Nr. 284 Erstes Matt 182. Jahrgang Freitag, 2. Dezember (932 Erfcheinl täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen 919.1.1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bet Nichterscheinen von evtzxln«, Nummern infolge hi)yerer Gewalt. 8ernfprechanfchlüffe unter Samngelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten. Anzeiger Liehen. Poflfd)edfonto: $rotrifurt am Main 11686. SietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen vrvS und Verlag: Vrühl'sche Univerfitülr-Vuch- und Stelndruckerel R. Lange in Gießen. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Zchnlstrahe 7. annatfme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für l mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig; für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20u , mehr. Chefredakteur: Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. H.Tbyriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein undlür denAn. zeigenteil i. V. TH.Kümmel sämtlich in Gießen. Der Pakt zwischen Paris und Moskau. Von Dr. Otto tzoehsch, o. ö. Prof, der Geschichte an der Universität Berlin. In dieser Woche erforderte die Ostfragen gatt* vordringliche Behandlung. Am 23. November erklärte der rumänische Austenmini st er, die Verhandlungen über den Nichtangriffspakt mit Nustland feien endgültig gescheitert. Am gleichen Tage wurde das r u s - fisch-polnische Schlichtungsabkommen in Ergänzung des bereits gezeichneten Nichtangrisfs- paktes zwischen Warschau und Moskau unterschrieben, und am 27. wurde durch Verordnung des Staatspräsidenten in Polen und durch den 3351 in Moskau der russisch-polnifche Nichtangriffspakt ratifi-'ert. Am 29. wurde sodann der Ti g trenig"'eas ei i he geschlos e in', c Z ich- nung des Nichtangrisss^attes zwischen Frankreich und Ruhland. Die Motive des rumänischen Auhenmini- ste.rs, aus denen er sich zu einer Lockerung des Verhältnisses zu Polen und Frsankreich entschloß, sind bekannt, aber angesichts der ganzen Lage Rumäniens wird diese Politik nicht ganz klar, sie macht nicht einen besonders realistischen Eindruck. Denn wenn sich Rumänien so von Polen und Frankreich lösen wollte, mühte es in seiner völligen Isolierung nach einer Anlehnung, nach einer anderen Orientierung suchen, für die weder Ungarn noch die Türkei ausre-chen, sondern allein Deutschland und Rußland, und zwar beide gemeinsam in Frage kommen würden. Davon ist aber in Bukarest gar keine Rede. Um so klarer und um so realistischer ist die Politik Polens, mit der offenbar auch dek Wechsel im Außenministerium zusammenhängt. Es scheint, als wenn der neue Außenminister, Oberst Beck, in ganz besonderem Maße eine Außenpolitik des Marschalls Pilsudski verträte, die von seiner bisherigen allerdings abweicht. Denn Pil- fudskis Orientierung ging gegen Rußland und vielleicht einmal mit Deutschland, während bekanntlich die Nationaldemokraten genau die entgegengesetzte Orientierung vertreten. Was Pilsudski jetzt tun ließ, ist aber nationaldemokratische Politik: die konsequente Verständigung mit Rußland und damit Sicherung der O st grenze, unter gleichzeitiges Schwächung Der Militärbündnisse mit Rumänien und Frankreich. Wir glauben nicht, daß darin eine bewußte Absicht des Marschalls liegt, nunmehr die Richtung gegen Westen, gegen Deutschland zu nehmen. Gerade weil er derartige Kundgebungen wohl vermeiden wollte, hat er die Ratifikation des Paktes mit Rußland durch Verordnung vorgezogen, obwohl im Sejm unbedingt eine Mehrheit dafür gewesen wäre. Er wünschte aber wohl nicht irgendwelche Demonstrationen in diesem Sinne. Das Ineinandergreifen dieser Ostpolitik erkannte man recht deutlich, als nun Frankreich den Pakt mit Rußland vollzog. Wieder ein Schritt in einer systematischen Politik Herriots, mit der dieser der für Frankreich drohenden Isolierung zu begegnen sucht, für den Fall, daß die Abrüstungskonferenz vollständig scheitere! Der französisch-russische Nichtangriffspakt ist in verschiedenen Richtungen sehr interessant. Er enthält die bekannten Verzichte auf Krieg und Angriff, wobei für Frankreich das Geltungsgebiet ausdrücklich auf alle Kolonien und Protektorate und die Mandatsgebiete ausgedehnt wird und Rußland ausdrücklich a u f alle Propaganda innerhalb und außerhalb Rußlands in Anam, Tunis, Syrien, Marokko verzichtet, soweit, daß sogar so wenig wesentliche Organisationen wie die Jungtunesische oder Jung- ananrttü^e ausdrücklich genannt werden, die ihren Sitz in Rußland haben und deren Unterstützung Rußland aufgibt. Dagegen verpflichtet sich Frankreich in Bezug auf die russischen Emigranten auf seinem Boden nur in beschränkten Grenzen zu ähnlichem. Nur militärische Organisationen zu Angriffszwecken werden verboten, sonst können selbst Bereinigungen früherer russischer Militärs in Frankreich weiterbestehen. Sehr merkwürdig ist aber vor allem L?r Artikel 4, in dem beide verzichten auf die Teilnahme an jeder internationalen Vereinbarung zum — gebrauchen wir gleich diese Dölker- bundsausdrücke — wirtschaftlichen und finanziellen Boykott. Der französische Erfolg liegt dabei in ausdrücklichem Verzicht auf ein Sowjetdekret, das russische Bestellungen in Frankreich ausschloß. Dafür bindet sich aber Frankreich wirtschaftlich und finanziell in einer Weise, ,die nicht ohne weiteres mit feinen gleichen Gedanfen von dem Sanktionsrechte des Völkerbundes vereinbar erscheint, das doch im fierrjotplan von neuem und noch ausgeprägter gefordertI wird. Rußlands Erfolg ist hierin groß, denn Frankrieich verzichtet ausdrücklich somit auf die sogenanntes „Antisowjetfront", von der in Moskau immer so viel Wesens gemacht wird. Eine Erklärung zu ©unfteri Rumäniens und ein Schlichtungsabkommen schlichen sich an, Wirtschafts- Verhandlungen sollen folgen.NDas Abkommen ist der Erfolg einer Politik, die fovvohl in Moskau wie in Paris gleich vorsichtig uny zäh betrieben worden ist, und mit der jetzt beiffle Teile zufrieden fein können. Jrn ganzen if( der Erfolg auf der russischen Seite größer als auif der französischen. Es ist natürlich richtig, wenn in der deutschen Presse daraus hin/gewiesen wird, daß au feiten Ruhlands darin t e i n e Spitze gegen Deutschland läge. Tpir haben ja längst den gleichen Pakt mitt Rußland seit 1926. Es ist auch richtig, daß/sich damit die Richtigkeit der deutschen Politik ^gegenüber Rußland erweist. indem Frankreich, wo man Deutschland so oft Vorwürfe wegc^n seiner Rußlandpolitik Schleicher mit der Kabinettsbildung beauftragt. Berlin, 2. Dez. (WTB.-Funkspruch). Reichspräsident von Hindenburg erteilte heute dem Reichswehrminister, General der Infanterie a. D. von Schleicher, den Auftrag zur Neubildung der Reichsregierung. General von Schleicher hat diesen Auftrag angenommen. Der Auftrag an Schleicher. AufBorschlag desRcichskanzlersvonPapcn Berlin, 2. De;. (LNB. Funkspruch.) General von Schleicher wird sich jetzt mit den Persönlichkeiten in Verbindung sehen, die er für sein Kabinett in Aussicht genommen hat. Schon jetzt steht fest, wie von unterrichteter Seite ausdrücklich betont wird, daß er das Reichswehrministerium behält. 3m übrigen kann über die Zusammensetzung des neuen Kabinetts noch nichts authentisches gejagt werden. 3m einzelnen erfahren wir zu der Betrauung Schleichers folgendes: Gestern abend und heute früh hat der Reichskanzler von Papen dem Reichspräsidenten ausführlich Bericht erstattet über seine Ansicht zur politischen Lage. Er hat dabei f e l b ft den Vorschlag gemacht, von seiner Dieder- betrauung abzusehen unb den General von Schleicher mit der Bildung des Kabinetts zu beauf tragen. Dabei ging er von der Erwägung aus, daß er feine Person hinter die Erfordernisse der augenblicklichen politischen Lage zurückstellen müsse. Er hat feinen Vorschlag mit der Erwartung begründet, daß eine Entspannung der politischen Lage einfreten werde, wenn General von Schleicher die Regierungsbildung gelingt. Weiter gab Reichskanzler von Papen der Hoffnung Ausdruck, daß man mit einem Kabinett von Schleicher ohne Konflikt mit dem Reichstag auskommen wird. Weiter wird von unterrichteter Seite betont, daß der Reichspräsident erst nach längerer Ueber- kgung und nur schweren Herzens dem Vorschlag des Herrn von Papen zugestimmt habe, sich von ihm zu trennen. Der Reichspräsident hat Herrn von Papen seines vertrauens versichert und ihm den wärm st en Dank für die Arbeit seiner Regierung ausgesprochen. Er glaubte aber, sich den Erwägungen nicht verschließen zu dürfen, die Reichskanzler von Papen ihm vorgetragen hatte und alle persönlichen Auffassungen hinter die sachlichen zurückstellen zu müssen. Deshalb hat er den General von Schleicher mit der Neubildung des Kabinetts beauftragt. Die voraussichtliche Minisierliste Berlin, 2. Dez. (ERB. Funkspruch.) Wie wir erfahren, wird das Kabinett von Schleicher voraussichtlich folgendermaßen aussehen: Reichskanzler und Reichswehr: General von Schleicher; Aeuheres: Freiherr von Neurath: 3nneres: Dr. Bracht; Finanzen: Gras Schwerin v. Krosigk; 3ustiz: Dr. Gärtner; Verkehr und Post: El; von Rübenach. Offen sind die drei Wirtschaftsministerien, also das eigentliche W.rtfchaftsministerium, ferner das Ernährungs- und das Arbeitsministerium. Heber die Besetzung dieser drei Posten soll wegen der besonderen Bedeutung, die ihnen zu- fommf, noch eine sorgfältige Klärung herbeige- führt werden. General von Schleicher beabsichtigt gemeinsam mit dem Reichsbankpräsidenten Dr. Luther und anderen in Betracht kommenden persönlich- teilen zunächst die Grundlagen für ein feftes wirtschastsprogramm zu klären. Zu diesem Vorgehen haben die Erfahrungen der letzten Zeit geführt, die sich auf einem gewissen Heben- und Gegeneinander dieser drei Ministerien ergaben. Man braucht nur an die Kontingentie- rungsfrage zu erinnern, um zu zeigen, wie notwendig eine solche planmäßige Behandlung der wirtschaftlichen Fragen ist. Erst wenn Klarheit über dieses Programm besteht, wird General von Schleicher die personelle Seite in Angriff nehmen. 3n politischen Kreisen rechnet man damit, daß Freiherr von Braun nicht als Ernährungs- m i n i ff e r wiederkommen wird. Ium mindesten Zweifelhast ist auch das verbleiben des bisherigen Reichsarbeitsministers Schaeffer. Dagegen wäre es denkbar, daß Dr. W a r m b o l d das wirlfchaftsminisierium auch in dem neuen Kabinett leitet. Reichskommissar für Preußen wird auf Grund der Fassung der ursprünglichen Not- ocrordnung automatisch der neue Reichskanzler. Dagegen nimmt man in unterrichteten Kreisen nicht an, daß Reichsminister Bracht die Stellvertretung des Reichskommissariats behält, weil die Leitung beider Aemler schon rein arbeitsmäßig eine zu große Ausgabe ist, als daß sie von einer Persönlichkeit geleistet werden könnte. Als Stellvertreter des Reichskommissars für Preußen wird also voraussichtlich ein neuer Mann ernannt werden. 3n politischen Kreisen rechnet man damit, daß General von Schleicher die Kabinettsbildung gelingt. Allerdings werden die Verhandlungen — schon wegen der wirtschaftlichen Ministerien voraussichtlich einige Tage dauern. Die Ernennung des Kabinetts wird erst erfolgen, wenn es in allen Einzelheiten feststeht. Schleichers Programm. Wirtschasts- und Sozialpolitik stehen im Vordergrund. Heber die grundsätzliche Einstellung des neuen Kabinetts verlautet von unterrichteter Seite, daß die Verfassungsfragen zurückge- stellt werden. Daraus und aus der Sorgfalt, die auf die Neubesetzung der drei wirtschaftlichen Ministerien verwandt wird, ergibt sich, daß die wirtschaftlichen und sozialen Aufgaben den Kernpunkt der jetzt beginnenden Regierungsvolitik bilden. Damit hat sich die Auffassung durchgesetzt, daß die Innenpolitik jetzt hinter der Wirtschasts- und Sozialpolitik zurücktreten muß. Destätigt wird das auch durch die Bemühungen um die V e r m e i d u n g des Konflikts mit dem Reichstag. Die An- sähe zur wirtschaftlichen Be^erung können, nach der Auffassung auch des Generals von Schleicher nur weiter vorwärts getrieben werden, wenn die wirtschaftlichen Interessen nicht dauernd von der politischen Seite — sei es durch Wahl- oder Derfassungslämpfe — gestört werden. Das Verhältnis zum Reichstag. Ein Konflikt soll vermieden werden. Die Beauftragung des Generals von Schleichers kam heute mittag einigermaßen überraschend, da man gestern abend doch wieder stark an die Wiederbetrauung des Reichskanzlers von Papen glaubte. Ter Berichterstattung des bisherigen Reichskanzlers beim Reichspräsidenten ging eine K a b i n e t t s s i tz u n g voraus, bei deren Beginn man ebenfalls noch sehr stark mit der Wiederbetrauung des Herrn von Papen rechnete. Tie psychologischen Gründe, die gegen diese Lösung sprachen, kamen aber auch in der Kabinettssitzung so stark zum Ausdruck, und sie wurden auch von Reichskanzler von Papen selbst nachdrücklichst betont, daß auch der Bericht beim Reichspräsidenten in dem oben gemeldeten Sinne aussiel. Eine besondere interessierende Frage ist nun natürlich, in welcher Form es gelingen kann, den Konfliktfall mit dem Reichstag zu vermeiden. Hierzu muh unterstrichen werden, daß der Traht zwischen dem General von Schleicher und den Nationalsozialisten keineswegs abgerissen ist. Es ist anzunehmen, daß die Schleicherschen Bemühungen oer letzten Tage in der gleichen Richtung fortgesetzt werden und zwar wahrscheinlich besonders durch Verhandlungen mit dem Reichstagspräsidenten Göring, der ja für diese Dinge die zuständige Stelle ist. Eine Verschiebung des Zusammentritts des Reichstags kommt schon aus den Gründen nicht in Frage, die sich aus der Verfassung ergeben. Die Bedeutung der ersten Sitzung liegt ja auch nur in der Konstituierung. Die Verhandlungen mit dem Reichstagspräsidenten werden sich deshalb in der Richtung bewegen, daß möglichst eine Vertagung de s Reichstags nach dem Zusammentritt erreicht wird. Die Aussichten dafür dürften um so größer fein, als auch der letzte Reichstag sich nach seiner Konstituierung zunächst um acht Tage vertagt hat. Wenn eine ähnliche Vereinbarung gelingt, so hat der neue Reichskanzler Zeit, seine Verhandlungen wegen der Haltung des Reichstags zu dem Kabinett in aller Ruhe weiterzuführen. Zunächst stehen allerdings jetzt die Verhandlungen über die Neubildung des Kabinetts selbst im Vordergrund. Englands zweile Schnldennole an die Union. London. 1. Dez. (WTD.) Der Wortlaut der neuen britischen Note an Amerika liegt nunmehr vor. Die 20 Folioseiten umfassende Note betont besonders eindringlich die tiefe Tleberzeugung der britischen Regierung, daß eine Wiederaufnahme der Kriegsschuldenzahlungen , wie sie vor dem Hoover-Moratorium bestanden, unvermeidlich die Depression im Welthandel verschärfen und verhäng- nisvolle Folgen für jede Nation zeitigen werde. Die britische Regierung glaubt, daß eine Erörterung der Angelegenheit mit der amerikanischen Regierung fruchtbare Ergebnisse zeitigen könne, und ist überzeugt, daß die Aussichten des Erfolges wesentlich durch die Verschiebung der Dezember rate gebessert werden würden. * ■■ Die Note weift mit Nachdruck darauf hin, daß das System der zwischen st aatlichen Schulden einen der wichtigsten Gründe für die Untergrabung des Vertrauens darstellt. Diese interstaatlichen Schulden, heißt es weiter, find grundverschieden von wirtschaft' lichen Anleihen, die sich durch ihre Produktivität selbst liquidieren. Reparationen und Kriegsschulden aber sind Ausgaben zur Zerstörung, die nichts hervorbringen, womit sie zurückgezahlt werden könnten. Auf lange Sicht können internationale Schulden nur In der Form von waren oder Diensten gezahlt wer- den. Vertrauen und Kredit können nicht wieder machte, jetzt genau in die gleiche Linie einbiegt. Das ist alles ganz richtig. Wir dürfen aber die Dinge nicht nur mit dieser Gemütsruhe und in so weitem Abstand sehen. Erleichtert wird damit die deutsche Politik in Rußland zweifellos nicht, wenn man in Moskau diese Verbindung mit Frankreich hat und ausgestaltet. Noch mehr aber worauf wir unablässig seit Jahren h.n- aewiesen haben: wenn wir von weiter abgelegenen Punkten wie einen Nichtangriffspakt Rußlands mit Japan oder gar Nordamerika absehen und die rumänische Lücke als so unbedeutend nehmen wie sie ist, so ist nunmehr das ganze O st - paktsystemabgeschloffenundlmfran- zösischen Sinne, dem der Hernotplan erneut Ausdruck gegeben hat, würde darin nur noch ein Glied fehlen, nämlich das sogenannte für uns unannehmbare Ostlocarno. Dabei ist dieser Begriff Don Frcuckreich gemeint im Sinne ausdrücklicher Garantie der Grenze. Der deutsch-volnische Schiedsvertrag von Locarno ist aber bereits ein Nichtangriffspakt mit seinem Verzicht auf Anwendung von Gewalt bei Lösung von Streitigkeiten. Herriot hat gewußt, warum er so sehr auf diesen Abschluß drängte, der natürlich ein Er- folg Frankreichs im Sinne der Befestigung des augenblicklichen Status in Europa ist, und Frankreich in eine Position zwischen Polen und Rußland bringt, die man von Haus aus für vollständig ausgeschlossen halten muhte Und das Zustandekommen dieses ganzen verwickelten Systems von Verträgen, in das sich Frankreich letzt eingeschaltet hat, sollte bei uns zum Nachdenken darüber anregen, ob wir demi überhaupt in den letzten Jahren fo etwas wie „konstruktive Ostpolitik getrieben haben. Ein westslawischer Block gegen die „deutsche Gefahr". Prag, 1. Dez. iTU.) Der Posener „Nowy Kurjer" veröffentlicht unter der Tleberschrift „P o * len und die Tschechoslowakei sind zu einem Zusammenschluß vorherbestimmt" eine Unterredung mit dem Vorsitzenden des Posener polnisch-tschechischen Vereins, Kierski. Kierski stellt fest, daß die Polen und Tschechen, abgesehen von der kulturellen und rassischen Einheit vor allem durch die deutsche Gefahr aufs tiefste verbunden sind. Nach der Meinung Kierskis sollte schon längst zwischen den Polen und Tschechen ein unzerreißbares Band geknüpft fein. Sie würden dann einen starken Block nicht nur gegen die deutsche Gefahr bilden. sondern auch eine Bürgschaft des europäischen Friedens sein. Weiter sprächen auch noch wirtschaftliche Erwägungen für den Zusammenschluß beider Staaten. — Die Nachricht wird von der tschechischen Presse besonders in dem tschechisch- agrarischen „Derer", dem Blatte des Ministerpräsidenten Malhpetz, groß aufgemacht wieder- gegeben. Aus der Provinzialhaupistadt in Gaskampf und Gasschutz läge ist kein Sonntag, aber ein Stück Sonntag hat jeder Tag,an dem man KAFFEE HAG trinkt! Herr Becker kann aljo ebenso wie fein Kollege Beyer bereits auf eine 25jährige Dienstzeit den Gießener Verkehrsbetrieben zurückblicken. Das Echo in Washington. Wenig Aussichten für einen Erfolg. — Kein Nachlaß für Krankreich. gilt auch dann, wenn das Kind infolge körperlicher und geistiger Gebrechen außerstande ist, sich selbst zu erhalten. Diese Leistungserhöhung erstreckt sich auch auf die Ersatzkassen der Angestelltenversicherung und tritt rückwirkend ab 1. Oktober 1932 in Ärait Der Reichsarbeitsminister hat die Zustimmung zu diesen Mehrleistungen bereits erteilt. mitnimmt. Weihnachtliche Schaufenster haben es trat ihren Verführungskünsten am leichtesten. Denn jedes Ding erhält mit einem Mal seine Beziehungen zu dem lichten Mittelpunkt, der am heiligen Abend der Phantasie der Vorwochen ein Ziel setzt. Freilich sind unsere Zeiten nicht dazu angetan, all das, was uns die Schaufenster eingeben, in dem Umfang zu verwirklichen, wie ihn uns liebevolles und freundliches Denken in solchen Augenblicken beglück- ter Schau einreden möchte. In diesem Jahre wird sich mancher Wunsch bescheiden müssen, entweder auf ein zeitgemäßes Ausmaß zurückgeschnitten, ober börsentechnisch umfrisiert zu werden. Aber auch wenn Wunsch und Wirklichkeit sich nicht in allen Fällen zusammenfinden können, weiß das Schaufenster noch unzählige Mittel und Wege, die unter den Weihnachtsbaum führen. Denn Schenken ist ja nicht nur Kaufen, sondern Wählen, Abwägen und ein Ab stimmen auf die seelische Wellenlänge des Empfängers. Mit Kleinem große Freude machen, ist eine Kunst. Wer sich hierin, trotz der Notzeit, als Meister zeigt, der ist Mensch in einem höheren Sinne als derjenige, der mit Paketen beladen nur „seine sämtlichen Verpflichtungen", als die er seine Gaben empfindet, nach kommt. Weihnachtliche Schaufenster sind die Wach- traume der Kinder. Sind die Hypnotiseure der jug-mdlichen Gemüter, mit denen die schönsten Flügelrösse in diesen Tagen durch die C« Ude einer schrankenlosen Phantasie tummeln. Dieses Vorrecht ihres Lebensalters läßt sie in den Wochen vor Weihnachten und vor den Schaufenstern sich als Herren der Produktion fühlen. Mit heißen Köpfen und brennenden Blicken stehen sie vor den Scheiben dicht beieinander, und es setzt nicht selten wortreiches Hin und Her ab, bis man sich einig geworden ist, wer einen geistigen Desihtitel auf die kunterbunten Sachen hat. die vorläufig noch herrenloses Gut sind. Helft ihnen ihre turmhohen Luftschlösser bauen, deren Fußböden mit funkelnden Mosaiksteinchen ausgelegt sind, über die ja doch schon allzufrüh die nüchterne Wirklichkeit ihren dürren Sand streut. Alles, was in den Schaufenstern liegt, laßt sie haben, damit es ihre Seele eine kur^z Weile mit Wärme und Glanz füllt, damit sich ihr Glücksrad bis zu dein Abend hrißgelausen hat, an dem sie vor Freude über das, was sie tat» sächlich greifen können, die Gaukeleien und Mär- zur Ablehnung geneigt macht, insbesondere, da hier keinerlei Reigung für ein Eingehen auf französis che Wünsche besteht. „Times"' meldet aus Washington: Welche Wirkung die britische Rote auf die bevorstehende Anempfehlung des Präsidenten Hoover und die zunehmenden Männer der Anhänger einer freundlichen Regelung auf den Kongreß aus- üben werde, ist immer noch so zweifel- hast, daß man verzweifeln möchte. Vielleicht ist es eine Aenderung der Ansichten, daß Mitglieder des Senats und des Repräsentantenhauses in Privatgesprächen mehr Bereitwilligkeit zeigen, die Möglichkeit e:ner Sonderbehanblung der britischen Schulden zu erörtern. Aber sie scheinen weniger von der Besorgnis vor der Rückwirkung der britischen Rote auf die Geschäftslage getrieben zu werden, als vielmehr von dem festen Willen. Frankreich weder im Dezember noch in Zukunft nur einen Cent seiner Schulden zu erlassen und von der Hoffnung, daß ein englisch-amerikanischer Kompromiß die doppelte Wirkung haben würde, auf ein« Isolierung Frankreichs hinzu- arbeiten und Japan zu einer Aenderung seiner mandschurischenPolitikzuveranlassen. G.A.-Sport. Spielvereinigung 1900 Gießen. Jugendsplele. Die Jugend A I der Spielvereinigung 1900 trat am Sonntag in Mulchenheim gegen die dortige A-Jugend an und siegte verdient mit 8:0 Toren. Die 1900er fanden sich zwar nicht gleich, blieben aber dann bis zum Schluß tonangebend. Bei Halb» zeit lautete bas Ergebnis bereits 5:0 für die Gießener. Während der zweiten Halbzeit kam der Gegner kaum mehr über die Mittellinie. — Die 2. Jugend weilte zum Spiel gegen die 1. Jugend von Lich in Lich und traf dort auf einen schwer nehmenden Gegner. Bei der Pause stand das Spiel mit Glück 3:1 für 1900. Nach der Pause drehten die Gießener mächtig auf, der Sturm erwies sich aber als unzulänglich, so daß nur ein knappe^ Sieg und dieser noch durch Eigentor der Lichter erzielt wurde. 1900s 2. Schü er lieferten den Schülern von Wieseck einen schnellen Kampf, der von den Blau» weißen mit 2:0 gewonnen wurde. Aus Einladung des Vorstandes der Gießener Studentenschaft fand am Mittwochabend inber Neuen Aula der erste Vortrag im Nahmen eines wehrpolitischen Vortragskurses statt. Nach Begrüßungsworten Se. Magnifizenz bes Rektors Prof. Dr. Jeß hielt Universitätsprofessor Dr. Hildebrandt einen Vortrag über „Gas- tampf und Gasschu tz". Der Vortragende führte in feinen interessanten Darlegungen u. a. aus: Bisher ist es nicht gelungen, ein internationales Verbot gegen die Anwendung von Giftgasen im Kriegsfall zu erreichen. Es ist sicher, daß nicht nur der Soldat an der Front und in der Etappe, sondern auch die Zivilbevölkerung in der Heimat durch die Verwendung von Giftgasen stark bedroht wäre. So ist es kein Wunder, daß bas Problem bes Gasschutzes sehr aktuell ist und daß man erfreulicherweise nun auch in Deutschland beginnt, den passiven Luftschutz zu organisieren, nachdem uns der aktive versagt ist. Die Vorbedingung für einen wirksamen Gasschutz ist die Kenntnis der Wirkung und Folgen von Giftgasen. Die sog. Kampfgase sind Gifte von außerordentlich hoher V.rksamkeil, die der Luft als Gas, Dampf, Rebel, Staub oder Tröpfchen beigemischt werden und so zur Wirkung gelangen. Im Weltkrieg kamen 54 derartige Gase zum Einsatz, am Ende bes Krieges waren 12, die sich am besten bewährt hatten, noch in Verwendung. Di« Kampfgas« sind in verschiedene Gruppen einzuteilen: 3n di« sog. Reizstoff«, die schon in geringster Konzentration heftigste Reizerscheinungen an den Schleimhäuten des Auges, der Ras« und des Mundes Hervorrufen und zum Riesen, Tränenträufeln und Erbrechen führen. Sie sind verhältnismäßig wenig gefährlich, ihre Wirkung klingt schnell ab, ohne rrgendwelche Dauerschäden zu hinterlassen. Gefährlicher sind die eigentlichen Giftstoff«, deren Hauptr ertreter das Phosgen ist. Das Phosgen schädigt in schwerster Werse die Lunge; wird es in minimalster Konzentration «ingeatmet, so spürt der betreffende einige Stunden lang nichts. Dann erst kommt es durch Austritt von Flüssigkeit in die Lungenbläschen zu zunehmender Atemnot, die sich immer mehr steigert und schließlich zum Tode führen kann. Die ersten beiden Gruppen, die von deutscher Seite als „Blaukreuz"- und „Gelbkreuz"-Muni1ion verwendet worden sind, sind der Typus der Aggressto- Munition, sie sollen den Gegner außer Gefecht setzen und zwar vorübergehend (Reizstoffe: Blaukreuz) oder dauernd (Giftstoffe: Grünkkeuz). Der dritte Typus der Kampfstoffe ist die Gelb- kreuzmunition, das Senfgas. Im Gegensatz zu den obenerwähnten Kampfstoffen ist das Senfgas sehr wenig flüchtig, es ist bei der gewöhnlichen Lufttemperatur eine Flüssigkeit. Kommen feine Tröpfchen dieses Giftes auf die Haut, so spürt der Betreffende zunächst nichts, erst nach Stun- Wcltervoraussagc Heber dem Rordatlantik ist eine neue trat Störung erschienen, die, nachdem der hohe Druck nun ziemlich verdrängt worden i|t, sicy vis in unseren Bezirk hin durchsetzen wird. Sie hat über den britischen Inseln schon verbreitete Riederschläge hervorgerufen und schiebt ihre Warmluft, wie an den Temperaturen der Berge zu erkennen ist, in der Höhe ostwärts vor. Es wird sich also Milderung durchsetzen, dabei tritt vielfach diesiges und bewölktes Wetter ein, vereinzelt kommt es zu Regenfällen. AussichtensürSamstag: Milder, vielfach dunstig und bewölkt, vereinzelt« Rieder- schläg«, südwestlich« bis westlich« Winde. AussichtenfürSonntag : Weiterhin bewölktes und noch ziemlich mildes Wetter. schuldenverpflichtungen könne das Lausanner Abkommen nicht ratifiziert werden. Die Frage der Reparationen würde ungeregelt bleiben. Die Besserung im Vertrauen, die auf die Lausanner Vereinbarungen folgte, würde wieder zunichte gemacht werden und zahlreiche ernste politische und finanzielle Probleme, die jetzt in der Erörterung stehen, würden dadurch verhängnisvolle Ergebnisse haben. Die Rote erklärt: „Die britisch« Regierung betont ihre äleberzeugung, daß ihr Vorschlag für eine Suspendierung der Dezemberzahlung, ein Vorschlag, der in keiner Weis« eine Endregelung berühren würde, notwendig ist, um di« für ein erfolgreiches Ergebnis der darauf folgenden Besprechungen über die Revision der bestehenden Schuldenverpflichtungen günstige Lage zu schaffen. Die Reserven der britischen Regierung m Gold und in ausländischer Währung würden, obwohl ausreichend, um Währungsschwankungen zu mildern, nicht genügen, um die Zahlung von 95,50 Millionen Dollar zu decken. Die Währungsschwierigkeit würde bestehen bleiben, selbst wenn man zu dem Hilfsmittel einer Sterlingzahlung auf ein Sperrkonto greifen würde. Me einzig übrig bleibende Alternative würde eine Zahlung in Gold sein. Eine derartige Zahlung würde die Opferung eines beträchtlichen Teiles der Goldreserven der Bank von England bedeuten, die allgemein angesehen werden als gerade genügend für die Verantwortlichkeit Londons als Finanzmittel- Punkt." Weihnachtliche Schaufenster. In den Wochen vor Weihnachten üben die Schaufenster einen magischen Zauber aus, dem olle unterliegen, die an ihnen vorübergehen. Denn es liegt in diesen Wochen etwas Unsichtbares hinter ihnen und in der Luft, das uns alle empfänglich macht für Lockungen, die in dieser Zeit bas geheime Sehnen der großen und der kleinen Kinder sind. Dann sind die Schaufenster wie Märchenerzähler, bie -uns dauernd begleiten, unsere Augen und Blicke lenken, uns zwingen, stehen zu bleiben und unsere Gedanken zwischen all dem Vielfältigen spielen zu lassen, bas ba hinter Glas auf den wartet, der es Washington, 1. Dez. (WTD.) Di« englische Rote wird hier allgemein als diplomatisches Meisterstück bewundert, und einige der von der englischen Regierung angeführten Argumente werden als durchaus diskutabel bezeichnet. Trotzdem bereitete der Inhalt Enttäuschung, weil man fest geglaubt hatte, daß bie amerikanische Antwort auf d.« erste britische Rot« die Unmöglichkeit des Aufschubs der Dezemberrate überzeugend bargelegt habe. Die englischen Ausführungen in der heute publizierten Rote seien wertvolles Material für spätere Verhandlungen, wenn und sobald der Kongreß die betreffende Kommission ernannt habe, aber sie könnten nicht als Grund für die Richtzahlung der am 15. Dezember fälligen 95 Millionen Dollars benutzt werden. Bekanntlich ist auch in dem alten, feine Tagung wieder beginnenben Kongreß bie Mehr- yeitgegenHoobereinge stellt und wirb sich, ba Roosevelt eine Einmischung zugunsten der Alliierten ablehnte, kaum dazu verstehen, irgendwelche Vorschläge Hoovers in der Schulden» frag« gutzuheißen. Di« Lage wird ferner dadurch verschärft, baß morgen auch Frankreich eine ähnlich« Rot« hier übergeben und damit wiederum der Eindruck einer alliierten Einheitsfront geschaffen wird, was er- fahrungsgemäß den Dundeskongreh stets mehr Hitler im Wahlkampf in Thüringen. Greiz, 2.Dez. (TU.) Am Donnerstagabend fand eine Kundgebung der RSDAP. für die kommenden Thüringer Kommunalwahlen statt, die insofern besonderes Interesse beanspruchte, als Hitler persönlich sprach. Rach Ans uhrungen zur thüringischen Politik kam er auf die letzten politischen Begebenheiten zu sprechen und erklärte, man verlange ihn und seine Organisation nicht um der Sache willen, sondern um die Organs- fation zu diskreditieren durch die Fehler, die die anderen begangen hrben. Dazu gebe er aber seine Organisation nicht her. Man habe ihm vor- getoorfen — auch in den eigenen Reihen —, daß er nicht in die Papen-Regierung eingetreten sei. Di« Regierung sei aber nach kurzer Dauer zusammengebrochen. Was würde man heute von ihm sagen, wenn er mitgestürzt worden wäre? Die Intervalle von einer Regierung zur anderen würden immer kurzer, die Zeit der Rationalsozialisten komme bald. Auf mündliche Verhandlungen lasse er sich in Zukunft nicht wieder ein, da man ihn nur damit in die Falle locken möchte. Alles geschehe jetzt schriftlich. Auch er könne einmal rasch von bet Bildfläche verschwinden. Dann wolle er, daß aus den schriftlichen Aufzeichnungen festgestellt werden könne, daß er ehrlich und nur der Sache gedient habe. Hitler begab sich daraufhin zu einer zweiten Rede nach Altenburg, wo er u. a. erklärte, di« Streiks in Westdeutschland und in Berlin seien von den Rationalsozialisten nicht des Streiks wegen inszeniert worden, sondern um die Arbeiterschaft zu schützen. Wenn man in der Zukunft versuchen sollte, ihn durch Zuckerbrot und Peitsche yi gewinnen, dann irre man sich. Für ihn und seine Bewegung stehe das Wort „ergeben" in keinem Wörterbuch. Für die nächste Zeit dürfe nichts weiter erwartet werden, als Fortsetzung des Kampfes, und er sei Fanatiker und sicher, daß er fein Ziel erreichen werde. Auch heute noch sei er jederzeit bereit, die Verantwortung z u tragen, oder wenn man ihn davon fernhalten wolle, so sei er auch bereit zum Kampf, und „wenn die Welt voll Teufel wär'". Mehrleistungen in der Angestellten- Dersicherung. Berlin, 1. Dez. (ERD.) Der Derwaltungsrat der Reichsrersicherungsanstalt für Angestellte hat am 29. Rovember eine Satzung beschlossen, die die Altersgrenze für den Bezug von Waisenrente und Kinderzuschü s sen vom 15. auf das 18. Lebensjahr erhobt. Voraussetzung ist hierfür Schul- undDerufsaus- btlbung des Kindes. Die höhere Altersgrenze ** Zu ber Eröffnungsfahrt auf der Straßenbahnlinie Gießen — Wieseck, Über bie wir am Mittwoch berichteten, ist berich- tugenb festzustellen, bah der Straßenbahnwagen- führer Becker nicht erst im Jahre 1934 sein 25jähriges DienstJubiläum im Gießener Verkehrs- wesen begehen würbe, fonbern daß er bereits feit 1. November 1907 im Gießener Derkehrsdienst steht, und zwar bis zum 20. November 1909 bei bem Omnibusbetrieb und seitdem bei bet Straßenbahn. den zeigt sich Rötung und Blasenbikdung, die nach Tagen zur Witoßung. des gejd^ät iten Gewebes führt. Die Heilung dauert außerc it.äd) lange, bis zu einigen Monaten. Bei dem Schuh gegen kampfgasstoffe unter- scheibet man den 5a nmelfchuh und den Einzel- schuh. Beim Sammelschuh handelt es sich da : m, Gebäude, die für die Ausnahme größerer Menschenmengen bienen können, durch geeignete Vorrichtungen mit giftfreier Luft zu versorgen. Beim Einzelschuh wird das einzelne Individuum durch geeignete Apparate vor der Einatmung der Giftgase geschützt. Man unterscheidet dabei drei grundsätzlich verschiedene Typen: Die Sauer st ofsisoliergeräte, bei denen der Träger des Apparates reinen, hoch- komprimierten Sauerstoff in einer kleinen Stahl- flasche mit sich führt. Dieser Apparat wird auf dem Rücken getragen, eine Schlauchverbindung führt unter die Maske, die vor dem Gesicht getragen wird. Bei den Schlauchgeräten, dem zweiten Typ, ist der Träger durch einen bis zu 100 Meter langen Schlauch mit giftfreier Luft verbunden. Bei den Filtergeräten oder sogenannten Gasmasken ist ein Filter vorgeschaltet, in welchem die der Luft beigemischten giftigen Gase zurückgehalten werden. Diese Filter sind in der Lage, auch verhältnismäßig große Mengen giftiger Gase zu binden und so die Lust, die so durch das Filler hindurchtritt, vollkommen giftfrei zu machen. Zum Schuh der Zivilbevölkerung muß diese aufgeklärt werden, weiter muh die Möglichkeit bestehen, daß bestimmte h.lfs- und Schuhmaß- nahmen schnell durchgeführt werden können. Vor allem die Aerzte müssen bas nötigste über die Giftgase und den Schutz vor ihrer Wirkung wissen, auch die Sanitäter, die Feuerwehr und die Technische Nothilfe müssen bis zu einem gewissen Grade nach dieser Richtung ausgebildet werden. In anderen Ländern ist der passive Gasschutz schon weit verbreitet und gut organisiert. Auch bei uns in Deutschland erscheint es geboten, der Organisation des Gasschutzes mehr Aufmerksamkeit zu schenken, als es bisher dea Fall gewesen ist. Frauen im Freiwilligen Arbeitsdienst, hauptsächlich im Dienste der Winternothilse. Frankfurt a. M., 1. Dez. (WSN.) Während der männliche Arbeitsdienst im Bereich bes Landesarbeitsamtes Hessen in letzter Zeit etwas zurückge- gangen ist, ergibt sich bie merftoürbige Tatsache, baß im Freistaat Hessen und in Hessen-Nassau, bie bas Landesarbeitsamt umfaßt, bie Frau im freiwilligen Arbeitsdienst in bisher noch nicht ba gemefener Weise in den Vordergrund tritt. Die Zahl der Maßnahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes, bei denen ausschließlich Frauen und Mädchen beschäftigt sind, ist in letzter Zeit von etwa 1 5 auf annähernd 30 ge ft legen. Der freiwillige Arbeitsdienst zeigt sich hierbei von einer ganz neuen Seite: er ist zum getreuen Spiegelbild der allgemeinen Not geworben, denn der freiwillige weibliche Arbeitsdienst ist vorwiegend auf die Winternothilfe eingestellt, die in den Städten des Bezirks sowohl, wie in den kleineren Gemeinden in verstärktem Maße eingesetzt hat. Es sind hierbei eine erhebliche Anzahl Frauen und Mädchen in den Dienst der Winterhilfe gestellt-, in Frankfurt sind es etwa 150, selbst bei den einzelnen Maßnahmen in den kleinen Gemeinden sind je 25 bis 30 Frauen beschäftigt. Ihre Tätigkeit erstreckt sich auf die für bie Winterhilfe nöt gen Reparaturen und Handarbeiten, nur eine kleine Anzahl ist den Gruppen männlicher Arbeitsdienstwilliger zum Kochen, Waschen usw. zugeteilt. aufleben, bis den versuchen, den Strom des Kapitals zu zwingen, bergauf zu fließen, ein Ende gemacht ist. Die Erfahrung hat gezeigt, daß die Zahlungs- fähigkeit bes Schuldners nur zweitrangige Bedeutung besitzt gegenüber der Fähigkeit der Well, die wirtschaftlichen und finanziellen Folgen, die d i e Transferierungen mit sich bringen würden, zu ertragen. Es wird einem Gläubigerlande nichts nützen, ein paar Millionen Pfund ober Dollars zu sammeln, wenn es baburth bie Wellunordnung verlängert und eine Kriegs-schuldenregelung, wie großzügig sie auch immer fein mag, würbe sich über und über durch den Beitrag bezahlt machen, den sie zu der Wiedererholung der Welt leisten würde. Es liegt in der Macht der Regierungen der Welt und besonders der Vereinigten Staaten und Großbritanniens, als der beiden größten Gläubigernationen, wenn sie sich zur Zusammenarbeit zuisammenfinden, den ersten und wesentlichen schritt auf bem Wege zur Abwendung des finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Unheils zu gehen. In dem der Lausanner Regelung ge- widmeten Abschnitt der Rote heißt es: Wenn die Zahlung der für die britische Kriegsschuld an die vereinigten Staaten fälligen Summen wieder aufgenommen werden soll, so würde die britische Regierung verpflichtet sein, die Frage der Zahlungen ihrer eigenen Schuldner wieder zu eröffnen. Die Schuldnerländer würden ihrerseits Zahlungen Deutschlands zu fordern haben, und Großbritannien würde dasselbe tun müssen. Ohne eine Regelung der Kriegs- py*hlb: 30 N* I*«®™ M d-« ■ adE, .Ach, bl' habe ich b' Aber Ku fleine SB L M Ur SaM K in der M sehr vemM Mräftcn fj" Er erhob -ersehen, m zärtlich, abe & .Komr habe schon So heiter gegenüber l er am M Erika behan -urchsichZ' habe tvirkllch von der Krc .Iesiimmt für ein pa< bringen kön ausgesetzt 10 Home ein f einmal sehen tun würde. S Klima sicht durchs Frühlingssoi Schneeslväer „Mn to schicken", er nur, Herr wohin." Kindergut gerat Kinder- K’seiden- Damenwarm gef Damen- xnitK'seide Damenecht Mak Damen K'seide p Damen reine Wo Damen Wolle mi Sonntag j< r dmuit bei Bri 30 ftortleftung Nachdruck verbalen Wn. Strümpfe und Schlüpfer Wirsindnochbilliger’ jetzt besonders billig! 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Geht alles gut, so kann sie dann ruhig noch allein fortbleiben." Kurt dachte nach: »Auch das wird sich irgendwie lösen", meinte er. „Q3L8 wann denken Sie, daß Erika wird reisen können?" »Wenn alles so gut weitergeht, hoffe ich, in vier Wochen I" war die Antwort des Arzt^. Kinder-Schlüpfer gut gerauht. Größe 30..................... Kinder-Schlüpfer K’seiden-Deeke mit warmem Futter. Größe 30 Damen-Schlüpfer warm gefüttert, sehr vorteilhaft, Größe 42... Damen-Schüpfer mit K'seiden-Decke und molligem Flauschfutter Damen-Strümpfe echt Mako, der solide Gebrauchsstrumpf..... Damen-Strümpfe K'aeide plattiert, sehr strapazierfähig....... Damen-Strümpfe reine Wolle, fehlerfreie schwere Qualität..... Damen-Strümpfe Wolle mit K'seide. besonders vorteilhaft ... GIESSEN*MAU6ßURG lö Sonntag ist mein Geschäft von 12 bis 6 Uhr geöffnet I 8473 A Familien-Drucksachen VermähiungsanzeiQen bei Brühl, Schulstraße Geburtsanzeigen Dep. 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Kurt steckte tief in der Arbeit — es galt unter Aufbietung aller Kräfte, wieder gutzumachen, was Ivarsen an dem Werk verdorben hatte. Aber Schulter an Schulter mit seinen getreuen Mitarbeitern kämpfte er sich weiter. Ton allen war es wie ein Alp gewichen, seit Ivarsen unschädlich gemacht war und wieder eine reine Atmosphäre über dem Bremerwerk lag. , KL. »Hilfe. c Spenden Meinet “.'M Leupin Creme und Seife vorzügliches Hautpflegemittel, seit Jahren glän- zend bewährt bei Mit,Mn Ausschlag, Krätze, Hä- mo rhoiden, Bemschäd , Wundsein usw. |iQ20 V Löwen Drog. W.KIIbinger Nacht., Seltersweg 79a; Drog. Winterhoti, Kreuzplatz 10: Kreuz Drogerie A. Noll, Bahnhofstr. 63; Med.-Drogerie H. Elges Seltersweg 68a. Neue Zitronen, 10 Stück 0.25,0.35, 0.45 Triste Trauben, Mandarinen, Crange«. 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Auch mit Hiltrud schien das Zusammenleben über Erwarten gut zu sein. .Sie ist so rührend besorgt um mich, so gut und lieb", schrieb Erika, „daß ich sie von ganzem Herzen liebe und verehre. Wie konnten wir früher glauben, dah sie kein Herz hätte? Aber Kurt, ich glaube, sie leidet im stillen mehr unter der Trennung von diesem Ivarsen, als sie je zugeben würde. Äeulich wachte ich nachts auf, sah durch die Türspalte Licht — und hörte ein leise« Schluchzen aus Hiltruds Zimmer. Ich habe natürlich nicht gezeigt, dah ich irgend ewas gehört hatte: aber wenn ich so oft am Morgen ihre geröteten Augen, ihre blassen Züge sehe, weih' ich, dah unter ihrer gleichmähigen Freundlichkeit ein schweres Herzeleid verborgen ruht." Nachdenklich las Kurt diese Zeilen in Erika« Briefe — welch ein Kummer konnte es fein, der Hiltrud so tief quälte? Sie hatte es ihm ja einmal angedeutet, aber er ahnte nicht, wer e- war, dem ihre hoffnungslose Steigung galt iFortletmn- folgt.) .Das wünschte ich auch, mein Herz. Aber da es nun einmal so gekommen ist, müssen wir dankbar sein, dah es Hiltrud nicht zum Schaden, sondern zum Segen geworden. Sie ist jetzt ein ganz anderer Mensch und ich glaube, es kommt bei jedem Schicksal darauf an, was wir daraus machen. Ich soll dir von Hiltrud die schwesterlichsten Grüße bringen. Eie wäre selbst gekommen, aber der Arzt hat nur m i r Zutritt erlaubt, und auch das nur, wenn ich schön bescheiden bin und nicht zu lange mit dir plaudere." „21$, bleibe doch noch", bat Erika, „solange habe ich dich ja nicht gehabtl" Aber Kurt blieb fest. „Ich habe dich zu lieb, kleine Erie, als dah ich deine Gesundheit aufs Spiel sehen möchte" — er sah dabei mit heimlicher Besorgnis die roten Flecken auf ihren Toden, spürte das schnellere Pulsen des Blutes in der durchsichtigen Hand. „Wir müssen sehr, sehr vernünftig fein, damit du bald wieder zu Kräften kommst!« Er erhob sich und kühte sie innig: „Auf Wiedersehen, meine Erie, bis morgen", sagte er zärtlich, aber bestimmt: dann wandte er sich zur Tür: „Kommen Sie nur, Schwester Raffaela, ich habe schon selbst die Besuchsstunde beendet" So heiter und zuversichtlich Kurt auch Erika gegenüber sich gezeigt hatte, so sorgenvoll sah er am gleichen Tage dem Arzt gegenüber, der Erika behandelte. „Ich weih nicht, sie ist so durchsichtig und zart geworden, Herr Doktor: ich habe wirklich die größte Sorge, dah irgend etwas von der Krankheit zurückbleibt" „Ikftimmt nicht, wenn man Fräulein Erika für ein paar Wochen in ein warmes Klima bringen könnte, damit sie keinen Rückschlägen ausgesetzt ist. Sie mühte irgendwo in südlicher Sonne ein paar Wochen verbringen. Sie sollten einmal sehen, Herr Bremer, was das für Wunder tun würde. Hier freilich in unserem unbeständigen Klima —", der Arzt sah mit bedenklichem Gesicht durchs Fenster nach drauhen, wo die helle Frühlingssonne verschwunden war und graue Schneeflocken von fah'em Himmel herunterjagten. „Dann werden wir Erika nach dem Süden schicken", erklärte Kurt „Bitte, bestimmen Sie nur, Herr Doktor, wann sie reifen soll und wohin." Weilburg Fulda Vorstadtstr. 1 Markt 11 Marütatr. 17 würde sich sicherlich sehr unglücklich fühlen. Ich habe Ncht einmal Zeit, sie hinzubringen — wüßte ich nur jemand, der mir diesen Liebesdienst erweist und Erie für ein paar Wochen begleitet" Hiltrud wurde feuerrot sie kämpfte mit sich: er sah, wie sie zum Sprechen crnsehte und wieder schwieg. Also war sie doch noch zu stolz. Es schien ihr unter ihrer Würde, eine schlichte Erika Schmitt zu begleiten. Immer redete sie von Dankbarkeit ihm gegenüber — und nun die Gelegenheit kam, diesem Dank Ausdruck zu geben durch die Tat, nun versagte sie. Brüsk wandte Kurt sich um und wollte das Zimmer verlassen. Da hörte er Hiltruds leise Stimme hinter sich: „Kurt ich wage es kaum, dir diesen Vorschlag zu machen, denn ich fürchte, Erika wird nicht vergessen haben, daß ich ihr oft unfreundlich begegnet bin; aber wenn sie daS verzeihen und ich dir irgendwie helfen kann —“ Sie konnte nicht vollenden, Kurt war auf sie zugetreten und, ihre beiden Hande ergreifend, sagte er: „Hiltrud, jetzt bin ich es, der dich um Verzeihung bitten muß. Ich glaubte, du wolltest meine unausgesprochene Ditte, mit Erika zu reifen, nicht verstehen: glaubte, es paßte dir nicht, ein einfaches Mädchen wie meine Erie zu begleiten — ich habe dich immer noch nicht richtig erkannt bis heute. Aber nun sehe ich, wie du bist — und ich danke dir. Wenn du mir meine Erie ein paar Wochen behüten willst, werde ich ruhig fein. Eries Gefühl dir gegenüber glaube ich zu kennen. Riernand wird glücklicher und dankbarer sein als sie, wenn ihr euch näherkommt. Und auch dir wird es gut tun, einmal heraus- zukommen I Du siehst sehr elend und angegriffen aus." „Ach, laß nur, Kurt, ich bin zäh. Ich bin bald wieder frisch, Rur die Mutter macht mir Sorgen. Sie ist fo hinfällig fett der Katastrophe, so verändert: ich trenne mich schwer von ihr — wer wird sich um sie kümmern?" „Aber Hiltrud, bin ich nicht auch noch da? Ich werde schon alles aufbieten, sie die Einsamkeit vergessen zu lassen. Große Geselligkeit allerdings können wir uns ja nicht leisten, und ich ßabe auch den Eindruck, daß deine Mutter derartige Wünsche gar nicht hegt: aber vielleicht können wir ihr irgend jemand einladen, an dem sie hängt, damit sie nicht nur auf mich angewiesen, dessen Zeit mehr als knapp ist. Denk' einmal über meinen Vorschlag nach, liebe Hiltrud, und besprich ihn gelegentlich mit Mutter." Hiltrud sah ihn mit schwesterlichen Augen an: „Das erstemal, daß du .Mutter' sagst, Kurt!" sprach sie leise. „Ob, wenn wir doch früher zueinander gefunden hätten, damals, als der Vater noch lebte.“ Ihre Augen wurden feucht._______ Mt unter- ib den Clnjrf- es sich da-", jrößetet Uta- icch geeignet« ]u versorgen. ne Individuum er Llnalmung L chsöM oliergeralt, ites reinen, g; r kleinen W Windung hi Magen umd. M M>len *•)?' -JffS Sä nben und ndurchtntt,D0Ü ing niob Jie MllM ivd ww 2* hei er MkE E Mwehr und du kis zu einem 8* esme°. rde! als es W? m 1900 trat n w dortig« nii W Toren. MH. Mitten itnb. U.hsll>. für bit Tie« I tarn btr ft? . - Die 2.^. !. Jugend m nen fchwer stand dar Spiel Paufe dreM irm erwies sich n tnopper Sieg t Lichter erzielt n Schulern von von den Dlau« Kurt war kaum zu Hause angelangt, als er Hiltrud aufsuchte. Er fand sie in ihrem Zimmer, über verschiedene Briefe gebeugt Sie machte ein müdes, trauriges Gesicht „Was ist denn, Hiltrud?" fragte Kurt herzlich. „Kann ich dir in irgend etwas behilflich fein?“ Hiltrud schüttelte müde den Kopf. „Ich danke dir, Kurt, aber leider nein. Ich versuche überall eine Arbeit zu bekommen, eine Anstellung: aber überall bekomme ich einen abs hlägigen Bescheid. Alle die Stellen, die ich allenfalls ausfüllen könnte, sind besetzt Das kommt davon, wenn man nichts anderes kennt als ein paar Sprachen — da gibt es Tausende, die das gleiche gelernt haben." Sie sah mutlos vor sich hin. „Gräme dich doch nicht, Hiltrud", tröstete Kurt herzlich. „Ich kann dir nur immer und immer wieder versichern, daß die Verhältnisse bei uns im Bremerwerk sich doch wesentlich gebessert haben. Daß es nicht nötig ist, für dich eine Stellung zu suchen. Ihr seid ja jetzt so haushälterisch, du und deine Mutter, daß ich die Belastung des Haushaltes wirklich nicht spüre. Willst da unter diesen Umständen deinen Plan nicht aufgeben?“ Sie verneinte stumm, und er drängte nicht in sie; wußte er doch, daß auch der Wunsch, durch eine Tätigkeit sich ein nützliches Leben zu schaffen, sie bestimmte. Aber er dachte nach, wie er Hiltrud das Gefühl geben könnte, sie leiste etwas für das, was er an ihr und ihrer Mutter tat. Uni) er glaubte es gefunden zu haben. Sie selbst erleichterte ihm diesen Plan unbewußt. „Wie geht es Erika", fragte sie: »ich hörte, du durftest beut’ jum ersten Male zu ihr?" Sie sah ihn warm und teilnahmsvoll an. Kurt machte ein gewollt sorgenvolles Gesicht. „Der Arzt erklärt, daß Erika nur dann ganz gesund werden wird, wenn sie für einige Wochen in ein wärmeres Klima kommt. Er denkt an Hieran. Aber allein darf sie nicht reifen, sie muß wenigstens für die ersten Wochen jemand um sich haben, dem wir sie anvertrauen können. Sie ist ja noch nie in der Welt draußen gewesen und Betr.: Zwangsversteigerungssache Hessische Landesbank, Darmstadt, gegen Äarl Eller V. in Muschenheim. In der Zwanasversteigerungssache gegen den Karl Eller V. in Muschenheim ist Der Dersteigerungstermin vom 16. Dezember 1932 aufgehoben. 8475D Lich, den 30. November 1932. __________Hessisches Amtsgericht.___________ niimmiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiini Prima Ananas-Aevrel und kleine Gold« Parmänen-Aevkel ....10 Pfd 1*50 Neue große Haselnüsse und bellsckalige Riesige Mengen Seiden-Stoffe Marocaine-Druck ca. 100 cm br., hochmoderne Streifen, Blumen- und Karo-Muster in den neuesten Farbtönungen und ersten Quah- Meter ab täten zum Spottpreis Crepe Amure ca. 100 cm breit, in mod. Farben, hochwert, weichfl. Kleiderqual. Ein Sonder- Angebot, wie Sie es selten erleben, da die Ware fehlerlos ist - Meter nur Praktische 8921 A Weihnachtsgeschenke 1882-1932 Kundenurteil ist maßgebend! 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Weitere Mitteilungen: Vortragsscl.au Nr. 3 zu Ende Dezember. Die 2. Bei'ragsrate von Mk. 4 — wird in diesen Tagen unter Aushändigung des neuen flutschelnheftes durch Kasaenboten erhoben; pünktliche Einlösung liegt im Interesse der Mitglieder! Bitte ausschneiden und auf bewahren! 8462D Jetzt 59 Wirksame erbe-Drucksachen bei Brühl, Schulstraße 7 WILH. HERBERT Marktplatz 2,1. Stock (kein Laden) __8464D Backfisch-Kleid aus la kunst- m äfa seid. Marocaine od. Flamenga, mit 1 ■JuU moderner Garnierung.. .schon für | Cb Katharine Stein, geb.Inderthal, Witwe des verstorbenen Bürgermeisters Jacob Stein, im Alter von 83 Jahren. Samstag, 3. Dez., 20'» Ubr 8458D Monats-Versammlung mit inter.Licktbild- Vortrag i.Hess.Hof animiiiiiiiiiiiiiiiiiinuiiiiD HIMMMMMHOMUHM« MeHonraiion 51aö( Cantecdaffi — Licker Straße 57 — ovosi Morgen Samstag: Mg LNetzel- Äli suppe! Emil Simpel. Metzgerei und BJittKBall. Hausfrauenabenden höflichst ein. Die Hausfrauenabende finden statt: Mittwoch, den 7. Dezember 1932 im „Katholischen Vereinshaus**, Liebigstraße Donnerstag, den 8. Dezember 1932 im „Katholischen Vereinshaus“, Liebigstraße Freitag, den 9. Dezember 1932 im „Oafd Leib“, Walltorstraße Die Veranstaltung beginnt jeweils abends 8 Uhr Mitwirkende: Kapelle Meyer und Solist Erb, Wieseck, sowie 2 Gesangs-Quartette Redner: Frau Theunissen, Düsseldorf, und Verbandssekretär Pichler, Heidelberg Eintritt 29 PL (Karten sind in unseren Verteilungsstellen. sowie bei unseren Funktionären zu haben.) 30 Pf. erhalten die Mitglieder in Waren zurück. Die Eintrittskarten werden beim Besuch der Veranstaltung abgestempelt , [8397D Mit genossenschaftlichen Gruß Das Sekretariat Konsumverein Gießen und Umg. e.G.m.b.H. irischer Nosenkohl ' ... 3 Pfd. 0.50 SckneeweisterBlumenkohl, Sl. d.0.30 an Neue gelbe Zitronen.... 10 Stck. 0.30 ann Herren-Mäntel zum Teil nicht aus der diesjährigen Saison unddaherimPreis gewaltig zurückgesetzt Aevfel (ausgeschnittene).. 10 Pfd. 1.— 1» Aeviel z.Koch. u. 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Dezember 1952 Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger fürGberhesien) Ur. 284 Zweites Blatt Wirtschaft M ODEON ■IlflllilllllllllHIIIIIIIIIIilllll^ Öeschäftsdrucksachen I Verkäufe II VerdicntDngen Rechnungen I ___—I ’ _ " Briefblätter * «ymaiUcoTcn. p?P.U** Briefumschläge iSLh. «Wh Sw DOT Kalte Briefumschläge 1 Tauerbrand- Meine neuen Herbst- n.Wintermoden Gäste willkommen 1 M60D Der Vorsitzende: Dr. Faber. WUW!^ 8407 A Tavetenhaus Heb. Kreiling. Vabnbofstr.^tz 8>otd iiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiii Backzutaten in bester und billigster Beschaffenheit wie: Mandeln, süß und bitter. Gewürze, Farin- und Printenzucker, Drowe-Backpulver u, Vanillezucker und alles übrige, was die Hausfrau für das Weihnachtsgebäck gebraucht Postkarten Beschäftskarten bet Brühl. Schulstrafle I llllllllllllllllllllllllllllllllllll Das Haus der Musik Gegründet 1857 8454 a bringen in diesem Jahre einen anfieromentlichen Preis-Äthan! Soenoecken- BücUersclirank oder eins. 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Die Mutter des Freundes wurde von der Polizei verständigt, und sie gab dann auch, als knirsch bei ihr einlraf, der Polizei Nachricht, die ihn in der Wohnung verhaftete und ihm die Tot auf den Kopf zusagte, worauf knirsch ein Geständnis oblegte. Es wurden noch 2 5 6 4 Mark bei lhm vorgesunden. 0 4999AusHoffmannsErzählungen Lied des Kleinzack Ha. wie es in der Seele entbrennt Wie sich die Bilder gleichen Und es blitzen die Sterne ODEON-Plotlen und Musikoppo rote erhältlich in jedem guten Fachgeschäft Ordentliches Mädchen Itansüb.) zur Aus- Hilfe gesucht. BorZu- steUennurnach4Ubr Llldw gstt. 24 p. most Frankfurt a.HL, 1. Dez. (WSN) lieber die Ermordung des Geldbriefträgers Hoffmann sind nach der ersten Vernehmung des Mörders Knirsch folgende Einzelheiten zu berichten: Unmittelbar nach der Tat schleiste Knirsch sein Opfer vom Hausflur in die Küche und raubte dort die Geldtasche aus. Die Zahlungsbelege, die er bei dem Beamten oorfand, verbrannte er im Küchenherd, wo bei der Durchsuchung noch Blutspuren gefunden wurden. Die Patronenhülse wurde in einem Kohleneimer gefunden. — Unterdessen kam die G r o h m u l t e r Knirschs heim und erblickte dos grausige Bild. Als sie schreien wollte, sprang knirsch aus sie zu und hielt ihr den Mund zu. Die alte Frau erlitt einen Jler- venchock, so dah sie später ins Krankenhaus gebracht werden muhte. Dann flüchtete der Mörder, kaufte sich in Frankfurt noch einen neuen Mantel, fuhr dann nach Mainz, wo er verschiedene Kleinigkeiten cinkauftc, und dann weiter nach Wiesbaden. Dah seine Spur-nach Wiesbaden führte, ergab sich für die Kriminalpolizei sofort daraus, dah 2)03 x)an. Gummimäntel von RM. 9.50 an. Burschen-Mäntel in großer Auswahl und in allen Preislagen. Anzuge in großer Auswahl von RM. 18.— an. Joppen m jeder Alt von RM- 6.50 an. Windjacken. Kletterwesten von RM. 8.50 an. Knickerbocker von RM.3.9oan. 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Die Zeiten der Beschaulichkeit des alten Handwerks, der Beschränkung auf den örtlichen Bezirk der Stadt oder des Dorfes sind norbei. Die Anforderungen an Umfang und Qualität der Leistung werden sehr viel höhere sein, wie früher. Dies er- fordert die Heranbildung eines zu solchen Leistungen fähigen Nachwuchses. Da es eine natürliche Folge unserer Wirtschaftslage ist, daß das Handwerk, dem Aufträge und. Beschäftigung fehlen, non sich aus diese Erziehungsaufgabe nur in unzulänglichem Umfange erfüllen kann, ist es Pflicht der gewerblichen l^nterrichtsan st alten, sich dieser Aufgabe in enger Verbindung mit Handwerk und Gewerbe mit doppelter Sorgfalt anzunehmen. Diese Aufgabe ist vielleicht das schönste Geschenk, das den Technischen Lehranstalten zu ihrem hum dertjährigen Geburtstag zuteil werden kann. Der Staatspräsident gedachte sodann des Leiters der Technischen Lehranstalten, Professor Eber- Ha r d t, der vor 25 Jahren seine Offenbacher Tatia- keit begonnen hat, und sprach ihm die Glückwünsche und den Dank der hessischen Staatsregierung für das aus, was er während seiner 25jährigen Dienstzeit in nie ermüdender Tätigkeit geleistet hat. Weiter gedachte er der Schaffung des Deutschen Ledermuseums durch Prof. Eberhardt Auch Sie... • können fleh jetzt bei mir einen M erstkl. aBenzug machen lassen, da Ich durch günstigen E nkaut In der Lage bin Ihnen einen ganz hervorragenden MaBanzug mit den besten Zu- W taten für nur Mk. 100 zu liefern. • M. Harth g Plockstraße 2,1. Tel. 3*06 Z W At »Iler für nur erst kl ass. Maßarbeit Berlin befestigt. (Berlin, 2.Dez. (WTB. Funkspruch.) Die weiter überwiegend günstigen (Nachrichten aus der Wirtschaft traten heute zu (Beginn der Börse un- ter dem Eindruck der Meldungen von einer Ber- schärsung der Regierungskrise etwas in den Hintergrund. Ebenso blieben die Besserung des eng- Hfd en Pfundes, der festere Verlauf der gestrigen (Neuyorker Börse und der relativ günstige Ultimo- ausweis 'her (Reichsbank ziemlich cm* drucks 1 os. Obwohl auch bei den Danken neue Kaufauftrage der Kundschaft vorlagen, konnten diese nicht ver- hindern, dah Abgaben der Spekulation, die von gestern her Ware übrig zu haben schien, Kursverluste bis zu 1 Prozent zur Folge hatten. Die herauskommende Ware wurde aber meist schlam ausgenommen und die Abschwächungen dadurch gemildert. Lediglich Siemens, Deutsche Kabel und Bogeltelegraph waren mit einem Berlust von 2 bis 2 25 Prozent etwas stärker rückgängig, wahrend bei den übrigen Spezialwerten, wie Conti- cumnit Dessauer und Schlesische Gas, Leopold- grübe, Kunstseideaktien, (Rheinstahl und Harpener die (Rückgänge nur bis zu 1,75 Prozent betrugen. Die übrigen Montanpapiere lagen sogar relativ behauptet. Lahmeyer konnten bei größeren 11m- sätzen 1,75 Prozent gewinnen. Auch nach den ersten Kursen war es zunächst ruhig. Auf die Meldung dah Herr von Schleicher mit der Kabinettsbildung beauftragt sei, wurde es jedoch allgemein lebhafter, und die Mehrzahl der Kurse zog bis zu 1,5 Prozent an. Damit erreichten die führenden Werte im allgemeinen wieder ihre Höchstkurse von gestern. Der (Rentenmarkt lag demgegenüber vernachlässigt und eher schwächer. Goldpfandbriesc wurden bis zu 0,5 Proz. niedriger taxiert, auch Industrieobligationen und (Reichsschuldbuchforde- rungen büßten bis zu 0,5 Pro-, ein. und die Alt- besihanleihe setzte ihre Abwärtsbewegung um 60 Pfennig fort. 3m Verlaufe trat allerdings auch bei den letzteren dann eine leichte Erholung ein. Am Markt der Auslandsrenten überwogen die Abschwächungen, die Bosnischen Eisenbahnrenten verloren bis zu 1 Prozent. Die Erleichterung amGeldmarkt nach dem Ultimo machte heute weitere Fortschritte. Tagesgeld war an der unteren Grenze bereits mit 4 75 Proz. erhältlich. Monatsgeld blieb unverän. d'ert 5 bis 7 Prozent. Am Privatdiskontmarkt überwog die Nachfrage, die auch für Aeichswech- sel per 28. Februar und (Reichsschahanweisungen per 18. April bestand. Frankfurt nach unsicherem Beginn befestigt. F r a n k f a r t a. M., 2. Dez. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Börse eröffnete zunächst aus Grund abermaliger Derschiebung der Entscheidung in der innerpolitischen Situation sehrzu - rückhaltend und unsicher, und auf Mattstellungen der Kulisse neigten die ersten Kurse überwiegend von 0,50 bis 1 Prozent zur Schwäche. Spezialwerte wie Harpener, (Rheinstahl, Deutsche Erdöl, (Rütgerswerke, Sjemens-Schuckert, (Reichsbank und Zellstoff Waldhof gaben darüber hinaus bis zu 1,50 Prozent nach. Dagegen lag die Mehrzahl der (Rebenwertc gut behauptet und verschiedentlich noch etwas fester. So Scheideanstalt, Metallgesellschaft, Goldschmidt, Felten, Lahmeyer, Contilinoleurn-Zürich, Süddeutsche Zucker und Aschaffenburger Zellstoff, bei denen Erhöhungen von 0,50 bis 1 Prozent zu verzeichnen waren. Das Geschäft war dabei sehr klein, zumal die Kund- Offenbach, 1. Dez. (WSN.) Aus Anlaß des 100jährigen Jubiläums der Technischen Lehranstalten Offenbach a. M. — Kunstgewerbeschule, Höhere Bauschule, Maschinen, bauschule — wurde heute nachmittag in Anwesen heit des hessischen Staatspräsidenten Dr. A d c l u n g eine Ausstellung der Klassengruppen in den Räumen des Schulgebäudes durch eine den Zeitver- hältnissen entsprechende bescheidene Jubiläumsfeier eröfsnet. Bei der Feier hielt Staatspräsident Dr. Adelung eine Ansprache, in der er, nachdem er der Stadt Offenbach und den Technischen Lehran- stallen die Glückwünsche der hessischen Negierung Überbracht hatte, u. a. ausführte: Die schwere Notlage der Wirtschaft hat uns deutlich werden lassen, wie wichtig ein blühender Gewerbestand für das öffentliche Gemeinwesen ist. Nicht nur in steuerlichem Interesse — obgleich man dazu neigt, heute hieran zuerst zu denken — weit mehr darum, weil es für die Wohlfahrt und die innere Gesundheit eines Staates unerläßlich ist, daß ein blühendes Gewerbe die Menschen mit einem das Leben wohltätig erfüllenden Beruf verbindet und weil ein derart gefestigter Gewerbestand mit die Grundlagen der Stetigkeit und Sicherheit, gewissermaßen den Mutterboden, bereiten Hilst, aus denen sich ein höheres geistiges und politisches Leden des Volkstums allein entwickeln kann. wir wissen heule aber auch, daß die wieder- belebung der deutschen wirtschaft keinesfalls nur eine Frage des Kapitals und der Bilanzen ist, sondern dah es in erster Linie darum geht, den Menschen wieder zu Arbeit und Brot zu verhelfen. 3o diesem Zusammenhang gewinnt das Handwerk, d. h. die Handarbeit, besondere Bedeutung. Ls ist fürderhin nicht mehr möglich, die Maschine allein herrschen zu lassen, auch wenn sie mehr und mehr die menschliche Arbeit entbehrlich macht. Vir müssen lernen, auch Hessische Vereinigung für Volkskunde Einladung zur oröentl. Witglieöer-lJetiamnilung am Montag, 5. Dezember 1932 in Darmstadt. 1.167« Uhr: Ausi'dmfmtzung, Restaurant Bender, Eliiabetliemtrage 23. II, 17 Uhr: Erdenkliche Mitglieder-Ver- sammlnng (Restaurant Bender). Tagesordnung: 1. Jahresbericht; 2. Rechnungsablage; 3. Truck der ,(Blätter'; 4. Flurnamensammlung; 5. Verschiedenes. III. 2074 Uhr: lJm Sörsaal 326 der Technischen Hochschule, Eingang Westvortal): Bortrag von Herrn Urn- versitätsvrofessor Dr. Friedrich Maurer, Erlangen, über _ .Zeitliche, räumliche und schichtmäßige Betrachtung in der neueren svrach- und Bolkseundeforschung. Mit Lichtbildern. — (Eintritt frei! I Nene moderne Damen- n. Backfisch-Mäntel mit Pelz- I I besetz In reschmackvollen Farben von RM. 5.— an I | Kinder-Mäntel m. Pelzbesatz f. 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Gleich nach Feststellung der ersten 'Kotierungen setzte eine förmliche Haussebewegung ein, wobei die (Nachricht, dah 'Reichswehrminister von S ch 1 c i ch e r mit der Kabinettsbildung beauftragt worden sei, starke Anregung gab. Die Spekulation und auch die Kulisse schritten zu raschen (Rüdbedungcn, verschiedentlich beobachtete man auch kleine Meinungskäufe. 3m Vordergründe des Interesses standen naturgemäß wieder Spe- zialwertc, doch auch die übrigen Werte schlossen sich der Aufwärtsbewcgung an, wobei sehr lebhafte Umsätze zu verzeichnen waren. So lagen z. B. I.-G. nach einem Anfangslurs von 96,50 aus 98,25 Prozent befestigt und auch bei den übrigen Spezialwerten war die Bewegung ähnlich Der (Rcntcnmartt lag weiterhin vernachlässigt. Deutsche Anleihen und späte (Reichs- schuldbuchsorderungen neigten bis zu 0,25 Prozent zur Schwäche. Am Psandbriefmarkt war die Stimmung dagegen etwas freundlicher. Bei kleinem Geschäft zogen die Kurse meist leicht an. Stadtanlcihen lagen unter den Nachwirkungen der Zahlungsschwierigkeiten der Stadt Duisburg vernachlässigt und säst ohne Eindrud. 3m Verlause unterlagen die Kurse mehrfachen Schwankungen. Doch blieben die höchsten Kurie behauptet. Das Geschäft wurde recht still, da man hinsichtlich der Zusammensetzung des Kabinetts eine abwartende Haltung einnahm. Am Geldmarkt war die Lage noch nicht entspannt. Tagesgeld war zu 4,50 Prozent unverändert. Gememderat in Büdingen. < Büdingen, l.Dez. 3n der jüngsten Sit- zung des Gcmcinderats wurde die Auslosung der Ablösungsanleihe mit Auslosungsrechten der Gemeinde Büdingen für das Jahr 1932 vorgenommen. Es wurden gezogen sieben Stück je 50 Mark, vier Stück je 2o Mark und fünf Stück je 12,50 Mark. Die Erhebung der Bier st euer in der seitherigen Höhe fand die Genehmigung des Gemeinderats. Weiter wurde beschlossen, die Gewerbesteuer für 1 932 nach den Besteuerungsgrundlagen des Jahres 1931 zu erheben und mit (Rücksicht auf den starken (Rückgang der Gewerbeeinkommen auf Antrag denjenigen Gewerbetreibenden, die nachweisen, daß ihr Gewerbeeinkommen mehr als 25 v. H. gegen das Vorjahr zurückgegangen ist, einen Erlaß von der Gewerbeertragssteuer in dem gleichen (Maße zu gewähren, wie ihii das Finanzamt für die staatliche Gewerbeertragssteuer gewährt. Das Finanzamt wird ermächtigt, bei Entscheidung der Anträge die Erlässe für die Gemeindeumlagen mit zu erledigen. Die Zahlung von Feldbereinigungskosten für die Zuteilung von Gelände zum Garten des neuerbauten Kreisamts lehnte der Gemeinderat ab. Zn den diesjährigen Holzverkaufsbedin- g u n g e n wird die Bedingung ausgenommen, daß die Gemeinde bei Barzahlung des Steig- -preises innerhalb 30 Tagen 4 v. H. (Rabatt gewährt. Landkreis Gießen. 00 Klein-Linden, 1. Dez. Die hiesige Geldsammlung zum Testen der Deutschen Kriegsgräberfürsorge erbrachte 34,55 Mk. Für die Winterhilfe sammelten einige Erwerbslose im Auftrag der Bürgermeisterei und des evangelischen Psarramts zirka acht Zentner Kartoffeln, 3 Zentner Gemüse, 30 Pfund Fett, 10 Pfund (Reis und Hülsenfrüchte, einige Pfund Speck und Wurst, außerdem getragene Kleider. F IRIN ST KÄ Baumwolle, ungebleicht, 10 Lot -.25 Ä | 07058 fimrift Frankfurt. Str. Gummiüberschuhe Lack- und matt, erste Qualitäten auch die modernen Knopfstiefel, nur Gr. 36/42 Für die anläßlich meines 80. Geburtstages erwiesene Aufmerksamkeit sage ich auf diesem Wege meinen herzl. Dank Carl Flett, Schlossermeister Gießen, den 2. Dezember 1932 07045 Mitling! den richtifien Itieö nicht verfehlen - - Unser Spezialangebot Offizieller DSB- Stiefel, echt zwiegen. oberbayr. Handarbeit, eichenloh gegerbte Sohl. 4Q50 Garantie für jed. 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Hl — OE«-, Kofi E 'S « =» -L.-O m A 2 2 e2 an sj-o E 2 3 ® c , , 05 32 '6' 3 o E -N 'L 5t: a=- E o 6 Q O t O "3 «ÄSZ E n E ,, .2io /— E 81 ,0 - E äz 3 M B KG si B ö O E es 2 L B .E E Hl E *0" E M E «* Hl _ . C'c a Q C o - _j x Än 0310 t 1O JO Hi tt) 1-5 1O E - A10 E B E E LS L. B o> E S c Hf-g. E^L- ^19gq E «> S181S 3> E — E =: KZ" _ a> A Z 52 E "S ^2. o» B __ ® Ul ~ 33 — B — e 2 £ e “ *6* tro 'S c K § O 5* (9 £ a u 77 B ao 2 :=-E' c: «1 E 2 B 2 ' q;— tü> :.E ®>X3 s; 5, E ~ o> 0*° »-> Hi ^2 :3 Ö-— «i€- csa. > := S 3^ « - S iffSs _ __ c';E U Q 319 O, •2'tr? E »155 01 * :s 1- :— 61 1O e E en 2 c — B B S-.*« M ■°‘C E E e E £19 iS- v -L-Z $3 5 I1 es ■ff E 3 '-e =fl ee^ B — O EN§^ 2 «.tr-c' -10 = s a KZ *“ ?K sis »•*7 Ul Q E £ 02 3 _ • H. CB Q 3- 05 Ui K C E ^E ö>® 3 afcc-cg P- E o 55 "-■— B hi hi ..1 3 E^ E'a" «.— B E 61 61 5 ■“saSX^-! 67 ' ? B 2___" «7 E . E E sr,. E O- M 6. B- Cfi ■“ ~ B w mEm >3. CTi-0 . 3 ito EÄ-’ö2"2 *2 E — O 2 E O O IVLo-Z BS m P®E_€;» to es 13-S E e2ääe5 o»°^5 "e-a65«® 8 ZEZL2 — Hl t 0 E IC 0 " *h7 A c:o c , 2 B c 21 SS :B .. ** 5 Bi *- "q W* ö- •BxS o 2 —Ö >2 H 0 B u ‘-*2 M |SägStr|Ef£'; Käj-si»- -'®'u O c r-i^-OEeE'T.i-iB iE .2 61 O '!> 70 — P 3 _ «IP E 3 | 3N-M.N- = 10^-10 Hl t. . c E:o^> r- E 2 61 t- T3 S;3 eA *5_E = c? ■Fe <1 2 nr an e 5 «» 2 - 61* *“ =“ ---- a=- .. ^»' E r3 E . 51*“'’ Z3^UZZZE3Z A 3 E Hl ^£^£705 f a^s« *" A S c —-2 E tlMSOXO - 05 -§Z^LZ-2«°LLB Z 3 c-3e-! ® a 0 o"° E 3$ ;o ® ° 2 ä§§?v. ="( 2. c 8-=T 3". 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