Hau ü^ute Me« 7 und u3 l* «■ JÄ5 'cC’laHtTl,UtUen?9t iun9en N^acht 8 " 3ei,'ibt-"4,^ * t,„ 'IJn i»r *" ; ** »«M. nicht! 68 QU|S U( "**SÄte saixkl*" ■Xttn, mit L?01.bann ' w R(”W ob« i 5)ohot immer f0 ge. »,SLL° J. ^ber ein bißchen °e. Mnd ®*Nl |- jlbenb unter fremden bliebt! $aHc '.Nr waren oft Leibe- 7 ^r M in dL ’c~ vielleicht schon heule da/olles mit zu genau, wm alten treuen Herzen, Tr iein ®lüd gesunden lFortsetzung folgt , 7X’.S8S3 8 'S LUFT- GEKÜHLTE UND WASSERGEKÜHLTE ATE ■kalten* kSCHINEN lisdiungen iichrasen 3M7V etung: Marburg a.d.Lahn |126 Telephon 191 Sie die Automesse uai auf dem EintrlttsPrel8 50 ickentspf und z«’£( jch zuverl .gehenden QuaUtit )D Weiden Br. 102 Erster Statt 182. Jahrgang Montag, 2. Mai 1952 Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags. Beilagen: Die Illustrierte Gießener Familienblätter ßeimat im Bild • DieScholle Monats Bezugspreis: Mit 4 Beilagen RM.1.S5 Ohne Illustrierte , 1.80 Zustellgebühr .. , -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt. Hernsprechanschlufie unter Sdmmelnummer 2251. Anschrift fstr Drahtnachrichten: Anzeiger Gieße«. PostschecNonto: $r an hart am Main 1168«. GietzenerAnzeiger General-Anzeiger für Vberheffen vnnk vnd Verlag: vrühl'fche llniverfitätr-vvch- und Stehibnidcrei R. Lange in Gietzen. Schristleitung und Geschäftsstelle: Zchulstratze 7. Annahme von Anzeigen für di« Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen von 27 mm Vreite örtlich R, auswärts 10 Neichspsenmg; für Reklameanzeigen von 70 mm Preu« 35 Reichspfennig, Platzvorschrift 20 , mehr. Chefredakteur Dr. Frtedr. Wilh. Lange. Verantwortlich für Dolitik Dr. Fr. Wilh. Gange; für Feuilleton vr.H.Ttmriot; für den übrigen Teil Ernst Dlumschein und für den Anzeigenteil Mar Filter, sämtlich in Gießen. Oie Kammerwahlen in Frankreich. Eine klare Entscheidung erst im zweiten Wahlgang. — Bisher ein Ruck nach links spürbar. Das bisherige Ergebnis. Paris, 2. Mai. (IDIB. Junffprud).) Um 6 Uhr lag das Ergebnis aus 607 wahlbezir - k e n vor. vier wahlresultatc stehen noch aus. Die im ersten wahlgang endgültig gewählten Abgeord- nclen verteilen sich nach der ftavas-Slalistik wie folgt: Rechtsstehende 3 Mandate, Gewinn 0, Verlust 1: Marin-Maginot parteien 72 Mandate, Gewinn 6, Verlust 8; Linksrepublikaner 33 Mandate, Gewinn 2, vertust 10; Rechtsstehende Radikale 23 Mandate, Gewinn 4, Verlust 1; Radikale 60 Mandate, Gewinn 4, Verlust 0; Sozialrepublikaner 17 Mandate, Gewinn 2, Verlust 1; Sozialisten 40 Mandate, Gewinn 3, Verlust 2; • Kommunisten 2 Mandate, Gewinn 1, Verlust 1. Zum Verständnis der Statistik seien folgende Parteibenennungen von rechts nach links angegeben, soweit möglich sind auch die Zahl der Mandate ausgeführt, die die im übrigen sehr losen Gruppen in der letzten Kammer inne* hatten: 1. Unter der Bezeichnung Rechtsstehende sind zu verstehen: die Reaktionären, Royalisten und Bonapartisten. 2. Alsdann folgt zusammengenommen die Partei Marin und die Partei Magi- not, zu welcher Gruppe auch die Katholischen Demokraten hinzugezählt werden (85). 3. Unter der Vezeichnung Linksrepublikaner ist die Fraktion Tardieu zu verstehen (63). 4. Unter der Vezeichnung rechtsstehende Radikale sind vereinigt: die Radikale Linke (ehemalige Fraktion Loucheur), die Gruppe der Unabhängigen Linken und Gruppe Franklin-Vouillon (93). 5. Die Radikalen (Herriof) (109). 6. Sozialrepublikaner, zu denen auch die rechtsstehenden Sozialisten (Chabrun) gerechnet werden (13). 7. Die Sozialisten (13). 8. Die Kommunisten (11). Oer erste Eindruck. Mistcrfolg der Frnltion Tarbicu. pari», 2. Mai. (ERB. Funkspruch. Eigene mdbang.) Die französischen Kammerwahlen haben eine außerordentliche Anzahl von Entscheidungen i m zweiten Wahlgang notwendig gemacht. Der zweite Wahlgang spielt sich nicht zwischen zwei Spihenkandidaten ab. sondern wird ein neuer Kampf, bei dem sogar neue Kandidaten austrelen können. Ls werden also die Kombinationen entscheidend sein, die getroffen werden. Rach dem bisherigen Ergebnis läßt sich folgendes fcftstcllen: Die Lxtremen Links und Rechts scheinen starke vertu st e erlitten zu haben, besonders die Rechtsstehenden. Außerdem hat im ersten Wahlgang die Fraktion Tardieu den stärksten Mißerfolg erlitten. Sic bucht bereits einen Verlust von nicht weniger als 8 Mandaten. Auffallend ist, daß die Radikalen bis fehl nur G e - winne und keine Verluste zu verzeichnen Haden, während bei den Sozialisten sich das Absonderliche zeigt, daß im ersten Wahlgang 40 ihrer Kandidaten durchgekommen sind, während sie 1928 im ersten Wahlgang nur 15 Mandate an sich brachten. 3m ganzen genommen, läßt sich, soweit der erste Wahlgang einen Ucberblitf gestaltet, anscheinend ein Ruck nach Links feststellen. Ob dieser Linksruck im zweiten Wahlgang noch so stark ausgeweitet werden kann, daß er eine Konstellation der Linksparteien ober eine Konzentration mit ben Radikalen, unter Aus- schtuh der Marin-Gruppe, ermöglicht, stehl dahin. Erste preffestimmen. Widersprechende Meinungen. Paris. 2. Mai. (MTV. Funstpruch.» ..Ma- tin“ glaubt nach dem allgemeinen Eindruck der bisher bekannt gewordenen Wahlergebnisse c i n ziemlich ausgesprochenes Abgleiten nach links feststellen zu können. Die Stichwahlen dürsten für die Linksparteien noch viele Gewinne bringen. — „Q uot.id i e n" (radikal) ist davon überzeugt, daß der zweite Wahlgang einen vollen Sieg der Linksparteien bringen werde. — ..O euere" (radikal) will zwei Tatsachen feststellen, k den beträchtlichen Stimmenverlust. den die Rechte erlitten habe, und 2. die starke Anzahl von Wahlbezirken, in denen ein zwei- ter Wahlgang erforderlich sein wird. Das Vlatt meint, daß die Radikalen, wenn He Disziplin zu wahren wissen, am kommenden Sonntag einen eklatanten Erfolg würden feiern können. Der sozialistische „Populaire" stellt fest, daß die Sozialisten bereits im ersten Wahlgang eine viel größere Anzahl von Kandidaten durchgebracht haben, als ün Jahre 1928. Man könne schon jetzt behaupten, daß die sozial! st ische Fraktion in der neuen Kammer stärker vertreten sein werde, als in der alten. — „F i g a r o" dagegen will den Eindruck gewonnen haben, daß die S o - zialisten und die Kommunisten stark verloren hätten, halt es aber für notwendig, daß d i e Rechtsparteien sich gewaltig zusammennehmen, wenn sie wollen, daß die nationale Einigung am kommenden Sonntag nicht in Gefahr gerate. — ,,'Bictoire" meint feststellen zu können, daß imElfaßdie Regionalisten einen eklatanten Erfolg davongetragen hätten. — Hingegen glaubt ,,O u e v r e" einen Rückgang der autonom! st ischen Stimmen finden zu können. Wiedergewähtt wurden: Don früheren Abgeordneten sind u. a. wieder- gewählt worden Francois P i e t r i, der Minister für nationale Verteidigung, der Sozialist A u r i o l. Der bekannte Deutschenseind Francois- Do u i l l o n muß dagegen sein Mandat i m zweiten Wahlgang verteidigen. 3n Telfort ist Ministerpräsident Tardieu mit 12178 Stimmen wiedergewähtt worden; fein ernstester Gegenkandidat, ein Radikaler, erhielt 2852 Stimmen. Bemerkenswert ist von den bisher vorliegenden Ergebnissen die Riederlage des Generalsekretärs der Sozialistischen Porter. Paul Faure, in Creusot. In Rantes und Bordeaux haben die Sozialisten zwei Linksrepublikanern 'Fraktion Tardieu) Eitze abgenommen. In Lyon sind außer Herriot noch zwei Radi- Straßburg, 2. Mai. (TU.) Funkspruch. Die Wahlen zur französischen Kammer haben erst in fünf von 16 elsäfsischen Krei - s e n eine Entscheidung gebracht. Unter den Gewählten befinden sich vier bisherige Abgeordnete der zur sogenannten Volksfront zählenden Elsässischen Volkspartei (Zentrum), während die Gegner dos Autono rnismus zunächst nur in dem teilweise französisch-sprachigen Kreis Sch leit st ad t das Mandat des früheren Unterstaotsfekretärs Dr. Oberkirch retten konnten. Der hier in letzter Stunde ausgestellte Autonomist Hauh. der b.sher Abgeordneter von Colmar war, hat ihn jedoch stark bedrängen können. Auch in den Kreisen, in denen es zu einem zweiten Wahlgang kommt, ist ein Rückgang der Heimatbewegung nicht eingetreten. Vemerkenswert ist. dah jetzt auch im Wahlkreis Straßburg I trotz der großen Zahl eingewanderter Franzosen die Wiederwahl eines Sozialisten von der Wahlhilse der bürgerlichen Rationalisten abhängig geworden ist. 2n Straßburg II ist dagegen die Wiederwahl des Heimattreuen Kommunisten Maurer kaum gefährdet. In Straßburg- Land stehen den 8000 Stimmen des bisherigen demokratischen Abgeordneten, des früheren Unter- staats'ekrelärs Frey, jetzt 5400 Stimmen des Autonomistenführers Dr. Roos gegenüber. Im Ober - Elsaß ist der zahlenmäßige Erfolg des im Autonomistenprozeß von 1928 verurteilten Heimatrechtlers Rosse beachtenswert. Er steht mit rund 8900 Stimmen weit über drei autono- Oie Dorsiandssitzung der Ienlrumspariei. Tic letzten Entscheidungen bleiben der Rcichspartcileitung Vorbehalten. V e r l i n . 30. April. (CRV. Eigene Meldung., Ueber die heutige Sitzung des geschäftsführenden Vorstands der Zentrumspartei, über die bereits kurz berichtet wurde, wird parteioffiziös folgendes mitgctcilt: ..Der gcschäftsführende Vorstand der Deutschen Zentrumspartci hat am Samstag unter dem Vorsitz des Prälaten Kaas im Reichstag eine mehrstündige Sitzung abgehalten, die vollzählig besucht war. Zur Erörterung standen die sachlichen Fragen, die die deutsche Politik in der nächsten Zeit zu bewältigen hat vor allem die außenpolitischen Ziele. Stärkung der Vinnenwirtfchaft. die Frage der Arbeitsbeschaffung. der Siedlung und des freiwilligen Arbeitsdienstes. In der Lötung dieser sachlichen Aufgaben lieht die Zentrumspartei allein die Gewähr für eine Ueberwindung der wirtschaftlichen Krise und für einen außenpo li tischen Erfolg, der die Freiheit und volle Gleichberechtigung des deutschen Volkes in sich schließen muß. Dem Reichskanzler, der für kurze Zeit der Sitzung beiwohnte, wurde der Dank für feine tatkräftige Vertretung des deutschen Rechtsstand- punftes in Genf zum Ausdruck gebracht. In einer Rachvrüfung derErgebnilse der Länderwahlen wurde mrt großer Ge- fale und ein Sozialist gewählt In Provins ist der radikale Abgeordnete Auge wiedergewählt worden. Der bisherige Abgeordnete Lorin (Fraktion Maginot) ist heute abend, während er in seinem Wahlbureau auf die Verkündung der Wahlergebnisse wartete, plötzlich gestorben. 3n Paris wurde ferner der ehemalige Finanzminister Lasterey als Mitglied der Gruppe Marin, sowie der ehemalige Luftfahrtminister D u m e s n i l und der blinde Abgeordnete S c a» pini gewählt (Gruppe Tardieu». Der Ersatzkandidat für den aus der Kammer ausgeschie- denen französischen Dotschafter in Berlin, Francois Poncet, der Chefredakteur des ..Echo de Paris", Henry de Kerrelis, ein schlimmer Dcutschenfresser, kommt in die Stichwahl. Wieder- gewäylt wurden u. a. Finanzminister Flandin, der sozialistische Abzeo.dnete Renaudel, ferner der radikale Abgeordnete C h a u t e m p s, der fozialistische Abgeordnete Leo Blum in Rar- bonnc. (Dlum 6226 Stimmen, der nächstfolgende Kandidat, ein Radikaler, erhielt 2926 Stimmen, der darauf folgende Kandidat der Marin-Gruppe 1344 Stimmen.) Der Bürgermeister von Roubaix, L e b a s (Sozialist) und der Bürgermeister von Lille. S a I c n g r o (Sozialist), der ehemalige Ministerpräfident Painleve. der Abgeordnete Louis Marin, der Kammerpräasident und sozia- listifche Abgeordnete Fernand D o u i f f o n, der Abgeordnete Tai11inger in Paris, der Abgeordnete General de Saint-Iust (Fraktion Marin). mistenfeindlichen Gegenkandidaten, die mit 2500 bis 3600 Stimmen hinter ihm zurückstehen. Besonders bemerkenswert ist. daß der bisherige Abgeordnete von Mülhausen, der Sozialist Grumbach. in gefährliche Rachwahl gegen einen Demokraten und einen katholischen Heimatrechtler geraten ist. In 3 a b c r n ist der Autonomist Dahlet seinem national-französischen Gegenkandidaten um 600 Stimmen überlegen. Eine Gefährdung seines Mandates bedeuten hier 1000 Stimmen eines nicht zur Volksfront zählenden Kommunisten. Wiedergewählt wurde der regionalistische Abgeordnete Sturmci, und zwar in Altkirch, ferner der reaionaliftifdje Abgeordnete Heck in Holsheim. In Thann wurde ebenfalls der regionalistifche Kandidat Brom gewählt. In Stichwahl stehen in Erstein der Regionalist Seltz, in Hagenau der Regionalist Michel Walter. Ferner stehen zur Stichwahl in Straßburg der sozialistische Abgeordnete Georges Weill (ehemaliger Reichstagsabgeordneter), in Mühlhausen der regionalistifche Abgeordnete Progly, in (9 e b ro c i • I e r der regionalistische Kandidat Bilger. In günstiger Position für die Stichwahl befinden sich der schon erwähnte regionale Kandidat Rosss in Colmar mit 8894 Stimmen, während der ihm am nächsten stehende .Kandidat 3630 Stimmen erreicht hat. In aussichtsreicher Stichwahl steht in Weißen- bürg der regionalistische Kandidat Elsässer gegen den ehemaligen Abgeordneten Weydmann von der Fraktion Marin, einen der Führer der antiregio- nalistifchen Bewegung. nugtuung scstgestellt. daß die Anhänger der Zen- trumspartci in vorbildlicher Treue die fachlichen Ziele der Partei erkannt und gewürdigt haben. Dafür der gesamten Wählerschaft zu bauten, betrachte der Vorstand als (eine besondere Pflicht. Das Zentrum ging aus den Wahlen verstärkt hervor und wird damit auch fernerhin die Fortführungeiner aufbauenben nationalen Realpolitik gewährleisten. Die im Einverständnis mit dem Re ich spart ei- sichrer verösfentlichte Erklärung der preußischen Zentrumspartei am Wahltag fand die einstimmige Billigung des Vorstandes, und die in ihr niedergelegten Richtgedanken sind auch von den Vertretern der übrigen Landesverbände der Zentrumsvartei als maßgebend anerkannt worden Auf Grund dieser einmütigen Auffassung wurde festgestellt. daß die letzte Entscheidung über alle notwendigen Entschließungen der Reichsparteileitung Vorbehalten bleibt. Der Vorsitzende konnte am Schluffe der^ Verhandlungen m;t Stolz hcrvorheben. daß Führer und Wählerschaft, in einheitlichem geschloffenen Willen verbunden, die großen vaterländischen Aufgaben in dem Glauben an Deutschlands Kraft erfüllen werden." Zu der parteiamtlichen Mitteilung verlautet von unterrichteter Seite ergänzend, daß Reichskanzler Drüning in einer fast einstündigen Rede di« zur Zett brennenden außenpolitischen Fragen behandelt hat. Man geht daher nicht febl in der Annahme, dah bei der Entscheidung deS Zentrums über die Folgerungen. die aus dem Ergebnis der Länderwahlen zu ziehen sind, auch diese außenpolitischen Fragen eine nicht unerhebliche Rolle spielen werden, wobei sich das Zentrum nach wie vor bereiterklärt, im Sinne deS bekannten Aufrufs des Vorsitzenden der Preußischen Zentrumspartei mit allen den Gruppen jufammenjuarbeiten, die sich auf den Boden der Verfassung zur Mitarbeit bereitfinden. Der Ton der amtlichen Verlautbarung liegt auf dem Schlußsatz, wonach die letzte Entscheidung der Reichsparteileitung Vorbehalten bleibt, weil die Verhältnisse in Preußen nicht ohne Rückwirkung aus die Reichspolitik bleiben würden und im übrigen die Dinge in anderen Ländern ganz ähnlich liegen, wie in Preußen. Or. Goebbels über Genf. Nationalsozialismus und Außenpolitik. V e r l i n, 30. April. (XU.) In einem Artikel mit der Ueberschrift ..Genfer Abgesang" stellt der nationalsozialistische Reichstagsabgeordnete Dr. Goebbels fest, daß die Genfer Abrüstungskonferenz aus ihrem toten Punkt äuge langt fei. Er schreibt dann u a. folgendes' Auch Herr Dr. Brüning wird mit uns der Meinung fein, daß mit den Organisationen des Pazifismus. die in Deutschland das große Wort reden, auf dem Kampsseld internationaler Entscheidungen nicht viel Staat gemacht werben kann. Dr. Brüning konnte in Gent mit Recht darauf verweisen, daß Deutschland nicht nur toaffen- mäßig. sondern auch seelisch und moralisch abgerüstet habe. Er hatte soeben die SA. und die SS. verboten. Damit war einer der wenigen Faktoren des deutschen Widerstandes zerschlagen. Soweit der deutsche Widerstand in Menschen und Organisationen in die Waagschale der Entscheidungen hineingelegt werden konnte, hatte Brüning selbst ihn durch Machtspruch des 8 48 lahmgelegt Das war sein verhängnisvoll st er Fehler. Auch wenn er den Rationalsozialismus innenpolitisch nicht gebrauchen tonnte, auch wenn bet ihm seine parlamentarischen Positionen zerschlug — er hätte sich niemals dazu herbeilalsen dürfen, ihn außenpolitisch als letzte Rückendeckung aufzugeben .. Ts wird erzählt, daß der Herr Reichskanzler sich nicht mehr des uneingeschränkten Vertrauens des Herrn Reichspräsidenten erfreue Brüning hat sich nicht nur feine Parlamentsmajorität, sondern auch den Herrn Reichspräsidenten selbst immer wieder gefügig gemacht durch den Hinweis auf die schwebenden großen außenpolitischen Probleme. Run stehen wir trotz aller Opfer auch außenpolitisch wieder vor verschlossenen Toren Wäre es nicht angebracht, daß der Herr Reichspräsident es nun einmal ausurn- gekehrtem Wege versuchte, daß er Herrn Dr. Brüning fein Vertrauen entzöge, den Reichstag auflöste, bas Parlament in ilcbcrcinftiinmung mit dem Dolkswillen brachte und von dieser Position aus mit neuen Männern und neuen Ideen das deutsche Schicksal in Angriff nehmen ließe? Ein Arbeiisbeschaffungs» Programm des Reiches. Kinauzierung durch Prämicuanlcihc. D e r l i n. 30. April. (TU.) Rach der Rückkehr des Reichskanzlers werden Anfang nächster Woche die durch die Genfer Reise Brünings unterbrochenen Beratungen des Reichskabinetts über eine Reihe wichtiger finanz- und wirtlchastspolitischer Fragen fortgesetzt. Die ersten drei Tage der Woche werden Haushaltsfragen gewidmet sein. Im Mittelpunkt der Kabinettsberatungen wird ein umfangreiches Arbeitsbeschaffungs- Programm stehen, das von den zuständigen Ressorts in der Zwischenzeit kabinettsreif /gemacht worden ist. Um die für die Durchführung der Pläne erforderlichen Mittel herbeizuschaffen, ist die Auflegung einer großen Prämienanleihe geplant, die ähnlich wie die seinerzeitige Reichsbahnanleihe mit besonderen Vorzügen ausgestattet werden soll. Der Vorzug soll nach den bisherigen Absichten im wesentlichen in einer möglichst weitgehenden Steuerbefreiung liegen. Einzelheiten über den Gewinnplan liegen noch nicht fest, doch soll mit derRückzahlung bereits nach verhältnismäßig kurzer Zeit begonnen werden. Unter Hinweis auf den Erfolg der seinerzeitigen Reichsbahnanleihe ist man in amtlichen Kreisen auch hinsichtlich des Ergebnisses dieser Anleihe guter Hoffnung. Im Zusammenhang mit dieser Frage wird (ich das Reichslabinelt dann weiter mit dem Problem der Arbeitsdienst pflicht oder, wie man an unterrichteter Stelle sich auszudrücken vorrieht, des Freiwilligen Arbeitsdienstes beschäftigen. Inwieweit eine Ausdehnung des freiwilligen Arbeitsdienstes an- gestrebt werden kann, ist naturgemäß in der Hauptsache einefinanzielle Frage Wenn den Schulentlassenen die Möglichkeit gegeben werden soll, sich im Rahmen des freiwilligen Arbeitsdienstes zu betätigen, so wird die Regierung nicht umhin können, ihnen vielleicht über die für die Arbeitslofenauszahlungen festgesetzte Frist hinaus ein Existenzminimum zu gewährleisten. Das Wahlergebnis im Elsaß. (SünNiger Stand der Heimatbewegung. Wie wird die Eniwillwng in Preußen gehen? Plante Polen einen Handstreich ans Danzig? Sensationelle Nachrichten englischer Blätter sprechen von einem Lleberfall der polnischen Flotte auf Danzig, der {yr Sonntag beabsichtigt gewesen sei. London, 2. Mai. (IBIB. Funkspruch.) Daily Expreß veröffentlicht in sensationeller Aufmachung einen Bericht seines Sonderkorrespondenten in Danzig, indem es u. a. heißt, Polen habe seine Pläne für die v e s ihergreisung des Freistaates Danzig fcrtiggestellt. Nur ein in letzter Stunde erfolgter Schritt Frankreichs habe verhindert, daß die polnische Flagge gestern abend über Danzig mehle. Der Korrespondent sagt: Die maßgebendste Persönlichkeit an Ort und Stelle — kein Pole oder Danziger — habe ihm erklärt: „die Polen haben den Kopf verlöre n". Die Behörden hätten befürchtet, daß die polnische Flotte in den Danziger Hasen einfahren und wie im Falle der Wegnahme von Wilna sie selbst vor eine vollendete Tatsache stellen würde. Der Oberkommissar Gras Grawina habe sich dringend mit dem Generalsekretär des Völkerbundes in Verbindung gesetzt und habe ihm warnend von dieser Gefährdung des europäischen Friedens Mitteilung gemacht. Der Danziger Korrespondent des Arbciterblattes „Daily Hera ld" sagt in einer nicht ganz so sensationell gehaltenen Meldung, die radikalen Elemente in Deutschland und Polen warteten nur dar- raf, daß die andere Seite die Feindseligkeiten eröffne. Eine Katastrophe sei gestern vermieden worden. Aber die Lage bleibe ernst und bedürfe einer sorgfältigen Behandlung. Der Sonderkorre- fpondent der „Daily Mail" berichtet ebenfalls, daß eine neue internationale Verwicklung mit knapper R o t vermieden worden fei. Die Völkerbundsversammlung schließt ihre China-Aktion ab. Genf, 30. April. (WTB.) Die außerordentliche Völkerbundsversammlung für die Erledigung des chinesisch-japanischen Konflikts trat heute vormittag unter dem Vorsitz des belgischen Außenministers Hymans zusammen. Der Präsident erläuterte den Bericht über den Verlauf der Verhandlungen in Schanghai und Genf, wobei er seiner Genugtuung darüber Ausdruck gab, daß die ^Unterzeichnung des Wafsenstillstandsablommens zu einem sehr baldigen Zeitpunkt in Aussicht stehe. Gleichzeitig legte der Präsident eine Entschließung vor, die die Einsetzung einer gemischten Kommission in Schanghai vorsieht, die aus den Vertretern der in Schanghai besonders interessierten Mächte sowie Chinas und Japans besteht und gegebenenfalls mit Stimmenmehrheit über die Durchführung der von beiden Teilen übernommenen Verpflichtungen entscheiden soll. Die Völkerversammlung hat unter Stimmenthaltung Japans einstimmig die Entschließung über die Schanghaier Wasfenstillstands- verhandlungen angenommen und sich sodann bis zu einer neuen Einberufung vertagt. Nie Entschließung. Die Entschließung regelt auf Grund der Schanghaier Waffenstillstandsverhandlungen die Zurückziehung der japanischen Truppen innerhalb kürze st er Frist und die Vollmachten des gemischten Ausschusses der vier Mächte in Schanghai. Die Entschließung setzt jedoch keinen festen Termin für die Zurückziehung der japanischen Truppen fest und läßt somit diese für China entscheidende Frage offen. Der Vertreter Chinas nahm die Entschließung im Rainen seiner Regierung an, forderte jedoch die vollständige Zurückziehung der japanischen Truppen in die internationale Z o n e.. in allerkürzester Frist. Der japanische Vertreter Ragaoka erklärte, die japanische Regierung könne die Entschließung nicht annehmen, da sie an ihrer grundsätzlich ablehnenden Haltung gegenüber der Anwendung des Artikels 15 des Völkerbundspaktcs in dem Streit festhalte. Der japanische Botschafter betonte, er müsse sich daher der Stimme bei der Abstimmung enthalten. Inwieweit der heute angenommenen Entschließung praktische Bedeutung beizumcsscn ist, muß- vorläufig abgewartet werden, da der endgültige Abschluß der Wafsenstillstandsvcrhandlungen noch nicht ein- getreten ist und erst die vollständige Zurückziehung der japanischen Truppen als eine Beilegung des Streitfalles angesehen werden kann. Keine politischen Folgen des Attentats von Schanghai. Tokio, 30. April. (WTB.) Eine Ministerkonferenz, an der der Minister des Auswärtigen, der Kriegs- und der Marineminister teilnahmen, beschloß, die Fragen des chinesischjapanischen Waffenstillstandes und des Anschlages im Honkew-Park vollkommen voneinander zu trennen. Es wurde ferner beschlossen, bei der bisherigen Haltung in der Frage des Waffenstillstandes zu bleiben und sogar den Abschluß der Verhandlungen zu beschleunigen. Amtliche Kreise erklären, daß das Bombenattentat von Schanghai als gewöhnliches Verbrechen behandelt werden wird. Da es von einem japanischen Staatsbürger aus einem von der japanischen Armee besetzten Gebiet begangen worden sei, würden internationale Fragen dadurch nicht aufgerollt. Man rechnet mit weiteren Verhaftungen, da eine Anzahl belastender Schriftstücke beschlagnahmt wurde. Fünf der bei dem Attentat Verletzten befinden sich auf dem Wege der Besserung. Generalkonsul M u r a i veröffentlichte von seinem Krankenlager aus einen Brief an die Bevölkerung der japanischen Konzession. Er gibt darin der Hoffnung Ausdruck, daß sich alle in Schanghai ansässigen Japaner zu irgendwelchen unüberlegten Handlungen nicht hin- reihen lassen werden. Die Einsichtnahme in den Religionsunterricht in Preußen. Protest des Evangelischen Kirchensenais gegen die Verschleppungspolitik MinisterGrimmes. Berlin, 30. April. (CNB.) Der in Berlin versammelte Kirchensenat der evangel'ischen Kirche der 2Ntpreußischen Union befaßte s'ch mit dem Stand der Verhandlungen mit dem Unterrichtsminister über eine Neuregelung d e r Einsichtnahme in den evangelischen Re l i g i o n s u n t e r r i ch t. Er nahm davon Kenntnis, daß dem evangelischen Oberkirchenrat ein im Ministerium ausgearbciteter Entwurf für einen M i n i st e r i a l e r l a ß zugesandt worden i|i, der den evangelischen Kirchen die von ihnen seit Jahren erstrebte Möglichkeit schafft, anstelle der Geistlichen staatliche Schulaufsichtsbeamte mit der Einsichtnahme zu betrauen, und dem die evangelischen Kirchen auf Ersuchen des Ministers zu gestimmt haben. Zugleich nahm der Kirchenjenat davon Kenntnis, daß der Minister trotz wiederholter dringender Vorstellungen seine endgültige Entschließung in einer Weise hinaus- zogert, die für die Kirche nicht mehr trag- b.0 r ist. Da hiernach die evangelische Kirche vorläufig nicht in der Lage ist, die von ihr erstrebte Betrauung von staatlichen Schulaufsichtsbeamten mit der Einsichtnahme durchzuführen, sah sich der Kirchensenat nunmehr gezwungen, die Regelung dieser Angelegenheit auf dem Boden des geltenden Rechtes in die Hand zu nehmen und hat den evangelischen Oberkirchenrat beauftragt, die erforderlichen Maßnahmen vorzubereiten. Hierzu wird aus evangelischen Kreisen mitgeteilt: Der aussehenerregende Beschluß der obersten Kirchenleitung hat eine lange und unerfreu - l'che Vorgeschichte. Lor 1% Jahren nahm bie evangelische Kirche zum ersten Male mit Kultusminister Grimme wegen der dringenden Neuregelung der Einsichtnahme Fühlung. Durch ein Schreiben, das der evangelische oberste Kirchenrat Ende Februar d. I. an den Minister richtete, wurde bekannt, welch ungewöhnlich verletzende Behandlung die größte deutsche Kirche und ihre oberste Behörde seitdem erfahren hat, b i s z u r plötzlichen Absage einer, nach immer neuen Berzögerungen endlich von dem Minister angeräumten Verhandlung, zwei Tage vor dem festgesetzten Termin. Dank der energischen Geltendmachung des Rechtes der Kirche, die in der öffentlichen Meinung nachhaltig Unterstützung fand, kam die Verhandlung doch zustande. Aber schon bald machten sich neue Verschleppungstendenzen sichtbar, die anscheinend mit den herannahenden Wahlen zusammenhingen. Die kirchlichen Instanzen zeigten ein Höchstmaß von Früch»»^>er»Ujchast, indem sie u. a. auch auf Wunsch des Ministers auf eine nochmalige Anhörung der Lehrerverbände eingingen, obwohl die Vertreter der Religionslehrerschaft an der Lösung der Aufgabe von Anfang an verantwortlich mitgewirkt hatten. Die von der Kirche geforderte endgültige Entscheidung wurde immer wieder h i n a u s g e s ch o b e n' und es trat deutlich zutage, daß anscheinend aus politischen Gründen, der Wille, diese Entscheidung herbeizu- führen, nicht bestand. Dieses ganze Verfahren ist um so unbegreiflicher, als sichtliche Meinungsverschiedenheiten in der Frage der Einsichtnahme zwischen Staat und Kirche überhaupt nicht mehr vorhanden sind, wie am besten die Tatsache zeigt, daß aus den kirchlichen Vorschlägen ein staatlicher Entwurf für eine ministerielle Verfügung hervorgegangen ist, der die vom Minister erbetene Zustimmung aller preußischen Landeskirchen gefunden hat. Die Kirche zieht nunmehr aus der völlig unhaltbar gewordenen Lage die einzig möglichen Folgerungen, Das ländliche Siedlungswerk Was bis zum Jahre 1931 geleistet worden ist. Berlin. 30. April. (WTB.) Die ländliche Siedlung hat nach der Veröffentlichung des Statistischen Reichsamts in .Wirtschaft und Statistik' in den Jahren 1929 bis 1931 di eSiedlungs- ergebnisse der früheren Jahre bei weitem übertroffen. Die Zahl der im Deutschen Reich errichteten Reusiedler st eilen betrug 1929 insgesamt 5545. Sie stieg 1930 auf 8008 und 1931 auf rund 9000 Stellen an. Im Vergleich zu den Jahren 1919 bis 1928, in denen durchschnittlich 2600 Stellen errichtet wurden, ist die jährliche Zahl der Reusiedelungen somit a u f mehr als das Dreifache angewachsen. Mehr als die Hälfte der in den letzten Jahren errichteten Reusiedelungen waren größere Bauernwirtschaften mit 10 und mehr Hektar Fläche, etwa ein Drittel waren kleinere bäuerliche Stellen von 2 bis 10 Hektar und ein Fünftel der Stellen war kleiner als 2 Hektar. 3m ganzen sind seit 1919 im Deutschen Reich 490 0 0 Reusiedler st ellen mit einer Gesamtfläche von 500 000 Hektar errichtet worden. Das seit Bestehen des Reichssiedlungsgesetzes geleistete ländliche Siedlungswerk hat einen Umfang, der nach Zahl und Flache der neuerrichteten Betriebe annähernd der gesamten Landwirtschaft des Landteils Oldenburg entspricht oder nach der Fläche der Reusiedlungen annähernd so groß ist wie diebayerischeRheinpfalz. Außerdem haben seit 1919 rund 85 000 landwirtschaftliche Betriebe, die eine Erweiterung ihrer Betriebsfläche benötigten, im Wege derAn l i e g erst edlung insgesamt 121 000 Hektar als Landzulagen zu Eigentum erhalten. Das zur Besiedlung erworbene und bereitgestellte Land hatte bis Ende 1930 eine Gesamtfläche von rund 750 000 Hektar, wovon 635 000 Hektar oder 85 v. H. aus großen Gütern mit 100 und mehr Hektar landwirtschaftlich benutzter Fläche stammen. Damit war bis Ende 1930 das im Reichssiedlungsgesetz bestimmte Landlieferungssoll, d. i. die von großen Gütern zu Siedlungszwecken überhaupt bereitzustellende Bodenfläche im Gesamtgebiet des Deutschen Reiches zu mehr als einem Drittel (36,3 v. H.) erfüllt. Reichsvertretertagung des Nationalverbandes Deutscher Offiziere. Berlin, 2. Mai. (211.) Anläßlich der Eröffnung des Reichsvertretertages des R. D. O. fand im Landwehr-Offizierskasino ein Begrüßungsabend statt, zu dem Vertreter des Verbandes aus dem" ganzen Reich und Abgesandte der befreundeten Organisationen erschienen waren. Der 1. Vorsitzende des Verbandes, Generalleutnant W a e ch t e r, begrüßte die Erschienenen, unter denen man Prinz Ettel-Friedrich von Preußen, den Ehrenvorsitzenden des Verbandes, Admiral v. Schröder, und den Vorsitzenden der Vereinigten Vaterländischen Verbände, Generalmajor Graf v. d. Golz, bemerkte. Von der Versammlung wurde einstimmig folgende Entschließung angenommen: „In politisch hochbedeutsamer Zeit tritt der Rationalverband Deutscher Offiziere in diesem Jahr zur Reichsvertretertagung zusammen und erklärt in voller Einmütigkeit mit den zur Begrüßung erschienenen Gesinnungsgenossen, daß nach dem Erfolg des 2 4. April der nationale Kampf unentwegt weitergehen wird, bis das Hochziel des R. D. O. und vieler getreuer Deutscher, die Wiederherstellung der monarchischen Staatsform unter Füh- rung der angestammten Fürstenhäu- s e r, die allein die politische Freiheit von Volk und Reich verbürgt, errungen sein wird." — An den Kaiser und die ehemaligen Bundesfürsten wurden Huldigungstelegramme gesandt. Begrüßungstelegramme waren u. a. eingegangen vom Kaiser, vom deutschen und vom bayerischen Kronprinzen, sowie von Herzog Albrecht von Württemberg. Kleine politische Nachrichten. Reichspräsident von Hindenburg empfing Samstag den Reichskanzler Dr. Brüning zum Bericht über die Genfer Besprechungen. Ferner empfing der Reichspräsident den Reichs- finanzminister Dietrich zum Vortrag. * Bad Reichenhall hatte den Reichspräsidenten eingeladen, seinen diesjährigen Sommerurlaub auf dem Besitztum des Landrats v. Martins bei Bad Reichenhall zu verbringen. Runmehr ist vom Reichspräsidenten ein außerordentlich herzlich gehaltenes Dankschreiben eingelaufen. Es heißt darin, daß der Reichspräsident in diesem Sommer zunächst einige Wochen auf seinem Stammgut Reudeck in Ostpreußen zu verleben gedenkt und daß es sehr zweifelhaft sei, ob er in diesem Jahre überhaupt nach Süddeutschland bzw. Bayern komme. Zum Semesterbeginn fand in der Berliner Dreifaltigkeitskirche ein Gottesdienst der Studentenschaft statt, an dem auch Reichspräsident von Hindenburg teilnaym. Zu dem Gottesdienst waren die Rektoren der Berliner Hochschulen und die Chargierten der Korporationen mit ihren Fahnen erschienen. Dor dem Gotteshaus hatte sich ein großes Publikum angesammelt, das den Reichspräsidenten ehrfurchtsvoll begrüßte. * Der bereits vor einigen Tagen angekündigte Rücktritt des Staatssekretärs im Reichsfinanzministeriums D r. Schäf - f e r wird mit Beginn des neuen Monats Tatsache werden. Staatssekretär Schäffer hat sich bereits von seinen Beamten verabschiedet. * In den Verhandlungen zwischen der Reichsbahn und den Gewerkschaften ist eine Einigung über die Frage der Feierschichten erzielt worden. Um umfangreiche Entlassungen zu vermeiden, ist man übereingekommen, in Ausbesserungswerken bis zu 13 Feierschichten im Vierteljahr durchzuführen, in den Werk- slättenteilen der Bahnbetriebswerke und Bahnbetriebswagenwerke können bis zu drei Feierschichten im Monat eingelegt werden. Ebenso bis zu drei Feierschichten im Monat können für die Arbeiter auf den Güterböden in den Ilmlagehallen und Werfthallen eingelegt werden. • Der Zechenverband hat die L o h n o r d n u n g für denRuhrbergbauzum31. Mai gekündigt. Als Ziel dieser Kündigung betrachtet der Zechenverband nicht die tarifliche Festlegung einer generellen Lohnherabsehung, sondern eine ■ Auflockerung desbestehcndenLohn- systems, die den Schachtanlagen in gewissen Grenzen die Anpassung ihrer Lohnhöhe an ihren besonderen Verhältnissen ermöglichen soll. ♦ Der Arbeitgeber-Verband für die „Nordwe st"- Gruppe derEisen- u n d S t a h l j n d u st r i e hat von der Möglichkeit einer Kündigung des Lohn- tarifes zum 31. Mai keinen Gebrauch gemacht. Das gellende Lohnabkommen bleibt also weiter bis zum 30. Juni 1932 in Kraft und kann erstmalig zu diesem Zeitpunkt am 31. Mai gekün- digt werden. Auch bas Gehaltsabkommen jur die Angestellten in der Gruppe Nordwest wird unverändert verlängert. In Freiburg ist eine am Freitag in der Kaiserstratze eröffnete Ehape - Filiale aus Grund der Rotverordnung des Herrn Reichspräsidenten vorn 9. März 1932 betreffend Sicherung der Wirtschaft durch die Polizeidirektion geschlossen worden. Die Ehape-Gesellschaft hat gegen diese Schließung Protest eingelegt Aus aller Welt. Iahrestagung des Deutschen Auslandinftituls. Unter dem Vorsitz von Botschafter a. D. Dr. S o l f fand im Haus des Deutschtums in Stuttgart ein# gemeinsame Sitzung des Ausschusses und des Verwaltungsrats des Deutschen Auslandinstituts statt. Gesandtschaftsrat Dr. R ö d i g e r (Berlin) überbrachte die Grüße der Reichsregierung und des Auswärtigen Amts. Kapitän z. S. Böhm (Berlin) sprach dem Deutschen Auslandinstitut den Dank des Chefs der Marineleitung für die 'Mitwirkung bei der Vorbereitung der Auslandfahrten der deutschen Kriegsschiffe aus. Der Vorsitzende, Generalkonsul Dr. Wanne r, konnte fest- ftellen, daß das Institut in der Krise seine Arbeiten erfolgreich habe weiterführen können. Auf das freudigste begrüße das Institut die Absicht der Reichsregierung, die Siedlung im deutschen Osten ingang zu bringen. Die höchste Auszeichnung, der Deutsche Ring, wurde in diesem Jahre nicht verliehen; dagegen erhielten Ehrenurkunden der Dichter Hans Grimm, Titularerzbischof Keßler (Rußland), Pater Stanislaus Schälte (Brasilien), Pastor Frank (Australien), der Arzt Dr. Meyerhof (Kairo)," Friedrich Samson- Himmelstjerna (Baltikum), Konsul Dr. Ahrens (St. Louis) und S t a a t s r a t Dr. B l o ck (D a r rn- stad t). Die Festansprache hielt Dr. Eckener (Friedrichhafen) über „Das Luftschiff' als-Pionier"< Goethe-Feier in der Pariser Universität. Die Pariser Universität hat im Großen Amphitheater der Sorbonne eine offizielle Goethe-Gedenkfeier veranstaltet. Der Feier wohnten der Prä« sident der Republik, Doumer, der deut-« sche Botschafter v. H o e s ch, fast sämtliche Professoren der Universität und eine große Anzahl von Mitgliedern der Akademie und des Instituts de France bei. Die erste Rede hielt der Rektor der Pariser Universität, Professor Cha riet y, der die Macht des Genies Goethe analysierte und auf die literarischen Rückwirkungen seiner Werke einging. Das Mitglied der Akademie Paul Valery würdigte den weltumfassenden Geist Goethes. Im Rahmen der Feier spielte das Pariser Symphonieorchester die Egmont-Ouvertüre. Es wurden von Franz Schubert vertonte Goethe-Gedichte und Passagen aus Schumanns Oratorijchem Werk, Hauptszenen aus Goethes Faust gefangen. Zum Vortrag gelangte weiter eine Hymne an Goethe, gedichtet, von der Comtesse de Noailles. Normales Gehirn des Massenmörders kürten. Die Deutsche Forschungsan st alt für Psychiatrie bei dem Kaiser-Wilhelm-Jnstitut in München, der das Gehirn des am 2. Juli 1931 in Köln Hingerichteten Düsseldorfer Massenmörders Peter Kürten zur wissenschaftlichen Verwertung überwiesen worden war, hat nach dem Abschluß der Untersuchung mitgeteilt, die Untersuchung habe in allen Teilen des Gehirns normale Verhältnisse ergeben. Es fehlten jegliche Anhaltspunkte für das Bestehen irgendeines Krankheitsprozesses. Ebenso finde sich nicht der gering st e Verdacht für irgendeine anatomische Störung, die etwa auf eine angeborene ober erworbene Geisteskrankheit hindeuten könnte. Das Anatomisch-Biologische Institut der Universität Berlin hat hierzu mitgeteilt, daß das Ergebnis der von ihm vorgenommenen Untersuchung mit diesem Befund überein st imme. Eine rabiate Amerikanerin. Das Geräusch einer Rasenmähmaschine, die die Bewohnerin eines Landhauses in Los Angeles, Mrs. Pohl, in ihrem Garten zur Anwendung brachte, erwies sich als zuviel für die Rerven ihrer R a ch b a r i n Mrs. Alger, die auf die friedlich in ihrem Garten arbeitende Frau Pohl aus einem Armeerevolver das Feuer eröffnete. Auf telephonischen Hilferuf erschien die nächste Polizeistreife; ein Polizeibeamter zog die Klingel bei Mrs. Alger, worauf diese den P o l i z i st e n durch einen Schuh durch das obere Glasfenster der Tür auf der Stelle tötete. Ein darauf herbeigerufenes Heberfall- kommando muhte vor den Schüssen der wütenden Frau Deckung nehmen und war schließlich gezwungen, Tränengasbomben in das Haus zu werfen. Die Frau flüchtete und brach schließlich unter dem auf sie gerichteten Geschotzhagel der Polizei tot zusammen. Riesiger Waldbrand in der Mark. In einem Privatwald am Schwielowsee (westlich von Potsdam) brach Feuer aus, das sich außerordentlich schnell ausbreitete. Bei dem Feuer, das wahrscheinlich von Ausflüglern verursacht worden war, handelte es sich um Boden- und Wipfelfeuer, das besonders schwer zu bekämpfen ist. Etwa 30 Feuerwehren der Umgebung und zahlreiche Ausflügler beteiligten sich an der Bekämpfung des Brandes, doch konnte nicht verhindert werden, dah etwa 100 Hektar des Waldgeländes, das zu den reizvollsten Ausflugsgebieten in der Rähe Berlins gehört, vernichtet wurden. Lin Erdrutsch begräbt einen Bauernhof. Ein folgenschwerer Erdrutsch ereignete sich in Südfrankreich. Etwa 300 Kubikmeter Erde rutschten plötzlich ab und begruben einen Bauernhof mit feinem lebenden und toten Inventar unter sich. Die Hofbesitzern, ihr sechsjähriger Sohn und eine auf Besuch befindliche 16jährige Nichte wurden lebendig begraben und konnten nur noch als Leichen geborgen werden. Wettervoraussage. Die Störung westlich von England und Irland ist sehr rasch nach der Nordsee gezogen und hat dabei mit großer Schnelligkeit Einfluß auf unsere Wetterlage gewonnen. Vorerst wird sich der Druckfall noch auswirken, und zwar erfolgt durch seine Rückseite Abkühlung mit mehr schauerartigen Niederschlägen. Gleichzeitig wird die Wolkendecke durch- biochen und Aufheiterung tritt ein. Die folgende Besserung dürfte aber nur für kurze Zeit in Erscheinung treten, denn über dem Atlantik bewegt sich bereits eine Störung in Richtung auf die Britischen Inseln vor. Aussichten für Dienstag: Kühleres, wechselnd wolkiges Wetter, auch aufheiternd, zeitweise noch Niederschlag. Aussichten für Mittwoch: Nach anfänglich teils wolkigem, teils aufheiterndem Wetter wie- der wärmer mit Anzeichen abermaliger Wetterverschlechterung. Lufttemperaturen. Am l.Mai: mittags 22,6 Grad, abends 22,20 Grad; am 2. Mai: morgens 11,7 Grad Celsius. Maximum 22,8 Grad, Minimum 11,5 Grad. Niederschläge 2,0 mm. Sonnenscheindauer 41/: Stunden. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe. Am 1. Mai: abends 16,2 Grad; am 2. Mai: morgens 12,8 Grad Celsius. Tel,. 3'len des Gehirns nor« ergeben. Es fehlten r das Bestehen irgend- s. Ebenso sinde sich Berdacht sür it- Iche Störung, die rene oder erworbene i löiinte. Das Ana- t der Universität Der- , dah das Ergebnis icn Untersuchung mit einftimme. rerikanertn. ner Basrnrnä^. vvhneün eines Ländles. Mrs. W ,m endung brachte, erwies die Berven ihrer irr. die aus die sriedlich ende Frau Pohl aus lver dB Feuer ervss- i Hilferuf erschien tue , Polizeibeamter zog die er. worauf diese den i Schuh durch das obere us der Stelle lö* ibeigerusenes Uebersall« i Schüssen der wütenden und war schließlich gc> .bomben in das Haus chtete und brat IW gerichteten Gelchohhag« rinen. nd in der Mark. am Schwielowsc- .rach Feuer aus^s stch ausbreitete. dem ivonAussluglern ar. handelte es lrch um r das besonders schwer s Brandes, w ‘ . ifiM **• irden. 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Juni 1932 vor allem im Einzelhandel voraussichtlich noch erhebliche Außenstände auS Lieferungen des Jahres 1931 bestehen würden. Dies erkläre sich aus den gegenwärtigen wirtschaftlichen Verhältnissen, die zu einer weitgehenden Krediteinräumung zwingen, insbesondere auch, soweit der Einzelhandel in Betracht kommt, in landwirtschaftlichen Gebieten. Es sei daher dringend erforderlich, die Frist des § 4 a. a. O. über den 30. Juni 1932 hinaus zu verlängern. Auf diese ersten Anregungen hin ist derDeutsche Industrie- und Handelstag im Reichssinanzmini- sterium wegen einer solchen Fristverlängerung vorstellig geworden. Leider hat sich ergeben, daß nach Auffassung des Reichsfinanzministeriums das uneingeschränkte Inkrafttreten der Umsatz st euererhöhung auf keinen Fall weiter als bis zum 30. Juni 1932 hinauS- ?eschoben werden kann. Rach Ansicht des Reichs- inanzministeriums stellt die Einräumung der sechsmonatlichen UebergangSfrist des § 4 a. a. O. schon ein ganz besonderes Entgegenkommen dar, zu dem die Reichsfinanzverwaltung an sich nicht verpflichtet gewesen wäre und dessen Erweiterung aus fiskalischen Gründen nicht vertretbar erscheine. In besonders krassen Eintel- fällen könne daher künftig nur im Billig- keitswege Abhilfe geschaffen werden. Infolge dieser ablehnenden Haltung des Reichsfinanzministeriums müßten sich zweifellos nach dem 30. Juni 1932 für bestimmte Steuerfälle Härten ergeben. DieS würde vor allem bei solchen Geschäften der Fall sein, die in der Zeit zwischen dem 9. und 31. Dezember 1931 abgeschlossen bzw. einseitig erfüllt wurden und daher nicht da- im 7. Teil Kapitel 1 § 5 Absatz 1 der Rotverordnung vom 8. Dezember 1931 eingeräumte Zuschkagsrecht genießen. Der Deutsche Industrie- und Handelstag wird daher seine Bemühungen auf Verlängerung der Uebergangs- beßimmung des § 4 a. a. O., die allerdings nur im Wege einer besonderen Rotverordnung möglich ist, fortsetzen, wenngleich die vom Reichsfinanzministerium gegebene Begründung, daß sich eine weitere Hinausschiebung der bewilligten Aufschubfrist mit Rücksicht auf die fiskalischen Interessen verbiete, durch die wenig befriedigende Entwicklung des Llmsatzsteueraufkommens eine Stüh« erhält. Japanische Ehrung der deutschen Gefallenen. Heute mittag legte am hiesigen 116er Denkmal auf dem Langraf-Philipp.Platz der ab heute bis 31. Juli zur Dienstleistung beim hiesigen Bataillon kommandierte japanische Major Wakamatsu einen Strang zu Ehren der deutschen Gefallenen nieder. Die in den hessischen Landesfarben gehaltene Kranzschleife tragt die Aufschrift: „Den deutschen Gefallenen von einem zum 1. (Hess.) Grenadier-Bataillon Inf.-Rgt. 15 kommandierten kaiserlich japanischen Offizier." Major Wakamatsu, der zu Beginn seines lsiesigen Kommandos auf fo pietätvolle und sympathische Weise der deutschen Gefallenen gedachte, war bei der Kranzniederlegung von dem Kommandeur unseres Bataillons, Oberstleutnant Klepke, den Kompaniechefs und dem Adjutanten des Kommandeurs begleitet. Ferner waren eine Abordnung des Bataillons und Vertreter der früheren Offiziere und Mannschaften der 116er zugegen. Vereinfachung des Rechtsmittel- Verfahrens in Steuersachen. In den „Aktuellen Steuerfragen" (Rundschreiben Nr 9), herausgeaeben von dem Wirtschaftsprüfer und Steuersyndikus Hermann Will zu Gießen, lesen wir: Das Rechtsmittelverfahren in Steuersachen kannte bisher in der Regel drei Instanzen: Einspruch, Berufung, Rechtsbcschwerde. Schon seit langem wurde die Einspruchinftanz als überflüssig angesehen, da ja das Finanzamt, das auch den Steuerbescheid erlassen hatte, über den Einspruch entschied. Rur in den seltensten Fällen tarn es bereits in der Einspruchsinstanz zu einem Erfolge. Ein Appell an die Reichsbahn. Mehr Großzügigkeit bei der Fahrpreissenkung für Sommerreisen. Zu den am Donnerstag gemeldeten Aende - rungen des Perfonentarifs der Reichsbahn hat die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Stellung genommen Die Kammer begrüßt die Herabsetzung der seit langer Zeit als stark überhöht empfundenen Schnell- und Eilzugszuschläge- allerdings fei es zur Belebung des Verkehrs in den Polsterklassen wünschenswert gewesen, daß man. wie dies in der gemeinsamen Denkschrist des HcNischen Ver- kchrsverbandeS und des Hessischen Industrie- und Handelskammertags vom Dezember 1931 borge- lchlagen worden ist. die Zuschläge für die 1. und 2. Klaffe nicht höher, als für die 3 Klasse festgesetzt hätte. Auch die teilweise Herabsetzung der Zeitkartenpreise entspreche einer mehrfach erhobenen Forderung; diese Maßnahme sei geeignet, die Auswanderung in die 2. Klasse und in zuschlagspslichtige Züge zu erleichtern. Hinsichtlich der geplanten Einführung der Sommer-Urlaubskarten weist die Kammer darauf hin, daß die in dieser Beziehung beabsichtigte Regelung sehr enttäuschen muh, da die festgesetzte Mindestentfernung von 200 km allzu groß ist; wichtige Reisegebiete fallen auf diese Weise für die Vergünstigung der Sommcr-Urlaubs- karten völlig aus. So bleiben — vom Sih der Kammer aus gesehen — der Mittelrhein, der ganze Westerwald, weite Teile von Kurhessen, die westliche Rhön, große Gebietsteile deS bayerischen Franken. Rordwürttemberg. der nördliche Schwarzwald, die gesamte bayerische Pfalz, fast der ganze Hunsrück, etwa die Hälfte des Moseltales und schließlich die Dorder-Eifel für die Sommer-Reisevergünstigung völlig außer Betracht. Als besonders bedenklich erachtet es die Kammer, daß nach den bekanntgegebenen Bestimmungen die R ü ck r e i s e auf die Sommer- Urlaubskarten „nicht vor dem 11. Geltun g s t a g e" angctrelcn werden darf. In dieser Weise durchgeführt, kann die Tarifmah- nahme nur für einen verhältnismäßig kleinen Teil der Bevölkerung in Frage kommen, und zwar für solche Reisende, die nach ihren wirtschaftlichen Verhältnissen ohnehin am ehesten in der Lage sind, einen längeren ErhvIungS- oder Kuraufenthalt zu nehmen; für den weitaus größten Teil der Bevölkerung, der ein kürzerer Zeitraum als zehn Tage zur Erholung zur Verfügung stehe, wird die neue Einrichtung fo. wie sie zunächst geplant ist. praktisch nur von geringer Bedeutung sein können. Die Kammer saßt ihr Urteil dahin zusammen, die Modalitäten der neuen Einrichtung seien offenbar allzu einseitig unter dem Gesichtspunkt festgesetzt worden, einen „Mißbrauch" durch auS anderem Anlaß Reisende zu verhüten. Eine solche Erwägung sei aber in keiner Weise geeignet, werbend für den Schienenweg zu wirken. Die Industrie- und Handelskammer Darmstadt schlägt daher vor. die Beschränkungen der angekündigten Sommer-Urlaubskarten dahin zu mildern, dah einmal die Mindestentfernung von 200 km auf 50 kra herabgesetzt wird und dah zum anderen die Beschränkung hinsichtlich der Rückfahrt entweder ganz zum Wegfall kommt oder zum mindesten dahin abgeändert wird, dah die Rückfahrt frühestens am vierten Tage angetreten werden darf. Bei einer solchen besseren Anpassung der Voraussetzungen der Tarisvergünstigung an die praktischen Anforderungen des Verkehrs wird zweifellos der Anreiz zu Eiscnbahnreiscn weit mehr gesteigert werden, als dies unter den zunächst bekanntgegcbencn Bedingungen der Fall sem kann. Vom 1.4.1932 an besteht nunmehr auf Grund des §261 RAO. n. F. die Möglichkeit, sofort Berufung einzulegen, also die Einspruchsinstanz bei- feite zu lassen. Das bedeutet nicht nur eine raschere Klärung für den Steuerpflichtigen, sondern auch eine Ersparnis der Kosten der Einspruchsinstanz. Allerdings ist die sofortige Einlegung der Berufung abhängig von der Einwilligung des Finanzamts. Wird die Einwilligung nicht rechtzeitig erteilt, so gilt das eingelegte Rechtsmittel als Einspruch. Immerhin ist damit zu rechnen, daß die Finanzämter auch dann, wenn sie den Steuerbescheid nicht abzuändern beabsichtigen, ihre Einwilligung zur Einlegung der Berufung sogleich erteilen, um auch für sich selbst die Bearbeitung und das Verfahren zu vereinfachen. Vornotizen. — TageskalendersürMontag: Volkshochschule, Universität, Beginn der Kurse. — Cass Leib, 20.30 Uhr, Vortragsabend über Kino im eigenen Heim. — FGF., 20.15 Uhr, Hauptübung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Zwei Herzen und ein Schlag". — Wiesecker Lichtspiele, 20.30 Uhr, „Bork". — Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Morgen Dienstag, 3. Mai, 19.30 Uhr, als 29. Vorstellung im Dienstagabonnement zu Operettenpreisen einmaliges Gastspiel des Stadt- theaters Mainz mit der Operette „Der Vogelhändler" von West und Held mit der Musik von Karl Zeller. Spielleitung Alfred von Krebs, musikalische Leitung Dr. Viktor Urbantschitsch. Mittwoch- und Freitag- Abonnenten erhalten ermäßigte Operettenpreise. Ende 22.30 Uhr. — Mittwoch, 4. Mai, als 29. Vorstellung im Mittwochabonnement zu gewöhnlichen Preisen „Faust l" unter der Spielleitung des Intendanten. Beginn 19 Uhr, Ende gegen 23 Uhr. Hoher militärischer Besuch in Gießen. Am nächsten Montag, 9. Mai, wird der Ches der Heeresleitung. General der Infanterie Freiherr vonHammerstein-Cquord. hier eintreffen und um 10 Uhr auf dem Hofe der Reuen Kaserne das Bataillon begrüßen und besichtigen. •• Forst Personalien. Ernannt wurden der Oberförster Otto Kratz zu Schotten mit Wirkung vom 1. April ab zum Forstmeister des Forstamts Dieburg und der Oberförster Karl Schlich zu Butzbach am 28. April zum Forstmeister des Forstamts Groß-Gerau. "EvangischePfarrpersonalie. Die evangelische Kirchenregierung hat dem Pfarrer Otto Crull zu Ulfa die evangelische Pfarrstelle zu Trais-Horloff (Dekanat Hungen) übertragen. •• Festtags-Rückfahrkarten der Reichsbahn für Pfingsten. Um die fchnelle Abfertigung der Reisenden an den Fahrkartenschaltern der Dahnhöse und in den Reise- bureaus an den Tagen vor Pfingsten und den Pfingsttagen selbst zu gewährleisten, werden die Festtags-Rückfahrkarten der Reichsbahn bereits von Montag. 2. Mai. ab. im Vorverkauf ausgegeben. Die Festtags-Rückfahrkarten sind zur Hinfahrt von Mittwoch. 11. Mai, bis Pfingst- dienstag. 17. Mai, und zur Rückfahrt von Freitag. 13. Mai (ab 12 Uhr), bis Montag, 23. Mai, gültig. Auch die Arbeiter-Rückfahrkarten können am 17. Mai zur Fahrt nach dem Wohnort benutzt werden. Es liegt im Interesse der Reisenden. sich die Fahrkarten für die Pfingstreise im Vorverkauf zu lösen. ** DieHeimatvereinigung „Schiffen- berg" hielt gestern nachmittag im Heimatsaale auf dem Schiffenberg ihre diesjährige Hauptversamm- hing unter der Leitung des 1. Vorsitzenden, Ober- forstmeister Nicolaus, ab. Zunächst nahm die Versammlung den vom Schriftführer, Rektor i. R. Müller, erstatteten Jahresbericht entgegen, der über ein reges Wirken der Vereinigung an ihren Aufgaben im verflossenen Jahre Mitteilung machte. In Dem Bericht kam u. a. die starke Verbundenheit der Gießener Bevölkerung mit den Einwohnern der am Fuße des Schiffenbergs gelegenen Gemeinden zum Ausdruck. Ferner wurde erwähnt, daß die Hei- matoereinigung „Schiffenberg" von der Theodors- ruh aus einen prächtigen Durchblick durch den Wald nach dem Schiffenberg zu geschaffen habe, mit lebhaftem Bedauern wurde anderseits vermerkt, daß von zerstörungslustigen Elementen Ruhebänke und Verkehrszeichen im Stadtwald demoliert wurden, sehr zum Nachteil der Allgemeinheit. Die Mitglieder der Heimatvereinigung und die ganze Bürgerschaft wurden eindringlich aufgefordert, bei derartigen Taten erwischte Personen unnachsichtlich zur Anzeige zu bringen, damit die Einrichtungen zum Besten der Allgemeinheit geschützt werden könnten. Der von dem Rechner, Geschäftsführer Kirchner, erstattete Kassenbericht für 1931 verzeichnete an reinen Einnahmen den Betrag von 271,51 Mark, an reinen Ausgaben die Summe von 329,66 Mark, so daß eine Mehrausgabe von 58,15 Mark zu verzeichnen war, die aus dem Kassenbestand vom Jahre vorher in Höhe von 211,51 Mark gedeckt wurde. Der Heimatvereinigung gehörten am 1. Januar d. 1.240 Personen als Mitglieder an. Dem Rechner wurde mit Dantes- Worten für seine Mühewaltung Entlastung erteilt. Anschließend berichtete der Vorsitzende, Oberforst- meister Nicolaus, über die nächsten Aufgaben der Heimatoereinigung. Beabsichtigt ist u. a. fol- aendes: die Aufstellung weiterer Ruhebänke, die Errichtung einer Schutzhütte auf der Theodorsruh, verschiedene Quellenfassungen in der Nähe des Schiffenbergs, Veranstaltung eines Photowettbewerbs zur Erlangung der schönsten Aufnahmen vom Schiffenberg, die weitere Ausschmückung des Hei- matfaales. Die Aufstellung einer Orientierungstafel auf dem Schiffenberg. Weiter ist die Veranstaltung regelmäßiger Zusammenkunstc der Mitglieder an jedem ersten Donnerstag im Monat gegen Abend auf dem ediiffenberg geplant, ferner soll am 12. Ium aus dem Schiffenberg eine große Heimat- Veranstaltung stattfinden, in deren Rahmest u. a. ein von dem Heimatdichter Georg Heß (fieihgefterm verfaßtes Festspiel „Tas deutsche Lied" ausgeführt werden soll. Die Versammlung erklärte sich mit den Vorschlägen des Vorstandes einverstanden. Im An- schluß an die Hauptversammlung verblieben die Mitglieder mit ihren Familienangehörigen bei geselligen Darbietungen verschiedenster Art noch einige Stunden in einer genußreichen Familienzu- fammenfunft beieinander • • 3 0 000 'Brieftauben suchen ihre Heimat. Am gehriacn Sonntag gegen 7 Uhr trafen auf dem Bahnhof Gießen 57 Guterwagen im Eonderzug hier ein, die etwa 30 000 Brieftauben bargen. Die Brieftauben wurden sofort ausgeladen und auf dem Gelände am Bergwerkswald ausgelassen. Die Tiere gehörten Den Mitgliedern verschiedener Brieftaubenzuchter-Vereiniauiigen im rheinischen Industriegebiet (Düsseldorf, Bonn, Neuß, Köln, Deutz, Elberfeld, Barnten usw l an und kreisten kurze Zeit nach dem Auflasien über der Startstelle, um schließlich die westliche Richtung einzuschlagen. Zu dem Schauspiel hatten sich viele Zuschauer aus Klein-Linden und Gießen, wie auch aus anderen Orten der näheren und weiteren Umgebung eingefunden. Am 18. Mai trifft ein weiterer 'Brieftauben- Sonderzug in Gießen ein. Die Tiere werden um die gleiche Zeit ebenfalls vom Gelände des Bergwerks- waldes aus aufgclaffcn. Keine Auflösung der Hekoga. WSR. Darmstadt, 30. April. Aus Grund des Beschlusses des Stadtrats von Darmstadt, aus der Hekoga auszuschcidcn, ist in einem Teil der Preise die Auffassung vertreten worden, daß damit die Hekoga erledigt sei. Für diese Ausfassung besteht, wie wir hören, keinerlei Begründung, denn nach dem Gründungsvertrag und den Satzungen kann ein Teilnehmer nur dann aus der Hekoga entlassen werden. wenn in der Generalversammlung 75 Prozent der Mitglieder diesen Austritt genehmigen. Der Beschluß der Stadt Darmstadt ist also z u - nächst ohne irgendwelche Folgen für die Hekoga, da nicht anzunehmen ist, daß die Generalversammlung diesem Beschluß zu- stimmen wird. Freilich geht in einem Teil der Parteien das Bestreben dahin, unter den Mitgliedern der Hekoga diese Mehrheit zustande zu bringen. An einen Erfolg ist aber kaum zu denken. Gin Austritt der Stadt M a i tu ist nicht erfolgt und auch kaum zu vermuten, insbesondere, da die Interessen des Gemeinschaftswerkes Mainz- Wiesbaden mit denen der Hekoga harmonieren. Dagegen sei ein Antrag auf Ausscheiden au8 der Hekoga von der Stadt Worms gestellt worden, und es ist nicht ausgeschlossen, daß die Kreise, die in Darmstadt den Beschluß aus Austritt erwirkt haben, auch in der Provinz Starkenburg einen gleichen Beschluß durchzusehen versuchen. Aber auch dann wären nur einige 30 Prozent der GeneralversammlungS- stimmen erfaßt. Eine Generalversammlung, in der man sich mit der weiteren Tätigkeit der Hekoga befassen wird, ist für Juni vorgesehen. Die jetzige stille Tätigkeit der Hekoga ist zum Teil durch die allgemeine Wirtschaftslage bedingt. In anderen Kreisen der Hekoga-Mitglieder ist man allerdings der Auffassung, dah gerade jetzt mit einer positiveren Tätigkeit nach außen hervorgetreten werden müsse. Irgendwelche Aussichten dafür, dah die Hekoga auch nur um einen Teil ihrer Mitglieder geschmälert wird, ist kaum vorhanden. Rach dem Gesellschaftsvertrag, der auf zehn Jahre abgeschlossen worden ist, können, wie oben schon gesagt, Mitglieder nur mit Zustimmung von 75 Prozent der Generalversammlung auSscheiden. Frühestens im Jahre 1936 können Gesellschafter mit Wirkung zum Jahre 1 938 kündigen. Erst mit Wirkung für 1938 könnte also ein Gesellschafter auSscheiden. Sprechstunden der Redaktion. 11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstag nachmittag geschlossen. Für unverlangt eingesandte Manuskripte ohne beigefüates Rückporto wird keine Gewähr übernommen. Anzeigenaufträge find lediglich an die Geschäfts st eile zu richten. Sonnenqebräunte Hau! IjNIVEA-CREME oder aber NIVEA' ÖL 's heu Was ist DYNAMIN? SHELL-Spezialgemisch DYNAMIN ist ein für hochkomprimierende Motoren. Dynamin ist absolut klopffest und wird jedem Kraftanspruch gerecht, gleichgültig ob beim schwersten Lastwagen oder beim schnellsten Rennwagen. Erhältlich an allen SHELL-Pumpen mit blauem Band. BO. KL werden muß! Eintritt frei! Eintritt frei! 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Denn die Berichte unserer ersten medizinischen Autoritäten wie His, Kraus, von Noord.en, Neusser, Klemperer, Minkoslel, Gudzent, Winternitz, Henbner, Lazarus, Ehrlich u. vieler anderer, die alle aus ihren Kliniken über die erfolgreiche Behandlung von vielen Hunderten von Patienten Mitteilung machten, nehmen jedem Bedenken den Boden. Der Erfolg der Radiumkur steht fest. Jeder Skeptizismus ist unberechtigt und ein Verfehlen gegen die armen Kranken, die macht- und hilflos von einer sonst unbezwingbaren Krankheit gemartert werden. Radium hat das Schreckgespenst von der ünbeilbarkeit der Stoffwechsel-Krankheiten verschencht. Sie sehen im Vortrage reines Radium und seine unversiegbare, geheimnisvolle Strahlenkraft. MötiUimiM und (Garage z. ner- Mi!|. Mädchen das den Haushalt versteht, für halbe Tage, vormittags, gesucht. Zu ersr.i.d. Geschst.d.G.A. u”7’ Stadttheater Gießen 3385 D Dienstag, 3. Mai 19.30 — 22.30 Uhr 29. 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H «• ?S: ±.a 2 a a o st *8 3 3 0.3 5 e 3 ca e3ÜM”Hct3 ~t5 .5 SO 2 3 o Gl ^8-SZ.^Z K 8LMS L- rsS ■: a „ s. a 3 (D3 X ==fS X3 5 »i to m-o 3 tsw± 3 o Glti A a G.S' 3O:*i 3 3 t- 3 a 2 er 8 - a ■3 sa-^än eo 3»3 e H=o 3 2 5-3 -LL rs 3 <» ©TO in r S ä TO O TZ 2.5 Sa as: = 5 ~ saS c/ rHK-HEZ e G) 3. s w® 3 3 u3 Cä-Teo c TO 5 O #TO <£■3 o: — a «' ffiö §5 O:O • 2 g s 3sa LG) 2 .aif 8 3 *3*to >51 o O32w^ ^3 (Aas «* 3 0-2 -2 - H 3 Z.2 »S - °" 3 CT CT -So 2. v> u; 3 3 5 3 CO T «■ 5fl 3 ffitt) D 2.01 8 Do as cntsä C3. <--> ÖTO ?a« TO (2«> S rs 2 5 ■3>c" 3 e S 2a .(5 ©c £= Ö o ■E 3 CZ 8 s. 2a E7 3 a 3' CTOP CT S ct 3 TO 3- Sco - D aaS 1 8 — w -z«3 0 ® TO e« D 3 5 ff)'1 Ö8 sas ffi a a 5 G) a G) a eres- ß? ‘ä Gl!? !§fS a 2 8 = 3 r| 3a3 S^3 3 « = G) IP TO. L< ’I» TO 6) 8 „ 0 3 I £2 3 S gr o r5 KZ — er aS G)«f 8%b 3-0 3 3 ^TO sT 5 TO 5-Z-rs 3« 0" M'D saa3"3 C: 5 «• -2a3 5 i TO O !. Ö_ ■ = ao_.ö » "3 ä Ms?y D 63 3 63 . 3 ^-Z-L W2.3-~ &«- ■32« 8 33 L" o 5.8 ip Z 2 ^2.8 to a 0'3'? ö TO g ä Gl §3i t: .to- o 3 V'Z'Z Z--3 •» 31. ° 3 h LL ca^ä’Z O 2.3C» #Ä 3 A L2?o- ■TO TO >.. O TO ö IX o -G)w w M» g 5a- 6)^ o<5 332. Sl5 3 3 « 3gO^ 5.3co g (A ,.,-rsG) Laa _,:S?-sa?323^ is^ffäirZ S.W 3 ?La3 ila |e ~ az.-J- 3 M SS 8 a- §3.3 3 §LS SZZ k3 2 5 02 TO - O u> 2-Ä»a 5 = 0 ui öp öse- ip S 31 »§■<§> 5 tsr a TO, o-a- * to* 2. to a; a= Z 3 — A ti ' aa. ^chdru-k' ->uch SÄ 9«Ä3: an den' ^j,chen ErenE^lle. „na Ml i|i. s*a?ä böSö‘"sf ^VkL SJSSÄj ässäA Provinz bis3um ® ISÄ* S» SÄÄ falsche Srenzz Abgesehen davon, maner meilerhin un find — lediglich, w leinen „pasienden militärischen Notwe ist heute di" g( Lchissnhrt I a h m g Handelsverkehr da! russischen Zeit bilde kehrslinie in und in Bessarabier und Wege in west den: Eie alle führe zu, wo die heranl Süden oder Norden Grenzziehung sind aber samt und sond den, die ganz un Flusses aufhören. ! punkten früher L Dampfer anlegten 1 heule schwerbeu IrouiKen gegenüber toten Flug ... Diese hermetische, dauernde Absperrun liche Aerhältni Teil der bessorabische! Iden mit Memel unk raifynta AeWSzte auf das Äonto dieser eine organisch gewc in zwei Hälften geb Handelsweg nach! durch entstandene S eine Not im rumän die für fommuniftil Betätigungsfeld die zücht liegen infolg Nieder, auch die c worden, an deren ! Rügland und Run essiert waren. Infolgedessen sak Folgezeit zu gewis Itondnissen gc a g-3 TO © TO TO 3 TO TO TO yKrsS " 2.g ^o-= 3 Z tE ;.g>x3 s?Za a 3 D-'-il — TO "X TO--S- TO 2 TO a s. er — JTO- TO- TO TO. t-ILt Gießenl Go, Denn die The Sethes 100.2 Vf Suleht gegel Gnlzemerung in i «« ein glücklich gjletn, als die Scbenstocrt Goeth ^?Eruck und ^ens gelten dai Der „Sauft" f,Q( nun das <- ÖÄ <°Ä°s o Toto — < c*-, er c_ "CT g cd o q 3^2 ’a=-1 s '7§3$r TO . gf TO 3 I &s5feög|ä 3 • -CTLaas = so ^3 D TO : 3 3 C TOTO- 0 33 — 3 TO. TO 3gTssS''-“'gS’sCT“a " TO D:CT.aZ 0 TO DL*8.^.M 3 3 -6_.3CT^ ■g-alcS^s.aa^STO O A Zl'ü <72 TO 2 dJ •• 3 er h|q. 2*63. er^r) to 3 s = - 2. 3 © er 3 er ct Ä?in’« M 'Hellen m ?aufJ ir ur'! vor ' deren hnn» iu fa! ^aler L>«e t«: °n?d°7- I. »t Hfabei M ®i| ; 6=friciiiga > dgsj Gven j mttgnta J$bct fr £(9te g ^ken mi w 3 TO, er 3 Qs ZS§ OTTO TO sa^r-^TO 333T7 S^3er3fl S TO ssDZ5 SZ^ '8aZ §0 ci to «.3 & Q h O O aao-TO = 2.6 3 s=3 e 'oÄa3|1 2 3 o 8 To- TO t3. TO. ESS V§Z2L>§ÄIG) O To g 00 TO O- TO CT TO . TOZ 3 5 »gs^ aW 5© TO 3 5" gö8 “ "Z-S 8 5 3 o sraw ÄZE I-s-- - a^a^as S 3 3 -2h3,2- 3 aa-^ov-as 3 8- 3*1° HZ^S S X — to _.ä f=*?~£=a 3 „ cz K txCT —. , 8 to 3 'S- o 5 bS2 v* to 2 e§> gäl o to a ■o a^ a. s ’ = -~ S^acrog^G)'1 to-2-2- CT2.ae ’H ==3 ZxTs-o 3 8 ’aS Gin • c — 5 ' TO %=2lt V CTG -! a ffi 2.3 n. TO 3- IP TODTO „ I'ta«=9?3 L§ 8-8 ___ a-ti0' Q. 2- *1 7^ .TO S3-CTTO CT 3 TO »*3gg|S EZF c/oCT. - ^ö2Soj? §L TO W3 §-2.V1 3 63 a 2 S er CT K< 3: «DZ ©^a^-s ^’Ssa&a §■ Ö TO ÖÜ ö ip ‘.10° 8 -CT ~3l„a 5 ÖS~ - «ua • ct to -• —aCT 3 CT 63 3 d Cd 5|ö e— H 2. Ei = TO » ^CTGcog 3 CT TO CT s 3 TO ■ er o • TO 3 „3g^agS.S S: es 2. gict'ä ct— CT E 3^ o CT TO CT - 2 CO 3 a S' ■ sr^ilP& a ^«2ag| >* 3 CT TOTO to CT gg-a^äls- TO CT 2..2 — 3 3 c. s ^2- 8-S 3 Gl 3 » ■CT 8 ro TO TO-ÖT. a 3 8 o •2aa£ 8 sr 8 8 8 8 s 63 3 8 8 8 8 8 8 8 ca 8 3 8 8 ö- 8 8 8 CT» V) M 3. ©• 5.A LZ7S ZZ - 8 8 **. "63 - 3 kr. 102 Zweites Blatt GietzenerAnzetger (General-Anzeiger für Gberheffen) Montag, 2. Mai (952 Oie Grenze des Schreckens. Am Dnjestr, dem Grenzfluß zwischen Rumänien und Rußland. Don unserem H. IV-Bcrichtcrstatter. ' (Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) Bukarest, April 1932. Seit geraumer Zeit ist kaum ein Tag vergangen, an dein der Draht nicht irgendeinen neuen blutigen Grenzzwischensall am Dnjeskr gemeldet hätte, Zwischenfalle, die in ihrer Gesamtheit blitz artig einen latenten Kleinkrieg in dieser „besfarabi- schcn Mandschurei" beleuchten, der ernstester Beachtung wert ist. Denn aus den ost sehr wideriprcchcndcn Tagesmeldungcn — auch wenn sie in ihren Ginzel- heilen übertrieben fein sollten — lassen sich doch sehr wertvolle Rückschlüsse auf die derzeitige Lage in Sudruhland und auch aus die durch die gescheiterten Paktoerhandlungcn mit Ruhland recht gespannt Gewordenen Beziehungen zwischcnRuma. »ien und den Sowjets ziehen. Doch zunächst ein kurzer militarpolitisch-geographi- scher Rückblick: Der Dnjestr, der sich nicht weit »on Odessa ins Schwarze Meer ergieht, war vor dem Zlriege der Hauptstrom des russischen Gouvernements Bessarabien, in dem sehr viele „Moldawaner", DH. rumänische Bauern, lebten, aus deren bloßer Existenz Rumänien im Jahre 1919 unter Zuhilfenahme der „Selbstbestimmungsklausel" die Berechtigung herleitete, sich einen Teil dieser russischen Provinz bis zum Dnjestr, der taktisch und strategisch günstigsten Grenze gegen Rußland, einzuver leiben. Seitdem läuft die russisch rumänische Grenze genau in der Mitte des Flusses entlang und kann als Musterbeispiel für eine in jeder Hinsicht falsche Grenzziehung angesprochen werden. Abgesehen davon, doh große Teile dieser Molda- waner weiterhin unter russischer Herrschaft geblieben sind — lediglich, weil es weiter östlich vom Dnjestr keinen „passenden" Grenzfluß mehr gab, der den militärischen Notwendigkeiten gerecht geworden wäre — ift heute die gesamte einst so blühende Dnjestr- Schiffahrt l a h m g e l e g t worden und jede Art von Handelsverkehr daraus unterbunden. Denn in der russischen Zeit bildete dieser Fluß die H a u p t o e r - kehrslinie in nord-südlicher Richtung, unb in Bessarabien find infolgedessen olle Straßen unb Wege in west östlicher Richtung angelegt wor- frm: Sie alle führen senkrechtauf ben F luß 3 u, wo bic herantransportierten Waren bann nach Suben ober Norden verschifft wurden. Durch die neue Grenzziehung sind diese wcstostlichen Verkehrswege aber samt und sonders zu Sackgassen geworden, die ganz unvermittelt auf beiden Ufern des Flusses oufhören. Denn dort, wo an ihren Endpunkten f rüber Leichter, Schlepper und große Dampfer anlegten und beloben würben, stehen sich heute schwerbewaffnete P o st e n unb Pa- lrouillen gegenüber unb halten bie Wacht an einem loten Fluß ... Diese hermetische, gegenseitige, seil Jahren an- bauernde Absperrung hat natürlich unerträgliche Verhältnisse geschaffen, unb ein großer Teil der bessarabischen Wirtschaftsnöte — bie Paral- leien mit Memel und dem Korridor sind von über- roschender Ähnlichkeit — kommt in allererster Linie ouf das Konto dieser unmöglichen Grenzziehung, bie (ine organisch gewachsene Provinz mit bem Lineal in zwei Hälften geteilt hat. Denn ber naturgegebene Handelsweg nach Odessa ist versperrt und die dadurch entstandene Krise hat eine Unzufriedenheit und sine 'Not iin rumänischen Bessarabien hervorgerufen, die für kommunistische Agitatoren das denkbar beste Betätigungsfeld bietet. Nicht nur Ackerbau unb Viehzucht liegen infolge ber Erportunmöglichkeit barnieder, auch die 'gesamte Fischerei ift lahmgelegt worden, an deren Weiterbestand beide Länder, also Rußland und Rumänien, gleicherweise stark inter- effiert waren. Infolgedessen sahen sich beide Parteien in der Folgezeit zu gewissen gegenseitigen Zuge- skä'nd n i fs en genötigt, um die finge der fisch fangtreibenben Bevölkerung zu erleichtern. Diese Zu- geftanbniffe an bic mit Sonberpässen unb Sonder- erlaubnifjen ausgestatteten „sakrosankten" Fischer unb Schiffer machten sich nun in erster Linie natürlich bie berufsmäßigen Schmuggler zunutze, um unter einer „Ftfchermaske" ungestört ihr einträgliches Gewerbe „hinüber" unb „herüber" betreiben zu können. Aber nicht nur bic Schmuggler, (onbern auch zahlreiche anbere Elemente, wie Deserteure, Verbrecher, Agenten, Spione unb ähnliche katili- narische Existenzen, bic aus bestimmten Grünben einen „Ufcrwcchsel" vornehmen mußten ober wollten, schlüpften durch die Masche des „Dnjestr Abkom- mens" mit hindurch. Wer bei solch einem Versuch von den Grenzwachen „gestellt" wurde, büßte in der Regel dabei sein Leben ein. Denn beftimmungs- und vereinbarungsgemäß mußten olle Verhafteten inihrHei - matland zurückgeschickt werden, was für Flüchtlinge aus Rußland in der Regel gleichbedeutend war mit dem sicheren Tode. Kein Wunder, wenn sie — am rettenden rumänischen User angenommen — sich um jeden Preis der Verfolgung der Grenzjäger zu entziehen versuchten, was aber meist nur sehr wenigen lebend zu gelingen pflegte. Denn für die rumänischen Posten war es natürlich sehr schwer, wenn nicht unmöglich, „richtige" Flüchtlinge von jenen „falschen" zu unterscheiden, die Rußland mit geheimen Aufträgen nach Rumänien entsandte. Infolgedessen schossen die Posten lieber zehnmal zu viel als einmal zu wenig ... Eine Wendung trat erst ein, als sich die Zahl der Rußland-Müden ausfallend zu mehren begann, eine Zahl, die von jeher das beste Barometer für die „Hohe" oder die „Tiefe" des jeweiligen russischen Lebensstandards war. Diese „echten" Flüchtlinge, die nur das nackte Leben retten ober bic ber Deportierung entgehen wollten, nun auf Grunb eines toten Buchstabens roicbcr zuruckzuschicken in bie Hölle, ber sie eben erst mit knapper Mühe unb Not entronnen waren, wäre eine unnötige Grausamkeit gewesen, bic sich nicht leicht einmal mit politischen Grünben hätte rechtfertigen lassen. Infolgedessen begann man es auf rumänischer Seite allmählich mit dem Buchstaben ber Bestimmungen nicht mehr so genau zu nehmen, zumal sich eben auch bic Russen an bic getroffenen Vereinbarungen nicht hielten. Denn sie nahmen bas aus Rumänien befer- tierte Gefinbel, wie Deserteure, entsprungene Verbrecher unb anbere negativen Elemente bereitwilligst als wertvollen Bevölkerungszuwachs bes Sowjet-Parabieses bei sich auf, schickten auch jene jungen, unbescholtenen Leute nicht zurück, bie sich burch eine Flucht nach Rußland der rumänischen Wehrpflicht zu entziehen versuchten. Wie gesagt — in den letzten Jahren ist die lieber- wachung der Dnjcftrgrenze von den rumänischen Po- fticrungen sehr großzügig gehandhabt worden, es war eine Entspannung eingetreten, und allgemein nahm man an, daß die unterdessen in Riga eingeleiteten russisch-rumänischen Paktvetchanblungen auch den „kleinen Grenzvcrkchr" in Bessarabien auf eine tragfähige Grundlage stellen und geordnete Verhältnisse an der Grenze schaffen würden. Diese Hoffnung hat leider getrogen, denn ausgerechnet mitten in die Rigaer Verhandlungen knallten wie aus heiterem Himmel bic „Schüsse von So« rofa" hinein, bic bann in ber Folgezeit jenen Kleinkrieg entfesselt haben, ber bem mürber i = schcn Fluß seine beseitige traurige Berühmtheit verschafft hot. Der Zwischenfall von SoroTa, bei bem sechs junge Leute, herunter ein Mäbchen, bie ben Dnjestr heimlich in Richtung Rußlanb überschreiten wollten, von ben Rumänen erschossen würben, ist bis heute noch nicht geklärt unb hat sogar eine Anfrage im englischen Unterhaus ausgelöst. Der Verbucht, Gießener Siadttheater. Woctljc: „Faust" 1. Wenn die Theaterleitung zur Nachfeier von Goethes 100. Todestage den vor fünf Jahren her zuletzt gegebenen ..Faust" in einer neuen Inszenierung in den Spielplan aufnahm, so war >es ein glücklicher unb naheliegender Gedanke ■Tfofern, als die Tragödie ja das eigentliche Lobenswert Goethes darstellt und als gefummelter Ausdruck und Sinnbild seines dichterischen Wesens gelten darf. 9er „Sauft“ hat. wie seinerzeit ausführlich dar- gelegt worden ist, und was gemeinhin als bc- kennt vorausgesetzt werden darf, von der ersten Ilüften 'Begegnung mit dem Stoff über die mancherlei Entwicklungsstadien bis zur endlichen lollenbung den Dichter durch sein ganzes Leben hndurch begleitet, „llrfauft", Fragment von 1790, i>er Tragödie erster Teil und das in sich ruhende Tefamtwerk sind die bedeutenden Stationen auf fcm Schaffensweg eines reichen und wahrhaft gesegneten Daseins. Wie nun das Werk den Meister durch alle Lebensalter vom Knaben bis zum Greis begehet Hut. so ist auf diesem langwierigen, oft unterbrochenen Wege auch die menschliche und künstlerische Entwicklung Goethes in das Werk rngegangen und in ihm gespiegelt, so zwar, daß a le Stadien darin irgendwie enthalten sind, daß Jestultwundel und Stilwechsel sich darin aufweifen Ulen, ohne daß doch die Einheit des Ganzen btdurch gefährdet oder auch nur getrübt würde. Allerdings muß man stets im Auge behalten, dch der ..Faust" in seiner mächtig ausladenden, .reellen Gesamtheit, wie ihn die Hand des greifen Sichters kurz vor dem Tode abschloß. als eine Sichtung zu fassen und zu bewerten ist, an Heren vollkommene Sichtbarmachung auf dem Theater Goethe selbst nie eigentlich geglaubt f>it; und die umfassende geistige Ausdeutung her Faustfabel im Goetheschen Sinne wird sich rit den Mitteln des Theaters wohl nie ohne Srdenrest befriedigend gestalten lassen. Mit andern Worten: die beiden Teile der Tragödie gehören innerlich ko unlösbar zusammen. daß jeder für sich notwendigerweise als Fragment wirken muß. Erst die von Schiller an- (^regte geistige Rahmung und Bindung der bei- ! den großen Teile läßt uns die Dichtung als ei nein sich geschlossene, untrennbare Einheit empfinden und begreifen; die Worte des Engelchores am Ende des zweiten Teils — ..Wer immer strebend sich bemüht ..." — kehren in einem weitgespannten Gedankenbogen zum Prolog im Himmel zurück, der den ..Faust" sub specie aeterni- tatis einleitet: zwilchen diesen beiden Polen entfaltet sich dramatisch, dichterisch und ideenmäßig die ganze Fülle und Breite des Werkes. Die zu Beginn zwischen Gott und Teufel geschlossene Wette und die am Ende von seligen Geistern gesungene Verkündigung erscheinen als die äußersten tragenden Pfeiler eines weit gespannten inneren Bogens, der die Hälften zur Einheit zusammenfügt. Diese Betrachtung führt unmittelbar zum Kardinalproblem jeder sinnfälligen Wiedergabe des Werkes auf der Bühne: es besteht in der inneren Verbundenheit und untrennbaren Zusammengehörigkeit beider Teile ... und der Unmöglichkeit, beide als Ganzes auf dem Theater darzustellen. Die Bemühungen um eine praktische Lösung sind ebenso zahlreich wie erfolglos gewesen. Es geht mit dem ., Faust" wie mit der „Wattenstein"- Trilogie Schillers; Versuche in dieser Richtung werden wohl auch bis auf weiteres nur zu mehr oder minder gewalttätigen Notlösungen oder unbefriedigenden Kompromissen führen. Was den „Faust" angeht, so sollte man den — dramaturgisch gesehen — mehr als spröden zweiten Teil überhauvt nicht auf die Bühne bringen, die ihm doch nur sehr teilweise und lehr oberflächlich-opernhaft gerecht werden kann. Man sott sich vielmehr auf den ungleich volkstümlicheren ersten Teil beschränken und sott sich nur_bar- über klar sein, daß jede Aufführung dieses Teils im Grunde ähnlich bruchstückhaft wirken muß wie die früheren Fassungen, die man als Fragment von 1790 und als „Urfaust" bezeichnet; und daß also die vornehmste Aufgabe und der wesentliche Sinn jeder Aufführung darin liegen sollte^ den Beschauer von der Bühne zum Buch, vom Theaterspiel zur Dichtung zu führen, die sich erst dem eindringend Lesenden in der zeitlosen Mächtigkeit ihres geistigen Aufbaus erschließt. Wir wissen, daß eine Aufführung her Tragödie personell, dramaturgisch und technisch außerordentliche Anforderungen an unsere Bühne stellt, und wir glauben, daß die Neuinszenierung unter der Leitung des Intendanten Dr. P r a s ch alle Wünsche befriedigte, deren Verwirklichung man im Sinne des oben Gesagten erwarten konnte. Blick auf Öen Dnjestr. Im Vordergrund die im Jahre 1917 gesprengte Eisenbahnbrücke bei Ataki, die nicht wieder aufgebaut wurde. daß dieser Zwischenfall von einer Seite heroorge- rufen worden ist, die Interesse daran hatte, die — spater auch tatsächlich gescheiterten — russisch-rumänischen Verhandlungen in Riga zu sabotieren, läßt sich leider nicht von der Hand weisen ... auf alle Fälle haben die „Schüsse von Soroka" auf der „anderen Seite" in der Folgezeit ein hundertfaches blutiges Echo ausgelöst. Die rumä- nische These, daß die Sowjets sich für die Erschießung der sechs Russen durch die Abschlachtung der zehnfachen Anzahl moldawanischer, d. h. rumänischer Bauern rachen wollten, ist wohl nur bedingt richtig. Tatsächlich scheint es sich um folgendes zu handeln: Die wenigen Geretteten, denen es in der letzten Zeit gelungen ift, unversehrt das rumänische Ufer über den zugefrorenen Fluß zu erreichen, sagen übereinstimmend aus, daß sich die Lcbensver- bältnisse in Südrußland immer fata- strophaler ge ft alten, und daß die Zwangs- kollektivierung immer rücksichtsloser durchgeführt wird. Darüber hinaus sollen sich die Sowjets mit Rücksicht auf die durchaus ungeklärten Beziehungen zu Rumänien mit der Absicht tragen, alle „Fremdstämmigen", d. h. rumänischen Bauern aus der Dnjestrzone zu evakuieren und sie in anderen Gebieten Rußlands anzusiedeln, um auf diese Weise Platz für die „echtrusfischen Leute", die selbstverständlich überzeugte Kommunisten sein müssen, zu schaffen. Um also der Kollektivierung, der Deportation und der Zwangsumsiedlung zu entgehen, haben Hunderte von rumänischen Bauern in den letzten lagen und Wochen den Versuch unternommen, sich über den Fluß in ihre alte Stamm Heimat zu retten, Versuche die zumeist im Feuer der russischen Maschinengewehre blutig gescheitert und zusammengebrochen sind. Wie viele Frauen und Kinder dabei ihr Leben eingebüßt haben, läßt sich mit Bestimmtheit nicht sagen, rumänische Blätter wollen von förmlichen „Leichenhügeln" wissen, die den gefrorenen Fluß bedecken ... Tatsache ift auf alle Fälle, daß bisher vielleicht 50 bis 60 verwundete Flüchtlinge aus Rußland in den rumänischen Lazaretten Aufnahme gefunden haben. Sie dürsten kaum aus „Rache für Soroka" beschoßen Aorben fein — in erster Linie kam es ben Sowjets wohl barauf an, authentische Nachrichten über bie katastrophale Lage in Sübrußlanb zu unterdrücken unb zum andern — was viel wichtiger ist — auch äußerlich zum Ausdruck zu bringen, daß es zwischen Rußland und Rumänien nicht eher Frieden gibt, als bis die Entscheidung über Bessarabien endgültig zugunsten Rußlands gefallen ist. Dis dahin wird vorauslich der „mörderische Fluß" seinen Namen weiterhin zu Recht führen ... Oie Versetzung des Alsfelder Kreisbirektors. WSN. Darmstadt, 1. Mai. Amtlich wird mit- geteilt: Der Staatspräsident empfing am «amstagoormittag eine Deputation aus Alsfeld, bestehend aus den Herren Oekonomierat K o r c 11 Bürgermeister Dr. Bölling, Kommerzienrat Ramspeck und Sparkassendirektor D o • geley. Die Herren erklärten, daß sie als Beauftragte einer großen Versammlung kamen, die am Sonntag in Alsfeld stottgefunden hätte, und daß sie auch im Namen der weitaus überwiegenden Mehrzahl der Bevölkerung aller Schichten bes Kreises Alsfeld sprächen, wenn sie bas Ersuchen vorbrächten, ben Herrn Kreisbirektor Dr. Stammler nicht von Alsfelb abzuberufen. Die Bevölkerung empfinbe das als eine Ungerechtigkeit. Dr. Stamm- l e r habe es in den 15 Jahren seiner Tätigkeit verstanden, sich das Vertrauen aller Kreiseingesessenen zu erwerben und zu erhalten. Der Staatspräsident erklärte, daß die Regierung an sich sehr fhmpotftifch berührt sei durch die Vertrauenskundgebung für Herrn Kreisdirektor Dr. Stammler. Die Regierung anerkenne auch, daß sich die Kundgebung von Uebertreibun» gen femgeftalten und in würdigem Rahmen geführt worden fei. Das dürfe wohl im wesentlichen aus die Einwirkung der als Deputation erschienenen Herren zurückgeführt werden. Es ließe sich allerdings nicht verkennen, daß gewisse politische Unterströmungen der Aktion einen starken Auftrieb gegeben hätten. Die Abberufung des Herrn Kreisdirektor Dr. Stammler fei an sich Angelegenheit des Innenministers, aber sie finde die Billigung des Gesamtmini st e- r i u m s. Es handle sich nicht umeineStraf- maßnahme. Das ergebe sich schon daraus, daß Dr. Stammler im Ministerium selbst verwendet werde. Als Beförderung sei die Versetzung allerdings auch nicht auszufassen. Die Gründe seien kurz die folgenden: Als vor einiger Zeit ein Aufgebot der Landespolizei zur Durchführung der Auflösung derS 21- und SS. -Formationen nach Alsfeld kam, wurde Man sah eine in jeher Hinsicht große unb groß- angelegte Ausführung (bie sich über mehr als fünf Stunben erstreckte) — es war außer bem Vorspiel auf hem Theater unb ber Walpurgisnacht, bie beibe, mit Recht, fast immer fortgelaffen werben, nichts gestrichen worben; bic Regie war sichtlich bestrebt, bas Werk in seiner Totalität wirken zu lasten unb alle Elemente bes Schauspiels — Pakt, akabemische Satire, Grctchcnlragöbic — mit ihren heiteren unb tragischen Akzenten gleichmäßig zur Geltung zu bringen. Dabei würbe bem Theater allenthalben gegeben, was bes Theaters ist, — im Ganzen aber, wie es sich geziemt, her Nachbruck auf bie lebenbige Ausgestaltung bes Wortes gelegt, bie ja hier, mehr als irgcnbmo sonst, liebevoller Hingabe bebarf. (Vielleicht liehe sich in einzelnen Partien ber inbirekten Stimmen — Prolog; Erbgeist — noch eine bessere Ser» stänblichkeit erzielen.) Bilbmäßig hielt der Stil ber Inszenierung glücklich bie Mitte zwischen srifcher Realistik unb einer anbeutenbenStilisierung; bicEntwürfc vonL ö s f l e r waren auf Geist unb Atmosphäre bes Dramas abge- ftimmt; befonbers ber Osterspaziergang, von bem wirklich ein Hauch ersten Frühlings ausging, bas Stabtbilb — vor bem Dom, Brunnen; mater dolorosa —, ferner Gretchens Kammer unb Marthes Garten bürfen als trefflich gelungen hervorgehoben werben. Auch bic technischen Schwierigkeiten — Beschwörung; Hexenküche — waren burch- aus bewältigt; ber hier befonbers wichtige unb komplizierte Belcuchtungsapparat würbe von Herrn Keim verftänbnisvoll betreut. Walter M o e h l (Komposition unb Leitung her Bühnenmusik) unb (Surt Huber (Kostüm-Ausstattung) unterstützten bie Gefamtrcgic vortrefflich. Als Faust sah man Herrn Hauer, her eine ausgeglichene unb vielseitig interessante Leistung vor- führte; er bewältigte bie, textlich unb intellektuell bebeutenbe Ansorberungen stellenbe Partie mit ruhiger Uedersicht, Glicbcrung unb Steigerung unb vermochte, was uns befonbers sympathisch berührte, ben sonst oft cmpfinblich fühlbar merbenben Abstand zwischen bem alten unb bem verjüngten Faust leicht unb unaufbringlid) zu überbrücken. Er würbe eigentlich allen Wcsensteilen her Gestalt gleichmäßig gerecht: bem humanistischen Grübler unb Zweifler, bem gcistcrbeschworcnbcn Magier unb bem wcltfahren- ben Sinnenmenschen unb Liebhaber. Für ben in letzter Stunde erkrankten Herrn Heyser war als Mephisto Herr Ullrich von der Trenck vom Badischen Landestheater in Karlsruhe eingesprungen: ein sehr routinierter und darstellerisch kultivierter Schauspieler, der sich in der fremden Umgebung und im großen Ensemble überraschend geläufig und umsichtig zurechtfand. Sein Mephisto war auf einen einheitlichen Ton gestimmt: weniger elegant als kalt, weniger witzig als scharf satirisch, ohne aufdringliche „Dämonie", um eine prägnante dialektische Durchbildung seines Parts bemüht; am besten in der ausgezeichnet belebten Schülerszene und in den Auftritten mit Marthe Schwerdttein. 2tts Margarethe: Beatrice Doering; eine äußerlich zunächst überraschende, weil vom traditionell blonden Grctchentyp abweichende Erscheinung. Aber man gewohnte sich schnell daran, denn es kommt ja auf den Ton und die innere Durchdringung an. Frl. Doering hatte begriffen, daß jeder fteroinenftafte Zug dieses Bild stören mußte; sie gab ihr Gretchen ganz schlicht, aus dem bürgerlichen Umkreis heraus, anfangs herb und verhalten im Ton, später weicher und wärmer, gefühlsmäßig ganz gelöst in ben unvergänglichen Liebesszenen im Garten (hie wir als Höhepunkt ihrer Darstellung empfanden); auch die oft peinlich grelle Kerterszene wurde mit richtigem Gefühl für die Grenzen des hier Möglichen gespielt. • Hub war ein vortrefflicher Famulus: spießig, trocken und nicht ohne diskreten Humor; auch dirigierte er als Brander das herrlich versoffene, kannibalisch lärmende Quartett in Auerbachs Keller: Hub, Dolck, Wichel. Nieren. Eine prächtige, von draller Komik umgebene Marthe lieferte Frau Koch. Druck führte mit sprühendem Temperament den diabolischen Reigen in der Herenküche. Schelcher war ein bubenhaft schüchterner Schüler; Paetsch ein grimmig biederer Valentin: er starb .als ein Soldat und brav"; auch alle übrigen stellten im großen Ensemble wacker ihren Mann. — Es war ein starker und verdienter Erfolg. Mit den Darstellern konnte zuletzt der Intendant den Dank des Hauses entgegennehmen. hth. Hochschulnacbrichten. Der Privatbozent Dr. H. Backhaus von ber Universität Greifswald würbe zum Ordinarius für theoretische Elektrotechnik an ber Technischen Hochschule in Karlsruhe ernannt. aus bet Wohnung bes Kreisdirektors im Kreishaus von Angehörigen seiner Familie durch ostentatives Grützen aus den Fenstern den gegen die Maßnahmen der Polizei demonstrierenden Passanten die Sympathie bekundet. Es sei ein ganz unerträglicher Zustand, wenn Demonstrationsbestrebungen gegen die Matznahmen der Regierung und ihrer Organe aus dem Regierungsgebäude heraus eine Erwiderung erführen, die als Aufmunterung und Sympathiekundgebung gedeutet werden müßte. Bei aller Anerkennung der sonstigen Tätigkeit Les Kreisdirektors könne unmöglich geduldet werden, daß die Aufgaben, die doch letzten Endes seine eigenen seien, auf diese Weise von seinen Familienangehörigen dadurch beeinträchtigt werden. Es sei deshalb seine Verwendung an einem anderen Platz, die nicht als Strafversetzung zu gelten habe, mit Recht tiorgcncnjmen worden. Jeder Beamte müsse sich eine Versetzung im Interesse des D i e n st e s selbstverständlich gefallen lassen. Der Staatspräsident sprach die Meinung aus, daß die Bevölkerung des Kreises Alsfeld das Vorgehen der Regierung in diesem Falle sicher verstehen und billigen werde, wenn es ihr objektiv und klar vorgetragen würde. Die Deputation hielt nach wie vor die Maßnahme der Regierung für viel zu hart, versprach aber auch, die Gründe der Regierung in ihren Kreisen bekannt zu geben. 2m Laufe der Unterredung verwies der Staatspräsident noch ganz allgemein auf die Haltung mancher Beamten, die die politische Freiheit, die ihnen die Republik und die Demokratie gewährleisten, leider mißbrauchten und teilweise gegen den Staat und seine Einrichtungen Stellung nehmen, die sich mit den Interessen des Staatswesens nicht vereinbaren lassen. Die Regierung werde rücksichtslos gegen derartige Überschreitungen und Ausartungen vorgehen und sei gewiß, damit die Interessen der Beamtenschaft und des Staates am besten zu wahren. Der Beamte habe unbedingt und an allen Stellen die Rücksicht zu üben, die er seinem Amt und der Allgemeinheit schulde. Diese Auffassung fand auch die Billigung der Herren der Deputation. Wirtschaft. * Großkraftwerk Franken AG., Nürnberg. Der Aufsichtsrat der Großkraftwerk Franken AG., Nürnberg, hat beschlossen, der am 30. Mai stattfindenden Ge.neralversamm" lung für 1931 eine Dividende von 6 (9) v. H. auf die Stammaktien und 5 (6) v. H. auf di^ V- Aktien vorzuschlagen. • Main-Kraftwerke A G-, Frankfurt a. M. -Höchst. Die Main-Kraftwerke AG., Frankfurt a. M.-Höchst, erzielte im Geschäftsjahr 1931 einschl. 11 862 Mk. Vortrag einen Reingewinn von 908 321 (1 405 528) Mk., aus dem 4 (6) Prozent Dividende ausgeschüttet und 12 321 Mk. auf neue Rechnung vorgetragen werden sollen. Einem Bruttogewinn von 4,59 (5,03) Millionen Mark stehen 0,76 (0,77) Millionen Mark Handlungsunkosten, 0,86 (0,89) Millionen Mark Steuern und 0,04 (0,07) Millionen Mark Abschreibungen gegenüber. * Preisabschlag f ü r Thomas» schlackenmehl. Auf den seit Ende vorigen Iahres gültigen Preis für deutsches Thomasmehl von 22,5 Pf. je kg'0 citri. Phosphorsäure wird beim Bezug im Monat Mai eine Lagervergütung von 45 Mk. je 15 Tonnen gewährt. * Betriebsgesellschaft zur Weiterführung der Iunkers-Werke. Zum Zwecke der Weiterführung der Iunkers-Werke ist in Berlin unter Beteiligung der Stadt Dessau eine Tetriebsgesellschaft in Form einer GmbH, gegründet worden, deren Anteilhaber Gläubiger der Werke sind. Man hofft, durch die Gesellschaft den 2903 Angestellten und Arbeitern Gehalt und Lohn zahlen und Rohstoffe beschaffen zu können. Voraussetzung dafür ist aber, daß auch das Reich seine Unterstützung leiht. Die handelsgerichtliche Eintragung der Gesellschaft ist beantragt, aber noch nicht erfolgt. Berlin schwankend. Berlin, 2. Mai. (WTB. Funkspruch.) In den heutigen Vormittagsstunden diskutierte man lebhaft den Ausgang der gestrigen französischen Kammerwahlen, die Arbeitsbeschaffungspläne der Reichsregierung und eine bisher unbestätigte Meldung, daß Polen am Samstag die Absicht gehabt hätte, einen Handstreich auf Danzig durchzuführen und erst im letzten Augenblick auf Intervention Frankreichs diesen Plan fallen gelassen hätte. Auf die Tendenz übten diese Momente aber keinen Einfluß aus, denn die erste Börse der neuen Woche eröffnete in sehr freundlicher Haltung mit Kursbesserungen, die bei den führenden Werten bis zu 1,5 Prozent betrugen. Einmal waren vom Publikum kleine Kaufaufträge eingetroffen, zum anderen bekundete aber auch die Börse selbst eher Deckungsneigung, da der Verlauf der Neuyorker Samstagbörse und das Dementi der AEG., insbesondere die Erklärung, daß keine Kapitalzusammenlegung geplant sei, anregten. Hinzu kam der ruhige Verlauf der gestrigen Maifeiern in Berlin und im Reiche, vor allem schien aber die von der Regierung geplante Krisenanleihe am Pfandbriefmarkt nicht den befürchteten Einfluß zu haben, denn man hörte zunächst wenigstens unveränderte Kurse. Durch ein Zufallsangebot waren Westeregeln auf 93 nach 97 gedrückt, auch Dem- berg lagen etwas über 1 Prozent schwächer, und von Braunkohlenwerten büßten Rheinische Braunkohlen 1 Prozent ein. Dagegen konnten Schlesisch- Bergbau, bei denen morgen die Bilanzsihung stattfindet, 2,75 Prozent, anscheinend auf Dividendenhoffnungen, gewinnen. Am Anleihemarkt war die Tendenz wenig verändert. Die Kurse lagen bei kleinstem Geschäft gehalten. Deutsche Anleihen tendierten etwas freundlicher, auch Reichsschuldbuchforderun- gen waren leicht gebelfert, Reichsbahnvorzugsaktien dagegen nur behaupetet. H)on Industrieobligationen bestand für Vereinigte Stahl Interesse. Von Ausländern neigten Rumänen zur Schwäche. Im Verlaufe wurde die Tcndciiz allgemein schwächer und die Kurse bröckelten bei geringen Umsätzen bis zu 1,5 Prozent ab, Siemens z. B. büßten ihren Anfangsgewinn bald wieder ein. Mit Ausnahme der eingangs erwähnten Momente waren Gründe für diesen Stimmungsumschwung nicht zu hören. Am Geldmarkt machte sich nach dem Ultimo bereits schon wieder eine Erleichterung bemerkbar, die aber in den Goldsähen noch nicht zum Ausdruck kam. Tagesgeld blieb unverändert 5,75 Prozent und darüber. Frankfurt unsicher. Frankfurt a. HL. 2. Mai. (WTB. Draht- Meldung.) Die erste Börse der neuen Woche stand im Zeichen erhöhter Unsicherheit. Nachdem die Vorbörse auf kleine Käufe der Kulisse etwas freundlicher gewesen war, wobei die Verwaltungserklärung der AEG, daß sie keine Kapitalzusammenlegung beabsichtige, etwas beruhigte, lag der offizielle Börsenbeginn etwas unsicher. Von der Kundschaft lagen keine Orders vor, so daß das Geschäft im allgemeinen ziemlich klein war. Das bisherige Wahlergebnis aus Frankreich blieb fast ohne Einfluß. Man will den zweiten Wahlgong abwarten, doch glaubt man schon jetzt, daß keine wesentliche Qlenderung in der französischen Politik Deutschland gegenüber eintreten wird. Dagegen fand die vom „Daily Herald" veröffentlichte Meldung von einem beabsichtigten Einbruch Polens in das Danziger Gebiet starke Beachtung und rief Verstimmung hervor, weil man dadurch internationale Verwicklungen befürchtet. Die Spekulation schritt daraufhin zu Abgaben, so daß die Tendenz später eine merkliche Verstimmung erfuhr. Die ersten Kurse lagen zwar nicht einheitlich, jedoch schon überwiegend schwächer. Nur AEG. und IG.»Farben und am Montanmarkt Stahlverein lagen bis zu 1,25 Prozent freundlicher. Dagegen verloren Siemens 2.5 Prozent, Reichsbank 1,25 Prozent, Aku 1 Prozent und Zement Heidelberg 1,5 Prozent. Behauptet waren Reichsbahn, Scheideanstalt und Harpener Bergbau. Deutsche Anleihen blieben gut behauptet. Am Anlagemarkt war die Haltung weiter schwächer, wobei die von der Regierung beabsichtigte Prämienanleihe weiterhin verstimmte und auch der Ausweis der Preußischen Zentralboden. treditanftalt mit seinem 11 prozentigen Zinsrückstand nicht ohne Einfluß blieb. Gold- und Liquidationspfandbriefe gaben meist 0,5 bis 1 Prozent nach. Industrieobligationen und Reichsschuldbuchforderungen blieben gut gehalten. Von Auslandsenten verloren Rumänen 0,25 bis 0,5 Prozent. Am Geldmarkt war die Lage ausgeglichen. Der Ultimo ist gut überwunden, Tagegeld wurde auf 5,25 Prozent ermäßigt. Frankfurter Schlachtviehmarkt. Frankfurt a. M., 2.Mai. Auftrieb: Rinder 1374 Stück, darunter 345 Ochsen, 153 Dullen, 459 Kühe, 366 Färsen; Kälber 746; Schafe 35; Schweine 4893 Stück. Rinder. Ochsen: vollflei- schige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts: jüngere 31 bis 34, ältere 27 bis 30, sonstige vollfleischige jüngere 23 bis 26; Dullen: jüngere, voll- Derbandslag der hessischen Jrauenvereine. WSN. Bad-Nauheim, 1. Mai. Am Samstag und Sonntag tagte im hiesigen Kurhaus bei starker Beteiligung aus den drei hessischen Provinzen — auch Frankfurt a. M. und Wetzlar waren vertreten — der dem Bund deutscher Frauenvereine angeschlossene Verband hessischer Frauenvereine. Dieser im Iahre 1912 in Mainz gegründeten Spihenorganisation gehören 38 Frauenvereine aus gairz Hessen an. Zweck der Organisation ist die Förderung des weiblichen Geschlechts in körperlicher, geistiger, rechtlicher, wirtschaftlicher und sozialer Beziehung, ohne die Sonderarbeit der einzelnen Vereine in irgendeiner Weise zu berühren. Verbandsvor- sihende ist zur Zeit Frau Paula S e i b in Gießen. Das erste Referat in der Hauptversammlung am Samstag hielt die Privatdozentin der Wirtschaftswissenschaft an der Landesuniversität Gießen Frau Dr. von Reichenau über das Thema: Die Bedeutung und Aufgabe der Frau im Wirtschaftsleben. Die Vortragende legte zunächst die enge Verflechtung der Frau mit der Volkswirtschaft als Konsumentin und Produzentin dar. Sie erklärte dabei u. a., leider sei die Konsumentin, ohne die auf die Dauer nichts hergestellt werden könne, wenn sie es nicht dem Markte entnehme, noch völlig passiv und sich ihrer Verantwortung nicht genügend bewußt. Bei der Frau als Produzentin in der Volkswirtschaft ging die Rednerin auf die wichtige Frage ein, ob angesichts des in der heutigen Zeit zu engen Nahrungsspielraums die Arbeit der Frau, die eine Verkürzung der Arbeitsgelegenheit des Mannes bedeute, noch verantwortet werden könne. Die Rednerin glaubt diese Frage bejahen zu können, da gerade in der Gegenwart, in der die Lebensgestaltung die Menschen nicht mehr befriedige, die Frau noch Trägerin unrealisierter Werte, also zur neuen Lebensgestaltung noch fähig sei, so daß ihre Mitarbeit auch in unserer Zeit knapper Arbeitsgelegenheit gefordert werden müsse. Die gegensätzliche Eigennatur des Mannes und der Frau verpflichteten beide gleichzeitig zur Gestaltung der Wirtschaft, denn die Eigennatur der Frau bedeute nicht, daß die Frau nur die Familie als Arbeitsgebiet haben dürfe, da die einzelnen Lebensgebiete sich nicht voneinander trennen ließen. Wolle die Frau z. B. in der Familie wirken, müsse dies auch in der Volkswirtschaft geschehen. Es folgte bann ein Referat der früheren hessischen ßanbtagsabgeorbneten Frl. Maria Birnbaum (Gießen) über „Die Bedeutung und Aufgabe der Stau in Familie und Staat“. Die Rednerin stellte ihre Ausführungen unter das Motto: „Für den Augenblick siegen die Interessen, für die Dauer die Ideen". Zn diesem Zeichen müsse der Kampf der Frau in Familie und Staat gefördert werden, ein Kampf, der einerseits im Aeußeren der Gewalt gelte und für Deutschlands Freiheit get kämpft werde, und der anderseits im Innern gegen den Materialismus und Kulturbolschewismus geführt werden müsse. Im Kampf um die äußere Freiheit sei die Idee der inneren Verbundenheit aller Deutschen von entscheidender Bedeutung, während im Inneren die Frau in der jetzigen Zeit der Gegensätze, Not und Bedrängnis das ausgleichende (Element zu sein und zu versuchen habe, nach allen Seiten hin die Liebe der"-Mütterlichkeit ausströmen zu lassen. Die Frau stelle sich, positiv zum Staate als dem Schutz und Schirm der Familie ein. Sie stelle aber auch die Forderung nach Umgestaltung des Staates, um neben dem noch" vorherrschenden männlichen Element einen Staat zu schaffen, der gleichberechtigt das Gepräge beider Geschlechter trage. Deshalb dürfe sich die Frau nicht ins Haus verschließen, sondern müsse hinaus, um ihre geistigen, seelischen und sittlichen Kräfte einzusetzen für eine ruhige Entwicklung des Staates, der ein Hort der Ruhe und des Friedens sein müsse. In diesem Zusammenhang bedauerte die Rednerin die wachsende Zurückdrängung des weiblichen Elements bei d.er gesetzgeberischen Gestaltung des Staates. Gemeinsames Zusammenwirken van Mann und Frau, so lautete ihre Forderung, müsse Platz greifen, um aus der gegenwärtigen Krise herauszukammen, die ohne die Mithilfe der Frau nicht zu beheben sei. Der Tagung wohnte u. a. auch die hessische Lonb- tagsabgeorbnete Frau Ha11emer bei, bie ben Teilnehmerinnen als Borsitzenbe bes Lanbesrats ber katholischen Frauenverbänbe Hessens Grüße übermittelte. In einer längeren Aussprache, bei ber u. a. Frau Dr. Rosa Kempf (Frankfurt a. TL) beachtenswerte Ausführungen machte, würben bie Einbrücke ber beiden Referate noch vertieft. Der Sonntag brachte u. a. eine Vorstanbsfitzung mit internen Beratungen, sowie eine Besichtigung der sehenswerten örtlichen Badeanlagen und wissenschaftlichen Institute. * fleischige, höchsten Schlachtwerts 27 bis 31, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 22 bis 26; Kühe: jüngere, vollfleischige, höchsten Schlachtwerts 26 bis 28, sonstige vollfleischige oder ausgemästete 23 bis 25, fleischige 15 bis 22; Färsen (Kalbinnen, Iungrinder): vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwerts 31 bis 34, vollfleischige 27 bis 30, fleischige 23 bis 26. Kälber. Beste Mast- und Saugkälber 42 bis 45, mittlere Mast- und Saugkälber 37 bis 41, geringe Kälber 30 bis 36. Schweine. Vollfleischige Schweine von etwa 240 bis 300 Pfund 35 bis 39, von etwa 200 bis 240 Pfund 36 bis 39, von etwa 160 bis 200 Pfund 34 bis 38, fleischige Schweine von etwa 120 bis 160 Pfund 31 bis 36 Mark pro ICO Pfund Lebendgewicht. Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft; Kälber, rege; Schafe langsam, geräumt; Schweine mittelmäßig, ausverkauft. Frankfurter Getreidebörse. Frankfurt a. M., 2. Mai. Die Frankfurter Getreidebörse blieb zu Beginn der neuen Woche für Weizen weiter fest. Obschon man das Einfuhr- kontingent im Rahmen der Neuregelung des Der- mahlungszwanges für Weizen ungefähr in der Höhe geschäht hatte, wie es jetzt inkraftgeseht wird, wirkte die vollendete Tatsache der nur sehr knappen Einfuhrmöglichkeit befestigend. Weizen gewann 2,50 bis 5 Mark. Roggen und Futtergetreide, sowie Braugerste blieben unverändert. Am Mehlmarkt war kein nennenswertes Geschäft zu verzeichnen, doch wurden die Preise für Sonde rmahlung von den Konventionsmühlen etwas erhöht, Roggenmehl lag dagegen weiter etwas niedriger. Am Kraftfuttermitlelmarkt blieben die. Preise für prompte Ware unverändert. Cs wurden notiert: Weizen 280; Roggen 225; Sommergerste (für Brauzwecke) 190 bis 200; Hafer (inländischer) 165 bis 172,50 Mark pro 1000 Kilo. Weizenmehl, südd., Spez. 0 mit Austausch- weizen 39,75 bis 40,50, Sondermahlung 39,25 bis 40,25; Weizenmehl, Niederrhein., mit Austausch- weizen 39,50 bis 40,25, Sondermahlung 39,25 bis 40; Roggenmehl (70proz.) 28,25 bis 30; Weizen- und Roggenkleie 11; Erbsen, je nach Qualität, für Speisezwecke 26 bis 35; Linsen, je nach Qualität, für Speisezwecke 24 bis 52; Heu, Weizen- und Roggenstroh (drahtgepreßt und gebündelt) je 5, Treber (getrocknet) 12 bis 12,50, Industriekartoffeln, hiesiger Gegend, 3 Mark bei Waggonbezug per 50 Kilo. Tendenz stetig und ruhig. Frankfurter Eiermarkt. Frankfurt a. M., 30. April. Da das Angebot im Verhältnis zur jetzigen Jahreszeit ziemlich klein ist, zumal auch vom Auslande wegen der schwierigen Devisenbeschaffung nur wenig Ware hereinkommt, konnten die vorhandenen Bestände glatt ausverkauft werden. Die Preise blieben im großen und ganzen ziemlich unver- änert. Es notierten in Pfennig per Stück ab loco Frankfurt: Bulgaren 5,5 bis 5,75, Jugoslawen 5,25 bis 5,5, Rumänen 5,25 bis 5,5, Holländer 5,25 bis 7.5, Flandern 6 bis 6,5, deutsche Landeier 5,75 bis 6,5, deutsche Frischeier 5,25 bis 7,5, Dänen 5 bis 7. Kleine Strafkammer Gießen. 4 Gießen, 21. April. Ein Metzger hatte in Rockenberg bei einer Berufsfahrt mit seinem Lastkraftwagen ein# enge Kurve geschnitten und war dadurch mit einem entgegenkommenden Motorrad- fahrer zusammengestoßen, der verletzt würbe. Gegen bas Urteil bes Amtsgerichts, burch bas er zu breifeig Mark Geldstrafe verurteilt worden war, verfolgte ir Berufung, bie er auf bas Strafmaß beschränkte. Er erreichte, baß bie Strafe auf die Hälfte herabgesetzt wurde. Die Beweisaufnahme ergab, baß es sich um eine äußerst schwer zu passierenbe Kurve hanbelt, unb baß ber Angeklagte burch sein im übrigen besonnenes Verhalten, bas er namentlich burch rasches Anhalten bekunbete, größeres Unheil vermieben hatte. Der Verletzte hatte beshalb auch bavon ab« gesehen Strafantrag zu stellen. Da es sich um eine Berufsfahrt handelte, mußte von Amts wegen eingeschritten werben. Zurückgewiesen würbe die Berufung eines Ange- klagten, ber von seiner Frau unb seinen Kinbern getrennt lebt unb sich ber Verletzung feiner Unterhaltspflicht schulbig gemacht hat. Er war beshalb zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt morden. Die Strafe erschien auch heute angemessen. Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse. Dle hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe ber zuletzt beschlossenen Divibenbe an. — Reichsbankdiskont 5 v.H, Lombarbzinsfuß 6 v. H. Frankfurt a. 2)1. | Berlin Frankfurt a. M. Berlin Echluß- lurt 1-Uhr- Sturt Schluß-! kurt | Anfang- Kurt Echluß-l 1-llhr- hirt Kurs Schluß-1 Anfang« lurt Kurt Datum 30.4. 2.5. 30.4. 2.5. Datum 30.4 2.5. 30.4. 2.5. 6% Deutsche Reichsanleihe 6.192'. 7% Deutsche RelchSanleihe V.192S t>Vi% Doung.AnIethe von 1930 . Deutsche Ant.-Ablvl.-Schuld mit Au?los.-Rech«en..... DeSgl. ohne Auslos.-Rechte . . . 8% Heil. Bolleslaat von 1929 srückzahlb. 102%)...... 59 52,5 39,5 3,35 32 37,75 75 74.25 77,5 76,75 73,25 9,5 5,65 5,5 2,15 2,2 2,2 ‘1 Il-I 1 1 I 1 1 I I 1 । । । । । । । । । * । । । WAos* waicnmui?co M * ' . m | | ..... cn o» 1 cn 1 1 1 1 cn 1 ro ***» 1 1 co 1 I I I I I 1 I | | | I 1 a> 1 1 1 1 1 | | “2 | O?M2 0) * o wco Hamvurg-Amerila Palei . . . 6 Hamburg-Südam. Dampfschiff. o Hansa Dampsschiss . . . . 0 Norddeutscher Lloyd.....6 A.G. für Verkehrswesen Akt. . . Berliner Handelsgesellschast . 8 Commerz- und Privat-Bank. 7 Darmstadter und NationalLank 8 Deutsche Bank und DiSconto-Gesellschast... 6 Dresdner Bank...... 6 Reichsbank........12 A.E.G............? Bergmann.........9 Elekrr. Lleserungsgesellschast. 10 Licht und Kraft......10 fielten & Guilleaume. ... ßy2 Gesellschaft für Elektrische Unternehmungen .... 9 Rheinische Elektrizität .... 9 Schurken & Co...... . 11 Siemens & Halske ..... 14 Lahmeyer «Co.......12 Buderus..........4 Deutsche Erdöl.......5 Gelsenkirchener.......8 Harpener..........0 Hoesch Eisen. . .'......6 ylse Bergbau ....... 10 Klöcknerwerke ........ 6 Küln-Neuessen.......6% ManneSmann-Röhren .... 6 Mansselder Bergbau.....0 -Iberschles. Kokswerke .... 8 Phönix Bergbau......4y, Rheinische Braunkohlen... 10 Rheinstahl........ , e 14,14 13,9 32 82,5 19 21,75 38,25 21,75 112 22,25 70 36 54 69 50 102,5 75,5 58,25 35,5 23,5 37 13 18,75 153 38,75 I I I I I I I I 1 1R £1111 1 1 Isl 1 1 SJ 1 1 1 1 1 1 1 1 1 8 13,5 38,5 13,5 32 84 19,5 21,75 38,25 51,75 111 23 53,5 68,25 35,25 52,9 70,5 48,25 99,25 75,25 21,25 57,9 34,5 35,75 27 82 23 36 13,13 18,13 151,5 37,65 13,4 37,5 13,75 32,25 111 24 68,5 36 49,5 101 74,4 57,9 34,75 27,75 23,25 36,75 34,5 18,75 150,5 Oberhessen Provtnz-Anleihe mit Auslos.-Rechten....... Deutsche Komm. Sammelabl. Anleihe Serie 1....... 8% Franks. Hyp.-Bank Goldpse 15 unkündbar bis 1935 .... 7% Franks. Hyp.-Bank Goldpse unkündbar 613 1936 Serie 16 . 4%% Franks. Hyp.-Bank Llqu.- Psandbriese......... i¥i% Rbd'ntiche Hyp.-Bank.Liqu Goldpse........... 8%Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Pfandbriefe R-19...... 1% Pr. LandeSpsandbriesanstalt, Pfandbriefe R. 10 4% Oesterretchtsche Goldrente . . 4,20% Oeslerreichische Silberrente 4% Ungarische Goldrente . . . . 4% Ungarische Staatsrente V. 1910 4‘/.% desgt. von 1913..... 5% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Zollanleihe von 1911 4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe Serie I.......... 4% dcSgl. Serie II....... 6% Rumän. vereinh. Rente v. 1903 <4i^Rumän.vereinh.Rentev.l913 4% Rumänische vereinh. Rente . l. Anatolier....... tfranrun a. 2)1. Berlin Devi enmarki Berlin — Frankfuri a. 211. «chluß- lurt 1-llhr- Kurt Schluß-1 lurt Ansang- Kurt 30-April 2. Mal Datum 30.4. 2.5 30.4. 2.5. Amtliche Notierung Geld | Dries Amtliche Notierung Geld > Srlef Rieveck Montan......7,2 vereinigte Stahlwerke .... 4 Ltavi Minen......16*/, Kaliwerke Aschersleben ... 10 Kaliwerke Westeregeln ... 10 Kaliwerke Salzdetfurth ... 15 I. G. Farben-Inbuslrte... 12 Verein, chem. Industrie Frankfurt a. SDl........... 146 95 125 18 29.5 32 36,75 42,5 43 5,13 _ 36,5 37 31,75 9,75 28,5 57 10,13 202 15 — 15,75 — 96 125 - — 37 41 - 35,75 27,5 — 10,5 - 95,75 15,9 10,5 97 143,5 94,65 29,25 37,5 59,5 35,5 37,75 30,25 27,75 83,5 10 29 23 55 10,5 198 15 16,13 10,25 84,5 93 144 96,25 ü — 38 59,5 35,75 36,65 30,25 27.5 84,75 28,75 23 56,75 11,25 200 85 Welsings or» . 3 rag . . *. Budapest . . Sofia . . . Holland . . Oslo. . . . stopenhage». Stockholm . ,'ondon. . . Buenos Aires lleuyork . . Srüsjel. . . Italien. . . Bartä . . . Schwel- . . Spanien . . Danzig. . . Zapan . . . iw de Fan.. Zugostowie». Mfabon . . 7,113 51,95 12,465 3,057 170,63 77,82 84,37 77,OZ 15,37 1,003 4,209 58,89 21,63 16,575 81,67 33,22 82,67 1,359 0,284 7,423 13,99 7,127 52,05 12,485 3,063 170,97 77,98 84,53 77,18 15,41 1,007 4,217 59,01 21,67 16,615 81,83 33,28 82,83 1,361 0,286 7,437 14,01 Sanfnoten 7,112 51,95 12,465 3,057 170,63 77,87 84,42 76,97 13,38 1,003 4,209 58,89 21,63 16,575 81,68 33,27 82,42 1,359 0,284 7.423 13,99 7,127 52,05 12,485 3,063 170,97 78,05 84,58 77,13 13,42 1,007 4.217 59.01 21.67 16,615 81,84 33,33 82,58 1,361 0,286 7,437 14,01 Scheideanstalt.......10 Goldschmidt.........0 Rütgertwerke........5 Metallgelelllchast...... . 6 Philipp Holzmann......fe Zementwerk Heidelberg. ... 7 Eementwerk Karlstadt.....7 Wayß & Freytag......0 Schultheis Patzenhoscr ... 15 Aku (Allgemeine Kunstseide) 0 Bemberg......... 0 Rellftoll Waldlws.....12 Zellstojs Aschaffenburg ... 6 Testauer GaS........9 Daimler Motoren......0 Deutsche Linoleum .....6 Crcn(tetn & Koppel.....0 Leonhard Tieh.......8 SvenSka.........16 Thade............ Frankfurter Maschinen . . . . 0 Grihner..........0 Mainkrastwerke Höchst a. M.. . 6 Süddeutscher Zucker .... 10 «Berlin, 30 April Geld Srkf Amerikanische Note»....... Lelgische Noten......... Damsche Noten ......... Englische Noten......... Französische Noten........ holländische Noten........ jiallenliche Noten........ Norwegische Noten........ Deutsch-Oesterreich, i 100 Schwing iumänische Noten........ Schwedische Noten........ Schweizer Noten. ........ Spanische Noten. ........ Logarische Noten ........ 4,20 58,73 84,18 15,33 16,53 170,26 21,81 77,64 2,49 76,85 81,49 33,08 4,22 58,97 84,52 15,39 16,59 170,94 21,89 77,96 2,51 77,15 81,81 33jg fee Oie gen 2E:n Sri fÄon ti KH «tt« Wians' hatte er also L er seine w Msibel zu O Komlnulialpoli aus bei «Lnhgeli" meinderatss Formen <10'1 spriehliche Arbeit leisten. Zurufe ur dem 3ul)öredrei und jugendliche i häufen sich imme dann der Fall, t Unterstützungen c leistung bei der । der sozialen Der meinderats von i fallen müssen. 21 Sauf ©tun ing solcher schlossen wurde, I und Schimpfen b Hörer beim Hina faales aus. Eine kürzlich 1 meistereien erlass auf den Art. 30 merksam, wonach i sen und nur ganz Fall zu Fall in den sollten. Ein meinderatsmitglie Folgerung aus die falls den Art.ZO achten und d e n S Es erscheint ang nen, daß die @em chren Wohlfal herweitmögli Lmnogüch \\\ Men Tumben - stützen, denen ne und Einkommens die Krisenunterf solche zu unterstü Ausnahmen tout macht, wenn die Familie galten, meinte rund 3 lose beschilft 36 Stunden Arbe ben Waldarbeiter Mark pro Doch. Gemeinte zusalle * hmzu, so < ?°rk pro Mann 'm Monat. Bei e bedeutet dies eir Gemeinte von 2 "einte zur Kris betrug tun Mabe etwa 3; Heliand von 30 ' ftr noch erhöht ^hen bleiten, sc meinte allein < Ak. DazI ?? sur Eozialrer U-e Voranschlag U,-zit Don Eung sich der ( Kopfzerbre so weniger H gesetzt sein Z S'BS 6 , sSS SS ar.6“3lfl« in Stau» ‘ItmÖMen, 6'fe «Sy? L'tzL * WStt * «Ä*: «tat "üstav poiitiD r Li* A1 L?L JI" * 3"hi'1" öle wach, h« c!cmenl> bei ?SnunMtau, ■ M yeüen, um ■jausjutommen, bie 1 W beheben |eL Lond, m,ctobei' hieben • des ßanbesrofs her i'llens Trüße über, »Ipradje, bei bet u a r*t a.Tl.) b(; iQ(^te, würben bie "och verlies!. ■ine Sorftanbsfihung "e .6lnc Besichligung eonlogen unb wissen. ad gebündelt) je 5, 50, Industrlekartos- l bei Daggonbezug und ruhig. ermarkt. April. Da baS An-. zen Jahreszeit ziem- m Auslande wegen iaffung nur wenig ie vorhandenen 2e- erden. Die Preise en ziemlich unter» nig per ßtiid ab ) bis 5,75. 2ugv» M 5.15 b'vi 5,5. .andern 6 bis 65. ), deutsche Frischeier mer Gießen. :in Metzger hatte in lhrt mit seinem Last- geschnitten unb war jmmenben Motorrad. verletzt wurde. Segen urch das er zu dreißig rben war, versalzte er ajrnaß beschränlte. Er bie -älste herabgesetzi ergab, daß es sich um >renbe Kurve handelt, h sein im übrigen bc irnentlich durch rasches ?6 Unheil vermieden -halb auch davon ab. n Da es sich um eine von Amts meßen em- SSK Turteilt worden. T« gemessen. _ 51.95 12465 3.057 170.63 77. 81. 76.97 13^ 1,003 4-209 s!Z 33.7 82.42 1,359 0,261 7,123 13.99 52.05 12,465 3,063 170.97 76. 84,5« 77. 13.‘2 1,00 4.217 59,0 21.67 16.615 || ,M •3.y 82.5« 1.361 0,266 7,437 14,01 a ife 2]1 77- »i 58,'3 84-18 15,33 16-53 170-26 ri 61 2,49 76,65 81." yj8 jtanHudmlJL- ■j 7>i __ r£$ len.__ ----- 4100 Studierende in Marburg. WvR. Marburg. 30. April. Die Einschreibun. gen Aum diesjährigen Sommeriemester an derUniversität Marburg sind zu Ende gegangen. Es wurden insgesamt 4051 Studierende (3190 Manner und 861 Frauen), sowie etwa 50 Gasthörer gezählt, gegen 4356 Studierende im Sommer- jemestcr 1931. Die Studierenden haben sich folgende Fächer auserwählt: Theologie 467 Manner und 36 Frauen, Rechts- und Staatswissenschast 703 Männer und 29 Frauen, Medizin 1025 Manner und 204 Frauen, Philosophie 995 Manner und 592*Frauen. Oie Vielseitigkeit des „Cberbaurofc* Heinemann. WSR. Biedenkopf, 1. Mai. Der vor einigen Tagen wegen seiner Äötxmidiabe auf der Reichsbahn in Drolshagen verhaftete falsche ReichSbahn-„Obcrbaurat" Heinemann, der mit einem schon wiederholt zu Gefängnis verurteilten angeblichen Kaufmann Heinemann identisch ist, hat vor einiger Zeit auch hier eine Dast- rolle gegeben, die seine Vielseitigkeit beweist. Er erschien als angeblicher Revisor dcS Finanzamt«» im Bureau eines hiesigen Geschäftsmannes zur Bücherrevision, die er sich von dem Geschäftsmann .gebührenpflichtig" honorieren lieh. Offensichtlich hatte er also auch damals Jo einen Anfall", mit dem er seine Köpenickiade auf der Reichsbahn plausibel zu machen versuchte. Oberheffen. KommunalpolitischerNot. und Mahnruf aus dem Kreise Gießen. ■ar Leihgestern, 30. April. Die hiesigen ® e • meinderatSsihunaen nehmen allmählich Formen an, die es sah unmöglich machen, er- lpriehliche Arbeit im Interesse der Gemeinde zu leisten. Zurufe und ungehörige Bemerkungen aus dem ZuhörerkreiS — meist DohlfahrtSempfänger •unb jugendliche Erwerbslose unter 20 Jahren — häufen sich immer mehr an. DieS ist beionderS bann der Fall, wenn Anträge auf WohlsahrtS- unterstützungen oder Einstellungen zur Arbeitsleistung bei der Gemeinde unter Berücksichtigung der sozialen Derhältnisse nach Ansicht des De- meinderatS von Fall zu Fall der Ablehnung Versalien müssen. AlS in der jüngsten Gemeinderats- lihung auf Grund dieser Vorkommnisse die Verhandlung solcher Dünkte in geheimer Lihung be» Ichlofsen wurde, schaltete einer der unter Murren und Schimpfen den RathauSsaal verlassenden Zuhörer beim HinauSgehen dasMicht deS Sitzungssaales aus. Eine kürzlich vom KreiSamt an die Bürgermeistereien erlassene Verfügung macht besonders auf den Art. 30 der Landgcmeindeordnung aufmerksam, wonach di« Sitzungen öffentlich sein müssen und nur ganz besondere Angelegenheiten von Fall zu Fall in geheimer Sitzung beraten werden sollten. Ein großer Teil der hiesigen ®c- meinderatSmitglieder wird wohl in Zutunst.die Folgerung aus diesen Vorkommnissen ziehen, ebenfalls den Art. 30 der Landgemeindeordnung beachten unb denSihungen sernbleiben. ES erscheint angebracht, hier einmal zu erwähnen, bah die Gemeindevertretung in Leihgestern ihren Wohlfahrtserweroslosen biS- herweitmtzglich st entgegengekommen ist. Unmöglich ist eS aber — schon auS finanziellen Gründen —. auch noch diejenigen zu unterstützen. denen nach Prüfung ihrer Vermögens» unb Einkommensverhältnisse der Spruchausschuß die Krisenunterstutzung bereits ablehnte, oder solche zu unterstützen, die unter 21 Jahre alt sind. Ausnahmen wurden im letzten Falle schon gemacht. wenn bie Jugendlichen al» Ernährer der Familie galten. Es werden z. B. in unserer Gemeinde rund 30 Wohlfahrtserwerbs- lose beschäftigt, und zwar wöchentlich mit 36 Stunden Arbeitszeit. Sie erhalten pro Stund« den Waldarbeitertariflohn von 0,50 Mk. ---- 18,00 Mark pro Woche Rechnet man noch den der Gemeinde zufallenden Anteil für die sozialen Lasten hinzu, so ergibt sich eine AuSgabe von 20 Mark pro Mann und Woche, also etwa 80 Mk. im Monat. Bei einer Beschäftigung von 30 Mann bedeutet dies eine monatliche Ausgabe für die Gemeinde von 2400 Mk. Der Anteil der Gemeind« zur Krisenunterstühung für den Monat März betrug rund 900 Mk., so das; die monatliche Ausgabe etwa 3300 Mk. ausmacht. Sollte dieser Bestand von 30 Mann — der sich voraussichtlich aber noch erhöht — daS ganze Jahr hindurch bestehen bleiben, so bedeutete dies für unsere Gemeinde allein eine Jahresausgabe von 3900 M k. Dazu kommen noch bie Unterstützung -gen für Sozialrentner und sonstige Ortsarme. Der -neue Voranschlag für 1932 weist heute schon ein Defizit von 21 000 M k. auf, über dessen -Deckung sich der Demeinderat in seinen Sitzungen genug Kopfzerbrechen machen muh und deshalb um so weniger Belästigungen und Beleidigungen ausgesetzt sein sollte. Es wird sich wohl kaum eine Mehrheit im Gemeinderat finden, welche bereit wäre, die Deckung dieses Defizits und die im Laufe des Rechnungsjahres noch darüber hinaus entstehenden ungedeckten Ausgaben durch neue Belastung der Steuerzahler vorzunehmen. Man wird sich um den Ausgleich des Etats in , Zukunft nicht mehr soviel Sorgen machen als seither, wenn die von Fall zu Fall nach Prüfung des Gemeinderats abgelehnten Anträge auf Unterstützungen verschiedenster Art immer wieder durch den Spruchausschuh befürwortet werden. Gemeinderat in Büdingen. !! Büdingen, 30. April. In der jüngsten G e • ; meinderatssifiung wurde u. a. folgendes be- Ichlofsen: Als Wahltag für die Beigeordneten. wähl wurde der 5.Juni festgesetzt. Für die Her- st e l l u n a de s K a l b c r b a d) u ft r » soll der notwendige Betrag im Voranschlag 1932 eingestellt werben. Ser Gemcinderat erklärte sich zur Errichtung von Wohnbaracken grundsätzlich bereit, bedielt ich aber, insbesondere im Hinblick auf bie Platz- rage, weitere Bestimmung vor. Die vom Mieteini- lungsamt für die Wohnungen im alten 5 d) u I b a u 5 festgesetzten Mieten erkannte ber (Bc< meinberat an. Die Erhebung ber (9 e m c i n b c ■ Bier st euer für das Rechnungsjahr 1932 wurde auf 100 0 H festgesetzt. Die Kündigung ber Mu gliebschast ber Stadt Bübingen im R e i ch s st n d t e - vund mürbe zum wiederholten Male beschlossen. Reben diesen Vorlagen kam noch eine große Anzahl kleinerer Angelegenheiten zur Verhandlung. Brandunglück im Vogelsberg. • Ilbeshausen (KreiS Lauterbach». 2. Mai. In der letzten Rächt gegen 1 ,1 Uhr wurde in der Hofreite des Landwirt» und Fuhrmanns Johannes Schütz hier'elbft Feuer bemerkt. Obwohl die schnell alarmierte Ortsieuerwchr den Flammen energisch entgegenwirkte, fielen doch die Scheune mit den Erntevorräten, die Stallungen und der Dachstuhl deS Wohnhauses dem verhe-rrenden Element zum Opfer. Ferner wurden die auf dem Grundstück untergestellte Dreschmaschine der Dreschgenoffen- ' schäft und «in in den niedergebrannten Gebäuden unterhaltene» Lager der Spar- und Darlehenskasse ein Raub der Flammen. Das Vieh konnte zum Glück gerettet toerbep. Menschenleben kamen erfreulicher Weife nicht zu Schaden. Als Dntstehungsurlache deS Brandes wird Kurzschluß vermutet. Landkreis Gießen. Reiskirchen, 30. April. Der sreiwil- lige Arbeitsdienst hat nun auch in unserer Gemeinde Eingang gesunden. Es soll auf diesem Wege bie Anlage eines Walbsportplatzes durchgeführt werden. Die Vorarbeiten, die im Abteiben eines ctroa 2Vt Moraen großen Waldstücks bestehen, sind bereits in Angriff genommen, während anschließend mit den Ausrodungs- und Planierungsarbeiten begonnen wird. Die Kosten für bie cholchauerarbeiten, die im Akkord betrieben werden, trägt die Gemeinde, wahrend für bie Durchführung der Erdarbeiten von ber Reichsanstalt ein Betrag zur Verfirnung gestellt ist. Es werben durchschnittlich 25 Leute beschäftigt. Kreis Alsfeld. M Alsfeld, 30. April. Dieser Tage hielt der hiesige Verkehrs- und Verschönerungsverein seine diesjährige JahreSmit- gliederversammlung ab. Der Vorsitzende deS Verein-. Fabrikant Gg. Dietrich Bücking, erstattete den Jahresbericht. Der Verein zählte am SchlusseGes vorigen Jahres 240 Mitglieder. Der Verkehr von auswärts habe sich im vergangenen Jahr recht rege gestaltet. Mit der Reichszentrale für Verkehrswerbung habe ein reger Briefwechsel stattgefunden. der zu einer ausgedehnten Ver- kehrswcrbung für unsere Stadt, vor allem in Holland, führte. Die neuen Werbeprospekte sind in sehr großer Zahl versandt worden, in der Hauptsache an Däderverwaltungen, Reise- und Derkehrsbureaus. Den Bericht für den DerkehrS- ausfchuß erstattete Vorstandsmitglied Gmme- r i ch. Die wirtschaftliche Rot habe den Verein zu einer gewissen Zurückhaltung in der Stellung von Derkchrsanträgen gezwungen. Die Bahnverkchrs- verhältnisse feien die gleichen geblieben, waS im Hinblick auf die allgemeine Rotlage als ein Erfolg zu buchen fei. Bezüglich der Unterhaltung und Verbesserung der Straßen müsse es leider bei den seitherigen zum Teil sehr unbefriedigenden Zuständen bleiben, da die Finanzverhältnisse zur Zeit eine gründliche Herstellung Der Straßen nicht erlauben. Heber den Verbrauch und den Bestand des Werbematerials berichtete Vorstandsmitglied Ehrenklau, über das Ergebnis de» Fenster-Blumenschmuckwettbewerbs 1931 Vorstandsmitglied Ginsberg. Stadtbaumeister Maurer gab Aufschluß über auSgeführte und geplante Verbesserungen auf dem Verschöne- rungsgebiet, über Reuanpflanzungen, besonders im Bereich der „Erlen" und am „Saustallsweg". Der Rechner, Stadtobersekretär S e i p v e l. erstattete die Rechnungsablage. DaS Dereinsver- mögen betrug End« v. I. 2566 Mark. Die Rechnungsprüfung ergab keinerlei Anstände, so daß dem Rechner und dem Vorstand Entlastung erteilt werden konnte. Der Voranschlag für 1932. der sich in Einnahme und AuSgabe mit 1000 Mark bewegt. wurde genehmigt. An die Tagesordnung fchwß sich eine lebhafte Aussprache an, die manche Anregung brachte. Mit Dankesworten an alle Mitarbeiter schloß der Vorsitzende die Versammlung. Preußen. Kreis Biedenkopf. WSR. Biedenkopf. l.Mai. Auf Grund der Rotverordnung der Reichsregierung über daS SA - und SS -Verbot wurden bei Mitgliedern der RSDAP. im Kreise Biedenkopf feftern vier Kraftfahrzeuge von der Po- izei beschlagnahmt und sichergestellt. Taten für Montag, 2. Mai. -Sonnenaufgang: 457 Uhr, (Sonnenuntergang: 19 48 Uhr. — Mondaufgang: 3.49 Lhr, Mond- untergang: 16.23 Uhr. 1519: Leonardo da Vinci in Schloß Elous bei Amboise gestorben. — 1772: der Dichter Rovalis in Oberwiederstadt geboren. — 1864: der Komponist G. Meyerbeer in Paris gestorben. SJL-'fpoit MTV. Gießen in Frankfurt-Rödelheim erfolgreich. Jrl. vickclhaupl springt 1,53,5 IRctcr hoch. Die volkslumlichcn Wettkampfe ber Rodelhcimer Turngemeinde 1847, Die mit über 300 Aktiven aus dem Gebiet des Mittelrheinkreises der-DT. ausgezeichnet besetzt waren, brachten in A»betracht der iruhen Jahreszeit durchweg gute Leistungen. Bei den Turnerinnen gab cs im Hochsprung eine neue Kreisdestleistung mit 1,5314 m durch Frl. Bickel- Haupt (Gießen». Be den Damen dominierten überhaupt die auswärtigen Turnerinnen, mährend bei den Herren die Vertreter Frankfurts fast auf der ganzen Linie siegten. Von den Sta'seln der Dbmiufc holte sich Tv. Vorwärts Bockenheim die schwcdenstafsel unb die 10 X 7--Rundcnsiaffcl jeweils vor Mtv. Bad Homburg. Die 4 X 100-Tkter- ctaffd gewann sowohl bei den Herren als auch bei den Damen der Mtv. Gießen. Fußball der Gießener Mannschaften. Die beiden hiesigen Sportvereine entwickelten am gestrigen Sonntag einen außerordentlich lebhaften Sportbetrieb. D c VfB - Mannschaften konnten, ausgenommen ein Unentschieden, sämtliche Spiele siegreich beenden. 1900 schnitt auch gut ab. Auf dem Waldfportplah spielte die Liga des VfB. gegen .Germania" Marburg mit 3:0 Toren siegreich Die Germanen traten mit viel Ersah an und zeigten nichts besonderes. Die VsDer siegten verdient. Die Ligareserve konnte sich gegen die Erste von Daubringen mit 4:0 siegreich behaupten. Die l. Jugend errang im Spiel gegen die 1. Jgd. deS Lokalgegners nach einem schonen und außerordentlich spannenden Spiel mit 5:4 einen knappen aber verdienten Sieg. Die 2. Jugend spielte gegen Herrmannsteins 1 Jgd. 0:0. Die Schüler konnten gegen WieseckS Schüller 1:0 gewinnen. Die Liga der Spielocremigung weilte am Sains lagbend in Gladenbach und mußie dort mit drei Mann Ersatz antrrtcn Trotzdem tonnte die Mannschaft, wenn auch knapp, 10 doch sicher da» Spiel mit 3:2 Toren jur sich entscheiden Die Ligarrseroe blieb gegen Dreihausen I mit 1:0 Sieger. Die dritte Mannschaft spielte gegen Lollar 12 1. die 4 gegen Lollar II 4.8 und die 5. Mannschaft gegen Lollars 3. 13. Die 2 Jugend blieb gegen Garben tcichs 1. Jugend mit 3:2 siegreich und die 1 Schuler konnten gegen die 1 Schuler von Garbenteich auch die Oberbond behalten. 3:0 lautete das Ergebnis. Die 2. Schuler verloren gegen Lollar 1. Schüler 1:2. Das Städte Handballspiel der IHann- schasten von Gießen und Wetzlar endete mit vielen Toren Die Wetzlarer entschieden das Spiel in letzter Minute mit 10:9 Toren für sich. Oer Hindenburg-Zlugpolal überreicht. Der Herr Reichspräsident empfing heute den Ziegcleibesitzer Rudolf L a u w aus Bockhorn in Oldenburg, dem vom Preisgericht der Hindenburg- Pokal für die belle sportliche Flugleistung mit Motorflugzeug für das Jahr 1931 zuerkannt worden ist. Der >)crr Reichspräsident überreichte Herrn Lnuw persönlich den Pokal. Eindrucksvoller deutscher JReiferfieg in Hom In Gegenwart hervorragender Mitglieder der römischen Gesellschaft. deS deutschen Botschafters und der deutschen Kolonie gelangte am Sonntag aus dem Internationalen Reitturnier der Premio Viitorio, cm schweres Jagdspringen, zu IN Aus- trag. an dem über 100 Pserde zahlreicher Rationen teilnahmen. Der Wettbewerb brachte einen großen deutschen Erfolg, da die beiden ersten Plätze von Oberleutnant Brandt auf „Bal- mung" und von von R 0 st i z - W a l l w i tz auf „Provinz" belegt wurden. Um die Misletschast in West- unb SiibbeMlanb Jn Stuttgart: Eintracht-Bayern München 2:0(2:0) Die Stimmen, bie davor warnten, acht Tage vor dem Beginn der Spiele um die Deutsche Fußballmeisterschaft noch bie beiden Endspiel- teilnehmer in das schwere Spiel um die süddeutsche Meisterschaft zu Hetzen, haben Recht behalten. Dieses Stuttgarter Tressen bat beiden Mannschaften Blessierte gekostet, eS hat außerdem mit einem bösen Skandal geendet. Das von Anfang an für München eingestellt« Publikum drang fünf Minuten vor Spielende nach einigen unsicheren Entscheidungen des bis dahin guten Kampfleiters Glöckner, Pirmasens, wiederholt in das Spielfeld ein, so daß dieser schließlich das Spiel abbrach. ES ist auf Grund der Tatsachen nicht daran zu zweifeln, daß der Kampf trotzdem Gültigkeit behält. Die Münchener fanden sich schneller. Sie zeigten in der ersten Diertelstunde ein schnelles und flüssiges Angriffsspiel, das die Frankfurter Läuferreihe in die Defensive zwang. Dennoch erzielte Dietrich schon in der dritten Minute durch plazierten Kopfball den Führungstreffer. Allmählich erhielt auch das Spiel der Frankfurter mehr Fluß und Kraft. In der 33. Minute gab Grämlich einen Strafstoß vor das Dayerntor. wo sich Dietrich das Leder aus dem Gedränge fischte und einfchob. Run wurden die Bayerii nervös und verloren den Zusammenhang, Eintracht dagegen spielte sehr ruhig. Rach dem Wechsel stellte Bayern um iuni) lag, da sich Eintracht angesichts der geschwächten Mannschaft aufs „Halten" verlegte, meist im Angriff. Die Münchener spielten jedoch nur zwei klare Torchancen heraus, die aber Schütz vereitelte. Fünf Minuten vor Schluß setzten dann die eingangs erwähnten Borgänge ein, die zum Spielabbruch führten. Die Leistungen der Mannschaften waren sehr unterschiedlich. Die Bayern waren nur in der ersten "Viertelstunde sehr gut, wurden dann aber sichtlich nervös. Der beste Mannschaststeil der Bayern war die Läuferreihe, schwach dagegen die Derteidigßng Heidkamp-Bader, auch Lechler im Tor unsicher. Bei der siegreichen Eintracht lieferten die beiden Verteidiger Schütz und Stubb ein überragendes Spiel. Auch Schmitt im Tor war sehr sicher, Die Läuferreihe spielte defensiv. Der Sturm arbeitete sehr produktiv. Jn Köln: Schalke04 - BorussiaZulda 5:4 (0:0) Im Kölner Stadion wurde am Sonntag bei prachtvollem Maiwetter und vor dem stattlichen Besuch von 30 000 Zuschauern zwischen Schalke 04 und Borussia Fulda dos Entscheidungsspiel um die Westdeutsche Fußball-Meisterschast ausgetragen. Mit einem 51(0:0).Sieg konnte Schalke nach einem prächtigen Spiel erneut das „grun-weihe Band des Westens" an fich bringen, das die Mannschaft schon einmal vor zwei Jahren, ehe sie von der Spruchkammer ihres Verbandes in die Verbannung geschickt wurde, besaß. Borussia Fulda war gut in Form Die Hessen zeigten ein wirklich ausgezeichnetes Spiel, sie waren eifrig, schnell, hart und spielten auch exakt zusammen. In der ersten Halbzeit leisteten sie dem Gegner heldenhaften Widerstand, aber sie verausgabten sich zu sehr und als dann nzch der Pause die Korn- binationsmsachine der Westsalen ins Laufen kam, da klappte die Manschaft doch nach und nach zusammen. Immerhin hat die Mannschaft ein Gesamt- lob verdient. Schalke spielte taktisch wie technisch gleich ausgezeichnet. In der ersten Halbzeit verlegte sich die Knappen-Els aus ein ausgesprochenes 3er» mürbungsfpiel, fit hielt sich mehr in der De- sensive und ließ den Gegner seine Kräfte verbrauchen. Rach ber Pause eröffneten dann di« Leute aus Schalk« eine Offensive, deren Kraft bie Helsen nicht mehr gewachsen waren. Das Zusammenspiel der Knappen war prachtvoll und auch die Schußkrast ließ nichts zu wünschen übrig Die erste Halbzeit verlief ziemlich wechselvoll und verteilt. Beide Stürmerreihen blieben aber ohne Erfolg. Gleich nach dem Wechsel fiel dann auf eine Ecke von Röthardt durch Tibulfti der Führungstreffer für Schalke. Die Westfalen wurden jetzt sehr stark überlegen. Kuzorra erhöhte in der 17. Minute auf Vorlage von Röthardt auf 2:0. Bier Minuten später wehrte Fuldas Tormann einen Flankenball von Röthardt mit dem Fuß ab. der Ball sprang aber Rattkämper vor die Füße und dieser setzte entschlossen den Ball in« Retz. In ber 26. Minute kam Fulda durch einen Kopfball von Leugers bei einer Eck« zum Ehrentrefser. Schalke schoß dann in der 33. und 35. Minute, jeweils nach Vorlagen von ÄuAorra. durch Röthardt und Czepan nod) zwei weitere Treffer. Ein sechstes Tor von Röthardt wurde nicht mehr anerkannt, da eine Sekund« vorher der Schiebsrichter abgepfissen hatte. Unb Hamburg siegt in Kiel. Hamburger Sportverein — Holstein kiel 8:1 (6:0). In Kiel wurde am Sonntag vor einem Rekordbesuch von 12 000 Zuschauern zwischen den beiden alten Rivalen Holstein Kiel und Hamburger Sportverein das entscheidende Spiel um die norddeutsche Fußballmeisterschaft auSqetragen. Wieder einmal mehr holte sich der HSV diesen Titel. Der Sieg der Hamburger Rothosen kommt an sich nicht überraschend, fonfationell wirkt aber bie Höhe des Resultates von 8:1 (6:0). Man hatte um so eher ein knappes Resultat erwartet, da ja Holstein aus eigenem Platz spielte. Die Schuld an der hohen Riederlage trägt in erster Linie der Holstein-Torhüter Kramer, der grobe Fehler machte. Weiterhin fiel überraschend der sonst so gute und gefürchtete Kieler Mittelstürmer Ludwig fast ganz aus. Er wurde von Hamburgs Mittelläufer Halvorsen völlig matt gesetzt. Die Hamburger lieferten ein frisches und zügiges Spiel. Kiel kam beim Stande von 7:0 durch Ludwig zu seinem Ehrentor. (Schluß des redaktionellen Teils.) (Ein neuer Oelftjp! Infolge eines starken Bedürfnisses nach einem Hochleistungsöl für hochbean- spruchtc Kraftfahrzeugmotoren hat sich die Rhenania- Ossag Mineralölwerke AG. (Shell) entschlossen, ihr in der Fliegerei schon seit längerer Zeit bewährtes Hochleistungsöl Aeroshell jetzt auch in rucknehmbaren 2-Liter°Kanistern für Kraftfahrzeuge aus den Markt zu bringen. Aeroshell ist speziell zur Schmierung hochbeanspruchter wasser- und lustgekühlter Flua-, Stenn, und Sportmotoren in Flugzeugen, Kraft- wagen, Motorrädern und Motorbooten geeignet. Das neue Hochleistungsöl stellt einen ganz neuen Oeltyo dar, der alle Vorzüge des Rizinusöles und des Mineralöles vereinigt. Aeroshell ist bei den bekannten Shell-Tankstellcn und in allen Fachgeschäften erhältlich. 3465V Pralle Dr.Dralles Birkenhaarwasser «MM,AM!" Roman von Gert Rothberg. Copyright by Martin Feuchtwsnger, Hall«. 5. Fortsetzung. Nachdruck verboten! Doch das alles blieben geheime Gedanken. Niemand von der übrigen Dienerschaft erfuhr durch ihn je ein Wort. 3m Gegenteil! Er duldete nie, daß über die Herrschaft gesprochen wurde. Heute war nun die gnädige Frau gairz plötzlich abgereist, nachdem irgendein Streits gewesen war. Gerade heute hatte sie ihn im Stich gelassen. War sie mit dem Baron Ilzenescu geflohen? Karl sah sich entsetzt um. Wenn jemand seine Gedanken hätte erraten können? Wohin verirrte er sich denn da eigentlich? Hnö er sollte das junge Mädchen, das er heute abend zum Herrn Doktor geführt, mit „Gnädige Frau" ansprechen? Es wirbelte nun eben in dem alten Hirn, das war doch wirklich nicht zu verwundern. Karl richtete sich jetzt aus. Er hatte wieder, wie schon so viele Male, das Vertrauen seines Herrn zu rechtfertigen. Lind er würde es! Mit seinem raschen, elastischen Schritt ging Doktor Ansbrück wieder hinüber. Dort stand Nenne, schmal und schön, mitten im Zimmer. Er trat zu ihr. ein seltsames Gefühl im Herzen. Vielleicht mochte es auch nur grenzenlose Dankbarkeit fein. Er küßte plötzlich ihre kleine Hand. Dann sagte er: ..Nun aber aufpassen, kleines Mädclchen, sonst ist olles umsonst. Nein. Mister Harrison würde mit Necht empört sein, wenn er "hinter die ganze Wahrheit käme. Ich weiß mir aber tatsächlich keinen anderen Rat." ..Ich tue es gern. Ich will auch gewiß dafür sorgen, daß Sic nicht noch mehr Llnannehmlich- keiten haben, Herr Doktor." Er lächelte. Lind aus diesem Lächeln spürte sie nicht die heimliche Sorge, ob sie gesellschaftlich gewandt genug sein würde. Aber als er sie fragte: „Hast du den Brief an deine Mutter fertig. Kind?", da sagte sie: „Gewiß, hier ist er. Wenn du allo so freundlich fein willst, den Chauffeur zu beauftragen?" Da freute er sich sichtlich. Aenne Ohlen würde ihre Rolle spielen, davon war er überzeugt. Lind er wußte ja auch, daß ein natürliches Takt- gesühl. wie es wahrscheinlich diesem jungen Mädchen eigen war. viel besser wirken konnte als alles Geächtete. Gelernte, Schablonenhafte? Sie stand dicht neben ihm. Ihr blondes Haar duftete zu ihm empor: eine weiche Locke spielte an seiner Schulter. Doktor Ansbrück. völlig unbefriedigt und ent- täuscht in seiner Ehe. zu der er den besten Willen gehabt, blickte wie gebannt auf den blonden Mädchenkopf. Es klingelte. Doktor Ansbrück überflog noch schnell die schön gedeckte Tckfel mit einem scharf prüfenden Blick, dann ging er, um seine Gäste in der im orientalischen Geschmack eingerichteten Halle zu empfangen. Mister Harrison war gutgelaunt und rief Ansbrück gleich einige Scherzworte zu. Mistreß Harrison sah sich bewundernd um. Diese Halle gefiel ihr. Genau so würde sie die Halle in ihrem reichen Hause daheim einrichten, wenn sie nur erst wieder dort waren. Sie blickte lächelnd in Doktor Ansbrücks schönes braunes Gesicht. Er gefiel ihr sehr, und sie machte auch gar kein Hehl daraus. Wie ein Bild aus alten Tagen stand Karl steif aufgerichtct an der weit geöffneten Flügeltür. Strahlende Helle! Lind mitten in dieser Flut von Licht eine schlanke blonde Frau, die aussah wie ein junges, unberührtes Mädchen. Harrison war ganz aus dem Häuschen. Das war Doktor Ansbrücks Frau? Donnerwetter. besaß der einen guten Geschmack! Mister Harrison küßte die Hand der jungen Frau mit Inbrunst, und seine eigene Frau sah lächelnd zu und zeigte gleichfalls mit offener Herzlichkeit, wie sehr ihr Dr. Ansbrücks junge Frau gefiel. Erleichtert atmete Ansbrück auf, als er festste llen konnte, wie tadellos Aenne sich benahm. An ihrer wie auch an seiner Rechten blitzte ein breiter Trauring. Es waren die Ringe seiner verstorbenen Eltern, an die ihn im letzten Augenblick der alte Diener Karl erinnert hatte. Mit einem Gefühl der Erleichterung hatte Doktor Ansbrück seinen eigenen Trauring vom Finger gezogen. Zu viel Schweres, Folgenschweres hing an diesem Ring. Die ruhelosen Jahre, die Zänkereien der letzten Monate, die Verschwendungssucht Lisas! Er hätte unter anderen Llmständen den Ring trotzdem nicht abgestreift, doch heute zwang ihn die Lage der Verhältnisse dazu. Man saß an der ovalen Tafel! Das Mahl war auserlesen, der Wein erstklassig — und schmunzelnd stellte Mister Harrison fest, daß bereits Sekt auf Cis stand. Er wurde immer gesprächiger, erging sich in manchmal ein bißchen ungeschickten Komplimenten gegen Aenne, die dann errötend auf Ansbrück sah. während Mistreß Harrison gutmütig lächelte. Doktor Ansbrück aber war erstaunt. Lind auch der alte Diener blickte mit großen Augen auf das schöne, blonde Geschöpf, das heute abend mit dem Karton hier angekommen war, um ein Kleid für Frau Doktor Ansbrück abzuliefern, und das nun so sicher und selbstverständlich mit an der luxuriösen Tafel faß. als sei das der Platz, der ihr für immer gehöre. Die Amerikaner waren entzückt von Aenne und Tagten das ganz ungeniert „ihrem Gatten". Der wurde schweigsamer und schweigsamer. Seine mächtigen, dunkelgrauen Augen blickten mit einem sonderbar sinnenden Ausdruck auf das junge Geschöpf. Mister Harrison flüsterte seiner Frau vergnügt zu: „Mächtig verliebt! Herrlich, wenn man von seinem gemächlichen Alter aus so was mit bewundern kann." Lind seine Frau gab ihm durch einen Händedruck recht. „Wenn ich um etwas bitten dürfte, Herr Doktor? Dann lassen wir die geschäftlichen Sachen heute beiseite. Wir werden auf jeden Fall einig werden. Ich habe mir alles noch einmal genau überlegt. Ihre ausgearbeiteten Verträge und Pläne werden sicher so gehalten sein, wie wir bereits mündlich besprochen haben. Ich möchte mir auf keinen Fall den heutigen wunderschönen Abend mit geschäftlichen Dingen verderben, und meine liebe Frau ist sicherlich der gleichen Meinung. Nicht wahr. Alice?" Seine Frau nitlte energisch. „Wenn man einen so reizenden Abend verleben darf, soll man ihn wirklich nicht mit geschäftlichen Dingen vollstopfen. Die Herren machen das am besten morgen früh allein unter sich aus." Wenn doch nur die Papiere wieder herbei- geschafft werden könnten!, dachte Doktor Ansbrück. Wenn die Gäste fort waren, mußte er eben sehen, wie er bis morgen mittag die Verträge und Pläne nach dem Gedächtnis noch flüchtig zusammenstellen konnte. Da hörte er neben sich Mistreß Harrisons Stimme: „Ich würde mich sehr freuen, liebe Frau Doktor. wenn wir uns während unseres hiesigen Aufenthaltes recht oft sehen könnten." Jetzt schien es aber mit Aennes Fassung vorüber zu sein. Hilflos blickte sie in Doktor Ansbrücks Augen. Der nickte ihr beruhigend zu. Dann tagte er: „Wenn meine Frau rechtzeitig zurück sein kann, ist es für uns selbst die größte Freude, wenn sie noch einige Tage in Ihrer uns sehr lieben und werten Gesellschaft verbringen darf. Doch meine Frau reift morgen früh ab. Eine nahe Verwandte ist erkrankt." „Das ist bedauerlich. Sehr? Aber vielleicht kann man es einrichten, daß man sich später noch einige Tage hat?" sagte die alte Dame liebenswürdig. Lind ihr Gatte fügte hinzu: „Da könntest du eigentlich in aller Ruhe nach Dresden reifen und im „Weißen Hirsch" bei Lah- mann deine Kur anfangen. Ich habe im Rheinland zu tun, und die vielen geschäftlichen Änge reiben dich mit der Zeit unnütz auf, während sie mir direkt Bedürfnis sind. Was meinst du?" „Ja. das geht sehr gut. Länger als sechs Wochen brauche ich nicht zu bleiben, und während dieser Zeit kannst du sehr viel erledigen. Wir treffen uns dann eben nach diesen sechs Wochen hier alle vergnügt wieder." „So wird's gemacht", sagte Mister Harrison vergnügt und hob sein Glas. Dann setzte er hinzu: ..Wir wollen auf die Schönheit unserer jungen Gastgeberin trinken, das ist mir zunächst auch ein dringendes ^Bedürfnis." Hell stießen die Gläser aneinander. Fast silbern verhallte ihr Klang im "Zimmer. Mit weit offenen Augen blickte Aenne in das Gesicht des hochgewachsenen Mannes, der sich über sie beugte. Wie die Schwingen eines geängstigten Vogels zitterten ihre Bretten Lider. Der Mann aber faßte die kleine Hand, die den feinen geschliffenen Kelch hielt, und er drückte einen Kuß auf diese kleine Hand. Dann saß man im Erker. Doktor Ansbrück reichte Mistreß Harrison das seine, dunkelrote Zigarettenkästchen mit der japanischen Malerei. Dann gab er ihr Feuer. „Lind du, Mausi?" Sie zuckte, zusammen. War über sich selbst entsetzt. War es ihr im Anfang nicht ganz leicht gefallen, diese — diese Rolle zu spielen? Weshalb wurde ihr nun auf einmal so ängstlich zumute? Mister Harrison trank sehr oft sein Glas leer. Sehr oft! Die sanften Zurechtweisungen seiner Gattin fruchteten längst nicht mehr. Sie unterließ sie deshalb resigniert. Aber Mister Harrison blieb Kavalier auch in dieser Stimmung. Es lieh sich absolut nichts dagegen sagen. Aber es wurde fidel und immer fideler. Auch Aenne lachte einmal laut und herzlich, und wie gebannt blickte Doktor Ansbrück auf den schöngeschwungenen Mund, der ganz entzückende, kleine, spitze, schneeweiße Zähne zeigte. Er selbst fühlte sich in einer solch behaglichen Stimmung wie seit langem nicht. „Gnädige Frau", meinte Harrison begeistert, „singen Sie uns doch bitte, etwas! Ihrem Lachen nach fingen Sie wundervoll. Bitte, bitte, ich höre Gesang für mein Leben gern.“ (Fortsetzung folgt.) 5 Würfel ei Stange) nurnoch 17Pfg. MAGGI5 Fleischbrühe Hunderte Jtlillionen Reichsmark schüttet die deutsche Hausfrau jedes Jahr freiwillig über ihre Grenzen, um ausländisches Gemüse dagegen einzutauschen. Jeder von uns sieht täglich die traurigen Folgen: Geldnot — Arbeitslosigkeit! Dabet kann der deutsche Boden den Gemüsebedarf des ganzen Jahres decken, denn während der Winter- und Frühjahrs - Monate ist die deutsche Konserve eine vollwertige Gemüse-Nahrung. Nach den Feststellungen der bekanntesten deutschen Ernährungsforscher sind gute Konserven reich an Nährsalzen und Vitaminen. Sie übertreffen darin sogar häufig das haushaltmäbig zubereitete Frischgemüse. Auch eignen sich Gemüse - Konserven vorzüglich als Kost für Kranke und Kinder. Aber hüten Sie sich vor Enttäuschungen ! Kaufen Sie nur beste Konserven. Sehen Sie nicht allein auf den Preis, sondern auch auf Qualität. Vergleichen Sie die Füllung auf Wasser (Brühe) und Ware. Normaldosen mit strammer Einlage erster Qualität bei stark gesenkten Preisen erhalten Sie in den fdetia-Sesdiäften 3458 A W Frau Margarete Schneider geb. Bastian im Alter von 63 Jahren. Dank. Steinbach, den 30. April 1932. 3414 D Gießen, den 2. Mai 1938. 3464 D Gießen, den 30. April 1932. 02760 6ögor Bortmonn. WviMliioz. Brühl, Gießen 02769 Zeitschriften und Tageszeitungen Rauchwaren der Firma Moeser Schreibwaren und Sdiulartikel Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme beim Hinscheiden unserer lieben Entschlafenen sagen wir auf diesem Wege herzlichsten Dank. Für die Hinterbliebenen: Margarethe Gümbel Wwe. In tiefer Trauer: Witwe Josefine Vogel und Angehörige. DANKSAGUNG. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Heimgange unsrer lieben Entschlafenen, für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Krämer und die zahlreichen Kranzspenden sagen wir auf diesem Wege unseren innigsten Dank. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Pitz und Kinder. Boünenftangen Wsemeisel WenoWie billigst 3371 D H. Trechsler Steinstr.73, Tel. 3681. Hühneraugen Warzen,Hornballen beseitigt restlos auch in den hartnäckigst. Fällen totficber unt. Gar.innerb.fi 6 Tg. Hühneraugen-Rapid Erhält!, nur: Löwen- Drogerie W. Kilbinger Nacht, Seltersweg 69. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme sowie für die zahlreichen Kranzspenden beim Heimgang meines teueren, unvergeßlichen Gatten, unseres lieben Vaters, besonders auch für die warmen Worte, seiner Kollegen und Freunde am offenen Grabe unseren innigsten Oesdäits*""" Walltorstrafee 12 TU - A - LA - Weizenschrol-Brol ohne Sauerteig und Hefe, das bekömmliche Brot für alle Magen-, Nieren-, Leber - Leidende, Diabetiker Reformbaus Boermel-Emst Kreuzplatz 5 3302 D Nach langem, mit grober Geduld ertragenem Leiden entschlief sanft meine liebe Frau, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Großmutter. Schwester. Schwägerin und Tante Samstagmorgen 10% Uhr verschied sanft nach langem schweren, mit grober Geduld ertragenem Leiden unsere innigstgeliebte, treusorgende Mutter. Schwiegermutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin, Gote und Tante Frau Margarete Haas Wwe. geb. Erb im Alter von 78 Jahren, Die trauernden Hinterbliebenen: Frau Theodor Mohr N Billige Fische! Dienstag ab Laden: ff. Filet von (Jnbliau ... Pfd. 35 Cabliano. K., ganze Fische, Pfd. 25 -) Fischhaus,Cuxhaven* Marktstraße 23 3473 a Telephon 2417 Gießen, den 30. April 1932. Die Beerdigung findet statt Mittwoch, den 4. Mai 1932, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle des Neuen Friedhofes aus. 3476 D Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Philipp Schneider. Wilhelm Haas, Metzgermstr. und Familie Karl Deibel V. und Familie nebst allen Angehörigen. Wieseck, den 2. Mai 1932. Die Beerdigung findet Dienstag, den 3. Mai, nachmittags 2% Uhr, vom Sterbehause, Gießener Straße 61, aus statt. 3463 D Danksagung. Für die liebevolle Anteilnahme, die uns bei dem Heimgange unseres teuren Entschlafenen in so überaus reichem Mähe zuteil geworden ist, danken wir herzlichst. Frau Maus und Kinder. (heben, den 2. Mai 1932. 02765