Nr. 258 Lrftes Blatt 182. Zahrgang Mittwoch, 2. November (932 Erscheint täglich,außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Giessener Familienblätter Heimat >m Bild ■ Die Scholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illusttierte „ 1.80 Zustellgebühr .. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschliisfe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten- Anzeiger Siehrn. poftfdfedfonto: Sranlfurt am Blain 11686. GWenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitäl§-Vuch- und 5teindruckerei R. Lange in Gießen. 8chrkftleitung und Geschäftsstelle: Zchulllraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bi« zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20“ , mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr H.THyriot; für den übrigen Teil (Etnft Blumschein undfürdenAn- zeigenteil i.D.Th.Kümmel sämtlich in Biegen. Das Echo der Held-Rede in Berlin. Oie Reichsregierung über die Rede des bayerischen Ministerpräsidenten verstimmt. Berlin, 1. Rov. (CAD.) Die Rede, die der bayrische Ministerpräsident Dr. Held gestern in Stuttgart gehalten hat, findet in Berliner politischen Kreisen einen lebhaften Widerhall. Eine offizielle Antwort wird aber nicht erfolgen. Als Begründung dafür wird angegeben, dah man es vermeiden möchte, auf die ungewöhnliche Tonart zu erwidern, in der der bayrische Ministerpräsident die Reichsregierung und ihre Maßnahmen angegriffen hat. Ls erschein! nicht als ausgeschlossen, dah die Rede Dr. Helds gewisse Konsequenzen in dem Verhältnis zwischen der Reichsregierung und der bayerischen Staatsregierung haben wird. Der Eindruck, den man von der Stuttgarter Rede in Berliner politischen Kreisen hat, ist um so bitterer, als die Reichsregerung immer wieder den größten Wert darauf gelegt hat, die Beziehung zu Bayern als dem zweitgrößten deutschen Land so eng wie möglich zu knüpfen und den bayrischen Auffassungen und Wüi^chen tunlichst «ntgegenzukommen. Das ist besonders deutlich bei dem Staatsbesuch des Reichskanzlers in München zum Ausdruck gekommen. Reichskanzler v. P a p e n hat auch von München aus — vor den bayrischen Industriellen — eine seiner wichtigsten Reden gehalten. Die gleiche Verbundenheit mit Bayern kam zum Ausdruck, als Reichsernährungsminister v. Braun vor den bayrischen Bauern, ebenfalls in München, das große Agrarprogramm der Reichsregierung entwickelte. Schließlich wird noch darauf hingewiesen, daß auch der Reichsinnenminister Freiherr v. Gayl sein Verständnis gerade für die bayrischen Interessen durch die Bereisung des bayrischen Oft» hilsegebietes bekundet hat. Die Ausnahme, die alle drei Mitglieder der Reichsregierung nicht nur bei den offiziellen Stellen, sondern besonders herzlich auch in der bayrischen Bevölkerung gefunden haben, hätte nach Auffassung politischer kreise der Reichshauptstadt eigentlich eine andere Stellungnahme des bayerischen Ministerpräsidenten erwarten lassen. Um so mehr wird es bedauert, wenn die überaus krasse Stellungnahme des Ministerpräsidenten Held in der Zusammenarbeit zwischen Reich und Bayern naturnotwendig ihre Konsequenzen nach sich ziehen muh. Eine Erklärung der Reichsregierung. Berlin, 2. Rov. (ERD. Funkspruch.) 2m Anschluß an die gestern veröffentlichte Meldung über die Auffassung in Berliner amtlichen Kreisen zu der Stuttgarter Rede des bayrischen Ministerpräsidenten ist von maßgebender bayrischer Seite eine Erklärung veröffentlicht worden, in der u. a. der Satz enthalten ist, daß die Erbitterung über das Vorgehen der Reichsregierung in Preußen deswegen in Bayern am größten fei, weil es in schärfstem W i d e r s p r u ch zu dem Versprechen stünde, das der Reichskanzler bei seinem Besuch den bayrischen Regierungsmitgliedern gegeben habe. Von amtlicher Seite wird dazu mit allem Rachdruck erklärt, daß weder Reichskanzler von Papen bei seinem Besuch in Bayern, noch Reichsinnenminister F r h r. von Gayl bei seiner Reise durch die bayrischen Ostgebiete irgendwelche Versprechungen hinsichtlich ihres Verhaltens gegenüber Preußen gegeben hätten. Es ist lediglich erklärt worden, daß sich an dem grundsätzliche ^Verhältnis zwischen Reich und Preußen nichts ändern wird. Die neuen Maßnahmen in Preußen halten sich durchaus eng im Rahmen des Leipziger Hr teils und ändern nichts an dem grundsätzlichen Verhältnis zwischen Reich und Preußen. Vortrag des Reichskanzlers beim Reichspräsidenten. B e r l i n, 2. Rov. (WTB. Funkspruch.) Reichs- Präs'dent v. Hindenburg empfing heute den Reichskanzler v. P a p e n zum Vortrag. OasEchoinderBerlinerPreffe Berlin, 2. Rov. (ERD.) Die Rede des bayerischen Ministerpräsidenten Held in Stuttgart, die scharfe Angriffe gegen die Reichsregierung enthielt, und ihr Echo in den Berliner amtlichen Kreisen werden in einer ganzen Anzahl Morgenblätter erörtert. Die „D. 21. Z." begrüßt es, dah die Reichsregierung auf eine Antwort verzichtet, da weitere kriegerische Sonette sehr unzeitgemäß wären. Die sachlichen Meinungsverschiedenheiten über das tünftige Verhältnis zwischenR e i ch und Ländern mögen ausgetragen werden, sobald die Zeit dafür gekommen sei. 2n Berlin sollte man nichts tun, was die Gegensätze verschlimmern könnte. 2lber Herrn Held müsse deutlich gesagt werden, daß er der Sache Bayerns nichts nutzen könne, indem er solche Reden halte. Die „Vos fische Zeitung" fragt, ob die Reichsregierung wirklich geglaubt habe, daß sie mit ein paar Artigkeiten und freundlichen Worten die sachlichen Gegensätze über die wichtige Frage der Gliederung des Reiches werde über» tünchen können. Ihr Mißvergnügen über die ablehnende Haltung Dr. Helds und deren Form könne man begreifen, aber nicht ihre Hebet» raschung. Liebenswürdigkeit sei eine Tugend, aber noch keine staatsmännische Leistung. Das „B. T." meint ebenfalls, man hätte wieder einmal verkannt, daß äußere Freundlichkeiten das süddeutsche Mißtrauen wegen der Anpassung der bundesstaatlichen Fundamente des Reiches nicht zu überwinden vermögen. Die beim Kanzlerbesuch in München angestrebte Verständigung sei in der Hauptsache nicht erreicht. Der „Lokalanzeiger" bezeichnet es als besonders peinlich an den Reden Helds, daß er zunächst nicht richtig über die Absichten der Reichsregierung unterrichtet gewesen sei und dann nicht den Mut gefunden habe, den Fehler einzuge- steyen, den das bayerische Ministerium mit seinem gegenstandslosen Alarm in Berlin begangen habe. Der „T a g“ macht Held den Vorwurf, daß er in einer Zeit stärksten Druckes von außen die Rechtmäßigkeit der Reichspolitik leugne. Er mache Parteipolitik und mißbrauche den Reichsgedanken für seine Zwecke. Die „Bö r s e n z e i t u n g" spricht von einer unverständlichen Zurückhaltung der Reichsregierung und meint, daß der „unerhörte Vorstoß" des bayerischen Ministerpräsidenten eine ganx unzweideutige, scharfe Zurückweisung durch die Reichsregierung in offiziel- l e r Form verdient hätte. Ein bayerischer plan zur Reichsreform? München, I.Rov. (TH.) 2n einer Wählerversammlung der Bayerischen Dolkspartei in Bad Tölz wandte sich Staatsrat Schaeffer, der Parteivorsitzende der Bayerischen Volkspartei, gegen den „durch die Regierung Papen heraufbeschworenen Verfassungskampf" und erkürte, bei einer Personal-Hnion Reich- Preußen kämen im Reichsrat unweigerlich die Länder ins Hintertreffen. 2n diesem Zusammenhang sprach Staatsrat Schaeffer von einem neuen Plan der Initiative Bayerns im Kampf der Länder um ihre Selbständigkeit. Der Plan werde dem Landtag nach den Wahlen vorgelegt werden. 2m Kampfe Bayerns um seine Rechte müsse unbedingt Einigkeit innerhalb des Landes erzielt werden. Dem neuen Reichstag komme fast die Bedeutung einer Rationalversammlung zu. Oie Möglichkeiten nach dem 6. November. Solingen, 1. Rov. (TH.) Vor einem Ausschuß von Wirtschaftsführern des Wahlkreises Düsseldorf-Ost sprach am Dienstag der Volks» partellec Dingeldey. Der Redner untersuchte die Möglichkeiten nach dem 6. November. Er erwarte, daß man nach der Wahl nochmals den ernsthaften Versuch machen werde, mit den Rationalsozialisten zu einer Verständigung unter erträglicher Verteilung der Verantwortung zu kommen. Er betrachte diesen Versuch allerdings nicht optimistisch. Sollte eine Einigung nicht zustandekommen, dann werde die DDP. ane kennen, daß die Regierung des Autoritären Auftrages allein der Träger der Macht sei. 3n diesem Falle müsse der Formalismus der Demokratie hinter dem Willen zur Reform zurücktreten. Für diese Zeit sei Hindenburg das Symbol, dessen Vorhandensein eine Politik der Abenteuerer und der politischen Restauration vermeide. Der Kernpunkt der künftigen Politik liege in der Erkenntnis, daß es keine einheitliche Staatsführung ohne Rückkehr zu Bismarck unter Heberwindung des Dualismus gebe. Hugenberg über das Wahlziel der ORDp. Breslau, 1. Nov. (CNB.) In einer deutsch- nationalen 23erfammfung sprach heute abend Geheimrat Hugenberg. Er kam zunächst auf die Gründung der Harzburger Front zu sprechen und erklärte, auf der Grundlage jener gemeinsamen Machtausübung, die nationale ß e i= denschaft und Vernunft miteinander verbunden hätte, wäre alles zu erreichen gewesen. Aber der Nationalsozialismus habe vergessen, daß er auch nur ein dienendes Glied sei, und er sei Selbstzweck und Partei geworden. So sei das ganze Jahr für die Nationalsozialisten eine große Kette verpaßter Gelegenhei- t c n geworden. „Die NSDAP, verrate aus parteipolitischer Verranntheit alles, wofür sie früher gemeinsam mit den Deutschnationalen gekämpft habe." Der Redner wandte sich dann scharf gegen die Kampfesweise, die die Nationalsozialisten gegen die Das kommissarische Preußen-Kabinett arbeitet. Von links nach rechts: Staatssekretär a. D. Dr. P o p i tz leitet kommissarisch das preußische Finanzministerium: Staatssekretär Dr. Ern st übernimmt die kommissarische Leitung des neuen Ministeriums für Arbeit und Wirtschaft (früher Handelsministerium): Professor Dr. Koehler (Greifswald) wurde zum kommissarischen Kultusminister ernannt. Maßnahmen zur Sicherung -er Gemeindefinanzen. Berlin, 2. Rov. (TH.) Die preußische Kommissariatsregierung hielt gestern eine K a b i n e 11 s s i h u n g ab, in der die finanzielle Rotlage der Gemeinden und die damit zusammenhängenden grundsätzlichen Fragen erörtert wurden. Cs wurde nach einer Meldung Berliner Blätter beschlossen, zwei Verordnungen zu erlassen, die am heutigen Mittwoch in Kraft gesetzt werden sollen. Es handelt sich um eine Verordnung über die Haushaltsführung der Gemeinden und Gemeindeverbünde, sowie um eine Verordnung über die Ausstellung von Stellenplänen in den Gemeinden und Gemeindeverbänden. Vor allem ist eine Verschärfung der Aufsicht geplant, die zwar vom Grundsatz der Selbstverwaltung ausgehen, aber den Gesichtspunkt verfolgen soll, daß überall sofort eingegriffen werden muß, wo Stadtverordnetenversammlungen durch Agitation s b e s ch 1 ü s s e die geregelte Finanzgebarung gefährden. Praktisch wird ferner eine Stärkung der Stellung des Ma- gistrats gegenüber der Stadtverordnetenvev fiarnrnlung erstrebt. Links: Reichsernährungsminister Frhr. o. Braun, leitet bas preußische Landwirtschaftsministerium. — Rechts: Staatssekretär Dr. Hölscher, kommissarischer preußischer Justizminister. DNVP. einschlagen. Er nahm ferner Stellung gegen den Vorwurf einer Sabotierung der K o n t i n g e n- tierungspolitif; denn niemand habe mehr für die Landwirtschaft getan als die DNVP. seit ihrem Bestehen, und sie habe auch den Schutz des Handwerks im Auge gehabt. Die Reinigung der deutschen Beamtenschaft von der Parteibuch- korruption befinde sich erst in ihren Anfängen, aber die DNVP. wolle auch nicht an die Stelle des s ch w a r z r o t en ein braunes Parteibuchbeamtentum treten lassen. Hugenberg bezeichnete als Ziel der DRDP. die Reuformung eines Staates, der deutscher Eigenart entspreche, und erklärte: „Rach deutscher Sitte lassen wir uns von einem K ö» n i g führen." Cs sei einstweilen ein unsichtbarer König, die Sache, die Pflicht, das Bild der deutschen Auferstehung. Derjenige sei am besten, der am wenigsten an sich selbst und am meisten an die Sache denke, der sich der Vorsehung unterordne, statt sich s e l b st als Vorsehung zu fühlen. Die Deutschnationalen seien an der Einsetzung des gegenwärtigen Kabinetts nicht beteiligt gewesen und würden auch viele seiner Maßnahmen kritisch prüfen. 2lber dieses Kabinett bedeute, daß das schwarzrote System und der Kriegszustand zwischen Preußen und Reich beseitigt sei. Das Ziel dieser Wahl sei leider ein anderes, als das der vorigen: Es gelte jetzt, zu v e rh i n d e r n, daß eine schwarzbraune Mehrheit in den Reichstag zurückkehre, und das müsse in erster Linie dadurch erreicht werden, daß die DRVP. stark gemacht werde. Wenn der bayerische Ministerpräsident jetzt das Bestreben zeige, alles rückgängig machen zu wollen, so müsse es eigentlich auch Ausgabe der Rationalsozialisten sein, sich jetzt hinter die Reichsregierung zu stellen. Hitler über papens Wirtschastsprogramm. Pirmasens, 1. Nov. (TU.) Hier sprach vor etwa 60 000 Menschen Adolf Hitler. Nachdem er sich in der gleichen Weise wie -in früheren Reden über die Ereignisse des 13. August in Berlin geäußert hatte, kam er auf das Wirtschaftsprogramm Papens zu sprechen. Er erklärte hierzu u. a., dieses Programm habe auf den Gebieten, auf denen es in erster Linie Hilfe habe bringen sollen, bereits versagt. Das Programm sei unzulänglich, z. T. unbrauchbar. Die 13,5 Millionen Deutsche, die hinter ihm (Hitler) ständen, erwarteten, daß die Bewegung erst dann eingesetzt werde, wenn Deutschlands große Stunde gekommen sei. Wohl könne man 13 2ahre brauchen, um sich das Vertrauen des Volkes zu erwerben. Tiber man könnte es in weniger als sechs Monaten verlieren. Die Kluft, die ihn und seine Bewegung von den Männern der heutigen Regierung trenne, sei die, dah er sich von vornherein gesagt habe, man müsse eine neue Volksgemeinschaft aufbauen und dabei beginnen, ins praktische Leben j e - des einzelnen Menschen hineinzutreten und ihn herauszulösen aus Klassen, Ständen und Vorurteilen. Man müsse von unten beginnen und langsam aufbauen, auf daß das Reich erneut ein festes völkisches Fundament erhalte. Die anderen hingegen glaubten, die Geistigkeit der oberen 10 000 genüge, um das Volk zu regieren. Hitler lobte die Treue der breiten Massen des Volkes ihm gegenüber und versprach, daß er diese Treue vergelten und das Volk niemals im Stich lassen werde. Er setze seinen Namen nicht als Bürgen unter ein schlechtes Geschäft. Petersen fordert eine Ehance für Papen. Kiel, I.Rov. (ERD.) 2n einer gut besuchten Wahlversammlung der Deutschen Staatspartei erklärte der Hamburger Bürgermeister Dr. Petersen, man müsse derRegierungPapen eine Chance geben, ihre Politik durchzuführen. Die letzten Auslassungen des bayrischen Ministerpräsidenten Held und des württembergischen Staatspräsidenten Volz bezeichnete Dr. Petersen als ein nickt planvolles Handeln. Eine Wiederherstellung der Monarchie sei unmöglich, und das Spiel mit diesem Gedanken müsse aufhören, da es große Hn- ruhe in das Volk bringe. Stützung des deutschenGetreidemarkteS Berlin, l.Nov. (ENB.) Im Laufe des heutigen Tages haben, wie WTB.-Handelsdienft erfährt, im Reichsfinanzministerium Chefbesprechungen über die Finanzierung der geplanten neuen Getreidemarkt - Stützung stattgefunden, deren Ergebnis die Grundlage für die morgigen Kabinettsberatungen über diesen Gegenstand bilden wird. Ueber die geplanten Stützungsmaßnahmen verlautet, daß eine zusätzliche Nachfrage geschaffen werden soll, da zu befürchten ist, daß bei einer zu erwartenden Verstärkung des erst- bändigen Angebotes die natürliche Nachfrage in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage nicht ausreicht, um ein angemessenes Getreide- preisnioeau aufrechtzuerhalten. Es wird zwar mit Bestimmtheit damit gerechnet, daß die Landwirtschaft auch weiterhin die bisher beobachtete Ver- koufsdifziplin wahrt: die Stützungsaktion wird jedoch auf jeden Fall so gehandhabt werden, daß eine ähnliche Situation, wie sie sich 1929 30 entwickelt hat, nicht eintreten kann. Ob die Eingriffe am Effektiv-, ober am Lieferungsmarkte erfolgen, wird nach der jeweiligenMarktlage entschieden werden. Eine Verfügung über die Stützungsde- Aus aller Welt. hochverratsverfahren vor dem Reichsgericht. — Drei Jahre Zuchthaus für einen ehemaligen Rlcttrofen- gefreiten. Der 5. Strafsenat des Reichsgerichts in Leipzig verurteilte den früheren Matrosengefreiten Kurt Spital vom Torpedoboot „Greif" wegen Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens in Tateinheit mit versuchtem Verbrechen nach § 1 Absatz 2 des Gesetzes gegen den Verrat militärischer Geheimnisse sowie in Tateinheit mit einem Verbrechen gegen § 92 des Militärstrafgesetzbuches (Richtbefolgung eines gegebenen Befehls) zu drei fahren Zuchthaus, Entfernung aus der Marine und zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von sechs Jahren. Ein Jahr zwei Monate und ein Tag der Strafe gelten als durch die Untersuchungshaft verbüßt. In den Jahren 1930/31 ist ein kommunistischer Funktionär an den Angeklagten herangetreten, angeblich, um den Angeklagten für die Gedanken der KPD. zu gewinnen, tatsächlich jedoch in der Absicht, aus dem Angeklagten einen willigen Helfer zu militärischem Verrat für Rußland zu machen. Der Angeklagte kennt den 21 amen dieses Kommunisten, gab aber nur zu, daß der Mann „Fritz" genannt werde und Reichstagsabgeordneter der KPD. gewesen sei. Spital hat neben anderen Mitteilungen an diesen Fritz zwei Briefe geschrieben. Einer der Briefe enthielt als Anlage ein geheim zu haltendes Schriftstück über Artillerieschiehen. Der Vorsitzende stellte in der Urteilsbegründung u. a. fest, der Angeklagte habe selbst zugegeben, daß er überzeugter Kommunist sei und alles daransetzen wollte, um die kommunistischen Gedanken in die Marine eingehen zu lassen; Spital sei jedoch absichtlich nicht zur Zersetzungsarbeit der KPD. verwendet worden, da er ihr viel besser dadurch dienen konnte, dah er militärische Rachrichten gab, die z. T. von der KPD. zum Zwecke des Bürgerkrieges zurückgestellt werden konnten, z. T. aber auch an Rußland weiterzugeben waren. Einbruchsversuch bei der Königsberger Staatsanwaltschaft. Wie die Justizpressestelle Königsberg mitteilt, ist in einer der vergangenen Rächte der vergebliche Versuch gemacht worden, die Räume der Staatsanwaltschaft im neuen Gerichtsgebäude in Königsberg zu erbrech en, die die Zimmer des Sachbearbeiters der Terrorakte vom 1. August d. I. (Mordüberfälle und Brandstiftungen) beherbergen. Der Einbruchsversuch kann nur der Erlangung der Akten dieser Ermittlungssache gegolten haben. Die Täter haben sich offenbar abends im Gerichtsgebäude einschliehen lassen und haben dieses, nach dem Einbruchsversuch, anscheinend durch ein Fenster im Erdgeschoß verlassen. von einem polnischen Grenzbeamten erschossen. Dieser Tage hatte der Arbeiter Silvester Po- Panda aus Sorowski (Kreis Guttentag) mit einem Mädchen an der polnischen Grenze ein Stelldichein. P. stand dabei etwa 15 Meter von der Grenze entfernt auf polnischem Gebiet. Einige Freunde von ihm, die sich auf deutscher Seite befanden, machten P. darauf aufmerksam, daß ein polnischer Grenzbeamter in Sicht sei. Po- panda wollte sich auf deutschen Boden zurückbegeben, blieb jedoch auf den Halt-Ruf des polnischen Beamten stehen und hob die Hände hoch. Der polnische Beamte fragte P., ob er etwas bei sich habe, was dieser verneinte. Darauf schoß der Beamte auf Popanda und verletzte ihn schwer. Rach dem Weggang des polnischen Zollbeamten wurde P. auf deutsches Gebiet geschafft. Kurze Zeit darauf starb er. P. konnte noch dem Landjäger den Vorfall genau schildern. Auch Popan- das Begleiter machten die gleichen Aussagen. Die Aussagen von polnischer Seite stehen jedoch im Widerspruch dazu. lleberschweminung im Regierungsbezirk Stabe. Die andauernden Riederschläge haben im gesamten Regierungsbezirk Stade (zwischen Weser und Elbe) verheerende Wirtungen hervorgerufen. Obwohl der Wasserstand der Lesum und der Weser sich nicht sehr wesentlich verändert hat, sind im Dinnenlande doch weit ausgedehnte Ueberschwemmungenzu verzeichnen. Riesige Seen haben sich in der Oste- und Mehe-Riederung gebildet. Bei dem hohen Wasserstand der Oste ist ein Abfliehen des Wassers vorläufig nicht möglich. Die Feldwege sind vielfach derartig aufgeweicht, daß der Verkehr zur Einholung der Rübenernte auf den Feldwegen verschiedentlich nur noch mit Schlitten betrieben werden kann. Tränengasbomben in einem Hamburger Kaufhaus. Unbekannte Tater warfen in Hamburg in die Verkaufsräume des Einheitspreisgeschäftes Epa eine Anzahl Tränengasbomben, durch die die Verkaufsräume völlig unter Gas gesetzt wurden, so daß Publikum und Personal flüchten mußten und der Verkauf für etwa zwei Stunden unterbrochen wurde. Ein Mann wurde festge- n o m m e n, der jedoch bestreitet, der Täter zu sein. Herbststurm über Reuyork. Neuyork und Umgebung wurden von einem ungewöhnlich heftigen Unwetter heimgesucht. Sturm und Regen richteten überall große Zerstörungen an. Besonders schwer betroffen wurden die Wochenendkolonien auf Longisland, wo rund 80 Häuser von der Sturmflut zerstört wurden. 20 zum Glück unbewohnte Wochenendhäuser wurden von der hochgehenden See fortgespült. Die Lage wurde dadurch verschärft, daß in mehreren der ein- gestürzten Häuser Feuer ausbrach. Ein großes Aufgebot von Feuerwehren, Polizisten und Sani- tätsmanwschasten eilte zu Hilfe. Rach den bisher vorliegenden Meldungen sind 15 Personen verletzt worden. Auch in Neuyork selbst wurde erheblicher Schaden angerichtet. Vom Woolworth- Wolkenkratzer stürzte eine große Fensterscheibe in die Tiefe. Ein junges Mädchen und ein Polizist wurden durch die Splitter schwer verletzt. Der Hasenverkehr war zeitweise unterbunden. Die Ozeandampfer treffen verspätet ein. 15 Personen ertrunken. Ein mit 50 Arbeitern besetztes Dampfboot kenterte, einer Meldung aus Santiago de Chile zufolge, in der Rähe der Guano-Insel Alacran, 15 Personen fanden den Tod. stände an Weizen und Roggen wird begreiflicherweise erst getroffen werden, nachdem im späteren Verlaufe des Erntejahres ein sicherer Uebcrblick über die Ernte- und Versorgungsoerhält- nisse möglich ist. Bei der Verwertung wird aber jede Rücksicht auf die Brotgetreideversorgung genommen werden. Außenminister Zaleski zurückgetreten. Warschau, 2. 2lov. (WTB. Funkspruch.) Außenminister Zaleski ist zurückgetreten. 2lls Rachfolger ist sein bisheriger Mitarbeiter Oberst Beck ausersehen. Beck gilt als Vertrauter des Marschalls P i l s u d s k i, dessen langjähriger Adjutant er früher war. Hernots Reise nach Madrid. Der militärische Hintergrund. London, 2. Rov. (WTB. Funkspruch.) Es ist bekannt, daß einer der Vorschläge, die von der französischen Delegation inGenf erwogen worden sind, sich auf die Schaffung von Arsenalen internationaler schwerer Waffen bezieht, und daß Spanien als ein Land benannt wurde, auf dessen Gebiet das erste internationale Waffenlager untergebracht werden könnte, Ueberdies schließt der französische Plan Reutralität im Kriegsfall für jedes Völkerbundsmitglied aus, und Spanien, das zwischen Frankreich und einigen Gebietsteilen liegt, aus denen Frankreich so erhebliche militärische Verstärkungen heranziehen würde, würde im Falle eines „Völkerbundskrieges'" eine ganz neue Art von Bedeutung erlangen. Beide Länder haben in Rordwest- afriks viele gemeinsame Interessen, und es gibt einige kleinere Differenzen, die ausgeglichen werden müssen. Die Rachricht, daß der Haupt- hafen der Balearischen Inseln ausgebaggert werden soll, hat großes Interesse erregt, besonders deshalb, weil der spanische Minister für öffentliche Arbeiten bei Einbringung der Vorlage in den Cortes freimütig auf die „militärische Wichtigkeit" von Mino rca hinwies. Es wird erklärend bemerkt, „die Inseln müssen gegen jede kühne oder habgierige Aktion eines Feindes gesichert werden". Herrioi beklagt sich über die deutsche -reffe. Madrid, 2.Rov. (TU.) Auf einemPresse- empfang in der französischen Botschaft am Dienstag, zu dem auch die Auslandpresse eingeladen war, wies H e r r i o t alle Vermutungen über den Zweck seiner Reise zurück. Er bemerkte dabei, daß er von derdeutschenPresse trotz seiner Auf- richtigkeit schlecht behandelt werde. Auf die Zwischenbemerkung eines spanischen Pressevertreters, daß doch bei der Reise der Gedanke cm ein Bündnis Frankreichs mit Spanien naheliege, antwortete Herriot, daß kein Mensch das Recht habe, an dem Wort eines frarzosische.a Ministerpräsidenten zu zweifeln. Er |ei als Freund der spanischen Demokratie in Madrid und wolle Spanien nicht in Konflikte bringen. Eine neue englische Konversionsanleihe London, 1. Noo. (WTB.) In einem morgen von der Bank von England zu veröffentlichenden Prospekt bietet die Regierung eine Zprozentige Konoersionsanleihe von 300 Millionen Pfund zum Kurse von 97% Prozent, rückzahlbar ab 1. März 1953,. oder zu einem früheren Datum nach dreimonatiger Kündigung ab 1. März 1948 zur Zeichnung an. Die Zahlung ist wie folgt zu leisten: 5 Prozent bei Zeichnung, 52% Prozent am 1. Dezember 1932 und 40 Prozent am 1. Februar 1933. Die Auflage beginnt am Donnerstag, 3. November, und wird am gleichen Tage geschloffen werden. Kleine politische Nachrichten. Der 5. Strafsenat des Reichsgerichts hatte sich mit den Beschwerden gegen das Verbot der „Hessischen Landeszeitung" in Darmstadt, der „Mainzer Tageszeitung", der „Wormser Tageszeitung", der „Oberheftischen Tageszeitung" und der „Offenbacher Rachrichten" zu beschäftigen. Die Beschwerden wurden bezüglich der „Oberhessischen Tageszeitung" als unbegründet, im übrigen als unzulässig auf Kosten der Beschwerdeführenden verworfen. Die Wochenschrift „Das andere Deutschland" ist mit Verfügung vom 1. Rovember vom Polizeipräsidenten von Berlin bis zum 30. April 1933 verboten worden. Die Staatsanwaltschaft I Berlin hatte bekanntlich gegen Polizeivizepräsident Dr. Bernhard Weiß und Polizeikommandeur Heimanns- b e r g Anklage wegen Vergehens gegen § 3 der Verordnung des Reichspräsidenten betreffs die Wiederherstellung der Sicherheit und Ordnung der Provinz Brandenburg und Berlin vom 20. Juli 1932 erhoben und beantragt, das Hauptverfahren vor der Großen Strafkammer beim Landgericht 1 zu eröffnen. Diese hatte es jedoch abgelehnt, das Hauptverfahren zu eröffnen. Die vom Generalstaatsanwalt beim Landgericht I eingelcgie Beschwerde ist nunmehr zurückgegangen, so daß Dr. Weiß und Heimannsberg endgültig außer Verfolgung gesetzt sind. Aus der Provinzialhauptstadt. Gießen, den 2. Rovember 1932. Wichtig für die Reichsiagswahl! Die Bürgermeisterei veröffentlicht im heutigen Anzeigenteil eine Bekanntmachung über die Reichstagswahl am Sonntag, 6. Rovember. Alle Wahlberechtigten werden auf diese wichtige Bekanntmachung hingewiesen. Die Wähler des II. Wahlbezirks (bisher Studienanstalt, Rordanlage 28) stimmen diesmal im Saal 6 der Schillerschule, Schillerstrahe 8, ab. Die Ausstellung von Stimmscheinen kann beim Wahlamt (Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Rr. 13) nur b i s einschl. Samstag, 5. Rovember, 17 Uhr, beantragt werden. Die Ausstellung ist nur möglich, wenn ein Wahlberechtigter am Wahltage aus zwingenden Gründen von Gießen abwesend ist und auswärts wählen will. Hypothekenfreies Glück. Oft seh ich in verschwornmnen Farben mein Vaterhaus im Sternenlicht. Die roten Schindeln hatten Rarben, und Putzverblendung gab's rax^i nicht. Es fehlten Fahrstuhl, Heiztabellen, Warmwasser, Haushalttkartothet. Es gab noch keine Radiowellen und keine dritte Hypothek. Oft seh im Geist ich Burg und Wälle, der Vaterstadt in liebem Licht. Die täglichen Derkehrsunfälle und Asphaltstraßen gab's noch nicht. Kein Kino, kein Denzinbehälter hat, lichtumflutet, hell gestrahlt. Jedoch die städtischen Gehälter hat man am Ersten stets gezahlt. Oft seh ich, nur in Träumen leider, ein liebes, fragendes Gesicht. Die rückenfreien Abendkleider und Lippenstifte gab's noch nicht. Der Sex appeal, noch nicht erfunden, hat junge Herzen nicht beschwert. Doch war ein Kuh in jenen Stunden wohl etwas mehr, als heute wert. Und dennoch kann ich mich besinnen, dah damals man mit Weh und Ach voll Schmerz bei jeglichem Beginnen von guten, alten Zeiten sprach ... Mir fehlen Kraft und Mut zu fragen, was wohl dereinst, in neuem Licht, die kommenden Geschlechter sagen, wenn man von unsern Zeiten spricht! Puck. Wahlversammlung der Zentrumspartei Jrn Katholischen Vereinshaus hielt die Zentrumspartei gestern abend eine öffentliche Wählerve.sammlung ab. Als erster Redner sprach Reichstagsabgeordneter Schwarz, Frankfurt. Man habe erwarten müssen, daß die Regierung v. Papen ihrem Wirtschaftsprogramm möglichst nachhaltige Wirkung zu geben bemüht bleiben werde. Leider sei dem nicht so. Die Kontingentierung landwirtschaftlicher Erzeugnisse habe schon bei der Bekanntgabe den Boykott deutscher Güter im Ausland ausgelöst. Der sozialpolitische Teil der Rotverordnung vom 5. September fordere die größten Opfer von der arbeitenden Klasse. Die Reichsregierung habe sich die Ermächtigung geben lassen, die Sozialversicherung vereinfachen oder gar aufheben zu dürfen. Dadurch sei die soziale Gerechtigkeit bedroht. Diese Politik könne das Zentrum aus seinem christlichen Gewissen heraus nicht mitmachen. Das deutsche Volk sei mündig und berechtigt, maßgeblichen Einfluß auf die Gestaltung der Politik zu nehmen. Kein Volk der Welt habe in Ruhe und Ordnung so viele Opfer auf sich genommen, wie das deutsche. Der Reichstag sei zweimal entgegen der Verfassung aufgelöst worden; es hätte in beiden Fällen kein Anlaß hierfür vorgelegen. D.e Regierung hätte zurücktreten müssen, wenn es der Reichstag verlangte. Der Volksvertretung und damit dem Volle sei keine Möglichkeit der Kontrolle gegeben. Durch die Verbindung RSDAP-Zentrum habe man gehofft, den Reichstag arbeitsfähig zu machen. Das sei staatspolitische Aufgabe gewesen. Die Regierung habe die Verhandlungen gestört. Heute sehe sich Herr v. Papen überall Konflikten gegenüber. Gegenwärtig seien andere Dinge wichtiger, als Wahlrechts- und Verwaltungsreform. Zur Durchführung solcher weittragender Veränderungen bedürfe die Regierung des Vertrauens des Reichstages. Daran müsse festgehalten werden. Deshalb gehe am Sonntag der Kampf auch um die Erhaltung selbstverständlichster Volksrechte. Es sei nötig, daß sich alle, die guten Willens sind, die Hände reichen. Das Zentrum sei bereit, auch fernerhin dem Volke und dem Vaterlande durch verantwortungsbewußte Arbeit zu dienen. (Lebhafter Beifall.) Hierauf sprach Landtagsabgeordneter Ministerialrat Hoffmann (Darmstadt). Der Kampf des Sonntag gehe um die Erhaltung des Staates als Staat des Rechts. Wie sich der Staat gestalte, dürfe dem Zentrum vom religiösen Standpunkt aus nicht gleichgültig sein. Ein Volk, das sich der Religion begebe, verfalle der Auflösung. Cs sei schwer, der Situation völlig gerecht zu werden, denn sie ändere sich von Tag zu Tag. Run bestehe die Gefahr, daß man in eine Herrendiktatur geführt werde. Es dürfe nicht fein, daß wieder kleine Klubs und Gruppen, wie im Kriege, dominieren. Die Entwicklung in Hessen sei der Politik im Reiche immer um einen Schritt voraus gewesen. Man habe nach Wahlen oft gefragt, was das Zentrum tun werde. In der Antwort habe man enttäuschen müssen. Es blieb jedesmal abzuwarten, was die stärkste Partei zu tun beabsichtigte. Leider sei von dieser Sette nichts geschehen als die Aeußerung des Wunsches zur Ueberlassung der alleinigen Macht. Die Haltung der RSDAP. und ihre 'Verschanzung hinter die bekannten zwölf Punkte habe in Hessen eine Verständigung unmöglich gemacht. Inzwischen habe sich die Einstellung der RSD2lP. etwas geändert, man sei zur Koalitton bereiter als vorher. Die RSDAP. wolle sich auf den Boden der Derfas- fung stellen, auch in Hessen. Das könne eine Verhandlungsbasis sein, aber es bleibe immer festzuhalten, daß sich das in seiner konfessionellen und polittschen Konstitution so gegensätzliche Volk einer egoistischen Parteipolitik niemals beugen werde. Die RSDAP. wolle in Hessen nur einen eirz g:n (nationalsozialistischen» Mini er. Das bedeute aber die von dieser Partei bisher immer verurteilte Parteiherrschaft. Das sei nicht zu billigen. Einen einzigen Minister? Ja! Qlber einen unparteiischen Fachminister. Man sollte sich öfter vor Augen halten, daß durch Äeuwahlen an einem an sich bestehenden wesentlichen Zustand nichts geändert werden könne. Im Hessischen Parlament fei schon mancher unsachliche, haltlose Antrag eingebracht toorben. Man fordere nun die Auflösung des Landtages. Auflösung bedeute neue Unruhe für Staat, Wirtschaft und Regierung. In Fragen der Reichsreform habe Hessen eine schwierige Stellung. Es sei nicht zu verkennen: im Rhein-Maingebiet sei eine Reform notwendig. Hessen dürfe dabei aber nicht ausgekauft werden. Es gehe nicht an, daß man von Kassel her Oberhessen kassieren wolle. Gießen würde dabei als Universitätsstadt bestimmt schlecht abschneiden. Ein gewisser Zusammenhang müsse gewahrt bleiben. Grundsätzliche Gleichmacherei sei abzulehnen. Hessen müsse bis zur völligen Reichsreform erhalten bleiben. Großdeutschland müsse nach Stämmen gegliedert werden, über Stämme hinweg aber ein einiges Volk darstellen, das christlich denkt, fühlt und handelt. Beide Reden wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Die COerfammtung nahm einen ruhigen Verlauf. Geldspende für die Winternothilfe. Die Handarbeits-Ausstellung der Firma .Haus der Handarbeit" wurde am Montagabend abgeschlossen. Die Ausstellung war von insgesamt 2344 Personen besucht. Die Firma „5)aus der Handarbeit" war daher in der Lage, den Erlös aus Eintrittsgeldern in Höhe von 234,52 Mark dem Wohlfahrtsamt der Stadt Gießen zur Verfügung zu stellen. Bornotizen. — T ageskalender für Mittwoch: Stadttheater, 20 bis 22 Uhr, „Sechs Personen suchen einen Autor". — Oberhessischer Kunstverein, Turmhaus am Brandplah, 15 bis 17 Uhr, Ausstellung. — RSDAP., Landgraf-Philipp- Platz, 16 Uhr, Toten-Gedenkfeier. — Deutsch- nationale Volkspartei, 20.15 Uhr, Cafe Leib, öffentliche Versammlung. — Dezirkssparkasse Gießen, 9 bis 18 Uhr, Turnhalle der Pestalozzischule, Ausstellung „Kinderland und Spargedanke". — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Das schöne Aben- teuer“. — Der Goethe-Bund hat, wie man uns mitteilt, für seinen ersten dieswinterlichen Dichterabend den feinsinnigen Dichter Hans Carossa gewinnen formen. Der Goethe-Bund glaubt, mit der Berufung dieser Dichterpersönlichkeit den Gießener Literaturfreunden ein ganz besonderes literarisches Erlebnis vermitteln zu können. Dies um so mehr, als der Dichter infolge beruflicher Inanspruchnahme nur sehr wenig auf Dortrags- fahrten sein kann. Hans Carossa, der bayrische Arzt und Dichter, gehört heute unzweifelhaft zu den ersten deutschen Prosaisten. Es wurde ihm bekanntlich auch der Gottfried-Keller-Preis für 1932 verliehen. Zur Vorlesung kommen Abschnitte aus einem Werk „Lebensübersicht", das im nächsten Jahre erscheinen soll. Der Goethe-Bund erwartet zu diesem bedeutsamen literarischen Ereignis die Literaturfreunde unserer Stadt in recht großer Anzahl. Räheres ist aus der heutigen Anzeige ersichtlich. — Volkshochschule. Die Kurse „Rechtsfragen des täglichen Lebens" und „Französisch II" nehmen heute (Mittwoch) ihren Anfang. (Siehe heutige Anzeige.) ** 40 Jahre im Dien ft e der Stadt Gießen. Der Vermessungsinspektor Wilhelm Schwalb, wohnhaft Licher Straße 33, konnte am gestrigen Dienstag, 1. November, auf eine 40jährige Tätigkeit beim Städtischen Vermessungsamt zurückblicken. Der Jubilar ist als strebsamer Beamter bekannt und erfreut sich in weiten Kreisen der Gießener Bevölkerung bester Wertschätzung. •* Festakt im Stadttheater. Von der Bürgermeisterei wird uns mitgeteilt, daß der Festakt zur Feier des 25jährigen Bestehens des Gießener Stadttheaters, der einen szenischen Querschnitt durch die Arbeit des Stadttheaters geben wird, am Sonntag, 27. Rovember, 11 Uhr stattfindet. Es wird gebeten, daß Vereine und sonstige interessierte Kreise dieses Datum möglichst berücksichtigen. ** Vom Verein für das Deutschtum im Ausland. Die Maßnahmen der Reichsregierung zur körperlichen Ertüchtigung der Jugend und zur Pflege staatsbürgerlichen Gemeinsinnes haben die Hauptleitung des VDA. veranlaßt, die maßgebenden Stellen auf die Wichtigkeit der volksbürgerlichen Erziehung gerade der jungen, zwischen Schule und Berufsleben stehenden Generation hinzuweisen. Bei der Hauptleitung des VDA ist ein besonderes Referat eingerichtet, das sich die Festigung auch der schulentlassenen Jugend im volksdeutschen Denken, die Erziehung zu einem deutschen Gesamtempfinden und zu 2Irbeit und Opfer für die im Kampf stehenden auslandsdeutschen Volksgenossen zur Ausgabe gesetzt hat. In Anknüpfung an bereits vorhandene und erfolgreiche Entwicklungen in einigen Landesverbänden des VDA. soll nunmehr die Zusammerrfassung auch der schulentlassenen Jugend in festen Organisationsformen, sowie die Durchdringung der von Reichsregierung und 2kr- bänden vorgesehenen Arbeits- und Erziehungseinrichtungen mit Volksdeutschem Geiste nachdrücklich gefördert werden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschloffen. ■ ' ■ -■ ■ ' ■ ■'JW’WVW W -— — — M i — — — — H Schöne weiße Zähne: Chlorodont E* *£^411 sta-i. N WnÄ Die tötet Ä aitf-fe ^ÄAü’ ■• Das le, XXW1 »u Aan durch ö* SZL'r Ig*« nun die fr? habt L t m l ? notto«nbig. hLi9^11'1 Wirdes bon Dassel her Ober- wurde dabei als Mt abschneiden, müsse gewahrt blei, ^rei sei abzulchnen. ^Aeichsrefomtt. Md msse nach Stäm. ^/wmme hinweg Men, das christlich mit lrbhastem Beifall muninnz nahm einen : MttNwW. ung der Firm „foiis m Montagabend adgc- oar von insgesamt 2344 mia ,chaus her HM-. üage, den Erlös aus oon 234,52 Mark dem Meßen zur Beifügung izen. t für Mittwoch.' Uhr, .Sechs Personen )berhessischer Kunstder- Watz, 15 bis H Uhr, P., Landgraf-Philipp« edeckseier. — Deutsch« 0.15 Uhr, Cafe Leib, - Dezirtssparkasse Gic« ille der Pestalozzischule, und Spargedanke". - afje: .Das schöne Wen« in Hat, Vie man uns dieswinterlichen D.chter. ichter Hans Carossa ge« ethe-Änd glaubt, mit ^Persönlichkeit den ®i> n ganz besonderes lite. In zu timen. Kes um n folge beruflicher Ar- wenig auf DvüragL- Larvffa, btt Ww feite MMWaft zu saifirn. Es wurde ihm ttiried-Keller-Prete sür esung kommen AbschnM Übersicht", das im nach« L Der Hamen literanchen w £ unserer Stadt in rj ist alte der heutigen An- e. Die Kurse M?. rss?* i-.- v Sä VZ '<•«= g vM Ion der idtthe°l , ' 6q6 ins des ö. ®’Ä««-» * *°Kiing 3u* en örwE Kemern- ’S Sm bte Dich- 6te-len^ Lade d-r l'Ä® ZZ-§ VHZ »•SÄ'ä gss& 16 tl- Handball im Lahn-Oünsbera-Gau Die in her Gauklasse vorgesehenen Spiele fielen beide dem schlechten Wetter zum Opfer. In der Dezirksklasse wurden folgende Spiel« ausgetragen: Wißmar I — Ahbach II 5:1 (3:0). Atzbach trat nur mit 10 Spielern an und hatte keine Chance auf Sieg. Der Platzbesitzer hatte drei Viertel der Spielzeit für sich und gewann verdient. Das Ehrentor erreichten die Gäste erst, nachdem das Spiel schon 5:0 für die Platzbesitzer stand. Erda l — Launsbach I 1:2 (1:0). Der Platzbesitzer legte sofort mächtig los und konnte bereits in der 7. Minute erfolgreich fein. Launsbach schoß zu ungenau und ging leer aus. Nach der Pause konnte der Gast bald ausgleichen. Erde drängte nun wieder. Der Torwart der Gäste hielt aber" in dieser Zeit die gefährlichsten Bälle. Erst in den letzten Minuten konnte Launsbach aus einem Gedränge heraus durch einen unhaltbaren Schuß den Siegestreffer anbringen. Ruttershausen I — Tv. Lollar II 14:3 (6:3). Durch die Glätte des Bodens kam ke.in reguläres Spiel zustande. Lollar trat mit nur 10 Mann an und war in der Hintermannschaft sehr unsicher. Nachdem das Spiel bis zur Pause noch einigermaßen offen gehalten wurde, fielen die Gäste nach dem Wechsel völlig auseinander. Kesfelbach I — Rordeck I 1:2 (0:1). Auch diases Spiel hatte sehr unter den schlechten Bodenoerhältnvfsen zu leiden. Trotzdem wurde es in schnellem Tempo geführt und brachte für den Gast vor dem Wechsel einen Erfolg. Sofort nach der Pause erreichte der Platzbesitzer den Ausgleich, mußte aber durch ein 2. Tor den Gästen die Punkte lassen. Burkhardsfelden I — Steinbach I 6:2 (2:2). In der ersten Hälfte waren sich beide Mannschaften durchaus ebenbürtig und errangen je 2 Tore. Nach dem Wechsel spielte der Platzbesitzer leicht überlegen und konnte durch verschiedene Deckungsfehler der Steinbacher Hintermannschaft den Sieg sichern. Albach I — Beuern I 6:4 (0:2). In der ersten Hälfte war der Gast überlegen. Durch Strafwürse kam Beuern zu zwei Erfolgen. Die 2. Hälfte brachte bald für die Platzmannschaft den Ausgleich, dem der Gegner aber durch ein weiteres Tor die Führung abermals entgegensetzte. Nachdem Albach abermals ausglich, konnte es durch 2 Tore den Sieg sicherstellen. Der Nest der Spielzeit brachte noch jeder Mannschaft ein Tor. hausen A.-h. — Mainzlar I 5:1 (1:1). In diesem Spiel schlug eine Alte-Hermmannschast eine aktive Mannschaft, die in ihrem Bezirk eine ganz gute Nolle spielt, ziemlich eindeutig. Nachdem zur Halbzeit mit 1:1 gewechselt worden war, trat nach der Pause eine klare Ueberlegenheit der A.-H. ein. In 4 Toren kam diese zum Ausdruck. Arbeiter-Turn- und (^porfbunö. Heuchelheim — Rieder-Florstadt 0:3. In Heuchelheim lieferten sich die Kreisklaffengegner trotz des niedergehenden Regens ein schönes Spiel. Heuchelheims Sturm ließ aber die sichersten Gelegenheiten aus. Florstadt kam dann zum Führungstor. Bei diesem Resultate blieb es bis Halbzeit. Nach Seitenwechsel griff Heuchelheim mehr an, konnte jedoch zu keinem Erfolge kommen. Ein billiges zweites Tor (Eigentor) fiel für Florstadt, dem aber bald auch das dritte Tor folgte. Es blieb bis zum Schluß bei diesem Resullat. — Vorher: Heuchelheim II — Vetzberg I 5:0. Heuchelheim Jugend — Launsbach Jugend 6:0. Dorheim — Rieder-Wöllstadt 3:1. In Dorheim lieferten sich die beiden Kreisklaffengegner bei trostlosen Platzverhältnissen ein scharfes Spiel, das Dorheim als Sieger sah. Londorf I — Wieseck II 4:4. Bei Halbzeit führten die Gäste mit 2:3 Toren. Nach Seitenwechsel wurde das Spiel härter und es gelang den Gästen, ihr viertes Tor zu erzielen. Londorf stellte aber zum Schluß den Ausgleich her. Staufenberg Jugend — Wieseck Jugend 0:6. Launsbach I — Gleiberg I 1:2. In Launsbach lieferten sich beide Mannschaften ein völlig gleichwertiges Spiel. Durch Selbsttor von Launsbach übernahmen die Gäste die Führung. Halbzeit 0:1. Nach dem Wechsel kam Gleiberg zum zweiten Erfolg. Erst kurz vor Schluß holten die Launsbacher ein Tor auf. vlasbach I — Waldgirmes I 1:1. In Naunheim sah man ein flottes Spiel, das sehr unter den Bodenverhältnissen litt. Das Resultat entsprach dem Spielverlauf. Leun I — Raunheim II 2:4. Naunheim war in Leun zu Gast und konnte trotz dem harten Spiel der Platzbesitzer Sieg und Punkte mit nach Hause nehmen. Kinzenbach I — wehlar I 7:2. Wetzlar enttäuschte in Rinzenberg sehr. Die Platzbesitzer nahmen das Spiel ernst und legten von Anfang ein Tempo vor, dem die Gäste zum Opfer fielen. Grünberg I — Lindenstrukh I 3:0. Bis Halbzeit gelang es keiner Partei, Erfolge zu erzielen. Nach dem Seitenwechsel war Grünberg besser und siegte verdient. Obecheffen. Giraf:enbahnbau durch Wieseck beschlossen. Eine weitsichtigeEntscheidung des Wicsecker Gemeinderats. £ Wieseck, 2. Roo. Der Gemeinderat bekräftigte sich gestern abend in einer nichtöffentlichen Sitzung mit dem Bau der Straßenbahn Gießen — Wieseck. Rach längerer Beratung wurde diesem Bau auf Grund der' Borschläge der Stadt Gießen z u g e st i m m t. Die Straßenbahn soll durch die Grabenstraße. Kornblumenstraße zum Lindenplah geführt werden, hiermit ist einem jahrzehntelangen Wunsche der meisten Einwohner der beiden Gemeinden entsprochen. Wir werden auf diese begrüßenswerte Entscheidung zum Besten der Bürgerschaft beider Orte noch zurück- kommen. Grünberger Gallusmarkt vom 6.—10. November. £ Grünberg, 2. Nov. Der Gallusmarkt findet nunmehr, wie vorgesehen, vom Sonntag, 6. November, bis einschließlich Donnerstag, 10. November, statt. Die spinale Kinderlähmung, die seinerzeit eine Verschiebung des Marktes notwendig machte, ist nicht mehr aufgetreten, so daß kein Hindernis mehr besteht, den Markt nunmehr in feiner bekannten Form durchzuführen. Allerheiligenmarkt in Hungen. f. Hungen, 1. Nov. Der alljährlich in Hungen stattfindende und von der Umgebung gern besuchte 2lllerheiligenmarkt (Schweine-, Schaf- und Krämermarkt) hatte in diesem Jahre durch die allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse und besonders durch den Umstand, daß er mit dem „Kalten Markt" in Ortenberg zusammenfiel, etwas ZU leiden. Der Auftrieb auf dem Schweinemarkt betrug 380 Stück. Ferkel bis 6 Wochen alt kosteten 7—8 Mk., 7 Wochen alt 9—10, acht Wochen alt 11—13, 9-12 Wochen alt 15—20 Mk. Für Läufer wurden bis zu 28 Mk. verlangt. Der Handel war schleppend und es verblieb Ueber» stand. Der Schafmarkt war mit 64 Stuck beschickt. Es kosteten: Hammellämmer 12—14 Mk., Mutterlämmer 13—16, alte Hämmel 18—23, alte Mutterschafe 16—22 Mk. je nach Ware. Der Handel vollzog sich erst etwas langsam, es wurde zum Schluß aber doch fast ausverkauft. Infolge Der trockenen Witterung erfreute sich der Krä - mermarkt eines sehr guten Besuches. Landkreis Gietzen. z 21 ö & g en , 31. Oft Im Leseverein hielt Dr. Wichel (Gießen), einen Vortrag über Wetterkunde. Er sprach zunächst über die Bedeutung der Wettervorhersage für den einzelnen Menschen und für die Volkswirtschaft. Dann verbreitete er sich über die Vorgänge in der Troposphäre, die die Wetterlage gestalten. In einem zweiten Vortrag am nächsten Samstag wird der Redner vor allem die technische Seite her Wettervorhersage behandeln. Im Anschluß an den Vortrag legte Cisenbahnbetriebsassistent Rocker die Rechnung des Vereins vor: der Schriftführer, Adolf Klos, verlas den Jahresbericht. Danach wurden im letzten Winter vier Vorträge gehalten und den ganzen Winter über wöchentlich einmal Bücher ausgegeben. Die Vorträge waren immer gut besucht, die Bücherei wurde eifrig benutzt. 31 neue Dände konnten im laufenden Jahr eingestellt werden, obwohl auch ein neuer Schrank notwendig geworden war. Lehrer L e i se n h e i m e r dankte allen, die die Arbeit des Vereins fördern, und gab die Pläne für diesen Winter bekannt. Rach- dem Pfarrer Bönning zum Ausdruck gebracht hatte, daß die Tätigkeit des Vereins allseitige Anerkennung finde, schloß der Vorsitzende die Versammlung. — Am Sonntagabend versammelten sich viele Gemeindeglieder zu einer Abendandacht in der Kirche. Pfarrer Bönning zeigte eine ganze Reihe prachtvoller, farbiger Lichtbilder aus der Reformationsgeschichte und sprach verbindende und erläuternde Worte dazu. z. Großen-Linden, 1. Rov. Im Saale der Wirtschaft »Zum Rebstock" wurde durch die Lichtbildstelle des Kreisschulamtes Gießen der erste Teil des Films „R i b e I u n g e n" (Siegfried) unter Leitung des Lehrers Reinheimer, Gro- Hen-Linden, vorgeführt. Für die Teilnehmer am Freiwilligen Arbeitsdienst war der Eintrtit frei. Die Dildfolge wurde mit großem Interesse aufgenommen. Kreis Büdingen. * Nidda 1. Nov. Die andauernden Regenfälle der letzten Wochen haben der Nidda und ihren Nebenflüssen sowie aus dem Vogelsberg so erhebliche Wassermengen zugeführt, daß das Niddatal oberhalb und unterhalb unserer Stadt weithin überschwemmt ist. Eine so große Fläche Ackerland und Wiesengelände ist von den Fluten überspült daß in weitem Umkreise unserer Stadt das Wasser einen richtigen See darstellt. Dabei ist noch weiterer Wasserzufluß aus dem Gebirgsbächen des Vogelsbergs zu erwarten. Welchen Schaden die Ueberfchwemmung angerichtet hat, kann erst nach dem Abläufen des Wassers beurteilt werden. gesehen, deren Genehmigung beantragt ist. Es handelt sich um die Derschleifung eines Hohlweges im Rahmen der Feldbereinigung. Ursprünglich war diese Arbeit für die landwirtschaftliche Selbsthilfe vorgesehen, aber die Rotlage erfor- dert es, daß die Arbeit auf diesem Wege ausgeführt wird. — Verursacht durch die Regenfälle der letzten Tage führen Seenbach und 0hm Hochwasser, so daß die Arbeit beim Freiwilligen Arbeitsdienst eingestellt werden mußte. Große Teile des Seentales sind überschwemmt. Wirtschaft. Oer Okiober-Mimo der Reichsbank. Berlin. 2. Rov. (WTB. Funkspruch.) Rach dem Ausweis der Reichsbank vom 31. Oktober hat sich die gesamte Kapitalanlage der Bank in Wechseln, Schecks und Effekten um 369,7 Millionen auf 3456,6 erhöht. Im einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 240,2 Millionen auf 2857,1 Millionen Reichsmark, die Bestände an Reichsschatz- wechseln umfc16,7 Millionen auf 39,5 Millionen Reichsmark und die Lombardbestände um 112,8 Millionen auf 197,8 Millionen Reichsmark zu- genommen. An Reichsbanknoten und Rentenbankscheinen zusammen sind 221,3 Millionen in den Verkehr ab» geflossen, und zwar hat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 206,1 Millionen auf 3620 Millionen Reichsmark, derjenige an Rentenbankscheinen um 15,2 Millionen auf 407,4 Millionen Reichsmark erhöht. Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 19,6 Millionen Reichsmark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 389,5 Millionen Reichsmark eine Zunahme von 12,6 Millionen Reichsmark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen De v isen haben sich um 6,3 Millionen auf 940,3 Millionen Reichsmark erhöht. Im einzelnen haben die Goldbestände um 20,5 Millionen auf 817,3 Millionen Reichsmark zugenommen und die Bestände an deckungsmähigen Devisen um 14,2 Millionen auf 123,0 Millionen Reichsmark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckungsfähige Devisen betrug am Ultimo 26,0 Prozent gegen 27,4 Prozent am 23. Oktober. • Er leich terungen des Postpaketverkehrs mit Itali en. Die Einfuhr von Postpaketen aus den Ländern, mit denen Italien Devisenabtommen abgeschlossen hat, und zwar mit Deutschland, Oesterreich, Ungarn und Jugoslawien, hat in Italien eine Reuregelung erfahren. Rach den bisherigen Bestimmungen des Rationalen Instituts für den Verkehr mit dem Auslande sind bekanntlich Bezahlungen für Postpakete nur auf Grund von Bescheinigungen durch die Zollbehörde gestattet. Postpakete werden nunmehr von dieser Bestimmung befreit, dafür müssen sie aber die Rechnung, die der Bank vorgelegt wird, mit einer besonderen Einfuhrbescheinigung begleiten. Berlin etwa behauptet. Berlin, 2.Rov. (WTB. Funkspruch.) Entgegen den Desürchtungen des Vormittag; lagen die offiziellen Börsenkurse heute im allgemeinen nicht wesentlich schwächer. Das Geschäft beschränkt sich allerdings nach wie vor auf ein Minimum. Das Scheitern der Kontingentsverhandlungen mit Dänemark, die Zuspitzung der Spannung zwischen Bayern und dem Reich, das schwächere Reuyork und die abgeblasene Diskontsenkung muhten etwas verstimmen, um so mehr, als der ziemlich günstige Ultimoausweis der Reichsbank mit seiner verhältnismäßig geringen Gesamtanspannung um etwa 370 Millionen Mark eine Ermäßigung des Reichsbanksahes nach Meinung der Börse durchaus zulassen würde. Auch die Besserung des Pfundkurses vermochte keine Geschäftsbelebung herbeizuführen. Uebertoiegenö waren kleine Abschwächungen festzustellen, die nur ganz selten über 1 Prozent hinausgingen und bis zu 3,25 Prozent betrugen. Hier und da waren auch Steigerungen bis zu 1 Prozent eingetreten. Im Verlaufe trat bann eine geringfügige Umsatz st eigerung ein, und eine größere Anzahl von Werten zog bis zu 0,75 Prozent an. Montanaktien waren etwas lebhafter gefragt. Die Rentenmärkte lagen heute etwas ruhiger. Altbesih war gegenüber dem niedrigeren Schluhkurs von gestern 0,75 Prozent erholt. Reubesitz blieb behauptet, Schuhgebietsanleihe zog etwas an. Reichsschuldbuchforderungen waren bei ziemlich lebhaftem Geschäft nur knapp gehalten, Reichsbahnvorzugsaktien 0,25 Prozent schwächer. Industrieobligationen und Pfandbriefe schienen teilweise etwas angeboten zu fein. Steuer» gutscheine waren bei behaupteten Kursen sehr ruh.g veranlagt. Auslandrenten tendierten bei kleinen Veränderungen unregelmäßig. Gegen 13 Uhr bröckelten die Aktienkurse unter dem Eindruck Kreis Alsfeld. ll. Merlau, 1. Rov. Für unsere Gemeinde ist eine g rohere Aotstandsarbeit vorder wieder sehr stark in Erscheinung tretenden Geschäftsstille etwas ab. Am Geldmarkt machte die Erleichterung weiter erhebliche Fortschritte. Diese Erleichterung kann um so schnellere Fortschritte machen, als die Beanspruchung zum Ultimo geringer war, wie aus dem Ultimoausweis der Reichsbank ersichtlich ist. Abgesehen von der niedrigeren Lombardbeanspruchung haben die Giroguthaben eine Zunahme um über 12 Millionen Mk. gezeigt. Tagesgeld war an der unteren Grenze schon mit 4,75 Proz. bzw. 4,64 Prozent erhältlich. Rach Privatdiskonten. Reichswechseln und Reichsschatzanweisungen besteht weiter Rach- frage. Frankfurt still und uneinheitlich. Frankfurt a. M., 2.Rov. (WTB. Drahtmeldung.) Die heutige Börse zeigte keinen Einfluß der gestrigen Abschwächung in Reuyork, da Berliner Käufer einen großen Teil des heraus- kommenden Materials aufnahmen und die Kursentwicklung so eine Stühe erhielt. Ein gewisses Delebungsmoment enthielt auch die eingetretene Befestigung des englischen Pfundes. Die Geschäststätigleit war trotz alledem verhältnismäßig klein, sofern Abschwächungen austauchten, waren sie zum größten Teil auf Zusallsverkäufe zurückzuführen. Das Kursbild war im großen und ganzen einheitlich, am Chemiemarkt standen den behaupteten Kursen von Metallgesellschast und Goldschmidt Abschwächungen von IG., 5>t Erdöl und Rütgers- werke gegenüber, die bis zu 0,75 Proz. gingen. Don Elektrowerten lagen AEG. und Licht » ’ße LehoWd’kel*" ■7/ ,-y * 1882-1932 7505 A im Urteil der Kunden Eine einzigartige Kundgebung für größte Leistungen ist mein Jubiläumsverkauf der meinen Kunden nach wie vor die größten Vorteile bietet! J. Pfeffer ■ Marktplatz 6 27.50 Ein besonderes ubiläumsangebot ist dieser Mantel aus reinwollenen Curl- oder BoucIS- Stoffen mit Pelzkrawatte, ganz auf prima Kunstseide gefüttert, nur | Lichtspielhaus Gießen • Heute Mittwoch Premiere | KAT-HEv-NAQ-y Prospekt anfordern Vereine | erlebt haben I 77Z9 C beginnt: 7720 D GOETHE« BUND Seltersweg 49. 774] A Hans Carossa e- bei Sekretär Ritter. Universitäts-Gebäude. 7725D | Mietgesuche । [Stellengesuche) Inhaber V. 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Es war la auch ein Häuser-Ofen und der gab ohnedies gut warm. Und warum denn mehr ver- pulvern, als man unbedingt braucht in dieser miesen Zelt So denken Sie doch auch gewiß, wie Onkel Mollig. Nur mit dem Unterschied, daß Sie noch keinen Häuser-Ofen haben, der Ihnen sparen hilft Wollen ^'f^lcht wsnien bis die dicken Eiszapfen von der Dachrinne hangen und Sie pfundweise Ihr Geld in den Schornstein schaufeln müssen? So ein Winter ist kalt, da braucht man eine warme Stube. Machen S e es also auch wie Onkel Mollig, kaufen Sie sich einen Hauser-Ofen, der ihnen die „wärmste“ Freude Ins Haus bringt MOTTO: Und dräut der Winter noch so sehr mit trotzigen Gebärden, Schaff Dir ’nen Häuser-Ofen her, dann wird Dir’s warmer werden II! *Bei und Brasilien. In einem e.njährigen Kursus werden in der Rendsburger Schule, die 1927 als Gegenstück zu der seit 1896 in Witzleben bestehenden Kolonialschule für junge Männer gegründet wurde, die jungen Mädchen auf alle Arbeiten, die ein Farmbetrieb mit sich bringt, vorbereitet. Sie werden zerstörend auf seine Gaumenkultur wirkten. Heber« dies war der Austausch von Maren von Land zu Land sehr erschwert. In dieser Zeit bildete sich Frankreich zum Chef aller Gaumenletzen aus und hat diese Vorherrschaft bis heute unbestritten behalten. Das Merkwürdigste aber ist, daß, nachdem zu Beginn des 19. Jahrhunderts die höchste Höhe aller Künsteleien erreicht worden war, gerade Frankreich zur natürlichen und einfachen Speisenbereitung umzulenken verstand, ohne dabei seine leitende Rolle einzubüßen. Hnser Zeitalter des Verkehrs hat Europa auch mit fremden Kochkünsten bekannt gemacht. Rußland hat sich bei starkem französischem Einschlag seine Individualität zu erhalten gewußt. Die Türkei und Indien haben sogar die englische Küche zu beeinflussen begonnen. Rordamerika r>at seine eigenen Produkte dem englisch-französischen Küchenzettel untergeschoben. Das lateinische Südamerika aber schließt sich ganz an die spanische Heimat an. Richts ist verschiedener als spanische und italienische Kochkunst. Rasse, Produkte, Klima sind sich ähnlich, doch der Geschmack ist gruni verschieden. Mag der maurische Einschlag vielleicht mitsprechen — das fast Gewaltsame, das den allzu süßen, allzu scharfen, allzu fetten spanischen Gerichten anhaftet, macht sie dem mitteleuropäischen Gaumen unsmypathisch, wie etwa die fremdartigen Genüsse des fernen Ostens. Gemeinsam sind allen Völkern gewisse deutliche Richtlinien: die Suppe zu Beginn, das große Fleischstück in der Mitte, das leichtere, z. D. Geflügel, danach, Süßspeisen am Schluß. Hnd immer und überall hat es neben den ausgesprochenen Rährgerichten gleichsam neutrale Magenfüllgerichte gegeben, sei es nun Hir'? rci, Reis, Buchweizen oder unsere alleinfeligm. .üe Kartoffel. Immer und überall hat der Mensch, bald feiner, bald gröber, durch abweichend gewürzte und pikante Tunken neue Reize in die Alltagskost zu bringen gesucht. Immer und überall haben Feste, auch die abstraktesten, metaphysischsten, ihren kulinarischen Ausdruck gefunden. zu wahren jungen Tausendkünstlern ausgebildet, häusliche, sehr weibliche Künste werden ebenso gepflegt wie allerhand männliches Können. Kochen, Schlachten, Backen, Milchwirtschaft, Molkerei und Käserei, Obstverwertung, Obstweinbereitung, Waschen, Schneidern, Handarbeit, Körper- und Krankenpflege, Säuglings- und Wöch- nerinnenbebanbhing wird ebenso ausführlich gelehrt wie Holz- und Metallarbeit, Schuhmacherei und ähnliches Handwerk. Denn jedes dieser jungen Mädchen muß ja damit rechnen, daß es im Rotfall wie Robinson Crusoe auf einer einsamen Insel ohne die Hilfe der Zivilisation auskommen muß, daß es auf sich selbst gestellt ist und daß von seiner persönlichen Kraft, von seinem Wissen und Können es allein abhängt, ob dieses neue Leben im fremden Erdteil ein gutes, gesundes, glückliches und erfolgreiches Dasein werden wird. Aber was für ein stolzes Gefühl auch für so eine junge Frau, die in allen Sätteln gerecht ist, wenn sie dann einen kahlen wüsten Fleck Erde in einen Rutz- und Blumengarten verwandeln, wenn sie ihr Haus von oben bis unten int Rotfall selbst versehen und die schwarzen oder braunen Helfer in allem belehren kann! Daß sie neben diesen praktischen Fähigkeiten auch die sportlichen lernt, ist selbstverständlich, denn was ist eine Frau im Busch, die nicht reiten und schwimmen, rudern und schießen kann? 2'J>er nicht nur die praktischen und körperlichen Fähigkeiten werden in der Rendsburger Schule dem überseeischen Leben angepaßt, auch die geistigen Vorbedingungen werden geschaffen, damit die dort lernende Frau später einmal ihren „Mann" stellt. So werden z. B. auch Sprachen gelehrt, Englisch und Spanisch als Pflichtsprachen, die afrikanischen Eingeborenensprachen Otjih:rero und Kisuaheli sind wahlfrei. Der Leiter der Schule, der frühere Direktor der Oberrealschule in Windhuk, hat es sich zur Aufgabe gesetzt, auch den Charakter seiner Schülerinnen auf die harte Arbeit in den Kolonien zu formen. In engstem kameradschaftlichen Zusammenleben lernen sie Selbständigkeit und Verantwortungsgefühl und jene Lust am Zu- Packen, die sie später so nötig gebrauchen werden. Die meisten der Schülerinnen besitzen Hni- versitätsreife, doch wird dies keineswegs zur Vorbedingung gemacht, denn die Leiter der Allerlei erprobte Rezepte. Brotsuppe. Zu einer Suppe — je nachdem man sie dicklich oder flüssig liebt, nimmt man zwei bis drei Obertassen voll geriebenen Weißbrots. Alles in kochendes Wasser gegeben, läßt man etwa 20 bis 25 Minuten langsam kochen, nimmt vom Feuer, zerquirlt in etwas Wasser ein Ei und einen Eßlöffel Maggi-Würze, rührt dies nebst einem Stich guter Butter und dem nötigen Salz an die Suppe und erhält so eine, auch jedem Kranken wohlbekömm- liche, leicht verdauliche, nahrhafte Suppe von großem Wohlgeschmack. * B r a t e ns o ß e n s u p p e. Alle in der Bratpfanne zurückgebliebenen Reste, wie Brotkruste, gelbe RWen und Zwiebeln usw., werden mit der übrigen Bratensoße und so viel Wasser gut aufgekocht, wie man zur Suppe nötig hat, dann durch ein Haarsieb getrieben und mit ein bis zwei Eiern abgezogen. * Gedünstete Makkaroni. Makkaroni werden 20 Minuten in siedendem Salzwasser ab gekocht, gut abgeschüttet und mit kaltem Wasser durchge- Ichwenkt: in einer Kasserolle erhitzt man gutes Fett, etwas Jus und Fleischbrühe, gibt die Makkaroni hinein, würzt mit Salz und Pfeffer und läßt sie noch 10 bis 15 Minuten dünsten. Nach Belieben vermischt man sie zuletzt mit einer kräftigen Tomatensoße oder serviert diese extra dazu. * Sauerkrautrollen. (Für vier Personen, zwei Stunden.) Zutaten: 250 g Weizenmehl, 1 Ei, 50 g Butter, 1 Teelöffel Salz, Wasser, 100 g Scheiben von durchwachsenem Räucherspeck, 500 g Sauerkraut, 100 g Schweinefett, 1 Zwiebel, i Teelöffel Kümmel, 2 Maggi's Fleischbrühwürfel. Zubereitung: Von dem Mehl, Ei, Butter, Salz und wenig Wasser wird ein glatter Nudelteig hergestellt, den man eine Stunde ruhen läßt. Dann wird er dünn ausgerollt, mit den Räucherspeckscheiben belegt und mit dem Sauerkraut, das man vorher in Schweine- Schul« wissen ganz genau, was für schwere Opfer ein langer Schuigang den Eltern und Kindern oft auferlegt, und daß es viele gibt, di« auch ohne diesen offiziellen Bildungsgrad berufen sind, sich tapfer draußen auf vorgeschobenem Posten herumzuschlagen. Wer gesundheitlich und charakterlich den Voraussetzungen für diesen Lebensweg entspricht, wird auch ohne Obersekundareife in die Rendsburger Schule aufgenommen. Hnd die Aussichten? Die Möglichkeiten für eine gute Existenz in Hebersee, zu der die Schule die jungen Frauen ja vorbereitet? Sie lassen sich nicht mit wenigen Worten charakterisieren. Die wirtschaftlichen Verhältnisse schwanken auch hier außerordentlich, doch sind sie im allgemeinen besser als in der Heimat. Von den zweihundert bis jetzt aus der Anstalt hervorgegangenen Schülerinnen haben etwa vierzig Prozent in Heberfee eine Heimat gefunden. Hnd da sie unter vielen Bewerberinnen als die besten, tüchtigsten und geeignetsten ausgewählt wurden, so ist anzunehmen, daß sie sich mit Fleiß und Tapferkeit drüben eine neue und auskömmliche Existenz gegründet haben. Oie praktische Hausfrau. Behandlung wertvoller Spitzen. Wertvolle Spitzen werden wie neu, wenn man sie, schön ausgezogen, um eine recht dicke Flasche wickelt und dann in warmem Seifenwasser tüchtig hin und her schwenkt und dadurch wäscht. * Entfernen von Lebertranflecken aus Kinder wäsche. Lebertranflecke werden aus Kinderwäsche am besten mit guter Kernseife entfernt. Man seist die fleckigen Stellen gut ein, läßt etwas lösen und wäscht dann wie gewöhnlich. Um den lästigen Geruch zu beseitigen, genügt leichtes Kochen der Wäsche. Wie reinigt man b l i n d g e w o rd e n e Fensterscheiben? Solche Scheiben lassen sich auf folgende Weise leicht reinigen: Man tränke einen wollenen Lappen in Leinöl und reibe damit die Fensterscheiben gut ab. Danach entfernt man die hängengebliebenen Oelteilchen sorgfältig mittels eines wollenen Lappens und spült dann die so gereinigten Fenster mit kaltem Wasser nach. * Emaillegeschirr aufzufrischen. Die Emaillegeschirre werden zum Leidwesen der Hausfrau überaus rasch abgenutzt. Schon nach mäßigem Gebrauch erscheint an der Außenseite das Metall. Jene Stellen, die nicht dem offenen Feuer oder dem kochenden Wasser ausgesetzt sind, können sehr leicht mit einem Emaillelack ausgebessert werden. Man trägt ihn mit einem Pinsel auf die schadhaften Stellen auf. * Ausbessern von zerrissenen Gardinen. Wenn man die defekte Stelle mit Papier unterheftet, das man beim Ausbessern gleich mit durchstopft, lassen sich Löcher in Gardinen und feinen Deckchen viel leichter stopfen. Das Papier läßt sich nachher mühelos entfernen: wenn Reste Zurückbleiben, kann man sie mit Wasser losweichen. * Behandlung von G u in m i s a ch e n. Um Gummischuhe, Gummimäntel usw., Luftkissen und Eisbeutel vor dem Bauchigwerden zu bewahren, darf man sie nicht an sehr warmen und trockenen Orten aufheben: durch trockene, warme Luft wird Gummi leicht brüchig. Die Räume, in denen man Kleidungsstücke oder andere Gegenstände aus Gummi aufbewahrt, müssen gut temperiert sein. . * W i e reinigt man silberne Löffel? Jrn täglichen Gebrauch befindliche silberne Löffel müssen oft einer gründlichen Reinigung unterzogen werden. Es ist zweckmäßig, wenn man sie einige Minuten in kochend heißes Kartoffelwasser legt. Danach bekommen die Löffel einen schönen Glanz. Nach längerem Gebrauch empfiehlt es sich, sie in einer Lösung von gleichen Teilen Kochsalz, Weinstein und Alaun zu legen, die man kochen läßt. Dann nimmt man die Löffel heraus und reibt sie mit einem weichen Tuche trocken. fett mit der geriebenen Zwiebel und Kümmel eine Stunde gedämpft hat, bedeckt. Der Teig wird dann aufgerollt, in fingerlange Rollen geschnitten, die man nebeneinander in eine feuerfeste Form legt. Man begießt sie mit einem halben Liter Fleischbrühe aus zwei Maggi's Fleifchbrühwürfeln und läßt das Gericht eine Stunde im Ofen backen. Gerührte Eier, in der Pfanne aufgezogen. Eine Eierpfanne aus Porzellan wird dick mit frischer Butter ausgestrichen, verrührte, gesalzene Eier hineingegeben, einige Butterstückchen eben darauf geschnitten, auf schwaches Feuer gesetzt und so lange gebacken, bis die Eier auflaufen und gleichmäßig angezogen Haben. Man serviert sie so heiß wie möglich in derselben Pfanne. Gänseklein. (Für vier Personen, zwei Stunden.) Zutaten: 1 Gänseklein (Hals, Flügel, Kopf, Herz, Magen sowie die abgebrühten und enthäuteten Beine, um die die sehr sauber gereinigten Fettdärme gewickelt sind), 2 Zwiebeln, 2 Aepfel, Pfeffer und Gewürzkörner, 1 Stückchen Lorbeerblatt, je 1 Stengel Majoran und Thymian, 1 Eßlöffel Salz, gut l Liter Fleischbrühe aus 2 Maggi's Fleischbrühwürfeln 1 Teelöffel Maismehl. Zubereitung: Das sauoer vorbereitete Gänseklein wird mit den zerschnittenen Zwiebeln und Aepfeln, den Gewürzen, Salz und Kräutern in «inen Topf gegeben, die kochende Fleischbrühe darüber gegossen und langsam weich gedünstet. Dann nimmt man die Flerschstücke heraus, rührt die Soße durch, verdickt sie mit dem Maismehl und gibt sie über das Klein, das mit Salz- ober Pellkartoffeln zu Tisch gebracht wird. Z a l z k e k s. 50 Gramm Butter und zwei Eidotter werden schaumig gerührt, 200 Gramm feines Weizenmehl, eine halbe Tasse saure Sahne, ein bis zwei Eßlöffel voll Wasser und ein halbes Backpulver binjugegeben. Der Teig ist ein Viertel Zentimeter dick auszurollen, mit Salz und Kümmel betreut, in schrägen Vierecken auf die Platte zu bringen und hellgelb zu backen. WM». IltiüHI ■ IMKWIÄ WWW solche WWWWWWWUWWWWMW^ I WWWWMMrl n.TnrffntmTWuTirmflj WW8NWMWWWVWWMKVI 5 Fottletzung Nachdruck verboten. Fahrt draußen bei Mondschein — herrlich! Komm nur! Hupp, Fritz!" Er winkte dem Jugendge- spielen, sie schulterten das Boot und trugen es vorsichtig hinaus in den fast taghellen Sommerabend. Erika hatte einen Augenblick gezögert. Aber als sie hinaustrat in die zauberhafte Helle der sommerlichen Rächt, die Gestalten der Gefährten sah, die da schnell und fröhlich dem Flusse zugingen, da lief sie schnell hinterher. Gestalt im Arme halten würde. Diese Vorstellung ließ sein Blut schmerzhaft aufrauschen: er konnte sich nicht bezwingen — das eine mußte er wenigstens fragen: „Erika, nicht wahr, das vorhin war doch nur ein Scherz, mit dem, was die Leute reden, daß dein Vater dich bald verheiraten will.. In seiner Stimme schwang etwas mit, was sie auffehen ließ: aber in ihrer kindlichen Llnbe- fangenheit ahnte sie nicht, was den Jugendfreund bewegte. „Du hast wohl Angst", lachte sie, „daß ich eines Tages die Frau von einem der Angestellten werden könnte? Ach nein, Kurt, das sind doch nur die Leute, die reden, die es mir und dem Vater nicht gönnen, daß er mich besser gehalten hat als die anderen Eltern ihre Mädels. Er sagte immer, die Mutter wär' was Feineres gewesen als die Mädels seines Standes, und ich sollte auch was Besseres kennen als nur Waschküche und Zimmeraufräumen und Kochen. Mit- geben könnt' er mir nichts, da wollt 'er mir wenigstens das eine mitgeben, daß ich ordentlich was gelernt hätte, um auch mal auf eigenen Füßen zu stehen. And vorläufig denk' ich ja überhaupt nicht ans Heiraten: dazu hab' ich noch lange, lange Zeit. Ta müßte erst der Richtige kommen." „And wie mühte er denn aussehen, der Richtige?" fragte Kurt stockend. Er sah mit heißer Sehnsucht auf das blühende, klare Mädchengesicht neben sich, über das jetzt ein schelmischer Zug ging. „Ich hab' mich wirklich mit dem Gedanken noch nicht geplagt, Kurt. Ich hab' ja noch Zeit, viel Zeit, ich bin ja noch so jung und muß noch so schrecklich viel lernen. Aber gut müßte er sein und lachen müßte er können, und man mühte so viel Vertrauen zu ihm haben wie zu..Sie stockte. „Wie zu wem, Erie?" fragte Kurt in tiefer Erregung. Anwillkürlich blieb er stehen, sah sie an; feine dunklen, ernsten Augen forschten in ihrer Seele. Ein unbekanntes Gefühl schauerte durch das Mädchen. „Wie zu dir!" sagte es unwillkürlich und scheu. And dann ging sie, wie auf der Flucht vor sich selbst, schneller vorwärts. Kurt schwieg einen Augenblick und ging in gleichem Schritt neben Erika her. Eine zarte Befangenheit lag auf einmal zwischen den beiden jungen Menschen. Ehe sie in den schmalen Weg einbogen, der zu den Werkwohnungen führte, sagte Kurt: „Das war ein gutes Wort, Erika. Willst du immer daran denken, dah du einem Manne, dem du einmal gut sein kannst, soviel Vertrauen entgegenbringen mußt wie mir?" Er sah sie mit einem seltsam zwingenden Blick an. Erika wurde rot, sie nickte kurz: es war so ein herbes Ricken, als wäre sie noch das dreiDeiner Hände Werk Roman von Klothilde von Gtegmann-Stein. Copyright by Martin Feuchtwangrr. Halle (Saale) zehnjährige linkische Mädel aus früherer Zeit. And bann, wie auf stillschweigende Verabredung, wechselten sie das Thema. Sie waren bald an der Wegbiegung angelangt, wo die grohe Pappel stand und von der aus man einen Ausblick auf Bremerschloh hatte. Kurt gab Erika die Mappe zurück. „Also auf Wiedersehen, Erie!" 3n seiner Stimme war etwas Verhaltenes, das sie noch nicht kannte, was sie aber mit einem süßen, leisen Schauer durchrieselte. „Kommst du heute nach dem Abendbrot in die Werkstatt? Ich möchte einiges an dem Motor versuchen; ich habe mir da einige Verbesserungen ausgedacht, auch im Zeichensaal von der Hochschule daran geknobelt — vielleicht fahren wir auch ein Stückchen..." Erika nickte, und nach einem herzlichen Händedruck ging sie schnell durch das schwarze Holztor, das den Werkshof von der Straße her trennte. Kurt sah ihr noch einen Augenblick nach, bis ihre schlanke Gestalt auf der kleinen Treppe verschwunden war, die zu der Wohnung des Materialverwalters im ersten Stock führte. Sechst es Kapitel. 3n der Werkstatt, die sich Kurt in einem leeren Schuppen des Weicks eingerichtet hatte, brannte eine elektrische Lampe ohne Schirm. Sie warf ihr grelles Licht auf ein kleines Doot, das da auf zwei Böcken in der Ecke stand. Aeber dieses Boot neigte sich Kurts heißes Gesicht, neben ihm stand Erika. .Sie hatte einen Trainingsanzug an und sah aus wie ein schlanker, schmaler Junge. And wie ein Junge arbeitete sie mit, putzte mit einem Wollappen an den einzelnen Maschinenteilen, schmierte die kleinen Windungen, putzte, hauchte wieder, während Fritz sachverständig Kurt die nötigen Handreichungen machte. Schweigend arbeiteten sie, nur hin und wieder von Kurt dirigiert. Durch das geöffnete Fenster kam der Fliederduft von dem Werksgarten draußen herein; ein Rachtfalter verirrte sich und flog mit geisterhaftem Flügelschlag an der Decke entlang, wunderliche Schatten werfend. Die jungen Menschen waren hingegeben an diese ihre Arbeit, und sie hörten es nicht, daß die Ahr draußen erst die neunte und dann die zehnte Stunde schlug. Endlich erhob Kurt sein heißes, gespanntes Gesicht. „Jetzt hab' ich's, sicherlich wird der Motor so bedeutend besser und sparsamer funktionieren. Wollen wir ihn jetzt noch ausprobieren?" Erika machte ein bedenkliches Gesicht. „Ich glaub', es ist schon spät..." „Ach was, spät", warf Kurt ein, „dein Vater ist ja doch heute beim Kegeln. Was willst du an dem schönen Sommerabend daheim? Das wäre das erstemal, Erie, daß ich ohne dich was an meinem Motorboote probierte. And jetzt eine 5 flitON München, 2. A tzungrn, die!w A NinisterpraA kn haben bcm ® üMung E"' Rede wr N^c St-MunktM mS J« den Wavw tun« auf diesem Mpmsident beto W Baycrnsabc :'jimcn unbcgrunce. .tft auf die Aefor. krsassung hingewi Äü in Bayern i I-Hrhalb des Bej ! Sagern bekämpfe icjorm, die außer! durchgef । Hr.held betonlc ikt gelassen, das, (uif) jm modus proc int wenn die verf kich-rat und W tkr gegen einzelne lernen wenden sol Frage zu untersuct nähigen Mimmu ü--ne. Man habe < Auf Schloß Bremerwerk hatte sich die Abendgesellschaft nach dem Essen auf der Gartenterrasse versammelt. Olaf Crikson stand neben Hiltrud und sah mit aufrichtigem Entzücken in den Park hinein. „Das ist wirklich ein außerordentlich schönes Besitztum, Herr Kommerzienrat, chas Sie da haben. Jetzt in diesen schönen Fruhsommertagen entfaltet es erst seine ganzen Reize. Besonders solch eine Mondnacht ist etwas Zauberhaftes." „Da sollen Sie erst einmal die wundervolle Stimmung sehen, die heute abend über b?m Flusse liegt", meinte der Kommerzienrat. „Wie wäre es, Melanie, wenn ihr unserem Gaste einmal den Blick von der Werksbrücke hinüber zu der alten Burg im Mondschein zeigen würdet? Mich müssen Sie entschuldigen, ich habe noch ein paar dringende Briese zu erledigen." „Vielleicht begleitet Hiltrud unseren jungen Freund", schlug Frau Melanie vor, „ich bin heute etwas ermüdet. Den ganzen Tag gesellschaftliche Verpflichtungen — ich weiß mitunter wirklich nicht, wie ich das bewältigen föll", klagte sie. „Sehr einfach, Melaniechen, du schiebst etwas von dem Gescllschaftsklimbim ab", rief der Kommerzienrat. Frau Melanie sah ihn strafend an. „Du vergißt, daß eine gesellschaftliche Stellung wie die unsere auch Verpflichtungen mit sich bringt, denen man sich nicht entziehen kann. Du hast leider früher auf diese Dinge zu wenig Wert gelegt, lieber Friedrich." Kommerzienrat Bremer seufzte leise. Er mußte daran denken, daß auch ohne diese gesellschaftlichen Verpflichtungen feine Firma groß unb anerkannt geworden — und daß sein Haus ihm heimischer und beglückender gewesen, da nur ausgesuchte Freunde zu ihm und feiner Margaret« gekommen waren. Aber es hatte keinen Zweck, darüber nachzudenken, wie ganz anders sich das Leben in feiner zweiten Ehe gestaltet hatte. Er hatte es langst aufgegeben. Melanie in dieser Hinsicht ändern zu wollen. Er war froh, wenn er seinen Frieden hatte. So schwieg er auch jetzt und verabschiedete sich freundlich von den Seinen und von dem jungen Schweden. (Fortsetzung folgt.) Mit einem warmen Freundschaftsblick, in dem aber noch die ganze Anbefangenheit eines Kindes war, sah Erika den Jugendgespielen an: „Du muht nicht so bitter sein, Kurt. Verdirb dir die schönen Ferientage nicht; deine Mama wird auch einmal zur Einsicht kommen..." „Die — nie!“ war die heftige Antwort des jungen Mannes. Dann lenkte er gewaltsam ab: „Was macht deine Stenographie, Erie, und deine Schreibmaschine? Wieviel Silben? Ich hab' schon jeden Tag Angst, daß du mir etwa auch einmal einen kalten 'Schreibmaschinenbrief schreibst — aber nicht wahr, das tust du mir nicht an? Hast du viel zu arbeiten?" „Ach, es geht. Ich möchte doch nach dem Kursus bald eine Stelle finden; da muß ich fleißig üben. Weißt du, Vater wird auch jetzt oft schon sehr müde; wenn er nicht mehr arbeiten kann — wer soll dann für ihn sorgen?" „Aber Erie, er braucht sich doch keine Gedanken ?,u machen. Solange mein Vater da ist, wird doch einer der alten Angestellten jemals Rot leiden." Erika schwieg. Sie mochte dem Jugendfreunde nicht sagen, was man sich auf dem Bremerwerk von der Gesundheit des Kommerzienrats Bremer erzählte: Daß er plötzlich mitten in einer geschäftlichen Besprechung blaß wurde, sich nach dem Herzen griff, und dah er immer öfter mitten aus der Arbeit heraus ins Schloß hinübergehen müsse, um sich hinzulegen. So lenkte sie denn die Unter» Haltung ab: „Du hast recht, Kurt, das sind Sorgen, die wir uns heute und morgen noch nicht zu machen brauchen. Aber daß ich gern bald auch auf eigenen Füßen stehen möchte, das kannst du dir denken. Amsomehr, als die anderen Leute auf dem Werk schon immer spitze Bemerkungen machen, dah mein Vater und ich hoch hinaus wollen, weil er mich auf die bessere Schule geschickt hat und nun noch was lernen läßt, anstatt mich zu Hause zu behalten und mich möglichst bald an irgendeinen von den jungen Leuten aus unserem Stande zu verheiraten." — Absichtlich hatte Kurt sein Studium nicht in die nahe Aniversität verlegt, so bitter schwer es ihm auch wurde, sich vom Vater, vom Dremer- werk und von Erika zu trennen Aber es war leichter so. Zum ersten Male jetzt bei Erikas Worten kam ihm schreckhaft der Gedanke, dah ein anderer ihm zuvorkommen, ein anderer diese Lippen küssen, ein anderer diese schlanke, knospende Ci-WC As$- sw M ’ [nen W t:V fieret ®e julltrl«** Oie Reichstagswahl am 6. November 1932. Die Wahlhandlung (Abstimmung) zur Reichstagswahl findet am (Sonntag, dem 6. November 1932, ununterbrochen von 9 bis 18 Ahr, statt. Zur Stimmabgabe dürfen nur amtlich hergestellte Stimmzettel, die alle zugelassenen Kreiswahlvorschläge, die Partei (Kennwort) und die Namen der ersten Bewerber jedes Vorschlages enthalten, verwendet werden. Die Ausgabe der amtlichen Sttmmzettel erfolgt am Wahltage im Wahlraum unter gleichzeitiger Aushändigung eines amt- lichen Wahlumschlags. Die Abstimmbezirke der Stadt Gießen mit Gemarkung Schiffenberg und Herrn- wald, die Abstimmungsräume, die Namen der Abstimmungsvorsteher und deren Stellvertreter sind aus dem Aushang in den amtlichen Aushängekasten, ferner durch Aushang in der alten Klinik, Liebig- straße 16, im alten Rathaus, Marktplatz 14, im Stadthaus, Gartenstraße 2, und im Stadthaus, Bergstraße 20, zu ersehen. Der Wahlraum für den II. Wahlbezirk (bisher Studienanstalt, Nordanlage 28) befindet sich bei der Wahl am 6. XL 1932 im Saal 6 der Schiller- schule, Schillerstraße 8. Die Wahlräume der übrigen Bezirke haben eine Aenderung nicht erfahren. Es ist untersagt, hn Wahlraum oder in depen Zu- oder Eingängen Plakate irgendwelcher Art (Wahlaufrufe usw.) anzu- bringen. Das Wahlergebnis für den 19. und 20. Wahlbezirk (Kliniken, Kranken- und Pflcgeanstalten) wird nach beendeter Wahlhandlung im Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer 8 und 9, festgestellt werden. Die Ausstellung von Stimmscheinen für solche Wähler, die sich am Wahltage aus zwingenden Gründen außerhalb chres Wahlbezirks aufhalten, erfolgt bis einschließlich Samstag, den 5. November 1932, 17 Ahr, durch das städtische Wahl- amt, Stadthaus, Bergstraße 20, Zimmer Nr. 13. Die Entgegennahme der Stimm- scheine hat durch die Wahlberechtigten, die sich über ihre Person genügend aus- zuweisen haben, selbst zu geschehen. Sind dritte Personen mit der Entgegennahme eines Sttmmscheins beauftragt, so müssen sie sich durch Vorlage einer Vollmacht des Wahlberechtigten ausweisen. Gießen, den 2. November 1932. Bürgermeisterei Gießen. __________Z. V.: Dr. Seid. 7723C Bekanntmachung. In unser Handelsregister Abteilung B wurde am 27. Oktober 1932 bei der Firma Schade & Füllgrade, Aktiengesellschaft, Zweigniederlassung Gießen, folgendes eingetragen: Durch Beschluß der Generalversammlung vom 28. September 1932 sind die durch die Aktienrechtsnovelle vom 19. September 1931 außer Kraft gesetzten Aufsichtsratsbestimmungen (§§ 10 und 11 der Satzungen) wieder ausgenommen worden. 77280 Gießen, den 1. November 1932. ______Hessisches Amtsgericht.______ Zwangsvei steigerung am 10. November, 13 Ahr, auf dem Gerichtstag in Rodheim an der Bieber: Gastwirtschaft und Metzgerei des Wil- Helm Bender II. in Rodheim a. d. B., Gießener Straße 50, nebst Nebengebäuden und Hausgarten, 17,43 Ar groß. Amtsgericht Gladenbach. 373id hals erklärt, au hals em Mann IK wie er. Zude tie Zusicherung । ian werden, o ^d den and bung zu treten, erbesuches habe Wen Zeit, öie -un über die Qfa ,-iWen können. ' Mert lvorde, f^andigung der glc bei seinc ^nnenminiftei gewrse KsdieAatdr Ale, so habe 1 Welchen, dah! ^Ufardje Ä? Fei «»ich - 6in Pteujii 'und . Hobe hol? das M n LK «bÄ*» rss SS:4«» nüassungsnMgei Mgrn. Düs die Des fteuhen--Dei «gegen nie gesti l'iine Stellungnah ki der er sieben Mit Hobe, baboi ; iÄcr allen Ämstc msahungLmaW fügten, daß sie n mäßig von diesen: । m chrrr 5elbjiän 5r 'ei dec Ächchi lismus Deich»P-.e Heber die Uni Kanzler im Ql /Anftnpräsidenl Das fr; . vk ^cn, n.x8- der ? ZeS wit t - s\3?" Die von mir in großer Auswahl geführten „Eres"- Mäntel in höheren Preislagen haben Weltruf. Sie sollten sich unbedingt auch meine Schaufenster ansehen KÖHLER müntel lIlöMtcl müntel Ich habe mich den Zeiten noch mehr ange- paßt und meine Preise noch tiefer angesetzt. Es ist augenscheinlich, daß ich Ihnen größere Vorteile biete. In meinen neuen Preislagen 24.- 34.- 44- 54- 64- spricht jeder einzelne Mantel für meine überragende Leistungsfähigkeit. Das Haus der guten Qualitäten Herren- und Knaben-Kleldung Seltersweg 17 GIESSEN Seltersweg 17 7730 ( 06424 herzlich wirtschaft notwendig sind. 7727 L 7738V Sachen.) Ludwigstraße 33 Telephon 3239 Olektromeisier Blockes u. Frau Gießen (Seltersw. 77), im November 1932 Eine notwendige Antwort Neu eröffnet! Vegetarisches und Diät-Speisehaas ED EM miL Bahnhofstr. 56 p. Vorz.Mittagstisch von 70 Pf. an. Reiehh. Abendkarte Erstklassige neuzeitliche Küche Der Verein der Einzelhändler e. V. Gießen hat in einer längeren öffentlichen Erklärung unserem Verbände den Vorwurf gemacht, dah er mit einem Flugblatt in eine noch nicht abgeschlossene Tarifverhandlung ein gegriffen habe; ferner seien die aufgestellten Behauptungen unberechtigt und unrichtig. Dazu stellen wir fest: Uns kam es selbstverständlich darauf an, den Gang der Verhandlungen im günstigen Sinne für die Angestellten durch unser Flugblatt zu beeinflussen. Eine öffentliche Stellungnahme n a ch Abschluß der Verhandlungen hätte natürlich keinen Wert mehr gehabt. Inzwischen ist ein neuer Tarifvertrag für die Angestellten des Gießener Einzelhandels mit dem Verein der Einzelhändler e. V. Gießen zustandegekommen, in dem wesentliche Verschlechterungsforderungen der Arbeitgeber abgewehrt wurden. Dabei hat das Flugblatt seinen Zweck erfüllt, in dem übrigens nichts Wahrheitswidriges behauptet wurde und dessen Inhalt wir nach wie vor aufrecht erhalten. Wir betonen, daß der D. H V. stets ein arbeitsgemeinschaftliches Zusammenwirken zwischen Arbeitgebern und Angestelltenverbänden vorzieht und sich davon für beide Teile einen besseren Erfolg verspricht als von öffentlichen Auseinandersetzungen. Er scheut aber auch diese nicht, wenn sie im Interesse der Angestellten und der Gesamt, Möbel am billigsten nur bei KUCHEN-BLUM Steinstraße 63, Gießen, Bahnhofskolonnade 11 2D Für die uns anläßlich unserer Vermählung erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir Donnerstag, den 3. November 1932, nachmittags 2 Ahr, versteigere ich im Löwen, Neuenweg 28 dahier, zwangs weise gegen Barzahlung: 2 Sessel, 7 Vertikos, 2 Nähmaschinen, 6 Chaiselongues, 1 Trumeauspiegel, 2 Radiogeräte, 6 Diwans, 8 Schreibtische, 1 komplettes Schlafzimmer, 1 Haarschneidemaschine, 1 Frisiertoilette, 1 Iagdbild, 9 Tische, 20 Stühle, 2 Klaviere, 11 Sofas, 4 Kleiderschränke, 2 Teppiche, 2 Blumenkrippen, 8 Büfetts, 1 Wirtschafts- büfett, 3 Glasschränke, 1 Badeofen mit Wanne, 2 Wäscheschränke, 1 Kristalllüster, 2 Kommoden, 3 Spiegel, ein Regulator, 1 Sprechapparat, 3 Grammophone, 2 Vitrinen, 1 Waschtisch, 2 Ständcrlampen, 1 Perserbrücke, 2 Bücherschränke, 1 Bett, 1 Harmonium, 1 Kredenz, 1 Motorrad; ferner an Ort und Stelle (Bekannt- ?abe erfolgt im Verfteigerungslokal): Pferd, 1 Horch-Personenwagen, 2 Schweine. Bestimmt: 16 Gummimäntel, 10 Windjacken, 2 Lodenmäntel, gummiert, 22 Damen-Wintermäntel, 3 Damen-Som- mermäntel, 67 Meter Bettkattun, 56 Meter Tischdeckenstoff. (Alles neue Wollen Sie gute Möbel besonders billig kaufen oder unfertigen lassen, so kommen Sie zu mir 7735D Louis Vetter, Kaiserallee 19 Möll Gerichtsvollzieher in Gießen Dentschnationaler HaoiUinigs^eliiUen-Verband Ortsgruppe Gießen. ■IIUIffillllllUN 7006 A M-Schieler ® Modehaus »: Salomon Ziv.MH. Kallenbach (d. i.v.) Ingenieur-Büro Wärmewirtschaft / Wasserversorgung Heizung / Lüftung / Abgasverwertung Beratung / Projektieren vorstehender Anlagen jeder Art 05134 Langjährige Erfahrungen bei ersten Spezialfirmen BÜRO: LUDWIGSTRASSE 27 MMtttkSMt! Herr Gr. in N.-Sch. schreibt wöttlich: „Ihr Stett. Simonsbrot ist einfach die Krone aller Brote!" Und Sie zögern noch, sich diesen köstlichen und Ihrer Gesundheit zuträglichen Genuß täglich zu verschaffen? Sie erhalten es im Kriinterbaus Jung, in d. Schulstt. 06439 Wissenscnaftiiche Werke Sondergeciei aer Brühl'schen Druckerei