Nr. 153 Svühaitsgabe 182. Zahrgang Samstag, 2. Juli 1952 GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Oberhessen Drifd vnd Verlag: vrühl'sche Univer^iätr-Vuch. und Zteindruckerei R. Lange in Giehen. Zchriftleltung und Geschäftsstelle: Zchulstraße 7. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen von 27 mm Breite örtlich 8,-auswärts 10 Reichspfennig: für R«- klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspfennig, Platzvorfchrist 20u , mehr. Chefredakteure Dr. Fnedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Politik Dr. Fr. Wilh. Lange; für Feuilleton Dr. Jg.Ihqriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumfchein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Giehen. Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild - Die Scholle Monats-Vezugspreis: Mit 4 Beilagen RM. 1.95 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Zernsprechanschlüffe unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Giehen. Postscheckkonto: granffurt am Main 11686. Oer Vorschlag der Gläubigermächte. Engster Zusammenhang zwischen interallierten Kriegsschulden und deutschen Tributzahlungen- Oreiviertel -er von Deutschland geforderten Restzahlung von der Entscheidung Amerikas abhängig gemacht. — Die gefährliche Unsicherheit bleibt bestehen. Lausanne, 1. Suli. (£ü.) Die Gläubigermächte Deutschlands haben in der Rach- Mittagssitzung des Bureaus am Freitag, an dec die deutschen Vertreter wiederum nicht teilnahmen, in großen Linien einen gemeinsamen Vorschlag für die endgültige Regelung der Tributfrage ausgearbeitet, in dem jedoch noch die endgültige Festsetzung der Zahl der A b s ch l u h z a h l u n g offengelassen worden ist. Der von den Gläubigermächten gemeinsam ausgearbeitete Plan ist in den Freitagabendstunden der deutschen Abordnung offiziell noch nicht übermittelt worden, ist jedoch inoffiziell in großen Zügen der deutschen Abordnung bekannt geworden. Sn internen Beratungen der deutschen Abordnung sind die Mitteilungen über den gemeinsamen Plan der Gläubigermächte eingehend durchberaten worden. Eine endgültige Stellungnahme von deutscher Seite zu diesem Plan wird erst erfolgen, wenn die für Samstag erwartete offizielle Bekanntgabe in der Bureausihung erfolgt und insbesondere die von Deutschland geforderte Mitteilung über die Höhe der Restzahlung erfolgt ist. Lieber den Inhalt dieses Planes liegen vorläufig nur Mitteilungen von französischer und englischer Seite vor, die jedoch keineswegs als vollständig angesehen werden können und deshalb hier nur unter allem Vorbehalt wiedergegeben werden. Nach diesen Mitteilungen enthält der Plan der Eläubigermächte folgenden Vorschlag: Der Vorschlag der Gläubigermächle an Deutschland wird in der Form einer Erklärung der deutschen Abordnung vorgelegt, die als Abschluß der Lausanner Konferenz von den Konferenzmächten angenommen werden soll. Die Erklärung enthält zunächst acht Punkte, die in der großen Rede Macdonalds in der offiziellen Sitzung der sechs einladenden Mächte am Donnerstag aufgestellt wurden und über die nach den Erklärungen Macdonalds bereits vollständige Aebereinstimmung zwischen sämtlichen Konferenzmächten erzielt wurde. Der Vorschlag der Gläubigermächte enthält folgende Regelung der Tributfrage: Die deutsche Regierung hinterlegt bei der Baseler BIZ. zugunsten der Gläubigermächte Reichs- bahnbonds in höhe einer Summe, die endgültig erst am Samstag von den Gläubigermächten fest- gelegt werden wird, während einer Dauer von drei bis fünf Jahren tritt ein vollständiger Zahlungsaufschub für Deulsch- land ein. Rach dem Ablauf dieser Frist werden die Reichsbahnbonds in den handel gebracht jedoch nur unter der Voraussetzung, daßderkurs der Zounganleihe eine bestimmte höhe erreicht hat. Die alliierten Gläubigermächte verpflichten sich, sich mit allen Mitteln b e i der amerikanischen Regierung für eine Streichung der interalliierten Schulden einzusehen. Falls die amerikanische Regierung die Streichung a b l e h n t, werden % der deutschen Reichsbahnbonds von den alliierten Gläubigermächten den vereinigten Staa- t en als Abzahlung f ü r ihre Schulden übergeben. Das übrige viertel der deutschen Reichsbahnbonds wird bei der gemeinsamen Kassefür den Wiederaufbau Europas, jedoch zugun st en Frankreichs eingezahlt. Denn die vereinigten Staaten auf eine Streichung der interalliierten Schulden eingehen, werden z der Reichsbahnbonds der deutschen Regierung wieder zurückgegeben. 3n diesem Falle würde die deutsche Regierung also mit nur i der anfänglich festgesetzten Reichsbahnobligationen zu rechnen haben. Dieser Vorschlag enthält somit eine Mindest - und Höch st grenze der Restzahlung an die alliierten Mächte. Als Gesamt- betrag, den Deutschland nach diesem Vorschlag zahlen soll, wird in englischen und französischen Kreisen ein Betrag von 4 bis 6 Milliarden Mark genannt, von denen im Falle der Schuldenstreichung durch die amerikanische Regie- rung i, jedoch im negativen Falle die Gesamtsumme in der Form der Reichsbahnbonds zu entrichten ist. Ferner soll die deutsche Regierung nach dem Vorschlag der Gläubigermächle verpflichtet werden, die Verzinsung und Amortisierung der Dawes - und Poungan leihe weilerzu- führen und ferner in zehn Jahresraten von 117 Millionen, die durch das einjährige Hoover-Moratorium vom 1. Juli 1931 bis 5»m 1. Juli 1932 aufgeschobene Summe zu tilgen. Durch die von den alliierten Mächten geforderte Verbindung der interalliierten Schuldentilgung mit der Tribut- re9cJung ist eine „elastische" Formulierung gefunden worden, die endgültig erst am Samstagvormittag festgesetzt werden soll. Aach den Mitteilungen von englischer und französischer Seite finden gegenwärtig noch Besprechungen über die endgültige Festlegung dieses Planes statt, der in großen Zügen in der Freitagssihung vereinbart worden ist. Die abschließende Ausarbeitung dieses Vorschlages soll am Samstagvormittag gemeinsam mitHerriot und Chamberlain erfolgen, worauf der Vorschlag offiziell der deutschen Regierung übermittelt werden wird. Eine unmögliche Grundlage. Wird Deutschland ablchnen? Lausanne, 2. Juli. (TU. Drahtmeldung.) Auf den gemeinsamen Vorschlag der Gläubigermächte, der bisher in offizieller Deise der deutschen Abordnung nicht bekannt geworden ist, und der am Samstag offiziell in der Bürosihung den Vertretern Deutschlands übermittelt werden soll, wird von den amtlichen deutschen Stellen keine Stellung genommen. Jedoch kann darauf hingewiesen werden, daß dieser Vorschlag kaum als eine annehmbare Verhandlungsgrundlage angesehen werden Fann, da nach dem Vorschlag der Gläubigermächte der gegenwärtig bestehende Zu ft and der Unsicherheit und Ungewißheit weiter fortbestehen bleiben würde. Ferner würde durch den Vorschlag eine unmittelbare Verbindung zwischen der Regelung der Tribut- frage und den interalliierten Schulden hergestellt werden, die für Deutschland nicht b e - steht und nicht anerkannt werden kann. Durch diesen Vorschlag würde auch nicht das von der deutschen Regierung angestrebte Ziel erreicht werden, da nunmehr keine sofortige endgültige Bereinigung der Tributfrage eintritt. In dem Vorschlag fehlt außerdem die Streichung des Teils 8 des Versailler Vertrages mit den Bestimmungen über die Kriegsschuldlüge und die Tribute. Keine Kanzlerreise nach Berlin. Berlin, 1. Suli. (TL1.) Wie an unterrichteter Stelle verlautet, ist nicht mehr damit zu rechnen, daß der Reichskanzler von Lausanne auf einen Tag zur Berichterstattung nach B e r - lin reist. Da Herriot Lausanne nur kurze Zeit verlassen hat, dürsten die Verhandlungen keine wesentliche Tlnterbrechung er- fahren. Der Reichskanzler wird nach den bisherigen Dispositionen im Laufe der nächsten Woche mach der voraussichtlichen Beendigung der Verhandlungen in Lausanne endgültig nach Berlin zurückreisen. Weisungen aus London. Versailles soll totgeschwiegen werden. London, 1. Suli. (TL1.) Sn politischen Kreisen Londons besteht der Eindruck, daß das englische Kabinett erneut dem Schahkanzler während seines Londoner Aufenthalts Weisungen gegeben hat, in Lausanne unter allen Llrn- ständen eine endgültige Lösung zu erreichen. Dementsprechend müßten Abmachungen über eine von Deutschland zu leistende Endsumme, wenn sie sich als unerläßlich erweisen sollte, so abgefaßt sein, daß sie jede Möglichkeit für andere Länder ausschlösse, zu einem späteren Zeitpunkt irgendwelche Ansprüche zu erheben, die über die jetzigen Abmachungen hin- ausgingen. Das sei eine besondere Vorbedingung für die Wiederherstellung des Vertrauens, ohne die ein wirtschaftlicher Wiederaufbau unmöglich sei. Außerdem sei es erwünscht, eine eindeutige Grundlage in Lausanne zu schaffen, von der aus in die Verhandlungen mit Amerika über die Kriegsschulden eingetreten werden könnte. Es wurde weiter die Hoffnung ausgesprochen, daß Reichskanzler v. Papen nicht mehr auf seine früheren Hinweise auf die Rotwendigkeit der Beseitigung der im Versailler Vertrag enthaltenen diskriminierenden Klauseln zurückkommen werde, soweit die Lausanner Verhandlungen in Frage kommen, sondern daß sich die Verhandlungen aus Zweckmäßigkeitsgründen aus das eigentliche Tributproblem beschränken müßten. Herriot offenbar befriedigi. „Im vollen Einvernehmen mit den Engländern." Paris, 1. Suli. (WTD.) Sm Ministerrat erstattete Herriot Bericht über die letzten Lausanner Verhandlungen, während Kriegsinini- ster Paul-Boncour und Marineminister L e h g u e s über die Genfer Abrüstungsverhandlungen referierten. Sm Anschluß an den Ministerrat empfing Herriot die Presse. Er versuchte, die gegenwärtige Lage wie folgt zu skizzieren: Die Franzosen sind in vollem Einvernehmen mit den Engländern in den beiden wesentlichen Fragen der von Frankreich vom Konferenzbeginn an eingenommenen Haltung: 1. daß oine Verbindung zwischen Reparationen und Schulden bestehen müsse, und 2. daß die Pauschalsumme allgemeinen Charakter trage. Es gebe noch einige kleinere Einzelfragen zu regeln, betreffend den Zinssatz und den Zeitpunkt der Ausgabe der Bonds usw., aber das sei von geringerer Bedeutung. Man habe Anlaß zur Hoffnung, daß diese Einigung bald auf alle übrigen Gläubiger- mächte sich ausdehnen werde. Seht komme es darauf an, zu wissen, was die Deutschen tun würden. Oie Organisierung -es Lustschutzes Ziele und Aufgaben des Deutschen Lufischutzverbandes. Berlin, 30. Suni. (CRD.) Der Deutsche Luftschutzverband hat eine Tagung seines Sachverständigenausschusses, dem rund 60 führende Wissenschaftler und Fachleute der einzelnen Zweige des zivilen Luftschutzes angehören, abgehalten. Den Vorsitz auf dieser Tagung führte Reichsverkehrsminister a. D. Dr. Kröhne. Ministerialrat Wagner vom Reichsinnenministerium berichtete über die behördlichen zivilen Luft- schutzmaßnahmen. Deutschland, so führte er aus, habe auf Grund des Versailler Vertrages nur dieMöglichkeitzupassivenMaßnah- men gegen Luftangriffe. Die Tatsache, daß es einen absoluten Schutz gegen solche Bedrohungen nicht gebe, sei kein Grund, von Schutzmaßnahmen überhaupt abzusehen. Aufbau und Leitung des zivilen Luftschutzes seien Sache desStaates die örtlichen Maßnahmen mühten in derHand der Polizeibehörden liegen, denen Luftschuhbeiräte aus der Bevölkerung zur Seite gegeben würden. Die Maßnahmen selbst sollten außer im Flugmelde- und Luftschutz- Warndienst in der Errichtung sicherer Schutzräume der Ausbildung eines umfangreichenFeuerschutzes, der Ausstattung der im Luftschutz aktiv Tätigen mitGas - masken und in der Schaffung eines Sicher- heits- undHilfsdienstes bestehen. Wichtig sei auch die Tarnung gefährlicher Objekte. Der Leiter der preußischen Luftschutzbehörde, Präsident P ä t s ch vom Polizeiinstitut für Technik und Verkehr, erläuterte dann, welche Wege einzuschlagen seien, um die behördlichen Luftschuhmaßnahmen durch freiwillige Mitarbeit derZivilbevölkerungzu ergänzen. Llebun- gen, Ausstellungen, Wanderredner, Filme und schriftliche Propaganda sollten die Bevölkerung aufklären. Seine Ausführungen wurden durch Mitteilungen des Vorstandsmitgliedes Dr. Gasse r t über organisatorische Fragen ergänzt. Praktiker aus den Reihen der Feuerwehr und der Polizei sprachen im Anschluß daran über einzelne Spezialfragen des Luftschutzes, so über die Gefährlichkeit der D r an d b o m b e n und die Möglichkeit, deren Wirkung zu paralysieren, über die sachverständige Herrichtung von Sammelschutzräumen in einzelnen Wohnhäusern und schließlich über das Luftschutzseminar an der Technischen Hochschule zu Dresden, über das Professor Dr. H o e g g berichtete. Die erflederliner Lustschutzübung Berlin, 1. Suli. (TLl.) Sm Anschluß an Veranstaltungen in der Technischen Hochschule in Charlottenburg anläßlich des „dies academicus“ fand auf dem Gelände zwischen dem Physikalischen Institut und der Hardenbergstraße eine Luftschutzübung statt, die von dem Arbeitsausschuß des Berliner Luftschutzbeirates geleitet wurde. An der Liebung beteiligte sich die Schutzpolizei, die Stadt Berlin, die Feuerwehr, das Städtische Rettungsamt mit dem Roten Kreuz, der Arbeiter- Samariterbund und die Technische Rothilfe. Linker der Annahme, daß ein Stadtteil Berlins von feindlichen Fliegern mit Bomben belegt wurde, wurde ein sachgemäß ausgeführter Einsatz derjenigen Organisationen gezeigt, die im Ernstfälle zum Schuhe des Lebens und Eigentums der Einwohner der Rcichshaupt- stadt bereitstehen. Die verantwortlichen amtlichen Stellen planen im Herbst eine großangelegte Luftschutzübung der Berliner Bevölkerung vorzuführen. Der „Vorwärts" wird verboten. Der Spruch des Reichsgerichts. Leipzig, 1. Suli. (WTB.) Wie der Reichsge- richtsdienst des WTB. erfährt, hat der 4. Strafsenat des Reichsgerichts in seiner heutigen Beschlußfassung das Verbot des „Vorwärts" für zulässig erklärt. Der Senat ist der Auffassung, daß die in Frage kommenden Artikel geeignet sind, den Reichspräsidenten und die R e i ch s r e g i e r u n g verächtlich zu machen, zudem aber auch lebenswichtige innen- und außenpolitische Interessen zu gefährden. Der Senat hält, zumal in der jetzigen Zeit, den wirksamen Schutz dieser Interessen für unbedingt erforderlich. lieber das Verbot der „Kölnischen Volkszeitung" soll in einer am Samstag um 11.30 Uhr beginnenden Beschlußsitzung entschieden werden. Nachdem also der zuständige Senat des Reichsgerichts das Verbot des „Vorwärts" für zulässig erklärt hat, wartet die preußische Staatsregierung zunächst den offiziellen Bescheid ab, der wahrscheinlich morgen eintreffen wird. Da es sich um eine richterliche Entscheidung handelt, ist es, wie wir aus preußischen Kreisen hören, selbstverständlich, daß das Verbot durchgeführt wird. Der preußische Innenminister wird nach Eingang der offiziellen Mitteilung den Polizeipräsidenten von Berlin anweisen, das Verbot zu erlassen. Bayern zur letzten Notverordnung. Aufforderung zu Selbstdisziplin und Zurückhaltung. München, 1.Juli. (WTB.) Zu der Zweiten Notverordnung des Reichspräsidenten gegen politische Ausschreitungen gibt die bayerische Staatsregierung eine Verlautbarung bekannt, in der sie auf ihre Bedenken gegen die Freigabe der öffentlichen Straßen und Plätze für politische Versammlungen und Auszüge und des Tragens von P a r t e i u n i f o r m e n bei der jetzigen Schärfe der politischen Gegensätze hinweist, und erklärt weiter: Trotz der erschwerten Lage wird die Staatsregierung bemüht sein, mit dem Einsatz der ihr zu Gebote stehenden Machtmittel die öffentliche Ordnung aufrechtzuer- halten und Störungen mit Entschiedenheit entgegenzutreten. An der Bevölkerung liegt es, weitgehende Besonnenheit und Selbst- disziplin zu üben. An die politischen Parteien und Verbände geht die dringende Aufforderung, sich angesichts der Lage im politischen Auftreten auf öffentlichen Straßen und Plätzen die größte Zurückhaltung aufzuerlegen, Herausforderungen Andersdenkender und Ausschreitungen zu vermeiden und den inneren Frieden zu wahren. Bayern ist und wird ein Rechtsstaat bleiben, in dem das Richt und der Schutz der eigenen Meinung eines jeden im Rahmen der allgemeinen Gesetzgebung gewährleistet wird. NSDAP, und Kabinett Payen. Goebbels spricht in Kiel. Kiel, l.Iuli. (CRD.) Der Reichspropagandaleiter der RSDAP., Dr. Josef Goebbels, erklärte in einer Rede in Kiel in der Rordostsee- halle u. a., es helfe dem Rovemberrcgime nichts, wenn seine Verfechter heute behaupteten, sie hätten das Elend nicht gewollt. Wenn das deutsche Volk zur RSDAP. Vertrauen habe, so wolle sie versuä)en, eine Besserung herbeizufüh- ren. Ob es gelinge, könne er nicht f agcn; denn Versprechungen wolle er nicht machen. Mit der gegenwärtigen Regierung hätten die Rationalsozialisten nichts zu tun. Die RSDAP. toleriere kein Kabinett, das nicht von Rationalsozialisten besetzt sei. Wie wenig dieses Kabinett nationalsozialistisch denke, ersehe man aus der Politik, die es im Innern treibe. Wenn die Rationalsozialisten an der Regierung säßen, würden sie ein so frevelhaftes Spiel, wie es die geschäftsführenden süddeutschen Regierungen trieben, niemals dulden. Das Volk wisse ja auch, daß dieses Kabinett nur einen Liebergang bar ft eile, und daß es das Schicksal nicht meistern könne, weil hinter ihm keine geschlossene Macht stehe. Dor den Augen des deutschen Volkes stehe jetzt eine stolze Armee von Soldaten einer nationalistischen Revolution und die hinreißendste Millionenbewegung, die jemals der deutsche Boden getragen habe. Diese Bewegung bleibe legal bis zur letzten Minute, aber „gehängt wird doch". „Oeutsche Notwehr." Frank II fordert Schutz der nationalsozialistischen Jugend. München, 1. Suli. (TLI.) Sm „Völkischen Beobachter" veröffentlicht Dr. Frank ll. unter der Lieberschrift „Deutsche Rotwehr" einen Artikel, in dein es u. a. heißt, es werde eine kaum erfüllbare Forderung des Reichsinnenmini- fters bleiben, baß die schwarz-roten Parteien ihren Machtejnfluh jemals im Sinne eines Schuhes der waffenlosen nationalsozialistischen Tugend gegen das internationale marxistische Gesindel besonders nachdrücklichst anwenden werden, beteiligten sich doch die Vertreter dieser schwarz-roten Parteien unausgesetzt an Terrorkundgcbungen gegen die erwachende deutsche Jugend. Feierlichst lehne die Rcichsleitung der NSDAP, vor der gesamten deutschen Öffentlichkeit die Verantwortung für liefen Zustand ab. Die NSDAP, werde ihre Anhänger nicht einfach wider st ands- los niedermetzeln lassen. Sie erkläre ein für allemal, daß, so lange nicht die Gesamtheit der öffentlichen Machtmittel zur Säuberung Deutschlands von diesem marxistischen Mord- gcfindcl eingesetzt werde, sämtliche Parteigenossen das Notwchrrecht in seinem vollen gesetzlichen Umfange für s i ch geltend machen werden. Zum Schluß wird die Erwartung ausgesprochen, daß der Reichs- innenminister mit allem Nachdruck für den Schutz des waffenlosen Nationalsozialismus gegenüber dem schwarz-roten Terror eintrete. ASDAp. und Deutschnationale. Scharfe Antwort Kußes an Hugenberg. Berlin, 1. Juli. ($11.) Anter der Heber* schrift „Hilgenbergs Reaktion gegen Adolf Hitler" wendet sich Abg. K u b e in scharfen Worten gegen die Ausführungen Dr. Hugenbergs auf der Reichsführertagung der Deutschnationalen Volkspartei, die eine Kampfansage gegenüber der NSDAP, gewesen seien. Er wendet sich ferner gegen den angeblichen Versuch der Deutschnationalen, die Nationalsozialisten vor der Entscheidung im Reiche zu einer Regierungsbildung mit dem Zentrum in Preußen zu veranlassen. Am Schluß erklärt Kube: „Wir' lassen uns weder von Hugenberg in die Reihen der Marxisten verweisen, noch lassen wir uns von den marxistischen Gegenspielern Hugenbergs in die Reihen der sozialen Reaktion verschieben. Wir sind und bleiben nationale Sozialisten, denen die Beseitigung jeder sozialen Ungerechtigkeit in Deutschland die Ilebcrwindung der beispiellosen Not des deutschen Mittelstandes, der deutschen Arbeiter, Bauern und Angestellten Hauptaufgabe ist. Dabei denken wir niemals daran, wie es uns die Deutschnationalen unterstellen, den deutschen Eigentumsbegriff zu zerstören. Ebensowenig aber denken wir daran, den deutschen Arbeiter und Dauern der Willkür einer national verbrämten und getarnten Steuer- und Wirtschaftsreaktion zu überlassen." Eine Katholisch-Soziale Naüonalpartei Berlin, 1. Juli. (CNB.) Die Katholisch-Soziale Nationalpartci Deutschlands, die im Vorjahre von dem politischen Schriftsteller Dr. rer. pol. Friedrich Karl Kunze in Aachen gegründet worden ist, wird sich an den Reichstagswahlen 1 9 3 2 beteili gen. Ihr Wahlvorschlag ist bereits bei dem Reichswahlleiter eingercicht. Die Partei will das politische, soziale und kulturelle Leben Deutschlands vom Standpunkt der katholischen Weltanschauung aus beeinflussen. Dabei ist auf den neuerwachten Lebenswillen der Jugend weitestgehend Rücksicht zu nehmen. Darum ist die Partei zur Zusammenarbeit mit den Parteien und Bünden der nationalen Freiheitsbewegung bereit. Die Parole der Partei: Los von Weimar — hin zur überparteilichen, gottgebundenen Staotssührung; los von Versailles — hin zu einer wirklichen Friedenspolitik. die sich auf die nationale Würde und Ehre und auf das natürliche Lebensrecht der Völker stützt; los von den liberalistischen, marxistischen und halbmarxistischen Wirtschaftsorganisationen zur organischen, ständischen Lebensordnung. S p i t - zenkandidatistder Parteiführer Dr. Kunze (Aachen). ZRoofevdf gegen Hoover. Lhikago, 1. Juli. (WTD. Funkspruch.) Jranf- lin D. R o o s e v e l l wurde heule vom demokratischen Parleikonvenl ; An Kandidaten für den P r ä s i d e n t s ch a f t s - D a h l k a m p f nominiert. Nachdem drei vorausgegangene Trajan, die Mohnsemmel und das Nußgipfel. Don Or. Gustav W. Eberlein, Dom. Es muß die Umgebung sein, die den Ton macht, und daher kriegt in Rom auch die Mohnsemmel einen cäsarischen Glanz und aus einer schlichten Wiener Jause wird das Nußgipfel hinausgehoben in die historische Weihe der Jahrtausende. Diesmal ist Trajan daran schuld. „Die erste Weitaus st ellung des Brotes ist nicht nur wieder einmal ein wichtiger Ausdruck genialer italienischer Organisationsfähigkeit, sondern auch eine der Apotheose des Brotes gewidmete Manifestation, die zum Ruhme des Brotes alle Völker der Welt in einem der bedeutendsten Bauwerke des kaiserlichen Rom vereint und während der Zehnjahresfeier der faschistischen Revolution stattfindet, nachdem durch dos Werk des Duce das Brot, das süßeste Geschenk des Himmels, der heiligste Lohn für menschliche Mühe, in unserem Vaterland die würdigste geistige, soziale und wirtschaftliche Wertschätzung." Aber ich sehe schon, da versagen alle Heber* setzerkünste. Wo unfereinem nur das Wasser im Munde zusammenläuft, da hat der Römer Emanationen des Geistes. Jedenfalls steht es so in der Zeitung und in den Hallen des frisch aus- gegrabenen Trajanmarktes wird unter Lorbeer und Gobelins tatsächlich gezeigt, was die Völker zweier Welten aus Mehl zu backen imstande sind. Derartige Ausstellungshallen kann allerdings nur Rom aufweisen. Hnd ein Duce schämte sich nicht, Herrn Bäckermeister Oberhitze aus Weckendorf die Hand zu schütteln und überhaupt die ganze ehrsame Zunft des Backofens aufs Kapitol zu laden. Auch das gehört zur berühmten battaglia del grano, der Getreideschlacht, die alle Besucher Italiens begeistert, derart, daß eine unga* rifdje Malerin, Maria von Goszthoni, eine „QHa* ^onna im Korn" geschaffen und mitten im Brot des Traiansmarktes aufgestellt hat. Dort ragt tr(?uri9 stimmenden französischen Fach- dlattchen und einer kümmerlichen englischen Literatur die dokumentierte Drotwissenschaft heraus Abstimmungen ohne Ergebnis verlaufen waren, erhielt Roosevelt in der vierten und letzten Abstimmung von 1148 Stimmen 945 (erforder lich sind 770 Stimmen, die Zweidrittelmehrheit des Parteikonventv), für den demokratischen Präsident, schaftskandidaten des Wahlkampfes von 1928, A l. Smith, stimmten 190 Vertreter, hauptsächlich aus den Oststaaten. — Als vizepräsidenlschasts- kandidaten wird der Parleikonvent voraussichtlich am Samstag den Sprecher des Repräsentantenhauses Garner nominieren. Oie Londoner Gtitthattekonferenz eröffnet. Wird eine Herabsetzung des Zinssatzes erreicht werden? London, l.Juli. (TU.) Am Freitagvormittag begann in der Martinabank in London die erste der vierteljährlichen Stillhaltekonferenzen, die in dem Stillhalteabkommen vorgesehen sind. Zu ihr waren Vertreter Deutschlands, der Vereinigten Staaten, Englands, Frankreichs, Hollands, Schwedens und der Schweiz erschienen. Die deutsche B a n k w e l t war durch Geheimrat K a st l, Direktor Schlieper von der Deutschen Bank und Direktor Jeidels von der Berliner Handelsgesellschaft vertreten. Die Vertreter der Reichsbank und der Golddiskontbank waren bei der Sitzung nicht zugegen. Sie sind anscheinend noch nicht in London eingetroffen. Der amerikanische Bankier Albert Wig- gins führt den Vorsitz. Als erster Punkt wurde die Frage des Zinssatzes erörtert. Von deutscher Seite wird bekanntlich eine Herabsetzung des Zinssatzes verlangt unter Hinweis auf den allgemeinen Rückgang der europäifchenZinssätze seit Abschluß des Stillhalteabkommens. Die englischen Bankiers sollen an einem allgemeinen Zinsfuß von 6 o. H. festhalten, mährend andere Gläubigeroertreter noch höhere Leistungen verlangen. Immerhin spricht man schon jetzt von der Möglichkeit einer allgemeinen Herabsetzung durch gegenseitige Uebereinkunft auf etwa 5 v.H. Ferner steht die Frage der effektiven Bezahlung der Zinsen zur Beratung. Angesichts der bei der deutschen Reichsbank bestehenden Schwierigkeiten für die Devisenzuteilung zur Deckung der Zinsenzahlungen ist man auf englischer Seite der Meinung, daß es zu einer Vereinbarung kommen kann, wonach ein Teil der Zinsen bis auf weiteres gestundet, unter Umständen tatsächlich erlassen wird. Eine allgemeine Herabsetzung der Stillhalteschulden hält man in Kreisen der City nicht für zweckmäßig, wenngleich man sich darüber klar ist, daß einige Schulden auf alle Fälle nur schwer eingetrieben werden können, wenn das Stillhalteabkommen abläuft. Da noch verschiedene andere wichtige Stillhaltefragen zu erörtern sind, wird erwartet, daß die Konferenz sich weit in den Juli hinein erstrecken wird. Ossietzky im Welibühne- prozeß freigesprochen. Berlin, 1. Juli. (TH.) Vor dem Schöffengericht fand das Haupt verfahren gegen den Schriftleiter der „Weltbühne", v. O s s i e h k y wegen Beleidigung derReichswehr statt. Der Reichswehrminister hatte wegen eines am 4. August 1931 in der „Weltbühne" erschienenen Artikels, in dem die Soldaten als Mörder bezeichnet wurden, gegen Ossietzky Strafantrag wegen Beleidigung der Reichswehr erhoben. Das Schöffengericht Charlottenburg, das über den Fall zunächst zu entscheiden hatte, hatte die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelebt, da in dem Artikel der „Weltbühne" keine Beleidigung der Reichswehr zu erblicken war. Auf eine Beschwerde der Staatsanwaltschaft wurde das Hauptverfahren jedoch nunmehr eröffnet. Der Angeklagte Ossietzky, der bekanntlich zur Zeit eine Gefängnisstrafe von einem Jahr sechs Monaten wegen Landesverrats verbüßt, erklärte u. a., jeder Frontsoldat werde den Vorwurf, daß Soldaten Mörder seien, einstecken. Rur Offiziere würden darin eine Beleidigung erblicken, weil sie mit dem Krieg ein besonderer Beruf und Ehrbegriff verbinde. — Rach Ablehnung weiterer Deweisanträge der Verteidigung die deutsche natürlich, mit Tabellen und Statisken und dem munteren Bäckerkalender. Selbst die Bilder von dem witzigen Monumentalgrabmal, das sich ein reichgewordener Bäckermeister im alten Rom errichten ließ und das noch heute in Form eines die Herstellung des Brotes entschleiernden Backofens mit Dörrvorrichtung an der Porta Maggiore als Verkehrshindernis steht, selbst diese Beziehungen hat deutsche Gründlichkeit hergestellt. Hnd wenn man dann die Reise um die Welt glücklich hinter sich hat, von einem antiken Tonnengewölbe ins andere geraten und vor lauter Bäckerei und Schleckerei so dumm geworden ist, daß nur das Gefühl übrigbleibt, dann empfindet man mit unbestechlicher Sicherheit, nur in Deutschland, oder sagen wir besser: nur in den germanischen Landstrichen kann einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Es ist gar nicht zu schildern, wie tief der Abgrund zwischen Brot und Brot klafft, wie scharf ein scheinbar so unwesentlicher Vorgang wie das Drotbacken die Völker zu trennen vermag. Wer viel in der Welt herum- kommt, merkt die Hnterschiede ja jeden Tag aufs Neue, glaubt aber doch immer gerne an einen unglücklichen Zufall. Nein, es ist nicht so, diese Weltausstellung beweist es, wo und in welchem Hmfang die gastronomische Kultur zu Hause ist. Deutschland allein vermochte mit seinen verschiedenen Drotformen zwei Hallen zu füllen, aber auch das kleine Oesterreich und die deutsche Schweiz nehmen je eine in Anspruch. Aber nicht die Zahl der Arten ist, die herrscht Über alles in der Welt, nicht die Phantasie der Brezeln und Zöpfe und Ringel, sondern b r ®.€ s ch m a ck. Mögen alle diese Spezialitäten, sie sind nach Provinzen und Städten geordnet, auch unter Glas liegen und chemisch frisch gehalten werden, man schmeckt sie doch, man kriegt ihren Duft in die Nase und kriegt — jämmerlich Heimweh. Denn es ist nicht zu sagen und nicht zu schreiben, so sehr sich auch die römischen Zeitungen anstrengen, wie schlecht das Brot in Rom ist. Unter diesem Gaumen- und Magenaspekt betrachtet, kommt die Ausstellung der Künste anderer wirklich gelegen. Vielleicht läßt sich nun doch ein germanischer Bäckermeister im Schatten des Liktorenbündels nieder und gewinnt beantragte der Staatsanwalt gegen Ossietzky wegen Beleidigung der Reichswehr sechs Monate Gefängnis. Ein Mord sei eine rechtswidrige Handlung, während der Soldat, wenn er einen Gegner im Kriege tötet, rechtmäßig handelt. In dem Ausdruck „Soldaten sind Mörder" sei daher eine Beschimpfung aller Teilnehmer des Weltkrieges wie auch der Reichswehr zu erblicken. Das Schöffengericht sprach jedoch v. Ossietzky von der Anklage der Beleidigung der Reichswehr auf Kosten der Staatskasse frei. In der Urteilsbegründung wurde u. a. ausgeführt, daß der „Weltbühne"-Artikel, in dem es geheißen habe, „Soldaten sind Mörder", ganz unpersönlich gehalten sei. Aus Rechtsgründen habe das Gericht eine Schuldfeststellung nicht treffen können, weshalb die Freisprechung habe erfolgen müssen. Die Staatsanwaltschaft ^oird gegen das Urteil Berufung einlegen. IV. Deutscher Äeichskriegerlag des Kyffhäuserbundes. Der vom 1. bis 4. Juli stattfindende 4. Deutsche Reichskriegertag des Kyffhäuserbundes in Dortmund wurde mit einem Presseempfang eingeleitet, an dem die Bundesleitung und die Führer der Landesverbände sowie zahlreiche geladene Gäste tcilnähmen. Der 1. Bundespräsident General d. A. v H o r n , erklärte, daß der Kyffhäuserbund mit seinen rund drei Millionen Mitgliedern der größte Frontsoldatenbund der Welt sei. Der Bund sei zwar politisch ungebunden, aber in seiner intensiven Verfolgung vaterländischer Ziele eine Kraftquelle ersten Ranges. Je mehr der Einfluß der Parteien zurückgehe, desto mehr würden die Bünde an Bedeutung gewinnen. Der Kampf des Kyffhäuserbundes gehe vor allem gegen die K r i e g s s ch u l d l ii g e, für die Gleichberechtig u n g in der Sicherheits und Wehrfrage und für die Verwirklichung des großdeutschen Gedankens. Der zweite Präsident, Generalmajor a. D. Ritter von Beck, sprach sodann über das Verhältnis zwischen Nord und Süd. Er betonte als Vertreter Bayerns und im Namen der süddeutschen Landesverbände mit schärfstem Nachdruck und unter spontanem Beifall der Anwesenden, daß Süddeutschland fest zum Reiche stehe. Bayern empfinde es als Schmach, wenn an seiner Reichstreue gezweifelt werde. Es müsse aber fordern, daß die Eigenrechte der Länder ungeschwächt erhalten blieben. Es sei wertvollstes Deutschtum, das dagegen sei, daß die deutschen Länder zu Provinzen gemacht würden. Auf das tiefste zu beklagen sei die Zerschlagung des alten Heeres, das eine Volksgemeinschaft bester Art gewesen sei. * Am Freitagabend fand im Saal des Rathauses ein Empfang der Dundesleitung durch den Oberbürgermeister von Dortmund statt. Darauf veranstaltete der Dortmunder Kreiskriegerverband zu Ehren des ersten Dundesvorsitzenden einen Fackelzug. Reichswahlliste -er ZenirumSpariei. Berlin, 1. Juli. (CNB.) Der Geschäftsführende Vorstand der Deutschen Zentrumspartei hat folgenden Reichswahloorschlag der Deutschen Zentrums- Partei aufzustellen beschlossen: 1- Reichskanzler a. D. Dr. Brüning; 2. Dr. Kaas; 3. Dr. Stegerwald; 4. Esser; 5. Dr. Wirth; 6. Dr. Brauns; 7. Hofmann-Ludwigshafen; 8. Klöckner; 9. Frau Peerenboom; 10. Kuhnen (Saargebiet); 11. Winkler; 12. Dr. Focke; 13. Petzold; 14. Bürgers usw. Da die Spitzenkandidaten, vor allem Reichskanzler a D. Dr. B r ü n i n g, auf fast allen L i st e n der einzelnen Wahlkreise schon aufgestellt sind und auch Dr. Kaas und Dr. Stegerwald ebenso wie Esser ein Mandat auf den Wahlkreisliften annehmen werden, so scheiden diese ersten für die Reichswahllifte nachher aus. Kleine politische Nachrichten. Zwischen den tschechoslowakischen und deutschen Regierungsoertretern ist eine Einigung erzielt worden, welche die Bereitstellung von Zahlungsmitteln für Erholungsreisende aus den beiderseits eingefrorenen Guthaben bezweckt. auf feine Weise, an unserem Zuspruch soll es nicht fehlen, die Schlacht des Brotes. Es hieße Nuhgipfeln nach Wien und Weißbrot nach St. Gallen tragen, wollte man aufzählen, was es nördlich der Alpen für eine Auswahl an Brötchen gibt. Dazu diese Liebe in der Herstellung, diese Sorgfalt, dieses Herausputzen mit Mohn und Dutterlack und Kümmel und Salz und weih Gott welchen Schönheitsmittelchen! Dagegen der Süden: man nehme Mehl, mache durch Zutat von Wasser und Hefe einen Teig, knete ihn lang -oder rund und — rein in den Ofen. Fade schmeckts, fade siehts aus. Keine Spur von goldigweißen Grübchen, von würzigem Geruch, von appetitreizendem Geschmack. Droben kann man Brot ach so nebenher zum Naschen essen, im Süden greift nur starker Hunger danach. Die Grenzländer Germaniens in weiterem Sinne werden naturgemäß von der lukullischen Wissenschaft weit hinein überschwemmt, in Gens kann man auch einen Frühstückstisch decken, wie wir ihn lieben, Budapest möchte ich nicht missen und England besticht durch sein sauberes Papierbacken, aber jenseits der Karpathen und der Alpen geht es reißend abwärts. In Palästina sieht man schon die Fingerabdrücke in, sagen wir einmal: eigenartigen Gebilden, und bei den Arabern gibt es Sorten, die sich in Form und Farbe von Kamelfladen kaum unterscheiden. Der Senegal hat sein Affenbrot, Aegypten (wo es noch nicht vereng- ländert ist) sein hefenloses, aber fünftausendjähriges Phramidenspezialfeingebäck, China lockt mit Puppenstubenbrötchen, die Russen zeigen ihr kriegsmäßiges Kartenbrot, auch die Feuerländer und Eskimos haben, wenn ich nicht irre, Eigentümlichkeiten, von denen sie auf lateinisch sagen: de gustibus-- Nach alledem schlendert man über das antike Pflaster oder sitzt auf den Terrassen der Dia Diberatica, sieht die Schwalben schirren um die Quadrigen des neuen Kapitols, riecht den Kalkstaub der Jahrtausende von den Ausgrabungen am Forum und möchte am liebsten bestellen: „Einen Kaffee komplett oder mit Kirsch, wie Sie wollen, vor allem aber, bitte, Mohnbrötchen und Kaisersemmeln und Nußgipfel und Nürnberger Brezen und Berches und — und —" Aber Trajan stellt dir nur einen Kaffee hin, Den deutschen Reisenden nach den tschechoslowakischen Kurorten und Sommerfrischen wird neben den obligaten 200 Mark noch eine Zusatzgenehmi- gungbiszu500Mark erteilt. * Zu Aeußerunaen der „Münchener Post" über einen geplanten Aufmarsch der Nationalsozialisten erklärt der nationalsozialistische SA - Führer Oberst a. D. Ho s m a n n, daß die ihm un- terstellten Aeußerungen in allen Teilen frei erfunden sind. * Der Landtag von Thüringen lehnte die nationalsozialistischen und kommunistischen Anträge auf Auflösung des Landtages ab. * 3m Oldenburgischen Landtag fand der nationalsozialistische verfassungsündemde Antrag, der die Herabsetzung der Anzahl der Minister zum Ziel hat, nicht die verfassungsmäßig vorgeschriebene Zwei-' drittelmehrheit, da auch die Deutschnativ- nalen dagegen stimmten. * $ a s anhaltische Staatsmini st eri- u m hat verordnet, daß öffentliche Feiern von Staatsbehörden und Schulen am Verfassungstage nicht stattfinden. Eine Verausga- bung von staatlichen oder kommunalen Geldmitteln für solche Feiern ist unzulässig. Der bisherige stellvertretende Direktor des Internationalen Arbeitsamtes, Butler (England), ist gestern abend vom Derwaltungsrat zum Direktor des Internationalen Arbeitsamtes gewählt worden. * 3n der außerordentlichen Völkerbunds- Versammlung schlug der Vertreter Spaniens im Namen einer großen Anzahl von Dölkerbunds- mitgliebem, unter denen sich auch Deutschland befindet, der Bundesversammlung vor, d i e T ü r - kei zum Eintritt in den Völkerbund emzuladen. Man glaubt, daß die Türkei n o ch i n diesem Monat Mitglied des Völkerbundes werden wird. Aus oller Welt. Die 300-Jahrfeler der Universität Dorpat. Am Donnerstag fand die 300-Jahrseier der Hniversität Dorpat statt. Zu dieser Feier war der schwedische Kronprinz Gustav Adolf eingetroffen, eingedenk dessen, daß die Stlstungsurkunde der Hniversität Dorpat vor 300 Jahren im Feldlager von Nürnberg von König Gustav Adolf unterzeichnet worden ist. Am Vorabend fand auf dem Domberg bi£ tief in die Nacht beim Schein der Fackeln! eine Kundgebung statt. Arn Donnerstag begannen bie Feiern am Vormittag mit einer Begrüßung des Lehrkörpers und der Studentenschaft der Hni- versität in der Aula der Hochschule durch den estländischen Staatsältesten Teemant und den schwedischen Kronprinzen. Nach einem Festgottes- bienet in ber Hniversitätskirche begann die große Feier in ber Aula. Die erste Rede hielt in lateinischer Sprache ber derzeitige Direktor der Hniversität Prof. Kopp. Anschließend überbrachte Teemant für die estländische Regierung und der schwedische Kronprinz Glückwünsche. Sodann wurde dem Kronprinzen von Schweden die Ehre n d vk t o r-Hrkunde überreicht. Die Feierlichkeiten schlossen mit einem Studentenball. Die Islhaer Feuerwehr auf der Anklagebank. Der zweite Verhandlungstag im Prozeß gegen die Jsthaer Feuerwehr war mit Zeugenvernehmungen ausgefüllt. Mit Ausnahme der Aussagen eines Belastungszeugen, der schwere Anschuldigungen gegen die Angeklagten vorbrachte, dafür aber von anderen Zeugen um so schärfer angegriffen wurde, ergab die Beweisaufnahme nichts neues. Das Gutachten des Brandsachoerständigen Branddirektor Bliesener-Kassel geht dahin, daß der Bürgermeister Klapp und der Ortsbrandmeister Schmidt eine Pflichtverletzung begangen haben, indem sie das Haus niederreißen ließen, obwohl eine Notwendigkeit dazu nicht vorlag. Der Sachverständige nimmt als erwiesen an, daß drei Brandherde gelegt worden sind. Darauf wurde die Verhandlung auf Mittwoch, den 6. Juli, vertagt. ber schwarz und heiß ist wie bie Hölle und feurig wie bie Liebe, einen Espresso. Den haben nun wieder die andern nicht. Venus — die „Zwillingsschwester -er Er-e^. Von den Gelehrten des Carnegie-Institutes auf der Mount-Wilson-Sternwarte in Kalifornien ist die Entdeckung gemacht worden, daß sich in der Atmo- sphäre des Planeten Venus Kohlensäure und zwar „wahrscheinlich in großen Mengen" befindet. Da Kohlensäure zur Entwicklung des Lebens, besonders des Pflanzenlebens, sehr wichtig ist, wie wir von den Verhältnissen auf unserer Erde wissen, so ist damit die Möglichkeit organischen Lebens auf diesem Planeten gegeben. Etwas Sicheres läßt sich freilich nicht sagen, wie in einer eingehenderen Mitteilung hervorgehoben wird, aber die soviel erörterte Frage ist durch die Entdeckung in ein neues Stadium gerückt. Die Annahme, daß auf der Venus irgendeine Form des Lebens vorhanden sei, wurde schon früher durch die enge Verwandtschaft zwischen der Erde und der Venus bestärkt. Man hat aus diesem Grunde die Venus die „Zwillingsschwester der Erde" genannt, obwohl sie etwas kleiner ist. Dieser Planet hat etwa vier Fünftel der Masse oder des Gewichtes unseres Planeten, ist zwei Drittel soweit von der Sonne entfernt und hat eine Schwerkraft, die etwa vier Fünftel von der der Erde beträgt. Man nimmt an, daß die Venus eine feste Oberfläche besitzt, die in vieler Hinsicht der unseres Planeten ähneln muß. Die Entdeckung erhält auch dadurch große Bedeutung daß es hier zum ersten Male gelungen ist, ein Gas in den Spektren eines Planeten der Sonne festzustellen. Die Astronomen von Mount Wilson konnten dadurch das Vorhandensein der Kohlensäure Nachweisen, daß das Licht von der Venus, das ja reflektiertes Sonnenlicht ist, mit Hilfe des lOOjöfr ligen Fernrohres der Sternwarte auf einen feinen Spalt in einem Spektroskop gelenkt und dadurch in seine verschiedenen Farben geschieden wurde. Als das Licht durch die Atmosphäre der Venus ging, wurde etwas davon von der Kohlensäure verschluckt. Das zeigt sich durch eine schwarze Linie im Spektrum. Die Lage dieser Linie im Spektrum gibt bekanntlich an, was für ein Gas absorbiert wurde. unb feurig nicht. lveffer rftot bei er (Eng. ?ltungSrat lona[en rpaf. irfeier der Seiet toai Gustav ' daß die -at vor 300 berg von zeichnet nDomberg er Fackeli, I begannen Begrüßung t der Um- durch den t und den ^stgotles- die große 'ieit in la- >r der Uni- berbrachte I und der Lodann . tW tz'y- ie Feierball, igebant. 6 gegen die nthmunzen i eines Sengen gegen von ande- wurbe, er- Dos Tut- ranbbirefior irgmneiftcr nibt eine den, indenr ßen, ob- iriag. Der daß drei d. Darauf den 6. Ick Öfters, xm von ^faf. ^ruusgg, Mitteln bundz. Spaniens ferbunds- chland be. )ieTnr- 'erbund ' noch in lkerbundeS ^lehnte «anö. ®8 fach ^'rdernde "An. r, nicht )natio. i . über 'icheTZl. Cin deutscher Arzt erobert Afrika Gustav Nachtigals Heldentaten im Schwarzen Erdteil. Don patit A. Hofer. "'S n'hi. HL Auf zum Tschad-Gee! Der Doktor Gustav Nachtigal hat seine ersten Forscherlorbeeren gepflückt. Er hat dabei dem Lod einige Male aus beängstigender Nähe ins Auge gesehen, aber das hat ihn nicht sonderlich geschreckt. Diel schlimmer ist es, daß Alexandrine Tin ne. !die holländische Afrikaforscherin, die gleichzeitig mit ihm in Mursuk gewesen und von hier aus eine Expedition zu den Tuaregs unternommen hatte, von den Arabern ermordet worden ist. Nachtigal ist tief erschüttert. Ein anderer hätte nach dieser Hiobsbotschaft wahrscheinlich schleunigst Kehrt gemacht. Aber der deutsche Doktor läßt sich nicht so leicht wankend machen. In Europa zieht sich das Gewitter des dohenden deutsch-französischen Krieges am Horizont zusammen, als Nachtigal zu seiner Reise nach Dornu aufbricht, nach dem Lande des Tschad- See. Es muh eine Fahrt voll unerhörter Strapazen gewesen sein, man kann es in seiner großen Beschreibung der Expedition zwischen den Zeilen lesen, aber Nachtigal macht nicht viel Aufhebens davon. Er ist ein Forscher, was gilt ihm da schon das eigene Schicksal! Dec Mann, der über den Tod eines kleinen Tieres zu Tränen gerührt sein kann, der in all den Jahren seiner afrikanischen Laufbahn nie den Hahn seines Gewehres abgedrückt hat. um ein Lebewesen zu töten, geht in einem Nebensatz darüber hinweg, dah er schon wieder, fieberkrank, hungrig und halbverdurstet, mehr als einmal dem Hungertode nahe war. Nach zehn Wochen kommt die kleine Karawane in Kuka, der Hauptstadt von Dornu. an. Dor Nachtigals Augen liegt der Tschad-See. — der zweite Traum seiner Jugend hat sich erfüllt. Aber die Wirklichkeit kann mit der Phantasie nicht Schritt halten. Der große blaue Fleck auf der alten Schullandkarte entpuppt sich als ein versumpftes, unbestimmbares riesiges Etwas, ein enttäuschendes Schilfgewirr mit flachen Landstreifen, die das Wasser durchsetzen. Pionier in unerforschtem Land. Scheich Omar von Dornu ist von den Geschenken König Wilhelms — einem Thronsessel, lebensgroßen Bildern des Königs, der Königin und des Kronprinzen und einigen Kleinigkeiten — hocherfreut. Er verspricht dem Doktor jeden Schuh md jede Hilfe. Lind der denkt ernstlich daran, ie in Anspruch zu nehmen. Eigentlich hätte er ja jetzt heimkehren dürfen, seine Mission ist erfüllt. Niemand hat ihn beauftragt, sein Leben im Dienste der Wissenschaft aufs Spiel zu setzen. Aber Nachtigal fällt es nicht ein, tatenlos den Rückweg anzutreten. Jetzt ist er einmal im Herzen Afrikas, wäre es nicht einfach lächerlich, eine so wundervolle Gelegenheit vorübergehen zu lassen? Zudem: in Kuka war auch schon Rohlfs gewesen und vor ihm Deurmann, das ist kein besonderer Ruhm mehr. Er schaut sich die Karte mit den leeren Flecken an. Da im Osten Hausen die Wadai, ein wilder, kriegerischer Stamm. Kein Weißer ist noch lebend aus diesem Lande herausgekommen. Wie wäre es, Doktor Gustav Nachtigal? Sein Entschluß ist gefaßt: er wird nach Osten marschieren, quer durch das Larrd der Wadai, bis zum Nil. Damit wird die nördliche Hälfte von Zentralafrika zum ersten Male erschlossen. Aber im Orient haben die Menschen Zeit, und noch mehr Zeit haben sie in Afrika. Sechs Monate itzt Nachtigal schon in Kuka, aber es ergibt sich keine Gelegenheit, den Plan durchzuführen. Lind eines Tages kommt gar die Schreckensbotschaft, daß die Wadai gegen den Scheich Omar Krieg ühren wollen. Da ist es also vorläufig nichts mit der großen Fahrt. 3it diesem Augenblick erscheint in Dornu eine Araberkarawane vom Stamm der A u l a d S o l i m a n. die nach ihrer Heimat, dem Kanem und nach Dorku ziehen. Das liegt am östlichen Rande der Sahara, in einer Gegend, in der der Deutsche von Deurmann seinen Tod gesunden hatte. Nachtigal wird vor dem räuberischen und gewalttätigen Charakter der Au- lad Soliman nachdrücklich genug gewarnt, aber er hat nicht die mindeste Lust, weiter in Kuka herumzusitzen. Mnnesmut und Räuberbanden! Wieder geht es in unerforschtes Land, und noch dazu in einer Gesellschaft, vor der man oft genug das Grausen kriegen kann. Er muß es meA als einmal erleben, wie seine Begleiter harmlose Karawanen überfallen, bis aufs letzte ausrauben und jeden, der sich zur Wehr setzt, einfach über den Haufen schießen. Ganz verloren inmitten einer Schar fanatischer Moslems wagt es der „Christenhund" trotzdem, ihnen all seine Wut und seine ganze Verachtung über dieses niederträchtige Das Ergebnis desPfing st rückfahr- karten-Verkehrs. Die statistischen Berechnungen der Reichsbahn haben ergeben, daß der diesjährige Pfingstoerkehr trotz der verlängerten Gültigkeit und der allgemeinen Erweiterung der Festtags- Rückfahrkarten im ganzen schwächer war als der vorjährige, und daß die Verkehrszahlen von 1931 nirgends erreicht wurden. Die verlängerte Gültigkeit der Rückfahrkarten bewirkte, daß sowohl der Hinreise-, als auch der Rückreiseverkehr sich mehr verteilten, so daß starke Derkehrszusammenballungen nur in wenigen Bezirken beobachtet wurden. Der Ausflugsverkehr war bei dem günstigen Wetter sehr lebhaft. Die Zulassung der Schnellzugsbenutzung auf Festtags-Rückfahrkarten hat zu keinen betrieblichen ^ch^icrigkeiten geführt. Die Zahl der aus Anlaß des Pfmgstoerkehrs gefahrenen Sonderzüge betrug 5501 gegen 6238 im Jahre 1931. ** 3 u m Rechner der katholischen K t r ch eng em einde Gießen und Grünberg wurde der Bankbeamte Konstantin Kranz in Gießen ernannt und vom Kreisamt verpflichtet. * Die Museen und der Heidenturm sind am Sonntag zwischen 11 und 13 Llhr bei kleinen Preisen geöffnet. ** Zunächst den Hausarzt auch an Sonntagen! Der Wirtschaftliche Derband der Aerzte für die Provinz Oberhessen, Bezirk Gießen, bittet uns um den Hinweis, daß die regelmäßigen Anzeigen über den Sonntagsdienst der Aerzte, Zahnärzte und Apotheken hinsichtlich der Aerzte nicht so aufzufassen sind, als ob nur die jeweils genannten Aerzte in Anspruch genommen werden könnten. Es solle vielmehr stets zunächst versucht werden, den zuständigen Hausarzt zu erreichen. ** Der Kavallerien erein Gießen be- geht am nächsten Samstag, 9. Juli, 20 Uhr, im Cafe Leib sein 25. Stiftungsfest. Den schlechten wirtschaftlichen Verhältnissen Rechnung tragend, sieht — so schreibt man uns — der Verein von einer größeren Veranstaltung ab und beschränkt sich nur auf einen Festabend. Das Programm des Abends verspricht allen Teilnehmern einige recht frohe Stun- den in vaterländischem Sinne und dürfte besonders alle Kameraden der ehemaligen Reiterwaffe interessieren. " Die Paddelboot-Auffahrt bei dem Militärkonzert zur Werbung für den Rudersport, das am Mittwochabend auf dem Dootsplah der Gießener Rudergesellschaft stattfand, erfolgte — wie man uns berichtigend mitteilt — nicht von feiten der Paddlergilde. Die Paddelboote gehörten vielmehr den drei Rudervereinen an, für die das Konzert werben sollte, nämlich der Gießener Rudergesellschaft, dem Derein Rudersport und dem Ruderklub Hasfia. " Die Schlägerei in der Licher Straße. Der Inhaber der Gastwirtschaft „Zur Stadt Lich" in der Licher Straße bittet uns, mit» zuteilen, daß die von dem Polizeibericht am Donnerstag früh gemeldete Schlägerei in der Licher Straße nicht in seiner Wirtschaft stattgefunden hat, sondern sich auf offener Straße abspielte. In dem Polizeibericht war von der Gastwirtschaft „Zur Stadt Lich" mit keinem Wort die Rede gewesen, und wir können nach nochmaliger Erkundigung nur bestätigen, daß die Gastwirtschaft „Zur Stadt Lich" mit dem ganzen Vorfall nicht das geringste zu tun hat. " Ermittelte Fensterstürmer. Die Täter, die in der Nacht zum 16. Iuni an der Pestalozzischule in den Eichgärten die Fenster- scheiben zertrümmert haben, sind, wie der Polizeibericht meldet, ermittelt worden. Es handelt sich um hiesige junge Leute, die in der fraglichen Nacht ein Trinkgelage in einem Gartenhaus in den Eichgärten veranstaltet und anschließend die Fenster des Schulgebäudes attakiert hatten. ** Ein Uhrendieb verhaftet. Der Polizei- bericht meldet: Am Donnerstagnachmittaq konnte ein junger Mann aus Odenhaufen a. d. Üda. hier im städtischen Freibad ermittelt und festgenommen werden, der einige Tage vorher in dieser Badeanstalt eine silberne Herrenarmbanduhr entwendet hatte. Die Uhr befand sich noch in seinem Besitz. Der Täter wurde dem Amtsgericht zugeführt. '* Aus dem Leben geflohen. Der Polizeibericht teilt mit, daß ut der Nacht zum Freitag ein 34 Iahre alter Kaufmann aus Koblenz hier in einem Gasthaus seinem Leben durch Erhängen ein Ende gemacht hat. Welche Beweggründe den Mann zu der Tat veranlaßt haben, ist noch nicht bekannt. Slus der provinzialbauptstadt. Gießen, den 2.Iuli 1932. Juli — Monat der 2Reife. 4‘ Noch deutlich ist es uns in Erinnerung, wie der ßanbmann auf die Felder ging, um das Korn zu säen, damit wir Brot für den Winter haben werden. Wir wissen noch genau, wie schon und reizvoll die Entdeckung war, da wir die jungen Halme auf den Aeckern erblickten: in tiefdunklem Grün standen sie bereits dicht beieinander, und die Lerchen konnten sich schon darin verstecken. Ein wenig später — da war das Getreide bereits in die Höhe geschossen und bildete Blütenähren, die wieder ein paar Tage wei- ter sich öffneten und auf die Befruchtung durch die straft des Windes warteten. Da war schon und endlich der Sommer angebrochen, den wir so leidenschaftlich herbeisehnten nach den vielen unfreundlichen Monaten, die uns das eigenartige Klima der deutschen Heimat bescherte. Und nun werden die Mehren von Tag zu Tag schwerer und voller die langaufgeschossenen Halme beugen sich. Denn in jedem Aehrenstand bilden sich die Körner, die unsere Nahrung enthalten. Immer schneller geht der Reiseprozeß vor sich, und der Juli-Monat vollendet, was seine Brüder vorbereitet und entwickelt Wie Bemai-d Shaw zu feiner$rou kam. 2fus Bernard Shaws Werken gewinnt man den Eindruck, es mit einem Ehefeinde zu tun zu haben. Wie aber Theorie und Praxis oft verschieden sind, lebt auch Bernard Shaw seit langem in einer sehr glücklichen Ehe, die gar nicht irgendwie exzentrisch zustande gekommen ist. Bernard Shaw hat sich damals durchaus an die üblichen Formen gehalten. Er lernte Charlotte Panns Townshend bei Bekannten kennen, die gerade mit der Abfassung eines Buches beschäftigt waren. Dadurch hatten die beiden Gäste viel Zeit, sich miteinander zu unterhalten. Nach wenigen Wochen schon schrieb Shaw einer Bekannten, daß er im Begriff sei, sich in Charlotte Townshend zu verlieben. Nach ihrer Rückkehr nach London stattete Shaw der Dame einen Besuch cb und kam ein Jahr lang viel rn.it ihr zusammen. Dann erkrankte er ernstlich, weil er sich jahrelang überarbeitet hatte. Diese Krankheit währte achtzehn Monate. Seine Mutter und Charlotte Townshend verabredeten, daß er zu seiner Genesung nach ihrem Landhaüse gebracht werden sollte, aber Shaw widersetzte sich und erklärte, nicht in dem Hause einer unverheirateten Dame wahnen zu können. Da sie jedoch auf ihrem Vorschlag beharrte, gab Shaw schließlich nach unter der Bedingung, daß fie einen Trauring kaufte und sich gleich mit ihm verheiratete. Wenn man Shaw in späteren Jahren fragte, ob er um des Geldes willen oder aus Liebe geheiratet habe, sagte er immer: Wir heirateten, weil wir einander unentbehrlich geworden waren. Ihr nicht unbeträchtliches Vermögen hat Shaw bei feinem Schaffen einen wesentlichen Rückhall gegeben. Verhalten ms Gesicht zu schleudern. Daß sie seine Anwesenheit daraufhin nicht gerade besonders er- treulich finden, ist klar. Aber der Mut des kleinen putschen Doktors imponiert ihnen doch. Freilich kann er sich jetzt nicht einmal ruhig schlafen daß einer seiner Diener bewaffnet Wache halt. Zumal inzwischen auch noch besonders strenggläubige S e n u s s i p r ie ft er erschienen Und. die den Aulad Soliman alle Strafen dev Holle m Aussicht stellen, weil sie den „Heiden" m dieses heilige, noch nie von einem Christen verunreinigte Land gebracht haben. Seine Lage verschlechtert sich zusehmds. Trotzdem hat er den Mut, in Mao, dem kleinen Nest im Kanem, in dem Beurmann ermordet wurde eine tolle Szene zu provozieren. Er erklärt bei seiner Ankunft dem Alifa, dem eingeborenen Gouverneur dieses Landstrichs, daß er nicht daran denke von seiner Gastfreundschaft Gebrauch zu machen: Leute, die einen einzelnen Fremdling, der nur Gott zum Schuhe gehabt hatte, umzubrin- gen imstande seien, könne er nur mit Verachtung behandeln. Cs ist das erstemal in der Geschichte der Erforschung Afrikas, daß ein Europäer so etwas gewagt hat. Trotz alledem lassen sie ihn ziehen. Aber er ist doch heilfroh, als er endlich wehr als neun Monate nach seinem Aufbruch wieder n-ach Dornu zurückkommt. Die Verbrechervisagen der Aulad Soliman, die ihn natürlich in aller Freundschaft auch bis aufs Hemd ausgeplundert haben, sind ihm mit der Zeit doch allzusehr auf die Nerven gegangen. 3m Lande der Gklavenjäger. Kaum hat er sich ein paar Wochen ausgeruht, ist auch schon ein neuer Reiseplan in Sicht. ®er Weg durch das Wadai-Land ist noch immer versperrt, also entschließt sich Nachtigal, noch einmal nach Süden, nach Bagirmi vorzustohen, um den entthronten König dieses Volkes, Abu ? c tV u. — ein nicht gerade vertrauenerweckender Name, denn er bedeutet etwa: Freund des Messers — zu besuchen. Wieder eine Reise in ein Land, das zuvor noch kein Weißer betreten hat, eine Reise zu einem Volk, das — blutgierig und räuberisch — seinen Haupterwerb aus dem Sklavenraub zieht. Verdeutsche Doktor bringt es sogar über sich — im Interesse der Wissenschaft — eine solche Iagd auf menschliches Wild mitzumachen, zwar nicht aktiv, wie es die Bagirmi gern gesehen hätten, ober doch als Zuschauer. In jener Gegend haben die Neger aus Angst vor diesen Räubern sich richtige Festungen auf Bäumen angelegt. Ganz hoch in der Daum-Riesen sitzen sie und verteidigen sich bis zum letzten Atemzug gegen die Angreifer, aber doch gelingt es den Bagirmi, ein paar dieser Festungen nach und nach zu er- o&ern, und schaudernd muß Nachtigal mit ansehen, wie die überlebenden Männer erbarmungslos n i e d e rg e m e tze l t, die Frauen und Kinder mit Stricken zusammengebunden und in Die Sklaverei getrieben werden. Auch einen heimtückischen Lieberfall über ein ganzes, wehrloses und nichtsahnendes Dorf erlebt er, bei dem es zu einem wahren Dlutbad kommt. Als er am Abend traurig über die Stätte der Verwüstung .reitet, zählt er 27 halb verbrannte Leichname von Säuglingen, die von ihren eigenen Müttern ermordet wurden, um sie vor dem sicheren langsamen Untergänge in einiger Sklaverei zu bewahren. Krankheit, Hunger und die unvorstellbaren Strapazen der heveinbrechenden Regenzeit tragen nicht dazu bei, die Stimmung des Doktors zu heben. Anfang März des Iahres 1872 ist er von Dornu aufgebrochen, erst im August läßt ihn Abu Sekkin wieder ziehen. Er fühlt sich gewissermaßen für das Wohlergehen seines Gastes verantwortlich und will ihn nur mit sicherer Begleitung den griähr- lichen Rückweg machen lassen. Lind als i^n der Doktor eines Tages — von einem schweren Darmkatarrh völlig erschöpft — voller Verzweiflung klagt, er wolle nicht hier im Heidenland sterben, antwortet der Scheich höchst philosophisch: „Wenn du wirklich dem Tode verfallen bist, dann ist es mir ganz gleichgültig, ob du hier oder in Kuka tirbst. Dein Vaterland wirft du ja doch nicht erreichen!" Aber endlich ist der ersehnte Tag doch da. Der Rückmarsch ist eine einzige Qual, Nachtigals letztes Pferd stirbt unterwegs vor Erschöpfung, tagelang muß er durch metertiefen Lehm waten, aber chließlich kommt er nach Dornu. Es ist ihm zumute. als wenn er in die Heimat zu nahen Verwandten zurückgekehrt wäre, so grausig erscheint ihm die Erinnerung an diese letzten Monate. Dreieinhalb Iahre ist Nachtigal jetzt unterwegs. Europa hat in dieser Zeit ein anderes Gesicht bekommen. @i: erfährt nichts davon. Die letzte und schwerste Etappe steht ihm bevor. (Fortsetzung folgt!) Zusammenlegung -er Vermessung-, und Jeldbereinigungsämler. Don zuständiger Stelle in Darmstadt wird ne- schrieben: Die Notlage der Landwirtschaft macht sich auch auf dem Gebiete des Feldbereinigungswesens bemerkbar. Es besteht die Gefahr, daß es infolge wirtschaftlichen Not der Zeit wegen der damit verbundenen Kostenbelaftung zum Erliegen kommen q-'rxi. ■ . H'vblick auf die große Bedeutung der ^bere.niaung für die Landeskultur hat sich des- -?eglerung entschlossen, die zur Zeit bestehende Organisation und das Verfahren zu oer» einfachen und nach Möglichkeit zu verbilligen. Wie "utgeteilt, sollen außerdem, um die Land- mirtfdjaft von den rückständigen Feldbereinigungs- asten.für die Verzinsung und Tilgung der rückständigen Geldoorlagen der Staatskasse Er- leichterungen gewährt werden. Als erste Maßnahme im Nahmen des von der Regierung vorgesehenen Reformprogramms wurden die Feldbereini- g u n g 5 ämter und Vermessungsämter "weinig t.Die neuen Aemter führen die Bezeichnung „Vermessungsamt". Infolge der Zusammen- legung wird es möglich fein, auf dem Gebiete der Personalverwaltung nicht unwesentliche Ersparnisse zu erzielen, die dem Feldbereinigungswesen zugute kommen werden. Ueber die sonstigen Absichten der Regierung wird demnächst weitere Mitteiluna erfolgen. Angestellte und Notverordnung Der Bezirk Gießen im Gewerkschaftsbund der Angestellten hielt in Butzbach eine stark besuchte Bezirkstagung ab. Die Tagung wurde — so berichtet man uns — vollständig beherrscht von Erörterungen über die sozialpolitischen Maßnahmen der Deichsregierung Don Seiten der Versammelten wurde das stärkste Bed^iern darüber zum Ausdruck gebracht, daß es Vie Regierung unterlassen hat. mit den Gewerkschaften als den berufenen Vertretern der Arbeit- v^mer über die tief einschneidenden Maßnahmen sich in Verbindung zu fetzen, die hier den breiten Massen aufgebürdet worden sind. Dor allen Dingen werden die Angriffe, die in Bezug auf die An- gestelltenversicherung unternommen worden sind alß im höchsten Maße schädlich und ungerechtfertigt bezeichnet. Die Lage der Angestelltenverfiche- rung sei so, daß sie heute durchaus den Hunderttausenden von Witwen, Waisen und Derufs- unfähigen Renten in der vom Gesetz vorgesehenen Hohe zahlen könnte. Der rohe und mechanische Ergriff der durch die Notverordnung mit Rücksicht auf die Invalidenversicherung erfolgte, stelle eine Nichtachtung der besonderen Angestellten- mtereflen dar, gegen die stärkster Einspruch erhoben werden müsse. Weiterhin kamen die größten Besorgnisse zum Ausdruck über die Absichten Der Regierung in Bezug auf die Anlegung und Verwaltung der Deckungskapitalien der Angestell- tenverficherung. Ieder Versuch, auf dem Wege öer Gefahrengemeinschaft in die Finanzgebarung einzugreifen, würde als ein unerträglicher Eingriff in die Selbstverwaltung empfunden und abgelehnt. ^ie Tagung klang aus mit der Forderung an die Regierung, dah fie die Maßnahmen der Notverordnung den Sozialbedürfnissen der Arbeitnehmer entsprechend abändert. Die Angestellten müssen darauf bestehen, daß die notwendigen Mittel durch eine wirklich gerechte Einbeziehung aller Einkommen in der Wirtschaft aufgebracht werden. Der mit der Notverordnung beschrittene Weg läßt die elementarsten Grundsätze sozialer Gerechtigkeit völlig außer acht. Im geschäftlichen Teil wurde eine Reihe wichtiger interner Fragen erörtert. Zum Vorsitzenden des Bezirks wurde Ludwig Zecher (Gießen) und zum Stellvertreter Ernst Kais (Butzbach), gewählt. flitutes auf rnien ist M i der W t unb M findet- 2a 6 besonders >>'e ®ir. On, so 'ft 5 auf bieg sich sreü'ch Mitteilung rferle Frage Siabium f s irg< i schon W i ter 6rhe -SS ■t der Erde i [er Planet nt von bist, die.«2 Man e beM- ähBn,uB' ..Mgen ck - C^onne F« U w1; K haben. Julitage sind Tage der Reife. Ueberall beginnt jetzt jener geheimnisvolle und doch so klare Prozeß der Bollendung: nicht immer so schnell wie bei dem Getreide, aber doch stetig. Denn der Juli kündet in all seiner Schönheit doch schon wieder die Doll- enbung der Sommertage an. Die Sonne hat ihren höchsten Stand bereits überschritten: noch werden wir das zwar mit unseren stumpfen Augen nicht gewahr und haben eher den Eindruck, als bringe erst der Juli die ganze Kraft des Sommers zum rechten Ausdruck. Heißer und immer heißer brennt bie Sonne, so will es uns scheinen. Und wir be= bauern den Landwirt ein wenig, der in dieser unendlichen Glut tätig sein nzuh, wenn die Tage der Lrnte beginnen, wenn der Roggen gemäht sein will, bamit er rechtzeitig gedroschen werden kann und die Kärnei zur Mühle kommen. Es schabet nichts, wenn wir uns klarmachen, Die schwer viele Mitmenschen arbeiten müssen, damit wir das ganze Jahr über „unser täglich Brot" haben werden, dessen Wichtigkeit auch im schönsten, veil einfachsten aller Gebote seinen Ausdruck gesunden hat. Etwas mehr Verständnis wird dann euch der leicht zur Ueberheblichleit neigende Städ- 1er für den schweren Beruf des Landwirtes bekommen, der von tausend Geschehnissen der Natur und ihren Gewalten abhängig ist, um sich und uns dis Brot für des Lebens Notdurft zu sichern. Der Städter kann — wenn das auch in diesen Zeiten reichlich erschwert wurde — in der größten Hiße- zeit sich das Leben erleichtern, indem er sein Stand- quartier verläßt und es mit den Schönheiten der Welt an anderen Orten vertauscht. Für den Land- mann bleibt der Monat der Reife die schwerste Zeit des Jahres. Aber wir sind gewiß: er möchte auch die anstrengenden Tage Des Erntebeginns nicht missen. Der Erfolg seiner harten Arbeit söhnt ihn voll aus mit den Anstrengungen, die auch der Juli in so reichem Maße bringt. Sn. Vom Wert her Schulferien. Prof. Dr. Eugen Schlesinger hat an 1500 Schulkindern buiaj Messung der Gewichts- und Längenzunahme, durch objektive Prüfung der kör- ixrF.dxn Leistungsfähigkeit und der Erholung den Erfolg der Ferien gemessen. Der beste Erfolg wurde erzielt bei einem Schullandheim oder Zeltlager. Planmäßige sportliche Be- tähgung in Verbindung mit Luftbädern, abwech- selnd mit Ruhe, hatte eine weit günstigere Wir* tung als ein planloses Spielen im Freien oder aß kostspielige Erholungsreisen mit der Familie, tcenn dabei von der gewohnten Lebensweise zu Hause nicht viel abgewichen wurde. Eine dauerhafte Gewichtszunahme während der Ferien und nach Erholung steht in ziemlich engem Verhältnis zu der Summe der dabei zur Anwendung und Auslösung gelangten Reize, der ton Stoffwechseln anregenden Anreize und Wechselreize. An erster Stelle dieser Reizwechsel in den SHulserien steht die grundsätzliche Umstellung der zeitlichen Verteilung von geistiger Arbeit und Erholung; dann bei den Kindern, die während dev Ferien verreist waren, der Wechsel der klimatischen und meteorologischen Verhältnisse, noch be- , deiltsamer das Heraus aus der Großstadt in eine reinere Atmosphäre, und noch wichtiger der Llm* v-eltwechsel, das Herauskommen aus dem ge- v-ohnten Familienleben und der gewohnten Häuslichkeit in einen Kreis mit mehr oder weniger anderen Lebensgewohnheiten, wohl auch mit anderer Kost, mit einem anderen Küchenzettel. Eine maximale Llmstellung der Lebensführung und damit ein maximaler Reiz kommt zustande bei den Kindernj welche für mehrere Wochen ein Lchullandheim oder ein Zeltlager beziehen, in dem ne sich einen großen Teil dessen, was zur Lebenshaltung gehört, selbst erarbeiten in der Gern cinschaftsarbeit, die einen wesentlichen Beständig der erzieherischen Grundsätze neuzeitlich orien» tierter Schullandheime darstellt. Die Frankfurter Kindererholungsstätte Wegscheide im Spessart, in oen Baracken des ehemaligen Truppenübungsla- gers, ist hierfür ein klassisches Beispiel. Schließlich kommt noch zu diesen Reizwechseln als ein u-mstand von außerordentlicher Bedeutung für die ^b^lrche Ertüchtigung der Kinder neben der Er- olung eine eifrige, regelmäßige, planmäßige 'b-ortliche Betätigung irgendwelcher Art, der 2-ngung und körperlichen Verfassung des einzel- Ea Kindes entsprechend. Am besten ist wohl ein mehrseitiger Sportbe- nsÜx- ^möglich in Verbindung mit täglich rnehr- Itimöigern Luftbad, unterbrochen von mehrstündi- (Liegekuren). Die hierdurch erzielte : \?Ptoe'$fcIfteigerung läßt sich manchmal ge- Qn bet Gewichtskurve, die körperliche Er- .nchtigung am Spirometer ablesen. Es darf frei* r'2J!U' fwn'?r-J^fätoiegen werden, daß bei einer Betätigung nicht allzu fei- öu verzeichnen sind, nicht nur Gewichts, sondern auch bei den Lei- &1? Folgen einer ileberöofierung Knabe oder Mädchen der icindlichen älmstellüng seiner Lebensweise plus Fhftrtk -’l1 verändertem Klima plus dem ' nicht voll gewachsen war. Aus- nnr/’ ^mung, Gebaren dieser Kinder lassen ihr^ un/r% desgi. von 1913 6% abgelt Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe Serie I . . . . 4% de?gl. Serie II 6%Rumän.vereinh.Rente v. 190?, t%%Rumän.vereinh.Meniev.lvig 4% Rumänisllie vercinh. Rente . e)6% i. (anotoiict...... Oie Ergebnisse der Wettkämpfe. Studenten. 4xl00-Meter-Stasfel, Klasse 29 37 3,25 15 o 0 12 6 . 9 . 0 . 5 . o . 8 15 2.9 3 2,95 7,05 3 Arn heutigen Samstagabend stehen sich nun durch Losentscheid Wieseck I und Gießen I auf dem Platz von Wieseck gegenüber. Beide Gegner werden zu diesem Spiele in stärkster Aufstellung an- treten. Obgleich Wieseck den Vorteil des eigenen Platzes hat, werden die Gegner doch alles daran- , als Sieger den Platz zu verlassen uiüt so als Endspielgegner gegen den Sieger des Spieles Raunheim I gegen Heuchelheim I in Gro- Heu-Linden anzutreten. nische Sturm besser und der deutsche Sturm schlechter war, als man annahm. Den deutschen Stürmern ist vor allem der Vorwurf zu machen, daß sie nie zurückgingen, sondern auch in den kritischen Situationen" seelenruhig darauf warteten, bis der Ball wieder einmal den Weg zu ihnen fand. 3m Angriff selbst war Rutz außerordentlich schwach. Rur zuweilen sah man, daß der Stuttgarter tatsächlich hohe Qualitäten für einen Angriffsführer mitbringt. Mäßig spielte auch Kuzorra, der vor allem den Schuh vermissen lieh. Er tändelte viel zu viel mit dem Ball und wollte sich auch mit Rutz nicht verstehen. Die beiden Außenstürmer Fischer und Kobierski spielten nicht überragend. So blieb als einziger Lichtblick und bester Mann im Sturm RichardHof- mann. Der Dresdener wartete mit Schüssen auf, die sonst keiner von den Stürmern beider Parteien zeigen konnte. Drei Bomben Richard Hofmanns fanden auch den Weg in das finnische Tor, während Rutz den vierten Treffer schoß. Die finnische Mannschaft war recht gut. Reben ihrer Schnelligkeit und Ausdauer zeigte sie auch viel Verständnis zwischen den einzelnen Mannschaftsreihen und lediglich die technischen Fertigkeiten der Einzclspieler liehen noch etwas zu wünschen übrig. Ein überragend guter Spieler, der sich mit jedem Mann in der deutschen Elf messen konnte, war vor allem der Rechtsaußen, aber auch die beiden Verteidiger waren ausgezeichnet. io . o . b . 6 I. @. Farben-Industrie. . . Verein, dient. Industrie Frankfurt a. M......... Scheideanstalt Goidschmidt . . . Rütgcrswerke....... Metallgelcllschaft Der LIniversitätssportplatz bot am gestrigen Rachmittag ein buntes Bild. Die leichtathletischen Meisterschaften der Studentinnen und Studenten gelangten zum Austrag. Die Fahnen der Verbindungen belebten das Aussehen des prächtigen Sportplatzes ungemein, die Farben hoben sich klar vom Dunkel des Waldes ab, die Flaggen flatterten im Winde; die Studenten waren in Couleur erschienen, zwei Segelflugzeuge standen zur Schau, eine Musikkapelle (Leitung: Musikmeister Topp) unterhielt mit schneidiger Musik. Das Wetter war für die Leichtathleten geradezu ideal, für die Zuschauer aber weniger, denn ein leiser Regen setzte bald ein, ohne indessen die Stimmung ernsthaft stören zu können. Die Wettkämpfe wickelten sich flott ab, das Programm war für die Zuschauer sehr unterhaltsam. Besonders eindrucksvoll gestattete sich die Vorführung des Segelflugzeuges, Type Zögling", das man zu einem „Rutscher" und zu einem kurzen Flug von dem etwas erhöhten Teil des Sportplatzes aus, starten ließ. Beide Male landete das Flugzeug wohlbehalten und mit ruhiger Sicherheit an der Grenze des Spielfeldes. Segelslug auf dem Sportplatz dürfte wohl nur sehr selten zu sehen fein. Jedenfalls gewannen die Zuschauer den besten Eindruck von Segelfliegerei. Die leichtathletischen Wettkämpfe brachten fast durchweg gute Leistungen, verschiedentlich sogar Leistungen, die als ausgezeichnet betrachtet werden durften. Die gesamte Veranstaltung nahm einen sehr harmonischen Verlauf. Staatspräsident Dr. h. c. Adelung, Se. Magnifizenz der Rektor der Llniversität Prof. Dr. V a n s e l o w und viele Dozenten mit ihren Damen liehen es sich nicht nehmen, den Wettkämpfen beizuwohnen. Viel beachtet wurde das vorzügliche Abschneiden der Akademischen Turnverbindung „Rheinfranken", die die meisten ersten Preise an sich rih. Punkte; 2. Weih (Frankonia) 2732/3; 3. 3üngst (Hasso-Rassovia) 2557s; 4. Hirzel W. (Hasso- Rassovia) 2547s; 5. Hirzel E. (Hasso-Rassovia) 226 Punkte. Der Mannschaftssieg fiel an Hasso- Rassovia, den zweiten Platz belegten die Rhein- franken. Der Hindernislauf, der auf dem Llni- versitätssportplatz durchgeführt wurde, gestaltete sich besonders für die Zuschauer sehr unterhaltsam. Die Läufer muhten vor allem Proben ihrer Geschicklichkeit ablegen. Dreikampf für Anfänger (75 Teilnehmer): 1. Rein (Frankonia) 1617,65 Punkte; 2. Braun (Alemannia) 1540,9 P.; 3. Kühling (Chattia) 1497,35 P.; '4. Lehmann (Rassovia) 1486,55 P.; 5. Kratz (Germania); 6. Erich Specht (Freistudent); 7. Sickin- gcr (Alemannia); 8. Runge W. (Rheinfranken); 9. Schäfer (Alemannia); 10. Krämer (Adelphia); 11. Schäfer (Frankonia); 12. Renker (Alemannia); 13. Cordes (Chattia); 14. Schmidt (Adelphia); 15. W. Bechtler (Wingolf); 16. König (Arminia); 17. Lahme W. (Rbeinfranken); 18. Bretsch W. (Hasso-Rassovia); 19. Scywarz (Darmstadtia); 20. Fay (Darmstadtia). Fünfkampf (40 Teilnehmer): 1. Lindenstruth (Chattia) 2794,37 Punkte; 2. Erich Ploch (Rhein- franken) 2780,97 P.; 3. Schäfer (Germania) 2739,03 P.; 4. Schott (Adelphia) 2607,85; 5. W. Frey (Rasso- via); 6. W. Fay (Darmstadtia); 7. Vaubel Th. (Rheinfranken); 8. Rheinhard (Rheinfranken); 9. Loh (Rheinfranken); 10. Baie (Freistudent); 11. H. Hofmann (Germania); 12. Scheidt (Rheinfranken); 13. Jüngst (Hasso-Rassovia); 14. Dr. Eschen- rober (Rheinfranken); 15. Guttandin (Wingolf). Die Besten aus diesem Wettkampf werden voraussichtlich zu den Deutschen Kampfspielen (Deutsche Hochschul- meisterschaften), die am 31. Juli in Freiburg i. Br. stattsinden, entsandt werden. Studentinnen: 10 0 Meter: 1. Trudel Lehnhard 13,9 Sek.; 2. Käthe Sohnemann 14,0 Sek.; 3. E. Latz 14,4 Sek. Sechs Läuferinnen beteiligten sich an diesem Wettbewerb. Bis zu fünfzig Meter lief die Gruppe ziemlich aufgeschlossen, schließlich aber löste sich die Siegerin los und ging mit 114 Meter Vorsprung durch das Ziel. Weitsprung: 1. Käthe Sohnemann 4,49 Meter; 2. Trudel Lehnhardt 4,40 Meter; 3. Bernarda Glaab 4,25 Meter. Hochsprung: 1. Ruth Heid 1,25 Meter; 2. Käthe Sohnemann 1,22 Meter; 3. Gretel Dieterich 1,21 Meter. Kugel st oßen: 1. Käthe Sohnemann 8,54 Meter; 2. Trudel Lehnhardt 7,77 Meter; 3. Ruth Heid 7,33 Meter. Schlagballweitwurf: 1. Irmgard Luft 56,84 Meter; 2. Käthe Sohnemann 51,80 Meter; 3. Rosel Page 50,47 Meter. einige Fluglage, die einen befriedigenden- Verlauf nahmen. Flugtage wurden abgehaltert in Laar und Donaueschingen (B schäft, die anläßlich des am 16. und 17.3uli stattfindenden Dezirksfestes zum erstenmal zum Austrag kommt. Das Entscheidungsspiel der Kreisllassenmannschaften findet dann am Festfamstag in Grohen-Linden, das der 1. Dezirks- klaffe am Samstag, 9. 3uli, statt. 4:1 Sieg im Kußballkampf gegen Finnland. Es hätte nicht viel gefehlt und das dritte Gastspiel einer deutschen Mannschaft in der finnischen Hauptstadt hätte mit einer Heberraschung geendet. Obwohl die deutsche Rationalmannschaft in starker Aufstellung antrat, zeigte sie nicht das erwartete gute Spiel. Die Finnländer boten unserer Mannschaft einen unerwartet starken Widerstand. Sie waren über nicht nur enorm fleißig und ausdauernd, auch ihr Können überraschte. Nachdem mit einem 1:1 die Seiten gewechselt werden muhten, ergab sich erst in der letzten halben Stunde eine Aeberlegenheit der technisch besseren deutschen Elf, und erst in den letzten 13 Minuten fielen die entscheidenden Treffer. Deutschlands Elf etwas matt. Die deutsche Elf verdankt ihren Sieg in erster Linie dem Tormann 3akob, der vor allem in der ersten Viertelstunde nach der Pause, als die Finnen mit wilden Attacken das deutsche Tor Gerannten, glänzende Paraden zeigte und nie die Rerven verlor. Auch die beiden Frankfurter Verteidiger machten sich stark um den Sieg verdient. Schütz und Stubb waren zwar vor dem Wechsel zuweilen etwas unsicher, nach der Pause aber beherrschten sie den Strafraum souverän. Die Läuferreihe Gramlich-Leinberger-Knopfle arbeitete unermüdlich. Sie stand insofern vor einer doppelt schweren Aufgabe, als einmal der fin- ffrankfurter Maschinen . . . . o Gritzner .......0 Mainkraftwerke Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker • . . . 10 Um die Leichiathlettk-Meifierschasten der Universität. Schultheis Payenhofer . . . Mu ('Allgemeine Kunstseide) Bemberg......... Zellstoff Waldhos Zellstoff Aschaffenburg . . . Dessauer Gas....... Daimler Motoren..... Deutfche Linoleum . » . . Orenstein & Koppel . . . . Leonhard Äctz . . . . Svenska ........ Chade...... . . . Wirtschaft. • Weiterer Rückgang der Konkurse und Vergleichsverfahren im 3unL Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamtes wurden im Monat 3uni durch den .Reichs- anzeiger" 704 neue Konkurse — ohne die wegen Mangels an Masse abgelehnten Anträge auf Konkurseröffnung — und 627 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellen sich auf 739 bzw. 627. * Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG., Berlin. Die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AD., Berlin, veröffentlicht ihren Geschäftsbericht für das 3ahr 1931/32. Der gesamte Darlehensbestand belief sich am 31. März 1932 auf etwa 416 (337) Mill. Mk_, davon gemischtwirtschaftliche Unternehmungen etwa 54 (37,1) Mill. Mk. gleich 12,9 (10) 6. Sy, und an Kommunalverbände 46,1 (36,8) Mill. Alk. gleich 11,1 (9,9) D. Sy, an Reedereien 7,5 (10,4) v. H., an Genossenschaften und Zweckverbände 8,5 (9,2) v. Sy Bis zum Ende des Berichtsjahres waren insgesamt 769 (530) Darlehen von insgesamt 74,7 (50,3) Mill. Mk. bewilligt. Der Eingang der Zins- und Tilgungsraten war im allgemeinen befriedigend. Der Abschluß weist einen lleberschuß von 13,38 (8,85) Mill. Mk. aus, woraus wieder 5 v. H- Dividende verteilt werden. 5 (3) Mill. Mk. werden der Sonderreserve zugeführt, 0,88 Mill. Mk. werden vorgetragen. Aus der Bilanz (in Mitt. Mk.): Langfristige Darlehen 4,93 (3,18), dagegen Darlehensforderungen und Vorschüsse 265,97 (260,88), Bankguthaben 3 71 (1,56). Reu erscheinen ausstehende Zinsen, die nach 1,58 Abschreibungen mit 1,70 ausgewiesen werden. Am DilanzstiHtag stand der Gesellschaft ein nicht beanspruchter Bankkredit von 10 Mill. Mark zur Verfügung. 2m nächsten Frühjahr sind, wie bekannt, zunächst 50 Mill. Mk. für Rotstandsarbeiten verfügbar. Frankfurter Abendbörse gut behauptet. Frankfurt a. M., 1.3utt Da aus Lausanne keine Rachrichten über einen weiteren Fortschritt der Verhandlungen Vorlagen und auch D:e, Auslandbörsen nur wenig verändert waren, verkehrte die Abendbörse in recht stiller Haltung. Cs entwickelte sich nur innerhalb der Spekulation einiges Geschäft, und bei fester Grundtendenz blieben die Berliner Schluhkurfe gut behauptet. Auch im Verlaufe trat keine. wesentliche Veränderung der Marktlage ein. Der Rentenmarkt zeigte weiterhin feste Veranlagung, wobei deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchforderungen bevorzugt blieben. Am Pfandbriefmarkt waren Liquidationspfandbriefe höher gesucht. Goldpfandbriefe lagen gut gehalten. Altbesitzanleihe 39 'bis 38,90, Reubesitz 3,70, Zolltürken 2,75, DD.-Bank 30, Reichsbank 126, Mannesmann 38,25, Rheinische Braunkohlen 168,50, Stahlverein 14,10 bis 14,25, AKLl. 33,75, AEG. 21, Deutsche Erdöl 64, 2G.-Farben 89. Gesfürel 56,50 bis 56,75, Reag 64. Schuckert 58,75. Siemens 118, Hapag 10,90. Franktun a. Ml. Serlln Gchluß- kurs (Schluß!. Abend« b6rfc Schluß« kurs Echlußk. Mittag- böne Dalum 30.6 17 30 6. 1.7. Hamburg-Amerika Pake. . . . t 10,5 10.9 10,65 11 Hamburg-Südam. Dampf! chisf . 0 — — — — Hansa Dampfschiff .... . 0 — — 18,25 — Norddeutscher Lloyd .... . 6 11,13 11,13 11,25 11,25 A.G. für Berkehrswefen Ml. . . 27 25,75 27 Berliner Handelsgesellschaft . 8 89 88,5 89 88,5 Commerz, und Prival-Bank . 7 16 16 16 16 Darmstädter und Nationalban 8 18,5 18,25 18,5 18,5 Deutfche Bank und Disconto-Gefellfchatt. . . 6 30 30 30 30 Dresdner Bank...... 6 18,5 18,25 18,5 18,5 Reichsbank........ 12 123 126 122,9 125.75 A.E.G........... . 7 20,5 21 20,75 21 Bergmann........ . 9 — 17 16,25 Elektr. Lieferungsgclellfchast. 10 58 — 57 —— Licht und .Nrast . . 10 67 68 66,5 67,25 Felten & Gullleaume.... Gesellschaft für Elektrische 6¥i 36 36 38 Unternehmungen .... Rheinische Elektrizität . . . 9 52,5 56,5 52,4 55.75 . 9 61,25 61 64,5 Schuckert L Co....... 11 57,25 58,75 56,75 58.75 Siemens & Halske..... 14 117,5 118 117,25 118,5 Lahmeyer L Co....... 12 73,5 74 74 74,5 Buderus . ...... . 4 24 24.5 24,. _ Deutsche Erdöl ...... . 6 61,4 64 61,4 63,25 Gelsenkirchener...... . 8 31 31,5 30 31.65 Harpener ....... . 0 48,5 51 48,25 50,9 Hocfch Eilen....... . 6 —- 25,2t 26.25 Ilse Bergbau....... 10 — —- 127 Hlöcknerwcrie ...... . 6 22,5 22,25 22,75 Köln-Neuessen..... . *y» — ManneSmann-Röhren . . . . S — 38.25 16,75 38 Dlansfelder Bergbau .... . 0 15 15,5 12,5 12,5 c-berschles. KvkSwerke . . . . 8 — — 29 29,4 Phönix Bergbau ... Wt 16.13 17 16,4 16,5 Rheinische Braunkohlen. . . 10 166 168,5 167,: 169.5 Nheinstahl ........ • 6 40,25 42,5 40,13 42,9 Trant ui . jji. vert Gchluß- kurs Echlußk. Aden 5- börtc Echluß- kurs Schluß!. Mittag- hörte Datum 30 6 1.7. 30.6 1.7. 15% Deutiche Reichsanteihe d.192, 50,5 50 — 51 7% Deutsche Retchsanleihe v. 1929 58 58,5 58 58.75 5’/,% Doung-Anleihe von 1930 : Deutsche Anl.-Ablof^Schuld mit 60,75 60.75 60,4 60.9 AuSlo«.«Rechten . . . . 38 38,9 37,8 38,75 Desgl. ohne Auslos.-Rechte . 8% Hell. BolkSstaa, von 1929 3,55 3.7 3,65 3.75 trückzahlb. 102%) . . . Oberhefsen Provinz-Anleihe mi! 44,5 46 — 45 Auslos.-Rechten Deutsche Komm. Sammelabl. 35 35 — — Anleihe Serie 1 .... 8% Frankl. Hyp.-Bank Goldpfe 33 35,13 33,5 34,75 15 unkündbar bis 1935 7% Franks. Hyp.«Bank Goldpfe 62,75 63 — — unkündbar bis 1936 Serie 16 iVi% Frankl. Hyp^Ban« Ltgu^ Pfandbriefe. . *y2% Rheinische Hyp^Banl-Liou. 62 62.5 — — 76 76,5 — — Goldpfe. 6% Pr. Landerpsandbriesanstall, 75 75 4 — — Pfandbriefe 91.19 . • ■ 7% Pr. Landespjandbriefanstalt. 63,5 63,5 — 63 Pfandbriefe R. 10 — — — — Srannur. a. M. Äertm Schluß« kurü Schlußl. Abendbörse Schluß- lurö Schluß!. Mittag- börse Datum 30.6 1.7. 30.6. 4.7. Ricbeck Biontan......7,2 — — — — Vereinigte Stahlwerke .... 4 14 14,25 14,25 14,4 Olavi Minen......16'/, 10,5 10.9 10.75 — Kaliwerke Aschersleben ... 10 86 90 86,75 91 Kaliwerke Westeregeln ... 10 96 98 96 98,5 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 — — 155,5 159.75 30 Juni I.Jult Amtliche Notierung Amtliche Notierung Geld | Srlel Geld »rief Helsingsor» . 6,843 6.857 6.813 6,827 Wien. . . 51.95 52,05 51,95 52.05 Prag . . 12,465 12,485 12,465 12,485 Budapest . — — — — Sofia . . 3,057 3,063 3,057 3,063 Holland . 170,43 170,57 170,13 170,47 Oslo. . . 74,78 74.92 74.43 74.57 Kopenhagen 82,62 82,78 82.17 82,33 Stockholm 77,82 77,98 77,32 77.48 London. . 15,16 15,20 15.08 15,12 Buenos Aire 0,948 0,952 0,948 0,952 Neuyorl . 4,209 4,217 4,209 4,217 Brüssel. . 58,54 58,66 58,49 58 61 Italien. . 21,44 21,48 21.45 21.49 Paris . . 16,54 16,58 16.535 16.575 Schweiz . 81,92 82,08 81.92 82.08 Spanien . 34,47 34,73 34,67 34,73 Danzig. . 82,22 82,38 82,22 32.38 Japan . . 1.149 1,151 1,149 1 .151 Rio de Ian. 0,325 0,327 0,325 0,327 Jugoslawien 6,693 6,707 6 693 6,707 Lissabon . 13,84 13,86 13,79 13,8! Berlin, 1. Füll Gel'b Uionats fllit 4 ohne 311» jrl*"”' $onn,fl96 Liege»" Auch b« von ein? infolge 0 poflid Mlsur^ W 07 dies ÄrS'd) Rumpf ßertieinf, r,crt Ä"s' einen SM'/»» fc 0e| Die die auf Konfere Stunde zu letzten Doe bestens ein wieder s-m irgendwo Punkte auf) hat es genu es zu irgen oder der an muh nun, t einen irgen denn die E ßaufaime, AüchsM auf den ■ Parlament schließlich kanzler an sehen,' wer in Äussich der Arbeit Ostsiedelui? Schwung 1 ja gerader teilhast um beschaffum sondern oh große Ihrti sichen unbt die veränei hat also ac esse dara gelangt-ub ungeteiltci 5 Äusgabenw Ob die (1 es für deiü war, wen 1 sagen. QMl bomMschii Die beu mit denen dj die neue Anscheinen sichten gegni sitzende W tauchte in bi den Deutsse danke aus, fj hüte den A Abschlags;» deutsche Tel zurückgewies lers in Fo Manntgcgc ob die Fra' zu einer S im Falle de wollten. Ai deutsche Der mangelhafte nung in $eU jn Lausanne lremden Bei fcerte doch ni ^lsltigu Dersaillc trauen der Q Die de Aeitigu ^"ersaille wassnunas- u Ä der im qj FueinschM: •Nation minb wcht ant Kn ans dies Men. Sik in° 9" f* ■gÄfoe gjSf ^.deutsche A te DK lomnien. u