5t“ 79,91 IUI 16.51 169,74 21,0t 71,16 2,51 ILM 82,25 34,62 mbatbjinsfüfj 8 o h. i Gießen. der.(Tuhoieb) 165 Stück Großvieh, m Scrfauf. SS kostende Kühe 1. Quali- ität 200 614 300111, Lchlachstühe 50 b\i irrig, 60 dir 130 M, Ult, tragend 180 bis nd Lebendgewicht 20 »leppend, Ueberstand. .L.zebruar. liser gekrönt. - Deen Reiches Deutscher lkaturforscher Asred iren. 6196 50,05 12.465 57.01 3 043 1»,n 71.11 «n 11.51 14,57 1.047 u itii »2.24 34,21 92.11 1,496 0,251 7,477 13,21 Morgen mittag hast da daS seine zurück- ie, danke mit nicht, verständlich", wehrte „Dah eS nicht leicht urbringen, muhte ich Zukunst bedachtsamer Dort, Pava, bah ich rn werde." mW 6» * ch hob er den Duck ama sagen, bah auS nichts werden kann. GotteS willen, bas Mutter sagen, wenn :? hrcn Mnn: auf 24J4-8 Dill. Mne fi doch Ue. wie T^öht, 'n etw?7V"^ ln * it 'rar,ffur| a.rn. ~ 2-1Jrtruar ' ht höchste Zeit, ihn Hie mit einem M-k nicht davon reden. Schlafzimmer, erfuhr Le nichts werden cm Dort nach des ZiwmerS. ■Jffft w» K Aff „jcht. « •“ TSi---- <9-95 | 11.465 56,94 | ,3.057 '69.43 71,02 I 10,12 81,42 14,53 1.043 4.209 51,71 21,05 16,55 82.09 34.22 82.02 1.494 0,257 7.463 13,24 4.20 58,55 79,59 14,42 16,52 169,06 21,00 78,44 2.49 81,04 81,93 34,41 .ersalle- , DaS fcsSS, SStf ®e,i*‘1 Nr. 28 (Erftes Blatt 182. Jahrgang Mittwoch, 5. Sebtuar 1952 Erscheint täglich, anher Sonnlags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Vietzener Familienblätter Heimat im Dild • Die Scholl« monats Beingsprtis: Mit 4 Beilagen RM. l.95 Ohne Illustrierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Luch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Lentsprechanschlüsse Inter Sammdnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gtehen. Postscheckkonto: jranffun am Blain 11686. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drvck hüö Verlag: vrShl'sche Universttütr-Vuch- »nd Steinbruderei R. Lange in Sietzen. Schriftleitung und Sefchäftrftelle: Schulitratze 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher. preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re- klameanjtigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig. Platzvorschrift 20 •, mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Derantwonlich für Polittk Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr tz.Thyriot; für den übrigen leil Emst Blumschcin und für den Anzeigenteil Ma^x Filler, sämtlich in Gießen. Intervention der Großmächte im chmesisch-japanischen Konflikt. England kündigt im Völkerbundsrat einen gemeinsamen Schritt der Mächte zur Beilegung der Feindseligkeiten in Ostasien an. Genf, 2. Febr. (WTD.) Die für heute nachmittag dringlich einberufene Ratstagung, Ije durch die Anwesenheit deS sranzösischen AriegSministerS Tardieu, deS britischen Mi- wstcrs für die Dominions Thomas und deS italienischen RuhenministerS Grandi das De- präge einer grohen politischen Aktion erhielt, brachte die Mitteilung über eine energische englisch-amerikanische 3n ter- ncntion im japanisch-chinesischen Konflikt Tardieu teilte als Präsident deS Rates zunächst mit, dah die gegenwärtige Sitzung auf Antrag der britischen Delegation einberufen worden sei. Oer britische Minister Thomas verlas sofort eine Erklärung, in der auSgesührt wurde: Die britische Regierung ist der Ansicht, dah eS unmöglich ist. die gegenwärtige Lage in Ostasien andauern zu lassen. Ls ereignen sich dort Dinge, die bis auf den Ramen einen Kriegszustand darstelle n. Die Bölker- bundSsahung, der Kellogg-Pakt und der Reun- mächtcvcrtrag müssen allen Kredit in der Welt verlieren, wenn dieser Zustand an- dauert. Die Bereinigten Staaten haben von Anfang an erfreulicherweise dieselbe Auffassung über die Lage gezeigt. Leider haben alle bisherigen Bemühungen zur Besserung der Lage sich als fruchtlos erwiesen. 3m Einvernehmen mit der Regierung der Bereinigten Staaten hat sich die britische Regierung nunmehr entschlossen, den gegenwärtigen bedauerlichen Zustand der Dinge zu einem Ende z u bringen, und sie hosst, dah andere Staaten sich diesem Borgehen anschliehen werden. Die beiden Regierungen haben sowohl in Nanking als auch in Tokio das formelle Ersuchen übermittelt, alle Gewaltakte und alle Borde- Teilungen füt Feindseligkeiten einzu stellen. Sie haben die Zurück Ziehung der Truppen in Schanghai und die Errichtung einer neutralen Zone und sofortige Aufnahme von Berhandlungen zur Regelung der Streitpunkte im Geiste des ftellogg-pahes und der Entschließung des Bölkerbundsrats vom 10. Dezember gefordert. Thomas gab anschließend den Wortlaut einer heute nachmittag im englischen Untcrhause zur Verlesung gelangenden Regierungserklärung über den ostasiatischen Konflikt bekannt, in der es heißt: Die britischen Botschafter in Tokio und Ran- fing sind beauftragt worden, der chinesischen und der japanischen Regierung b e st i m m t e Vorschläge mit dem dringenden Ersuchen um deren Annahme zu übermitteln. Diese Vorschläge sind mit den Regierungen der Vereinigten Staaten, Frankreichs und Italiens verabredet worden. Der Inhalt der Vorschläge ist folgender: 1. Einfle11 ung aller Anwendung von Gewalt aus beiden Seilen. 2. Seine weitere Mobilmachung oder andere Borbereitungen, die neue Feindseligkeiten zum Ziele haben. 3. Ruckzug der Chinesen und 3a- paner von allen Punkten in der Gegend von Schanghai, wo sie miteinander in Zählung stehen. 4. Schuhderin ter nationalen kon- zessionszone durch Schassung einer neutralen Zone, innerhalb deren Frieden und Ordnung durch Bcrcinbarungen neutraler Natur gesichert werden, die von den Generalkonsuln in Schanghai zu treffen sind. 5. Rach Annahme dieser Bedingungen muh man unverzüglich Fortschritte erzielen, indem man mit Unterstützung der neutralen Beobachter durch Berhandlungen alle schwebenden Streitfragen zwischen 3apan und China im Geiste des pariser Paktes und der Entschliehung des Bölkerbundes vom 10. Dezember zu regeln sucht, ohne dah vorher Forderungen erhoben und Borbehalte gemacht werden. In einer kurzen Erklärung teilte sodann der Vertreter Frankreichs. Kriegsminister Tardieu. mit, dah Frankreich feine Vertreter in Tokio und Nanking angewiesen habe, sich dem Schritt der englischen Regierung a n z u s ch l i c h e n. Gleichzeitig sei Borsorge für eine Bcrstärkung der französischen Marinegefchwader und der französischen Landstreitkräfte getroffen worden. Der Vertreter Italiens. Außenminister Drandi. machte sodann gleichfalls eine offizielle Mitteilung, dah Italien sich zu ä h n 1 i ch c n Schritten wie Grohbritannien entschlossen habe. Er gab der Erwartung Ausdruck, dah die beiden Regierungen in Tokio und Banking alles baranfetzen werden, damit in absehbarer Zeit eine fühlbare Besserung der Lage zu verzeichnen Wäre. Der 'Vertreter Deutschlands. Gesandter Freiherr v. Weizsäcker, erklärte, er werde mcht verfehlen, sofort seiner Regierung die hn Rat heule abgegebenen Erklärungen zu übermitteln. damit die deutsche Regierung die ihr notwendig erscheinenden Schritte unternehmen könne. Biemand würde sich mehr freuen als die deutsche Regierung, wenn bald eine Beruhigung im Fernen Osten eintrele. Der Vertreter Chinas. Botschafter Ben. sprach seine Genugtuung über die abgegebenen Erklärungen aus. die er seiner Regierung unverzüglich übermitteln werde. Auherordentlich ernst und beherrscht sprach bann derVertretek-ZapanS/BoischasterSato/ der nur mit Mühe seine innere Bewegung verbergen konnte. Er nahm zunächst auf die von den Vertretern der andern Großmächte abgegebenen Erklärungen Bezug und lieh dann eine längere Darstellung, die im wesentlichen auS Telegrammen seiner Regierung bestand, verlesen, um nach- I zu weisen, dah an den Vorfällen in Schanghai China die Schuld trage. Er versuchte im | Oie englischen Interessen London, 2. Febr. (WTB.) In amtlichen Londoner Streifen ist man laut „Morning Post" empört über die Art und Weise, in der die Aktion der Japaner die ungeheueren britischen Interessen gesährdct. Das in der internationalen Niederlassung von Schanghai angelegte britische Kapital betrage m i n b e ft c n s 7 0 Millionen Pfund Sterling. Leider habe es den Anschein, als ob das japanische Außenministerium unfähig sei, die Marinebehörden zurückzuhalten. Der Ton der englischen Presse gegenüber Iapan ist ganz wesentlich schärfer geworden. Die Auffassung über die Lage in Schanghai ist sehr ernst. Die „Times" hofft, daß sich ein förmlicher Krieg zwilchen Iapan und China noch vermeiden lassen werde, falls sich beide Seiten Zurückhaltung auserlegten. Die „barbarische Beschießung", die auf Befehl des japanischen Admirals Voschi- sawa erfolgte, habe das Ausland den Japanern entfremdet. Die „Times" schlägt vor, die internationalen Streitkräfte in Schanghai unter ein einheitliches Kommando zu stellen. Die .Morning Post" benutzt die Gelegenheit, um nachzuweisen, daß angesichts der Herabsetzung derenglischen Flottenstärke die Durchführung von Maßnahmen gegen Iapan ganz unmöglich geworden fei. Hieraus ergebe sich, dah England zur See nicht weiter abrüsten könne. „Daily Telegraph" sagt: Die Freunde Japans fragen sich mit zunehmender Verständ - nislosigkeit, welchen Erfolg eigentlich Japan von Maßnahmen wie den Bombenangriffen auf Tschapei und der Beschießung von Nanking erwartet. Die anderen Mächte können bei diesem bewaffneten Zusammenstoß zweier Völkerbundsmitglieder Schanghai, 3. Febr. (WTB. Funkspruch. — Associated Preß 8.53 Uhr örtliche Zeil.» Heute vor- mittag hat in Schanghai ein Artillerie- kämpf zwischen Japanern und Chinesen begonnen, lieber den neuen japanischen Angriff berichtet Reuter, daß mit schweren japanischen Mari n eg e s ch ü tz e n das Feuer auf die chinesischen Stellungen nordöstlich des Bahnhofes von ^chapei eröffnet wurde. Die Chinesen hatten nur mit einem Minenwerfer das Feuer erwidern können, fo daß es einigen hunderten japanischer Marinesoldaten ein leichtes war, zum Angriff überzugehen. Die japanischen Streitkräfte in Schanghai sind nahezu 5000 Mann stark. Hie Polizei schätzt die Zahl der Flüchtlinge, die sich innerhalb der internationalen Konzession aufhalten, auf 57 800. Die berühmte orientalische Bibliothek der Handelspreise in S ch a p c i ist gestern geplündert worden. Die chinesischen Gelehrten beklagen den Verlust von einer Million chinesischer und ausländischer Bücher, unter denen sich wertvolle Handschriften und seltene Bände befanden. Auch ein deutscher Schritt in Tokio und Nanking. Berlin. 3. Febr. (£11.) Auf Grund des 'De- richte des deutschen Vertreters im Bölkerbunbe- rat. Geheimrat v. Weizsäcker. hat die Reichs- rcgicrung noch am Dienstagabend die deutschen Vertreter in Tokio und Banking angewiesen, die betreffenden Regierungen darauf hinzuweisen. daß die deutsche Regierung im Interesse friedlicher Zustände sich dem Schritt der übrigen Ratsmächte anschliehe. sur eine diplomatische Intervention in Tokio und Banking muß die Reichsregierung eine andere Form wählen als die Staaten, die, wie England oder Frankreich. Biederlaslungen in China haben, oder, wie Italien, besondere Exterritorialrechte übrigen nochzuweisen, daß die jetzigen Forderungen der Mächte sich mit den schon lange gehegten Wünschen Iapans decken. Iapan habe selbst die Vertreter der Mächte u m eine gemeinsame Befriedungsaktion inSchanghai ersucht und könne auch über den Vorschlag der Errichtung einer neutralen Zone nur erf reu t sein. Der Generalsekretär des Bölkerbundes teilte mit. daß der Bericht des Schanghaier Konsularkomitees über die Dorgänge in Schanghai noch nicht vorliege und regle an. die weitere Behandlung des Falles b i s z u m Eintreffen dieses Bericht- zu verschieben. Tardieu erflärtc sich im Bamen des Rats mit diesem Verfahren einverstanden und stellte zur materiellen Seite der Frage fest, daß die heutige Ratssitzung die Bedeutung habe, daß sich der Bölkerbundsrat mit seiner moralischen Autorität der Aktion der an- gelsäch fischen Mächte anschliehe. in China schwer gefährdet. nur verblüffte Zuschauer bleiben. Leben und Rechte der Europäer werden um jeden Preis geschützt werden. Da ein „Kriegszustand" in und um Schanghai herum besteht, wird dies schwierig genug sein. Wenn irgendeine Macht tatsächlich in den Konflikt hineingezogen werden sollte, so würde dies ungeheuer tragisch fein für die Sache, der die heutige Erössnungszeremonie in Genf gewidmet ist. Amerika hofft auf Entspannung. W a s h i n g t 0 n, 2. Febr. (WTB.) Im Weißen Hause und im Staatsdepartement gibt man der Hoffnung Ausdruck, daß durch die soeben unterbreiteten Friedensvorschläge an Iapan und China möglichst bald eine wesentliche Entspannung der Lage in Schanghai herbeigeführt werde. Die Genfer Meldungen, dah Amerika und England, gemeinsam die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten in China „gefordert" hätten, werden hier als abwegig bezeichnet. Der amerikanische Botschafter in Tokio und der amerikanische Generalkonsul in Banking seien angewiesen worden, beiden Regierungen Bor schlüge zur sofortigen Einstellung der Feindseligkeiten zu unterbreiten. Die britische Regierung habe gleichzeitig dasselbe getan. Bon einem gemeinsamen Ultimatum könne daher nicht gesprochen werden. Im Weißen Hause wurde betont, daß Amerika lediglich bestrebt sei, Leben und Eigentum der amerikanischen Staatsangehörigen zu schützen und daß von e inem Ultimatum keine Rede sein könne. In parlamentarischen Kreilen besteht die Auffassung, daß Hoover den Zweck versolge, dir wachsende Empörung gegen Iapan einzudämmen. in den chinesischen Hasenstädten besitzen. Infolgedessen bat die Reichsregierung ihre diplomatische Aktion als Mitglied des Bölkerbunds- rates streng nach den Satzungen des Bölkerbundes unternommen. Warum Japan die Rordmandschurei besetzte. Tic wirtschaftliche Bedeutung der Mandschurei für die japanische Erpanfion. Schanghai, 2. Febr. (CBD. Eigene Meld.) Ein bekannter japanischer Schriststeller, Kwan M a 11 u m u r a , der eine Reise durch die ganze Mandschurei beendet hat, gibt eine klare Darlegung der Gründe, die Iapan veranlassen, seine Machtstellung in der Bordmandschurei in der gleichen Weise zu festigen, wie im südlichen Teil vieler Provinz. Die wirtschaftliche Entwickelung des mandschurischen Bordens, sagt er. wird von nun an eines der Probleme fein, d.e 3 lud Me-n un teile- * . von Hffi« i pCt hon bull «Är H :5s.S den tli; rr Sy st-h b-' g Z S&- feiler di-ck- ^Ä-n: «r6«"'inun9o ” Ach» wer! ich das von t Uene Fomul« $lare deri-mge in deren "Mr! sih hai, vorzulegen. tei die einer 3nn lingen müssen nach Lehrbegm plaren ber zu in deren Lehr vertrage über vom Lehmes von diesem t gericht zur " Vormundschafts Handtoerlslaini der zuständigen Lehrlingsrolle gelegt Werben. Vielfach best- Handtoerkerkreis Ablauf der vei Verde. Die 1 Seit bis 3_i aten, toi Decht zusteht, i treten. Durch i Probezeit als i Verpflichtung ; Lehrvertrages l Die Unterlasst! beide Parteien Vorlage des i lichen Lehrvett Voraussetzungen Prüfung. Wenn in einz die vorstehender er sich der Ges sind bie unter Lehrling Herrn die 611cm bzi Beachtung der sollten. Der Lehrme ordnungsmäßig beim Dorstand Erlaß der Deik beantragen. $< der Krankenkas Teitragspslicht Zum "Beginn d Aon diesem Zei Sur Erwerbslos Echliehlich st hlngewiesen, bi berufen zusüh giftig am besti Wahl hat schon Soweit als itg, Zurichtung bei stlche Prüfung be'tsamtern zu 3n allen L Handwerlskami Me 7, Auski ■4T* * ®eiüQH flsfU ^en ^ e *rt kelt seSd-hr et 1Ur mich doiu, klagt'en i'?.b;llt L-Ä-L £ ?a»^ÄS; “ ^-&Kgeifl ^unfl zuMirh. ia^^richt Satte «" Ä“"1* . l.3"1 ubngen i| rffttc ÄÄt. ? hatte, ttr ö >hm mildernde Uxn. ? k°Mten und beaiu toitatc VesängniS. Tal t e aber die Frage nach l'eze gar kein 2n. letchrlichen Ausländer. >°S ihm gewährte Saft- Umstande zuzubilligm. mte auf die Mindest, n Zuchthaus und . dah das Urteil die Imagten aus Deutsch. für eine Bäuberbanbt ziger Schwurgericht ge« gegen fünf Angellagie agte wegen Totschlags, d UebersallS zu Zucht- kahren verurteilt. Die Alter von 19 bis i in bet Sastwitstchaft Leipzitz-Deuyich den Schilfen Sachse er- i bie Herausgabe von rrrweigerte. ilounglüd. Sonnet Benzinfinna fuhr es Dattenfeld bei Dald- aum, stürzte die hohe -rannte, wahrfchein- enzintants. Der Führer a liegen verbrannt rn. Lin fünfjähriger prall von dem 'Sagen letzt. Ein dreijährige» rliche |d)®ere Brand- je verurleilt. ien verurteilte den 35 knecht Schieber brtund yurbe von der niuiagt iei freigejprochemSch'e. ruder, den Gastwin dessen Ehefrau und n d durch Bcilhlebe er- esitz des elterlichen 8n erschossen. .h, ^r 18 Fahre alte bs> Sä."* liefert. n eingeafcherl. ..<6T & Sternulcl * Z.,et aus, das ein,®e äubcmil '"3 ® Geräten 10 VM Stur« imen ec'' eVcgCnbe genüberucu ber, undM > lt6=aI[i! ®"w,n geht m aussage. briti. Ät-MÄ kühlere und ’O*6, '•3‘bn"u?®r "Iff S-Lu«K°L Aus der Prvvinriasbouptstod« Diehen. den 3. Februar 1932. Lehrstellensuche im Handwerk. Diele der zu Ostern au» der Schule kommenden jungen Leute beabsichtigen ein Handwerk zu erlernen und suchen nach einer passenden Lehrstelle. Eltern und Dormünder seien dabei zur Vermeidung von Nachteilen daraus hing wiesen, dah nicht in jedem beliebigen Handwerksbetrieb Lehrlinge angeleitet werden dürfen, sondern nur dort, wo der Inhaber oder sonst jemand im Betrieb dieMeister- prüsung abgelegt hat, oder ihm auf Grund der Ueberaangsbestirnrnungen zur Abänderung der Gewerbeordnung vom 30. QUat 1908 die A n- leitungSbesugniS ausweislich einer Urkunde deS zuständigen KreiSarnt» verliehen worden ist. Wo Zwecke! herrschen, erkundige man sich bei der Handwcrl-lammer-Nebenstclle, Litz Dietzen. Die Ansicht, dah eS genüge, wenn der Lehrherr die Mcistcrorusung im Lause der Lehrzeit ablegt, ist unrichtig. Weiter dürfen in Handwerksbetrieben nicht beliebig viel Lehrlinge gleichzeitig gehalten werden, vielmehr sind Höchstzaylen vor- acschrieben, und der Lehrherr mutz bet Derstößen die zu viel angenommenen Lehrlinge wieder entlassen. Ferner sei auch daraus aufmerksam gemacht, dah gemätz den Bestimmungen der Gewerbeordnung innerhalb vier Wochen nach Lehrbeginn ein Lehrvertra g schriftlich zwischen dem Lehrherrn einerseits und dem Lehrling und dessen Doter bzw. Dormund anderseits ab- ocschlossen werden mutz. Hierzu empfiehlt cS sich. daS von der Handwerkskammer herauSgc- geben« Formular zu benützen und drei Erern- plare derjenigen Handwerkskammer-Nebenstelle, in deren Bezirk der Lehrmeister feinen BetricbS- sth hat, spätesten» drei Monate nach Lehrbeginn vorzulegen. Lehrverträge zwischen Lehrmeistern, die einer Innung angehörcn, mit ihren Lehrlingen müssen eoensal!» binnen vier Wochen nach Lehrbeginn abgeschlossen und in vier 2rem- plaren der Zuständigen Innung zur Eintragung in deren LehrlingSrolle vorgclegt werden. Lehrverträge über bevormundete Lehrlinge müssen vom Lehrmeister mit dem Dormund abgeschlossen, von diesem dem zuständigen DormundschostS- gcricht zur Genehmigung vorgelegt und nach vormundschaft-gerichtlicher Genehmigung der HandwerkSkornmer-Nebenstelle, Sih Gietzen, bzw. der zuständigen Innung zur Eintragung In deren LehrlingSrolle in der vorerwähnten Anzahl vor- gekegt werden. Dielfach besteht die irrige Auffasfung auch in Handwerkcrkreisen, datz der Lehrvertrag erst nach Ablauf der vereinbarten Probezeit abgeschlossen werde. Die Dertragschlietzenden können eine Probezeit bi» zur Höchstdauer von drei Monaten vereinoaren, während welcher beiden Teilen da» Recht zusteht, jederzeit vom Dertrag zurückzutreten. Durch die Vereinbarung einer längeren Probezeit al» vier Wochen wird die gesetzliche Derpslichtung zum Abschluß eineS schristlichen Lehrvertrage» binnen vier Wochen nicht berührt. Die Unterlassung deS DertragSabschlusses setzt beide Parteien erheblichen Nachteilen aus. Die Dorlage deS rechtzeitig abgeschlossenen, schriftlichen Lehrvertrags ist Übrigen» auch eine der Dorou-sctzungen für die Zulassung zur Desellen- prüsung. ' . Wenn in einzelnen Fällen der Lehrherr gegen die vorstehenden Bestimmungen verstößt, so setzt er sich der Gesahr einer Bestrafung au«; jedoch sind die unter Umständen hieraus auch für den Lehrling hervorgetzenden Schäden derart, dah die Eltern bzw Dormünder auch ihrerseits die Beachtung der Dorschristen genau kontrollieren sollten. Der Lehrmeister kann unter Darlegung deS ordnungsmäßig abgeschlossenen Lehrvertrag» beim Dorstand der zuständigen Krankenkasse den Srlatz der Beiträge zur Erwerbslosenversicherung beantragen. Falls derartigen Anträgen feiten» der Krankenkassen entsprochen wird, ruht die DeitragSpslicht zur Erwerbslosenversicherung bis zum Beginn deS letzten Jahres der Lehrzeit. Von diesem Zeitpunkt ab lebt die Beitragspflicht zur Erwerbslosenversicherung wieder auf. Schliehlich seien die Eltern auch noch darauf hingewiesen, dah sie ihre Kinder nur solchen Berufen zusühren, für d e fie körperlich und geistig am besten geeignet sind. Falsche BerusS- wahl hat schon viele Menschen unglücklich gemacht. Soweit als irgend angängig bediene man sich der Einrichtung der Eignungsprüfung. Nähere- über solche Prüfungen ist bei den Berufs- bzw. Arbeitsämtern zu erfahren. In allen LehrlingSangelegenheiten erteilt die Handwerkskammer - Nebenstelle Gietzen, Doethe- ftrahe 7, Auskunft. Vornotizen. — TageSkalender für Mittwoch. Stadttheater Dietzen, »Die drei Zwillinge', 19.45 bi» 22 Uhr. — Oberholl. Kunstverein, 15 bis 17 Uhr, Turmhaus am Brandplatz. Ausstellung. — Oberheff. Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, 20 Uhr, im groben Hörsaal deS Physiologischen Institut», Hauptversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße, .Der Zinker". — Aus dem Stabttbcatcrbureau wird uns geschrieben: Heute, 19 45 Uhr, als 17. Dor- Itellung im Mittwochuvonnemcnt zu gewöhnlichen Preisen: „Die drei Zwillinge", Erstausführung in neuer Inszenierung von Peter Fallott. Der beliebte Komiker Toni Impekoven schrieb zusammen mit Carl Mathern diesen Schwank, eine Angelegenheit voll toller Lustigkeit. Mitwirkende: Damen: Doering, Sachse, Schubert-Jüngling, Wielandcr; Herren: Bruck, Geiger, Hauer, Hub, Kühne, Volck, Dahlen. Ende 22 Uhr — Freitag, 8. Februar, I Wiederholung des Kriminalstückes .Kopf In der Schlinae' von John Bradley. Spielleitung Dolf- 1 gang kühne. — Akad. Bonifatius-Derein. Der Dor- trag von Rektor L u tz im Akad. Bonisatius-Verein über „Die Kirche als Ideal und Wirklichkeit" findet nicht Mittwoch, sondern Donnerstag. 4. Februar, 20 15 Uhr im Kunsthistorischen Hörsaal (Ludwig- (trafoe) statt. Eintritt frei. (Siehe heutige Anzeige) — Oberhessischer Geschichtsverein. Den letzten Dortrag diele» Winter» wird am Donnerstag, 4. Februar, der Diehener Historiker Pros Dr. T a e g e r halten. Sein Thema lautet .Da» römische Germanien und die ReichSpolitif. Der Dortrag erstrebt, die Wechselbeziehungen auf. zudecken, welche die römische Politik in Germanien mit der allgemeinen Reich»politik verbinden, den Sinsluh zu klären, den Ideen und Tendenzen, welche die Neich»politik beftimmen, auf Grenzpolitik und Grenzgestaltung in Germanien au«, geübt haben, und dadurch ein Stück unserer ältesten Geschichte, die für da» weitere Schicksal unsere» Gesamtvolke-, und nicht allein untere« süd- westdeutschen Raume«, von höchster Bedeutung geworden ist, aufhellen zu Helsen. (Dgl. die Anzeige vom Montag.) — Der Alicefrauen-Derein vom Roten Kreuz veranstaltet am Freitag, 5. Februar, 14.30 Uhr, im Orthopädischen Institut (Freiligratd- strotze) einen Dortrag. Pros. Dr. Pitzen spricht über das Thema „Was ist Orthopädie und was leistet ,.e?" Näheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. Oie Einwohnerzahl der Stadt Stehen. Nach der letzten Zählung vom 31. August vorigen Jahres hatte dieStadtGietzen insgefamt 3552 1 Einwohner. Diese Zahl umfaßt die Einwohner der Stadt Gießen einschließlich der Studenten und der Insasien der Provinzial-Pslegeanstalt, während die In den Kasernen untergebrachten Soldaten nicht mit eingerechnet sind. Interessant ist ein Ueberblick über die Beoölkerungszissern, die im Lause der vergangenen 10 Jahre jeweils am 31. August feftgeftellt wurden. In den einzelnen Jahren wurde an Einwohnern gezählt: 1921 ........ 34 089 1922 ........ 33 986 1923 ........ 34 950 1924 ........ 35 190 1925 ........ 33 360 1926 ........ 33 733 1927 ........ 34 202 1928 ........ 35 121 1929........ 35 474 1930........ 35 808 1931 ........ 35 521 Die Zahl der Haushaltungen betrug 1920: 7515, 1924: 8328, 1925: 8248, 1927: 8378, 1928: 8762, 1929 : 9061, 1930 : 8990. In den Jahren 1921, 1922, 1923, 1926 und 1931 wurden Zählungen der Haushaltungen nicht durchgeführt. Die Volkszählung, die ursprünglich für das Jahr 1931 vorgesehen war, wurde aus Sparfamkeitsrücksichten nicht oorgenom- men. Das Adreßbuch der Güter und Höfe in Hessen. Niekamrner» Amtliche- Landwirtschaftliches Adreßbuch der Güter und Höfe von Hessen ist soeben erschienen. Es ist her- ausg g.bcn rnck Unters.üung d r Landwirtschafts- kammer zu Darmstadt und vieler anderer Behörden und unter Benutzung amtlicher Quellen. ES enthält ein DerzeichniS sämtlicher landwirt- schastlicher Betriebe in Hesfen bis zur Größe von etwa 10 Hektar herab, ferner eine vielfarbige Karte. In Ganzleinen gebunden 15 Mark. Leipzig, Derlag von Niekammers Adreßbüchern G. m. b. H. DaS hiermit erstmalig erscheinende Adreßbuch, auf Grund amtlicher Unterlagen und direkter Angaben der zuständigen Behörden, sowie der einzelnen Landwirte aufs sorgfältigste bearbeitet, gibt genaue Auskunft über etwa 10 000 Betriebe unter besonderer Berücksichtigung auch des mittleren und kleineren Besitzes, üoer die Gesamtfläche und den Flächeninhalt der einzelnen Kulturen, den Diehstand. alle industriellen Anlagen, Fernsprechanschlüfse. Besitzer, Pächter und Der- walter. Post-, Telegraphen- und Eisenbahnstationen, Amtsgerichte usw. Das ganze umsangreiche Material ist in der äußerst praktischen Form von Tabellen so übersichtlich angeordnet, dah jeder Interessent ohne weiteres genaue Angaben jeder Art findet. Mit dem wertvollen Nachschlagewerk wird eine Lücke au«gefüllt, die von Behörden und Wirtschaft seit Jahren empfunden worden ist. Der Inhalt des Buches geht weit über die Erwartungen hinaus, die an der Prei-würdigkeit und Ausstattung gemcHcn, gestellt werden können Sehr zweckdienlich ist ein vorangestellteS DerzeichniS der landwirtschaftlichen Behörden. Dereine. Genossenschaften und Unterrichtsanstalten in Helfen. Je ein Beitrag der zuständigen Landwirtschafts- kammer über ..Die Landwirtschaft in Hessen", und von Prosessor Dr. Sefsous über „Die lanb- wirtschastlichen Bildungsstätten an der Landesuniversität Gießen" verleihen dem Werk eine besondere Note. Die Anschaffung deS Adreßbuch- bandes mit den Gütern und Höfen Hessen- kann angelegentlich emvsohlen werden. Niekammers Landwirtschaftliche Adreßbücher sind wichtige und unentbehrliche Handbücher und Nach'chlagewerke für die gesamte Landwirtschaft und die mit dieser in Derbindung stehende Handels- und Industriewelt. Interessenten für das in diesen Adreßbüchern enthaltene, ausführliche und zuverlässige Adressenmaterial sind deshalb außer den Landwirten selbst: Behörden, Der- bände, landwirtschaftliche Maschinenfabrcken und -Handlungen, Gütermaller. Futtermittel- und Dichhändl r Derftchorungsgcsel schocken. Auskunfteien. Hotel« und jeder Geschäftsmann, der mit der Landwirtschaft in Derbindung steht. — Die Umsatzsteuerzahlung. In den vorn Wirtschaftsprüfer und Bücherrevisor Her- mann Will zu Gietzen herau-gegebenen .Aktuellen €leuerfragen“ (Rundschreiben Dr 3 vom 1. Februar) wird daraus hingewiesen. dah die Zahlung der Umsatzsteuer für MonatSzahler auf Grund 6c» Umsätze« im Januar 1932 am 17. Sehr u a r fällig ist Zum ersten Male ist nach dem erhöhten Lay von 2 Prozent zu zahlen. Die Steuerpfttchttgen müssen aber darauf achten, dah nicht alle im Januar vereinnahmten Entgelte dem Satz von 2 Prozent unterliegen, sondern nur die, bei denen sowohl Leistung al» auch Derrinnah- mung nach dem 31. Dezember 1931 geschehen ist. Da. wo die Leistung noch 1931 geschah, unterliegt die Dereinnahmung noch dem Lay von 0,85 Prvz. Die etwaige irennung ist auch in der Doranmeldung kenntlich zu machen. •• Oess entliche Bücher Halle. 3m Januar wurden 2002 Bände ausgeliehen. Davon kommen auf: Erzählende Literatur 1365. Zeitschriften 29. IugenNchristen 168. Gedichte und ll)ir iDollen daß Ihre Anzeigen fiirficrrcrOen! Bitte geben Sie sie frühzeitig aut. damit für eine wirkungsvolle, gute Anordnung des Satzes gesorgt werden kann Dramen 14, Literaturgeschichte 7, Länder- und Völkerkunde 145, Kulturgeschichte 19, Geschichte und Biographien 153, Kunstgeschichte 17, Naturwissenschaften und Technologie 42. Hau«- und Landwirtschaft 4, Religion und Philosophie 21, Staatswissenschaft 16, Sport 2 Bände. Nach auswärts kamen 2 Bände. •• Die Seeschlachten im Weltkrieg. Nachdem man in jüngster Zeit verschiedene Filme, die die heldenhaften Kämpfe deS deutschen Landheeres und der Gebirgstruppen im Weltkriege veranschaulichten, zu sehen Gelegenheit hatte, begegnete der Film, der am Lvnntagvormittag im Lichtspielhaus Bahnhofstraße die deutsche Marine während des Krieges im Bilde zeigte, besonderem Interesse. In dem Film wurden die Seeschlachten von Coronel, bei den Falklandinseln und am Skagerrak gezeigt. Graphische Darstellungen veranschaulichten die Angrissspläne und förderten so daS DerständniS für Sie Bilder. Der heldenmütige Kampf, den Sie deutsche Marine vor den Falklandinseln gegen die englischen Grobkampf- schisse »Invinciole" und ,3nfkrible‘< au bestehen hatte, war in ergreifenden Bildern festgehalten und lieh gleichzeitig die Bedeutsamkeit der Entschlüsse des Admirals und die schwere Derant- wortung, die seinerzeit Admiral Gras L p e e zu tragen hatte, in ihrem ganzen Ausmaß erkennen. Die Ereignisse, wie sie sich im Filme darstett- ten. waren von höchster dramatischer Spannung. Nicht weniger interessant war der Film von der Seeschlacht am Skagerrak, bei der sich 103 deutsche Lchisse 148 englischen Schiffen gegenüberstanden. Schöne Ausnahmen vom Meer, von den Kriegsschiffen, von den flinken Torpedobooten ufw. gaben den Filmen das besondere Gepräge. Besondere Bedeutung war dem Film von der Skagerrakschlacht durch die Tatsache beizumesfen, dah akS Manuskript und Unterlage für den Bildstreifen amtliches Material herangezogen wurde. " Deutschnationaler Handlungs- gehilsen-Derband in Gietzen. Man schreibt uns: Die diesjährige Hauptversammlung der Ortsgruppe Gießen im DHD. war außerordentlich stark besucht. Nach einem Dchargesang der Jugendabteilung begrüßte DertrauenSmann Schwarz die Erschienenen, insbesondere ®au- vorsteher Auerbach- Frankfurt. Gr gab sodann einen Ueberblick über die allgemeine Lage und erstattete in großen Zügen Bericht über die Arbeit des Dorstandes im vergangenen 3ahre. Kreisgeschäftsführer Schroeder berichtete über die sozial- und gewerkschaftspolitische Lage, die DorstandSmitglieder E i ch h o l h über Allgemein-, Desekus übetDerufSbi dungsarbeit,Bepper- 11 n g über Jugendarbeit, Zammert über Fahrende Gesellen, Eichholtz über Männerchor und Lichtbildnergilde. M o h a u p t über Werbearbeit und Tumergilde, Deitz über Musiker- gilde, M ö h l über Laienfpielschar. Seibert über Scheinfirmenarbeit, Schwarz über Bücherei und Schachgilde, Schaub über Bund reisender Kaufleute und Schmidt über Rechnungswesen. Alle Berichte zeugten von der vielseitigen und guten Arbeit, die im vergangenen Jahre in der Ortsgruppe geleistet wurde. Für Derband und Krankenkasse wurden im verflossenen Jahre 168 Mitglieder geworben Infolge der Wirtschaftskrise sind die Leistungen der Ortsgruppe auf dem Debiete der Stellenlosenunter- stuyung und deS Rechtsschutzes stark gewachsen. Eine sehr gute Entwicklung hat die Iugendgruppe genommen. Dre Finausverhältnisse der Ortsgruppe sind gesund. Rechnungslegung und Dor« anlchlag wurden einstimmig genehmigt Da« Der- trauen zur Ortsgruppcnsührung drückte sich in der einstimmigen Wiederwahl des bisherigen Dorstande« au», hivzugewählt Wurden einige jüngere Mitglieder. Rach einer kurzen Diskussion sprach Gauvvrsteher Auerbach ein eindrucksvolles Schlußwort, ör dankte dem Dorstand für bie geleistete gute Arbeit. D e Ortsgruppe Dietzen gehöre zu den besten Ort^grupven de» Gaue». Für das Jahr 1932 wünschte er dem Dorstand die besten Erfolge überbeffen. Landkreis Gietzen. i. Wieseck. 2. Febr. In der gestrigen 0t« meinderatSsitzung wurde dem Gesuch de» Landwirt» Ludwig Deibel wegen Uederlassung de» Platze» neben dem Backhaus (Brauhau») gegen Zahlung einer AnerkennungSgebühr entsprochen. Ferner wurde der Frau O Decker Wwe. der Winkelhaken an der Wieseck zu einer Diebweide verpachtet. Die Pachtsumme soll jährlich 35 Mark betragen. — Die Einsührung der Getränke st euer wird der Gemeinde vom Kreis anempfohlen, damit die Gemeinde in den Denutz eine» Zuschusses au» dem AuSgleichSstock kommen faim. Der Gemeinde rat in seiner Gesamtheit glaubte e« nicht verantworten zu können, dem WirtSgewerbe noch weitere Lasten auhuerlegen und lehnte daher die Getränkesteuer ab. Dazu kommt noch, datz die Ausgaben für die notwendigen Formulare jedenfalls fo hoch kommen, wie die Einnahmen auS dieser Steuer, da die in Betracht kommenden Getränke in den meisten Wirtschaften sehr wenig verabreicht werden. — Da» Ort« statut über die Erhebung der Der gnügungSsteuer soll auf Anraten der vorgesetzten Behörde nach den reich-rechtlichen Bestimmungen geändert werden Danach sollen bei Tcranftaltungcn, bei denen seither 10 Prozent de» Eintrittsgeldes alS Steuer erhoben wurden, nunmehr die Sätze nach dem Flächeninhalt sestgeseht werden. Diese betragen bei geschlossenen und überdachten Räumen 1 Pf für den Quadratmeter, im Freien ‘/t Pf. für den Quadratmeter. Die seitherigen Sähe: bei Tanz 10 Mark, Ma-kenbälle und karnevalistische Deranftaltungen 20 Mk. und bei der Kirchweih 30 Mark bleiven bestehen. — Die Tagegelder der Gemeindevertreter werden für die Folge mit 60 Pf. für die Stunde festgesetzt. — Die im November 1931 mit der Firma B. Nuhn (Lollar) abgeschlosiene Holzsubmission mußte genehmigt Werben, da sie inzwischen RechtSgültigkeit erlangt hatte. — Die Anbringung einer weiteren Stratzenlampe in der oberen Möserstrahe wurde dringend empfohlen. x Wieseck, 2. Febr. Unser Frauenchor veranstaltete am Sonntag zusammen mit dem Männerquartett ^Harmonie" e.ne abwechslungsreiche Abendunterhaltung im dichtbe- sehten Saale von Döbus. Unter dem bewährten Dirigenten Philipp G r ^ß sangen beide Ehöre Ernstes und FroheS. Gin einheimisches Orchester spielte mehrere Musikstücke, und in Gedichten und einigen slottgespielten Einaktern zeigten die Mitglieder des EhorS recht schöne Begabung. r. Lang-Göns, 2. Febr. Das Stiftungsfest des hiesigen Gesangvereins „Germania" stand im Zeichen der Musik. Nach einleitenden Worten des ersten Dorsitzenden Iah. Puhl über die Bedeutung der Gesangvereine und die Pflege des deutschen Liedes trug der Verein, der von Ehor- meister Hermann Honstein (Friedberg) geleitet wird, zahlreiche Chöre vor, die von beachtenswertem Können zeugten und lebhaften Beifall sanden. Eine besondere Note erhielt die Feier durch die Mitwirkung von Frau Dr. Schwarz (Friedberg), die durch ihre Diolinsoli viel Freude bereitete. Rach einigen klassischen Musikstücken, die von Herrn Honstein am Klavier begleitet wurden, spielte sie zwei Altwiener Tanzweisen, die wiederholt werden mußten. Gelegentlich dieser Feier wurde dem Mitglied Friedrich Höfer aus Anlaß seiner 25joh« rlgen Zugehörigkeit zum Verein eine Ehrenurkunde überreicht. Im zweiten Teil des Abends fehlte alich das luftige Theaterstück nicht. Mitglieder des hiesigen Musikoereins boten gute musikalische Einlagen. Kreis -lisfcld «s. ®rcbenau12. Febr. Die hiesige Filiale der Kleiderfabrik von Georg Dietrich B ü k- k i n g in Alsfeld, die im vorigen Herbst wegen Arbeitsmangels geschlossen Wurde, ist in den letzten Togen für den Betrieb Wieder eröffnet Worden. Eine Anzahl Arbeiter und Arbeiterinnen hoben dadurch wieder lohnende Beschäftigung gefunden. Briefkasten der Rcfroffion. (Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung > h. 5. Es ist uns keine Gesellschaft, Genossenschaft oder Bankinstitut bekannt, von denen zur Tilgung von Schulden „zinslose" Darlehen gegeben werden. Tragen Sie aber einmal Ihre Angelegenheit brieflich der Zwecksparkasse des Landesverbandes der württembergischen Haus- und Grundbesitzer in Heilbronn a. N vor und erbitten Sie dort weitere Auskunft. — Bewerbungen um Einstellung in die Reichswehr sind bei dem Regiment onzubringen, bei dem der Eintritt erfolgen soll. Eine Anfrage oder Meldung bei einer Division, einem Gruppen- kommando ober bei dem Reichswehrministerium, ist gänzlich zwecklos, do für die Einstellung der Soldaten lediglich das Regiment zuständig und dort auch nur der jeweiliae Bedarf betajint ist. h. T3. In Gichen. In der Umgebung von Gießen । wird nirgends lorf gestochen; unseres Wissens auch im Westerwald nicht. Seit 1930 ist Kaffee Hag 31°° billiger! 1 Pfund Kaffee Hag kostete i [ ErmMifuag Langjähriger Prell nach GoldumsteHung.....ßM 5.00 Februar 1930 .........RH 4J0 BM 0.50 Februar 1931 .........RM 4.05 BM 0.45 Mira 1931 Zollerhöhun». trotzdem keine Preiserhöhung........I BM 0.20 3t Dezember 1931......BM 3 T3 j BM 0.40 Gesamt - Ermäßigung 31 o/o — RM 1.55 Die bewihrte Qualität Ist unverändert Für erste Sorten coffeinhaltigen Kaffees sind Preise von über RM 4.00 keine Seltenheit Kaffee Hag kostet nur RM 3.65 das Pfund. Wir bemühen uns, den Kaffee Hag so billig wie möglich zu liefern. Noch billiger könnte Kaffee Hag nur dann werden, wenn der Zoll ermäßigt, oder die Bezugspreise von Obersee gesenkt würden. Der Zoll beträgt aber noch immer auf jedes Pfund gerösteten Kaffee RM 1.00. Der Kaffeepreis ist schon so niedrig, daß die Plantagen, welche unsere hochwertigen Kaffees liefern, bereits mit Verlust arbeiten. Eine 10%ige Lohnsenkung laut Notverordnung macht infolge des hohen Zolles auf den Verkaufspreis von einem Pfund Kaffee etwa 2 Pfg. aus, die Senkung der Postgebühren und Frachten Vz Pfg. Dagegen beträgt die Mehrbelastung durch die Erhöhung der Umsatzsteuer auf 2% bei 1 Pfund Kaffee 3 Pfg. fToFHI* FRtlER KAFFEE Das große Pakei jetzt nur RM 1.4», das kleine 73 Jeder Kaffeetrinker kann sich heute den guten Kaffee Hag leisten I Hr> Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard Ml abzugeben. 0667 der Vorstand. teiligung bittet hochverehrter Kamerad 904 D | Stellenangebote| er- 877 D Gießen, den 1. Februar 1932. 865 D Rau Bund Heuchelheim, den 3. Februar 1932> 898 D der abzugeben. 0668 I. 47, 53a, 54a: 9000 1 II. 905 D 2- u. 3-Zimm.- Geräumige SÄ WWW 4Ü' 0 78 11 1 zu vermieten. Näh. moD Sicher Str. Sv. KRIEGER-VEREIN GIESSEN Am 1. Februar verschied unser Heber rung: Stämme, Gießefl = 18,45 = 14,44 - 2,85 Holzversteigerungen Staatliche Oberförsterei Krofdorf. Freitag, den 12. Februar 1932, 9 Uhr, in Krofdorf im Freundschen Saal, aus Försterei Waldhaus, Distrikt 41, 42b, Beschlagnahmefreie 3-Zimmer-Wohnnng mit Balkon, Bade;, sowie allem Zubeh. per 1.4.32 zu nrm. Schriftl. Anfr. unt. 0674 a.d.Gß. Anz. AuskünileinRechis-, Straf-,Famtl.-Ange» legendeilen, Gesuche, Verträge, Beobachtungen. Ueberwachg. und Ermittlungen preisw^ streng dtskr. u. an all. Orten ert. u. erledigt Detektiv- Barean-n.Aasknnttel Inh.K.6erz,Bid-Nan- heim, Knrstr. 17. 09 nui-ouu, mu u.DQne Warmwasserheizg. m der Beethoven- und Schubertstraste versofortu.l.Avril Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sowie für die vielen Kranzspenden, für die Pflege der Krankenschwester, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrers liiert am Grabe,sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Jakob Lenz nebst Angehörigen. Bau- und Nutzholzversteigerung 28 31 15 2 Sinter r Dn Tri Ht, und' über foic Krs feit scheint un Klang no Derlftatt währt mr ^al, in »3m Ans flutet Tri a^Betten Sch 1 aIrira .Kinderbetten. Polet, 9‘ahlmatr, CbaUeL, an Öden. Tcllzahl«. KataL fr. aenmö b elfabrtk Suhl ■ wieder «J warum ya mer-Prod dem neu-' schäft- Berlin -* Aolle geu stehen, me Iollbluk^ m. 55 ihren Nun »w* befinden. - Iannings, nicht fertig vorzeitig « Streiche Russen'M ftav ist ub treu ist. u Luderchen wert ist. i ihr etwas spielsweisi beitet. ®' hinter, c einem mr mit Dat einen Pe Mrdcn. betrügt. — ein T> der link mit der ihn auch der Poh folgt wir ist ein ji aufgetauc hörig mo viele Jak keine Auk sie es jeh llnd er br noch eimrn angelegenf zvgling al kennt nun Es erir unter der ist, an di men Filn Jede Qiuo gearbeitet großen Le diesem S< von ihm trotz des g liegt das Sten, d aus ihr e. sich derr. berg. Julius die auf dazu bei kums un fertigen. Gestern verschied plötzlich und unerwartet unser Heber Sohn Karl im Alter von 8 Jahren. Die trauernden Hinterbliebenen: Karl Feldbaus und Familie. Gießen (Schloßgasse 9), den 3. Februar 1932. Die Beerdigung findet Freitag, den 5. Februar, nachmittags 21/, Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. ________ __________________911 D Lahnfreunde Donnerstag, 4.2. Monat sversanzm lang b.^öoVfelb(HeiLAbd.) Sonntag,7. '.(nicht 14. 2.) Wanderung Alten-Buseck-Han- gelstein-Wellersba. Treffpunkt: 10 Uhr Ecke Kaiserallee — Lieber Straße. «?? Holzverkauf aus Revier Saasen. Montag, den 8. Februar, 9% Ahr, bei Gastwirt Schmitt Witwe, Saasen, aus den Forstorten Bauschet,. Buchwald, Günters- graben, Neuhofstanne, Sengkopf u. Wal- bersberg: 902D Stämme: 43 Stück Eiche 1. bis 3. Kl. -- 19 fm, 62 Stück Fichte la- bis 3a-Kl. = 18 fm, 13 Stück Lärche la- bis 3a-Kl. = 5 fm; Derbffangen: 48 Stück Eiche und Fichte; ferner Brennholz, rm, Scheitholz: Buche 486, Eiche 6; Knüppelholz: Buche 119, Eiche 22, Erle 3, Fichte 10; Reifer- holz: Buche 8, Eiche 22; Stockholz: Buche und Eiche 4. 3n den Losholzschlägen ist das Versteigerungsholz mit „Vg. geschlagen. hessisches Forstamt Grünberg. - Die grt --Tabu" u| Wilder vo boten hab diesen Au K« Mn ^dotvgca, °en Düns flegen, ur Nftes chnkas ü J» San Mfilim ^fll'schen b*e Löwer As wick futtert", n ilnJ du t haben, o. Menschen. &W un Caflct$ hotDen ,.ge! S»or8 h h Dald N'ften he b'er ihre"' 8? hatte' >lvpen . LZ A.,s 4a, ein?^'nev Montag, den 8. Februar 1932,' kommt im Rieder-Deifeler Wald zur Versteige- ------ 840D Allen denen, die an meinem 90. Geburtstage meiner so liebevoll und herzlich ge» dachten, sage ich auf diesem Wege meinen innigsten Dank, da es mir nicht möglich ist, jedem einzeln zu danken. Frau Oomänenrat Nick Ww. geb. Wallenfels. Gießen, den 3. Februar 1932. gigv Eichen Scheit u. Knüppel 34 rm, Reiser III 15 rm; Buchen Scheit u. Knüppel 1039 rm, Reiser III 1746 rm. Dienstag, den 16. Februar 1932, 9 Uhr, in Odenhausen (Lahn) bei Klinke!, aus Försterei Waldhaus, Distrikt 56, 58 (Lindenschied) und Salzböden, Distrikt 63, 64, 65, 73, 74, 75, 78 und Tot. Soziale «flicht der Aufgeber v. Stellenangeboten ist e«, die ein« gegangm^ewerbungs« unterlagen (Zeugnisse, Zeugnisabschrift., Lichtbilder u.dgl.) schnellstens »urtickzus.OieEtellung- tuchcnden sind dankbar dafür, wenn man ihre Bemühungen zur Erlangung ein. geeigneten Tätigkeit auf diese Weise unterstützt und sind auf diese selbstverständliche Pflicht auch angewiesen. Gietzenev Anzeiger Bei Schmerzen Kopfschmerzen, Migräne, Rheuma- u. Nervenschmerzen, Muskel- und Zahnschmerzen sowie Grippe sofort nur HERBIN-STODIN Tabletten oder Kapseln, welche bei guter Bekömmlichkeit unübertroffen sind. Fragen Sie Ihren Arzt. In den Apotheken erhältlich zu RM. 0.60, RM. 1.05, RM. 1.70, RM. 1.75. Best.; Dimeth. ac. phenyl. phen. Lith. Proben kostenlos durch H. 0. Albert Weber, Fabrik pharm. Präparate, Magdeburg, Freitag abend Monais -Versammlung bei Hovfcld. ssiQ Donnerstag, den 4. Februar nachmittags 2 Uhr versteigere ich im „Löwen", Aeuen- weg 28 dahier, zwangsweise gegen Barzahlung: 4 Trumeauspiegel, 10 Diwane, 6 Chaiselongues, 3 Radioapparate m. Lautsprecher, 2 Schreibtische, 2 Schreibmaschinen (Orga-Prioat), 2 elektr. 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Schriftl.Angeb.unt. 0649 a. d. Gß. Anz. Plwto-Trogerie stellt sofort ob. spät. Lehrling ein. Es wollen nur junge Leute m.gut. Schulbildung u.gut. Umgangsformen u. nur solche, die fort- bildungsschulfr.sind schriftl. Gesuch mit selbstgeschr. Lebenslauf einreichen unt. 0659 a. b. Gß. An;. Elegantes Herrenzimmer (Eiche) Bücherschrank 2 m, Schreibtisch, runder Tisch, 2 Stühle, 1 Sessel, billig Herr Obertelegraphensekretflr 1. R. Christian Waas 20 Jahre lang hat er als Rechner treu und erfolgreich für unsem Verein gearbeitet. Als Zeichen unserer Dankbarkeit wollen wir recht zahlreich dem Entschlafenen die letzte Ehre erweisen. Die Beerdigung findet am Donnerstag, dem 4.Febr„ 2.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Der Vorstand. eNach schwerem Leiden verschied am Montag unser liebes Ehrenmitglied Kamerad 895 d Christian Waas Obertelegraphensekretär L R. Der Heimgegangene war Mitgründer u. langjähriger LVorsitzender. Unsere Vereinigung ist ihm für seine treue Arbeit und seine Anhänglichkeit großen Dank schuldig. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Donnersta g,14.30 Uhr, auf dem Neuen Friedhof statt. Um zahlreiche Be- 1 „ = 2,96 N, Abschnitte 1 Stck. - 0,21 fm 2. „ 3. „ 4. „ Stämme, Kiefer 2b-Kl. 3b- „ 4a- „ 4b- „ Stämme, Fichte la-Kl. lb-„ 2a- „ 2b- „ 3a- „ 4b-„ Stämme, Fichte 2a-Kl. 3a= „ 1 „ = 1'09 „ Angebote sind getrennt nach Sortiment und Klasse pro Festmeter bis zum Freitag. dem 5. Februar 1932, vormittags 11 Uhr, bei der Bürgermeisterei, dahier, m,Lcn?lp[^enber Aufschrift einzureichen. Die Bedingungen, welchen sich die Käufer mit der Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, können bei uns eingesehen werden. 869D Rieder-Bessingen, 31. Januar 1932. Hess. Bürgermeisterei. Steuernagel. 1 = 1,73 „ N, Langholz 12 Stck. = 1,62 Im 8,87 „ Hessische Realschule Laubach. Anmeldungen für das Schuljahr 1932 (Knaben und Mädchen, für alle Klassen), werden am Donnerstag, dem 11. Februar, von 9.30 bi» 13 Uhr, im Amtszimmer der Direktion entgegengenommen. 756D hierbei find vorzulegen: 1. Geburtsschein, 2. Impfschein, 3. Abgangszeugnis. Für die Aufnahme in die Sexta ist der vierjährige, erfolgreiche Besuch der Grundschule erforderlich; doch können besonders leistungsfähige Schulkinder mit Genehmigung der Schulaufsichtsbehörde auch schon nach dreijährigem Grundschulbesuch ausgenommen werden. Die Direktion der hessischen Realschule, Laubach. Arbeitsvergebung. Die Rohrgrabenarbeiten und die Fuhr- leistungen für das Gas- und Wasserwerk sowie für das Volksbad sollen vom 1. April dieses Jahres ab vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen auf dem technischen Büro des Gas- und Wasserwerks (Gartenstraße 3, Zimmer Rr. 1) aus. Die Vordrucke sind dort erhältlich. Die Angebote sind verschlossen und post- frei, mit entsprechender Aufschrift versehen, bis zum 886D 5000 M. als l.Hvvotbek geg. 15000 Mk. Sichert), (landwirtsch. Hof- reite). Schr. Ang. u. 0656 a. b. Gß. Anz. 1500—2000 Mark auf Hypothek, für lanbro. Betrieb, bei bopp. Sichert), unb gut. Zins. v. Selbst- geb.sof.z.leihen ges. Schr. Ang. unt.0670 anbenGietz.Anzeig. 500 Mark sofort ges. Mehrf, Sichert).Zurückzabl. nach Uebereinkunft. Schriftl.Angeb.unt. 0655 a. b. Gß. Anz. Beamter sucht 200 Mark v. Selbstgeber geg. monatl. Rückzahlg. zuleihen.Sckr.Ang. u. 0664 a.d.Gß. Az, Große beschlagn.-fr. 3-Zimmer-WohnuDg mit allem Zubehör, außerhalb b. Stabt, zum l.Z.ob. spät, zu verm. Schr. Ang. u. 0652 a. b. Gß. Anz. In Wetzlar 3-Zimmßr-Wolin. neu, (Zentralheiz., Bad) mit Zubehör, l.St., solv.2große Parterre-Räume a. Büro ober Wohng. sofort zu verm. ne« Waldschmidtstr. 22 4 bis 5 Räume Bahnhofstr. 62, Erdgeschoß, für ge- roerbl. Zwecke iof. zu verm.Näh. 694d A. 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Lumda aus den Forstorten Zipfenwald, Totenberg, Auf dem Busch, Bommenstein und verschiedenen weiteren Abteilungen versteigert: Nutzholz: Stämme, Siche 12 St. 2. Kl., 7 St. 3. Kl., 1 St. 4. Kl., 1 St. 5. Kl., 1 St. 6. Kl., zus. 13 fm; Kiefer 2 St. 2a-Kl., 1 St.- Ja-Kl., 1 St. 3b-Kl., zus. 3,5 fm; Fichte 3 St. 2a°Kl., 1 St. 2b-Kl., zus. 3,3 fm; Derbstangen, Fichte: 2 St. 1. Kl., 2 St. 2. Kl., 23 St. 3. Kl.; Reisstangen, Fichte: 5 St. 4. Kl.; Ruhscheiter, Siche: 5 rm (hiervon 3 rm 2,20 m lg., Garfenpfosten). Brennholz: Scheiter, rm: 124 Buche, 24 Eiche, 12 Kiefer und Weymouthkiefer, 5 Fichte; Knüppel, rm: 99 Buche, 20 Eiche, 40 Kiefer, 3 Lärche, 5 Fichte; Reisig 2. Kl., rm: 198 Buche, 55 Eiche; 3. kl.: 182 Buche, 5 Eiche; 4. kl. (nicht aufgearbeitet): 4 Eiche, 10 Kiefer; Stöcke, rm: 2 Buche. 8740 Das Nutzholz kommt zuerst, das Brennholz von 10 Uhr an zum Ausgebot; Nummerverzeichnisse für Stammholz bei dem Forstamt und Herrn Förster Bing zu Treis a. d. Lumda erhältlich, der — ebenso wie das Forstamt — weitere Auskunft erteilt. Gießen, den 31. Januar 1932. ______Hessisches Forstamt Gießen.______ Holzsubmission. Suche ver sofdrt evtl. 1. März kräft. IlklljiiliWku nicht unter!9Iahr., welch, schon i. Stell, war, f.Cafö-Restau- rant. Schr. Ang. u. 0651 a. b. Gß. Anz. Tüchtiges, älteres Mädchen mit guten Zeugn., bas put kochen kann undmderHausarb. erfahren ist, zu ölt. Ehevaar in Dauer- stellg. ges. Näh. 0671 Franks. Str. 50 V. Verkäufe National- Ausrechnungskasse (Weltwunber) günstig zu verkaufen. Schriftl.Angeb.unt. 0658 a. d. Gß. Anz. CelegenheilskäDlel Damen- und Herrenfahrräder, Versenknäbraaschinen (eiche), alles fabrikneu, 20—30% unt. Ladenpreis zu verk. Klein-Linden, «ws Frankfurt. Str. 158 la Buchenscheitholz kurz geschnitten, ä Ztr. 0.80 RM., liefert frei Haus geg. Kasse jede Menge. Schriftl.Angeb.unt. 888D a.d.Gß.Anz. Zu verkaufen: Zirka 18—20 Ztr. Heu, zirka 8-10Ztr. Grummet, 1 leicht. Wagen, 1 Egge, 1 Pflug, 1 Schlitten. Job. 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Berliner Tonfilm-Erfolg. „Ltürme der Leidenschaft" mit Einil Hannings. Bun crluxtnt nach Io langer Paule endlich wieder Emil 3anningS auf her Leinewanh warum Hat er sich nur Io rar gemacht? Die Pom- mer-Prohuktion der Ufa bringt ihn heraus in dem neuen Xonfilm „Stürme her Leiden- 14) a f f*. Ianninge im Unterwelt-Milieu von Berlin — man erzählt |ich, daß er lich Io eine Bolle gewünlcht habe. Das läßt lich gut ver> Itehen, wenn man dielen Film gelehen hat. Ein Vollblutkerl steht da im Mittelpunkt her Hanh- lung, einer jener Menlchen. hie immer im Leben ihren Mann stehen, ihr Schicksal meistern - wenn lie lich auch in hi dem Milieu am fallchen Orte besinheii. Alles vermag dieser Gustav Bumke, den Iannings darstellt, nur mit der Liebe wird er nicht fertig Da kommt er auS dem Gefängnis, vorzeitig entlassen, obwohl er auch dort seine Streiche nicht lassen konnte, eilt nach Hause zur Russen-Anja, die in seiner Wohnung haust. Gustav ist überzeugt, hafj sie ihn liebt, hab sie ihm treu ist, und dabei hat er sich hoch ha an ein Luderchen gehängt, da- diesen Menschen gar nicht wert ist. Die Anja hält es mit jedem Manne, der chr etwa- bietet, mit dem Photographen beispielsweise. der aus dem Fest der Unterwelt arbeitet. Gustav Bumke kommt erst langsam dahinter. erst muh er noch seine Genossen bei einem mifoglüdten Bankeinbruch vor her Polizei mit Bat unh List retten, must für hie Anja einen Pelz stehlen, muh von Kameraden belogen werden, ehe er dahinter kommt, dast Anja ihn betrügt Mit dem Photographen rechnet er ab. — ein Totschlag. das macht der „groben Hummer“ der Unterwelt nichts aus Aber die Abrechnung mit der Anja bleibt wieder aut; sie macht ihn auch jetzt noch lich gefügig. Und liefert ihn der Polizei auS. als er wegen deS TotlchlagS verfolgt wird, ist froh, hab sie ihn so lo- wird. Da ist ein junger Kerl auS Gustavs Bekanntschast aufgetaucht, her ihr jetzt gefällt und den sie sich hörig macht. Gustav Dumke ist ja wieder auf viele Jahre im Gefängnis. Dem aber labt es keine Hube, wer der Mann sein mag. mit dem sie eS jetzt hält. Die Abrechnung mutz kommen. Und er bricht aus dem TranSportwagen aus. um noch einmal zu Anja zu gehen, „kleine Familien- angelegenheif, erwischt den jungen Fürsorge- zögling als die neueste Errungenschaft und erkennt nun endlich seine Anja. ES erinnert so vieles in diesem Film, der unter der Regie SiodmakS zustandegekommen ist. an die Höhepunkte, die IanningS im stummen Film und auch im „Blauen Engel" hatte. Jede Nuance feiner umfänglichen Bolle ist durch- gearbeitet und trägt zu einer vollabgerundeten groben Leistung bei, die erkennen läbt. was wir in diesem Schauspieler besitzen und waS wir noch von ihm zu erwarten haben. Wenn der Film trotz des groben Spiels nicht völlig befriedigt, so liegt das wohl an Iannings Partnerin Anna Sten, die bläh bleibt und sich offenbar ganz auf ihr Aussehen versäht Um so mehr erfreut sich der Beigen der Mitspieler: Trude Hesterberg, Franz Biklisch. Otto Wernicke, Julius 5 a 1 f c n ft c i n . Anton Pointner , die auf her Ianningschen Linie bleiben und so dazu beitragen, den groben Beifall des Publikums und die lobende Anerkennung zu rechtfertigen. E. W. Hinter den Kulissen des Tricktonfilms. Der Trickfilm erfreut sich heute grober Beliebtheit, und so mancher zerbricht sich den Kopf darüber wie diese lustigen Bilder entstehen. Besonders seit noch her Ton hinzugekommen ist, erscheint uns hiese luftige Ehe zwischen Bild und Klang noch tounherbarer. Einen Einblick in die Werkstatt einer solchen Tricktonsilm-Fabrik gewährt uns der Chef-Trickzeichner der Ufa, Georg Pal, in einem Aufsatz von .Scherls Magazin". „3m Ansang ist das Manuskript, das sich jeder guter Trickzeichner selbst schreibt", erzählt er. „Hier legt er bereits fest. waS ihm fein Humor und leine Phantasie eingcbcn Sein Helfer dabei ist der Musiker, der die luftigen Einfälle musikalisch karikiert. Liegen die Boten und Geräulcheffekte fest, dann wird der Ton ausgenommen und ein Bildstreifen, der Markierungen enthält, nach denen die Trickbewegungen berechnet werden. Bun gehe ich daran, mir meine Darsteller zu schaffen. Don einem modernen Zeichenfilm verlangt man, dab die Dewegungen weich und humorvoll, aber nicht unbeholfen und unfreiwillig komisch wirken. DaS muh man bereits beim Entwurf der Type eine* Trickfilmhelden berücksichtigen Wie entsteht aber die Bewegung? In her Sekunde laufen durch den Dorlührapparat 24 Bilder, allo für eine Bewegung von einer Sekunde Dauer sind 24 einzelne .Zeichnungen nötig, die lauter verschiedene Bewegungsphalen darstellen. Die erste und die letzte Phase — das ist meistens jede neunte Zeichnung — lege ich selbst fest, worauf der Phasenzeichner, mein wichtigster Gehilfe, die Zwilcherwhalen konstruiert. Jede einzelne Zeichnung wird auf ein Zelluloidblatt übertragen und auf der Bückfeite schwarz, weist und grau aue- gemalt. Bun geht eS an hie Aufnahme Aus dem Tilch ist hte Hintcrqrunhzeichnung befestigt, senkrecht darüber die Filmkamera Die Kamera wird elektrisch betätigt jedeSmal wird ein Bild photographiert und der Film um ein Bild weiter- geschaltet Auf den Hintergrund wird nun fortlaufend Phafe um Phase gelegt. Bild für Bild aufgenommen und in mühevoller Arbeit auS unzähligen Einzelbildern her Film geschaffen." öin normaler UnterhaltungStridfilm ist etwa 200 Meter lang, unh jeher Meter enthält 52 Bilder, so hast also dafür 10 4 00 Einzelbilder notwendig find. Das ist gewist recht mühsam, aber hie Arbeit macht auch viel Freude, und wenn daS Werk gelingt, kann man damit Wirkungen erzielen, wie sonst auf keine Weise. Der gebändigte Klang. Aus der Werkstatt des Tonmeisters. Don A. K. von Hübbenet. _ Die grobe Zahl der unsichtbaren Mitarbeiter am Film, die uns im Kino, bevor die erste Szene auf blendet, in einem langatmigen Vorspann namentlich vorgestellt werden, ist feit hem Aufkommen des Tonfilm» um Spezialisten bereichert worden, deren Funktion dem Laien größtenteils unverständlich bleibt. Der wichtigste dieser Neuankömmlinge, der im modernen Tonsilmatelier-Betrieb auch tatsächlich ein gewichtiges Wort mitzureden hat, hört auf den wohlklingenden Namen Tonmeister. Der Zuschauer im Kino aber denkt: was gibt es da an den Tönen schon viel zu melftem9 Die Aufnahme spielt sich genau so ab wie früher, nur hast man an irgendeine Stelle, wo es im Bild nicht zu sehen ist, das Mikrophon aufstellt. Doch so einfach ist das alles nun doch nicht. Der Ton ist zwar, dank den unablässigen Fortschritten der Technik, schon zu einem meist verständlichen und organischen Bestandteil des Films geworden: es fommt kaum noch vor, dost die Aufnahme einer tonlich einfachen Szene mistlingt, aber noch immer gibt cs Fälle, in denen der Tonmeister vor komplizierte Aufgaben gestellt wird. In den ersten Tagen des Tonfilms war es allerdings noch viel fchwieri- ger. Die Aufnahme war voller Tücken, und es war eigentlich reine Glücksache, ob sie gelang oder nicht. (Eine gewisse Berühmtheit hat die Geschichte einer Musikausnahme erlangt. Damals arbeitete man noch in provisorisch für Tonsilmzwecke hergerichteten Ateliers, die nicht so völlig dicht gegen alle äußeren Sct-alleinwirkungen geschützt waren, wie die modernen fensterlosen Steinkästen. Trotzdem erschien die fragliche Orchesteraufnahme zunächst gut gelungen. Bei der Probeoorsührung stellte sick) jedoch heraus, daß die Musik von einem heftigen Prasfelgeräusch begleitet war. Man konnte den Eindruck gewinnen, als hätte man das Spiel des Orchesters zur Er- .lielung eines besonderen Effektes durch ein lebhaftes Mafchinengewehrfeuer ergänzt. Das war aber nicht der Fall, und nachdem man lange vergeblich nach einem Defekt in der Apparatur gesucht hotte, erwies es sich, daß das Trommelfeuer von dem während der Aufnahme aufs Atelierdach fallenden Regen erzeugt war. Don den Musikern hatte in der Extase musikalischer Hingabe niemand das Geräusch ver- nommen, das Mikrophon aber hatte still und leidenschaftslos olles aufgezeichnet. Noch luftiger ist eine andere Episode aus jener Zeit: ein Schauspieler hatte eine kleine Stiege hin- aufzugehen, bann stehenzubleiben und einige Worte zu sagen. Aber jedesmal vor Beginn der Rede hörte der Tonmeister aus seinem Lautsprecher ein orkanartig pfeifendes Geräusch, so daß er die Aufnahme unterbrach und dem Schauspieler sagen lieb, er solle sich nicht so heftig räuspern. Der prominente Mime hotte sich aber weder geräuspert noch geniest oder gehustet, und auch sonst hotte fich niemand im Ate- Her irgendwie laut bemerkbar gemacht. Natürlich verging wieder längere Zeit, ehe man die Ursache der Störung herausgefunden hatte; sie war ebenso überrald)enb wie interessant: der Schauspieler hatte beim Hinaufgehen mit seinem Aermel das Treppen- aclänber gestreift, und das leise Knistern des Seiden- iiitter-3 im Aermel war von dem zu nah stehenden Mikrophon auf^efangen und ins Unermeßliche verstärkt worden. Lolche Geschichten, die noch vor zwei Jahren wahr waren und die Tonmeister in Verzweiflung brachten, muten heute wie uralte Märchen an. Erstens hat man sich mit den Eigenschaften und Mucken des Mikrophons vertraut gemacht, außerdem benutzt man für Gewänder und Dekorationen geeignete Stoffe und Materialien. Aber auf anderen Gebieten Hot der Tonmeister genug Probleme zu lösen. 'Verhältnismäßig einfach sind Tonaufnohmen bei stehendem Bild und gleidjbleibenber Lautstärke. Ist bie Dekoration zu groß, um von einem Mikrophon ersaßt werden zu können, werben einfach mehrere Mikrophone eingeschaltet. Nehmen wir als Beispiel einen großen Saal, in dem bei festlich geschmückter Tafel zahlreiche Personen sitzen, von denen mehrere, die an ganz verschiedenen Enden der Tafel sitzen, in den Dialog eingreifen. In diesem Fall bekommt jeder Sprecher ein eigenes Mikrophon in die Nähe gestellt. Natürlich so, daß es im Bild nicht zu sehen ist. Eines verschanzt man hinter einem prächtigen Blumenstrauß, das andere bedeckt man unauffällig mit einer Serviette, das dritte versenkt man in einen Sektkübel. Tausend andere Möglichkeiten gibt es. Don jedem Mikrophon — die Höchstzahl, die man gleichzeitig anschließen kann, ist neun — führt eine besondere Leitung zu einem Schalter in der Abhörkabine des Tonmeisters, und er stimmt sie alle auf eine gleichmäßige Lautstärke ab. Schwieriger wird die Ausgabe des Tonmeisters, wenn mit „entfesselter" Bildkamera gearbeitet wird, wenn beifpiels- weise die Kamera auf einem Wagen in der Dekoration herumfährt. Der Tonmeister muß mit feinem Mikrophon die Laute und Worte erhaschen, die für die Handlung wesentlich sind, und zwar in einer bestimmten Deutlichkeit und Lautstärke. Manchmal kann er sich leicht dadurch helfen, daß er das Mikrophon an einem kleinen Galgen über der Kamera befestigt, so daß es überallhin mitfährt. Oft jedoch beabsichtigen Autor und Regisseur ganz andere Klangwirkungen. So wurde eine Szene gezeigt, in der ein junger Mann bei einer großen Ballveranstaltung ein Mädchen suchte und dabei aus einem Saal in den anderen ging. Da in den Sälen zwei verschiedene Kapellen spielten, mußte bei den Wanderungen des jungen Mannes die Musik der einen Kapelle immer leiser werden, während die andere, je näher er ihr kam, immer lauter ertönte. Hätte der Tonmeister in diesem Fall das Mikrophon mit der Bildkamera mitsahren lassen, würde er besonders beim Ucbergang nie die raffiniert deutliche Raubtiere vor der Kamera. Interessante Erlebnisse auf ricrsilm-Erpcdltioncn. Die groben Filme „Chang", „Afrika spricht". ..Tabu" usw.. die uns erstaunliche und hinreißende Bilder vom Tierleben im schwarzen Erdteil geboten haben, erwecken die Frage, wie viel an diesen Aufnahmen echt unh Wie viel „gestellt" ist. Hier hängt alles von her Geschicklichkeit des Photographen ab. aber die Baubtiere kommen den Wünschen der Filmleute häufig sehr Weit entgegen. und ihre unersättliche Bcugierde ist ein Wichtiges Hilfsmittel, um die Wilden Bewohner Afrikas in ihrer natürlichen Freiheit sestzuhalten. Sin Kameramann, der verschiedene afrikanische Großsilme aufgenommen hat. erzählt in einer englischen Zeitschrift, daß von allen wilden Tieren die Löwen am leichtesten zu photographieren find. „Das wichtigste ist, hab man die Bestien reichlich füttert", meint er. „Gib ihnen genug zu fressen, und du wirst mit ihnen keine Schwierigkeiten haben. Löwen ähneln in dieser Hinsicht den Menschen. Wenn sie gesättigt sind, sind sie zutraulich und leicht zu behandeln. 3n der Bähe des Lagers, von dem aus wir unsere meisten Löwen „geschossen" haben, hatte sich ein Budel von acht Stück versammelt, die unsere Hauptfilmstars öarftcllten. Sie gingen am Tage in den Wald, um zu schlafen, aber des Abends streiften sie bei unterem Lager herum. Weil sie hier ihre Mahlzeit erwarteten. Einer unserer Leute hatte nichts weiter zu tun. als für sie Antilopen zu schieben, und Wir nahmen dann das frisch geschossene Fleisch mit wenn wir mit unferm Kraftwagen zur Aufnahme auszogen. Das Ergebnis war. daß unsere acht Stars immer bei der Hand waren, wenn wir sie brauchten." Auf einem Film wird gezeigt, wie ein Lowe einen Baum hinauf klettert. Der Kameramann behauptet, daß das ein echtes Bild fei: „Es ist ja eine ewige Streitfrage in Afrika, ob Löwen auf einen Baum klettern können oder nicht. Bun. wir haben diese Frage auf unsere Weise gelost. Wir liehen unsere ..Stars" ein paar Tage hungern und lockten sie dann nach dem Baum, den wir für unfern Bersuch ausgewählt hatten. Wir schossen ein Zebra, nahmen es auf unserem Lastwagen mit, und sobald die acht das frische Fleisch Witterten, folgten sie uns Wie hungrige Hunde. Wir legten dann das Zebra hoch oben in die Aeste des Baumes und stellten uns in einer Entfernung mit der Kamera auf. Die Löwen gaben sich die größte Mühe, an dem Stamm emporzukommen, und schließlich gelang es dem größten unter ihnen, das Zebra herunterzuziehen Das haben wir im Film festgehalten — natürlich ohne Zebra. Die nordafrikanische Ebene, die sich so unendlich weit dehnt, ist das beste Jagdgebiet für den Film- Mann, das man sich denken kann. Unsere Kraftwagen legten 80 Kilometer in der Stunde zurück, und auf der Fahrt fanden Wir alles, was W*r brauchten Ob wir nun eine Herde Zebras auf- nehmen wollten oder eine Herde Büffel. Wir fanden alles Und Löwen gar! Die blieben stehen und Warteten, bis der Wagen ein Tstctzend Meter von ihnen entfernt war. bevor sie sich auf die Beine machten. Untere erste Nahaufnahme von Löwen erlangten wir auf die Weise, daß wir eine tote Antilope an der Hinterwand unseres Kraftwagens befestigten, sie dann wenige Meter entfernt nieberlegtcn und warteten. IInb richtig! Die Löwen kamen und fraßen das Tier, ohne von uns die geringste Botiz zu nehmen Schwieriger ist es schon. Elefanten auf der Platte festzuhalten Wir haben die meisten Elefanten-Aufnahmen auf her Elc- santen-Farm her belgischen Regierung gemacht; es sind lauter junge Tiere, jede- mit einer Kette am Bein. Die Ketten kann man natürlich »nicht sehen, weil Wir die Tiere im hohen Gras ausgenommen haben. Sie fehen Wie voll erwachsene Elefanten aus. Weil wir die hohen Bäume ringsum gefällt haben, fo daß keine Bergleichsmöglichkeit vorhanden ist. So machen die kleinen Tiere doch einen großen Eindruck, und es fällt nicht einmal auf. daß der Baum, an dem sich einer der kleinen Elefanten den Rücken reibt, gar kein richtiger Baum ist. sondern nur ein Dusch! Das sind so kleine Hilfsmittel, deren man sich bei Tierausnahmen bedient. 3m allgemeinen aber sind diese Tierbilder durchaus echt und ohne jede Retusche der Wirklichkeit ausgenommen." Greta Garbo persönlich. kleiner Bericht aus Hollywood Besuch bei Greta Garbo: viele werden mich darum beneiden, aber dazu liegt eigentlich kein Grund vor. Ich habe mich vielleicht nicht ganz korrekt ausgedrückt: ich war Wohl bei Greta Garbo, aber — sie war nicht da. Unh dann war ich auch nicht bei ihr zu Hause, sondern in ihrer Garderobe, aber ich war schon damit zufrieden. 3ntercffiert es Die, zu erfahren, wie her Ort aussieht, der Greta Garbo die Möglichkeit gibt, sich zwischen den einzelnen Ausnahmen auszu- ruhen. der Raum, in dem sie ihre nächste Szene nochmals durchstudiert, hie Atmosphäre dieses Raumes, deren Bachwirkung Wir noch oft in Filmen fühlen können Ich hatte es mir jedenfalls schon lange gewünscht. diesen Raum kennenzulernen, und endlich gelang es mir. hineinzukommen. Ganz schnell lief ich von Zimmer zu Zimmer, denn viel Zeit hatte man mir nicht gegeben; gleich kann die „große Garbo" von der Aufnahme kommen, und bann Will sie niemand sehen. Es Waren drei Räume, ein Boudoir, ein Ankleidezimmer und ein Schminkraum. Die Wände des Boudoirs find mit blaßgoldenem Brokat bespannt. bie Polstermöbel und Borhänge saphirblau. — Bichts weiter als ein Ruhebett, einige Sessel und ein Schreibtisch bilben bie Einrichtung dieses Zimmers Die eine Wand ist ganz von einem großen, dreiteiligen Spiegel eingenommen, in dem sich die „Göttliche" von Kopf bis Fuß betrachten kann, bevor sie in einem ihrer herrlichen Filmkleider zur Aufnahme geht. Die Wände des Schminkraumes sind zur Hälfte mit elfenbeinartigem Holz getäfelt, ein eingebauter Toilettentisch, zu beiden Seiten auf kleinen Etageren sämtliche Gegenstände und Schminken, die man braucht, um sich kamerafertig" zu machen. Wirkung erhallen haben, wie sie ihm diuf andere Weise gelang, mährend er gkuhtcilig das Mikro Phon bei der anderen Kapelle ebenso allmählich ab- stellte, und der Erfolg zeigte, daß der Regisseur gut daran tat, sich den, Feingefühl feines lonmeifter* an zu vertrauen Um eine gleichmäßige Lautstarke des akustische» Vorganges zu erzielen, ist es unbedingt noiroeuhig, mit Dem Mikrophon immer in gleichem Abstand von der auizunehn'tnden Sd)allquelle zu bleiben. Das ist nicht immer ganz einfach, so zum Beispiel, roenn her sprechende Schauipieler nicht ruhig steht, sonder» im Zimmer auf und ab läuft. 3n lolcben Fallen wer den manchmal raffinierte Tricks und Konstruktionen erdacht. Mißlingt aber so ein Trick, hat man sofort das Empfinden, daß her Ion urplötzlich abreißt, als ob der Schauipieler im Verlauf einer Seklinde abgedreht und weil davongerannt wäre Die Empfindlichkeit des Mikrophons nimmt nämlich bei zu nehmender Entfernung unverhältnismäßig rasch ab, und auch auf lebe Aendemng der Richtung her cdxilluKlle reagiert das Mikrophon außerordentlich scharf. Hieraus erklärt es sich, daß nicht die Masten- Iteilen, wie man vielleicht meinen möchte, an den Tonmeister die größten Anforderungen stellen, sondern die subtilen Kammerspielszenei'. Bei Massen- szenen kommt eine geringe Unebenheit in der Laut stärke überhaupt nicht zum Vorschein, dagegen spielt etwa bei einem zärtlich geflüsterten Dialog die gc ringste Nuance eine entscheidende Rolle. Der Weg, die Schauspieler verhältnismäßig laut sprechen zu lassen und dafür bas Mikrophon leise einzustellen, ist nicht gangbar, weil ein solches Vorgehen die Klangfarbe der Stimmen verändern würde; stellt man dagegen das Mikrophon weiter weg, geht bk intime Wirkung unweigerlich verloren. Es bleibt also nichts anbercs übrig, als bas Mikrophon möglichst nah an den Mund bcs flüsternden Schauspielers heranzubringen. Hier entstehen durch eine Bewegung de- Darstellers neue Schwierigkeiten. Ein leichtes Dor- beugen des Rumpfe- genügt, um außer Hörweite deS Mikrophons zu kommen. Die gewöhnlichen Mikrophon-Ständer, die schweren Metallgabeln und langen Holzgalgen sind zu ungelenk, um der raschen Bewegung genau folgen zu können Sv erfindet jeder Tonmeister eigene „leichtere" Konstruktionen. Ein Tonmeister eines großen Konzerns hat bie Gewohnheit. daS Mikrophon in solchen schwierigen Flüsterfällen an einem Gewirr von Fäden und Fädchen aufzuknüpfen, mit deren Hilfe er eS dann hin und her dirigiert. Sr hat dafür den Spitznamen .Fädchen-Akrobat" erhalten. — Eine interessante Ausgabe hatte her Tonmeister im folgenden FaN zu lösen: die Szene stellte die Bergung eine- in einem tiefen Bergschacht Verunglückten durch eine Rettunqsexpedi- tion dar. Der eine der Retter, der zu den Ber- unglüdten hinabgestiegen war, rief den oben befindlichen Kameraden Anweisungen au. Seine Stimme mußte im. tiefen Bergspalt, dessen Wände den Schall mehrmals zurückwarfen, voller klingen als die gedämpften Stimmen seiner Kameraden im Freien Dem Tonmeister gelang vS, den Gegensatz dramatisch stark herni'Szubekommen, und zwar so, daß in beiden Fällen bie Verständlichkeit trotzdem gewahrt blieb. Mit diesem Beispiel sind wir in den Fragenkomplex des sogenannten .akustischen RaumcS" geraten. Jeder Schallvorgang vermittelt nämttch eine gaitz bestimmte Vorstellung von dem Raum, in dein er erzeugt wurde. Jeder hat schon einmal die Beobachtung gemacht, daß seine Gttmme in einem ausgeräumten Zimmer ganz anders klingt, als in dem gleichen Zimmer, wenn eS mit Vorhängen und Möbeln ausgestattet ist. So klingt es auch ganz verschieden, ob jemand im Freien spricht, in einer kleinen, mit Möbeln voll- gestellten Stube oder in einem großen, leeren Saal oder Gewölbe. 3m Saal wird der Schall mehrmals zurückgeworfen, es entsteht starker Bach- ball. der oft mehrere Sekunden dauert; in der Stube werden die Schallwellen von den dort befindlichen Möbeln und Vorhängen mehr oder weniger aufgesogen; im freien Felde entsteht so gut Wie gar kein Rückwurf, so daß nur die primären Schallwellen ohne Bachhall hörbar Werben. 3n befonbeiyn Fällen entsteht die bekannte Erschei- Das Ankleidezimmer hat eine dunkle, grüne Dlumentapete. Bur die notwendigen Stühle und Sessel, resedagrün bezogen, sind in diesem Zimmer zu finden, das mit seinem großen Schrank nur dazu da ist, bie Kostüme her Künstlerin zu beherbergen, und das sind für manchen Film sehr viele. — Dem Schrank gegenüber, ebenso bie ganze Wand einnehmend Wie dieser, ist hinter einem Vorhang bie Badekabine, ganz auS glasierten Kacheln. Ader Was mir am meisten aufgefallen ist: in keinem her Räume hängt auch nur ein Bild, steht auch nur ein Gegenstand, her keinen Zweck zu erfüllen hätte. Man sieht nur Blumenvasen. Aschenbecher, eine Obstschale — alle diese Dinge ohne jede Verzierung, einfach und schlicht. Wie bie Garbo in ihrem Privatleben ist. Wir wissen von ihr, daß sie Einfachheit über alle« hebt, daß sie nur in ihren Filmen die lururiofen Kleider trägt, nur wenn es das Manuskript verlangt. im modernsten Rolls-Royce-Wagen fährt Für ihren Privatdebarf genügt ihr ein Sporl- kleid. ein einfacher dunkler Wagen; die Hauptsache ift ihr immer, nicht auszufallen. Sicher ist das auch der Grund, Weswegen sie immer dunkle Brillen trägt, Wenn sie nicht im Atelier ist. und ich habe es durch Zufall selbst erlebt, baß he erreicht, was sie will: nicht erkannt zu Werben. Ich War Zeuge eine« Gesprächs. daS einige Besucher ber Metto-Goldwyn-Mayer-Ateliers führten. Sie Waren eben aus einem Atelier gekommen. in dem sie einer Aufnahme beigeWopnt hotten unh sahen eine Gestalt mit dunkler Brille mit großen Schritten in der Sonne auf und ab gehen. Da sagte bie eine Dame: „Sieh doch mol. wie sie der Garbo ähnlich sieht, man konnte sie fast dafür halten." Unb sie gingen weiter. 3ch Wußte zufällig, baß bie Garbo in einem ber Ateliers ihren Film „Romanze" unter bet Regie Clarence Browns drehte, und schon sah ich ben Regisseur auf bie Gestalt zukommen und sie auf- fordern. Wieder in daS Atelier zu kommen, da bie Umbauten fertig Wären. — Unb eine tiefe, sympathische Altstimme sagte: „All right". Die Leute hatten unrecht, es War Greta Garbo persönlich gewesen. L nung des Echos, nämlich wenn sich die Schallquelle mindestens acht Meter von einer stark reflektierenden Fläche, z. D. einer Felswand, befindet. Alle diese Eigenschaften des akustischen Raumes muh der Tonmeister berücksichtigen, um uns, da wir ja den Raum meistens gleichzeitig auch sehen, eine wahre Vorstellung zu vermitteln. Er muh die akustische Atmosphäre mit der optischen in Einklang bringen. Das erreicht er durch geschickte Anordnung von schalldämpfendem oder Rachhall erzeugendem Material in den vom Architekten errichteten Dekorationen. Die schwierigste Aufgabe ist es, einen tonlich echten Effekt zu erzielen, ohne die Verständlichkeit der Sprache zu vermindern. Dah die im deutschen Film tätigen Tonmeister es verstehen, sich ihrer schwierigen Aufgaben geschickt zu entledigen, ist allgemein anerkannt. Lieberhaupt hat die deutsche Technik im Falle des Tonfilms erneut ihren Weltruf bestätigen können, und an den großen künstlerischen und geschäftlichen Erfolgen, die der deutsche Tonfilm jetzt auch im Ausland feiert, hat sie einen bestimmten Anteil. Frankreich und die Frage der Reparationen. Don Vorbemerkung der Redaktion: Linser Pariser V - Mitarbeiter, von dem wir im Jahre 1930 einige Aufsätze veröffentlichten, ohne uns selbst völlig mit dem Inhalt seiner Darlegungen zu identifizieren, sendet uns angesichts der auherordentlichen Hochspannung, welche erneut in den Bezic- hungen zwischen Frankreich und Deutschland eingetreten ist, drei Artikel, mit deren Veröffentlichung wir heute beginnen. Wir haben diesmal kaum eine Einschränkung zu machen, auch wenn der Ton der Darlegungen wesentlich kühler und reservierter ist als derjenige der meisten deutschen Kommentare zur Lage. Aus »jeder Zeile der folgenden Ausführungen wird ersichtlich, wie gut informiert der Verfasser ist und wie ehrlich er sich bemüht, der gesamten Situation gerecht zu werden. In einem Augenblick, wo das deutsche Empfinden in eine starke Wallung geraten ist, mag es doppelt notwendig und wichtig erscheinen, der Stimme der kühlen vorurteilsfreien Vernunft zu lauschen. I. Französische (Stimmungen. Das dritte Wort, das man heute in ganz Frankreich, nicht nur in Paris, hört, ist: „I a c r i s e“ — die Krisis. Es wird mit der Gedankenlosigkeit ausgesprochen, welche Leuten eigen ist, denen die Rot noch nicht auf den Rägeln brennt. Selbstverständlich gibt es in Frankreich eine ganze Reihe von Menschen, welche heute die wirtschaftliche Wirkung der Weltverwirrung empfindlich am eigenen Leibe verspüren. Aber die weitaus große Mehrheit fühlt doch nur, daß cs weniger gut geht als noch im Sommer oder vor einem Iahre. Es ist eben stiller geworden im Geschäftsleben, es wird nur das Rotwendige gekauft und das Entbehrliche möglichst beiseitegelassen. Da der Franzose von Ratur aus schon sparsam ist, so ist er es erst recht, wenn ihm die Luft nicht ganz geheuer scheint. Denn nichts ist seiner Ratur so eigen, wie das Bedürfnis, sich „gesichert" zu wissen. „Prevoir, c’est tout" (Doraussehen ist alles). Es gibt kein französischeres Sprichwort als dieses. Der Franzose habt das Lleberrascht-. das Lleberrumpeltwerden, durch was es auch sei Er liebt das ordnungsgemäß Verlaufende, daß ihm seine Ruhe garantiert. Cs ist billig, über diesen bürgerlichen Grundzug zu lachen. Er enthält natürlich eine grobe Bedingtheit, aber auch eine große Stärke. Da immer nur das einzelne Individuum „bedeutend" sein kann, „überragend" — die Masse aber, sei sie welche immer, ihre Bedeutung gerade durch ihre mittlere Gleichartigkeit erhält, durch ifr Durchschnittsmah: so ist es — politisch ge- sehen — ein Vorzug, wenn die Bevölkerung eines groben Kulturstaates in ihren wirtschaftlichen Ansprüchen von statischer Bescheidenheit ist. Eben diese ökonomische Statik erleichtert dem Politiker ganz außerordentlich seine Aufgabe, während wirtschaftlicher Romantizismus sie ihm ungeheuer erschwert, ja unmöglich macht. Es ist zu sagen, dah nicht einmal übermäßig viel über die schlechtere wirtschaftliche Lage geklagt wird, obwohl der Franzose dazu neigt, schon verhältnismäßig kleine Verluste sich sehr zu Herzen zu nehmen. Wenn in einigen ausländischen Zeitungen (auch in manchen deutschen) die französische Situation als recht schlecht hin- gestellt wurde, so ist das eine Llebertreibung. Es sind in der Frage der Arbeitslosen Ziffern genannt worden, welche lächerlich sind. Man hat von einer Million und mehr gesprochen und zugefügt, die Regierung gebe diese Zahlen nicht bekannt: das ist barer Llnsinn. Eine genaue Zahl ist nicht zu ermitteln. Aber Frankreich kann ja in jedem Augenblick — und tut es auch! — die vielen fremden Arbeiter, welche im Lande sind, zurückschicken und durch eigene Arbeitslose ersetzen. Das geht nicht von heute auf morgen — und ein Beruf wechselt sich nicht wie das Hemd, aber es geht schließlich... Es scheint mir also in der nächsten Zeit eine wirkliche „Ar» beitslofenfrage" wie in Amerika, England oder Deutschland nicht geben zu können. Dann und wann geschieht es. daß man um eine kleine Hilfe angegangen wird. Das war eigentlich in früheren Iahren sehr selten. Ob es sich in solchen Fällen um bewußte Bettelei oder um wirkliche Bedürftigkeit handelt, ist schwer festzustellen. Ich selbst hatte eher diesen letzten Eindruck. Auch hört man zuweilen Erzählungen, daß reiche Leute beim Verlassen oder Besteigen ihrer Automobile belästigt oder beschimpft werden. Aber abgesehen von solchen Ausnahmefällen läßt sich sagen, daß gerade die einfachere Bevölkerung sich sehr ruhig der „Krise" gegenüber verhält und sich auch um die auf der Tagesordnung stehende Frage der „Reparationen" wenig kümmert. Man hört gerade bei den kleinen Leuten oft erstaunlich vernünftige LIrteile, obwohl die billige Hehprcsse sich gar nicht genug tun kann in der Anschwärzung des hinterlistigen Deutschlands, das sein Elend übertreibe, um sich seiner Verpflichtungen zu entziehen. Es hat mir oft scheinen wollen, als ob der Mann des Volkes weit skeptischer der Presse geg:nüber geworden sei als dies früher der Fall war. Sehr anders allerdings ist es bestellt^ um den Bürger „gehobeneren" Grades. Lieber dessen augenblickliche Geistesverfassung wäre ein ganzer Roman zu schreiben: und ein recht betrüblicher. Will man gerecht bleiben, will man nicht in den gleichen Fehler verfallen, den man gerade an den allzu leicht Beeinflußbaren tadelt: so muß man versuchen, eine Haltung zu verstehen, und fei sie die anfechtbarste der Welt. Der „höhere" Bürger, der „Bourgeois", kennt nur eine einzige Art und Weise, den Weltzustand zu sehen: eben die französische. Er ist immer zunächst Franzose und dann erst Mensch, obwohl er das unter keinen Llmständen Wort haben will. Denn er ist nach der These erzogen worden, daß die französische Humanität die Humanität schlechthin sei, welche der gesamten europäischen Menschheit als Rorm und Vorbild zu gelten habe. Frankreich als Maß der Gesittung, des Rechtes, der sozialen Ordnung, der ethischen Bewertung: das ist sein Glaube, in dem ihn nichts erschüttern kann. Ienseits der Grenzen: der „Barbar" — einerlei, welchen nationalen Damen ec sich beilege: vielleicht der bedeutende, geniale, zu fürchtende: aber jedenfalls der geringer zu bewertende, weil nicht französische Mensch. Es versteht sich von selbst, dah ein Franzose solcher Mentalität — wohlgemerkt: es ist nur die Rede von dem „Bourgeois", der aber die Mehrheit des Volkes ausmacht — auch den Vertrag von Versailles für ein unantastbares, weil aus der französischen Weltperspektive heraus geschaffenes Meisterwerk der Diplomatie hält, ein Meisterwerk, das endlich die von Gott, d. h. die von Frankreich gewollte europäische Ordnung und Gliederung zustande gebracht habe. Er fällt — auch heute noch — aus allen Himmeln, wenn man ihm glatt ins Gesicht sagt, daß dieser Vertrag ein gefährliches und unzulängliches Dilettantenmachwerk sei, das die Heranwachsende französische Generation den allerschlimmsten Eventualitäten aussehe. Er bekommt es also mit der Angst zu tun: und deswegen schreit er Tag und Rächt nach einer Sicherheit, unwissend, daß die Sicherheit, die er sich wünscht, ihm nur ehrliche, auf Gleichberechtigung aufgebaute Freundschaft mit Deutschland, aber niemals ein aufgezwung^nec Vertrag gewähren kann. Einem großen Teil der französischen Jugend dämmert diese Erkenntnis: aber diese Iugend ist noch ohnmächtig gegen die Vater- Generation, welche auf dem Buchstaben besteht und sich auf ihren Schein beruft. Diese besitzende, engstirnige und noch mehr engherzige Vater-Generation der französischen Bourgeois befindet sich im Augenblick in einem Zustand, der an Hysterie grenzt. Die letzte Brüning- sche Erklärung — über deren diplomatischen und praktischen Mert in einem späteren Aufsatz zu sprechen sein wird — nun hat dem Faß den Boden ausgeschlagen. An allen Ecken und Enden erhebt sich der Schrei nach Sanktionen, nach Vergeltungen im Falle der Annullierung des Voung- Planes durch Deutschland. Ich habe mit mehr als einem Vertreter dieser Bourgeois-Klasse in den beiden letzten Wochen eingehend über das Reparationsproblem sprechen Annen. Der Ton der Gespräche — ich möchte dies unterstreichen — war immer von vollendeter Höflichkeit, wenn nicht Freundlichkeit, und niemals fiel nur das geringste gehässige Wort gegen den Deutschen, aber eine endgültige Formel der Einigung wurde niemals gefunden. Alle persönlichen Beziehungen, die man hier mit Franzosen hat, werden nach wie vor auf ihrem guten und oft herzlichen Riveau weitererhalten, die Aussprachen sind oft sehr offen und ohne jede Aggressivität. Das Re- sultat ist bis jetzt gleich Rull. Auch Ist gn sagen, daß d i e Deutschen, welche man ge* rade jetzt in Paris noch sieht, eine vorzügliche Haltung bewahren und — in ihren persönlichen Angelegenheiten — zweifellos bessere und llügere Diplomaten sind als manche Vertreter deutscher „Belange" in unserem eigenen Vaterland. Die Aengstlichen und von der allgemeinen Psychose Erfaßten haben sich schon aus dem Staube gemacht. Die Tapferen und Mutigen halten ruhig aus und leisten — von Person zu Person — ihrem Vaterland gerade in diesen außerordenb- lichen Zeiten nicht unwichtige Dienste. Das sollte doch nicht von den Heißspornen jenseits des Rheines vergessen werden, welche es einem deutschen Menschen schon fast als Todsünde ansehen, wenn er feinen Fuß noch auf französischen Boden seht. Sie sollten auch wissen, dah zu seinem Vergnügen kaum noch ein deutscher Mensch sich in Frankreich aushält. Die Zeiten,' wo dies wieder der Fall sein wird, scheinen mir vorläufig noch fern. Sie dürften erst wiederkehren, wenn das gewaltige Problem der deutsch-französischen Reparationen einerseits und das der interalliierten Schulden (frühere „Entente" — Amerika) andererseits einen neuen und entscheidenden Schritt gegen seine Endlösung gemacht haben wird. Augenblicklich gilt es, den Kopf- nicht zu verlieren, seine Ruhe und seine Würde zu bewahren und seinem Vaterland ~ durch 'Defvnnenheit, Finesse und das überzeugende Wort zu dienen. Dann kann man auch heute noch den Rebel spalten, der sich hier über viele Geister und Herzen gelegt hat, und oft an der unerwartetsten Stelle Verständnis und Sympathie erwecken. Geräiemannschastslampf WaldgirmeS-Leihgestern-LaunSbach. Am Sonntag trafen sich die Geräteturner von Waldgirmes, Leihgestern und Launsbach zu einem Eerätewettkampf, der die Turner von Waldgirmes erwartungsgemäß als Sieger sah. Mit einer Gesamtpunktzahl von 476 Punkten konnten sie vor Launsbach mit 456 Punkten den Sieger stellen. Launsbach überraschte allerdings auch nach der angenehmen Seite und zeigte beachtliche Leistungen. Leihgestern lag ursprünglich in Führung, hatte aber besonders am Reck ausgesprochenes Pech und verlor Punkt um Punkt, so daß sie schließlich mit 4 Punkten hinter den Gastgebern an dritter Stelle lagen. Die Mannschaften von Launsbach und Leihgestern waren durchaus gleichwertig, während die Turner von Waldgirmes am Reck ihre LIeberlegenheit bewiesen und an diesem Gerät auch den Sieg sicherstellten. Die Höch st e Gesamtpunktzahl erreichte der Turner Müller- Launsbach mit 77 Punkten, es folgten dann Ferber» Waldgirmes und Schaum-Leihgestern mit je 76 Punkten. Die Freiübungen sind dabei nicht gewertet. Die Ergebnisse an den einzelnen Geräten lauteten wie folgt: Pferd: Waldgirmes 128, Leihgestern 145, Launsbach 131 Punkte; Barren: Waldgirmes 145. Leihgestern 145, Launsbach 144 Punkte; Reck: Waldgirmes 151, Leihgestern 127, Launsbach 129 Punkte. Freiübung: Waldgirmes 52. Leihgestern 42, Launsbach 52 Punkte. Das Ges am tergcbni s lautet: Waldgirmes 476 Punkte, Launsbach 456 Punkte, Leihgestern 452 Punkte. Handball der Sp.-Dg. 1900. To. Dukenhofen I — 1900 II 5:3. Zum fälligen Rückspiel war 19008 zweite Mannschaft Gast beim Tv. Dutenhofen (D. T.). Die Turner vermochten diesmal den Spieß umzudrehen und einen knappen Sieg zu landen. Die 1900er lieferten trotz geschwächter Mannschaft kein schlechtes Spiel, waren aber vor dem Tor zu unentschlossen. 1900 1. Jugend — To. Vuhbach 1. Jugend 6:3. Das Treffen bot spannende Momente. Die 1900er siegten durch ihren durchschlagskräftigeren Innensturm. Eine Stütze für die Mannschaft war der Torwart. Handball im BfB. VfB. I — DHV. I 4:0 (0:0). Die DHVer stellten eine sehr spielstarke Mannschaft. — Das Spiel war äußerst spannend, insbesondere in der ersten Spielhälfte, die torlos verlief. Die Gäste waren in dieser Zeit überlegen, die scharfen Würfe des DHV.-Sturmes wurden jedoch von dem vorzüglichen VfB.-Tormann in blendender Manier gehalten. In der zweiten Halbzeit kam BfB. auf und in gleichen Abständen fielen vier Tore für den BfB. Der Sieg war verdient. Handball im Gau Hessen (O.T.) Die Iugend des Turnvereins Großen-Linden empfing die 1. Iugend des Männerturnvereins Gießen zu einem Freundschaftsspiel. Trotz wenig günstiger Bodenverhältnisse kam ein flotter Kampf zustande. Die Großen-Lindener waren durch Absagen gezwungen, drei aktive Spieler einzustellen. Das Spiel sah die Gießener mit 4:3 siegreich. Ein Unentschieden hätte in Anbetracht der stetigen leichten Feldüberlegenheit der Platzbesitzer dem Spielverlauf eher entsprochen. Handball im Lahn-Oünsbera-Gau. Launsbach I — hausen 1 1:5 (0:3). Launsbach trat zu diesem Spiel mit viel Ersatz an und hatte wenig Aussichten auf Sieg. Die Gäste zeigten sich in der ersten Hälfte stark überlegen und erzielten drei Tore, während die Platzbesitzer leer ausgingen. Nach dem Wechsel kam Launsbach wohl etwas auf, bedrängte das Tor des Gegners, der Erfolg blieb aber aus. Die Gäste machten sich wieder frei und erhöhten auf 5:0. Erst kurz vor Schluß fiel das Ehrentor für den Platzbesitzer. Sportabteilung des Turnvereins Lollar Die 1. Fußballmannschaft des Tv. Lollar trug am Sonntag gegen die Ligareserve der Spielvereinigung 1900 ein Gesellschaftsspiel in Lollar aus und mußte sich mit einem Llnent- schieden 1:1 begnügen. Die 3. Fußballelf weilte in Lich zu Gast und verlor gegen die 2. Mannschaft des DfR. mit 8: 5. Von den Handballspielern des Vereins war nur die 1. Mannschaft auf dem Plan. Galt es doch zu beweisen, ob die Mannschaft in den kommenden Verbandsspielen fähig ist, in der 1. Gauklasse des Lahn-Dünsberg-Gaues zu spielen. Lollar hatte gegen Albachs Erste anzutreten. Die Gastgeber hatten den Vorteil des Zrn Tschapei-Vieriel von Schanghai. Von Felix Baumann. Die Beschießung und Erstürmung des Schang. Haier Chinesenviertels Tschapei dürfte den Chinesen zum Bewußtsein gebracht haben, daß es ein großer Fehler gewesen ist, sich nicht dem Vor. sitzenden der Internationalen Riederlassung unterstellt zu haben. Die fremden Mächte haben immer wieder versucht, Tschapei dem Settlement einzuverleiben — vergebens, die Chinesen wollten selbständig bleiben. Lind so trat der eigenartige LImstand ein, dah die vom Municipal Council angelegte und unterhaltene Hauptstraße durch Tscha. per, die North Szechuan Road, der Riederlassung gehörte, die zu beiden Seiten befindlichen Häuser, reihen sich jedoch in „China" befinden und Tscha. £ei unter chinesischer Gerichtsbarkeit steht. Seine Bewohner sind auch nicht verpflichtet, dem Stadt, rat Steuern zu entrichten, sie zahlen aber frei, willig weil ihnen sonst die Straßenbeleuchtung abgeschnitten und kein Polizeischuh gewährt würde Denn der Stadtrat hat in diesem Stückchen China eine Polizeiwache errichtet, — aus guten Gründen Richt nur um die Instandhaltung der Straße zu überwachen, sondern vor allem wegen der in Tschapei stets gefährdeten Sicherheit. Der Stadt, rat der Riederlassung ist von Anfang an bestrebt gewesen, auch außerhalb des eigentlichen Settle. ments Straßen anzulegen, um die Zufuhr frischer Nahrungsmittel aus der Umgebung in regelmäßige Gleise zu bringen und um auch dem Be. dürfnis der Ausländer zu entsprechen, sich außer, halb des chinesischen Getümmels in der freien Ra. tur ergehen zu können. Viele Ausländer werden die North Szechuan Road befahren haben, aber das Viertel selbst dürfte ihnen ein Buch mit sieben Siegeln geblie. ben sein. Denn Tschapei bildet ein Labyrinth, aus dem ohne einen ortskundigen Führer nicht wie. der herauszufinden ist — einen von den typischen Chinesendüsten durchzogenen Wirrwarr, eine richtige Terra incognita, von halbvollendeten Stra. 6en, engen Gassen, Sackstraßen, Feldwegen. Ge. müfebeeten, Wassergräben, elenden Krempelbuden, verfallenen Hütten. Misthaufen und — ein Ratten. Paradies. Lind doch, in diesem wüsten chinesischen Tohuwabohu einige beachtenswerte Tempel wie der kantonesische Loge KaMiao mit seiner inne, ren reichen Goldverzierung und der Sonnentempel Tai Vang Miao, in dem sich jedoch kein Buddha befindet, sondern das von den achtzehn Lohans umgebene Trio der himmlischen Könige. Auch mehrere Gildenhäuser erregen die Aufmerksamkeit. Das Gebäude der Szechnen-Gilde durch seine ganz unheimlich anmutende grüne Rasenanlage, das Haus der Haichang-Gilde durch seine blaue Cingangstür. deren Paneele wunderbare Schnitzereien in roten und schwarzen Farben ausweisen, die Huchow- oder Schneider-Gilde durch ihren Altar, und die Kashing-Gilde durch ihren europäisch-chinesischen Mischmoschbau. Doch am bemerkenswertesten ist das gegen 400 Meter lange Pas Ab Dong — das Totenhaus der Ringpo- Gilde. Eine grausige Stätte. Der Chinese besitzt bekanntlich eine überschwengliche Vaterlandsliebe, und stirbt er im Ausland, so ist von seiner Seite testamentarisch dafür gesorgt, die Gebeine nach China zu schaffen. Die Genossenschaft der Landsleute kommt für den Transport auf. Ich habe in San Franzisko Schiffe mit einer großen La- bung luftdichter Särge nach China abgehen und in Hongkong einen Dampfer mit einer der un. heimlichen Ladungen ankommen sehen. Auch die Ringpo-Gilde sorgt für die Lieberführung der letzten sterblichen Reste ihrer fern von Ringpo aus dem Leben geschiedenen Landsleute in die Heimat. In den Bogengängen der grün- weißen Riesenhalle stand Sarg an Sarg — in der Haupthalle befanden sich 21 Reihen von je 34 Särgen, die Gesamtzahl der auf bewahrten Särge betrug 1400... Das Totenhaus der Ringpo^Silde stand früher m der französischen Konzession, die während des Tapingaufstandes ein Raub der Flammen wurde Als die Franzosen später (1874) eine Straße durch die Tempelanlage der Gilde legen wollten, kam es zu großen Llnruhen. Der französische Generalkonsul mußte nachgeben, worauf die Gilde ihre Toten wieder in der Tempelanlage unterbrachte. Da jedoch die Ausdünstung der in Verwesung übergehenden Leichen arge Gefahren für die Gesundheit der Bewohner des angrenzenden Gebiets nut sich brachte und die Gilde Vorstellungen gegen- über unzugänglich blieb, wurde die Schließung dec -anlagen durch Gewalt erzwungen. In der Paoshan Road ist in einem europäischen Hause em ..Die Tür der Hoffnung" genanntes Heim für gefallene Mädchen eingerichtet worden Iunge Mädchen und entführte Kinder werden von den Verbrechern mit Vorliebe in dem so unzu» gänglichen Tschapeiviertel verborgen gehalten. Keinem Europäer ist anzuraten, sich nachts allein nach Tschapei zu wagen. Polizisten und Detektive der internationalen Riederlassung, die in der Hitze einer Verfolgung dorthin gerieten, wurden öfters ein Opfer ihres Berufs. In den engen Gassen haben wüste Schlachten zwischen Polizisten und Verbrechern stattgefunden. Raub, Mord und Plünderung haben von jeher zur Tagesordnung in Tschapei gehört. Als ich das letztemal in Schanghai weilte, ver. anstaltetete die dortige städtische Polizei eine Razzia auf verdächtige Chinesen. Insgesamt wurden gegen 500 festgenommen, von denen man 170 der chinesischen Obrigkeit in Tschapei übergab. Diese machte mit der Mehrzahl der Burschen kurzen Prozeß und ließ sie hincichten. Einmal erregte ein Auflauf in Tschapei meine Aufmerksameit. Lind schon gewahrte ich den Scharfrichter mit feinem breiten Schwert und drei von einer gewaltigen Menge umgebene Todeskandidaten — drei wegen Raubmordes verurteilte Deserteure, die vor ihrer Sinrichtung durch die Straßen geführt wurden. uf einer freien Stelle in der Liu Yeng Road wurde Halt gemacht und der Gerechtigkeit Genüge getan. Die Köpfung mit dem Schwert wird als eine doppelte Bestrafung angesehen, weil nach chinesischer Auffassung ein Geschöpf — ein „wu-tao- kuei“ — ein „Teufel ohne Kopf" keinen Einlaß in die Llnterwelt erhält, so daß er unstet um. herirren muh. Etwas abseits des Gassengewirrs befindet sich eine russische Kirche, wie denn auch damals eine große Anzahl russischer Flüchtlinge in dem ver. rufenen Tschapei einen Llnterschlupf gesucht hatte — sehr zum Rachteil des Ansehens der Weißen Rasse. Lind es gewährte einen eigentümlichen Anblick, wenn sich am Sonntagmorgen vor und in dieser Kirche die russische Kolonie Schanghais zum Gottesdienst einfand. Bitterste Armut und erben» geschmückte Uniformen — in Tschapei. In der North Honan Road fallen noch zwei moderne Einrichtungen auf: eine chinesische Klavierfabrik und die Commercial Press, ein chinesisches Druckunternehmen, in dem Drucksachen in allen Ausführungen herge' ellt werden. In dieser St. aß- befanden sich bisher auch die großen chinesischen Eisfabriken, von denen in dem interessanten Buch ..The Nemesis in China" die Rede ist, das von der Eroberung Schanghais durch die Engländer Han. delt. Doch, wie damals, wird das chinesische SiS heute noch von der Gesundheitsbehörde des Settlements beargwöhnt... Tschapei hat bisher jährlich 600 000 Dollar innerhalb seiner Gemeinde an Steuern aufgebracht, was ein nicht zu verachtender fetter Bissen für ben Stabtrat der Internationalen Riederlassung gewesen wäre. Oer letzte Meister -es Kalauers. In Paris ist vor kurzem der Schriftsteller Etienne Grosclaude gestorben, ber für einen ber geistreichsten seiner Zeit galt. Als hinreißender Plauderer war er trotz seiner 70 Icchre noch immer der Mittelpunkt aller Gesellschaften, weil er durch seinen Witz alle Gäste um sich versammelte. Dieser Witz Grosclaudes bestand hauptsächlich in „Calembours“, die wir Kalauer nennen. Der Calembour, dieser in ^ankreich so reich gepflegte Wortwitz, ist nämlich im Aussterben. Ob er ein echtes Kind Galliens ist, darüber streiten sich die Gelehrten. Man hat das Wort von dem Ort Calembourg bei Diedenhofen ableiten wollen, wo ein besonders witziger Apotheker sich in solchen Wortspielen erging. Häufiger ist behauptet worden, die Heimat dieser Wihform sei der Kahlenberg in ber Rähe von Wien, unb bas hätte seine geschichtliche Berechtigung. Denn in bem hübschen Weinort Kah- lenberger-Dorf lebte ums Iahr 1340 ein Pfarrer, ber wegen seiner Schnurren und Schwänke berühmt war, unb bie Anekboten unb Scherze, die damals von dem „Pfaffen von Kahlenberg" umgingen, wurden gegen 1400 in einer berühmten Schwank-Sammlung veröffentlicht, bie eins der am meisten gelesenen unb am weitesten verbreiteten Volksbücher wurde. Die Sammlung ist auch ins Französische übersetzt worden, und so ist es denn sehr wahrscheinlich, baß bort aus „Kahlenberg" „Calembour“ wurde und zur Bezeichnung eines burlesken Wortwitzes, wie er von bem fröhlichen Pfarrer gepflegt worden war. Rach Deutschland aber kehrte dieser Witz als „Kalauer" zurück. Ob man diesen deutschen Namen aus dem Französischen abgeleitet hat, ist zweifelhaft. Es gibt auch eine Erklärung, die den Kalauer von dem Orte Kalau herleitet. Hier wurden besonders derbe unb grobe Stiefel angefertigt, und man vermutet, daß von ber Eigenart diese» Stiefel die Derbheit auf den Witz übertragen wurde, der besonders im alten Berlin heimisch war» Sun :ssä# Os« E etoS*”« Mgen L.r.7* flb nfe M& ^lünb4e”eJ‘M£ f’SSfejS KÄ,iw?8fn ■ too Mm J;. «tont, birt. 8?8en fe-^ ^Nl-niit iu h*_ W«X£* «% -U-°M W iPwIftarfe Man». iS ?annenh- iu. .^Mfte, tue tortos D(r, 6hmw? Üb<[le0en- bie »turmes wurden jedoch fei" blenhtnMr euen Halbzeit (am LsS. äh * r-« fr Hessen (0.2.) ins Tcoßen.Linden emp. nnerlurnoertiM Sieben ;,*roh wenig günstiger ■lotter Kampf zustande. n durch Abfagen gi. ' emzustellen. Das Spiel >keich. Ein Unentjchieden ligen leichten Feldübrr« dem Spielottlauf eher Oünsberc-Sau. usen 11:5 (0:3). n Spiel mit viel Erlotz len auf Sieg. Die Säste ilfte stark überlegen und iö bie PlostbMer leer :/ tarn Saunsbadj roof)( lor des Gegners, der Tafte machten sich wie» .0. Erst turi vor Schlutz Platzbesitzer. Turnvereins Lollar nschast des 29.Sollen die Ligareserve der ,n TelellschastSspiel in lich mit einem llnent* >ie 3. Fußballelf weilte >r gegen bie 2. Mann« pielern des Der- rschaft auf dm Plan, t, ob die Mannschaft andsfpielen fähig ist, Lohn-Dünsberg-TaueS gen Albachs Erste an- attcr^ei^ortcOti ßeitsbeh'ordedesSettle« «•OOOOOMÜ- nt Steuern «W« md» fdt« itiDMta Meta*1« r bä kalauert. q-m ktÄ*to StSto^'Ä *|SÄ* nbourflj* Jiact 2po- öefonders wT s ..es w® den, Me 5 von srtzKZ: KKrss? ÄenAdM-M- i von -^^- bcrüh-ntcn !'Ä»Ä ’*®-SVK5 lvorden. JJJ daß « unb ?cr von ho« tDtc crMrtr Jach ZS- eigenen Platze- und lagen bei Halbzeit mit 2:1 in Führung. Aach dem Wechsel kam Lollar auf und erzielte mit drei weiteren Loren einen sicheren Sieg. VsV.Gießen. VfL. III — Teutonia Steinberg II 5:5. Bei schlechten Bodenverhältnissen lieferten sich beide Gegner ein torreiches Treffen. Die Gäste vermochten dem technisch besseren Gegner durch Eifer und Schuhfreudigkeit ein verdientes Unentschieden abzutrotzen. Bei den DsDern mar die Verteidigung trotzdem der beste Mannschaflsteil. — Die nf>- Mannschaft lieh sich vom Ruderclub Maffia* mit 3:6 schlagen. Man sah auf beiden Seiten zum Teil recht achtbare Leistungen. Auch „Deutschland IP in Lake placid | verunglückt. Las Pech der deutschen Bob-Erpedition bei den Olympischen Winterspielen in Lake Placid scheint nicht enden au wollen, denn jetzt — zwei Lage nach dem Unfall des Bob« .Deutschland l ‘ — wird ein neuer Unfall gemeldet. 3n der zweiten Haar. nadel-Kurve .Shady Torner" wurde der zweite deutsche Bob mit dem Führer Fritz Drau (Ber. lin) aus der Dahn geschleudert. Drau erlitt einen I Armbruch und verschiedene andere Körperverlet- zungen, der Dremser D r e h m e erlitt schwere Kopfverletzungen und der Draunfchweiger Hup. mann brach da- linke Dein. Wirtschaft. Neue Bestimmungen über die Zwangsvollstreckung. Berlin. 1. Febr. (DTB ) Aus Grund bcs 8 25 des 3 Teile» der 4. Notverordnung über die Maßnahmen auf dem Gebiete der Zwangsvollstreckung, verordnet die Reichs- rcgicrung unter dem 30. Januar 1932, veröffentlicht im Reichsanzeiger vom 1. Februar 1932, folgendes: 8 1. 1. Hat der Schuldner unterlassen, die einft- wellige Einstellung der Zwangsversteigerung gcmäh § 5 des 3 Teile» der Verordnung vom 8. Dezember 1931 innerhalb der in den Paragraphen 6, 22 21b|. 3 Satz 1 bestimmten Fristen zu beantragen, so ist ihm auf Antrag, auch ohne dah die Voraussetzungen des §253 der Zivilprozeßordnung vorliegen, die Wiederein- setzung in den vorigen Stand zu gewähren. 2 Der Antrag auf Wiedereinsetzung gemäß Abs 1 ist nur bi» zum 29. Februar 1932 zulässia. 3. Der Gewährung der Wiedereinsetzung steht nicht entgegen, dah ein Antrag gemäß §5 des 3 Teiles der Verordnung vom 8. Dezember 1931 bereits al» verspätet zuruckgern i e s e n , oder die Wiedereinsetzung auf Grund der bisherigen Vorschr.ften bereits abgelehnt war. 8 2. 1. Ist in einem Falle der im § 1 bezeichneten Art spater, jedoch vor dem l.März 1 9 3 2, der Zuschlag erteilt worden, so kann der Schuldner die einstweilige Einstellung der Zwange Versteigerung noch nachträglich im Wege dek Beschwerde gegen den Zuschlag beantragen. War die Frist für diese Beschwerde bei unlrafttreten dieser Verordnung noch nicht abgelaufen, so endet sie nicht vor dem 29. Februar 1932. 2. War die Deschwerdefrist bei Inkrafttreten dieser Verordnung bereit - abgelau- l en, so kann der Schuldner bi- zum 2 9. Februar 1 9 3 2 in entsprechender Anwendung des § 1 die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. §3. Hat der Schuldner im Falle des § 22 Abs. 3 Sah 2 des dritten Teils der Verordnung vom 8. Dezember 1931 unterlassen, die einstweilige Einstellung der Zwangsversteigerung Im Wege der Beschwerde rechtzeitig zu beantragen, so kann er bis zum 29. Februar 1932 in entsprechender Anwendung des 8 1 dir Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen. § 4. In den Fällen der § 2 Abs. 2, § 3 ist die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu versagen. wenn die Verteilung des Der- steigerungserlöse- b:rci - stattgefunden hat. HolzversteigerungS « Termine. Donnerstag, 4. Jebruar. Marlvorstand Sieben. Ver.tc g:rung au- dem Marlwalo Grüningen-Dorf-Gill in der Turnhalle zu Grüningen. 9.30 Uhr. Dürgermcisterei Lich: Versteigerung Im Licher Stadtwald Zusammenkunft am Waldeingang der Provinzialstraße Lich—Hattenrod. 10 Uhr Forstamt Aieder-Ohmen: Zusammenkunft in der Hörleschen Wirtschaft zu Merlau. 9.45 Uhr. Berlin sehr still. Berlin, 3. Febr. (WTB. Funkspruch.) 3m heutigen Freioerkehr wurde die Auswärts- betoegung an den Aktienmärkten, die noch gestern abend bei den führenden Werten neue, zpm Teil erheblich.' Fortschritte machen konnte, gestoppt. Unter dem Eindruck der rückgängigen Warenpreise war die Aeuyorker Dörse von gestern wieder schwächer verlaufen und hatte die Spekulation, zumal neue Anregungen fehlten. au Glattstcl'ungen veranlaßt. DaS Geschäft als solches war sehr st i l l. da auch neue Kunden- aufträge bei den Banken nur selten eingetroffen waren, und unter dem Eindruck dieser Deschäfts- stille bröckelten die Kurse meist ab. Die schon seit Tagen vorhandenen UnsichrrheitSnsomente in der Po i'.ik fanden etwas mehr Beachtung, gewannen aber keinen nachhaltigen Einfluß auf die Tendenz. Während die Kursrückgänge selten mehr als 2 Prozent betrugen, waren die Kurse gegen gestern mittag meist sogar nur wenig verändert. Vollkommen vernach'älligt lag wieder der Bankenmarkt mit Ausnahme von Re chsbankanteilen, die flAflcn ihren H-chstkurs v^n gestern abrnd etwa 1,5 Prozent einbüßten. Sch.fsahrtswerte waren gut behauptet, auch Montane konnten ihre gestrigen Gewinne hallen, während Elektropapiere le-cht abbröckelten. Einiges Interesse bestand weiterhin für Kunstseide- und Kaliaktien, auch Pe- troleurnwerte waren gefragt, während Farben etwa 1 Prozent gcbrücti lagen. Vermiedene in d^n letzten Tagen erschienene Aotizen. denen aber die Gesellschift selbst (laut einer vorliegenden Erklärung» fernsteht, sprachen von einem be- fried'genden Geschäftsgang der Philipp-H'lz- mann-A.-G., so daß die Aktien heute um 2.5 Prozent, d. h. um fast 10 Prv'ent ihres Wertes anziehen konnten. Sonstige Spezialpapiere wie Ehzrlottenburger Wasser, Dessauer Gas, Leonhard Tietz usw. waren zumindest gut gehalten. Die Auslandwerte lagen heute etwas niedriger, «^'verzinsliche Papiere hatten Wied r gutes Geschäft Geldpfensb efe lagen unverändert. Deullche Anleihen waren weiter etwas befestiat (Alt- besitz vluS 1 Prozent, ^eubefitz plus 111 Prozent), Aeichsschuldbucher bchauvteten ihren gestrigen Gewinn. Während Post'chätze erneut um 1bis V. Prozent gebessert laaen, waren die übrigen Gebote des Anlagemar'tes zieml'ch vernachlässigt. A^ichsbahnvorzugsakfen und Farben-Bonds gingen etwa auf gestriger Ball- um. Arbed- Bonds waren dagegen etwa- rückgängig Frankfurt fest. Frankfurt a. M, 2. Febr. Der Frankfurter Effektenfreiverkehr lag in der Hauptsache auf Grund der festen Aeuyorker Börse f c st. nachdem bereit- im gestrigen AachmittagSverkehr ein An. ziehen der Kurse au verzeichnen war. Da- De- schäft war nur sehr klein, da zu den höheren Kursen saft kaum Material angeboten wurde und auch da- Publikum dem Markt vollkommen fern- blieb. Da aber anscheinend bei der Spekulation noch manche- Decouvert besteht, genügte schon kleinste Anfrage, um die Kurse meyrpro- Aentig z u steigern. 3m Vordergründe de- Änteressc- standen von Elektrizität-Werken Dessü- rel mit plus 5. Licht & Kraft mit plus 4 Prozent, während der übrige Elektromarkt nur etwa 1- bi« 2prozentige Erhöhungen aufwieS. Größere Kurs, gewinne ergaben sich noch für Aeichsoankanteile. Die etwa 4 Proz. fester tendierten und am Mon- tanmarft für Deutsche Erdöl, die etwa 3 Pro-, gewannen. Bei Icrtcrem Papier verwies man auf die reichlichen Oelfunde dieser Gesellschaft in Hannover. Für 3G - Farben bestand nur wenig Interesse, doch liegt der Kurs nur wenige Prozent unter der Parigrenze. Von lokalen Werten waren Scheideanstalt mit plu- 2.5 Proz. gesucht An den übrigen Aktienmärkten ergaben sich meist kleine Besserungen, die Mehrzahl blieb auf dem gestern nachmittag erhöhten Kursniveau gut behauptet. Am Rentenmarkt standen Rcichsschuldbuch. sorderungen mit plus 1,5 Proz. im Vordergründe de- Interesse-, aber auch ReichSaltbesih (plu- 0,5 Proz) waren gefragt. Von Doldpfandbriefen wa. ren Rhein. Hyp.Dank und einige Frankfurter Werte dis zu 1 Proz. freundlicher. Liquidation-. Pfandbriefe biteben gut behauptet. Während am Markte der Industrie Obligationen besonder-westdeutsche Werte gesucht waren, kam in Kommunal» Obligationen etwas Material heraus, das nur zu 1 Proz. niedrigeren Kursen abgenommen wurde. Etwas Beachtung fanden auch kurzfällige Dchah- anweisungen. wobei Ku -erhöhungen b 8 au 2 Pro. zent festzustellen waren. Gegen Mittag bröckelten die Kurse wieder etwas ab, mit Ausnahme von Schuldbüchern und Altbefitz, die ihren Kursstand behaupteten. Deolsenmarkl Berlin — Frankfurt a. 7N. 2 fietiruar 3. Jebruar Amtliche Xoherung lltmMche Äonerung (selb »rie- c Noten . . 21,04 21.12 Äonnegifdie Noten 78,84 79.16 leuridi-Celtencidi, 1 100 6diUltng Numanildie Noten 2.49 2.51 81.24 81.56 Ld,wetzet Noten..... 81.90 82.22 Spantldie Noten ... . « - - 34,08 34.22 Ungarilthe Noten Reichsbonkdiskonl 7 o. 6 Lombardzlnssuß 8 v f). • Zechenstille au ng. Die gestern beim De- mebiunachungskommlstar in Ärn»btr^ über den Antrag der Klöckner-Werke auf Stillegung der cduchtanlaflcn I 11 der Zeche Victoria in Castrop« Rauxel geführten Verhandlungen hatten das Ct- aebnis, daß die Schachtanlage am 15. Februar fnllgclegt wird Zur Entlastung kommen etwa 500 Arbeiter und 40 Angestellte Echweinemarkt in Gießen. Auf dem heutigen Schweine markt in Dießen standen 246 Ferkel und 11 Läufer zum Berkaus ES kosteten bis sechs Wochen alte Ferkel 11 bi- 15 Mark, sechs bi» acht Wochen alte 15 bis 18 Mark, acht bi- dreizehn Wochen alte 18 bi- 25 Mark. Läufer 27 bi- 31 Mark. Tendenz: gut, äleberstand. iVrantfurter Wctrcifrcbimc. Frankfurt a. M. 3. Febr. Es wurden notiert: Weizen 247,50; Roggen 223,50 bis 225; Sommergerste (für Brauzwecke) 185. Hafer, in- ländischer 150 bi« 155; Weizenmehl, südd., Lpez. 0 mit Auslauschware 36,90 bl- 37.90, Sondermahlung 35,15 bi« 36.15; Weizenmehl. Niederrhein., mit Austauschweizen 36,90 bis 37.65, Sondermah. lung 35.15 bi« 35,90; Roggenmehl 31 bi« 32; Welzenkleie 8,65; Roggenkleie 9 bis 9,25 Mark. Tendenz: ruhig. Oie gestrigen Oevisenmärkie. Berlin, 2.Febr. (WTB) An den internationalen Devifenmärkten konnte das Pfund nach der gestrigen Abschwächung heute vormittag wieder c t - was a n z i e h e n. In erster Linie wirkte die gestrige Rückzahlung der 30 Millionen Pfund an die Federal Reserve Bank of Rew Pork und die Bank von Frankreich anregend, ferner stimulierten Gerüchte, daß die neuen französisch-englischen Echul- denoerhandlungen in Paris einen günstigen Verlaus nehmen sollen. Gegen den Dollar kannte sich das Pfund auf 3,4640 befestigen, gegen den Gulden auf 8,61, gegen Pari» auf 88,03, gegen die Reichsmark auf 14,60 und gegen Zürich auf 17,75. Sehr flau lag weiter Madrid, das erneut stark an Boden Der- lor. Die Reichsmark lag tz u t behauptet, eher eine Kleinigkeit höher, in Amsterdam stellte sie sich auf 58,8150, in Zürich auf 121,30 und in Paris auf 601,50. Die übrigen Devisen waren im großen und ganzen gehalten. Die deutsche Reichsmark konnte am Rack), mittag kräftig anziehen, während das Pfund wieder eher etwas leichter lag, Madrid aber einen neuen, ganz außerordentlich großen Verlust erlitt. Der Pen war etwas fester, dagegen konnte sich Schanghai kaum behaupten. Der Dollar tendierte wieder fester, Zürich schwächte sich weiter etwas ab. Die Reichsmark zog in Amsterdam auf 58,4850, in Zürich 121,60 und in Reuyork auf 23,70 an. Das Pfund stellte sich gegen den Dollar auf 3,4550, gegen den Gulden auf 8,59, gegen Zürich auf 17,7350, gegen Paris auf 87,96 und gegen die Reichsmark auf 14,5750. Letzte Rachrichten. Japan und die Vorschläge der Mächte. Tokio, 3.Febr. (Heuler. Funkspruch.) An zuständiger japanischer Stelle wird erklär!, Japan würde sich sehr glücklich schätzen, wenn die Feindseligkeiten eingestellt würden, e» sei jedoch nicht in der Lage, den punkt fünf der Vorschläge der drei Mächte anzunehmen, der bestimmt, daß sofortige Maßnahmen zur Beilegung der Meinungsverschiedenheiten ergriffen würden. Der japanische Generalkonsul in Schanghai teilte dem britischen und amerikanischen Generalkonsul offiziell mit, daß Japan die Absicht habe, d i c IDufung-Jort» sofort z u besehen.— Da» Bombardement der japanischen Kreuzer und Flugzeuge, da» auf dem Fort puschan liegt, ist außerordentlich heftig. Von Geld und Liebe. oman von Grete von Saß. Copyright by Martin Feuchtwangcr, Halle 2 Sortierung Nachdruck verboten Er reichte Münchmeher ein Kästchen mit Ziga. retten, zündete ein Streichholz an und während er die« unter Münchmeyer« Zigarette hielt, sagte er: .Ja, also Sie wollen wissen, was die Schadows für Menschen sind?" .Ja! Der junge Schadow hat sich bei mir um die Anstellung cd« Chauffeur beworben. Ich verlangte von ihm die Aufgabe von Referenzen. Sie verstehen, Herr Geheimrat: Bei mir nimmt der Chauffeur gewissermaßen eine Vertrauensstellung ein — da muß man sicher gehen." .Da« ist selbstverständlich. 3a, also die Scha- dows wohnen seit zwölf Jahren in meinem Hause. Al« sie einzogen, war der Junge sechzehn Jahre alt. Er besuchte die Oberrealschule. sollte, nachdem er sie absolviert, auf die Ingenieurschule in Mittweida. Sein Vater war Diplomingenieur und seil vielen Jahren in leitender Stellung in einer hiesigen Maschinenfabrik. Er war gut gestellt. Vermögen befaß er allerdings nicht. Seine Frau, die in kleinen Verhältnissen ausgewachsen war, hatte natürllch auch nicht«. Aber sie war tüchtig und sparsam. Aach dem plötzlichen Tode ihres Manne« muhte sie allein für ihre drei Kinder — zwei Mädchen und einen Sohn — sorgen. Sie hat sie auch alle drei zu tüchtigen Menschen er- Aogen. Die Kosten für die beabsichtigte Ausbildung des Sohnes auf der Ingenieurschule konnte sie allerdings nicht aufbringen. Sie gab den Jungen zu einem Autoschlosser in die Lehre. Er wurde Automobilschlosser und später Thausfeur. Genügt Ihnen diese Auskunft?" .Richt ganz. Herr Geheimrat. Derzeihung. da ist noch etwas, da« mich bedenklich macht. Und zwar das: daß der Vater des jungen Schadow Selbstmord verübte. Sollte er den nicht in einem Anfall geistiger Umnachtung begangen haben?" Der Geheimrat schüttelte den Kopf. .Rein, das glaube ich nicht. Er verlor feine Anstellung, das trieb ihn dazu." .Ra, wenn da« nicht Wahnsinn ist! Ein Ingenieur. der jahrzehntelang in leitender Stellung gearbeitet, findet doch schließlich eine neue An- ftcUung.“ Der Geheimrat zuckte mit den Achseln. .Der Mann war Mitte der Fünfzig. Ich meine: wenn einer in dem Alter plötzlich den festen Boden verliert, auf dem er solange gestanden, kann er schon verzweifeln. Ich erinnere mich noch ganz deutlich, was die Frau Schadow, die mich bald nach der Katastrophe aufsuchte, sagte: Mein Mann ist über seine unberechtigte Entlassung so erschüttert und zugleich erbittert gewesen, dah er keinen Lebensmut mehr fassen konnte." Münchmeyer streckte dem Geheimrat die Hand hin. .Haben Sie tausend Dank, Herr Geheimrat." .Keine Ursache! Sehr gern geschehen!" Sie verließen gemeinsam das Zimmer. Während der Kommerzienrat in seinen Pelz schlüpfte, sagte er: .Ich erfuhr heute von meiner Tochter, daß Sie Ihren beabsichtigten AuSflug in die Berge auf- gegeben haben?' .Ja, leider mußte es sein." Münchmeyer sah ihn fragend an. .Sie sind beruflich verhindert?" Tönnies nickte. .3a, da« ist nun sehr schade. Rose sagte mir, daß Ihre Frau Gemahlin sehr enttäuscht ist... .Allerdings, aber dabei ist nun nichts zu machen." Das Thema war ihm überaus peinlich. Er brannte darauf, daß Münchmeyer endlich gehen möchte. .Herr Geheimrat, da fällt mir eben ein: meine Tochter beabsichtigt, in etwa zehn Tagen nach Flinsberg zu gehen. Sie wissen, daß ich dort ein Landhaus habe?" .Ja" .Run ja. Also die Rose hat vor. für einige Wochen in unsere Flinsberg-Villa überzusiedeln. Eie nimmt unsere alte Wirtschafterin und eine« der Mädchen mit und denkt sich die Ehose nun herrlich. Ich bin nun weniger entzückt von diesem beabsichtigten Unternehmen! So ein junges Ding sich auf Wochen so ganz allein zu überlassen, erscheint mir gewagt. Was meinen Sie. Herr Geheimrat? Dürste ich es wagen, Ihre Frau Gemahlin und Tochter einzuladen, das Haus mit meiner Tochter zu teilen?“ .Ich glaube, daß meine Frau ohne mich nicht reifen wird." 3n seinen Worten lag eine kühle Ablehnung, die der Kommerzienrat nicht beachtete. .Würden Sie mir erlauben, Herr Geheimrat, Ihrer verehrten Frau Gemahlin meinen Vorschlag zu unterbreiten?“ ,3a, bitte! Ich habe nichts dagegen, wenn Sic meine Frau sprechen wollen — sie ist gerade zu Hause." Der Äommcrüentat ließ nicht locker, bis Frau Ottilie die Einladung nicht nur für sich, sondern auch für Eva und Hans-Achim angenommen hatte. Ottilie war schon tags daraus fest entschlossen, wenn ihr Mann sie bitten würde, ihren Plan au^ugeben, es zu tun. Sine unerträgliche Unruhe war in ihr. Um frei von ihr zu werden, schaffte sie mehr denn je im Hause. Ließ alle Zimmer von Grund auf reinigen, ordnete große Wäsche an. .Wozu ist das alles nötig?“ fragte ihr Mann. »Die Zimmer werden bis auf meine drei während eurer Abwesenheit abgeschlossen. Ich habe nichts nötig, gar nichts." Seine Stimme klang müde. 3n heißem Mitleid zuckte Ottilies Herz. Wenn er jetzt doch die Ditte ausspräche: Bleib! — Aber er tat es nicht. »Du solltest dich nicht so anstrengen, Tilli — lieber die Tage bis zu deiner Abreise in Ruhe verbringen." Sie sah ihn an. Ihr Herz klopfte in Erwartung auf dies eine Wort: Die io! Es kam nicht. Don gleichgültigen Dingen sprach er. Warum sie gerade jetzt Waschtage angeseht hätte? Sic brächten doch große Unruhe ins HauS und viel anstrengende Arbeit für sie. Ottilie schüttelte den Kopf. Sie hätte gewiß keine Arbeit davon. Eva nähme alle Last auf sich. Eben passe es auch so gut mit dem Waschhaus. Und die Lina Knorpe — das war die Tochter ihres HauSportiers — sei eben ohne seste Beschäftigung. die würde die Wäsche waschen. 3a, so hatte sie lange vorher bestimmt. Und es sei doch ganz selbstverständlich, daß das HauSwesen in Ordnung zurückbleiben müsse, wenn sie auf so lange Zeit fortginge. Sie sah ihn wieder mit ihren großen blauen Augen erwartungsvoll an. Er nickte nur zustimmend und ging bann in sein Zimmer.--— Hans-Ach im trank hastig seinen Morgenkaffee aus, bat bann bie Mutter, vom Tisch ausstehen zu dürfen. .So eilig?" fragte sie, ihn erstaunt ansehend. .Verzeih, Mama! Ich muh, bevor ich in« Kolleg gehe, noch eine Besorgung machen." Eva flüsterte ihm zu: .Wer's glaubt, wird selig!" Ein Zwinkern war in ihren großen braunen Augen. Hans-Achim gab ihr einen llcinen, freundschaftlichen Puff. Erhob sich, küßte der Mutter bie Hand, machte gegen den Vater eine Verbeugung und verschwand. Eva trat auf den Balkon hinaus, angeblich um den Vögeln Futter zu streuen — in Wahrheit, um ihrem Bruder nachzusehen. Der blieb sekundenlang vor dem Hause stehen, um sich eine Zigarette anzuzünden. 3n diesem Augenblick verließ Helene Schadow das Haus. Hans-Achim zog grüßend seinen Hut. Sie ging an ihm vorüber; er folgte ihr in einiger Entfernung. Eva Tonnies lächelte. Sie wußte: Sobald die beiden die Grohbeerenstrahe hinter sich haben, stoßen sie zusammen. Dann begleitete Hans-Achim die Lene Schadow bi- zu ihrem Geschäft, da« sich in der Leipziger Straße befand. Mit der gleichen Regesmähigkeit wiederholte sich da-, wie da« all- morgendliche Geklapper von Frau Doris Schadows Rähmaschine, über das Mama jetzt so oft klagte. Die Mama trat zu ihr auf den Balkon. Interessiert fragte sie: .Sind sie schon fort?" Sva bejahte. Sic wußte, daß Helene Schadow und Hans-Achim gemeint waren. .Helene sah heute wieder ganz reizend aus. Sie trug einen Mantel ans Maulwurf-feil, einen entzückenden Hut, beigefarbene Seidenstrümpse und wildlederne Spangenschuhe, älnö wie sie das trägt — mit einer unnachahmlichen Grazie, Mama!" .Rose Münchmeyer behauptet, e- sei Helene- Beruf, sich graziös zu tragen. Sic sei Manniquin, und die Kleider, die sie trägt, seien Eigentum der Firma, bei der sie angestellt ist." ,Ru, wenn schon! Aber ich glaube es nicht. 2ta)im, mit dem ich unlängst darüber sprach, bestreitet es auch. Helene ist Verkäuferin bei Goldmann Söhne. Der MaulwurfSpelz stammt au« der guten alten Zeit, die es einmal für ihre Mutter gegeben. Ihre Mutter hat ihn für sie modernisiert." -Do wird eS fein“, gab die Mutter zu, während ihr Blick zu dem Balkon des Rachbarhauses ging. -Hat sich Rose eigentlich heute schon gezeigt, Eva?" »Rein, Mama." Rach einer Pause: .Mama, waS möchte ich darum geben, mich kleiden zu können, wie Helene Schadow es tut.“ Ottilie Tönnies zuckte mit den Achseln und erwiderte, daß nicht die Kleider den Menschen machen. Eva dachte ander« darüber. Sie wußte von sich, dah sie hübsch war, daß nur ihre simple Kleidung daran schuld war, dah sie mit ihren vierundzwanzig Jahren noch keinen einzigen Verehrer hatte. Fahrenkrug rechnete nicht. Ec war ja auch nicht verliebt in sie, begehrte sie nur als Frau und Mutter für seine drei Kinder Für ihn war vielleicht gerade daS ein Anreiz, daß ihre Kleider stets um mindestens zehn Zentimeter länger waren, als die Mode es vorschrieb, ihre Strümpfe von festem Gewebe und ihre Schuhe von unzerstörbarer Dauerhaftigkeit waren; dah sie rhre blonden Zöpfe noch immer nach alter Mode im Racken aufgesteckt trug. Fahrenkrug hielt sie infolgedessen gewiß für außerordentlich anspruchslos. Sie war es aber nur, weil sie es fein muhte. Dah sie sich so simpel kleidete, geschah nach dem Dillen des Vaters. Wenn sie selbst über Geldmittel zu verfügen hätte, würde sie sich todschick kleidem So etwa wie Mama, die sich gar keine Vorschriften machen ließ, obgleich sie sich sonst in allen Dingen dem Willen ihres Mannes unterordnete. (Fortsetzung folgt) Vollversammlung der Zndustrie- und Sandelslammer Friedberg. Die Industrie - und Handelskammer Friedberg hielt dieser Tage ihre erste diesjährige Vollversammlung ab, in der der Vorstand neu gewählt wurde. Zum Vorsitzenden der Kammer wurde Kaufmann Louis Hirsch «Friedberg) gewählt, zu stellvertretenden Vorsitzenden die Herren Philipp Müller und Dr. Bruno M ö h r i n g /,Tafel Kokosfett, neutral.....ViTafel Margarine................'/.Paket Apfelsinen, zuckersüß................... 0.40 „ 8.37 3 Pfund 0.56 flraneJfaare nidtlfärltenf seit Jahren bewehrte biologische Haarstlrkungs» /'li wasser ENTRUPAL gee. gesch.führt den geschwlch- ten Haarwurzeln die verbrauchten Pigmente (Farbstoffe) zu, sodaß graue Haare und Nachwuchs auf natürliche Welse die ehemalige Farbe wiedererhalten, daher Fehlfarben ausgeschlossen. Kopfschuppen u. Haarausfall verschwinden nach kurzem Gebrauch. Flasche RM. 4.32, Prospekt kostenlos. Morgen» Schweinslops mit Kraut Abends von 6 Uhr ab Mtzelsuppe ZumVentilche Bes.: Hans Schmitz Morgen Donnerstag,den 4. Febr. Metzelsuppe ab 9 Uhr Wellfleisch mit Kraut, Lichtspielhaus Gießen Nur noch heute und morgen Donnerstag der ungemein spannende Kriminal-Tonfilm nach dem bekannt. 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