Ur. 127 Erstes Via« 182. Jahrgang Donnerstag, 2. Juni 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter Heimat im Bild • Die Scholle Monat,-Bezugspreis. Mit 4 Beilagen WDL1 95 Ohne Illustrierte , 1 80 Zustellgebühr.. , -25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. zernsprechanschlüsse unter Sammelnummer 2251. Anschrift für Drahtnachrichten: Anzeiger Gtehe». potlschecktonto: Frankfurt am Main 11686. G ich en er Anzeiger General-Anzeiger für Gberhessen Vrvck rmd Verlag: vrühl'fche Univerfilütr-Vuch. und Zleindruckerei H. Lange tn Giehen. Schristlcttung und Seschäftzftelle: SchuMaße 7 Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm höhe für Vln^tiqtn von 27 mm Breite örtlich 8, auswärts 10 Neichspsennig: für Ne- klameanieigen von 70 mm Breite 35 Neichspfennig. Playoorschrift 20' . mehr. Chefredakteur Dr. Friedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Vohtih Dr Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton Dr H.Tdyriot; für den übrigen Teil Ernst Blumschetn und für den Anzeigenteil Max Filter, sämtlich in Gießen. Das Kabinett von Papen. Zentrum und Bayrische Volkspartei lehnen ab. — Keine parlamentarische Mehrheit für die neue Reichsregierung. — Am Dienstag Regierungserklärung im Reichstag. — Unverzügliche Auflösung des Reichstags und Neuwahlen. Die Stellung der Parteien Das Llrteil der presse in den Eisenbahnwerkstätten des Eifenbahndirek- tionsbezirks Äöln. Bon 1911 bis 1914 war er als technischer Sachverständiger beim Generalkonsulat in Neuyork tätig, arbeitete 1914 bis 1916 bei den Eisenbahnformationen des westlichen Kriegsschauplatzes und hielt sich 1916 bis 1917 im Balkan zwecks Reorganisation der bulgarischen Eisenbahnen auf. Später wurde er dem Feldeisenbahnchef im Großen Hauptquartier zugeteilt. Nach dem Kriege war er zunächst im Reichsverkehrsministerium tätig, vis er 1924 zum Präsidenten der Reichsbahndirektion Karlsruhe ernannt wurde. Berlin, 1. 3uni. (TDIB.) « m 111 d). Der Herr Reichspräf ident hat Herrn Fran, von P a p e n zum Reichskanzler und auf dessen Vorschlag folgende Herren zu Relchmlnlslern ernannt: den Botschasler Freiherrn von Reurafh zum Reichsminister des Auswärtigen, das M.d. RR. Frei Herrn von Gayl zurn Reichsminister des Innern, den Ministerialdirektor de» Reichsfinanzminifte- rium» Graf S ch w e r l n . tt r o f i g k zum Reichsminister der Finanzen, Generalleutnant von Schleicher zum Reichswehrminister, Reichsminister a. D. Professor Dr. w ar m bold zum Reichswirlschastsminister, den Regierungspräsidenten a. D. Freiherrn von Braun zum Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, gleichzeitig zum Oft- kommissar, den bayrischen Juslizminister Dr. G ü r t n e r zum Reichsminister der Justiz, den Reichsbahndirektionspräsidenten Freiherrn Llh von Rübenach zum Reichspost- und gleichzeitig Reichsoerkehrsminister. serner den Rcichrwirtschastsminister Professor Dr. Warmbold mit der einstweiligen Wahrnehmung der Geschäfte de» Reich»- arbeitsminister» beauftragt. Die Vereidigung der neuen Minister erfolgt um 17.30 Ahr. 3m Anschluß daran tritt da» fia- binett um 18 Uhr schon zu feiner er ff en Sitzung zusammen. Der Mittwoch hat auch bereit» Klarheit über die Die Sozialdemokraten gehen in Opposition. Berlin, l.Suni. (035)3.) 3m Anschluß an die sozialdemokratische Fraktionssihung im Reichstag gab die Fraktion solgende E klärung bekannt: Der Sturz der Regierung Brüning, der außerhalb des Parlaments durch unverantwortliche Ratgeber des Reichspräsidenten herbeigesührt worden ist, eröffnet eine außerordentlich schwere inner- und außenpolitische Krise. Die Art der Bildung und der Zusammensetzung der Reichsregierung ist gegen das Dolksinteresse und gibt keine Gewähr für die Aufrechterhaltung der Sozialpolitik, insbesondere der Rechte der Arbeitslosen. Desgleichen ist die Führung einer Außenpolitik gefährdet, die zu einer Wiederherstellung des Vertrauens und der notwendigen internationalen Zusammenarbeit führt. Die sozialdemokratische Reichstagsfraktion ist ent- schloffen, gegen alle reaktionären Anschläge, gegen alle inflationistischen Experimente und gegen alle Angriffe auf die Verfassung und die Demokratie den Kampf zu führen, fiept der sich bildenden Regierung mit schärfstem Mißtrauen gegenüber und wird daraus alle parlamentarischen Konsequenzen ziehen. Einstellung dc» Zentrum» und der Bayrischen votk»partei zur neuen Regierung gebracht. Die Erklärung, die das Zentrum abends veröffentlichte, und die Versagung des Reichspostministers Schätzet bestätigen die Auffassung, daß beide Parteien in strikter Opposition zum Kabinett von p a p e n treten werden. Daraus ergibt sich, daß die Reichsregierung keine Mehrheit im gegenwärtigen Reichstag hat. Die Fraktionsarithmetiker haben denn auch bereit» errechnet, daß rund 250 Abgeordnete — die Rechte — für die Regierung fein und 320 Abgeordnete einem Mißtrauensantrag ihre Zustimmung geben würden. Unter diesen Umständen gilt e» seht al» sicher, daß der Reichskanzler, da sein Kabinett in diesem Reichstag über feine Mehrheit verfügt, voraussichtlich am Dienstag, im Anschluß an die Regierungserklärung das Auslösungsdekret ver- l i e st. Diese Lntwicktung ist nach Auffassung unter- richteker Kreise durch die Haltung von Zentrum und Bayrische Volkspartei zw a n g s I ä u f i g. Auch Wechsel in der Reichskanzlei und der preffeabteilunq. Berlin, 2.3uni. (ENB. Funkspruch.) Wie wir erfahren, wird Dbcrregierungsrat Dr. Planck als Nachfolger Dr. Pünders zum Staatssekretär der Reichskanzlei ernannt werden. Gleichzeitig wird auch die Ernennung des bisherigen Dirigenten der Presseabteilung Geheimrat Dr. von Kaufmann zum Leiter der Presseabtei- lung der R e i ch s r e g i e r u n g erfolgen. Ministerialdirektor Dr. Zechlin wird zunächst einen Urlaub antreten, bis er seinen neuen Posten als Gesandter in Rio de Janeiro übernimmt Sicherung der Wahrung Berlin, 2.3uni. (WTB. Drahlrnridung.) Der Reichskanzler von Popen wird heute mittag eine Unterredung mit dem Reichsbankpräsiden t e n Dr. Luther haben. Bei dieser Gelegenheit soll die an und für sich bereits bestehende Uebeteinftimmung zwischen der neuen Regierung und der Rcichsbank darüber konstatiert werden, daß auchunterderneuen Regierung die deutsche Währung in keiner weife gefährdet werden wird. Neue Namen. Ter neue '.Hcid)6crnäl)runqemini)tcr wurde 1878 in Neucken geboren. Nach Abschluß seiner juristischen Studien wandte er sich zunächst der Verwaltungslaufbahn zu. 1915 berief ihn Minister v Delbrück in das Reichsamt des Innern, wo er zunächst unter Holfscrich als Pressechef tätig war. 1917 wurde er Ministerialdirektor und Pressechef in der Reichskanzlei, war sodann als Hauptmann der Reserve in Rußland Leiter der politischen Abteilung der Militärverwaltung in Wilna und kam als Geheimer Regierungsrat und Vortragender Rat in das Ministerium des Innern. Später wurde er zum Regierungspräsidenten in Gumbinnen ernannt Seit bem 12. Januar 1926 ist er Generaldirektor der Deutschen Raiffeisengenossenschaft. Rctchomiuislcr Freiherr lilfc v. Rüvcnach ber bis jetzt das Reichsbahnbirektorium in Karls- ruhe inne hatte, wurde 1875 geboren. Er studierte Maschinenbau und arbeitete bann ein Jahr praktisch Nationalismus gehe es nicht um Parteimachtstellung, sondern um den Wiederaufbau von Nation, Staat, christlich-ideeller Weltanschauung jchlechthin. Die .D A 3“ (gern. Rechte» bedauert eS, daß eS nicht möglich war, die R S D A P. gleich jetzt in politische Verantwortung mit cinzubeziehen. Aber eS könne doch nicht geleugnet werden, daß daS Kabinett v. Papen wenigstens einen ersten Schritt auf diesem Weg bedeute. Diesen Kräften den Weg bereitet zu haben, damit daS gestörte Gleichgewicht im Leben der Rationen wieder hergestellt werde, das sei ein Verdienst des Reichspräsidenten und des Sjerrn von Pnpen. — Die »Deutsche Zeitung" (alldeutsch) schreibt u. a„ das Verhalten deS Zentrums und der Bayerischen VolkSpartci fei durchaus geeignet, die Lage zu vereinfachen. Bei der Auslosung deS Reichstags werde sich Herr v. Papen darauf berufen können, daß der heutige Reichstag dem Willen der Wählerschaft nicht im entferntesten mehr entspreche und daß die völlige Bereinigung der politischen Lage das dringende Gebot der Stunde, ja überhaupt erst der Anfang wirklicher nationaler Politik sei. - Der »Vorwärts" (soz.) lagt, der Reichspräsident befände sich offenbar unter dem Einfluß von Männern, denen wenig daran liegt, auch fein persönliches Ansehen au schädigen, wenn sie dabei nur zu ihren eigenen Zielen gelangten. Der .Vorwärts" veröffentlicht einen Kampsausruf des Parteivorstandes der SPD. gegen das Kabinett, in dem zum erstenmal seit 1918 die Arbeiter. Angestellten und Beamten, ganz gleich welcher Richtung, ohne Vertretung geblieben seien. FafiH,7MilliardenKehlbetrag im Reichshaushatt 1931. Die tentividltinfl der Neichöfinanzen im Rechnungsjahr 1931. Berlin, l.Junl. (WTB.) Nach Mitteilung des Reichsfinanzministeriums war am Ende des Rech- nungsjahres 1930 im Ordentlichen haushalt e i n Fehlbetrag von 1190 Millionen Mark vorhanden, von dem im Rechnungsjahr 1931 durch die außerordentliche Schuldentilgung 4 2 0 Millionen Mark abgeöerft worden sind. Das Rechnungsjahr 1931 bleibt somit mit einem Fehlbetrag aus 1930 in höhe von 770 Millionen Mark belastet, wozu ein neu entstandener Fehlbetrag von 449,1 Millionen Mark tritt, der sich aus einer Mindereinnahme von 115,7 und einer Mehrausgabe von 333,4 Millionen Mark zu- sammensetzt. Im Außerordentlichen haushalt betrugen im Rechnungsjahr 1931 die Einnahmen 21,7 und die Ausgaben 178,7 Millionen Mark. Die Ausgaben überfliegen also die Einnahmen um 151.6 Millionen Mark. Einschließlich früherer Fehlbeträge fehlte Ende 1931 beim Außerordentlichen haushalt noch Deckung für insgesamt 47 0,9 Mil- I i o n en M a r k. Da in absehbarer Zeit m i t einer Anleihe, bei der dieser Betrag in Rest zu stellen gewesen wäre, in dieser höhe nicht gerechnet werden kann, ist der gesamte Fehlbetrag des Außerordentlichen Haushalts Ende 1931 auf den Ordentlichen haushalt übernommen worden, so daß sich ein Gesamtfehlbetrag von 1 690,0 TtiHionen Mark für den Schluß des Rechnungsjahres ergibt, der nach den Vor- schriften der Reichshaushaltsordnung im Jahr; 1933 abzudecken ist, wenn nicht etwas anderes bestimmt wird. Adolf Hitlers Einnahmen. München. 1. Juni. (WTB ) Die Nationalsozialistische Parteikorresponden; veröffentlicht eine Erklärung von Rechtsanwalt Dr. Frank II, die sich mit einem Artikel der Siegener Volkszeitung vom 31. Mai über „Adolf Hitlers Einnahmen" befaßt. In der Erklärung heißt es, es fei unwahr, daß Adolf Hitler vom Verlag Franz Eher Nachf. in München jährlich 240 000 Mark beziehe. Adolf Hitler lebe von feinen Bücher- und Schrift- ft ellerhonoraren, die nur einen Bruchteil der genannten Summe ausmachen. Unwahr fei es, daß Adolf Hitler aus Derfammlungseinnah- men jährlich 200 000 Mark erhalte. Er decke seine Versammlungsreisen aus seinen persönlichen Bücher - und Schrift st ellerhono- raren und gebe davon noch so weit als möglich für Parteizwecke ab. Unwahr sei, daß Adolf Hitler als ..Parteifunktionär" ein Gehalt von jähr- Ich 18000 Mk. erhalte. Adolf Hitler beziehe überhaupt keinerlei Einnahmen von dec Partei. Unwahr sei. daß Adolf Hitler außerdem noch das Gehalt eines Regierungsrates beziehe. Sein gesamtes Gehalt lasse Adolf Hitler der Braunschweigischen Staatsbank zur Verteilung an ausgesteuerte Erwerbslose üderwei- s e n. Unwahr sei. daß Adolf Hitler vom Berliner Hotel ,Kaiserhos" für einen lOtägigen Aufenthalt eine Rechnung von annähernd 5000 Mark aus- fiefteUt wurde. Wahr fei, daß diese von der Permer Wochenschrift Welt am Montag veröffentlichte Rechnung eine Fälschung darstelle. Berlin, 2. Juni. (ENB.) Die Ernennung des Herrn v. Papen zum Reichskanzler wird von den Blättern ausführlich besprochen. Die „Germania" (Zentr.) schreibt u. a.: „Wenn auch das Kabinett von Papen, falls es zustande kommt, ausdrücklich als ein Uebergangskabinett zu bezeichnen fein wird, das durch eine Neuwahl die endgültige Klärung mit allen politischen Konsequenzen herbei- führen (oll, so wird es doch immer mehr fraglich, ob es selbst für diese sachlich und zeitlich beschränkte Mission eine kurzfristige parlamentarische Unter- stützung finden wird. In weitesten politischen Streifen wird sehr stark die Tatsache empfunden, daß in der sachlichen Entwicklung der Reichspolitik e i n Bruch eingetreten ist, und man hält ein lieber- gangskabinett nicht für geeignet, dieser Sachlage Rechnung zu tragen. Die ungeheuren Aus- Waben, vor denen die deutsche Politik innen und ußen steht, die durch den höchst unzeitigen Aus- bruch der Krise verhängnisvoll erschwert worden sind, vertragen keine irgendwie gearteten Zwischenlösungen. Ueberall wird deshalb der Wunsch nad) einer sofortigen Klärung laut, die es ermöglichen würde, denen die volle Verantwortung zukommen zu lassen, die zum Erwerb der politischen Macht a u f d i e Krise bingewirkt haben. Die Tatsache der Neuwahl ist ohnehin sicher, wenn auch der von dem neuen Kabinett etwa beabsichtigte Zeitpunkt noch völlig im Dunkeln liegt. Bei dieser »achlage dürfte es sich tatsächlich nicht empfehlen, die unvermeidliche Entscheidung des Volkes durch ein länger amtierendes Uebergangskabinett zu verzögern und noch nicht zu überwindende Entwicklungen zu belasten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß sich diese stari hcroortretende Tendenz zu rascher Entscheidung auch infofern durchsetzt, als das neue Kabinett, falls es überhaupt noch vor den Reichtag treten sollte, dort sofort gestürzt wird und in Konsequenz dieser Tatsache die Ausschreibung von Neuwahlen u n - verzüglich erfolgt. Der nationalsozialistische „Anarisf schreibt: Trotz seiner antimarristischen Abstempelung trägt das Kabinett den Charakter eines lieber- ganges sichtbarlich an sich. Bei seiner Bildung muhte rasch gehandelt werden, einmal, weil ja das Reich nicht ohne amtliche Vertretung den noch in diesem Monat fälligen Ereignissen der Lausanner Konferenz ent- gegensehen konnte, und zum zweiten, weil der Reichsetat, der noch vollkommen in der Luft hängt, bearbeitet und bereinigt werden muß. Diese Aufgaben wird das neue Kabinett vor allem zu lösen haben. Tritt es dem Reichstag Gegenüber, um sich ein Vertrauensvotum zu holen, o ist es von der Einstellung und Haltung der NSDAP, abhängig. Es_wird sich zeigen, ob das Kabinett sich dessen im Sinne der nationalsozialistischen Mindestforderungen bewußt ist. Der „I a g" (deutschnatl.) schreibt, das neue Kabinett sei nicht unterbaut durch eine parlamentarische Mehrheit, es ruhe auf dem Autoritätsbegriff Hindenburg und auf dem Funda- ment der deutschen Wehrmacht, das vielleicht die einzige feste Stütze in dem Wirrwarr unterer Tage bilde. Die Aufgabe der nationalsozialistischen Bewegung gegen die marxistische Novem- berfront und was sich chr anschließe, aus den Bezirken der Demokraten und des Zentrums, sei für die kommenden erbitterten Wahlkämpfe gegeben. Aus dieser Aufgabe folgere sich die Haltung zu der neuen Regierung selbst. Denn für den deutscher Der Fraktionssitzung war bereits eine Beratung des Fraktionsvorstandes vorange gangen. Da Reichskanzler Dr Brüning, auf dessen Teilnahme an der Sitzung der Vorstand Wert legte, infolge der Ereignisse der letzten Tage leicht erkrankt war, fand die Dorstandssitzung in der Reichskanzlei statt. Wegen der Indisposition von Dr. Brüning konnte dieser auch Herrn von Papen nicht persönlich empfangen, der heute vormittag in der Reichskanzlei er- schienen war und dann eine Unterredung mit Staatssekretär Dr. Pünder als Vertreter Dr. Brünings hatte. Auch dieBaynscheDolküpartei lehnt ab. Die Fraktionssitzung der Bayrischen Volks- Partei endete mit der Verkündung folgender Erklärung: Die Reichstagsfraktion der Bayrischen Volkspartei nahm einen ausführlichen Bericht des Fraktionsvorsitzenden über die gesamtpolitische Lage entgegen. Nach eingehender Aussprache wurde als einmütige Auffassung der Fraktion festgestellt, daß für ein Mitglied der Bayrischen Volkspartei eine aktive Beteiligung an einem lieber- gangskabinett von Papen nicht in y rag e kommt. Der bisherige Reichspostminisuu: Dr. Schäkel hat die Aufforderung, in das Kabinett von Papen einzutreten, abgelehnt. Das Zentrum lehnt die Zwischenlösung ab. Scharfe Erklärung zum Lturz Brünings. Berlin, 2. Juni. (DDZ.) Die Zentrumsfraktion des Reichstages nahm folgende Kundgebung an: Die Zentrumsfraktion hat eingehend Berichte über die neugefchaffene politische Lage entgegengenommen. Die Vorgänge der letzten Tuge, die zum Rücktritt des Kabinetts Brüning geführt und im Lande stärkstes Befremden hervorgerufen haben, fanden einmütige und schärfste Verurteilung. Unmittelbar vor zielsicher vorbereiteten internationalen Verhandlungen haben leichtfertige Intrigen oersassungsunverant- wörtlicher Personen hoffnungsvolle Linien einer in großen Zusammenhängen eingeleiteten nationalen Ausbaupolitik j ä h unterbrochen und den wirl- chastlichen und sozialen Existenzkampf aller Krup- >en des deutschen Volkes wesentlich c r • ch w e r t. Die Deutsche Zentrumspartei hat im Laufe der Geschichte immer wieder unter Selbstaufopferung politische Verantwortung übernommen und getragen. Sie hat es getan im Zeichen eln?? christlich- nationalen Staatspolitik und einer moralischen Auffassung des öffentlichen Lebens. Indem wir uns erneut zu diesen staatspolitischen Grundlagen de- kennen, verwerfen wir das monatelang geübte System unkontrollierbarer Treibereien und erklären, daß wir für alle hieraus sich ergebenden Erschwerungen unserer inneren Lage und äußeren Möglichkeiten jede Verantwortung ablehnen. Das mit dem Kabinettssturz unterbrochene außen- und innenpolitische Gesamtwerk soll nunmehr p o - litischen Experimenten ausgesetzt werden. Weil die Parteikräfte der Opposition sich wei- gern, politische Verantwortung mitzuübernehmen, werden Zwischenlösungen angestrebt. Solche Verlegenyeitslosungen sind keine „nationale Äon- xentration". Sie böten auch keinerlei Bürgschaft für Die Fortführung einer Außen- und Innenpolitik, wie sie die Zeitumstände gebieterisch verlangen. In einem Augenblick schwerster politischer Beunruhigung und politisch ungeeigneter Versuche hält es die Zentrumsfraktion für ihre Pflicht, eine Gesamtpolitik zu fordern, in der nationale Freiheit und Gleichberechtigung, entschlossener Kamps mit dem Kernproblem, der Arbeitslosigkeit, Sicherung unserer Währung, Erhaltung selbständiger Existen- zen in Handwerk, Handel, Gewerbe und Landwirtschaft, die Gewährleistung sozialer Grundrechte und Fürsorgemaßnahmen und volkstümliche Siedlungs- Politik Wesensbestandteile sind. Aus solcher lieber» zeugung heraus lehnt die Zentrumsfrak» tion die Zwischenlösung ab. Sie Regierungsbildung in Frankreich. Keine Beteiligung der Sozialisten. - Herriot spricht mit Botschafter v. Hoesch. Paris, I. Juni. (TU.) Die neue französische Kammer trat Mittwochnachmittag zu ihrer ersten Sitzung zusammen. Eine Reihe von Ministern hatte nur auf ihren Abgeordnetensitzen Platz genommen. Der Alterspräsident widmete dem ermordeten Staatspräsidenten Sou- in c r einen Rachruf und hielt dann die übliche Einführungsrede. Darauf wurde die Sitzung aus Freitag vertagt. Da überlieferungsgemäß der Staatspräsident zu Beginn der Regicrungsbildungsverhandlungen zunächst die Präsidenten des Senats und der Kammer empfängt, letzterer aber erst frühestens Frei- tagvormittag gewählt wird, können die Regie- rungsbildungsbcsprechungen nicht vor Freitagnachmittag eröffnet werden. In gut unterrichteten Kreisen glaubt man, daß Herriot neben dem Ministerpräsidium auch das Außen- Ministerium übernehmen wird. Ein Gerücht, wonach Herriot sich mit dem Außenministerium allein begnügen und die Leitung des Kabinetts dem Senator Steeg überlassen soll, ist kaum glaubhaft. Dem Sozialistischen Parteitag berichtete ß6on Blum über die Unterredung mit Herriot, in der dieser darauf hingewiesen habe, daß die Umstände nicht mehr die gleichen seien wie 1924, als die Unterstützung durch die Sozialisten für die übrigen Linksparteien erforderlich war. Leon Blum erklärte, wenn auch eine Verständigung über einige wenige Punkte des sozialistischen Programms möglich scheine, mache sich doch hinsichtlich der meisten anderen, namentlich wegen der Herabsetzung der Militärkredite, eine tiefgehende Meinungsverschiedenheit geltend. Der Kongreß nahm einstimmig eine Entschließung an, in der festgestellt wird, daß mit der gestrigen Entschließung der Radikalen die Besprechungen über die Regierungsbeteiligung der Sozialisten beendet sind. Der Parteitag habe feststellen müssen, daß die Antwort der Radikalen Partei die Einigung über die unverzüglichen Erfordernisse einer gemeinsamen Regierungsaktion unmöglich mache. * Der künftige Ministerpräsident Herriot hatte gestern eine Unterredung mit dem Botschafter do n Hoesch. „Petit Parisien" ist der Ansicht, die Demarche habe zweifellos einen doppelten Zweck gehabt. Einmal sollte der künftige französische Minister- Präsident und Außenminister von der Bildung des Kabinetts von Papen offiziell in Kenntnis gesetzt werden, und dann galt es, zu versuchen, in einem gewissen Maße die Beunruhigung zu zerstreuen, die die neuen Kombinationen, ihr Charakter und ihre st a r k e Rechtsorientierung besonders in links gerichteten Kreisen Frankreichs hervorgerufen hätte. In der Besprechung seien die Fragen der Lausanner Konferenz und die Haltung, die der Vertreter der. neuen deutschen Regierung dort einnehmen könnte, gleichfalls, angeschnitten worden. Von beiden Seiten sei jedenfalls größte Diskretion an den Tag gelegt worden, so daß man sich in allen diesen Fragen auf Mutmaßungen beschränken müsse, die jedoch, wie das Blatt hinzusügt, der Wirklichkeit entsprechen dürften. Aufmarsch zur Landlagswahl in Hessen. Oie nationale Einheitsliste. Darmstadt, 1. Juni. Bei einem Presseempfang, den die in der Rationalen Einheitsliste gesammelten bürgerlichen Parteien heute abend veranstaltet hatten, sprachen Bürgermeister a. D. Du x b a u m und Generalsekretär We11 ow. Das Ergebnis der Ausführungen der beiden Redner wurde u. a. wie folgt zusammengefaßt: Die bürgerliche Einigung in Hessen ging nicht nur von den Parteien aus, sondern wurde mit besonderem Rachdruck von den Wirtschaftsverbänden, also Handwerk, Kaufmannschaft, Industrie, Hausbesitz usw. betrieben. Wir sind uns bewußt, daß die Einheitsliste, an der jetzt Deutsche Dolks- partei, Landvolkpartei, Christlich-Sozialer Volks- dienst, Staatspartei, Wirtschaftspartei und Volks- rechtpartei beteiligt sind — wir hoffen auch auf die Unterstützung der Volkskonservativen —, nur einen Anfang darstellt. Aber es ist immerhin ein bedeutsamer Schritt nach vorn gemacht und wir möchten wünschen, daß die Oeffent- lichkeit ihn als etwas neues begrüßt. Die Einigung geschah auf einem Programm, das den Kampf gegen den Sozialismus jeder Prägung fordert. Das bedeutet d i e Front gegen die Sozialdemokratie, ein Kampf, bei dem keiner der Partner durch Rücksichten auf die Vergangenheit gehemmt ist. Das bedeutet natürlich auch den Kampf gegen d i e R a t i on a l so z i a l i st e n, die sich ja im Hessischen Landtag als ganz eindeutige Verfechter sozialistischer Auffassungen gezeigt haben. Es sei an die bolschewistischen Winter- beihilfeanträge erinnert, an den Antrag auf Verstaatlichung der Danken, an einen Antrag, der eine Höchstgrenze für die Gehälter festsehen wollte u. a m. Aus dem Kampf gegen den Sozialismus ergibt sich der Kampf für Eigentum und freie Wirtschaft, für bürgerliche Ehre und bürgerliche Rotwendigkeit, und damit auch der Kampf für die Stärkung bürgerlicher Anschauungen schlechthin. Wir haben dabei das reale Ziel, die Fraktion der Rationalen Einheitsliste in Hessen so stark zu machen, daß sie und nicht andere künftig die Schlüsselstellung inne hat. Die Kandidaten der Rationalen Einheitsliste werden morgen dem Landeswahlleiter nominiert. Die Liste umfaßt 50 Rainen: sie wird geführt von: Bürgermeister Dr. Riepoth, Schlitz: Landwirt Glaser, Rordheim: Lehrer G r e b, Weisenau: Obcrstudiendirektor Weiner, Offenbach: Schmiedemeister Rothnagel, Griesheim: Professor Dr. Ludwig Axt, Darmstadt: Fräulein Dirn bäum, Gießen: Schriftleiter Süh, Darmstadt: Bauunternehmer Gemünden, Ober- Ingelheim: Landwirt Siegerll.. Gronau: Bürgermeister a. D. B u x b a u m, Darmstadt, und Bankbeamter Lorenz, Gießen. Oie Oeuischnaiionalen. Frankfurt a. M., 1. Juni. In einer Der- treterversammlung der Deutschnationalcn Volks- Partei des Landesverbandes Hessen-Darmstadt führte der Listenführer, Amtsgerichtsrat Böhm (Bad-Rauheim) etwa folgendes aus . Weite Kreise des Hessenvolkes in Stadt und Land wissen den Deutschnationalen Dank für ihre eindeutige, klare Linie und sehen ihre Hoffnung auf sie als auf das alleinige Bollwerk des privatwirtschaftlich, denkenden Bürger- und Bauerntums. Als eine der erfreulichsten Tatsachen aber, deren Bedeutung für die Zukunft noch nicht abzuschätzen ist, muß verzeichnet werden, daß verdiente und an- gesehene Landwirtschaftsvertreter und Landvolkführer, wie die Abgeordneten Fenchel. Arras, Wolf und das Kreistagsmitglied Lutz (Kleinfelda), gleich zu Beginn des Wahlkampfes zu den Deutschnationalen gestoßen sind. Damit ist der Grund gelegt zu einer starken, einflußreichen Rechtspartei der Zukunft! Die Deutschnationalen bieten dem bodenständigen hessischen Bürger- und Bauerntum eine letzte Chance, wieder den Einfluß auf seine Geschicke zu gewinnen, der ihm gebührt. Das ist die Bedeutung dieser Hessenwahl! Wenn jeder das Gebot der Stunde begreift und seine Pflicht tut, dann muß es schon diesmal gelingen, den Deutschnationalen im Hessischen Landtag zur Irak- tionsstärke zu verhelfen! Der preußische Landtag vertagt sich bis Ende Juni. Eine ruhige Sitzung unter starken Sicherungsmaßnahmen. Berlin, 1. Juni. (VDZ.) Der Preußische Landtag, der.heute nachmittag wieder zu einer Plenarsitzung zusammentrat, ist auf Grund der Anordnungen des Präsidenten Kerrl außerordentlich stark gesichert worden durch Doppelposten von Beamten des Hauses an jeder Eingangspforte. Der Präsident hat angeordnet, daß die Tribünenbesucher auf Waffen durchsucht werden, um auch dadurch etwaige Störungsversuche, wie sie sich in der letzten Plenarsitzung ereigneten, von vornherein zu unterbinden. Für die nächsten Tage dürfen ferner Abgeordnete keineBesucher einführen. Mit Genehmigung des Präsidenten hält sich im Landtag auch die sog. Hauswache auf, die aus Kriminalpolizeibeamten besteht. Ein größeres Kontingent von Schutzpolizei ist in einem Hof in der Rähe des Landtagsgebäudes bereitgestellt. Abg Kasper (Komm.) wendet sich gegen die Absperrungsmaßnahmen des Präsidenten. Was die Waffenkontrolle bei ben Besuchern angehe, so habe nur noch gefehlt, daß das Publikum in Zukunft in der Badehose erscheinen müsse. Der Redner beantragt sofortige Entfernung der Polizei aus dem Hause. Präsident Kerrl erwidert, der kommuni- richte sich gegen Maßnahmen des Präsidenten, über die das Haus nicht ab- st ' rnm en könne. (Unruhe bei den Kommunisten.) Abg. K u b e (Rats.) nimmt Bezug auf Zusammenstöße beim Aufzug der Marinewache in Bersin und beantragt: „Der Landtag wolle beschließen: 1. Der schuldige Berliner Polizeipräsident Grzesinski wird sofort entlassen. 2. Der verantwortliche Polizeikommandeur Heimanns- £ er 9 wird sofort vor ein Disziplinargericht gestellt. 3. Sie schuldigen Offiziere und Mannschaf ten werden sofort des Dienstes enthoben und vor einen preußischen Richter geführt. Der Antrag wird mit der politischen Aussprache verbunden. Auf Antrag der Rational- soLialisten werden zwei Untersuch ungsaus- s ch ü s f e mit je 29 Mitgliedern eingesetzt, die Be - schwer den über die preußische Poli- zei und Rechtspflege nachprüfen sollen. Zur Beratung stehen dann k o m in u n i st i s ch e Anträge auf Aufhebung der Kürzungen der Wohlfahrts- und s o n st i g e n Unter ft Übungen, sokvie auf Durchführung oon Maßnahmen zur Arbeitsbeschaffung. Abg. Schwenk (Komm.) begründet die Anträge. Üeberall im Lande herrsche die Empörung der.Massen gegen die Not und Unterdrückung. Die Hungerrevolten seien ein neues Flammenzeichen dafür, daß die Erwerbslosen gegen die herrschende Gesellschaftsordnung aufstehen, die ihnen das Lebensrecht abspreche. Abg. Frau Hanna (Soz.) tritt für Arbeitszeitkürzung ein und betont, daß man mit dem Geschrei von einer bevorstehenden Inflation nicht einfach olle Geldbeschaffungspläne abtun könne, die wie die Idee einer Prämienanleihe der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit gelten. Abg. Lohse (Rats.) erklärt, daß die National- sozialisten die Anträge zur Erwerbslosenfrage in Verbindung mit der Kritik an der bisherigen Re- gierung im Rahmen der politischen Aussprache erörtern wollten. Abg. Hebborn (Z.) bedauert die Kürzung der Unterstützungssätze. Die Mittel für die Aermsten der 'Armen mußten auch ig dieser Zeit unter allen Umstanden beschafft werden. Die Gemeindefinanzen sind durch die Wohlfahrtsausgaben völlig ruiniert worden. Die wichtige Frage der Schaffung von Ar- beitsgelegenheit wollen wir mit allein Ernst aufnehmen. Wir müssen uns aber klar sein, daß Not- standsarbeiten sehr viel teurer kommen als die Unterstützung der Erwerbslosen. Dor allem sollten bei der Arbeitsbeschaffung solche Arbeiten bevorzugt werden, bei denen möglichst viel Handarbeiter beschäftigt werden können, wie beim Wohnungsbau, Landgewinnung, Kanalbauten usw. Wenn Privatunternehmer solche Bauten ausführen, müssen ihnen Krediterleichterungen gewährt werden, besonders den Klein- und Mittelbetrieben. Es hat sich heraus- QcfteUt, daß Klein, und Mittelbetriebe gegenüber den Krisenstandserscheinungen widerstandsfähiger Schanghai von den Japanern geräumt. Schanghai, l.Iuni. Am Dienstag wurde der Rest der in Schanghai verbliebenen japanischen Streitkräfte, die bei dem Kampf gegen die Chinesen eingesetzt worden waren, in d r e i T ransport- Kämpfern nach Japan eingeschifft. Damit ist die Räumung Schanghais von japanischen Truppen vollzogen. In Schanghai verbleiben nunmehr lediglich 100 Polizisten und 2500 Seesoldaten. Ein Teil der japanischen Truppen geht nach der Mandschurei, um an der von General Honjo durchgefiihrten Strafexpedition gegen d i e chinesischen Freischärler teilzunehmen. Die geräumten Gebiete in der Umgebung Schanghais werden nunmehr von chinesischen Polizei- kräften aus Peking und Nanking kontrolliert. Jlcue Unruhen in Hamborn. Im Stadtteil Marxloh machten größere Ansammlungen ein Einschreiten der Polizei erforderlich Uni das Vordringen der Beamten zu verhindern, hatten die Demonstranten mehrere große' Mülltonnen auf die Straße g e'ft ellt Mit Steinwürfen und „Nieder!"-Rufen wurden die Beamten empfangen. In den späten Abendstunden 1 Gorguloff für den Präsidentenmord verantwortlich. Paris, l.Iuni. Die drei Aerzte, die den Auftrag erhalten hatten, den Mörder des französischen Staatspräsidenten auf seinen Geisteszustand zu untersuchen, haben einstimmig erklärt, daß Gorguloff für seine Tat voll verantwortlich gemacht werden müsse. Das Verbrechen, das er begangen habe, sei nicht unter dem Einfluß einer geiftigen Störung, so wie sie das Gesetz vorsehe, geschehen. Gorguloff weise keinerlei Merkmale auf, die seine Verantwortlichkeit abschwächten. Er' müsse vielmehr als voll verantwortlich angesehen werden. Aeue Steuern und Sparmaßnahmen in Amerika. Washington, l.Iuni. (WTB.) Im Senat wurde das neue Steuerprogramm mit 72 gegen 11 Stimmen angenommen, das einen Betrag von 1 0 0 0 Millionen Dollar bringen soll. Außerdem hat der Senat eine Resolution gefaßt, die gemäß einer von einer Unterkommission aus- gearbeiteten Vorlage eine Herabsetzung aller Beamten gehälter um 10 Prozent vorsieht und zwar ohne Ausnahme. Damit ist der Hauptschritt zur Ausführung des Sparprogramms geschehen, dem eine Reduktion d e r Regierung s a u 5 g a b e n um 2 3 8 Millionen Dollars folgen soll, d. h. um denselben Betrag, den die verschiedenen Kriegsschuldenzahlungen aus- machen würden. Die in das Programm einbezogene Umsatzsteuer ist eine Steuer von 5 Cents auf Einhundertdollarumsätze im Terminverkehr an den Warenbörsen. Französische Sabotage in Gens. Der deutsche Vertreter stellt die Mitarbeit im Lustfahrtunterausschntz ein. Genf, l.Iuni. (WTD.) Der Unterausschuß des Luftfahrtsau'sschusses trat heute nachmittag zur Beratung eines französischen Entschließungsentwurfes, in dem der Angriffscharakter der Flugzeuge auf Grund ihrer Wirksamkeit gegen die nationalen Festungen beurteilt werden soll, zusammen. Rach diesem Kriterium würden fast sämtliche Militärflugzeuge überhaupt keinen Offensiv- ch a r a k t e r haben. Da der französische Vertreter es mehrfach ablehnte, in seinen Ent- schließungsentwurf die Vorbehalte der deutschen Delegation aufzunehmen, die vom Standpunkt der abgerüsteten Länder gestellt werden, verzichtete der deutsche Delegierte an der weiteren Mitarbeit in diesem Tlnterausschuß und behielt sich einen G e- neralvorbehalt zu der französischen Resolution vor. Aussichten für Freitag: Vielfach aufheiternd, warm und trocken. Lufttemperaturen am l.Iuni: mittags 16,1 Grad Celsius, abends 12,1 Grad: am 2. Juni: morgens 11,7 Grad. Maximum 17 Grad, Minimum 6 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am l.Iuni: abends 16,4 Grad: am 2. Juni: morgens 12,4 Grad Celsius. — Niederschläge 0,3 mm. — Sonnenscheindauer 2% Stunden. Aus aller Welt Trauerfeier am deutschen Kriegergrab in Sfagen. Eine aus vier Booten bestehende deutsche Torpedobootsflottille lief im Hafen von Sfagen ein. Um 11 Uhr marschierten Matrosen und Offiziere nach dem Kirchhof von Skagen, wo Kapitän Metren eine Ansprache hielt, und einen Kranz am deutschen Kriegergrab niederlegte. Hitler Ehrenbürger in zwölf waldeckfchen Gemeinden. Wie die Gau-Pressestelle der NSDAP, mitteilt, haben die Gemeinderäte folgender waldeckscher Gemeinden beschlossen, Hitler das Ehrenbürger- recht zu verleihen: Villingen, Schwalefeld, (Sieb- ringhausen, Nieder-Werbe und Ober-Werbe, Sachsenhausen, Mainringhausen, Freienhagen, Dehring. Hausen, Armsfeld, Königshagen und Alraft. Mieder kommunistische Ausschreitungen in Wuppertal. In den späten Abendstunden kam es wiederum zu Ausschreitungen. Eine von den Rationalsozialisten cinberufene Versammlung gab Anlaß zu Gcgenkundgebungen linksradikaler Kreise. Eine große Menschenmenge belagerte das Versammlungslokal und machte Anstalten, in die Räumlichkeiten einzudringen. Als die Polizei die Menge zerstreuen wollte, wurde sie beschossen. Die Beamten erwiderten das Feuer, wodurch eine Person durch einen Oberschenkelschuh schwer verletzt wurde. 96 Personen wurden zwangsgestellt. Von bisher noch unbekannten Tätern wurden im Stadtteil Barmen 15 Straßenlaternen zertrümmert. Wettervoraussage. Die Luftdruckoerteilung ist über Europa zur Zeit ziemlich ausgeglichen. Das Tief über Frankreich be- fitjt feine große Energie und wird mehr südlich ab- gedrängt, lieber Deutschland hat sich durch geringen irometeranftieg eine schmale Hochdruckbrücke gebildet, die das Jslandhoch mit dem südöstlichen Hoch verbindet. In ihrem Bereich ist infolge absinkender Luftmassen sehr schnell Besserung und Aufheiterung eingetreten. Da in Mittel- und Westdeutschland meistens nordöstliche Winde wehen, wird das schone Wetter zunächst erhalten bleiben. Die starke Sonnenstrahlung bewirkt dabei tagsüber eine rasche Temperaturzunahme. wurden mehrere Schaufensterscheiben eines Lebensmittelgeschäftes eingeworfen. Die Menge plünderte die Warenbestände. Als die Polizei einschrsit, wurde sie mit Steinen beworfen und auch beschossen, worauf die Beamten das Feuer erwiderten. Plünderungen in Essen. Etwa 20 Männer drangen in die Konsum- Anstalt Wohlfahrt in der Zechenstrahe in® ff en- Schonnebeck ein und entwendeten Fleisch, Speck, Schinken und Wurst. Kurz darauf zog ein Trupp junger Burschen durch die Langenhorster Straße in Essen-Altenessen und plünderte dort nacheinander die Konsumanstalt der Köln- Reuessener Bergwerksgesellschaft, die Konsumanstalt Eintracht und das Derkaufslokal der Firma Kemmler. Zehn Plünderer wurden f e ft- genommen. Königs, und Vismarckhülle können die Löhne nicht auszahlen. Die Verwaltung der Königshütte in Kattowitz hat den Beamten und Arbeitern mitgeteilt, daß die Gehälter und Löhne für den Monat Mai nicht mehr zur Auszahlung gelangen können. Einer Abordnung der Arbeiterschaft wurde von der Direktion mitgeteilt, dah.die Auszahlung erst dann erfolgen kann, wenn die Hütte Bargeld erhält. Auch die Bismarckshütte ist mit der Zahlung der Gehälter noch rückstän- d i g. Bisher find nur 30 v. H. der Bezüge für den Monat April ausgezahlt worden. Die Direktion erklärte, daß sie für 300000 Pfund Sowjetwechsel besitze, die sie aber nicht realisieren könne. Die Amtsenthebung des braunschweigischen Hochschulrektors. Die Einleitung des förmlichen Dienststrafverfahrens mit dem Ziel der Dienstentlassung gegen den Rektor der Technischen Hochschule Braunschweig, Professor Dr.-Ing. Schmitz, dürfte im Zusammen- hang stehen mit der Tätigkeit des Professors Schmitz als Gutachter für Konstruktionen für eine auswärtige Macht, die sich die Dienste des Mathematikers und Ballistikers Professor Schmitz gesichert haben soll. Professor Schmitz hat seinerzeit seine Berufung nach Rußland ab- gelehnt, soll aber Konstruktionen angefertigt haben, und zwar in den Arbeitsstätten der Hochschule. Aus dieser Tätigkeit sollen sich Differenzen mit dem Reichsarbeitsministerium ergeben haben. Zwei Tote infolge Brandstiftung. Wie die Gendarmerie feftgefteUt hat, brach zwei- fellos infolge Brandstiftung im Anwesen des Tischlerehepaares Kießling in Lösten (Oberfranken) vermutlich zuerst in der Scheune Feuer aus. Mit großer Schnelligkeit griff der Brand auf das mit Stroh bedeckte W o h n Haus Tiber. Während die Frau und der 17jährige Sohn durch einen Sprung aus bem Fenster s i ch retteten, versuchten der Tischler und der 14jährige Sohn einen auf dem Boden stehenden Wäschekoffer in Sicherheit zu bringen. Dabei dürften beide i qi Rauch e r ft i cf t fein. Ihre Leichen wurden vollständig verkohlt aufgefunden. Der 17jährige Sohn erlitt schwere Brandwunden und mußte ins Krankenhaus geschafft werden. Ein dreifacher Meuchelmord vor Gericht. Vor der Strafkammer Ro e r m o n d (Holland) be- aann das gerichtliche Nachspiel zu dem dreifachen Meuchelmord von Putbroek. Die beiden Angeklagten Förster van der Elz en aus Posterholt und sein Sohn, die im Verdacht stehen, vor einem halben Jahr in den Annöndaelschen Waldungen an der deut- schen Grenze drei junge Leute aus dem Hinterhalt niedergeschossen zu hoben, leugnen alles ab, so daß der von dem chemi- schen Sachverständigen erstattete Be- richt als die einzig wirklich greifbare Handhabe gilt. Der Sachverständige hat verschiedene, dem An- geklagten gehörende Gegenstände genau untersucht. Dabei hat er auf mehreren Kleidungs- ftüden Bluts pur en gefunden, die vergebens unter roten Tintenflecken zu verbergen versucht waren. Weiter wurde in den Leichnamen der Ermordeten eine bestimmte Patronensorte gefunden, die nur von dem Förster van der Elzen benutzt wurde. Das 50jährige Bestehen des Gotthard-Tunnels. Das Jubiläum des 50jährigen Bestehens des Gotthard-Tunnels wurde mit einem offiziellen Festakt in Luzern begangen. Die Festansprache hielt der Vorsteher des eidgenössischen Bahn- und Post- bepartements, Bundesrat Pilet, der auf die europäische Bedeutung des Gotthard-Tunnels hinwies und sein Glas auf das Wohl des Reichspräsidenten von Hindenburg und des Königs von Italien leerte. Ministerialrat Knaus, der 'Chef des technischen Dienstes im Reichsverkehrsministerium in Berlin, überbrachte die Grüße der Reichsregierung und der Deutschen Reichsbahn. Namens der italienischen Regierung sprach der Unterstaatssekretär im 23er- fehrsministerium, Benovaria. Das Schicksal eines Fremdenlegionärs. Bor fünf Jahren trat ein 20jähriger Mann au8 Thiergarten bei Hermeskeil im Hunsrück in die Fremdenlegion ein. Alle Bemühungen der Eltern, ihren Sohn wieder frei zu bekommen, schlugen fehl. Im März dieses Jahres sollte er nach Ablauf seiner Dienstzeit wieder nach Hause zurückkehren. Die Eltern warteten aber vergebens auf die Rückkehr des Sohnes. Jetzt haben sie von der französischen Behörde die Rach- richt erhalten,.daß ihr Sohn bereits im Januar in einem Gefecht gefallen ist. Schließung der Zigarrenfabrik Henry Elay? Wie Havas aus Havanna meldet, soll die bekannte Zigarrenfabrik Henry Clay die Schließung ihrer Fabrik planen. Dadurch würden 20 000 Arbeiter brotlos werden. sind als Großbetriebe. An der Frage der Verkürzung der Arbeitszeit werden wir nicht vorbeikommen. Durch Ausdehnung des freiwilligen Arbeitsdienstes ist es sehr wohl möglich, diese Leute in produktive Arbeit zu bringen. Abg. Rässer (Sn.) spricht von der Schuld des Nooembersystems an der Erwerbslosigkeit und am finanziellen und politischen Zusammenbruch. Bei den Maßnahmen gegen die Erwerbslosigkeit müsse man vor allem gegen den Versailler Vertrag vorgehen. Unsere finanzielle Auspressung müsse ein Ende haben. Sodann müsse die Landwirtschaft wieder rentabel gemacht werden. Die kommunistischen Anträge, die der Debatte zugrunde lagen, gehen an den Hauptausschuß. — Das Haus vertagt sich auf Donnerstag. Nach dem Be- ratungsplan wird die politische Aussprache voraus- sichtlich durch die Abstimmungen am Freitagnach- mittag ihr Ergebnis finden. Der Landtag wird sich dann bis Dienstag, 21. Juni, vertagen. Aus der provknzialhaupiffadi. Siehrn, den 2. Sunt 1932. Schuh den Vögeln! lieber den Wert der Feldbereinigunaen soll hier nicht gesprochen werden. Eins aber ist sicher, daß in vielen Gegenden einzelstehenbc Sträucher und Hecken, die an Rainen mitten im falbe wuchsen, verschwunden sind Auch die Caubgebolzc an den in vielen Windungen laufenden kleinen Wiesenbächen sind nicht mehr. Da ist es fein Wunder, wenn bie Singvogel, besonders die Höhlenbrüter, abnehmen. Und wie lehr haben wir sie notig im Kampfe gegen die Schädlinge in der Landwirtschaft und im Obst- bau. , ($» ist deshalb zu begrüßen, daß in der letztgen Zeit der Rotstandsarbeiten viele Gemeinden ihr Augenmerk auch auf die Reupslanzungen von Hecken richten. Die Kreisoerwaltung ging ja vor etwa 25 Jahren mit gutem Beispiel voran, indem sie an den Kreisstraßen künstliche Hecken und damit Risdgelegenheiten für die Vögel schuf. Bei der Anlage der vielen Sportplätze, die zur Zeit überall erstehen, kann man sehr gut auch an die Heckenpslanzungen denken. Ob man sic als_ Umzäunung wählt, oder als Abschluß der beiden Stirn, feiten i|t ziemlich gleichgültig. Die Hauptsache ist, daß überhaupt Hecken angepflan-zt werden. Cs sind schon Befürchtungen laut geworden, daß durch den Lärm, der ja oft auf Sportplätzen und in deren näheren Umgeltung herrscht, die Bogel dort vertrieben würden. Da» gilt wohl für einige Vogel- arten. Im allgemeinen gewöhnen sich aber die kleinen Sänger lehr rasch auch an Lärm und Geräusche. Sie finden bald von selbst heraus, daß ihnen das nichts tut. Da außerdem bei der Herrichtung von Sportplätzen, die ja meistens dort angelegt werden, wo sich minderwertiges Land, ober gar Deblanb behöbet, bas des öfteren schon von Unterholz usw. überwuchert ist, manches Strauchwerk umgehauen wirb, ergibt sich ganz von selbst die Rotwenbigkeit, daß wir an Neuanpflanzungen benfen. Auch bei ber Anlage von Friebhöfen erinnern wir uns ber Vögel. J)ier finden sie einen ^Ort. an dem sie ungestört brüten und ihre Jungen aufziehen können. Es sollte feinen Friedhof geben, der nicht mit einer Hecke umgeben, ober sonstwie mit zahlreichen Sträuchern bepflanzt ist. In Zukunft müssen diese Ristgelegenheiten natürlich unter den besonderen Schutz der Bevölkerung gestellt werden. Schule und Elternhaus haben hier eine wichtige Ausgabe, bie Jugend darauf ausmerk- tarn zu machen, wie wertvoll Hecken für unsere einheimischen Bügel sind. Es darf nicht Vorkommen, daß sich die Knaben an freien Nachmittagen dort ihre Stecken abschneiden und bie jungen Pflänzchen ausreiben. Alle Felbschützen sollten hier scharf acht- geben. Gewiß geschieht schon in vielen Hausgärten mancherlei, um die Vögel anzulocken, unb wenn sie da sind, sie auch zu schützen und ihnen den Aufenthalt lieb und vertraut zu machen. Das Aushängen von Nistkasten soll hier erwähnt werden. Wie oft finben. roir auch m unfern Himbeeren, oder andern Sträu-' chern Nester von Singvögeln. Wenn wir den Komposthaufen mit einer Hecke umpflanzen, wenn wir viel Platz haben und statt der langweiligen Latten- ober Draht)äunc eine lebendige Hecke wählen, helfen wir noch mehr, als wenn wir Nistkasten aufhangen. Die Vogel ziehen immer noch natürliche Brutge- legenljeiten den künstlichen vor. Leider vertreiben in vielen Gärten bie Sperlinge unsere Singvögel, indem sic Besitz von den Brutstätten nehmen Wir müssen deshalb gerade den Sperlingen den Kamps ansagen, auch schon deshalb, weil sie im Garten beträchtlichen Schaden anrichten können. Ein gefährlicher Feind unserer Singvögel ist auch die Katze. Zur Brut- und Auszuchtzeit müssen wir auf sic besonders achtgcben. Cine Katze gehört ins Haus, in die Scheune oder in den Keller, nicht aber in den (Barten. Wenn Nester auf Obstbäumen sind, werden die Stämme mit einem Dlechgürtcl, aus dein fingerlange Eisenspitzen hervorragen, umgeben. Das schützt schon gut. Aber es gibt auch brauchbare Katzenfallen. Zum Gewehr braucht man nicht immer zu greifen. Bei den ersten Flugversuchen kommt es häufig vor, daß die jungen Vögelchen aus dem Neste oder vom Baume fallen. Man soll diese Tierchen nicht ins Zimmer nehmen und aufziehen wollen. Das besorgen die alten Bügel viel besser Wir setzen sie des- halb, damit sie nicht von Raubtieren geholt werden, bchutsaoi aus einen Strauch ober einen Baum. Die Eltern kommen bann schon herbei und sorgen für das weitere Fortkommen. Wenn wir nicht müde werben, unsere Kinder immer und immer wieder auf den ungeheuren Nutzen der Singvögel hinzuweisen, wenn wir sie mitnehmen und lauschen lasten, wie schön die Tierchen an den frühen Sommermorgen fingen, bann werden wir auch hier Erfolge sehen. B. KurzschulungStagung des D(5 in Gießen. Tom Gesamtausschuß der Gießener Studenten- schast wird uns mitgctcilt: Der Gießener LVE. hatte seine Angehörigen zu einer Kurzschulungstagung zusammenberufen, zu der eine Reihe bekannter hochschulpolitischer Kräfte aus dem TT. ihre Mitwirkung zugesagt hatte. Die Tagung wurde durch einen Vortrag von TerbindungSbrndcr Dr. Jüngst (Gießen) über .Mooller van den Bruck" eröffnet, dessen Werke die geistige Grundlage für die gesamte nationalistische Bewegung in Deutschland bilden. An Hand von Proben auS seinem Werk, dem.Dritten Reich", zeigte Dr. Jüngst die Zusammenhänge, die noch heute seine Gedankengänge lcbenswarm erscheinen lassen. Verb-Bruder Moritz (Daroma-Marburg), sprach über die Entwicklung und die Aufgaben einer Deutschen Studentenschaft. Er führte aus. daß aus dem Fronterlebnis von 1918 heraus die Deutsche Studentenschaft gegründet wurde. Obwohl diese von Anfang an auf einem großdcut- schen Gedanken aufgebaut war, war sie doch nicht politisch aktiv wie heute. Erst der Terrat an den Freikorps und der Kamps des Kultusministers Becker gegen den grobdeutschen Ausbau hätten in die Deutsche Stadentenschast eine kämpferische politische Haltung hineingetragen. Wenn auch leider nach diesen Auseinandersetzungen mehr die „gewerkschaftlich" eingestellten Elemente in der Deutschen Studentenschaft zur Führung gekommen seien, so könne doch heute mit Befriedigung festgestellt werden, daß die politischen Kräfte stch wieder durchgesetzt haben. Der DE. habe sich zur Mitarbeit an dieser politischen Deutschen Studentenschaft durch älebernahme deS zweiten Vor- sitzes bereiterklärt, nachdem die liberalen Kräfte aus der Führung ausgeschieden seien Die Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Stu- Wie werde ich Roikreuzmann? ... Merkwürdige Frage! Den könnte sie inler- elfteren in einer Zeit, öa lebet Einzelne reichlich mit sich allein zu tun hat, unb sei es gezwungener- maßen durch — Arbeitslosigkeit. Gerade deshalb'. Denn dem Einen zeigt die Beantwortung biejer Frage den ibeulen Ausweg ous ben Gefahren beruflicher Einseitigkeit unb rein materieller Lebensauffassung, dem Anbcren kann sie eine Befreiung vom ewigen Grübeln üver unverschuldete Ausschaltung aus dem Erwerbsleben sein. In der Rotkreuzarbeit am bekanntesten unb volkstümlichsten ist bie Tätigkeit ber Sanitätsko- tonnen vom Roten Kreuz, deren schlichte graue Diensttracht aus unserem Volksleben gar nicht mehr wegzubenken ist. Besonbers in mittleren unb Heineren Orten spielen sie eine überaus wichtige Rolle in ber „Ersten Hilfe" bei Unfällen im Verkehr, in Betrieben, im Hause, in ber Abwehr von Seuchen, bei Gasgefahr unb in taufenb anderen Fällen, in benen ber hilfsbedürftige Mensch auf ben Beistand des geschulten Helfers angetu ist. Wie wenigen ist bekannt, daß diese graue Ijerschar, die uns in allen Tellen des Reick^s begegnet, die bei Katastrophen durch Feuer, Master, Schlagwetter, Schnee unb Eis, auf Eisenbahn unb Wasserstraßen immer zur Stelle ist, mehr als 120 000 Kopfe zählt? Eine ungeheure Jofiale unb volkswirtschaftliche De- bcutung wohnt ihrem Wirken inne, das jährlich hunberttaujenbe Unfallverletzter vor Krankheit, Arbeitsunfähigkeit unb Verkrüppelung bewahrt. Sie alle verrichten ihren Dienst ehrenamllick; als eine Verpflichtung am Icibenbcn Nächsten. Wie w^rde ich Rolkreuzmann? In der Satzung der Sanfiatstolonncn heißt es: „Ordentliche Mitglieder können nur Männer werden, die deutscher Staatsangehörigkeit find, das 18. Lebensjahr voll- endet haben, im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte, unbescholten, frei von übertragbaren Krankheiten, auch nach ihren körperlichen, geistigen und sittlichen Eigenschaften für den Dienst in ber freiwilligen Krankenpflege durchaus geeignet stnb und bie erforderliche Ausbildung nachgewiejen haben. Die Mitglieder werben kostenfrei ausgebildet, und zwar unter ärztlicher Aufsicht nach ben von dem Lanbesoerein erlassenen Borschriften, die eine einheitliche Ausbildung erstreben. Die theoretische Ausbildung umfaßt mindestens 12 Doppelstunden. Der Unterrichtsplan ioll u.a. enthalten: Die Entwicklung und Organisation des Roten Kreuzes, die Lehre vom gefunden unb kranken Menschen, die CFrfte flitfe bei Unfällen, die Krankenbeförberung, Seuchen- befämpfung. Krankenpflege unb bergt ' Alle fönst wistenswerten Einzelheiten werden jedem Interessenten gern von dem Borstande ber nächsten örtlichen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz bekanntgegeben. Deren Geschäftsstelle ist zumeist durch bie Polizeireviere, Aerzte unb Bahnhossvor- stände zu erfahren, falls nicht Abreh- ober Fern- Iprechbucher, Hinweisschilder usw. ben nötigen Aufschluß geben. (Die Gießener Freiwillige sanitats- folonnc vom Roten Kreuz steht unter ber Leitung bcs Kolonnenführers Kratz) Das Werk bes Roten Kreuzes stellt in unserer aufgeregten Zeit eine juflucht bar. Dem Rotkreuz- mann gilt nichts als helfen: er fragt weder seinen Kameraden noch den von ihm betreuten Hilfs- bebürfiigen nach Stand, Partei unb Bekenntnis. Er hilft unb leistet damit nach seinen Kräften den besten Dienst am Volke. . Der Rotkreuztag, der am Sonntag, 12 Juni, in allen Teilen des Reiches unb auch in Gießen veranstaltet wird, bietet Gelegenheit, sich über bie Tätigkeit unb den Dienst ber Sanitätskolonnen des Roten Kreuzes«zu unterrichten. Wer nicht prak- tifch babei mitarbeiten kann, ber trage zur Aufrechterhaltung der Einrichtungen dieses uneigennützigen unb optervollen Dienstes wenigstens burch eine Spenbe für bie Sammlung -am Rotkreuztage bei. dentenbund würde den BC. nicht hindern, sich mit ihm auf einer geistig-politischen Ebene aus- einanderzusetzen. Es komme dem BE. nicht nur auf Mitarbeit, sondern auf den Reubau der Deutschen Studentenschaft unter Wahrung des groß- deutschen Gedankens an. Dieser Rcubau föim» nur organisch gestaltet werden, er müsse aus- gehcn von den an der Hochschule gewachsenen, politischen Männerbünden. Anschließend sprach Derbindungsbruder GI o m - bowski (Hohenzollcrn-Berlin), über die »Erneuerung der studentischen Korporation": Die akademische Jugend wolle in neuen Lebensformen in Verbindung mit der geschichtlichen äleberliefe- rung neu aufbauen. Das könne nur auf die Politisierung des studentischen Berbindungslebens gerichtet fein. Sie stelle damit lediglich die geschichtliche Entwicklung her, die um die Zeit der Reichsgründung abgebrochen sei. Aus den alten „nationcs“ führe über die Arburschenschaften der Weg zu einem neuen Lebensstil soldatischer Prägung. Der freie Bursch, die auf deutscher Dolks- tumsgrundlage aufgebaute Ehrauffassung, die Jahnschen Gedankengänge von der deutschen Tur- nerei leiten hier den DE. in seiner Erziehungsarbeit. Alle Institute des Berbindungslebens mühten wieder ihren Sinn erhalten. Dann werde die studentische Verbindung ihre politische Aufgabe als Männerbund gegenüber der Ration gerecht werden. —' Der Abend führte die Turner- schäften zu einer Kundgebung zusammen, auf der Verbindungsbruder Glombowski über die Ostfrage sprach. Da Polen den kulturellen Wert des Deutschtums anzuerkennen gezwungen ist und der SlawismuS auch nicht annähernd einen Ersatz dafür bieten könne, würde mit den schwersten Ge- waltmahnahmen versucht, das Deutschtum aus- zurotten Es gelte jetzt mehr denn je die Augen offen zu halten, denn der deutsche Osten sei die Schicksalsfrage der deutschen Ration geworden. Zum Schluß faßte der Leiter der Schulungstagung, Verbindungsbruder Hanns Wehr- f r i tz (Ghibellinia-München), noch einmal Sinn und Zweck der Vorträge zusammen, die gesamte Arbeit des VT. sei Dienst am Daterlande. Mit dem Deutschlandliede sand die Tagung ihr Ende. Vermehrter Tier- und Pflanzenschutz in Hessen. Der Minister des Innern hat Bestimmungen erlassen, bie eine Reihe von seltenen, ober schonungs- bedürftigen Tier- unb Pflanzenarten im gesamten Volksstaat Hessen für bas ganze Jahr dem Schutz unterstellt. U. a. fallen unter die Schutzbestimmun- gen sämlliche Schlangenarten, die große grüne Eidechse, der Hirschkäfer, der schwarze Apollo, alle in Europa einheimischen wildlebenden Vogelarten, mit Ausnahme der jagdbaren Vogelckrten und der Wasserhühner, Taucher, Säger, Rabenkrähen, Saat- krähen, Nebelkrähen, Elstern, Eichelhähern, Haus- unb Feldsperlinge. Verboten ist die Verwendung von Fanggeräten, die auf Pfählen, Bäumen oder andern ausragenden Gegenständen, ober aus Bodenerhebungen angebracht sind, die Aufstellung von Habichtskorben, das Anbieten von Vogelleim ober von Dogelfanggeräten, der Schrotschuß unb das Auslegen von Giftmitteln außerhalb von Gebäuden, ober außerhalb des sonstigen umfriedigten Besitztums. Weiter ist das Ausgraben, Ausreißen usw. der folgenden Pflanzen verboten: Bergwohlverleih, Küchenschelle, Frühlingsadonis und Trollblume. Das von Präparatoren, Ausstopfern, Naturalien- Händlern und Inhabern zoologischer Handlungen zu führende Verzeichnis muß Namen, Wohnort unb Wohnung des Einlieferers und Empfängers und den Tag des Zu- und Abgangs usw. enthalten. Die Polizeiverordnungen zum Schutze der im Gebiet des Lampertheimer Altrheins wachsenden Wasierpflan- zen, der Wasserpflanzen im Stockstadt Erselber Altrhein, her Mainzer Sandflora unb der Pflanzen im sog. Hengster werden inforoeit von den neuen Bestimmungen nicht berührt, als sie weitergehende Verbote und Anordnungen enthalten. Gictzcncr Wochcnmcrrktpreisc. * Gießen. 2. Juni. Es kosteten auf dem heutigen Wochenmarkt das Pfund: Kochbutter 100, Süßrahmbutter 130. Landbutter 120 bis 130, matte 25 bis 30. Wirsing, neue 18 bis 23. rote Rüben 10 bis 12. Spinat 10 bi« 12. Römftchkohl 10 bis 12. Bohnen 50 bis 55. Spargel 30 6'8 55. Erbsen AO biS 35. Mischgemüse 10 bis 12. Tomaten 60 biS 70. Zwiebeln 15, Meerrettich 30 bis 60, Rhabarber 8 bis 10. Kartoffeln 4.5, Aepfel 10 bis 20. Dörrobst 25 bis 30. Kirschen 60 bis 70, Erdbeeren 103 bis 160. Honig 40 bis 45. junge Hähne 80 bis 90, Suppenhühner 70 bis 80; da» Sjück Tauben 50 bis 70. Eier 7 (10 Stück 65), Blumenkohl 30 bis 70. Salat 8 bis 10, Salatgurken 40 bis 60, Ober-Kohlrabi 10 bis 15, Lauch 5 bi» 10, Rettich 15 bi« 20. Sellerie 10 bi« 30. Käse 5 bis 10; da« Bund: gelbe Rüben 18 bi« 20, Radieschen 10 bi« 15 Pfennig; der Zentner. Kartoffeln 3,80 bi« 4 Mark. Bornotizen. — TageSkalender fürDonnerStap: Gießener GaS-Dereinigung. 20 Uhr, Eafe 2ctb, HauSfrauen-Abend. — Bund der Lahnfreunde. Hotel Hopfeld, Monats-Versammlung. — Lichtspielhaus. Bahnhofstraße: »Di« letzte Galavorstellung im ZirkuS Busch". 1 — Bcnefizoorstellung der Mitglieder bcs Gießener Stadttheaters. Man schreibt uns: Um die beim Gießener Publikum bestehenden Zweifel zu beheben, wird mitgeteilt, daß das Ensemble anläßlich seiner Benefizoorftellung mit ber einmaligen Posse Niebergalls: „Der Dattc- rich" keine erhöhten Preise, sondern gewöhnliche Schauspielpreilc festgesetzt hat. Durch diese Maß- nähme soll allen Theaterfreunden Gelegenheit zuiü Besuch geboten werden. Beginn ber Vorstellung 20.15 Uhr. — Lichtbilder-Dortrag über Rußland. Die Ortsgruppe Gießen des GDA. veranstaltet am Samstagabend im „Aquarium" einen Ltchtbilder-Dvrtrag über Rußland. (Siehe heutige Anzeige.) — Allgemeine Ortskrankenkasse Dießen-Stadt. Am Freitag, 10. 3uni. findet im Gewerkschaftshaus eine ordentliche Ausschußsitzung statt. Räheres ist au« der heutigen Anzeige ersichtlich. — Gastspiel der Alhambra-Revue in Gießen. Man schreibt uns: Ab morgen, Freitag, wird dieses Unternehmen unter Leitung der bekannten Direktion L. K n i e ein mehrtägiges Gastspiel hier geben. Dem Fortschritt und modernem Geschmack entsprechend, hat Direktor Knie seinen ZirkuS zu einem Revue-Theater umgestellt. Auf einer Verwandlungsbühne wird eine Prunk- schau gezeigt. Reu und konkurrenzlos in feiner Art findet das »Revue-Unternehmen auf Rädern" überall Anklang und Bewunderung. Zuletzt gastierte das Unternehmen volle vier Wochen vor täglich ausverkauftem Hause in Mainz, mit gleich großem Erfolg 14 Tage in Kaiserslautern, drei Wochen in Pirmasens, Heidelberg, Ludwigshafen, Franvurt. Das Zelt yat etwa 1000 Sitzplätze. Die Eröffnungsvorstellung in Gießen aus dem OswaldSgarten findet morgen, Freitag, 3.3uni, statt. (Siehe Anzeige.) * * Die 21 m t s t a g e beim ftreisamt Gießen. In einer Bekanntmachung des Kreisamts Gießen wird erneut darauf hingewiesen, daß Amts- tage bei dem Kreisamt nur Dienstags unb Freitags vormittags jeder Woche find. Während ber übrigen Zeit finb die Dienstzimmer des Kreis- amts für bas Publikum geschlossen, so daß soweit es sich nicht um Fälle allerdringendster Art handelt — Personen, die außerhalb der Arntstagc beim Kreis- amt vorsprechen, auf Abfertigung nicht rechnen können. "Kein Heu undGetreideamBabn- körper lagern! Um die Gefahr einer Entzündung durch Funkenauswurf der Lokomotiven oder durch Fahrlässigkeit der Reisenden zu verhüten, ist die Lagerung von Heu und Grummet, sowie die Ausstellung von Getreide in der Rahe von Batmkörpem nach Möglichkeit einzuschränken und unter keinen Umständen länger auszudehnen, als unbedingt erforderlich ist. " Auskünfte beim $ oft amt. Dom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: In Post sochen wird Auskunft hauptsächlich am Fernfprcch Anschluß 2614 erteilt; gewisse Einzelheiten des Postdienstes sind bei den unter eich« poft im „Amtlichen Fernsprechbuch" aufgeführten Stellen zu erfragen. Für den Fernsprech dienst sind Auskunftstellen die in diesem Buche an ber angegebenen Stelle unb in den Vorbemerkungen unter Gießen erwähnten Anschlüsse. •• Geschäftsjubiläum. Heute sind es 30 Jahre, baß die vormals Wilhelm Kellersche Druckerei zu Gießen durch Kauf in den Besitz bes jetzigen Inhabers Albin Klein überging. 1902 war der Betrieb noch fehr bescheiden. Heute werden die Einrichtungen der 1783 gegründeten Druckerei als muftergülhg bezeichnet. Die Firma hat sich in ben letzten 10 Jahren gut entwickelt. *• Straßensperre, mitgeteilt vom Oberhessi- schen Automobilklub E. D. (2L o. D.): Anläßlich bes diesjährigen Motorradrennens „Rund um Schotten" wird die Ortsdurchfahrt Bad Salzhausen int Interesse eines ungestörten Kurbetriebs vom 3. Juni, 12 Uhr, bis Dienstag, 7. Juni, R Uhr, für Motor- raber unb Lastkraftwagen im Durchgangsverkehr gesperrt. Umleitung erfolgt über Borsdorf. •* Sonntagsrückfahrkarten zum M v< torrabrennen „Rund um Schotten". Äxi Sonntag, 5. Juni, werden aus Anlaß bes Motorradrennens In Schotten von allen Balmhöfen bei Reichsbabndirekl.onsbezirks Frankfurt a. M. im Umkreis von 100 Kilometer um Schotten Sonntags- rückfahkkarten nach Schotten ausgegsden. •• Eine Siebzigjährige Frau Marie Hofmann. Grabenstraße 4 wohnhaft, kann morgen, 3. Juni, in körperlicher unb geistiger Frisch« ihren 70. Geburtstag begehen. ,e Handwerkskammer-Ehrenurkun- benfür treue Mitarbeiter. 3n Anerkennung treuer Arbeit in Diensten de« Maler- und Weihbindermeister» Emst Petri in Gießen wurden deute im Auftrage der Handwerkskammer Darmstadt durch bie Handwerkskammer-Reben» stelle Gießen dem Weißbinder Eduard Dietrich au» Hattenrod für 30jährige, dem Maler und Lackierer Leonhard Schneider au« Gießen für 40jährige. sowie dem in Diensten der Seifenfabrik R Sternberg in Gießen beschäftigten Seifenliedermeister 3obannc« Rill in Gießen für 30jährige ununterbrochene Tätigkeit Ehrenurkunden überreicht. Ein Ereignis selten treue« Pflichterfüllung unb 21rbeit»bicn(tlciftung fand damit gebührende Anerkennung. •• Sterbefälle in Gießen. CVn der Zeit M»m 16. bi« 31. Mui verstorben in G'eßen: 17.: Anna Landau, ohne Beruf. 73 Sah«. Liebig- straße 24; Karol ine 3eguft. geb. Lenke, 71 Jahre, Wilbelinftraße 53; 19 Theodor Hahn. Bureau- gehilfe. 30 Jahre, Schühenslraße 7. Georg Han» Fink, Schüler. 9 Jahre, Asterweg 72; 22.: Heinrich Geiß. Reich-bahnwerkmeister i. R., 54 Zähre, Hillebrmidstrahe 14: Elsa Johanna Katharine Wagner, ohne Berus, 36 Zähre, Wolkengasse 22; 23.: Johann Wilhelm Schäfer, Kanzlei-Inspektor. 60 Jahre, Großer Steinweg 4; 24 Heinrich Freitag. Bergverwalter i. R., 68 Jahre, Schubert- straße 8; 25.: Peter Walter. Jnstallationsmeister, 78 Jahre. KaplanSgasse 25; 29 Marie Ein- häuser, geb Lipp. 64 Jahre. Ebelstraße 26; 30.: Jakob Rküller. ohne Beruf. 69 Jahre. Wolken- ?asse 17; 31 : Philipp Wehrum. Kaufmann, 4 Jahre. Seltersweg 61 " Guttempler-Lage .Hasst a“ i n G Lehen. Man berichtet un« In der hiesigen Guttempler-Loge .Hassia" hielt Herr Privatier Welker von hier vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen Lichtbilder-Vvrtrag über seine Orient- und Palästina-Reise, die er kurz vor Ausbruch des Krieges auSgelührt hatte. An Hand der Lichtbilder führte der Redner seine Zuhörer nach Konstantinopel, ins Heilige Land, nach den Trümmern Messinas unb in« Innere der Moscheen unb Kirchen des Morgenlande-. Er verstand e» vorzüglich, seine Reiseeindrücke in lebhaften Farben zu schildern, und er unterließ e« nicht, das Kultur- und Sittenleben jener Welt vor Augen zu führen. Herr Welker hatte sich in dankenswerter Weise kostenfrei $ur Verfügung gestellt und erntete reichen Beifall für seine öfters mit Humor gewürzten Ausführungen •• Di e Maul- und Klauenseuche in Oberhessen. Reuerdings ist die Maul- und Klauenseuche in Steinbach (KreiS Gießen», sowie in Bönstadt iKreis Friedberg) amtlich foftgeflellt worden. Die erforderlichen Sperrmaß- nahmen sind verhängt. In Rendel kKrei» Friedberg) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen, die Sperrmahnahmen sind ausgehoben worden. Verabschiedung des Biedenkopfer Kreisetats. WSR. Biedenkopf, 1. Juni. Rachdem die auf den 23. Mai einberufene Sitzung de» Kreistages von Biedenkopf wegen Beschlußunfähigkeit nicht stattfinden konnte, trat der Kreistag gestern erneut zusammen. Zu Beginn der Sitzung erklärte der nationalsozialistische Abgeordnete Klein, daß er zu den Sitzungen nicht erscheine, um mitzuarbeiten, er verlange vielmehr im Austrag von 20 000 Wählern den Rücktritt deS Landrats. Mit der Erklärung, daß er auch in der jetzigen Sitzung die Mitarbeit ablehne, verließ Klein dann den Saal. Abg. Roßbach gab na men« der Bürgerlichen Arbeitsgemeinschaft eine- Erklärung ab. die sich gegen den Landrat richtete. In der Besprechung des Haushaltsplan- stellte Land- rat Eohmann fest, daß da- Vorjahr bei 93 000 Wart Zuschüssen des Reiches und 20 000 Mk. au« eigenen Reserven ohne Fehlbetrag abgeschlossen habe. Der Etat wurde nach einer Reihe geringfügiger Aenderungen mit 55 v. H Krei»steuern angenommen. Annahme des Marburger Etats. WSR. Marburg, l.Juni. Der gestrigen Stadtverordnetensihung lag der städtifche Etat, der mit einer Einnahme von 3 557 364 Mk. und einer Ausgabe von 3 884 434 Mk, also mit einem Defizit von 326703 M k. abschließt, zur Genehmigung vor. Rach vierstündiger Beratung wurde der Etat mit einigen kleinen Aenderungen angenommen. Ein Antrag, von den für die Theatervorstellungen im Winter vorgesehenen 15 000 Mk. 5000 Mk. zu streichen, wurde ab gelehnt, weil ein Fallenlassen dieser Summe gleichbedeutend mit der Einstellung de- Theater- gewesen wäre, das bekanntlich vom Stadt- theater Gießen aus bespielt wird. Don dem Verein Automobilstraße Hamburg- Frankfurt—Basel lHasraba) will sich die Stadt aus Ersparnisgründen abmelben. Znnungskrankenkaffen-Tagung. Marburg, 1. Juni. (WSN.) Am Sonntag hielten bie Jnnungskrankenkossen von Hessen- Nassau unb dem Dolksstaat Hessen hier ihre biesjöhrige Hauptversammlung ab, zu ber zahlreiche Vertreter erschienen waren. Obermeister Raabe von ber Bäckerinnung begrüßte bie Erschienenen mit herzlichen Worten unb wünschte babei ber Versammlung einen guten unb erfolgreichen Verlauf. Nach ben Dankesworten bes Dorsiizenben bes Prooinzialoerbanbes Burk« Hardt- Wiesbaben ergriff ber Derbanbsgeschäfts- führet Dr. Estenfeld- Mainz das Wort. Er jchilberte in längerer Rebe bie Belange ber Innungkrankenkassen unb ging dann zu ben Berufs« genössenschaften über, wobei er betonte, baß dies« eine schwere Belastung für bie Arbeitgeber barstellten, zumal noch Direktorengehälter von 40 000 Mark im Jahre an ber Tagesordnung seien. Hier sei eine Reform bringend, notöenbig. Der Rebner führte weiter aus, baß man zu dem Jahre 1913 zurückkehren müsse, bevor eine Besserung in bet ganzen Sozialversicherung eintreten könne. Trotz be< ungünstigen Wirtschaftslage seien Me Jnnungs« krankenkalsen gut funbiert und wohl in ber Lage, allen Anforderungen gerecht zu werden. Denken Sie an Stoffe, denken Sie an L Bernard Perwa dem alten Annenfriedhof (Chemnitzer Straße) statt 4227 V Variete-Besucher | Vermietungen | 30 RM.WÖCHeDÜ. Gießen, Kreuzplatz 10. 2493 A 2Zimmerin.Kiiche Konditor können Erwerbsuch. Kreuzplatz 5 3302 D Von Donnerstag, den 2., bis Samstag, den 4, Juni 4236 A 25 Pf. Luftpumpen ab doppelte Sparmarken! Gießen, Neustadt 20 03449 Größen Stück 1.75 und BILLIGE PUTZARTIKEL Weiße Kernseife 500-g-Riegel (Frischgewicht) 25 Stellungen Stück 4.60 und färben Stack 3.50 3.50 und erhalten Sie auf alle Waren-- ausgenommen einige h/larkenartikel Pfund Pfund Pfund Pfund sowie i. gleicher Ausführung: Kinder-Pullover... .Stack 1.50 Pfund 104 ..Pfund 90 25 55 40 36 22 allerorts d. leichte Arbeit verdienen. Schriftl. 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In den Jahren vorher war die Provinz Tloto- holland bereits durch einen 2.2 Kilometer langen Damm über das Amsteldiep mit der Insel Wie- Alte Glasmalerei in Darmstadt. EineneucAbtcilungimHcsj.Landccmuseum Das Hessische Landesmuseum in Darmstadt hat soeben eine neue Abteilung eröffnet, die einen umfassenden Ucbcrblid über die Entwicklung der rheinischen Glasmalerei vom 12. bis 18. Jahrhundert gestattet und die an Umfang und Qualität von keinem Museum der Welt erreicht wird. Cs ist bemerkenswert, daß es hier trotz aller wirtschaftlichen Bot gelungen ist. durch geschickten Austausch, durch glückliche Aeuerwerbungen und schließlich durch Heranziehung einiger Leihgaben eine kunstpflcgcrische Tat zu ermöglichen, bei der sich Gegenwartswert und historische Bedeutung durchringen und er» auch nur geringen Salzgehalt haben. Inzwischen hat unter Boot wieder an dem Damm angelegt. Boch einmal blicken wir hinaus nach der Zuidersee, die keine See mehr ist, sondern ein Binnengewässer, wie sie es einstmals gewesen sein mag. Die See ist überwunden die Schisse von Amsterdam nach den Häsen der friesischen Westküste können sich nicht mehr frei ihren '"'SVn wählen, sie müssen sich bei Äornroerbcnanb ftitutes Dr. Dingi zer Schulräte Gass.....■ _ Nach der Darbietung des Oratoriums von Mendelssohn durch den gemischten Chor der Christus- kirche unter Leitung von Kantor Ust begrüßte der evang. Superintendent von Rheinhessen, Oberkirchenrat Zentgraf- Mainz, der geistige Urheber und Organisator der Ausstellung, die Erschienenen und bot eine eingehende Uebersicht über das Wesen seines Werkes, das er dann der Stadt Mainz zu rocitcrem Gebrauch und zur Eingliederung ins Gu- tenbergmuseum übergab. Den Dank der Stadt übermittelte Oberbürgermeister Dr. Ehrhardt. Er sprach die Hoffnung aus, daß die beachtenswerte Misfionsdruckausftellung in absehbarer Zeit im Zu- sammenhang mit der Lösung der Raumfrage für das Gutenbergmuseum andere, noch geeignetere Räume finden könne, obschon das Völkerpadagogische Institut bei seinen Ausgaben auf dem Gebiet der Lehrerausbildung einen solchen Anschauungsstosf, wie ihn die Missionsdruckausstellung biete, schwerMssjonsbruüausslellung desGutenbelMuseurnSinMinz ringen verbunden worden Der Hauptdamm erstreckt sich nun auf einer Länge von 29.6 Kilometer. ' Beben einem Radfahrerweg von 1.5 und einer Autostraße von 6 Meter Breite nimmt er auch eine zweigleisige Dahnonloge auf. Dicht bei Den Oever liegt eine der drei für den Schiffahrtsverkehr bestimmten Schleuse n. Gleich dahinter liegen nicht weniger als 42 riesige tBachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!) Amsterdam. Ende Mai 1932. Rege« Treiben herrscht jeden Freitag in der Stadt Alkmaar. dem Hauptkäsemarkt Bord- Holland«. der an diesem Tage eine große Zahl von Produzenten und Händlern herbellockt. 2luf dem Marktplatz, vor der uralten Stadtwage. reihen sich die Tragen mit Hügeln gelber Käseder Fahrt. Bor sieben Jahren wurde dieses Fischerdorf aus seinem beschaulichen Dasein aufgeschreckt. Es galt die Trockenlegung des Wieringermeer- polders durch den Bau des 1929 fertiggestellten Deiches zwischen Den Oever und Wedemblik. und es gilt auch heute noch die Anlage des wischen der Insel er friesischen Küste. in Zeichnung und Ausdruck vom Körpergefühl der Benaissance bestimmte, vollrunde Arbeit. Rechnet man zu diesen Stücken noch die vielen ungenannten Arbeiten von teilweise hoher Qualität und dann natürlich die bekannten Zyklen ander Stiftskirche in Wimpfen und aus Partenheim in Rheinhessen, so ergibt sich ein nachhaltiger Eindruck, der neben dem kunsthistorischen Wert namentlich durch die lebendige Wirkung dieser Glasmalereien heraufgerufen wird. Dr. R. P. Ein neues Fingerabdruck-Verfahren. Di« gegenwärtige Methode des Fingerabdrucks ist noch ein recht schwieriges Bersähren Der bekannte französische Kriminalist Dr. Edmond L o - c a r d beschreibt in feinem Buch über die Entdeckung von Derbrechen mehr ate ein Dutzend Wege zur Gewinnung dieses wichtigen Erkennungszeichens. Im allgemeinen benutzt man_ Papier, das mit einer besonderen Gelatinelösung bedeckt ist und sorgsam über die Finger- und Handabdrücke des Derbrecher« gelegt wird. Don diesem Abdruck wird dann eine Photographie hergestellt und nach der Entwicklung den Sachverständigen zum Studium übergeben. An die Stelle dieser umständlichen Methode wird nun von einem Beamten des Polizei-Laboratoriums der Stadt Lyon. Dr. Leung, ein sehr viel einfacheres und exakteres gefetzt, das bereit« bei den Polizeiämtern von Frankreich zur Anwendung kommt. Bach seiner Behauptung geht bei dem alten Dersahren viel von den feinen Einzelheiten des Fingerabdruckes verloren, well der Abdruck zuerst auf Papier übertragen und dann die liebertragung photographiert und bann ein Abzug von dem Begativ gemacht wird. In jedem Stadium leidet die völlige Baturtreue. Bei der Methode von Dr. Leung wird nicht die geringste Einzelheit verloren. Seine Erfindung besteht in einer Wüchung, die hauptsächlich aus Kollodium, Azeton und Aether besieht. Die Lösung, die überall in einer Flasche mitgeführt werden kann, wird folgendermaßen verwendet: Der Detektiv überzieht zunächst den Gegenstand, an dem sich der Fingerabdruck bildet, mit einet schwarzen Substanz: über diese wird dann etwas von der Mischung gestreut, die sich in wenigen Sekunden in einen dünnen durchsichtigen Film verwandelt. Dieser Film kann leicht abgenommen werden, und auf ihn findet sich die Wiedergabe des Fingerabdrucks mit allen, auch den feinsten Cinzelhc'len. Der Fingerabdruck kann auf beiden Seiten studiert werden, da der Film ja durchsichtig ist. Die neue Methode ist rafch. genau, zuverlässig und praktisch. Sie kann daher unter Umständen eine Revolution bei den Polizeiämtern der Welt hervorruten. Detonguadern. die zu beiden Seiten des künftigen Schienenweges Spalier bilden. Diese Kolosse gehören zu den Entwäsferungsschleusen. von denen es im ganzen 25 gibt. Diese 25 Schleusen. von denen jede 12 Meter breit ist. gestatten den Durchzug von etwa 3000 Kubikmeter Wasser der Sekunde. Sie mußten naturgemäß noch V Beendigung des Dammbaues scrtiggestellt ..den. um die letzten Dammöffnungen soviel wie möglich von immer stärket werdendem Wasser- durchzug zu entlasten. Alles Interesse richtet sich auf die jetzt vollzogene Dichtung de r D a m m- I ü d c. die in einer Entfernung von mra drei Kilometer von Den Oever beginnt. Ein QJoot der Genera ld i re kl i on der Zuiderseewerke führt uns dorthin. Auf der Zuidersee ebenso wie jenseit- des Dammes sind unzählige Schlepper. Bagger- maschinen. Sandsauger, treibende Kräne usw. am Werk. Schon vor der 2üde macht sich sofort eine stärkere Strömung bemerkbar. Mit Brausen und Zischen stürzt sich das Wasser durch die Oeffnung. als wolle es nichts unversucht lassen, das Werk von Menschenhand noch im letzten Augenblick zunichte zu machen. Dergeblich! Das Clement ist machtlos und immer enger wird das Tor. An dieser Stelle, De Dlieter genannt, gab es ursprünglich eine Rinne von über 10 Meter Tiefe, die aber bereit« früher bis auf 3.50 Meter hinaufgeführt wurde. 3n riesigen Kähnen wird der De- schiebemergel von Schleppern herangeführt, den die Bagger aus der Zuidersee selbst herausholen. Tief wühlen sich in diese Kähne mächtige Greiser hinein, die sich an bestimmter Stelle öffnen, um ihren Inhalt wieder der See anzuvertrauen, dis im Zuge des Dammes die zähe Masse über den Wasserspiegel hinausragt und sich die flache graubraune Hügelkette auf beiden Seiten schließt. Unter dem Rattern der Kräne, dem Klirren der Ketten nähern sich die beiden Enden des Dammes von Stunde zu Stunde immer mehr, wird die Zuidersee immer enger abgeschnürt. Dann geht der Blid nach dem völlig fertig- gestellten Teil des Dammes, der sich auf etwa 25 Kilometer Länge bis zur friesischen Küste erstreckt. 34 Meter breit ist die Dammkrone, 90 Dieter sind es am Wasiersviegel und die Dammsohle in etwa 4.5 Meter Tiefe mißt 130 Meter freite. Man sieht auf dem Damm zahlreiche Autos mit Besuchern heran- und wieder zurückfähren. Mit der Aufnahme einer ununterbrochenen Verbindung zwischen Bordholland und Friesland dürfte es aber auch nach der Dichtung des Dammes noch einige Monate dauern. Muß doch hinter dem Damm aus Geschiebemergel n och ein Sand- dämm errichtet werden, der wiederum durch mächtige, aus Weidengeflecht hergestellte und mit Steinen beschwerte Platten vor den Auswaschen geschützt wird. Dann gilt es noch den Wellen- schlagschuh anzubringen, ehe man den Bau des Auto- und Radfahrerweges auf dieser kurzen Strecke in Angriff nehmen kann. Cs dürfte daher Spätherbst werden, bis der Verkehr über den Zuiderseedamm auf genommen werden kann, mit der Eisenbahnlinie dürfte es noch länger dauern. Auf der Rüdfahrt nach Den Oever gehen unsere Gedanken zu den Bewohnern der vielen Fischerdörfer am Rande der Zuidersee, für die der Dammbau teilweise oder vollständige Vernichtung ihrer Existenz bedeutet, so daß sie gezwungen sind, nach neuem Erwerb Umschau zu hatten. Die Gegner der Trodenlegung der Zuidersee haben immer wieder versucht, unter Hinweis auf die „toten Orte" und die Botlage ihrer Bewohner eine Einstellung oder wenigstens Verzögerung des Dammbaues zu erzielen. Diesen Ansichten gegenüber hat aber bei der. Regierung, ganz abgesehen von dem in die Millionen von Gulden gehenden Kostenaufwand für den Damm- bau, der Vorteil einer kurzen Verbindung mit der entlegenen Provinz Friesland und die S ch a f- f ung eines großen Süßwasser re ser- Dom Wesen des Theaters. Don Luise Dumont Generalintendantin des Düsseldorfer Schauspielhauses. Die folgende kritische Betrachtung dürfte zu den letzten literarischen Arbeiten der leider zu früh verstorbenen Künstlerin gehören. Das Theater ist religiösen Ursprungs: alles Dühnenspiel stammt ab vom kultischen Dienst. Das 3eittbeater ist eine ganz neue Erscheinung. Die weltliche Entwicklung der Schaubühne, bie ja eine nicht zu unterschätzende Bereicherung an dramatischen Werken, wie an kaum vorstellbaren kolo- ristisch-sinnlichen Werten brachte, hat das Theater durch böse Tiefen geführt: feine zivllisatovllche Entfaltung geschah fast gänzlich auf Kosten seiner ursprünglichen Bedeutung. Heute sieht es fast so aus, als solle das Theater on dieser seiner Sünde gegen den Geist ft erben. Die Wunder der Technik sind die Mächte, die ihm das Ende zu bereiten scheinen Das Unter- Haltungstheater im bisherigen Sinne ist jedenfalls zu Ende. Es konnte bestehen, solange es den reinen Unterhalrungsstoff allein in der Hand hatte Viel zu spät kam die Einsicht, daß tfdm. Tonfilm und Radio das Theater auf diesem Gebiete der reinen Unterhaltung restlos besiegen würden Und nun ist es in dieser Folge so gekommen, daß dem Theater nur seine ursprüngliche Bestimmung — im geistigen Sinne genommen bleibt und zwar im unmittelbarenmen|d>- lichen Wirkungsbezirk, der niemals mechanisch abgelöst werden kann. Das ist die Krise, in der wir heute stehen. Sie wirkte sich infolge der Wirtschaftsnot die nun auch diejenigen Menschen, die aus alter lieber Gewohnheit noch ins Theater gingen, bis auf eine Heine Schar verringert hat, im Laufe der Ze" katastrophal aus und wurde so endlich für alle ficht- ^und das ist gut so! Wir müssen uns die Lage ganz Har vor Augen führen, um zu wissen^ daß das Theater entweder verschwindet — was natürlich nicht etwa wie ein Schiffsuntergang auf einmal geschieht - oder dah es hmsoist unter einer neuen Verantwortung zu wirken hat und wahrscheinlich auch in neuen Organisations- t0®r?ft natürlich, .dah in den Zeiten einer großen Zersetzung in denen so viele uns wert gewordene Armen zerfallen, und alles Reue zumindest ein noch recht unklares Gesicht zeigt, auch die Buhne kein geschlossenes, einheitliches Bild aufwellen kann Die Richtung seiner Entwicklung weist jedoch von seinem Ursprung in gerader ßinic in eine neue Geistigkeit.«die unsere sich wandelnde lich entbehren könne. • Sodann übernahm der Direktor des Gutenberg- museuins Dr. Ruppe! die Ausstellung in seine Obhut und bezeichnete sie als eine wesentliche Bereicherung seines Museums und einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Geschichte der Druck» kunst überhaupt. An die Feier schloß sich ein Rundgang durch die Ausstellung an, die in zwei Sälen 900 Drucke Dcutsch-eoang. Missionsgesellichaften in allen Sprachen der deutschen Missionsgebiete, außerdem etwa Blick auf den jetzt fertiggestellten Hauptdamm zwischen der Insel Wieringen und der Provinz Friesland, der jetzt das Zuidermeer für immer in einen Binnensee verwandelt. Wett bestimmt und in die Einbeziehung stärker belichteter Ausschnitte aus dem Gemeinschaftsleben des hnitigen Menschen. Hiermit ist das sog. Zeittheater gemeint, das oft weniger dichterische Eigenschaften, dafür aber um so viel mehr lebendige Gedanken der Wirklichkeit enthält. Das Theater muh seinen Spielplan heute wieder bekenntnishafter gestalten: natürlich immer mit der Einschränkung: innerhalb seiner äußeren Möglichkeiten. Es kann dies tun, well all das andere Unterhaltungstheater, das bis vor kurzem noch eine größere Zuschauermenge an- lockte. was wirtschaftlich berücksichtigt werden mußte, nun doch wirkungslos geworden ist und fast gar keine Zugkraft mehr ausübt Unterha- tung und Zerstreuung werden in der Vcrvol.komm- nung des Tonfilmes gesucht und gefunden, dessen künstlerische Werte durchaus nicht gering eingeschätzt werden dürfen So hat das technische Wunder von Tonfilm, Film und Radio mit einem Schlage dem ganzen Mißbrauch des Theaters zu reinen Unter&al- tungszwecken ein Ende gemacht, indem es ihm die Basis seiner Existenz entzog Es hat damit die Bühne des lebenden Spielers auf ihre wahre Aufgabe verwiesen, auf eine Aufgabe, die die unmittelbar wirkende Künstlerfeelc fordert und die daher technisch nie zu losen ist. Große Dichtung in Ton und Wort durch den lebenden Menschen, den Künstler, Dermittcft, kann ebensowenig durch technische Wunderwerke ersetzt werden, wie man etwa Licht und Wärme der Sonne je durch Lampen ersetzen kann. „Alles bringen wir mit auf die Wett, nur eines müssen wir lernen — die Ehrfurcht!" Diese heiligen Worte Goethes in ihrer vollen sittlichen Bedeutung zu verstehen, soll uns das Lebendige auf der Bühne lehren, um so durch die Kräfte des Herzens den Geist zu bilden, wie es das leuchtende Beispiel dieses Größten uns gezeigt hat Weg wählen, sie müssen sich bei Äorntocrbcnai durch schleusen lassen. Mit einem letzten Gruß > die Zuidersee. deren abwchslung«reiche Geschichte sich in drei Barnen Flevv - Zuidersee — Ijsselmeer zusammenfassen läßt, verlassen toir daS betriebsame Den Oever, um über Wieringen, den Damm über das Amsteldiep und vorbei an den bewaldeten Dünen von Bergen an Zee. in deren Schuh letzte Tulpenfelder prangen, wieder Alk- maar, den Ausgangspunkt der Fahrt zu erreichen. gänzen. Man erinnert sich dabei, daß in Darmstadt feit jeher die Glasmalerei berücksichtigt wurde, dank dem universalen Sammelprogramm, das dem Aufbau des Museums zugrundelag und einen treffenden Ausdruck der kulturhistorischen Weitsicht des frühen 19- Jahrhunderts bildete. In der neuen Sammlung ist nun die technische und stilgeschichtliche Wandlung der Glasmalerei Stück für Stück zu verfolgen Doch mehr als alle kunstgeschichtliche Wertung spricht hier die unmittelbare Ausdrucksgewalt, die Tiefe und Fülle mittelalterlichen Kunstschaffens. Ein Stück wie etwa die Kreuzigung aus dem Bodenseegebiet (um 1100) ist eine hohe Leistung romanischer Kunst. Aus tiefer Lebenseinsicht und religiöser Ergriffenheit wird hier das Martyrium Christi Gestatt, in einer Glasmalerei, bei der sich körperliche Raumgebärde und hinreißende Glut der Farbe machtvoll vereinigen. Bei dem St. Viktor aus der gleichen Zeit hat dagegen eine strenge Stilisierung das menschliche Körpermaß in die Fläche eines byzantinischen Schnihwerks gebannt. Mosaikartiges Sichausdreiten und frohes Musizieren der Farben begegnet bei einem um 1220 gearbeiteten Fenster mit den Heiligen Augustinus und Bikolaus. aus einer mittelrheinischen Werkstatt. die auch die beiden Wappenscheiben des Herrn von Eppstein und der Stadt Frankfurt am Main um die gleiche Zeit geliefert hat und etwas früher das schöne Rundfenster eines Engels mit Spruchband. Aus Bassau stammt eine Anna ielbdritt. die durch Harmonie und gedämpfte Pracht der Farbe bezaubert. Baturgemäß wirkt hier überall die Tafelmalerei petein. so auch bei dem schönen Fenster einer Anbetung des Christkindes (um 1400). das mit der Kunst jenes Meisters des Ortenbcrger Altares zusammenhängt. der durch die silberne Grazilität seiner Ausdrucksweise em allererstes Stück mittelrheini- scher Malerei überhaupt geschaffen hat. Der stilistische Wandel in der Glasmalerei jener Zeit zeigt sich nun ganz deutlich die Figuren treten in eine fast farblose Helligkeit ein. der sich immer mehr modellierende Schraffuren zugesellen. Unvergeßlich ist eine Heimsuchung Mariä (Rhein- he kn um 1460», deren Innigkeit in schweigender Gebärdensprache Ausdruck findet und in dem vollen Klang von Rot und Blau vor dem tiefen Gold der Landschaft. Dann die Friedberger Engel, die mit rauschendem Flügelschwung in die Rächt eines gestirnten Himmels einbezogen sind. Ein stiller, spätgosischer Helliger, auf ungewöhnliche Farbzusammenhänge abgestimmt, gehört in die Bähe des sog. Hausbuchmeisters. Und eine andere Scheibe berichtet von einem Großen jener Zeit: das Fenster, das Philipp III- von Hanau-Lichten- berg 1518 für die Degräbniskirche in Babenhaulen nach. Vorzeichnung von Hans Baldung Grien gestiftet hat. St-Georg mit der Madonna, eine voir «. um nur einige der Vorteile der legung zu nennen, den Aufschlag gegeben. Bereits jetzt in der Salzgehalt der Zuiderfee von 23 aus 14 Milligramm je Liter zurückgegangen. (für bte Zukunft rechnet man damit, daß der Salzgehalt sich jede« Iahr um die Hälfte verringern wird, bis nach etwa acht Iahren ein stabiler Zustand eintritt. Zu einem reinen Süßwassersee dürste Me Zuidersee nie werden, da ihre duflüfk einen wenn groß Auch drei Kirchen nähern sich der Fertigstellung. Der Polder zählt insgesamt augenblicklich 150 ständige Bewohner, für die eS auch ein eigenes Postamt gibt. Seit dem Herbst weiden in dem Polder etwa 150 Kühe und Schafe Daneben gibt es aber leider noch eine Menge geflügelter Bewohner. Heine Fliegen, die den Fremden auf Schritt und Tritt verfolgen. kugeln. Zwischen den Verkäufern und Käufern die weißgekleideten Käseträger und Käsewieger, die je nach der Zugehörigkeit zu einer ihrer Gilden grüne, gelbe, rote oder orangefarbene Hüte tragen. Bur langsam kommt unser Wagen vorwärts: noch ein kurzer Aufenthalt vor der hochgezogenen Kanalbrücke, dann rollen die Pneus aus guter Straße durch die flache nordholländische Landschaft dem der Zuidersee entrissenen Beuland zu. Durch freundliche, saubere Dörfer geht btc Fahrt bis zu dem Damm, gegen den noch vor wenigen Iahren die Wogen der Zuidersee brandeten. Heute blickt man von hier über 20 000 Hektar Beuland. Boch gibt es nur wenige Häuser und Wirtschaftsbauten: aber 3000 Arbeiter sorgen dafür, daß die Urbarmachung und Besiedlung dieses Gebietes rasche Fortschritte macht 2koch im vorigen Herbst konnten erst 1000 Hektar landwirtschaftlich genutzt werden, schon jetzt, srnd es fast 3000 Hektar geworden. Ucbrigens Beuland? Richtiger müßte es heißen: wiedergewonnenes Land, denn bei den Trockenlegungsarbeiten sand man, daß hier vor einigen Jahrhunderten Dörfer gestanden haben, die die Sturmflut des Jahres 1287 verschlang. Ausgezeichnet auch hier die Straßen, von denen bereits 77 Kilometer den mit Millionen von Muschelschalen bedeckten einstigen Meeresboden durchziehen. „Hauptstadt" ist bisher S I o o t d o r p Vor einem halben Jahr nur zehn Häuser, heute schon vier- bis fünsrnal so Letzter Gruß an die Zuidersee Don unserem R.-Berichterstatter. Dor dem Schiffahrtskanal, der sich am Rande des Polders hinzieht, liegen zwei verfallene Kähne, stumme Zeugen einer nahen Dergangen- heit Dann sind wir im Inseldorf De Haukes. Winklig und schmal die Gassen, ebenso in dem daran» folgenden Hyppolytushoes, bei dessen Seelsorger der Kronprinz in den Jahren 1918 bis 1924 gewohnt hat. Dicht an der Straße die Schmiede, in der der Kronprinz damals sein nach Hohenzollernsitte einst gelerntes Handwerk übte. Boch wenige Minuten, dann erreichen wir Den Oever, das eigentliche Ziel EPH. Am Dienstagoorrnittag sand auf der Zitadelle in Mainz in den Räumen des Völker- pädagogischen Institutes der Stadt die offizielle Eröffnung der Mifsionsdruckausstellung des Mainzer Gutenbergmufeum» statt. Im Festsaal des Museums hatte sich dazu eine größere Zahl geladener Gäste zusammengesunden, u. a. der Oberbürgermeister von Mainz Dr. Ehrhardt. der Prooinzialdirektor von Rheinhessen Dr. Wehner, der Prälat der evangelischen Landeskirche D. Dr. Dr. Diehl, der Domdekan Prä- lat May, als Vertreter des Mainzer Bischofs, der Vizepräsident der evang. Landeskirche Dr. Dahlem, der Präsident des evang. Landeskirchentag» Archiodirektor Dr. Herrmann und Ministerialrat Hofmann vom Ministerium des Innern, der neue Vorsitzende des Mainzer Pädagogischen In- ~ ' I c r, München, und die Main- Bezirkstagung der Vertrauensmänner der Angestelltenversicherung Am Sonntag fand in Frankfurt a. M. eine aus allen Teilen Hessens und Hessen-Rcmssaus gut besuchte Tagung der Vertrauensmänner der Angestelltenversicherung statt, an der etwa 300 Vertrauensmänner der Versicherten und ihrer Arbeitgeber, Vertrauensärzte usw. teilnahmen. Der Präsident der Reichsversicherungsanstalt für Angestellte Griehrneyer (Berlin) machte zu dem gedruckt vorliegenden Geschäftsbericht der RfA. un£ über die gegenwärtige Lage der Ver- sicherung'inter^ssante Ausführungen. Die finanzielle Lage der Angeslelllenversicherung bezeichnete er auch heute noch als gesund. Die laufenden Renten seien durch Rücklagen gedeckt, die auch im abgelaufenen Gefchäfisjahr noch vermehrt werden konnten. Der enge Zusammenhang zwischen der Lage der Wirtschaft und der Lage der Angestelltenversicherung wurde in der letzten Zeit immer deutlicher, so daß eine vorsichtige Behandlung der finanziellen Fragen notwendig sein werde. Präsident Griehrneyer lehnte energisch die seit längerer Zeit erhobenen Forderungen der Invalidenversicherung an die Angestelltenversicherung ab. Dieser Streit wurde endgültig im Jahre 1927 durch eine Leistung der Angestelltenversicherung erledigt. Besonders bemerkenswert waren die Darlegungen des Präsidenten über die Auswirkungen der letzten Notverordnung vom 8. Dezember 1931 auf die Angestelltenversicherung. Er geißelte die Verletzung wesentlicher Rechte durch die Reuregelung der Wartezeit für das Altersruhegeld und für die weiblichen Versicherten, durch die Festsetzung der Altersgrenze auf 15. Jahre für Waisenrente und Kinderzuschuh, sowie gewisse Vorschriften hin° sichtlich des Ruhens der Renten, die den gerade in der Angestelltenversicherung stark ausgeprägten Verficherungscharakter ganz unberücksichtigt lassen. Der Vortrag des Präsidenten Grieß meher machte einen guten 'Eindruck, was in der nachfolgenden Aussprache auch zum Ausdruck kam. Gauvorsteher Auerbach vom DHV. begründete dann vier vom Ortsausschuß Frankfurt a. M. bereits •angenommene Entschließungen, die sich gegen die Forderungen der Invalidenversicherung an die Angestelltenversicherung sowie die in der Vierten Jtofoerorbnung enthaltenen Leistungs- Verschlechterungen in der Zlngeslelltenversicherung richteten und sich für den Ausbau der Selbstverwaltung in der Angestelltenversicherung aussprechen. Eine weitere Entschließung wurde gegen die durch die Presse bekanntgewordenen geplanten neuen Eingriffe in die Angestelltenversicherung gefaßt, die folgenden Wortlaut hat: „Die in Frankfurt a. M. am 29. Mai 1932 stattgefundene Dezirkstagung der Ortsausschüsse der Vertrauensmänner der Angestelltenversicherung warnt die Reichsregierung dringend, erneut unter Mißachtung der vom Herrn Reichsarbeitsminister besonders in der letzten Zeit als notwendig betonten Selbstverwaltung durch Rotverordnung eine Umgestaltung der Angestellten Versicherung vvrzunehmen, da zu solchen Zwangsmaßnahmen nicht die geringste Veranlassung vorliegt. Das Vertrauen der Angestellten und ihrer Arbeitgeber zum Staat würde durch solche Maßnahmen des Ministeriums aufs schwerste erschüttert und der Sinn jeder Selbstverwaltung und Selbstverant- wortung zerstört werden. Die Dezirkstagung erwartet, daß etwa notwendig werdende Gesetzesänderungen nur nach Anhörung und im Einvernehmen mit der Angestelltenversicherung auf dem ordentlichen gesetzgeberischen Wege vorgenommen werden." Die Entschließung wurde dem Reichspräsidenten, dem Reichskanzler und dem Reichsarbeitsminister zugeleitet. Bemerkenswerte Ausführungen wurden insbesondere noch von dem Mitglied des Direktoriums der RfA., Frl. Mleinek. Berlin, gemacht, die sich im Gegensatz zu einer von Arbeitgeberseite ergangenen Anregung auf Herabsetzung der Versicherungspflichtgrenze und neue Staffelung der Beitragsklassen für den Wegfall der Dersicherungspflichtgrenze einsetzte. Aus dem Schlußwort des Präsidenten ist die Erklärung bemerkenswert, daß feine Anweisung an die Vertrauensärzte bezüglich strengerer Prüfung der Heilverfahrensantrage ergangen fei. Die Vertrauensärzte brauchten nicht die Interessen der RfA. zu wahren, sondern hätten sich bei ihrem Urteil nur nach dem Gesundheitszustand der Antragsteller zu richten. Die Tagung zeigte immer wieder den starken Abwehrwillen der Versicherten und ihrer Arbeitgeber gegen ungerechtfertigte ZwangSeingriffe in ihre StandeSversicherung. 12 000 Bilder über Land und Leute von den nichtchristlichen Völkern umfaßt. Die Führung von Oberlirchenrat Zentgraf selbst vermittelte einen nachhaltigen Eindruck von dem umfangreichen Material aus aller Herren Länder. Mit der (Eröffnung der Ausstellung sind verschiedene Fachtagungen von Missionsfreunden, Religionslehrern und Geiftlickzen verbunden, auf denen anerkannte Forscher auf dem Gebiet des Missionsdruckwesens zu Worte kommen. Verband der hessischen Kreise und Provinzen. Friedberg, 1. Juni. (WSN.) Unter der Lei- tuna des Provinzialdirektors G raef fand hier im großen Hörsaal des Polytechnikums eine Mit- gliederversammlung des Verbandes der hessischen Kreise und Provinzen statt. Innenminister Leuschner hatte der Versammlung durch ein Telegramm die Wünsche der Regierung für einen erfolgreichen Verlauf der Verhandlungen ausgesprochen. Als Vertreter des Finanzministeriums war Ministerialrat Dörr erschienen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand der Geschäftsbericht des Verbandes, der über die zahlreichen Betätigungsgebiete des Verbandes Aufschluß gab. Vor allem aber waren Referate von Bedeutung, die der Präsident des Deutschen Landkreistages Dr. von Stempel über das Thema „Aktuelle Fragen aus dem Leben der Kreise" und Beigeordneter Berthold von der gleidjcn Organisation über das Thema „Finanz- ausgleich auf Grund des Popitzschen Gutachtens" hielten. In beiden Referaten wurde die Dringlichkeit der Lösung des Arbeitslosenproblems und der Frage des Finanzausgleichs unter Wahrung des Grundsatzes der Selbstverwaltung der Kommunalverbände betont. Ferner wurde noch folgende Entschließung einstimmig angenommen: „Der Verband der hessi- scheu Kreise und Provinzen hat sich in seinen Mitgliederversammlungen fast alljährlich mit der Ver-. sichcrungsan'stalt der gemeindlichen Beamten befaßt und verlangt, daß die Kreise und Provinzen in der gleichen Weise wie die Gemeinwesen mit Städteordnung von der Versicherungspflicht für ihre Beamten, Angestellten und Arbeiter befreit werden. Er muß zu seinem Bedauern feststellen, daß dieser Forderung seither keine Rechnung getragen worden ist. Er beauftragt deshalb den Vorstand, in seinen Bemühungen, das vorgenannte Ziel zu erreichen, nicht nachzulassen." Oberheffen. Lanorreis Gießen. <£ Aus dem Buseckertal, 1. Juni. Durch das günstige Wetter der letzten Tage haben die F e l d f r ü ch t e einen guten Stand erfahren. Abgesehen von den Stellen, wo es durch zu viel künstlichen Dünger zu lagern beginnt, steht das Korn ausgezeichnet. Ebenso zeigen Gerste, Weizen und Hafer einen günstigen Stand. Ferner kann man eine gute Heuernte erwarten. Das Steinobst, ebenso auch die Birnbäume, haben gut angesetzt. Das Beerenobst zeigt einen so reichen Behang, wie er seit Jahren wohl nicht zu verzeichnen ist. # Vteber-Veffingcn, 1. Juni. Dieser Tage begingen die Eheleute Konrad Schroder II. und Frau Katharina, geb. Appel, das Fest der goldenen Hochzeit. Die Ehegatten befinden sich noch in guter Gesundheit. Die Jubilarin ist seit 48 Jahren als Hebamme in unserer Gemeinde täÄg und hat sich während dieser Zeit durch Gewissenhaftigkeit und Tüchtigkeit das Vertrauen der ganzen Gemeinde erworben. In feierlichem Zuge unter Begleitung des Pfarrers und des hiesigen Kirchenvorstandes ging es zur Kirche. Hier fand eine Feier statt, in der Stiftspfarrer „NAWM Vornan von Gert Gothberg. Copyright by Martin Feuchtwanger, Halle. (Schluß.) Draußen empfing man Aenne mit fröhlichem Gelächter. Kurz darauf sah sie im Auto, und weiter ging es. Der Wagen hielt in der Tiergartenstrahe vor einer der eleganten Villen. Ein Diener in protziger Livree empfing sie und führte sie eine mit breitem, rotem Läufer belegte Treppe hinauf. Aenne Ohlen sah sich ängstlich um. Aber Hede und Johanna schienen hier bekannt zu sein. Oben begrüßte sie ein kleiner, untersetzter Herr. Er lachte vergnügt. Dann musterte er sehr eingehend das Mädchen, das seine beiden Freundinnen mitgebracht. Da wurden seine Augen groß und starr. Was war denn das hier für eine selten schöne Blume? Hub die war wohl gar zum ersten Male in solcher Gesellschaft? Donnerwetter! Sein Kennerblick hatte den edlen Wert deS blonden, fein- gliedrigen Mädchens fcftgeftellt. Hedes Augen leuchteten eifersüchtig auf. Da lenkte Bankier Lorenz klug ein. Er küßte feiner Freundin die Hand. „DaS hast du ja glänzend gemacht. Ein Freund von mir, über alle Maßen verwöhnt, der kommt! ilnb nun bente ich, daß wir das Passende für ihn haben", flüsterte er. Da lachte Hede. Ein langer blonder Herr erschien. Lorenz stellte vor: „Baron Henkels. Run fehlt nur noch der Doktor. Ra, hoffentlich läßt er uns nicht allzulange warten. Ich habe ein erstklassiges Diner aufam- mengeftellt Ra, gehen wir einstweilen ins Rauchzimmer " Die Mädchen legten ab. Lorenz und Henkels blickten wie gebannt auf Aennes blonde, junge Schönheit in dem einfachen, schwarzen Samtlleide. Baron Henkels warf seinem Freunde einen Blick au. der soviel hieß wie: „Ranu?" Worauf der Bankier nur mit einem Achselzucken antwortete, ihm aber später zuflüsterte: -Für Ansbrück reserviert: sonst rückt der womöglich schon zeitig ab.“ „Ach so!" Es klang ärgerlich. Aber Henkels fand, daß Johanne auch sehr niedlich sei. Für heute mußte er zurückstehen. Aber wenn er doch nur klar sehen könnte! Die Große, Dunkle, daS war bestimmt mondäne Geschäftswelt. Vielleicht auch Johanne! 2lber die Blonde doch nicht! Die bestimmt nicht. Wie kam das Mäbelchen bloß in das Haus des Bankiers? Sie saßen alle in sehr bequemen Sesseln um einen großen, runden Tisch, tranken Portwein D r a u d t, Lich, eine erhebende Ansprache hielt. Der gemischte Chor ehrte das Jubelpaar mit dem Dachschen Choral „Befiehl du deine Wege". Arn Abend brachte bet Posaunenchor Lich noch einige Choräle zum Vortrag. Kreis Büdingen. ? Aus b e m Vibbatal, 1. Juni. Infolge der feuchten Witterung im Mai hat sich bie Winterfrucht so stark entwickelt, daß die Landwirte Lagerung noch vor dem Blühen befürchten. Fast jedes Saatkorn der Herbstsaat ist aufgegangen. Dazu kam noch eine starke Bestockung, da allenthalben gut gedüngt ist. So steht heute bei der Winterfrucht Halm an Halm, was bie Lagerung begünstigt. Trockenes Wetter könnte sie vielleicht noch aufhalten. Kreis Schotten. D ßaubad), 1.Juni. Am Sonntagnachmittag konnte die hiesige Kleinkinderschule bei sehr gutem Besuch im Stiftsgarten ihr diesjähriges und rauchten. Das heißt, Aenne rauchte nicht. Still saß sie da. ilnb plötzlich war es ihr, als höre sie die Stimme der Mutter: „Bleib ehrenhaft, Aenne! Ich will nicht nach jener Rächt fragen. Liebe ist das Köstlichste für einen jungen Menschen. Doch hilf nie, diese Liebe entwürdigen. Wenn dir kein Glück bestimmt ist, dann verzichte lieber! Suche dir kein Scheinglück im Sumpf!" Aenne blickte sich um. So deutlich, so klar hatte die Stimme der Mutter geklungen, bah Aenne vermeinte, sie müsse dicht hinter ihr stehen. Sie stand auf. Mit großen Augen blickte sie auf bie vier Menschen, bie so frei und fröhlich einander zutranken, sich frei und fröhlich zueinander bekannten. Die Mutter hat mich gewarnt! Das hier hat ja mit einem Flug in bie Sonne nichts zu tun. Richts! ilnb deshalb muß ich heim!, dachte sie entsetzt. „Was hast bu benn?“ • Hebe fragte es lachend. „Rimm es nicht übel, Hede! Ich will - lieber wieder gehen. Ich tauge nicht zum Fröhlichsein.“ Sie lachten laut auf, wenngleich in den Augen der beiden Herren bei diesem Lachen etwas Seltsames aufblihte. Hede und Johanne sprangen auf und umarmten Aenne. ..Du, das wäre! Es soll schon noch lustig werden, kleiner Angsthase! ilnb dein Kavalier wird schon noch kommen. Du langweilst dich jetzt. Das kann man ja verstehen." „Das ist es nicht. Es ist gut, daß er nicht kommt, Den ihr für mich bestimmt habt." „Bist du verrückt?" Johanne fragte es drohend, aber Hede lachte noch immer. Laut sagte sie jetzt: „Ihr müßt nämlich wissen, daß sie immer da- beim sitzt, Abend für Abend. Wir wollten sie einmal fröhlich machen, und nun dankt sie es uns so." Aenne ging zur Tür. Zart, schlank und blond stand fte dort, bildschön in ihrer einfachen Vornehmheit. Die beiden Mädchen in ihren kostbaren, gewagten Toiletten mochten es selbst fühlen, daß sie abstachen gegen das blonde Mädchen. Unvorteilhaft abstechen muhten. „Verdirb den Abend nicht, Aenne, und sei endlich vernünftig!" sagte Hede. Aenne schüttelte nur den Kopf. Zwischen der Portiere, an der gegenüberliegenden Tür stand eine hohe Gestalt im eleganten Smoking. Rudolf Ansbrück! Von allen unbemerkt, stand er schon eine ganze Weile dort und hatte alles mitangehört. Seine großen Augen ruhten auf Aenne. Langsam trat er vor. Sie sahen ihn, nur Aenne noch nicht. Fröhlich riefen sie ihm zu, daß es die höchste Zeit fei, daß er komme. Der scheue, kleine Vogel habe eben wegfliehen wollen , So mm er fest halten, woran sich unter dankenswerter Mitwirkung der Kapelle des Laubacher Musikoereins alt und jung beteiligte. Auf dem Spielplatz hinter dem gräflichen Iohann-Friedrich-Stift herrschte frohes Treiben. Die Spiel- und Gesangsdarbietungen der Kleinen, die von Schwester Gretchen und Fräulein Janson eingeübt worden waren, fanden wohlverdienten Beifall. Nach dem Spielen und Singen wurden die Kinder verköstigt, was durch eine Spende Ihrer Durchlaucht der Gräfin Johanna zu Solms - La ubach ermöglicht worden war. Außerdem fand ein Bazar zum Besten der Kleinkinderschule statt, bei dem schöne Sachen zum Verkauf kamen. Das finanzielle Ergebnis war sehr gut. Pfarrer Kornmann hielt die Festansprache, wobei er besonders auf die fegens- reiche Einrichtung der Kleinkinderschule hinwies und allen Spendern und insbesondere auch denen herzlich dankte, die in stiller Vorarbeit vieles geschaffen und am Festtage selbst zum Gelingen geholfen haben. Die Veranstaltung war für die Kinderschule Aenne wandte sich um, blickte in bie flammenden Augen von Rudolf Ansbrück. Das Zimmer drehte sich im Kreise: bie Gesichter der beiben Männer verschwommen, diejenigen von Johanne und Hebe wirkten verzerrt. Rur Rudolf Ansbrück schritt auf sie zu, mit finsteren, harten Augen Rechenschaft fordernd über ihr Hiersein. Mit einem ächzenden Aufschrei sank sie zu Boden. Ansbrück aber winkte dem Bankier: „Lieber Lorenz, bas glaube ich, - daß sie sich wehrt, hierzubleiben. Sie paßt auch gar nicht hierher. Ich muh Aufklärung haben. Bitte, amüsieren Sie sich zu vieren! Ich nehme baS junge Mädchen mit mir.“ „W—as?" »Sie haben • noch nie schwer gehört, Lorenz. Ich nehme das junge Mädchen mit mir. Vielleicht gebe ich Ihnen später mal eine Qhifflärung. vielleicht auch nicht. Das kommt ganz auf bie llmftänbe an. Verständigen Sie bitte Ihren Diener, damit er die Mäntel bringt.“ Ansbrück nahm Aenne auf seine Arme: eine leichte Verbeugung gegen den Tisch, dann ging er schnell hinaus. * Aenne erwachte. Ein matt erhelltes Zimmer. Wo war sie? Das war doch nicht ihr Zimmer? Hastig richtete sie sich auf. Das Zimmer kam ihr bekannt vor. Aber wo war sie denn nur? Da zerriß der Schleier vor ihrem Denken. Eie war im Hause irgendeines, reichen Mannes. Hebe und Johanne hatten sie mitgenommen, ilnb bann hatte sie fortgewollt. Unb sie hatten sie alle vier auSgelacht. Dann war plötzlich Rubolf AnSbrück da! Hatte sie so furchtbar angeblickt. 2Ienne sprang auf. »Sie haben mich hierhergelegt. War ich ohnmächtig? Ich will fort. Ich muh es. Ich — jetzt denkt Rudolf Ansbrück schlecht von mir, und ich habe doch nie etwas getan, wessen sich meine Liebe zu ihm hätte schämen müssen. Daß er mich damals in der Klinik, in der die arme Marga lag, mit Verachtung strafte, das war doch das Furchtbarste, was mir baS Leben bringen konnte. Er braucht cS heute nicht zu glauben, daß ich nicht wuhte, wohin man mich brachte. Ich wollte doch auch wieder heim, als ich erkannte, was für eine Gesellschaft eS war. Ich — ich liebe Rudolf Ansbrück, und nun verachtet er mich!" Aenne hatte das alles leise vor sich hingeweint. Sie blickte sich suchend um. Wo war nur ihr Mantel? Sie würbe ihn nicht von dem Diener verlangen. Mochte er hierbleiben. Es war ja jetzt alles gleich. Aenne ging zur Tür. Da wich sie zurück. Rubolf Ansbrück! Er kam auf sie zu, lächelte: „Aenne, vergib mir! Beinahe wärest bu durch meine Schuld in ein furchtbares Leben hknein- ein voller Erfolg. — Am Sonntagabend fand hn Saale des „Solmser Hofes" eine von dem G e- sangverein „Harmonie" veranstoltett „G oeth e-F ei er" statt. Sie von den Dereins- mitgliedern vorgetragenen Chöre und musikalischen Darbietungen zeigten, daß die Leistungen auf einer guten Stufe stehen. Die Festansprache jjielt der derzeitige Dereinsdirigent Reallehrer S) a a s. Der Abend war für die „Harmonie" in jeder Beziehung als wohlgelungen anzusehen. Kreis Lauterbach. * Lauterbach, 1. Juni. Der Führer der Äa- tionalsozialistifchen Deutschen Arbeiterpartei Adolf Hitler wurde durch Beschluß der Gemeinderäte zum Ehrenbürger der Gemeinden Stockhausen, Bermuthshain, Salz und Q u e ck ernannt. In Stockhausen und Salz erfolgte die Ernennung durch einstimmigen Ge- meinderatsbeschluh, in Queck kam der Beschluß mit sechs gegen fünf Stimmen zustande. Preußen. Kreis Wetzlar. (D Krofdorf • Gleiberg, 1. Juni. Am Sonntag fand in der Gastwirtschaft' von Ed. Moos die Generalversammlung der Spar-- d Kredit k a s s e Krofdorf-Gleiberg statt, an der auch eine Anzahl auswärtiger Mitglieder teilnahm. Der Vorsitzende des Aufsichtsrates, K. Feuser, leitete die Versammlung. Der von Vorstandsmitglied Lehrer Praß erstattete Jahresbericht ging insbesondere auf die FinanzHustände seit der Juli- krise ein, deren gesteigerte Anforderungen an die Kasse verhältnismäßig gut überwunden worden seien. Das Vertrauen der Spareinleger sei der Genossenschaft erhalten geblieben. Anerkennende Worte widmete der Referent dem Genossenschaftsoerband, der nunmehr als Einheitsverband sein erstes Jahr genossenschaftlicher Arbeit in guter Bewährung, trotz der schlechten Verhältnisse, hinter sich habe. In der Zinsenfrage hätte der Verein wenig Gebrauch von den einschneidenden Bestimmungen der Notverordnungen zu machen brauchen, was für die Schuldner eine große Erleichterung bedeutet hätte. Mit der Ermahnung, weiterhin treu zueinander zu stehen, Mutlosigkeit nicht aufkommen zu lassen, und an Deutschlands bessere Zukunst zu glauben, schloß der beifällig aufgenommene Bericht. Rechner W. Wagner verlas und erläuterte die Bilanz des Jahres 1931, die in Aktiva mit 349 310,39 Mark und in Passiva mit 348 303,25 Mark abschloß, so daß ein Reingewinn von 1007,14 Mark verblieb. Die Spareinlagen einschließlich ^lufwertungssoareinla- aen zeigten einen Stand von 279 723,33 Mark. Die Mitgliederzahl betrug 259. Die Versammlung verzichtete auf das Recht der Nachprüfung und ent« lastete einstimmig Vorstand und Aufsichtsrat. lieber die Verteilung des Reingewinnes wurde wie folgt beschlossen: Die Geschäftsanteile werden mit 10 v. H. verzinst, dem Reservefonds werden 200 Mark zugeschrieben und der Rest der Betriebsrucklage. Maingau. WSR. Frankfurt a. M., 1. Juni. Als man ' Mittwoch früh im älntersuchungsgefängnis bie Zelle des wegen Devisenvergehens in Hast befinblichen Optikers Bernhard P l a rn b e ck aus Altona öffnete, fand man ben Zellenbewohner t o t vor. Er hatte sich an einem Bettuch erhängt. Plambeck war am Rachmittag vorher mit seiner Frau zu j e drei Monaten Gefäng- n i s und 12 000 Mark Geldstrafe verurteilt worben, außerbem wurden seine I G. - Farbenaktien im Rominalwert von 29070 Mark beschlagnahmt. Der 57jährige Mann, der in Haft behalten wurde, dessen Fräst abqr aus bet Haft entlassen worden war, rief nach der Verhandlung, in der er einen sehr gedrückten Eindruck machte, seiner Frau zu: „Wir sehen uns nicht mehr wieder." Der noch unbestrafte Mann ließ den Worten die Tat folgen, da er durch die Strafe vor d4m Ruin stand. gestoßen worden. Ich habe dich zu lange warten lassen, Kind." „Rein! Ich habe nicht mehr gewartet. Es war ja auch so verständlich: Sie, der reiche, vornehme Mann, und ich! Es war ein Traum, dem bald genug die rauhe Wirklichkeit folgte. Ich habe mich nicht in solch ein Leben gesehnt, wie ich es heute sehen mußte. Ich bin mitgegangen, weil ich glaubte, eS handle sich um eine Gesellschaft fröhlicher, harmloser, junger Menschen. Ditte, lassen Sie mich hinaus!" „Rein. Du bleibst bei mir, kleine Aenne! Wir fahren morgen früh nach England und lassen uns trauen. Von da aus fahren wir zu Mister Harrison und feiner gütigen Gemahlin. Sie haben unS cingelaben. Mistreh Harrison weih, daß wir sie damals irregeführt haben, und sie hat den fleinen Betrug großmütig verziehen. Mister Harrison weiß nichts. Er wird sich sehr freuen, bie schöne, kleine Frau Doktor Ansbrück wiederzusehen. Ich glaube, der gute alte Herr hatte sich sogar ein bißchen in dich verliebt." Aenne wich immer weiter zurück. War er betrunken? Was sollte das alles? Oder träumte sie noch immer? Da zog er sie an sich, küßte sie zärtlich. „Mädelchen, liebes, glaub es doch! Ich Hebe dich, liebe dich wie einst. Du sollst ja alles wissen, weshalb ich nicht kam. Rur jetzt sage mir endlich, baß du mich noch lieb hast!" Aenne lehnte den Kopf müde an seine Brust: „Es ist ja nicht Wirklichkeit. Das nicht. Das kann nicht sein! Das Glück würde mich toten. Ich war so lange allein." Er küßte sie heiß, streichelte baS blonde Haar. „Aenne, hab mich doch wieder lieb! Sag mir aber doch nur bas eine noch schnell: Warst bu jemals verlobt?" Groß unb wahrhaft ruhten ihre Augen in ben seinen. „Verlobt? Vie! Ich schwöre eS dir. Ich habe immer und immer nur dich geliebt. Rur immer dich — dich! Es hat mich nie ein Mann geküßt außer bir!“ „Du!" Geschäftig tickte bie Uhr; ganz still war eS ringsum. Von Rudolf Ansbrück fiel ein furchtbares Leben ab. Roch einmal fand er sich zurück in eine reine, große, alles in sich schließende Liebe. Fast andächtig küßte er ben kleinen Münd, der ihm entgegenblühte. „Jetzt fliegen wir in das Glück, in die Sonne“, sagte der Mann leise unb zärtlich. „Mein Flug in bie Sonne!" Cs war nur ein Flüstern voll unermeßlichen Glücks. • Unser Roman „Ich hole dich, Aenne* von Gert Rothberg, ber von unseren Lesern mit besonderem Interesse gelesen würbe, ist im Verlag Martin Feuchtwanger, Halle (Saale), in Buchform erschienen. — (139) Gpielvereinigung 1900 Gießen. 3ugmbfpic(c. Die 1. 3 u gc n t> trat am Sonntag -um Pflicht- spiel in B u h b a ch der dortigen I. Jugend gegenüber. 3n der ersten Halbheit lieferten sich die Mannschaften eine gleichwertige Partie. 19)0 war im Zusammenspiel besser, der Oegncr dafür eitriger und schneller. Zur Pause stand da« Spiel 11. 3n der -weiten Halbzeit gingen die Blau- weiften mehr aus sich heraus und wurden dadurch überlegen. Zum Schluß kam Butzbach kaum noch über die Mittellinie und mußte verstärkt verteidigen. Don den vielen sich bietenden Torchancen vermochte 1900 aber nur eine einzige auszunutzen, sic genügte aber zum 2 1-Sieg Die 2. 3 u g e n d, die ursprünglich zum Entscheidungsspiel nach Ettingshausen sahren sollte, trug aus eigenem Platze ein Gesellschaftsspiel gegen dir 2. 3 ug§nd des V f B aus. 3n der ersten Halbzeit spielte der Gast mit dem Wind, vermochte aber leine zählbaren Erfolge zu erringen, da der Plahverein geschickt verteidigte. Qlad) dem Wechsel tarn 1900 mehr aus und wurde oft recht gefährlich. AuS schnell vorgetragenen Angrifsen wurden zwei Tore und damit ein verdienter Sieg erzielt. Die 1. Sch üler weilten inLeihgestern und trugen dort ein Pflichtspiel aus. 3n einem ausgeglichenen Spiel konnte 1900 bis kurz vor Schluß 1:0 führen, mußte sich aber dann den AuSgleichs- trefser gesallen lassen. Die 2. Schüler verloren ihr Pflichtspiel in Großen-Buseck 2:0. Sie waren dem kräftigeren Gegner nicht gewachsen, kämpsten aberbiS zum Schluß mit unermüdlichem Giser, ohne zu einem verdienten Treffer zu gelangen. ZC „Teutonia"Wahenborn-Steinberg FL. Teutonia I — VfR. Butzbach (Ciga) 3:1 (1:0). Bei diesem letzten Spiel der diesjährigen Spielzeit aus dem Platze in Watzenborn-Steinberg sah man altbekannte Gäste aus der 1. Bczirksklassc. den AfR Butzbach. Die Teutonen konnten daS Tressen dank ihres großen Eisers und durch die präzisen, slachcn Ballabgaben und Vorlagen der Läuferreihe zu ihren Gunsten entscheiden. Bei der Butzbacher Mannschast ist nur der Sturm zu kritisieren: entweder wurden zu lange, oder zu kurze Vorlagen gegeben, und mit den höchst ungezielten Schüssen des Sturmes war wenig anzufangen: er schuf nur zeitweise gefährliche Momente vor dem Gastgebertor. die jedoch von der Verteidigung sicher abgewchrt,' oder eine Beute des Torhüters, dem Bollwerk der Teutonen, wurden. Bei dem Sturm der Teutonen vermißte man daS altbekannte raumfördernde Flachspiel: es wrirde reichlich hoch und zu weich gespielt, im entscheidenden Moment fehlte der kurzentschlossene, harte Torschuß. Bei den Gästen gefielen besonders die Läuserreihe und das Schluhtrio. Der überraschende Erfolg in der 22 Minute festigte nur noch die Ruhe der Rasenspieler. 3hre Aktionen wurden durchdachter, das Zusammenspiel planvoller, der Druck auf des Gegner- Tor energischer Doch der Best der ersten Halbzeit verlief torlos. 3n der zweiten Halbzeit brachte gute Läufcrarbeit die Tcutoncnmoschine wieder in volle Tätigkeit, das Tempo wurde schneller, doch gegen die blihschnel'e Gästeabwehr war nichts au wölbtn. Erst in der letzten Viertelstunde fielen kurz hintereinander der zweite und dritte Trester al« Erfolg famoser, flacher Vorarbeit. Die Gäste drängten nun mächtig auf eine Verbesserung des Resultates und konnten in der letzten Minute aus einem Gedränge heraus das längst verdiente Tor schießen. Alle- in allem: Butzbach muhte sich dem schnelleren und taktisch besseren Gegner beugen, zeigte aber recht beachtliche Leistungen. Die 2. M a n n s ch a f t verlor nach einem reichlich hartem Kampfe in W i e s e ck gegen eine kombinierte Mannschast 3 0. Es scheint, daß die 2. Garnitur ihr Selbstvertrauen wieder festigen muß. Endspiel um den OFB.-Pokal. Die beiden Mannschasten. Für das am .'».Juni in Leipzig unter der Leitung von ch o h l (challe) stattfindende Gndspicl um den DFB-Pokal haben die beteiligten Ver- brinbe die folgenden Mannschaften nominiert: Süddeutschland: Jakob (Jahn Regensburg)-, chuber (KFV), Oberst (FC. Pforzheim), chergert (FK. Pirmasens), Tiesel (Riederrad), Del)in (1. FC. Nürnberg): Langenbein (Mannheim), Koch (VfB. Stuttgart), Rutz (Frankfurt), Ruchr (Schweinfurt), Merz (Pforzheim). — Abgesehen von wenigen Ausnahmen stellt also der Süddeutsche Verband wieder [eine* „Nachwuchs". Norddeutschland: Koth (et Georg); Mahl- seld (Arminia channooer), Risse (chSV i: Mahlmann lchSv.). Ludwig (cholftein Stiel), Ohm (Holstein Riel); Doerfel, Soeistrup, Noack (alle chSV.), Dolper» (Ar. minia channooer), Groeber (chSV >. Handball im Gau Hessen (O.T.) Io. Heuchelheim I — 2. Kompanie 15. Jns.-Rgt. 8:11. Die Mannschaften lieferten sich am Sonntag in chcuchelheim ein äußerst spannendes Spiel. Die Gäste zeigten in jeder Beziehung das, was man von ihnen erwartet hatte. Gegen das blitzschnelle Rombination»- spiel, besonders ihres Jnnensturms, war die Heuchel- Heimer chintermannschaft zunächst machtlos, und so wurden mit dem Ergebnis 7:2 für Gießen die Seiten gewechselt. Erst in der zweiten Halbzeit zeigten die Einheimischen mehr Einheitlichkeit in ihren Angriffen und hatten nun auch mehr vom Spiel Noch sechsmal mußte sich der Gästetormann geschlagen bekennen, während die Soldaten selbst nur noch vier Tore erzielen konnten. „ftunb um Schotten.^ Die Kreisstadt Schotten wird am kommenden Sonntag wieder ihren großen Tag erleben. Zum ochteninal wird das Motorradrennen „Rund um Schotten" ausgetragen zum drittenmal als Lauf um die Deutsche Meister- schatt Sämtlich« ersten Fahrer Deutschlands (Bauhofer - München, Bullus, Rüttchen, Wehres, Oer Reichsbankssatus Ende Mai. Berlin, 2.3uni. (WTD. Funkspruch) Aach dem Ausweis der AeichSbank Dom 31. M a i hat sich in der Llltimowoche die gesamte Kapitalanlage der Bank m Wechseln und Schecks. Lombards und Effekten um 373.6 Millionen auf 3629,2 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Bestände an Handelswechseln und Schecks um 192,9 Millionen auf 2990,2 Millionen Mark, die Bestände an Aeichsschahwechfeln um 16,7 Millionen auf 18,2 Millionen Mark und die Lombardbestände um 162,1 Millionen auf 257,3 Millionen Mark zugenommen. An Reichsbanknoten und Renten- bankfcheinen Aufammen find 239,9 Millionen Mark in den Verkehr abgeflossen, und zwar bat sich der Umlauf an Reichsbanknoten um 221,3 Millionen auf 3960,6 Millionen Mark, derjenige an Rentenbankscheinen um 18,6 Millionen auf 413.3 Millionen Mark erhöht Dementsprechend haben sich die Bestände der Reichsbank an Rentenbankscheinen auf 13.9 Millionen Mark ermäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 430.6 Millionen Mark eine Zunahme um 66,0 Millionen Mark. Die Bestände an Gold und deckungs- fähigen Devisen haben sich um 0,4 Millionen auf 991.3 Millionen Mark erhöht. 3m einzelnen haben die Goldbestände um 6.4 Millionen auf 862.7 Millionen Mark zugenommen und die Bestände an deckungsfähigen Devisen um 6.0 Millionen auf 128,6 Millionen Mark abgenommen. Die Deckung der Roten durch Gold und deckung-fähige Devisen betrug am Ultimo 25 Prozent, gegen 26,5 Prozent am 23. Mai. 9,6 Milliarden RM. । Sparkasseneinlagen Ende April. Berlin, 1.3uni. (WTD.) Ende April beliefen sich die Sparkasseneinlagen bei den deutschen Sparkassen auf 995 5,84 Mill. Mark, gegenüber 9951,20 Mill. Mk. Ende März. Der Berichtsmonat weift mithin eine Zunahme um 4.64 Mill. Mk. auf. gegenüber einer Abnahme um 36.57 Mill. Mk. im März. 3m einzelnen betrugen die Einzahlungen 488,84 (März 433.51) Mill. Mk.. davon aus Aufwertung 46.47 (18.74) und aus Zinsgutschriften 17,45 (30.40) Mill. Mk. Die Auszahlungen stellten sich auf 484,19 (470,81) Mikk. Mk Die Depositen-, Giro- und Kontokorrenteinlagen betrugen am Ende des Berichtsmonats 1250,61 Mill. Mk. gegenüber 1258,50 Mill. Mk. am Ende des Vormonats. • Rückgang der Konkurse und Vergleichsverfahren im Mai. Rach Mitteilung des Statistischen Reichsamts wurden im Mai durch den Reichsanzeiger 739 neue Konkurse. ohne die wegen Massemangels abgelehnten Anträge aus Konkurseröffnung, und 627 eröffnete Vergleichsverfahren bekanntgegeben. Die entsprechenden Zahlen für den Vormonat stellten sich auf 929 bzw. 742. ooeniu», Frentzen. Kahrmann. Schneider. Patzold. Geiß, Binder, saam und viele andere) werden am Start erscheinen, so daß ein [ehe scharfer Kampf zu erwaNen fein wird. Auch das Seitenwagen- rennen, zu dem 17 Fadrer. darunter auch der Europa-Bergmeister Josef Morip-Munchen. gemeldet baden, weist eine hervorragende Besetzung auf. Zu dem Dogelsderglauf der Ausweisjahr er treten 25 Fahrer an. 55 Fahrer werden sich im Kampf u m d i e Deutsche Meisterschaft mesien. C» ist das stärkstbesetzte und inter- esianteste Rennen, dos seither über die Strecke gegangen tfr. Schotten ist zum Empfang der Fahrer und der lausende von Zuschauern, die erwartet werden, bestens gerüstet. 233 Meldungen zur AOAE. Oreitagefahrt. Zur ADAC. - Dreitagefahrt, der größten deutjchen Zuoerlässigkeitsfahrt für Krafträder mit und ohne Seitenwagen, sowie Kraftwagen, dle in der Zeit vorn 9. bis 11. 3uui mit Standquartier in Schierke stattfindet, wurden insgramt 233 Meldungen abgegeben. 68 Wagen und 16-5 Roder, davon allein 142 Solomaschinen, beteiligen sich an ber Gebrauchs- und Wirtschaftlichkeitsprüfung. die durch einige Sonderwettbewerde, wie eine Hangfahrt, mehrere Wafferdurchfahrtenf Anfahr- und Zustandsprüfungen noch bedeutend erschwert wird. Marken- und Favrilteams wurden für Wogen von Brenna- bor, Mercedes Benz. Wanderer und BMW. gemeldet, bei den Krafträdern finden sich Nennungen von Zundapp, Ardie, BMW, Viktoria, NSU, Puch und Triumph vor. • Hartmann & Braun AG, Frankfurt a. M. 3n der gestrigen AuffichtSratS- Sihung der Gefellfchaft wurden die vom Vorstände vorgelegten Abfchluhziffern für daS Geschäftsjahr 1931 genehmigt. Bei 2(bld)reibungen in gewohnter Weise (i. D. 177 117) brachte daS Geschäftsjahr zum erstenmal seit Bestehen der Gesellschaft einen Verlust, der mit 235 033 Mk ausgewiesen wird s i.D 7 v. H. Dividende auS 162 896 Mk. Reingewinn). Frankfurt: Aktien schwächer^enten fest. Frankfurt a. M., 2. 3uni. (WTD Drahtmeldung ) An der heutigen Börse setzte sich al- natürliche Reaktion auf die Haussebewegung des gestrigen Tages im Anschluß an die Abendbörse die Rückbildung der Aktienkurse weiter fort, während am Rentenmarkt die schon abends eingetretene Erholung beachtliche Fortschritte machte. Unter dem Eindruck der Unklarheiten über die Regierungsbildung und der weiteren politischen Entwickelung nahm die Spekulation Glattstellungen vor. zumal auch von der Dantkundschaft überwiegend DerkausS- a u f t r ä g c für Aktien Vorlagen. Das Geschäft hat eine merkliche Schrumpfung erfahren. Die Kursgestaltung war nicht ganz einheitlich, jedoch überwiegend etwas schwächer. Starke Kursbesserung hatten Dt. Linoleum zu verzeichnen, die etwa 3 Proz. anzogen. Schwächer eröffneten 3G. Elektrowerte, Kunstseideaktien und Montanwerte, bei denen Rückgänge von 1,5 bis 3 Proz. überwogen. Sehr schwach lagen Scheideanstalt, die mit Minus-Minus-Zeichen erschienen waren und schließlich 6.5 Proz. niedriger zur Rotiz gelangten. Verhältnismäßig gut behauptet blieben dagegen Reichsbankanteile mit 120 Proz , SchifsahrtSaktien, sowie unter Berücksichtigung des Dividendenabschlags Chadeaktien. Rach den ersten Kursen setzte sich zunächst eine leichte Erholung für einige Werte durch, die aber später einer neuenAbwärts- betoegung Platz machen mußte, weil die Der- kaussausträge des Publikums überwogen. 3m Gegensatz zum Aktienmarkt lagen festverzinsliche Werte auf der ganzen Linie stark erholt, wobei man Amtauschoperationen gegen Aktien beobachtete. Bei verhältnismäßig lebhaften, Geschäft lagen Gold- und Liquidationspfandbriefe, Reichsschuldbuchforderungen und teilweise auch Industrieanleihen 1 bis 1,5 Proz. hoher. Ebenso zogen Alt- und Reubesitzanleihe leicht an. 3m Verlause war die Haltung unsicher und die Kurse meist weiter abgeschwächt. Am Anleihemarkt gingen Altbesiy und ReichSschuld- buchforderungen ebenfalls etwa 0,25 Proz. zurück. Am Geldmarkt war Tagesgeld zu 5 Prozent weiter erleichtert. Berlin: ziemlich ruhiges Bild. Berlin, 2. 3uni. (WTB. Funkspruch.) Wie nicht anders zu erwarten war, trat heute nach der etwas überstürzten Aufwärtsbewegung der letzten Börsen eine Ernüchterung ein. Auch Wirtschaft. bei der Kundschaft ließ beute die Äaufneigung wesentlich nach, und der Orbcrcingang bei den Banken war lange nicht mehr so groß, wie gestern. Dor allem hielten sich Kaus- und Ver- taus-austräge etwa die Waage. wobei zu bemerken war. daß die meisten Austräge limitiert worden waren Die Umfatztätigkeit war [edenfallS schon kleiner, als gestern, und die Börse zeigte ein ziemlich ruhiges Bild. Hauptunsicher- beit-faktor war heute zweifellos die drohende Reickstagsauflösung. Der Reicksbank- auSweis für die letzte Maiwoche entsprach dagegen ziemlich den Erwartungen. Die Zunahme der gesamten Kapitalanlage um 373,6 Mill., die Abflüsse an Roten um 239.9 Mill und die Verminderung der Deckung auf 25 nach 26,5 v H sind reine 11 ItimoerfMeinungen. Dagegen mackte die ausgeglichene Devisendilan^tGold und Devisen haben sogar noch um 0.4 Mil Angenommen) einen ganz guten Eindruck. Die Anfangstendenz war uneinheitlich. 3m allgemeinen waren Aktien gegen gestern schwächer, während Rentenwerte beruhigter ui sein schienen Besonders die gestern stark gestiegenen Papiere büßten mehrprozentig ein. Wasserwerk Gelsenkirchen erschienen mit Minus- Minus-Zeichen und verloren 7 v H. Sontigummi, bei denen morgen der Dividendenabschlag vorgenommen wird, waren um 4 v. H. gedrückt, und auch Elektro Schlesien erschienen mit Minus- Minus-Zeichen. Dagegen konnten sich Linoleum- werte beachtlich belfern, und auch Kallchemie. Bayerische Motorenwerke und Gebrüder 3ung- hans waren um etwa 2 v H. höher notiert. Die gestern mittag stärker gedrücktenReichsbankanteile eröffneten 3 v. H. höher, gaben aber im Verlaufe einen größeren Teil dieses Gewinnes wieder her. Ueberhaupt bröckelten die Kurse nach Ansang meist bie zu 1 v. H. ab. Eontigummi gingen um weitere 3 v H. zurück Aber auch am 2£ n l a g c m a r 11 stellte sich im Verlaufe heraus, daß dock noch überwiegend Angebot vorhanden war Besonders bei den Papie- rcji, die gestern gestrichen werden mußten, war heute noch Ware da. Man rechnet daher mit Kurseinbußen biS zu 1.5 v. H. Deutsche Anleihen und Reichsschuldbuchsordcrungen waren dagegen behauptet, letztere in späten Fristen sogar eher fester ReichsbahnvorzugSaktien und 3nbuftrie- obligatiancn büßten dagegen biS ju 0,75 v. H. ein. Am GeIchmarkt machte die Erleichterung nach dem Ultimo weiter Fortschritte. Tagesgeld stellte sich in der unteren Grenze auf 5,75 v H. vereinzelt schon auf 5Sv. H Monatsgeld blieb 6 bis 8 v. H. nominell. Privatdiskonten waren auch heute weiter gesucht. Frankfurter Schlachtvichrnarkt. Frankfurt a. M., 2. 3uni. Auftrieb 116 Rinder, 1055 Halber, 37 Schafe, 656 Schweine. Es wurden notiert: Halber: beite Mast, und Saugkälber 39 bis 42 Mark, mittlere Mast, und Saugkälber 34 bis 38, geringe Kalber 28 bis 33, S ch w e i n e : voll, fleischige von etwa 240 bis 300 Psund Lebendgewicht 36 bis 39, von etwa 200 dis 240 Pfund 37 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 35 bis 30, fleischige von etwa 120 bis 160 Pfund 32 bis 36 Mark. — Marktoerlauf: Kälber und Schafe mittelmäßig, geräumt; Schweine ruhig, ausverkaust Singesanvi. (Für Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) An die Reichspost. Mit dem neuen Fahrplan der K r a f t p o st l i n i e Gießen — Gambach hast du mir und noch vielen anderen Fahrgästen keine Freude bereitet. Du hast es uns unmöglich gemacht, den Omnibus weiter zu benutzen, da Samstags kein Miltagsautv nach Gießen fährt. (Sowohl 12.15 als auch 14.10 ab Garn- bach verkehren nicht.) Mittwochs und Sonntags laßt du beide laufen! Falls du uns also weiterhin al» Fahrgaste behalten willst, lege bitte eine« der beiden Samstag« wieder ein! XV. E. Kirchliche Nachrichten. Israelitische Gemeinden. Israelitische Religionvgesellschafi. Sabbatfeier den 4. Juni. Freitag abend 7.40 Uhr; Samstag vormittag 8; nachmittags 4: Sabbalausgang 9.30. — Wochen- gottcsdienst: morgens 6.30; abends 7.15 Uhr. Sprechstunden der Reduktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bl» 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt elngesandle Manuskripte ohne bcigefügtes Rückporto wird keine Gewahr übernommen. Anzeigenausträge sind lediglich an die Geschäft» st eile zu richten. Kurszettel -er Berliner und Frankfurter Börse. Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 5 o.H, Lombardzinsfuß 6 v. H. .viünl'ut u. 2Ji. Serim Gchluß» lur# | 1-Uhr» Äu'rt tur« 1 SInfang» Äurt Datum 16. 2.6. 1.6. 2 6. f.°„ DeurldK SIetd)*6nieibe o. 19?". • 51 — 49,75 — 7% De,»Ich, Retdifcmleibe b.1929 57 — 56.5 — ^ciung.Mnleibe von 1930 53,5 — 50 — Teuilch.' Anl -Ablöi.-Schuld mii AuUoi.-Rechicn....... 37.9 38 37,75 37.65 $c4fll. ohne «uUo|..9ted>te . . 2,9 3,05 2,95 2,95 6% -ei'. velttstaai von 1929 irüd^bt». 102%)..... — — 41,5 — Cberbeilcn Provinz-Anleibe nm Aul oj -Rechten...... - — — — Teutfdie Komm. Lammelabl. «nleibe Serie 1...... 8% «rankt. Hvv. San! »olbpfe 15 unlünbbar bt# 1935 . - 7% firorilf. Hvp.-Banl («olbbfe unkündbar btt 1936 Serie 16 . 33,4 67 1 1 33,75 1 1 66,75 — — — 4U% Krankt. Hlsp.-Bank Liqu.» •Efanbbriefe......... 78 — — — 4Vi% Äbetaiidje -Bank-Liqn- Soldpse........... 8% Pr. LanbespfandbriesanstaU. Psandbriese R. 19...... 74,25 — — 68,5 — — — 7% Pr. Lanbetpsanbbriefonstalt. Psanbbriete R- w ... - — 4% CeßerretcMrije Goldrenke . 7,5 - 7,25 — 4 »0% Ceficrrridrtfdic eübenenir 0,75 — — — 4°n Ungarnchc Golbrcnle . . . . 4,65 — 4,7 — 4% Ungarn die -toatvrente v. 1910 — 5 4'.% be»gl. oon 1918..... 4,25 — — 5% abgeft Solbmexttaner von 99 5 — — — 4% Tüdütbe SoUanlabe von 1911 2 — 1,95 4% iuriildie Äagdabbabn-Anleihe Serie I........... 2 — — 4% desgl. Serie II..... 2 —— 2 6% Mumän. eereinh. ‘Rente P. 1903 4,13 — 4,2 — 4H%9iuinän.ücretnb.9ientcB.1913 4% tomämid'e vereinh. Rente . 3,6 — 7 3,55 6.5 3,5 2)6% I. Mratolter...... — — 15,6 15,4 trrantfuri a. Dl. Seriin 6»iu6- hir< 1-Ubr» (rd>lu6- für# 1 Anfang» flur# Pafum 1.6. 2 6. 2 6. vamburg-stncnla Pake, Hoinburg-Lüdom. Dampfschiff. 0 Han)a Tamufld-i'f .....0 Rerbbeutschet 1'lonb.....8 a.iM. für «erfebr Jtnefen Skt. . . Berliner Handeltgelellschoft . 8 Commerj. und Brivot-Bank . 7 Tarmftäbtet und Rationalbank 8 Deutsche Bank und Tüconto4leitilf: ®< ieUfdiaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Dektrijiläi .... 9 3»uden & ttfl.......11 Si-menl L Hal»ke.....14 LabmeyerL Co.......12 SutTOB..........4 Td-tschr Erb»,.......5 Geilenkirchener.......8 Haroener..... 0 . ich Ersen.........6 .in.- Bergbau.......10 ßlrdneroede........6 ft»ir..Seuefiee.......«M DcnnHmann.S?einen .... 6 Man» sei der Bergbau ..... 0 Cberidilel. . . . . 8 Pbönil Bergbau......*Vi R deinNkche Vviankohi« . . . 10 aibeintobl.........6 14,25 15,75 19 34 19 120 23,4 64 54,75 121 79 41,5 40,5 15 19 169 41 12.9 14 120 22,25 63.5 52.5 58.75 118 26.5 41 43.5 39.75 18.5 39.5 12.75 21.5 13.75 29.5 85 16.25 19 34 19 118,5 23 18 63.5 63.75 38.75 54,75 68 59 120.5 80 26,13 65 42 27.75 138.5 25.25 39.75 15 34,4 18.9 169 40 1265 13.4 27.75 121/5 22.25 61,5 63.5 36 52,9 58.75 118,5 79 26,25 62.25 40.5 42.79 27.75 135 24,75 39.5 34.5 18,25 166.5 39,25 Franttvn o. Äl. 1 Äerlln Schluß-, lur4 1 i-uhr- | Änr4 | iur« । «nianq- flure Datum 16. 2-6. 1-6. 26. Wtcbed 'JRontan . . . 7,2 —- — — — Bereinigte ^rahlwerke . 4 16,4 15,75 16.5 15.9 Ctact Minen .... . . 16", — — 11 10,75 Sollwerte •.Hd'etJIeben 10 94 — 93 91 Kaliwerke Ueftetegeln . . . 10 102,5 — 104 101.5 Kaliwerke öalibetiurtb IS 159,5 158 3. ffl. Rarben-3nbutoie U 92,75 91 92,9 91,65 Verein, eben. 3nbuftrie JJrant surt a. M...... — — — — eOh ibeonftalt .... «MM 10 145,75 139,5 — _ Gclblchmibt..... . 0 21 — 20,5 18 26,5 26,5 27,25 27 MetaUgeselllchast. . . . 5 — 27,5 28 — Pbilwv Holzmann . . . 8 36 — 36 34.5 Zementwerk Heidelberg Cetnentwert Karlstadt. . . . * 7 41 38.5 5Sac6 & Freytag . . . 0 4,5 — Schullbei- Ratzeubofer 15 — — 55,25 55 Stu (üUgenetne fiunfifcibel 0 35.25 34.5 34.75 34.25 Lemberg...... 0 36 — 35.65 33 75 Hellftoff Ealtbof . . 12 —— — 23 26.75 Zellkioss BlchaUenburg 6 — — 21.5 — xeiiauer «Nc; . . . . . - . . 9 — — 84.5 83 TainUer Moioren . . . 0 12 — 12.75 11.75 Teutsche ‘-tr.- leum . . 5 30 33 30.25 33.5 Crenftein & Koppel . . 0 — — 24.65 23 Leonharb Tie« . . . ... . 8 — — 54,5 54,75 Svenska...... 15 — — 9 — Etzabe ....... - - 192,75 188.5 Frankfurter Maschinen — - —- - (Mriiner...... . . . . c 17,5 — i’2aniltahwette Höchst M.. . 6 50 — — Sübdautsch« Zlüker . • • • 10 102 — 97,5 - Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 211. Banknoten. 1-Iunl 2. Juni «mtllche Xetterung Geld | 2rle* emthdx Notierung Geld i Zrte« Helslngfor« . iSUn. . . . trag . . . Bubapeft . . Sofia . . . Holland . . . . . Ke penbogen. ctodbolm . London. . . Suenoi Lire« Reueort . . Brüssel. . . Italien. . . Pari« . . . Schwei« . . Spanten . . T anzig. . . Japan . . . Rio t-e 3 an. Iuaojlawieu. Liliabtm . . 7,173 51.95 12,465 3,057 170,78 77,22 84,72 79 72 15,48 0,968 4,209 58.32 21,62 16.61 82.39 34.77 82.62 1.339 0,324 7,423 14.14 7.187 52.05 12,485 3,063 171 .12 77,33 84.88 79.88 15.52 0,972 4,217 59.04 21.66 16.65 82.55 34,83 82.78 1.341 0.326 7437 14,16 7,163 51,95 12.465 3,057 170,78 77,22 84,77 79.57 15,50 0,958 4,209 58,89 21,62 16.61 82.39 34,77 82.62 1,353 0,324 7,423 14,14 7,177 52,05 12,485 3,063 171,12 77,38 84.93 79,73 15,54 0,962 4,217 59,01 21,66 16,65 82,55 :-4.i3 82.78 1.361 0,326 7,437 14,16 Neriln. 1 Juni Geld Bnel 1 --rikanü Le Roten....... Seinld-e «toten......... Tünu'che Rote«......... Sngld&e Roten ....... Ftonzöstlchk Roten...... . Hollon di« chr Rete»........ IUrliemsche Roten........ Rorwegrsche Roten........ Teutsich-criterteub, 4 100 Schilling Rumänische Roten........ Schmedisd-e Roten........ Schweizer Roten. ........ Spanisch» Roten......... Ungarische Roten........ 4,20 58,76 14,53 15,44 16,57 170,41 21,56 77,05 2,495 79.54 82,21 34,63 4,22 59,00 84,87 15,50 16,63 171,09 21,64 77,35 2,515 79,86 82,53 34,77 4252 D Was bringt Neues Zehn-Länder-Kaffee-Haus Seltersweg Nr. 71 Ausnahme-Tage Schaufenster sagt Ihnen alles! In unserer 4225 a Stoff-Woche! bringe^ wir Wasch-Kunstseide ab 28 B'woll-Musselin ... ab 28 Woll-Musselin....।.. ab 85 5(Hmü(HER GIESSER Einige Preislagen aus diesem vorteilhaften Angebot; Steppdecken mit guter Wollfüllung, mit Satin oder Kunstseide, per Stück 10.70 14.25 16.60 17.00 usw. Während dieser Tage 11© Prozent Barrabatt auf alle Decken 4243 A 10 billige Steppiteta-Taife Einladung zur ordentlichen Ausschuß-Sitzurig auf Freitag, den 10. Juni 1932, abends 8*/2 Uhr, im „Gewerkschaftshaus“, Schanzenstraße. Mein Laden-Umbau verhindert die Schaustellung von Waren I Tagesordnung: 1. Abnahme der Jahresrechnung 2. Bericht der Revisoren 3. Die Auswirkung d. Notverordnungen 4. Verschiedenes. Wegen der Wichtigkeit des Beratungsstoffes werden die Ausschußmitglieder höfl. gebeten, möglichst vollzählig in dieser Sitzung zu erscheinen. Höflichst lade ich deshalb zur zwanglosen Besichtigung derselben in meinen Geschäftsräumen ein. Nebenan, im „Saalbau Sauer“, der schon seit einiger Zeit meinen Geschäftsräumen angegliedert ist, habe ich vorübergehend den Verkaufsraum eingerichtet, in dem, wie auch in den übrigen Geschäftsräumen. die Waren übersichtlich aufgebaut sind. Kommen Sie bitte, denn die Auswahl in meinen neuzeitlichen Gartenwerkzeugen, Gartenmöbeln, Rasenmähern, Eisschränken, Kühlschränken und all dem, was besonders jetzt in Küche, Haus, Hof, Garten und Feld gebraucht wird, ist groß. 4231 D Der Vorsitzende des Vorstandes. tfraneJfaare nuhl färben/ Das seit Jahren bewahrte biologische Haarstärkungs* /V wasser ENTRUPAL ges. gesch.führt den geschwäch» ten Haarwurzeln die verbrauchten Pigmente (Färb- J. B. Häuser, Gießen Eisen Warenhandlung • Am Oswaldsgarten • Fernruf 2145-2146 Stoffe) zu, sodaß graue Haare und Nachwuchs auf natürliche Welse die ehemalige Farbe wiedererhalten, daher Fehlfarben ausgeschlossen. Kopfschuppen u. Haarausfall verschwinden nach kurzem Gebrauch. Flasche RM. 4.82. Prospekt kostenlos. 2871 V Drogerie 0. Winterhoff, Gießen, Kreuzplatz 9/10 Akademiker wünscht Unterricht in Spanisch Schrift!. Ang. unt. 03452 a. b. G. A. Akademiker wünscht Unterricht in Russisch Schrift!. Ang. unt. 03451 a. d. G. A. 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Die deutsche Motorrad - Meisterschaft 5» Juni 1932 • Beginn 10 Uhr vorm. ■ Ueher 120 Nennungen — .17 Seitenwagen am Start B Bnllus — Rüttelten — Bnuhofer — Soenius Loof - Frentzen - Klein - Kahrmann - Kratz Karten-Vorverkauf bei | Annoncen - Ewedition Benner L Wagner Neuenweg 50 — Telephon 2559 Kraft-Sonderposten nach Schotten zum Motorradrennen „Rund um Schotten“ am 5. Juni. Hin-und Rückfahrt Mk. 3.00. Kartenausgabe Postamt Bahnhofstraße, Schalter 6 — Abfahrt: Postamt 7 Uhr, Ludwigsplatz 7.05 Uhr. -248 D Strumpfe Strümpfe Strümpfe rand oder Pf. mit Doppelsohle Paar Herren-Fantasiesocken, Mako, mit Kunstseideneffekten oder Rand Paar ■ Mk Damenstrümpfe, künstl.Waschsd., feinfäd. u. haltb., oder platt., maschenfest, dah. äußerst strapazierfähig, oder Herren-Fantasiesocken, Flor od. 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