden als heute. Man erwartet weitere Besserung dieses Zustandes, aber man weiß, daß bic unbestellbaren Sendungen nie aufhören werden. Es gibt ja auch ganz natürliche — neben den unverständlichen — Erklärungen. Tausende ^von post läge r n de n Briesen werden nie abgeholt, Tausende von Mädchen und Stauch geben ihren Kavalieren, um sie los zu werden, falsche Adressen an, und die schreiben sich dann die Finger wund. Männer machen es in ähnlichen Fällen nicht anders Firmen verschicken Millionen von Drucksachen mit allerlei Anpreisungen und suchen sich die Adressaten seitenweise aus den Adreß- und Telephon- büchern. Da aber inzwischen Hunderte verzogen sind, können die Sendungen nicht bestellt werden. Bon tausend Briefen. Postkarten und Päckchen, die der Sriciträger als unbestellbar der Rückdrief- stelle zulcitct, enthalten nur 700 den Absender- vermerk Denn wenigstens jeder feinen Ramen samt Adrcffe aut Kuvert, Karte ober Briefbogen schreiben würde, bann könnten auch bic restlichen 300 »war nicht bestellt, aber boch dem Absender zugeleitet werben. Unb das wäre doch auch schon was wert. Dom schiefen Turm ;u Pisa. Obwohl der schiefe Turm von Pifa sich weiterhin immer mehr nach einer Seite neigt, ist doch nach dem endgültigen Bericht der zu feiner Untersuchung eingefetzten Kommission tüt die nächsten 150 Jahre kein Einsturz zu befürchten. Die Der- ftärfung der Fundamente, die jetzt vollendet ist. genügt vollständig zu. seiner Erhaltung. Der Gedanke. dem Turm eine gerade Richtung zu geben, wird abgelchnt, da ja damit eine Hauptsehe ns- würdigkeit der Stabt verloren ginge Sollte er einstürzen, so würde er mit bemfclben Material wieder aufgenchtet werden, wie es bei bemGam- panile au) dem Markus-Platz in Denedig geschehen ift. Oer falsche Johann Maria Farina. Er hieß wirklich so. war also eigentlich echt und dennoch falsch, wenigstens im Sinne des Gesetzes über den unlauteren Wettbewerb Und das kam fo. Wie der Stuttgarter Landgerichtsbirektor Ludwig Leibfricd in einer amüsanten Plaudere' des Iuniheftes von Belhagen L KlasingS Monatsheften erzählt Es kam jemand auf den Gedanken. Italien abzusuchen, bis er einen jungen Menschen namens Johann Maria Farina fand. Mit diesem gründete er in Köln eine Firma Johann Maria Farina zur Herstellung von Kölnischem Wasser. Eine orfenfunbige Schein- oder Schwindelfirma, denn der Rame Farina ist von der Firma nur ausgenommen worden, um Dcrwechsiungen mit der weltberühmten Firma gleichen Ramens herbeizuführen Das Gebiet de« Ramen- und Firmenschuhes ift umstritten In erster Linie wird nach der Berwechslungsfähigkeit gefragt. Die ältere Firma wird dagegen geschützt, daß ein anderer Gewerbetreibender, auf dessen Betrieb sie keinen Einfluß hat, in ihre älteren Rechte eingreift. Das kann bei berechtigter Ra- mensführung des andern zu Konflikten führen, denn die Regelung gilt für alle Arten von Bezeichnungen» Eigennamen, Phantaficnamen, Firmenbezeichnungen, Bühnen- und Zcitschriftentitel und andere Kennzeichen. Das absolute Ramen» recht, das Recht auf Führung des Familien- oder Ftzrmcnnamens. findet feine Grenze darin, daß der Rame nicht zur Schädigung oder zur Aus nühung der Leistungen anderer gewählt fein darf. Es kommt hierbei auf die Umstände de« einzelnen Falles an So ist ausgesprochen worden, daß bei weitverbreiteten Ramen wie Müller oder Maier wegen der abgeschwächten Unterfcheibungskratt das Schutzinterefsc des einzelnen RamenträgerS entfallen kann. Bei der Wahl feiner Handelsfirma muß auch der befugte Träger eines Familiennamens Unterscheidungsmerkmale vomchmen, um im ehrlichen Wettbewerb keinen Anstoß zu erregen 3m besonderen Maße gilt dies bei Phantasienamen wie Salamander. Salvator ufw.. die im Verkehr 'ür bestimmte Waren bekannt geworden find Eine anerkannte Ausnahme gilt für den Einzelkaufmann, der nach den Borschriften des Handelsgefetzbu Hs feinen bürgerlichen Ramen in die Firma aufnehmen muß So hat ein Verwandter des Inhabers der bekannten Schokoladenfabrik Stollwerk ein Gelchäsi auf seinen bürgerlichen Ramen, also sagen wir Karl August Stellwerk, aufgetan D.e Klage der Firma Gebrüder Stollwerk au» Unterlassung dieser Fi^" menführung ist abqewtclen Worten, weil der ältere Ramensträgcr mit Rücksicht auf die Vorschriften des Hanbclsgcsetzbuch.s einen Rest von Derwechs- lungsgefahr htnaune^men hat. diesem Begleichung des ausstehenden Betrages. Die Zweifel des Kunden darüber, ob er zum Einkassicren der Ausstände berechtigt sei, be- ffeitigte er durch Vorlage einer von ihm gefälschte Inkassovollmacht. Die Urkundenfälschung hatte er in der Absicht begangen, sich einen Vermögensvorteil zu verschaffen. Es wurde daher gegen ihn wegen schwerer Urkundenfälschung aus eine Gefängnis st rase von zwei Wochen erkannt. Ein Dienstknecht hatte sich bei anderen jungen Leuten in abfälliger Weise über die Veichsregie- rung geäußert. Wegen Vergehens gegen das Republikschutzgesetz wurde er an Stelle einer an sich verwirkten Gefängnisstrafe von einer Woche zu einer Geldstrafe von 30 Mark verurteilt. Ein Agitationsrcdner hatte während seiner Zugehörigkeit zur Rationalsbzialistischen Deutschen Arbeiterpartei in einer öffentlichen Versammlung dadurch ein verstorbenes Mitglied der Reichsregierung in Beziehung auf sein Amt Derkum bet, daß er die Behauptung aufstellte,Reichs- Minister Rat Henau habe nur das eine Ziel, nämlich die Vernichtung der deutschen Ration im Auge gehabt. 3n einer anderen öffentlichen Versammlung behauptete er, der frühere Reichsfinanzminister S)ilf erbing habe sein Geld ins Ausland verschoben. In der heutigen Verhandlung machte der Angeklagte noch nicht einmal den Versuch, seine Behauptungen zu beweisen. Wegen Vergehen sg egen das Republikschutz- g e s e h und wegen übler Rachrede wurde er zu einer Gesamtstrafe von 15 Lagen Gefängnis verurteilt. Lan-wiMaffliche Meßziffern im Januar 1932. Wo ^00 z Steuern 360 Messziffern der landwirtschaftlichen Einnahmen u.Ausgaben Januar 19% (1913-100) In den der Landwirtschaft fernstehenden Kreisen wird der Landwirtschaft oft vorgeworfen, daß sie mit ihrer Agrarpolitik lediglich eine Erhöhung der Preise erreichen wolle. Demgegenüber ist von der Landwirtschaft oft genug betont worden, daß es in erster Linie auf die Herstellung eines angemessenen Verhältnisses zwischen den Preisen für landwirtschaftliche Betriebsmittel und denjenigen für land- wirtschastliä)e Erzeugnisse ankommt. Dabei ist es vom landwirtschaftlichen Standpunkt aus gesehen eine Frage zweiter Ordnung, ob die Angleichung der Preise dadurch erfolgt, daß die Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel gesenkt werden, oder ob die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse gesteigert werden. Dom volkswirtschaftlichen Standpunkt aus ist eine Senkung der Preise für landwirtschaftliche Betriebsmittel anzustreben. Bei der Betrachtung der Meßziffern muß darauf geachtet werden, daß es sich praktisch nur um Preisvergleiche der heutigen Preise zu denen von 1913 bzw. der Vorkriegszeit handelt. Dadurch, daß die verschiedenen Dorkriegspreife gleich 100 gesetzt sind, ist keineswegs gesagt, daß das damalige Verhältnis der einzelnen Preise zueinander die einzig mögliche Grundlage für die Beurteilung auch in der Zukunft sei. Es besieht vielmehr die Möglichkeit, daß sich seitdem das Preisverhältnis der einzelnen Erzeugnisse durch Rationalisierung und Erzeugungsver- schiebungen grundsätzlich geändert hat. Aber auch der beschränkte Wert der Indexzahlen genügt, um ein Bild über die Lage der Landwirtschaft zu geben, das besonders eindrucksvoll und instruktiv ist. Es muß bei der Beurteilung dieser Zahlen daran gedacht werden, daß für eine Reihe von Betriebsmitteln keine monatlichen Meßziffern aufgestellt werden können, da sich die „Preise" für landwirtschaftliche Arbeitslöhne, soziale Abgaben, Steuern und im besonderen Zinsen — die nur in bestimmten Monaten des Jahres gezahlt werden — monatlich meist nicht verändern. Weiter ist zu berücksichtigen, daß bei den landwirtschaftlichen Erzeugnissen M o - n a t s p r e i s e, die in vielen Fällen Saisoneinflüssen unterliegen, einem Jahresdurchschnitt der Dorkriegspreise gegenübergestellt sind. Oh. Wirtschaft. Oer Kursstand der Aktien Ende Mai. Die Commerz- und Privatbank AG., die eine Tabelle über den Kursstand der an der Berliner Börse amtlich notierten Aktienwerte Ende Mai im Vergleich zum Vormonat zusammenstellte, führt dazu zusammenfassend aus: Rach der am 12. April 1932 erfolgten Wiedereröffnung der deutschen Börsen haben sich die amtlichen Rotierungen dep bis dahin im Freiverkehr genannten Kursen im wesentlichen angepaht. In einer Reihe von Fällen, in denen das Bekanntwerden des besonders niedrigen Kursstandes Interessenten zu Käufen veranlaßte, traten nennenswerte Korrekturen nach oben ein. Im ganzen ist cs das Charakteristikum auch des amtlichen Börsengeschäftes, daß die Zahl derjenigen Aktienwerte,, in denen jeweils Kurse nicht zustandekommen, außerordentlich groß ist und beispielsweise Ende Mai nahezu die Hälfte aller amtlich notierten Dividendenpapierc betrug. Die Situation des Börsengeschäftes wird treffend dadurch gekennzeichnet, daß Ende Mai nur 9 Prozent aller notierten Aktien einen über pari liegenden Kursstand innehatten, während 67,3 Prozent unter 50 Prozent und 23,7 Prozent auf der Basis von 50 bis 100 Prozent bewertet werden. * Deuts ch-A merikanische Petroleum- Ges e l l s ch a s t. In der GD. der Gesellschaft wurde der Iahresaoschluß für 1931 genehmigt und beschlossen, den Verlust von 2,60 Millionen RM. auf neue Rechnung oorzutragen (i. D. 3 159 200 RM. Reingewinn, aus dem 6 o. f). Dividende verteilt wurden). Sronffurt unregelmäßig. Frankfurt a. M., 3. Juni. (WTB. Drahtmcl- dung.) Den Erwartungen des Dorbörsenverkehrs entsprechend eröffnete die heutige Börse in zunächst abgeschwächter Haltung. Die Erklärung der neuen Regierung, daß sie keinerlei Währungsexperimente beabsichtige, veranlaßte die Spekulation zur Zurückhaltung, ebenso wie die drohende Reichstagsauflösung. Der festen Haltung der gestrigen Neu- yorker Börse stand der abermalige Einnahmerückgang der Deutschen Reichsbahngesellschaft sowie der pessimistische Vierteljahresbericht des Instituts für Konjunkturforschung gegenüber. Von der Kundschaft lagen überwiegend kleine Verkaufsorders vor, und auch die Kulisse schritt zu einigen Glattstellun- gen, so daß gegenüber der Abendbörse meift leichte Abschwächungen zu verzeichnen Schach-Ecke. Bearbeitet von W. Orbacb. Problem Nr. 323. Don E. Skowronek. Weiß 7 Steine: Kd7; Dc4; Ta3; Sd5; Bd2, g5, h3. Schwarz 9 Steine: Ke5; Lf4; Sg2; Bb5, e7,13, h4, h5, h6. Weih zieht und setzt in drei Zügen matt. Problem Nr. 324. Don K. A. K. Larsen. Weih 10 Steine: Ka7; Db6; TdS, e3; Lf2; Sb7, e7; Ba5, b2, c3. Schwarz 6 Steine: Kc4; Ta4; Leb; Sc5, e4; Be5. Weih zieht und seht in zwei Zügen matt. Partie Nr. 236. Angenommenes Damengambit. Die 8. Partie aus dem Wettkampf Dr. Euwe gegen Flohr, gespielt am 6. April 1932. Weiß: Dr. Euwe. Schwarz: Flohr. 1. d2-d4, d7-d5. 2. c2-c4, d5xc4. 3. Sgl -f3, Sg8 - fb. 4. e2-e3, c7-c5. 5. Lf 1 xc4, e7 -eb. 6.0-0, Sb8-cb. 7. Ddl-e2, a7-ab, 8. Tfl-dl, b7-b5. 9. d4xc5, Dd8-c7. 10. Lc4-d3, Lf8Xc5. H.a2-a4, b5-b4. 12. Sbl —d2, Sc6-a5. (Genau so verlief die Partie Dr. Aljechin-Flohr aus dem Turnier zu Bledes). 13. b2-b3, Sfb-d5.14.Lcl-b2, Sd5-c3-b 15. Lb2xc3, b4xc3. 1b. Sd2-e4, Sa5xb3. (Dieses Experiment schlägt zum Rachteil des Rachziehenden aus, bester war immerhin 1b.....Lb4. 17. Lb5-f-, Ke7 oder 17. Sd4, Seb). 17. Tal - bl, Sb3 - a5.18. Td 1 - cl, Lc5-e7. 19. Tclxc3, Dc7-d8. 20. Tbl-dl, DdS—bb. (Die schwarze Stellung ist nach den vielen Tempiverlusten unhaltbar geworden und bricht nach einigen scharfen Angriffszügen von Weih sofort zusammen.) 21. Sf3-g5, g7—gb. (Es ging schon nicht 21. ... , 0-0 wegen 22. Sxh7!.) 22. De2-f3, 0-0. 23. Se4 - fb+, Le7xfb. 24. Df3xfb, Lc8-b7. (Falls 24. . . ., DdS so 25. Sxh7!, Kxh7.2b. Lxgb-4-! und gewinnt. Die Partie nimmt nun ein drastisches Ende ) 25. Sg5xh7.', Tf8—d8(unönict)t25.....Kxh7 wegen 2b. Lxg64-, fxg. 27. Td7+ usw.; bester war aber 25 DdS).2b. h2-h4 !,Td8-d7.27.H4 - h5, Dbb- dS. 28. h5Xgb. (Aufgegeben.) Eine von Dr. Euwe scharf durchgeführte Angriffspartie. Lösung des Problems Rr. 319. Don Dr. C. Zepler. 1. TfS-H! (Droht 2. SfS, 3. Sd7 matt, bzw. 3. cxd matt.) 1.....Ta5, 2. SdS, Tc5, 3. c4 matt. 1...., Tx al (Ta2), 2. SdS, bel. 3. Sxcb matt. 1. ...,g5, 2. Sd4, bei. 3. T, S oder B matt. Lösung des Problems Ar. 320. Don S>. Detter. 1. Tg5-h5! usw. Aus bet Schachwelt. Der Deutsche Schachbund plant im Verein mit der Emser Kurverwaltung im Herbst in Bad Ems ein Turnier um die Meisterschaft von Deutschland. Derzeitiger Titelinhaber ist bekanntlich Bogoljubow. Todesfall. Dieser 'Tage starb nach einer Magenoperation der Ehren- sowie langjährige l. Vorsitzende des Mittelrheinischen Schachbundes, Geheimer Sanitätsrat Dr. Reutter, Bad Ems. Oie Narrenkappe. Splitter und Sparren vom RedaktionSlisch. willkommener Brief. Eduard VII. war schon als jugendlicher Prinz von Wales sortwährend in Geldverlegenheiten. Sines Tages bat er seine Mutter, die Königin Viktoria, die auf einem Landsitz weilte,^schriftlich um ein Darlehen von zehn Pfund. " Die Königin, die sich über die unsolide Wirtschaft des jungen Prinzen ärgerte, richtete einen langen Brief an ihn, in dem sie ihn angelegentlich zu Sparsamkeit und vernünftiger Lebensweise ermahnte und ihm vorhielt, was sich aus einet lockeren Lebensführung für ihn, den künftigen König, alles für unangenehme Folgen ergeben könnten. Rach einigen Tagen schrieb der Prinz an die Königin zurück: „Liebe Mutter! Ich danke Dir vielmals für Deinen wohlgemeinten ausführlichen Brief. Ich habe ihn an einen Sammler von Autogrammen verkauft und zwanzig Pfund dafür erhalten." (Lust. Bl.) Unangenehm. „Ra, Herr Rachbar, Sie habe ich doch auch schon mal irgendwo getroffen“, leitet Sheftel- ftrauch am Vorabend der Jagd im Dorfkrug ein Gespräch ein. „Ra jewih doch, Herr“, sagt Balschuweit erfreut, „vor zwei Jahren in'n rechten Oberschenkel!“ (Lust. Dl.) Schiller und Goethe. Schneiders verfügen über eine wunderhübsche Doppelbüste von Schiller und Goethe. Eines Morgens, beim Aufräumen, fallen die beiden vom Schrank, und Schiller büßt ein Stück Dichternase ein. Schneiders schicken die Düste zum Portier, der sich im Rebenberuf mit Reparaturen aller Art beschäftigt. Schon am Abend kommt die Doppelbüste wieder herauf mit folgender Rota: Schillern gekittet... RM. 0.75 (Der Bruder geht noch so.) Knorr, Portier. (Lust. Dl.) waren. Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich. Bei sehr kleinen Umsätzen eröffneten IG., Scheideanstalt und Deutsche Erdöl bis zu 2,5 v. H. niedriger.' Am Elektromarkt blieben die Kurse meist gut behauptet. Gesfürel zogen etwa 1 v. H. an und rtur AEG. gaben 1 v. H. nach. Am Montanmarkt lagen- Mannesmann mit minus 1,75 v. H. schwach, dagegen verzeichneten besonders die Werte der Stahlvereinsgruppe leichte Kursbesserungen. Rcichsbankanteile und Schiffahrtswerte lagen unverändert. Von Nebenwerten verloren Holzmann 1,5 v. H. Am Rentenmarkt blieben Deutsche Anleihen gut behauptet. Im übrigen war der Markt noch unentwickelt. Doch schien die Tendenz weiter etwas freundlicher. Von Jndustrieobligationen gewannen Stahlvereinsbonds 1,5 v. H., Gold- und Liquidationspfandbriefe wurden etwa' 0,5 v. H. höher taxiert. Reichsschuldbuchsorderungen gingen nach anfänglicher. Befestigung später wieder leicht zurück. Nachdem die Aufträge des Publikums erledigt waren, fetzte sich später eine Befestigung durch, so daß die gestrigen Kurse in der Mehrzahl wieder erreicht wurden. Das Geschäft hielt sich jedoch in engen Grenzen. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 4,5 v. H. wieder leicht. Wegen Gewitterstörung kein Berliner Börsenbericht. Infolge Gewitterstörungen war es heute mittag nicht möglich, den Bericht über den Verlauf der heutigen Berliner Börse zu erhalten. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Jür unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefüates Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Letzte Nachrichten. Oie (Strafanträge im Sklarek-prozeß. Berlin, 3. Juni. (CNB. Funkspruch.) Im Sklarekprozeß, der seit dem 31. Oktober vorigen Jahres zur Verhandlung steht, stellte der Oberstaatsanwalt folgende Strafanträge: Gegen Leo und Willi Sklarek wegen fortgesetzten Betruges in Tateinheit mit schwerer Urkundenfälschung, Bestechung und Konkursverbrechen eine Gefamt- strafe von je 6 Jahren Zuchthaus und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren unter Anrechnung der Untersuchungshaft. Haftbefehl mit sofortiger Voll- ftrerfung wurde beantragt. Gegen Gustav Lehmann wegen Beihilfe zum Betruae und schwerer Urkundenfälschung 2 Jahre Gefängnis. Gegen Tuch wegen Beihilfe zum Betrüge 1 Jahr Gefängnis. Gegen Schmitt wegen schwerer Amtsbestechung zwei Jahre sechs'Monate Gefängnis. Gegen Hoffmann wegen schwerer Bestechung 2 JahreGefängnis, gegen Bürgermeister Kohl in Köpenick wegen schwerer passiver Bestechung 1 Jahr 6 Monate Gefängnis, gegen Stadtamtmann Sokolowski wegen schwerer passiver Bestechung 1 Jahr G e - f ä n g n i s , gegen Gäbel wegen schwerer Be-' stechung und Beihilfe zum Betrug 1 Iah r8 Monate Gefängnis. Gegen D e g n e r wegen schwerer passiver Bestechung 9 Monate Gefängnis, gegen Bürgermeister Schneider wegen schwerer passiver Bestechung 1 Jahr 9 Monate Gefängnis. Gegen Bücherrevisor L u d i n g . wegen schwerer passiver Bestechung 1 Iah r_3 Monate Gefängnis. Für Schmitt, Kohl, Sokolowski, Degner und Schneider wird auch noch Aberkennung der Fähigkeit zur Bekleidung öffentlicher Aemter auf 5 Jahre beantragt. Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlosfenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o. H, Lombardzinsfuß 6 o. H. Fransturi a. 271. 25crlin ^ranfturl 0. M. | Berlin Jranflun 0. M. Berlin Devisenmarkt Berlin — Jranffurt a. 211. Schluß- lur« 1-Uhr- fiurd Schluß-i Ansang- lure 1 fiur« Schluß» 1-Uhr» I Schluß-1 für« 1 Kur« I kur« I Ansang» fiur« Schluß»! kur« | 1-Uhr» Kur« Schluß-1 Anfang» für« | Kur« 2 3unl 3.3unl Dalum 2.6. 3.6. 26. 3.6. Datum 2.6. 3.6. 2.6. 3.6. Opium 26. 3.6. 26. 3.6. Amtliche Notierung Geld ! Srtet Amtliche Notierung Selb Sriel Hellings ort . Trag . . . Budapest . . Sofia . . . Holland . . Lelo . . . . Kopenhagen. Stockholm . London. . . Buenos Aires Neunork . . Brussel. . . Italien. . . VariS . . . Schweiz . . Spanien . Danzig. . . Japan . . . Rio be Jan., fluaoflaroien. Lissabon . . ~""8?r Amerikanische Belgische Not Taoische Note Englische Not Französische 9 Holländische 9 Italienische N Norwegische 9 Teutfch-Leste Rumänische 9 Schwedische 9 Schweizer No Soanische Not Ungarische No 7,163 51,95 12,465 3,057 170,78 77,22 84.77 79,57 15,50 0,958 4,209 58,89 21,62 16,61 82,39 34,77 82.62 1,359 0,324 7,423 14,14 In, 1 .Juni Noten . . . tn..... n..... n..... ölen .... oten.... ölen .... ölen .... reich,^ 100 oten .... ölen .... tn..... en..... en .... 6% Deutsche ReichsaiUeihe v.lS2< 7% Deutsche Reichsanleihe v. 1929 6'2% 3)oung»2htleif)e 6on 1930 . Deutsche Aul.-Ablös^Schuld mü AuSlos.-Rechten....... TeSgl. ohne Aurlol.-Rechte . . . 8% Hell. Dolksstaat von 1929 {rüdjafjlb. 102%)...... Lberhessen Provinz-Anleche mü AuSlos.-Rechten....... Deutlche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1 ...... . 8% Frankl. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar bi» 1936 Serie 16 . Kaliwerke AlcherSIeben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 3. G. garben-Industrie ... 12 Verein, chem. Industrie Frank. suri a.M........... Scheideanstalt..... . 10 Goldschmidt.........0 RütgerLwerke........6 Metallgelelllchast.......5 -Philipp HoUmann......8 Zementwerk Heidelberg . ... 7 Cementwerk Karlstadt.....7 Wayh fc Freytag......0 Schultheis Pastenholer ... 15 Aku (AUgemeine Kunstseide) C Vemberg......... 0 Zellstoff Waldhos.....12 Keilstoss Aschaffenburg ... 6 Dessauer Gas........V Daimler Motoren......0 Teutsche Linoleum .....5 Lrensiein & Koppel ..... 0 Leonhard Tietz.......8 Soenrka.........15 Chade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Gritzner..........0 Mlamkraftwerke Höchst L.M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 89 98,5 89 136,75. 27 33,75 38 4,5 33,25 33 27 21 31,25 — 54,5 • 187 17.5 48 98 Illi 1 1 1 1 8 1 1 1 1 1 1 1 IMS 1 1 1 £ 1 £ II Illi 16 10,75 91 100 156 89,25 18 25,65 27 34,25 4,5 54,5 33,25 32 26 21 80,75 12,4 32 23,13 54,5 9.5 186 17,5 101,5 16 10.9 90.5 100 155,5 88 33 > 53,25 32,5 32,4 24,5 80 12,75 32 22,4 51,5 184,5 52,05 12,485 3,063 171,12 77,38 '84,93 79,73 15.54 0,962 4,217 59,01 21,66 16,65 82,55 34,83 82.78 1,361 0,326 7,437 14,16 Bantno Schilling fen 51,95 12,465 3 057 170,78 77,27 84.77 79.57 15.52 0,948 4.209 58,89 21,62 16,61 82.39 34,77 82.62 1,369 0,324 7.393 14,14 Selb 4,20 58,73 84,58 15.46 16,57 170,41 21,56 77,05 2.495 79,39 82,21 34,63 52.05 12,485 3,063 171,12 77,43 84.93 79,73 15.56 0.952 4.217 59,01 21,66 16.65 82.55 34.83 82.78 1,371 0,326 7.407 14,16 Ärlef ‘ ~ 4,22 58,97 84,92 15,52 16,63 171.09 21.64 77,35 2.515 1 79.71 82,53 34,77 V eit. Qbet 3 M 6mi. »De. ■^nitifu, 1. O“ ra£ ■ unlolidr ^4t"e einen Aelegentüch ein« J Mtigm oolfltn ergeben n Prinz en bie hj vielmals für Kn Mf. J «lutogkammeu '°wr erbalten.“ MU) ich doch auch -leitet KM, »o im Dorf trug Dallchuveit er. n rechten Ober. lLutz.X) he. re wunderhübsche ' Tocche. Sinct allen die beiden eia Stück Kchter- Alste zum Por- mit Äcvaraturkn Abend kommt die iolgcnder 2ota. 0.75 ) Anorr, Portier. (MX) Men. lklarel'plozeß. Funkspruch.) 3m I. Oktober norigen stellte -er Ober- ige: Segen Leo fortgHeRlcn 8e- IttaWW1'?- >en eine Storni- itljaus und Delle au| die Dauer >nunfl der Unter- lit [oforiigtr vollen Gustoo Leh- trüge und schmerer hfönjnis. ®t- Betruge l Jahr t wegen schwerer jcch, -Monate smann wegen Zesängni», gc- penitf wegen schwe- b Monate 6/ nn 6 a 101 o m i11 unglJahrS«- >egcn ^merer iK- ,gl3ahr8M-' Degncr wegen ) Monate ®<‘ iiler 5 chae i-rr *« 15->; «,i «em* jf«r »ill-W * "nii 3ur =d)M»tr jur e-w beantragt- raaffurl^L- ' — 5! es ir.« 3.0C ti 15.56 0.951 4.21J 59,01 21-66 1t.« 12« 34 ß.T! ’-fi !:S 11,H L163 51.95 12,465 3 057 170,11 77, S 79. 15.5 0,9« 4,rZ 59,99 21.62 15.« 52.» 34. । 52.62 1.36? 0,32* 7,393 u,u 94,56 15.« 16,57 170.4' 21.56 77-05 2,495 9.39 |2,21 $.‘3- 14,92 Kl lt.63 ’J’S S;S 2.515 Si 34.77 S B € 6 E S L 2 L e 2 (9 9 A 2 = E H3 C <— = s 3 XD o H 2 E -C E c ■c-° 'c 4, X. ' 2* 2 Q ■e ==. 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